Thieves [Alea feat. Pumi]

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    • Thieves [Alea feat. Pumi]

      Vorstellung --> Thieves [Alea feat. Pumi] - Vorstellung - ღAnime-Rpg-Cityღ











      Er verzog das Gesicht, als er al die Bilder betrachtete. Spuren, die der Täter hinterlassen hatte. Die Bilder vom Inneren der Galerie hingen in ordentlichen Reihen an einer dieser Plexiglasscheiben, daneben hatte einige der Agenten breites fleißig Brainstorming betrieben. Nutzlos, wenn man ihn fragte. Aber bei weitem nicht so nervig wie das, was die Bilder zeigten. Spuren... überall. Und ganz oben, über den Bildern und den Notizen stand in dicken Großbuchstaben MAGPIE. Das war es, weswegen er hier war. Dieser Name. Der gehörte da nicht hin. Magpie war besser als das. Magpie hinterließ nur eine einzige Spur: Ein fehlendes Kunstwerk. Wenn überhaupt.
      Seufzend wandte er sich von der Tafel ab und sah aus den großen Fenstern hinunter auf die Straße. New York war geschäftig wie eh und je und bot selbst aus diesem niedrigen Stockwerk einen besseren Anblick als die furchtbare Fünf-Dollar-Einrichtung dieses Konferenzraumes. Er war froh, dass er geistesgegenwärtig genug gewesen ist, den Kaffee abzulehnen. Davon hätte er sich sicherlich nur eine Lebensmittelvergiftung geholt.
      Er sah auf seine Uhr. Ganze zehn Minuten wartete er nun schon darauf, dass der Unit Chief ihn dem Agenten - der Agentin, wie er mittlerweile wusste - vorstellte, der er nun unter die Arme greifen sollte, um Magpie zu schnappen. Oder besser: die Person, die sich so nannte und dabei einen hart erarbeiteten Ruf zunichte machte!
      Aus Langeweile ließ er sich dann doch in einen der Stühle sinken. Sein Becken beschwerte sich augenblicklich über die Form dieses furchtbaren Möbelstücks. Er griff sich eines der Notepads aus hässlichem, gelben Papier und einen der billigen Kugelschreiber und begann, auf dem Papier herumzukritzeln. Er dachte nicht groß darüber nach, was er zeichnen wollte. Viel lieber ließ er seine Hand entscheiden. Nach nur wenigen Sekunden wusste er, wohin die Reise ging: Er skizzierte den Wanderer über dem Nebelmehr von Caspar David Friedrich. Eines seiner Lieblingsstücke.


    • "Chief, bitte. Muss das sein? Ich komme auch ganz gut alleine klar. Die Einheit und ich brauchen keine Hilfe von einem dahergelaufenen Möchtegern Detektiv." versuchte die Rothaarige ihren Chef noch einmal zur Vernunft zu bringen. "Abby es reicht jetzt! Das ist beschlossene Sache. Komm damit klar. Und wenn du so gut bist, wie du behauptest, wird er dich bei deinen Ermittlungen sowieso nicht stören." sprach der Unit Chief barsch ein Machtwort. "Und jetzt beeil dich. Er wartet bestimmt schon." scheuchte er die Agentin und lief mit großen Schritten auf den Besprechungsraum zu. Schwungvoll öffnete der Glatzkopf in seinem eher billigen Anzug die Türe und trat ein. "Mister Byrd. Es tut mir schrecklich leid, dass Sie haben warten müssen. Doch es gab noch ein paar Verzögerungen…" dabei schielte er verärgert zu Abby. "Aber nun sind wir ja hier." Er legte seine große schwere Hand auf Abbys Schulter und schob sie etwas vor. "Das ist Miss Abigail Shepard. Special Agent und Leiterin der Einheit für Kunstdiebstahl. Sie ist "Magpie" schon länger auf der Spur, doch einen Durchbruch konnte bei diesem Dieb bis heute nicht erzielt werden, was sich hoffentlich mit ihrer Mithilfe ändern wird." Bei den Worten des Unit Chiefs verschränkte sie nur die Arme vor der Brust und schnaubte kurz. Im Gegensatz zu ihrem Chief hatte Abby einen passenden, schwarzen Anzug an, sogar mit Krawatte. Sie nahm alles sehr genau, egal ob im Beruf oder Privat. Und dass ihr Boss ihr nicht glauben wollte, dass die jüngsten Diebstähle nicht vom echten Magpei stammten, machte sie schon etwas wütend. "Das sieht man doch." hatte sie nur gemeint, als er sie gefragt hatte, woher sie das wusste. Doch nur sie sah wohl die offensichtlichen Details. Außerdem wurden die obersten Chefs langsam ungeduldig und wollten endlich Ergebnisse sehen. Daher hatte man wohl auch eingewilligt, dass ein Zivilist ab heute ihrer Einheit helfen durfte. "Freut mich Mister Byrd, Sie bei uns zu haben." reichte sie dem jungen Mann die Hand und knirschte etwas mit den Zähnen. Sie war ganz und gar nicht über diese neuen Umstände erfreut.
      "Vergessen ist wie eine Wunde. Es mag zwar verheilen, aber dabei wird es eine Narbe hinterlassen."
      Monkey D. Ruffy


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    • Er vollendete noch seine kleine Zeichnung, ehe er aufstand und um den Tisch herumwanderte. Auf seinem Weg musterte er den Unit Chief und seine Kollegin. Ihn ignorierte er gleich und reichte stattdessen Agent Shepard die Hand.
      "Elyas Byrd, die Freude ist ganz meinerseits", stellte er sich mit einem charmanten Lächeln vor.
      Dann wandte er sich an den Mann ohne Geschmack. Sein Anzug gehörte verbrannt und an seiner Glatze sollte man auch mal was machen, damit sie dieses grässliche Neonlicht nicht weiter durch die Gegend spiegelte wie eine verdammte Diskokugel.
      "Ich bin Kunstexperte, kein Ermittler. Ich will nur helfen, diesen furchtbaren Dieb zu schnappen, bevor er sich auch noch an meiner Sammlung bedient. Ich hoffe, meine Expertise kann irgendwie hilfreich sein."
      Er schlenderte hinüber zu der Tafel mit den Bildern von Beweisen, die es nicht geben sollte.
      "Sind das Tatortbilder?", fragte er und spielte das aufgeregte Kind, "Das ist die... Neue Galerie, richtig? Das ist ein Klimt. Adele Bloch-Bauer I... sagen Sie mir nicht, jemand hat einen Klimt gestohlen."
      Wirklich eine Tragödie. Er selbst war kein allzu großer Fan von Klimts Werken. Der Jugendstil war nicht unbedingt einer seiner Favoriten. Er war Romantiker, mit Leib und Seele. Dennoch, einen Klimt zu stehlen... die konnten teuer werden und wurden dementsprechend geschützt. Wer auch immer seinen Namen da benutzte war nicht schlecht. Nur schlampig.


    • Sein charmantes Lächeln konnte Abby nur mit einem eher gequälten erwidern und verschränkte gleich wieder ihre Arme vor der Brust, sobald er ihre Hand losließ. "Ja sind es. Von unseren besten Leuten aufgenommen. Machen Sie sich keine Sorgen. Wir werden den Täter schon finden, ehe er sich auch noch an Ihrer Sammlung vergehen kann." sprach der Chief, um Mister Byrd zu beruhigen. "Ja, ja. Am besten Sie bereden das mit Agent Shepard. Sie hat all die nötigen Informationen." sprach der Unit Chief nervös weiter, denn er hatte keine Ahnung von Kunst und könnte einen Van Gogh nicht mal von einem Picasso unterscheiden. "Ich lasse Sie nun alleine. Ich habe leider noch weitere wichtige Aufgaben zu erledigen." entschuldigte er sich und warf der Rothaarigen einen strengen Blick zu, eher er aus dem Besprechungsraum verschwand. Abby rollte nur mit den Augen und sah dann wieder zu Mister Byrd. Er kannte sich wenigstens aus. "Richtig erkannt. Das ist die neue Galerie. Und ja es wurde das Gemälde entwendet." bestätigte sie ihm. "Keine Fingerabdrücke, Alarmanlage und Überwachungskameras wurden für einen 15 Minuten Zeitraum deaktiviert. Und selbst der Nachtwächter hat nichts mitbekommen. Doch der hat bestimmt geschlafen, weil er sich überfressen hat." merkte sie weiter an. "Und, denken Sie auch, dass es Magpie war?" fragte sie inzwischen den Brünetten und stellte sich etwas lockerer hin. Alle glaubten es, da sein Tag jedes Mal hinterlassen wurde. Nur Abigail zweifelte daran, aber damit schien sie die einzige zu sein. Aber solange sie diesen Trittbrettfahrer ergreifen konnte, wäre sie damit au zufrieden.
      "Vergessen ist wie eine Wunde. Es mag zwar verheilen, aber dabei wird es eine Narbe hinterlassen."
      Monkey D. Ruffy


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    • "Ist das nicht eher Ihre Fachgebiet?", fragte Elyas und betrachtete die Tatortbilder.
      Er wusste genau, dass diese Feder, die auf dem Boden vor dem gestohlenen Gemälde zwar zu einer Elster gehörte, aber die falsche war. Er nutzte die charakteristischen Schwanzfedern einer Elster, wenn er etwas mitnahm, nicht die Flügelfedern. Aber 'Mister Byrd' wusste das nicht.
      "Ihr Chef... nicht wirklich ein Kunstfreund, hm?"
      Er wandte sich von den Bildern ab und musterte Agent Shepard noch einmal. Sie wirkte selbstbewusst, wenn auch etwas defensiv. Er konnte es ihr nicht verübeln. Immerhin war gerade ein reicher Bengel in ihre Ermittlung reingelaufen, und das nur, weil er einen Haufen Kohle rumliegen hatte. Er wäre da auch ein bisschen genervt.


    • "Sollte man meinen." brummte Abby und spielte darauf an, dass sie trotz ihrer Erfahrung und Expertise nicht immer ganz ernst genommen wurde, was definitiv daran lag, dass nichts zwischen ihren Beinen baumelte. Sie trat etwas näher an die aufgehängten Bilder und tippte mit den Fingern auf die Spuren, die hinterlassen wurden. Auch sie hatte bemerkt, dass es sich um eine falsche Feder hielt. Sie war sich zu Beginn nicht sicher gewesen, da sie kein Ornithologe ist, doch dafür hat sie einem die verschiedenen Federn gezeigt. Er bestätigte, dass sie allesamt von einer Elster stammten und dass es sich entweder um Schwanzfedern oder Schwungfedern handelte. Er hatte ihr gezeigt, wie man diese unterschied und so schwer war das dann doch nicht. Aber hier winkte man diese Erkenntnis nur ab. "Das sind schwarze Federn. Basta." hörte sie noch die Worte des Chiefs.
      "Nope." bestätigte sie die Vermutung des jungen Mannes und betonte dabei das P mit einem "Pop" Geräusch. "Dafür schmückt er sich gerne fremden Federn." Der Unit Chief heimste gerne die Lorbeeren anderer ein. Auch die von Abby, aber nach dem sie ihn in einem live Interview ein bisschen bloß gestellte hatte, war er damit vorsichtiger geworden. Da sie wusste, dass er so gar keine Ahnung von Kunst hatte, ließ sie ihn Romanik mit Romantik verwechseln. Ein normaler Zuschauer hätte den Unterschied wohl nie bemerkt, wüsste gar nicht was der Unterschied ist. Aber Kenner, bestimmt auch Leihen wussten, dass zwischen den zwei Epochen gut tausend Jahre lagen. Sie bekam danach eine Standpauke, doch ihr war es das wert gewesen. Ob der angebliche Kunstexperte dieses Interview auch gesehen hatte?
      Sie schüttelte kurz diese amüsante Erinnerung ab und konzentrierte sich wieder auf das hier und jetzt. "Mister Byrd, ich möchte ganz ehrlich zu Ihnen sein. Mir schmeckt es überhaupt nicht, dass ein Zivilist sich in meine Ermittlungen einmischt. Doch die hohen Herrschaften sehen das wohl anders." "Und vor allem die Dollarzeichen." dachte der Agent für sich. So korrupt war also das FBI geworden. "Und da man mir keine Wahl lässt, dürfen Sie gerne bei den Meetings dabei sein." erklärte sie nüchtern. "Also ob ich den zu einem Tatort mitschleppe. Am Schluss versaut er uns die Beweisaufnahme." ging es Abby durch den Kopf. "Teilen Sie gerne Ihre Expertenmeinung mit uns, vielleicht bringt die ja Licht ins Dunkle." sie wollte das ja eigentlich freundlich klingen lassen, doch es kam eher schnippisch herüber.
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    • Elyas lächelte. Er hatte es gewusst.
      "Keine Sorge, ich will Ihnen da gar nicht in die Parade fahren. Aber wie ich bereits sagte: meine Expertise liegt in der Kunst und in der High Society. Sie würden lachen, wie viele in meinen Kreisen nicht alles preisgeben, weil auf Ihrem Gehaltscheck ein paar Nullen fehlen. Ich bin ehrlich interessiert an der Aufklärung dieses... wie nennen Sie das? Fall. Nicht nur, weil ich mir Gedanken um meine private Sammlung mache. Bilder, die auf diese Weise gestohlen werden...", Elyas wandte sich wieder der Fotografie des gestohlenen Klimts zu, "die sieht man nie wieder. Auf einen Klimt bin ich jetzt nicht unbedingt scharf, aber trotzdem... dieses Stück Kultur könnte für immer verloren sein, weil es bei irgendjemandem in einem Lagerhaus liegt. Man kann es nicht aufhängen, weil es gestohlen ist. Man kann es nur schwer verkaufen, weil es gestohlen ist. Kunsthandel ist lukrativ, aber äußerst schwierig. Habe ich mich in diese Ermittlung eingekauft? Ja. Ihr toller Unit Chief darf jetzt ein bisschen Golf in einem Country Club voller Idioten spielen. Schön für ihn."
      Er wandte sich wieder Special Agent Shepard zu. Verschwunden war sein charmantes Lächeln. Er meinte seine Worte tatsächlich ernst, auch wenn seine ursprünglichen Beweggründe vielleicht anders ausfielen.
      "Ich will Ihnen helfen. In diesem Fall", wieder deutete er auf die Bilder der Neuen Galerie, "kenne ich den Versicherer der Bilder. Glauben Sie mir: Die arbeiten mindestens genauso sehr daran, dieses Bild zurück zu bekommen, wenn nicht sogar noch härter. Wissen Sie auch warum? Wenn sie das Bild nicht finden, kostet es sie Millionen. Ziemlich guter Beweggrund, wenn Sie mich fragen. Mit Ihnen werden die vielleicht reden, aber keinesfalls ihre Ermittlungsergebnisse teilen. Aber vielleicht mit einem potenziellen neuen Kunden?"


    • Er machte kein Hehl daraus, dass er sich in die Ermittlungen eingekauft hatte. "Wenn er jetzt noch einen Roman darüber schreibt, raste ich aus." ging es Abby kurz durch den Kopf. Sie konnte nicht ganz sagen, ob seine Anteilnahme echt oder gespielt war, doch sein Vorschlag klang sehr interessant. Und er hatte recht, mit den Versicherern kamen sie so gut wie nie ins Gespräch. Ob es nun daran lag, dass sie dem FBI nicht trauten oder selbst eher zwielichtige Methoden anwandten, um ein gestohlenes Bild wiederzufinden. "Und Sie meinen, sie können Einblicke in deren Ermittlungsstand bekommen?" vergewisserte sich Abby und dachte über dieses Angebot nach. "Es würde uns zumindest nicht schaden." überlegte sie und sah wieder zu Mister Byrd. "Gut. Da wir gerade eh in einer Sackgasse stecken, sollten wir ihr Vorhaben unterstützen. Aber ich werde mitkommen." ging sie auf seinen Vorschlag ein. "Und wie machen Sie das genau? Rufen Sie da einfach an und sagen denen, dass sie ein wertvolles Bild zu versichern haben?" fragte der Agent nach. "War das wirklich so einfach?"
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    • Nun kehrte Elyas' Lächeln zurück.
      "Ich bitte Sie, Agent Shepard. Ich hab dafür Leute."
      Er zog sein Smartphone aus der Innentasche seines Jacketts. Nach einem kurzen Tastendruck hielt er es sich ans Ohr.
      "Ja, hi, Charlie. Könntest du für mich bitte einen Termin mit I.Y.S. machen?... Ja... Am besten heute noch, aber ich bin bereit, während der Woche was freizumachen.... Jap... Wundervoll... Ja, die ganze Sammlung.... Ich weiß... Okay, danke."
      Er legte auf, schob das Smartphone zurück in die Tasche und grinste selbstzufrieden.
      "Welcher Versicherungsgigant kann schon Nein sagen zu einer Sammlung, die mehrere Millionen Dollar an Wert hat und mit einem großen Namen kommt. Ich würde sagen, ich bekomme in den nächsten dreißig Minuten einen Anruf mitsamt Termin."
      Er schnappte sich das Notepad, auf das er Den Wanderer skizziert hatte und riss das Blatt Papier ab. Er pinnte es neben all die Beweisfotos. Er war jetzt offiziell ein Spieler dieses Spiels und er hatte nicht vor, zu verlieren.
      "Ich lade Sie auf einen Kaffee ein. Einen guten, nicht dieses Spülwasser, das aus diesem Filtermonster da drüben sprudelt. Dabei können Sie mich dann auf den neusten Stand bringen, was Ihre Ermittlungen angeht. Aus einer Sackgasse gibt es immer einen Weg raus."

      Draußen, vor dem Gebäude, wartete Elyas Fahrer auf ihn. Ganz der Gentleman, der er war, ließ Elyas Agent Shepard den Vortritt ins Auto, bevor er sich selbst auf die ledernen Sitze sinken ließ. Den Fahrer wies er an, sie beide zu einem seiner Lieblingscafés zu fahren.
      "Dann erzählen Sie mal. Sie sagten irgendwas von einem falschen Magpie, wenn ich mich richtig entsinne?"


    • Sie hätte es wissen müssen. Wer so viel Geld besitzt, um sich bei dem FBI einzukaufen, hatte auch Leute um sich gesammelt, die alles andere für einen tun. Seine Überheblichkeit nervte sie jetzt schon und Abby hoffte, dass er nicht immer so war. Mit Argwohn im Blick beobachtete sie Byrd, wie eine Zeichnung zu den Beweisbildern hing. Sie erkannte das Bild und sah zu dem jungen Mann. „Sind Sie etwa ein Romantiker?“ fragte sie und blinzelte dann kurz irritiert, bei der Einladung zum Kaffee. Sie schien gar keine Wahl zu haben und folgte dem Brünetten aus dem Gebäude.
      Auf der Straße wartete auch schon ein Wagen auf sie und Byrd öffnete ihr die Wagentür. Ein gemurmeltes „Danke“ kam der Rothaarigen über die Lippen und rutschte auf dem Rücksitzt durch. In dem Auto roch es, als wäre es neu und sie Sitze gaben das bekannte Knarzen von Leder von sich. Kurz überlegte sie, ob sie Byrd von ihrer Theorie erzählen sollte und gab sich dann schließlich einen Ruck. „Nun, meine Einheit hatte schon immer wieder mit diesem Magpie zu tun. Daher ist mir sein Vorgehen bei Kunstdiebstählen bekannt. Und die jüngsten Ereignisse lassen mich darauf schließen, dass es sich hier um einen Trittbrettfahrer handeln muss. Die Indizien belegen das meiner Meinung nach auch, doch der Chief winkt das nur ab, dass der Dieb einfach nur schlampig geworden ist.“ berichtete Shepard ihrem Sitznachbarn. „Die Feder ist die Falsche, der Tatort ist viel unordentlicher und selbst die Farbe für das Tag ist nicht identisch.“ Abby verlor sich in ihren Gedanken und legte ihre Stirn in Falten. Wieso sollte man ihn imitieren? Wollte da jemand seidenem Ruf schaden? Sie wusste, dass es unter wahren Dieben eine Art Ehrenkodex gab. Sie waren wie Schatten, gelangten unbemerkt rein und raus und hinterließen keine Spuren. Doch dieser falsche Magpie hatte nicht die gleiche Raffinesse wie das Original und zum Glück, kam bis jetzt noch niemand zu Schaden.
      "Vergessen ist wie eine Wunde. Es mag zwar verheilen, aber dabei wird es eine Narbe hinterlassen."
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    • Agent Shepard bestätigte Elyas' Annahme, dass er sehr viel mehr Details zu diesem falschen Ich bekam, wenn er sich in die Ermittlungen einschaltete. Bisher hatte er gewusst, dass jemand unter seinem Namen agierte, indem dieser jemand die falsche Feder hinterließ. Und jetzt musste er sich auch noch anhören, dass dieser Dilettant einen Tag benutzte? Wahrscheinlich nutzte er dafür auch noch Sprühdosen und klatsche das an die Wand. Dass überhaupt jemand glaubte, dass es sich um den wahren Magpie handelte, grenzte an Blasphemie.
      "Diebe werden nicht schlampig. Diebe werden besser. Uns wurde einmal eine Büste gestohlen und mein neugieriges, dreizehnjähriges Ich hat die Akte des Verdächtigen in die Finger bekommen. Wenn ich mich recht entsinne, gab es mehrere Verhaftungen wegen kleines Ladendiebstählen und dergleichen, am schlussendlich hat sich herausgestellt, dass der Kerl mehrere sehr teure Exemplare gestohlen hatte. Ein ziemliche Entwicklung, wenn Sie mich fragen. Ich glaube, Ihr Boss hat einfach nur keine Lust, sich länger als nötig mit den Egos der Besitzer herumzuschlagen. Die meisten interessieren sich nicht einmal für Kunst, ihnen geht es nur ums Prinzip. Ein Bild zu verlieren bedeutet für die meisten nicht einmal einen finanziellen Verlust."
      Elyas überschlug die Beine und richtete seinen Blick aus dem Fenster.
      "Was stiehlt er so? Dieser Trittbrettfahrer. Sind es nur Gemälde? Oder auch andere Kunstgegenstände? Vielleicht sogar sowas wie alte Bücher oder Kleidung? Ausstellungen, die einen bestimmten Künstler thematisieren, machen das manchmal. Persönliche Gegenstände des Künstlers ausstellen, meine ich. Diese Teile sind leichter zu verkaufen, weil sie so selten in Galerien auftauchen und eher privat ausgestellt werden. Allerdings ziehen diese Objekte auch eher das Interesse von tatsächlich Interessierten."


    • Auch Byrd schien nicht daran zu glauben, dass es sich bei den neusten Diebstählen um Magpie handelte und dass solche Kunstwerke im privaten Besitz eher ein Prestigesymbol waren, dachte sich Abby schon lange. "Er hat zuvor drei weitere Kunstobjekte entwendet. Zuerst wurde uns eine Ming-Vase aus dem 1400 Jahrhundert als gestohlen gemeldet. Dann, so sechs Wochen später, wurde in einem Kunstmuseum "Der alte Gitarrenspieler" entwendet. Und bevor der Klimt abhandenkam, wurde ein Bronzenachguss von Rodins "Der Kuss" mit seiner Signatur gestohlen." zählte Shepard auf. "Alles verlief nach dem gleichen Schema. Daher muss sich der Dieb zuvor die Örtlichkeiten angeschaut haben oder es ist sogar ein Insider." erzählte sie weiter. "Wir lassen zwar den Handel auf den gängigen Schwarzmärkten überwachen, doch alles zu kontrollieren ist einfach unmöglich." Der Agent seufzte auf, brachten ihr diese neuen Fälle nur Kopfschmerzen. "Ich wollte mir die Überwachungsbänder der Musen ansehen und nach einer identischen Person suchen, doch das ist wie die berühmte Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Und für sowas hat das FBI kein Geld, um da eine Gesichtserkennungssoftware drüber laufen zu lassen. Hier geht es ja nicht um Mörder oder Terroristen." zitierte sie ihren Chef.
      "Vergessen ist wie eine Wunde. Es mag zwar verheilen, aber dabei wird es eine Narbe hinterlassen."
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    • Während Agent Shepherd sich über die Engstirnigkeit ihres staatlichen Arbeitgebers beschwerte, dachte Elyas darüber nach, wie man eine Ming Vase stahl, ohne sie zu zuerdeppern. Diese Dinger waren unförmig und empfindlich. Gemälde waren um einiges einfacher. Und der Bronzeguss... sowas war schwer. Er dachte darüber nach, wie er es anstellen würde.
      "Sie werden das Zeug nicht auf dem Schwarzmarkt finden", meinte er geistesabwesend.
      Er musste sich dazu zwingen, in die Gegenwart zurückzukehren. Er wandte sich Agent Shepard zu, um sich nicht wieder in seinen Gedanken zu verlieren.
      "Jemand, der clever genug ist, um solche Stücke zu stehlen, wird auch wissen, wie lange man zu warten hat, um sowas zu verkaufen. Und, dass man das nicht einfach in der Stadt tut, in der man etwas gestohlen hat. Der Kunsthandel ist kompliziert, Agent Shepard. Man braucht praktisch einen Studienabschluss, nur um das nachvollziehen zu können."
      Der Wagen hielt und sein Vater öffnete die Tür für Elyas. Kaum, dass er ausgestiegen war, reichte er Agent Shepard die Hand, um ihr aus dem Auto zu helfen. Sie standen vor einem teuren Café. Er hielt Agent Shepard die Tür auf und geleitete sie zu einem freien Tisch.
      "Sind Sie eher der Kuchen oder eher der Brötchen Typ?", fragte er und reichte der Agentin die Karte.


    • "Sie scheinen sich ja ganz gut darin auszukennen." meinte Shepard zu dem jungen Mann, als dieser von den Methoden erzählte, wie man ein gestohlenes Stück am besten veräußern konnte. Das machte sie ein bisschen misstrauisch. Beim Aussteigen griff sie nicht nach der dargebotenen Hand und stieg alleine aus. "Weder noch. Ich bevorzuge Torte, was streng genommen kein Kuchen ist." beantwortet sie seine Frage und nickte ihm dankend zu, als Byrd ihr die Türe aufhielt. Das Café wurde in den Farben Rot und Weiß gehalten, mit vielen goldenen Verzierungen an, den Wänden und auch an Tischen und Stühlen. Es gab eine lange Theke mit einer großen Auswahl an Gebäck und anderen süßen Stücken. Abby folgte dann Byrd an einen Tisch und setzte sich hin. "Ich vermute ja, dass dieser Trittbrettfahrer keine einzelne Person ist. Der Umfang seiner Beute kann darauf deuten, dass es sich um mehrere Personen handeln könnte, wahrscheinlich zwei bis drei." sprach sie ihre Vermutung laut aus, als sie der Brünette ihr gegenüber gesetzt hatte.
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    • "Wenn man sich mit Kunst beschäftigt, kommt man zwangsläufig nicht darum herum, sich zumindest ein bisschen auch mit den weniger geregelten Märkten auseinanderzusetzen. Die Grenze zwischen dem privaten und dem illegalen Handel ist fließend", erklärte Elyas seine Expertise.
      Es war nicht einmal gelogen. Es machte unendlich viel Arbeit, die Herkunft eines Stückes zurück zu verfolgen in der Hoffnung, nicht auf ein gestohlenes Stück getroffen zu sein. Oder gar auf ein gefälschtes. Dafür musste man kein Meisterdieb sein.
      "Ein Team? Erhöht das nicht die Fehlerquote? Oder lügt Hollywood, was verbrecherische Teams angeht? Wobei... wenn man Stücke stiehlt, die mehrere Millionen Dollar an Wert besitzen, spielt es wohl kaum eine Rolle, durch zwei oder drei teilen zu müssen..."
      Ein Team? Kein Wunder, dass die Diebstähle den seinen nahekamen. Aber das machte die Arbeit nur noch schlampiger. Du brauchst zwei bis dreimal so viele Hirnzellen, um einen schlechteren Job zu machen als der wahre Magpie? Wie tragisch deine Existenz doch sein muss, wenn du so verzweifelt bist.
      "Sie sind also der Meinung, dass wir es hier mit einem Parliament of Magpies zu tun haben?"


    • "Hmm. Verstehe." War dies keine schlechte Begründung und hatte sehr wohl seinen Sinn. "Kommt auf die Sorgfalt der einzelnen Diebe an. Es ist aber nur eine Vermutung, da ich mir sonst nicht vorstellen kann, wie eine Person alleine, die größeren Kunstobjekte entwendete haben könnte." erklärte Shepard ihren Gedankengang. Die Rothaarige nickte leicht. "Wie gesagt, es ist eine Annahme. Bis jetzt wurden keine Hinweise gefunden, die auf mehrere Täter hinweisen. Entweder es ist ein wirklich sehr gute eingespieltes Team oder jemand mit ausgefallenen Ideen zwecks der Entwendung." Abby überlegte noch immer, als auch ein Mitarbeiter des Cafés zu ihnen trat. "Der Herr, die Dame. Darf ich Ihnen schon etwas zum Trinken anbieten?" erkundigte sich der Kellner in seiner stilvollen Arbeitskleidung, bestehend aus einem bordeauxrotem Anzug und weißem Hemd. "Einen Cappuccino bitte." ließ sie den Kellner wissen. "Wenn ich Ihnen noch unsere Süßspeisen empfehlen darf: Sehr beliebt ist bei uns die Sachertorte und der russische Zupfkuchen. Wir hätten aber auch süße Teilchen da, wie Zimtschnecken oder Eclairs." zählte er auf. Die Agentin überlegte kurz und schüttelte dann den Kopf. "Vielen Dank, doch ich nehme nur was zum Trinken." bedankte sie sich höflich. "Und Sie, mein Herr?" wandte sich die Bedienung nun an Elyas.
      "Vergessen ist wie eine Wunde. Es mag zwar verheilen, aber dabei wird es eine Narbe hinterlassen."
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