as meat loves salt [Aiden.Nesmilas & medusa]

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    • as meat loves salt [Aiden.Nesmilas & medusa]



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      Vergeltung ist eine Art wilder Gerechtigkeit.

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      PROLOG
      ,, Und ich… ich liebe dich, so wie der Mond die Nacht liebt“, sie spürte die zärtliche Hand, die durch ihre langen hellen Haare strich. Gespannt wartete das Kind auf eine Antwort. Sie war sich sicher, dass sie diesmal den schönsten Liebesbeweis an ihre Mutter überlegt hatte, der von anderen Vergleichen nicht übertroffen werden konnte. Die Mundwinkel der Frau zogen sich zu einem warmen Lächeln zusammen. Sie hörte sich ruhig die Worte ihrer Tochter an, die sie nicht erwartet hatte. Die Königin hätte nicht geglaubt, dass sich in ihrem kleinen Kind solche tiefen Gedanken verbargen, welche in diesen unerwartetsten Momenten an die Oberfläche kamen. Sie mochte solche Gespräche, auch wenn sie in den Augen vieler Erwachsene nur eine Zeitverschwendung waren, denn diese gaben ihr stets die Möglichkeit, ihre Tochter von einer Seite zu sehen, die nicht üblich war. Die Frau wollte, diesen kleinen Menschen vor ihr auf die beste Art beeinflussen. Schließlich lag in ihren Händen die Verantwortung für das Leben, welches sie erwartete, wenn sie erwachsen wurde.
      Ihr war es demnach wichtig, sie für diesen Weg vorzubereiten - unabhängig davon, ob dafür solche leichten Gespräche als Mittel benutzt wurden. ,, Und ich liebe dich, so wie das Fleisch das Salz liebt.“ Die Augenbrauen des Mädchens zogen sich zusammen. Mit einer deutlichen Verwirrung, die man gut an ihrem Gesicht beobachtete, erhob sie ihren Kopf vom Schoß ihrer Mutter. ,, Das ist aber…komisch!“, protestierten die unzufriedenen kindlichen Augen. Versuchte die Königin, sich über sie lustig zu machen? Das ergab doch keinen Sinn. Außerdem war es der schlechteste Vergleich, welchen man entgegenbringen konnte. Fleisch? Sie hörte das leichte Lachen ihrer Mutter. ,, Das ist komisch, in der Tat“, stimmte sie belustigt zu, während sie weiterhin langsam die offenen Haare kämmte. ,, Ich verstehe es aber nicht“, sprach die Tochter enttäuscht weiter, als sie ihren Kopf wieder auf den Schoß ihrer Mutter fallen ließ. Sie hatte sich schließlich viele Gedanken darüber gemacht, wie sie ihre Liebe für ihre Mutter am schönsten verdeutlichen könnte. Eigentlich war ihr bewusst geworden, dass es schwierig, sogar unmöglich war, solche Gefühle mit bloßen Worten wiederzugeben.
      Sie spürte die grazilen Finger, welche ihre Haare langsam zusammenflochten. Das Mädchen drehte ihren Kopf zur Seite, um in das Gesicht ihrer Mutter zu blicken.
      Die junge Frau lächelte weiterhin und wartete auf die Proteste, die sie erwarten würden. In diesem Moment wunderte sie sich, ob ihr Vergleich überhaupt gelungen war. Sie hatte es mit der Absicht ausgewählt, um sie zum Nachdenken anzuregen.
      ,, Fleisch und Salz hängen nicht voneinander ab aber zusammen—.“,, Aber zusammen schmecken sie am besten“, warf die Tochter schnell ein und erlaubte ihrer Mutter nicht, den Satz zu beenden. Die Königin lachte nur amüsiert.
      ,, So kann man es wohl auch sagen“, kommentierte sie den Entschluss, bevor sie weitersprach, ,, zusammen bilden sie das Schönste von sich selbst.“ Das Mädchen ließ ihren Blick nicht ab. Sie glaubte, langsam verstehen zu können, was dieser Vergleich zu bedeuten hatte.
      ,, Sie können ohneeinander leben, aber die Präsenz des anderes haucht viele Farben und Freude in das Leben ein.“ Ihre kindlichen Augen ließen immer noch nicht von der Königin ab. Nachdem sich die Blicke der beiden trafen, beobachtete sie, wie sich auf den Lippen der bekannten Frau ein Lächeln bildete. Es war ein seltener Anblick, die Königin mit ihren langen schwarzen Haaren zu sehen, die ihr offen über den Rücken fielen. Sie liebte die Haarfarbe ihre Mutter, die dunkler als die Nacht selbst war. Nein, sie liebte alles an ihr - ihre blasse, womöglich sogar viel zu blasse Haut und die tiefblauen Augen, welche die wärmste Farbe trugen, die sie jemals gesehen hatte. Das Mädchen war stolz, dass sie die gleichen Augen wie ihre Mutter hatte - und sogar das kleine Muttermal auf der linke Wange. Nur konnte sie bei ihren Haare nicht mehr mithalten, weil diese rotblond waren und ihrem Vater ähnelten. Innerlich beneidete sie ihre anderen Geschwister, da diese ebenfalls schwarze Haare hatten. Sie schaute weiterhin ihre Mutter an, die sie bei jedem Anblick an den Sternenhimmel erinnerte.
      ,, Mein Vergleich ist trotzdem besser, Mama“, warf sie ein und schloss die Königin in eine feste Umarmung. ,, Da kann ich wohl wirklich nicht mithalten“, erwiderte die Frau mit einem zufriedenen Grinsen. ,, Wenn überhaupt, dann bin ich das Fleisch“, führte das Mädchen ihre Beschwerden fort, ,, Salzkörner sind klein und tauen schnell auf!“
      Ihre Mutter hob verteidigend ihre Hand. ,, Alles, was du wünschst, meine Liebe.“ Sie starrte mit einem verdächtigen Blick die Königin an. ,, Dann muss das Fleisch ohne das Salz weiterleben, ist es nicht traurig?“, fragte sie verwirrt und ein wenig beleidigt nach. ,, Es gibt viele Salzquellen, dann kann sich das Fleisch einfach anderes Salz finden“, erklärte die Frau ruhig. Das Mädchen schüttelte fest mit dem Kopf. ,, Nein, das ist nicht richtig!“
      Wahrscheinlich war sie zu klein, um daran zu denken, aber je älter Maeva wurde, desto stärker bekam sie das Gefühl, als hätte ihre Mutter geahnt, dass sich ihre Wege eines Tages trennen würden.

      Laute Stimmen dröhnten aus allen Ecken. Ihr blieb jedoch nichts anderes übrig, als diesen Lärm zu ertragen. Sie war natürlich schlimmere Sachen gewöhnt gewesen, aber in diesem Moment musste sie innerlich gestehen, dass es ihr durchaus auf die Nerven ging. Sie wusste, was die Ursache für ihre Missmut war - der Ort, in welchem sie sich befand. Und zwar der desianische Palast. Sie war mit der adonischen Königsfamilie gestern eingereist, weswegen sie kaum Zeit hatte, sich über irgendetwas Gedanken zu machen. Ihr Verstand weigerte sich, weiterhin zu akzeptieren, dass sie in ihre Heimat zurückgekehrt war. Womöglich machte sie es sogar selbst, um sich unterbewusst mit dieser Einsicht zu beschützen. Innerlich wurde sie aber von einer Wucht an Gefühlen erschlagen. Sie hatte nicht einmal die Zeit gehabt, diese gesamte Situation zu verdauen. Die Kriegerin war zurück - es würde sie wahrscheinlich eine Weile kosten, damit sie es wirklich realisierte. Nein, im Grunde genommen, konnte sie es selbst schon sehen. Sie wollte es nur nicht akzeptieren und ließ sich lieber von anderen Beschäftigungen ablenken.
      Hass, Unsicherheit, Wut und diese unbeschreibliche Leere plagten sie seitdem sie ihren Fuß in dieses Reich gesetzt hatte. Agilis wusste, was ihr Ziel war - sie hatte es fest vor ihren Augen. Womöglich wollte sie genau deswegen erstmal nicht daran denken, weil sie von einem plagenden Durst erfasst wurde, den heuchlerischen Verrätern sofort die Kehlen aufzuschlitzen.
      Ihr Herz hatte wild gerast, als sie gestern die Toren der königlichen Residenz betreten hatte, was eine ungewohnte Erfahrung für sie war, da sie ihre Gefühle stets unter Kontrolle hatte. Etwas, was die Kriegerin mit Sicherheit nicht erwartet hatte, war, gleich am nächsten Tag an einem Turnier teilzunehmen. Sie wunderte sich, was sich die desianischen Usurpatoren gedacht hatten, als sie auf die Idee gekommen waren, ihre Gäste mit solchen Spielen zu überraschen. Es wurde noch schlimmer, nachdem verkündet wurde, dass die Adoner sich ebenfalls beteiligen konnten. Mit <<konnten>> war natürlich <<mussten>> gemeint. Ohne ihren WIllen fiel auch sie dieser Idee zum Opfer und stand mitten in der versammelten Menge, die aus aufgeplusterten Männern bestand.
      Eigentlich hätte sie irgendeinen Weg gefunden, um dieser ganzen Veranstaltung gekonnt zu entweichen. Schließlich würde niemand einen Meuchelmörder vermissen, welcher der Anguis angehörte und berüchtigt war, ein Liebhaber des adonischen Herrschers, Estebans I, zu sein. Das Problem lag aber darin, dass es der König selbst war, der sie damit beauftragt hatte, an diesem Turnier teilzunehmen.
      Ihren Mund verließ ein entnervter Seufzer. Sie stand mit einer geraden Haltung, während sie ihre Hände hinter dem Rücken hielt. Die Kriegerin überlegte sich, ob es nicht besser wäre, von diesem Ort zu verschwinden und sich lieber für ein anderes Wettbewerb zu entscheiden. Gerade befand sie sich in der Abteilung des Schwertkampfes. Doch auch diese Entscheidung stellte sich nicht als einfach heraus. Sie musste in einer bestimmten Reihenfolge andere Wettkämpfe erschießen, bevor sie an den anderen teilnehmen konnte. Im Grunde genommen, hätte sie schnell verlieren sollen und wäre somit befreit von ihrer Teilnahme. Die Tatsache, dass Esteban sie damit beauftragt hatte, verdeutlichte aber, dass er von ihr Siege erwartete.
      Ihr Blick wanderte ein weiteres Mal durch die versammelte Menge. In dem Moment, in welchem sie ihre Achtsamkeit eindämmte, wurde sie von hinten nach vorne geschubst. Mit einige Schritten landete sie im Kreis der Meute. ,, Da hat sich wohl jemand endlich gemeldet", ertönte die feste Stimme des Schiedsrichters, während er mit seinem kräftigen Zeigefinger auf sie deutete. Ihr Blick war jedoch weiterhin zur Seite gedreht, um zu sehen, wer der Unruhestifter war. Sie fing den boshaft grinsenden Blick eines Adoners ein. Die Kriegerin war auch unter den Soldaten nicht besonders beliebt gewesen - sie bezweifelte, dass es überhaupt einen Ort gab, in welchem sie gerne gesehen wurde. Es war kein Geheimnis für sie. Nur war es unerwartet kindisch gewesen, dass diese Narren sich auf diese Weise mit ihr einen Spaß erlaubten. ,, Du”, sprach der Schiedsrichter lauter weiter, ,, hast du etwa jetzt schon Angst bekommen?" Ein leichtes Gelächter ertönte. Das war anscheinend eine Anspielung auf ihren Kopf gewesen, der immer noch nach hinten gerichtet war. Diesmal seufzte Agilis innerlich. Sie richtete sich auf und drehte ihren Blick zur Mitte. Es war am besten, wenn sie das Ganze schnell hinter sich brachte. Schließlich würde es sie nicht viel Zeit kosten, um ihren jetzigen Rivalen zu besiegen. Ihre Augen engten sich jedoch zusammen, nachdem sie bemerkte, wer genau ihr Gegner war, der wenige Meter entfernt vor ihr stand - der Kronprinz? Sie realisierte, dass sie viel früher hätte verschwinden sollen, als sie noch die Möglichkeit dazu hatte.

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      VORSTELLUNG
      @Aiden.Nesmilas
      bitch, I'm a cow, bitch, I'm a cow
      I'm not a cat, I don't say meow
      I go moo

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    • Das Besondere an dem letzten Tunier des Jahres war nicht nur, dass sie es dieses Mal zu ehren der Adoner hielten um ihren Gästen eine Freude zu bereiten. Es war jedes Jahr ein besonderes Sepkatakel um das Jahr zu würdigen das sie überlebt haben.
      Den Schweiß zu ehren den das einfache Volk vergossen hatte, das Blut der Soldaten zu heiligen die in Kriegen und Aufständen ihr leben liesen um dieses Jahr alle zu schützen, um den Frieden zu beschwören den sich alle wünschten.
      Deswegen waren zu diesem letzten Tunier in der Winterresidenz der de Sauveterres nicht nur Adelige eingeladen, sondern auch das einfache Volk konnte daran teilnehmen. Auch ihre Verbündeten aus anderen Ländern waren immer hezrlich eingeladen, um ihre Bündnisse zu Stärken und zu Feiern.
      Das Tunier endete immer mit einen großen Fest, Festlichkeiten innerhalb und außerhalb der Schlossmauern, die sich bis zum Neujahrsfest zogen, wo sie alle für ein gutes neues Jahr beteten. Rowan hatte schon seit Jahren keine Zeit mehr an Gebete verschwendet, verstand aber das es etwas wichtiges für die Menschen von Desia war. Und um den Frieden mit Adon zu besiegeln sollten sie dieses wichtigste Fest seiner Heimat mit ihnen Feiern. Es war ein Einblick den sie sonst niemals bekommen würden.
      Rowan war schon früh wach gewesen, um den letzten Aufbauarbeiten zu beaufsichtigen. Es war schon heute Morgen eisig kalt gewesen, und die Luft roch nach Schnee. Für jemanden der sein ganzes Leben in Desia verbracht hatte, war es eindeutig das es an diesem Nachmittag noch schneien würde. Was nicht ungewöhnlich war für diese Jahreszeit.
      Langsam trafen die Menschen ein. Teilnehmer am Tunier, genauso wie die Zuschauer die sich bereits ihre Plätze gesucht hatten, um auch wirklich alles wundervoll beobachten zu können.
      Während Rowan beobachtete, das alles seinen Lauf nahm und keine ungewollten unruhen aufkamen, trat seine Mutter Camille an ihn heran.
      "Du wirst als erstes kämpfen, und du wirst nicht verlieren."
      Es war keine Bitte oder ein Wunsch, es war ein Befehl den Rowan nicht widersprechen konnte. Er war vielleicht ein erwachsener Mann, und der Kronprinz, aber auf seine Königin musste er trotzdem hören. Und sie hatte irgendwie recht. Wenn Desia vor ihren neuen Freunden irgendwie respektiert werden wollten, musste die Königsfamilie stärke beweisen. Und das war wohl am einfachsten zu erreichen, indem der zukünftige König beweiste, das er keine Probleme hatte gegen andere zu kämpfen und sich selbst die Hände schmutzig zu machen. Als würde das Gerede über ihn und seine Familie nicht reichen, die die letzte Familie gestürzt und umgebracht hatten. Doch die politischen Spiele würden nie wieder Enden. Es ging immer darum gute Bündnisse zu schließen und Stärke zu demonstrieren wenn man nicht untergehen wollte. Es war ermüdend doch diesem Schicksal würde Rowan für den Rest seines Lebens nicht mehr entkommen können, außer er wollte sterben. Der Tod war der einzige Ausweg für einen Menschen wie ihn.
      "Wie Ihr wünscht, Königin", meinte Rowan nur mit einer monotonen Stimme. Er hatte die Königin schon seit Jahren nicht mehr als seine Mutter angesprochen. Er hatte sie auch schon seit Jahren nicht mehr als seine Mutter betrachtet. Camille war auch nie sehr mütterlich Rowan gegenüber gewesen, außer es diente einer Zurschaustellung wie gerade eben, als sie sanft eine Hand auf seine Schulter legte.
      "Gut", sie schenkte dem Kronprinzen ein falsches mütterliches Lächeln, bevor sie wieder wegtrat und sich um die Versorgung der königlichen Gäste kümmerte. Sie sollten immerhin nicht frieren oder verhungern, wenn sie sich außerhalb der erwärmten Mauern aufhalten sollten.

      Als der Schiedrichter eintraf, und sich auf den Platz stellte wo das Tunier stattfinden sollte, begann die Menge schon aufgeregt zu murmeln. Viele Stimmen drangen an Rowans Ohr mit den verschiedensten Sprachen, doch bei dem Lärm hätte er keine einzige erkennen können. Es war auch nicht wichtig, er musste sich auf andere Sachen konzentrieren.
      "Dieses Tunier findet in verschiedenen Runden statt. Für das Schwerttunier haben sich viele Leute angemeldet, und jeder wird einen Kampf bestreiten, bis wir den Sieger des Schwertes gefunden haben! Der Gewinner bekommt einen Beutel voll Gold! Gekämpft wird bis zum ersten Blut!", verkündete der Schiedsrichter zuerst in desianisch bevor er das selbe in drei anderen Sprachen nocheinmal wiederholte, damit es auch wirklich jeder verstand der anwesend war.
      "Hinter mir sind zwei Tafeln aufgestellt, in dem die Gewinner der ersten Runden aufgeschrieben werden!"
      Damit war es soweit, dass sich die ersten Kämpfer im Ring einfinden sollten.
      Rowans Hand lag auf seinen Schwert, aus schwarzen Wasserstahl, das er schon seit vielen Jahren immer an seiner Seite trug. Es war mittlerweile zu einem Arm von ihm geworden, selbst wenn er lieber mit dem Morgenstern kämpfte. Das Schwert war ihm einfach eine zu populöre Waffe, was die vielen Leute die an diesem Tunier teilnehmen wollten eindeutig beweisen. Außerdem war es viel weniger brutal als jemand anderen den Kopf einzuschlagen bis sein Gehirn überall auf der Waffe und auf den Boden verteilt lag.
      Ein kleines diabolisches Grinsen schlich sich auf Rowans Lippen, als er sich dieses Szenario vorstellte und ein kleiner Adrenalinschub durchfurh seine Adern.
      Ohne weiterhin darüber nachzudenken begab sich Rowan in den Ring, und die Menge jubelte ihm zu. Selbst wenn sie Rowan nicht mochten, waren die Menschen immer für eine Show zur haben. Am besten eine in der der Kronprinz verletzt wurde.
      Es dauerte nicht zu lange bis sein Gegner auch im Ring auftauchte, selbst wenn dies nicht ganz so freiwillig war.
      Noch bevor der Schiedsrichter etwas sagen konnte zog Rowan sein Schwert zog. Mit einer kurzen Kopfbewegung deutete er zum Rand wo auch Waffen ausgestellt waren die man sich leihen konnte, falls man kein eigenes Schwert besaß.
      Der Schiedsrichter begab sich in die Mitte des Rings die mit einen Punkt makiert wurde.
      "Auf der einen Seite haben wir den desianischen Kronprinzen!", die Menge jubelte wieder, " Auf der anderen Seite haben wir einen Diener des adonischen Königs! Das wird ein spannender Kampf!"
      Der Schiedsrichter hob seine Hände und wartete darauf, das auch der andere Mann fertig und auf Position war, bevor er seine Hände schnell sinken lies um somit das Startsignal zu geben.
      Rowan stellte sich Kampfbereit hin, und bewegte sich zu nächst nicht um seinen Gegner ersteinmal zu mustern. Es war immer wichtig, das man seinen Gegner gut einschätzen konnte. Doch ohne sich wirklich anzustrengen wanderten seine Gedanken zu dem Szenario indem Rowan den anderen Mann die Kehle aufschlitze. Er musste tief durchatmen. Das hier war kein Kampf bis zum Tod, das hier ging nur bis zum ersten Blut.
      Der Mann gegen den Rowan kämpfen musste, schien agil zu sein, flexibel mit guten Reflexen, und vermutlich auch sehr schnell. Alleine das konnte er an seiner Haltung und seinen Körperbau sehen. Es war einfach zu erkenne,außer er besaß eine untypisce Ader, wie es bei Rowan und seinen eigenen Reflexen der Fall war. Die wenigsten trauten Rowan mit seiner Körpermasse zu, dass er solche Reflexe besaß, was immer gut für eine Überraschung war und ihn bestimmt auch hier helfen konnte.
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    • Sie wollte alles schnell hinter sich bringen, doch in einem Hauch musste sie realisieren, dass es viel komplizierter war, als sie es sich in den Gedanken ausgemalt hatte. Die Kriegerin konnte schwer den Kronprinzen Desias besiegen, mit welchem vor kurzem ein Friedensbündnis geschlossen wurde. Sie war die Leibeigene Estebans und repräsentierte somit Adon. Es war natürlich für die Außenwelt nur ein nett-gemeintes Turnier, doch im Grunde genommen, war es ein weiterer Schauplatz der Adligen zur Demonstration ihrer Macht gewesen. Sollte sie, ein dahergelaufener Fremder, diesen Usurpator gewinnen, dann wäre das eine Beleidigung an Desia selbst, was die Verhältnisse der beiden Reiche wieder anspannen könnte. Eigentlich interessierte es sie wenig, doch sie musste auch gleichzeitig einsehen, dass sie keine andere Wahl hatte, als selbst zu verlieren. Etwas, was sie schweren Herzens zu akzeptieren hatte. Zu gerne hätte sie dafür gesorgt, aus diesem hochgewachsenen Narren eine Lachfigur zu machen, die auf allen Kontinenten verhöhnt wurde.
      Agilis hatte aber in den zehn Jahren gelernt, geduldig zu sein- zumindest, wenn es um ihren Racheplan ging. Sie war nicht besonders nachsichtig beim Töten, das war in ihren Augen jedoch ein komplett anderer Fall.
      Sie spürte einige amüsierten Blicke, die von irgendwelchen adonischen Soldaten stammten. Ihre Kiefer verhärteten sich. Sie prägte sich in den Gedanken das Gesicht des Idioten ein, der sie überhaupt in diese Lage gebracht hatte. Eine passende Strafe für ihn würde sie später ausdenken, denn jetzt musste sie sich auf das eigentliche Geschen konzentrieren - unabhängig davon, ob sie das jetzt wollte oder nicht.
      Mit einem weiteren Seufzer stellte sie sich vor dem Stand, in welchem Waffen angeboten wurden, die für dieses Schwertturnier gedacht waren. Sie hatte schon bemerkt, dass ihr Gegner ein Langschwert bei sich trug, weswegen ihr keine andere Wahl blieb, als ebenfalls ein solches auszuwählen. Daneben wurde nur die gleiche Art an Waffen angeboten, was sie nicht besonders zufriedenstellte, da sie es eher bevorzugte, mit Kurzschwertern zu kämpfen. Bevor Agilis ihre Wahl traf, legte sie ihre eigenen Waffen, die sie größtenteils an der Hüfte trug, ab. Es dauerte deutlich länger, als sie erwartete hatte, sodass sie spürte, wie auf sie unzufriedene Blicke gerichtet wurden.
      Sie suchte sich ein Schwert mit einer dünneren Klinge aus und bewegte sich anschließend zu der Mitte, in welcher sie der Schiedsrichter schon erwartete. Ihr Blick wanderte zum Kronprinzen, denn sie zum ersten Mal von vorne betrachtete. Sie spürte genau, wie seine eiskalten Augen sie zu durchschauen versuchten. ,, Eure Hoheit", ertönte leicht ihre Stimme auf Desianisch, während sie mit ihrem Kopf deutlich nickte, um ihre angebliche Höflichkeit zu verdeutlichen. Erbärmlicher Trottel - flog es gleichzeitig durch ihre Gedanken.
      Ein aufgeplusterter Thronräuber, der sich eingebildet hatte, etwas Besonderes zu sein. Sie wollte ihm das Privileg des Sieges nicht geben, weswegen sie sich etwas innerlich gekränkt fühlte, dass sie gezwungen war, es zu tun.
      Der Schiedsrichter verkündete den Start und verschwand im selben Moment. Ihre Augen betrachteten genau ihren Gegner. Er war ungefähr um einen Kopf größer als sie. Seine kräftige Statur verdeutlichte ihr, dass sie vorsichtig sein musste. Er war ein Rivale, welchen sie nicht schaffte, auf den ersten Blick genau einzuordnen, doch dieses Rätsel würde sich lösen, wenn sie seine ersten Attacken beobachten konnte. Agilis initiierte den ersten Angriff nicht, sondern wartete darauf, bis sie zuerst zur Zielscheibe wurde. Die Kriegerin wich den ersten Angriffen aus, ohne ihre Waffe zum Einsatz zu bringen. Ein Anblick, der die gespannten Zuschauer entnervte. Schließlich war die ganze Menge versammelt gewesen, um einen mitreißenden Kampf zu verfolgen. Sie bekamen jedoch das genaue Gegenteil zu sehen - einen Kronprinzen, der stets angriff und einen Adoner, der ihm entschlüpfte. Es war ihre Art der Provokation gewesen. Sie konnte sehen, dass ihr Gegner eine spürbare Stärke besaß, die sich mit einer passenden Beweglichkeit auszeichnete. Erst im folgenden Moment holte sie ihren Schwert aus, sodass deren beiden Klingen zum ersten Mal aufeinandertrafen. Sie strengte ihre Arme an, um seiner Wucht entgegenzuwirken. ,, Schönes Schwert", kommentierte sie belustigt mit einem leichten Akzent und einem herausfordernden Blick. Ihre Bemerkung war trotzdem ehrlich gemeint, denn ein Schwert mit einer schwarzen Klinge bekam man nicht oft zu sehen. Es war natürlich zu erwarten, dass der Kronprinz eine solche edel verarbeitete Waffe besitzen würde.
      Sie war nicht bereit, ihm einen schnellen Sieg zu ermöglichen, denn es war ihre Form der Schmähung gewesen. Je länger die beiden kämpften, desto stärker wurde die Anspannung. Schließlich gehörten alle adligen Männer der gleichen Sorte an und konnten es schwer vertragen, wenn ihr Stolz gekränkt wurde. Sie musste jedoch einsehen, dass sie ihrem Spiel langsam ein Ende zu setzen hatte.
      Die Kriegerin bekam es nicht hin, einzuordnen, wie viel Zeit genau verstrichen war, weil sie eher mit der Betrachtung des Kronprinzen beschäftigt war. Lieber fantasierte sie in ihren Gedanken, wie sie diesen Bastard tötete, sodass sie das Kribbeln in ihren Fingern förmlich zu spüren begann. Agilis lockerte ihre Haltung und machte sich gefasst, sich beim nächsten Angriff von seiner Klinge sicher verletzen zu lassen.
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    • Man konnte Rowan vieles vorwerfen, aber nicht, dass er ungeduldig sei. Aber er wusste auch, wann es nichts mehr brachte abzuwarten. Der kleine Bastard vor ihm wollte warten bis Rowan das erstemal Angriff, vermutlich um herauszufinden wie er kämpfte. Es war ein schlauer Schachzug und zwang den Kronprinzen dazu den ersten Schritt zu machen. Sonst würden sie hier noch bis Morgen stehen, und dafür war das Tunier ganz sicher nicht hier.
      Also ergriff er die Initiative, und begann somit das Tunier. Das Tunier, dass sich über den ganzen Tag führen würde, und das Fest einläutete, das bis Spät in die Nacht gehen würde. Das Fest auf dem Rowan hoffte sich betrinken zu können, und zumindest für die wenigen Stunden in den seine Familie schlief, seinen Pflichten entgehen zu können. Aber daran sollte der Kronprinz erst einmal keine Gedanken verschwenden. Nun galt es das hier zu gewinnen.
      Auch wenn er sich bisher nicht wirklich viel Mühe geben brauchte. Der Junge - für ihn war er einfach nur ein Junge- schien sich gar keine Mühe geben zu wollen. Dabei schien in ihm ein kühler Hass zu brodeln. So viel verrieten seine Augen. Die Berechnung die dahinter steckte. Rowan kannte diesen Blick und hatte ihn gewiss nicht das erste mal gesehen. Hier wurde nur ein Spiel mit ihm gespielt und das verletzte sein Ego.
      Gerade als Rowan erneut zuschlagen wollte, und die Klingen aufeinander klirren lassen wollte, beobachtete er eine Veränderung in den adonischen Jungen. Vorhin war er noch so frech gewesen ihm Kommentare entegegen zu werfen, und nun wollte er einfach aufgeben. Rowan schnaubte und hielt kurz vor der Kehle des Jungen inne. Es war eine knappe Geschichte aber er hatte genug Kontrolle in seinen Körper um es zu schaffen.
      Die Menge keuchte auf, und wurde dann ganz still, in der Hoffnung das Rowans Gegner verletzt worden war. Der Kronprinz lies nur seine Waffe sinken und starrte seinen Gegenüber missmutig an, hatte ihn extra unverletzt gelassen.
      "Das war eine schöne aufwärm Übung, aber du sollst richtig kämpfen", Rowan sprach extra leise, damit ihn niemand hören konnte. "Und lass mich nicht mit Absicht gewinnen. Das hier soll ein fairer Kampf sein."
      Rowan nahm dann wieder etwas Abstand ein, um dieses Schauspiel zu beenden und nun richtig zu kämpfen. Rowan konnte zwar nicht erkennen was der adonische Diener davon hielt, doch was der Kronprinz erkennen konnte war noch immer dieser eiskalte Hass. Und auch wenn es seltsam klang. Er freute sich sehr darauf diesen Hass ungezügelt zu erleben, um diesen kleinen Bastard beweisen zu können, das es keinen Grund gab ihn zu schonen. Rowan mochte vielleicht als verwöhnter Kronprinz gesehen werden, aber ihm fehlte viel von dem Verhalten. Er war niemals verwöhnt geworden, nicht einmal als er noch ein kleines Kind war. Für eine Sekunde sah er zu der Tribüne auf der seine Eltern saßen, und ihn erfüllte der selbe kalte Hass, den er glaubte in den Diener sehen zu können.
      Das Getuschel des Publikums wurde langsam zu unruhigen Beschwerden. Also griff Rowan erneut an, um dieses mal einen Richtigen Kampf zu führen. Dieses mal kam er selbst auch ein wenig ins Schwitzen, aber dasselbe galt für seinen Gegner. Der Junge schien ihn wohl doch ein wenig unterschätzt zu haben.
      Bei dem nächsten Angriff wich Rowan aus, und bekam es hin dem Diener sein Schwert aus der Hand zu schlagen und einer Bewegung seines Beines ihn zu Boden zu werfen. Ein fieses Grinsen schlich sich wieder auf Rowans Lippen als er dem Anderen dieses Mal mit voller Absicht das Schwert an die Kehle hielt und ihn somit zwang sich auf den Rücken zu drehen.
      "So war es doch schon besser, oder?"
      Ganz leicht schnitt er dann in das zwarte Fleisch der Kehle. Es wäre so einfach gewesen den Jungen jetzt auf der Stelle umzubringen, aber das war nicht erlaubt. Als Rowan das Schwert wieder entfernte, erkannte man direkt den sanften roten Schnitt an der Kehle des Dieners, und ein kleiner Film Blut der sich langsam über den Hals ergoss. Wie ein Halsband, es war nun auf eine Art und Weise sein Köter.
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    • Sie wartete brav darauf, endlich von dem Kronprinzen eine Wunde zu bekommen, damit sie dieses Spektakel hinter sich bringen konnte. Ihr Gegner schien jedoch mit ihrem Vorhaben nicht einverstanden zu sein. Er hatte anscheinend bemerkt, dass sie sich geschlagen geben wollte. Irritiert beobachtete sie ihn. Sein aufgeplusterteres Ego war deutlich empfindlicher gewesen, als sie es auf den ersten Blick eingeschätzt hatte. Agilis grinste nur verschmitzt, während sie verfolgte, wie er seinen Blick in die Richtung der Zuschauer richtete. Sie konnte den Wandel in seinem Ausdruck verfolgen. Aha. Er war ein Vatersöhnchen, der sich anscheinend eine Anerkennung zu ergattern versuchte. Wie niedlich. Sie nahm wieder ihre gerade Haltung ein, während sie den Griff um ihr Schwert verstärkte.
      Fairer Kampf also? - wiederholte sie entnervt in den Gedanken. Es war offensichtlich, dass sie diese Bitte nicht erfüllen konnte. Was für eine erbärmliche Bemerkung. Er hatte es schließlich leicht zu reden gehabt. Allein die Tatsache, dass sie nur eine Fremde war, verdeutlichte, dass sie nicht das Recht besaß, an irgendeinen gerechten Kampf überhaupt zu denken. Sie nahm wieder ihre ausdruckslose Miene ein, als sich der Kronprinz zu ihr drehte. Die Kriegerin wunderte sich, ob er mit seinem Auftreten seinen Vater zu beeindrucken versuchte. Soweit ihr zu Ohren gekommen war, konnte man zwischen den beiden Usurpatoren von keinem guten Verhältnis sprechen. Es war zu erwarten gewesen. Menschen der gleichen verfaulten Art verstanden sich nie gut. Es war gleichzeitig fraglich, ob man bei irgendjemandem von einer warmen Beziehung reden konnte. Zu sehr war sie als Meuchelmörderin der gnadenlosen Eigenschaft des menschlichen Wesens ausgesetzt. Es fühlte sich für sie vielmehr unnatürlich an, wenn sie Zuneigung jeglicher Form erblickte.
      Agilis konzentrierte sich im nächsten Augenblick wieder an das eigentliche Geschehen. Sie führte ihr weiteres Vorspiel fort, indem sie seinen Angriffen entwich oder diese erwiderte. Diesmal verspürte sie aber genau, wie die Zeit an den beiden vorbeistrich.
      Er wollte einen interessanten Kampf? Diesen könnte sie ihm schenken, auch wenn es eine deutliche Herausforderung war, um sich selbst davon zu überzeugen. Sie musste jedoch einsehen, dass auch sie ihr Finale erreichte. Agilis hatte weder Lust noch die Kraft gehabt, um dieses Spiel fortzuführen. Als sie daran dachte, wie sie am besten diesen Kampf verlieren könnte, wurde ihr das Schwert aus der Hand geschlagen. Ohne die Möglichkeit, sich verteidigen zu können, landete sie auf dem Boden. Sie musste nicht genau überlegen, um zu verstehen, in welcher Situation sie gelandet war, denn die kalte Klinge, die gegen ihren Hals gehalten wurde, war ein eindeutiger Beweis für ihre ausgangslose Lage. Sie blickte den eiskalten Augen entgegen, die niemandem anderen gehörten als dem Kronprinzen selbst.
      Agilis drückte wütend ihre Fingerspitzen in die Erde. Ein bitterer Geschmack erfasste ihre Zunge. Sie wollte ihn angreifen und auf der Stelle seinem Leben ein Ende setzen. Zu schön wäre der Anblick seines enthaupteten Kopfs, welchen sie vor die Füße seines Vater werfen würde. Sie biss sich erbittert fest auf die Lippen, sodass ihre Zunge in wenigen Sekunden den Geschmack Eisens erfasste. Diese Wonne stand ihr jedoch noch nicht zu. Das wusste sie, es aber war trotzdem anstrengend, nicht ständig an deren Ermordung zu denken. Sie drückte sich wieder vom Boden hoch, während ihre Hand automatisch auf ihrem Hals landete. An ihren Fingern erblickte sie diesmal eine leichte Blutspur. Agilis begann in den Gedanken große Zahlen auszusprechen, denn es war ihre Methode gewesen, um sich unter Kontrolle zu halten. Sie ließ das Langschwert auf den Boden fallen, während sie die durchdringende Stimme des Schiedsrichters vernahm, die den zu erwartenden Sieg des Kronprinzen verkündete. Ihre eigenen Waffen, die sie vor den Beginn des Kampfs abgelegt hatte, nahm sie wieder vor. Ihre Aufgabe war hiermit endlich erfüllt.

      Zu ihrem Bedauern musste sie einsehen, dass sie nicht so einfach von diesem verdammten Turnier verschwinden konnte. Sollte sie sich nämlich als eine Adonerin wild im Palast herumtreiben, würde es Konsequenzen mit sich tragen. Natürlich könnte sie sich anstrengen und darauf achten, von niemandem beobachtet zu werden. Diese ganze Bemühung war es ihr jedoch nicht wert gewesen. Es war nur der zweite Tag ihrer Ankunft. Agilis hatte es nicht nötig sich in alles hineinzustürzen, auch wenn sie es wollen sollte.
      Sie gesellte sich in das Zelt zurück, in welchem sich die ganzen Kolosse versammelten, die an diesem Turnier teilnahmen. Entweder wurde gegessen, an irgendwelchen Ecken gewaschen oder die gegenseitige Stärke eingeschätzt. Sie seufzte laut und nahm sich einen abgelegenen Platz. Die angebotenen Speisen waren anscheinend kostenlos gewesen, was erklärte, warum sich hier ein großer Haufen der Plebs versammelt hatte. Die Kriegerin hatte keinen wirklich Appetit. Vielmehr versuchte sie in diesem Moment ihren Verlust zu verdauen. Sie verbrachte die Zeit damit, indem sie die verschiedensten Sachen in den Gedanken durchging. Erst durch eine andere Stimme wurde sie in die Realität zurückgelenkt. ,, Seht an, ist das nicht der Liebling unseres Herrschers?", ertönte eine schalkhafte Stimme, die von niemandem anderen kam als dem adonischen Soldaten, welcher der Grund war, warum sie überhaupt mit dem Kronprinzen kämpfen musste. Er war in Begleitung von zwei weiteren Kameraden gewesen, die anscheinend seine moralische Stütze sein sollten.
      ,, Ich muss schon sagen, dass es dir steht, dich auf dem Boden herumzuwälzen." Seine Begleitung unterstrich die Bemerkung dieses Idioten mit einem leichten Gelächter. Agilis seufzte innerlich. Das war wirklich nicht ihr Tag. ,, Danke, ich habe mich von dir inspirieren lassen", erwiderte sie ihm mit einem boshaften Lächeln, während sie ihre Augenbrauen herablassend zusammenzog.
      Ihr Gegenüber hielt in seinem Gespräch inne. ,, Du glaubst, du wärst etwas Besonderes, hm?", begann der adonische Soldat zu sprechen. Sie rollte entnervt mit den Augen. Die Kriegerin wunderte sich, was genau diesem Heuchler nicht passte. War es etwa so schwer, sie einfach in Ruhe zu lassen? Sie könnte ihn in wenigen Sekunden zum Schweigen bringen - und zwar für immer. Das war ihr unter dieser versammelten Menge jedoch nicht möglich gewesen. Lieber stand sie auf und nahm sich einen Platz an einem anderem Tisch. Agilis wusste, dass sie ihre Beherrschung verlieren würde, wenn sie weiterhin diese dämlichen Bemerkungen ertragen müsste. Womöglich provozierte dieser Adoner sie sogar absichtlich, damit sie vor diesen ganzen Menschen ausrastete. Erbärmliche Trottel - verfluchte sie diese Bande in den Gedanken. Das würde sich schließlich schnell herumsprechen und die Ohren Estabans erreichen, was sich wiederum negativ auf sie auswirken könnte.
      Erst als sie aufblickte, realisierte sie, dass sie diesmal gegenüber einer viel unerträglicheren Person saß - dem Kronprinzen.
      Das musste doch ein Scherz sein. Was hatte ein Thronerbe überhaupt in diesem Zelt verloren gehabt? Sie überlegte, ob sie von diesem Ort ebenfalls verschwinden sollte und erhob sich deswegen wieder leicht.
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      I'm not a cat, I don't say meow
      I go moo
    • Es war nicht viel Blut geflossen, doch das brauchte es auch gar nicht. Vor allem nicht um die Menge zum Jubeln zu bekommen. Dabei war sich Rowan sicher, dass der Jubel sehr viel größer gewesen wäre, wenn der Diener ihn zum Bluten gebracht hätte. Wiederliche Heuchler. Rowan spuckte auf den Boden, und als er hinab blickte, erblickte er auch sein Schwert. Das wenige Blut das vergossen wurde, hing noch daran. Langsam sammelte es sich an der Spitze und der Kronprinz konnte seinen Blick nicht davon lösen. Bis sich ein Tropfen gesammelt hatte und auf den gefrorenen Boden fiel.
      Auch wenn es unmöglich war, glaubte der Mann das Geräusch des Aufpralls hören zu können. Für einen Moment verschwamm alles andere, bis auf das Blut seines Gegners. Wie oft hatte Rowan im Laufe seines Leben das Blut seiner Feinde angestarrt, das den Boden durchtränkt hatte.
      Nach wenigen Sekunden riss Rowan sich aus seiner Starre und wischte das nicht mehr vorhandene Blut von seiner Klinge an seiner Hose ab, bevor er sich von der Menge abwandte. Er hatte zwei Möglichkeiten. Zu seinen Vater und seiner Mutter auf die Tribühne zu gehen und sich mit anderen Adeligen zu unterhalten, während er auf seinen nächsten Kampf wartete, oder in das Zelt der anderen Teilnehmer einzukehren und dort auf seine nächste Runde zu warten. Und da Rowan weder mit seiner Familie, noch mit anderen Adeligen - aus welchen Land auch immer- reden wollte, brachten ihn seine Beine wie von alleine zum Zelt der anderen Teilnehmer. Es wurde nur für wenige Augenblicke ruhig als er eintrat, bevor die anderen sich wieder zu unterhalten begannen und ihn weitesgehend ignorierten.
      Das war das einzige was Rowan an solchen Veranstaltungen mochte. Die meisten scherten sich nicht was er tat, und keiner würde einen Krieg anzetteln nur weil er vielleicht etwas unpassendes sagen konnte.
      Die Gäste aus anderen Ländern verurteilten ihn meist auch weniger, als die Leute aus seinen eigenen Land. Immerhin hatte er nicht deren Königsfamilien umgebracht. Rowan schnaubte bei dem Gedanken, wenn sie nur wüssten.
      Der Kronprinz organisierte sich schnell etwas zu trinken bevor er sich auf einen freien Platz setzte der ein wenig abgelegener lag. Ihm stand nicht nach einer Konversation. Und ihm stand auch nicht nach einer Konversation als sein vorheriger Gegner das Zelt betrat, obwohl ihm die Frage auf der Zunge brannte, warum er am Anfang so ein lächerliches Schauspiel durchgezogen hat. Rowan wusste, das selbst wenn der Junge es gekonnt hätte, er es niemals gewagt hätte zu gewinnen. Aber sich so einfach geschlagen zu geben? Trotz des Hasses den er verkörperte. Rowan dachte zu viel darüber nach und war auch zu stolz um zuzugeben, dass es sein Interesse geweckt hatte.
      Deswegen bemerkte er auch, selbst wenn es nicht seiner Absicht entsprang, was bei ihm passierte. Er verstand die meisten Worte nicht die ausgetauscht wurden, doch die Art wie sie sprachen und die Blicke die sie sich gegenseitig schenkten, sprachen ohnehin mehr, als jedes andere Wort es getan hätte. Rowan hatte nie gut in Sprachen sein müssen, um Menschen um sich herum zu verstehen. Ihre Gestik und Mimik sprachen ohnehin viel mehr. Worte konnten lügen, diese anderen zwei Sachen, nun nur die wenigsten waren wirklich gut darin diese wirklich zu beherrschen. So gut zu beherrschen, das kein anderer sie hätte entziffern können.
      Als sich der Junge aus den nahendem Streit retten wollte, und damit sich zu Rowan setzte, schlich sich ein leichtes Lächeln auf seine Lippen. Was für ein Narr er doch war. So unbedacht auf seine komplette Umgebung, das er sich ausgerechnet zu ihm setzte. Als hätte dieser denn absolut keine andere Wahl gehabt, als in dieses Zelt zu kommen. Er hätte sich auch das weitere Tunier ansehen können.
      Es wäre einfacher gewesen so jeglichen Konflikt aus dem weg zu gehen. Und vor allem Rowan.
      "Bleib sitzen", meinte Rowan dann ruhig, beinahe schon monoton.
      "Deine Freunde werden dich nur hier in Ruhe lassen", meinte er dann ein wenig sarkatisch. Sein Blick glitt zu den anderen Männern die nur finster zu dem Jungen herüber blickten. Es schien böses Blut zwischen ihnen zu herrschen. Warum würde Rowan sicherlich noch herausfinden.
      "Wie lautet dein Name, Junge?"
      "Call me Icarus, cause baby you're my sun"


      "Loving you's my Achilles' heel"

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    • Eine solche Unachtsamkeit passte überhaupt nicht zu ihr. Ihr wurde schließlich seit ihrer Kindheit in Anguis Konzentration antrainiert. War man nicht wachsam genug, wurde man schnell zum nächsten Opfer. Solche Methoden wirkten sicherlich in den Augen der meisten barbarisch. Das waren sie auch, doch in ihrem jetzigen Zustand hat Agilis nichts zu bemängeln. Sie war ein Produkt geworden, welches man von Vornherein aus ihr machen wollte. Zumindest präsentierte sie sich als solches, denn tief im Inneren war ihr altes Ich trotzdem erhalten geblieben, auch wenn sie es nur in sehr seltenen Fällen zum Vorschein brachte. Nein, es kam ihr sogar fremd vor. Als wäre ein anderer Mensch in ihr selbst, der sie stets an ihre Vergangenheit und die Verräter erinnerte. Es änderte jedoch nichts daran, dass sie sich trotzdem als Agilis identifizierte und Maeva - es war seltsam, diesen Namen in den Gedanken auszusprechen - nur ein Schatten war.
      Sie wurde durch die Stimme des Usurpators in das eigentliche Gespräch, welches sie überhaupt nicht wollte, gelenkt. Auch wenn sie sich nichts anmerken ließ, so brodelten ihre Gefühle im Inneren. Womöglich war es auch der Grund ihres Konzentrationsverlusts gewesen, sodass sie sich von ihrem Verstand leiten ließ. Ansonsten hätte sie sich ganz sicher nicht zum Kronprinzen gesetzt. Nein, es war nicht einmal richtig, ihn als solches zu bezeichnen, denn er war ein Thronräuber genauso wie der Rest seiner Familie, welcher Agilis das gleiche Elend heimzahlen würde. Ihr blieb nichts anderes übrig, als seinem Befehl zu folgen und den Platz einzunehmen, vor welchem sie gerade fliehen wollte. Die Kriegerin wunderte sich, was er mit diesem bizarren Verhalten beabsichtigte. Es war schließlich komisch, dass er ihr überhaupt solche Anweisungen gab. Wollte er sich etwa ebenfalls über sie lächerlich machen? Sich einen Spaß erlauben, weil er sie <<besiegt>> hatte? Ungewollt musste Agilis ihm zustimmen. Das war tatsächlich der einzige Ort, in welchem sie gerettet vor diesen nervenden Blutegeln war, die sie verfolgten. Eigentlich hatte sie vor, den Vorfall mit dem Adoner zu ignorieren. Sie war natürlich nicht jemand, der vergab - diese Narren erschienen einfach in ihren Augen nicht wichtig genug, um ihre wertvolle Zeit an diesen sie zu verschwenden. Jetzt hatte sie ihre Meinung jedoch geändert. Sie würde den richtigen Moment abwarten, um ihnen ein für alle Mal zu verdeutlichen, dass sie sie in Ruhe lassen sollten. ,, Agilis", antworte sie monoton, ,, Eure Hoheit." Idiot, fügte sie in den Gedanken schnell hinzu, denn es war eine deutliche Herausforderung, ihn mit diesem Titel anzusprechen. Sie wunderte sich, was sie jetzt zu erwarten hatte.
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    • Rowan nickte leicht. Agilis also. Es war nicht unbedingt ein Name den er als schön empfand, aber das sollte auch gar nicht sein Problem sein. Er musterte den Jungen noch einmal von oben bis unten, bevor er seinen Blick abwandte.
      "In diesem Zelt sind wir mehr oder weniger... gleich. Wir sind hier alle Teilnehmer dieses Tuniers."
      Er wusste, dass das alles nicht wirklich in ein Gespräch führen würde und wenn Rowan ehrlich war, wollte er sich in diese Richtung auch gar keine Mühe geben. Immerhin war das hier nur ein Diener, und dann noch nicht einmal einer aus seinen eigenen Reihen. Es gab nichts was er mit ihm zu besprechen hätten.
      "Deswegen schlage ich vor, dass wir unsere Zeit hier einfach schweigend verbringen."
      Es wäre besser als monotone Unterhaltungen zu führen. Die beiden könnten ohnehin niemals ein Thema finden, dass sie beide interessieren würden. Ihre Welten waren viel zu unterschiedlich. Der Junge war nur ein schmutziger Bediensteter, und vermutlich nur ein kleiner Bastard der versuchte zu überleben. Rowan hatte größere Probleme, größere Probleme und auf eine gewisse Weise beneidete er die Einfachheit des Jungen. Eine Einfachheit die ihm nicht einmal als Kind vergönnt war.
      Die Zeit des Schweigens hielt leider nicht so lange wie Rowan es sich gewünscht hätte. Denn schon bevor der Trubel entgültig neben ihm Platz nahm, verursachte er Chaos im restlichen Zelt. Zog jegliche Blicke auf sich und stieß ein paar Beleidigungen aus, wenn das einfache Fußvolk nicht aus dem Weg ging.
      Mit einen Krug Bier und einen nassen Fetzen lies Mael sich neben Rowan nieder. Zunächst bemerkte er den adonischen Diener überhaupt nicht, und eigentlich wäre es auch besser wenn er das nicht tun würde. Wenn man die beiden Männer so nebeneinander sah, hätte man nicht annehmen können, dass sie Brüder waren. Mael mit seinen blonden Haar und sonnigen Gemüt war das komplette Gegenteil von Rowan. Das einzige was die beiden miteinander verbinden konnte, war möglicherweise die leicht arrogante Prise die beide umgab, wenn sie mit anderen Sprachen. Obwohl das wohl eher eine Eigenart des desianischen Adels war.
      "Ich wusste doch, dass du hier bist", grinste Mael Rowan eitel an. Kurz danach rümpfte er aber auch schon seine Nase.
      "Und das du dich nicht gewaschen hast", er warf Rowan den nassen Fetzen hin, den er langsam in die Hand nahm um sich damit dann über das Gesicht zu wischen.
      "Was willst du hier?", fragte Rowan kühl nach und musterte seinen Bruder ebenso, wie er es vorhin mit Agilis gemacht hatte.
      "Nun, ich habe nach dir gesucht und dich gefunden. Es ist langweilig ohne dich."
      Mael zwinkerte vielsagend. Rowan wusste genau was Mael meinte, denn er liebte das Chaos das herrschte sobald Rowan den Raum betrat. Meistens war es schon unangenehm wenn König Henri da war, immerhin hatte er erst vor 12 Jahren den Thron gestohlen, doch die Adeligen waren langsam darüber hinweg. Zumindest die jenigen die nicht sowieso von Anfang an an seiner Seite gestanden hatten. Aber Rowan war ein anderes Thema, denn er hatte alle Nachkommen des alten König nun... Und dann war da noch die Anspannung die immer zwischen Rowan und Henri hing, wie ein Schwert das jederzeit herunterfallen könnte. Wenn Rowan es nicht besser wüsste, würde er behaupten das die anderen Adeligen Wetten abschlossen, wann Rowan seinen eigenen Vater stürzen würde, was viele bestimmt auch nicht gut finden würde.
      "Du machst gar nicht bei dem Tunier mit, du hast hier nichts zu suchen."
      Rowan wollte gar nicht auf das ganze Chaos eingehen, doch Mael winkte ab.
      "Jetzt schon. Du weißt doch wie meisterlich im Bogenschießen bin", und damit durfte er sehr wohl hier sein.
      Erst nachdem Rowan nichts mehr erwiderte, denn für ihn war dieses Gespräch beendet, bemerkte Mael den anderen Mann der bei ihnen saß. Er schätzte ihn einmal ab, und schien sich dann zu erinnern wer er war.
      "Du hast doch gerade gegen den Prinzen gekämpft richtig? Hast du dich auch noch für andere Wettkämpfe angemeldet?"
      Rowan blickte seinen Bruder an als er mit Agilis sprach und konnte das schelmische glitzern in seinen Augen kaum übersehen. Was hatte er denn jetzt schon wieder vor?
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    • Sie konnte ihren Ohren kaum trauen. Die Zeit einfach schweigend verbringen? - wiederholte sie in ihren Gedanken. Agilis hob ihren Blick und starrte den Kronprinzen an. Sie zog ihre Oberlippe etwas hoch, sodass man in ihrem Gesicht den Ekel gut ablesen konnte, was durch ihre zusammengezogenen Augenbrauen verstärkt wurde. War das etwa seine Art gewesen, sich an ihr zu rächen? In diesem Moment verfluchte sie den Adoner, der sie in diese Situation gebracht hatte, noch mehr. Diesmal war sie sich sicher, dass sie diesen Idioten definitiv nicht heil davonkommen lassen würde.
      Die Kriegerin wollte nicht die Nähe des gegenübersitzenden Bastards weiterhin ertragen, denn sie bekam das Gefühl, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis sie ihre Beherrschung verlor. Ihre Augen blieben flüchtig auf seiner Narbe haften, die seine rechte Wange zierte. Sie konnte nicht anders, als sich in den Gedanken auszumalen, wie sie seine linke Wange ebenfalls auf diese Weise zurichten könnte.
      Es wäre natürlich ein beruhigendes Erlebnis, doch diese Wonne musste sie sich für ein anderes Mal aufheben. Zumindest versuchte sie sich, auf diese Weise zu beruhigen. Langsam verspürte sie doch die Unruhe, die sich in ihr aufkeimte. Sie wollte von diesem Ort verschwinden und nicht mehr diesen Usurpator erdulden. Ihr Schicksal hatte jedoch andere Pläne für sie, denn im nächsten Augenblick gesellte sich ein weiterer Narr zu ihnen. Es war offensichtlich, dass es ein besonders hochgestellter Adliger sein musste, wenn er sich ohne Hintergedanken die Erlaubnis nahm, sich zu dem Kronprinzen zu setzen. Dieses Privileg stand aber nur einem Familienmitglied zu, weswegen es sein Bruder sein musste. Wundervoll - zischte sie innerlich mit einer deutlichen Genervtheit.
      Jetzt waren es zwei Usurpatoren, welche sie zu verkraften hatte. Es wäre wohl viel einfacher gewesen, wenn sie sich von ihrem ursprünglichen Platz nicht in Flucht begeben hätte. Die unerträgliche adonische Soldatenmeute war ihr deutlich viel lieber.
      Agilis bemerkte, dass sich im Gesicht des Kronprinzen nichts regte. Er starrte seinen Bruder mit der gleichen Kälte an, die er ihr selbst zuvor geschenkt hatte. Sie hatte ausreichend genug für gnadenlose Menschen gearbeitet, sodass sie sofort erkennen konnte, wenn ein weiterer Wahnsinniger vor ihr stand. In diesem Fall war es der Kronprinz selbst, der ihr eine viel zu unnötige Aufmerksamkeit gab. Ein anderer Adliger hätte sie schließlich komplett ignoriert oder von ihr verlangt, von seinem Blickwinkel zu verschwinden. Sie musste verhindern, dass er ihr in die Quere kam, denn sie brauchte kein Augenmark von ihm, das auf sie fokussiert war. Es würde ihre Arbeit nur erschweren.
      Agilis senkte ihren Blick und starrte die Tischkante an. Es war ihr lieber, als die beiden Prinzen betrachten zu müssen, ohne dabei sie anfallen zu wollen. Die Kriegerin störten sogar deren Stimmen. << 333234, 333235 >> begann sie in den Gedanken zu zählen, um ihren Verstand freizukriegen. Dabei tippte sie nach jeder Zahl mit ihrem Zeigefinger auf die Tischkante. Es war ihre Art der Beruhigungskur gewesen. Sie brauchte auch einen Moment, bevor sie realisierte, dass die zweite Gesellschaft sie ansprach. Agilis vermutete, den zweiten Prinzen vor ihr zu haben. Nach den Informationen zu urteilen, die sie vor ihrer Ankunft gesammelt hatte, hieß er Mael. Ein komplettes Gegenteil zu seinem älteren Bruder - blond, humorvoll und besonders aufgeschlossen. Menschen liebten es, in seiner Gesellschaft zu sein - zumindest nach den Gerüchten zu urteilen, die sie bis jetzt erhascht hatte. Agilis musste nicht einmal aufsehen, um zu verstehen, dass er wirklich nicht dem Kronprinzen ähnelte. Sie schaute auf, als sie realisierte, dass sie von ihm komischerweise ebenfalls angesprochen wurde. Sofort bemerkte sie die eisblauen Augen, die ihre Vermutung bestätigten. Das war die auffälligste und womöglich die einzige Gemeinsamkeit zwischen den beiden.
      ,, Nein", antwortete sie ihm kurz, nachdem sie sich seine Frage in den Verstand rief, ,, ich bin raus aus dem Turnier." Das war wenigstens das Gute an der ganzen Sache gewesen. Sie musste nicht an anderen Wettkämpfen teilnehmen, wenn sie in einem schon verloren hatte.
      Die Kriegerin verkniff sich, den vermuteten zweiten Prinzen mit dem notwendigen Titel anzusprechen, denn das würde nur bedeuten, dass sie über ihn wusste. Als ein Diener, der die desianische Königsfamilie noch nicht zu Gesicht bekommen hatte, konnte sie es schließlich nicht.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von medusa ()

    • Rowan wusste nicht genau wohin das alles führen sollte, denn auch wenn die Antwort des Jungen eindeutig war und Mael es eigentlich wissen musste. Immerhin hatte er dem Tunier angesehen, und Mael war nicht so dumm.
      Mael lachte auf, als er die Worte des Jungen hörte. Fast so als hätte es der Kronprinz geahnt. Der Blonde hatte niemals etwas gutes im Sinn. "Ja, du bist aus dem Wettkampf zum Schwertkampf heraus. Aber du hattest so viele Waffen bei dir, die du sicherlich benutzen kannst, du solltest dich bei einen der anderen Wettkämpfe auch anmelden."
      Bevor irgendjemand auch nur noch ein Wort erwidern konnte sprang Mael auf ging um den Tisch herum und packte Agilis am Arm. Wenn ein Prinz etwas sagte, gab es keine Widerreden. Selbst wenn der Diener es nicht gewollt hätte, er würde sich wohl kaum gegen einen Prinzen wären können. Vor allem wenn sein Volk hier war um mit dem Rowans und Maels Frieden zu schließen.
      "Und du solltest dich auch noch wo anmelden Rowan. Als unser verehrter Kronprinz müsstest du noch viel mehr Siege für unser Land erringen", verkündete Mael und deutete Rowan an ihnen doch zu folgen.
      Rowan schüttelte nur leicht den Kopf.
      "Ich habe keine Zeit für die anderen Wettkämpfe, der für das Schwert wird lange genug dauern. Ich habe auch noch andere Verpflichtungen."
      Im Gegensatz zu Rowan konnte Mael sich nicht beherrschen und die Augen nicht verdrehen. Rowan verkniff es sich schon seitdem Mael das Zelt betreten hatte. "Dann leiste mir doch ein wenig Gesellschaft, wenn wir den Jungen hier noch ein bisschen mehr einbeziehen."
      Der Kronprinz hatte darauf eigentlich keine Lust, wirklich nicht aber als Mael Agilis fester packte um ihn mit sich zu ziehen ohne darauf zu achten was dieser überhaupt wollte, empfand er doch ein wenig Interesse. Er wollte wissen wie dieser Diener reagierte, der ein Gesicht zog als wäre er in seinem schlimmsten Albtraum gefangen. Was ihn so sehr dazu brachte zu leiden?
      Leid zog anderes Leid an, und das war das einzige woran Rowan gerade denken konnte, als er aufstand und noch immer seinen Bruder mit dem adonischen Diener musterte.
      "Meinetwegen, leiste ich dir noch ein wenig Gesellschaft."
      "Fantastisch. Und ihr anderen! Ihr solltet euch auch für mehrere Wettbewerbe anmelden. Das erhöht eure Chance auf einen Preis und wer liebt es nicht bei solchen wundervollen Festlichkeiten mitzumachen?"
      Ein Lachen ging durchs Zelt auf Maels Worte hin und dann ein angeregtes Gerede. Das war schon immer Maels Stärke gewesen. Der Blonde zog den kleineren Mann mit sich mit ohne diesen auch nur halbwegs zu betrachten.
      "Mit welchen Waffen kannst du noch umgehen, Diener?", fragte er dann etwas arrogant nach und auch Rowan wollte diese Frage gerne beantwortet haben.
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    • Dem Gespräch wäre somit ein Ende gesetzt. Niemand an diesem Tisch hatte etwas Weiteres zu ergänzen. Schließlich hatte sie die einfache Frage des zweiten Prinzen beantwortet, sodass kein Gesprächsbedarf bestand. Hoffentlich würde dieser Blondschopf wieder verschwinden, doch genau in der nächsten Sekunde musste Agilis realisieren, dass sie sich gewaltig geirrt hatte. Und sie war jemand, der nur selten in ihren Annahmen verfehlte. Die Gerüchte, die sie bis jetzt über diesen zweiten Narren gehört hatte, waren weitaus untertrieben. Aufgeschlossen? Nein, er war vielmehr eine Redemaschine, sodass sie sich anstrengte, um seinem Inhalt richtig zu folgen. Zuerst musste sie sich anhören, wie er ihr über andere Wettkämpfe erzählte. Sofort erfasste ihren Verstand eine Unsicherheit, die von einer deutlich schlechten Vorahnung gezeichnet war. Bevor sie etwas erwidern konnte, denn sie wollte dankend diesem desaströsen Vorschlag absagen, erhob sich der zweite Prinz rasch. Wollte er etwa auf diese Weise verschwinden? - zog es irritiert durch ihren Verstand. Ihre Augen beobachteten jedoch, wie sie selbst zu seiner Zielscheibe wurde. Sie spürte eine fremde Wärme, die ihren Arm erfasste, sodass ihr Körper auf der Stelle versteifte. Eine solche körperliche Nähe hatte sie von niemandem seit einer Ewigkeit erhalten bekommen, denn das Schlangentattoo auf ihrer Hand war für jeden Adoner ein ausreichender Grund, um von ihr zu fliehen - dabei spielte der soziale Stand eine geringe Rolle.
      Agilis schaute verloren durch den Raum, als sie ohne jegliche Bedenken von ihrem Platz gezerrt wurde. Das musste doch alles ein schlechter Witz sein. Ihre Augen betrachteten die verschiedensten Menschen, die sich in diesem Zelt versammelt hatten. Es gab nur eine Person, die ausreichend genug Macht besaß, um sie aus dieser Zwangslage zu retten. Natürlich war es niemand anderes als der Kronprinz selbst. Ihre tiefblauen Augen landeten wieder auf seinem Gesicht, wodurch sich ihre Mundwinkel noch mehr nach unten zogen. Wie konnte sie überhaupt daran denken? Beschissener Usurpator - verfluchte sie ihn in den Gedanken, während sie ihren Blick wieder abwandte. Diesmal realisierte die Kriegerin, dass es ihr lieber war, gegenüber einem Thronräuber zu sitzen, der kaum redete, als gezwungen einen Blonden ertragen zu müssen, der kein Blatt vor dem Mund nahm. Die Begeisterung der restlichen Anwesenden war nicht verwunderlich, wenn es dieser Prinz mit seinen scheinheiligen Worten hinbekam, jeden in den Bann zu ziehen.
      Agilis konnte seine Hand, welche sie weiterhin aus dem Zelt zerrte, nicht abschlagen - und bei allen Göttern dieser Welt, sie hätte es mit dem größten Vergnügen gemacht. Sie spürte, wie ihr linkes Auge zu zittern begann. Erwartete sie etwa ein Nervenzusammenbruch?
      ,, Bogen", presste sie schwer aus ihren Lippen hervor. Warum begleitete der Kronprinz sie überhaupt? Sie schenkte ihm einen misstrauenden Blick zu. Irgendetwas stimmte mit dieser ganzen Situation doch nicht. Wie hatte sie es hinbekommen, in die Angelegenheiten der Sauveterre-Prinzen eingewickelt zu werden, ohne sich jegliche Mühe dafür zu geben? Innerlich machte sie sich Sorgen, dass der Blondschopf sie zum Bereich mitnehmen könnte, wo das Bogenschießen-Turnier stattfand. Ihr Bauchgefühl schrie sie förmlich an, aus der Nähe der beiden zu verschwinden.
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    • Auch wenn Rowan sich nicht für diesen Diener interessieren sollte, konnte er nicht umhin, diese ganze Situation wirklich amüsant zu finden. Ehrlich gesagt, viel es ihm sogar ein wenig schwer seine ernste Miene aufrecht zu erhalten, die er immer trug.
      Es war amüsant zu sehen, wie sich der Körper des Dieners verspannte, und es war amüsant zu sehen, wie sehr Mael es ignorierte und seinen Griff einfach verfestigte um jeden Ausbruchversuch direkt zu unterbinden.
      Und dann als sich der kleine Bastard umdrehte, und nach Hilfe zu suchen zu schien, konnte Rowan gar nicht anders als doch einmal selbstgefällig zu Lächeln. Es war klar gewesen das Agilis nicht um seine Hilfe bitten würde, nicht wenn man bedachte was für ein Hass und Ekel in seinen Augen brannte. Und wenn Rowan darüber nachdachte hatte Mael das sicherlich auch bemerkt und war vermutlich genauso neugierig was dahinter steckte wie er. Nur das Mael niemals darüber nachdachte sich selbst so einzuschränken um anderen damit einen gefallen zu tun. Das war etwas das der Blonde niemals gelernt hatte, und selbst wenn hätte er dieser Lektion - genau wie vielen anderen Lektionen- kein Ohr geschenkt. Manche Dinge gingen bei diesem Prinzen in einen Ohr rein und beim anderen wieder heraus, ohne einen Stopp bei seinen Gehirn zu machen. Obwohl es das bestimmt mehr als nur verkraftet hätte. Mael war kein dummer Mann, Rowan war es auch nicht, aber die beiden ergänzten sich. Da wo es Rowan an Charme fehlte, machte es Mael wieder wett und dort wo es Mael an Härte fehlte oder Kampfgeist war Rowan zu Stelle. Und auch wenn Rowan die laute Art seines Bruder nicht oft willkommen hieß, war er noch derjenige den er am ehesten als seine Familie betrachten konnte.
      Rowan folgte seinen Bruder aus dem Zelt, und hin zum Anmeldungststand, als dieser erneut begann zu lachen.
      "Nur den Bogen? Sei nicht so bescheiden, Kleiner, ich habe dir zugesehen wie du all diese Waffen ausgepackt hast. Du bist bestimmt auch gut mit Dolchen hm? Wir melden dich einfach für ein paar Wettbewerbe an, und dann sehen wir worin du alles gut bist."
      Das Grinsen auf Maels Lippen wollte einfach nicht vergehen und seine Worte und das Verhalten Agilis sprachen Rowan sadistische Seite doch etwas an.
      "Ich finde, das ist eine deiner besten Ideen, Mael. So viel Talent sollten wir nicht verschmehen sondern eher fördern."
      Mael schien sich sehr darüber zu freuen, dass Rowan nun in seine Stichelein mit einstieg.
      "Aber er wirkt mir etwas zu klein und schwächlich um beim Wrestlen mit zu machen, oder dem Boxen, was sagst du? Du hast gegen ihn gekämpft du kannst seine Stärke bestimmt besser einschätzen als ich."
      Rowan griff sich an sein Kinn und strich über seinen Bart während er wirklich überlegte wie er den Jungen einschätzen würde. Außerdem machte es ihm spaß mit seinen Bruder so über den Kopf des Kleineren hinweg zu reden, als wäre er überhaupt nicht anwesend.
      "Wrestling würde ich nicht sagen, beim Boxen könnte ich ihn mir eher vorstellen. Er ist flink, und nicht zu schwach. Seine schnelle wird da der Vorteil sein."
      "Dann ist es entschieden, wir melden ihn auch zum Boxen an."
      Und mit diesen Worten waren die drei bei der Anmeldung. Mael wechselte ein paar Worte mit dem Mann der sich um die verschiedenen Tuniere kümmerte und auch wenn dieser meinte er könnte niemanden mehr annehmen, verfiel er schnell in Zustimmung als er Rowan sah.
      "Na gut, hier er muss sich hier eintragen", meinte der Ältere nur und hielt Agilis die Formulare hin.
      "Du kannst doch schreiben, oder Junge?", fragte Rowan dann nach, musste dann aber lachen. "Aber selbst wenn nicht, mit deinen hübschen Gesicht kommst du sicherlich auch so weit genug", verspottete er ihn dann und auch Mael tauchte ins Lachen mit ein. Beinahe so als wollten die beiden den Jungen bis aufs äußerste reizen.
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    • Sie musste gezwungen einsehen, dass sie kein jegliches Entscheidungsrecht besaß, was diese ganze Situation betraf. Nein, sie durfte nicht einmal etwas erwidern, sondern musste mit einem geschlossenen Mund diese Demütigung ertragen. Im Grunde genommen war es nichts Verwerfliches gewesen, das die beiden Narren von ihr verlangten. Nur war es die Tatsache, dass es sich um Sauvettere-Bastarde handelte, der Grund, weshalb sie aufgebracht war. Boxen? Der zweite Prinz schien sie bei ihrem letzten Kampf genau beobachtet zu haben, wenn ihm ihre anderen Waffen aufgefallen waren. Das war natürlich ein beunruhigender Fakt, doch in ihrer jetzigen Situation war es ihre wenigste Sorge. Sie wunderte sich, ob diese Heuchler vorhatten, sie bei ihren anderen Kämpfen zu belauern. Nach ihren selbstgefälligen Blicken zu urteilen, schien es der Fall zu sein. Agilis seufzte innerlich auf. Wie konnte sie nur auf diese Weise unachtsam sein und sich zu dem Kronprinzen setzen? Eigentlich hatte sie sich selbst in diese Lage gebracht. Trotzdem änderte dieses Geständnis nichts an ihrer Wahrnehmung. Sie verdrängte die Tatsache, dass die Mörder ihrer Familie nur wenige Meter entfernt neben ihr standen. Es waren nicht einmal Meter gewesen, sondern knappe Zentimeter. Sie hatte Waffen bei sich, sodass es für sie nur ein Kinderspiel gewesen wäre, um sie in wenigen Atemzügen umzubringen. Die Kriegerin malte sich in den Gedanken das Chaos aus, das in diesem Fall den gesamten Palast erfassen könnte. Niemand würde auf den Gedanken kommen, dass der Grund dieses Attentats in der Vergeltung lag. Vergeltung für die Ermordung der ehemaligen königlichen Familie. Sie wunderte sich, welche Reaktionen sie erwartete. Wäre man ihr dankbar oder sie nur verfluchen?
      Ein kleiner Funken Hoffnung erfasste ihre Augen, nachdem ein neuer Schiedsrichter kundgab, dass er keine weiteren Teilnehmer annehmen konnte. Dieser naive Wunsch wurde jedoch im nächsten Moment untergraben, als der Kronprinz auf der Bildfläche auftauchte.
      Sie blickte entnervt die Papiere an, die ihr vorgehalten wurden. Agilis wusste, was diese Trottel verfolgten. Für diese verwöhnten Prinzen war sie nur ein Mittel zur Unterhaltung gewesen - ein fremdes Tier, welches ihre Aufmerksamkeit erhascht hatte. Wollten sie sich etwa daran amüsieren, wie sie von anderen Teilnehmern besiegt wurde? Sie würde ihnen diesen Spaß ganz sicher nicht ermöglichen.
      ,, Ich fühle mich geschmeichelt, dass ihr mein Gesicht als hübsch empfindet, Eure Hoheit", erwiderte sie mit einer vorgespielten Begeisterung in der zärtlichsten Stimme, die sie in diesem nervenaufreibenden Moment hervorbringen konnte.
      Ihre Augen und Haltung waren ruhig, auch wenn sie sich im Inneren seinen näheren Tod ausmalte.
      Sie blickte desinteressiert auf die Papiere. ,, Ich kann nicht schreiben", erwiderte sie und reichte die Formulare dem Schiedsrichter zurück. Eine deutliche Lüge, doch ohne einen ausgefüllten Bogen konnte sie nicht teilnehmen und sie bezweifelte, dass sich diese aufgepulsterten Prinzen bereit erklären würden, einem Diener zu helfen. Einen positiven Grund gab es an dieser Situation trotzdem - der Blondschopf hielt sie nicht mehr, wodurch sie endlich befreit von seinem Griff war.
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    • Es traf Rowan etwas unerwartet, dass der Diener so auf seinen offensichtlichen Spott reagierte. Das hätte er von einen feindseligen Adeligen erwartet, aber nicht von einen einfachen Diener. Irgendetwas musste es wohl mit auf sich haben.
      "Oh, nicht schlimm wenn du nicht schreiben kannst", mischte sich Mael ein. Wieder einmal funkelten seine Augen und Rowan war gespannt was sich sein Bruder jetzt wieder einfallen hatte lassen. "Ich werde es dir beibringen, du wirst mein neuestes Projekt der Großzügigkeit."
      Das verurteilte Agilis nur dazu noch mehr Zeit mit Mael zu verbringen. Rowan musste leicht nicken, aber nur weil er dem Diener ansehen konnte, wie absolut er nicht hier sein wollte. "Ja, es ist die Pflicht eines Prinzen, auch den Armen Bildung näher zu bringen. Und da wir den Adonern doch etwas schulden, klingt das hervorragend. Mael, wir sollten das jedoch noch mit König Esteban klären."
      Dann wandte sich Rowan an den Schiedsrichter. "Sein Name ist Agilis, er kommt aus Adonis. Fragt ihn nach seinen restlichen Daten, aber es müsste noch etwas von ihm geben, er hat vorhin beim Tunier der Schwerter mitgemacht", klärte Rowan dann eben diese Kleinigkeit. Der Mann versuchte sich gar nicht gegen sein Schicksal zu wehren und trug die paar Daten die er von dem Kronprinzen bekommen hatte schon einmal in das Formular ein.
      "Ich bräuchte noch das Alter, und wobei er alles mitmachen soll", meinte der Schiedsrichter mit einer leicht zitternden Stimme.
      "Boxen, Bogenschießen, Dolchwurf, oh und wir könnten ihm noch zum Reiten anmelden, oder Rowan? Du kannst doch reiten, oder Kleiner?"
      Doch Rowan wusste, das Mael ihn dafür selbst eintragen würde, wenn der Diener es nicht konnte. Es diente alleine seinen Vergnügen, vor allem wenn er scheitern würde. Mael zuckte dann nur mit den Schultern und klopfte den Diener selbst auf die Schulter. "Ich glaube, selbst wenn du es nicht kannst, solltest du das lernen." Rowan schüttelte nur leicht den Kopf. "Er kann nicht überall gleichzeitig sein", meinte Rowan dann, und versuchte noch immer dahinter zu kommen warum der Junge so seltsam auf seinen Spott reagiert hatte. "Ich denke die drei Sachen die du schon ausgewählt hast reichen."
      Mael hätte bestimmt nun geschmollt wie ein kleines Kind, wenn nicht noch andere Leute die drei sehen hätten können. Nun konnte er sich also die Blöße nicht geben und deswegen auch nicht in einen kleinen Tantrum ausbrechen un bei Rowan das zu bekommen was er wollte. Was bei Rowan sowieso eher selten klappte und nur an Tagen an denen er ohnehin schon mehr als nur genug genervt gewesen war. Mael hatte vielleicht als Kind alles von seiner Mutter bekommen was er wollte, nur weil sie ihre einzigen Kinder zu der Zeit glücklich machen wollte. Aber Rowan hatte nie diesen Luxus genossen, weswegen er nun auch nicht nach Maels Wünschen sprang. Manchmal hatten sie sich deswegen schon gestritten, aber da Rowan der Kronprinz war konnte Mael meistens nicht wirklich etwas dagegen tun.
      "Nun Junge, nenn dem Mann dein Alter", forderte Rowan ihn dann auf.
      "Call me Icarus, cause baby you're my sun"


      "Loving you's my Achilles' heel"
    • Projekt der Großzügigkeit? Agilis kam den beiden nicht hinterher. Nein, sie folgte diesem Blondschopf nicht mehr. Es war eine gefüllte Ewigkeit vergangen seitdem sie einen solchen unbeherrschten Menschen ertragen musste. Man konnte es deutlich von seinem selbstgefälligen Gesicht ablesen, dass er ein verwöhntes Söhnchen war, welches alles in die Füße zugeschoben bekam, was er sich wünschte. Sie musste an einen Kakadu erinnert werden, jedes Mal wenn sie sein zufriedenen Ausdruck betrachtete. Es fühlte sich an, als versuchte er, ihre Grenzen auszutesten. Nein, das machte er mit großer Wahrscheinlichkeit. Das Einzige, das ihr übrig blieb, war, einfach eine Ahnungslose zu spielen. Agilis wollte es natürlich nicht. Sie war nicht zurückgekehrt, um ein Clown für diese Idioten zu sein. Falls sie sich eine Unterhaltung wünschten, dann sollten sie einen Witzbold einstellen. Das war nicht ihre Aufgabe gewesen. Außerdem war sie kein dahergelaufener Diener, welcher solche trivialen Aufgaben erledigen musste. Sie bereute es, dass sie nicht an der Seite Estebans bleiben konnte. Seine Übersetzerin zu sein, wäre ihr durchaus lieber gewesen, als an diesem unnötigen Turnier teilzunehmen. Der Herrscher Adons wollte sicherlich, einen Teilnehmer haben, der mehr Punkte für das eigene Reich erzielte. Sie verstand seine Absicht, wollte jedoch trotzdem nicht ein Teil dieses Vorhabens sein.
      Agilis bezweifelte, dass sich ihre Mundwinkel noch mehr nach unten ziehen konnten. Nein, nicht einmal dieser Tag könnte schlimmer werden. Sie war nicht nur umgeben von einem Sauvettere, sondern ganzen zwei Usurpatoren. << 333236, 333237 >> begann sie wieder in den Gedanken die Zahlen auszusprechen. Seit ihrer Ankunft zählte sie im Grunde genommen jeden Moment. Eigentlich sollte es sie nicht überraschen, doch sie hätte sich niemals in einer solchen Lage ausgemalt. Es war womöglich der beste Zeitpunkt, um zu beten, doch zu ihrem Nachteil verschwendete sie ihre Zeit nicht für solche unnötigen Sachen.
      Agilis wollte natürlich mit allen Mitteln verhindern, ein weiteres Mal die Nähe dieses Blondschopfs ertragen zu müssen. Irgendwelche Unterrichte kamen dabei natürlich nicht infrage. Sie war dabei, seinem Reitvorschlag abzusagen, denn das konnte sie nicht. Zumindest nicht gut genug, um an einem Turnier teilzunehmen. Diese Aufgabe übernahm aber der Kronprinz selbst.
      Die Kriegerin wusste, dass es gar nicht um ihr Können ging. Diese Narren wollten sich einfach einen Spaß mit ihr erlauben. Nach der Aufforderung des älteren Bruders schaute sie wieder zum Schiedsrichter, welcher sie mit einem unruhigen Blick beobachtete. Seine Unruhe war zu erwarten gewesen, wenn man den Thronerben direkt vor sich hatte, der berüchtigt für seinen Wahnsinn war. Agilis glaubte jetzt, dass der Wahnsinn viel eher dem zweiten Prinzen zugeschrieben werden musste.
      Mit einem leichten Seufzer nahm sie den Bogen sowie den Stift entgegen, während der ältere Mann sie irritiert beobachtete.
      <<25>> schrieb sie schnell und ergänzte weitere Informationen. Damit entlarvte sie ihre eigene Lüge, aber sie wollte sich dadurch vor irgendwelchen bevorstehenden Unterrichten retten. Ohne jegliche Kommentare gab sie die Papiere wieder zurück und bewegte sich zum Ort, wo das eigentlich Turnier stattfand. Einen Ausgang besaß sie sowieso nicht.
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    • So schnell konnte man also Lügen entlarven. Rowan vermutete jedoch, dass Mael trotzdem nicht locker lassen würde. Vor allem wegen dieser dreisten Lüge.
      Rowan blickte über die Schulter des Dieners, als dieser begann den Bogen auszufüllen. "Man sollte einen Prinzen nicht einlügen", meinte Rowan dann als er sich ein wenig herunter beugte, damit Agilis es auf jedenfall hören konnte. "Vor allem nicht Mael, du wirst wohl ab jetzt auf seiner Liste stehen", ergänzte er dann noch mit einen süffisanten Unterton.
      Mael schien schon weiterhin zu überlegen, was er als nächstes noch tun konnte. Und vor allem was er tun konnte um zu zeigen, dass er sich nicht anlügen lassen würde. Ein wenig Zeit hatte Rowan noch, bevor er zu seinen eigenen Tunier aufbrechen müsste, weswegen er Mael noch begleitete, der dem Diener folgte. Was ihm überhaupt nicht gefiel, denn er murmelte neben Rowan etwas, das er nicht ganz verstehen konnte.
      "Du solltest dich nicht so aufregen, Mael", meinte er dann und konnte dabei nicht so ganz verbergen, dass Rowan ein wenig Schadenfreude dabei empfand. Es war für jeden der Mael kannte offensichtlich, dass er immer bekam was er will. Vor allem weil er auch so offensichtlich schmollte wenn er es nicht bekam.
      "Ich rege mich nicht auf, ich plane berechnend."
      Rowan schüttelte nur den Kopf.
      "Du bist noch nicht dran, Kleiner", meinte Mael dann als er neben Agilis stehen blieb. "Wir haben noch ein wenig Zeit zusammen, und später treffen wir uns dann wieder beim Bogenschießen. Ich hoffe du bist darin wirklich so gut, wie du vorhin meintest."
      Was Rowan zugeben musste, auch wenn er es überhaupt nicht mochte, war dass Mael ein ausgezeichneter Bogenschütze war. Besser als Rowan selbst, weswegen er niemals an so einen Tunier teilnehmen würde. Sich so zum Gespött zu machen, das würde Rowan niemals in den Sinn kommen. Es war ohnehin schon Schmach genug, das die Leute sich eher zu Mael hingezogen fühlten. Vermutlich war es schon so, als er auf die Welt gekommen war, doch das würde Rowan nicht beurteilen können, weswegen er auch nicht weiterhin darüber nachdachte.
      Die ersten Leute traten dann auf dem Platz, um mit dem Tunier für das Boxen zu starten, und Rowan sah ihnen zu. Das wäre auch etwas, wobei er gerne mitgemacht hätte, doch danach konnte es sehr gut sein, dass er nicht mehr so frisch aussah, wenn er heute Abend an dem Ball teilnehmen wollte. Noch mehr getratsche konnte er sich wirklich sparen.
      Der eine Teilnehmer schlug den anderen dann K.O., zumindest war der Verlierer für wenige Momente ohnmächtig, sodass der Kampf damit entschieden war. Er würde also in die zweite Runde kommen.
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    • Die Worte des Kronprinzen hallten immer noch in ihrem Verstand wider. Man sollte einen Prinzen nicht anlügen. Es war natürlich viel mehr als eine pauschale Bemerkung, die er ihr zugesprochen hatte - es war eine Drohung. Sie bewegte sich gerade auf einem sehr dünnen Eis und das wusste sie selbst genau. Das Unerträglichste an dieser ganzen Situation war, dass sie sich überhaupt nicht retten konnte. Agilis war einer solchen Aufmerksamkeit nicht gewöhnt, durch welche andere sich in ihre Angelegenheiten einmischten. Als ein durchaus bekanntes Mitglied der Anguis wurde sie stets als eine Verfluchte betrachtet. Logischerweise wollten sich die meisten erst gar nicht auf sie einlassen oder irgendwelche Gespräche mit ihr führen. Eine Ausnahme bildete die desiasiche Königsfamilie, welcher sie seit gefüllten drei Jahren diente. Sie musste zugeben, dass es sich deutlich länger anfüllte, was womöglich an den vielen Ereignissen lag, die sie in letzter Zeit durchlebt hatte. Nachdem sie von Estaben erkauft wurde, hätte sie sich niemals ausmalen können, auf diese Weise in ihre Heimat zurückzukehren. Es fühlte sich an, als wäre es ihr vorherbestimmt gewesen, im desianischen Palast zu dienen, auch wenn sie an solche Märchen nicht glaubte. Sie musste aber zugeben, dass ihre Karten seit ihrer neuen Arbeitsstelle besonders gut standen. Agilis hatte vor allem angenfangen, noch strategischer zu sein und ihre Handlungsschritte aufs jede Detail zu durchdenken. Nun, etwas, was sie eindeutig nicht in Betracht gezogen hatte, war die jetzige Situation, in welcher sie ohne jegliche Vorwarnungen gelandet war.
      Verdammte Scheiße - zischte sie in den Gedanken, während sie mit verschränkte Armen das Geschehen vor ihren Augen betrachtete.
      Ohne den Blondschopf anzugucken, hörte sie sich seine Bemerkung an. Sie konnte mit ihren eigenen Augen sehen, dass sie noch nicht dran war. Die Kriegerin verfolgte, wie ein Teilnehmer ohnmächtig wurde, wodurch sein Gegner gewann.
      Es folgte ein weiterer Kampf, bis ihr Name ertönte. Agilis. Mit festen Schritten trat sie heran. Der Schiedsrichter stellte sie genauer vor. Etwas, was sie an solchen Angelgenheiten nicht mochte, war die versammelte Meute von Männern. Von schweíßdurchtränkten Männern, deren Geruch jede Ecke erfasste, sodass man gezwungen war, dieses widerliche Aroma einzuatmen.
      Sie guckte ihren Gegner ein, der deutlich größer war als sie - womöglich auf der gleichen Höhe mit dem Kronprinzen. Sein süffisantes Lächeln war nicht zu übersehen gewesen, denn in seinen Augen war sie, ein kleiner Ferkel, eine leichte Beute.
      Agilis zog ihren Mantel aus. Es herrschte zwar Winter, doch dank der ganzen engen Menge war es warm genug. Nach ihrem Mantel folgten ihre Waffen sowie ihre Schuhe, denn sie konnte durchaus besser kämpfen, wenn sie den festen Boden unter ihren Füßen genau verspürte. ,, Bereit, du Zwerg?", fragte ihr Gegner sie boshaft aus. Seine Kameraden, die in der Meute vorzufinden waren, verfielen zur Unterstützung in ein synchrones Gelächter. Agilis guckte ihn herablassend an, was ausreichte, um den Gegenüberstehenden zu provizieren.
      Sie nahm ihre Position an und verschärfte ihre Sinne, während ihre Augen jede Bewegung ihres Gegners zu verfolgen begannen.
      Die versammelte Menschenmasse hatte sich wahrscheinlich auf einen langen und blutrünstigen Kampf bereit gemacht, in welchem sie verprügelt wurde. Die Tatsache, dass sie in deren Augen ein Adoner war, würde sie mit Sicherheit noch freudvoller stimmen, wenn sie mit Schlägen verbläut wurde. Sie hatten jedoch viel zu große Hoffnungen, denn die Kriegerin hatte wenig Lust für irgendein Spektakel.
      Sie war jemand, der ihre Arbeit schnell zu Ende brachte, wodurch sie auch einen Namen in Anguis gemacht hatte.
      Ihr Gegner war schwach - langsame und unpräzise Bewegungen. Ein typischer Boxer, der mit seinen festen Fäusten nur wild herumschlagen konnte. Als er seine Hand ausholte, um sie zu treffen, entwich sie diesem Angriff, indem sie ihren Kopf zur Seite wandte. Dabei ließ sie ihn selbst nicht aus den Augen. Agilis schlug mit ihrer vorbereiteten Faust im selben Moment fest in seine Kehle ein. Ein mieser Trick, ja - aber es war seine Schuld gewesen, wenn er seine empfindlichsten Stellen auf diese Weise bloßstellte. Ihr Gegner fasste sofort seinen Hals und rang keuchend nach Luft. Mit einem präzisen Sprungtritt gegen seine Brust verhalf sie ihm auf den Boden.
      Die versammelte Menge verstummte wieder. Sie beobachtete kurz ihren erbärmlichen Gegner, bevor sie sich umdrehte. Erst nach einigen Sekunden verkündete der Schiedsrichter ihren Sieg. Agilis zog wieder ihre Schuhe an - es war nicht einmal notwendig gewesen, sie überhaupt auszuziehen. Nachdem sie alles wieder bei sich hallte, kehrte sie zu ihrem Ausgangsort zurück.
      ,, Muss ich jetzt Bogen schießen, Eure Hoheit?", fragte sie ohne jeglichen Ausdruck nach, während sie kurz zu den beiden Prinzen schaute.
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    • Hinterlistiger Bastard. Er war viel zu schlau für einen einfachen Diener, und auch sicherlich viel zu begabt für einen. Voller Abscheu spuckte Rowan auf den Boden. Etwas das in der Menge der ganzen Männer nicht wirklich auffiel. Was im Gegensatz dazu jedoch auffiel war Mael mit seiner viel zur schicken Kleidung. Die anderen musterten ihn aus den Augenwinkeln, aber keiner traute sich den Prinzen genauer anzustarren.
      Er war eben nicht angezogen für einen Kampf, Mael kämpfte nicht. Das war nicht seine Art. Anstatt seine Fäuste sprechen zu lassen, benutzte er lieber seine Worte. Und wenn er kämpfte dann nur aus der Ferne, was ihn eigentlich zu einen ausgezeichneten Feigling machen sollte. Zumindest scheute er sich nicht das zu sagen, was ihm durch den Kopf ging. Auch wenn er wusste wann der richtige Zeitpunkt war.
      Der kleine Bedienstete - der durch seine schmähliche Figur sicherlich nicht aussah wie ein 25 Jähriger Mann, eher wie ein Kind- schaltete seinen größeren und schwereren Gegner ohne irgendein Problem aus. Auch wenn Rowan sich nicht sicher war, ob solche Tritte beim Boxen wirklich erlaubt waren. Zumindest hatte er auch bisher niemanden kennegelernt der so beweglich gewesen wäre, um sein Bein so hoch zu bekommen. Das war der Nachteil von Stärke, sie senkte die Beweglichkeit.
      Der Kronprinz beobachtete jede Bewegung des Jungen, sie waren sehr präzise, und etwas das nicht jeder einfach so beherrschen hätte können. Das hier, und das er sich bei Rowan so wenig mühe gegeben hatte, und der Hass der in seinen Augen gühte, lies ihn jede Sekunde noch ein bisschen interessanter werden. Und dann war er auch noch so dreist um einen Prinzen anzulügen, und gerissen genug um nicht auf Rowans Spott zu reagieren, wie es jeder ungebildete Bastard wie er eigentlich hätte tun sollen.
      "Wir müssen diesen Mistkerl im Auge behalten", meinte Rowan dann ernst zu seinen kleinen Bruder. Normalerweise sollte einen so ein Diener nicht interessieren, aber all seine Fähigkeiten und sein Verstand und die Tatsache das er Adoner war, waren Eigenschaften die seiner Familie gefährlich werden könnte. Wenn das hier ein Spion war, oder die Adoner noch mehr solcher Krieger in ihr Land geschmuggelt haben sollten, konnte zu einen großen Problem werden. Vielleicht sollte Rowan auch jemanden auf diesen Diener ansetzten um ihn zu beobachten, aber das könnte auch einfach zu weit gehen. Bisher war er nur ein Diener, sie sollten nicht übertreiben, das könnte auch Schwäche zeigen wo nur Vorsicht war.
      "Ich denke auch, aber wir müssen vorsichtig sein", teilte Mael mit, der wohl in die selben Gedanken verfallen war wie Rowan.
      Wenn man so einen Stand hatte wie die Beiden, war man wohl verdammt über jegliche Möglichkeit nachzudenken, wie man umgebracht werden konnte. Für einen normalsterblichen klang das vielleicht Paranoid, aber das war der ernst des Lebens für eine königliche Familie. Das änderte jedoch nichts an der Tatsache, dass Rowan paranoider war, als andere an seiner Stelle. Selbst wenn er alleine war, sah er Bewegungen in Schatten, hörte Schritte wo keine waren, und manchmal, manchmal glaubte er sie auch sehen zu können. Nachts wenn alle schliefen und nur er wieder kein Auge zubekommen konnte.
      Nachdem dem anderen Mann geholfen war, und Agilis Sieg verkündet war, trat er wieder zu den beiden Prinzen.
      "Oh, das können wir gleich, aber du kannst dich noch einen Moment ausruhen. Wir können aber den Kronprinzen zurück zu seinen Tunier begleiten", meinte Mael dann wieder grinsend und so, als hätte er sich niemals über etwas sorgen gemacht. Er griff wieder nach dem Arm des Jungen, damit er auf keinenfall ausbüchsen konnte, was vermutlich schlau war. So schnell wie das kleine Wiesel war, könnte das gut passieren.
      Aber Mael hatte recht. Rowan musste zurück zu den Schwertkämpfern, seine zweite Runde sollte nicht mehr zu lange auf sich warten lassen. Und je nachdem wie viele sich angemeldet hatten, würde es sicherlich noch eine dritte und vierte Runde geben, bevor endlich ein Gewinner feststehen würde. Und auch wenn es bestimmt besser gewesen wäre, würden nicht viele dem selben Prinzip folgen wie Agilis es getan hatte, der schon bevor es angefangen hatte, seine Niederlage entschieden hatte.
      "Interessant, wie geschickt und schnell du den Kampf beendet hast", stellte Rowan dann fest um ihn damit durch die Blume mitzuteilen, dass er sein Schauspiel nun endgültig durchschaut hatte. "Ich hoffe ich kann deine zweite Runde später auch noch sehen. Man sieht selten so geschickte Diener", seine Stimme war kalt und süffisant.
      Mael lächelte selbstgefällig und wünschte Rowan dann glück als sich dessen Wege trennten und er mit dem Diener langsam Richtung Bogenschießen schlenderte. Noch immer mit einen festen Griff um den Arm des Jungen.
      "Für wen genau arbeitest du?", fragte er dann nach um bereits jetzt mit seinen eigenen Nachforschungen zu beginnen.
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    • Agilis folgte mit leichten Schritten den Männern hinterher. Nun, diese Formulierung traf nicht ganz zu, da sie von dem Blondschopf ein weiteres Mal mitgezogen wurde. Sie konnte immer noch nicht verstehen, was dieses Verhalten zu bedeuten hatte. Sollte er als ein Adliger nicht davon abgeneigt sein, einen Diener anzufassen? Es war schließlich kein Geheimnis, dass sie in deren Augen nur ein bedeutungsloser Mensch war, welcher nur als ein amüsanter Zeitvertrieb benutzt wurde. Von dem Kronprinzen ertönte eine weitere Drohung, die mit friedvollen Worten verpackt war. Die genaue Bedeutung dieser Worte erkannte sie deutlich. Sie war jemand gewesen, der viel zu begabt war, um auf diese Weise gut zu kämpfen. Und somit auch gefährlich. Der Unterschied bestand jedoch darin, dass die Dienerpositionen in Adon anders aussahen, was auch erklärte, warum diese verwöhnten Prinzen von ihr erwarteten, eine schwache Analphabetin zu sein. Sie ging jedoch nicht auf diesen Kommentar ein. Agilis hatte sowieso ausreichendes Chaos durchlebt - sie wollte definitiv nicht mehr Öl ins Feuer gießen. Außerdem war ihr eigentliches Ziel gewesen, das Vertrauen der desianische Usurpatoren zu erhaschen. Nach ihrer dreisten Lüge und ihrem demonstrierten Können hatte sie sich diese Aufgabe natürlich um einiges erschwert.
      Sie war aber nicht jemand, der auf diese Weise schnell nachgab. Ansonsten hätte sie es erst gar nicht hinbekommen, durch ihre List in diesem Reich zu landen. Die Kriegerin würde nicht zulassen, dass all die endlosen Jahre ihrer harten Arbeit sich für nichts in der Luft auflösen würden. Sie war schon für jeden unerwarteten Schlag vorbereitet, der sie in Desia - in ihrer Heimat - erwartete.
      Innerlich wünschte sich Agilis, dass dieser Narr nicht zurückkommen würde, um sie bei ihrer zweiten Runde zu beobachten.
      Mit einem gesenkten Blick folgte sie diesmal dem Blondschopf, nachdem sich die beiden Brüder verabschiedeten. Deren Verhältnis schien deutlich friedlicher zu sein, als sie es aus diversen Gerüchten entnommen hatte. Sie hatte auch nicht ausreichende Auseinandersetzungen beobachten können, damit sie ihren endgültigen Entschluss zog. Außerdem teilten diese Sauveterre-Bastarde durchaus mehr Gemeinsamkeiten. Blut war schließlich dicker als Wasser.
      ,, Ich bin der Leibwächter meines Kaisers", antwortete sie kurz, ohne seinen Blick zu erwidern. Die Art seiner Fragestellung erweckte den Eindruck, als handelte es sich bei ihr um einen eingestellten Spionen, der als ein Auftragsmörder arbeitete. Das war schließlich nicht der Fall. Nun, zumindest nicht ganz. Sein Bedenken war verständlich. Es war jedoch der Fehler der beiden Prinzen gewesen, denn sie hatten angenommen, dass sie ein normaler Diener war. ,, Und Eure Majestät hat mir auferlegt, an diesem Turnier teilzunehmen", erklärte sie knapp, damit er verstand, dass es keinen wirklichen Grund zur Sorge gab.
      Es dauerte nicht lange, bis sie das nächste Ziel erreichten. Diesmal füllte Agilis den Bogen ohne irgendwelche Spektakel aus.
      Anschließend begab sie sich zum Stand, in welchem verschiedene Bögen angeboten wurde, die für dieses Turnier benutzt werden durften.
      Mit einem verschränkten Kopf überlegte sie, welchen sie am besten auswählen sollte.
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    • Es war ungewöhnlich - vor allem in Maels Augen- das ein Leibwächter, ein so hoher Diener, so aussah wie der niedrisgte von ihren eigenen. Ausgehungert und zerlumpt, so würde Mael diesen Jungen beschreiben. Er warf absolut kein gutes Licht auf seinen Herren, ob er das selbst wusste? Es wirkte trotzdem, oder vor allem deswegen, wirklich sehr verdächtigt. Vor allem weil er Gestern bei der Begrüßung der beiden Familien nicht anwesend war. Mael würde sich darum kümmern, vor allem weil es ein indirekter Befehl seines Bruders war, der in Zukunft irgendwann sein Herrscher sein würde.
      "Oh, wenn das so ist, wird dein Herrscher sich sicherlich darüber freuen, dass wir dich so herzlich in unserer Mitte aufgenommen haben. Du schienst mir so verloren in den Zelt, soetwas bricht mir doch mein armes Herz", erwiderte er theatralisch und griff sich mit seiner freien Hand an die Brust. Eigentlich kümmerte es Mael nicht wirklich wie es ihm ging. Es kümmerte ihm insgesamt nicht wie es anderen Personen ging, weder bei seiner Mutter, noch seiner Frau. Es gab nur eine einzige Ausnahme. Eine einzige Person die Mael wirklich etwas bedeutete. Und das war seine Zwillingsschwester. Ysaline war auch die einzige die ihn verstand, die beiden verstanden sich wortlos. Sie hatten es schon immer, und selbst wenn sie sich stritten konnten die beiden sich nie lange wirklich böse sein.
      Als sie damals in ein anderes Reich ziehen musste, hatte es ihn beinahe das Herz zerissen. Umso froher war er, dass sie seit kurzen wieder im Palast war, und ihnen einen längeren Besuch schenkte.
      "Du redest von deiner Majestät. Seine Majestät ist nicht die meine. Mein Vater ist mein König, meine Majestät."
      Es glich ein wenig einer Beleidigung wenn der Diener soetwas sagte. Aber wenn er jetzt zu sehr sein Ego spielen lies, würde er den Kleinen nicht mehr lange quälen können. "Du solltest besser auf deine Worte aufpassen, wenn du jemand anderen etwas falsches sagte, könnte er es dir übel nehmen, Kleiner. Du hast Glück das du den freundlichsten aus der desianischen Königsfamilie begegnet bist."
      Zumindest behaupteten das einige, auch wenn Rowan sicherlich nicht dazu gehörte. Aber es lag sicherlich nur daran, das die andere Hälfte seiner Geschwister noch nicht der Gesellschaft präsentiert wurde. Algernon war zu schüchtern, um sich oft der Öffentlichkeit zu präsentieren und Colette und Phillipe waren noch zu jung, um es zu tun. Seine Konkurenz was die Freundlichkeit betraf war demnach sehr gering. Rowan war ein Griesgram, und Ysaline viel zu Eitel um sich in höflicher Konversation gut zu tun.
      "Aber dein Herr, hat eine schlaue Entscheidung getroffen, auch wenn du wohl gegen Rowan mit Absicht verloren hast. Glaubst du wäre er darüber begeistert?" Es klang wie eine Drohung und möglicherweise war es auch eine, aber an und für sich hatte Mael nicht vor mit dem anderen Herrscher eine wirkliche Unterhaltung zu führen. Es stand ihn auch nicht unbedingt zu, es gab immerhin wichtigere Personen die das erledigen sollte.
      Mael folgte kurz nach Agilis auf den Platz, nachdem er einen seiner Diener aufgetragen hatte ihm seinen eigenen Bogen zu bringen, bevor er sich nah hinter Agilis stellte und beobachtete wie er die Bögen betrachtete.
      "Du bist niemals 25", meinte er dann bevor er den Jungen noch einmal musterte. Dann griff er selbst nach einen Bogen. "Der ist gut für deine Größe", meinte Mael dann. Es war ein desianischer Langbogen. Vermutlich wirkte er zu groß, für eine kleine Person wie ihn, aber diese Bögen waren für kleine Personen gemacht worden. Sie waren leicht und flexibel. Sie barsten nicht leicht, und selbst die schlechtesten waren noch in einer so guten Qualität, dass sie die meisten anderen Modelle schlugen. "Ich möchte ja nicht, dass der Leibwächter des Kaisers schlechtere Chancen auf einen Sieg hat, nur weil er nicht seine eigenen Waffen nutzen kann."
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