Help me to survive [Lu-Chan & NicolasDarkwood]

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    • Help me to survive [Lu-Chan & NicolasDarkwood]

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      Hailey Theresia Johnsons

      Mit zittrigen Beinen saß sie in dem kleinen Wartezimmer auf der Wache, den Brief in ihren Händen, der schon so oft gefaltet wurde, dass das Blatt wirklich mitgenommen aussah. Wie er sie finden konnte wusste sie nicht, wie er wirklich wissen wollte, wie sie nach all den Jahren hieß und aussah wusste sie nicht und es machte ihr so viel Angst, dass sie sich nicht einmal mehr vorstellen konnte heute nach Hause zu gehen. Was, wenn er die Tür aufmachen wird? Wenn er lautlos rein kommt, wie damals in ihrem Haus, Mitten im Wald? Er sollte sie damals schon nicht finden und jetzt.. Jetzt tat er es schon wieder. Er würde sie holen kommen, hatte er ihr in dem Brief versprochen, würde ihr das zurück geben, was sie ihm damals angetan hatte, er wollte Rache..
      Hailey schluckte schwer, wenn sie nur daran dachte, dass sie womöglich gleich wieder nach Hause musste. Der ältere Herr am Empfang, bei welchem sie sich angemeldet hatte hatte sie schon merkwürdig angesehen, es war ein Drohbrief, ja, aber eigentlich kein Grund, um jetzt sofort so durchzudrehen, meinte er jedenfalls. Hailey sollte nicht durchdrehen? Sie war damals nur ganz knapp einem brutalen Serienmörder entkommen, wie sollte sie jetzt nicht durchdrehen? Nun, dem jungen Mädchen von damals glich sie in keiner Weise mehr, ihre Haare waren anders, ihr Gesicht ist erwachsener geworden und von dem jungen Mädchen ist nichts mehr übrig geblieben, bis auf das, was in ihrem Inneren zu finden war. Noch immer verfolgte er sie in ihren Alpträumen, diese scheußliche Maske, sein großes Metzgermesser..
      Die Brünette seufzte und lehnte ihren Kopf nach hinten an, um für einen Moment ihre Augen zu schließen. Sie konnte jetzt nicht einfach so verraten, wer sie war, denn Brooke Mansion gab es nicht mehr, lediglich Hailey Johnsons, außerdem würde es alles riskieren, sollte sie wirklich aussagen, wer sie hier war. Nicht umsonst lebte sie auf der anderen Seite des Landes, nicht umsonst war der Abstand zu dem Haus von damals so riesig und nicht umsonst nutzte sie keinerlei Social Media. Ob es vielleicht ein schlechter Scherz gewesen ist? Dessen war sie sich nicht sicher, denn woher sollte jemand anderes außer ihrer Adoptiveltern wissen, wer sie war? Warum vor allem ausgerechnet jetzt, nachdem er entkommen ist? Wie kann man nur einem solchen Straftäter helfen, aus der Anstalt zu fliehen? Christopher Rileys hatte schon damals Rache geschworen, warum sollte es nicht er jetzt sein, der ihr einen Brief in den Briefkasten warf? Vor allem selbst einwarf... Der Umschlag war nicht beschriftet gewesen, er wusste also, wo sie wohnte.. Ob er sie schon länger beobachtete?
      Hailey öffnete wieder ihre Augen und nahm den Kopf runter, sie wollte sich nicht ausmalen, wie lange er schon weiß, wer sie wirklich ist. Ihre Augen blickten sich um und landeten bei dem älteren Herren hinter der Glasscheibe, der sie hier hin gesetzt hatte, damit sie warten konnte, bis sich jemand ihrer Sache widmen wird. Er beobachtete sie.. Vermutlich nahm er an, sie sei gestört, aber dieser Brief.. Dieser verdammte Brief in ihrer Hand, der sagte doch schon alles!
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Lucy-chan ()

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      Empfangspolizist (Willian T. Jones)

      Jones bezeichnete sich selbst als guten Polizisten. Vierzig Jahre Dienst im PD hatten ihn abgehärtet und abstumpfen lassen gegenüber menschlichen Animositäten. Jeden Morgen um sechs Uhr wurde das Weckerklingeln abgeschaltet, der Bart mit dem immergleichen alten Rasiermesser rassiert und jeden Tag dasselbe Aftershave aufgetragen. Die Uniform saß auch wie eh und je akkurat an ihrem Platz (auch wenn er zugeben musste, dass sie um den Bauch leicht spannte). Also verstand er es umso weniger, wenn man seine morgendliche Routine - dem genüsslichen Essen des klischeehaften Donuts und dem ebenso genüsslichen Schlürfen an einer Tasse schlechtem Kalk-Kaffee-Gemisch - störe. Und das auch noch wegen einem 08/15-Drohbrief, wie sie in der New Yorker Bronx jeden Tag abgegeben wurden. 'Ich komme dich holen'. Er schmunzelte leicht, während er den Kontaktbogen für die junge (und zugegeben: überaus attraktive) Frau ausfüllte. Es gab sicherlich BEdrohungen, die ernst zu nehmen waren, aber diese... Nun ja, er wusste es nicht. Seine Hände wanderten über die Tasten des Computers und innerlich drohte er bereits dem Erstbesten, der durch diese Tür kam und ihn erneut ärgerte. Seine Routine war heilig. Wie in Indien die Kühe. Also wirklich!
      Als er den Bogen absenden wollte, blickte er kurz auf das Formular und verzog das Gesicht. Scarborough...Ausgerechnet der depressive Paradiesvogel des PDs, dessen Besuche in diversen unethischen Etablissements bereits mehr als einmal Thema in der Sitzung der Polizeiräte war.
      Jones ergriff seufzend das nebenstehende Telefon und wählte die Kurzwahl von Nates Schreibtisch. Freilich war dieses Telefon umgeleitet auf ein Mobiltelefon. Also war er wieder...
      "Scarborough?"


      Nate Scarborough

      Die Sonne weckte ihn aus traumlosem Schlaf.
      Ein Schimmer im Halbdunkel, das den Vorhang seiner Dunkelheit zeriss und das kleine, abewrackte Zimmer mit einem erbärmlich grauen Licht flutete. New Yorker Licht eben, dachte er. Hier war selbst der Himmel grauer als anderswo. Der American Dream, Baby. Nathaniel Scarborough erhob sich schwerfällig aus den stinkenden Laken, die um ihn gewickelt waren und ignorierte das dauerhafte Vibrieren seines Telefons, das auf einem schäbigen Nachttisch lag. Eigentlich war alles an diesem Zimmer schäbig. Keine Tapete hing mehr gerade an der Wand, der Schimmel brach durch die Wandfarben und die Holzmöbel gaben komische Gerüche von sich. Aber was erwartete er auch von einem Haus namens "Le Belle Coque". Zumal dies nicht mal gutes Französisch war.
      Er blickte zur Seite und sah in das Gesicht seiner nächtlichen Gesellschaft. Ihr Name war Claudette oder Clauthilde oder Marie oder...Ach, was wusste der Teufel. Nate kannte sie als Marya Mills, geboren in New York und vermutlich ewige Bordsteinschwalbe, wenn sie keinen Jackpot gewann.
      Sie lag auf der Seite, den Kopf auf den Ellbogen gestützt und grinste, das braune Haar verspielt im Gesicht. NAtürlich war sie nackt. Warum war Marya immer nackt?
      "Na, Großer? Lust auf eine Runde?"
      "Lass den Scheiß", knurrte er und griff nach dem Telefon. Jones. Dieser alte Sack. Anschließend flog eine Zigarette in seinen Mund.
      "Ich verstehe es nicht, Nate", kommentierte Marya und schlang die Decke um sich. "Beinahe jeden Abend kommst du her und buchst eine von uns. Aber anstatt mit uns zu schlafen oder zumindest irgend etwas an dir machen zu lassen, willst du nur reden und schlafen...Was zum Teufel ist falsch mit dir? Bin ich nicht hübsch genug?"
      Scheiße, sie war hübsch. Aber hübsch waren auch Ahornbäume, wenn er es genau betrachtete.
      "Du bist hübsch, Liebes. Ich kann einfach nicht gut alleine schlafen. So ist es eben. Und jetzt zieh dir deinen hübschen Kopf aus dem Hintern und lass Papa telefonieren, ja?"
      In einer fließenden Bewegung hielt er sich das Telefon ans Ohr.
      "WAS??"

      Etwa eine Dreiviertelstunde später erschien Nate auf der Wache.
      Das zerknitterte weiße Hemd wies noch einen Kaffeefleck vom Vortag auf, die Hose saß zwar an Ort und Stelle, dafür erschien die blaue Krawatte mehr als unpassend mit der "Gott Hasst Dich" - Aufschrift. Eine Rasur hätte ihm gut getan, aber wo kein Rasierer war, durfte niemand meckern. So kratzte er sich genüsslich am behaarten Kinn und fuhr sich mit der rechten durch die grau melierten Haare, die ihm ins Gesicht hingen. Das musste als Frisur herhalten als er an die Glasscheibe trat.
      "Oi, Jonesy, alter Knacker!", rief er vergnügt.
      Jones seufzte und trat vor.
      "Wird Zeit, dass du auftauchst, du, du...", er winkte ab. "Da vorne ist eine junge Dame für dich. Hat einen Drohbrief erhalten."
      "Und seit wann bin ich der Beauftragte für Aufmerksamkeitsjunkies?", knurrte Nate und las sich den Wisch von Jones durch.
      "Vielleicht solltest du eeeeeetwas leiser reden, du Riesenarschloch!"
      Zutiefst verletzt, zutiefst entsetzt.
      So stark vernetzt und doch allein.
      Zutiefst verwandt, zutiefst gebannt.
      So sehr entbrannt, doch ohne Schein.

      Zutiefst bewegt, zutiefst erregt
      Und ein selbst auferlegtes Joch,
      Zutiefst verstört und unerhört.
      Zutiefst ergeben.
      Immer noch.
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      Hailey Theresia Johnsons

      Ob es wirklich eine gute Idee gewesen ist hier her zu kommen wusste Hailey nicht, es war ihr schon auf dem Weg hier hin nicht wirklich bewusst gewesen, aber je länger sie hier an Zeit verbrachte, desto mehr zweifelte sie die Richtigkeit ihrer Entscheidung an. Immer wieder wurde sie so komisch angesehen, sie hielten sie mich Sicherheit für eine Gestörte, dabei wusste sie ganz genau, wovor, oder eher vor wem sie so viel Angst hatte. Er war ihr hinterher, er wollte sie haben, was er deutlich in den Brief hinein geschrieben hatte, woher sollte er sonst wissen, wer sie war? Es war definitiv an sie selbst adressiert, er erwähnte ihre Mutter, erwähnte, dass sie das Schicksal bald teilen werden, doch warum kam er nicht direkt an ihre Tür? Warum warf er den Brief hinein und wartete? Wollte er sie vielleicht prüfen? War das vielleicht nur eine Masche und er beobachtete, wer sich davon bedroht fühlte und wer nicht? Dann hat Hailey jetzt einen großen Fehler gemacht, wenn er sie denn wirklich beobachtete.
      Vorsichtig sah sie sich in dem Wartezimmer um. Die Stuhle waren alle aus Plastik, die Wände schmückten einige Poster mit Slogans gegen Drogen und Gewalt, in einer der Ecken war ein Ständer mit Broschüren und Zeitschriften, doch der Brünette war es nicht nach lesen, nein, sie wollte lieber gehen, vielleicht wäre es die bessere Variante gewesen? Sie seufzte wieder, ihr wurde nicht gesagt, wie lange sie warten muss und es war früh, aber je länger sie hier saß, desto mehr Angst bekam sie, desto schlimmer wurde ihre Panik auch..

      Eine Dreiviertelstunde saß sie an ihrem Platz und versuchte ihre Gedanken irgendwie zu ordnen. Die meiste Zeit blickte sie auf die Uhr, oder auf ihren Schoß, die Zeit schien sich so in die Länge zu ziehen, dass es kaum möglich war es auszuhalten. Hailey wollte gehen, ja, sie wollte aufstehen und gehen, da hörte sie eine Männerstimme, dann die des Mannes am Empfang. Deutlich konnte sie jedes Wort verstehen, das kleine Fenster wurde immerhin nicht runter gezogen, die Tür stand halb auf, schlecht durchgedacht, aber es erreichte sie wirklich jedes Wort. Aufmerksamkeitsjunkies? Na toll, jetzt wurde sie nicht für verrückt gehalten, sondern für aufmerksamkeitssüchtig. Toll, so viel zur Polizei - dein Freund und Helfer.
      Ihre Augen blickten durch die Scheibe, um zu den beiden Herren zu sehen, die sich hinter dieser befanden, auch wenn sie den zweiten Mann noch nicht erkennen konnte. Riesenarschloch traf sich gut, aber Hailey schwieg, sie wartete, was passieren würde. Wenn sie nicht dran kommt, kann sie genauso gut gehen und sich einfach dem Tod stellen, ja, das wäre ziemlich vergleichbar zu der Situation jetzt.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."

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      Nate Scarborough

      "Leiser? Warum das denn? Du hast doch bestimmt die Tür..."
      Erst jetzt bemerkte er Jones' Kopfschütteln und die halsdurchschneidenden Gesten. Fantastisch. Der Tag begann wie der letzte endete: Mit dem Wunsch, seine Mitmenschen einem schnellen Tod zuzuführen.
      Nate schüttelte nun seinerseits den Kopf und überlegte fieberhaft, wie er das Unvermeidliche herauszögern konnte. Die Luft roch nach Desinfektionsmittel und schlechtem Kaffe, das Frühstück war seinerseits noch nicht vorhanden und Nates Kopf ähnelte gefühlt einer Zeitbombe. Seufzend zeigte er Jones den Finger (der seinerseits hinter der Scheibe revoltierte) und verließ den Raum, um im Wartebereich auf eine junge Frau zu treffen.
      Nun, es war nicht schwer, die passende Person zu finden, da kaum Jemand im Frontbereich saß.

      Er packte seine Jacke unter seinen rechten Arm, in der Linken hielt er den Wisch des Polizisten und überflog zum achten Mal dieselbe Stelle. Herrgott, er brauchte Kaffe, eine Zigarette und am liebsten einen Lebenssinn, aber beinahe alles wurde ihm verwehrt. Genervt von der Welt und dem ganzen Rest trat er an die junge Frau heran.
      "Miss...äh...Johnsons?", fragte er leicht gelangweilt. "Kommen Sie bitte mit mir. Sie können mir an meinem Schreibtisch alles erzählen."

      Er führte sie durch die hinteren Bereiche der Wache, wo die Ermittler ihre Stammtische hatten. Allesamt waren diese in hellem Holz gehalten und gepolsterte Stühle, die nur den Anschein einer Bequemlichkeit vermittelten standen davor. Die Computer im Raum waren älter als Nates Armbanduhr und der Raum roch unangenehm nach Kaffee und Pizza vom Vortag. Er führte sie zu einem der hintersten Tische und drehte ein Bild beinahe direkt auf den Kopf.
      "Also...Dann erzählen Sie mir bitte, was vorgefallen ist", schloss er und griff nach den Zigaretten auf dem Tisch.
      Zutiefst verletzt, zutiefst entsetzt.
      So stark vernetzt und doch allein.
      Zutiefst verwandt, zutiefst gebannt.
      So sehr entbrannt, doch ohne Schein.

      Zutiefst bewegt, zutiefst erregt
      Und ein selbst auferlegtes Joch,
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      Hailey Theresia Johnsons

      Es war vor allem ihr unangenehm, dass sie sich so laut über sie unterhielten, auch wenn sie hier nach Hilfe suchte. Hailey wünschte sich einfach nicht her gekommen zu sein, um dieser Situation, in der sie drinnen steckte, definitiv zu entkommen, aber leider ließ sich die Zeit nicht zurück drehen, sonst würde sie ganz andere Sachen in ihrem Leben verändern. Sie seufzte, während ihre Augen die Männer noch für einen weiteren Moment musterten, bevor sie zu den gefalteten Zettel in ihren Händen blickten. Eine wirklich dumme Idee, doch wenn sie sich jetzt zurück ziehen würde, würden die beiden Männer gewinnen und mit der Erkenntnis zurück gelassen werden, dass sie Recht hatten und die Brünette nur nach Aufmerksamkeit suchte.
      Ihr Name wurde aufgerufen, sie war die einzige, die in diese Uhrzeit hier saß, womit war es ihr sofort bewusst, dass sie gemeint war. Hailey blickte auf, bevor sie sich erhob und den Polizisten musterte, dem sie folgen sollte. Wirklich ansehnlich war er nicht, waren das Flecken auf seinem Hemd? Na toll, jetzt wird sie wirklich nicht ernst genommen.. aber sie folgte ihm still und mit einem gewissen Abstand, während ihre Augen die Einrichtung begutachteten, an denen sie vorbei liefen. Es roch merkwürdig, es war alles eher alt gehalten, aber man sollte ja nichts zu voreilig in eine Schublade stecken, auch wenn ihre Meinung zu dem Department hier fest stand. Hailey setzte sich, blickte zu dem Mann ihr gegenüber, der wissen wollte,was hier vorgefallen war. Sie schluckte, würde er sie genauso für verrückt halten?
      "Es..", wie fing sie jetzt an, ohne die gleiche Reaktion zu bekommen, wie vorne? "Ich habe Angst um mein Leben..", gab sie deutlich zur Sprache. "Heute früh, als ich zur Arbeit raus bin habe ich in meinen Briefkasten gesehen und das hier gefunden". Mit einer zittrigen Hand legte sie den Brief auf den Schreibtisch und schob ihn in die Richtung des Polizisten. "Ich habe keine Feinde", nun, außer vielleicht den Psychopathen, der gerade frei Rum läuft. "Ich wüsste nicht, wer so wütend auf mich sein sollte, um mir zu drohen mich in Einzelteile zu zerteilen". Nicht nur das, sie würde mit den Würmern unter der Erde leben, verschwinden und niemals gefunden werden.. ihre Einzelteile würden im ganzen Staat verteilt werden, sie würde das gleiche Schicksal, wie ihre Mutter treffen..er würde sich rächen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
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      Nate

      Die Erzählung der jungen Frau wurde lediglich kurz durch das Schnappen des Feuerzeugs unterbrochen (und dem Gebrüll eines Kollegen: "HIER IST RAUCHEN VERBOTEN!"), ehe eine sanfte Rauchschwade den Raum erfüllte. Nate hatte sich angewöhnt, Zigaretten mit Vanille-Geschmack zu rauchen. Es schmeckte wie ein 14-Jahre-Teen-Idol-Orgasmus, aber er mochte den schweren, harten Rauch der normalen Zigaretten nicht. Er nahm einen Zug und genoß das leichte Brennen in seinen Lungen, ehe er die junge Frau wieder ansah.
      Wortlos klemmte er sich die Zigarette in den Mundwinkel und griff nach dem Brief, der auf ihn zugeschoben wurde. Durch das mittlerweile recht dünn gewordene Hemd strahlten die ersten Ausläufer seiner Tätowierungen durch, die man besser keinem Polizisten zeigen sollte. Es waren zwar keine copfeindlichen Aussagen, aber die meisten verstanden die Bedeutung ohnehin nicht. Warum sich also die Zeit nehmen und es erklären?
      Der Brief enthielt die beschriebene Drohung, auch wenn die junge Dame eine talkshowreife Aussagenpallette auf Lager hatte. 'Keine Feinde', 'Todesangst'...Alles wunderschöne Schlüsselbegriffe, die ihn zum Handeln zwangen. Ob sie Vorwissen hatte?
      Er legte den Brief beiseite und sah sie an, während er einen kräftigen Zug von der Zigarette nahm.
      "Nun...Ich werde ehrlich zu Ihnen sein, Miss...", ein Blick auf das Formular. "...Johnsons. Sagen Sie...Wissen Sie, dass an Ihrem Namen ein 'S' zuviel ist? Egal! Ich will ehrlich zu Ihnen sein: Der Brief ist durchaus nicht von der Sorte, dass man wirklich etwas tun kann. Er enthält vage Drohungen und ich verstehe durchaus, dass Sie Angst haben, zerstückelt zu werden, aber bitte verstehen Sie auch, dass ich aufgrund vager Drohungen nichts tun kann.", schloss er.
      "Sie sagen, Sie haben keine Feinde? Haben Sie denn Freunde, denen Sie vertrauen und wo Sie gegebenenfalls unterkommen können?"
      Er strich sich nochmals die störrischen Haare aus dem Gesicht und blickte Hayley erwartungsfroh an.
      Zutiefst verletzt, zutiefst entsetzt.
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      Hailey Theresia Johnsons

      Ihre Augen warteten auf irgendetwas.. Eine Regnung vielleicht, einen Satz, ein Wort.. Hailey wollte eine Regnung sehen, um einschätzen zu können, wie es nun wirklich aussah, ob man ihr glaubte, oder ob man sie wirklich für verrückt hielt. Ihr Bauchgefühl sagte ihr, dass sie hier vermutlich keinerlei Hilfe bekommen kann, dass man am Ende ihre Leiche finden wird und die Polizei ihr Beileid verkünden wird mit den angefügten Worten, dass sie alles getan haben, was man tun konnte. Natürlich taten sie das nicht, aber das würde die Öffentlichkeit niemals erfahren..
      In ihre Nase stieg der Geruch von Vanille, der Rauch störte sie trotzdem irgendwie, aber Hailey sprach nicht darüber, stattdessen musterte sie den Mann vor sich, der mit jedem Hinsehen nicht wirklich gepflegter aussah. Ob er sich duschte? So wie er aussah war es anzuzweifeln.. Aber er wollte ehrlich zu ihr sein, da hob die Brünette eine ihrer Augenbrauen und wartete. Der Brief war nicht von der Sorte, bei der man etwas tun musste? War das hier wirklich sein Ernst? Vage Drohungen? Da wollte Hailey fast schon auflachen, denn es stand explizit drin, dass man sie zerstückeln wollte. Reichte das der Polizei nicht aus? Die Frau senkte ihren Blick und schüttelte sachte den Kopf, das konnte doch nicht ihr Ernst hier sein, nein, das wollte sie nicht wahr haben. Ob sie irgendwo unterkommen konnte? Sie schnaubte leicht belustigt.
      "Wenn Sie morgen früh meine Leiche finden würden, würden Sie sich vorwerfen mir nicht geholfen zu haben?", fragte sie ehrlich und blickte mit ihren Augen wieder zu dem Polizisten wieder. Hailey war wütend, aber sie ergriff den Brief, den sie dem Polizisten gereicht hatte und faltete ihn wieder zusammen, sie wollte gehen. "Wissen Sie was, dass war wirklich dumm zu denken, ich würde hier Hilfe bekommen". Sie erhob sich. "Vergessen Sie es einfach.. Ich komme schon irgendwie klar..", oder auch nicht, aber das würde sich noch zeigen. "Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag". Nein, eigentlich nicht, aber so gut war sie dann doch erzogen, dass sie es aussprach, bevor die junge Frau dabei war das Büro zu verlassen. Lächerlich, einfach nur lächerlich, aber ihre Wut auf den Laden hier änderte nichts daran, dass sich die Panik immer weiter in ihrer Brust ausbreitete. Er wird sie holen.. Kann sie das überhaupt noch verhindern? Wenn er sie hier unter einem neuen Namen, einer neuen Identität gefunden hat, dann wird er sie überall auf der Welt finden....
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
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      Nate

      Es gab Tage, da dachte Nate daran, seinem erbärmlichen Dasein ein Ende zu setzen. An Tagen, an denen er sich besonders einsam fühlte, frequentierte er auf Anraten seines Pastors seine eigene Kirche, das Hurenhaus am anderen Ende der Bronx. Dort war eine Beichte wirklich geheim, man achtete einander. Und an solchen Tagen, an denen Nate die Menschen einfach zu viel wurden, sehnte er sich dorthin zurück. In die Arme einer Candice, Claudette oder Marie. Vollkommen egal. Hauptsache Menschen, die schweigend zuhörten und vergaßen, was sie hörten.
      Doch diese junge Frau, diese Hayley Johnsons mit dem einen 's' zu viel im Namen, regte ihn auf.
      Ärgerlich blies er den Rauch durch die Nase und stocherte die Zigarette in dem Aschenbecher aus. Genauso ärgerlich schüttelte nun er den Kopf. Denn dieser eine Satz...Dieser eine verdammte Satz holte etwas in ihm hervor, was er am liebsten vergessen wollte.
      "Gut, gut, Sie haben gewonnen!", rief er ihr nach und erhob sich.
      Er riss seine Jacke vom Stuhl und warf sie sich über - nicht ohne seine Zigaretten in der Tasche verschwinden zu lassen. Erneut ein hektisches Durchfahren der Haare und er durchmaß den Raum mit drei schnellen Schritten, um auf Hayleys Höhe zu landen.
      "Zeigen Sie mir Ihre Wohnung. Wir fahren gemeinsam hin und ich sehe, ob es Grund für einen erweiterten Polizeischutz gibt. Zufrieden?", fragte er und hielt ihr beinahe passiv aggressiv die Tür auf.
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      Hailey Theresia Johnsons

      Eine solche Wendung in dieser Sache hätte die Brünette niemals erwartet, denn eigentlich ging sie davon aus hier wütend hinaus zu gehen, ohne Hilfe und mit einem schlechten Gewissen überhaupt her gekommen zu sein, um sich anschließend selbst darum zu kümmern irgendwie Hilfe zu bekommen. Eigentlich ging sie auch schon die Namen ihrer Freunde durch, die sie vielleicht für ein, oder zwei Nächte aufnehmen könnten, doch die Angst war groß, dass sie damit nur Unschuldige in diese ganze Sache mit hinein ziehen wird und sie dennoch das bekommt, was ihr im Brief versprochen worden ist. Der grimmige Polizist hielt sie jedoch auf mit den Worten, dass sie wirklich gewonnen hatte. Unsicher und leicht verwirrt blieb Hailey stehen, um zu ihm zu sehen und ihn zu mustern. War das gerade sein Ernst? Wirklich? Da musste sie solch einen Aufstand machen, um Hilfe zu bekommen? Aber er nahm sich wirklich seine Jacke und kam ihr entgegen, um mit ihr zu ihrer Wohnung zu fahren. Zufrieden war sie noch nicht wirklich, aber sie nickte, denn innerlich war sie sich noch immer unsicher, was hier passiert ist. Hätte sie von Anfang an so hart reden sollen, oder hatte er einfach nur Mitleid mit ihr?
      "Ich wohne zwei Meilen von hier, in der Columbus Ave.", gab sie preis, auch wenn es mit Sicherheit auf den Unterlagen bezüglich ihrer Anzeige, beziehungsweise Hilfesuche, stand. Es war kein sonderlich weiter weg, sie brauchte jetzt fünfzehn Minuten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, auch wenn ihre Angst groß war, er würde sie so sehen. Nun, die Angst war noch größer, er könnte Leute engagiert haben, um sie zu finden, zu beschatten... Um jeden ihrer Schritte zu sehen. War das schon zu paranoid? Vielleicht, aber vielleicht traute sie dem Mann einfach alles mögliche zu, der ihre Mutter damals schon so brutal getötet hatte. Wäre es einfacher, sie würde verraten, wer sie war? Das könnte natürlich auch sein, aber es war zu gefährlich.. Ihr Leben war zu gefährlich..

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      Nate

      Auf die Herausgabe ihrer Adresse grunzte er nur unverständlich. Herrgott, was nervte ihn das alles. Überall wohin er blickte, sah er das Gesicht dieses Psychopathen wieder vor Auegn und innerlich überkam ihn hierbei der Drang, seine Pistole zu nehmen und sein Konterfei auf den Asphalt zu pusten.
      Schade, dass er bereits im Knast war. Mittlerweile hatte er den Mut...Schluss!
      Er wanderte mit der jungen Frau auf den Hinterhof des Reviers. Dort standen eine Menge Dienstwagen in den auffälligsten Farben und Formen. Es störte Nate immer wieder, dass er wie eine wandelnde Plakatierwand herum fuhr, auf der auch noch in großen, grellen Lettern "POLIZEI" stand. Genau das, was man in den Slums brauchte, um Mörder und Irre zu suchen.
      "Der Wagen dort", knurrte er und wies auf einen unauffälligen, alten Mercury. Zugegeben: Auch dieser Wagen hatte bereits bessere Zeiten gesehen, aber es reichte aus, um kurz mal auf Dienstreise zu fahren.
      Er schmiss sich regelrecht hinter das Steuer und startete den ruckeligen Motor. Der Geruch von Benzin oder einem anderen Zusatz erfüllte die Luft und er wartete, ehe die junge Dame in den Wagen stieg.
      "Ah, bevor ich es vergesse: Was hatte das mit Ihrer Mutter auf sich?", fragte er ihn. "In dem Brief..."
      Zutiefst verletzt, zutiefst entsetzt.
      So stark vernetzt und doch allein.
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