Der Yokai Prinz [Taru & Cailemia]

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    • Der Yokai Prinz [Taru & Cailemia]

      DER YOKAI PRINZ

      Stadt Nagahama in der Präfektur Shiga - Biwa-See
      Nagahama High School
      Nagahama High School.jpg

      Kenji

      Was für ein Rotz, dachte sich Kenji, der seit einigen Tagen dieses wundervoll abstoßende Gebäude namens Schule besuchen durfte, und fröhlich nicht hätte morgens vom Wecker aus dem Schlaf gerissen zu werden. Und dabei war von seinen Eltern auch noch alles penibel vorbereitet worden, damit nicht zu viele Fragen gestellt werden, oder Nachforschungen von irgendwelchen Schulbehörden - eine private Schule die aus irgendwelchen dubiosen Gründen aufgelöst wurde. Ein wenig Geld ist sicher auch noch irgendwo im Hintergrund auf das Schulkonto geflossen, damit dies und das finanziert werden könnte. Dann sind alle Formalitäten selbstverständlich überhaupt kein Problem und so gut wie von selbst unterschrieben. Wiederlich.
      Das war der Beginn der dritten Schulwoche, und Kenji war natürlich auch heute wieder zu spät dran. Er hatte das Schultor noch nicht erreicht, als er die Glocke hörte und noch die letzten Schüler im Eingang verschwinden sah. Er kicherte. "Tja, Pech gehabt. Schon wieder zu spät. Kein Grund zur Eile, es ist noch genug Zeit zu verschwenden."
      Es war der 15:04., ein angenehmer April Montag. Wenigstens das Wetter hatte sich heute wieder mit Sonnenschein präsentiert. Nur wenige Wolken, für die er sich noch eine Minute Zeit nahm, zogen am Himmel empor. Gestern hatte es noch geregnet, und er war auf Umwegen sogar über matschigen Boden gelaufen. Naja, eigentlich gabs nen Erdrutsch an einer Straße, weil eine Mauer nachgegeben hatte - zufällig auf der Abkürzung. Nass wurde er trotzdem und zusätzlich gab es verdreckte Schuhe.
      Er seufzte und betrat das Gebäude. Natürlich war er nun allein im Eingangsbereich, weil alle andere bereits brav im Unterricht saßen und namentlich aufgerufen wurden, um die Anwesendheit zu prüfen.
      Kenji klopfte sich erstmal auf der Damenseite der sogenannten Schuhstation, oder wie man das auch immer bezeichnen wollte, den angetrockneten Matsch aus den Sohlen, der sich selbst auf dem Weg hierher noch hartnäckige in den Rillen festgesetzt hatte. Da fühlten sich die Füße beim Gehen glatt noch leichter an.
      Hm, was stand auf den Namensschild des Schuhfachs, bis zu dem er wohlwissend Dreck zu hinterlassen gestampft war? ......
      Naja, gab ja noch weitere Fächer, also wird man schon eines der Mädels dort für den Dreck verantwortlich machen. Haaa, er hatte eine Idee und sah sich kurz um. Dann öffnete er das Fach von Rushia Pappilion, und nahm kurz ihre Schuhe raus, stopfte etwas von dem Dreck unter die Sohle und legte noch was zusätzlich ins Fach. Jetzt gab es einen Sündenbock. Wird wohl wenigstens etwas spaßig werden heute. "Hehehe, das wird lustig."
      Er sah auf die Uhr. Schon 5 Minuten zu spät. Hmm, zwei oder drei Minuten kann er sich ja noch Zeit lassen, ehe zum Klassenraum schlendern, und ohne anzuklopfen oder Entschuldigung zu seinem Platz hinten links am Fenster gahen würde, um dann desinteressiert am Unterricht nicht teilzunehmen. Später wird er sicher noch vom Lehrer oder der Klassensprecherin zurechtgewiesen, aber das war Butter auf dem Bratfisch. Besser kann es doch nicht laufen, um schlechte Wertungen zu erhalten. Und unbeliebt macht er sich auch. Es dürfte reichen, ausreichend Punkte zu sammeln, um irgendwie den Abschluss hier zu schaffen. Aber hier schon nach den Zukünftigen zu suchen, das könnte sein werter Herr Vater und von zu König Yokai mal gleich knicken. Man kann auch ohne nervige Kratzbürste den Chefsessel wärmen.
      In der ersten Stunde gab es gleich Mathe, und die alte Mrs. Rafu, die sicher ihr letztes Jahr hier genoss, war die Mathelehrerin der Klasse. Sie hatte bereits irgendwelche Zahlen und Symbole an die Tafel geschrieben und die andere schrieben fleissig mit, um dann die Lösung selbstständig auszurechnen. Zum Ende der Woche sollte es sogar ne Mathearbeit dazu geben. Wundervoll. Kann ja nicht jeder nach drei Wochen schon alles kapiert haben, wobei Kenji sicher Ahnung davon hatte, aber garantiert die Punkte im untersten Fach anlegen wird.
      Als er die Tür aufschob, folgte Geflüster und Gemurmel, Dinge wie "...schon wieder zu spät .." "... unhöfliches benehmen .." "....Problemschüler Nummer Eins...." und die ein oder andere Beleidigung.
      Mrs. Rafu drehte sich ihm zu und ließ ihre alte kratzige Stimme ertönen. "Ah, Kenji Yada, nett das sie doch noch erschienen sind. Ihr neuer Rekord liegt bei 8 Minuten. Das hat ein Nachspiel. Inzwischen haben sie genug Zeit um eine volle Stunde nachzuholen. Sie bleiben heute länger. Setzen sie sich."
      Was? Spinnt die Alte? Jetzt darf er nach Schulschluss noch ne Stunde nachsitzen. Kann sie knicken. Lieber morgen beim Direktor ne Abreibung kassieren. Geht schneller, fühlt sich besser an und hilft ihm bei seiner Angelegenheit.
      "Jajaja...", knurrte er und warf sich lässig auf seinen Platz, verschränkte die Arme vor der Brust und gaffte auf die Tafel, machte ansonsten aber nicht viel Anstallten, irgendwas von dem mitzumachen. Die Alte kümmerte sich nicht darum und war wieder vertieft in ihre Arbeit und erklärte was dazu.
      Ein Mädchen starrte zu ihm, Yumi, eine schüchterne Dame, die wohl auch mit dem Verhalten unzufrieden war. Kenji spähte ruckartig zurück, legte den Mundwinkel genervt schief ..."Hmmäää..?", was sie veranlasste zuckend wieder auf ihre Unterlagen zu spähen.
      **Lass mich bloß in Ruhe, du Gör ..**, dachte er und spähte dann aus dem Fenster.

      Irgendwann war dann die erste Stunde rum und Kenjis Laune stieg. Endlich raus aus der stickigen Bude und runter in die Eingangshalle. Da gab es auch Sitzmöglichkeiten und natürlich auch ein paar Getränkeautomaten. Idealerweise auf jener Seite, wo die Mädchen ihre Schuhfächer hatten. Na, wer wird dann hier wohl gleich für den Dreck zurechtgewiesen? Ohh, da stand schon ein Lehrer, und er sah wütend aus. Ein Lehrer aus den höheren Klassenstufen, den er nicht kannte. Ein Anzugträger der vermutlich den Rücken mit Brettern steif genagelt hatte. Spätestens im nächsten Jahr hatt er den Holzarsch sicher auch an der Backe. Ohne Zweifel wartete er bis die Damen aus der Fachreihe antraten, vor dem die Schmutzspur endete. Tja, und nur eine der Damen hatte Dreck im Fach.
      Kenji zog sich einen Zitronensaft aus dem Automaten, so konnte er sich wenigstens etwas schütteln, falls er das Grinsen nicht verbergen könnte.
      Und da war sie auch schon, aber noch wusste keiner was von der Überraschung. Gleich gehts los.

      Der Lehrer der sich dort wartend postiert hatte, war Herr Ryo Tanaka. Und mit dem war nicht gut Kirschen essen. Der bombardierte vermutlich jeden Fussel mit einer Tadellawine, der ihm nicht glatt genug gebügelt war. Seine Stimme war jedoch immer ruhig, aber je wütender er war, desto kälter schien sein Tonfall.
      Zehn Zerrüttete Zahme Zebragestreifte Zauberhafte Zypern Ziegen Zogen Zum Zehnten Zehnten Zukunftsorientiert Zehnmal Zähneknirschend Zehn Zentner Zerstoßenen Zucker Zum Zoo Zurück
    • Rushia Pappilion

      Gerade öffnete die junge Schülerin ihr Schuhfach, wollte sie auf den Weg nach Hause machen, wo sie sich die Zeit mit Games, Animes und Mangas vertreiben können würde, oder vielleicht an ihrem anderen Ich weiter schreiben. Gestern hatte sie die neuste Folge ihres Lieblingsanimes gesehen, welcher sie auf eine geniale und interessante Idee, wie sie fand, gebracht hatte, doch als sie den Dreck in ihrem Schuhfach und unter ihrer Schuhsohle bemerkte, stockte sie verwirrt, doch viel Zeit über diesen Umstand nachzudenken blieb ihr nicht, denn da spürte sie auch schon eine dunkle Aura hinter sich stehen und sie zuckte verschreckt zusammen, als sie ihren Namen in einem kalten Ton vernahm.
      Langsam drehte sie sich um, um in das weniger erfreute Gesicht des Lehrers Ryo Tanaka zu blicken, das größte Monster dieser Schule, welcher in ihren Illusionen den Posten des Dämonenkönigs inne hatte, doch noch war sie nicht stark genug, um diesen zu besiegen! Niemand konnte etwas gegen seine Nörgelattacke ausrichten, der mentale Schaden war einfach viel zu groß!
      Natürlich musste dieser Dreck von ihnen stammen, Rushia Pappilion. Als ob es nicht reichen würde, dass sie ein weiteres Mal gegen die Kleiderordnung der Schule verstoßen, nehmen sie doch endlich diese schreckliche Augenklappe ab.“, seufzte der Lehrer, der offensichtlich genug von den Regelverstößen der Schülerin hatte und daraufhin den Kopf schüttelte.
      „D-das kann ich nicht! Oder wollen sie, dass die gesamte Schule mit ihnen untergeht?! Hmpf, netter Versuch, Dämonenkönig, aber so leicht mach ich es ihnen nicht die Welt zu zerstören!“, kam es überheblich von Rushia und sie verschränkte die Arme vor der Brust, doch es war offensichtlich, dass der Lehrer nicht bereit war bei dem Laientheater der Schülerin mitzumachen.
      „Sie sprechen mich gefälligst mit Herrn Tanaka an, verstanden?“, war seine Stimme so eisig, das sie gar eine Auswirkung auf die Raumtemperatur zu haben schien.
      „Aber...“ - „Herr Tanaka.“, wurde Rushia sofort unterbrochen und für einige Momente starrten sich die beiden gegenseitig an, der Lehrer mit einem strengen Blick, die Schülerin unsicher, fast schon verängstigt, während ihre Mauer aus Tagträumereien langsam zu zerbröckeln schien und der Lehrer sie ein weiteres aufforderte ihn mit seinem Namen zu nennen, woraufhin Rushia begann unkontrolliert zu stammeln und kein einziges weiteres Wort heraus zu bringen, was Herrn Tanaka einen weiteren Seufzer entlockte.
      „Sie werden hier bleiben und ihren eigenen Dreck aufwischen und ich hoffe für sie dass der Boden danach glänzt. Wenn sie damit fertig sind, melden sie sich im Lehrerzimmer, wo ich ihnen einen Vortrag über Sauberkeit und Hygiene halten werden. Werden sie bis dahin ihre lächerliche Augenklappe los, es besteht kein medizinischer Umstand, wieso sie sowas tragen sollten.“, wandte er sich letztendlich von der Schülerin ab, welche ganz perplex zurück blieb und erst jetzt bemerkte, dass er ihr überhaupt gar keine Möglichkeit gegeben hatte, sich zu verteidigen.
      Dabei war sie das gar nicht gewesen! Sie wusste doch selber nicht, woher der Dreck an ihren Schuhen kam!
      Doch anstatt Herrn Tanaka hinterher zu rennen und das Missverständnis zu klären, blieb sie nur wie angewurzelt an Ort und Stelle stehen und schien den Tränen nahe zu sein, ehe sie sich zusammen reißen konnte, sich mit dem Arm die Tränen aus den Augen wischte und sich daran machte Wassereimer und Wischmopp zu holen, es hinter sich zu bringen.
    • Kenji

      Oh was für ein Festmahl dieser Anblick, als eines der Mädels zum Schuhfach kam und sogleich die Erste auch die Richtige war. Der Lehrer, der geduldig abgewartet hatte, stelle die Dame natürlich gleich zur Rede und schaffte es schließlich, nach lächerlicher Gegenwehr, diese mit geknickter Mine stehen zu lassen. Selbstverständlich hatten das auch andere Schüler mitbekommen. Während einige wohl eher Mitleid in ihren Blicken hatten, schienen andere entsetzt über das Verhalten der Mitschülerin zu sein. Soetwas gehörte sich einfach nicht. Und irgendwer meinte noch, das die eh einen an der Waffel hätte.
      Kenji, der soeben noch schelmisch grinste, sah nun eine gebrochene Dame dort stehen, die wohl mit den Tränen zu kämpfen hatte. Er hielt seine Getränkedose in der Hand und starrte hinab auf das Gesöff, und zerdrückte die Dose. "Wäääh, schmeckt zum Kotzen ..."
      Der Streich war dann wohl doch etwas zu weit in dier Nieren gerutscht und erseufzte. Dieser Steife Lackaffe hatte auch alle extra zu bemängeln. Eine kleine Belehrung reichte beiweitem nicht. Nein, er würde soviel Salz in Wunden streuen, das keiner mehr auf dumme Gedanken käme. Seine Art Dinge zu regeln und wohl sowas wie eine erzieherische Maßnahme.
      Kenji beobachtete noch kurz, dachte, das die Dame dazu noch was sagen würde, aber die Kraft hatte sie wohl nicht. Er selbst wollte schon gehen, kratzte sich am Kopf und knirschte mit den Zähnen. "Verdammt ..."
      Sie war nicht in seiner Klasse und er kannte sie auch nicht. Selbst war er ja nur wenige Wochen hier gewesen - Kontakte gleich Null. Die ersten Versuche von Mitschülern, die sich persönlich vorstellten, blockte er gleich ungeniert ab.
      Als sie weg war um das Reinigungsmaterial zu holen, begab er sich zu den Schuhfächern, lehnte sich dagegen und wartete bis sie wieder kam.
      Immer noch mit Trauerblick kam sie dann wieder und wurde sogleich von Kenji angesprochen.
      "Jo....ähh..., ich mach das. Ähh.. welcher Penner *hust* dafür auch immer verantwortlich war, .. äh... möge er zur Hölle fahren."
      Er riss ihr förmlich den Mob aus der Hand und fing irgendwie an unbeholfen den Dreck ... zu verteilen. "Hättest dem Sack mal sagen sollen, das du das nicht warst. Schau, deine Schuhe. Nur ganz wenig Dreck dran. Außerdem passen die Stücke von der Größe nicht. Und von der Form. Du kannst es also nicht gewesen sein."
      **Scheisse, was tu ich hier eigentlich? Jetzt muss ich hier schon meinen eigenen Mist kehren. Hätte sie ihn überzeugt, hätte der Hausmeister putzen dürfen. Verflucht ...**
      "Heee, dafür bekomm ich morgen aber ein Getränk ausgegeben, klar? Ich mach das hier nicht umsonst!", forderete er noch mit knurrigem Ton.
      Ein paar Schüler gafften hinüber, tuschelten. Irgendwer sagte was komisches, da glotzte Kenji aggressiv zurück. "Hmmäää, ... was glotz ihr so? Habt ihr nichts zu tun, ihr Penner?"
      "Selber Penner. Komm, wir verschwinden. Der Affe hat zu tun, haha.", antwortete noch einer der Jungs, und die dreie Truppe verzog sich lachend. Kenji knurrte und griff etwas zu fest den Stiel, der zum Glück aus Plastik war und einfach nur verbog ....
      Er setzte die Reinigung fort, würde ihr aber das Entsorgen vom Wasser aufdrücken.
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