Your Last Winter [ Lulia & Alicees ]

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    • Your Last Winter [ Lulia & Alicees ]

      Cleo und Tae by. Lulila & @Alicees



      Schnee. Winter.

      Kann so wunderschön sein. Die einzelnen Schneeflocken so unterschiedlich, wie alle Menschen.
      Was passiert, wenn sie schmelzen? Sterben sie dann?
      Eine unangenehme Vorstellung, die man aus seiner Umfeld komplett verbannen will. Vor allem jetzt zur Weihnachtszeit.
      Gibt es Menschen, die das nicht können...
    • Cleo

      Müde rieb sich die junge Frau ihre Augen. Wie spät es schon geworden sein mochte? Langsam streckte sich Cleo auf ihrem Schreibtischstuhl und warf einen Blick auf die Uhr.
      "Ah du scheiße" stöhne sie.
      Die Zeit verging viel zu schnell, fing sie nur an zu lernen vergaß sie alles um sich drum herum. Nur ihr Magen meldete sich, nach all den Stunden und ließ sie sich Erinnern, es gab noch anderes als Bücher. Ihr Rücken schmerzte und der Kopf brummte, als wären dort hunderte Hornisten - nichts ungewöhnliches. Cleo erhob sich langsam und räumte ihr Tisch. Immer wieder pflegte ihre Mutter zu sagen "Ordnung ist der erste Schritt zum perfekten Ergebnis!" Dabei fühlte sich die Studentin ab und zu wohl in ihrem Chaos. Was war denn so verkehrt daran, mal auszusehen wie ein Opossum auf Drogen? Das war nämlich ihr Spiegelbild, sobald sie das Haus betrat. Gemütliche Jogger, einer ihrer Oversize's und flauschige Socken. Es gab nichts schöneres als das Gefühl der Freiheit in solchen Klamotten.
      Gähnend spazierte Cleo die Treppe hinunter in die Küche, in der Frau Schmidt ihr Unwesen trieb. Eine kleine, pummelige ältere Dame. Köchin oder Haushälterin - beides traf auf sie zu. Die Studentin lächelte leicht. Sich an eine Zeit ohne die "Omi" zu erinnern war unmöglich. Schon komisch. Cleo kannte frau Schmidt besser als ihre eigene Mutter.
      "Noch so spät wach?" fragte die alte Frau ohne Cleo nur anzusehen. Ob sie es gerochen oder gehört hatte?
      "Naja, es ist eben nicht leicht als Superschüler" zuckte die angesprochene mit den Schultern und lehnte sich an der Kücheninsel. Es war ein perfekter Raum. Hell und sauber - Traumküche für viele Frauen. "Haben wir noch was da?" fragte Cleo und warf einen neugierigen Blick zu Frau Schmidt, die nur lachte.
      "Natürlich!" drehte sie sich um. In ihrer Hand befand sich ein Teller mit Pommes und Nuggets. "Majo?" lächelte die Köchin und Cleo nickte nur.
      Was wäre sie nur ohne Frau Schmidt. Wahrscheinlich verloren und verhungert.
      Ihr Magen knurrte schon und Cleo stopfte in sich ein Nugget nach dem andern in ihr Mund. Schon fast wie ein Hund schluckte sie alles runter, ohne wirklich zu kauen.
      "Deine Eltern werden wohl erst nächste Woche kommen" warf Omi in den Raum. Wieso nur? Cleo hatte doch gar nicht gefragt.
      "Okay.." antwortete sie nur mit vollem Mund und schieb sich noch mehrere Pommes hinein.
      "Hör mal Cleo. Sei nicht so streng mit ihnen. Sie machen es für dich weißt du. Irgendwann wirst du es schon verstehen, wenn du selber Kinder hast."
      Bei dem Satz verschluckte sich das Mädchen und tränen bildeten sich in ihren Augen, als sie sich die Seele aus dem Leib hustete.
      "Ich glaube darüber brauchen wir noch lange nicht sprechen!"
      "Naja, aber Alex.."
      "NEIN!" Unterbrach Cleo und stand auf "Ich will den Rest nicht hören, entschuldige mich bitte Emma, aber das ist mir doch zu viel."
      Viel zu oft hatte die alte Dame versucht mit ihr über ihre Eltern zu sprechen, dass Cleo viel zu zornig sei und mehr Nachsicht zeigen sollte. Doch das einzige, was die Tochter ihrer Mutter und dem Vater zeigen würde, war ihr Mittelfinger wenn sie fragten, wie die Schule lief oder ob zwischen ihr und Alex alles gut sei. "Ein Perfekter junger Mann" sagte Mutter immer und träumte von einer perfekten Hochzeit. Das stank Cleo gewaltig. Sie war doch grade mal 22 und hatte erst ihr Studium angefangen. Was also für Hochzeit? Außerdem war mit Alex nicht alles so perfekt, wie andere zu glauben schienen.
      Im Wohnzimmer schmiss sich Cleo auf die Eckencouch und machte den Fernseher an um ihre Gedanken zum schweigen zu bringen. Wieso war alles nur so kompliziert? "Es wird immer kälter und der Wind..." ertönte eine weibliche Stimme. Wettervorhersage. Die junge Frau schaute aus dem Fenster und betrachtete all die farbigen Blätter unter einer Laterne. kein Wind, die Nacht war Still und kein Mensch auf der Straße war zu sehen. "Der Winter naht..." schmunzelte Cleo und freute sich schon auf den kommenden Schnee. Sie konnte schon die Kekse riechen, die Frau Schmidt zu backen liebte und schmeckte das Glühwein auf ihren vollen Lippen. Süßigkeiten, Lichter - Weihnachten. Eine der schönsten Zeiten im Jahr. Mehr oder weniger.

      In ihrem Zimmer roch es nach Kirsche und Vanille. Die lichterketten leuchteten in vielen Farben über ihrem Himmelbett. Hier und dort stand eine Palme und in der Mitte des Raumes ein weicher lila Teppich, der manchmal gemütlicher war, als das Bett. Auf dem Teppich lag ihr Handy, das zu blinken begann. Der rote Punkt bedeutete nur eine Person - Alex. Auf den hatte sie keine Lust, nicht nachdem Emma anfangen wollte, über ihr Liebesleben zu sprechen. Es lief Cleo kalt über den Rücken. Satt warf sie sich auf ihr Bett und schloss die Augen. 5 Stunden. So viel Schlaf blieb ihr, bis Emma rein kam und sie zur Uni weckte.
    • Tae-yang

      Mit einem seufzen ließ Tae sich auf den großen Sitzsack in seinem Wohnzimmer fallen. Das lernen ließ er heute ausfallen. Den Abend widmete er sich dem zeichnen. Auf seinem Schoß lag sein geliebtes Sketchbock, welches es fast täglich ein wenig mehr füllte. Auch wenn es nur kleine Sachen waren, so nahm er sich doch vor, täglich etwas neues auf die Seiten zu bringen. Er zog sich sein Headset auf um Musik zu hören. Es war bereits spät. Seiner Mutter zuliebe verzichtete er also darauf seine Musik laut zu hören, auch wenn diese Musik genau das war, was seine Kreativität ankurbelte. Doch das funktionierte auch gut mit den Kopfhörern, welche nun so laut koreanischen Rap in seine Ohren dröhnen ließen, dass er praktisch nichts mehr von seiner Außenwelt wahrnahm. Auf seinem Handy, welches schon seit Ewigkeiten ein gesprungenes Display hatte, hatte er sich bereits verschiedene Referenzen herausgesucht. Den ganzen Tag hatte Tae-yang sich schon darauf gefreut endlich ins zeichnen abtauchen zu können. Doch das ausfallen lassen des Lernens hatte noch einen anderen Grund. Heute war kein guter Tag gewesen. Seit der Mittagszeit hatte er ziemlich mit Sodbrennen zu kämpfen. Etwas, womit er sich nun fast täglich rumschlug. Doch er gab sich größte Mühe sich davon nicht den Tag nehmen zu lassen.
      Er suchte seinen Bleistift aus seiner Federmappe und fing an die ersten Linien zu setzen, während er leise die koranischen Texte, mehr oder weniger gut, mitrapte. Als die erste grobe Skizze zu erkennen war schnappte er sich sein Handy, machte ein Bild und lud es in seiner Instagram Story hoch. Zu erkennen war der Umriss eines Wasserfalls, die Position des Mondes, einige Bäume und Büsche. 'Wird heute was größeres. Mal gucken, wie lange ich heute mache', schrieb er zu dem Bild dazu. Dann versank er wieder ins Zeichnen.

      Tae-yangs Magen knurrte laut und deutlich. Wüsste er nicht, dass es sein Magen gewesen wäre, wäre er vermutlich sehr beunruhigt von dem Geräusch gewesen, als er seine Kopfhörer abzog. Wie spät war es inzwischen? Er sah von seiner Zeichnung, welche inzwischen detaillierter war und etwas Farbe bekommen hatte auf sein Handy. Es war kurz nach Mitternacht. Erst jetzt fiel ihm auf wie abgekühlt der Raum war. Der junge Mann legte seinen Block und seine Stifte auf den Tisch neben ihm und kämpfte sich dann aus dem Sitzsack auf, um sich einen seiner Pullover über zu ziehen. Dann ging er in die Küche. Der Kühlschrank hatte nicht besonders viel zu bieten. Er griff nach einem Teller, auf dem Gimbap lag. Das musste ihm seine Mutter im laufe des Tages in den Kühlschrank geschmuggelt haben. Lächelnd nahm er sich ein Stück davon und ließ es im ganzen im Mund verschwinden. Das schöne am, mehr oder weniger, alleine leben war, dass man sich benehmen konnte, wie man wollte. Tae-yang lehnte sich mit der Hüfte an die Arbeitsplatte und aß ein Stück der Rolle nach dem anderen. In der anderen Hand hielt er sein Handy und sah nach, ob es auf der App etwas neues gab. Einige Nachrichten hatten ihn erreicht wegen seiner Story, welcher er beantwortete.
      Er stelle den noch halb vollen Teller zurück in den Kühlschrank und wandelte Richtung Schlafzimmer. Sein Sodbrennen meldete sich, erneut. Doch um noch einmal zurück gehen um eine Tablette dagegen zu nehmen war er eindeutig zu faul. So ließ er sich auf sein Bett fallen und verschränkte die Arme hinter dem Kopf, als er die Decke anstarrte. Was stand morgen alles an? Während er über seine kommenden Vorlesungen nachdachte dämmerte er langsam weg. Das Handy lag wie immer neben ihm, falls irgendwer etwas von ihm wollte.

      Ein schrilles Geräusch pfiff durch seine Ohren, als sein Wecker ansprang. 7 Uhr, wie jeden Tag. Taeyang rollte sich aus dem Bett und stand brummend auf. Gähnend lief er langsam ins Bad um dort duschen zu gehen. Sein persönliches Ritual, auch wenn an einem Tag nichts anstand und er sich nach dem Duschen wieder ins Bett verkroch. Gähnend machte er sich im Badezimmer fertig und zog sich seine bereits gerichteten Klamotten an. Schwarz. Alles war schwarz und hatte Schnallen an allen erdenklichen Stellen. Da es kalt wurde zog er sich ein schwarzes, langärmliges Shirt unter sein genauso schwarzes T-Shirt. Das sollte reichen. Er war schlimmeres gewohnt. Jedes Mal, wenn der Herbst sein Ende nahm dachte er über die Zeit in Kanada nach. Mit den meisten Leuten hatte er dank Instagram wieder Kontakt gefunden. Einigen schickte er ab und zu Pakete mit kleinen Überraschungen aus der Gegend. Alles in allem schaffte er es, seine Vergangenheit dort nicht sterben zu lassen. Wie er so über die Zeit nachdachte machte er sich bereits aus den Weg zur Universität. Seine Vorlesungen fanden meistens schon morgens statt. Mit Earbuds in den Ohren stieg er in die Straßenbahn sein, die einige Straßen von ihm entfernt hielt und sah sich um. Wie üblich war die Aussicht auf einen Sitzplatz verschwindend gering.
      Man muss noch Chaos in sich haben,
      um einen tanzenden Stern gebären zu können.
    • Cleo

      Es war noch dunkel draußen als eine warme Hand der jungen Frau über die Stirn strich.
      "..eo... Cleo" eine liebevolle Stimme sagte ihren Namen.
      Aufstehen fiel Cleo schon immer schwer, sie mochte zwar die Winterzeit, doch das Bett war morgens einfach zu warm und zu gemütlich.
      Ein grummeln entkam nur ihren Lippen und schon drehte sich die Studentin auf die andere Seite.
      "ich mach heute blau.." murmelte sie in ihr Kissen hinein. Als Antwort kam nur ein Lachen und das selbe wie jeden Morgen. Horror.
      Emma tat es immer, wenn Cleo sich weigerte aufzustehen. Zack, war die warme kuschelige Decke weg.
      "EMMAA!" Schrie sie wie ein kleines Kind, den tränen nah wollte Cleo um nichts in der Welt das Bett verlassen.

      Mit geschlossenen Augen spazierte die junge Frau durch den Flur, stoß sich das eine oder andere mal an einem Möbelstück und fluchte laut.
      Es war immer das selbe. Früh am morgen schon genervt stieg Cleo unter die Dusche und ließ das warme Wasser laufen. Erneut wollte sie nicht raus, stöhnte entsetzt und bereitete sich mental auf die Uni vor. Was stand heute nochmal an? Musik? Geschichte? Sie war sich nicht sicher und vor dem ersten Kaffee eindeutig nicht zu gebrauchen. Aus den Gedanken riss sie ein Klopfen an der Tür.
      "Junge Dame! In 10 Minuten bist du unten zum essen! In 15 ist Alex da!" ertönte wieder die ihr so gut bekannte Stimme.
      Emma war manchmal wirklich streng. Nicht wie ihre Mutter - die war eher die Ruhe selbst und behauptete, Stress würde Falten fördern.
      Cleo lachte innerlich. Vielleicht hatte deshalb Frau Schmidt so viele.
      Das Bad wurde zu einer Sauna, Dampf stieg auf und Cloe wischte mit ihrer Hand den Spiegel durch. Es dauerte, bis sie das Bad verließ, dann aber, wie eine Prinzessin - nur eben in Schwarz.

      "Ich werde nie verstehen warum du sowas trägst" kommentierte die alte Frau als Cleo sich in der Küche am Tisch setzte und sich ihre ganzen Ketten am Hals schloss.
      "Es bin nun mal ich" zuckte die jüngere mit den Schultern und zog ihr Handy aus der Tasche, um ein Foto zu machen.
      Tausende Bilder, noch mehr Follower waren auf ihrem Instagram zu sehen.


      '#NewWeek ~ Good Morning and let's rock this Shit'

      Während Emma nur mit dem Kopf schüttelte stopfte sich Cleo ein Pancake nach dem andern in den Mund und trank ihren Kaffee.
      Noch nicht fertig mit dem Frühstück klingelte es schon an der Tür und die Studentin verdrehte ihre Augen. Wieso musste der Kerl immer so pünktlich sein? Den halben Becher Kaffee trank Cleo in eile auf ex, schnappte sich ihre Tasche und machte die Tür auf.
      Draußen in der frische stand ein großer, gut aussehender Mann und lächelte sie an.
      "Guten morgen Sonnenschein!" eine viel zu freundliche Begrüßung kam aus seinem perfekt weißem Lächeln hervor.
      "Jaja, die Sonne scheint mir aus dem Ar..." es war ihr nicht gestattet den Satz zu beenden.
      "Nicht so junge Dame" ermannte sie eine alte Weibliche Stimme die ihr auch auf den Hinterkopf schlug.
      "Einen wunderschönen Frau Schmidt" lächelte Alex und beugte sich respektvoll.
      "Wir sind nicht im Mittelalter.." verdrehte Cleo die Augen und schlich sich an ihrem Freund vorbei "... los jetzt!" meckerte sie am Auto.
      Ein teurer Wagen, S Klasse Mercedes in schwarz, perfekt sauber und strahlend wie das Lächeln seines Besitzers. Alex wollte schon aus Gewohnheit ihr die Türe öffnen, doch Cleo war schneller. Es dauerte nicht lange schon machte sie Musik und Sitzheizung an.
      Morgens war die junge Frau einfach nicht auszustehen, so sprach auch Alex nicht viel mit ihr auf dem Weg zur Uni. Von den beiden war er sowieso der Anhängliche und manchmal fragte sich Cleo, wieso sie sich überhaupt auf ihn einließ. Die beiden haben doch nicht mal ansatzweise zueinander gepasst, von all dem Geld abgesehen; doch dies gehörte auch nur ihren Eltern. Sie haben es nur ausgegeben. Nach 15 Minuten schweigen war das Paar auch schon auf dem Parkplatz der Universität angekommen.
      "Ich hol mir erstmal einen Kaffee" sagte Cleo trocken und verließ den Wagen.
      Und noch bevor Alex nur etwas erwidern konnte war sie schon um die Ecke bei Starbucks wo ihre beste Freundin Martina auf sie wartete.
      Die beiden umarmten sich nur kurz, denn im Gegensatz zu ihrem Freund wusste M. dass es keinen Sinn machte, Cleo überhaupt irgendwas zu fragen und schon nach ein paar Augenblicken standen die zwei hübschen vor dem Haupteingang und tranken ihre heißen Getränke.
      Martina wartete.
      "Ich glaube, ich werde Alex verlassen" sagte Cleo leise während sie die anderen Studenten beobachtete. Hunderte von jungen Menschen gingen an ihr vorbei - jeder kannte sie. Die beliebte und verrückte Cleo.
      "Das meinst du doch nicht ernst?!" M. guckte ihre beste Freundin mit großen Augen an. "Der Typ liebt dich doch abgöttisch!"
      "Eben. Es ist einseitig. Ich glaube, ich bin mit ihm nur zusammen, weil ich mich sonst einsam fühlen würde" erklärte Cleo.
      Ein schweigen herrschte zwischen den beiden und weder eine noch die andere wusste etwas zu sagen. Aber beiden war klar, Cleo meinte es ernst.
    • Tae-yang Lee

      Die Fahrt mit der Straßenbahn dauerte ungefähr 20 Minuten. Dann stolperte er praktisch aus der Tür heraus. Gemeinsam mit anderen Studenten lief er Richtung Campus, bog allerdings schon etwas früher in ein anderes Gebäude ein. Es war erstmal Zeit für einen Kaffee. Seufzend stellte er sich in der Schlange an. Vor ihm waren einige anderen Studenten. Nach der jungen Frau vor sich war er schließlich auch an der Reihe. Er bestellte nichts spannendes. Einen einfachen schwarzen Kaffee. Grande. Seine Earbuds waren inzwsichen aus seinem Ohr verschwunden. Mit seinem typisch charmanten Lächeln nahm er das koffeinhaltige Heißgetränk entgegen und verschwand nach draußen.
      Kaum hatte er den Laden verlassen ging er direkt auf zwei junge Frauen zu, ohne sie wirklich anzusteuern. Er trank vorsichtig einen Schluck seines noch zu heißen Getränkes. "Morgen!", sagte er relativ gut gelaunt mit seinem warmen lächeln, als er an Cleo und ihrer besten Freundin vorbei ging und nun auf den Campus zusteuerte. Lange alleine blieb er nicht. Schnell fanden sich zwei Menschen neben ihn. "Hey Tae! Was machstn heute?", hörte er zu seiner linken. Felix, ein Freund von ihm, der andere Kurse belegte als er selbst, war neben ihm aufgetaucht. Tae-yang zog die Schultern hoch. "Hm... Gute Frage? Was gibts?", wollte er wissen, ehe er erneut einen Schluck trank. "In der Altstadt hat so ein kleines Pub heute Abend ne offene Bühne für Kleinkünstler. Lust da hin zu gehen?", fragte sein Bekannter schließlich. Tae-yang war sich bei seiner Antwort nicht sicher. Immerhin hatte er gestern schon das lernen übersprungen. Er schien kurz zu überlegen. "Spielst du heute Abend da?", wollte er schließlich von dem Mann mit den blonden Locken auf dem Kopf wissen. "Jap. Ich und Sophie!", Felix zeigte auf die junge Dame, die neben Felix stand und sich nicht wirklich bei der Unterhaltung beteiligte. Tae grinste etwas. "Dann werde ich wohl da sein. Wann?" "Sei mal gegen... 8 da. Das sollte passen.", kündigte Felix an. Tae-yang nickte das ganze ab. "Cool! Dann sehen wir uns heute Abend!" Felix schlug sich bei Tae-yang ab, dann überfiel er mit Sophie im Schlepptau bereits einen weiteren Studenten. Vermutlich wollte er einfach für etwas Reichweite sorgen. Ohne zu zögern trank Tae-yang den restlichen Kaffee einfach auf einmal aus und schmiss den Becher in den Mülleimer neben sich. Mit einer Hand fuhr er sich durch die Haare, dann lief er weiter zur Uni. Unterwegs grüßte er einige bekannte Gesichter und versuchte manche Blicke einfach zu ignorieren. Er zog sein Handy aus der Tasche und öffnete Instagram. Sofort fiel ihm ein, dass eine seiner Freundinnen aus Kanada sagten, dass er öfter sich selbst auf seinem Profil zeigen sollte. Dem kam er nun nach. Ein Bild von seinem letzten Besuch bei seinen alten Freunden.

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      #GoodMoring - man sagte mir, ich soll hier öfter was posten. Bitteschön. Vermisse euch. #tb

      "Guten Morgen", hörte er nun eine Frau neben sich, während er vor der Treppe die zum Eingang der Uni führte stand. "Morgen", gab er relativ trocken zurück. Vor ihm stand wahrscheinlich der einzige Mensch, den er nicht besonders leiden konnte. Klara. Sie belegte die gleichen Kurse wie er, antwortete auf jede Story von ihm, kommentierte jedes Bild das er hochlud und erschien gefühlt immer da, wo er gerade war. "Du siehst heute gut aus! Die Hose habe ich noch nie an dir gesehen.", kommentierte sie Taes auftreten. Dieser seufzte nur und wusste nicht wirklich, was er dazu sagen sollte. "Ich hab gehört du bist heute Abend auch im Pub? Bei Felix und Sophie?", redete sie ungehalten weiter. Augenblicklich bereute Tae-yang die Zusage. Er nickte und sah Klara unbeeindruckt an. "Wir könnten ja was zusammen trinken?", schlug sie vor. "Ich... denke nicht, nein. Ich hab nicht vor was zu trinken.", lehnte der junge Mann schließlich ab. "Na gut. Das werden wir dann ja sehen.", antwortete sie fast schon eingeschnappt. Tae-yang seufzte. Die Frau redete immer noch. Tae-yang entschloss sich einfach dazu sie zu ignorieren. Er wusste schon nicht mehr, wie oft er sie nun schon abgewiesen hatte und was noch passieren musste, dass diese Frau das endlich verstand. Als er endlich einen Freund von sich sah nutzte er die Gelegenheit um förmlich vor ihr zu flüchten. "Endlich bist du da. Die Verrückte hatte sich wieder an mir festgebissen.", erklärte er dem jungen Mann und betrat mit ihm schließlich das große Gebäude. Als er sicher war, das Klara ihm nicht gefolgt war machte er sich auf den Weg zum Raum seiner Vorlesung.
      Man muss noch Chaos in sich haben,
      um einen tanzenden Stern gebären zu können.

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    • Cleo

      "Naja, du wirst schon wissen was du machst. Es ist deine Entscheidung und auf mich kannst du sowieso immer bauen, egal welchen Weg du gehst" sagte M. und nahm erneut einen schluck Kaffee während Cleo nur ein "Mhm" erwiderte und ihren Becher anstarrte. Aus den Gedanken holte sie eine tiefe Männliche Stimme, die ihre Bauchmuskeln zucken ließ. Der bildhübsche "Tae". Die junge Studentin lächelte zurück "Moin!" und unauffällig versuchte sie, dem Schönling hinterher zu blicken. Martina kicherte.
      "Nana. Was wird denn das?"
      "Hör doch auf zu quatschen" flüsterte Cleo verlegen und versteckte sich und ihre röte hinter dem Becher. Natürlich stand es ihr nicht zu, Tae so nachzuschmachten. Immerhin war sie mit Alex zusammen, doch übel würde es ihr keiner nehmen. Alle beiden waren wirklich schön, gebildet und beliebt.
      "Du weißt, er ist nicht auf dem selben Holz wie du" verdrehte ihre beste Freundin die Augen.
      "Was du nicht sagst. Sag mit besser was wir heute nach der Schule machen" antwortete Cleo und entsorgte ihren Becher, ehe sich die zwei auf den Weg machten.
      M zuckte mit den Schultern. "Ich kann mal bisschen rumfragen", Cleo nickte.
      Das konnte sie sich erlauben, schließlich saß die Studentin bis spät in die Nacht und paukte wie eine Irre. Da konnte sie sich am Montag Abend etwas Freizeit und Spaß eben erlauben. Aus den Gedanken holte sie wieder ihre Freundin zurück.
      "Ich muss dann mal. 201 bei Brajovitsch. Wenn ich zu spät komme kann ich was erleben"
      Cleo grinste und umarmte ihre beste Freundin. Ja, den Prof kannte sie, schon fast zu gut. Im letzten Semester hatte sie Kunst bei ihm. Ein netter Mann, grade mal 40 und super Redner; auch wenn er manchmal streng zu sein vermochte.

      Sound Engineering stand klipp und klar auf dem Plan. Cleo stöhnte leise. Toningenieur ist ein technischer Beruf, der in den Bereichen Tontechnik, Studio- und Tonaufnahme, Aufnahmetechnik, Signalverarbeitung, Akustik und Computerproduktionen angesiedelt ist. Wieso es zu ihren Vorlesungen gehörte war ihr ein Rätsel. Sie wollte doch nur spielen und singen - vielleicht eines Tages unterrichten, sollte die Sache mit dem "Star" nichts werden. Das war schon immer ihr Traum gewesen. Eigene Lieder schreiben. Ihre Mutter pflegte zu sagen "Große Herzen bringen große Lieder!" Das Stimmte. All ihre Songs sind bisher super angekommen.

      Im Hörsaal war es schon bereits ziemlich voll, als Cleo ankam. Einige drehten sich um, begrüßen sie, manche guckten sie böse an, aber so war es schon immer. Man konnte nicht von der ganzen Welt geliebt werden und die Hater hatten sowieso keinen Mut, es ihr ins Gesicht zu sagen. Damit hätten sie sich nur unbeliebt gemacht.
      Die junge Frau holte ihren IPad hervor, den sie immer für Notizen nutzte, arbeiten oder um etwas zu googeln, was ihr noch unklar gewesen ist. Sofort sprang ihr eine Nachricht entgegen.

      M. schrieb:

      Sophie und Felix spielen heute in der Altstadt!
      That's it!


      Kiss

      Cleo schmunzelte. Ihre beste Freundin war wirklich nicht zu ersetzen. Wenn es darum ging etwas herauszufinden oder organisieren war M die beste in ihrem Fach. Mit einem "OK" war die Sache klar.
      Die 2 Stunden, die Cleo im Saal verbrachte waren gar nicht so übel, wobei es ihr in ihrer Karriere nicht weiter geholfen hätte. Die Studentin holte ihr Handy raus und schrieb Martina, sie wolle in der Mensa etwas zu essen kaufen. Es dauerte nicht lange, schon saßen die beiden an einem runden Tisch und beschwerten sich über ihre Vorlesungen. Auch Alex kam dazu, der aber Cleo nur einen Kuss gab und wieder bei seinen Jungs verschwand.
      "Ich weiß einfach nicht weiter" stöhnte sie.
      "Denk jetzt nicht drüber nach!" Grinste M die grade Felix entdeckte. Sofort machte sie einen Aufstand "HEEY FEEELIX! HIER!" winkte sie ihn zu sich.
    • Tae-yang Lee

      In 307 angekommen suchte Tae sich einen Platz in einer der unendlich vielen Reihen. Heute gab es einen Zusatzkurs, der nicht auf seinem normalen Lehrplan stand. Zwei Stunden russisch. Der junge Mann hatte es sich als Ziel gesetzt so vielseitig wie möglich zu sein, sobald er als Dolmetscher eingesetzt werden konnte. Die Wahl seines Studiums passte ganz gut zu ihm. Immerhin konnte er bereits mit vier wichtigen Sprachen jonglieren. Er zog seinen Laptop aus seinem Rucksack und stellte ihn bereit.
      Natürlich war er in so einem Kurs nicht der einzige, der aus einem anderen Land kam. So kam es, dass er mit vielen Kursbesuchern die ebenfalls asiatische Wurzeln hatten eigentlich immer in einem Eck gemeinsam saß. So war es auch dieses Mal. "Dang!", rief er quer durch den Saal und hob die Hand. Da kam er auch schon angerannt und fiel Tae fast schon um den Hals. "Aaaah Tae! Das Wochenende war so einsam ohne dich Honigbär!" Tae-yang lachte los. Dang nahm seine Bromance zu Tae-yang manchmal ein wenig zu ernst. "Ich hab dich auch vermisst Hase!", antwortete er ironisch und kniff seinem Kumpel in die Wange. Dann legte Dang dem jungen Mann eine Bäckertüte vor die Nase. "Da! Hab ich selbst gebacken... also... sozusagen... Jagut, selbst gekauft. Der Wille Zählt." Tae-yang öffnete die Tüte und grinste. Ein Donut. In rosa mit kleinen Marshmallows drauf. Wie auch sonst. "Aaaah, dankeeee!", quietschte Tae-yang fast schon übertrieben, was mit seiner dunklen Stimme eher seltsam klang. Es gesellten sich noch vier weitere Männer dazu, einige davon waren deutlich älter als Tae-yang. Eigentlich waren alle älter, nur sah man es nicht allen an.
      Nach einigen Minuten Wartezeit und interessierten Studenten, die sich noch dazu setzten, kam der Professor endlich hinzu. Grundsätzlich lehrte er nur in seiner Muttersprache. Das machte den Einstieg für den Großteil schwierig, doch zeigte diese Methode eine hohe Effizienz.

      Über die zwei Stunden hinweg machte Tae sich Notizen. Einiges übersetzte er mit seinem Handy. Er selbst hatte noch einige Probleme mit russisch. Was er sich dabei nur gedacht hatte? Warum hatte er nicht spanisch begonnen? Doch an diesem Punkt gab es kein wirkliches Zurück mehr. Er hörte dem Professor zu und versuchte aus dem, was er verstand schlau zu werden und sich Eselsbrücken zu bauen. Doch irgendwie hatte er heute keinen Kopf dazu. Das passierte selten, doch auch Tae-yang hatte Tage, an denen es schleppend vorran ging.

      Erleichtert klappte er seinen Laptop zu, als die zwei Stunden Intensivhölle durch waren. Vielleicht hätte er doch Zuhause bleiben sollen? Seinen Laptop ließ er mit dem Donut, den er noch nicht angerührt hatte, in seinen Rucksack verschwinden und ging mit Dang an seiner Seite aus dem Raum. "Frühstück?", fragte Tae. Dang nickte. Zusammen liefen sie runter zur Cafeteria. "Den Donut gibts dann als Nachtisch.", fügte Tae-yang hinzu. Er wollte Dang gegenüber nicht unhöflich wirken. Aber nach süßen Sachen stand ihn seit einigen Tagen wirklich nicht der Sinn.

      Gerade betraten sie den Saal, als er ein lautes "MARTINAAAAAA!", hörte und Felix sah, der fast schon über die Tische sprang um zu Martina und Cleo zu kommen. Tae-yang beobachtete das Spektakel und musste etwas lachen. Felix war schon ein Eyecatcher für sich, in seiner ganzen Art. "Na ihr? Ich bin mir sicher ihr habt schon von heute Abend gehört? Der guten Martina entgeht schließlich niiichts. Ihr kommt? Ihr kommt.", legte Felix einfach fest, ohne die tatsächliche Antwort abzuwarten. "Sophie und ich haben ein neues Duett eingeübt. Sie traut sich langsam!", kündigte er schon aufgeregt an.

      Tae-yang und Dang besorgten sich ein Frühstück. Eigentlich war Reis das einzige, was Tae in seinem Magen haben wollte. Stattdessen begnügte er sich mit einem Salat und einem weiteren schwarzen Kaffee. Dang hingegen gönnte sich das volle Programm: Ein Sandwich, Müsli mit Joghurt, ein Orangensaft und Kaffee. Gemeinsam schlenderten sie durch den Saal und sahen sich nach einem freien Fleck um.

      "Uuuuund Tae-yang kommt heute Abend auch. Ich hoffe einfach mal das ZWEI GEWISSE LEUTE", Felix sah Cloe an und dann übertrieben auffällig zu Tae, der mit Dang nicht mehr weit weg von dem Tisch von Cloe und Martina war, "n bisschen was aufnehmen und online stellen? Wir können das vorne schlecht machen und ich glaub das könnte gut werden wenn ihr das macht. Nur n kurzer Ausschnitt, n Bild oder so reicht ja." Felix zog unschuldig die Schultern hoch und setzte ein charmantes Lächeln auf und pokerte damit auf eine Zustimmung von Cloe. Tae-yang würde es sowieso machen wenn er ihn fragen würde, da war Felix sich ziemlich sicher.
      Man muss noch Chaos in sich haben,
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    • Cleo

      Martina war schon eine Nummer für sich, das musste man ihr lassen. Auch wenn Cleo als die kindische und aufgedrehte zu gelten vermochte schaffte es ihre beste Freundin immer ein draufzulegen. Erst recht wenn sie auf Felix traf. Die beiden benahmen sich wie beste Freundinnen; wäre Felix ein Mädel, wäre Cleo schon fast eifersüchtig werden können. Zu gut, dass M eine treue Seele war.
      Cleo lachte herzhaft, wobei ihre weißen Zähne einen schon fast hätten blenden können.
      Martina klatsche begeistert in die Hände "Natürlich habe ich davon gehört! Mir entkommt nichts!!!" kreischte sie. Manch einer drehte sich gar um. Cleo schnippte Felix gegen die Stirn und lachte erneut "Stell doch nicht so doofe fragen. Wie könnten wir nicht kommen" M nickte energisch "Genau genau! Es wäre doch eine Sünde nicht zu erscheinen!"
      Die beiden waren einfach nicht zu toppen, und wäre da nicht die Sache gewesen, wären M und Felix einfach ein perfektes Paar. Dass der Junge jedoch nicht unbedingt auf Frauen stand, merkte sogar ein Blinder. Das war aber auch fine so. Er war für Cleo wie eine Martina, nur eben in Männlich. Mehr oder weniger.
      Martina und Cleo schauten sich verdutzt an und es kam wie aus einem Münde "SOPHIE?!"
      Das kam wirklich mehr als Überraschend, denn eigentlich dachte man, bis sich die kleine wirklich etwas traut, würde die Welt untergehen. Nicht im bösen Sinne. Sophie war voll und ganz süßes Mädchen, ein Hingucker wenn man es so nennen wollte.
      "Das dürfen wir nicht verpassen" sagte Cleo und nahm erneut einen schluck Kaffee um sich daran zu verschlucken. Felix war unverbesserlich.
      Die Studentin wischte sich ihren Mund trocken und lachte verlegen "Sicher natürlich. Was man für Freunde nicht alles tut." Übel konnte man es dem jungen Mann nicht, Cleo war eine ausgezeichnete Fotografin, manch einer hätte sie Influencerin genannt. Natürlich kannte sie auch die Bilder von Tae-yang, war vielleicht ein kleiner Fan sogar. So oder so, hatte der junge Talent und war Fotogen.
      "Okay, mach ich..." Nickte Cleo schließlich "... unter einer Bedienung! Du lässt mich ein Mix meiner Produktion machen!" Das war auch ihre kleine Chance. Nicht um Felix und Sophie die Show zu stehlen, das würde sie Freunden nie antun, aber es gab genug Menschen mit Handys und Instagram. Viral gehen, hätte der jungen Frau vollkommen gereicht. Außerdem war es ihre Möglichkeit endlich Tae kennenzulernen.

      Zu schnell war die Pause vorbei. Cleo und Martina gaben Felix je ein Kuss auf die Wange um sich dann auf den Weg zu machen. Die nächsten Stunden hatten die beiden zusammen und der Hype war da, denn es hieß Aufnahmen. Auch wenn Cleo singen konnte war sie besser in Produzieren. Langsam holte sie einen Sticker aus der Tasche hervor und grinste M an "Rate mal was das hier ist" flüsterte sie.
      Martinas Augen weiteten sich "Nicht doch... Du hast es fertig?!" Cleo nickte.

      Ein eher kleines Gebäude auf dem Campus, abgelegen, mit mehreren Räumlichkeiten die als Aufnahmestudios dienten. Dort verbrachte Cleo ihre Zeit am liebsten und freute sich jedes Mal auf die Stunden mit ihren Kameraden.
      "Cleeeeeoooo!" ertönte eine Männer Stimme. Es war Nick, der beste Rapper aus ihrem Semester. "Ich hoffe du hast was gutes für mich!" Das Mädchen konnte nicht anders, als breit zu lächeln "Es hat Wochen gedauert, aber stellt dir vor, es ist fertig!" Der junge Mann lächelte zurück.
      Die Gruppe war nicht groß, 10 junge Menschen standen vor dem Gebäude und warteten auf ihren "Lehrer" der immer wieder gern mal zu spät kam. Das kotzte Cleo an. Wie oft hatte sie mit dem Mann gemeckert und ist deswegen nach Hause geschickt worden? Unzählige Male, doch der Kerl wusste, sie war eine der Besten.
      Mit 15 Minuten Verspätung standen Cleo, Martina und Nick in ihrem Raum, alle aufgeregt und neugierig auf die Arbeit des anderen.
      Die schwarze Prinzessin machte alles bereit, prüfte die Mikros, schloss die Boxen an, testete ihre Platte. Dann war es so weit. Cleo legte auf.
      Der Beat war so gut, dass die Wände zu beben begannen, was Nick hochfahren ließ und auch M war nach ein paar Sekunden im Takt. Die drei waren Party Tiere, Festivals und Raves waren wie ein zweites Zuhause, die Musik schlug in ihren Herzen und diese hatten sie auch im Blut.
      Die Aufnahmen waren spitze, so viel war klar und Cleo konnte es kaum erwarten, sie Felix zu zeigen.
    • Tae-yang Lee

      Tae und sein Freund Dang gingen an dem Tisch an dem Cleo, Martina und Felix waren vorbei. Mit einem ruhigen Lächeln nickte er ihnen kurz zu, dann setzten die beiden jungen Männer an einen Tisch nicht weit entfernt. "Da scheint ja was ab zu gehen", murmelte Dang, als sie schließlich setzten und sah noch einmal zu dem Tisch der dreien zurück. "Die Party Crew", lachte Tae und stocherte in seinem Salat herum. "Hast du die drei in Kombination jemals schlecht gelaunt gesehen? Ist doch ganz nett, wenn man so eine positiv geladene Gruppe ist.", fügte er noch hinzu, ehe er die erste Gabel in seinem Mund verschwinden ließ.

      "Psssst!", ermahnte Felix die beiden Frauen. "Das mit Sophie ist aaaabsolut Geheim! Die Bombe soll erst heute Abend platzen. Ich bin mit meiner Gitarre da und sie mit ihrer... Aaah...", Felix schien zu überlegen. "Diese Holzkiste zum drauf trommeln. ihr wisst schon. Meine Gehirnzelle schläft noch.", lachte er. "Schätzchen,", er setzte einen gespielt ernsten Blick auf, als Cleo ihre Bedingung stellte und sah sie übertrieben kritisch an. "Ob ich dich wirklich den Abend ruinieren lassen soll...", überlegte er laut, natürlich ohne es ernst zu meinen. Dann konnte er sich nicht mehr beherrschen und grinste doch wieder. "Du darfst spielen was du möchtest, is ne offene Bühne! Ich guck aber das du direkt nach mir dran kommst. So große Gerätschaften wie du da brauchst haben die eigentlich da, sollte also kein Problem werden. Ich mach auch für dich Stimmung und verwackelte Videos wenn du magst!", bot er ihr an, wobei jeder wusste, wie chaotisch sein Profil war und seine Storys immer aus verwackelten Bilder oder Videos bestanden, man von Glück reden konnte, wenn dir richtige Kamera an war und er nicht aus versehen und ohne weiter darauf zu achten Selfies machte oder die Straßenlaterne fotografierte. Es gab wirklich Sachen, die er besser beherrschte, als sein Smartphone.

      "Was steht bei dir gleich an?", fragte Dang. Tae zog die Schultern hoch, während er seinen letzten Bissen kaute. "Ich geh gleich in die Bib, ich muss mal noch n bisschen was übersetzen von grade... Kam heute garnich klar.", seufzte er. "Ich hab dann gegen eins nochmal Kulturstudien aber...", unmotiviert zog er die Schultern hoch. "Da wälz ich grade irgendwie lieber Bücher.", grinste er schließlich.

      Dang und Tae-yang verabschiedeten sich von einander. Dang musste wieder nach oben, während Tae entspannt im Erdgeschoss zur Bibliothek wanderte. Mit einem leise, tiefen summen suchte er sich einige Lexika und Übersetzungsbücher aus den Regalen, von denen er sich Hilfe versprach. Manchmal wünschte er sich, er hätte kein ganz so trockenes Studium gewählt. Doch was sollte er schon mit einem Kunststudium anfangen? Die Stimme seiner Mutter, die ihm die Idee mehr oder weniger ausgeredet hate, rasselte durch seinen Kopf, während er sich einen Platz suchte und sich schließlich setzte. Die Bib war wie leer gefegt, was er nicht unbedingt schlimm fand. Er zog seinen Laptop aus dem Rucksack und öffnete seine Notizen. Dann begann er sich die Wörter zu übersetzen, Grammatik nachzuschlagen und so schusterte so an seiner Mitschrift, bis er einen Sinn daraus schließen konnte. Am Anfang des Kurses hatte er sich noch Muttersprachler geklammert, um zumindest ein Grundwissen zu bekommen. Doch die Zeit war vorbei. Seufzend blätterte er sich von einem Buch zum nächsten um jeden kleinen Funken hilfreiche Information heraus zu ziehen.

      Als er das nächste Mal auf die Uhr sah klappte er hektisch seinen Laptop ein, räumte die Bücher weg und sprintete fast schon aus dem großen Saal. Er war so in einem Text versunken, dass er seinen nächsten Kurs fast verpasst hatte. Mit seinem Rucksack auf den Rücken sprintete er die Treppen hoch um ins nächste Geschoss zu kommen. "Shit", fluchte er leise, bevor er sehr knapp in den Saal schaffte. Natürlich ruhten die Blicke auf ihn, doch das war er mehr oder weniger gewohnt. Er nickte kurz den anderen Studenten zu, setzte sein Lächeln auf und suchte sich einen freien Platz. "Hey.", begrüßte er die Frau neben sich kurz, ohne Ahnung zu haben, wer sie war. Wenn er sich richtig erinnerte hatte er noch nie neben ihr gesessen. Er zog seinen Laptop aus der Tasche, während er Professor die Vorlesung bereits began.
      Man muss noch Chaos in sich haben,
      um einen tanzenden Stern gebären zu können.
    • Cleo

      Draußen im Park auf dem Campus wartete Alex auf seine Freundin, die mit einem breiten lächeln und ihren zwei Freunden auf ihn zuging.
      Eine kurze Raucherpause, bevor es in die nächste Vorlesung ging.
      "Du bist aber gut drauf" gab Alex Cleo einen Kuss.
      "Ich habe auch einen Grund dazu" antwortete sie und wedelte mit einer CD vor seiner Nase. "Das hörst du aber erst, wenn es wirklich fertig ist" gab sie stolz dazu. Die vier Standen eine Zigarette lang da und unterhielten sich über Musik, bevor Nick und Alex verschwanden. Auch Cleo machte sich mit ihrer besten Freundin auf den Weg in den nächsten Saal. Der Vortrag über moderne Musik und die Produktion war mehr als interessant und die Studentin machte sich Notizen. Nach zwei Stunden intensives zuhören und schreiben klappte sie schon fast enttäuscht ihren IPad zu und schaute zu Martina.
      "Also, wollen wir was essen gehen? fragte sie mit einem lächeln, das sofort verschwand.
      "Sorry süße, morgen. Ich habe meinen Eltern versprochen dass ich um 3 zuhause bin. Mom hat für alle entschieden, dass wir jetzt öfters zusammen essen" zuckte M entschuldigend mit den Schultern.
      Manchmal wünschte sich Cleo auch so eine Mutter, der es wichtig wäre, dass alle zusammen Zeit verbringen, auch wenn es nur für eine gemeinsame Mahlzeit wäre. Nicht mal Weihnachten verbrachten sie als Familie gemeinsam.

      Zuhause war es Still. Wie immer.
      Cleo zog ihre Springer aus und warf sie einfach in die Ecke des Flurs. Der Tag war eine Mischung aus höhen und tiefen genau wie ihre Stimmung.
      Als sich die Studentin auf den Sofa fallen ließ vibrierte ihr Handy. Es war M die sie erinnern wollte, sie hole sie um 19 Uhr ab. Cleo entkam ein müdes seufzen. Eigentlich hatte sie keine Lust mehr, aber abzusagen, hätte alles nur schlimmer gemacht und die Einsamkeit würde die junge Frau nur noch mehr runterziehen, also schickte sie nur ein Herz als Antwort. Das musste reichen.
      Cleo entschied sich die Zeit zu nutzen und ging in ihr Zimmer, dort machte sie ihren PC an und hörte sich die CD an.



      Es waren wirklich gute aufnahmen, aber nicht bereit für den Abend. Also schloss sie ihren Mischpult an und fing an einen Mix zu machen. Sie hatte schon eins, das gar nicht übel war, so wollte sie dem einen letzten schliff verleihen. Eine perfekte Partymusik die zum tanzen und springen einlud. Und genau Felix sein Geschmack. Der Gedanke ließ sie schmunzeln. Nein, zuhause zu bleiben war keine Option gewesen.
      Der Blondschopf würde schon für Stimmung sorgen, erst recht mit Martina zusammen. Sie brauchte nur ein passendes Outfit.
      Grade, als Cleo sich an ihren Kleiderschrank ranmachen wollte, ertönte eine Stimme von unten, die ihren Namen rief.
      Emma hatte das Essen fertig und bat die junge Dame runter in die Küche.
      Auch wenn Cleo keinen großen Hunger hatte, so musste sie etwas essen, erst recht, wenn sie später etwas trinken wollte. Außerdem hätte Frau Schmidt die Studentin nicht mit leeren Magen rausgelassen. Manchmal war die alte Haushälterin ganz wie eine Oma. Sie kümmerte sich so gut um Cleo, auch wenn diese schon erwachsen war. Das war nicht von Bedeutung. In den Augen von Emma war Cleo immer noch das kleine Mädchen in rosa Kleidern.
      "Ich komme heute spät, also brauchst du nichts kochen zu Abend" sagte Cleo und schob sich eine Süßkartoffel in den Mund.
      "Gut. Dann lege ich dir einen Snack bereit, damit du mir nicht mit leeren Magen ins Bett gehst" nickte Emma und setzte sich zu Cloe mit einer Tasse Kaffee. "Hör mal, das heute morgen war nicht böse gemeint. Ich wollte dich nicht kränken..", "Ich weiß dass du es nur gut gemeint hast Emma, aber bitte, mach dir keine Gedanken wegen mir und meinen Eltern. Die Beziehung ist wie sie ist. Immerhin habe ich dich und dein lecker essen!" lächelte Cleo die alte Frau liebevoll an. Da war was wahres dran, ohne sie, wäre es in dem Haus wirklich leer. So hatte Cleo mindestens jemanden an ihrer Seite.

      Nach dem essen lief Cleo in ihr Zimmer und suchte sich ein Outfit zusammen, was gar nicht so schwer war mit nur einer Farbe im Schrank.
      Was sie mehr Zeit kostete war das Make-Up. Ihre Augenbrauen wollten nicht so unbedingt wie Cleo es sich wünschte und der Eyeliner war schon halb ausgetrocknet. Trotzdem war das Ergebnis hinreißend.
      Mit einem Bild für Instagram war sie dann auch schon fertig.


      #Party - Altstadt Pub

      Pünktlich um 19 Uhr war auch M da mit ihrem Fahrer und die beiden Mädchen waren sogar kurz nach 8 da. Zu ihrer Überraschung standen vor dem Laden erstaunlich viele junge Leute, die wahrscheinlich warteten, bis sie rein konnten.
      Martina schnaufte und murmelte etwas unter der Nase, dann holte sie ihr Handy raus. "FEEEELIX! Wir sind draußen und bei Gott, wenn du denkst, wir stehen in der Schlage, schlage ich dich!"
      Cleo grinste frech, holte eine Zigarette raus und zündete sie an. Es musste ein geiler Abend werden.

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    • Tae-yang Lee

      Die Zeit der Vorlesung verfolg ohne viele Worte. Gelegentlich war er einen Blick auf sein Handy. Eine Nachricht von seiner Mutter 'Heute Bulgogi, wann bist du da?'. Ein sanftes Lächeln legte sich auf sein Gesicht. Nichts ging über seine Mutter. 'In ner halben Stunde ist schluss Oh-ma. Komme dann direkt.', antwortete er ihr, ohne den Fokus auf die Vorlesung zu verlieren. Und dann war es endlich soweit. Er klappte den Laptop zu und verließ auf schnellsten Weg die Uni, um die kommende Straßenbahn zu erwischen.

      Zuhause angekommen setzte er seinen Rucksack an der Treppe zu seiner Wohnung ab, zog seine Schuhe daneben aus und ging in Richtung Wohnzimmer seiner Mutter. "Oh-maaa", rief er mit einem grinsen im Gesicht. Eine Antwort kam aus der Küche. Der Geruch verriet ihm bereits, dass sie mitten am kochen war. "Aaaaaanyeooong!", begrüßte Tae-yang seine Mutter, welche einen guten Kopf kleiner war, mit einer laaangen Umarmung. "Wie wars heute?", wollte die Frau direkt wissen, während Tae sich eine Kochschürze umbund um seiner Mutter zu helfen. Er zog die Schultern hoch. "Russisch war schwierig... Ich hatte zwischendurch wieder dieses Drücken.", berichtete er und zeigte auf seinen Brustkorb. Vermutlich sollte er mal wieder zu einem Arzt. Tae-yangs Mutter kochte in ruhe weiter, während ihr Sohn einen Salat zusammen schnippelte." Ich gehe heute Abend noch weg. Felix spielt heute. Wahrscheinlich auch noch andere.", erzählte er lächelnd. Seine Mutter nickte. "Trink nicht so viel." Tae-yang seufzte leise. "Ich weiß.", beruhigte er die Frau. Dann deckte er den Tisch für zwei Leute. Nächste Woche würde sein Vater wieder da sein.

      Nach dem gemeinsamen Essen drückte Tae seine Mutter noch einmal, drückte ihr einen Kuss als Dankeschön auf die Wange und verschwand nach oben. Sobald seine Tür verschlossen war ließ er Musik von seinem Handy spielen und ließ es sich nicht nehmen mit zu singen. Erneut lief koreanischer Rap. Etwas, wovon er wahrscheinlich niemals genug bekommen könnte. Wie meistens ließ er sich auf seinen Sitzsack im Wohnzimmer fallen. Sein Lieblingsplatz. Hier war immer alles gut. Entspannt zog er sein Handy hervor. Es wurde wirklich Zeit, dass er sich ein neues Zulegte. Teilweise konnte man Glasstücke vom Display abpopeln. Er öffnete Instagram.

      IMG_20211118_151702.jpg#Dang jetzt bist du auch hier zu sehen. Kann sich wer erbahmen und den rechten Typ daten? Der klebt immer so an mir. #SendHelp

      Er grinste fies, genau wissend, dass der Post Dang ärgern würde. Doch dieses gegenseitige necken war fast schon normal bei ihnen gewesen. Den Rest des Tages verbrachte er auf Youtube, auf der Suche nach neuer Musik und neuen Ideen fürs Papier. Dann, um 19 Uhr zog er sich um. Dann erinnerte er sich an Felixs Bitte.

      591fe18c-3a1c-4b10-a92a-2d76803d21b6.0ae0eb7efebc8da4ab274e7ade474d3e.jpeg#AltstadtPub - wer Lust hat lokale Künstler kennenzulernen, nen tollen Abend zu haben und zu supporten kann rum kommen. #Felix spielt heute. Kommt ran, der freut sich.

      Ihm war nicht danach sein Gesicht auf dem Bild zu zeigen. "Oh-ma, bis morgen!", rief er noch, bevor er zur Tür hinaus ging. Wer weiß, wann er heute nach Hause kommen würde. Da noch eine halbe Stunde Zeit war beschloss er in die Altstadt zu laufen. Von seinem Zuhause aus ließ sich alles angenehm schnell erreichen. Wenn nicht zu Fuß, dann mit der Straßenbahn.

      Felix hielt sein Handy von seinem Ohr weg als ein schrilles "FELIIIIIIIX" durch den Hörer Pfiff. "Ich komm raus, Honey!", sagte er lachend, dann kam er durch den Mitarbeitereingang heraus. Die beiden zu finden war keine große Kunst. Sein 'M.-Cleo-Radar' würde die beiden überall finden. "Hallo ihr zwei Sonnenstrahlen!" Beiden verpasste er eine feste Umarmung zur Begrüßung. Dann sah er sich um. "Tae-yang ist bestimmt auch gleich da, ich schmuggel euch hinten rum rein." Er nahm Cloes Hand, zog einmal an der Zigarette und ließ sie dann wieder los. Manchmal brauchte er das, weigerte sich allerdings selbst welche bei sich zu haben. Es dauerte nicht allzulange, da sah er ein bekanntes Gesicht auf die drei zukommen. "Aaah der schwarze Ritter. Oder so." Grinsend löste er sich von den beiden Frauen, rannte förmlich auf Tae-yang zu und sprang ihn an. "Felix!", rief Tae fast schon erschrocken, als einer seiner besten Freunde sich an ihn hing und sich mehr oder weniger tragen ließ. Tae-yang lachte und legte seine Arme so um Felix, dass er ihn angenehmer tragen konnte. So ging er zu Cloe und M. "Hey. Mich hat hier was angesprungen, wo kann ich den abgeben?" fragte Tae-yang mit seiner dunklen Stimme und konnte sich ein grinsen nicht verkneifen, als er sich vorstellte, wie seltsam das gerade aussehen musste.
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      um einen tanzenden Stern gebären zu können.
    • Cleo

      Es dauerte nicht lange, schon stand Felix bei den beiden Mädels und grinste über beide Ohren. Das liebte Cleo an Felix, sein ansteckendes Lächeln. Kaum war er da, schon vergriff er sich an Cleo's Zigarette - nicht dass es etwas neues wäre.
      Alle beide erwiderten seine Umarmung und gaben den süßen einen Bussi. Cleo liebte Felix, der Junge war einfach bezaubernd und seine Aura hatte etwas magisches an sich.
      "Wenn ich HIV kriege oder andere schwule Krankheit, bringe ich dich um" sagte sie ernst, lachte jedoch gleich und nahm einen Zug.
      M klatschte in die Hände. "Wie Profis! Richtige VIP's!" Erneut musste Cleo lachen. Was war mit ihren Freunden nur los? Ihre Stimmung besserte sich sofort und die Einsamkeit ging verloren. Genau hier war sie richtig. Bei den richtigen Menschen.

      Mit einem breiten grinsen beobachteten die zwei junge Frauen Felix und seine Zuneigung Tae gegenüber.
      "Ganz ehrlich, die wären schon ein süßes Paar" kicherte Cleo und M nickte nur energisch ehe sie eine freundliche Umarmung Tae schenkte. Cleo beschloss es bei einem lächeln und winken zu belassen. "Hallöchen" sagte sie und wunderte sich über den süßen klang ihrer Stimme.
      "Den kannst du mir gleich zurück geben!" kicherte Martina und öffnete ihre Arme.
      Es war November und Abends schon sehr frisch, was man an M's zittern sehen konnte. Auch Cleo hatte schon Gänsehaut am ganzen Körper.
      "Am besten gehen wir gleich rein" sagte Cleo und zog ihre Maske wieder hoch. M nickte und an Felix gekuschelt ging sie vor, sodass Cleo bei Tae hinten blieb.
      Die sonst so Gesprächige Studentin, verwandelte sich in ein kleines, schüchternes Mädchen.
    • Tae-yang

      Lächelnd umarmte Tye Martina und drückte ihr in dem Atemzug direkt Felix an die Backe, welcher sich auf seine Füße stellte, sich aber schlaff an Martina lehnte, um es ihr nicht ganz so einfsch machen. "Hey Cleo.", begrüßte er sie mit einem Lächeln. Es war schon seltsam. Sie hatten Felix als besten Freund und mit M. kam Tae auch gut aus. Doch als vierer Gespann hatten sie noch nie etwas erlebt. Und man konnte ebenfalls nicht behaupten, dass sie sich besonders gut kennen würden. Er wuschelte seinem guten Freund durch die Haare und kniff ihm in die Wange. "Lass dich von ihr nich auffressen.", grinste er, während er beobachtete, wie M sich an Felix kuschelte um sich aufzuwärmen. Tae frierte nicht. Zumindest noch nicht. Er war kälteren gewohnt. Um die alten Gewohnheiten aus Kanada nicht zu verlieren zögerte er das frieren so lange wie möglich hinaus. Meistens began das frieren und sich wirklich warm anziehen erst nach den ersten zehn Tagen im Dezember.

      Tae-yang sah Felix und M. hinterher. "Muss ich mir sorgen machen, dass sie ihn mir ausspannt?", fragte er scherzhaft und gab Cloe ein Zeichen, dass sie vor gehen solle. Es erschien ihm vor ihr zu gehen und dank den Menschen die darauf warteten hinein zu dürfen ließen mehr als eine kleine Lücke zum durch gehen kaum zu. "Felix erzählt oft von dir und M. Von euren gelegentlichen Eskalationen in Bars und Clubs zu dritt. Wird bestimmt witzig euch zuzugucken, wenn Felix fertig ist.", erzählte Tae grinsend. Einige der Geschichten kamen immer wieder ins Gespräch, sobald einer der drei Namen fiel.
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    • Cleo

      Das Mädchen grinste frech. "Wer weiß. M ist halt schon eine Irre, man weiß nie was ihr in den Kopf schießt!" lachte sie. Das stimmte auch.
      Manchmal kam Martina wirklich auf die verrücktesten Ideen - nicht dass es Cleo störte. Ganz im Gegenteil war sie immer die erste, die ihre
      Hand hob und bereit war durchzustarten, egal wie bescheuert die Aktion auch werden sollte.

      Cleo freute sich schon auf die Wärme, welche schon nach draußen strahlte, als sie mit Tae die Tür erreichte. Dass es ein Kampf war, an diese zu gelangen sah man der Studentin an - oder eher an ihrem genervten blick. "Wer hat die denn alle eingeladen?!" fragte sie ironisch und schaute ihren Begleiter mit großen Augen an.

      "Felix redet viel und gerne. Erst recht wenn es was getrunken hat" grinste Cleo, aber das Stimmte. Ab und zu mussten sie und ihre beste Freundin von der Security beruhigt werden. "Naja, wir sind ganz irre weißt du?" betonte sie mit einem kreisen an ihrer Schläfe. "Echt, wir haben sie nicht mehr alle" lachte die junge Frau anschließend. "Aber ich will nicht spoilern" sagte sie dann ernst und schnippste Felix zu sich. "Boy, wo kann ich meinen Schatz hin packen?" fragte Cleo und hob ihre Schwarze Tasche hoch. Martina lächelte wie ein kleiner Teufel und man konnte ihr die Freude schon ansehen.
      Dann zog sie ihre Maske runter um sich ein pinkes Kaugummi in den Mund zu stopfen. "Auch eins?" fragte Cleo und richtete die bunte Packung in Tae's Richtung. "ICH BRAUCHE BIEER!" schrie M und lief zur Bar um nach einen Augenblick mit 4 Flaschen zurückzukehren. "Auf einen irren Abend!" lachten die beiden Mädchen teuflisch.
    • Tae-yang Lee

      Tae zog die Schultern hoch. "Wer weiß wen Felix angequatscht hat. Und wem er erzählt hat wer schon alles zugesagt hat." Mit so einem Ansturm hatten die Leute die das Pub am laufen hielten wohl eher nicht gerechnet. Eigentlich hatten sie einen gemütlichen Abend geplant, mit einer kleinen Bühnen in der Ecke für die, die etwas klimpern wollten oder andere mit ihren gesang beglücken wollten. Oder eben belästigen. Je nachdem wer da war. Auch Tae stand schon einmal auf dieser kleinen Bühne. Gut angetrunken hatte er mit Dang, gut angetrunken, irgendetwas von sich gegeben. Doch vermutlich war es irgendein koreanischer Rap gewesen. Denn das war die einzige Form von 'Gesang', die Tae mit seiner Stimme bei sich erträglich fand.

      Felix nahm Cloe die Tasche ab und stellte sie zu seinem eigenen Gepäck. In die Ecke würde niemand kommen, ohne das er es mitbekommen würde. Sophie saß bei dem Gepäck, ohne das sie wusste, was sie mit sich anfangen sollte. Sie gehörte nicht wirklich zu diesem Freundeskreis. Sie wollte es auch garnicht. Wie üblich hatte sie sich von Felix nur wieder in irgendwas reinreißen lassen. Tae hob eine Hand und lehnte so das Kaugummi ab. "Nein danke...das passt so schlecht zu Bier.", entschuldigte er sich und wollte gerade selbst zur Bar gehen, als M. schon mit den vier Flaschen anspaziert kam. "Honeeeey was wäre ich ohne dich?", griff Felix sich eine der Flaschen und gab sie an Tae weiter. Grinsend nahm er sie entgegen. "Danke!" Taes Erziehung zeigte deutlich, dass er sich für fast alles entschuldigen oder bedanken wollte. Felix nahm M eine weitere Flasche ab und hob diese hoch. "Mädels.", damit meinte er auch Tae, aus Prinzip. Immerhin war er Felixs kleiner Goldschatz. "Auf euch, das ihr da seid und darauf und dass dieses alte, wunderschöne Pub nach dem heutigen Abend noch stehen möge.", kündigte er groß an, stoß mit allen an und trank dann dann einen Schluck mit einem zufriedenen Lächeln. Tae stieß ebenfalls mit den dreien an und tat es Felix nach, mit dem Unterschied, dass er den halben Inhalt der Flasche in einem Zug verschwinden ließ. Heute Abend ging es ihm gut. Er wollte die Zeit nutzen, bevor sein Magen sich wieder einmischte.
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    • Cleo

      Mit einem Schulterzucken packte das Mädchen ihre Kaugummis wieder weg. Wie immer landeten diese in ihrem BH, genau wie das Feuerzeug. "Ja.." sagte sie mit noch hartem Kaugummi "...der Typ hat echt Kontakte"
      Das klimpern der Flaschen danach zauberte Cleo wieder mal ein lächeln im Gesicht. Oh ja, das hat sie nach dem langen Tag gebraucht. Vor allem konnte sie endlich mal die Sau rauslassen ohne dass Alex alle paar Minuten um die Ecke kam und rumheulte. Ständig hieß es "Trink nicht so viel" oder "Cleoooo, zieh dich wieder an!" Der Kerl war eifersüchtig ohne Ende. Nicht nur das. Dauerhaft kontrollierte er sie, fragte bei jedem jungen den er nicht kannte wer es sei und von Instagram brauchte man gar nicht anfangen. Nur eine Sache war an dem typ gut. Er hatte sich nie eingeladen, was bedeutete, Cleo konnte abschalten.

      Mit großen Augen beobachtete Cleo wie Tae mit einem Zug die Flasche halb trank und beschloss nicht schlechter zu sein. Sie setzte wieder ein, trank ihr Bier auf ex um dann mit einem Rülpser Martina und Felix zum lachen zu bringen. Das Geräusch war echt nicht ohne und wenn sie wollte, könnte Cleo das ganze Alphabet rülpsen. Dann griff sie in ihr BH und holte eine kleine durchsichtige Tüte heraus, gefüllt mit buntem Zeug. M's Augen weiteten sich "Wie geil!" Eigentlich nahm Cleo keine Drogen, aber heute wollte sie es krachen lassen, Montag hin oder her. Ein kleiner Diamant landete auf ihrer Zunge während Martina sich für das pinke Zeug entschied. Nach ein paar Minuten waren ihre Pupillen schwarz und beide Mädchen in Bomben Stimmung.

      "Hahahaha! Weißt du noch im Sommer?!" weinte M vor lachen "Als wir auf der Hausparty von Alex waren und danach die ganzen Möbel im Garten landeten haha!" Cleo kicherte ohne ende "Jaaaa hahaha am nächsten Tag wollten seine Eltern alles ins Haus bringen lassen aber einige von uns haben drin gepennt! Hahaha" Die Mädels lachten sich schlapp und auch Felix lag fast auf dem Boden vor gekicher. Das war erst der Anfang des Spaßes.
    • Tae-yang Lee

      Tae konnte nicht anders, als Cloe zu applaudieren und zu lachen, als sie die leere Flasche absetzte und das Rülpsen heraus kam. "Nich schlecht." "Tae, hilfst du uns?", hörte er Felix fragen, als er sich von der Erzählung von Cleo erholt hatte. Trotz der guten Stimmung musste er noch seine Sachen vorbereiten. Bald dürften nämlich alle in das Lokal kommen. Gemeinsam baute Tae mit Felix seine Bühnensachen auf. Als sein Mikrofon stand und angeschlossen war stellte sich Felix hinter das kleine Mischpult, welches vom Pub gestellt war. "Tae, red einfach mal ein bisschen was. Ich guck das ich alles eingestellt bekomm.", wies er seinen Freund an. Mit einem seufzen stellte Tae sich ans Mikrofon und beugte sich etwas nach vorne, um die Höhe nicht noch einmal verstellen zu müssen. "Und was soll ich sagen?", ließ er durch das Mikrofon schallen. "Irgendwas, durchgehend. Bis ich dir sag das du aufhören sollst." Tae seufzte in das Mikrofon, bis er sich dazu entschied einfach durchgehend "Aaaaaah", zu sagen. Felix sah zu dem jungen Mann und schnaubte. "Komm schon, lass dein zartes Stimmchen erklingen! Wie mit Dang damals, glaub ja nich ich hab das vergessen! Noch sind wir alleine.", stichelte er Tae an. Dieser holte Luft und fing an einen Song der ihm im Kopf herumschwirrte zu rappen. Und das tat er auch nur Felix zu liebe. Als Felix schließlich sein Zeichen gab verstummte er wieder und leerte die Flasche in seiner Hand nun endgültig. "Perfekt!", grinste er den koreanischen Jungen an und kam wieder zu den Mädels. "Ich weiß ihr seid schon gut drauf aaaaber ihr blamiert mich bitte nich mit eurer guten Laune." Beide Mädels bekamen von ihm einen Kuss auf die Wange. "Und denkt dran was zu filmen?", erinnerte er die beiden noch einmal.

      Wenig später hörte man, wie die Eingangstür geöffnet wurde und die Schaulustigen sich in das Pub drängten. Die Mitarbeiter hatten den Bereich zur Bühne provisorisch mit Tischen abgegrenzt, da es doch einiges mehr Besucher gab, als erwartet. Viele drängelten sich praktisch nach vorne. Tae fand den Anblick etwas befremdlich, immerhin ging es hier nur um ein Akustik Konzert. Die meisten sahen eher danach aus, als ob sie ein Rock Konzert mit viel Stimmung erwarteten. Sophie hatte sich inzwischen bereit gemacht. Felix, der seine inzwischen leere Flasche mit einer Flasche Wasser ausgetauscht hatte, hatte sich ebenfalls bereit gemacht. Ca 10 Minuten später fing er schließlich an zur Begrüßung sein erstes Lied zu spielen. Ein ruhiges Cover von Ed Sheeran klang durch den Raum und selbst die Zuschauer, welche eher auf etwas Energiegeladenes gehofft hatten wurden ruhiger. Tae setzte sich vor einen Tisch, sie hatten das Glück auf der Seite der Bühne zu sein und zog sein Handy aus der Hosentasche. Er öffnete seine Kamera und Filmte direkt den ersten Refrain mit. Es war immer wieder seltsam zu sehen, wie gefühlvoll Felix diese Lieder rüber brachte, wenn man wusste, welche Musik er eigentlich bevorzugte. Er und Sophie waren ein harmonisches Paar auf der Bühne, auch wenn sie unterschiedlicher nicht hätten sein können. Er wechselte auf die Innenkamera, schnitt eine Grimasse und hielt das Handy dann über den Tischrand um auch etwas vom Publikum für seine Story zu posten. Das 30 Sekunden lange Video lud er schließlich in seiner Story hoch und verlinkte Felix auffällig darauf. Immer wieder blickte er zu Cloe hinüber. Nie besonders lange oder auffällig, jedoch jedes Mal lange genug um ihr Outfit zu betrachten, welches gefühlt überall aus der Menge stechen könnte. Doch auch das passte nicht zu der Musik zu Felix. Entweder war es ihr egal gewesen, oder sie hatten nachher noch etwas vor.
      Man muss noch Chaos in sich haben,
      um einen tanzenden Stern gebären zu können.
    • Cleo

      Cleo schnappte auffällig zickig und verschränkte ihre Arme vor der Brust "Als ob ich peinlich wäre!" rollte sie mit den Augen. M lachte nur und holte noch mehr Bier für die beiden, denn nüchtern, wollten sie auf keinen Fall bleiben. Während die Jungs sich um die Bühne kümmerten machte Cleo ab und zu ein Bild und postete es in ihrer Story mit #KLEINER Auftritt. Dazu markierte sie alle anwesenden. "Ich und peinlich" murmelte sie unter der Nase während sie noch ein Bild von Felix's hintern Knirpse.
      Noch bevor die Bude richtig voll war, hatte Cleo schon ein sitzen doch dies hinderte sie nicht. Auch nach dem einem oder anderem Bier waren ihre Bilder grandios.
      Den Spaß bremste Tae, oder besser gesagt seine Stimme. Cleo kippte fast ihre Flasche um. Natürlich wusste sie, dass der Typ eine super heiße tiefe Stimme hatte, aber ihn rappen zu hören war eine ganz andere Nummer.
      "Ich will ihn" sagte Cleo ernst während ihr blick immer noch am Tae klebte.
      M verschluckte sich an ihrem Bier. "Du bist doch mit Alex zusammen!" gab sie von sich und versuchte ihr Makeup am Kinn nicht zu verschmieren.
      "Nicht so du Dummbatz" lachte sie "Für meinen Song. Okay, ich will seine Stimme, ah was weiß ich. Aber er klingt einfach... Ich weiß nicht.." Somit schaffte es ein Mann sie am selben Tag gleich zwei Mal mundtot zu machen. Martina lächelte nur. Natürlich wusste sie was ihre beste Freundin meinte.

      Als Felix und seine Partnerin anfingen zu spielen, waren die beiden Mädchen dezent Überrascht und schauten sich verdutzt an.
      "Ich dachte er macht eine andere Art von Musik..." sagte Cleo geschockt und Martina nickte nur, während sie mit ihrem Handy das ganze Lied aufnahm. Im großen und ganzen war es eine super Performance doch überhaupt nicht Felix ähnlich. "Vielleicht ist er verliebt" erlaubte sich M einen Witz, doch unmöglich wäre es nicht. Gab es da etwas, was die beiden von ihm nicht wüssten? Eins war klar. Cleo wollte ihn unbedingt zur Rede stellen. Ab und zu warf die schöne einen blick zu Tae, denn dass er auch sie anschaute, ist ihr nicht entkommen.
      Also leerte sie ihr nächstes Bier und ging auf den jungen zu.
      "Naaaaa, machste schön deine Story voll?" lachte sie und warf sich ihm um die Schulter "Hey, lass uns mal ein Selfie machen!" Ohne auf seine Antwort zu warten schnappte sie sich sein Handy und machte ein Bild. Darin war sie Profi, egal in was für einem Zustand, es sah alles gewollt aus. Dann gab es ein zweites Foto für ihre Story mit ihrem Handy, doch diesmal bekam Tae einen Kuss auf die Wange.
    • Tae-yang Lee

      Als Tae sein Handy herunter nahm merkte er, dass jemand eine neue Flasche auf den Tisch stellte und in seine Richtung schob. Er drehte sich um und sah einen Bekannten, den er nicht von der Uni kannte. Er winkte ihm dankend zu und griff dann nach der Flasche, welche er wieder im ersten Zug halb leerte. Eine Angewohnheit von ihm, die erst fast schon unbewusst durchzog. Er sah etwas überrascht zu Cleo welche sich mehr oder weniger zu ihm auf den Boden warf. Er lachte kurz und leise, während er nickte. "Klar. Hatte ich ihm versprochen", bestätigte Tae ihre Vermutung.
      Zum Glück war Tae fotogen. Selbst auf spontanen Fotos, ohne Vorwarnung oder sonstiges, schaffte er es halbwegs passabel auszusehen. Zumindest für seine Ansprüche. So legte er sein typisches Gesicht auf sobald eine Kamera auftauchte, ein selbstsicherer, geheimnisvoller Blick, begleitet von einem Lächeln, das man vermutlich auf 100 verschiedene Arten interpretieren konnte und nahm sein mitgenommenes Handy wieder in seine Hand. Tae wusste, dass Cleo Wert auf ihr Profil legte. Das merkte man, sobald man darauf landete. Er konnte von Glück reden, wenn er daran dachte regelmäßig was von sich sehen zu lassen. "Ja klar kein The-", sein Satz wurde von Cleos zweiter Selfieidee unterbrochen. Statt seinem 'Kameragesicht' sah er dieses Mal eher ertappt aus. Irgendwann war es zur Normalität geworden, dass Leute Bilder mit ihm machten. Doch darauf war bis jetzt noch niemand gekommen. Irritiert blinzelte er ein paar Mal. "Ehm." Tae-yang räusperte sich. "Kein Thema.", beendete er nun den Satz. Felix war die ganze Situation natürlich nicht entgangen. Er hatte sie genau im Auge gehabt, spielte jedoch seine Lieder seelenruhig weiter. Tae sah vor zur Bühne und Hakte diese seltsame Situation von gerade gedanklich ab, während er seine Flasche leerte. Das Cleo gerade nicht ganz nüchtern war hatte er schließlich mitbekommen. Dann runzelte er die Stirn und sah sie doch wieder an. "Bist du nicht mit diesem Typ zusammen? Alex oder so?", fragte er schließlich, als ihm auf ging, wo sie dieses Bild gerade hochgeladen hatte. Er wusste nicht viel über Alex und hatte keine Ahnung, ob er Eifersüchtig war. Jedoch musste es nicht sein, dass sie sich mit sowas in Schwierigkeiten brachte.
      Man muss noch Chaos in sich haben,
      um einen tanzenden Stern gebären zu können.
    • Cleo

      Nach wenigen Sekunden war das Bild schon online und die Herzen flogen massenweise. Das war sie gewohnt, innerhalb von Minuten hinderte Likes zu bekommen, von den Kommentaren abgesehen. Diese wollte sie jedoch im Moment nicht lesen.
      Sie wusste, sie sah perfekt aus, erst recht, wenn sie ihre Schokoseite zeigte. Ihre Haare, ihre Augen und auch das Outfit - alles passte ideal. Stolz auf die zwei Bilder lächelte sie vor sich hin und nahm noch einen Schluck von ihrem Bier. Dieses lächeln verschwand jedoch ganz schnell, als Tae ihren Freund ansprach. Cleo schenkte ihm einen bösen blick. "Was soll das jetzt? Anstatt es zu genießen und einen schönen Abend zu haben, willst du es so kaputt machen? Mit solchen dummen Fragen? Ich habe vor mich von ihm zu trennen, wenn es dich so sehr interessiert!" Dann stand sie auf und ging zur Bar um sich ein neues Getränk zu holen, denn ihre Flasche war inzwischen leer. Martina sah schon vom weiten, dass etwas nicht stimmte und ging sofort zu ihr.
      "Was ist passiert?"
      "Ah nichts. Ich habe Tae doof angemotzt. Ich hab ihn n Bussi gegeben und machte ein Bild. Naja, dann kam er halt mit Alex an. Ich sagte er würde die Stimmung kaputt machen und ließ ihn allein zurück" erklärte Cleo und warf einen Blick zurück. Der junge war so schön, dass es schon verboten werden sollte. "Gott... wie soll ich ihm jetzt nur in die Augen schauen!" ärgerte sie sich und haute mit dem Kopf auf dem Tresen. "Hör mal, das wird schon. I mean... Felix wird bestimmt wissen was zu tun ist!" versuchte M ihre beste Freundin aufzumuntern und suchte blickkontakt zu Felix, der grade aber komische blicke mit Tae austauschte. Cleo war verzweifelt. Wieso fuhr sie ihn nur so an? Sie verstand sich selbst nicht mehr, machte sich sorgen, sie wäre diejenige, die die Stimmung kippte. Am liebsten wäre sie im Boden versunken.