EEE - Economical Entity Elder [Asu&Auxi]

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    • EEE - Economical Entity Elder [Asu&Auxi]



      Es war mitten in der Nacht.
      Die Fenster waren verdunkelt, sodass man nicht nach draußen sehen konnte. Man wusste nicht, ob der Mond und die Sterne schienen oder nicht. Es war dermaßen still, dass man nur den unruhigen Atem hören konnte. Er ging stoßweise, mal heftig, mal kaum zu hören. Der Raum war so dunkel, dass man kaum die Hände vor den Augen sehen konnte. Mit einem Mal schreckte der Junge aus seinem Schlaf hoch, schweißgebadet und schwer atmend. Er hielt sich eine Hand an die Stirn, die Augen trotz der Dunkelheit aufgerissen. Er brauchte etliche Atmezüge ehe er sich zu fangen schien. Nachdem er realisiert hatte, wo er sich befand, sackte er in sein Bett zurück. Noch immer fokussierten seine Augen einen imaginären Punkt and er Decke, die er gar nicht sehen dürfte.
      Bennet hatte nur schlecht geträumt. Wie jede Nacht.



      Die gleiche Nacht, ein anderer Ort.
      Dieser Raum war hell erleuchtet. Kaltweißes Licht strahlte aus verschiedensten Ecken und Teilen der Decke, um sich mit dem Blau undGrün verschiedener Anzeigen zu mischen. Das stetige leise Piepen und Surren elektronischer Maschinen sorgte für eine nie eintretende Stille. An einem Tisch mit einem Mikroskop saß eine junge Frau mit langen, braunen Haaren, die seichte Wellen schlugen. Sie schien sehr versunken zu sein in dem, was sie gerade auf dem Objektträger untersuchte. Nach einigen Minuten schlug sie frustriert mit den flachen Händen auf den Tisch, ehe sie mit ihrem Stuhl einen Meter nach hinten rollte.
      "Und wieder bleiben die Zellwände intakt, was soll das denn?!"
      Celentia fluchte lauthals aufgrund des missglückten Experiments. Hier unten war sie um diese Uhrzeit meist allein in ihrem Reich und niemand würde sich an ihrem Gefluche stören. Die meisten Besucher störten sich sowieso zuerst an dem hautengen Bodysuit in Rostoptik, den Kittel nur lose über die Arme gestülpt. Im Gegensatz zu der normalen Besatzung hier trug sie ihn, da er 100% undurchlässig für all das war, was sie hier erforschte. Ein Spritzer, der sonst bei Kontakt Krankheiten auslösen konnte, war somit praktisch ungefährlich.
      Seufzend räumte Celentia den Objekträger ab und warf ihn in den Müll für biologische Kampfmittel. Sie erforschte hier unten primär Mittel, um bestimmte Krankheiten in menschlichen Genom auszuradieren. Die Grenze zwischen Medizin und biologischen Kampfmitteln war hier verschwindend dünn. Folglich durfte sie keinen Laut über das verlieren, das sie hier im Forschungsinstitut von CrysTec erforschte. Seit dem sie hier arbeitete, brauchte sie eigentlich nur ein einziges Subjekt, das möglicherweise genug Antworten zu ihren Fragen liefern konnte.
      Nur ein einziges Mal müsste sie einen Elder in die Finger bekommen.
      Stattdessen schlug sich Celentia mit Proben von unbekannten Krankheiten herum oder versuchte, Krebszellen zu zerschießen. Sicher, sie war diejenige, die ein Heilmittel für Parkinson gefunden und ihr diesen Platz garantiert hatte, aber das war noch lange nicht das, wozu sie sich berufen fühlte. Um sich etwas abzulenken, lehnte sie sich auf dem Stuhl zurück und drehte ein paar Runden. Gedanklich wägte sie ab, ob es sich noch lohnen würde, nach Hause zu gehen. Es war schon nach Mitternacht und morgen würde sie wieder ihren Tag hier unten verbringen.
      Auf der anderen Seite...
      "Also ein heißes Bad in den eigenen vier Wänden ist schon verlockend..."
      Damit hatte sie den Entschluss gefasst, heute doch noch das Labor zu verlassen und für die Verlockung zu gehen. Dann musste sie nun nur noch ihre Tasche packen und die Arbeit war für diese Nacht Geschichte.

      @Auxi

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Ein tiefer Bass, der es vermochte Wände und Fleisch gleichermaßen zu durchdringen, bebte aus den großen Lautsprechern des Flux. Die Nebelmaschinen hüllten die Tanzfläche in dichte Wolken aus destilliertem Wasser und hochreinen Glykolen, doch es war nicht die Sonne, die versuchte sich einen Weg durch diese Wolken zu bahnen, sondern unzählige bunte Scheinwerfer und Laser. Wie Untote aus Gespenstergeschichten rekelten sich Menschen aneinander, wie sie es zur Geisterstunde üblich war, wenn man zuvor so viel Alkohol getrunken hatte, dass selbst der Allvater der nordischen Götter auf einen Stolz wäre. Der Bass dröhnte einem immer wieder in den Ohren, kroch in das Innerste und versuchte das Herz umzustimmen, versuchte es zu überreden im selben Takt zu schwingen. Es war die Mischung von Adrenalin, Alkohol und Schweiß die Wex kurz die Nase rümpfen ließ. Seine ‚Gaben‘ waren Fluch und Segen zugleich, denn er hatte sie nicht so sehr im Griff seine sensibleren Sinne abzuschalten, weshalb er alles in seinem Leben wohl intensiver wahrnahm als diese ‚Primitiven’. Seine rubinfarbenen Augen huschten von den Tänzern zurück auf den kleinen Rundtisch vor ihm auf dem sich eine kleine Pfütze Wodka gebildet hatte, nachdem er mit seinem Gegenüber angestoßen hatte. Vor ihm stand ein Glas Whiskey, mit dem er zwar angestoßen hatte, aber von dem er noch keinen Schluck genommen hatte, der schwarze Mann, der ihm gegenübersaß, hatte sein Glas noch immer an den Lippen und trank den Grey Goose in einem Zug, während er von Wex beobachtet wurde wie ein Raubtier, dass kurz davor war seiner Beute an die Kehle zu springen, einer Kehle, der gerade ein Teil der farblosen Flüssigkeit hinunterlief, die eigentlich für die Kehle des Mannes bestimmt war. Mit den Ellenbogen auf den Oberschenkeln gestützt wartete er von der roten Ledercouch nach Vorne geneigt, was der Mann mit kurzgeschnittenen schwarzen Haaren zu sagen hatte.
      Selbst als der Mann ausgetrunken hatte und das Glas eher unsanft auf den Tisch hämmerte, hörte man es kaum, während der Bass beinahe jedes Geräusch um einen herum verschlang. „Fertig?“, blaffte Wrex den Schwarzen an und tippte hastig mit seinem Zeigefinger an die Seitenwände des Glases. Als Antwort bekam er ein süffisantes Grinsen und zur Verteidigung erhobene Hände, „Du solltest stolz darauf sein, dass es so lange dauert.“ Der Blick des rotäugigen Soldaten wanderte zur Decke und ein Seufzen entglitt ihm, während seine rechte Hand unterbewusst zur Faust wurde und seinen Kopf wieder auf die Tanzfläche richtete. „Ich mag es nicht, wenn man in meinem Kopf rumstochert“, keifte der junge Mann und strich sich durch das kurze schwarze Haar. „Nach so vielen Jahren eine Vorsichtsmaßnahme, die ergriffen werden muss, dass verstehst du bestimmt“, der dunkelhäutige lehnte sich zurück und überschlug die Beine. Die Arme auf der Rückbank gelegen fehlten nur noch zwei Prostituierte neben ihm um das Bild eines arroganten, schmierigen Geschäftsmannes zu untermalen. Mit dem Finger auf den Mann zeigend begann Wrex, „Bullshit. Die Info dafür hast du.“, sein Zeigefinger sauste auf den Tisch und zeigte darauf, als hätte er einen Vertrag darunter liegen. „Du suchst nach mehr, aber die Infos bekommst du nicht. Loyalität. Ich vertraue ihnen, wenn mein Urteil nicht reicht, habe ich auch meine Antwort“ Ein stummes Auflachen auf der gegenüberliegenden Seite des Tisches, während der Kopf des Schwarzen nickt. „Schon gut“, mit einem Griff in die Brusttasche lenkte er den Blick von Wrex auf einen Briefumschlag, der über den Tisch geschoben wurde. Nun stand der Mann auf und verließ das Tanzlokal, der junge Soldat jedoch legte die flache Hand auf den Briefumschlag und zog ihn zu sich, um ihn in seiner Hosentasche verschwinden zu lassen. Kopfschüttelnd sah er dem Mann hinterher und dann auf seinen Drink, kippte ihn hinunter und verließ ebenfalls die Bar. So ruhig und gelassen er auch unter Feindbeschuss war, wenn ein Fremder in seinem Gehirn rumwühlte, um Informationen zu sammeln wurde unruhig, vor allem wenn er Informationen verbergen musste. „Scheiß Animas“, fluchte er noch, als er sich eine Kapuze überstülpte und in die Nacht verschwand.

    • Link Wohnraum

      Zurück im WASP Hauptquartier folgte er den weißen Fluren mit gelben Streifen zu seiner Unterkunft. Um diese Zeit war es in den sonst von Leben erfüllten Räumen lautlos, nur die Schritte seiner Stiefel halten leise durch die Korridore. Der Soldat verbrachte mehr Zeit im Ausland, als in der Stadt, weshalb er sich nie darum gekümmert hatte sich ein Apartment zu besorgen. Hier, bei WASP, boten sie ihm ein kleines Domizil, für das er nicht zahlen musste, sogar das Essen in der Kantine war umsonst und der Weg zu Besprechungen in wenigen Minuten erledigt. Einer der Gründe, warum die meisten Mitglieder von WASP in der Hauptzentrale wohnten. Zudem sah er diesen Raum mehr als Arbeitszimmer, in dem er schlafen konnte, denn sonst war er immer auswärts und für diese Zwecke reichte es allemal. Es war ihm schon immer seltsam vorgekommen, warum diese Konzerner sich Wohnungen allein oder zu zweit mit zwei bis dreihundert Quadratmetern kauften, obwohl sich 12 Stunden am Tag mit der Arbeit beschäftigt waren und 8 Stunden schliefen. Um für die restlichen 4 Stunden einen Film zu sehen oder zu Ficken war in diesen vierzig Quadratmetern wohl nicht mehr oder weniger bequem.

      Mit seinem Finger auf dem Sensor ertönte ein leiser Piep und ein grünes Licht erschien darauf, bevor sich die automatische Tür mit einem mechanischem Saugton öffnete. Kaum war er eingetreten schloss sich die Tür auch schon wieder und er ging sofort aufs Klo. Nicht das er den drang verspürte seine Blase zu erleichtern, sondern weil er WASP nicht traute. Vielleicht gab es in den Wohnräumen versteckte Sensoren und Kameras, aber die Toilette war klein genug, dass er sie abgecheckt hatte. Sie war Wanzenfrei. Als er endlich auf der Schüssel saß, deren Deckel noch immer geschlossen war, stöhnte er aber dennoch so entspannt auf, wie man es kannte, wenn man endlich eine große Spannung loswurde. Der Brief, den er aus der Hosentasche zog, war leicht getränkt in Wodka und zerknittert, doch ihn störte das nicht, er musste schon Nachrichten lesen die zerfetzter waren und in Flüssigkeiten getränkt die, wenn er von ihnen erzählen würde, den ein oder anderen Zuschauer wohl auch auf die Toilette gezwungen hätte.

      Aufmerksam las er sich den Brief durch, der ihm vom ESS, dem Elder Security Service, zugesteckt wurde. Ein tiefes Ein- und Ausatmen konnte er sich nicht verkneifen, während sein Daumen auf der Wange ruhte und sein Zeige- und Mittelfinger über seine Lippen strichen. Seine roten Augen scannten die Informationen, als wäre er selbst eine Maschine, er wusste die Aufgabe wäre nicht leicht, die Höhle des Löwen, so könnte man die Destination dieses Auftrages nennen. Das Ziel: Sich dem Löwen unterwerfen, ihm das Bäuchlein kraulen, beim Beutefang helfen und sollte er sich als potenter Jäger herausstellen, jeden der von den Jagdmethoden weiß einschläfern und die Höhle abfackeln. Zumindest war dies die grobe Zusammenfassung. Wenigstens konnte er vier Verbündete mit in die Höhle nehmen, doch selbst diese waren unter Vorbehalt verbündete. Ein schräges Grinsen überkam Wex während er aufstand und den Klodeckel hob, „Wie damals in Westafrika“, unbewusst begann sein linker Ellenbogen ein wenig zu schmerzen. Ein leises Klicken ertönte als lodernde Flammen vom Feuerzeug auf das Papier übersprangen, dass er noch in Händen hielt und beobachtete, wie es sich in Asche und Staub verwandelte, erst als die Hitze seine Finger erreichte und nach ihnen peitschte lies er die Reste des Papiers frei, um in den Abwässern der Stadt zu verschwinden.

      Nun war Aufgabe Nummer eins: Zugang zu CrysTEC Forschungseinrichtung, die im Auftrag genannt wurde. Eigentlich hatte der ESS gar keine andere Wahl als ihn aufzunehmen, die Gelegenheit war zu passen, aber auch: 5 zusätzliche Sicherheitskräfte einer Söldnergruppe als Feind bei ihren Zielen war kein Honigschlecken. Somit war auch klar wie weit sie ihm vertrauten, nämlich kaum, sie brauchten ihn, ein Umstand der Segen und Fluch sein konnte, die Zeit würde zeigen wie er diesen Umstand für sich nutzen konnte.

      WASP sollte also ein Squad für CrysTEC aussenden, um ihnen bei vertraulichen Angelegenheiten zu helfen die man nicht auf den Konzern zurückverfolgen sollte. Ein Klassiker eigentlich, jetzt hieß es sicherzustellen, dass SEIN Squad geschickt wurde. Es würde ein paar interessante Gefallen und Manipulationen brauchen, aber er war sich sicher in zwei Wochen die Höhlenerkundung starten zu können. Schnell war sein Handy aus der Hose gezückt und er begann einige SMS zu schreiben, für Telefonate war es heute schon zu spät.
    • Es war jetzt schon das fünfte Mal, dass Bennet aus einem viel zu flachen Schlaf hochschreckte. Er hatte mittlerweile das Zeitgefühl komplett verloren und sich auf die Bettkante gesetzt, die Beine auseinander aufgestellt. Seine Ellbogen ruhten auf seinen Oberschenkeln, das Gesicht hatte er in einen Händen vergraben. Die Knochen in seinen Armen gaben die Vibrationen seiner Beinmuskulatur weiter, sodass sein Kopf regelrecht vibrierte.
      Lauf. Vielleicht entkommst du ja.
      Der Junge hörte diese Worte wie ein Tantrum immer wieder in seinem Kopf, ein Nachhall von dem bereits Erlebten. Mit einem angestrengten Laut sprang er urplötzlich auf die Beine, sein weißes T-Shirt klebte an seinem Oberkörper beinahe wie eine zweite Haut. Dann begann er, stupide im Zimmer auf und ab zu gehen. Man hatte ihn damals mit einem Tier verglichen, das im Zoo hinter Gittern eingesperrt worden war. Er zog immer die gleichen Wege nach, dank des Vinylbodens unter seinen nackten Füßen sah man sie jedoch nicht. Als Bennet in der Einrichtung ankam, hatte man ihm ein Zimmer mit Teppichboden zugeteilt. Nach nur einer Woche hatten sich seine Laufwege in den Fasern des Teppichs eingelaufen, sehr zur Überraschung des Personals. Das war eines der wenigen Anzeichen für Außenstehende, dass der so aufweckte liebe Junge vielleicht doch ein Päckchen mit sich trug.
      Nach einer Stunde, die sich für Bennet eher wie fünfzehn Minuten angefühlt hatten, reichte es ihm nicht mehr. Der Raum war zu klein, die Luft zu wenig, der Weg zu kurz. Man gewährte ihm nicht, die Einrichtung zu verlassen, man wusste, dass man einen Elder nicht unüberwacht lassen durfte. Aber hier im gesamten Gebäude der Wohnquartiere hatte er freie Bahn. Ihm war nicht bewusst, dass das Personal Kameras in seinem Zimmer installiert hatten und sie praktisch zu jeder Zeit sehen konnten, was er tat. Es kam nur ein einziges Mal in dem gesamten Jahr vor, dass man ihn davon hatte abhalten wollen, zu laufen. In Folge dessen hatte er sein Zimmer buchstäblich in seine Einzelteile zerlegt. Seitdem ließen sie dem Jungen gerade so viel Raum, wie es seine Leine zuließ.
      Die Tür viel leise hinter ihm in die Angeln, als Bennet barfuß in Shirt und Boxer sein Zimmer verließ und nun im hell erleuchteten Gang stand. Seine Mimik war die ganze Zeit angespannt gewesen, sodass er erst jetzt spürte, wie sich seine Wangenmuskeln entspannten. Kaum hatte er einen Fuß vor den anderen gesetzt, umspielte ein leeres Lächeln seine Lippen, das nicht bis zu seinen Augen reicht.
      Dann rannte Bennet.
      Er war schneller als jeder olympische Läufer und mit der Zeit hatte er gelernt, wie er sich verhalten musste, wenn er scharfe Ecken nahm. Für etliche Meter brauchte er nur wenige Sekunden, dieses Tempo konnte er erstaunlich lange aufrecht erhalten. So fegte er durch die Gänge zumal er wusste, dass um diese Uhrzeit kaum noch jemand unterwegs war. Immer wieder schossen ihm Erinnerungsfetzen vor seinem geistigen Auge vorbei, die er mit besonders intensiven Sprüngen von sich fort schob. Selbst wenn er sich kein Ziel setzte, zu dem er auf dem Weg war, endete er meist immer vor der geichen Tür.
      Bennet war nicht mal außer Atem, als er vor Wex Tür zum stehen kam. Sein Blick wanderte den Gang herunter, einmal links, einmal rechts. Manchmal hatte er Glück und sein Vorbild öffnete ihm, sofern er denn da und Lust hatte. Er wusste genau, dass er Wex häufiger mal mit seiner Art auf den Geist ging. Aber er hatte sonst niemand anderen hier in diesem gewaltigen Komplex aus Türen, die alle gleich aussahen.
      Prompt setzte er sein Lächeln auf, das fast bis zu seinen Augen reicht, bevor er an die Tür klopfte. Leise, aber bestimmt. Manchmal wartete er ganze fünfzehn Minuten lang auf eine Reaktion aus Angst, sie zu verpassen, wenn er doch kehrt machte. Genau das würde er jetzt wieder tun. Ansonsten hatte die Nacht ja noch ein paar Stunden, die sie ihm zur Verfügung stellte.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Kaum hatte Wex die Beweise verbrannt und seine Jacke ausgezogen klopfte es an der Tür. Er erwartete niemanden, es war mitten in der Nacht und genau nach einer Mission, der Zeitpunkt war suspekt, also wanderte seine Hand zu seinem Steißbein, während er sich an die Wand lehnte. Seine Finger umschlungen den Halfter seiner Pistole, die er aus der Hose zog, bevor er auf den Bildschirm neben der Tür drückte, um zu sehen wer vor ihm stand. Als das Video vor ihm Bennet zeigte, schloss er die Augen, atmete tief ein und schüttelte den Kopf, bevor er die Waffe auf den Tisch legte.

      Die Tür öffnete sich mit ihrem bekannten Ton und Wex stand mit schwarzem T-shirt, Jean und noch angezogenen Schuhen da. Seine Augen musterten den Jungen, während sie halb geschlossen waren, seine Mundwinkel bildeten eine gerade Linie, als hätte man sie ihm mit einem Lineal gezeichnet. „Es ist Vier Uhr morgens, Bennet“, dann sah er die Kleidung des Jungen an, das weiße Shirt, das an ihm klebte, als wäre er aus dem Pool gekommen. Wieder rümpfte der Eldar etwas die Nase, „Und du hast nicht geduscht.“ Es war eine Schnapsidee den Jungen zur Sicherheitskraft auszubilden, dass hatte er seinen Vorgesetzten auch schon von Anfang an zu bedenken gegeben, aber sie sahen vermutlich mehr Profit darin, ihren eigenen kleinen Eldar zu haben. Von ihm wussten sie Nichts, genau so wenig wie Bennet wusste, dass er gerade vor einem Artgenossen stand. Vom ESS hatte er damals eine Akte bekommen, die ihm ein Leben hier draußen ermöglichte. Geboren in Madrid, beide Eltern verstorben und in einem Waisenhaus aufgewachsen, dass bei einem Brand zwei Jahre nach seinem Auszug zerstört wurde.

      Der Junge war schnell und Stark, eben ein Eldar, aber labil. Genaue Details kannte Wex nicht, aber in seiner Akte stand, dass er von Forschungseinrichtung zu Einrichtung weitergereicht wurde. Für ein Kind kein Spaß und eine Erfahrung, die seine Narben hinterlässt, doch der Junge trug noch keine Narben, sondern noch offene Wunden, die er verarbeiten musste. Die Aufträge, die er hier zu erfüllen hatte, würden auch nicht helfen diese schneller zu schließen und Captain Wex hatte somit einen pubertierenden mit posttraumatischer Belastungsstörung unter seinem Kommando.
    • Das kleine Licht an der Optik verriet, dass jemand in dem Raum gerade die Kamera benutzte um zu sehen, wer geklopft hatte. Darauf reagierte Bennet nicht. Erst als sich die Tür für ihn quälend langsam öffnete, zeigte der Junge Regung. Binnen Sekunden flogen seine Augen über Wex' Erscheinungsbild von oben nach unten. Das Outfit und die noch angezogenen Schuhe bedeuteten Bennet, dass sein Gegenüber a) gerade erst zurückgekommen war und b) generell auf Mission gewesen war. Und er selbst scheinbar ein schlechtes Timimg gehabt hatte.
      Wex war fast zwei Köpfe größer als Bennet, weshalb er mit seinem nichts trügenden Lächeln zu ihm aufschauen musste. Er hatte seinen Vorgesetzten nie anders als mit dieser Mimik kennengelernt, folglich störte er sich nicht daran. Die zwei Sätze, die folgten, allerdings schon.
      "Ahaha...ha... ja, stimmt. Ich meine, es ist ja auch erst vier Uhr, da geh ich ja nicht duschen..." Er druckste etwas herum und tippelte von einem Bein auf das andere und wieder zurück. Sein Tonfall war weich, den man fast mit beschämt verwechseln mochte. "Ich war halt wieder etwas laufen und... naja... bin hier halt vorbei gekommen und dachte, man klopft und sagt hallo?"
      Bennet war noch nie sonderlich gut mit Worten gewesen. Genauso wenig gab er auf sein Auftreten, all dies wurde ihm nie als wichtig beigebracht. Er lernte erst mit der Zeit von den Reaktionen seiner Mitmenschen, auf was er zu achten hatte. Und da Wex alles andere als glücklich aussah, ließ seine Gedanken in eine andere Richtung arbeiten.
      Offensichtlich damit schon zufrieden, machte der Junge zwei Schritte rückwärts. Er verlagerte sein Gewicht von den Fersen zu den Zehenspitzen und wieder zurück, als er schließlich sagte:" Ooookay, dann gehe ich dir nicht weiter auf die Nerven und... ähm... dusch' mich mal oder so? Oder ich lauf noch ein bisschen... Oder..."
      Er murmelte weiter zu sich während er bereits Anstalten machte, einfach wieder zu gehen.



      Am nächsten Morgen hatte sich Celentia bereits wieder im Institut eingefunden und mit zwei Bechern Kaffee auf den Weg in ihre Abteilung gemacht. Das Bad von gestern war es wirklich wert gewesen, zurück in die Wohnung zu fahren, selbst wenn es nur für eine handvoll Stunden gewesen war. Dafür duftete ihr Haar jetzt wieder frisch und sie klebte nicht mehr in ihrem Bodysuit.
      Die junge Frau hatte ihre Keycard zwischen die Lippen gesteckt, um sie nicht immer aus der Tasche ihres Kittels wühlen zu müssen. So stellte sie immer einen Becher ab, um die mechanischen und elektronisch gesicherten Zwischentüren zu öffnen bis sie vor der ersten Tür zu ihrer Abteilung stand. Diese wurde biologisch entriegelt - in Celentias Fall war das ein Irisscan. Dafür brauchte sie natürlich keine freie Hand. Mit einem Klicken und Summen entriegelte sich die Tür und fuhr seitlich auf.
      Hinter ihr wurde sie bereits von Eissa erwartet. Oder besser gesagt, der Eingang wurde lediglich von Eissa bewacht. Eissa war jünger als Celestia, optisch machte das aber keinen großen Unterschied. Manchmal belächelte Celestia sie beide, denn sie hatte veranlasst, dass auch Eissa einen Bodysuit zu tragen hatte. Für den Fall des Falles natürlich. Die Farben hatte sich die andere Frau jedoch selbst aussuchen dürfen.
      Im Vorbeigehen drückte Celestia ihr einen Becher Kaffee in die Hand. "Sag mir nicht, die haben dir wieder die Nachtwache aufgedrückt. Ich hab dieses Mal doch nichts Besonderes, das du bewachen musst."
      Es kam ihr so vor, als sei die Soldatin nur auf Wachdienst hier aufgestellt worden. In ihrer gesamten Karriere im CrysTec war es noch nicht einmal vorgekommen, dass es zu einem Einbruchsversuch kam. Üblicherweise gaben die Forscher an, wenn sie heikle Ergebnisse erwartete und nur dann wurde extra Personal abgestellt. Ihre Abteilung jedoch hatte seit je her Wachpersonal, auch wenn dieses hin und wieder wechselte. Eissa hingegen war nun schon eine geraume Zeit hier.
      Mit ein paar wenigen weiteren Entsperrungen befanden sich die beiden Frauen im Hauptraum ihrer Abteilung, ein großer Raum vollgestopft mit technischen Spielereien. Das Erste, was Celestia bei Arbeitsbeginn tat, war Protokoll schreiben. Und das dauerte immer eine geraume Zeit.

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    • Wex
      Wex kam direkt zur Sache, „Morgen habe ich viel zu tun, Bennet.“, begann er und fesselte den Jungen in seinem starren Blick, seine Stimme war hart, wie man es von Vorgesetzten erwartete, die einem ungeduldig einen Befehl erteilen, weil die gewünschten Ergebnisse noch nicht vorlagen. „Was auch immer dich in der Nacht aufhält, nutze es. Trainiere deine Körper, lerne aus den Taktikbüchern“, er hob die Hand und machte in der Luft damit einen Schnitt nach unten, „Ist mir völlig egal, aber ich will dich einsatzfähig Rekrut!“, dabei zeigte er mit dem Zeigefinger auf den Jungen vor sich. „Nimmst du noch die Schlaftabletten die Dr. Tasoni dir verschrieben hat?“, als ob das genug wäre die Traumata des Jungen in den Griff zu bekommen, aber er war kein Psychologe und da man Bennet als Kind erwischt hatte, konnte Wex ihn schlecht zu einem Anima schleppen. Würde nur das ESS gefährden.


      Eissa
      Es war eine lange Nacht gewesen bis Dr. Jasper das Labor verlassen hatte, eigentlich wäre sie für den Nachtdienst nicht dran gewesen, weil sie heute Frühschicht hatte, aber selbst die härtesten Jungs können von einem kleinen Virus flachgelegt werden und sie hatte übernommen. Am Morgen quetschte sie sich wieder in ihren hautengen Bodysuit. Dunkelgrau, hellgrau und Pink, dazu die Panzerungsplatten and den Schultern. Während einige Forscher und selbst Soldaten über den ‚Drescode‘ schimpften, empfand Eissa ihn wunderbar, doch im Gegensatz zu vielen anderen in dieser Einrichtung hatte sie auch den Arsch so ein Teil zu tragen.

      Als am Morgen Dr. Jasper das Gebäude mit zwei Kaffeebechern in der Hand eintrat zog sie ihr Sturmgewehr auf den Rücken, „Dr.Jasper“, nickte sie der Frau zu, die sie auch gleich wegen ihres Nachtdienstes bemitleidete. Sie folgte der Frau und machte dieselben Scans nach ihr, „Das sieht der Vorstand anders, Ma‘am“, auch wenn sie schon eine Weile miteinander zu tun hatten, wirkte Eissa etwas steif, es war einfach nicht ihre Art auf beste Freundin mit einer Vorgesetzten zu machen, auch wenn Dr.Jasper eher eine Schutzperson und nicht ihr Boss war. Auch wenn sie der Chef der Sicherheit war, im Labor hatte Dr.Jasper das Sagen, auch wenn Eissa nicht genau wusste woran hier geforscht wurde, war sie sich doch sicher, dass es ratsam war wie durch ein Minenfeld zu bewegen, wobei nur Dr.Jasper wusste, wie man sich ohne Explosion hindurchbewegen konnte.

      Für das Labor hatte sich Eissa sogar extra eine Schutzbrille in passendem Pink besorgt, die Standardausrüstung in Schwarz hatte Dr.Jasper nicht zugesagt, weil sie nicht sehen konnte, wohin die Soldatin blickte, und die Frau Doktor es bevorzugte einem Menschen in die Augen zu sehen, wenn sie mit ihm sprach.

      Als sie das Labor betraten betrachtete Eissa den Kaffee in den Händen von Dr. Japser und konnte sich es einfach nicht verkneifen auf das Sicherheitsrisiko hinzuweisen, auch wenn es Dr. Jaspers Büro war. „Ma’am, ist es wirklich ratsam in dieses Labor Getränke mitzuführen?“, obwohl sie die Antwort im Kopf schon rezitieren konnte. Im groben umfasste es: „Mein Labor. Dr.Japser ohne Kaffee tödlicher als Milzbrand“
    • Bennet versteifte sich, kaum spürte er Wex Blick fokussierter auf sich. Wex' Wortwahl und Tonfall entlockten dem Jungen lediglich ein Zucken seiner Augenwinkel, das Lächeln noch immer wie festgefroren im Gesicht. Er hatte nach solchen Nächten nicht die Ruhe, sich um Bücher zu kümmern. Er musste sich bewegen, etwas tun. Darum lief er. So war er konditioniert worden.
      Lauf. Wenn du schnell genug bist, läufst du ihnen vielleicht davon.
      Allerdings saugte sich sein Blick nun an dem Zeigefinger fest, der stumm anklagend auf ihn gerichtet war.
      "Sie haben mir gesagt, ich soll nicht mehr als fünf Stück in einer Nacht nehmen", erklärte er, wobei es eher danach klang, als rezitierte er jemanden. Dass er jede Nacht die fünf Stück nahm und trotzdem nie durchschlief sah man als Außenstehender maximal an seinen dunklen Augenringen, die seine nussbraunen Augen untermalten.
      Dann blitzte auf einmal etwas in seinen Augen auf. Typisch für Bennet waren die gedanklichen Sprünge, die ihn immer zwischen Themen hin und her warfen, als würde er manche Sätze erst nach dreißig anderen richtig verarbeitet haben.
      "Warte. Morgen viel zu tun?" Seine Miene hellte sich sich auf. "Nimmst du mich mit? Darf ich raus? Was soll ich machen? Was kann ich machen? Oder was tust du? Wohin geht's?"
      Man hörte die Euphorie aus jeder einzelnen Silbe der Wörter, die über die Lippen des Jungen kamen. Manchmal fühlte er sich wie ein Rennpferd, das man immer im Stall stehen ließ und erst am Turniertag frei laufen ließ. Er witterte buchstäblich seine Chance, endlich wieder tätig zu werden. Früher wäre er jetzt wie ein Sechsjährige umher gehoppst, wild mit den Händen gestikulierend. Das lagerte er nun auf einen schier unendlichen Strom an Fragen aus. Das sah wenigstens nicht mehr so bescheuert aus.




      Celentia hatte sich mit einem Klemmbrett bewaffnet und ging die einzelnen Maschinen ab, um die aktuellen Daten zu protokollieren. Ihr Kaffeebecher stand neben vier anderen neben dem Mikroskop vom gestrigen Abend.
      "Der Becher steht nur da, wo er nicht irgendwas kaputtmachen kann", bemerkte sie nüchtern und tatsächlich sammelte sie ihre beeindruckende Ansammlung an Altpapier ausschließlich auf dem einzigen Tisch im Labor, wo Flüssigkeiten am wenigsten Schaden anrichten konnten.
      "Außerdem geht nichts über einen Kaffee hier und dann. Spätestens nach der Misere gestern abend brauch ich drei davon."
      Sie deutete beiläufig auf den Mülleimer mit dem markanten biohazard Zeichen. Offensichtlich war die Reinigungskraft noch nicht reingekommen. Üblicherweise taten sie das auch nur, wenn Celentia anwesend war. War ja nicht zum aushalten wenn man bedenken mochte, dass eine Putzfrau aus Versehen ein wichtiges Präparat als Abfall einstufte.
      Nach drei weiteren Häkchen fuhr sie fort: "Meinst du, dein Vorstand kommt irgendwann auf die Idee, mir auch noch irgendwelche Bodyguards aufzudrücken? Vermutlich nicht, zu teuer. Oder anders gesagt, unnütz weil Menschen ja ersetzbar sind. Ich glaube, da würde ich ja die Krise kriegen, wenn mir ständig ein Schatten hinterher liefe."
      Während der Protokollarbeiten plauschte Celentia immer gerne, da sie hier nur Daten übertrug. Umso stiller war sie dann bei den eigentlichen Experimente, obwohl man sie manchmal dabei ertappen konnte, wie sie Objektträger und Stifte durch den Raum warf. Aber nur ganz selten.
      "Ich würde dich ja viel lieber dafür abstellen, mir einen Elder zu suchen", sinnierte sie weiter und tippte mit ihrem Kugelschreiber gegen ein Reagenzglas mit einer grünlichen Flüssigkeit im Inneren. "Kann ich das nicht beantragen oder so? Á la ich brauche ein wichtiges Reagenz, das man mir beschaffen muss? Das krieg ich doch bestimmt durch..."

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    • WEX
      Der Captain starrte auf den Boden zu seinen Füßen stöhnte und kratzte sich die Stirn, auch wenn es nicht juckte, was sollte er bloß mit diesem Jungen anstellen, er war Soldat und kein Kindermädchen. Zwar würde er den Kleinen das ganze selbst durchstehen lassen, ohne dass es ihn kümmern würde, aber mit ständiger Übermüdung war er nicht voll einsatzfähig. Das führte dazu, dass er sich um Bennet kümmern musste, und damit waren seine eigenen Ressourcen verschwendet. „Disziplin, Rekrut“, schnaufte er resignierend aus. „Sobald ich einen Auftrag für dich habe, wirst du unterrichtet“, auch wenn er noch nicht wusste, wofür er den Jungen nutzen sollte, den die morgige Arbeit überstiegen die Aufgaben eines Kindes, vielleicht sollte er auch versuchen Bennet aus seinem Squad zu schmeißen, die Einrichtung, die das Ziel des Auftrags war, wäre sowieso ein gefährlicher Ort für ihn, auf der anderen Seite könnte er ihn dort vielleicht als Trumpf ausspielen. „Geh jetzt auf dein Zimmer, versuch zu schlafen.“, dabei nickte er den Jungen auch schon den Gang hinunter und schloss die Tür vor sich, um genervt auszuatmen. „Anima und Kinder….“,dachte er sich, da er es in diesen Räumen nicht aussprechen wollte, er schüttelte den Kopf, zog die Schuhe aus und lies sich auf den Schreibtischsessel fallen wo er die Hände aufs Gesicht legte. Da hatte er so viel mentales Training hinter sich und an einem Tag fanden gleich zwei Dinge einen Weg ihn zu nerven. Fehlte nur noch eine Frau, dann wäre die unheilige Dreifaltigkeit der Nervtötung komplett.

      Der nächste Morgen begann für Wex um 0600 als das Piepen seines Weckers los ging. Es waren nur zwei Stunden und diese nicht wirklich erholsam, aber es galt vieles zu erledigen, um seinen Auftrag in die Wege zu leiten. Seine Arbeit von gestern schien aber Früchte zu tragen, denn er hatte schon ein paar Antworten auf einige SMS. Das erste Treffen war mit seinem Kommandanten, er traf ihn im Gang, ‚rein zufällig‘, nicht weil etwa seine Sekretärin ihm noch einen Gefallen schuldete und den Terminplan des Kommandanten weitergegeben hatte.

      „Captain Wex wie geht es ihnen?“ „Weiche Betten und gutes Essen verlangen ihren Zoll, Sir“, dabei griff er sich auf den Bauch. Ein Lachen der beiden. „Mal sehen was ich für sie tun kann“ „Bitte nicht Afrika, ich habe genug von lästigen Quälgeistern, seien es Mosquitos oder labile Rekruten. Etwas wo ich den Kleinen in mehr Sicherheit wüsste, wäre würde das Potential meine Squads erhöhen“

      Später am frühen Morgen:
      „Ich hätte nicht erwartet sie heute im HQ zu sehen, Eva. Sagen sie bloß es gibt einen Auftrag von CrysTec für uns“, ein charmantes Lächeln, „Sie wissen doch, Wex, ich darf darüber nicht reden“ ein bestimmendes Nicken, „Kommen sie schon Eva, ich erzähle es doch keinem, aber unter uns, könnten sie mir nicht den gefallen tun und den Kommandanten einen kleinen Schubs mich zu schicken? Ich hätte gerne einen Auftrag der mich nicht in den Schlamm führt, eventuell hätte ich auch wieder Informationen die sich für sie auszahlen könnten.“ . „Ich höre?“, eine hochgezogene Augenbrau, während seine Lippen ihr etwas ins Ohr flüstern. „Mal sehen was ich tun kann.“, „Mehr würde ich nie verlangen“

      So ging es den ganzen Tag hin und her, am späten Nachmittag konnte er dann endlich etwas essen und überlegen was er Bennet für eine Aufgabe geben konnte, noch während er sein wohl verdientes Mittagessen verdrückte, kam die Nervensäge auch schon durch die Kantine gelaufen.

      Eissa
      „Reiche ich ihnen den nicht als Schutz, Ma’am?“, nun schmunzelte die Soldatin, doch versuchte ernst zu bleiben, „Oder liegt es daran, dass sie nur gewohnt sind, wenn ein Mann in ihrem Schatten hinterherhechelt?“, eine kurze Pause, „Ma’am“, als Zeichen des Respekts, wobei sie das Schmunzeln ganz aufgab und nickte, dieser freche Kommentar wurde aber nur mit einer hochgezogenen Augenbraue quittiert, während die Doktorin auch schon sagte sie würde Eissa lieber abstellen einen Eldar zu suchen. Eissa blieb an ihrem Posten bei der Tür und zuckte mit den Schultern, „Ich kenne weder den finanziellen Spielrahmen, der diesem Projekt zugedacht wurde, noch welche Ressourcen ihnen zur verfügung gestellt werden, Ma’m. Wenn sie wünschen, mache ich mich aber sofort daran einen Antrag auf Unterstützung zur Sicherung von Ressourcen zu verfassen.“, ein aufmerksamer Blick zu Dr. Jasper, „Haben sie irgendwelche Präferenzen für ihren Personenschützer?“, wobei ihr linker Mundwinkel nach Oben ging.
    • Celentia sah aus dem Augenwinkel nur grob, dass Eissa irgendwelche Grimassen zog. Sie teilten keinerlei persönliche Freizeit miteinander, von daher konnte Eissa nichts von ihrem Privatleben wissen. Demnach stockte sie kurz als ihr auffiel, wann sie eigentlich das letzte Mal mit einem Mann unterwegs war.
      Das war Monate her.
      Dieser Gedanke entlockte der Doktorin ein aufrichtiges Seufzen. Zwar erzählte sie jedem, der fragte, dass ihre Arbeit alles für die war. Allerdings sollte es ihr dann doch nicht so viel bedeuten...
      "Ich habe dich noch nie in Aktion gesehen. Also kann ich das nicht bewerten, eigentlich will ich das auch gar nicht", gab sie lediglich auf die Bedenken der Generationssoldatin als Kommentar ab.
      Allein schon, dass Eissa hier angestellt worden war, sprach Bände. Die Forschungseinrichtungen waren in der Regel gut gesichertes Terretorium, das entsprechend gute Leute voraussetzte.
      Darüber hinaus wusste Celentia sehr gut, dass man ihr schon längst einen Elder vorgesetzt hätte, sofern man an einen gekommen wäre. Viele wäre in einem Satz - es stellte sich als schwierig heraus einen Elder aufzutreiben, dessen Verschwinden nicht auffiele. Und diejenigen, die bekannt waren, stellten sich oftmals als genetisch gar nicht so anders dar wie alle anderen Menschen. Folglich winkte sie Eissa nur ab als sie erwähnte, einen Antrag stellen zu können. Das Ergebnis war ihr schon bekannt.
      „Haben sie irgendwelche Präferenzen für ihren Personenschützer?“
      Celentia klappte eine Abdeckung einer Maschine etwas zu energisch wieder zu. Wenn die Soldatin spielen wollte, bitte sehr. Sie fuhr abrupt herum und stemmte ihre Hände in ihre Hüften.
      "Das war ein Witz. Ich brauch keinen, einen Wissenschaftler mit möglicherweise eingeschränktem Wissen braucht niemand. Außerdem würde mich ja auch mal brennend interessieren, wie das eigentlich bei dir gerade so steht." Ihre Augen funkelten scharf. "Dein potenzielles Kind wird doch bestimmt den gleichen Job machen wie du, also bist du doch sicherlich schon auf der Jagd nach passendem genetischen Material, hm? Komm schon, du darfst dir auch den Suit ausleihen. Spätestens dann hättest du eh jeden an der Angel."
      Innerlich schwappte eine Welle der Entspannung über die junge Doktorin herein. Es war so unfassbar lange her, dass sie eine so lapidare Unterhaltung hatte führen können. Immerzu pflegte sie eine harte Miene, Freunde hatte sie praktisch keine und wirklich etwas unternehmen tat sie auch nicht. Praktisch nie kam sie unter Menschen, außer hier in ihrer Abteilung. Das war ein weiterer Grund, warum sie diese Einrichtung teilweise als ihr zweites Zuhause betrachtete.
      Obwohl ich sagen muss, dass ich vielleicht doch mal Ausschau halten sollte... Könnte ja nicht schaden. Hm... gut gebaute Soldaten findet man hier doch sicherlich...

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Die Maschine wurde zugeklappt, dass ein leises Scheppern zu hören war. Eissa hatte also ins Schwarze getroffen und konnte sich nur mit Müh und Not ein Grinsen verkneifen, stattdessen versuchte sie mit der Frau Doktor zu reden, als würden sie sich gerade über einen Fachartikel unterhalten. „Was ihre Karriere angeht kann ich natürlich schwer beurteilen, ob ein Mann ihr Wissen einschränken könnte, aber meiner Erfahrung nach gibt es Zeitpunkte, an denen man sich versteift und es nicht schlecht ist einen Restknopf zu drücken, um Dinge von einer neuen perspektive zu betrachten. Es soll Männer geben, die das Talent besitzen nach einem kurzen miteinander das Hirn von Frauen leer zu machen“, dabei nickte sie der Fr.Doktor zu und strich dann an ihrem Body hinab, „Ich danke ihnen außerdem für den Tipp mir diesen Anzug für gewisse spät abendliche Unterhaltungen auszuleihen, wobei ich beichten muss dieses Angebot kommt bereits zu spät“, wobei sie sich grinsend auf die Unterlippe biss, bevor sie sich räusperte und wieder mit gestrecktem Rücken dastand. „Um ihre Frage zu beantworten, ich bin eine geschickte Jägerin um im ständigen Training um genetisches Material zu testen, doch bisher ohne Erfolge, die mich dazu veranlassen längere Proben mit dem Testobjekt durchzuführen.“ Eine hochgezogene Augenbraue und der kurze Blick nach links deuteten, dass sie überlegte, „Benötigen sie vielleicht ein zeitlimitiertes Testobjekt? Wie sie wissen, soll ich ihnen bei allen Problemen helfen, die auf sie zukommen“
    • Bennet lauschte Wex mit gespitzten Ohren, nur um für Sekunde für Sekunde immer mehr seiner Euphorie zu verlieren. Als er ihm dann die Tür einfach vor der Nase zumachte, blieb der Junge allein im Gang zurück. Regungslos stand er da und starrte die Tür an bis er leise murmelte: "Verstanden, Sir...."
      Dann machte er sich auf den Weg zurück in sein Zimmer und versuchte das, was man ihm aufgetragen hatte.

      Um 7 Uhr war er bereits wieder auf den Beinen, hatte sich geduscht und lief wieder in seinem Zimmer auf und ab, unschlüssig, ws er tun sollte. Dann fiel ihm ein, dass Wex zu ihm meinte, er solle trainieren. Training klang urplötzlich fantastisch in Bennets Ohren, sodass er sich mit einem frischen beigefarbene Shirt, einer dazu passenden Stoffhose und vernünftigen Boots auf den Weg machte. Um seinen Hals baumelte sein Ausweis, den er seit seinem Erhalt stolz trug.
      Er fand sich in der Abteilung für Kampfausbildung ein, wo er in einem abgeschotteten Raum durch eine Glasscheibe zwei junge Männer beobachten konnte, die sich gerade im Nahkampf übten. Fasziniert starrte er sie durch die Scheibe an bis ein Ausbilder auf ihn aufmerksam wurde.
      "Bennet?", fragte er, ein groß gebauter, bulkiger Mann, den der Junge definitiv nicht kannte. Allerdings wusste er, dass man ihn wegen seiner Blutlinie höchstwahrscheinlich kennen würde. "Was verschlägt dich hierher? Kinder sind hier nicht zu gebrauchen, geh woanders spielen."
      Bennet verzog ganz kurz das Gesicht, eher sich dann doch lächelnd dem Mann zuwandte. Auf dem Asusweis las er Murdock. Diesen Namen kannte er nicht.
      "Sir, mein Vorgesetzter wies mich an, trainieren zu gehen. Hier bin ich, Sir."
      Murdock musterte den Winzling vor sich, erst abschätzig, dann schmierte sich ein hässlicher Ausdruck von Gehässigkeit in sein Gesicht.
      "Ist das so? Na, dann hab ich wohl keine Wahl, wenn ein Rekrut trainieren will, halte ich ihn nicht davon ab." Mit groben Schlägen schlug Murdock gegen die Scheibe, sodass die beiden trainierenden Männer innehielten. Murdock gestikulierte irgendetwas, sodass der eine den Raum verließ. Der andere Soldat hingegen, Wex' Statur ähnlich nur mit hellblondem Haar und einem zermürbten Gesicht, blieb zurück.
      "Wir sind gerade sowieso dabei ein bisschen Nahkampf zu üben. Ohne Waffen versteht sich. Da kannst du dich mal ausprobieren", grinst der Ausbilder und bedeutete Bennet, den Raum zu betreten.
      Entgegen jeglicher Annahme flitzte Bennet direkt in den Raum, immer noch lächelnd, dass er endlich etwas tun durfte. Hinter ihm wurde die Tür geschlossen und nun stand er dem Blonden gegenüber, der lautstark seufzte.
      "Was soll das denn? Ein Kind? Ist das euer scheiß Ernst? Der hat sich hier zu verpissen."
      Unmut machte sich auf beiden Lagern breit. Bennet räusperte sich. "Klein sein muss kein Nachteil sein", meinte er lediglich und musterte sein Gegenüber.
      Der Blonde lachte auf. "Ja sicher, Kleiner, aus welcher Kita hat man dich denn rausgelassen? Pass bloß auf, dass du nicht direkt anfängst zu heulen."
      Jetzt grinste Bennet. Herausforderungen gefielen ihm. Und offensichtlich hatte der Typ noch keine Bekanntschaft mit einem Elder gemacht.
      Ohne Vorankündigung sprintete der Junge los, viel zu schnell für den überraschten Kontrahenten. So landete Bennet einen sauberen Sprungtritt genau auf den Oberkörper des Soldaten, der prompt nach hinten geschleudert wurde. Der Junge hingegen landete geschmeidig wie eine Katze auf seinen Füßen und grinste den auf den Boden liegenden Mann an. Dieser hustete ein paar Mal, kam allerdings schnell wieder auf die Füße. Er sagte kein Wort, aber man sah in seinem Blick die Zahnräder klicken.
      "Versuch's doch nochmal, Wichser."
      Das ließ sich Bennet nicht zweimal sagen. Wieder flitzte er nach vorne und versuchte ein ähnliches frontales Manöver. Und das war der Moment, wo Erfahrung über kindliche Dummheit siegte.
      Diesmal damit rechnend war der Soldat nicht so schnell, den kompletten Tritt abzuwehren. Aber er bekam den Jungen am Fuß zu fassen, riss ihn mit auf den Boden und war auf einmal über dem Jungen. Bennet gab nur einen überraschten Laut von sich, ehe die erste geballte Faus sein Gesicht traf. Funken sprühten vor seiner Sicht und der Schmerz schoss ihm heiß durch Mark und Bein. Er schmeckte Blut - sein eigenes - und fand sich nicht in der Lage, den größeren und schwereren Mann von sich zu stoßen. Er versuchte ihn am Kragen zu packen, dann traf ihn der zweite Schlag. Der dritte Schlag. Der Vierte.
      Bis es vor seinen Augen Dunkel wurde.

      Die Sanitätsstation befand sich in unmittelbarer Nähe zur Kantine, sodass Bennet durch die Kantine laufen musste, um zu den Wohnquartieren zurück zu gelangen. Der Soldat hatte sich nicht zurückgehalten - er hatte eine aufgeplatzte Lippe, ein angebrochenes Jochbein und ein Auge mit einem Pad bandagiert. Sein Shirt war gesprenkelt mit seinem eigenen Blut und er war tunichst damit beschäftigt, zurück in sein Quartier zu kommen um sich umzuziehen. Wex durfte ihn so nicht sehen. Das war reinste Bestätigung, dass Bennet einfach zu nichts taugte und sich sogar verprügeln ließ.
      Daher beachtete er niemanden, als er mit seinem hohen Tempo durch die Kantine huschte und so einer Person erst recht ins Auge stach.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Celentias Blick entgleiste. Das konnte doch nicht sein, dass eine Vollblutsoldatin so viel Zeit hatte, sich noch mit anderen Dingen zu beschäftigen.
      "Ah.. achso, mhm, leer zu machen also. Sprichst wohl aus Erfahrung". Ihre Antwort war hörbar pikierter Natur.
      Besonders auf das Reagenzgläschen fokussiert, dass sich in ihrer Hand befand, versuchte sie erst gar keinen Blick zu Eissa zu werfen. Die Anmutung reichte schon. Betont sorgsam befüllte sie das Gläschen mit einer Pipette voll grünlicher Lösung, um es dann in die Zentrifuge zu stellen und START zu drücken. Dann fuhr die Doktorin mit vor der Brust verschränkten Armen zu Eissa herum.
      "Wie armelig ist das denn bitte, wenn du mir einen Kerl von weiß wo aufgabelst. Das muss ich schon selbst hinkriegen. Und mal ganz nebenbei weißt du doch gar nicht, wie mein Beuteschema aussieht."
      Punkt für Celentia. Darüber hatten sie noch nicht gesprochen. Allerdings war das vermutlich nicht nötig, zumal Eissas Körpersprache und Wortwahl dafür gesorgt hatten, dass sie nun ganz andere Bilder in ihrem Kopf hatte.
      Sichtlich gefrustet seufzte Celentia. Mit wenigen Schritten war sie bei ihrem Tisch mit dem Kaffee angekommen, um sich einen Schluck zu gönnen. Immerhin war er ihr treu, schmeckte immer gleich und erfüllte seinen Job ohne zu murren.
      Was ihren eigenen Job betraf stand sie aktuell vor einer Backsteinmauer. Seit geraumer Zeit versuchte sie, einen Marker zu entwickeln, den man Tumorzellen anheften konnte und so gezielt die Zellen zu zerstören, ohne gesundes Gewebe zu beschädigen. Allerdings fuhr sie noch einen zweiten Plan, nämlich die Entstehung von Krebs in Kern zu ersticken.
      Und dann war da noch ihr Herzensprojekt, von dem niemand wusste.
      In dem Bassin, das vielleicht 3 Liter blau gefärbter Lösung fasste, lagerten Reagenzien, die aus ihrer persönlichen Sammlung stammten. Niemand hatte Informationen über ihren Inhalt, ihren Nutzen. Niemand stellte Fragen - immerhin war niemand hier, dem ausgerechnet dieses Becken auffallen könnte. Nach Celentias Blick kurz liebevoll das Blau der Lösung musterte, kehrte ihre Aufmerksamkeit wieder zu Eissa zurück, die sich scheinbar immer noch ins Fäustchen lachte.
      Celentia hob den Zeigefinger in die Luft. "Nur mal theoretisch gefragt", begann sie und achtete penibel darauf, dass der Becher möglichst viel von ihrem Gesicht verdeckte, "wo würdest du wen aufgabeln?"

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    • Den Löffel zum Mund erhoben erblickte er das Shirt von Bennet und ließ den Löffel wieder in seine Schüssel zurückfallen, wo er klimpernd zur Ruhe kam, während Wex seine flache Hand auf die Serviette knallend, zog er diese vom Tisch und wischte sich den Mund ab. Was der Junge wieder angestellt hatte? Keine Ahnung und er hatte eigentlich auch keine Zeit dafür, aber er hatte noch nie jemanden zurückgelassen. „Bennet!“, rief er bestimmt und mit hartem Ton durch die Kantine, hob den Arm nach Oben und winkte ihn her, kaute fertig und schob mit der Rückhand den Teller zur Seite. Mit den Unterarmen stützte er sich auf dem Tisch ab und verschränkte die Finger ineinander. „Ok, was ist passiert?“, er hörte sich das ganze an und grinste hämisch. „Tja, der Übermut der Jugend. Ich hoffe du hast etwas daraus gelernt. Lerne deine Gefühle zu kontrollieren und nur weil du ein Eldar bist und vielleicht stärker als wir, ist es nicht natürliches Talent, dass einen weiterbringt, sondern der stäte Wille sich ständig zu verbessern.“, er zog aus seiner Hosentasche ein paar Scheine und schob sie über den Tisch. „Schäme dich nicht für eine Niederlage, solange du daraus lebend herausgekommen bist und etwas gelernt hast“, nun nickte er auf das Geld, „Geh, kauf dir etwas zu Essen und erhole dich dann. Morgen haben wir vermutlich einen neuen Auftrag.“
    • Die Soldatin stand weiterhin mit den Armen hinter dem Rücken da und beobachtete Dr. Jasper bei ihrer Arbeit. „Theoretisch“, begann Eissa und legte eine kurze Pause hin, „Ist dem Resetknopf da Unten egal wie der Kerl aussieht, Ma’am. Es gibt für uns genügen Positionen einzunehmen, bei denen wir uns vollkommen auf das Gefühl konzentrieren können und nicht einmal die Augen schließen müssen.“, dann schritt Eissa zu Dr. Jaspers Schreibtisch und schnappte sich einfach den zweiten Kaffeebecher und trank daraus. „Obwohl ich persönlich auch bevorzuge, von Oben auf meine Testobjekte hinabzublicken.“, nun stellte sie den Becher wieder ab und ging zurück auf ihren Posten. „Sie könnten es mit Tinder versuchen, oder aber sie gehen ganz nach alter Schule in ein Lokal und baggern einfach irgendeinen Typen an der Bar an.“, sie nickte, „Vielleicht sollten sie ihren Bodysuit tragen, dann könnte es sogar passieren, dass sie dafür bezahlt werden“, nun nickte sie schräg zur Seite, „Ich könnte aber auch Fragen ob wir ein kleines Budget für entspannende Dienstleistungen erhalten könnten. Dann könnte ich ihnen einen geeigneten Katalog an potenziellen Kandidaten zusammenstellen“
    • Bennet zuckte so heftig zusammen, dass er sich fast gemault hätte. Stattdessen blieb er wie angewurzelt stehen und mied jeglichen Blick. Das hielt etwa fünf Sekunden an, dann machte der Junge kehrt und ging steif auf den Ursprung des Ausrufes zu. Vor dem Tisch von Wex angekomen blieb er einfach stehen und wagte es nicht, sich zu setzen. Während er erklärte was geschehen war, haftete sich sein Blick auf eine Macke im Tisch damit er seinen Vorgesetzten nicht ins Gesicht blicken musste. Das konnte er einfach nicht.
      Das erste, was er murmelte war: "Ich bin nicht stärker, ich bin nur schneller", so leise, dass es für den Normalsterblichen unterging.
      Das Rascheln riss ihn ein wenig aus seiner Trance. Perplex musterte er die Geldscheine, die Wex vor ihm auf den Tisch legte. Eine Flut an Emotionen, ein haushoher Tsunami an Gefühlen brach über den Jungen herein. Jede neue Sekunde brachte eine andere Emotion; Verwunderung, Scham, Trauer, Zorn. Letzteres war dann auch jene Regung, die sich in dem Jungen festbrannte.
      Bennet atmete einmal durch, ballte die Hände zu Fäusten und sah Wex ins Gesicht.
      "Es kommt nicht wieder vor, Sir. Entschuldigen Sie mich." Das war das erste Mal, dass seine Stimme trotz der hohen Oktave mehr wie die eines Soldaten klang als jemals zuvor. Dann fegte er aus der Kantine. Ohne das Geld.

      Er brauchte nur wenige Minuten bis er in seinem Zimmer angekommen war und sich alle Klamotten vom Leibe riss. Er atmete so schwer wie ein Marathonläufer, obwohl die Strecke eine Kleinigkeit für ihn gewesen war. Er war zornig auf den Kerl, der ihn verprügelt hat. Zornig auf sich selbst, weil er so naiv gewesen war. Zornig auf Wex, weil Bennet ihm einen Grund zum Mitleid gegeben hatte, mochte es auch noch so klein sein. Jetzt fiel ihm auf, dass er nicht außer Atem war, sondern hyperventilierte. Mit einem Mal schrie er einfach seinen Komplex zusammen, die Frustration, die Wut und die Scham suchten sich ihre Ventile. Es war nichts im Vergleich zu dem, was man ihm in den Forschungszentren angetan hatte. Wie man ihn wie eine Versuchsratte missbraucht hatte. Jeden Tag von physischen Schmerz geplagt zu werden konnte er verkraften. Aber niemand hatte ihn gelehrt, wie man seinen Geist unter Kontrolle brachte.
      Irgendwann wurde Bennet heiser, seine Atmung normalisierte sich und er sackte auf seine Knie, so wie Gott ihn eschaffen hatte. Er hatte keine Spiegel in seinem Zimmer, nichts, was ihm sein Äußeres zeigen konnte. Zu groß wäre der Rückfall, wenn er seinen Körper mit denen der anderen vergleichen würde.
      Irgendwann hatte er sich so weit gefasst, dass er sich mit sauberen Klamotten bewaffnet tatsächlich unter die Dusche stellen konnte und den Dreck des Morgen von sich waschen konnte. Er wollte lernen - eine Lehrstunde hatte er bekommen.

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    • Mit einem Knall landete der Kaffeebecher auf dem Tisch und begann sich unter dem eisernen Druck von Celentias Fingern zu verformen.
      "DAS IST MIR SCHON KLAR, DASS DAS DEM KNOPF EGAL IST", schrie sie in einer seltsamen Mischung aus Scham und Lachen," aber ICH will auch was zum gucken haben, verdammt!"
      Langsam aber sicher dämmerte es der Doktorin, dass ihre Sicherheitskraft offensichtlich weniger verklemmt war als sie selbst. Prompt fühlte sie sich an ihr Alter erinnert. Ein paar Sekunden lang starrten sich die Frauen einfach an, dann seufzte Celentia.
      "Um Gottes Willen nein, wir stellen da keine Katalog zusammen, ich werde nicht anfangen auf anderen Bildschirmen als meine Maschinen herumzuwischen und erst nicht irgendeine Geschlechtskrankheit in einer Bar einsammeln. Alles gut, ist ja nicht so, als wäre ich auf der Flucht."
      Insgeheim war sie aber dankbar für diese kleinen Spielereien. Es war einfach so, dass sie wie ein Shut-In nur von ihrer Wohnung zur Arbeit ging und wieder zurück. Sie hatte es sich so ja ausgesucht. Genauso aussuchen konnte sie es sich dann auch, am Wochenende abends einmal wegzugehen. Einer einsamen Frau mit passablem Look würde Anschluss doch sicherlich einfacher fallen als gedacht.
      "Mach mir das nächste Mal ein Foto von deinem nächsten Onenightstand. Nur als Referenz."
      Ihr Tonfall war absolut sachlich. Zum Glück konnte Eissa von dort Celentias süffisantes Grinsen nicht sehen.

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    • „Natürlich Ma’am. Sobald mir ein geeignetes Testobjekt unter die Finger kommt, werde ich sie sofort informieren.“, sie nickte und lies Dr. Jasper eine weile in Ruhe arbeiten. Es dauerte nicht lange bis auch ihre Kollegen und Kolleginnen das Labor bevölkerten und langsam die ‚ruhe‘ der Maschinen dem Brummen der Menschen wich. Ein Piepen in Eissas Tasche ließ sie ihr Handy herausnehmen. Es war eine Mail des Vorstands, neue Sicherheitskräfte, eine externe Einheit von WASP würde dem Labor zugeteilt werden. Unter anderem wurden ihr auch die Akten des Captains der Einheit geschickt, ein gutaussehender junger Kerl mit kurzen schwarzen Haaren und Augen, die leuchteten wie die rubinfarbenen Augen eines Drachen. Guter Körperbau, athletisch und für das Aktenfoto in schwarzem Hemd. Die Soldatin biss sich mit einem Grinsen auf die Lippen, sie musste es einfach versuchen. Sie zoomte aus den Akten heraus, sodass nur das Bild als Großaufnahme zu sehen war und ging zu Dr. Jasper. Diese sprach gerade mit einer Kollegin, doch Eissa unterbrach sie einfach, „Dr. Jasper? Ich bräuchte kurz ihre Meinung zu einem Kandidaten über die vakante Stelle, die wir heute Morgen besprochen haben“

      Sie wartete kurz ab, bis Dr. Jasper, der ein Anflug von Röte ins Gesicht stieg, ihre Kollegin abwimmeln konnte. Dann hob sie ihr Handy hoch und zeigte der Wissenschaftlerin das Testobjekt. „Sein Name ist Wex und ich könnte für morgen Abend ein Treffen arrangieren, oder wollen sie lieber, dass ich mich um den jungen Herrn kümmere?“
    • "Ich hab festgestellt, dass manchmal die Zentrifuge ihre Drehzahl ändert und dann das Ergebnis anders ausfällt als die Präparate zuvor."
      "Tatsächlich? Meine funktioniert einwandfrei, Sie können Ihre Proben gerne auch bei mir schleudern."
      "Ja? Das wäre fantastisch, meine Grafen laufen jedes Mal aus dem Ruder bei anderen Ergebnissen und dann -"
      „Dr. Jasper? Ich bräuchte kurz ihre Meinung zu einem Kandidaten über die vakante Stelle, die wir heute Morgen besprochen haben.“
      Celentia verschluckte sich beinahe an dem heute bereits vierten Kaffee als sie die Worte ihrer Sicherheitsbeauftragten hörte. Gott sei Dank war es ein Insider, sodass ihre Kollegin nur irritiert dreinblickte und sich sehr schnell abwimmeln ließ.
      Anschließend zog sich Celentia mit Eissa in ihr für Kollegen gesperrtes Laborabteil vin heute morgen zurück. "Gott, kannst du das nicht einfach so von der Seite plötzlich sagen?", meinte die Doktorin, nun aber sichtlich entspannter, seitdem es nur noch die beiden Frauen waren, die die Unterhaltung hörten.
      Und da Eissa bereits mit ihrem Handy buchstäblich vor ihrer Nase herumwedelte, brauchte sie auch gar nichts weiter zu sagen. Anstelle dessen fing sie Eissas Hand ein, damit das Bild nicht mehr ständig von links nach rechts wackelte. Celentias Ausdruck wurde leer. Hätte man ihre Gedanken lesen und Bilder sehen können, wäre das das reinste Fest geworden.
      "Sag bloß DEN hattest du als dein Testobjekt."
      Der Tonfall in ihren Worten war absolut undeutbar. Am ehesten wäre es vielleicht Unglaube. Ihr Blick wanderte von dem Handybildschirm zu Eissa und wieder zurück. Na gut, sie ist ja auch ne ganez Ecke jünger als ich.... und kommt mehr rum... und... argh...
      Es kostete ihr sichtlich Mühe, ihre Augen von dem Bildschirm zu lösen. Ja, der Mann war durchaus ihr Beuteschema und sie ertappte sich dabei, wie sie Eissas Handy nochmal einfing und die Augen des Mannes genau musterte. Rot?...
      Sofort schalteten sich ihre rationalen Gehirnzellen ein. Sofern das keine Kontaktlinsen waren, dann handelte es sich bei diesem Mann höchstwahrscheinlich nicht um einen gewöhnlichen Menschen. Unglaubliche viele andere Nuancen waren der menschlichen Regenbogenhaut möglich, nur galt das nicht für Rot. Entweder, er war manipuliert worden oder er hatte anderes Blut in seinen Adern. Was ihn definitiv als Testobjekt der richtigen Art klassifizierte. Da war nur die Frage, wie sie am besten an Proben kam.
      Todesernst sah die Wissenschaftlerin ihre Sicherheitsbeauftragte an.
      "Ganz genau Eissa. Ein Treffen klingt wunderbar. Ins Labor können wir keinen Fremden bringen, aber woanders hin bestimmt. Hast du seine Augen gesehen? Der hat ganz bestimmt anderes Blut. Ich muss eine Probe davon kriegen."

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    • „Gott, kannst du das nicht einfach so von der Seite plötzlich sagen?“, Eissa verkniff sich ein Grinsen, Dr. Jasper hatte den Köder geschluckt und dachte tatsächlich es würde sich nicht um eine Stelle als zusätzliche Sicherheitskraft handeln, sondern um die ANDERE vakante Stelle. Die Aussage, ob sie ihn als Testobjekt hatte, versuchte sie stillschweigend zu übergehen, damit sie nicht lügen musste und es gelang ihr auch, da die Doktorin eifrig und begeistert von seinen Augen schwärmte. Beinahe wäre ihr ein fataler Fehler unterlaufen, indem ihr herausgeplatzt wäre, es würde sich vermutlich um eine Modifikation handeln, da er vor seiner Zeit als Captain als Scharfschütze tätig war, doch für einen Zivilisten wäre es wohl sehr eigenartig solche Implantate zu besitzen, also versuchte sie auch dies schweigend unter den Teppich zu kehren.

      „Ich werde die nötigen Vorbereitungen treffen, da sie ihn explizit nicht in das Labor einladen wollen und ich aus dem morgendlichen Gespräch vernommen habe, Sie sind kein Fan von Bars. Ich kenne ein Steakhaus, dass auch über Meeresfrüchte verfügt und sehr gute Kritiken hat. Möchten sie, dass ich einen Tisch für zwei reserviere? Oh und möchten sie, dass ich sie als Dr. Japser oder Celentia vorstellen? Der Doktor könne ihn vielleicht vermuten lassen, dass sie nach seinen Körperflüssigkeiten trachten.“

      Perfekt, sie überlegte, ob sie mit jemandem dasselbe Restaurant aufsuchen sollte, dieser Abend würde bestimmt ein lustiger, bis sich das ‚Missverständnis‘ aufklären würde. Es war schön die sonst so taffe Frau Doktor etwas necken zu können, denn es gab wenige Themen, bei denen sie so verlegen wurde. Vielleicht war es auch tatsächlich ihre biologische Uhr, die sie langsam in diese Richtung drängte. Eissa hatte da weniger Probleme und vor allem Hemmungen, sie brauchte nur das nötige biologische Genmaterial, sie würde ein Kind auch allein großziehen, sollte der Mann bleiben, auch gut, solange er ihrer Karriere nicht störte.