closer to death [Kappa x Lu-Chan]

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    • closer to death [Kappa x Lu-Chan]

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      X ist der CEO einer der größten Firmen der Stadt und von allen gut bekannt, er ist oft im den Medien zu sehen, ist erfolgreich und vor allem gut-aussehend, was die wenigsten nur wissen ist, dass er auch gleichzeitig einer der meist gesuchten kriminellen des Landes ist. Er leitet die Mafia, die in letzter Zeit das Land erzittern lässt, ist der Kopf hinter der organisierten Kriminalität, dem Drogenhandel und einigen Morden. X ist kaltherzig, unberechenbar und arbeitet am liebsten allein, denn wenn er keinen traut, macht er keine Fehler. Die Arbeit wird ihm irgendwann zu viel, für ihn alleine sind zwei große Geschäfte einfach zu viel und in diesem Zwang entscheidet er sich dazu eine persönliche Assistentin einzustellen, um es etwas besser in den Griff zu kriegen. Y sieht ihre Chance, sie braucht dringend einen Job und schnelles Geld, sie bewirbt sich, kriegt den Job auch, doch schon nach kurzer Zeit merkt sie, wie tief sie schon in der Untergrundwelt steckt und wie schwer sie da auch nur raus kommt.


      X - @Lucy-chan
      Y - @Kappalicious

      closer to death [Kappa x Lu-Chan]
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."



    • Capital Group Companies
      9403 Union St.
      Brooklyn, NY 11201


      Personal Assistant gesucht:

      ⋅ Sie unterstützen den CEO bei allen administrativen und organisatorischen Aufgaben
      ⋅ Sie koordinieren Termine und sind erste Kontaktperson für Geschäftspartner
      ⋅ Sie arbeiten selbstständig und eigenverantwortlich

      ⋅ Keine Vorerfahrungen notwendig
      ⋅ Keine Mindestqualifikation notwendig
      ⋅ Hohes Startgehalt

      NDA (aka non-disclosure agreement) notwendig.

      Offenes Casting im Bürogebäude der Capital Group Companies am 24.03. um 9:00 Uhr.



      Das ist das Jobangebot auf das Katya immer gewartet hat. Keine Vorerfahrungen erforderlich und vor allem muss sie keinen Berufsabschluss vorzeigen. Lieber die persönliche Assistentin sein, als die Prostituierte auf dem Gehweg. Nachdem sie diese Anzeige gesehen hat, nutzte die junge Frau jede freie Minute um möglichst viele Informationen über diese "Capital Group Companies" und dessen CEO einzuholen.

      Alexander Valentin Evans, der CEO und Vorsitzender von einer der größten Firmen der Stadt, hat den Sprung geschafft, den sich die Blondine selbst erhofft hatte, als sie nach Amerika kam. Aus dem nichts hat er ein Unternehmen vor der Insolvenz gerettet und daraus eine millionenschwere Firme herangezogen. Dabei war er nur paar Jahre älter als sie selbst.. Jetzt war es endlich Zeit für Katya genau den gleichen Sprung zu machen. Raus aus den Gassen und bloß weg von ihrem Zuhälter. Wenn sie diese Arbeit bekommen würde, dann wäre sie endlich ein Stück freier. Nur wie sollte sie es anstellen, geheim zu halten, dass sie keine Papiere hatte? Und sie eigentlich derzeit illegal in Amerika war?
      Gerade wegen diesen Sorgen beschäftigte sie sich umso mehr mit dem Hintergrund der Firma und seinem CEO. Es gab nichts über den Typen zu finden, abseits von seinen Glanzleistungen als Entrepreneur und Workaholic. Der Blondine juckte es unter den Fingern. Wie zur Hölle konnte er diesen Sprung schaffen und sie nicht? Den Traum vom Tellerwäscher zum Superstar gab es nicht, dem war sie sich sicher. Das war bestimmt nicht nur harte, ehrliche Arbeit, die hinter seinem Erfolg steckte. Vor allem nicht, wenn er keine Anforderungen für seinen persönlichen Assistenten hatte.


      Selbst als der Tag vom Casting kam, war sich die junge Frau unsicher wie sie die Situation handhaben sollte. Mit offenen Karten spielen und ihn überzeugen sie einzustellen oder doch lieber die Fakten verheimlichen? Nervös nagte sie an der Haut entlang ihrer langen, lackierten Fingernägel. Sie war gerade erst in das Bürogebäude der Capital Group Companies eingetreten. Das Foyer war riesig, voll verglast und luxuriös ausgestattet. Jede Lampe, die hier dank der Fensterfronten unnötig rumhing, war wohl mehr wert als Katya die letzten Jahre in Cash verdient hatte. Mit einem unbehrrschten Seufzen ließ sie ihre hochgezogenen Schultern fallen. Sie hatte stets ums Überleben gekämpft und nun war es nicht anders. Wenn sie diesen Job haben wollte, kam es auf ihren Eindruck an. Wie sie sich gab, in jeder einzelnen Sekunde.

      Sie schüttelte sich kurz unmerklich und ließ damit die verunsicherte, eingeschüchterte Katya zurück an der Front des Gebäudes. Nun war nur noch die Kämpferin in ihr, die erst aufgeben würde, wenn sie tatsächlich eine Absage bekam. Mit hoch erhobenem Kopf stolzierte sie in ihren hohen, schwarzen Pumps auf die Rezeption des Bürogebäudes zu. "Ekaterina Ivanova", meldete sie sich an der Front mit ihrem Namen, die Hände auf der Oberfläche des Rezeptionstisches ruhend. "Können sie sich ausweisen Miss Ivanova?", kam die Stimme der jungen Sekretärin ihr entgegen, welche die Blondine von oben bis unten musterte. Offentsichtlich machte der Blazer Eindruck, welchen sie mit einem Gürtel zu einem Kleid gebunden hatte. Niemand konnte ja ahnen das dies ein Geschenk einer ihrer Stammkunden war und eigentlich dazu diente seine Fantasy einer Buisness Frau anzuregen. Ehrlich gesagt war es das einzige was Katya besaß, was überhaupt im Stande war elegant und passend zu diesem Unternehmen zu wirken.

      "Mich ausweisen?", fragte sie mit hochgezogenen Augenbrauen, "Erwarten sie jemanden kriminellen? Ich bitte sie, schauen sie mich an." Bei der Aufforderung wanderte der Blick der eingeschüchterten Sekretärin erneut über den schmalen Körper der Blondine. Ihre Augen trafen auf die eiskalten, blauen Iriden von Katya, bevor das junge Ding hervorbrachte: "E- Entschuldigen sie, Miss Ivanova." Die Sekretärin warf einen Blick in den Rechner um zu sehen für welchen Termin genau die stolze Blondine da war. "Ich bin hier für das Casting", ersparte Katya ihr das Suchen. Damit war sie vorerst davon gekommen ihre Papiere vorzuzeigen. Wahrscheinlich war genau das die Taktik, die sie verfolgen musste. Einschüchterung. Anders kam man in dieser Welt wohl nicht weiter. Sie stolzierte bereits auf den Aufzug zu, als ihr die Sekretärin das Stockwerk hinterher rief, in welchem das Casting stattfinden sollte.

      7. OG.. 8. OG.. 9. OG.. Ding!

      Die metallenen Türen des Fahrstuhls öffneten den Eingang zu einem edel eingerichteten Vorzimmer. Wieder eine Rezeption, dazu mehrere Stühle, die bereits von anderen Arbeitssuchenden belegt waren. Ihr Blick schweifte durch den Raum, bevor sie wieder voller Stolz los stolzierte. Von dem älteren Herrn an der Rezeption wurde ihr lediglich mit einer Handbewegung gedeutet, dass sie sich auf den freien Platz setzen konnte. Während sie der stillen Auffordung Folge leistete, sah sie sich weiter um. Ganz unterschiedliche Menschen fanden sich hier wieder. Eine Dame, vielleicht Mitte 40, saß direkt neben ihr mit verschränkten Armen und Beinen. Die grau-blonden Haare zu einen ordentlichen Dutt hochgesteckt, man könnte fast meinen sie würde bereits hier arbeiten. Vor allem durch den strengen Blick, den sie im Gesicht trug.
      Neben ihr ein junger Mann, der es anscheinend für richtig hielt zum Bewerbungsgespräch in T-Shirt und Jeans zu kommen, und ein Stuhl weiter ein alter Mann, welcher an einem Glas Wasser nippte. Die wenigen Haare, die er noch auf dem Kopf hatte, waren mittlerweile grau und tiefe Falten zogen sich durch sein Gesicht. Amüsiert huschte ein kurzes Lächeln über die geschminkten Lippen von Katya. Das würde ja einfacher werden, als sie selbst gedacht hatte. Ihre Konkurrenz konnte nie im Leben mit ihr selbst mithalten und das war genau der Egoboost, den die junge Frau gebraucht hat.

      Katya hatte erst die Beine überschlagen und ihre Tasche auf ihrem Schoß abgestellt, da ging schon die Glastür des Besprechungszimmers auf. Eine niedergeschlagene Frau kam aus dem Raum, anscheinend lief das Vorstellungsgespräch nicht gut für sie. Umso besser für Katya. Es war nicht so, dass sie kein Mitgefühl oder Empathie empfand, aber um aus ihrer eigenen Hölle rauszukommen musste sie gerade nur an sich selbst denken. Von diesem Konzept war auch ihre nächste Handlung geprägt. Als der ältere Herr mit seinem Wasserglas aufstehen wollte, war die Blondine schon aufgesprungen und lief auf die Glastür zu. "Bleiben sie doch noch ein wenig sitzen", meinte sie mit einem gespielten Lächeln zu dem alten, bevor sie ihre langen Haare über die Schulter warf und die Glastür hinter sich zuzog.
      Das Klacken ihrer hohen Schuhe hallte in dem großen Besprechungszimmer mit Auslick über die ganze Innenstadt wieder. Nun war es wirklich Zeit zu zeigen, wie stolz und einschüchternd sie sein konnte. Wie entschlossen sie war. Wie sehr sie aus ihrer Welt fliehen wollte und aufsteigen wollte. Ihren Traum wahr machen wollte. All das zeigte sich in der Haltung der jungen Blondine, welche auf den CEO der Firma zu stolzierte. Ihr Rücken war gerade durchgedrückt, die Brust rausgestreckt, die Schultern nach hinten gezogen, der Kopf hocherhoben und würde ihre schmale Nasenspitze nicht schon nach oben zeigen, dann würde sie es aber jetzt tun. Am Tisch angekommen, ließ sie ihre schwarze Tasche auf den Stuhl neben sich fallen. Sie stützte beide Hände auf die kalte Tischplatte und blickte dem erflogreichen Mann im Anzug entschlossen mit ihren blauen Augen entgegen. Das würde garnicht so lange brauchen, dass sie sich setzen musste. Dementsprechend blieb sie vor ihm gegenüber stehen.

      "Ekaterina Ivanova. Ich habe kein gültiges Arbeitsvisum, aber Sie werden mich trotzdem einstellen.", kam es ihr selbstsicher über die vollen Lippen. "Wissen Sie wieso?", fragte sie rhetorisch und warf einen Blick über die Schulter zu den anderen im Wartebereich, die man durch die Glastür sehen konnte. Ihre langen blonden Haare fielen ihr dabei über die Schulter nach vorne, welche sie am braunen Ansatz zurück strich. Sie hatte kein Geld sich ihre Haare nachzublondieren. Bald würde das aber kein Problem mehr sein.
      Ihr Blick ging wieder zu dem Geschäftsführer, um ihre eigene Frage zu beantworten: "Ich bin jung, hübsch, kann mich entsprechend ankleiden, verfüge weitaus über mehr Qualifikationen und Wissen als alle restlichen im Vorzimmer zusammen. Ich kann im Notfall mit einer Waffe umgehen und wenn Ihnen mal der teure Anzug reißen sollte, dann kann ich Ihnen den schneller reparieren, als Sie ihn zereißen können. Ich spreche fünf Sprachen fließend, heißt ich kann es jedem Ihrer Geschäftspartner recht machen." Sie nimmt sich einen Augenblick ein- und auszuatmen, bevor sie abermals die Lippen öffnet: "Also?"

    • Alex

      "Sie unterstützen den CEO bei allen administrativen und organisatorischen Aufgaben?", der belustigte Unterton war wirklich nicht mehr zu überhören. "Dein ernst, Alex?". Alexander seufzte, während er den Scotch im Glas in seiner Hand ein wenig bewegte. Ja, es war dein Ernst, auch wenn er sich nicht ganz eingestehen wollte, dass es so war. Seine Augen blickten auf, musterten die Stadt zu der späten Uhrzeit, der Blick aus seinem Büro in der dreizehnten Etage war immer wieder ein Highlight für ihn. Er hat es geschafft.. ganz gleich, was sein Vater von ihm hielt, die ganze Stadt stand ihn zu Füßen, New York lag ihm zu Füßen. Er seufzte, ein richtig gutes Gefühl, ganz gleich wie oft er runter blickte. Zufrieden nahm er einen Schluck, während seine rechte Hand belustigt über die weiteren Zeilen der Suche schnaubte. "Ich meine, ich nehme deine Entschuldigung an, während du hiermit indirekt meinen Gewinn einräumst..". Der östliche Akzent war selbst nach Jahren noch immer in Vlads Stimme zu hören, auch wenn er dich darum bemühte nicht wie ein typischer russischer Staatsbürger auszusehen. Doch sein maßgeschneiderter Anzug und die schneeweiße Zähnefront konnten nicht den brutalen, volltätowierten Schläger verstecken, der er eigentlich war. Wenn Alex etwas erledigt haben wollte, dann war Vlad immer seine erste Wahl gewesen, seine rechte Hand, die die Dinge ein wenig anders regelte, als er selbst es tat. Alex selbst war auch brutal, keine Frage, aber wenn jemand Informationen aus anderen Menschen heraus prügeln konnte, dann war es Vladimir, kein anderer. Sie kannten sich schon eine halbe Ewigkeit, wussten mehr über sich, als alle anderen, damit wurden sie quasi dazu gezwungen zusammen zu arbeiten, um den jeweils anderen nicht als seinen Feind zu haben.
      "Ich verliere den Überblick", räumte Alex ein und leerte sein Glas, um es auf seinem Glasschreibtisch abzustellen. Er seufzte, selten räumte dieser Mann irgendeinen Fehler ein. "Die Anzeige habe ich nicht geschrieben, ich hätte es deutlich banaler geschaltet, um keine studierten Vollidioten anzuziehen.. die Anzeige hat das Mäuschen aus der PR Abteilung geschrieben ... Die Blondine da". "Die mit dem geilen Arsch? Wie hieß sie nochmal..", Vlad überlegte kurz, dabei war es Alex fast schon unwichtig wie sie hieß. Ein hübsches Ding, das seine Arbeit machte, nicht mehr und nicht weniger. "Ah, Mandy! Ja, die weiß, was man mit ihrem Mund anstellen kann.. Da werde ich allein bei den Erinnerungen hart..". Vladimir grinste, er war ein Frauenheld, ein Prolet und log die Damen nie mit seinem wahren Vorhaben an. Man wusste bei ihm immer, wo man stand. Alex war da ein wenig anders, er mochte es diskreter, fand seinen Spaß viel lieber heimlich, ohne damit anzugeben oder andere wissen zu lassen, was er trieb. Er mochte es schon immer für andere nicht durchschaubar zu sein.
      "Keine Vorerfahrungen? Ich meine, dass ist schon eine Menge Arbeit hier", Vlad hob seine Augenbraue, erhob sich, um das leere Glas mitzunehmen und sich an der kleinen Bar etwas einzugießen, Alex Glas gleich mit zu füllen. "Ich will niemanden studierten..", erklärte er noch einmal. "Ich will jemanden ansehnlichen.. jemanden, der was im Köpfchen hat, aber mir nicht mit irgendwelchen Gesetzen kommt.. den ich so anlernen kann, wie es mir passt..". "Und sie muss geil aussehen, ich meine, zu uns beiden passt nur eine, die geil ist", Vlad grinste, kam zurück mit beiden Gläsern, um eines davon Alex zu reichen. Dieser kommentierte es nicht, klar, seine Assistentin musste schon ansehnlich sein, immerhin werden sie beide viel miteinander zu tun haben, aber er würde es einfach auf sich zukommen lassen.
      Still nahm Alexander noch einen Schluck, er lehnte sich in seinem Stuhl zurück. "Wie sieht es mit unserem Vögelchen aus? Singt es endlich?". Die Geschäfte durften nicht vergessen werden.. Vlad hatte derweil sein Handy heraus geholt, er blickte auf, kaum sprach sein Boss mit ihm. "Noch nicht", gab er zu und leerte sein Glas mit einem Zug. "Aber wir haben Glück, es ist gerade erst wieder wach geworden". Und damit ließ er Alex alleine in den großen Büro im dreizehnten Stock.

      24.03 9.00 Uhr

      Es war schon die zweite Kandidatin, mit der sich Alex herum schlagen musste. Er bereute es jetzt schon, dass er diese Anzeige nicht selbst geschrieben hatte, denn die verschiedensten Menschen tauchten auf, um die freie Stelle zu bekommen und allein die beiden Damen passten nicht in die Vorstellungen, die Alex von seiner neuen Assistenz hatte. Er war gelangweilt, während er sich erzählen ließ, was die Dame vor ihm schon alles vorher gemacht hatte. Gott, es war langweilig, wahnsinnig langweilig. Er hätte sie am liebsten jetzt schon hinaus gebeten, aber die Freundlichkeit musste er haben, um sie aussprechen zu lassen. Sie war.. durchschnittlich.. und hatte deutlich weniger Selbstbewusstsein, als seine Assistentin brauchte. Alex schwam mit den großen Fischen, er brauchte jemanden, der hinein kam und sich nahm, was er wollte, wie er es immer tat, sonst würde es nicht funktionieren. Ganz freundlich verabschiedete er sich von der Dame, um zu seufzen, kaum war die Glastür hinter ihr zu. Es waren erst zwei, da draußen saßen noch mindestens drei, so wie ihm auf sein Handy kommuniziert wurde. Alex wusste alles, was hier passierte, er wusste beinahe alles, was in der Stadt passierte.
      Der Mann ließ seinen Nacken knacken, während die Tür wieder auf ging. Hohe Schuhe, ja, endlich! Er liebte Frauen mit langen Beinen und mit hohen Schuhen, allein das war schon ein Pluspunkt in seinen Augen, auch wenn für ihn ein wenig mehr dazu gehörte, als das Aussehen. Seine blauen Augen musterten die Blondine, ein gewagtes Outfit, ob sie etwas darunter trug? Selbstbewusstsein besaß sie alle Male, diese Frau stolzierte in seinen Besprechungsraum, als würde ihr die Welt gehören, als würde ihr der Job gehören und für den ersten Moment war Alex interessiert. Was nicht nur an ihren verdammt langen Beinen lag! Sie blickte ihm eiskalt in die Augen, wusste sie überhaupt, mit wem sie es hier zu tun hatte? Er wollte es ihr zeigen, er wollte sehen, ob sie einknicken wird, doch noch bevor seine Phantasie sich entfalten durfte raubte eine ganz andere Information seine Aufmerksamkeit. Kein gültiges Arbeitsvisum? Interessant.. denn damit gab es keinen gültigen Aufenthalt.
      Alex hob seine Augenbraue hoch, diese Tatsache gefiel ihm, damit würde er etwas gegen sie in der Hand haben, damit er ihre Loyalität für sich gewinnen, ja, das sprach ihn an. Die Frage war nur, was die Frau sonst bisher tat ,wenn sie keine gültige Arbeitserlaubnis besaß. Prostitution? Strippen? Viel mehr blieb ihr nicht übrig. Alex musterte sie genauer, die Haare müssten nachgefärbt werden, die Frage war, wo sie zur Zeit lebte und ob es jemanden gab, der Probleme machen wird, wenn sie hier anfangen wird. Es wäre kein Problem für Alex das herauszufinden, es wäre auch kein Problem diese Probleme zu beseitigen. Ihre Art interessierte den Mann. Sie hielt sich für etwas besseres, als die Menschen, die im Vorraum saßen, dabei war sie vermutlich am Abgrund.
      "Ekaterina Ivanova", wiederholte seine dunklen Stimme und verriet, dass er ganz genau wusste, wie er ihren Namen aussprechen musste. "Ist das der einzige teure Fummel, den Sie besitzen?". Er wollte ihr nicht zu nahe treten, aber damit tat er es vermutlich. Alex kaute ein wenig an dem Innern seiner Wange. "Meine Erwartungen könnten hoch sein.. die Arbeitszeiten manchmal mit Sicherheit auch fast schon unmenschlich.. ich brauche jemanden, der bereit ist, auch Nachts einzuspringen.. durch die Welt zu fliegen, wenn es nötig ist und Sie wollen mir sagen, dass es ohne ein gültiges Visum möglich ist?". War es, für ihn war alles möglich. Aber ob sie bereit war? Mit Sicherheit, so wie sie vor ihm stand war sie sowas von bereit, um aus ihrem Leben heraus zu kommen, in welchem sie steckte. "Ich muss in Sie investieren.. viel Geld investieren..Klamotten, Friseur, eine Wohnung.. meine Assistentin muss meine Firma repräsentieren", dachte er laut nach, aber sein Bauch hatte schon entschieden. Sie war es, mit Sicherheit, allein ihre Art mit ihm hier zu sprechen.
      Alex lehnte sich vor, um das Telefon zu ergreifen welches auf dem Tisch zu finden war. Er hob den Hörer ab, drückte die neun, um mit dem Herren am Empfang verbunden zu werden. "Mister Carter?", fragte er, um zu erfahren, ob er richtig war. "Sagen Sie bitte den anderen Wartenden ab, ich habe mich entschieden". Und damit musste er nicht mehr mit den anderen sprechen , Gott sei Dank!
      Er legte wieder auf und blickte die Blondine vor sich an. "Als aller erstes brauchen wir ein Visum für Sie.. eine reine Kleinigkeit, nichts schwieriges.. meine Mitarbeiter sind alle angemeldet, vor allem versichert", denn er musste das Spiel aufrecht erhalten. "Aber ich nehme an, es gibt keinerlei gültigen Papiere?".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."




    • Ein kalter Schauer lief der zierlichen Frau den Rücken runter, als seine tiefe Stimme ihren Namen aussprach. Wann hatte sie das letzte Mal gehört, dass er so perfekt wiedergegeben wurde? Viele hatten Probleme damit den osteuropäischen Namen von ihr auszusprechen. Für die meisten Amerikaner war sie nur noch Kat oder Kata. Wie sie diese Abküruzung nicht leiden konnte. Doch der Braunhaarige machte Katya allein mit seiner Betonung klar, dass er eine ähnliche Herkunft wie sie selbst haben musste.
      Bei seiner Frage blickte sie an sich runter. Etwas wie Scham spürte sie schon lange nicht mehr. Das kam wohl mit ihrem Beruf als Prostituierte gratis dazu. Wirklich teuer war dieser Blazer bestimmt auch nicht gewesen, sonst hätte ihr Zuhälter den an sich genommen und für etwas Kleingeld verkauft. Zumindest ist das was mit anderen Geschenken passierte wie Schmuck oder teurer Unterwäsche.
      Katya hörte dem Geschäftsmann aufmerksam zu, während er all seine Gedanken zu ihr aussprach. Nachdenklich verschränkte sie die Arme. Sie war definitiv eine Investition, aber eine die sich auszahlen würde. Mit Zinsen. Die junge Frau ging um den Tisch herum, an ihm vorbei, auf die glasklare Fensterfront zu. "Ich bin die Investition wert. Ich habe sicherlich schon schlimmere Arbeitszeiten durchgemacht als Sie, Tag und Nacht kann ich verfügbar sein und nichts hält mich hier noch sonst wo.", erklärte sie stolz, während sie die Aussicht genoss. So etwas würde sie nun jeden Tag sehen können? Die ganze Stadt lag ihr zu Füßen und nichts konnte sie aufhalten. Außer die kleine Tatsache, dass sie keine Papiere hatte. "Ich bin auch ohne gültiges Visum in Ihr Gebäude spaziert, oder nicht?", meinte sie schließlich, als sie sich wieder zu dem Mann umdrehte, die Arme vor der Brust verschränkt und das Kinn immer noch stolz nach oben geneigt. Sie verlagerte ihr leichtes Federgewicht von einem Bein auf das andere und hörte zu wie er seine gefallene Entscheidung deklarierte. Damit war es nun endgültig. Katya kam raus aus ihrer eigenen Definition von der Hölle. Sie konnte nun endlich den Sprung machen, von dem sie jede Nacht geträumt hat, während sie sich ein Zimmer mit mehreren Prostituierten teilte - wie auf einer Klassenfahrt. Nur das es ein dauerhafter Zustand war. Und statt dem Lehrer ein gewalttätiger Zuhälter die Frauen im Zaum hielt.

      Am liebsten würde sie gerade Freudensprünge machen, so erleichtert fühlte sie sich im Inneren. Aber der Fremde war nun ihr Chef, heißt das Spiel einen guten Eindruck zu machen war noch lange nicht vorbei. Vor allem, weil er nun das Thema ansprach, vor welchem sie am meisten Angst hatte. Ihr Rücken drückte sich unwillkürlich mehr durch und ihre langen Nägel borhten sich angespannt in ihre Handinnenflächen. Arbeitsvisum hin oder her, garkeine Papiere mehr zu besitzen war ein massives Druckmittel, das sie ihm einfach auf einem Silberteller lieferte.

      Ihre Absätze hallten erneut in dem Besprechungszimmer wider. Sie bewegte sich auf den Stuhl ihm gegenüber zu, auf welchem ihre Tasche ruhte, und setzte sich in gemächlicher Ruhe hin. Als würde sie das Thema der nicht gültigen Dokumente garnicht aus der Fassung bringen und in Panik versetzen. Doch egal, wie sehr sie sich bemühte ihre undurchdringliche Fassade einer stolzen und einschüchternden Geschäftsfrau aufrecht zu erhalten, ihre Atmung beschleunigte sich bei diesem sensiblen Thema. Genauso wie ihr Herz zu rasen anfing und ihr bis zu ihrem Hals schlug. Sie konnte nichtmal seinen blauen Augen standhalten, als sie erklärte: "Ich habe keinerlei Papiere." Katya redete nicht lange um den heißen Brei rum. Sie kam stets schnell zum Punkt, das würde sie auch mit ihrem neuen Chef weiterhin beibehalten. "So ein.. жопа .. hat sie an sich genommen", führte sie weiter aus, wobei sie am liebsten garnicht darüber reden wollte. Fest biss sie die Zähne zusammen und presste die vollen Lippen aufeinander. Ihre Freiheit kam für den Preis, dass jemand anderes sie in seinen Händen hielt. Wenn ihm in der Zukunft irgendetwas nicht passte oder sogar ganz ohne Grund.. Er konnte ihr einfach jegliches Recht einer Existenz wieder entziehen. Die Blondine wusste auch, wie leicht sie damit zu erpressen war. Aber das bedeutete lediglich: Sie musste ihm um jeden Preis loyal bleiben, bis zum bitteren Ende.

    • Alex

      Er blickte sie ein wenig skeptisch an, kaum spuckte sie große Töne, sie sei die Investition wert. Alex rechnete schon längst im Kopf, ob es sich lohnte, denn er musste ordentlich etwas hinein stecken, noch bevor sie den Vertrag miteinander durch gegangen sind. Doch sein Bauchgefühl hatte sich für sie entschieden und dieser täuschte sich eigentlich nie. Mit ein wenig Farbe in den Haaren, mit gepflegten Nägeln und ordentlicher Kleidung konnte man aus ihrem Aussehen einiges heraus holen, aber wie sah es mit dem Stress-Level aus? Würde sie dem Druck stand halten? Würde sie mit den Aufgaben klar kommen, mit denen er sie überhäufen würde?
      Engagement und Selbstbewusstsein konnte die Blondine schon einmal vorweisen, ein klein wenig arrogant war sie auch, aber das war gut, denn das war Alex auch, damit konnte man weit kommen, wenn dazu noch eine kleine Priese Dreistigkeit mit hinein kam. Ein wenig brannte es ihm in den Fingern zu erfahren, woher sie kam, war das der Strich? Die Straße? Zog sie sich nur aus, oder ging sie auch deutlich weiter? Damit konnte sie vermutlich wirklich mit einigem an Stress umgehen, damit war ihr Nachtarbeit nicht fremd, damit war sie eine interessante Persönlichkeit gewesen.

      Das Thema der Papiere ließ ihre Fassade dann doch ein wenig bröckeln, wie es Alex beschreiben würde. Ihr Puls beschleunigte sich, er erkannte es an dem zucken ihres Halses. Wie oft er schon hat Menschen verbluten lassen mit nichts mehr, als einem ganz kleinen Schnitt dort? Aber er konzentrierte sich auf ihre Worte, auf ihre Lippen, die ihm deutlich machten dass sie keinerlei Papiere besaß. Okay, das erschwerte die Sache ein klein wenig, weshalb sich der Mann in seinem Stuhl nach hinten lehnte und überlegen musste. Ohne irgendwelche Papiere war es schwer, verdammt schwer, auch für ihn, denn er wollte es hier in der Firma alles so laufen lassen, wie es laufen musste. Hier hielt er sich an Gesetze, denn nur so konnte er sein Geld waschen, ohne aufzufallen. Alex seufzte, er musste mit Vlad reden, wurde jedoch sehr hellhörig, als ihm etwas anderes vermittelt wurde. Seine Augenbraue erhob sich, ein Arschloch besaß ihre Papiere und hat sie in sein Besitz genommen? Oh, das vereinfachte die Sache natürlich um einiges.
      "Haben Sie zufällig einen Namen, oder eine Adresse für mich, wo ich den жопа finde?", fragte er höflich, auch wenn sein Kopf schon deutlich weiter dachte. Er würde Vladimir hin schicken, oder es eher erledigen lassen, wenn es die Unterlagen noch gab. Damit konnte er mit einer Leichtigkeit ein Visum besorgen, er kannte genug Menschen, die ihm noch einen Gefallen schulden. Und damit konnte er die bald schon den Vertrag unterschreiben lassen, aber nicht so, nicht in diesem billigen Fummel. Alex musterte die Frau noch einmal nach ihrer Antwort, er wollte es nur schlau veranstalten, um schnellst möglich mit ihrer Einarbeitung anfangen zu können.
      "Ich werde mich um Ihre Unterlagen kümmern..", versprach er. Damit wäre sie ihm etwas schuldig, sehr gut, das bedeutete immer Loyalität. "Ich stelle Ihnen einen Check aus.. sehen Sie es.. als ein Einstiegsgeschenk..", er schmunzelte charmant. "Wenn ich Sie das nächste Mal hier habe waren Sie beim Friseur.. kaufen Sie sich ein paar schöne Klamotten.. ziehen Sie bitte ansehnliches an, nichts grelles, aber auch keine Kutte.. ich besorge Ihnen ein Appartement hier in der Nähe", der Wohnkomplex gehörte ihm hier um die Ecke gehörte ihm. "Damit Sie jeder Zeit hier in der Nähe sein können".
      Alex wird sie öfter brauchen, als es sich die Frau vermutlich bewusst war. Viel öfter. "Sobald ich Ihre Unterlagen habe, werden wir alles andere besprechen.. Sie können sich Ihre Fragen und Wünsche überlegen, außer es gibt etwas, was Sie jetzt brennend interessiert". Da gab Alex ihr die Möglichkeit, sollte es etwas geben, lehnte sich wieder nach vorne, um in sein Sakko zu greifen und aus einer der Innentaschen einen Blick heraus zu holen, um der Frau vor sich das Einstiegsgeschenk vorzubereiten. Viertausend Dollar schrieb er auf, allein der Friseur kostete mit Sicherheit einiges, der Kleiderschrank musste gefüllt werden, sie sollte sich die Nägel machen .. lieber ein wenig mehr, als am Ende zu wenig gegeben zu haben. Er unterschrieb, hielt ihr den Check hin, um sie noch einmal anzusehen. Ja, ein Rohrdiamant, hoffte er jedenfalls.
      "Haben Sie eine Telefonnummer für mich?".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."



    • Die junge Frau ihm gegenüber verschränkte die langen Beine, während sie die Zähne umso fester aufeinander biss. War sie bereit ihr altes Leben aufzugeben? Und wie. Hatte sie Angst vor den Konsequenzen? Ja. Sie wusste nicht was ihr neuer Chef vorhatte um ihre Papier wiederzukriegen, aber etwas legales konnte es nicht sein. Gut das Katya mit Unwissenheit leben konnte. Sie wäre Alex so oder so etwas schuldig gewesen, egal auf welche Weise der Braunhaarige ihre Dokumente zurück bekam von diesem dreckigen Zuhälter. Da musste sie garnicht wissen, was er dafür anstellte.
      "130 Grand St, Brooklyn. Er behält die Papiere aller Mädchen in seinem Büro in einem Safe", presste sie schließlich zwischen zusammen gebissenen Zähnen hervor. Der selbstbewussten Frau passte es nicht von jemand anderem abhängig zu sein. Das war sie all die letzten Jahre bereits, obwohl sie stets nur ihre eigene Freiheit ergattern wollte. Nun musste sie sich wieder jemandem ausliefern, nach Hilfe bitten und hoffen, dass sie nicht in die nächste Falle gelockt wurde. Sie musste ihm wohl oder übel glauben sein Versprechen einzuhalten. Eine andere Wahl hatte die gebürtige Ukrainerin sowieso nicht.

      "Einen Check?", wiederholte sie seine Worte verwundert. Kurz fiel damit ihre Maske, die sie Alex bisher dargeboten hatte. Katya konnte kaum glauben, dass er ihr sofort Geld anvertraute. Anscheinend musste nicht nur sie einen Sprung über den eigenen Schatten wagen und einen Vertrauensvorschuss ohne Absicherung geben. Nun ja, er könnte sie im Notfall an ICE aushändigen, aber davon hatte er weniger, als sie wie eine Schachfigur benutzen zu können. Dennoch glaubten ihre hellblauen Augen nicht, was sie selbst gerade mitansehen durften. Der CEO direkt ihr gegenüber holte sein Checkbuch raus, unterschrieb ihr eins der Blätter und hielt es ihr schließlich hin. Langsam löste sich die Anspannung in ihr. Ihre gerade Haltung verlor sie nicht, aber ihre Hände durften sich langsam entspannen und bohrten sich nicht noch tiefer mit den Nägeln in die Innenflächen.
      Mit einem schmalen Lächeln nahm sie den Check entgegen und überflog die Summe an Geld, die er ihr gutgeschrieben hatte. Kurz weiteten sich ihre großen, blauen Augen. "Danke", antwortete sie jedoch nur kleinlaut, als ihr Blick seinen traf. Sie war nicht eingeschüchtert und auch nicht mehr angespannt. Trotzdem spielte sie ihm gerade nicht die stolze Katya vor. Sie zeigte ihm ehrlich, dass sie dankbar für diese Chance war. Viertausend Dollar waren mehr Geld, als sie sich die letzten Jahre erträumen konnte. Nun hielt sie so eine Summe einfach so zwischen ihren lackierten Fingern, als wäre es nichts bedeutsames. Und wo das herkam, gab es für sie noch weitaus mehr. Ihre Gedanken verloren sich fast schon in all den Möglichkeiten, die ihr nun offen standen. Beinahe hätte sie seine Frage nach ihrer Nummer überhört. "Ja, natürlich", antwortete sie schließlich, zurück angekommen in der Realität. Sie steckte den Check in ihre kleine Tasche und zog ihr Handy aus der selben. Dazu nahm sie sich einen Stift und einen weißen Notizzettel von seinem Tisch. Neben ihrer Nummer schrieb sie lediglich Katya hin. Eine Angewohnheit von ihr, um zu verhindern das jemand auf die Idee kam sie Kat oder Kata zu nennen. Diese automatisierte Handlung konnte sie nicht mal vor ihrem neuen Chef verbergen, während sie ihm den beschrifteten Zettel hinhielt.

      "Soll ich nachdem ich alles erledigt habe wieder hier her kommen?", fragte sie schließlich nach einem kurzen zögern. Sie haderte noch mehrere Sekunden länger, bevor sie weiter ausführte: "Ich habe bisher an meinem Arbeitsplatz geschlafen.." Damit gab sie auch automatisch Preis, was für eine Arbeit genau sie vollrichtet hatte. Viele Joboptionen gab es nicht ohne Papiere. Ein Seufzen verließ ihre vollen Lippen und sie versuchte seinem Blick auszuweichen. Diese Chef und Assistentin Dynamik war wie ein Test für sie. Wie viel wollte sie ihm anvertrauen? Offensichtlich war keines ihrer Probleme ein Problem für ihn. Aber Wissen über jemanden zu haben bedeutete zeitgleich auch Macht über diese Person zu besitzen. Trotz ihrer Angst sich ihm auszuliefern, gestand sie offen: "Ich wüsste nicht wo ich heute Nacht schlafen sollte."

    • BAĞIMLI _ Gay.jpg
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      Alex

      Es gab eine Adresse, unter welcher auch ihre Papiere zu finden seien, die er dringend brauchte, um ein Visum zu bekommen, und die Tatsache, dass es diese Adresse wirklich gab erfreute den Mann wahnsinnig. Sofort merkte er sich diese, um es gleich an seine rechte Hand weiter zu geben, er würde schon die Adresse heraus finden und die Tatsache, dass es noch mehr junger Frauen, wie Ekatarina gab widerte ihn fast schon an. Alex war kein Held, er war kein netter Mann, der gerne half, nein, wenn er kein Nutzen aus seinen Taten hatte, dann rührte er selten seine Finger, aber er hasste es, wenn Menschen ihre freie Wahl entnommen wurde. Es war eines, wenn Frauen ihren Körper verkauften und anboten, um aus irgendeinem Loch heraus zu kommen, es war jedoch etwas anderes ihnen nicht eine Wahl zu überlassen, um jeder Zeit auch wieder aussteigen zu können. Nun, so gesehen gab er den Menschen auch selten eine Wahl, einige würden sagen, sie hatten nie eine Wahl, aber das sah der Mann anders, er überließ ihnen meistens die Wahl mit ihm zu arbeiten, oder gegen ihn und das zweitere bedeutete nicht selten den Tod. Grausam, aber es war eine Wahl.
      Fast schon juckte es ihn in den Fingern nicht selbst hin zu fahren und selbst zu agieren, doch Alex musste sein Gesicht wahren, er durfte den Schutz seiner Mauern hier nicht verlassen, um jetzt einfach nur Unterlagen zu besorgen. Dafür war Vladimir da, er kümmerte sich stattdessen um die anderen Dinge, die er für die Blondine erledigen musste.

      Sie wirkte verwundert, die Frage war, ob die Frau jemals so viel Geld auf einmal in den Händen hielt, auch wenn der Check noch nicht eingelöst wurde. Es sollte fürs Erste reichen, alles weitere würde sie von ihrem Gehalt holen können, für alle andere besondere Anlässe würde Alexander aufkommen, für alles, was mit der Arbeit zu tun hatte, denn eines seiner Erfolgsvorsätze bestand darin, seine Mitarbeiter glücklich zu machen. Glückliche Mitarbeiter arbeiteten deutlich länger, gründlicher und vor allem schneller.
      Auch wenn es für die Blondine wirkte wie ein kleiner Vertrauensvorschuss, die viertausend Dollar waren für den Mann gar nicht, wirklich gar nichts. Alex könnte ihr drei weitere Checks ausstellen und würde es nicht einmal auf seinem Konto bemerken, aber irgendwie erfreute ihn die Tatsache, wie sehr Geld Menschen glücklich machen konnte, denn die Frau vor ihm wirkte schon so, als wäre sie sehr mit dem Geld zufrieden. Ihren Dank nahm er mit einem Nicken entgegen, bevor er nach einer Nummer fragte, denn er musste noch andere Sachen besorgen, bevor es hier los ging.
      Katya.. Er überflog die Nummer, ehe sie in eine der Innentaschen seines Sakkos gesteckt wurde, damit würde er sich später beschäftigen, eigentlich wollte er sie jetzt gerne raus schicken, Vladimir die nächsten Anweisungen geben, sich vor allem einen Kaffee holen. Sein Kopf fing langsam an zu schmerzen..
      Der Mann lehnte sich zurück und mit ihrer Frage unterbrach sie seine Gedanken, ließ seine Augen wieder zu ihr sehen. Ob sie wieder hier her kommen sollte? Er hatte doch gesagt, er wird sich melden. Alex blickte sie fragend an, verstand dann doch relativ schnell. Eine Nutte, natürlich, er hatte bis jetzt sich nicht entscheiden können, ob sie eine war, oder sich nur für ihr Geld auszog. Ihre Frage war jedoch berechtigt, natürlich, wenn sie jetzt einen neuen Job hatte brauchte sie da nicht mehr zurück gehen, sie konnte da nicht mehr zurück gehen. Gut, zuerst Vlad den Auftrag geben und dann musste sich Alexander um die Wohnung kümmern, damit sie für heute Abend fertig sein konnte. Er nickte sich selbst zu, ja, das war ein guter Plan, denn dann würde er den verdammten Kaffee trinken. Ihre Worte waren ehrlich, sie log ihn nicht an, ihre Mimik veränderte sich dennoch während sie ihm offenbarte, dass sie nicht wüsste, wo sie heute Abend schlafen sollte. War es ihr unangenehm? Oder hatte sie etwa Angst, was er sagen wird?

      "Ich kümmere mich darum", versprach er auch dieses Mal. Wenn das jetzt ihr größtes Problem war, dann war es kein Problem für ihn, für den einflussreichsten Mann der Staaten. "Ich schicke Ihnen nachher die Adresse und die Daten per SMS, ich brauche nur einen Moment, um die Wohnung zu besorgen". In der Hoffnung, eines der Appartements war zur Zeit frei.. Es wird sich schon etwas finden! "Sie werden heute nicht auf der Straße schlafen". Dafür hatte der Mann zu viel Geld. "Sonst etwas, worum ich mich kümmern muss?".

      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."

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    • Abermals überraschte der braunhaarige Geschaftsführer die junge Frau vor sich. Ein weiteres Versprechen hatte sie ihm entlockt und er sah nicht so als hätte er Sorge, es brechen zu müssen. Damit hatte er Katya bereits mehrere Ängste in einem einzigen Gespräch genommen. Schnell schüttelte sie den Kopf auf seine Nachfrage hin. "Nein, das war meine einzige Sorge, danke.", kam ihr über die Lippen, welche ein leichtes Lächeln vor Alex nicht verbergen konnten. Anscheinend war es das wirklich wert gewesen, ihm offen von den fehlenden Papieren zu erzählen. Wenn dieser Mann sein Wort hielt, bekam sie nicht nur ihre originalen Dokumente zurück, sondern ein neues Visum ausgestellt und dazu eine ganze Wohnung, inklusive Kleidung, Schuhe und alles andere was ihr Herz begehrt. Ihr blauen Augen wanderten von dem gut angekleideten Mann an sich selbst runter. Jetzt ging es nur darum sich ihrem neuen Arbeitsumfeld anzupassen.

      Mit ihrer Tasche in der schmalen Hand, machte sie sich daran aufzustehen. "Dann kümmere ich mich um alles restliche..", bei diesem Satz deutet sie auf die Kleidung, welche sie gerade noch trug. Mit dem Wissen, welche Arbeit sie bisher ausgeführt hatte, konnte sich der Mann ihr gegenüber bestimmt zusammen reimen, woher dieses Kleid stammt. Aber es würde das letzte Mal gewesen sein, dass sie so etwas tragen musste. Ab heute konnte sie endlich wieder alleine bestimmen was sie trug und was nicht. Wie sie sich schminkte, wie ihre Haare gemacht wurden.. Sie musste sich nur an die Anforderung ihres neuen Umfelds halten. Aber die waren weitaus angenehmer, als die Ansprüche mancher ihrer "Kunden".
      Die Blondine verabschiedete sich vorerst von Alex, bevor ihre Schuhe ein letztes Mal für den heutigen Tag durch dieses Besprechungszimmer hallten. Noch während sie die Glastür hinter sich schloss, atmete sie erleichtert auf. Als hätte sie das ganze Gespräch über den Atem angehalten und erst jetzt ohne seine Präsenz wieder angefangen sich das Atmen zu erlauben. Ein breites Grinsen zierte ihr Gesicht. Jetzt gab es kein Zurück mehr und sie war tatsächlich Teil einer ganz anderen Liga. Da, wo sie hin gehörte. Zumindest ihrer Meinung nach. Ihre Schritte waren federleicht und führten sie aus dem großen Bürogebäude. Alles ging ganz automatisch und ließen Katya nachdenken, was sie in welcher Reihenfolge erledigen würde. Geld bei der Bank abholen, Einkaufen, Haare und zuletzt Nägel. Das klang nach einer guten Idee für die Blondine, welche auf die Straße raustrat. Der Himmel wirkte ein wenig blauer und der Smog der Stadt ein wenig erträglicher. Und dabei hatte sie noch nicht mal einen Lohn bekommen, sondern nur einfache viertausend Dollar. Aber dieses Geld stand für so viel mehr. Ein Neuanfang. Eine Chance. Ein Traum, der tatsächlich wahr wurde. Sie ist noch lange nicht da angekommen, wo sie am Ende sein wollen würde, aber es war ein gewaltiger Sprung für sie. Eigentlich hatte sie all ihre Wünsche und Hoffnungen aufgegeben - aber sobald man aufhört nach etwas zu suchen, findet man es wohl.

      Katya atmete tief ein und aus, bevor sie zur nächstgelegenen Bank loslief. Es war noch Vormittag und das bedeutete in New York das die Straßen nicht ansatzweise so voll waren wie zur Rush Hour. Die perfekte Zeit für eine Shopping Tour, dachte sich die junge Frau und konnte das breite Grinsen in ihrem Gesicht nicht unterdrücken. Es juckte ihr unter den Fingern endlich das zu erleben, was sie schon in so vielen Filmen als Jugendliche gesehen hatte. Ein komplettes Makeover, Shoppen bis man umfällt.. An nichts anderes konnte sie denken, während sie in die Bank stolzierte. Am Thresen gab sie den Check ab und verlangte das Geld direkt in bar. Sie würde mit ihren wiedererlangten Papieren ein Konto aufmachen müssen, das hatte sie bisher noch nicht. Aber das waren reine Formalitäten, um die sich in den nächsten Tagen kümmern musste. Hauptsache diese Dokumente wanderten wieder in ihren Besitz.
      Die Bänkerin gab Katya ohne zu zögern viertausend Dollar in die zierlichen Hände. So viel Geld hatte sie noch nie in den eigenen Fingern gehalten. Die vielen Scheine verstaute sie in ihrem Geldbeutel, der offensichtlich nicht für diese Menge an Geld gemacht war. Abermals schlich sich ein glückliches Lächeln in ihr Gesicht. Solche Probleme hatte sie nie und gerade konnte sie sich nur darüber freuen. Das alles wirkte absolut surreal auf die junge Frau, aber selbst wenn das nur ein Traum war, würde sie die Zeit genießen.

      Ihr nächster Spaziergang über den Gehweg brachte sie zu einer Mall gleich um die Ecke. Wenn sich die Ukrainerin in etwas auskannte, dann war es wohl Mode. Niemand musste ihr sagen wie sie sich anzukleiden hatte, vor allem wenn man ihr so viel Geld in die Hand gab. Sie wusste ganz genau welche Läden sie aufsuchen musste und wonach genau sie Aussicht halten wollte. Etwas ansehnliches, keine grellen Farben. Genau das war ihre Agenda. Sie brauchte Kleidung für die Arbeit, welche sie elegant und kompetent aussehen ließen. Es durfte sexy sein, aber nicht vulgär, wie das Kleid, welches sie derzeit noch trug.
      In jedem Laden wanderte sie an den Kleiderständern entlang, ließ ihre zierlichen Finger über die verschiedenen Stoffe gleiten. Es war nicht die Marke, die für sie relevant war. Auch nicht wie teuer ein Stück war. Lediglich wie qualitativ sich das Material anfühlte, war für sie wichtig. Durchs Nähen in der Schule hatte sie einiges gelernt über Textilien. Endlich musste sie keine Sachen mehr aus billiger Viskose und falsch genähtem Polyester tragen. Die anspruchsvolle Blondine fand ein Teil nach dem anderen, ohne ihr Budget aus den Augen zu verlieren. Sie brauchte kombinierbare Basics für den Arbeitsalltag, damit sie nicht jeden Tag das gleiche tragen musste. Mehrere Blusen, Bleistiftröcke in verschiedenen Farben und unterschiedlich geschnittene Hosen mit passenden Blazern. Das ein oder andere Kleid nahm sie ebenfalls mit, für die Tage an denen sie besonders schick aussehen wollte. Dazu stattete sich die junge Frau natürlich mit einem neuen Arsenal an Unterwäsche aus. Nie wieder würde ein Mann ihr vorschreiben, was sie unter ihrer Kleidung zu tragen habe, nichtmal ihr Chef.
      Zusammen mit bereits mehreren Einkaufstaschen in den Armen ging es nun darum ein gutes paar Schuhe zu finden. Vielleicht auch zwei? Oder drei? Vier? Teure Schuhe waren ein Highlight für Katya. Während sie sich mit Kleidung auskannte, mochte sie bei hohen Absätzen einfach wie vorteilhaft sie den Körper einer schlanken Frau aussehen ließen. Aber um das ihr gegebene Budget nicht zu sehr auszureizen kaufte sie lediglich das nötigste. Ein schwarzes Paar, ein beigenes, ein weißes und dazu aufreizende rote - entgegen des Wunsches ihres Chefs. Man konnte ja nicht wissen was einen erwartete, da würde sie sich das erlauben.

      Während sie von einem zum nächsten Laden wechselte, fing die Blodnine an sich häufiger über die Schulter zu blicken. Vielleicht war es nur ihre Paranoia nach all der Arbeit bei einem Zuhälter, aber sie kam sich vor, als würde jemand ihr folgen. Dabei war es noch relativ früh am Tag. Niemanden in dem dreckigen Bordell kümmerte es was die Huren tagsüber taten, so lange wie sie abends zur Arbeit auftauchten. Wer also sollte ihr folgen? Für den Moment tat sie die unbegründete Paranoia mit einem Schulterzucken ab und konzentrierte sich stattdessen auf ihre kostenspielige Einkausliste. Ihre Haarfarbe aufzufrischen stand als nächstes an und darauf freute sich die Fakeblondine am aller meisten. Endlich konnte sie wieder ordentlich aussehen und nicht, als hätte sie kein Geld um ihre Haare nachzufärben.. Obwohl das eigentlich die Wahrheit war.

      Ein Friseur- und Nagestudiobesuch später und sie war nicht wiederzuerkennen. Vor allem weil sie nun auch endlich das letzte Teil ihrer Vergangenheit losgeworden ist, das knappe Blazerkleid. Dieses landete ohne Zögern im Müll und damit war sie endlich nicht mehr "Kitty". Sie war keine Prostituierte mehr. Sie war endlich Katya. Die Katya, die sie sein wollte und konnte.

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      Alex

      Er blickte der Glastür nach, die zurück fiel und damit den Mann alleine ließ, auch wenn er die Absätze schon nicht mehr hören konnte. Was er sich da angetan hat weiß er noch nicht, aber sein Bauchgefühl sagte, dass es gut war und gut werden wird, dass es sich vor allem lohnen wird. Ekatarina war eine Persönlichkeit für sich, jedenfalls hier am Anfang beim Eintreten in diesen Besprechungsraum, ihre Fassade hatte während des Gespräch gebröckelt und Alex fragte sich, was denn wirklich hinter ihr steckte, wie die wirkliche Blondine aussah und ob sie wirklich so hart und selbstbewusst war, wie sie sich hier gab. Um ehrlich zu sein, war sie schon ein wenig das, was er gesucht hatte, eine, nach der man sich umsah, wenn sie durch den Gang lief, jedenfalls stellte sich der Mann sie so nach dem heutigen Tag vor. Er würde sich jedes Mal nach diesen verdammt langen Beinen umdrehen, aber das musste er nicht zugeben, er sollte sich lieber seinen Aufgaben widmen, denn er musste sich nicht nur um die Angelegenheiten der Blondine kümmern, er musste sich auch um seine Aufgaben kümmern, seine Arbeit erledigen.
      Seufzend erhob sich der Mann aus seinem Stuhl heraus und schloss das Sakko wieder, um nach seinem Handy zu greifen. Er brauchte dringend Kaffee, davon hatte er noch nicht genug gehabt, was er an seinen Kopfschmerzen merkte. Doch Kaffee stand erst weiter unten auf seiner Agenda, viel wichtiger war die Angelegenheit mit den fehlenden Unterlagen und dafür wählte der Mann die ihm sehr gut bekannte Nummer, die er mehrmals am Tag wählte. Es dauerte einen Moment, aber Vlad meldete sich außer Atem mit einem: "Was gibt's Boss?". Er war vermutlich trainieren, oder er hat sich wieder ein Mädchen besorgt, beides um dieser Uhrzeit für den Russen nicht unüblich. Es gab für Vladimir nie eine falsche Zeit für sein Gym, oder für ein gut-aussehendes Mädchen.
      "Ich habe einen schnellen Auftrag für dich", erklärte Alexander relativ schnell. "Ich schicke dir gleich eine Adresse.. Fahr hin, kümmere dich um den Kerl, den du da findest und besorge mir die Unterlagen einer Ekatarina Ivanova.. Ich brauche sie am liebsten vollständig und was du dann mit dem Kerl machst und dem Rest ist mir scheiß egal". "Unterlagen? Was hast du vor?", fragte der Russe und es schien, als würde Alex im Hintergrund Gewichte auf den Boden fallen hören. Doch Gym. "Ich brauche die Unterlagen meiner neuen Assistentin.. Ich will sie anmelden, mir keine Probleme machen". Das Lachen auf der anderen Seite klang fast schon abwertig. "Eine Nutte als persönliche Assistentin?", wie kam er bloß so schnell darauf? Vermutlich war es zu offensichtlich. "Du überraschst mich aber, Boss.. Ich hoffe sie siehst wenigstens gut aus!". "Meine persönliche Assistentin ist tabu", äußerte sich Alex schnell und deutlich. "Klär das mit den Unterlagen bitte.. Und guck dich mal um, vielleicht können wir ihm Schutzgeld abzwacken". "Alles klar", gab Vlad durch. "Ah und noch etwas.. Schick ihr bitte jemanden hinterher, ich will nur auf Nummer sicher gehen". Vor allem, was sie mit seinem Geld vor hatte und ob das Aussteigen aus ihrem jetzigen Beruf keine Probleme mit sich brachte.

      Seufzend legte Alex wieder auf und fuhr sich durch das Gesicht. Die Wohnung musste er jetzt besorgen, aber er entschied sich zuerst für den Kaffee, ja, den brauchte er dringend. Mit dem Handy in der Hosentasche verließ er das Besprechungszimmer, nickte dem Herren an der Rezeption zu und drückte den Fahrstuhlknopf, um darauf zu warten, dass einer der beiden zu ihm kam. Er wollte in den sechsten Stock, ein ganz besonderes Stockwerk, in welchem er viel zu selten war. Eigentlich wollte der Mann nur schnelles Geld machen, viel Geld, aber, nachdem er sich viel belesen und sich viele Gedanken zu seiner Firma gemacht hatte, realisierte er, dass er seinen Angestellten auch ein wenig geben musste, um viel zu erwarten. In der sechsten Etage gab es demensprechend eine Kaffee-Bar, einen Massage-Raum und eine kleine Mensa, mit einem Koch, der seine Mitarbeiter gut bekochte. Jeder andere Chef würde sich vermutlich an die Stirn klopfen und es nicht verstehen, aber Alex konnte die Arbeit seiner Angestellten gut steigern und an Tagen, wie dem heutigen, konnte auch er sich einen guten Kaffee gönnen, ohne das Gebäude zu verlassen. Die Kleine hinter der Kaffee-Bar lächelte Alex zu, sie wusste genau, wer vor ihr stand.
      "Was darf es sein, Mister Evans?", sie lächelte ihm zu, er blickte auf die kleine Tafel über ihr, aber eigentlich mochte er nur eines: "Einen schwarzen Kaffee bitte". Sie nickte und machte sich daran den Kaffee zuzubereiten, allein schon der frische Geruch nahm ihm einen zufriedenen Seufzer ab. Es würde einen kurzen Moment dauern, da ergriff er sein Handy und suchte nach einer ganz anderen Nummer. Die Wohnung musste besorgt werden und dafür gab es nur eine einzige Person, der er schreiben konnte. »Ich brauche ein Appartement.. Für am liebsten sofort «. "Bitte sehr", Alexander blickte auf und musterte die junge Dame, die ihm einen Kaffee in der Tasse zu schob. "Möchten Sie noch etwas Süßes haben?". Die Kleine deutete auf eine kleine Glastheke mit Kuchen und Keksen, aber Alex war noch nicht danach. "Danke, ich verzichte heute". Er schenkte ihr ein charmantes Lächeln und ergriff die Tasse, um mit ihr in Richtung der Aufzüge zu gehen. Sein Büro war im dreizehnten Stockwerk, da wollte er hin, doch sein klingelndes Handy unterbrach ihn im seinen Vorhaben. "Mister Evans!", er konnte nicht einmal ein Hallo entgegnen, schon hörte er die wütende Frauenstimme am Telefon. "Möchten Sie mich eigentlich ins Grabe bringen?! Ein Appartement, für sofort?!". Es gab nicht viele Menschen, die so mit ihm sprechen durften, aber Madame Lee durfte es alle male. Alex hatte Respekt vor älteren Menschen, wenn nicht allen, doch vor dieser älteren Asiatin hatte er wirklich Respekt. Sie war siebzig, vielleicht auch schon älter, aber sie kümmerte sich um sein Appartementkomplex, wie kein anderer. Es war alles sauber, gepflegt, jegliche Konflikte, oder Probleme klärte die Frau selbst und hielt die Angestellten dort gut im Griff. Sie war ein Goldschatz und diesen Schatz wollte Alex nicht verlieren, er regte sie nicht gerne auf, aber er brauchte ein Appartement und er wusste, dass Madame Lee immer welche parat hatte, für ganz besondere Gäste. Seine Appartements konnten auf Zeit gemietet werden, dort lebten auch viele wichtigere Menschen, die Privatsphäre suchten, eine Art Hotel, mit der Möglichkeit länger zu bleiben!
      "Entschuldigen Sie bitte, aber es ist heute etwas dazwischen gekommen, ich brauche es dringend". Alex war schon fast wieder ein kleiner Junge, wenn er mit dieser Frau sprach, durften bloß die anderen nicht mit bekommen. Sie seufzte, das hieß nichts Gutes. "Denken Sie wirklich, mir wachsen die Appartements aus dem Ärmel?", sie tat immer so, als wäre es ihrs, aber um ehrlich zu sein war es das auch irgendwie, er investierte quasi nur darin. Sie seufzte wieder, er antwortete erst gar nicht. "Was brauchen Sie für eines?". "Eines für länger.. Zwei Zimmer, schöne Aussicht, ich stelle eine Assistentin ein und ich brauche sie gut in der Nähe", erklärte er, war zu einem der Fenster gegangen, aus denen er einen Ausblick in die Stadt hatte, zwar nicht so schön, wie bei ihm oben, aber dennoch gut.
      Madame Lee tippte ein paar Mal, er konnte die Tastatur hören. "Eine persönliche Assistentin? Haben Sie endlich realisiert, Sie können nicht alles allein tun?". Er schmunzelte. "Ja, ja habe ich.. Aber erstmal nur auf Probe". "Gut.. Und Sie haben dieses eine Mal auch Glück.. Ich habe ein Appartement, aber auf der zehnten", sein besonderes Stockwerk, genauso wie der elfte und zwölfte, für besondere Gäste. "Kein Problem, zwei Zimmer und eine Küche?". "Ja genau, wen soll ich eintragen?". "Ekatarina Ivanova.. Streichen Sie direkt die Miete, sie arbeitet direkt für mich.. Ich möchte lediglich den Zugang zu dem Sicherheitssystem haben". "Mister Evans..". "Ich will nur sicher sein, dass sie sicher ist". Die Frau seufzte, es war nichts großes, lediglich die Kamera direkt an der Tür, denn wenn die Blondine vom Strich kommt musste er auf Nummer sicher gehen, dass sie auch loyal war. "Mit Zimmerservice?". "Mit Zimmerservice bitte.. Sie sind die Beste.. Ich schicke Ihnen nachher einen der guten Weine". "Schicken Sie gleich zwei, Sie bereiten mir Kopfschmerzen, Mister Evans!". Gut, zwei gute Weine, wie die Frau wollte, aber sie war ein Engel und hob gleich seine Laune ein wenig. Mit einem Kopfschütteln legte er auf und begab sich endlich in Richtung seines Büros.

      Der dreizehnte Stock war ruhig und so gut wie leer. Es gab hier nicht viel, lediglich sein Büro, das neue Büro seiner Assistentin und das von Vladimir, auch wenn er nie hier war. Mit einem Fingerabdruck kam er in seines durch, stellte den inzwischen lauwarmen Kaffee auf dem Schreibtisch ab, um sich hinzusetzen und endlich einen Schluck zu nehmen. Herrlich.. Das brauchte er..
      Die Nummer der Blondine war schnell eingetippt, eine Nachricht gleich auch:

      » Ab achtzehn Uhr können Sie sich im Appartement-Komplex auf der Union St. hinter der Firma mit ihrem Namen melden. Am Empfang bekommen Sie ihre Karte und die Anweisungen. Wenn es Probleme gibt, rufen Sie mich an. Fühlen Sie sich wie Zuhause, es ist Ihr neues Zuhause. Ich melde mich, wenn ich die Unterlagen habe.

      Evans. «
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."



    • Den ganzen Tag über hatte Katya ihr Handy ignoriert, schließlich war sie auch schwer beschäftigt sich komplett neu auszustatten. Erst als sie mit frisch gemachten Nägeln durch ihre blonde Mähne fuhr und dabei ihre Reflektion in einem Schaufenster betrachtete, kam ihr der Gedanke nachzuschauen, ob sie eine Nachricht von ihrem Chef bekommen hatte. Der Geschäftsführer enttäuschte sie nicht. Sie hatte nun offiziell ein eigenes Apartment, welches nur ihr gehörte. Ein zufriedenes Grinsen zierte ihre Lippen, während ihre Augen noch immer an der Nachricht klebten. Kaum zu glauben, dass er so schnell ein Apartment für sie organisiert hatte. Er hatte wohl tatsächlich mehr Einfluss, als sich die Blondine derzeit noch ausmalen konnte. Ihre langen Nägel klickten jedes Mal auf dem Display ihres Smartphones wieder, während sie eine kurze Antwort an Alex schrieb:

      » Ich bin jetzt dahin unterwegs. Danke, dass Sie das so schnell organisieren konnten.

      Katya. «

      Die junge Frau war es nicht gewöhnt, ihren Nachnamen zu benutzen. Eigentlich hatte sie diesen nicht mehr in dne Mund genommen, seitdem ihr Visum abgelaufen war. Hoffentlich nahm ihr Chef es ihr nicht übel, wenn sie sich lediglich als Katya bei ihm meldete. Immerhin hatte sie genau das auch auf den Notizzettel gesechrieben.
      Zum Glück hatte ihre Shoppingtour zusammen mit dem Friseurbesuch und dem Nägel machen lange genug gedauert, um den Tag rumzukriegen. Dementsprechend musste sie sich nicht die Zeit anderweitig verplempern, sondern konnte geradewegs zum Apartment-Komplex los gehen, damit sie pünktlich da sein konnte. Sie gab die Adresse in ihrem Handy ein und startete eine Rotenführung, damit sie tatsächlich auch bei ihrem Ziel ankommen würde. Diese Gegend würde sie über die Zeit hiwneg wohl noch in- und auswendig kennen, aber bis dahin war Google Maps ihr Lebensretter.
      So fokussiert auf ihr Smartphone, bemerkte sie kaum noch, dass ihr jemand folgte. Erst als ihr in den Reflektionen der geparkten Autos entlang des Bürgersteigs immer wieder die selbe Silhoutte hinter ihr auffiel, kam sie wieder zurück zu diesem Gedanken verfolgt zu werden. Die Blondine versuchte sich diese Vorstellung auszureden und blieb dennoch auf den großen Hauptstraßen, anstatt die Abkürzungen durch kleinere Seitengassen zu nehmen. Dazu waren die Gehwege mittlerweile befüllter mit Menschen, langsam hatten alle Arbeitsschluss, aber Rush Hour war noch nicht. Da hätte sie ihren heimlichen Verfolger wahrscheinlich garnicht erst überhaupt bemerkt. Ihre Schritte in den hohen Schuhen legten an Tempo zu, vor allem als sie ihr Ziel in Sicht hatte: Ein gewaltiges Gebäude, genauso rundum verglast wie das Bürogebäude der Firma. Ob der CEO selbst auch dort unterkam?

      Ihr Handy wanderte in ihre Tasche und zusammen mit den restlichen Einkaufstüten über den Unterarmen trat Katya in den Apartment-Komplex. Ihre Schritte verlangsamten sich und ihre geweiteten, blauen Augen musterten den kompletten Eingangsbereich samt Empfangstheke. Er hatte wirklich keine Kosten gespart um die junge Frau unterzubekommen. Sie steurte auf die Dame zu, welche Katya hinter dem Thresen mit einem Lächeln begrüßte. Anscheinend wurde sie bereits erwartet. Erschöpft stellte die schmale Blondine alle Tüten auf dem Boden ab, bevor sie sich wieder aufrichtete. "Ekaterina Ivanova, ich sollte eine Karte bekommen?", kam sie direkt zum Punkt, ohne groß drumrum zu reden. Sofort wurde ihr der Schlüssel zu ihrem neuen, eigenen Zuhause überreicht. Katya spielte mit der Schlüsselkarte zwischen ihren zierlichen Fingern, während die Empfangsdame sie aufklärte, dass ihr Apartment sich im 10. Stock befand und wie sie die Tür aufbekommen würde. Dazu wurde sie aufgeklärt über all den Luxus, der ihr zusammen mit dem Apartment zugänglich war. Ein Kamerasystem zu ihrer Sicherheit, ein Telefon, welches sie in jeder Situation mit dem Eingang verbinden würde, Zimmerservice und eine tägliche Reinigung ihres Apartments.
      Die blauen Augen der Blondine weiteten sich, als sie all das hörte. Sie hatte nicht nur endlich ein richtiges Zuhause, sondern Extras, die man sonst lediglich aus Hotels kannte. Sie kam sich vor wie eine Prinzessin, nicht wie eine persönliche Assistentin. Das würde sich wahrscheinlich erst ändern, wenn sie tatsächlich anfing zu arbeiten. Für heute würde Katya aber ihren Prinzessinenstatus genießen. "Miss Ivanova, sollen wir Ihnen die Taschen hochbringen?", fragte die Empfangsdame höflich, während sie dabei zusah wie die Blondine sie wieder auf ihre Unterarme nahm. "Nein, nein, das krieg ich schon hin, danke", meinte sie ein wenig überfordert, aber schenkte der Frau ein leichtes Lächeln. Wenn sie schon so viel Luxus bekam, konnte sie auch ein paar Sachen selbst übernehmen. Zum Beispiel ihre eigenen Einkäufe per Aufzug zu ihrer Wohnung hochbringen. Kaum zu glauben, dass ihr sogar so eine Kleinigkeit abgenommen werden konnte. Sie lief bereits einige Schritte Richtung Fahrstuhl, bevor sie die gelaufene Distanz rückwarts zurück zum Thresen ging. "Entschuldigung, eine Kleinigkeit..", sprach Katya die Empfangsdame erneut an. Das Personal hier war anscheinend auf ihr Wohlergehen ausgelegt, also wäre sie wohl hier auch an der richtigen Stelle um sowas anzusprechen: "Ich hatte das Gefühl verfolgt zu werden. Vielleicht war es nichts, aber ich wollte es nur mitgeteilt haben.."
      Ihren neuen Chef konnte sie ja schlecht mit sowas nerven, er hatte bereits genug für die junge Frau getan. Die Dame ihr gegenüber nahm diese Information nickend auf und versicherte Katya, dass sie hier sicher sein würde. Schon allein wenn man die Sicherheitsmaßnahmen berücksichtige. Damit ließ die Blondine dieses Thema auch ruhen und verdrängte die aufkommende Paranoia. Es war Zeit ihr neues Zuhause zu erkunden!

      10. OG. Wenn das Apartment große Fenster haben würde, dann könnte Katya eine ähnliche Aussicht wie in dem Bürogebäude genießen. Darauf hoffte die junge Frau irgendwie am meisten, denn das war etwas, was sie sonst nie erlebt hatte. Genauso wie überhaupt eine komplette Wohnung für sich zu haben. Die letzten Jahre musste sie sich das Zimmer mit mehr Leuten teilen als in ihrer Kindheit. Erst jetzt mit 23 Jahren würde sie die Erfahrung machen alleine zu leben. Nervös lief sie auf die Wohnungstür zu, welche sie ohne Probleme mit ihrer Schlüsselkarte öffnen konnte. Gespannt drückte sie die schwere Tür auf..

      Ihr Chef hatte wirklich keine Kosten gescheut. Ein riesiger Wohnbereich mit offener Küche erstreckte sich vor ihr. Die äußere Wand bestand nur aus Fenstern und ließen sie genauso wie im Büro bereits über New York hinweg blicken. Der Himmel war bereits dabei sich gelb-orange zu verfärben, was auch ihr Apartment in goldene Töne tauchte. Beeindruckt ließ Katya die Einkaufstüten im Eingangsbereich liegen und ging mit langsamen, vorsichtigen Schritten durch ihr neues Zuhause. Sie konnte nicht glauben, dass das nun ihre Wohnung war. Ihre blauen Augen glitzerten vor Begeisterung beim Umsehen. Das Apartment war bereits voll möbiliert. Weder zu maskulin, noch zu feminin. Irgendwie war es genau richtig für die Blondine. Selbst wenn es das nicht gewesen wäre, wäre Katya dankbar gewesen. Aber dies fühlte sich einfach an wie ein Zuhause. Ihr Zuhause. Ihre Finger glitten über die polierte Küchentheke, während sie ihre hohen Schuhe beim Laufen auszog und an Ort und Stelle liegen ließ. Barfuß tapste sie beeindruckt über den beheizten Boden, der so sauber war, das er sogar die Lichter der Stadtgebäude reflektierte.
      Die Blondine suchte natürlich direkt als nächstes das Schlafzimmer auf, welches ein eigener, separater Raum war. Beim Eintreten hätte sie sie vor Freude heulen können, während sie ihre Hände über das weiche Bett fahren ließ. Ohne zu zögern ließ sie sich darauf fallen. Das alles konnte nur ein Traum sein.

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      Alex

      Seine Arbeit verschlang ihn.
      Das tat sie wirklich oft, denn Alex arbeitete gerne, für ihn war es kein Stress, nein, für ihn war es ein Lebenselixier sich seiner Arbeit zu widmen, denn er war engagiert, er hatte Ziele und Pläne, die er erreichen wollte. Schon seit klein an war er stets bemüht seine Ziele zu erreichen, er realisierte irgendwann jedoch, dass er teilweise über Leichen gehen musste, wenn er das kriegen wollte, was ihm im Kopf schwebte. Sein eigentliches Ziel ist noch immer nicht erreicht, aber mit kleinen Schritten näherte er sich diesen, näherte sich der Rache, die er vornehmen wollte. Er würde ihn in ganz kleine Stücke zerreißen, von Innen, wie ein trojanisches Pferd, welches er nach und nach vordringen ließ.
      Seine Arbeit hatte auch schlechte Seiten, die der Mann nicht allzu gerne sah. Er hasste Stillstände, hasste es keine Arbeit zu haben, oder nicht die erledigen zu können, die er sowieso früher, oder später erledigen musste. Bis zum späten Mittag hatte er sich mit den Unterlagen auf seinem Schreibtisch auseinander gesetzt, denn er plante den Kauf eines der größten Gebäude am Rande der Stadt und konnte sich schon seit drei Wochen nicht mit den Verkäufern darauf einigen, was er zahlen wollte und verlangte. Ihm fehlten Unterlagen, die heute endlich auf dem großen, gläsernen Schreibtisch vorzufinden waren, Arbeiten, die seine zukünftige Assistentin erledigen sollte, aber bis es soweit war musste er sich selbst damit beschäftigen, da führte kein Weg dran vorbei. Drei lange Wochen hatte er gebraucht, um jetzt endlich seufzend seiner Rechtsabteilung das OK zu geben, um den Kaufvertrag aufzusetzen, eigentlich wollte er es in wenigen Tagen hinter sich haben, nicht gleich so viele Nerven und so viel Kraft dort hinein stecken müssen. Die Verkäufer wollten mit den Informationen zu den Bausubstanzen des Objektes nicht heraus rücken, mit einem Blick auf diese wusste Alexander auch warum, er musste sich nach dem Kauf mit Asbest herum schlagen, oder eher seine Leute, aber damit konnte er den Verkaufspreis noch ein wenig drücken, um die Kosten wieder drinnen zu haben. Ein Hotel sollte dort hin, ein großes mit einem Shuttle- Service zu dem nicht weit entfernten Flughafen, die Genehmigung hatte er schon in seiner Tasche, quasi, fehlte nur das Objekt dafür.
      Kaum war diese Arbeit erledigt und seine Zeit damit quasi unverplant schon ärgerte sich der Mann über einige andere Dinge. Er hatte sich viel Zeit für das Casting von heute Morgen eingeplant, denn er rechnete nicht damit so schnell jemanden zu finden, den er haben wollte, in den er investieren wollte, somit standen keinerlei Meetings auf seiner Agenda, die andere Arbeit hatte er frühzeitig beendet gehabt, um für heute die Zeit zu haben. Seufzend drehte er sich in dem großen Bürostuhl um, um auf die Stadt zu sehen, die in dem hellen Sonnenlicht erstrahlte. Womit konnte er sich befassen? Es gäbe einiges.. Er würde sich gerne um das Arbeitsvisum kümmern, aber ohne die fehlenden Unterlagen war das eine schwierige Nummer, denn wenn er diese nicht bekommt, dann musste er sich etwas anderes überlegen, mit seinen Kontakten ein wenig spielen. Der Vertrag fiel auch erst einmal raus, dafür war es auch notwendig, dass er wusste, wo er stand. Alex seufzte wieder, er hatte theoretisch so viel Arbeit, aber jetzt gerade nichts zu tun.. Seine Augen fokussierten die Uhr, vielleicht könnte er zu Mittag essen? Oder sich einen weiteren Kaffee holen?

      Sein Handy klingelte, das Vibrieren in der Hosentasche riss ihn aus seinen Gedanken heraus. Alex griff danach, um direkt abzuheben. "Ja ,bitte?", seine Stimme war das einzige, was man in diesem Büro hören konnte. Schalldicht, falls einer seiner Ausraster zu laut werden würden. "Ich habe den Mann hier am Telefon, aber er ist der Meinung, er kennt keine Ekatarina.. Eva.. Ehm..". "Ivanova", verbesserte Alex den Russen. "Ja genau.. Sag es meinem Boss direkt ins Telefon, hier, er hört dich". Im Hintergrund war ein Mann zu hören, der jämmerlich um sein Leben bettelte, mehrmals wimmelte er das Wort nein, doch Alex blieb entspannt.. "Ich kenne keine E-Ekatarina", beteuerte der Mann, doch ihm so einfach glauben und ablassen war einfach nicht drin. "Doch, mit Sicherheit.. Kennst du eine Katya?", fragte Alex, doch Vladimir fragte gleich nach, mit ein wenig Nachdruck in seiner Stimme und wie es schien Fäusten, denn irgendetwas hörte man brechen. "Keine Katya", beteuerte der Mann wieder. "Hm.. Du kennst keine Katya, ja? Schade.. Dann haben wir uns wohl getäuscht Jungs", ein Grinsen bildete sich auf seinem Gesicht. Er wollte das Opfer für einen kleinen Moment in Sicherheit wiegen. "Vielleicht solltet ihr ihn lebendig anbrennen, damit er sich daran erinnert". Ein Feuerzeug wurde angezündet, man hörte es deutlich, da hörte man schon wieder ein Flennen im Hintergrund. Alexander seufzte, diese Männer hielten sich immer für so gut und so großartig, aber sie waren so winzig, wenn er seine Männer hin schickte. Fühlte sich wahnsinnig gut an, diese Macht!
      "Ich erinnere mich wieder! I-Ich kenne sie! Ich kenne Katya!". Er schrie fast schon zu laut für seine Ohren, aber Alex genoss das, während seine Augen den Hubschrauber am Himmel musterte. "Ah, erinnerst du dich endlich?", fragte Vlad gespielt bemitleidend. "Wo sind die scheiß Unterlagen?". Der Mann jaulte irgendetwas von wegen einer Schublade, oder sonst irgendetwas, aber es schien, als hätte Vladimir wieder alles unter Kontrolle.
      "Melde dich, wenn du die Unterlagen hast", gab Alex noch als eine letzte Anweisung, bevor er auflegte und sich dazu entschied, etwas zu Essen zu holen.

      Es war spät, die Dunkelheit erstreckte sich schon über der Stadt und der CEO des Unternehmens gehörte mal wieder zu den letzten, die gingen. Das war meistens so, er kam als erster und ging als letzter, dabei war der Tag eigentlich heute ziemlich langweilig gewesen. Alex klappte seinen Laptop zu und erhob sich, um vielleicht auf dem Weg bei Vladimir vorbei zu schauen, er war so ruhig und seit dem Telefonat heute Mittag gab es auch keinerlei Informationen von ihm. Der Aufzug sprang auf, gerade als sich Alexander seinen Sakko über zog, er sah sich die Tür öffnen, auch wenn das halbe Glas seiner Türe milchig beklebt war, um nicht direkt hinein sehen zu können. Es war natürlich der breite Russe, der mit blutigen Händen ihm einen blutigen Umschlag auf den Schreibtisch knallte, das Blut roch noch frisch.
      "Lebt er noch?", fragte der Chef, während seine Hände nach dem Umschlag griffen, um hinein zu sehen. Er fand einen Pass, ein paar Unterlagen, alle auf den gleichen Namen ausgestellt. "Ja, ich denke schon, hab ihn an die Heizung gekettet, nachdem ich heraus fand, was er mit seinen Mädels da macht". Vladimir war ein Prolet, ein Frauenheld, aber eines hatten die Männer definitiv gemeinsam: Sie hassten Gewalt gegen Frauen. Nun, sie würden beide sich nicht zurück halten, sollte sie eine bedrohen, oder es sich mit ihnen aufnehmen lassen, aber es ging hier vor allem um die schutzlosen Frauen. "Will ich es wissen?", fragte Alex, während er den Umschlag in eine der Innentaschen seines dunklen Sakkos steckte. Vlad schüttelte stumm den Kopf, vielleicht auch besser so. "Deshalb hast du so lange gebraucht.. Wie auch immer", Alex musterte den Mann kurz. "Mach dich sauber, wir müssen gleich los, ich will mir das Vögelchen selbst ansehen". "Er ist immer noch stumm", erklärte er mir. "Mal sehen, ob er sich vielleicht mit mir unterhalten möchte".
      Sie begaben sich in den Aufzug, fuhren komplett runter in die Tiefgarage, in welcher der Wagen stand, den sie nehmen würden. Die Unterlagen zu haben war wichtig, das Arbeitsvisum wäre damit nur eine Kleinigkeit. Den letzten Moment nutzte Alex, auch wenn es spät war, um seiner potentiell neuen Assistentin zu schreiben, damit sie bescheid wusste:
      »Unterlagen sind vorhanden, ich kümmere mich um das Arbeitsvisum. Morgen vierzehn Uhr in meinem Büro, passt es Ihnen?
      Dreizehnter Stock, bitten Sie die Dame an der Rezeption unten Ihnen den Zugang für die Fahrt freizuschalten.

      Evans. «
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."

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    • Katya verhielt sich fast schon wie ein kleines Kind. Sie tanzte barfuß über den polierten Boden, stöberte in allen Schubladen und musste jede noch so kleine Ecke ihres Zuhauses erkunden. Es faszinierte sie alles, überwältigte sie sogar. Für einen Abend war es so, als ob jemand den Ernst des Lebens ihr abgenommen hatte. Nun blieb nur pure Lebensfreude. Trotz der kindlichen Begeisterung, die sie für ihr neues Apartment hatte, blieb sie eine verantwortliche Erwachsene. Sie versuchte es zumindest. In ihrem begehbaren Kleiderschrank hängte sie die Kleider und Blusen auf, legte ihre gefalteten Hosen und Röcke ins Regal, suchte für jedes Paar Schuhe einen geeigneten, beleuchteten Platz und sortierte ihre neue Unterwäsche ein. Eins fiel ihr dabei sofort auf: Sie hatte nicht ansatzweise genug Kleidung um diesen Kleiderschrank zu füllen. Das würde ihr erstes Ziel sein. Wenn sie einmal ihren Gehalt bekam, würde sie alle Kleiderbügel mit luxoriösen Kleidern austatten und jedes Schuhpaar kaufen, das ihr in die Augen stach. Grinsend betrachtete sie die eingeräumten Sachen. Dieses Apartment würde Stück für Stück mehr zu ihrem, sie musste sich nicht hetzen. Es gehörte so oder so ihr. Ihr allein.

      Die Blondine hatte sich mittlerweile erneut umgezogen, etwas bequemeres zum Schlafen, und zog ihre einzigen Besitztümer aus ihrer Tasche. Darunter ihr Handy, das mit einer neuen Nachricht aufblinkte. Sie konnte nicht glauben, was sie da las. Er hatte wirklich innerhalb eines Tages ihre größten Probleme gelöst. Probleme, die sie nun Jahre quälten. Ungläubig ließ sie sich auf das weiche Bett fallen, zusammen mit dem Handy in der Hand und einem lauten Seufzer. Sie starrte zuerst die Decke an und dann die Aussicht aus dem Fenster. Noch nie hatte sie diese Stadt so schön gesehen. Jetzt wo es mittlerweile dunkel war, funkelten die einzelnen Fenster von den hohen Wolkenkratzer um sie herum wie große Sterne im Nachthimmel. Lächelnd ließ sie ihre langen Nägel wieder über das Displays ihres Handys fahren:

      » Ich kann Ihnen nicht sagen wie dankbar ich bin, wirklich. Ich werde morgen 14 Uhr da sein. Katya. «

      Sie musterte die abgesendete Nachricht auf ihrem Smartphone. Sofort musste Katya erneut zufrieden seufzen.

      » Und danke. «



      25.03. 13:50 Uhr


      Offiziell war sie noch nicht Alexs Assistentin, dafür fehlte der Vertrag, aber auftreten tat sie bereits so. Sie warf sich die langen, frisch blondierten Haare über die Schulter, während sie wieder in das Bürogebäude stolzierte. An so einen Darbietung konnte sie sich gewöhnen, denn natürlich merkte die Ukrainerin wie man ihr hinterher schaute. Kein Wunder, das schwarze Kleid saß an ihr wie angegossen und hörte etwas über den Knien auf, damit man noch genug von ihren langen Beinen in den neuen beigenen Pumps zu sehen bekam. Sie sah noch immer aus wie Katya, aber wie eine geupgradete Version. Katya 2.0. Oder Miss Ivanova, wie man sie an der Pforte begrüßte.
      "Ich habe ein Treffen mit Mister Evans im 13. Stock", eklärte sie mit einem schmalen Lächeln auf den Lippen. Der CEO hatte gesagt, sie müsse sich einfach an der Rezeption mit dieser Information melden, um den Zugang zu dem abgesicherten Stockwerk zu bekommen. Fast wie in einem Film kam sich die Blondine vor. Was sie wohl noch alles für Geheimnisse herausfinden würde? Vorerst würde sie das 13. OG. erkunden und schauen was Alex für sie bereit hielt. Hoffentlich war eine der Sachen ihre Papiere, die er ihr gestern noch besorgt hatte. Sie wollte garnicht wissen wie er es angestellt und was ihr Zuhälter vielleicht an Schaden genommen hatte. Geschah ihm ihrer Meinung recht. Mit einem unmerklichen Schütteln löste sie sich von diesen Gedanken. Das war ihre Vergangenheit, nun ging es um ihre Zukunft.
      Die Dame am Empfang bestätigte ihren Termin und nachdem sie etwas im Computer eingab, bat sie Katya den Fahrstuhl zu betreten. Sofort folgte die Blondine der Aufforderung und stand abwartend im Aufzug, während dieser langsam eine Etage nach der anderen ankündigte. Schließlich öffneten sich dessen Türen bei ihrem Ziel, dem 13. Stock. Überpünktlich kamen ihre Absätze auf dem glänzenden Boden auf. Ihre Schritte hallten in dem gähnenden Flur wieder, der sich ihr erstreckte. Etwas verwundert sah sich die junge Frau zwischen den leeren Wänden um. Nur drei verglaste Türen gingen von hier aus weiter. Hier befand sich also das Büro ihres CEOs? Eins könnte vielleicht zukünftig ihres sein, aber das erklärte nicht die dritte Tür, welche sie mit Neugier musterte.

    • Alex

      Seine Geschäfte drehten sich immer um Geld. Nun, vielleicht nicht alle, aber die meisten und der Rest führte in den aller meisten Fällen zu Geld, weshalb man eigentlich alles zusammen fassen konnte. Reichtum war jedoch nicht ganz das, was sich Alexander vorstellte, was er sich vor allem erhoffte, er wollte Macht haben, er wollte gewinnen und Rache ausüben, dafür brauchte er jedoch Geld, sehr viel Geld. Er wollte nach und nach die Gebäude aufkaufen, wollte sein eigenes Ding daraus machen und zusehen, wie jemand ganz bestimmtes dem eigenen Untergang immer und immer näher kam. Alex war ein Feind, einer, den man eigentlich nicht haben wollte, mit dem man sich nicht anlegen wollte, eigentlich jedenfalls, denn es gab immer ein paar Ausreißer, die dachten es zu schaffen, die dachten ihn besiegen zu können.
      Einer davon saß in dem Keller seines zweiten Zuhauses, der Basis, mit der alles anfing. Gefesselt natürlich, denn der Mann brauchte Informationen, er brauchte sie für so viel mehr, aber sein Vögelchen war sich dessen mit Sicherheit bewusst. Es blickte nicht auf, als die Tür ein weiteres Mal aufging, als zu dem Rest der Männer sich Alexander und Vladimir dazu gesellten, um sich den Mann anzusehen, der schon gut mitgenommen war. Alex zog sich sein Sakko aus, knöpfte das weiße Hemd an seinen Handgelenken auf, um es umzuschlagen, seine Ringe behielt er an, damit schmerzten die Schläge umso mehr.

      25.03 9 Uhr

      Die Nacht war relativ kurz für den Mann, er hatte sich viel zu gut amüsiert gehabt, als dass er wirklich vorher aufhören konnte. Auf dem Weg nach oben hatte er sich einen Kaffee mitgenommen, war heute relativ spät in Büro gewesen, aber den Schlaf hatte er dringend nötig gehabt, denn die anderen Nächste waren viel zu kurz gewesen. Schlaf war für ihn immer so ein Ding, es fehlte ihm meist die Zeit zu und der Kaffee war ein Ersatz dafür, auch wenn sein Lebensstil nicht gesund war. Doch was war es heutzutage schön? Sein Rauchen? Sich so oft der Gefahr zu begeben, wie es nur möglich war? Seine viele Arbeit?
      Auf der Etage gab es noch eine vierte Tür, nichts besonderes, lediglich das Treppenhaus, sollte der Aufzug nicht funktionieren, aber wer bitte lief dreizehn Etagen zu Fuß nach oben? Das hatte Alex nicht vor, er wollte lediglich die eine Treppe nach oben nehmen, um auf die Dachterrasse des Gebäudes zu gelangen. Seine Räume waren Rauchfrei, hier hatte er die Möglichkeit eine in den Mund zu nehmen, sich für den Moment der Stille zu geben, denn hier oben hörte man nichts von den Trubel dort unten. Sogar einen Stuhl hatte sich der Mann irgendwann Mal hin gestellt, auch wenn er in der Regel viel lieber stand. Der erste Atemzug mit der Zigarette im Mund war für ihn der beste, es befriedigte seine Gelüste in einem kurzen Moment, bis seine Hände das Telefon wieder ergriffen, um nach einer Nummer zu suchen. Er hatte doch mit Sicherheit einen Kontakt, der ihm bei dem Visum helfen wird.. ja, natürlich, der Bürgermeister!
      Es dauerte einen längeren Moment, Alex glaubte schon, es würde keiner dran gehen, da meldete sich eine männliche Stimme am Telefon, die alles andere, als zufrieden klang. "Evans? Was ist so dringendes passiert, dass Sie mich Mal anrufen?". Ein Grinsen zierte Alex Gesicht, kaum hörte er die Worte. Ja, vielleicht sollte er seine Kontakte ein wenig besser pflegen, aber woher sollte er die Zeit dafür nehmen? Er hatte schon sonst keine. "Bürgermeister.. ich brauche Hilfe in einer bürokratischen Angelegenheit und Sie schulden mir noch einen Gefallen für die Sache mit den Fotos", eine sehr lange, aber sehr witzige Geschichte, jedenfalls seiner Meinung nach. Der Mann am anderen Ende der Leitung seufzte. "Erinnern Sie mich bitte nicht daran.. wie kann ich Ihnen helfen?". Eine sehr peinliche Story für den Bürgermeister, aber was tat man nicht alles für ihn, um das Wohl der Stadt zu erhalten?
      "Ich brauche ein Arbeitsvisum", sprach Alex direkt aus. "Dann wenden Sie sich an die dazugehörige Behörde", entgegnete der Bürgermeister verwirrt. "Das geht leider nicht .. ich befprchte, sie wird keines kriegen.. wird viel mehr abgeschoben.. ich brauche Ihren Stempel und eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis". "Wie soll ich das denn regeln?!". "Weiß nicht, überlegen Sie sich was.. ich brauche diese bis heute vierzehn Uhr". "Evans! Sie drehen ja komplett durch!".

      13.50

      Alexander Evans bekam immer, was er wollte, dessen waren sich die Menschen um ihn herum sehr wohl bewusst. Sie schuldeten ihm in der Regel etwas, was die Sache nicht wirklich einfacher machte, jedenfalls für sie, denn Alex genoss diese Art von Macht. Er hatte das Arbeitsvisum bekommen, auch wenn er sich nicht sicher war, wie es der Bürgermeister angestellt hatte. Es war seine Sache, wie, Alex interessierte es nur, dass er das hatte, was er wollte. Er musterte die Unterlagen auf seinem Schreibtisch, es wurde das gleiche Bild genommen, was schon vorher drauf war, die Zeit für neue hatten sie zwar, aber so war die Sache deutlich schneller erledigt.
      Ein wenig ungeduldig blickte der Mann auf die Uhr an seinem Handgelenk, auch wenn die Blondine noch gut Zeit hatte wurde Alex ungeduldig. Er wollte weiter machen, wollte sich um die anderen Sachen kümmern und ihr die Räumlichkeiten vorstellen, um den Vertrag zu unterzeichnen und sich seiner eigenen Arbeit zu widmen. Das alles nahm viel zu viel Zeit , aber da musste er wohl durch, wenn er eine Erleichterung der Arbeit haben wollte. Seufzend lehnte er seinen Kopf zurück, da sah er, wie die Fahrtstuhltür sich öffnete. Das konnte nur die Blondine sein, vielleicht auch jemand anderes, aber geduldig wartete Alex, bis die große Glastür, mit dem breiten milchigen Streifen in der Mitte, neben dem Schild mit seinem Namen sich öffnen wird. Überpünktlichkeit war für ihn wahnsinnig gut, so würde er deutlich schneller hier fertig sein, hoffte er jedenfalls. Er wollte nicht wirken, als würde er nur auf die Frau warten, blickte sich seine Ringe an den Fingern an, da war noch ein klein wenig Blut dran, die musste er nachher Mal zum säubern geben..
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."



    • Ihre Schritte gingen langsam auf die drei Glastüren zu und sie umklammerte dabei den Griff ihrer Tasche etwas fester. Der schmale Körper der Blondine blieb einen Moment vor der mittleren, großen Tür stehen, während sie den Namen ihres neuen Chefs auf dem milchigen Glas musterte. Sie atmetete ein letztes Mal tief ein und aus, bevor sie den Griff in die Hand nahm und sein Büro betrat. Stolz durfte sie ihm präsentieren, in was genau er investiert hatte. Was die ehemalige Prostituierte mit ein wenig Geld bereits für Magie wirken konnte. Sie brauchte garnicht fragen ob es ihm gefiel oder ob es ihm recht war, was sie sich an Kleidung besorgt hatte. Seine Mimik, seine Blicke, das alles reichte völlig aus und sprach Bände. Die junge Frau musste lediglich mit ihren langen Beinen in den hohen Schuhen auf ihn zu stolzieren, wobei sie nun wieder besonders darauf achte was sie für einen Eindruck vermittelte. Den Rücken gerade durchgedrückt, die Brust nach vorne gestreckt und erneut das Kinn leicht angehoben. Dieses Mal hatte sie aber auch das Recht dazu und tat es nicht nur um damit andere Dinge zu kompensieren. Ein Lächeln zierte die rötlich geschminkten Lippen. Sie ließ sich ihre Zeit sich ihm gegenüber hinzusetzen, ihre Tasche in dem Stuhl neben sich zu platzieren und die Beine zu überschlagen.

      "Ich bekomme also meine Papiere?", fragte sie ihn und kam damit direkt zum Punkt, der ihr persönlich am aller wichtigsten war. Ihre blauen Augen wanderten von seinem Gesicht, welches deutlich von einer zu kurzen Nacht gezeichnet war, zu den Unterlagen auf seinem Schreibtisch. Sie konnte ihr altes Passbild zwischen den bedeutungsvollen Papieren sehen. Die Blondine konnte garnicht anders als direkt mit ihren zierlichen Fingern nach ihren Dokumenten zu greifen, viel zu lange waren sie nicht mehr ihre gewesen. Dann kam ihr aber wieder in den Sinn wem genau sie eigentlich gegenüber saß, vor allem als sie das Blut an seinen Ringen sah, welche Alex' Hände zierten. Er hatte sich selbst darum gekümmert und ihrem Zuhälter einen Besuch abgestattet? Oder waren es nur zwei Zufälle, die garnichts miteinander zu tun hatten? So oder so musste Katya an ihren Manieren ihm gegenüber arbeiten.
      "Entschuldigung, ich.. Ich hab einfach viel zu lange meine Papiere nicht mehr bei mir gehabt", erklärte sie ihre Ungeduld, als auch das fast schon freche Verhalten ihrerseits. Ihre blauen Augen konnten dabei seinem unnachgibigen Blick kaum standhalten, weswegen sie die Gebäude hinter ihm in der großen Fensterfornt betrachtete.


    • Alex


      Er blickte erst mit dem Moment auf, in welchem seine Glastür zu fiel und die Schritte der Blondine auf ihn zu kamen. Natürlich war es sie, dessen war er sich sofort bewusst, da brauchte er nicht aufzusehen, tat es aber dann trotzdem. Ihr Aufmachen überraschte ihn, wenn er ehrlich war, hätte Alex nicht erwartet, man könnte einen Rohrdiamanten so schleifen und zum glänzen bringen. Allein die Haare, die am Ansatz blondiert worden sind gaben der Dame schon eine ganz andere Aufmachung, aber die Beine in diesem Rock erst.. Da musste der Mann zwei Mal hin schauen, weil er am liebsten gar nicht erst aufschauen wollte. Er mochte Frauenbeine, es war ein kleines Faible von ihm, denn er fand sie attraktiv und die Blondine vor ihm hatte in den Schuhen genug davon.
      Ihren Stolz hatte er gestern schon bemerkt, vor allem das Selbstbewusstsein, das versuchte etwas zu kaschieren, war jetzt nicht mehr kaschiert werden musste. Jetzt sah sie aus wie eine Lady, nicht mehr wie eine Nutte von der anderen Seite der Stadt. Gut investiertes Geld, jedenfalls bis jetzt.

      Ekatarina durfte sich setzen, sie sollte sich setzen und tat es ohne, dass er etwas sagen musste, doch hier ging es um ein ganz anderes Thema, es ging hier um ihre Unterlagen, die vor dem Mann ausgebreitet auf dem Tisch lagen. Er nickte diskret mit den Augen, während diese die Blondine dabei beobachteten, wie sie selbst entdeckte, nach was sie suchte. Mit dem Griff nach ihnen konnte Alex ihre Hände mustern, grazil, schlank, die Nägel gemacht, sehr gut. Die Frau würde sich mit ihm gemeinsam mit wichtigen Menschen der Staaten treffen, da musste alles passen, selbst die Fingernägel, denn Menschen achteten auf so etwas ganz besonders.
      Kurz hielt der Mann mit seinen Gedanken an, denn kaum blickte er zu ihr auf merkte er ihren Blick auf seinen.. Fingern? Ah, die Ringe, ja, die mussten mal gesäubert werden. Ob er sich für das Blut an ihnen schämte? Nein, ganz und gar nicht, sollte die Blondine denken, was sie wollte. Es war ihm unwichtig, was sie von ihm hielt, sie musste ihm nur loyal bleiben, ihre Aufgaben erledigen, denken konnte sie was auch immer sie wollte.
      "Verständlich", winkte Alex ihre Entschuldigung nach ihrem Verhalten ab. Es entging ihm nicht, wie sehr sie die Tatsache betonte, dass die Unterlagen ihr gehörten, da sammelte er alles ein, was dazu gehörte und überreichte sie ihr direkt in die Hände. "War keine einfache Sache, sie zu bekommen.. Der nette Herr war der Meinung Sie gar nicht zu kennen", lächelte Alex charmant. Nett war der Kerl nicht, aber das war eine ganz andere Sache.
      "Das Arbeitsvisum ist, genauso wie Ihre Aufenthaltserlaubnis, unbefristet.. Dafür müsste ich aber noch den Arbeitsvertrag einreichen, den Sie unterschreiben, dann sind Sie wieder ganz legal in Amerika". Es wäre ihm egal, wenn auch nicht, aber er wollte hier nicht auffallen, hier in diesem Gebäude musste alles laufen, wie es die Gesetze wollten, jedenfalls offiziell.
      Seine blauen Augen musterten sie mal wieder, während ihre ganz wo anders blickten. Nervös etwa? "Haben Sie gut geschlafen?", wollte er wissen, denn er wollte wissen, ob das Appartement gut gewählt war. "Und haben Sie sich Fragen überlegt, die wir im Vorhinein klären müssen, oder kann ich Ihnen die Firma zeigen und Sie in die Rechtsabteilung bringen?". Dort wartete nämlich auch schon alles.
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    • Ehrlich gesagt hatte Katya nicht erwartet einfach so alles von ihm ausgehändigt zu bekommen. Geld, Wohnung und nun auch ihre Papiere, die er nach ihrer Entschuldigung dennoch in die zierlichen Hände legte. Ihre eiskalten, blauen Augen wirkten gerade garnicht kühl, sondern ganz warm, wie die Sonne, die ins Büro schien. Die junge Frau musste dem Braunhaarigen vor sich wahrscheinlich nicht einmal ihren Dank beteuern, denn ihre Augen erzählten mehr als sie je ausdrücken könnte. Trotzdem antwortete sie ihm: "Danke Mister Evans." und senkte dabei leicht den Kopf. "Ich denke er hat bekommen was er verdient hat für solch eine Lüge?", fragte sie, doch das Blut an seinen Ringen war Antwort genug. Sie würde sich nicht zwingen müssen Respekt oder Loyalität gegenüber ihrem neuen Chef zu empfinden, genauso wie es ihr gewiss auch niemand einprügeln musste. Alex hatte bereits jetzt mehr für die Blondine getan, als je jemand zuvor. Sie würde ewig in seiner Schuld stehen und selbst wenn dies nicht der Fall wäre, würde sie ihm wohl weiterhin treu zur Seite stehen.
      Dann sind Sie wieder ganz legal in Amerika, seine tiefe Stimme hallte in ihrem Kopf nach. Sie konnte kaum glauben, dass sie tatsächlich wieder hier leben konnte ohne Angst bei dem Anblick von Polizisten zu bekommen. Nach Jahren, in denen sie illegal hier war, gab ihr endlich jemand die Chance, die es braucht um nach oben zu kommen. Genau genommen war sie es ja irgendwie schon. Ganz New York lag ihr hier in diesem Büro zu Füßen. Auch jeder dreckige Kerl, der für etwas Kleingeld in der Vergangenheit mit dem Körper der Blondine machen konnte was er wollte. Sie würde es allen noch zeigen, was sie eigentlich drauf hatte.

      Bei seiner Frage blickte sie ihm wieder in die Augen. Eigentlich hatte Katya stets gedacht ihr Blick könnte Leute durchbohren, aber ihm gegenüber fühlte sie sich, als wäre sie transparent wie Glas. Als könnte er jeden ihrer Gedanken lesen und bisher hatte sie die Erfahrung gemacht mit ihm ehrlich zu sein, war eine gute Sache. "Ich habe noch nie in einer Wohnung allein geschlafen, es war ein wenig merkwürdig. Haben Sie überhaupt geschlafen?", fragte sie ihn im Gegenzug, wobei sich die Blondine nicht sicher war, ob ihr Chef ihr diese Frage beantworten würde. Vielleicht war er ja einer dieser Menschen der privates und geschäftliches streng trennte. Dann würde sie sich in Zukunft solche Fragen verkneifen wollen, aber mit Unwissenheit kam sie zurecht.
      Sie überlegt kurz ob sie noch irgendwelche Unklarheiten klären musste, bevor sie tatsächlich ihren Vertrag unterschreiben würde. Mit einem einfachen Kopfschütteln beantwortete sie seine Frage ganz simpel und stand damit von ihrem Stuhl auf. Die Blondine zog sich das Kleid gerade, damit keine Falten blieben, und streckte dann ihre Hand aus. "Soll ich die Ringe vielleicht waschen, bevor wir in der Firma umher laufen?", wollte sie sicherstellen und blickte erneut von seinem Gesicht runter zu seinen Händen. Egal woher dieses Blut kam, Katya konnte sich sicher sein, dass sowas nicht an dem CEO dieser Firma gesehen werden sollte. Vor allem nicht von Mitarbeitern.


    • Alex

      Wie oft ihm Menschen dankten wusste Alex nicht, aber es war schon relativ häufig, er zählte nur nicht mit wie oft genau. Er tat vieles für fremde Menschen, erwartete jedoch auch ein Stück weit etwas zurück, denn alles lief bei ihm über Beziehungen und Versprechen, oder Schulden, die beglichen werden mussten. Nur so konnte er erfolgreich werden, nur so konnte er das Meiste aus seinem Leben heraus holen und so schnell an die Spitze gelangen, wie kein anderer.
      Alex nickte der Blondine zu, kaum bedankte sie sich bei ihm und mit ihrer Frage, ob der Mistkerl, der ihre Unterlagen für sich behielt, für seine Worte bestraft wurde blickte er wieder runter zu seinen Ringen an den Fingern. Er seufzte innerlich, sah man ihm an, wie brutal er war, oder war es rein ihr Instinkt aufgrund der Herkunft und dessen, was sie damit auf der Straße schon erlebt hatte? Mit einem kleinen Schmunzeln blickte er hoch, musterte die Frau vor sich wieder, sie hatte es nicht ganz richtig erfasst, denn es war ein ganz anderer Kerl, der bekommen hatte, was er verdient hat. "Kann man so sagen", antwortete er jedoch charmant, er musste es vermutlich nicht weiter ausführen, wollte es auch gar nicht, stattdessen kümmerte er sich lieber darum ihr zu erklären, wie der Ablauf war, dass sie vor allem nun unbefristet ganz legal hier in den Staaten zu finden war.

      Menschen lagen ihm zu Füßen, vielleicht aber auch, weil Alexander all die Jahre gelernt hatte sie zu lesen, wie ein offenes Buch, welches man ihm einfach vor hielt. Er hatte genug Zeit gehabt, um Menschen zu beobachten, um zu sehen, wie sie reagierten, wenn sie sich unwohl fühlten, oder man ihnen zu nahe trat, wie sie sich freuten, ohne es zeigen zu wollen und vor allem wie sie versuchten so zu tun, als würde mit ihnen alles in Ordnung sein. Doch das Problem bestand eher darin, dass die meisten Menschen versuchten die eigenen Gefühle und Gedanken zu verbergen, sie taten alles, um sie der Öffentlichkeit nicht Preis zu geben, nicht aber die Frau vor ihm, die ihm ohne Wenn und Aber davon berichtete, dass sie noch nie alleine in einer Wohnung geschlafen hatte. Ein wenig legte der Mann den Kopf schief, während seine Augen immer noch auf ihr ruhten. Warum war sie so ehrlich zu ihm? Sie hätte ihm sonst ein Märchen auftischen können, es wäre ihm egal gewesen, aber ihre Ehrlichkeit, die interessierte ihn. Sie gab sich ihm offen, wollte sie damit etwas anderes verstecken?
      "Wohl nicht genug", kommentierte er ihre Frage, denn scheinbar war ihm der wenige Schlaf inzwischen gut anzusehen. Sie mussten sich hier aber nicht mit seinen schlechten Angewohnheiten und dem wenigen Schlaf auseinandersetzen, nein, stattdessen wollte Alex seiner bald schon neuen Angestellten die Firma zeigen, ihr neues Büro, sie in die Rechtsabteilung bringen, in der sie den Vertrag unterzeichnen konnte, damit alles endlich fertig war, wie es sein sollte. Der Mann erhob sich, kaum nahm er ihr Kopfschütteln wahr, richtete sein Sakko, um mit ihr gleich sein Büro zu verlassen, die Frage nach den Ringen ließ ihn allerdings kurz stoppen, ihrem Blick folgen. Er hatte gestern in der Dunkelheit sie nicht mehr gründlich gesäubert, hatte sie lediglich mit Wasser abgewaschen und heute morgen wieder angezogen, erst vor kurzem Bemerkt, dass er ein wenig besser darauf aufpassen sollte.
      Die Frage überforderte ihn ein wenig, auch wenn er nicht verstand warum, aber Alex blickte zu der ausgestreckten Hand und entschloss sich kurzerhand die Ringe auszuziehen und sie der Frau auf die Hand zu legen, damit sie ihren Worten Taten leisten konnte. Sollte sie tun, wenn sie es wollte.
      "Das Bad ist um die Ecke", er deutete den Gang an, aus welchem sie vorhin in sein Büro gekommen war.
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    • Als Assistentin eines CEOs würde sie nun immer ein Auge drauf haben müssen, welches Bild ihr Chef nach außen hin abgab. Dazu gehörte genauso wie bei sich selbst achtsam zu sein, dass alles perfekt aussah, es bei ihm ebenfalls so zu tun. Wenn ihm ein wenig Schlafmangel die gewisse Aufmerksamkeit oder Konzentration raubte, dann würde Katya genau das ausgleichen. Genau, wie die Blondine es gerade tat. Sie nahm seine Ringe an sich, umschloss sie mit den schmalen Fingern und folgte seiner Anweisung, um ins Bad zu gelangen.
      Kurz betrachtete sich die Dame im sauber polierten Spiegel über dem marmorierten Waschbecken. Niemand würde ihr ansehen können, was ihre Vergangenheit für dunkle Kapitel versteckte. Sie war kein armes Mädchen ohne Mittel mehr und auch keine illegale Prostituierte. Katya schenkte sich selbst ein leichtes Lächeln, bevor sie den Wasserhahn aufdrehte und die Ringe in ihrer Hand mit lauwarmen Wasser abspülte. Einen nach dem anderen legte sie diese dann am Rand vom Waschbecken ab, wobei sie jeden einzelnen aufmerksam betrachtete. Zwar kannte sie sich mit Mode und Schmuck aus, aber nicht so sehr wenn es um Männerschmuck ging. So wie sie Alex bisher kennengelernt hatte, waren diese Ringe aber bestimmt einiges wert. Vorsichtig tupfte sie die Ringe nach dem Abwaschen trocken. Dabei betrachtete sie ihre eigene Reflektion erneut. Sie musterte ihre herausstehenden Schlüsselbeine und erst jetzt fiel ihr auf, dass sie selbst garkeinen Schmuck besaß. Das musste wohl auch auf ihre Einkaufsliste. Von diesem Gedanken ließ sie sich jedoch nicht beirren. Stattdessen hörte man kurz darauf wieder ihre hohen Schuhe durch den Flur stolzieren.

      Die junge Frau kam zurück in das Büro des CEOs und ging geradewegs auf ihn zu. Erst neben seinem Schreibtisch direkt vor ihm kam Katya zum Stehen und reichte dem Braunhaarigen die gesäuberten Ringe mit einem schmalen Lächeln auf den geschminkten Lippen. Ihre blauen Augen verfolgte wie seine Hände jeden einzelnen Ring nach und nach wieder ansteckten, dabei meinte sie: "Also machen wir nun einen Rundgang durch die Firma und danach darf ich den Vertrag unterschreiben?" Das sie noch eingearbeitet werden musste, käme dann auch noch dazu. Erstmal mussten aber alle Formalitäten erledigt werden. Sie griff dementsprechend nach ihrer Tasche und legte diese über den zierlichen Arm, bevor sie mit ihm gemeinsam das Büro verließ. Bisher hatte sie noch nicht viel vom Innenleben des Bürogebäudes gesehen. Lediglich das Foyer, die Etage in der das Casting stattgefunden hatte und nun das freigeschaltete 13. Stockwerk. Dazwischen mussten unzählige Abteilungen liegen und wahrscheinlich auch die ein oder andere Etage, die lediglich dazu diente die Angestellten glücklich zu stimmen - wenn man denn Kommentaren im Internet darüber Glauben schenken wollte.

    • Alex

      Geduldig wartete der Mann, kaum war er alleine im Büro und fuhr sich durch das Gesicht mit beiden Händen. Er war müde, wirklich müde, seine Knochen fühlten sich müde an, aber so sehr sich sein Inneres nach einem Bett sehnte, so wenig sehnte er sich im Ganzen danach. Es war nicht einfach ihn zu verstehen, seine Absichten zu verstehen, aber das musste auch keiner, wenn Alex sich selbst schon nicht verstand.
      Wartend lehnte er sich an seinen Schreibtisch an, blickte aus dem großen Fenster nach draußen heraus, das Wetter war mal wieder wirklich schön, die Sonne schien und ließ die Stadt unter ihnen in einem schönen Glanz erstrahlen. Noch war er sich nicht sicher, was er von der Blondine halten sollte, ob er zufrieden mit seiner Entscheidung war, aber sein Bauchgefühl schien bisher zufrieden zu sein und mit einem guten Bauchgefühl konnte er schon einige richtige Entscheidungen treffen.
      Die Glastür ging wieder auf und mit den Schritten der Blondine drehte sich Alexander um, um zu ihr zu sehen. Sie lächelte ihn an, ein hübsches Lächeln, wird bestimmt einige seiner Partner überzeugen können, aber zunähst beschäftigte sich der Braunhaarige mit den sauberen Ringen, die ihm überreicht wurden. "Danke", bedankte er sich knapp, bevor er einen nach dem anderen wieder auf die jeweiligen Finger schob. Fünf waren es zusammen an der Zahl, einige mit Bedeutung, andere ohne.
      "Genau, ich halte Ihnen einen Monolog über das alles hier und dann dürfen Sie unterschreiben", bestätigte er ihre Annahme, bevor Alex ihr Andeutete, durch die Tür zuerst zu gehen. Er musste hier nicht abschließen, bis auf wenige Außerwählte kam keiner in den dreizehnten Stock hoch.

      Gleich nach dem Betreten des Flures machte er einen Halt und öffnete eines der beiden Büros neben seinem. Es war noch ein wenig spärlich eingerichtet, ein gemütlicher, großer Glasschreibtisch, ein gemütlicher Stuhl, einige Regale und ein großes Fenster, mit einem fantastischen Ausblick waren dort zu finden. "Das hier wird Ihr neues Büro", erklärte Alex. "Sie werden noch mit einem Laptop und einem Diensthandy ausgestattet und können sich gerne hier frei entfalten, wenn Sie es noch ein wenig anders einrichten möchten.. Ich ließ bisher nur das Nötigste hier hinein bringen". Wenn sie Ideen hatte konnte sie ja mit ihm sprechen. "Nachher werden Sie ihre Zugangskarte bekommen, mit dieser kommen Sie mit dem Aufzug hier hoch... Als Eine von sehr wenigen Personen", erklärte er weiter und ließ sie sich ihr Büro ansehen. "Die Arbeitszeiten sind nicht ganz fest vorgegeben, mir ist vor allem wichtig, dass die Arbeit erledigt wird, ob Sie dafür heute zehn Stunden und morgen nur fünf sitzen ist Ihre Sache, solange ich Erfolge und Arbeit sehe lasse ich mit mir über alles mögliche Reden.. Mit dem Einloggen in das System beginnt Ihre Arbeitszeit, damit Sie auch angerechnet wird, sollten Sie Zuhause etwas erledigen müssen.. Alle Auswärtstermine müssen Sie selbst nachtragen.. Und von sechs Uhr morgens bis zwanzig Uhr Abends kommen Sie hier hinein, hinaus kommen Sie immer". Freiheiten hießen auch eine Menge Arbeit und Verantwortung, wie Alex es fand. "Auf Ihre Pause achten Sie bitte selbst, ich werde Ihnen nicht sagen, wann und ob Sie essen sollen", er musterte sie, um zu sehen, ob sie mit kam. "Sie teilen sich Ihre Arbeit frei ein, genauso wie Sie meine Termine regeln.. Bei welchen ich Sie dabei haben möchte und bei welchen nicht klären wir nachher.. Mehrarbeit wird selbstverständlich extra vergütet". Er blickte noch einmal kurz in das Büro, ehe er schon wieder zurück zum Flur wollte. "Das Bad hier teilen Sie sich mit mir.. Der andere Herr, den Sie noch kennen lernen werden, ist nicht oft hier, so bleiben wir nur noch wir beide". Vlad war eher.. Abends hier, oder gar nicht.
      "Haben Sie erste Fragen? Sonst würde ich Ihnen weiter alles zeigen". Alex blieb vor ihr stehen, musterte sie, er hasste Monologe, aber was sollte er sonst tun? Es vielleicht aufnehmen und einfach jedes Mal neu vorspielen.. Gut, so oft führte er keine Mitarbeiter herum, das erledigten meist andere, aber sie war immerhin seine persönliche Assistentin.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."



    • Katya folgte dem Braunhaarigen in ihr zukünftiges Büro. Die grundlegenen Möbel waren vorhanden, alles andere war anscheinend hier überlassen. Die blauen Augen gingen von der erneut atemberaubenden Aussicht, hinweg zu ihrem neuen Schreibtisch und glitten über die Regal zu ihm. Nach und nach würde sie sich dieses Büro einrichten können, aber sie konnte sich jetzt schon vorstellen, was später einmal daraus werden konnte. Der gläserne Schreibtisch mit Dokumenten und Papieren gefüllt, irgendwo zwischendrin eine Kaffeetasse, eventuell würde sie sich sigar regelmäßig frische Blumen in eine Vase stellen.. Ihre Fantasie blühte komplett vor ihren eigenen Augen auf und sie konnte sich fast schon selbst in ihrem imaginär voll eingerichteten Büro sitzen sehen. Um sich nicht komplett in dieser Fantasie zu verlieren, sah sie zu dem Mann neben sich, der wie angekündigt seinen Monolog darüber hier, was ihr noch ausgestellt werden würde, die Arbeitszeiten und wie ihre Arbeit bezahlt wird. Mit einem Kopfnicken machte sie ihrem Gegenüber konstant klar, dass sie voll und ganz ihm zuhörte - und sicherlich nicht gerade in ihren Gedanken das neue Büro einrichtete.
      Sie verschränkte die schmalen Arme vor der Brust und blickte ihm in die blauen Augen, welche dem wolkenlosen Himmel heute in New York glichen. "Keine Fragen", antwortete sie knapp mit einem schmalen Lächeln und ging ihm voraus zurück in den Flur.

      "Wobei, wer ist der andere Mann? Wann darf ich ihn kennenlernen?", platzte ihre Neugier plötzlich doch aus ihr heraus, während sie vor dem Aufzug nebeneinander standen und darauf warteten, dass er bis zum 13. Stockwerk hochkletterte. Sie wand sich ihrem Chef mit dem Oberkörper zu und betrachtete ihn aus nächster Nähe. Seinen Schlafmangel konnte man dem Mann wirklich ansehen, am besten versuchte Katya alle Formalitäten so schnell wie möglich mit ihm zu erledigen, um sich dann um alles kümmern zu können, was sie ihm abnehmen konnte. Die Dankbarkeit, die sie gegenüber Alex empfand, konnte die Blondine wahrscheinlich garnicht in Worte fassen. Das würde sie auch garnicht müssen. Der Braunhaarige würde es noch merken, wenn sie ihre Arbeit gewissenhaft erledigte und so gut es ging ihm entgegen kam, anstatt neue Probleme zu schaffen. Wobei, er konnte anscheinend jeden Konflikt mit einem einfachen Fingerschnippsen beseitigen. dennoch würde sich die Blondine bemühen, eher ihm dabei zu helfen, als für noch mehr Ärger zu sorgen..