Not according to plan [ Anexis & Zdrada ]

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    • Not according to plan [ Anexis & Zdrada ]


      "Deine Aufgabe ist dir klar?" Asmodeus strenger, prüfender Blick ruhte schwer auf der jungen Dämonin vor ihm.
      "Jawohl." Vor Selbstbewusstsein strotzen nickte Desdemona. Natürlich war sie sich ihrer Aufgabe bewusst, sie hatte sich schließlich in den letzten Monat nichts anderem hingegeben. Oder waren es Jahre? Tage? Nun, so sicher war sie sich nicht, Zeit war schließlich ein Konzept der Sterblichen welches in der Hölle keine Bedeutung innehielt.
      “Gut. Du wirkst vielversprechend. Ich erwarte, dass du mich nicht enttäuschen wirst.”
      Auch wenn die Worte des mächtigen Wesens zum einen durchaus schmeichelhaft zu sein schienen, schwang in ihnen eine gewisse Drohung mit. Versagen wurde nicht geduldet.
      “Erweise dich des zweiten Zirkels würdig. Verführe einen Sterblichen, vereinnahme seine Seele, und dir wird künftig jederzeit zutritt in die Welt der Sterblichen gewährt um dort weitere Dienste im Namen unseres unheiligen Herrn zu verrichten.”
      Ein letztes Mal beäugte Asmodeus seinen Prüfling mit kritischen Augen, bevor er beiseite trat und den Blick auf einen großen, Schwarzen Spiegel preisgab, den Desdaemona neugierig beäugte. Sie wusste, dass dies ihr Weg in die Welt der Sterblichen war, doch hatte sie ihn noch nie aus dieser Nähe betrachten können.
      “Bist du bereit?" Es klang mehr nach einer Aufforderung als nach einer Frage, doch sie ließ sich dadurch nicht beirren und schritt stolzen Hauptes vor den Spiegel.
      Der Stählerne Rahmen, welcher das tiefschwarze Glas, das nichts als Finsternis reflektierte, umfasste, besaß die Form eines sich selbst verschlingende Serpents. Je näher sie an ihn herantrat, desto stärker wurde das seltsame pulsieren, welches vom dunklen Glas ausging.
      "Nun geh hindurch." Desdaemona nahm einen letzten Tiefen Atemzug und kniff die Augen zusammen, bevor sie den entscheidenden letzten Schritt geradeaus tat.

      Die Luft wurde kälter. Lärm erfüllte die Luft. Menschen. Überall waren Menschen. Sie riss die Augen auf und fand sich auf dem Bürgersteig inmitten einer lebendigen Großstadt wieder. Die Autos rasten die Straß0en entlang, aus der Ferne ertönten Hupen und Sirenen. Die Menschen zogen allesamt schnellen Schrittes an ihr vorbei, jeder in seiner Eigenen Welt, die meisten davon hatten ihren Blick fest auf ihr Handy gerichtet. Keiner schenkte ihr die geringste Beachtung oder schien sich darüber zu wundern, dass ein leicht bekleidetes Mädchen einfach so aus dem nichts heraus vor ihnen auf dem Bürgersteig aufgetaucht war.
      Nun, nicht gerade, was Mona sich erhofft hatte. Schließlich war sie doch der Meinung gewesen, ein recht attraktiv anziehenderes Äußeres zu besitzen.
      Immerhin besaß sie weder Hufe noch Hörner, welche ihr die negative Art von Aufmerksamkeit beschert hätten. Was nur ein kleiner Trost war.
      "Ich werde schon jemanden finden." versicherte sie sich selbst voller Zuversicht und begann sich zwischen den Menschen umzusehen. Es gab echt wenige attraktive Männer, und noch weniger, welche ihre Aufmerksamkeit auf etwas anderes als ihr Handy gerichtet hatten.
      Irgendwann erblickte sie endlich einen dunkelhaarigen jungen Mann in der Menge, welcher in ihre Richtung kam - und das Ohne Handy! Jackpot.
      Wie sie es geübt hatte, setzte sie ein verführerisches Lächeln auf und stellte sich ihm, in einer Pose welche ihre weiblichen Züge äußerst betonte, in den Weg. "Hey Süßer~ Wie wäre es-" begann sie mit säuselnder Stimme, bevor sie von ihm grob an der Schulter beiseite geschoben wurde. "Kein Interesse." kam es nur unbeirrt von ihm zurück.
      Daesdemona stand wie erstarrt mit offenem Mund da. Was? Was in Satans Namen ist soeben passiert? Wurde sie eben von einem Sterblichen... abgelehnt? Eingeschnappt stapfte sie mit ihrem Fuß auf den Boden. Sie war eine Buhlteuflin! Ein Succubus! Der wahrgewordene erotische Traum eines jeden sterblichen Mannes! Und dieser- dieser STERBLICHE wagte es einfach SIE abzulehnen?! "Du entsprichst eh nicht meinem Geschmack!" faucht sie ihm erzürnt hinterher und stapfte in die entgegengesetzte Richtung davon. Selbst ihr kleiner Wutausbruch hatte kaum mehr Aufmerksamkeit erregt als ein paar verärgerte Blicke und Stirnrunzeln. Sie musste sich was neues ausdenken, und zwar schnell!

      Während sie die Straßen entlang lief, und der Tag sich zum Abend und schließlich zur Nacht wandelte, hatte sie festgestellt, das jeder Mensch, dem sie begegnete ein Handy besaß. Was fesselte sie bloß an dieses dumme kleine Gerät? Was auch immer es war, vielleicht konnte Mona es sich irgendwie zunutze machen? Aber wo...? "Hau bloß ab! Und komm erst wieder, wenn du deine Rechnungen endlich bezahlen kannst!" Die Aufruhr, welche aus der Richtung einer Bar kam, erregte ihre Aufmerksamkeit. Ein ungepflegt aussehender Man, nach kotze und Alkohol riechend lallte etwas unverständliches vor sich hin und torkelte aus dem schäbig aussehenden schuppen heraus.
      Angewidert verzog Daesdemona das Gesicht. Er wäre eindeutig leichte Beute für sie. Aber sie hatte ein zu hohes Niveau um sich soweit zu erniedrigen. Außerdem war seine Seele bereits durch Jahre des Glücksspiels und der Trinkerei verdorben genug um als Eigentum der Hölle zu zählen. Und das schon sehr bald. Er torkelte nur wenige Meter weiter, bevor er das Gleichgewicht verlor und zu Boden ging. Sein Bewusstsein entglitt ihm und er blieb regungslos liegen.
      Die Dämonin sah sich um. Die wenigen Leute die zu dieser Zeit noch durch die Straßen gingen schenkten ihm keine Beachtung und wandten vor Fremdscham sogar absichtlich den Blick von ihm Ab.
      Wenn keiner dem Mann bald zu Hilfe kommen würde, würde er schon sehr bald durch seine Alkoholvergiftung verenden, soviel wusste sie. Sie selbst könnte ihm helfen. Ihn in eine Notfallaufnahme bringen oder jemanden sagen er solle den Krankenwagen rufen. "Pffh, was bin ich? Etwa ein Engel?" Desdaemona schüttelte Hämisch den Kopf. Oh nein, sie war Dämon durch und durch. Und der Trunkenbold konnte ihr durchaus noch einen Gefallen erweisen.
      Sie hockte sich neben ihm hin, und begann seine Taschen zu durchsuchen. Wie sie es sich bereits gedacht hatte, besaß auch er ein Handy. Der Man schlief seelenruhig weiter auf sein unabwendbares Verderben zu, während sie sich das Handy grinsend zu eigen machte. Keiner der vorbeigehenden Passanten schien es zu bemerken. Oder keiner wollte es bemerken. Ein Kinderspiel.


      Als die Sonne am nächsten Morgen aufging, hatte die Junge Dämonin sich in die Handhabung des Handys eingefunden. Der Mann, welchem sie dieses entwendet hatte war um diese Zeit bestimmt schon längst aus dem diesseits geschieden, doch sie machte sich nicht die Mühe dies zu prüfen. Er würde sein Handy schon nicht mehr vermissen.
      Was sie herausgefunden hatte war, dass Menschen sogenannte "Apps" nutzen konnten, um andere Menschen in ihrer Umgebung zu finden, welche sich auf eine Romanze einzulassen. Ein wunderbares Werkzeug für sie! Sie hatte sich auf "Tinder" bereits ein - ihrer Meinung nach- äußerst einladendes Profil erstellt, war soeben dabei ein passendes "Match" zu finden.
      "Mhmm, der sieht schnuckelig aus." kommentierte sie einen der Vorgeschlagenen jungen Männer und wischte den Bildschirm zur Seite. "Hmm, zu alt. Zu adipös." Sie wollte nicht einfach IRGENDWEM, sie war schließlich ein Dämon von Klasse! Ihre erste verdorbene Seele sollte schon jemand sein, mit dem sie Ordentlich angeben konnte!
      Nach einer Weile legte sie das Handy mit einem Seufzen beiseite. Und lehnte sich auf der Parkbank, auf welcher sie die vergangenen zwei Stunden gesessen und ihr Profil erstellt hatte, zurück. Ihr blick schweifte gen Himmel, wo die Aufgehende Sonne den Himmel in allen Farben des Feuers erstrahlen ließ. Ihr erster Tag in der Welt der Sterblichen... Das könnte noch heiter werden.
    • "Hey!" Niklas hörte eine gut bekannte Stimme neben sich, als er dabei war seine Gitarre zu stimmen. "Hey Chris.", begrüßte er seinen guten Freund, der den gleichen Studiengang belegte wie er. "Hast du heute Abend Zeit? Wir wollen feiern gehen.", fragte Chris ihn, ohne lange um den heißen Brei zu reden. "Sorry. Ich hab heute Abend Schicht. Ihr... Könntet allerdings bei mir in der Bar feiern, wenn euch danach ist? Wir haben die Billard Tische und Dartscheiben wieder freigegeben." Chris hörte sich Niklas Worte gut an, zückte sein Handy hervor und schrieb das direkt in die WhatsApp Gruppe, über die die Planung lief. "Wir sind so gegen 8 da schätze ich. Oder 9. Felix ist dabei, das heißt wir werden, wie immer, später weg gekommen als gedacht." Chris und Niklas lachten kurz. Tatsächlich ear Felix dafür bekannt sich grundsätzlich zu verspäten. Oft wurde sogar durch das Sturmklingeln seiner Freunde die ihn abholen wollten, geweckt. "Dann sehen wir uns heute Abend." Als Abschied klopfte Chris seinem Kumpel auf die Schulter. Eigentlich konnte Niklas schon gehen. Hier würde nichts mehr passieren heute. Stumm packte er seine Gitarre ein, packte diese auf seinen Rucksack und verließ die Uni.

      An Tagen wie diesen hatte er keinen Rucksack dabei. Der Gitarrenkoffer auf seinem Rücken hatte genug Platz, um seine Sachen die er brauchte mit unter zu bringen. Der Nachteil war, dass er das sperrige Teil überall mit hin nehmen musste. So auch zur Bar. Gut gelaunt schlenderte er in diese, räumte seine Sachen in den Mitarbeiterraum, und begab sich dann hinter die Theke, wo er mit seiner Kollegin quatscht. Er machte sich eine Cola und dachte darüber nach, wie viele Stunden er heute hier verbringen würde. Zu viele. Das war klar. "Wird heute ein langer Tag. Wenigstens war die Uni heute entspannt." "Dann hoffen wir das der Abend nicht zu übertrieben schlimm wird.", sagte seine Kollegin. "Es kommt nachher noch Max und Alica. Den Laden schmeißen wir heute zu viert." Niklas hörte seiner Kollegin zu und nickte. Das waren zumindest gute Nachrichten. Er legte das Handy auf die Arbeitsplatte und sah sich ein wenig auf verschiedenen Dating Apps um. "Suchst du immernoch nach was ernsten in den Apps? Du solltest damit aufhören. Du kennst doch gefühlt die halbe Stadt, ist da niemand dabei, der in Frage kommt?", fragte Melissa nach. Niklas lachte schwach bei dem Kommentar. "Ich weiß... Ich hab einfach Lust auf neue Gesichter.", versuchte er sich raus zu reden und sperrte das Handy wieder.

      Die Nacht hatte erstaunlich viel Spaß gemacht. Seine Freunde kamen ihn tatsächlich in der Bar besuchen, er konnte mit trinken und hatte dem entsprechend einen guten Abend. Eigentlich war er mehr am mit feiern als am arbeiten. Doch das war nicht allzu ungewöhnlich. Vorallem nicht wenn Chris und Felix dabei waren. Wenn die drei Freunde unterwegs waren galten sowieso andere Gesetze. Auch für seine Kollegen war es irgendwie in Ordnung. Sie wussten, dass Niklas immer einsprang wenn etwas war, er eigentlich immer viel zu wenig Zeit hatte und er trotzdem so zuverlässig war. Da waren solche Abende mehr als in Ordnung.
      Große Vorkommnisse blieben heute Nacht aus. Außer einem Mann, welcher schließlich von seinem Arbeitskollegen raus geworfen wurde, lief alles ruhig ab. Die kleine Partygruppe blieb bis zum Ende. Zu fünft liefen sie dann gut gelaunt die Straße entlang, als Niklas mit seinen Kollegen den Laden dicht gemacht hatte.

      Wie genau Niklas nach Hause gekommen war? Er war sich garnicht mal so sicher. Er wusste nurnoch, dass sie unterwegs noch etwas zum trinken gefunden hatten, sie viel gelacht hatten und... Und dann? Filmriss. Niklas setzte sich langsam auf. Er hatte es nicht einmal mehr ins Bett geschafft sondern lag auf dem Sofa. Er streckte sich und verzog das Gesicht, als die Kopfschmerzen zu spüren waren. Wie spät war es inzwischen? Er blickte auf sein Handy, doch statt auf die Uhrzeit zu achten öffnete er lieber Tinder und sah nach, ob er heute Nacht irgendwas verzapft hatte. Nichts. Doch neue Match Vorschläge. Mit kritischem Blick betrachtete er die Bilder und einige der Profile. Doch nur diese eine Frau mit hellen, langen Haaren hatte etwas, was ihm nach rechts swipen ließ. Und siehe da: Es war ein Match.

      > Einen wunderschönen guten Morgen! Ich muss sagen, ich bin schon mit schlechteren Nachrichten aufgewacht, als mit diesem Match hier, haha!

      Diese Nachricht schrieb er ihr direkt. Auf seltsame schleimige Anmachsprüche hatte er sich noch nie etwas gemacht. Er sperrte das Handy wieder, stand langsam auf und lief langsam ins Badezimmer um duschen gehen und somit die Spuren der letzten Nacht abwaschen zu können. Viel Hoffnung auf eine Antwort der Frau machte er sich irgendwie nicht. Tatsächlich war es eher selten, dass er ernst zu nehmende Gespräche auf dieser App führte. Das ganze war eher ein Zeitvertreib, als alles andere für ihn.
      Man muss noch Chaos in sich haben,
      um einen tanzenden Stern gebären zu können.
    • In der Hoffnung, vielleicht noch weitere interessante Informationen aufschnappen die ihr auf ihren kleinen Mission von nutzen sein konnten, hatte Daesdemona begonnen, das “Internet” nach praktischen Konversation Tipps zu durchforsten.
      “Halten sie stets Augenkontakt zu ihrem Gesprächspartner.” Augenkontakt? Provokant blickte sie sich um. Die einzigen Menschen, die sich mit jemand anderem zu unterhalten schienen, hatten ihr Handy ans Ohr gedrückt anstatt jemanden vor sich stehen zu haben. Soviel zum Thema Augenkontakt.
      “Achten sie auf die Körpersprache.” Gleiches Problem.
      Ehe sie den nächsten, unnützen Punkt lesen konnte, erschien eine kleine Pup-up Benachrichtigung oberhalb ihres Bildschirms. Eine Nachricht!
      Neugierig -und vielleicht auch ein kleines bisschen aufgeregt- tippe Mona es direkt an.
      “Einen wunderschönen guten Morgen! Ich muss sagen, ich bin schon mit schlechten Nachrichten aufgewacht, als mit diesem Match hier.” Las sie die Nachricht laut vor.
      Hmm, nach ihren intensiven…”Recherchen” welche sie den Morgen über betrieben hatte, hatte sie mit einer ganz anderen Art von Nachrichtenverkehr, welche sich eher auf direktere Flirts bezog, gerechnet.
      Nun, es war ihr recht, solange sie letzten Endes an ihr Ziel kommen würde. Ein schneller Blick auf das Profil verriet ihr, dass dieser Junge Mann einer der attraktiven Kandidaten war welche sie in der Nacht auf der Dating App identifiziert hatte. Perfekt.
      Nun, wie sollte sie am besten Antworten?

      > Auch dir wünsche ich einen schönen guten Morgen.

      Ja, das klang nach einer angemessenen Begrüßung… Und weiter? Nachdenklich lehnte sie sich auf der Parkbank zurück und wippte gedankenverloren mit ihrem Fuß auf und ab. Sollte sie einfach direkt auf den Punkt kommen? Nein, das würde ihn vielleicht nur verschrecken.
      Vielleicht ein Wenig Affirmation?

      > Da bist du nicht der einzige, der sich über dieses Match freut ; )

      Gut. Nun etwas, was das Gespräch am Laufen halten sollte. Worüber reden Menschen gerne?
      “Willst du die Art und den Zeitpunkt deines Todes erfahren?” war laut einiger ihrer Artgenossen ein beliebtes Gesprächsthema auf welches viele Menschen interessiert reagierten. Doch dieses Thema erschien ihr für das erste Gespräch doch recht unpassend. Frustriert schüttelte Mona den Kopf. Warum machte sie sich überhaupt so viele Gedanken was das anging? Sie wollte es doch simpel halten.
      Persönliche Gespräche lagen ihr einfach viel mehr als mit diesem Handy Gerät zu hantieren.

      > Was hältst du davon, wenn wir uns bei einem Kaffee kennen lernen statt über das Handy?

      Klasse Idee! Lobte sie sich selbst. So könnte sie zumindest ihren weiblichen Charme spielen lassen, um ihr Ungeschick was die Führung von Konversationen anging, etwas auszugleichen.
      Blieb nur noch zu hoffen, dass er zusagte…
    • Niklas verbrachte ungewöhnlich biel Zeit unter der Dusche. Nach solchen Abenden genoss er die kleinsten Sachen. Und wenn es einfach nur eine warme Dusche war, unter der er eine halbe Stunde stehen konnte. Heute saß ihm nicht mal die Uni im Nacken. Vermutlich wäre er nach dem Abriss letzte Nacht sowieso nur als Leiche präsent gewesen.

      Er ließ sich eine gute halbe Stunde das warme Wasser auf den Kopf und Rücken prasseln, bis er sich dazu aufraffen konnte die Dusche wieder zu verlassen. Gähnend trocknete er sich ab und machte sich fertig. Mit noch nassen Haaren trottete er verschlafen in die Küche. Ein Frühstück? Eine Packung Salzstangen lachte ihn an. Niklas zuckte mit den Schultern. Die würden es wohl tun. Doch zuerst nahm er eine Schmerztablette, um die Kopfschmerzen los zu werden. Mit einer Salzstange im Mund ging er dann zurück zum Sofa, wo er sein Handy liegen gelassen hatte. Er war fast schon überrascht, dass er tatsächlich eine Antwort bekommen hatte. Kauend öffnete er diese und las sie durch. Es war mehr als ungewöhnlich, dass eine Frau so direkt nach einem Treffen fragte. Um genau zu sein war das das erste Mal der Fall, dass er an jemanden geriet, der nicht lange rumeierte. Doch irgendwie gefiel ihm das. Eine willkommene Abwechslung.

      > Sehr gerne! Ich muss heute nicht arbeiten und die Uni will heute auch nichts von mir. Gegen 14 Uhr würde bei mir gut passen. Möchtest du ein Cafe aussuchen oder darf ich dich ins ungefähr beste Cafe der Erde entführen?

      Niklas dachte an ein Katzencafe der Stadt, in dem er früher viel Zeit verbracht hatte. Natürlich kannte er die Besitzer und das komplette Personal. Blieb nur zu hoffen, dass Mona gut auf Katzen zu sprechen war und keine Allergie hatte. Doch wer mochte schon keine Katzen?
      Niklas gab ein Lebenszeichen in WhatsApp von sich, dann legte er das Handy wieder zur Seite, legte sich auf den Rücken hin und aß seine Salzstangen weiter. Vermutlich würde dieser Tag doch etwas interessanter werden als gedacht. Er genoss die Stille um ihn herum, welche nur so lange anhalten würde, bis seine Freunde wieder unter den lebenden waren. Mit geschlossenen Augen aß er weiter und wartete geduldig darauf das die Schmerztablette seine Wirkung zeigte.
      Man muss noch Chaos in sich haben,
      um einen tanzenden Stern gebären zu können.
    • Ungeduldig Wippte Mona mit ihrem Fuß auf und ab, während sie auf eine Antwort von Niklas wartete. Nach einer weile erklang endlich der süße Benachrichtigungston. Zu ihrer großen Enttäuschung, stammt die Nachricht jedoch von jemand anderem auf Tinder. Nun, sie hatte sich schließlich mehrerer Kandidaten auf der App herausgepickt um nach dem Verfahren "First come, first serve." zu agieren.
      Zwar hatte sie bereits ihren Nr. 1 Kandidaten gefunden, aber aus Neugierde heraus öffnete sie dennoch die Nachricht.

      > Hey Angelface, hat's weh getan, als du vom Himmel gefallen bist? ;-)

      Angelface?! Angewidert gab Mona ein Geräusch von sich, welches dem Fauchen einer Katze sehr ähnlich kam und einige Tauben, die es sich In einem Baum über ihrer Parkbank bequem gemacht hatten, erschreckt aufflattern ließ.
      Dieser Sterbliche hatte sie doch tatsächlich mit einem dieser ober-schnöseligen, religiösen Fanatikern die sich 'Engel' schimpften verglichen!
      Eine weitere interessante Kleinigkeit, von der sie während ihrer tiefgründigen Recherchen erfahren hatte, war das Phänomen des sogenannten "Ghosting"s - welches sie sogleich tatkräftig ausübte und die unverschämte Nachricht unbeantwortet ließ.
      Ihre Laune besserte sich schlagartig wieder, als stattdessen eine weitaus erfreulichere Nachricht auf dem Bildschirm vor ihr erschien.
      Ihre Nummer 1 hatte zugesagt. Perfekt!

      > 14 Uhr klingt super. Und ob das wirklich das beste Cafe der Erde ist, werde ich dann wohl entscheiden müssen, sobald du mich dort hin entführst hast~

      Während sie ihre Antwort abtippte, ließ sie gewissenhaft den Part aus, in dem sie zugab, dass es das erste Cafe der Erde war, welches sie besuchen würde. Aber da er schon so überzeugt von dem Laden zu sein schien, war sie zuversichtlich, dass sie nicht enttäuscht werden würde.
      Eigentlich war sie sogar sehr froh drum, dass er direkt einen Vorschlag parat hatte. Die Dämonin hätte nämlich absolut keine Ahnung gehabt, wo sie mit ihm hingehen sollte, wenn die Entscheidung an ihr hängen geblieben wäre. Sie war schließlich zum ersten Mal in dieser Stadt.
    • Der junge Mann schloss die Augen und legte seinen Arm auf diese, um es so dunkel wie möglich zu haben. Sein Kopf drückte. Er schob es gerne auf Gruppenzwang, wenn ein Abend so eskalierte. Warum sollte er sich zurückhalten, wenn es die anderen nicht taten? Er atmete tief durch und hörte die Vibration seines Handys. Langsam nahm er seinen Arm von seinem Gesicht und öffnete die Augen langsam, während er nach dem Handy griff.

      > Super! Es wird dich nicht enttäuschen... Hoffe ich! Hast du zufällig eine Katzenhaarallergie? Falls ja müssen wir doch woanders hin. Ich freue mich jedenfalls schon, haha! Ehm... Wenn wir uns auf dem Paradeplatz in der Altstadt treffen könnten wäre es super. Von da ist es nicht weit.

      Tippte er als Antwort, stellte seinen Wecker auf 12 Uhr und ließ das Handy dann wieder auf das Sofa fallen. Er seufzte leise. Heute war entweder ein schlechter Tag für einen Kater, oder ein schlechter Tag für ein Date. Ganz sicher war er sich da nicht. Das er heute nichts mehr erledigen musste kam mehr als gerufen. So konnte er einfach entspannen, bis der Wecke klingeln würde.


      Pünktlich um 12 wurde er von seinem Wecker hoch gejagt. Er war weggedämmert. Langsam erhob er sich. Es ging ihm um einiges besser. Die Schmerztablette hatte ihre Wirkumg entfaltet und er war nun um einiges entspannter. Mit einer Hand fuhr er sich durch die Haare. Dann griff er nach seimem Handy. Erst öffnete wr WhatsApp. Seine Freunde waren aus ihrem Koma erwacht und hatten einige Bilder und Sprachnachrichten in die Gruppe geschickt, welche er ansah und anhörte. Dann öffnete er den Chat mit Mona.
      Man muss noch Chaos in sich haben,
      um einen tanzenden Stern gebären zu können.