Protect the Coven {Caili & Lysios}

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    • Protect the Coven {Caili & Lysios}

      Protect the Coven!
      At all costs.
      Fantasy, Crime, Romance, Drama, GL || R16


      Überall auf der Welt gibt es Frauen, deren Vorfahren das schlimmste überstanden haben. Sie wurden gejagt, gefoltert, getötet und missbraucht. Das Wort allein „Hexe“ hatte fast mehr Macht als diese Frauen selbst, löste es doch die schrecklichste Angst in den Menschen aus. Doch auch die größten Anstrengungen der Kirche haben nicht ausgereicht um diese Saat zu zerstören. Die zahlreichen Hexenzirkel, die noch heute existieren, sind das Erbe dieser Frauen, die es um jeden Preis zu verteidigen gilt.
      So hat auch Toronto, Kanada, eine reiche und weitreichende Gesellschaft von Hexen, die im Untergrund zusammen kommen. Unter ihnen 13 Familien, die das magische Erbe seit Generationen weitergeben und die mächtigsten unter ihnen hervor bringen. Als heiliger Rat regieren sie über ihre Schwestern, treffen die Entscheidungen über ihr weiteres Miteinander und dulden keine Widerworte in ihrem Willen. Die Regeln sind simpel und werden strengstens befolgt: Beschütze den Zirkel. Gleich was es kostet. Dies beinhaltet das Stillschweigen über die Fähigkeiten, die man in die Wiege gelegt bekommen hat und das heraushalten von Eindringlingen.
      Nun passiert es gelegentlich, dass auch namenlose Familien die ein oder andere Tochter hervorbringen, die über magische Fähigkeiten verfügen. Nach einer schweren Probe werden auch diese Mädchen in den Zirkel aufgenommen. Allerdings gibt es kaum eine von ihnen, die auch nur durchschnittliche Macht erlangt. Daher sind diese Schäfchen vom Rat der 13 zu übersehen. So ist es immer gewesen und so sollte es immer bleiben. Überall hatten sie ihre Gruppierungen. An Universitäten, Schulen, selbst in einigen Firmen trafen sie zusammen um den Willen der 13 zu verkünden und auszuführen. Einander nicht nur zu helfen, sondern auch genauestens zu bewachen. Denn Fehler waren nicht akzeptabel. Ein falsches Wort und der gesamte Zirkel konnte untergehen.
      Diese gut bewachte Hierarchie hat immer funktioniert. Sie hat ihnen geholfen zu überleben und alle fünf Jahre stammten die mächtigsten Hexen aus den Familien der großen 13, was sich in dem dafür vorgesehenen Ritual der Kräftemessung herausstellte. Bis es schließlich zwei Namenlose wagten ein schwindelerregendes Ergebnis zu erzielen. Ihre Macht sprach nicht für einen namenlosen Hintergrund. Sie überragten mehrere der 13 Familien und lösten damit gemeinsames Entsetzen aus. Entsetzen und Misstrauen in die Steingemeiselten Regeln des Zirkels. Irgendetwas konnte - nein, durfte! - da einfach nicht stimmen. Die Ältesten schickten ihre Töchter diese beiden Neuankömmlinge nicht mehr aus den Augen zu lassen. Sie alle sind in Gefahr gewesen. Umso mehr, als sie die Neuigkeit ereilt, dass die Mitglieder eines benachbarten Zirkels eine nach der anderen tot aufgefunden wurde. Niemand möchte es aussprechen, doch es ist offensichtlich; Die Hexenjagd hat erneut begonnen und musste schnellstmöglich unterbunden werden.
    • „Alice“ Kuchiki
      Eine Bienenkönigin zu sein mochte lukrativ klingen, war aber keine Aufgabe, die man auf die leichte Schulter nehmen konnte. Ganz im Gegenteil. Sie war die Behüterin und musste ihren Bienenstock verteidigen. Sie sorgte dafür, dass sie fortbestanden, lieferte alle Notwendigkeiten für die Vergrößerung ihrer Kolonie. Sie war verantwortlich für dutzende Leben unter ihrer Führung und trug jeden Segenregen, wie auch jede Tragödie auf ihren Schultern. Sie durfte niemals - unter keinen Umständen! - Schwäche zeigen. Sich eingeschüchtert fühlen. Einer anderen Königin den Hauch einer Chance vermitteln sie ersetzen zu können. Denn ein Stock war einzig und allein so stark wie ihre Königin. Nach diesem Kodex hat Alice Tag für Tag ihres Lebens verbracht. Nach diesem Vorbild hat sie sich selbst modelliert. Entworfen und der Welt präsentiert. Sie gestärkt für ihren Bienenstock. Es brauchte 20 Jahre um sich aufzubauen, was sie erreicht hatte. Und in nur einem Wimpernschlag sah sie all das zusammenbrechen.

      Es sollte eine normale Zeremonie werden mit zwei neuen Anwerberinnen, die ihren Platz offiziell zwar noch nicht zugewiesen bekommen haben, den aber im Grunde jeder kannte. Zwei unbedarfte Mädchen, die erst im Erwachsenenalter mit magischen Fähigkeiten konfrontiert worden sind. Was war von ihnen schon zu erwarten gegenüber den mächtigen Hexen, die seit Kindesbeinen an trainierten. Alice hatte das Getuschel mit Wohlwollen toleriert, als sie auf die Neuen herabgeblickt hatte. Die eine verschüchtert, mit heruntergelassenen Schultern und die andere zu Stolz als gut für sie gewesen ist. Als die älteste und mächtigste unter ihnen an sie herangetreten war, ist Alice im Begriff gewesen sich wegzudrehen. Als schandvolles Statement, dass sie nichts von diesen beiden erwartete, als die Luft um sie herum plötzlich zu brennen schien. Sie würde sich ihr Leben lang an diese Flammenzungen erinnern, die die Sicherheitskugel der Ältesten geschmolzen hatten als wäre sie aus Plastik. Das tobende, nahezu unkontrollierbare Chaos versprach eine Bedrohung weit mehr, als die Hitze übermitteln konnte. Zum ersten Mal in ihrem Leben war Alice versteinert. Fühlte sich unfähig auch nur einen Muskel zu bewegen. Mit weit aufgerissenen Augen hat sie nur dagestanden und die Gedanken scheuten sich vor jedem nächsten Wort, das ihr in den Sinn zu kommen drohte.

      Sie war eine Elementarhexe, die das Feuer beherrschte.
      Ihre Großmutter hatte sie nicht eines Blickes gewürdigt, als sie schweigend an ihr vorbei lief. Die Augen der Frau, die sonst so kalt, so unterkühlt zu allen gewesen ist, schienen zu leuchten, als sie einzig und allein auf dieses Mädchen gerichtet gewesen sind. Mit einem Fingerschnippen hat sie die Flammen gebändigt, sie in einen kleinen Ball gezwängt und in der Hand gehalten wie eine wertvolle Perle, ehe sie sie der Neuen als Geschenk überreicht hat. „Du hast noch viel zu lernen, mein Kind.“ Alice wurde schlecht. Ihr drehte sich der Magen um und sie hatte das Gefühl sich übergeben zu müssen. Sie riss sich von diesem Bild los, wollte nicht mit ansehen wie diese fremde, diese unwürdige in der Zustimmung ihrer Großmutter verweilte, als sie realisierte, dass alle Blicke der ältesten auf sie gerichtet gewesen sind wie messerscharfe Dolche. Beinahe hätte sie verängstigt aufgewimmert, wenn sie es geschafft hätte auch nur einen Atemzug zu machen. Die Nachricht war überdeutlich. Wie konntest du das zulassen? Alice begann zu zittern, sie schluckte schwer und drehte sich schnell wieder zum Ort des Geschehens. Das andere Mädchen strahlte die Feuerhexe an und applaudierte ihr sanft.

      Dann begann ihre Prüfung. Sie musste schwach sein. Sie musste einfach! Alice beugte sich weiter vor, hielt sich an dem Geländer fest und rammte sich die eigenen Nägel in die Handflächen. Sie musste. Doch heute wollte das Universum nicht auf sie hören. Die Älteste erschuf ihr einen Traum. Eine Kugel, ähnlich wie das Sicherheitsgefäß für die andere Hexe, sprengte sie seine Größe um das achtfache. Erschrockenes Aufatmen ging durch die Runde, als der Traum die Tribünen erreichte. Aus dem nichts heraus schuf sie problemlos eine Straße, eine ganze Stadt. Es ertönte Musik und bald schon entstand ein Straßenfest vor den versammelten Augen, bevor sie die Szenerie wechselte und den Zirkel mitnahm in eine Szenerie in den Bergen. Der Traum weitete sich noch weiter aus und unter Alices Füßen entstand plötzlich Gras. Das war die mächtigste Traummanipulation, die sie jemals in ihrem Leben gesehen hat. Es war grauenvoll.
      Beinahe leblos ließ Alice von dem Geländer ab und ihre Arme fielen zu ihren Seiten. Diese beiden Mädchen waren im Begriff ihr alles zu nehmen. Mit Mächten wie diesen waren sie nur schwer zu bändigen, schwer unter Kontrolle zu behalten. Wenn sie nur wollten könnten sie… „Ist ja abgefahren…“, kam es von der Seite der schwarz-haarigen und sie zuckte heftig zusammen. Katarina war nach vorne geeilt, um sich das Spektakel mitanzusehen. Alice fand zu ihrem kalten und gefassten Selbst zurück. „Anfängerglück. Mehr nicht.“ Die Russin richtete ihre hellen Augen auf das sonst so perfekte Mädchen und schien für einen Moment recht abwesend zu sein, ehe sie breit zu grinsen begann. „Aww~ Aber Alice! Das ist doch wirklich kein Grund gleich so an die Decke zu gehen.“, säuselte sie voller Genuss, doch Alice schwieg. Sie wurde heute schon genug gedemütigt. Schwungvoll machte sie auf ihrem Absatz kehrt und verließ das Ritual. Sie hatte genug gesehen. Mehr als genug. Und als sie an den Reihen mit namenlosen Hexen vorbei ging konnte sie ihre begeisterten Ausrufe hören. Wie beeindruckt sie gewesen sind. Wie wunderschön die Kräfte der beiden gewesen sind. Alice konnte regelrecht spüren wie die Furcht und Autorität gegenüber des Rates aus ihnen entwich.

      Draußen, fort von den Blicken, fort von den Stimmen konnte sie schließlich nicht mehr an sich halten. Schreien schleuderte sie ihre Arme von sich, sog alle Feuchtigkeit aus der Luft zusammen und ließ sie in der Luft weit über sich explodieren, was einen kurzen Regenschauer auslöste. Ihre Haare hingen ihr ins Gesicht und ihr Atem ging schwer. Du hast noch viel zu lernen, mein Kind, vernahm sie das Echo ihrer Großmutter noch immer in ihrem Kopf. „Verdammt!“ Sie fuhr sich mit beiden Händen in die Haare und versuchte alles, um zur Ruhe zu kommen. Verdammt, verdammt, verdammt! Sie musste etwas tun. Dringend. Sie durfte diese Gefahr nicht unbeachtet lassen. Sie musste sie auslöschen, dafür sorgen dass sie ihr kein Dorn im Auge werden würden.

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    • Anastasia Petrowa

      Endlich war es soweit, Anastasia musste nur noch die Zeremonie hinter sich bringen, dann würde sie offiziell Teil des Zirkels sein, teil einer Schwesternschaft, welche sie vor ihren eigenen Kräften beschützen können würde, denn noch immer hatte sie den Geruch von Rauch und Brand in ihrer Nase und die Panik stieg wieder in ihr auf, wenn sie nur daran dachte, dass ihre Eltern und alle anderen Bewohner des Hauses hätten sterben können. Nur wegen ihr. Und da die Flammen sie zu meiden schienen, ihr nichts getan hatten, obwohl sie mitten drinnen war, wäre sie nicht einmal selbst durch ihren eigenen Fehler umgekommen.
      Es hatte ewig gebraucht, ihren Eltern zu erklären, dass ihre neue Existenz als Hexe nicht bedeutete, dass sie Jahre lang den Teufel angebetete hatte, oder welche anderen schrecklichen Vorurteile in den Köpfen ihrer Eltern gehaftet hatten. Es war schwer gewesen, dafür zu Sorgen dass sie es akzeptierten und obwohl sie sich mittlerweile beruhigt hatten, glaubte Anastasia noch immer, dass nicht in der Lage waren es einfach so zu akzeptieren.
      Wer wäre das schon? Hätte ihr jemand vor dem großen Brand erzählt, dass sie in der Lage wäre Feuer aus dem Nichts entstehen zu lassen, hätte sie diese Person ausgelacht und gar zum Psychiater geschickt. Doch es war echt. Viel zu echt.
      Und nur kurze Zeit später hatte die junge Frau akzeptieren müssen, dass sie eine Hexe war, dass sie unter den gewöhnlichen Menschen lebten, sich in Geheimnistuerei und Unsichtbarkeit hüllten.
      Sie durfte nicht einmal ihren Bruder etwas davon erzählen, nicht ihren Freunden, niemanden, obwohl sie wirklich jemanden gebrauchen könnte, um darüber zu reden.
      Jemanden der sie verstand und kannte und niemand von diesen Frauen, die sich einzig für ihre Kräfte zu interessieren schienen.
      Es hatte sie etwas an Überwindung gekostet, bis die Rothaarige in der Lage gewesen war das Feuer vor aller Augen zu entfachen, aus Angst, es könnte wieder außer Kontrolle geraten, auch wenn man ihr versichert hatte, das für alle Sicherheitsvorkehrungen gesorgt war.
      Und doch hatte es nicht gereicht. Und doch verzehrte das Feuer selbst die Sicherheitskugel um sie herum. Umso dankbarer war sie, als eine alte Frau ihr Chaos wieder in Ordnung brachte und ihre Flammen gar in eine Perle schloss, welche ihr überreicht worden war.
      Alleine die von dieser ausgehenden Wärme zeigte, dass es tatsächlich mehr als eine Perle war.
      „Danke ihnen. Ich hoffe auch sehr hier etwas lernen zu können.“, schenkte sie der fremden ein dankbares Lächeln. Desto schneller sie lernte diese Kräfte zu kontrollieren, desto sicherer würde sie sich fühlen. Dabei hatte Anastasia nie darum gebeten eine Hexe zu werden.
      Sie wollte immer nur eine Anwältin werden.

      Mira Kusaragi

      „... den Ältesten scheint das ganze so gar nicht zu gefallen. Die beiden werden es sicher nicht einfach haben.“, gesellte sich Mira neben Katarina, nachdem Alice weg gestürmt war und beugte sich neugierig über das Geländer, um einen besseren Blick erhaschen zu können.
      Die Intrigen des Rates könnten sie nicht weniger Interessieren, Macht war nichts weiter als ein Trugbild, mit dem sie nichts zu tun haben wollte, auch wenn das ihre Familie in eine sehr heikle Position setzte. Früher oder später hätten die Kusaragis sowieso ihren Platz verloren, wenn sie nicht mit einem Mal ihre Kräfte zurückbekommen würden.
      Nein, was sie Interessierte war die Antwort auf die Frage, wie zwei namenlose Hexen mit solchen Kräften geboren hatten sein können, noch dazu als erste Generation, aus einer Wissenschaftlichen Perspektive. Mag sein, dass ihr Zirkel bereits seit gefühlten Ewigkeiten existierte, doch waren ihre Kräfte noch reichlich unerforscht, da jeder sie für sich selber behielt und Wissenschaft für die meisten Hexen ein Fremdwort waren.

      Kiria Smithen

      „Das ist... unmöglich!“, hörte Kiria ihre Mutter Wuterbost von sich geben. Natürlich gefiel diese Situation dem derzeitigen Oberhaupt der Smithen Familie nicht, sicherlich hatte sie zahlreiche Pläne im Hintergrund, welche alleine durch die Existenz der beiden neuen durcheinander gerieten, doch Kiria hätte am liebsten gar nichts damit zu tun gehabt.
      Als mit einem Mal sich die Stimmung ihrer Mutter zu ändern schien und der wütenden Ausdruck einem schiefen Lächeln wich.
      „Andererseits könnte das unsere Chance sein... ich habe gehört die beiden Mädchen werden die selbe Universität wie du besuchen, mein Engel? Wieso ergreifst du nicht die Chance und freundest dich mit den beiden Mädchen an? Wenn sie tatsächlich in den Rat aufsteigen, könnte uns das nützen.“, hob die junge Frau mit dem pinken Haar ihren Blick fragend auf ihre Mutter richtend. Meinte sie das ernst? Sie sollte sich mit ihnen anfreunden, nur um sie in Zukunft auszunutzen? Zu gerne hätte sie sich geweigert, aber Kiria wusste, dass das bei ihrer Mutter nicht funktionierte.
      Und eine ihrer Wutausbrüche wollte sie nicht ertragen.
      „Ja, Mutter.“, seufzte sie nur, wodurch diese sie groß lobte und in den Arm zog, doch auch das war nichts weiter als eine ihrer Maschen, um die junge Hexe auf emotionaler Ebene zu manipulieren. Sie wusste es. Es war nicht das erste Mal.
      Dennoch blieb ihr Blick auf dem blonden Mädchen hängen, sie wirkte unglaublich niedlich. Kiria war vielleicht nicht bereit in die Hände ihrer Mutter zu spielen, doch Freunde machte sie sich gerne und das Mädchen wirkte, als könnte sie eine gebrauchen.

      „Hey! Das war wirklich fantastischwas du da vollbracht hast! Willkommen in unserem Zirkel, ich bin Kiria Smithen, wie ist dein Name? Es muss dich sicherlich alles noch überfordern, aber keine Sorge, wenn du Fragen hast, kannst du sie mir nur zu gerne stellen! Sag mal, woher hast du dies ultra stylische Jacke? Und ich liebe deine Frisur! Wobei...“, ging Kiria ein paar Schritte zurück, nachdem sie sich bei dem blonden Neuling vorgestellt hatte, gab ihr nicht einmal die Chance etwas auf ihre Worte zu erwidern, um die Neuhexe besser betrachten zu könne.
      Mit einem nachdenklichen Ausdruck und ihrer Hand unter dem Kind, betrachtete sie die Blonde, ehe sie lächelte und kurz mit ihrem Finger schnippte, um in ihrem Haar ein paar hübsche Haarklammern erscheinen zu lassen, ehe sie einen Taschenspiegel aus ihrer Jacke kramte und der noch Fremde vor hielt.
      „Schau mal! Ich finde die könnten zu dir passen, ich habe welche daheim, was meinst du dazu?“, schlug sie ihr sogleich vor, wobei der Schmuck in ihrem Haar nichts weiter als eine Illusion war, welche bei der kleinsten Berührung verschwinden würde.

      Mary Grace

      Mit einem sanften Lächeln auf den Lippen hielt die junge Hexe, welche das gesamte Spektakel in einer Katzenform betrachtete hatte und so freundlich war ihr ihren Moment zu lassen, zu warten, bis ein guter Punkt sich einzumischen eingetroffen war, Alice ihre Jacke entgegen, mit der Intention dass sie diese als Handtuch verwenden könnte.
      Grace selber verstand die ganze Aufregung nicht, war es nicht gut, mächtige Hexen auf ihrer Seite zu haben? Wieso freuten sich die Mitglieder des Rates nicht darüber?
    • Georgina Dumas
      Es war alles noch immer ein bisschen surreal. Das alles fühlte sich nur an wie die Erweiterung eines sehr, sehr langen Traumes aus dem es einfach kein Erwachen gab. Nicht nur, dass eine Frau, dessen Schlaf Georgina infiltriert hat sie in flagranti erwischt hat und sie daraufhin über ihre Fähigkeiten aufgeklärt hat. Sie wurde einzig in ihrem Traum zu diesem Ort eingeladen und die junge Frau war blauäugig und unwissend was sie zu erwarten hatte der Instruktion gefolgt. Als sie die große Halle betreten hatte war Georgina fast wieder dabei sich umzudrehen und kehrt zu machen. Das ganze wirkte nicht unbedingt… vertrauenserweckend. Doch ein vertrautes Gesicht hielt sie davon ab einfach wieder zu gehen. Das flammend rote Haar würde sie mit Leichtigkeit in jeder Menge wiedererkennen. Georgina wusste, dass Anastasia bereits als Kind eine Schönheit gewesen ist. Doch sie als Erwachsene zu sehen hat ihr für einen Moment die Sprache verschlagen. Und auch dieser Zufall fühlte sich so surreal an. Zu fantastisch um wahr zu sein.
      Die schöne Russin schien sie gar nicht wirklich zu bemerken vor Anspannung und Georgina verstand auch schnell warum, als es plötzlich heiß wurde. Vor ihren Augen erschien ein bemerkenswerter Feuerball und Georgina schnappte erschrocken nach Luft. „Wow…“, nuschelte sie in Ehrfurcht. Und so schnell wie die Flammen aufgetaucht waren, so schnell verschwanden sie auch wieder und Anastasia wurde von einer älteren Dame angesprochen. „Hey, Ana-…“ Georgina wollte sie ansprechen, doch wurde sie von ihrer eigenen Prüfung aufgehalten und die Dame zog die rot-haarige bei Seite. Bedauernd sah sie ihr hinterher. Sie würden bestimmt noch einmal die Möglichkeit haben sich zu unterhalten. Sie hatten eine Menge aufzuholen. Wie lange ist es her gewesen? Sicherlich zehn Jahre. Oder zwölf? Georgina hatte gar nicht bemerkt was sie da mit ihren Fähigkeiten tat, als sie aufgrund der Freude des Wiedersehens wegen in ihre Grübeleien verfiel.
      Sie wusste noch, dass sie zusammen auf dem Straßenfest gewesen sind. Georgina betrachtete mit leuchtenden Augen, wie ihre Erinnerung wieder zum Leben erwachte. Sie fügte die Musik ein, da kamen Orchester die Straße entlang und sie und Anastasia saßen bei ihren Vätern auf den Schultern. Auch sind sie einmal zusammen in den Bergen gewesen. Georgina radierte die Stadt einfach weg und erschuf stattdessen den Ausblick aus ihrer Erinnerung. Den Duft des taufrischen Grases und dem Gefühl der frischen Brise. Das war… Mit einem Mal platzte die Blase und Georgina zuckte erschrocken zusammen, sich wieder daran erinnernd wo und warum sie hier gewesen ist. „Das soll genügen“, sagte die ältere Frau, die ihr diese Leinwand geschaffen hatte. Unsicher blinzelte die Blondine. „O…okey? Habe ich es geschafft?“ Die Frau seufzte schwer und nickte, ehe sie sie mit einer kuschenden Handbewegung wegschickte um mit den anderen weiterzumachen, die noch warteten. Ein bisschen verloren stolperte Georgina in Richtung Tribünen, wo Anastasia hin verschwunden war, als ihr beinahe jemand in die Arme stolperte.
      Die Frau mit den rosa Haaren fing sofort an auf sie einzureden und erschrocken wie ein angeleuchtetes Reh stand sie da, nicht wirklich wissend was sie jetzt tun sollte. Sie öffnete den Mund, um zu antworten, kam allerdings nicht dazu, schon wurde ihr ein Spiegel hingehalten und instinktiv fasste Georgina nach ihren Haaren, als sie die unbekannten Klammern sah, sie daraufhin allerdings direkt verschwanden. „W…wow!“, sagte sie erneut und schaute von ihrer Hand und wieder zu ihrem Spiegelbild. Und damit sah sie schließlich wieder zu dem Mädchen. „Ähm…“ Georgina lächelte verlegen und hielt ihr die Hand hin. „Hi, ich bin Georgina Dumas.“ Sie hoffte sich nicht allzu dumm anzustellen mit ihrem ersten Eindruck. Unschlüssig spielte sie ein bisschen an den Ärmeln ihrer Jacke herum und wusste nicht recht was sie tun oder sagen sollte. Eigentlich wollte sie nach Anastasia suchen. Sie strich sich die Haar hinters Ohr. „Ich bin wirklich noch ein bisschen durcheinander. Ich… versteh nicht wirklich was hier passiert. Habe ich geschafft… was ich schaffen sollte? Was bedeutet das alles hier? Und ehm…“ Sie räusperte sich und nickte unschlüssig die Brauen zusammen ziehend. Georgina fiel auf, dass sie nicht mehr rauf, sondern runter auf den Boden schaute und führte ihre Augen schnell zu dem Mädchen ihr gegenüber. „Es freut mich… hier zu sein?“

      „Alice“ Kuchiki
      Noch immer gefangen in ihren Ängsten, in ihren Unsicherheiten und dem unglaublichen Gefühl versagt zu haben, riss sie ihren Kopf hoch, als ihr bewusst wurde, dass sie nicht alleine gewesen ist. Kalt sah sie Mary an und richtete keinerlei Aufmerksamkeit der ihr hingehaltenen Jacke zu. Ihr Atem ging noch immer schwer und mit einem Mal riss sie sich zusammen. Es war beinahe als würde sie ihre Emotionen ausschalten und schenkte der Brünetten ein falsches, kaltes und fahles Lächeln. Sie zog jeden einzelnen Wassertropfen aus ihrem Haar und ihrer Kleidung und schoss sie neben sich auf den Boden. „Stimmt etwas nicht, Mary? Du verhältst dich sonderbarer als sonst.“ Alice fuhr sich erneut mit beiden Händen durch die Haare und richtete somit mit ihren Fingern ein bisschen die abstehenden Strähnen. „Geh wieder rein. Niemandem wird es gefallen, dass du dich schon wieder in deiner Tierform herausgeschlichen hat.“ Sie machte eine wegscheuchende Handbewegung, drehte sich aber als erstes einfach wieder herum, um zurück reinzugehen. Sie war so schrecklich durcheinander, dass ihr Kopf dröhnte. Sie wusste nicht wohin mit sich. Am liebten wäre sie jetzt einfach gegangen, hätte sich auf den Sportplatz der Universität verzogen und wäre Runden gelaufen, bis ihr jeder Muskel zu sehr brannte, um auch nur einen einzigen Gedanken wahrzunehmen.
      Doch sie durfte nicht noch mehr ihr Gesicht verlieren. Nicht noch mehr Hexen sehen lassen was in ihr vorging. Katarina und Mary reichten ohnehin für zwanzig. Sie ging zurück zu der kleinen Loge, die nur für die gehobenen Mitglieder gedacht gewesen ist. Nur für Ratsmitglieder. Und doch erblickte sie dort noch immer bei ihrer Großmutter die flammend roten Locken. Ihre Kehle schnürte sich zu und sie schluckte schwer, ehe sie bei ihr ankam. „Hallo“, grüßte sie die Neue mit kalter Höflichkeit. „Mein Name ist Alice Kuchiki. Ich-…“ Sie wurde unterbrochen von ihrer Großmutter, die unzufrieden die Zunge schnalzte. „Wer um alles in der Welt ist Alice?! Möchtest du dich lustig machen über den Namen, der dir gegeben wurde?“ Die schwarz-haarige fühlte wie ihr die Luft aus den Lungen gepresst wurde und lächelte nur noch breiter und angespannter. „Verzeihung. Kuchiki Arisu ist mein Name. Ich repräsentiere unsere Altersgruppe im Zirkel. Bitte, wende dich sogleich an mich sollte-…“
      „Sie wird deine Universität besuchen.“ Alice wendete sich mechanisch zu ihrer Großmutter. „Wie bitte?“ Die alte Frau nickte. „Ich werde es finanzieren. Dafür verlange ich, dass du jeden Tag nach der Schule zu mir kommst. Dein Training beginnt morgen, je schneller du deine Kräfte unter Kontrolle hats, desto eher wirst du wieder ruhig schlafen können.“ Die alte Frau schenkte ihr ein halbes Lächeln mit einem verschmitzten Ausdruck in den Augen. „Ich erinnere mich noch gut daran. Das Feuer ist ein sehr starkes Element. Und es sucht sich seine Herrin weise aus. Nur die stärksten Hexen sind in der Lage es zu bändigen.“ Ein anerkennendes Pfeifen ertönte hinter der rot-haarigen und Katarina legte einen Arm um das Mädchen. „Sponsored by Kuchiki, huh? Nicht schlecht, nicht schlecht. Bist ja ein richtiger Star!“ Überdramatisch hob sie die Hände in die Höhe und schenkte ihr ein schiefes Grinsen. „Kann man dich noch anfassen, oder bist du bereits zu cool für uns?“ Ihre Antwort nicht abwartend stützte sie einfach ihren Arm auf ihre Schulter und lehnte sich gegen das Mädchen. Mit ihren großen Plateauschuhen überragte Katarina sie um ein ganzes Stück. „Katarina Lewrova. War das so abgesprochen mit dir und deinen Haaren? Hast du sie dir gefärbt, als du das mit dem Feuer herausgefunden hast, oder ist das Natur? Bei dir ist alles so… stimmig. Du bist wie ein gut designtes Maskottchen. Gerade zu dafür gemacht, um angesehen zu werden.“ Katarina schaute mit unglaublichem Genuss Alice ins Gesicht, während sie weiter sprach. „Nicht wahr…“, sie drehte den Kopf zu Alices Großmutter, „Großmütterchen?“
      Die schwarz-haarige konnte nur tief einatmen. Sie spürte deutlich wie ihr das Herz herausgerissen wurde und sie schaffte es nicht jemandem von den Anwesenden ins Gesicht zu sehen. Die alte Frau schlug Katarina mit ihrem Stock gegen den Hinterkopf. „Verdirb sie nicht! Endlich jemand mit dem ich arbeiten kann. Wenn ich fertig mit ihr bin wird sie sogar meine Kräfte übersteigen. Fürchte dich nur nicht davor. Wenn du dich vor den Flammen fürchtest, werden sie dich verschlingen.“ War es das, was Alice tun musste? Musste sie diesem Eindringling die Angst mit dem Feuer zu spielen nur stark genug einbläuen? Nichts leichter als das. Mit einem Mal wurde ihr Lächeln ein wenig wärmer und sie nahm sich einfach die Hände des Mädchens, den unfassbaren Abwehrmechanismus dagegen herunter würgend. „Herzlich Willkommen in unserem Zirkel. Du bist jetzt sicher.“
    • Anastasia Petrowa

      Die Rothaarige konnte sich nicht glücklicher schätzen, sogleich eine Lehrmeisterin gefunden zu haben, vor allem nachdem sie erfuhr, dass Feuerkräfte eine Seltenheit waren, selbst unter den Hexen und sie Glück hatte, dass überhaupt eine erfahrenere Hexe existiert, während sie noch lebte.
      Während sie sich mit der alten Frau unterhielt, vernahm sie das die Musik des Orchesters und von Nostalgie gepackt drehte sie sich verwirrt hinunter zu dem Mädchen, welches als nächstes ihre Kräfte vor aller Augen zeigte, denn sie kannte diese Musik, sie kannte gar diesen Ort, sie kannte... sich selbst?!
      Verwirrt sah sie von der alten Hexe ab und begab sich an das Geländer, blickte hinunter auf ihr kleines Ich, welches gemeinsam mit ihrem Vater, ihrer damaligen besten Freundin Georgina und ihrem Vater durch die Straßen des Festes tummelten, wie sie es vor vielen Jahren getan hatten und erst dann erkannte sie eine junge Frau, welche ihrem kleinen Ich kaum ähnlicher sein konnte.
      Sie hatten sich ewig nicht mehr gesehen, nachdem Anastasia mit ihrer Familie hatte umziehen müssen, aufgrund des Jobs ihres Vaters und nun trafen sie sich wieder? Auf diese Art und Weise?
      Lächelnd hob die Rothaarige ihre Hand um dem blonden Mädchen zuzuwinken, doch da wurde ihre Aufmerksamkeit auch schon wieder von der alten Hexe auf sich gezogen und sie konnte kaum das Angebot glauben, welches ihr unterbreitet wurde.
      Sie hatte der alten Frau erzählt, dass es eigentlich ihr Wunsch gewesen war Anwältin zu werden, sie wollte nie eine Hexe werden, und in der kurzen Zeit, in welcher sie von der Musik abgelenkt worden war, schien die Fremde sich dazu entschieden zu haben ihr ein Angebot zu unterbreiten, dass sie kaum hätte ausschlagen können.
      Einen Platz in einer renommierten Universität, dass sie sich auf normalem Wege wohl kaum hätte Leisten und gar nur viel Glück erarbeiten können, samt Stipendium und die Rothaarige konnte ihr Glück gar nicht glauben. Offensichtlich hatte es sich doch gelohnt zur Hexe zu werden, denn eine solche Chance würde sie wohl kein zweites Mal erhalten.
      Anastasia erkundigte sich gerade nach den Details, immerhin wollte sie keinen großen Kredit aufnehmen, denn sie später bezahlen würde müssen oder sich auf andere Art und Weise hinters Licht führen lassen, obwohl die alte Frau unglaublich freundlich wirkte, als sich eine Schwarzhaarige in das Gespräch einmischte, welche wohl im selben Alter wie sie sein musste.
      Doch bevor die Rothaarige auch nur etwas entgegnen konnte, wurde Alice, wie sie sich zuerst vorstellte, immer wieder von der alten Hexe unterbrochen und es wurde schnell klar, dass die beiden verwandt sein mussten. Auch wenn es sie überrascht, wie viel unfreundlicher die alte Frau zu der Schwarzhaarigen zu sein schien, obwohl sie doch recht freundlich wirkte.
      Sie konnte nicht einmal das Angebot annehmen, als sich eine weitere Person einmischte und obwohl Anastasia immerzu schnell reagieren konnte, war sie in diesem Moment doch schlicht und einfach etwas überfordert mit der ganzen Aufmerksamkeit, die sie mit einem Mal bekam.
      „Nun, meine Haare sind tatsächlich von Natur aus rot...“, konnte sie nur noch sagen, ehe sich die alte Frau wieder einmischte und letztendlich verstand Anastasia, das sie hier unglaublich viel zu sagen haben musste.
      Sie sollte sich nicht vor den Flammen fürchten? Nachdem sie fast ihre Eltern daran verloren hatte? Es würde schwer werden damit vollkommen im reinen zu sein, aber wenn sie dadurch zukünftige Katastrophen verhindern konnte, dann war sie bereit daran zu arbeiten. Sie musste nur fest daran glauben und sich ein bisschen anstrengen, dann würde das schon werden, da war sich Anastasia sicher!
      „Danke, freut mich, hier so freundlich aufgenommen zu werden. Ah, mein Name ist übrigens Anastasia Petrowa.“, stellte sie sich letztendlich vor, da sie nicht unhöflich sein wollte und Anastasia begann sich wirklich hier wohl zu fühlen.
      Ob Georgina sie ebenfalls gesehen und erkannt hatte? Die Russin hoffte doch, dass sie noch bleiben würde, bis sie von hier weg und sie suchen konnte. Wer wusste ob sie eine solche Chance noch einmal bekommen könnte?
      Doch zuerst... „Ich würde ihr Angebot gerne annehmen, ich freue mich schon auf das Studium und darauf von ihnen zu lernen... Frau Kuchiki? Oder möchten sie anders genannt werden?“

      Kiria Smithen

      Das Lächeln der pinkhaarigen wurde etwas breiter, man war die kleine goldig! Und so unglaublich niedlich! Wenn sie nicht Angst haben müsste sie damit zu verscheuchen, hätte sie sie am liebsten in den Arm genommen!
      „Aber du weißt, dass du eine Hexe bist, oder?“, erkundigte sie sich, die Hand des Mädchens ergreifend, bei ihrer Verwirrtheit unsicher, was und ob man ihr überhaupt irgendetwas erzählt hatte.
      „Wir befinden uns gerade mitten in einem Ritual, einer Zeremonie um die Kräfte der Junghexen zu messen, je nach Art und Stärke deiner Fähigkeiten wird dann fest gelegt, wie du dem Zirkel dienen kannst, hier beschützen und helfen wir uns alle Gegenseitig, doch bis du deinen eigenen Beitragen leisten müssen wirst, wird es wohl noch etwas dauern, so verwirrt wie du bist. Du deinem Glück leben wir momentan in friedlichen Zeiten, es gab bereits seit Jahrhunderten keine Hexenjagden mehr! Oh! Du wirst übrigens fantastisch! Wie ich bereits gesagt habe. So mächtig wie deine Kräfte sind könntest du es eines Tages in den Rat schaffen! Oh und...“, wollte Kiria gar nicht mehr aufhören auf das arme Ding einzureden und es schien, als bräuchte sie zwischen ihren zahlreichen, viel zu langen Sätzen und Anhäufungen von Informationen gar nicht erst nach Luft zu holen.
      „Du überforderst sie.“, stellte eine monotone Stimme fest und erst jetzt bemerkte die sportliche Frau, dass sich die stumme Mira zu ihnen gesellt hatte und es wirkte, als wäre ihr jedes einzelne Wort zu fiel.
      „Mit deinen Kräften könntest du jetzt schon meine Großmutter aus dem Rat verjagen. Aber dafür wirkst du zu dumm.“, stellte die Weißhaarige ohne Blatt vor den Mund fest und betrachtete die Blonde mit schief gelegtem Kopf, ihren ständigen Begleiter im Arm haltend, ohne den sie kaum aus dem Haus ging.
      „Hey, Mira! Sei doch nicht so gemein zu ihr!“, beschwerte sich Kiria sogleich und stellte sich hinter Georgina, um diese von hinten zu umarmen und sie an sich zu drücken, als könne sie sie dadurch vor den gemeinen Worten der Brillenträgerin schützen.
      „Gemein...? Ich sage doch nur die Wahrheit?“, verstand diese jedoch nicht recht, was schlimm an ihrer Aussage gewesen sein sollte. Wie überaus anstrengend.
    • Georgina Dumas
      Es fiel ihr so unglaublich schwer der enthusiastischen jungen Frau zu folgen. Nicht nur, dass sie so schnell sprach, sie betonte ihre Begeisterung auch in größtem Maße. Das war zwar eine Eigenschaft, die Georgina durch und durch als bemerkenswert und positiv empfand! Doch in ihrer spezifischen Situation machte es dacht ganze doch schwer… Fragen zu stellen. Dennoch gab sie ihr bestes, wenn man ihr auch ansehen mochte, dass das mehr schlecht als recht funktionierte. „Ja… Hexen, das…“ Das hatte sie in der Theorie verstanden. Allerdings auch wirklich nur in der Theorie. Die Praxis wollte nicht ganz folgen. Sie hatte eben erst gesehen, wie Anastasia einen Feuerball aus dem Nichts erschaffen hatte. Und Kiria hat mit Leichtigkeit eine Illusion an Georginas eigenem Körper erschaffen und es hat verblüffend echt ausgesehen. Da waren die Specialeffekte in Filmen gar nichts gegen. „Ich glaube nicht dass ich irgendwie dienen ka-…“ da sprach das Mädchen auch schon weiter. Rat? Welcher Rat? Langsam begann ihr Kopf zu schmerzen vor der Überflutung an Informationen und da kam auch eine weitere Person dazu. Georgina schaffte es gerade, sie richtig wahrzunehmen und ihr außergewöhnliches Äußeres zu bewundern, als sie auch schon von hinten umarmt wurde.
      Erschrocken drehte die Blonde sich leicht herum und stolperte etwas aufgrund der unerwarteten Körperhaltung. Erst jetzt wurde ihr wirklich bewusst, was sie da gesagt hat. „M-moment mal, nein, nein!“ Sie nahm Kirias Hände und löste sich selbst aus der Umarmung, ihre Hände für einen Moment im Griff behaltend, sich vor sie und diese Mira stellend. „Ich möchte niemandem einen Platz wegnehmen? Ich…“ Sie deutete auf die Arena hinter sich. „Ich verstehe noch nicht recht was hier überhaupt vor sich geht, aber ich kann euch garantieren, dass ich bestimmt nicht mächtig bin. Ich hüpfe doch nur ein bisschen durch Träume… Bis vor ein paar Tagen habe ich nicht einmal gewusst, dass das… tatsächlich passiert und ich mir das nicht einfach nur zusammen spinne.“ Sie hob ein wenig abwehrend ihre Hände. „Eine Dame, in dessen Traum ich gelandet bin hat mich darum gebeten hier dran teilzunehmen und mir das… gröbste erklärt denke ich. Aber ich bin nicht hier um irgendwem Schwierigkeiten zu machen.“
      Georgina hörte sich selbst sprechen und fuhr sich beinahe ein bisschen schuldbewusst in den Nacken. „Tut… Tut mir echt leid ich möchte das alles nicht klein reden oder dergleichen. Es ehm… tut mir leid, dass ich so… unwissend bin?“ Sie hat ja nicht geahnt wie groß dieses ganze Unterfangen gewesen ist. Ja eigentlich hat sie nicht einmal irgendeine Erwartungshaltung gehabt außer, dass sie letzten Endes doch einfach nur irgendwas witziges geträumt hatte und eine Story hätte, die sie ihren Freunden erzählen könnte. Etwas, das „typisch“ für sie gewesen ist. Schaut euch Georgina an, die der Einladung eines Traumcharakters folgt hahaha. Nun zu hören, dass sie mächtig sein soll, irgendwo aufsteigen könnte oder noch schlimmer; jemand anderes verjagen, implizierte eine plötzliche und sehr reale Form der Konfrontation, auf die sie schlichtweg nicht vorbereitet gewesen ist.

      Katarina Lewrova
      Oh welch unglaublichen Spaß sie daran hatte die sonst so perfekte Alice so schwitzen zu sehen. Es war für alle, die sie länger kannten entsetzlich offensichtlich wie sehr sie mit sich selbst um ihre Fassung ringen musste. Und Katarina kippte nur zu gerne Öl ins wortwörtliche Feuer. Dabei lauschte sie ein bisschen auf, als die Feuerhexe ihren Namen sagte und besah sie sich genauer. „Russin?“, fragte sie sofort und wechselte bei einem bestätigenden Blick sofort mit einem breiten Grinsen ins Russische. „Sag bloß! Hah! Endlich habe ich eine Kameradin!“ Sie hielt ihr ihre Faust hin zum einschlagen. Russen in Kanada waren nicht unbedingt selten. Doch Russen in ihrem Zirkel dafür umso mehr. Katarina hatte länger schon die Vermutung, dass sie einen geheimen eigenen Zirkel haben mussten. Doch nun musste sie sich nicht mehr damit befassen diesen ausfindig zu machen.
      „Hach, was für eine Freude! Du hast Mira“, sagte sie zu Alice und winkte ab. „Mit ihr kannst du dich immer über eure Traditionen und den ganzen Mist austauschen. Die gehört jetzt mir.“, streckte sie ihr die Zunge raus. Und Alice blieb still, bis ihre Großmutter sich wegdrehte, um mit ihrer Tochter zu sprechen. Erst jetzt schien sie einen tiefen Atemzug zu machen und lächelte noch immer ganz wie einstudiert. „Wie schön. Es ist für uns ein Geschenk Hexen aus den unterschiedlichsten kulturellen Kreisen begrüßen zu dürfen. Wir haben das Glück, dass sich viele verschiedene Nationalitäten in unserer Schwesternschaft befinden. Ich hoffe du wirst keinerlei Schwierigkeiten haben dich hier einzufinden.“ Katarina grinste aufgrund der geheuchelten Freundlichkeit. Immer die Vorzeigeschülerin vor der Großmutter. Mit einem Schlag driftete Katarina ein bisschen ab und betrachtete eine Version vor ihrem inneren Auge von Trudi, die die kleine Gruppe aus der Ferne beobachtete und die schwarz-haarige riss sich los, um in die Richtung zu sehen. „Komm raus, kleine Stalkerin!“ Erst nach einer Weile erhob sich Trudi langsam aus ihrem Versteck. „Ich wollte nicht lauschen!“ - „Awww~ Weißt du, normalerweise lauscht man in solchen Momenten nicht, Cupcake.“, konterte Katarina mit hochgezogener Augenbraue und die Blondine mit den langen Haaren kam schließlich zu ihnen drei.
      „Ich war nur so neugierig!“ Sie wendete sich direkt an Anastasia mit strahlenden Augen. „Du warst so gut! Wir hatten noch nie eine andere Feuerhexe. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt ob du warm bist! Also so super warm! Wegen dem Feuer.“ Neugierig streckte sie den Finger aus und berührte das Mädchen an der Hand. Sie quietschte leicht auf vor Vergnügen. „Sie ist warm! Aber nicht so super heiß wie ich dachte sondern… warm!“ Sie nahm sich glücklich Anastasias Hände und legte sie sich einfach selbst an die Wangen und seufzte wohlig auf. Alice wendete den Blick ab und beherrschte sich mit aller Kraft die sie hatte nicht zu schnauben. „So bitte, lasst das Mädchen doch in Frieden. Das alles muss schwierig genug zu verstehen sein. Auch ohne Hühner wie euch, die ohne Unterlass auf ihren neugewonnen Kräften herumreiten. Habt ihr Angst, dass sie es vergisst?“ Katarina funkelte und umarmte die andere Russin einfach von hinten und legte ihr Kinn auf ihren Kopf. „Aber Alice~ Versteh uns doch! Die letzte Feuerhexe ist deine Großmutter gewesen. Und die davor haben wir nicht mehr erlebt. Das ist ein unglaubliches Event, mit dem wahrlich niemand gerechnet hat. Ich meine. Wasserhexen sind ja wirklich nichts besonderes in eurer Familie!“ Wenn Alice gekonnt hätte, hätte sie Katarina hier und jetzt eine reingehauen. Stattdessen lächelte sie angriffslustig. „Ach? Hat also niemand damit gerechnet? Hast auch du das nicht vorher kommen sehen? Komisch und dabei dachte ich immer du wärst die beste Wahrsagerin deiner Familie. Aber was sollst, mit heißer Luft wird Anastasia sich sicherlich wunderbar anfreunden können.“
      Trudi schaute ganz bedröppelt zwischen den beiden hin und her. „Streitet ihr euch schon wieder?“ Sie sah zu Anastasia und beugte sich weiter zu ihr vor. „Sie streiten sich immer.“, flüsterte sie ihr zu.
    • Anastasia Petrowa

      So viel Aufmerksamkeit war die Rothaarige gar nicht gewöhnt, doch es war eindeutig, dass sie sich hier sicherlich recht gut die ein oder andere Freundin machen könnte, selbst eine weitere Russin war Teil des Zirkels, ob sie ihr Tipps geben könnte wie sie ihren Eltern erklären konnte, dass sie hier keine Satanisten waren oder schlimmeres?
      Lächeln schlug sie mit ihrer Faust ein, als sich bereits ein weiteres Mädchen zu der kleine Gruppe hinzugesellte, eine Feuerhexe musste wirklich etwas besonders sein, wenn sich hier so viele versammelten und einen Blick auf sie erhaschen wollten.
      Mit einem schiefen Lächeln ließ Anastasia zu, das die größere Frau ihre Hände in die ihren nahm und tatsächlich glaubte auch sie, dass ihre Körperwärme gestiegen war, seitdem sie über diese Kräfte verfügte, aber vielleicht bildete sie sich das auch ein.
      Denn bevor sich ihre Fähigkeiten... nun ja... bemerkbar gemacht hatten, musste sie einige Tage mit Fieber kämpfen, als hätte sich die Hitze und die Flammen in ihr aufgestaut, bevor sie ihren Weg nach draußen fanden und ihr eigens Heim in flammen gesetzt hatten.
      Kurz spielte Anastasia mit den Gedanken zu versuchen ihre Handflächen gar aufzuwärmen, ob sie dazu in der Lage gewesen wäre? Doch aus Furcht, sie könnte die Neue verbrennen, tat sie es nicht.
      „Freut mich, dass es dir gefällt.“, gab sie letztendlich belustigt von sich, ehe das Streitgespräch ausbrach und sie glaubte der Blonde sogleich, dass das öfter geschah.
      Offenbar verstanden sich die beiden nicht so recht.
      „Jedenfalls.... es war schön euch kennen zu lernen, aber ich habe noch ein paar Sachen zu erledigen... oder ist das Ritual noch nicht vorbei?“, erkundigte sich Anastasia, sich fragend ob es unhöflich wäre jetzt zu gehen, wobei sie sich eigentlich nur kurz nach Georgina umsehen wollte, ob sie noch da war?

      Mira Kusaragi

      Die beiden jungen Hexen tauschten viel sagende Blicke aus, den keine von beiden konnte sich vorstellen wie jemand nicht den Willen haben könnte ein Teil des Rates werden zu wollen, eine Ehre von der namenlose Hexen schon seit Jahrzehnten träumten, da es ihnen enorm an Entscheidungsmacht fehlte. Was Mira jedoch am meisten nervte, war die Tatsache, dass die blonde sich kleiner machte, als sie eigentlich war. Wenn es etwas gab, was sie noch mehr hasste als bloße Dummheit, war es unnötige Bescheidenheit. Wieso mussten sich Leute immer schlechter reden, als sie eigentlich waren, anstatt zu ihren eigenen Fähigkeiten zu stehen?
      Für die Weißhaarige war es schlicht und einfach unverständlich.
      „Du bist bei weitem die stärkste Traumhexe in unserem Zirkel, glaub mir. Ich habe sie alle einmal besucht, als ich mehr über das Konzept hinter Träumen herausfinden wollte und keine von ihnen kann so einfach den Traum eines anderen kontrollieren wie du es getan hast. Du hast ihn dir geradezu unter den Nagel gerissen, als wäre es dein eigener. Also sag nicht, dass du einfach nur durch ein paar Träume hüpfst!“, gab Mira strenger und genervter von sich, als es wohl eigentlich nötig gewesen wäre, aber sie war auch nicht bereit ihre Gedanken und Gefühle zu verbergen, schon gar nicht um anderer Willen.

      „Aber keine Sorge, es zwingt dich auch keiner dem Rat beizutreten, versprochen.“, gab Kiria stattdessen deutlich freundlichere Worte von sich, sie wusste nur zu gut wie es war zu anderen zu etwas gedrängt zu werden, mit einer manipulierenden Mutter wie der ihren und sie drückte Georginas Hände kurz, in der Hoffnung damit ihr Unbehagen etwas lindern zu können.
      „Außerdem sind wir doch jung! Wir sollten lieber unser Leben genießen, wie wärs, hättest du Lust demnächst mit mir shoppen zu gehen?“, schlug sie ihr voller Vorfreude vor, wobei sie Georgina wohl sowieso einfach mitziehen würde, sobald sich die Chance dazu eröffnen würde.
      Währenddessen schlich sich eine schwarze Katze an die Gruppe an und begann sich schnurrend an die Beine des neune Mädchens zu schmiegen.
    • Georgina Dumas
      Die Blondine spürte sofort, dass sie die kleinere verärgert haben musst und zuckte sacht zusammen, als sie von ihr zusammen gestaucht wurde. Wie von selbst fielen ihre Schultern und ihre Brauen zogen sich entschuldigend und schuldbewusst zusammen. Sie war bei weitem die stärkste Traumhexe? Was bedeutete das überhaupt? Georgina machte doch nur das, was sie sich irgendwie selbst beigebracht hatte ohne überhaupt zu wissen, dass es etwas besonderes gewesen ist. Die ganze Situation fing an ihr schrecklich unangenehm zu werden. Sie wusste nicht, wie sie sich verhalten sollte und ganz offensichtlich machte sie es falsch. Nervös fing sie ein bisschen an an ihren eigenen Fingern herum zu kneten. Erst, als Kiria die Hände des Mädchens nahm, riss Georgina wieder ihren Kopf zu ihr hoch. Ihr war wieder nicht aufgefallen, dass sie angefangen hatte den Blick zu senken. Die wunderschöne Frau mit dem rosanen Haar versuchte sie aufzubauen und mit aller Mühe zwang die Blondine sich zu einem Lächeln.
      Sie schien zu bemerken wie unfassbar unangenehm die Sache ihr gewesen ist und wechselte daher das Thema und lud sie zum shoppen ein. Sofort holte Georgina Luft und schüttelte aus Reflex bereits halb den Kopf. „Ich weiß nicht ob… ähm… ich eine gute Shoppingbegleitung wäre.“ Sie lachte ein bisschen nervös auf und wollte instinktiv einen Schritt nach hinten gehen, um zu flüchten, als sie etwas an ihren Füßen spürte und abrupt inne hielt mit einem erschrockenen Quicken. Sie sah an sich herunter und erkannte die Katze an ihren Beinen und versteinerte geradezu, unfähig sich mit dem Tier am Leib zu bewegen. Georgina hat nie Haustiere gehabt. Da machten fremde Tiere ihr ein bisschen Angst. Sie hatte es bereits geschafft einmal in ein ordentliches Fettnäpfchen zu treten. Sie wollte nicht auch noch jemanden wegen der Katze verärgern.
      Ihre Arme hatte sie an die Seite gepresst und die Hände hielt sie dicht an ihrer Brust. „Ist… Ist das eine von euch?“, fragte sie und deutete mit einem Finger auf das schlanke Tier, das sich regelrecht an sie schmiegte. „Ich- ich glaube ich sollte vielleicht besser gehen. Ich möchte niemandem dieses Spektakel verderben und vielleicht sollte ich mich vorher ein bisschen informieren bevor ich mein Gesicht hier wieder zeige.“ Sie lachte wieder nervös auf, war komplett versteinert und regelrecht verängstigt gegenüber den Fremden. In Gedanken schmiedete sie bereits Pläne, dass sie vielleicht gar nicht wiederkommen sollte. Könnte sie das tun? Sie hat soeben erfahren, dass sie irgendwelche magischen Fähigkeiten hat und diese Mädchen auch alle etwas konnten. Hatte sie dann überhaupt noch eine Chance zu gehen? Oder war das so ein ride or die Szenario weil sie jetzt zu viel wusste? Georgina wurde blass um die Nase bei dem Gedanken. Vielleicht hätte sie der Einladung eines Traumes doch nicht einfach so folgen sollen. War sie dumm? Oh Himmel, sie glaubte wirklich sie war dumm.

      Gertrud Gallagah
      Trudi behielt die Hände der rot-haarigen bei sich und schaute zwischen den Streitenden hin und her, bis alle Blicke wieder auf Anastasia fielen. Tatsächlich war die Blondine die erste, die sofort breit zu strahlen begann. Sie schüttelte den Kopf. „Es läuft noch, es läuft noch! Aber du bist spannender gewesen! Schau!“ Damit zog sie sie an den Händen zu dem Geländer, an dem Alice zuvor gestanden hatte und deutete nach unten auf den Mittelpunkt des Rituals. Gerade ist ein junges Mädchen an der Reihe gewesen, die in ihren Händen ein Blümchen spießen ließ. Trudi fing leise an zu kichern und drehte sich wieder zu Anastasia. „Wir haben dieses Mal viele neue junge Hexen. Mama sagte irgendwas von Shift im Universum und dass deswegen viele neue Kräfte erwachen. Aber so cool wie ihr beide wird bestimmt keine mehr sein! Ihr wart so whusch whusch und whaaa“, fuchtelte sie mit den Händen herum und machte sie authentischen Soundeffekte dazu. „Du musst dir das Trauerspiel nicht mitansehen“, mischte sich Katarina ein und hängte sich einfach an die Schulter der rot-haarigen, ebenfalls hinab sehend. „Unser Zirkel ist schon laange nicht mehr das, was er einmal gewesen ist. Die Neuhexen werden Mal zu Mal schwächer und schwächer. Genauso wie die Erben der ursprünglich großen Familien.“, erklärte sie ihr und setzte ein sadistisches Grinsen auf, ehe sie demonstrativ den Kopf neigte, um Trudi anzusehen.
      „Nicht wahr, Trudi?“ Die Blondine bekam große Augen und ihr Hals wurde trocken. Daran hatte sie heute noch gar nicht gedacht. Sie schob ihre Unterlippe leicht vor und es bildeten sich Tränen in ihren Augen. „Ich… aber…“ Alice stöhnte genervt. „Gut gemacht, musste das sein? Du weißt wie dicht am Wasser Trudi gebaut ist.“ Trudi schniefte und wischte sich schnell die Tränchen weg, ehe sie beinahe pampig, entschlossen wurde. Sie schnappte sich einfach Anastasia. „Hör nicht auf die! Ich kann auch was cooles! Komm, ich will es dir zeigen, schau es dir an! Du kennst bestimmt noch gar nicht viele andere Fähigkeiten!“ - „Hey!“, machte Katarina empört, doch Trudi zog die rot-haarige einfach mit sich mit und führte sie nach draußen, raus aus der Arena. Aufgeregt sah sie sich um. „Ich brauche nur etwas… irgendwas kleines…“, murmelte sie fast ein bisschen nervös. Sie war aufgeregt. Sie wollte das gut machen. Trudi war es eigentlich nicht wichtig was andere von ihr dachten. Doch es verletzte sie, wenn man sie schwach nannte, wenn sie auch selbst wusste, dass sie das gewesen ist.
      „Ah! Da! Das ist perfekt!“, freute sie sich und hielt noch immer Anastasias Hand, während sie sie zu einem Baum zog und einige Eicheln vom Boden aufsammelte. Sie plumpste auf den Boden und winkte die Neuhexe schnell zu sich. „Gib mir einen Moment!“ Damit schloss sie die Hände um die Eicheln und lud sie auf mit ihrer Aufregung und ihrer Vorfreude über Anastasia, die vielleicht sogar ihre neue Freundin werden könnte und schaute dann mit breitem Grinsen zu der rot-haarigen herüber. „Hier!“, sagte sie, „schenke ich dir!“
    • Anastasia Petrowa

      Das blonde Mädchen hatte recht, Anastasia war so abgelenkt gewesen von dem, was um sie herum passiert war, dass sie gar nicht bemerkt hatte, dass das Ritual noch in vollem Gange war – nun, verständlich wenn man bedachte, dass auch die anderen Mädchen kein Interesse daran gehabt zu haben schienen den restlichen neuen Hexen dabei zuzusehen ihre Kräfte zur Schau zu stellen - und die Rothaarige wünschte sich fast schon, sie könnte ein paar hübsche kleine Blümchen zum sprießen bringen, statt Angst davor haben zu müssen versehentlich Häuser und Menschen in Brand zu stecken, wenn sie nicht aufpasste, wie die Hexe dort unten, auf der anderen Seite hätte sich ihr dann wohl kaum eine solche Gelegenheit geboten und Anastasia konnte es noch immer nicht recht glauben.
      Sie würde studieren können, gar Jura studieren, wie sie es sich immer gewünscht hatte und die einzigen Konditionen waren sich den Umgang mit ihren Kräften beibringen zu lassen – worum sie eigentlich sowieso gebeten hätte, sie wollte nicht dass eine solche Katastrophe noch einmal geschah.
      Trudis Gekicher und die Worte der anderen Mädchen rissen die Rothaarige wieder aus ihren Gedanken und sie blickte von einer zur anderen. Die Hexen wurden immer schwächer? Hatte das einen bestimmten Grund? Anastasia verstand diese ganze ihr vollkommen neue Welt noch gar nicht, wusste weder, was hier normal noch was ungewöhnlich war, sie hatte lange genug gebraucht sich damit abzufinden mit einem Mal magische Kräfte zu haben, wie man sie sonst nur aus dem Märchen kannte und es war wirklich schwer mit niemanden, außer den eigenen Eltern, die es genauso weniger verstanden, reden zu können.
      Man hatte ihr nicht einmal erlaubt ihren Bruder einzuweihen, obwohl er doch zur Familie gehörte und die Rothaarige war sich sicher, er hätte ihr ein stückweit ihre Angst vor all dem hier nehmen können, doch zu ihrem Glück schien alles perfekt zu laufen... wenn nicht gar zu perfekt, aber das war nicht der Moment für eine pessimistische Sichtweise, vor allem, da es schlicht und einfach nicht Anastasias Art war. Es würde schon alles gut werden, nicht wahr?
      „Hm? Oh... okay?“, konnte die junge Frau kaum etwas sagen, als sie bereits von den anderen weggezogen wurde und Trudi mit einem Mal begann nach etwas zu suchen.
      Mit schief gelegtem Kopf betrachtete Anastasia die blonde Frau, neugierig darauf, was sie ihr wohl zeigen wollte. War sie gut darin Dinge zu finden? Oder würde sie gar ebenfalls eine hübsche kleine Blume erblühen lassen?
      Doch stattdessen schenkte sie ihrem gegenüber einen verwirrten Blick, als sie ihr einige einfache Eicheln entgegen hielt, mit den strahlenden Worten sie ihr zu schenken. War es das? Eicheln? Aber wo war die... mit einem Mal begannen Anastasias Augen zu glänzen und die Verwunderung wich bald einem breiten Lächeln, welches sich sogleich zu einem freudigen Grinsen entpuppte, als die Gefühle von dem kleinen Geschenk zu der Rothaarigen hinüber schwappten und sie mit Aufregung und Vorfreude füllten, auch wenn Anastasia nicht recht wusste, worauf sie sich da eigentlich freute.
      Es dauerte einige Minuten, in denen sie diese neuen Gefühle genoss, als ihr bewusst wurde, dass das eigentlich gar nicht ihre Gefühle waren, dass all die Angst und die Sorgen ohne ihr zutun verschwunden waren und ihr Blick wandte sich an die Blonde, war sie das gewesen? Konnte sie... Gefühle manipulieren?
      „Das ist... fantastisch!“, lächelte sie breit, noch immer von den Gefühlen des Geschenks gewogen.

      Mary Grace

      Die schwarze Katze blieb sogleich stehen und setzte sich an Ort und Stelle hin, als ihr bewusst wurde, dass Georgina Angst vor ihr zu haben schien. Die Gegenteilige Reaktion von dem, was Grace mit ihrem erscheinen eigentlich erreichen wollte. Das neue Mädchen hatte so unsicher und nervös gewirkt, dass sie sich dachte, eine Katze würde sie vielleicht etwas beruhigen können, wie es oft der Fall war, aber dabei hatte Mary wohl vollkommen vergessen sich zu fragen, ob sie nicht auch hätte Angst vor Katzen haben können.
      Hätte sie sich wohl doch für einen Hund entscheiden sollen?
      Während sie fragend das blonde Mädchen betrachtete, spürte sie mit einem Mal, wie ihr der Boden unter den Füßen genommen wurde, doch das war für eine Katze nichts ungewöhnliches und sie fand sich in Miras Armen wieder, welche begann sie zu streicheln, woraufhin die Katze es sich in ihren Armen gemütlich machte. Sie konnte ein Nickerchen gebrauchen, nun, eigentlich immer.

      Kiria Smithen

      „Alles gut, das ist nur Mary, vor ihr brauchst du wirklich keine Angst zu haben. Und keine Sorge, ich bin mir sicher wir hätten ganz viel Spaß zusammen! Ich bin nämlich eine wundervolle Shoppingbegleitung!“, war die junge Frau mit dem rosa Haar unglaublich stolz auf diese Tatsache, woraufhin die weißhaarige Hexe seufzte und die Katze vom Boden nahm.
      „Eigentlich zerrt sie einen nur mit und zwing einen dazu Sachen anzuprobieren. Wenn du etwas nicht willst, dann musst es schon sagen, sonst versteht es Kiria nicht... wobei, ob sie es dann wirklich versteht...?“, murmelte Mira vor sich hin.
      „Hör gar nicht auf sie! Wir werden ganz ganz ganz sicher ganz viel Spaß haben!“, schmollte Kiria stattdessen, „Wieso tauschen wir nicht Nummern aus? Wenn du Fragen hast kannst du mir jederzeit schreiben oder mich anrufen, ich bin mir sicher Mira macht das auch unglaublich gerne, nicht wahr?“, wandte sie ihren Blick an die Weißhaarige und ihre Stimme wurde zum Ende hin bestimmend.
      „Hm? Nun... kann ich schon machen... denk ich...?“, legte die weißhaarige ihren Kopf schief, nicht sicher ob sie sich mit dem dümmlichen, bescheidenen Mädchen auseinander setzen wollte, aber sie würde auch niemanden, der dazu lernen wollte, verjagen.
    • Georgina Dumas
      Die kleine Katze hieß also Mary? Georgina schaute dabei zu, wie das Mädchen mit dem außergewöhnlichen Kleiderstil das schöne Tier auf den Arm hob. Innerlich applaudierte sie sich selbst dafür, weil sie sich dazu entschieden hatte die Katze nicht anzufassen. Mira schien sie ohnehin nicht zu mögen. Es sich mit ihr auch noch wegen ihrem Haustier zu verscherzen wollte die überforderte junge Frau wirklich nicht riskieren. Kiria schien wirklich ein wenig betroffen von dem Gedanken, dass Georgina nicht mit ihr mitgehen wollen könnte und diesen Gedanken wiederum verkraftete die Blondine nicht. Sie verkniff sich ein Seufzen und zwang sich stattdessen zu einem Lächeln.
      "Ich... bin mir sicher, dass du eine... tolle Shoppingbegleitung bist. Ich meine du... siehst... fantastisch aus!" Unsicher zog Georgina sich an ihrer eigenen Jacke. "Du verstehst deutlich mehr von Mode als ich..." Wie um alles in der Welt waren sie hier hergekommen? Eben noch ging es um das ganze Hexen... Ding! Und jetzt sollte sie mit zum Shoppen kommen? Ist diese Art mitgezogen zu werden nicht irgendwie genau der gleiche Grund aus dem sie jetzt hier gewesen ist? Ihr wurden zwei Telefone hingehalten. Mira auch? Die Blondine riss den Kopf zu ihr hoch. "Ehm... sicher?" Sie hatte sie eben noch dafür getadelt, dass sie nicht offen genug aussprach, wenn sie etwas nicht wollte. Aber irgendwie kam es der neuen Hexe so vor, als würde sie nun das gleiche tun, indem sie die dümmliche und ignorante Fremde um ihre Nummer ersuchte.
      Doch Georgina war viel zu eingeschüchtert, um eine von beiden tatsächlich abzulehnen und tippte ihre Telefonnummer erst in Kirias Handy und anschließend in Miras. "Ich denke ich... sollte vielleicht gehen. Für heute. Wir werden uns... sicherlich... noch mal treffen." Ein wenig peinlich berührt hob sie die Hand für eine Verabschiedung und drehte sich auf dem Absatz herum, um den Weg raus zu suchen. Sie fühlte sich ein bisschen, als würde sie von einem Fettnäpfchen ins nächste treten, da sie nicht verstand was das alles hier überhaupt gewesen ist und welche gesellschaftlichen Regeln für diese... Hexen galten. Der Gedanke, dass diese magischen Dinge eine Realität waren, ging ihr immer noch nicht ganz in den Kopf. Ihre Finger wanderten wie von selbst wieder zu ihrem Kopf, wo Kiria die Spange hat erscheinen lassen. Gehörte Georgina eigentlich wirklich dazu, wenn alles, was sie konnte, sich auf Träume beschränkte?
      Den Kopf schüttelnd versuchte Georgina diese Gedanken für den Moment zu vertreiben. Sich darüber nun den Kopf zu zerbrechen würde nichts bringen. Sie würde sich nur selbst runterziehen, indem sie sich schlecht redete. Ein Lachen riss sie aus den Gedanken und sie blickte auf, zu zwei Mädchen, die auf dem Boden saßen. Sie erkannte sofort Anastasia. Das blonde Mädchen an ihrer Seite war ihr fremd, doch sie beide schienen einen tolle Zeit zu haben. Erleichtert atmete die Blondine auf. Anscheinend ging Ana ein wenig besser mit der ganzen Situation um, als sie selbst. Sie gab sich einen Ruck und trat auf die beiden zu. "Hi!", grüßte sie ihre Freundin aus Kindertagen ein wenig verlegen.
      "Anastasia! Ich... hätte nicht erwartet dich hier zu treffen. Was du da drin getan hast war... unglaublich!", lobte sie die rot-haarige und zeigte hinter sich. Das andere Mädchen begann zu strahlen. "Nicht wahr? Ich finde auch, dass es toll war! Und weißt du was? Sie hat Flammen gemacht aber ihre Hände waren überhaupt nicht heiß!" Sie schnappte sich erneut Anastasias Hände und legte sie sich selbst an die Wangen wie als Beweis für ihre Worte, nicht darauf achtend, dass ihre Präsentation bereits vor einer Stunde gewesen ist. Verlegen lachte Georgina auf. "Das ist... wirklich unglaublich! Hast du hier... schon Freunde gefunden?" Nicht, dass Georgina sich nicht darüber freuen würde! Sie hatte immer schon zu Anastasia aufgesehen. Es fiel ihr gewiss nicht schwer zu verstehen, warum man sie lieben würde. Aber irgendwie kratzte der Gedanke ein bisschen an ihrer Hoffnung, dass sie nicht ganz allein in dieser seltsamen neuen Situation gewesen ist.
    • Anastasia Rostow

      Noch immer von den Wogen der Freude gefüllt, erhob sich die Rothaarige mit einem fröhlichen „Georgie! Wir haben uns lange nicht mehr gesehen!“ und wollte ihre Kindheitsfreundin in die Arme nehmen, sie in eine Umarmung ziehen, doch da zog Trudi bereits ihre Hände an sich und Anastasia blieb etwas verwirrt zurück, während die Wirkung von dem Geschenk langsam ab schwappte, sie mit ihrem eigenen Ich wieder zurück ließ.
      „Hm? Freunde? Nun... ich denke schon, zumindest sind alle sehr nett zu mir, wie du sehen kannst!“, gab die Rothaarige nach kurzem überlegen von sich, ehe sie Trudi einen entschuldigenden Blick zuwandte und ihr sachte ihre Hände wieder entriss, damit sie diese wieder haben konnte. Es war schwer sich mit ihrer ehemaligen besten Freundin zu unterhalten, wenn die Blonde immerzu ihre Hände an ihre Wangen hielt.
      „Wie ist es dir ergangen? Ich habe dich ebenfalls gesehen, das war wirklich unglaublich! Alles hatte so... so unglaublich echt gewirkt, als hätten wir alle eine Zeitreise gemacht! Ich wünschte ich könnte das auch, wenn möglich würde ich gerne tauschen.“, seufzte Anastasia, vollkommen frei redend, wie sie es immer früher mit ihrer besten Freundin getan hatte, ehe ihr der Gedanke kam, dass sie sich sicherlich beide verändert hatten. War es dann wirklich in Ordnung so frei mit Georgie zu reden....? Bedrängte sie sie auch nicht?
      Im nächsten Moment würde sie ihre Worte auch am liebsten wieder zurücknehmen, unmöglich konnte sie ihrer Freundin eine solche Bürde überlassen, sie kannte Georgie. Sie würde noch viel schlechter damit umgehen können, die Macht zu haben Menschen zu töten, wenn sie nicht aufpasste, zumindest kannte sie Georgie so und wenn sie sie so genau ansah, konnte sie ihre Nervosität und ihre Sorge fast schon sehen, weshalb sie ihr ein aufmunterndes Lächeln schenkte und ihre Hände in die ihren nahm.
      „Hey... alles in Ordnung mit dir? Ich meine... wer hätte schon gedacht dass ausgerechnet wir beide hier plötzlich als Hexen landen? Kannst du dir das vorstellen? Dabei hast du mich immer so lieb verteidigt, als ich von den anderen Kindern wegen meiner Haarfarbe aufgezogen wurde, auch wenn es dir wirklich deinen ganzen Mut gekostet hatte und jetzt.... bin ich wohl doch eine Hexe, was? Irgendwie witzig, oder nicht? Jedenfalls, was ich eigentlich sagen will... es freut mich dich wieder zu sehen Georgie, darf ich dich... umarmen?“, erkundigte sie sich bei ihrer ehemaligen besten Freundin, unsicher ob sie noch immer das Mädchen von damals war, dass sie gekannt hatte.
      "Alles ziemlich überwältigend.... nicht wahr?"
    • Georgina Dumas
      Das anfänglich nervöse Lächeln auf ihren Lippen wurde immer aufrichtiger mit jedem Wort, das Anastasia sagte, bis sie schließlich mit leichtem Rotschimmer auf ihren Wangen, zu grinsen begann. Ihr Herz machte einige schnelle Hüpfer und tatsächlich fühlte sie sich nun erstmals ein bisschen stolz auf ihre Darbietung. Verlegen streichelte sie ihren Unterarm und senkte instinktiv ein wenig den Blick. "Ach das... ich meine... Ohne die Hilfe der Dame wäre nichts passiert. Ich fand deine Vorstellung weit aus beeindruckender. Ich hatte als Kind immer schon das Gefühl gehabt dass du... unglaublich willensstark und..." Sie lachte auf. "Ich glaube ich bin immer noch sehr durcheinander von dem ganzen hier."
      Georgina sah ihrer Kindheitsfreundin ins Gesicht und nickte aufgeregt, als sie sich an die ganzen alten Situationen erinnerte. "Das ist wirklich alles so unglaublich. Dabei habe ich meinen Hexenhut und den schrecklichen Halloween Mantel vor langer Zeit schon an den Nagel gehängt. Wenn ich doch nur nicht so vorschnell damit gewesen wäre. Wobei ich eine Einladung zu einem Hexenzirkel auch mehr so mit einem Brief erwartet hätte, den eine Eule übermittelt." Sie selbst merkte, dass sie Unsinn brabbelte. Doch anders konnte sie nicht wirklich mit der ganzen Situation umgehen. Eben noch hatte die Blondine sich überlegt zu gehen und nie wieder hier her zu kommen. Doch nun, mit Anastasia änderte sich die ganze Lage ein wenig wieder. Während bei den anderen Mädchen in ihr ein bisschen der Fluchtreflex reinschlug, wollte sie deutlich lieber wieder von ihrer alten Freundin gemocht werden, als vor der Situation wegzurennen.
      Und es zeigte sich sofort in ihrem erleichterten Strahlen, als sie um eine Umarmung bat. "Selbstverständlich!", kam es schneller von ihren Lippen, als sie darüber nachdenken konnte und fiel ihr bereits in die Arme. Früher ist die rot-haarige ein Stückchen größer gewesen. Doch inzwischen hatte Georgina sie eingeholt, was sie erst jetzt mit einem kurzen Gefühl des Erfolges bemerkte. "Es ist so unglaublich schön dich wiederzusehen. Wie geht es dir und deinen Eltern? Wir wohnen immer noch in unserem alten Haus... Also es ist nicht wirklich sehr alt aber wir haben kein neues. Es ist noch das selbe wie immer!" Nervös kratzte Georgina sich am Hinterkopf. "Himmel entschuldige, dass ich so nervös bin." Sie sammelte sich kurz. "Ich gehe inzwischen an die Uni. Ich studiere soziale Arbeit. Ich glaube das... passt ganz gut zu mir."
      Sie lächelte warm. "Und du? Träumst du immer noch davon Richterin zu sein? Wie in den dramatischen Amerikanischen Serien mit weißer Perücke und dem kleinen Hammer." Georgina erinnerte sich lebhaft daran, wie die beiden Mädchen zusammen früher diese Richtersendungen geschaut haben. Und sie erinnerte sich noch gut, an ihre strahlenden Augen und wie sie damals sagte diese Menschen waren wie Superhelden über gut und schlecht zu entscheiden. Oh Himmel, sie hatte sie wirklich vermisst. Es juckte ihr in den Fingern in ihrem nächsten Traum all diese Erinnerungen noch einmal aufleben zu lassen. Vielleicht sogar mit ihr zusammen...?
    • Anastasia Rostow

      „Beeindruckender? Ich? Ich wusste nicht einmal ob ich es schaffen würde die Flammen zu kontrollieren! Wenn diese nette Großmutter nicht gewesen wäre, hätte ich womöglich noch jemanden verletzt! Bei dir dagegen sah das so einfach aus! Plötzlich war alles einfach... da!“, gab die Rothaarige begeistert von sich, welche ihre beste Freundin als deutlich atemberaubender empfand, was war schon so schön an Feuer, dass sie nicht einmal richtig kontrollieren konnte? Wenn Anastasia ehrlich war machte es ihr immer noch Angst, aber Georgie hatte recht, sie musste willensstark bleiben, nicht wahr? Nicht, dass sich die Worte der alten Hexe bewahrheiteten und die Flammen sie verschlangen... sie wollte gar nicht mehr darüber nachdenken!
      „Verständlich, ich glaube du kannst dir vorstellen, was meine Eltern zu dem ganzen Hexenkram sagen.“, seufzte die Rothaarige auf, auch wenn sie das ganze irgendwo akzeptiert hatte – war auch recht schwer das nicht zu tun, wenn man sein eigenes Haus abbrannte, nicht wahr? - war doch noch alles so unglaublich fremd.
      „Vielleicht sollten wir uns neue Hexenhüte und Mäntel besorgen? Ich hab meinen nämlich auch schon lange nicht mehr.“, gab Anastasia lachend von sich und ihr gefiel der Gedanken mit Georgie seit Ewigkeiten wieder shoppen zu gehen und einfach herum zu albern, wie sie es früher immer getan hatten.
      „Oh, auf meine Eule warte ich auch immernoch, ob sie sich verflogen haben?“, scherzte sie ausgelassen.
      Auch Anastasia gab nur Unsinn von sich, stellte sich vollkommen auf den Unsinn ihrer Freundin ein, doch es machte ihr großen Spaß, erinnerte sie an alte Zeiten und half ihr das alles nicht zu ernst zu nehmen.
      Es war ungewohnt die sonst eigentlich so kleine Georgie zu umarmen, denn sie war offensichtlich gewachsen und Anastasia fragte sich, ob sie wohl genauso groß waren? Oder ob eine von beiden doch ein paar Mili- oder Zentimeter überwog? Sie hoffte sehr, dass sie das war, denn sie hatte sich schon immer ein bisschen als Georgies große Schwester gesehen und welche große Schwester war schon kleiner als die kleine?
      Dennoch fühlte sie sich in der Umarmung der blonden wohl, es war, wie nach Hause zu kommen, an einen Ort den man vermisst hatte, an dem man sich verstanden fühlte.
      „Ah, um ehrlich zu sein... wir mussten letztens umziehen, meine nun... Kräfte? Sind mit einem Mal erwacht und unsere Wohnung, das gesamte Haus stand in Brand. Du glaubst gar nicht wie froh ich bin das niemandem etwas passiert ist!“, seufzte die Rothaarige erleichtert, gerne dachte sie nicht daran zurück, wer gab schon gerne zu fast die eigene Familie getötet zu haben?
      „Hm? Du studierst? Das ist toll! Ich freu mich, dass du endlich etwas gefunden hast, was du machen willst! Und da stimme ich dir absolut zu, es passt zu dir! Aber pass auf dass andere dich nicht ausnutzen, damit hattest du schon immer ein kleines Problem.“, warnte Anastasia die Blonde. Helfen war schön und gut, aber es auf Kosten der eigenen Gesundheit oder Grenzen zu machen ging ja mal so gar nicht!
      „Natürlich! Nun, wobei, mittlerweile hab ich mich dafür entschieden Anwältin zu werden, vielleicht schaffe ich es auch eines Tages auf den Richterstuhl, wer weiß? Jedenfalls! Hat diese richtig nette alte Dame mir angeboten mich zu finanzieren! Ich kann also auch endlich studieren gehen ohne mir Gedanken um ein Stipendium zu machen! Wo studierst du denn, Georgie? Wäre es nicht super wenn wir an der gleichen Uni studieren könnten?!“, freute sie sich über diese Möglichkeit, wäre das nicht ein wundervoller Zufall?
    • Georgina Dumas
      Sie betrachtete Anastasia und pure Bewunderung stand in Georginas Augen. Selbst nach all den Jahren war es so natürlich mit ihr zu sprechen. Als wären sie nie getrennt von einander gewesen, stimmte sie einfach in ihr Gebrabbel mit ein und gab ihr wie früher schon dieses Gefühl, dass es in Ordnung gewesen ist. Mit der rot-haarigen füllte sie sich auf eine Art und Weise vollkommen, von der sie nicht geahnt hatte, dass es ihr gefehlt hat. Als wenn ihr Herz zu einem Puzzle geworden wäre und sie hätte Anastasia ein Teil direkt in der Mitte als Abschiedsgeschenk zur Aufbewahrung mitgegeben. Georgina atmete erleichtert auf und alles in ihr schien sich zu entspannen. Es war unglaublich, dass sie sich so hier wieder trafen. Es glich beinahe eher den Geschehnissen eines Filmes oder einer ganzen Serie.
      Als Georgina jedoch hörte, was geschehen war, schlich sich der Schock mit in ihren liebevollen Blick. Sofort trat sie einen Schritt näher an das Mädchen heran und strich ihr wie selbstverständlich eine Strähne ihrer langen Haare aus dem Gesicht. "Das tut mir leid zu hören... Geht es dir gut?" Das war eine sehr überflüssige Frage, wie Georgina schien und sie presste direkt die Lippen aufeinander. Sie nahm sich eine von Anas Händen und drückte sie sanft, um ihre Anteilnahme zu verdeutlichen. Vielleicht sollten sie wirklich besser das Thema wechseln und zu ihrer Überraschung erfuhr die Traumhexe von der Großzügigkeit des Zirkels. "Wow... das ist ja unglaublich! Das freut mich wahnsinnig! Ich gehe an die Zentraluni. Naja, das klingt irgendwie recht großgestochen, aber eigentlich fange ich erst kommende Woche endgültig an. Diesen Monat sind die Vorbereitungskurse gewesen und jetzt geht es ans Ganze."
      Erst jetzt meldete sich das Mädchen auf dem Boden zu Wort und erhob sich auf die Beine. "Wir alle gehen auf die Zentraluni!", sagte sie fröhlich und stellte sich einfach zu den beiden Freundinnen dazu, ehe sie sich kurz zu Georgina drehte. "Hi! Ich bin Trudi übrigens!" Damit schaute sie dann auch direkt weiter zu Anastasia. "Alice, Katarina, ich und noch einige anderen aus unserem Zirkel, wir gehen alle an die Zentraluni und haben mehrere unserer Hexen, die da auch arbeiten. Aber ich glaube keiner Unterrichtet... Zumindest nicht in meinem Bereich! Aber auf jeden Fall wird Granny Kuchiki dich mit Sicherheit auch da unterbringen!" Aufgeregt klatschte Trudi leicht in die Hände. "Ist das nicht toll? Ich bin mir sicher wir können alle Freundinnen werden! Wenn du Hilfe brauchst ins Studentenwohnheim zu ziehen, sag nur Bescheid!" Stolz stemmte sie die Hände in die Hüften. "Ich bin ganz alleine rübergezogen!"
      Georgina blinzelte. "Ach ja... Das Wohnheim! Ich habe auch einen Platz bekommen. Der Weg jeden Tag zur Uni war doch recht anstrengend diesen Monat. Ich bin froh, dass ich noch untergekommen bin, allerdings war das irgendwie eine last minute Sache, die..." Sie stoppte mitten in ihrem Satz und sah erstaunt noch einmal zu Trudi. "Hat das mit dem Zirkel zu tun, dass ich noch reingekommen bin?" Trudi zuckte die Schultern. "Bestimmt! Die Big Bosse des Zirkels sind super cool und haben ganz viel unter Kontrolle. Sie sind wie so Geheimagenten in Hollywood Filmen!" Angespannt begann Georgina zu lachen. "Ich verstehe..." Mit anderen Worten: Sie kam hier nicht mehr raus.
      Wie war diese Befürchtung gewesen ist bemerkte Georgina, als sie einige Tage später mit ihrem Koffer in der Hand an einem der Zimmer im Wohnheim klopfte, eintrat und einen bereits vertrauten pinken Haarschopf erblickte. Blinzelnd holte sie aus Reflex bereits Luft. "K-Kiria! Welch... Überraschung!", hörte sie sich sagen und schaute noch einmal an die Tür. "Bin ich... deine neue Mitbewohnerin?"

      Alice Kuchiki
      Eine ähnliche Feststellung machte auch Alice den Flur herunter, als es bei ihr klopfte und ihre Mutter unerwarteterweise eintrat. Alice hatte von ihrem Buch aufgesehen und war sofort auf die Beine gesprungen, als sie die streng gekleidete Frau erblickte. "Mutter? Was... darf ich für dich tun?", korrigierte sie ihre Frage im letzten Moment. Die schwarz-haarige trat ein und ließ den Finger über die Möbel streichen. Zufrieden damit, dass kein Staub sich abgesetzt hatte, nickte sie. "Räume die Hälfte dieses Zimmers wieder frei", erklang ihr Befehl ohne Begrüßung. "Verzeihung?", die Frage kam schriller, als sie beabsichtigt hatte. Sie ahnte böses. Sehr böses. Innerlich machte sie sich bereits auf das Gefühl eines Schlages in den Magen zu bekommen vor. "Warum soll ich das Zimmer umräumen? Ich dachte es wäre besprochen gewesen, dass ich alleine im Zimmer bleiben kann."
      Die Dame Kuchiki schnalzte missbilligend mit der Zunge. "Das war bevor sich eine neue Feuerhexe offenbart hat. Die Anweisung kommt direkt von Mutter. Sie möchte dieses Mädchen in deiner Nähe wissen. Du hast von nun an die Verantwortung für sie." Oh auf diesen Schlag hätte sie sich nicht vorbereiten können. Alice biss so sehr die Zähne zusammen, dass ihr Kiefer zu schmerzen begann. Sie war regelrecht wie versteinert und ihre Atmung wurde ein bisschen schwerer. "Ich... was? Warum ich?" - "Damit du das Feuer löschen kannst, sollte sie sich nicht beherrschen können und um sie im Auge zu behalten. Du musst Acht darauf geben wie sie sich als Hexe verhält. Diese beiden Neuen sind lächerlich. Das Mädchen mit den Träumen ist noch so eine Sache, doch Anastasia kann unserem gesamten Zirkel zur Gefahr werden. Wenn sie sich verplappert oder ein Unfall passiert könnte sie der ganzen Welt enthüllen wer sie ist und was wir sind. Das wirst du verhindern, hast du verstanden?"
      Es war nicht so, als könnte Alice diese Argumentation nicht verstehen... doch akzeptieren konnte sie sie auch nicht. "Was passiert mit ihr, wenn sie nicht zu bändigen ist?" Ihre Stimme war abwesend geworden. Beinahe ein wenig zu hell vom Klang her für sie. "Was ist... wenn sie es nicht schafft sich zu beherrschen? Wird sie dann als Sicherheitsrisiko... verbannt?" In zwei Schritten war die ältere Frau bei ihrer Tochter und schlug ihr mit der flachen Rückhand ins Gesicht. Erschrocken stolperte das Mädchen nach hinten und stieß schmerzhaft gegen ihren Schreibtisch. Mit entsetzten Augen sah sie ihre Mutter direkt an. "Dann wird deine Unfähigkeit sie zu kontrollieren dafür verantwortlich sein und sie wird in die Obhut einer anderen Familie gegeben, die mit Leidenschaft dafür sorgen wird, dass sie deinen Platz im Zirkel einnimmt." Die Dame richtete sich die Jacke und die Frisur, ehe sie sich wegdrehte. "Vermassle das nicht. Du wirst nicht glücklich mit den Konsequenzen. Das kann ich dir versprechen." So schnell und plötzlich wie sie gekommen war, schloss sie auch wieder die Tür hinter sich und erst jetzt fand Alice den Mut sich die Hand an die Wange zu legen. "Verdammt!", presste sie zwischen den Zähnen hervor. Ihre Hände zitterten vor unterdrückter Wut und Tränen bildeten sich in ihren Augen, die einzig dem Stress geschuldet gewesen sind und sie blinzelte sie schnell davon, ehe sie sich daran machte das zweite Bett freizuräumen, ebenso wie die Schränke und den Schreibtisch zur Hälfte zu leeren.
    • Anastasia Rostow

      „Danke, es geht mir schon besser.“, lag ein liebevolles, erleichtertes Lächeln auf den Lippen Anastasias, denn das war das erste Mal, dass sich jemand darüber erkundigte, wie es ihr deswegen geht, die auch wirklich wusste worum es geht. Die geschriebenen Wortes ihres Bruders, nachdem sie ihm von dem Unfall berichtet hatte, hatten etwas schal gewirkt, nicht, weil er es nicht ernst gemeint hätte oder so, sondern weil sie die ständige Frage geplagt hatte, wie er reagiert hätte, wenn er wüsste, dass sie Schuld an dem Brand gewesen war.
      Ihre Eltern waren viel zu perplex gewesen, mussten noch immer die Tatsache verdauen, dass ihre Tochter eine Hexe war, als dass sie sich groß Sorgen um sie hätten machen können und all diese Hexen sahen sie entweder als Problem oder lobten sie, wie mächtig ihre Fähigkeit doch war.
      Doch Georgie verstand sie, Georgie wusste sofort, dass sie sich damit plagte und alleine das machte es ihr einfacher damit umzugehen.
      „Hm? Das heißt ja, wir gehen alle gemeinsam auf die selbe Uni! Ist das nicht toll! Wir haben so viel nachzuholen Georgie! Ich kann es kaum erwarten zu hören wie es dir seit meinem Umzug geht.“, zauberte sich ein breites Lächeln auf ihre Lippen und dieses Mal war es keinem magischen Geschenk geschuldet.
      „Ich bin mir sicher wir werden alle super tolle Freundinnen! Das Angebot nehme ich gerne bei Gelegenheit an!“, versicherte sie Trudi und Anastasia war sich sicher, dass sie sich hervorragend verstehen würden und sie freute sich für Georgie, dass es ihr offensichtlich ebenfalls Vorteile brachte Teil dieses Zirkels zu sein.
      Es mag vielleicht etwas unfair sein, aber wer nutzte seine Bekanntschaften nicht, wenn es möglich war?

      Letztendlich war es endlich soweit, voller Aufregung und Nervosität betrat die Rothaarige das Gelände des Wohnheims und es dauerte nicht lange, bis sie ihr Zimmer fand und nach kurzem Klopfen trat sie ein, nur um von einem der Mädchen in Empfang genommen zu werden, welches sie bereits bei dem Einführungsritual begegnet war. Alice hieß sie doch, oder? …. oder Arisu? Da war sie sich mit einem Mal nicht mehr so sicher.
      „Hey, freut mich dich wieder zu sehen! Wie es scheint sind wir ab heute Zimmergenossen... ich hoffe doch ich störe dich nicht?“, gab sie freundlich von sich und trat in das Zimmer, packte bereits ein paar Bücher aus ihrem Koffer, welche sie auf der freien Hälfte des Schreibtisches positionierte, sie hatte es sich einfach nicht nehmen lassen können sich bereits mit Büchern für ihre Vorlesungen zu bewaffnen, wie sagte man so schön? Vorbereitung war immerhin bereits die halbe Miete!
      „Ähm... sorry, aber wie soll ich dich nun nennen? Alice oder... Arisu?“, war sich Anastasia nicht einmal sicher, ob sie das fremde Wort überhaupt richtig über die Lippen gebracht hatte, doch sie gab sich Mühe das schwarzhaarige Mädchen möglichst nicht zu beleidigen.

      Kiria Smithen

      „Heee~y! Ja, doch Zimmer 133B? Dann bist du hier ganz richtig! Und ich hab mich schon gefragt für wen ich meine ganze Kleidersammlung auf den Dachboden verbannen musste, aber wie es scheint hat es sich gelohnt.“, gab die pinkhaarige mit einem breiten Lächeln von sich, ehe sie zu dem blonden Mädchen herüber ging und ihr freundschaftlich den Arm über die Schultern legte.
      „Und? Brauchst du vielleicht Hilfe beim auspacken? Was studierst du eigentlich? Ah... ich hoffe doch ich trete dir nicht zu nahe?“