It‘s kinda obvious [Dahlia & Lysios]

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    • It‘s kinda obvious [Dahlia & Lysios]

      It‘s kinda obvious
      … or is it?

      Yejin Hyon
      Es wurde immer später. Die Sonne war schon untergegangen, doch Yejins Bedürfnis nach etwas Süßem ließ nicht, wie erhofft nach. Sie saß mit den Beinen an der Wand auf ihrem Bett, den Kopf herunterhängen lassend und ein Buch vor ihre Nase haltend. Schwer seufzend ließ sie den Roman einfach fallen und sah zu ihrer Mitbewohnerin, Min. Yejin schaute auf eine Uhr an der Wand, noch immer kopfüber hängend. Es war bald zwei Uhr morgens. „Seong-Min“, sprach sie sie an. Die junge Frau wuselte gerade noch recht aufgebracht durch das Zimmer und sammelte ihre Wäsche zusammen, weil sie jetzt noch waschen wollte. „Ich möchte etwas Süßes.“ Sie drehte sich herum und winkelte ihre Beine an. „Kommst du mit in den Laden? Ich möchte nicht alleine gehen“, jammerte sie ein wenig und neigte den Kopf leicht zur Seite. „Du musst doch gleich sowieso noch warten, bis die Maschine fertig wird. Kommst du mit?“ Es war das dritte Mal in vier Stunden, dass Yejin ihre Mitbewohnerin fragte und wieder lehnte sie lediglich ab und schnappte sich schließlich den Korb voller Wäsche und verschwand aus dem Zimmer.
      Yejin seufzte wieder schwer und ließ sich wieder kopfüber vom Bett hängen und schnappte sich das Buch vom Boden. „Nie geht sie mit mir nachts in den Supermarkt… Soll ich etwa alleine gehen?“ Die schwarz-haariige hatte keine sehr expressive Miene. Genauso würde sie es niemals laut zugeben, doch es ist ihr unangenehm gewesen nachts im Dunkeln allein unterwegs zu sein. Ihr Gehirn, dass nichts gelesenes vergessen wollte, quälte sie in solchen Momenten mit einer alten Gruselgeschichte, die ihr Bruder ihr als Kind unbedacht in die Hand gedrückt hat. Und jetzt litt sie an den Folgen, erkannte die Muster und Vorhersagen des Monsters an jeder Ecke und bildete sich ein den Wind schaurig flüstern zu hören. Unzufrieden ließ das Mädchen ihr Buch auf ihr Gesicht fallen und sah mit gerunzelter Stirn verstimmt daran vorbei. „Aber ich hätte so gerne was…“ Seufzend schaute sie wieder in ihren Roman. Dann musste sie eben bis morgen warten.

      @DarkDreamingDahlia
    • Seong-Min Choi

      An diesem sonst so ruhigen Abend war Min in heller Aufregung. Nicht nur, weil sie noch eine Menge für ihren nur semi-interessanten Geologiekurs erledigen musste, sondern weil ihr noch eine viel größere Hürde bevorstand. Ihre Wäsche! Seit dem Einzug ins Wohnheim hatte sie es vermieden die Treppen nach unten in den Waschkeller zu nehmen. Wenn dann nur als Begleitung für Yejin, aber dann auch nur mit großem Unbehagen.

      Nun hatte sie also seit Wochen kein einziges Mal den Knopf einer so dringend benötigten Waschmaschine betätigt und lediglich ihrer Mitbewohnerin ein paar Teile für ihren Waschgang mitdazugegeben. So hatte sie bisher dieses heikle Thema geschickt umschifft. Ihr war es ja schon ein bisschen peinlich, dass sie es mit ihren 26 Jahren nicht schaffe, einer so einfachen häuslichen Tätigkeit nachzukommen. Dabei hatte es ihr auch niemand beibringen können. Wer denn auch? Ihre Eltern waren mehr im Privatjet unterwegs als auf dem Boden und ihre Geschwister waren genauso unwissend wie sie. Natürlich hätte sie das Personal fragen können, aber die würden direkt mit dem tuscheln anfangen. Außerdem hatte sich bis dato nie die Gelegenheit ergeben zu fragen. Min hätte auch nie daran gedacht, dass sie diese Fähigkeit eines Tages brauchen würde.

      Allerdings hatte sie auch nie erwartet im Wohnheim zu landen. Weit weg vom Komfort ihres üblichen Zuhauses. Aber für ihr Studium hatte sie diese Last gerne auf sich genommen. Etwas zu lernen sollte einen ja angeblich selbstständiger machen, auch wenn sie davon noch nicht so viel spürte. Vielleicht sollte sie doch auf Hotelmanagement wechselt. Vielleicht konnte man ihr da zeigen, wie man eine Waschmaschine benutzt oder sogar bügelt. Geologie war ihr eh etwas zu steinig und zu trocken.

      So verkopft wie sie war hatte sie kaum die Klagegesänge ihrer Mitbewohnerin bemerkt. Es war eigentlich auch nichts Unübliches für Min mehr, inzwischen konnte sie das genauso gut überhören, wie die Tatsache, dass sie in den Duschen nie alleine war. Ihr lief ein Schauer über den Rücken, wenn sie daran dachte, wie viele Leute sie letztes Mal dort hatte stöhnen hören. Sie wollte nicht verurteilend sein, aber sie glaubte, da war eine Kamera im Spiel. Und noch einen spontanen medialen Auftritt würden ihre Eltern ihr nicht durchgehen lassen. Nicht diesmal und nicht so. Dann konnte sie gleich ihre Sachen packen und ihren Plan der Selbstständigkeit wieder aufgeben.

      „Nein“, seufzte Min schwer, immer noch geplättet von dem Gedanken ihrer Heimkehr: „Ich kann gerade wirklich nicht. Es tut mir leid, Yejin… aber du weißt… die Wäsche geht gerade vor. Ich habe schon nichts mehr zum Anziehen, was keine Flecken hat.“ Als Beweis für ihre Aussage präsentierte sie nochmal den großen roten Ketchup Fleck auf ihrem T-Shirt, welcher sich dort beim Mittagessen hingezaubert hat. Sie hätte nicht versuchen sollen, den Teller mit Fritten auf ihrem Busen zu balancieren. Wer hätte auch ahnen können, dass das schief geht?

      Min kam jedenfalls nicht darauf. Kopfschüttelnd sammelte sie die restlichen Kleidungsstücke vom Boden ein und packte sie in ihren Korb. Konnte man rote und weiße Sachen zusammen waschen? Schließlich konnten die roten Sachen doch nicht plötzlich weiß werden, oder? Erneut riss man sie aus ihren Gedanken. „Natürlich musst du nicht allein gehen… ich muss nur vorher auf die Maschine warten und die Wäsche trocken lassen?“ Aber wie machte man das noch gleich? Sie wollte nicht fragen und sich vor ihrer neuen Freundin die Blöße geben, also biss sie sich auf die Lippe.

      Als sie nichts mehr sehen konnte, von dem sie sich traute, es zu waschen, blickte sie noch ein letztes Mal durch ihr gemeinsames Zimmer. Es sah nett aus, war aber vielleicht so groß wie ihr Kleiderschrank zuhause. Wenn ihre Geschwister das nur wüssten… die würden sie auslachen. Min schluckte und schüttelte das schlechte Gefühl ab. Eigentlich wusste sie, dass sie kein so großes Unbehagen vor einer solchen Kleinigkeit verspüren musste und doch lag etwas in der Luft. „Also ich bin gleich wieder da und dann könnte auch ich was Süßes vertragen.“, sagte sie mehr zu sich selbst als zu Yejin und zog die Tür hinter sich zu.

      Mit schweren Schritten schlurfte sie die Treppe hinunter. Ihr Herz wurde immer schwerer. Da unten hatte sie kein Netz, vielleicht sollte sie jetzt nochmal das Internet konsultieren? Wobei… würde es irgendeinen Unterschied machen? Sie verstand kaum, was dort stand. Auf links drehen? Taschen leeren? Was war das für ein Zaubertrick, den sie da gleich veranstalten musste?

      Ihr Hals war wieder so trocken und sie überlegte schon, wieder kehrt zu machen, aber sah dann wieder an sich herunter. So konnte sie kaum zum Unterricht gehen. Das ginge nicht mal als Penner-Chic durch und sie wusste, dass sie sich ihrer Angst stellen musste. Also trat sie weiter den Abstieg an, als wäre es das Abenteuer ihres Lebens… und sie war bereits beim Grand Canyon gewesen. Was stellte sie sich eigentlich so an?

      Ein Schnauben kam ihr über die Lippen. Tapfer ging sie bis ans Ziel. Vor ihr stand der weiße, viereckige Endgegner, welchen sie bereits erwartet hatte. Womit würde er dieses Mal aufwarten? War sie diesem Kampf gewachsen? Sie war die einzige Person hier, also konnte keiner zu ihrer Rettung kommen, aber sie konnte sie auch vor niemandem blamieren. „Hallo, du Ding, du!“, flötete sie und begrüßte ihren Feind mit zusammengekniffenen Augen. „Verrate mir… was ich tun muss.“

      Langsam kniete sie vor dem Gerät und inspizierte es weiter. Wenn sie nur eine Ahnung hätte, wonach sie suchen musste. Die Programmauswahl war zu schwierig und irgendwie musste ihre Kleidung da rein. Soweit hatte selbst sie das Prinzip verstanden. „Sesam… öffne… dich!“, schrie sie und zog an Griff. Das Fach fürs Waschmittel flog ihr entgegen und knappte samt ihrer Hand gegen ihren Kopf. „Du bist ein schwieriger Gegner, das sehe ich ein!“, meinte sie theatralisch und rieb sich die Stirn.

      Es vergingen weitere Minuten der Anschuldigungen und Anfeindungen mit der Maschine, während sie verzweifelt an allem möglichen zerrte, was möglicherweise aufgehen könnte. Schließlich sprang die große runde Tür an der Front auf und Min begann triumphierend zu lachen: „Der Sieg wird mein sein!“ Mutig begann sie alles Mögliche in die Waschmaschine zu stopfen. Hoffentlich würde jemand sie noch aufhalten, bevor sie ihre Szene des Wagemuts noch weiterspielen würde.

      If i am Carrie and you are John,
      i promise not to nag so much as long as
      you don't be such a big dick.
    • Hoseok Go
      Nach einer sehr langen und ausgiebigen Session riss Hoseok nun doch endlich seine Augen von dem schwulen Paar auf seinem Bildschirm und stöhnte ein wenig gequält auf. Das Gesicht legte er sich in die Hände und massierte ein wenig seine pochenden Schläfen. Zwischen seinen Fingern sah er noch einmal zu seinem neuesten Projekt. Das Standbild ist in dem Moment eingefroren, als der dominantere Partner seine Hand im Haar des devoten Mannes vergrub. Seine Finger hatten sich beinahe zu fest in die schwarzen Strähnen gekrallt und Hoseok ist sehr stolz gewesen auf den Kontrast, den er über die Szene gelegt hatte. Die blasse Haut wirkte noch strahlender und die pechschwarze Locken wirkten regelrecht hypnotisch und je länger der junge Mann darauf so, desto zufriedener wurde er mit dem Gefühl auf seinen Handflächen. Sie prickelten leicht, als würde er selbst sacht über die spitzen eines kurzen Haarschopfes streichen und das bedeutete, dass er es richtig gemacht hatte.
      Den Göttern sei Dank! Denn er hatte lange genug dafür gebraucht. Seine Ohren dröhnten inzwischen genauso wie sein Kopf und mit einer beinahe etwas zu ruckartigen Bewegung riss er sich die großen Kopfhörer von den Ohren und warf das Headset achtlos zur Seite. So schmerzbefreit er auch gewesen ist bei seinem Job, nahm er doch Rücksicht darauf, dass sein Mitbewohner wahrscheinlich weniger Lust darauf hatte immer wieder und wieder das gleiche Männerstöhnen in Dauerschleife zu hören. Apropos, wo war Jung denn? Hoseok drehte sich in seinem Bürostuhl herum und ließ den Blick durch den Raum schweifen, bevor seine Augen auf die Uhr am PC sprangen. Oh. Drangesetzt hatte der Student sich um 10. Er wippte etwas mit dem Bein und stieß dabei mit dem Fuß gegen den Wäschekorb, den er bereit gestellt hatte, um die Wäsche zu machen, sie allerdings noch einmal abgestellt hatte um eben schnell das Material anzusehen, das man ihm geschickt hatte.
      Hoseok lachte etwas über sich selbst. „Oh shit ey, schon wieder.“ Über sich selbst den Kopf schüttelnd erhob er sich und schnappte sich den Korb. Jung ist wahrscheinlich eine rauchen gewesen oder dergleichen. Leise vor sich hin summend machte er sich auf den Weg in den Waschkeller. Das passierte oft. Wirklich sehr oft. Mitten in der Nacht oder in aller Herrgottsfrühe irgendwelche täglichen Aufgaben zu erledigen ist durch und durch Hoseoks Markenzeichen gewesen. Und er würde wirklich gerne behaupten, dass das angefangen habe seit er auf der Uni gewesen ist und seine Leidenschaft gefunden hat, in die er sich vertiefen konnte. Jedoch wäre das eine dreiste Lüge gewesen. Seine eigenartige Aufmerksamkeitsspanne hing nicht einmal mit solchen Dingen zusammen. Er ist viel simpler als das gewesen. Einmal hat ein Klassenkamerad die rhetorische Frage gestellt, ob alle Menschen Farben auf die gleiche Art und Weise aufnehmen, oder in Spektren sehen und er ist drei Tage lang zu nichts anderem in der Lage gewesen, als Dinge anzustarren, bis die Farbabstufungen sich verlaufen haben.
      „Guten Abend, Go!“ Hoseok schaute auf zu dem Nachtwächter, der seine Hand unbeeindruckt zum Gruße hob und der Angesprochene grinste. „Hi, alter Mann!“ Der Wächter, gerade Mal in seinen dreißigern, schnaubte und zeigte ihm die Faust. „Ich geb dir gleich alter Mann! Ich an deiner Stelle wäre vorsichtiger damit wen ich beleidige. Ich bin derjenige, der für deine Sicherheit zuständig ist.“ Hoseok begann fröhlich an zu lachen. „Alles gut, ich weiß aus sicherer Quelle, dass du bestechlich bist. Das nächste Mal bringe ich dir wieder ein Bier meines Großvaters mit.“ Der Wachmann verschränkte die Arme vor der Brust und drehte sich weg. „Ich will das nicht gehört haben… Und wehe du vergisst es!“
      Damit ging der junge Student kopfschüttelnd weiter und kam kurz darauf auch im Waschkeller an, wo er vor Überraschung stehen blieb, als er noch eine andere Gestalt erblickte. Eine junge Frau, die vor einer deer Maschinen hockte. Seine Augen glitten automatisch zu der Uhr, die an der Wand hing. Witzig! Er war wohl nicht der einzige Sonderling mit einem komischen Zeitgefühl. Er grinste. „Hi!“, grüßte er sie gelassen und ging selbst auch zu einer Maschine. Er konnte es sich nicht verkneifen über ihre Schulter zu linsen. Einfach weil ihre ganze Körpersprache so… unerwartet gewesen ist. Normalerweise ist Wäsche waschen nicht unbedingt spannend gewesen. Doch sie machte es glatt interessant. Bis er dann entsetzt mitansah, was sie da alles zusammen schmiss. „Wooow! Warte, warte, warte!“, sagte er schneller, als er darüber nachdenken konnte. „Du spiest gerade russisches Roulette mit deiner Wäsche! Versuchst du jemandem einen Streich zu spielen oder warum mischst du bunt-, weiß- und Spitzenwäsche?“