Witching Hour ⊰Lysios & Alea⊱

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    • Witching Hour ⊰Lysios & Alea⊱

      Witching hour

      mit @Lysios und @Alea CroniX
      Vorstellung

      Frankfurt 1899.

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      Die Stadt hat sich im Laufe der Jahrhunderte den Umständen mit den Geistern angepasst und einen Kanal um den Ort herum errichtet. Man hatte festgestellt, dass fließende Gewässer wie ein Schutzwall wirken und so die Wesenheiten daran hinderten von außen in Frankfurt einzudringen. Die Stadt wird vom Fluss Main geteilt und im kleineren Bereich lebt vor allem der Adel und wichtige Regierungspersönlichkeiten.
      Es gibt zwar viele verschiedene Agenturen, die sich mit der Beseitigung der Geister befassen, doch die ältesten und berühmtesten sind die Agentur Grünschild und Ritter. Theodor Balthasar Grünschild war ein Ritter und bekämpfte schon im Mittelalter die Geisterseuche. Er rief die Ritterschaft Grünschild aus und zahlreiche Männer und Frauen schlossen sich ihm an, um ihm bei der Austreibung der Geister beizustehen. Bis heute tragen die Agenten von Grünschild eine dunkelgrüne Uniform, um ihre Zugehörigkeit zu zeigen oder zumindest ein dunkelgrünes Kleidungsstück.
      Die zweite Agentur wurde von Johanna Agatha Ritter geprägt. Sie war eine Gelehrte und die erste Bischöfin von Frankfurt. Unerschrocken ging sie mit gutem Beispiel voran, um der Plage Herr zu werden und versteckte sie sich nicht wie die Heiligen vor ihr in ihrem Bistum. Dank ihr wurde auch entdeckt, dass Weihrauch einen beruhigenden Effekt auf Geister hat. Zwar konnte er ein wütendes Gespenst nicht mehr zügeln, doch von Anfang an genutzt konnten manche Geister der Stufe zwei leichter unschädlich gemacht werden. Die Agenten vom Hause Ritter trugen keine Kleidung, die sie als diese auswies, sondern jeder hatte ein Schutzamulett aus Silber bei sich, mit dem Wappen der Bischöfin, welches ein flammendes Schwert mit zwei Sternen darstellt.


      Doch nur das Amulett oder die dunkelgrüne Kleidung war ein Überbleibsel aus der schon fast altertümlichen Zeit. Heute in der Blütezeit der Industrialisierung besaßen Agenten mehr Hilfsmittel als nur ein Schwert und Feuer. Genau mit solchen setzte sich Elena immer wieder auseinander und schritt mit einem Rucksack voll mit Eisen, Silber, Magnesium und anderen Metallen durch die mit Kopfstein gepflasterten Straßen. Hier und da waren auch schon die ersten Automobile unterwegs, was viele Fußgänger aufblicken und staunen ließ. "Ob man auch so ein Gefährt zur Geisteraustreibung nutzen kann?" fragte sich die Dunkelhaarige mit ihren zwei dicken geflochten Zöpfen und sah auch dem Gefährt hinterher. Mit einem Schulterzucken ging sie dann weiter in die Marienstraße und blieb vor einem schmalen aber hohen Gebäude stehen. Aus ihrer Hosentasche kramte sie einen Schlüssel hervor und steckte diesen in das schon rostige Schloss, der mit Eisen beschlagenen Türe, das zur Geisterabwehr diente. Mit einem Knarren schwang diese auf und gab den Blick auf einen kleinen Eingangsbereich frei. Im Erdgeschoss war das Wohnzimmer, um Klienten zu empfangen, das kleine Büro, in dem Gertha Altmaier, ihre Verwalterin, arbeitete und die Dokumente der Missionen aufbewahrte wie die dazugehörigen Berichte. Beide Räume waren mit Teppichen ausgelegt, um einen passablen Eindruck zu hinterlassen. Auch die Küche befand sich hier, die große genug war, damit man darin zusammen Essen konnte und der Kachelofen sorgte dafür, dass das ganze Haus im Winter warm blieb. Der erste Stock hatte auch drei Zimmer; das von ihrer Kollegin Rosalinde, das Badezimmer und ihres. Sie selbst hatte noch keinen Fuß in das Zimmer der Blonden gesetzte und umgekehrt auch nicht. Wahrscheinlich würde sie eh schreiend davon laufen, wenn sie die Unordnung in Elis vier Wänden sah. Das Zimmer glich auch mehr einer Werkstatt als einem Schlafzimmer. Überall lagen Metallteile oder Späne herum. Ketten und andere Werkzeuge. Elena war nun mal eine kleine Tüftlerin, die immer am Basteln war, um Waffen und oder Hilfsmittel zu verbessern oder neue zu kreieren. Der zweite Stock war so etwas wie ein Speicher, den sie bis jetzt noch nicht erkundet und ausgeräumt hatten. Sie wohnten noch nicht lange in diesem Haus, das die Agentur Ritter ihnen zur Verfügung gestellt hatte. Es befand sich im Osten der Stadt in einem dreieckigen Stadtteil, nahe der Stadtmauern und nicht unweit vom Friedhof entfernt. Auch wenn sie ein eigenes Haus hatten und eine Verwalterin, hatte Elena nicht das Gefühl, dass die Agentur sich wirklich um sie scherte. Ab und zu flatterten ein paar Aufgaben herein, doch meistens ging es ums Wachestehen oder ähnliches. Nie um eine echte Geistervertreibung. Das nervte sie doch sehr, wollte sie nichts anderes als zu helfen und ihre Erfindungen auszuprobieren. Das Haus besaß auch einen Keller, der auch noch nicht von ihnen in Augenschein genommen wurde. "Wäre eigentlich ein idealer Ort für eine richtige Werkstatt." dachte sie sich und nahm sich vor, die nächsten Tage mal da hinunterzusteigen. Doch jetzt erklomm sie gerade die Treppen in den ersten Stock, um in ihr Zimmer zu gelangen. Mit einem Krachen ließ sie den schweren Rucksack zu Boden fallen und öffnete das Zimmerfenster, um etwas frische Luft hineinzulassen. In der Ferne konnte sie die Fabriken erkennen, in denen auch ihre Eltern arbeiteten und an riesigen Schmelzöfen standen und Silber und Eisenketten gossen. Nur bei dem Gedanken bildete sich schon der Schweiß auf ihrer Haut und spürte, die höllische Hitze. Ob sie mal ihre Eltern besuchen sollte? Aber was sollte sie ihnen dann erzählen, dass sie nichts anderes war wie eine Nachtwache, nur mit besserer Ausrüstung? Nein! Wenn sie mal bei ihren Eltern vorbeischauen sollte, wollte sie ihnen von ihren spannenden Abenteuern erzählen und ihren erfolgreichen Errungenschaften. Seufzend saß sie am Fenster, spielte mit ihrem Amulett herum und blickte gen Westen, wo die Sonne bald den Horizont passieren würde. "Hoffentlich wird das nicht schon wieder eine ereignislose Nacht."

      "Vergessen ist wie eine Wunde. Es mag zwar verheilen, aber dabei wird es eine Narbe hinterlassen."
      Monkey D. Ruffy


      Quelle
    • Rosalind Giesser
      Die langen blonden Locken der jungen Agentin wippten leicht während sie konzentriert an ihrem neuesten Mantel arbeitete. Mit einem Lächeln auf den Lippen summte sie leise vor sich hin. Die halbe Nacht hat sie an diesem Stück gearbeitet. Ihr war im Traum die zündete Inspiration für den Schnitt und den Stoff gekommen. Sie konnte nicht anders, als sofort mit der Arbeit zu beginnen und beinahe ist sie fertig geworden. Sie verfeinerte gerade noch den Saum und nähte sehr ordentlich die Knopfleise an. Jeder einzelne von ihnen ist wunderschön gewesen. Rosalind hat sie poliert und all die alten, kaputten und nicht gebrauchten Medaillons ihrer Prägungen beraubt. Das würde ein so schönes Stück werden! Dagegen konnten diese Idioten der Grünschilds nicht anstinken mit ihren schicken Anzügen.
      Für einen Moment bildete sich ein breites, vorfreudiges Grinsen auf den Lippen des Mädchens, während sie den Mantel noch einmal vor sich hielt. Sie war so stolz darauf! Innerlich stellte sie sich bereits vor, wie die mit diesem Mantel um die Schultern und hoch erhobenen Hauptes an den Grünschilds vorbei lief. Die Blondine sprang auf und schwang sich den schweren Stoff um ihre Schultern und schloss die Schnalle am Kragen.
      „Oh guten Morgen!“, sagte sie erhaben ihrem eigenen Spiegelbild und reichte einem imaginären Partner ihre Hand für einen Kuss zur Begrüßung. „Ich? Ich bin eine Agentin unter dem Zeichen der Ritter, wie du siehst. Ja, ich weiß. Ja, hier erkennt man noch Stil. Ganz im Gegensatz zu den Grünkäppchen.“ Rosalind amüsierte sich prächtig über ihren eigenen Scherz und nahm den Mantel wieder ab, um ihn sich noch einmal genau anzusehen. Sie hatte ein tiefes, wunderschönes Marineblau gewählt. Es sah edel, beinahe royal aus mit den strahlend silbernen Knöpfen und Akzenten. Und gefüttert ist er auch gewesen. Elegant, wunderschön und auch noch praktisch. Genau das wollte sie für ihre Ritter. Die ambitionierte junge Frau hat sich fest vorgenommen ihrer Agentur ein neues Image zu verpassen. Sie war es leid, dass die Grünschilds sich solch eine Erhabenheit herausnahmen. Ihre Agentur ist keinen Deut schlechter gewesen. „Und die Farbe ist so prächtig! Wenn ich ihn kürze kann ich auch einen wunderschönen Mantel für Elena machen. Wenn sie schon in Hosen herum laufen muss, dann verpasse ich ihr auch ein bisschen Stil. Wenn ich ihn hier ein bisschen… und da auch…“ Es war seit langem eine Angewohnheit von ihr Selbstgespräche zu führen, wenn sie in ihrem Element gewesen ist. Sie hielt sich ihren Mantel vor die Brust und hielt die eine Seite an bisschen hoch und justierte dann etwas am Kragen, ehe sie zu Strahlen begann. „Das ist es! Ich habe eine Idee!“
      Ohne noch einmal darüber nachzudenken stürzte Rosalind aus ihrem Zimmer und klopfte energisch an die Zimmertür ihrer Kollegin. „Elena! Elena, ich brauche ganz ganz ganz dringend deine Maße! Es ist überlebenswichtig! Elena?“ Als sie nicht direkt eine Antwort erhielt, trat sie die Privatsphäre des anderen Mädchens mit Füßen und öffnete einfach die Tür.
    • Elena Jacoby
      Elena hatte soeben eine selbst kreierte Mischung von Silberpulver und einem wasserfesten Lack angemischt, also plötzlich die Tür aufflog. Sie war so konzentriert dabei, da sie endlich das richtige Verhältnis herausgefunden hatte, dass sie überhaupt nicht mit bekam, dass Rosalind von der anderen Seite der Tür zu ihr sprach. Es hatte mehrere Versuche gebraucht, bis sie die richtigen Mengen herausgefunden hatte und nun konnte sie endlich Gegenstände versilbern ohne dafür zu einem Schmied zu gehen. Als dann die Blonde einfach ungefragt in ihr Zimmer eintrat und die Türe aufstieß, löste sie einen Dominoeffekt aus. Sofort wurde eine Büchse mit Nägeln umgestoßen, die wiederum ein paar fein säuberlich aneinandergereihte Eisenplatten umwarf. Diese brachten ein doch eher wackliges Regal ins Schwanken, dass dieses zusammenbrach und eine schwere Metallkette drohte auf Rosalind herunterzufallen. "Geh weg!" rief Eli ihr panisch zu und dabei machte sie mit ihren Armen eine Vorwärtsbewegung, dass ein Großteil ihres Lackes aus dem Becher heraus schwappte und im hohen Bogen genau auf dem Mantelrücken landete. Mit einem lauten Krachen schepperte die Kette zu Boden und verfehlte die Blonde um wenige Zentimeter. "Rosalind! Ist alles in Ordnung?" sprang die Dunkelhaarige sofort auf und eilte zu ihrer Kollegin. Ihr war zum Glück nichts passiert nach ihrer Einschätzung nach, doch der Mantel hatte einiges vom Silberlack abbekommen. "Oh nein! Das tut mir so leid!" rief Elena panisch auf und nahm den Mantel an sich. Mit einem noch recht sauberen Tuch versuchte sie die recht zähe Flüssigkeit herunter zu schrubben und zu rubbeln. Doch sie machte es nur schlimmer und verteilte den Lack noch mehr auf dem Mantel. Angsterfüllt hielt sie nun das Kleidungsstück vor sich, denn wenn es um Rosalinds Kreationen ging, kannte sie keinen Spaß noch Pardon. "Ich bin tot!" dachte sich Eli und mahlte sich schon aus, wie sie als Geist hier wiederkehren würde, nur damit die Blonde sie noch zusätzlich austreiben konnte. "Es war ein Unfall! Ich... ich kauf dir den Mantel auch ab." versuchte sie irgendwie wie Wogen zu glätten, wenn diese nicht schon zu einem tosenden Meer geworden waren.
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    • Rosalind Giesser
      Es war eine Katastrophe. Beinahe wie eine Szene aus einem Märchen oder einem anderen phantastischen Buch. So oder so wirkte nichts davon real. Rosalind stand da und während es einerseits unglaublich schnell passierte, hatte sie das Gefühl in Zeitlupe mitanzusehen wie es polterte, krachte, schepperte und schließlich regelrecht platschte. Elena kippte den flüssigen Inhalt ihres Behälters über Rosas Mantel. Nicht einmal die Kette, die neben ihr zu Boden fiel konnte eine sonderliche Reaktion von ihr hervorrufen. Ihre Augen hingen an dem ruinierten Kleidungsstück, bis Elena ihn ihr einfach aus den Händen riss und mit einem in ihren Augen verdreckten Lappen darüber zu rubbeln. „Hör auf!“, rief sie sofort und riss sich aus ihrer Starre los. Sie überbrückte die wenigen Schritte zu ihrer Kollegen und schnappte sich den Mantel zurück. Der Stoff war ruiniert. Rosalind konnte jetzt schon die Verfärbungen sehen, die entstehen würden. Wut und Enttäuschung brodelten in ihr und sie presste fest ihre Lippen aufeinander und schluckte schwer, um sich einigermaßen zu beruhigen. Schwer atmend schaute die Blondine zu ihrer Kollegin auf. „Er ist nicht käuflich.“, quetschte sie zwischen den Zähnen hervor.
      „Du solltest entweder aufräumen oder antworten, wenn jemand an deiner Tür klopft. Nur mal so al gut gemeinten Rat!“ Rosalind ist so stolz gewesen und nun brannten sich die Tränen in ihre Augen. Sie hatte wirklich viel Arbeit da hinein gesteckt. Und jetzt war der Mantel ruiniert. Wütend stapfte sie davon, verschwand in ihrem Zimmer und schmiss die Tür hinter sich zu. Nun flossen die Tränen ihr über die Wangen und wütend schleuderte sie den Mantel auf den Boden und stürzte sich in ihr Bett, um ins Kissen zu schreien. Sie brauchte eine Stunde um sich zu beruhigen, bevor sie den Mantel wieder in die Hände nahm. Die Flüssigkeit war dick geworden und Rosalind versuchte sie abzukratzen.
      In ihrer Verzweiflung nahm sie sich eine Bürste, verteilte damit aber nur noch breitflächiger das Silber, was sie zum Knurren brachte. Da sie es nun schon nicht mehr abbekam versuchte sie es überall zu verteilen, so gleichmäßig wie möglich. Es machte nun fast den Eindruck als wären Schneeflocken darauf. „Siehst du jetzt aus alf wärst du voller Fussel?“ Rosalind machte ihn noch einmal um und stellte sich vor den Spiegel. Sie seufzte. Nein, so schlimm war es wirklich nicht. Auch wenn der Stoff eindeutig seinen Glanz verloren hatte. Sie wurde gerufen zu einem Auftrag und ein bisschen eingeschnappt sah Rosa noch einmal in den Spiegel. „Jetzt habe ich so viel Zeit auf dich verschwendet! Jetzt kann ich dich auch tragen. Wenn es auch nur heute Nacht ist.“ Sie richtete sich her und zog sich noch einmal um, ehe sie nach unten ging, um auf Elena zu warten. Sie wusste, dass es keine Absicht gewesen ist. Natürlich wusste Rosalind, dass es ein Unfall war. Und doch konnte sie nichts gegen die Wut machen und den Geschmack der Enttäuschung auf ihrer Zunge und wendete den Blick von ihr, als Elena herunter kam. „Gehen wir.“
    • Elena zuckte etwas vor Rosalind zurück, als sich diese wieder gefangen hatte und ihr den Mantel aus den Händen riss. "Ich ab dich nicht gehört." kam es eher kleinlaut von Eli und nickte nur stumm, als die Blonde meinte, sie sollte mal aufräumen. Sie sah ihr dann noch nach, wie sie in ihr Zimmer stürme und die Türe hinter sich zu knallte. Mit hängendem Kopf fing Elena an, das Chaos aufzuräumen, bis das meiste sicher verstaut war. Aber auch sie war enttäuscht, sie hatte so lange dafür gebraucht für den perfekten Silberlack und jetzt war nicht ml mehr genug übrig um eine Eisenkette damit zu bestreichen. Und Silber in Pulverform zubekommen war eine Heidenarbeit. Mehrere Tage hatte sie dafür gebraucht, mit dem Mörser alles kleinzumahlen. Sie brauchte wirklich dringend eine Werkstatt. Auch Gertha meckerte herum, dass das mit ihrem Zimmer nicht so weiter gehen konnte. "Irgendwann jagst du dich noch in die Luft!" schimpfte sie, nach dem sie auch hochgekommen war, um zu schauen, was der Radau bedeutete. "Das Haus hat einen Keller. Mach deine Versuche dort!" Als ob sie das nicht selber wüsste. Aber sie hatte erstens keine Zeit bis jetzt gehabt überhaupt dort hinunterzugehen, zweitens würde sie dafür alleine bestimmt Ewigkeiten brauchen und drittens sollte man einen Keller sowieso nie alleine betreten. Es konnte immer mal passieren kann, dass dort ein Geist auftauche. Somit brauchte sie Rosalinds Hilfe dafür, aber ob die sich in einen alten, staubigen und schmutzigen Keller bewegen würde? Das bezweifelte sie doch sehr. Frau Altmaier ließ sie dann wissen, dass man einen Auftrag für beide hatte. Mit eingezogenen Kopf und ihrem Rucksack, voll mit Ketten, verschiedenen Bomben und anderen wichtigen Hilfsmitteln trat sie neben Rosalind, die den Mantel doch noch angezogen hatte. "Der steht dir gut." machte sie der Blonden eher ein scheues Kompliment. Dabei fand sie den Mantel wirklich nicht schlecht. Mit ihrem Degen an der Hüfte trat sie vor das Haus und las sich den Auftrag, in Briefform noch mal durch. Sie wollten zu einem Garten kommen. Dort wollte man einen Teich anlegen und ist beim Graben auf menschliche Gebeine gestoßen. Seit dem erscheint dort immer wieder ein Skelett, das aber bis jetzt nur über den Knochen schwebte. "Das müsste ein Alb sein." vermutete Elena bei der schriftlichen Beschreibung und sah dann zu Rosalind, um ihre Meinung zu hören. Sie reichte ihr auch den Brief weiter, falls sie diese noch nicht gelesen hatte.
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      Monkey D. Ruffy


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    • Rosalind Giesser
      Das Friedensangebot mit dem Kompliment kommentierte Rosalind nur mit einem Schnauben. „Du hättest ihn sehen sollen bevor der Stoff ruiniert wurde und seine Farbe verblasste.“, sagte sie spitz und setzte sich ebenfalls einfach in Bewegung. Auch sie hatte ihren Degen dabei, doch wirklich wichtig war ihr eher ihre Pistole. Die meisten Geister, mit denen sie zu tun hatten waren vom Typ eins. Doch so oder so gefiel ihr das Gefühl der Sicherheit, die sie auslöste. Zudem hatte sie ein Säckchen mit den unterschiedlichsten Kräutern und ein Fläschchen mit Salzwasser, das sie wie in alten Zeiten als Weihwasser benutzte.
      Rosalind war wenig an dem Auftrag interessiert. Sie rechnete nicht damit, dass etwas außergewöhnliches auf sie beide wartete. Das war die Seltenheit. „Hmpf“, machte die Blondine und nahm dennoch den Brief an sich, überflog ihn allerdings nur kurz. „Ja, klingt nach einem Alb.“ Sie gab das Schreiben wieder zurück und folgte einfach der Wegbeschreibung zu dem Haus ihrer Klienten. Sie kündigten sich an, wobei Rosalind das Reden übernahm. „Guten Abend, wir sind von der Ritter Agentur. Wir benötigen bitte Zugang zum genannten Teich. Und bitte halten Sie sich während wir arbeiten im Hause auf, am besten verschließen Sie alle Türen und Fenster und kommen nicht heraus, gleich wie verlockend es erscheinen mag. Machen sie sich vielleicht Musik an. Ich empfehle Brahms.“ Rosalind lächelte und kehrte zu Elena zurück, wo ihre Miene sofort erstarb.
      „Bringen wir es hinter uns.“ Sie beide gingen um das Haus herum und betraten den Garten, wo ihnen sogleich ein starker Temperaturuntschied und sacht grünliche Nebelschwaden auffielen. Rosalind pikierte sich ein bisschen durch das Gras zu gehen. Die Blondine zückte ihre Pistole und richtete sie in den Himmel um das Salz breitflächig um sie herum zu verteilen. Allerdings half das nicht. Weder gegen die Kälte noch gegen die Nebelschwaden. Lediglich ein Klappern und jammern drangen an Rosalinds Ohr und sie richtete den Blick direkt auf den Teich. „Du hattest Recht, es deutet alles auf einen Alp hin.“ Rosalind blieb weiter hinten. Die schmutzige Arbeit machte sie nicht. Nicht, wenn sie nicht gezwungen ist. Der Alp wurde lauter und die blonde Agentin kommentierte es lediglich. „Er wird lauter, ugh, ich bekomme Kopfschmerzen. Machen wir schnell!“ Die Agentin näherte sich nun selbst den Gebeinen, während Elena an ihren Apparaturen herum fummelte und schaute sich das ganze genauer an. Sie spürte, dass sie nicht näher kommen sollte als unbedingt notwendig, doch mit einer Lampe in der Hand konnte sie einen recht guten Blick erhaschen. Ein paar Knochen, zersetzt vom Wasser, hier und da noch Klamottenfetzen, eindeutig Arbeiterstoff. Die groben Webarbeiten erkannte Rosalind selbst von der Entfernung. Und ein Schädel mit Loch. Rosa wendete sich bereits wieder ab, als ihr ein Gedanke kam. Schnell riss sie sich wieder herum und sah sich das genauer an. Ein Loch im Schädel. Hinten. Wie von einem spitzen Gegenstand.
      Das Gejammer wurde lauter und Rosalind erstarrte ein wenig. „Elena!“ Sie riss sich los und schmiss sich zu ihrer Kollegin, legte die Arme um sie und nahm sie instinktiv mit unter ihren Mantel. „Der Geist ist nicht einfach ertrunken! Ihm wurde der Schädel eingeschlagen. Ich glaube es könnte ein Galgenalb sein.“ Die Blondine wimmerte auf, als das Geschrei unerträglich wurde und sie beide einen heftigen Druck um sich herum wahrnahmen, als würde etwas gegen sie schlagen.
    • Als sie bei der Adresse angekommen waren, überließ Elena ihrer Kollegin das Sprechen. Sie war darin einfach begabter als sie. Rosalind vermittelte den Klienten, dass sie keines Falls das Haus verlassen sollten und riet ihnen Musik zu hören. Wenn ein Geist es will, kann er auch so laut werden, dass es Erwachsene hören, doch das war eher selten. Die Bürger wussten einfach automatisch, dass man bei Knochen oder anderen sterblichen Überresten Vorsicht geboten war und man lieber Experten hinzuziehen sollte. Um das Haus herumgelaufen betraten sie auch gleich den Garten. Dieser sah eigentlich sehr gepflegt aus, wäre da nicht dieser unfertige Teich in der Mitte. Von dem Loch aus waberte die Nebelschwaden heraus und je näher sie dem Loch kamen, desto kälter wurde es. Elena sah auf ihr Thermometer. "5 °C." merkte sie an und wenn man das Gras direkt am Teich betrachtete, konnte man erkennen, dass sich darauf Frost abgebildet hatte. Mit einem Alb war nicht zu spaßen, daher machte sie sich gleich an die Arbeit und zog mit ihren Eisen ketten einen Kreis um den Teich. Vorsichtshalber fixierte sie hier und da die Ketten mit Nägeln, die sie in den doch recht weichen Boden drückte. Sobald der Kreis geschlossen war, konnte der Alb auch nicht mehr herauskommen, so war es gedacht. Während sie um den Teich lief, bekam sie immer wieder Visionen. Ein stechender Schmerz ging von ihrem Hinterkopf aus, Bilder wie ein Mann vornüber in den Teich fiel und wie es dann immer dunkler und dunkler wurde. Es roch nach Erde und man konnte ein komisches Scharren hören. Doch Elena konnte sich jetzt nicht auf die Visionen konzentrieren, waren die Sicherheitsvorkehrungen viel wichtiger. "Wenn der Kreis geschlossen ist, wird der Alb auch leiser." erklärte sie Rosalind und war gerade dabei den letzten halben Meter zu schließen. Da kroch ihr ein unangenehmer Schauer über den Rücken und schnell drehte sie sich zu ihrer Kollegin um. Die Blonde warf sich panisch auf sie und hinter ihr war der Alb zu erkennen. Es war ein Gerippe, das zerfetzte Kleider trug und etwas steckte in seinem Hinterkopf. Er stürzte sich auf sie und Elena schloss heute zum zweiten Mal mit ihrem Leben ab. Doch anstatt zu sterben, da der Geist durch sie hindurchgleiten sollte, spürte sie nur einen großen Druck, der auf ihnen lag. "Rosalind. Schnell. Wir müssen den Kreis schließen und dann hinaustreten. Dann ist der Alb vorerst gefangen." versuchte sie ihre Kollegin zu beruhigen und tastete bind nach den beiden Kettenenden. Sobald sie diese zusammen gelegt hatte und durch die Glieder vorsichtshalber noch einen Eisennagel gedrückt hatte. Raffte sich die Dunkelhaarige auf und rollte sich mit der Blonden aus dem Kreis. Unter dem Mantel lugte sie hervor und atmete dann erleichter auf, als sie erkennen konnte, dass der Geist im Kreis blieb. Sie warf erneut einen Blick auf das Thermometer, das sie im Gras hatte liegen lassen. -5 °C war darauf zu erkennen. "Du hast recht. Es ist ein Galgenalb. Ich hab die ganze Zeit so einen stechenden Schmerz im Hinterkopf gespürt und eine Vision von seinem Tod gehabt. Ich denke, er wurde erschlagen und fiel dann in den Teich. Es wurde auch plötzlich dunkel und ich habe ein Scharren gehört. Wie von einer Schaufel. Man hat wohl den Teich zugeschüttet und so die Leiche versteckt." sprach Elena ihre Vermutung aus. "Die Gebeine können wir nicht mehr verplomben. Sobald wir in den Kreis treten würden, stürzt sich der Alb nur auf uns." erklärte sie weiter und rappelte sich auf, um zu ihrem Rucksack zu gehen. "Da hilft nur noch zerstören." Elena kramte ein paar Bomben hervor und sah sie abschätzend an. Sie hatte zum Glück verschiedene Größen von jedem Typ dabei und hier musste ein griechisches Feuer her. Sie nahm zwei mittel große Gefäße und reichte eine Rosalind. "Wir müssen die in den unfertigen Teich werfen, damit die Knochen verbrennen und so die Quelle zerstört wird. Am besten von zwei verschiedenen Seiten, damit der Alb sich nicht gleichzeitig in den Weg stellen kann." sprach sie ihrer Kollegin zu und drückte ihr die Kugel in die Hand. "Außerdem bist du eine bessere Schützin als ich." fügte sie mit einem kleinen Grinsen an und stellte sich an den Rand der Eisenkette. Sofort stürzte sich der Alb wieder auf sie, der zuvor nur über dem Loch herumgeflogen war. Sobald das griechische Feuer durch den Alb glitt würde die Bombe explodieren. Daher musste Elena schauen, dass sie den Alb etwas mehr in die Mitte drängen konnte. Sie wollte ja nicht die Wucht der Explosion abbekommen. In der linken hielt sie die Kugel und in rechten lag nun ihr Degen. Immer wieder hieb sie nach dem Geist, der darauf von der Silberspitze zurückwich. "Komm schon Rosalind. Er ist gerade total abgelenkt." dachte sie sich und hoffte, dass die Blonde wirklich das Loch mit den Gebeinen treffen würde.
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      Monkey D. Ruffy


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    • Rosalind Giesser
      Die blonde Agentin hielt ihre Kollegin fest an ihren Körper gepresst und behielt den Mantel um sie beide gewickelt. Die Angriffe des Albs waren unglaublich unangenehm. Rosalind fühlte sich gleichzeitig erdrückt, wie auch verbrannt und sie versuchte wirklich sich zu beruhigen und Elenas Worten zu folgen. „ist… ist gut!“, schrie sie beinahe gegen das Höllending an und gemeinsam schafften sie es den Alb in dem Kettenkreis festzuhalten. Rosalind saß auf dem Boden und konnte immer noch nicht ganz fassen was gerade passiert war. Wie haben sie das ohne weiteres überstanden? Etwas neben der Spur sah das Mädchen rauf zu Elena. Sie hatten es doch überstanden, oder? Schnell verdrängte sie solche Gedanken und kam wieder auf die Beine und nahm die Bombe von ihrer Kollegin an.
      Rosa verstand den Plan und nickte. „Ist gut. Ich mach das schon. Pass nur auf, dass du nicht verfehlst und jag dich nicht selbst in die Luft.“ Sie atmete noch einmal tief durch und ging dann am Rand der Kette entlang, bis sie dicht genug am Teich gewesen ist. Sie konnte die Gebeine sehen, die aus dem Wasser geholt worden waren und betrachtete die kleine explosive Kugel in ihren Händen. Elena übernahm die Ablenkung, doch ihnen beiden ist klar gewesen, dass das Viech sofort Rosalind angehen wird, wenn sie die Gebeine attackierte.
      Daher bereitete die Agentin sich schon einmal vor und zückte auch erneut ihre Salzpistole. Sie wusste, das würde den Alb höchstens ein wenig ärgern. Allerdings würde das reichen. Rosalind warf die Bombe und traf genau in die Überreste des verstorbenen. „Deckung!“, rief sie Elena noch zu und versuchte das schreckliche, ohrenbetäubende Gebrüll zu übertönen. Es war so laut, dass es Rosalind beinahe in die Knie zwang. Sie sackte etwas zusammen, setzte sich dann allerdings doch so gut sie konnte in Bewegung, um den Alb weiter weg vom Teich zu locken. Sie schoss in die Richtung, aus der seine Schreie kamen und sie wurden lauter und aggressiver. Als die Agentin beinahe einen halben Kreis am Rand der Kette vollendet hatte, fiel ihr plötzlich auf, wie sehr sie dieser dummen Kette vertraute.
      „Beeil dich!“, jammert sie laut, weitere Schüsse abgebend und schnappte sich auch ihr Salzwasser um auszutesten wo genau das dumme Ding stand, als es ihr regelrecht ins Gesicht zu schreien schien. „Ah verdammt…“, fluchte sie. So lange sie konnte hatte sie sich zurück gehalten, doch nun musste sie sich die Ohren zuhalten. Rosalind ging einen guten Schritt zurück und sackte zusammen sich die Ohren verdeckend. Besorgt hob sie den Blick zu Elena. Mehr konnte Rosa nicht ertragen. Sie fühlte sich bereits jetzt, als würden ihre Ohren bluten. Hoffentlich hatte das gereicht.
    • Elena Jacoby
      Im Augenwinkel konnte sie Rosalind beobachten, wie sie sich dem Teich näherte und dann das griechische Feuer genau auf die Gebeine des Geistes warf. Sie hörte auch gleich ihre Warnung und so hob Elena schützend ihren Arm vors Gesicht. Der Alb schrie wütend auf, was ihr nicht so sehr in den Ohren wehtat wie ihrer Kollegin, aber diese Wut manifestierte sich wie ein Faustschlag, der in ihrer Magengrube landete. Kurz verzog die Dunkelhaarige ihr Gesicht zu einer schmerzverzerrten Grimasse und musste sich zusammen reißen, sich nicht vornüber zu beugen. Da ließ der Alb auch schon von ihr ab und stürzte sich auf die Blonde, die aber außerhalb des Kreises in Sicherheit war. Sofort warf Elena ihre Bombe, die glücklicherweise ihr Ziel nicht verfehlte. "Achtung!" rief sie dabei laut zu Rosalind, damit auch sie sich schützen konnte. Erneut knallte es laut auf und es roch schon nach verbrannter Erde. Kurz wurden sie von der Explosion etwas geblendete und auch wenn sie nichts sahen, konnte man es spüren, dass der Alb verschwunden war. Der Druck und dieses beklemmende Gefühl von Angst und Grauen verschwand. Es wurde auch allmählich wärmer und Elena sah zu dem Teich. Der Boden dort war kohlrabenschwarz und ein paar Grasbüschel glimmten noch auf, wenn sie denn nicht vollkommen verbrannt waren. Vorsichtig trat die Dunkelhaarige in den Kreis aus Eisenketten und näherte sich dem Ort der Quelle. Doch dort war nicht mehr als ein Haufen Asche zu finden. Ein breites Grinsen erschien auf ihrem Gesicht und sah dabei zu Rosalind. "Wir haben es geschafft! Wir haben einen Alb vertrieben!" jubelte sie auf und lief zu ihrer Kollegin. "Wie hast du das denn vorher gemacht? Wie konntest du den Geist abwehren?" fragte sie gleich, weil dies schon die ganze Zeit in ihrem Kopf herumschwirrte. Irgendetwas hatte sie gerettet, sonst wären sie beide einfach sofort an der Geistersieche gestorben. "Sag schon!" war Eli mehr als gespannt auf ihre Antwort. Sie fing dann auch schon an nebenbei die Ketten aufzusammeln und den Schaden zu begutachten, den die beiden Bomben verursacht hatten. Doch da sie im Freien waren, hielt sich das alles doch sehr in Grenzen. Außerdem wuchsen auf verbrannter Erde die Pflanzen noch viel besser. Dass sie von oben bis unten mit Ruß und Erde verschmiert war, ignorierte Elena gekonnt. Sie freute sich viel mehr auf ihren ersten Sieg gegen einen Geist der Klasse zwei. "Nachher heiße Schokolade für uns beide!" Es war nicht nur ein Getränk um ihren Erfolg zu feiern, sondern vertrieb Schokolade an sich die unangenehmen Effekte, die Geister auf die Menschen wirkten. Lag das vor allem daran, dass dunkle Schokolade den Serotoninspiegel erhöhte.
      "Vergessen ist wie eine Wunde. Es mag zwar verheilen, aber dabei wird es eine Narbe hinterlassen."
      Monkey D. Ruffy


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    • Rosalind Giesser
      Die unglaubliche Begeisterung, die Elena an den Tag legte, konnte Rosalind nicht so recht mit ihr teilen. Ja, es war ihr erster Level 2 Geist. Und das ist gewiss aufregend gewesen. Allerdings wurde jedes Gefühl der Freude einfach mit der unglaublichen Erleichterung überschattet, dass sie es irgendwie lebendig da raus geschafft haben. Noch immer ganz durcheinander klopfte sich die frau mit den blonden Locken grob den Dreck von ihrer Kleidung. Was ein aussichtsloses Unterfangen gewesen ist, wenn man sich mal ansah wie schmutzig sie von der Aktion gewesen ist.
      „Wie hast du das denn eben gemacht?“ - „Hm?“, schaute Rosalind auf zu ihrer Partnerin mit deutlicher Verwirrung im Gesicht. „Wie konntest du den Geist abwehren?“ Rosalind blinzelte. Ja, das war eine gute Frage. Hatte sie das getan? Sie sah auf ihre Schulter. Sie hatte den Mantel über sie beide geworfen. Allerdings war das eher eine beinahe kindliche Kurzschlussreaktion frei nach dem Gedanken Was ich nicht sehen kann. Sie öffnete den Verschluss vorne und hielt ihre ruinierte Kreation vor sich. Doppelt ruiniert, sei dazu gesagt. Der Stoff unter ihren Fingern schimmerte in einem leichten grün und stirnrunzelnd hielt sie ihn unter ihre Nase und roch ein wenig daran, bis sie auf das Drängen von Elena wieder aufsah.
      „Ich… also… ehm“, stotterte sie ein wenig und schnaubte dann den Kopf schüttelnd. „Ich weiß es nicht.“, gestand sie dann schließlich. Alles eingepackt und geschultert erschien Elena wieder an ihrer Seite und schlug heiße Schokolade vor. Rosalind nickte. „Ja, klingt gut.“ Doch die Nachdenklichkeit wollte ihr keine Ruhe geben. Im ernst, wie hatte sie das denn geschafft? Elena ging vor zur Straße vor dem Haus, während ihre Partnerin noch einmal bei den Auftraggebern vorbei schaute. Sie klopfte an die Pforte und entschuldigte sich vielmals für den verwüsteten Garten. „Was ist es denn gewesen.“, drängte die Frau des Hauses zu erfahren und Rosalind zögerte. Sie wollte dem jungen Paar ungern offenbaren, dass ein Mord in ihrem Garten passiert war. Sie ahnte, dass das kein guter Trost wäre. „Nur… ein kleiner Geist. Machen Sie sich darum keine Sorgen. Er war… hartnäckig. Deswegen sind wir nur auf Nummer ganz sicher gegangen und haben auch die letzten Spuren der Quelle beseitigt. Es ist rein gar nichts mehr von ihm übrig. Sie können unbesorgt sein.“ Das Paar bedankte sich überschwänglich und überreichte den beiden Agenten noch eine gute Portion Kekse, was Rosalind zum lächeln brachte.
      Sie verabschiedete sich und eilte zurück zu Elena. „Mund auf!“, sagte sie und schob der dunkel-haarigen einen Keks zwischen die Lippen, bevor sie sich selbst einen nahm. Eine weile gingen sie schweigend nebeneinander, bis Rosalind noch einmal zu Elena sah. „Sag mal was war das, was du eben auf meinen Mantel gekippt hast?“, hakte sie nach. „Ich habe versucht es rauszubürsten aber stattdessen auf den gesamten Stoff verteilt.“
    • Elena Jacoby
      Rosalind schien noch etwas durch den Wind zu sein, was auch ganz normal war, wenn man so einer starken Präsenz ausgesetzt war, wie von diesem Alb. Daher ließ Eli sie etwas durchatmen und sich sammeln. Nachdem sie all ihre Hilfsmittel aufgesammelt hatte, gesellte sie sich wieder zu ihrer Kollegin. "Du weißt es nicht? Schade..." Elena war doch etwas enttäuscht, dabei war es unglaublich, dass sie einen Geist abwehren konnte, ohne sich dabei zu verletzen. Rosa stimmte der hießen Schokolade zu, würde diese ihnen beiden bestimmt guttun. Die Dunkelhaarige lief schon mal voraus auf die Straße und sah sich etwas um. Wie immer war um die Uhrzeit alles verlassen, und sie konnte ein paar harmlose Geister sehen, die aber niemanden schaden würden. Die Blonde sprach noch mit den Klienten, die sich während ihrer Arbeit im Haus barrikadiert hatten. Ob sie ihnen von dem Toten in ihrem Teich erzählen würde? Da vernahm sie auch schon die leichten Schritte von Rosalind und als sie sich zu ihr hindrehte, steckte auch schon ein Keks in ihrem Mund. "Hmm. Lecker." sprach sie mit vollem Mund und zerkaute so gleich das feine Gebäck. "Danke." grinste Eli ihre Kollegin an, das gleich wieder erstarb, als sie den Mantel und ihrem Missgeschick vom Mittag erwähnte. "Das war ein Lack, vermischt mit Silberstaub. Ich wollte ausprobieren, ob man damit etwas bestreichen kann und es so dieselben Eigenschaften bekommt wie Silber an sich." Ihr Blick wanderte bei ihrer Erklärung zum Mantel und besah sich dessen Rücken genauer. Ja, überall war auf dem Stoff das Silber verteilt, hatte sich in die feinen Maschen des Stoffs gesetzt und war nicht mehr zu entfernen. "Ach du schreckliches Schreckgespenst!" rief Elena dann aus und blieb mit großen Augen vor Rosalind stehen. "Glaubst du meine Idee hat funktioniert?"
      "Vergessen ist wie eine Wunde. Es mag zwar verheilen, aber dabei wird es eine Narbe hinterlassen."
      Monkey D. Ruffy


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