Reincarnated as Duchess of Athlea [NicolasDarkwood x Nash]

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    • Reincarnated as Duchess of Athlea [NicolasDarkwood x Nash]

      Reincarnated as Duchess of Athlea
      Quelle
      “Isn’t that how falling in love so often works? Some stranger appears out of nowhere and becomes a fixed star in your universe.” Kate Bolick


      ❛ ━━━━━━・❪ ❁ ❫ ・━━━━━━ ❜
      Genre: Romanze, Drama, Isekai
      Rollen: X - @Nash
      Y - @NicolasDarkwood
      Vorstellung
      ❛ ━━━━━━・❪ ❁ ❫ ・━━━━━━ ❜


      Cerelia hat schon immer gern manhwas gelesen und hat sich öfters vorgestellt, wie es wohl wäre selbst in solch einer Geschichte zu leben. Ihr Wunsch wurde eines Tages erfüllt, als sie plötzlich in einem unbekannten Bett aufwachte. Schnell stellte es sich heraus, dass sie in eins der manhwas aufgewacht war, die sie gelesen hatte. Da die Kapitel jedoch immer langsam veröffentlicht wurden, konnte sie sich nicht mehr an alles erinnern. Doch wichtige Informationen hatte sie beibehalten. Sie war in die Rolle der Mutter eines Kindes, welches sie über die Jahre hinweg vernachlässigt hat, geschlüpft. Nun kümmern sich nur die Bedienstete um das Kind. Ihre Beziehung zu ihrem Mann Ruairi war von Anfang an kalt gewesen, da es sich um eine einseitige Liebe und politische Heirat handelte.

      Cerelia tut alles daran die Zukunft des Kindes und Ehemanns Ruairi zu retten, die beide Bösewichte werden und den Tod durch den Liebhaber der Protagonistin Seraphina der Geschichte finden werden.




      Cerelia
      - Adelicia -

      Das Mondlicht fiel in das einsame Zimmer des Mädchens hinein. Doch so dunkel wie das Zimmer war, so konnte das Licht nicht alles erhellen. Der Tisch war an das Fenster gerückt, der Stuhl war daran geschoben und der Nachttisch konnte nur zur Hälfe erhellt werden. Doch diese Dunkelheit, die einen Patienten einsamer wirken ließ, störte dem Mädchen nicht. Ihr Rücken war 'gen Fenster gerichtet und ihr Blick auf einen Bildschirm fokussiert. Das leise Ticken der Uhr nahm das braunhaarige Mädchen kaum wahr, viel zu sehr war sie auf das Handy fokussiert, welches sie mit beiden Händen festhielt und ihr Daumen ab und an quer durch den Bildschirm strich. Das leise Aus- und Einatmen des Mädchens wurde von dem Ton der tickende Uhr vergraben. "Oh mein Gott", hörte man plötzlich ein Flüstern. Die Augen des Mädchens waren aufgerissen und ihre Augenbrauen zusammen gezogen. Sie schien über etwas schockiert, verwundert und empört zugleich zu sein. "Oh mein Gott", sagte sie abermals, diesmal lauter. Ihr Körper wollte sich abrupt aufsetzen, doch ihre Schmerzen hinteren sie daran. Mit angehaltenem Atem srcollte sie weiter und las sich die Passage wieder durch, die sie aus der Fassung gebracht hatte. "Wie kann man das ihm antun? Warum der ekelhafte Prinz? Athos ist doch in jeder Hinsicht besser", rief sie empört, musste jedoch daraufhin anfangen zu husten. "0 Sterne, das hier bekommt 0 Sterne. Er wird nicht einmal als ein Bösewicht wirklich dargestellt, wieso stirbt er dann? Oh mein Gott, was eine dreckige Protagonistin", beschwerte sich Cerelia weiterhin und spürte, wie die Wut in ihr sich staute. " Athos könnte so viel mehr anbieten, schon allein seine tragische Vergangenheit und Aussehen." Ihr Herz schmerzte. Warum hatte sie bloß den Spoiler gelesen? Nun wusste sie, wie das Ende aussah, mit dem sie auf keiner Weise einverstanden war. Athos und Ruairi würden sterben, ihre Lieblingscharaktere. Dass sie Adelicia auf keiner Weise sympathisch fand, war selbstverständlich. "Wäre ich seine Mutter, hätte ich wohl all das verhindern können", murmelte sie und drehte sich auf ihre andere Seite. "Der sieht doch so süß aus, wie kann man so ein niedliches Kind vernachlässigen?" Cerelia verstand die Welt nicht. Sie konnte schlichtweg die Art von Adelicia nicht verstehen, Verwöhnung hin oder her, ihre Lieblingscharaktere waren einfach zu lieben. „Da habe ich schon keine Lust mehr es zu lesen“, murmelte sie weiterhin vor sich hin und seufzte erschütternd. Da sie das Kapitel fertig gelesen hatte, machte sie ihr Handy aus und legte es neben ihrem Kopfkissen. Für einige Momente starrte sie gedankenlos die Decke an, die sie nur gerade noch in der Dunkelheit ausmachen konnte. Doch so schnell wie die Stille in ihrem Kopf eingekehrt war, genauso schnell füllten sich sämtliche Gedanken den Platz. Ihre Gedanken kreisten um den Spoiler. Sie verspürte eine Leere und Traurigkeit. Seit langem hatte sie ihren Trost und Zuflucht aus ihrem langweiligen Leben in manhwas gefunden und nun zu lesen wie ihr Lieblingsmanhwa ausgehen wird, stimmte sie durchaus traurig und doch frustriert. Wie so oft in ihrem Leben, wünschte sie sich, dass man sie aus diesem Leben riss und ins ein der Geschichte schleuderte. Es gab nichts in ihrem Leben, was sie hier hält. Die Beziehung zu ihren Eltern war anstrengend und so distanziert, sodass sie keine Bindung zu ihnen verspürte. Ihr wurde klar wie wichtig es war als Elternteil für das Kind da zu sein. Vielleicht verspürte Cerelia aus diesem Grund eine gewisse Nähe zu Athos. Zwar mag ihre Mutter nicht verstorben sein, doch seine Beziehung zu seinen Eltern war nicht viel anders als ihre Bindung zu ihren Eltern. Daher konnte sie sich gut in Athos versetzen und ihr Herz schmerzte der Tatsache hinterher, wie distanziert er zu seinen Eltern war und sich zu schnell in Seraphina verliebt hat, obwohl nichts Besonderes an ihr war, abgesehen von ihrem Aussehen. Würde er nur die mütterliche Liebe und Wärme verspüren, wäre sicherlich das manhwa anders ausgegangen. Doch der Author wollte unbedingt eine Beziehung zwischen dem Prinzen und Seraphina sehen. Cerelia gehörte zu den wenigen, die für Athos angefeuert haben, doch zu ihrem Leid würde Athos nicht sein Happy End finden.
      Als ihre Gedanken um die Geschichte in einer Spirale herumschwirrten, merkte sie, wie ihre Laune mit jeder Sekunde ihrem Nullpunkt näher kam. Damit ihr Gemüt nicht zu sehr für den Abend litt, entschied sie sich ihre Augen zu schließen und im Land der Träumer zu fliehen.

      Sie wusste nicht genau was genau es gewesen war, doch etwas ließ sie dazu veranlassen aufzuwecken. War es das Licht, welches durch das Fenster zu ihr durchdrang oder der Trubel im Krankenhaus? Müde und leicht verwirrt öffnete sie ihre Augen. Während sie ihre Augen rieb und dadurch versuchte den Schlaf herauszureiben, realisierte sie erst viel später, dass die Sicht zum Fenster sich geändert hatte. Einige Momente verstrichen, ehe sie vollkommen realisierte, dass auch die Möbel anders aussahen. Ohne groß nachzudenken setzte sie sich hin und zuckte unwillkürlich zusammen, doch Cerelia verspürte keinen Schmerz. Diese Realisierung ließ sie dazu veranlassen an sich herunterzusehen. Dabei kamen lange schwarze Haare in ihr Sichtfeld. Vollkommen verwirrt fasste sie diese an. Sie besaß doch kurze braune Haare. Doch auch ihre Decke und das Bett sah anders aus. Ihr Gehirn kam mit den vielen neuen Eindrücke nicht hinterher. Cerelia hob ihre Decke. Auch ihre Kleidung hatte sich verändert. „Das muss ein Traum sein, ein sehr realer Traum“, flüsterte sie. Solch einen realen Traum hatte sie bisher nicht gehabt. Es musste sich um einen Traum handeln, wieso sonst sah das Zimmer anders aus? Sie war zuletzt im Krankenhaus gewesen und besaß keine lange schwarze Haare. Zu ihrer Freude stellte sie fest, dass sie ihre Beine problemlos bewegen konnte. Langsam schwang sie ihre Beine über die Bettkante und stand auf. Das Gefühl von allein aufstehen zu können, ließ eine Freude ihr Herz durchströmen, sodass sie nicht drumherum kam zu lächeln. Doch diese Freude dauerte nicht lange, denn die Realisierung, dass sie ihre Beweglichkeit nach dem Traum verlieren würde, überschlug sie so dermaßen dass sie ihr Lächeln verlor. Mit vorsichtigen Schritten entfernte sie sich von ihrem Bett und schob die schwere Vorhänge zur Seite. Es war der Spalt zwischen den Vorhängen gewesen, die sie aufgeweckt hatte. Der Ausblick aus ihrem Zimmer verschlug ihr Atem. Der Garten, der sich vor ihr erstreckte, war wunderschön. Sie konnte in der Ferne Menschengestalten erkennen, doch diese interessierte sie wenig. Neugierig was der Traum ihr zu bieten hatte, lief sie im Zimmer herum, bis sie an einem Spiegel vorbei lief. Im Augenwinkel bemerkte sie ihr Aussehen, was sie dazu veranlasste rückwärts zum Spiegel zurückzulaufen. Als sie das Gesicht erblickte, welche sehr nur allzu bekannt aussah, schrie sie kurz auf. Wieso sie schrie, war ihr selbst nicht bewusst, doch sie tastete ihr Gesicht mit schnellen Händen ab. Es dauerte einen Moment, bis Cerelia wieder einfiel, wieso ihr das Gesicht so bekannt vorkam. Es war das Gesicht von Adelicia, die Stiefmutter von Athos und zweite Frau von Ruairi. Es war das erste Mal, dass sie von dem manhwa geträumte hatte und dass dies so realistisch verlief, ließ sie erstaunen. Als könne sie nicht glauben, dass sie Adelicia war, fasste sie ihr Gesicht, Haare und Kleidung an. „Fühlt sich alles so ziemlich real an“, meinte sie zu sich selbst. Auch ihre Stimme klang anders. Sie wusste nicht so recht wie sie all dies auffassen sollte. Einerseits schockierte sie alles, sie war über die Details des Traumes fasziniert und überrascht zugleich und auf der anderen Seite freute sie sich diesen Traum zu haben. Cerelia nahm kaum im Hintergrund war, wie es außerhalb des Zimmers etwas lauter wurde.
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    • Ruairi

      Die morgendliche kühle Brise umwehte den Mann auf den Zinnen des ummauerten Herrenhauses.
      Manche mochten es 'Schloss' nennen, doch Ruairi Athlea mochte den Begriff nicht. In Schlössern wohnten Könige und Kaiser und nicht simple Herzöge. Dennoch genoß er die morgendliche Ruhe, die auf dem Tal lag und das emsige Treiben, das unten im Dorf, welches zur Burg gehörte, begann. Er hörte bereits die ersten Marktschreier, die ihre Waren feilboten. Vielleicht bauten sie aber auch nur die Stände auf. Er wusste es nicht und sehnte sich gleichermaßen danach, alsbald seinen Ausgehumhang anzufordern und einen Spaziergang durch die Stadt zu machen.
      Die Gerüche des Marktes begeisterten ihn immer wieder. Gewürze aus fremden Gestaden, der faulige Geruch des Gerbers, der sich so sehr mit der Weichheit der Fälle biss. Das freundliche Lachen der Gemüsefrau, die mit Tomaten an der Rispe umherwedelte, als sei es ein Staubmopp. Und immer wieder fiel etwas vom Metzger für die Straßenstreuner ab, die sich in Scharen um den Stand tummelten.
      Ja, er sah es vor seinem Auge und lächelte still und für sich.
      In seiner Hand hielt Ruairi das Familienschwert. Ein langgezogener Anderhalbhänder, der trotz seiner Handlichkeit schwer zu führen war. Die Klinge wurde seinerzeit aus einem seltenen Schwarzeisen geschmiedet, das man in den Bergen von Tanelost fand. Begeistert hatte er als Junge dabei zugesehen, wie der Schmied mit kräftigen Hieben die glühende Masse bearbeitete. Als würden Funken in die Stille um ihn herum geschlagen.
      "Mein Herr!", krächzte etwas hinter ihm.
      Flatternd schleuderte ein Rabe gegen seine Schulter und prallte schwer gegen die gegenüberliegende Mauer. Unfug, der Haltlose, wie ihn die Dienstboten nannten. Für die meisten war sein Geschnatter nicht mehr als das. Geschnatter eines Vogels. Ein Krächzen und Piepen. Und dennoch: Aus irgendeinem Grund vermochte Ruairi, ihn zu verstehen. Auch wenn die Worte des Raben nicht immer so aufbauend waren.
      "Ihre Ladyschaft ist erwacht, Herr! Und der Empfang für die viel zu reichen Familien wird auch bereits vorbereitet!"
      Ruairi grinste.
      "Viel zu reiche Familien?", fragte er bissig lachend. "Wie - habe ich dir gesagt - sollst du sie nennen?"
      "Die Oberen, Herr. Die oberen Familien."
      "Offenbar hörst du zu, fantastisch. Ich beende meine Übungen und komme dann hinunter. Ist mein Sohn bereits erwacht?"
      Ein gemeines Krächzen.
      "Worauf Ihr einen lassen könnt!"
      "Wortwahl!"
      "Verzeiht", neigte der Rabe den Kopf. "Seine Lordschaft Sire Athos ist bereits erwacht und bei frohem Mute."
      "Und du sollst nicht lügen", bemerkte Ruairi wieder grinsend.
      Sein Sohn konnte schwierig im Umgang sein, trotz der Tatsache, dass er tief in seinem Herzen ein guter Junge war. Und auch er beherrschte die Fähigkeit, die Raben zu verstehen. Ob es mit dem Fluch zusammenhing?
      "Sag Athos bitte, dass er sich vernünftig ankleiden und pünktlich erscheinen soll, wenn die Familien eintreffen. Es gilt, einen guten Eindruck zu machen."
      Der Rabe neigte erneut den Kopf und flog von dannen, während Ruairi seine Schwertübungen fortsetzte. Vielleicht das einzige, was ihm heute Ruhe verschaffen würde.
      Und mit Feuer und Schwert kamen sie übers Meer
      Um mit Feuer und Schwert, uns zum Kreuze zu bekehren
      Doch wir waren Götter, wir waren Krieger
      Und wir haben uns gewehrt mit Feuer und Schwert
    • Cerelia
      - Adelicia -
      Die junge Dame verbrachte weitere Minuten damit sich im Spiegel zu betrachten. Nach und nach nahm sie auch ihre Umgebung näher wahr, welches sie bisher ignoriert hatte. Sie konnte nicht aufhören sich selbst zu sagen, dass noch nie in ihrem gesamten Leben solch ein realen Traum zu ihr gekommen war. Allein ihr Puls zu spüren, welcher vor Leben nur sprühte, war für sie eine Faszination. Unter ihren Fingerspitzen den samten Stoff ihres Gewands erspüren zu können, ließ ihre Mundwinkel nach oben zucken. "Am liebsten würde ich nicht mehr aufwachen wollen", murmelte sie, zuckte dann vor Schreck zusammen, als sie ein Klopfen an ihrer Tür wahrnahm. Cerelia ließ ihre Hände fallen und warf der Tür einen skeptischen Blick zu, da sie nicht erahnen konnte wer hinter der Tür stehen konnte.
      "Meine Herrin, seid Ihr wohlauf? Ich hatte Euch schreien hören", hörte Cerelia eine weibliche, leicht zögerliche Stimme sagen. Meine Herrin? Cerelia wusste nicht so recht, wie sie die Ansprache aufnehmen sollte, doch sie erinnerte sich wieder, dass sie in die Geschichte von Adelicia geschlüpft war. Wenn man sie mit Herrin ansprach, konnte es sich nur um eine Bedienstete handeln. Cerelia mag zwar viele manhwas gelesen zu haben, die in der Adelszeit gespielt haben, jedoch hatte sie sich deren Sprache nicht angeeignet. Würde sie solche Floskeln in ihrer Welt benutzen, würde man sie für verrückt halten.

      "Äh, alles in Ordnung", rief sie zögerlich hinterher. "Erlaubt Ihr mir Euer Gemach zu betreten?" Cerelia zog eine Grimasse. An die Redensart konnte sie sich keineswegs gewöhnen und sie selbst wusste nicht wie man so sprechen konnte. "Das kann ja heikel werde", murmelte sie sich selbst zu, wie sie das schon immer ihr Leben lang zu oft getan hatte. Keine andere Wahl zu haben, rief sie zurück: "Kommt herein."
      Die schwere Tür wurde geöffnet und eine junge Frau betrat das Zimmer. An ihren Kleider erkannte Cerelia sofort, dass sie mit ihrer Vermutung richtig gelegen hat. Und auch ihr Gesicht kam ihr sehr bekannt vor. Es dauerte wenige Momente, bis ihr wieder in den Sinn kam, wer vor ihr stand. Flora, eine treue Bedienstete von ihr. Adelicia mag die Herrin sein, dennoch behandelten die anderen Beidnestete sie mit Distanz. Es trotzte nur vor Höflichkeit und Anstand, doch man spürte dass die anderen nur das Nötigste vollbrachten, ganz anders als Flora. Sie kümmerte sich herzlich um Adelicia, was Cerelia bis heute nicht ganz verstehen und nachvollziehen konnte.

      Als Flora Adelicia wohlauf vor sich stehen hatte, legte sich ein beruhigter Ausdruck über ihr Gesicht. "Ich hatte befürchtet, dass Euch etwas geschehen ist." Cerelia winkte nur ab und lächelte sie leicht an. "Nur ein kleiner Schreck." Cerelia war mit dem Erscheinen eines weiteren Charakters ein wenig überfordert. Solch eine lebhafte Interaktion, die so natürlich erscheint, erstaunte sie. Wenn sie Flora nun traf, konnte sie dann Athos und Ruairi treffen? Der Gedanke daran und die schimmernde Hoffnung, ließ ihr Herz in die Höhe springen. "Wo sind Athos und Ruairi?" Flora bedachte sie mit einem schockierten Gesicht. Kurz geriet Cerelia in Panik. Hatte sie etwas falsch gesagt? War es ihre Wortwahl? Womöglich sprach man hier nicht den Vorname des Herzogs an. "Ich meine, mein Sohn und Gemahl?" Cerelia sah sie leicht verunsichert an, doch Flora behielt den Gesichtsausdruck bei, bis sie plötzlich ein Strahlen im Gesicht hatte. "Euer Sohn ist wohlauf und wird sich fertig machen." Da fiel Cerelia dann ein, dass Adelicia nie nach ihrem Sohn gefragt hatte. Ihre plötzliche Interesse hatte wohl Flora überrascht. Da es sich nur um einen Traum handelte, war es nicht von Nöten in die Rolle von Adelicia zu springen. Cerelia hatte die Freiheit das zu tun, was sie nun wollte. Und wenn sie die Chance hingereicht bekommen hat ihre Lieblingscharaktere in ihren Träumen treffen zu können, würde sie dies ausnutzen. Wer wusste schon, wann ihr diese Chance wieder angeboten wird.
      "Wie Euer Sohn, müssen auch Sie sich fertig machen", klatschte Flora in die Hände und holte ein Kleid aus dem Schrank. Fragend sah ich sie an. "Ein Kleid?" Trug man solch festliches Kleid, wenn man im Haus sich bewegte? "Die oberen Familien sind auf den Weg, Ihr müsst rechtzeitig fertig sein, damit Ihr sie empfangen könnt." Cerelia verstand kein Wort. Sie musste sich zurückhalten nicht "Bitte, was?" zu sagen. "Das Kleid scheint aber etwas zu...glamourös zu sein", warf Cerelia ein. Über ihr Leben hinweg trug sie recht simple Kleider, da sie nie wirklich das Geld hatte sich etwas Schöneres leisten zu können. Und selbst wenn man ihr das Geld in die Hand gedrückt hätte, besaß sie nicht das Selbstbewusstsein in solch ein Gewand zu präsentieren. Sie mag nun als Adelicia herumlaufen und ihr Körper tragen, doch ihr schmales Selbstbewusstsein trug sie noch in sich. "Aber nein, Ihr seid die Herzogin Athlea und einflussreiche Familien werden Euch besuchen." Cerelia war sich unsicher, entschloss sich dann kurzerhand es einmal ausprobieren zu können. Flora wollte ihr beim Baden helfen, doch mit viel Überredung hatte Cerelia sie dazu überredet, dass sie das alleine machen würde. Adelicia besaß einen ansehnlichen Körper, doch es kam Cerelia unangebracht vor diesen Körper jemand anderen zu präsentieren, der nicht ihrer war.
      Mit Tuch um ihren Körper verließ sie das Bad. Flora stand mit Accessoires und Kleider bewaffnet mitten im Raum. Es graute Cerelia vor dem Anziehen. Cerelia zog scharf die Luft ein und musste sich am Bett festhalten, als Flora ihr ein Korsett anlegte. "Können wir das nicht weglassen?", keuchte Cerelia und merkte wie schwer es ihr fiel zu atmen. "Aber Herrin, Ihr besteht immer darauf. Die oberen Familien werden nur darauf warten Euch zu kritisieren, wenn Ihr Euch ein Fehler erlaubt." Es war ein Fehler kein Korsett zu tragen? Cerelia wusste nicht wie lange sie in dem Kleid feststecken konnte, ohne gleich in Ohnmacht zu fallen. Während Flora ihre Haare kämmte, versuchte Cerelia eine Technik zu finden, wie sie trotz der schmerzhaften Enge ausreichend Luft zu bekommen und sich wohlzufühlen. Letzteres würde sie wohl niemals hinbekommen, doch bisher hatte sie einen Weg gefunden ein bisschen mehr Luft holen zu können, dennoch bangte sie um ihr Bewusstsein. Wenn sie später die Zeit hätte, müsste sie versuchen die Schnur ein wenig zu lockern.
      Flora steckte Adelicias Haare nach oben, ließ vorne neben ihrem Gesicht die Strähnen frei und wollte ihr eine große Halskette anlegen, worauf Cerelia anfing zu protestieren. Sie entschieden sich für eine dezente Kette und Ohrringe. Nun vorbereitet und aufgehübscht, betrachtete sich Cerelia im Spiegel. "Wie schön", flüsterte sie begeistert. Adelicia war eine schöne Frau, das war keine Frage. "Natürlich, Ihr seid auch eine Schönheit." Cerelia erschrak sich ein wenig, als Flora ihr Flüstern gehört zu haben scheint. Da Cerelia nun sich fertig gekleidet hat, bat sie Flora sie zu Athos zu führen. Sie konnte es kaum erwarten ihn zu treffen. Erfreut und sichtlich bei guter Laune, verließ sie ihr Zimmer und folgte Flora zu Athos.
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    • Athos

      Die Sonne fiel bereits seit geraumer Zeit in sein Zimmer im Westflügel des Anwesens.
      Der junge Mann, der konzentriert an einem Schreibtisch vor einem mit Vohängen verdeckten Fenster saß, blickte konzentriert auf ein Buch herab. Die Grundlagen der Staatsführung. Band 7 von vermutlich 498, wenn er seine Lehrerin richtig einschätzte. Aber der Herzog wollte es nun einmal so. Das Führen von Menschen kommt einer Kunst gleich, mein Sohn.
      Athos hörte seinen Vater in seinem Geiste sprechen und wusste nicht, ob die plötzliche Übelkeit vom Gedanken an den kalten Herrscher herrührte oder durch die Tatsache bedingt wurde, dass er vor Hunger starb.
      Er blickte sich im Raum um.
      Das zerwühlte Bett in der Mitte des Raumes, das schreckliche Landschaftsbild der Berge von Turgaryn. Alles wirkte plastisch, nicht real in seinen Augen. Auf einem Nachttisch stand ein leeres Bild. Er wusste, wenn er es dereinst füllen würde, würde sein Vater nur unnötige Fragen stellen und seine Mutter...Ja nun, seine Mutter würde vermutlich nicht einmal mit der Wimper zucken.
      Er wollte sich gerade wieder an die Zusammenfassung des Kapitels über Menschenführung geben, als ein sachtes Klopfen am Glas zu hören war. Mit heraufgezogener Augenbraue zog er den Vorhang ein wenig beiseite und entdeckte den schrecklichen Raben (welcher es war, wusste er nicht) seines Vaters. Seufzend öffnete er das Fenster ein Stück, sodass der Vogel hinein fliegen konnte.
      "Athos!", krächzte er und der junge Mann musste grinsen.
      Der Vogel war der Einzige im ganzen Schloss, der ihn ohne Honorifika ansprach. Er genoss es irgendwie, etwas Normales zu sein. Und nicht herausgehoben zu werden.
      "Guten Morgen, Rabe!"
      "Ich heiße Unfug. Und das weißt du!", der Rabe ließ sich auf seinem Bettgestell nieder. "Dein Vater schickt mich. Du sollst dich fertig machen. Die oberen Zehntausend werden bald ankommen!"
      Athos ließ sich in seinen Stuhl fallen und lehnte sich zurück. "Dass du mir nicht in mein Bett machst, du Federvieh! Davon ab: Wieso kommen die Familien so früh? Wird der Ball nicht üblich zum Abend hin gegeben?"
      "Was weiß denn ich? Ich bin ein Vogel, kein Berater!"
      Erstaunlich, dachte Athos. Nutzte sein Vater doch seine Vögel lieber für Gespräche als seine eigene Familie. Wut keimte in ihm auf, aber er drückte diese an die Seite, auch wenn die Hitze in seiner Brust gut tat. Schleppend bewegte er sich zum Ankleideschrank.
      "Welche Familien werden kommen?", fragte er beinahe zu beiläufig.
      Er mochte diese gesellschaftlichen Abende nicht. Bälle, Empfänge, Soireen... Alles war so sinnlos im Auge dessen, was diesem Land bevorstand. Man feierte, um der Langeweile zu entgehen und Kinder wie Schlachthausvieh feilzubieten, um eine möglichst gute Partie ab zu bekommen. Selbst ohne Staatswissen konnte sich Athos zusammen reimen, dass er selbst vielleicht eine gute, wenn nicht gar sehr gute Partie im Vergleich zu anderen Familien war. Er griff ein Seidenwams aus dem Schrank und verschaffte sich ZUgang zu seinen Beinkleidern, während der Vogel begann, den Kopf schief zu legen.
      "Koraaaah, ich weiß es nicht genau. Vermute alle! Es wurde unter Dienstboten von der Familie D'Alia, der Familie Olyga und Familie Collons gesprochen. Aber mehr weiß ich nicht."
      Athos verzog das Gesicht. Alle genannten Familien waren nicht seine Favoriten. Auch wenn sein Vater mit dem Oberhaupt der Familie Collons freundschaftlich verbunden war.
      "Wie lange muss ich bleiben?", fragte er den Raben.
      "Du weißt, dass du so lange bleiben musst, bis es vorbei ist, Junge. Du wirst mal Herrscher hier, Kraaah!"
      "Herrscher...", murmelte er und dachte an das Wort. Es klang falsch auf seinen Lippen. Beinahe unwirklich.
      Wie würde sein Leben als Herrscher sein? Würde er wohl eine Familie haben?
      Er lachte.
      Vermutlich. Es wurde doch gesellschaftlich so verlangt. Habe Haus, Weib und Kind. Dann bist du ein Mann. Ignoriere dein Kind, erziehe es wie einen Fremden und wenn es mal weint, drehe dich weg und flieh so weit du kannst. Das Rezept einer guten Familie, nicht wahr?
      Sorgsam schlüpfte er in Hose und Wams und wanderte durch den Raum, als er Stimmen vor der Tür zu hören glaubte.
      Und mit Feuer und Schwert kamen sie übers Meer
      Um mit Feuer und Schwert, uns zum Kreuze zu bekehren
      Doch wir waren Götter, wir waren Krieger
      Und wir haben uns gewehrt mit Feuer und Schwert
    • Cerelia
      - Adelicia-

      Cerelia musste sich von Flora durch das Anwesen führen lassen, denn sie selbst kannte den Weg zum Zimmer des Sohnes von Adelicia nicht. Sie mag zwar die Geschichte grob kennen und einige Hintergrundkenntnisse besitzen, jedoch sind es die kleine und selbstverständliche Dinge, die sie nicht kannte, die für sie jedoch zu ein Problem führen können.
      Cerelia verbrachte auf dem Weg ihre Zeit damit die Umgebung genauer zu betrachten und bei jedem betrachtende Gegenstand war sie fasziniert davon, wie detailreich und real sich alles anfühlte. Auch die weiteren Bediensteten, die ihr entgegenkamen und sich vor ihr leicht als Gruß verneigten, besaßen lebhafte Gesichtszüge und jede ihrer Haarsträhnen bewegten sich mit. Ein Blick nach draußen begrüßte Cerelia wieder der herrliche Anblick des Gartens. Ob sie noch dazu kommen würde ihr Gesicht die Wärme der Sonne spüren lassen zu können? Würden die feinen Sonnenstrahlen, die das Anwesen ihr ein eleganten Schein umhüllte, ihr die Wärme spenden, die sie im Leben lange nicht mehr gespürt hatte? Ihre Füße wollten ihren Körper in die freie Welt setzen, doch die Freude Athos sehen zu können, ließ sie umstimmen. Um die Festlichkeiten später machte sie sich wiederum keine Gedanken. Aufgrund ihres Traumes musste sie sich keine Gedanken machen wie sie sich zu verhalten hatte. Was hatte sie die Meinung der anderen Adeligen zu interessieren, wenn sie nach dem Traum in ihrer Realität aufwachen wird? Daher machte sich Cerelia weniger Sorgen wie sie auf andere wirkte.
      Mit jedem Schritt, gefolgt von den Geräuschen eines Klacken wenn ihre Absätze den Biden wieder berührten, kam sie dem Zimmer näher, in dem Athos zu ruhen schien. Cerelia spürte wie ihr Herz anfing höher zu schlagen, ganz aufgeregt, als wäre sie ein Kind, welches gleich eingeschult wird. Ihr wurde etwas warm und ihr Atem stockte für einen Moment, ehe sie sich davon wieder erholte. Flora blieb dann vor einer Tür stehen. Cerelia ballte ihre Fäuste und versuchte den sehr dünnen Film aus Schweiß an ihrem Kleid abzuwischen. Kurz räusperte sie sich, ehe sie der Tür näher kam und zögerlich an seiner Tür klopfte. Auch wenn es ein Traum war, fühlte es sich dennoch für sie falsch an in sein Zimmer herein zu marschieren, ohne sein Erlaubnis dafür einzuholen. „Athos?“, sprach Cerelia den Namen des Kindes aus. Sie wusste wie er seiner Stiefmutter gegenüberstand und wie Adelica ihn bisher behandelt hatte. Dass er nicht mit Freudensprünge auf sie zukommen und umarmen wird, war ihr durchaus bewusst, doch Cerelia hoffte sich sein Gesicht sehen zu können. Eine kurze und doch bedeutungslose Interaktion würde ihr reichen, wichtig war ihn sehen zu dürfen. „Tut mir leid, wenn ich dich störe“, setzte sie vorsichtig vor. „Wenn du nichts dagegen hast, würde ich gerne mit dir sprechen. Wenn du aber zu beschäftigt bist, dann ist es auch in Ordnung. Dann vielleicht später“, beeilte Cerelia sich ´gen Ende ihres Satzes, denn keineswegs wollte sie ihm das Gefühl vermitteln, dass er dazu gezwungen war mit ihr reden zu müssen. Auch wenn sie sich danach sehnte sein Gesicht unmittelbar vor ihr sehen zu wollen, wollte sie dennoch ihm zu nichts zwingen oder ihn in die Enge drängen.
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    • Athos

      Als sein Name durch die Tür gerufen, dachte er sogleich, dass eine der Dienstmägde ihn rief.
      Viel zu lange hatte er die Stimme seiner Mutter nicht mehr seinen Namen rufen hören und ein Teil von ihm wolte sogleich zur Tür stürmen, um sie aufzureißen. Der wesentlich größere Teil seines Bewusstsein erfüllte sich mit Abscheu.
      Einen Moment lang sagte er gar nichts, hörte sich nur die Ausführungen seiner Erzeugerin an. Stören? Leid tun? Eine Entschuldigung aus dem Wort dieser Frau?
      Jahrelang hatte sie sich nicht einen Wink um seine Aufzucht gekümmert. Da war selbst sein Vater umgänglicher gewesen. Wenn er an die unzähligen VErletzungen dachte, die er sich nur beim Spielen beigebracht hatte, um von ihr getröstet zu werden. Und nie war für etwas derartiges Zeit. Immer wieder oblagen Pflichten seiner Mutter, die sie offenbar davon abhielten, eine Mutter zu sein.
      Bis er eines Tages das Gefühl bekam, sie entscheide sich bewusst, diesen Weg zu gehen und ihn zu ignorieren. Ab da begann der Hass in ihm zu keimen. Erneut spürte er beim Gedanken an die Einsamkeit der vergangenen Jahre diese Hitze in sich aufsteigen. Verzehrend wie ein Feuer, dieser Familienfluch. Aber so wohltuend, als habe man ihm berauschende Substanzen in den Wein gemischt. Apropos Wein.
      Ehe er auch nur daran dachte, diesem Monstrum dort draußen zu antworten, brauchte er Wein. Nüchtern ertrug er weder einen Vortrag über Pflicht und Recht noch das ganze Gefeiere und Gejauchze.
      Rasch griff er nach der bauchigen Flasche auf der kleinen Ankleidebank vor seinem Bett. Der Wein roch schon fast wie Essig, strömte aber einen angenehmen Geruch nach Kirsche und Holz aus. Schmecken würde er nicht mehr, aber berauschen definitiv.
      Athos setzte die Flasche an und nahm einen kräftigen Schluck, der sich wie ein glühendes Eisen durch seine Eingeweide brannte. Ein guter Jahrgang. Vermutlich viel zu gut für ihn,aber was Vater nicht wusste, das konnte ihn auch nicht erzürnen.
      "Athos!"
      selbst das Krächzen dieses zerfledderten Vogels klang mahnend und anklagend. Wollte ihn die ganze Welt verurteilen wie schon so viele Jahre vorher?
      Dennoch. Die Pflicht oblag dem Sohn, die Mutter anzuhören.
      Mit einem schweren Seufzen striff er die feinen Rehlederstiefel über und wanderte zur Tür. Sie fühlte sich ebenso unecht an wie dieses ganze Zimmer. Schwer zog er sie ein Stück auf und entfernte sich sogleich von der Tür.
      "Was willst du?", fragte er genervt und setzte sich auf die Bank, um die Flasche ihrem wohlverdienten Ende zuzuführen.
      Und mit Feuer und Schwert kamen sie übers Meer
      Um mit Feuer und Schwert, uns zum Kreuze zu bekehren
      Doch wir waren Götter, wir waren Krieger
      Und wir haben uns gewehrt mit Feuer und Schwert
    • Cerelia
      -Adelicia-

      Ein wenig ungeduldig wartete Cerelia auf das Öffnen der Tür. Nicht, weil Athos zu lange brauchte um ihr die Tür z öffnen sondern weil sie so schnellstmöglich das Gesicht von ihm betrachten wollte, ehe es für sie Zeit war von dieser Welt Abschied dazu nehmen. So elend lang wie es ihr vorkam, genauso langsam kam es ihr vor, wie die Tür geöffnet wurde. Die allzu bekannte dunkle Haare und rote Augen waren die ersten Merkmale, die Cerelia ins Auge fielen. Erstaunt und fasziniert zugleich, war sie an Ort und Stelle wie festgehalten. Als hätten sich Wurzeln um ihre Füße gewickelt und ihr das Bewegen ihres Körpers unterbunden. Sie traute ihren Augen kaum. Vor ihr stand tatsächlich Athos, der leidende Junge, der sowohl eine tragische Vergangenheit erfahren hatte und auch auf solch eine Tragödie in der Zukunft stoßen. In Cerelias Augen sammelten sich beinahe Tränen, die sie aber zu unterdrücken wusste. Wie sehr sie sich in ihrer Realität gewünscht hatte Athos umarmen zu können, um ihm zu sagen, dass er nicht allein auf der Welt war. Durchaus wusste Cerelia, dass es sich nur um eine fiktive Geschichte handelte, doch mit jedem Update und Geschehen kam sie Athos herzlich näher und spürte seinen Schmerz, als wären es ihre eigene. Zu wissen, was ihm in der Zukunft widerfahren wird, Zerreiß ihr förmlich das Herz. Umso ergebener war sie ihn vor ihr sehen zu können: Jung und gesund.
      Cerelia brauchte einige Momente, bis sie sich sammeln konnte. Sie kam zu sich und ihre Augen weiteten sich langsam. Ihre Hände verdeckten ihren Mund, während dieser vor Überraschung und Freude zugleich sich öffnete. „Du siehst bezaubernd aus“, entkam es ihr. Cerelia kannte Athos nur als eine Zeichnung, doch ihn nun lebendig vor ihm zu stehen - wenn auch nur in einem Traum - war wahrlich ein anderes Erlebnis, welches Cerelia nicht bloßen Worten nicht beschreiben konnte. Dass er ihr mehr oder weniger genervt eine Frage gestellt hatte, hatte sie kurz vergessen. Cerelia räusperte sich, ließ ihre Hände fallen und lächelte ihn an. „Guten Morgen Athos.“ Etwas sehr banales, doch das wollte Cerelia schon immer tun.
      Ihr Blick fiel ins Zimmer des Jungen, welches sie nur in wenigen Bildern gesehen hatte. Dieses jedoch vor ihr zu sehen, vermittelte ihr einen weitaus anderen Eindruck als beim Lesen. „Ich wollte dich nur eigentlich fragen, wie-“ Cerelia hatte nicht bemerkt wie sie der Tür und somit auf die Schwelle zu seinem Reich näher gekommen war. Bevor sie ihren Fuß in sein eigens Königreich setzen konnte, hielt sie inne. Sie blickte nach unten, sah, dass ihre Füße an der imaginäre Linie standen und nahm einen Schritt zurück. Cerelia widmete sich wieder an Athos. „Ich wollte nur nachsehen, ob du schon bereits gekleidet bist und wie es dir geht….und ob du…Hilfe brauchst?“, kam es von ihr am Ende etwas leise und zog ihre Augenbrauen etwas verunsichert in die Höhe. Doch im Nachhinein verstand sie selbst nicht, mit was er Hilfe brauchte, doch es war ihr einfach so herausgerutscht gewesen, sodass sie es nicht mehr zurück nehmen konnte. Mit ihm eine Konversation anzufangen war nicht so leicht, wie sie es sich vorgestellt hatte, was wohl an diesem Körper lag, welcher nicht ihr wahrlich gehörte.
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    • Athos

      Selbst nach dem dritten, vierten und fünften Schluck schlechten Weines wurde die Gesellschaft seiner Stiefmutter nicht besser.
      Athos rührte sich nicht vom Fleck, sondern betrachtete mit unverholenem Abscheu die Frau auf der Türschwelle. Ihre elfenbeinfarene Haut und die dazu so stark im Kontrast stehenden dunklen Haare vermochten es - objektiv gesagt - einem Mann den Kopf zu verdrehen. Er konnte sich schon vorstellen, weshalb sein Vater von ihr angetan war. Jedoch sagte das Aussehen wie eines Buches wie so oft nichts über den Inhalt.
      Athos kannte die Person dort als egozentrisches Monstrum, vor dem sich selbst die Raben eilig versteckten. Tierfurcht war das reinste der Gefühle, wie er fand und blickte hastig zu Unfug, der sich aber bereits in eine dunkle Ecke verzogen hatte.
      "Guten Morgen", bestätigte er kalt.
      Hilfe? Hatte er richtig gehört?
      Bei allen Götter- bei was? Wollte sie ihn ankleiden? Athos erhob sich schwerfällig von der Ankleidebank und vollzog einen verächtlichen Knicks.
      "Wie du siehst - ich bin gekleidet!"
      Die Kniebundhosen aus dunkelviolettem Stoff paarten sich mit schwarzen Reiterstiefeln, die so gar nicht adelig erschienen. Das weiße Seidenwams verschwand nur an einer Seite in der Verschnürung der Hose, der Rest hing beinahe wirr hinab und die zugehörige Jacke aus ebenso violettem Brokat und den aufgeplusterten Schultern lag noch über einem Stuhl.
      Athos fuhr sich durch das Haar und prostete Adelicia mit der leeren Flasche zu. "Auf einen gelungenen Tag, Mutter!"
      In das letzte Wort legte er so viel Verachtung wie er konnte und drehte sich zu seinem Schreibtisch um.
      "Ich wundere mich jedoch. Du stehst noch aufrecht. Ich hatte erwartet, dass du bereits bei Sonnenlicht geschmolzen bist ob der Aussicht, die ganzen Adeligen der nördlichen Länder begrüßen zu können. Hast du die Tischrede, die Vater eigentlich halten sollte, bereits geübt?"
      Er drehte sich ihr wieder höhnisch grinsend zu und lehnte sich an den schweren Stuhl des Sekretärs.
      Und mit Feuer und Schwert kamen sie übers Meer
      Um mit Feuer und Schwert, uns zum Kreuze zu bekehren
      Doch wir waren Götter, wir waren Krieger
      Und wir haben uns gewehrt mit Feuer und Schwert
    • Cerelia
      - Adelicia -

      Cerelia war nicht auf den Kopf gefallen, um zu erahnen, was Athos von diesem Körper hielt. Doch so wie er sie begrüßte und ihr einen Knicks zeigte, musste Cerelia leise lachen. Natürlich schmerzte es sie einerseits zu sehen, wie schlecht Adelicia ihn behandelt hatte sodass er ihr gegenüber so benahm, doch andererseits war es beinahe süß, wie Athos sich verhielt. Schnell unterdrückte sie ihr Lachen, bevor Athos auf die Vorstellung kommen konnte, dass sie sich wohl über ihn lustig machte. „Du siehst gut aus“, komplimentierte Cerelia ihn, wissend, dass er es wohl das Kompliment wohl nicht so aufnehmen wird, wie sie es sich erhoffte. Wie sie dieses Kompliment in deren Sprache verpacken konnte, wusste sie nicht, weswegen sie es ihm direkt sagte. Ob Athos es als Scherz wahrnehmen wird? Ob nun das ein oder andere, man konnte ihr wohl nicht zur Last bringen ihn komplimentieren zu wollen. Dass er ihre Hilfe nicht brauchte, war Cerelia schon vornherein bewusst. Es zeigte ihr nun vielmehr wie selbstständig er war. Doch wie alt war nun Athos? Cerelia konnte das nicht einschätzen und den Betroffenen dies nun zu fragen, wäre wohl keine gute Idee.
      Cerelia zuckte kaum merklich zusammen, als er sie Mutter nannte. Sie war in Adelicias Körper gefangen, doch selbst zu Ohren bekommen, wie man sie Mutte nannte, war ihr befremdlich. Sie war nicht alt genug ein Kind bekommen zu können, denn sie war erst am Anfang ihres harten Lebens angekommen, und aber auch weil sie keineswegs dazu bereit war solch eine Verantwortung zu übernehmen. Den griffigen Ton von Athos ignorierten sie. Es hatte schon etwas höhnisches und verächtliches an sich. Der einzige Grund wieso Cerelia solch einen Ton nicht an sich heranließ, war allein das Wissen, dass sie nicht zu all dem hier verantwortlich war. Die Beziehung zu Athos war Adelicias Tun. Es beschwor ihr weiterhin einen ekelerregende Gänsehaut, die sie leicht zittern ließ.
      die darauffolgenden Worte von Athos verstand Cerelia jedoch nicht. Nördliche Länder? Tischrede? Cerelia hielt inne und forschte hektisch in ihrem Gedächtnis nach einem Kapitel, in welchem solch ein Ereignis stattgefunden hatte. Doch so sehr sie versuchte sich daran zu erinnern, wollte ihr nichts Sinnvolles in den Sinn kommen. War dies eine Zeit vor dem Anfang der Geschichte? Oder hatte sie es schlichtweg vergessen? Doch wenn es vor dem Anfang war, wie kam sie dazu darüber zu träumen? Cerelia brauchte einen Moment, bis sie bemerkte, dass man weiterhin auf ihre Antwort wartete. Doch wie sollte sie ihm das beantworten? Würde sie seine Fragen bejahen, würde er von ihr später erwarte. Wenn er bemerkte, dass sie doch nichts gemacht hatte, hieße es sie hätte ihn angelogen. Ehrlichkeit war in dieser Situation wohl angebrachter, als etwas vorzutäuschen und später aufgeflogen zu werden.
      Leicht peinlich berührt wickelte sie ihren Finger um die Strähne an ihrer rechten Gesichtsseite und lächelte ihn unwissend an. „Welche Tischrede oder Adelige?“ Ihr war es peinlich gewesen offen zu gestehen, dass sie eine Verantwortung vergessen hatte und diese nicht nachgegangen ist, doch ihr blieb keine andere Wahl. „Tut mir leid, ich denke ich habe zu schlecht geschlafen und bin nicht wirklich auf dem neusten Stand.“ Die Aussage hörte sich durch ihre Tonlage mehr als eine Frage an und selbst sie würde sich selbst nicht glauben, dass es an dem wenig Schlaf lag. Doch wie sonst sollte sie erklären wieso sie solch wichtige Details sich nicht bewusst war.
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    • Athos / Ruairi

      Athos amüsierte sich prächtig.
      Er genoss es, Adelicia zu ärgern, wenn er sie Mutter nannte. Wohlwissend, dass nicht seine Mutter war. Er stellte die Flasche auf den Sekretär und klappte unauffällig das Buch auf seinem Tisch zu.
      "Spar dir das Kompliment", donnerte er, wissend, dass er nicht für einen offiziellen Anlass gekleidet war. "Es fühlt sich an wie schleimiger Ausfluss, der mir auf die Haut gelassen wird."
      Er bewegte sich elegant über die Bücherstapel und Kleidungshaufen hinweg durch das Zimmer und schloss die Entfernung zwischen ihr und ihm mit vier großen Schritten. Bei allen Göttern, war sie schon immer so klein gewesen?
      "Es ist erstaunlich, dass du das gesellschaftliche Ereignis des Jahres offenbar vergessen hast. Sollten wir den Küchenjungen anweisen, den allabendlichen Wein zu verdünnen?"
      Eine Behauptung. Er wusste nicht, ob seine Stiefmutter regelmäßig trank. Zumindest beileibe nicht so viel wie er selbst. Er fuhr sich über das leicht stoppelige Kinn und grinste.
      "Dann will ich deinem GEdächtnis kurzweilig auf die Sprünge helfen: Alljährlich findet ein Ball, ein Empfang, eine Soiree des Herrn der nördlichen Länder statt. Falls du es vergessen hast: Das ist dein Gemahl", begann er und bewegte sich noch einen Schritt auf sie zu, bis er direkt vor ihr stand. "Die mächtige Familie Athlea empfängt die Oberen Zehntausend der Nördlichen Reiche. Unter anderem die wunderbaren Familien D'Alia, Olgya, Valverden und Collons. Wunderbare Menschen, die auch gar keine feindlichen oder verängstigenden Gedanken gegenüber Vater und seinen..Nun ja...Fähigkeiten hegen. Erstaunlicherweise wusstest du es vorgestern noch und konntest es kaum abwarten, Vater seine Rede abspenstig zu machen."
      Erstaunlich, wie sie das vergessen konnte. Das Spielen mit der Haarsträhne irritierte ihn kurz. Ein solch weibliches Gehabe war er von diesem Monstrum nicht gewohnt.
      "Es reicht!", donnerte eine Stimme auf dem Flur hinter Adelicia.

      Ruairi hatte den Flur zu seines Sohnes Gemach bereits vor einiger Zeit betreten.
      Unfug hatte ihn benachrichtigt und um Unterstützung gebeten, da er einen Zusammenprall zweier Querköpfe befürchtete. Seine Frau stand mit dem Rücken zu ihm, Flora hatte sich nach einem kurzen Knicks leicht zur Seite entfernt. Auf seiner Stirn stand noch ein kalter Schweiß und das Breitschwert ging tatenlos an seiner Seite.
      "Du wirst dich sofort entschuldigen!", polterte Ruairi wütend.
      Auch wenn sein Sohn sicherlich Gefühle jenseits des Normalen besaß, so duldete er keine Respektlosigkeit. Nicht an einem so wichtigen Tag.
      Und mit Feuer und Schwert kamen sie übers Meer
      Um mit Feuer und Schwert, uns zum Kreuze zu bekehren
      Doch wir waren Götter, wir waren Krieger
      Und wir haben uns gewehrt mit Feuer und Schwert
    • Cerelia
      - Adelicia -


      Cerelia empfand es als schade, dass sie sich die Komplimente sparen sollte. Anscheinend reagierte er allergisch darauf, was ihr umso mehr den Grund gab solche weiterhin an ihm zu verteilen. Vielleicht würde er an diese gewöhnen und würde ihr die Gelegenheit geben ihm näher zu kommen. Cerelia versuchte ihre eigene Emotionen zu schützen, damit diese nicht durch die harschen Worte und Töne von Athos gedämpft oder gar verletzt werden. Sie blieb positiv, wusste wieso Athos ihr gegenüber so verhielt. Auch wenn sein Verhalten alles andere als Respekt zeigte, konnte sie ihm nicht böse sein. Wie auch, wenn sie genau wusste wie sehr er unter seiner Familie litt. Es schmerzte ihr Herz nicht in der Lage zu sein, sein eigenes Herz besänftigen zu können. Diese war von zu vielen Narben übersäht, als dass sie mit ein paar Wörtern und Umarmungen verschwinden lassen konnte. Dass Athos so offensichtlich betonte wie sehr ihre Komplimente ihn anekelte, kam Cerelia nicht dazu seine Worte ernst zu nehmen, viel mehr machte es sie zum einen traurig aber auch amüsant zugleich, so gegensätzlich es sich auch anhören mag.
      Cerelia legte ihren Kopf leicht schief, als er das Wein erwähnte. Trank Adelicia? Sie hatte nie darauf geachtet, ob der Charakter übermäßig Alkohol trank, oder dies nur aus festlichen Verantwortung tat? Cerelia selbst trank ungern Alkohol, solange sie nicht süß waren. Bisher hatten ihr weder Bier, Spirituosen oder Wein geschmeckt. Sie hatte einmal einen süßen Cocktail getrunken, was ihr dann doch sehr geschmeckt hatte. Doch sie bezweifelte, dass ihr Traum ihr erlaubte den Alkohol richtig schmecken konnte. Es war erstaunlich genug die Menschen um sie herum so detailreich sehen zu können, dass es sich aufs Geschmack ausweitete, bezweifelte sie.
      Athos war so gütig und erklärte Cerelia ihr die Infos, die sie zu wissen brauchte. Zwei der aufgezählten Namen der adeligen Familien kamen ihr sehr vertraut vor. Die Familie der Protagonistin und die Familie von der arroganten Dame, die neidisch auf Adelicia war. Zwei Familien, die sie zu gerne meiden wollte. Doch wenn sie schon von ihnen träumte, sollte sie vielleicht die Chance ergreifen um zu sehen, wie der Verstand ihr die Charaktere vorstellen wird. Cerelia wusste nicht recht, was er von den Familien halten soll. Vorsichtig und dich Aufregung. Doch das Mädchen wusste nicht zu welchem Zeitpunkt in der Geschichte sie sich nun befand. Ließ ihr Gedächtnis sie so sehr im Stich, sodass sie sich nicht an solch ein Ereignis nicht erinnern konnte? Dass die vollständige Information nicht in den Sinn kam, ärgerte Cerelia. Was Cerelia jedoch nicht verstand, war die Rede. Sie konnte die Handlung von Adelicia nicht verstehen. Doch bevor sie sich darüber weitere Gedanken machen konnte, ertönte eine für sie empfundene derart laute und harsche Stimme hinter sie. Vor Schreck zuckte sie sichtlich zusammen und drehte sich um. Wen sie dann vor sich hatte, ließ ihre Augen in die Weite reißen. Überrascht hielt sie ihre Hände vor ihren Mund und starrte Ruairi an. Er stand vor ihr, so nah und real. Ihr Gehirn setzte aus, so kam es ihr jedenfalls vor. Sie wollte beinahe Ruairi anfassen, doch im letzten Moment konnte sie sich zurückhalten. Er war ein Stück größer als Adelicia gewesen und auch weitaus breiter, was Cerelia deutlich faszinierte. Ehe sie sich in ihrer Bewunderung verlieren konnte, fiel ihr ein, wieso der Herr solch einen Ton angenommen hatte. Cerelia fühlte sie so, als wäre sie im siebten Himmel, und dieses Gefühl wollte sie nicht verschwinden lassen, indem sich die zwei Herren in die Haare kriegten. Selbstverständlich nicht wortwörtlich, doch Cerelia schätze Athos nicht als jemand ein, der klein beigeben würde und alles vergessen wird. So versuchte Cerelia die Situation zu deeskalieren.
      So schüttelte Cerelia ihren Kopf und schenkte beiden ein Lächeln. „Nein, alles gut. Er hat mir schließlich nur meine Frage beantwortet und mich belehrt, war sich hätte wissen sollen. Athos war viel mehr eine Hilfe, also sei bitte nicht so streng“, bat Cerelia Ruairi, unwissend, ob ihre Annäherung klug gewesen ist, oder den gegensätzlichen Effekt erzielt hatte. Sie hoffte nur auf ein friedliches Miteinander, was wohl sich als schwierig erweisen kann, wenn sie drei sich trafen. Dass es nicht Adelicias Art war so zu handeln, gar so zu reden, war Cerelia selbst bewusst, doch sie wusste nicht wie sie hätte anders handeln sollen. Zumal es in ihren Augen keine Rolle spielte, ob sie die Rolle von Adelicia in ihrer Origonalform spielte oder nicht. Sie wollte ihre Freiheit in diesem Traum genießen.
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    • Ruairi/Athos

      Ruairi näherte sich schnellen Schrittes und kam leicht hinter seiner Ehefrau zum Stehen.
      Er schüttelte rigoros den Kopf, auch wenn sowohl Athos als auch er selbst einen Moment lang erstaunt inne hielten. Es war so gar nicht Adelicias Art, dem Konflikt kleinbei zu geben. Normalerweise wären die beiden Streithähne wie kämpfende Junghunde aufeinander losgegangen. Aber nichts dergleichen...Stattdessen versuchte sie aktiv, den Streit zu schlichten. Dabei sah sie ihn auch noch an wie einen sechsarmigen Dämon. Er nahm sich vor, seine Gemahlin beim Festessen zu dieser Neuerung ihres Verhaltens zu befragen.
      "Nein, es ist nicht gut", donnerte er und blickte seinen Sohn wütend an. "Ich dulde keine Respektlosigkeit an diesem Hof. Athos, du wirst dich entschuldigen!"
      Sein Sohn blickte ihn herausfordernd an. Für einen Moment lang glaubte der Vater, einen Schimmer von Tränen in den Augenrändern seines Sohnes zu sehen. Fehlanzeige, wie es sich zeigte. Stattdessen spuckte er aus und beschmutzte den edlen Teppich seines Schlafgemachs. Selbst der Rabe im Raum ließ seinen erschrockenen Schrei aus.
      "Eher beiße ich mir selbst in den Arsch! Warum soll ich mich bei Jemandem entschuldigen, der sich die ganze Zeit einen gequirlten Dreck für mich oder dich interessiert? Und du verteidigst sie auch noch! Bist du liebeskrank verblendet oder haben ihre Qualitäten im Boudoir endlich Genü - "
      Weiter kam er nicht.
      Ruairi überbrückte die fehlende Distanz zwischen den Kontrahenten mit drei schnellen Schritten und schlug seinem Sohn mit der flachen Hand ins Gesicht. Dessen Kopf schleuderte zu seiner rechten Seite und ließ ihn das Gleichgewicht verlieren und polternd gegen einen Schrank stolpern. Ein merkwürdiger, feuerroter Schimmer glitt über sein Gesicht, als seine Narbe wie Kristalle im GEgenlicht aufleuchtete. Das rechte Auge des Mannes verfärbte sich kurzzeitig in ein grelles und doch anziehendes goldenes Licht, ehe er sich wieder fing. Die Fratze der Wut blieb jedoch auf seinem Gesicht erhalten.
      "Wie kannst du es wagen...", flüsterte er, während Athos sich seine Schläfe rieb.
      Ein höhnisches Lachen entrang sich seiner Kehle.
      "Ich bin begeistert, Vater!", bellte Athos und wirkte beinahe irr in seiner Schreierei. "Endlich eine Gefühlsregung nach Jahren der Zurückhaltung und Einkehr in den Schwertkampf! Muss ja erfüllend sein, statt Gesprächen mit Menschen nur mit Raben oder Schwertern zu sprechen, nicht wahr?!"
      Er trat nun vollends in den Flur und drängte Ruairi dabei zurück.
      "Ich erfülle meine Pflichten vor den Familien. Ich lerne tagein tagaus. Ich habe weder Freunde noch Freude an meinem Leben und soll ich euch beiden etwas verraten?" Er beugte sich gespielt höhnisch vor. "Ich hasse diese Familie und wäre unendlich glüclich, kein verdammter Teil von ihr zu sein! Wenn ihr mich nun entschuldigt!"
      Mit einer raschen Drehung riss er die Tür zu seinem Gemach wieder zu und eine unirdische Stille herrschte im Flur, wähernd Ruairi - ungläubig und wütend - auf die Tür starrte .
      Und mit Feuer und Schwert kamen sie übers Meer
      Um mit Feuer und Schwert, uns zum Kreuze zu bekehren
      Doch wir waren Götter, wir waren Krieger
      Und wir haben uns gewehrt mit Feuer und Schwert
    • Cerelia
      - Adelicia -
      Cerelia hatte schon vornherein gewusst, dass Ruairi nicht von die Art der Sensibilität Gebrauch machte, doch für ihren Geschmack war er ihr doch etwas harsch. Sicherlich war Athos nicht respektvoll gewesen, derart Naivität besaß sie nicht in sich, um darüber hinwegschauen zu können, doch sie wusste, dass sie nicht Feuer mit Feuer kämpfen konnte. Der einzige Grund, wieso er ihr in solch einem Ausmaß respektlos behandelte, war Adelicias eigne Schuld. Athos war am Ende des Tages nur ein Kind, von Liebe und Wärme entzogen worden. Es würde Cerelia wohl mehr Sorgen bereiten, wenn er sie mit offenen Armen begrüßen würde. Ihr war durchaus bewusst, dass sie Athos Herz nicht mit wenigen netten Gesten und Worte die Vergangenheit wett machen konnte, doch irgendwo musste sie ansetzen. Das wünschte sie sich in ihrem Traum zumindest. Sie wünschte sich Athos Lächeln noch mitbekommen zu können. Doch Ruairi wollte ihr dies vermasseln. Denn anstatt ihr Versuch alles runterzuspielen und mehr oder weniger friedlich auseinander zu gehen, beharrte der Herr darauf, dass Athos sich entschuldigte. Cerelia bezweifelte, dass es Ruairi darum ging, dass Athos Aussagen hätte sie verletzen können, viel mehr um das Prinzip und Benehmen dieser Zeit. Auf eine Entschuldigung konnte Cerelia verzichten, daher verstand sie nicht so recht wieso Ruairi so sehr darauf beharrte. Doch ehe sie sich einmischen konnte und dem Herr klar zu stellen, dass es nicht nötig war, schien Athos regelrecht den zu explodieren.
      Geschockt und mit geweiteten Augen starrte sie Athos an. Auch wenn Cerelia wusste, dass sie all dies nicht selbst verursacht hatte und kein Hand in der Erziehung gehabt hatte, traf es sie doch in einer gewissen Weise. Auf der anderen Seite konnte sie ihm still im Gedanken nur zustimmen. Adelicia hatte sich nicht für beide interessiert. Anfänglich für Ruairi, doch als sie bemerkt hatte, dass sie seine Wärme und Zuneigung gewinnen konnte, hegte sie auch Hass ihm gegenüber. Doch der letzte Satz traf Cerelia viel mehr, als es hätte sollen. Es waren harte Worte gewesen, für solch einen jungen Mann, der doch so viel Hass in sich trug. Doch der Ausraster von Athos blieb nicht das Einzige, was sie schockieren ließ, sondern vielmehr die Wucht, die Athos zu spüren bekam. Scharf holte Cerelia Luft an und sah schockiert Athos an. Ihr Körper wollte sich bewegen, dem Jungen auf die Beine helfen und etwas zur Kühlung hernehmen, doch ihr Körper war wie versteinert. Ihre Muskel angespannt, ihr geweitete Augen starr auf Athos gerichtet. Beinahe vergaß sie die unerträgliche Enge des Korsetts nicht.
      Die Auseinandersetzung führte fort und je mehr Cerelia zu Ohren bekam, desto mehr Hitze spürte sie in ihrer Brust und nun auch das Brennen in ihren Augen. Auch wenn es ihr lieber gewesen wäre, wenn alles friedlich wie ein sachter Wind, alles zu lösen, so traf es auf Cerelia wie ein Schlag. Athos war an seine Familie gebunden und sobald er die Möglichkeit hatte zu fliehen, würde er dies sicherlich machen. Er wollte nicht hier sein, bezog keine Beziehung zu jeweiligen Elternteil und besaß in diesem großen Anwesen niemanden, dem er sich anvertrauen konnte. Cerelia sah in Athos sich selbst wieder, auch wenn es nur ein kleiner Teil war, doch dieser war wohl groß genug, um sie den Schmerz von Athos mit voller Wucht verspüren lassen zu können. Der laute Knall, der von der zugeschmissenen Tür kam, ließ sie aus ihrer Starre befreien. Cerelia hatte beinahe vergessen zu atmen. Ein tiefes Aufatmen, half ihr sich nicht in ihren eigenen Gedanken zu verlieren. Ihren Traum hatte sie sich anders vorgestellt.
      Als die schwere Stille eintrat, die Cerelia wieder zu ersticken drohte, wandte sie sich an Ruairi. Was sollte sie sagen? Sie befürchtete, dass sie mit falschen Worten auch ihn verärgern würde. Adelicia hatte auf keiner Weise das Recht in die Erziehung seitens Ruairi einzumischen. Doch sie wollte das loswerden, was an ihr nagte. "Das war zu viel gewesen", flüsterte sie, traute sich nicht in sein Gesicht zu blicken. "Es wäre besser, wenn du dich fertig machst und wir uns später bei der Ankunft der Familien sehen. Ich werde wohl nichts bei Athos erreichen können, aber ich werde versuchen das irgendwie gerade zu biegen", sagte sie weiterhin, während ihr Blick an der Tür kleben blieb. "Ich weiß nicht wie, aber ich werde gleich mit ihm etwas reden. Ich glaube ihr beide braucht etwas Luft", wandte sie sich nu direkt an Ruairi und sah ihn bittend an, dass er ihr nicht widersprach und auf nichts bestand. Ohne auf seine Antwort zu warten, wandte sie sich an die Bedienstete. "Bring etwas zum Kühlen mit und ein Tuch dazu." mit einem stummen Nicken eilte sie davon.
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    • Ruairi

      Ruairi blickte noch einen Moment lang starr auf die Tür zum Gemach seines Sohnes.
      Einen Moment lang nicht Herr seiner Sinne, fühlte er sich verloren in sich selbst. Dass sein Sohn, sein Fleisch und Blut, es derart auf die Spitze zu treiben vermochte, wühlte ihn innerlich nicht so sehr auf wie die Worte, die ihm noch immer durch den Kopf hallten.
      Hass auf die Familie...Kein Teil von ihr sein wollen...
      Mit einem Mal fühlte sich das Haupt, das eine Krone trug, noch schwerer an als es schon war. Auch wenn die sprichwörtliche Krone nicht einmal faktisch anwesend war. Er atmete lautstark aus und richtete seinen Blick zu seiner Ehefrau.
      Wahrlich, sie war eine Augenweide. Wann immer er sie ansah, spürte Ruairi die Kraft der Jugend aus ihren Augen blitzen. Sie besaß Stilsicherheit und Anmut, gleichsam eines scharfen Verstandes, der leider nur allzu oft ins Ich-Bezogene driftete. Vielleicht einer ihrer Fehler, aber sie war eine gute Herrscherin. Streng, aber hoheitsvoll, wenngleich sie etwas kalt erschien. Adelicia richtete Worte an ihn, die er wie in einer Luftblase zu hören vermochte. Mit einer kleinen Zeitverzögerung nickte er schließlich.
      "Du hast Recht, Liebes", murmelte er. Wann hatte er zuletzt einen Kosenamen für sie verwendet?
      Einen kurzen Moment lang hielt er inne und blickte sie dann erstaunt an. Hatte sie ihn gerade in seiner Erziehung beraten? Nicht, dass es ihn etwas anginge, die Gedanken seiner Frau zu hinterfragen, aber niemals zuvor hatte sie sich um die Erziehung des Jungen geschert. Und bot eine Lösung an?
      Ruairi öffnete seinen Mund und schloss ihn wieder. Das rötliche Glitzern in seinem Gesicht verschwand genauso schnell wie es aufgetaucht war und eine Entspannung legte sich über das bärtige Gesicht des Herrschers.
      Er nickte erneut.
      "Gut", resignierte er. "Bitte bringt euch beide nicht um. Ich brauche euch beide dort unten!"
      Anschließend nahm er kurz ihre Hand und simulierte einen Kuss auf dem Handrücken. Eine Gepflogenheit, die er sich angewohnt hatte, obgleich zwischen ihm und seiner Ehefrau keine derartige Intimität herrschte. Ohne ein weiteres Wort oder ein Zurückblicken wandte er sich ab und marschierte den Gang hinab, um das Foyer zu betreten.
      Gewand, Gardeschwert und Stirnreif. Alles in seinem Gemach, wie er vermutete. Möge der Kampf beginnen.

      Athos

      Athos lehnte sich frustriert über seinen Sekretär und blickte auf einen Brief, den er vermutlich im Suff zu schreiben begonnen hatte.
      Seine linke Hand fuhr über das Schriftstück auf dem groben Holz, während er sich eine Träne aus dem Augenwinkel wischte. Dieser verfluchte Erzeuger und seine Mätresse. Immer wieder stachen sie ihm ins Herz und erwarteten auch noch, dass er mit freudigem Lachen das Land übernahm. Ein Herrscher war. Was war denn ein Herrscher ohne Freunde und Erfahrung? Tagein tagaus lernte er und wurde von hochkarätigen Magistern geschult.Er konnte vier Sprachen, beherrschte die Rhetorik, vermochte die Kunst des Schwertkampfes zu beherrschen. Aber Nähe...Liebe...Zuneigung...All diese waren Fremdworte für den jungen Prinzen, der jetzt geräuschvoll seine Nase hochzog und das Schreiben zum achten Mal las.
      Unfug hatte sich aus den Schatten gelöst und landete neben ihm auf dem Tisch.
      "Das ging zu weit!", krächzte er. "Du hast sie beleidigt."
      "Sie verdient es nicht anders, dieses egozentrische Miststück!"
      "Mii, mii und mii, Athos. Akzeptiere, dass sie die Geliebte deines Vaters ist."
      "Liebe? Vater würde nicht mal die Liebe kennen, wenn man sie ihm buchstabieren würde. Er heiratet sie aus irgendwelchen fadenscheinigen Gründen und jetzt geiert sie selbst mehr nach Herrschaft als er selbst. Ekelhaft, das Ganze. Man sollte das alles hier niederbrennen...Einfach abfackeln und ein neues Schloss auf den Trümmern des Alten bauen, als Mahnmal für die Welt."
      "Athos!", krähte der Rabe und wurde lauter in seinem Geschnatter, gleich ob man ihn draußen hören konnte. "Das zu sagen ist mehr als gefährlich, das weißt du! Das ist Hochverrat!"
      Athos zuckte die Schultern.
      "Was kümmerts mich? Ich soll doch ohnehin nur herrschen. Wie ich herrsche, das steht auf einem anderen Blatt, mein Freund!"
      Und mit Feuer und Schwert kamen sie übers Meer
      Um mit Feuer und Schwert, uns zum Kreuze zu bekehren
      Doch wir waren Götter, wir waren Krieger
      Und wir haben uns gewehrt mit Feuer und Schwert
    • Cerelia
      - Adelicia -

      Cerelia befürchtete, dass sie eine gewisse Linie, die nicht aufgezeichnet aber dennoch in ihrer Beziehung herrschte, überschritten hatte, nachdem sie ihm vorgeschlagen hatte was das beste wäre. Cerelia wusste, dass Adelicia nicht immer die richtigen Entscheidungen traf, sicherlich nicht wenn es um familiäre Bindungen ging, doch Cerelia wusste nicht was sie hätte sonst tun sollen. Ihr tat es im Herzen weh Athos so zu sehen, ihr Gewissen würde an ihr endlos nagen, dass sie sich nicht um ihn gekümmert hat. Zu ihrer großen Überraschung jedoch stimmte er ihr zu, doch das war nicht das, was sie kurz erstaunen ließ, sondern wohl eher den Kosenamen, den Cerelia so im manhwa nie gelesen hatte. Ihr Herz schlug höher und sie musste sich selbst gestehen, dass sie ein gewisses Gefühl von Stolz verspürte. Ihre Handlung hatte ihn zum Glück weder verärgert oder Misstrauen geweckt. Vielleicht lehnte Cerelia sich zu sehr damit aus dem Fentser, jedoch sie hatte das Gefühl, dass Ruairi die Situation viel mehr mitnahm, als er es nach außen trug. Da kam ihr wieder den Fluch in den Sinn und reimte sich damit eine eigene Erklärung zusammen. Cerelia fiel keinen anderen Grund ein wieso er sich sonst so verhielt.
      Cerelia lachte leise, als er sie darum bat sich nicht gegenseitig umzubringen. „Mach dir keine Sorgen“, versuchte sie ihn etwas zu beruhigen und sah ihm lächelnd hinterher. Nebenbei bemerkte sie wie die Wärme in ihre Wangen geschossen war.
      Nachdem er aus ihrem Blickfeld verschwand, starrte sie wieder die Tür an. Mit jeder vergangenen Sekunde schien ihr Verstand nachgeholt zu haben. Als hätte sie die ganze Zeit ihre Muskeln angespannt, fühlte sie sich nun erschöpft und setzte sich auf den Boden. Seufzend legte sie ihren Kopf in den Nacken und lehnte sich an die Tür. Sie erlaubte sich für wenige Sekunden ihre Augen zu schließen. Sie hatte sich als Traum etwas anderes gehofft. Ein schöner Traum und nicht solch ein Turbulentes, wo innerhalb einer Stunde die Fetzen flogen. Sie fragte sich wann sie wohl aus dem Traum erwachen wird. Cerelia konnte in der weiten Ferne leise das Treiben der Angestellten hören, in diesem Flur war es stattdessen gespenstig ruhig. Die Ruhe, die Cerelia nur allzu gut kannte, erdrückte sie beinahe. Es war schlichtweg einfach zu viel auf einmal passiert, doch was ihr besonders in Erinnerung blieb, waren die Gesichtsausdrücke der beiden Herren. Es war fürchterlich welch Auswirkung Adelicias Handlung im manhwa gehabt hatte. Cerelia würde sogar soweit gehen und behaupten, dass Adelicia ein Grund war wieso beide den Tod gefunden hatten.
      Doch bevor Cerelia sich im Strudel aus Gedanken verlieren konnte, hörte sie die Schritte einer Bedienstete. Sie öffnete ihre Augen und blickte zur Seite. Man hatte ihr einen Eimer gebracht und einen Tuch. Cerelia hielt einen Finger gegen ihre Lippen, stand auf und nahm den Eimer an sich. „Ich kümmere ich mich darum“, flüsterte sie Flora zu und nickte. Ohne ein Wort zu verlieren verbeugte sich Flora vor ihr und verschwand ebenso. Nun mit einem Eimer in den Händen, der sich kühl anfühlte, stand sie weiterhin vor Athos Zimmer. Was sollte sie ihm sagen? Sicherlich würde er ihre Hilfe nicht annehmen, doch die ganze Sache so stehen zu lassen, würde ihr Gewissen ihr nicht erlauben. „Alles oder nichts“, murmelte sie und klopfte an der Tür. Nicht viel nachdenken, einfach sagen, dachte sie sich noch ehe sie ihren Mund öffnete. „Athos…Es tut mir leid, es war nicht meine Ansicht dass das passiert ist. Das Verhalten deines Vaters ist nicht zu entschuldigen, aber… bitte sei nicht so sauer auf ihn, in Ordnung?“ Cerelia kam sich albernd vor. Sie wusste selbst nicht so recht was sie vor sich hin faselte. „Ich sage nicht, dass du ihm verzeihen sollst, sondern…“ Sie seufzte, sie redete nur im Kreis. „Ich weiß, dass du mich dir nicht helfen lassen wirst, daher werde ich den Eimer hier vor der Tür lassen. Das Wasser ist kalt, um genügend zu kühlen. Ein Tuch um hineinzutunken, ist auch dabei. Du musst nicht pünktlich erscheinen, komm wann es dir passt und dir besser geht. Ich werde mit deinem Vater reden, also mach dir da keine Sorgen“, sprach sie laut genug weiter, sodass er sie von der anderen Seite hören konnte. Ob er ihre Worte ignorieren wird oder nicht, war allein seine Entscheidung, doch sie hatte das Beste getan. So wie es ihr die Situation jedenfalls erlaubte. Sie wartete ein paar Sekunden, ehe sie den Eimer auf den Boden stellte, das Tuch daneben legte und sich von der Tür wandte.
      Auf den Weg zu ihrem Gemach, fing sie an zu überlegen. Im Gedanken verloren, zwirbelte sie eine Strähne um ihren Finger. Sicherlich wird Ruairi es Athos nicht schwer nehmen, wenn er nich pünktlich zur Begrüßung erscheinen wird. Im schlimmsten Fall müsste Cerelia ihm vorenthalten wieso es zu solch einer Verspätung gekommen war, was sie ihm eigentlich nicht antun wollte. In ihrem Zimmer gelangt, setzte sie sich vor ihrem Spiegel. Am liebsten würde sie gar nicht im Saal erscheinen wollen. Sie war mit den Nerven am Ende.
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    • Athos

      Athos lehnte noch immer am Sekretär, als es erneut an der Tür klopfte. Sein Blick huschte zu eben jener und langsam ging er auf die Tür zu. Er vernahm die Stimme seiner Stiefmutter und musste sich ein Lachen verkneifen. Die Albernheit ihrer Worte amüsierte den jungen Mann, der wie ein Verdurstener im Zimmer stand und die Schultern hängen ließ. Kühlung. Dass er nicht lachte. Er bedurfte keiner Kühlung. Er sehnte sich nach Wärme, Zuneigung, Liebe. Das, was einem Menschen niemals verwehrt bleiben sollte. Etwas, das selbstverständlich sein sollte.
      Beinahe übermannte es Athos, die Tür zu ergreifen und sie aufzureißen. Doch was dann? Würde er ihr diesmal endlich das zurückzahlen, was sie ihm angetan hatte? Oder würde sein Vater wieder eingreifen wie der schäbige weiße Ritter, den er der Welt vorgaukelte. Er verzichtete auf den Eimer und wandte sich ab, bis er die Schritte auf dem Flur hörte.
      Eilig riss er die Tür auf und zog den Eimer mit dem Wasser hinein. Es war wie sie gesagt hatte. Das Tuch glitt leicht ins Wasser und sog sich voll. Die Kühle tat der geschundenen Haut auf seiner Wange wohl. Ein eisiger Schauer durchfuhr ihn und mit einem Mal vergaß er die Wut, die sein HErz so entflammte.
      Dennoch. Ein letztes musste getan werden.
      Er schritt zum Tisch und nahm eine betintete Feder und nahm sich seinen Brief vor. Mit schwungvoller Schrift fand sich alsbald anstelle einer Signatur ein "ich bin der Eure!" wieder.
      Behutsam rollte er den Brief zusammen und reichte ihn Unfug.
      "Bring das zu Ihm!"
      Unfug schüttelte seinen Federkopf. "Du weißt, das ist Hochverrat! Dein Vater würde mich..."
      "Mein Vater würde dich keinesfalls anfassen, mein Freund. Aber ich wiederum...", begann er und trat an den Vogel heran. "Verspreche dir, dass ich dich eigenhändig auf einen Pfahl spieße und zum Frühstück verspeise, wenn dieser Brief nicht bei seinem Empfänger landet. Haben wir uns verstanden?"
      Kurzzeitig flackerte ein grellrotes Licht durch die Augen des jungen Mannes und dem Raben erschien es, als sähe er Hörner auf der Stirn des Sohnes. Ein jämmerliches Krächzen später nahm er den Brief in die Klaue und machte sich auf.
      Athos blickte dem Vogel noch eine Weile zufrieden hinterher, ehe auch er sich für den Ball bereit machte.
      Und mit Feuer und Schwert kamen sie übers Meer
      Um mit Feuer und Schwert, uns zum Kreuze zu bekehren
      Doch wir waren Götter, wir waren Krieger
      Und wir haben uns gewehrt mit Feuer und Schwert
    • Cerelia
      - Adelicia -


      Wie lange sie sich schon gedankenverloren im Spiegel angesehen hatte? Man möge meinen, dass sie ihr Aussehen selbst bewunderte und sich selbst im Gedanken Komplimente zusprach, doch in Cerelias Kopf schwirrten keine Komplimente durcheinander. Vielmehr war sie damit beschäftigt das vorherige Geschehen auf irgendeine Weise, mit der sie zurecht kommen konnte, zu verarbeiten. Es war nicht einfach von all dem Geschehen sich zu distanzieren, wenn solch ein markantes Gesicht einen zurück anstarrte. Auch wenn sie den Blick vom Spiegel wandte, traf diese Pracht im Zimmer ebenso faszinierend wie dieses Gesicht. Am liebsten würden Cerelia sich auf dem Bett werfen, die Decke anstarren und den Traum in dem Zustand vergehen lassen, doch sie erinnerte sich an die Mühe Floras. Es wäre zu schade, wenn sie die Bemühungen der Bediensteten aufgrund der Gemütlichkeit missachten würde. Daher blieb Cerelia weiterhin vor dem Spiegel sitzen. Mit jeder verstrichene Sekunde war Cerelia über den Traum verwundert. Meist wachte sie im Krankenbett auf und erinnerte sich an den Traum, manche mehr lebhaft als die andere, manch realistische als der Rest. Doch in solch eine Länge zu träumen war ihr bisher befremdlich und doch spannend zugleich. Cerelia wünschte sich ein weit entferntes Ende, doch ihr kam das Leid dieser Familie wieder in den Sinn. Wäre es egoistisch und verwerflich, wenn sie sich wünschte weiterhin in Athos und Ruairis Nähe sein zu wollen, trotz dem erlangendem Wissen wie es um die Charaktere stand? Cerelia seufzte. Um nicht weiterhin in ihren kreisenden Gedanken zu verlieren, stand sie abrupt auf.
      Auch wenn sie das Zimmer einer Inspektion unterzogen hatte, nahm sie sich weiterhin die Zeit die Möbelstücke in ihrer Pracht zu bewundern. Währenddessen bewegte sie sich viel und wagte sich einige absurde Übungen zu vollbringen, die sie so im Krankenhaus nicht vollenden konnte und durfte. Es war ein befreiendes Gefühl seinen Körper so bewegen zu können, wie man es sich wünschte, ohne vor Schmerz innezuhalten. Solch banale Dinge, die einer für selbstverständlich hielt, war für Cerelia eine wundersame Kost, wie das Wasser für einen Durstenden in einer Wüste. So hörte Cerelia nicht mit dem Laufen auf, hatte jedoch schon früh ihre Schuhe ausgezogen, da diese unangenehm wurden. So lief sie nun barfuß im Zimmer herum, setzte sich jedoch schlussendlich auf ihr Bett hin und ließ ihre Beine baumeln. Wenn es nach Cerelia gehen würde, würde sie das Anwesen erkundigen, doch zu ihrem Leid geschah heute ein Fest, weswegen ein reges Trudeln in jeder Ecke unvermeidlich war. Doch je länger sie hier saß, desto langweiliger wurde es ihr, bis sie dieses Nichts-Tun nicht mehr aushalten konnte. Wenn sie die Möglichkeit hatte sich frei zu bewegen, ohne an ihrem Bett gebunden zu sein, dann wollte sie dies in voller Gänze ausnutzen.
      So sprang sie vom Bett runter, nahm sich die Schuhe in die Hände und steckte ihren Kopf aus dem Zimmer. Sie sollte noch etwas Zeit haben, bevor sie erscheinen muss, oder? Als wäre Cerelia auf geheime Mission, ging sie auf Zehenspitzen den Gang runter. Die Zimmern, an denen sie vorbei lief, öffnete sie vorsichtig die Türen und linste herein. Es waren Zimmern, für die sie keine genauere Nutzung zuordnen konnte, doch sie hatte schon vorher gelernt, dass es nicht unüblich war, dass man mehr Zimmer besaß, als es unbedingt nötig war. „Etwas essen würde ich schon gerne“, murmelte sie zu sich selbst und lief eine Treppe hinunter. Ob sie hier etwas zum Essen finden wird? In der Küche zu erscheinen, wäre wohl keine gute Idee. Am Ende würde sie nur alle stören und für Unruhe sorgen, was heute ein schlechter Zeitpunkt dafür wäre. Doch ob sie in einem anderen Zimmer etwas finden wird?
      In einem weiteren Flur öffnete sie die erst beste Tür. Ob sie in ein der Zimmer etwas zum Essen finden wird? Sicherlich als Dekoration gedacht, oder? Ob Cerelia mit diesem Korsett etwas verdauen könnte? Wenn sie sich richtig erinnerte, konnten die Korsette die Knochenstruktur verändern. Zu ihrem Glück trug sie das nur im Traum, denn solch ein Stück würde sie nicht mehr freiwillig anziehen, nachdem sie nun wusste wie sehr einem die Luft dadurch abgeschnürt wurde.
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    • Ruairi

      Das Fest hielt das Herrenhaus in Atem.
      Alsbald würden die ersten Gäste eintreffen. Ruairi vermutete die Familie Collons als eine der Ersten, da sich das Oberhaupt, Egilmar Collons, keinen Branntwein der Welt entgehen ließ. Er wanderte durch das Herrenhaus und die Flure entlang und dachte darüber nach, wie er mit Adelicias neuen Verhaltensmustern umgehen sollte. Bisher war ihre Sprache und ihre Gedanken nicht von Liebe und Zuneigung erfüllt gewesen und auf einmal spürte er dies aus jedem ihrer Worte eben dieses überquellen. Als habe sie sich über Nacht eines Sinneswandels hingegeben.
      Noch nachdenklich strich er durch den Nordflur und betrat das große Foyer des Hauses, dessen Treppenende in die große Halle mündete. Wetvolle Teppiche lagen auf dem blanken Steinboden und die Porträts seiner Vorfahren hingen an den geschmückten Wänden. Man hatte große Tafeln in den Raum geschoben und diese bereits reich mit eisernem Besteck und kunstvollem Porzellan aus dem Westen bestückt. drei große Feuer brannten in der Halle und tauchten diese in eine wohlige Wärme. Ruairi ließ sich auf einem der Holzstühle nieder und betrachtete den Saal.
      Im Geiste hörte er bereits die Musik, die die Barden spielen würden. Die Fideln, Flöten und Lautenklänge, welche den Raum erfüllen und die Menschen zum Tanzen animieren würden. Das war sein liebster Teil der Herrschaft. Die Tatsache, Menschen sehen zu können. Mit ihnen reden zu können.
      Zwei Diener betraten den Raum schnatternd und hielten inne, als sie ihren Herrn sahen.
      "Herr! Wir wussten nicht..."
      "Alles in Ordnung, Hyld", sagte Ruairi und lächelte sanft. "Tut Euer Werk, ich sitze nur hier und fröne einem Moment lang der Ruhe vor dem Sturm."
      "Sehr wohl, Herr."
      Einen Moment lang sah er noch zu den Wandteppichen und Gemälden, ehe sich sein Magen meldete.
      "Eine Frage: Hättet Ihr wohl einen kleinen Imbiss, ehe die große Meute anreist?"; fragte er schließlich augenzwinkernd.
      Die Diener verwiesen ihn stumm in Richtung Küche. Er ließ es sich nicht zweimal sagen und machte sich auf den Weg in die Kellergewölbe, wo man die Küche erbaut hatte. Hoffentlich wurde dort schon aufgetragen...
      Und mit Feuer und Schwert kamen sie übers Meer
      Um mit Feuer und Schwert, uns zum Kreuze zu bekehren
      Doch wir waren Götter, wir waren Krieger
      Und wir haben uns gewehrt mit Feuer und Schwert
    • Cerelia
      - Adelicia -


      Cerelia war beinahe verzweifelt am Suchen. „Ich habe solch einen Hunger“, stöhnte sie leidend, während sie den Gang weite runterlief. Mittlerweile wusste die Schwarzhaarige nicht mehr wo sie sich im Anwesend befand. Sie mag zwar die Möbel und grobe Strukturen im manhwa gesehen zu haben, doch verständlicherweise wurde die ganze Struktur nicht porträtiert, da diese nicht ausschlaggebend für die Geschichte gewesen ist. Doch erstaunlich war es, wie ihr Verstand sich all dies zusammengereimt hatte. Sie war von sich selbst beeindruckt. Doch das Knurren ihres Magens, welches so schrecklich laut in diesem Gang anhörte, lenkte ihre Aufmerksamkeit auf dringendere Angelegenheiten. Doch egal wie lange sie suchte, sie wurde nicht fündig. So kam es schlussendlich dazu, dass sie sich nach einer Bediensteten suchte, die sich mit der Struktur dieses Ortes auskannte. Cerelia entschied sich in den Mittelpunkt des heutiges Geschehens zu begeben, wo sie der Meinung war, dass es sich dort abspielen wird. Cerelia hatte das Talent sich sowohl zu verlaufen, aber auch zufälligerweise die Orte zu finden, die sie aufsuchen wollte. Sie ließ sich von ihrem Bauchgefühl und bisschen Verstand leiten, sodass sie in den meisten Fällen den Ort fand, an dem sie ankommen wollte.
      So auch diesmal versuchte ihr Glück und schlug die Richtung ein, in der sie glaubte jemanden finden zu können und so wie der Zufall es wollte, kam sie jemanden entgegen. Schnell zog sie sich die Schuhe an. Das Barfußgehen hatte ihr gut getan. Cerelia bezweifelte, dass in ihrem Traum die Pflaster existierten, die einem beim Gehen mit hohen Schuhen erleichterten. Vor der Bedienstete hielte sie diese an und fragte, ob es eine Möglichkeit gäbe, in der sie kurz etwas zu sich nehmen konnte. „Aber am besten unauffällig, ihr alle seid hoch beschäftigt, da möchte ich euch nicht stören.“ Sie fing an zu überlegen. „Könnt Ihr mich in die Küche führen?“, fragte Cerelia sie schlussendlich, als die Bedienstete sich nicht zu entscheiden wusste. „Bitte, meine Herrin, ich Bein Euer nicht würdig, daher bitte sprecht mich an, wie Ihr das mit einer Bedienstete tut.“ Cerelia verstand für einen Moment nicht, was man ihr mitteilen wollte. Erst nachdem wenige Momente verstrichen sind, verstand sie. „Gut, dann bringt mich zur Küche.“ Es war ihr unangenehm, doch wohl nicht zu umgehen, wenn solch ein Wunsch ausdrücklich ausgesprochen wurde. Mit einem Nicken drehte sie sich um und führte sie zum unteren Teil des Gebäude. Je näher sie der Küche kam, desto stärker wurde der leckere Geruch, der die Luft erfüllte. Nun verspürte sie ihren Hunger deutlicher und konnte es kaum erwarte etwas essen zu können. Als die Bedienstete durch eine Tür trat, von wo auch Cerelia reges Treiben hören konnte, steckte sie nur ihren Kopf durch die Tür. Jeder schön beschäftigt zu sein. Männer und Frauen liefen hektisch hin und her. Die einen ließen die Teller glänzen, andere schmückten die fertige Gerichte und wiederum andere waren am Rühren. Man schien ihre Anwesenheit kaum zu bemerken, wofür sie dankbar war. Beim genaueren Hinblicken bemerkte sie jemand, mit dem sie keineswegs gerechnet hatte. Ruairi. Nun da sie ihn hier sah, abseits der Konfrontation mit Athos, hatte sie nun auch mehr Zeit ihn zu bewundern. Sie ließ ihren Blick über jede Kleinigkeit schweifen, die ihr in den Blick fielen. Es war beinahe surreal wie lebendig er dort atmete.
      Cerelia würde liebend gern ihre Zeit nehmen, um Ruairi weiterhin zu betrachten, als würde sie es bei einem Gemälde machen, doch die Bedienstete, die sie hierher geführt hatte, kam zu ihr zurück und führte sie tiefer in den Raum. So kam es dazu, dass sie ins Blickfeld von Ruairi fiel. Etwas peinlich berührt lächelte sie ihn an. „Was ein Zufall. Auch für eine Kleinigkeit hier?“ Cerelia setzte sich auf einen Stuhl hin, den man ihr gab, abseits des Geschehens. Sie hielt sich hungrig den Magen, als sie das schmackhafte Essen in der Küche sah.
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    • Ruairi

      Der Gang in die Küche fiel ihm am Leichtesten an diesem Tag.
      Die Luft wurde vom Geruch der Speisen erfüllt und die Köche huschten schlimmer umher als ein aufgescheuchter Bienenschwarm. Von überall her wurden Teller und Schüssel aus feinstem Porzellan heran gebracht und rasch befüllt, sodass man das Gefühl bekam, man habe es mit Göttern oder Gespenstern zu tun, welche die Speisen auftrugen. Alsbald wurden sie zum Warmhalten in den dafür eigens gebauten Ofen geschoben und dieser mit Feuer angeschürt, sodass man die Speisen noch heiß genießen konnte.
      Erstaunlich, dachte Ruairi bei sich, was die heutige Zeit alles mit sich brachte.
      Gerade als er den heißen Raum betrat, hielten die Köche und die Küchenjungen inne und blickten ihn erstaunt an. Dann schlich sich ein wissendes Lächeln auf die oberste Köchin. Ihr Name war Mathilda und sie kannte Ruairi bereits seit Kindesalter. Sie wusste um seine einzige bekannte Schwäche, die er der Welt offenbarte: Süßigkeiten.
      Und eine reichhaltige Auswahl an Nachspeisen stand bereits auf einem kleinen Tisch abseits der Hauptküche bereit. Er fuhr sich mit den Fingern durch den Bart und grinste schelmisch, ehe er nach dem ersten Stück Kuchen langen wollte.
      Gerade, als Adelicia die Küche betrat, klopfte ihm Mathilda mit dem Schanklöffel auf die ausgestreckten Finger und gab einen zischenden Laut von sich.
      "Also wirklich, Herr!", schimpfte sie lachend, während Ruairi einen Kuchen an ihrem wachsamen Blick hinter dem Rücken verschwinden ließ.
      Ruairi lachte laut auf und wunderte sich selbst darüber, dass es so glockenhell und jungenhaft klang. Und das für sein Alter. Während Mathilde fingerschwenkend an ihm vorbei marschierte, biss er gerade herzhaft in den geretteten Kuchen, als Adelicia ihn ansprach.
      Freilich geschah dies immer nur dann, wenn man gerade selbst den Mund schlimmer vollgeladen hatte als ein Sandwurm in einem schweren Erdhügel.
      Er wandte sich zu Adelicia um, die wie immer eine Augenweide war. Ihre Schönheit lähmte einen Moment seine Kaumuskeln, sodass er sie anstarrte wie ein Backenhörnchen.
      "Oh, Fu auff 'ier?", fragte er als er seine Fassung, aber nicht seine Manieren wiederfand.
      Und mit Feuer und Schwert kamen sie übers Meer
      Um mit Feuer und Schwert, uns zum Kreuze zu bekehren
      Doch wir waren Götter, wir waren Krieger
      Und wir haben uns gewehrt mit Feuer und Schwert