Wonderful Present [OPEN]

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    • Wonderful Present [OPEN]

      21 December 1871
      London, England


      Der Schnee, der in stetig wachsenden Flocken vom Himmel fiel, legte sich wie eine weiße Decke auf die Hausdächer und die gepflasterten Straßen. Die meisten Geschäfte waren noch hell erleuchtet und beinahe überall hingen bunte Dekorationen aus Perlen, Papier, Lametta und Kugeln, die im Licht funkelnden. Noch waren viele geschäftige Menschen in den Straßen Londons unterwegs, um die letzten Geschenke zu kaufen oder für den Weihnachtsbraten zu sorgen, doch wie geschäftig sie auch waren, fast jeder machte einen glücklichen Eindruck - fast jeder bis auf Adelia. Eigentlich hatte sie sich den Ausflug in die Stadt anders vorgestellt.
      Ihre Eltern waren dagegen gewesen, dass sie in die Stadt fuhr. Sie hätte zuhause doch alles, was sie brauchte, aber Adelia hatte sich in den Kopf gesetzt, doch noch eine Kleinigkeit für ihren Bruder zu besorgen, der erst vor zwei Tagen aus Indien zurückgekehrt war. Sie hatte ihn schrecklich vermisst, hatte ihn aber zu Weihnachten nicht zuhause erwartet. Allerdings stand sie nun vor einem Problem, denn ihr Rollstuhl hatte sich in einem halbgefrorenen Schneehaufen an der Bordsteinkante festgefahren und Minnie, eines ihrer Dienstmädchen, bekam ihn weder vor- noch zurückgeschoben.
      "Minnie, lass es gut sein", meinte Adelia, die sich mehr als nötig durchgeschüttelt fühlte, genervt. "Das bringt doch nichts."
      "Soll ich vielleicht Edgar holen?"
      "Und mich hier sitzen lassen? Bis du bei der Kutsche und wieder zurück bist, bin ich hier festgefroren."
      "Tut mir leid, Lady Adelia, ich wollte nur-"
      "Kann ich den Damen vielleicht behilflich sein?", unterbrach eine männliche Stimme die Diskussion der beiden Frauen.
      Als Adelia den Blick hob, erkannte sie in dem Mann einen Sohn des Marquess of Winchester - ob der älteste oder der zweitälteste vermochte ihr auf die Schnelle nicht einzufallen.
      "Lord Maurice Duncombe", stellte Minnie mit großen Augen fest und verbeugte sich kurz. "Der Rollstuhl hat sich festgefahren und ich bekomme ihn nicht alleine von der Straße."
      "Warum sind Sie beide bei diesem Wetter auch ohne männliche Begleitung unterwegs?", fragte der junge Mann und bedachte dabei ganz besonders Adelia mit seinem fragenden Blick.
      "Weil ich gerne auf männliche Begleitung verzichte. Wollen Sie nun helfen oder nicht?", entgegnete sie ihm bissig, was ihn dazu brachte, zuerst eine Augenbraue in die Höhe zu ziehen und dann leise zu lachen. Machte er sich nun auch noch lustig über sie?
      "Fassen Sie bei den Füßen an, ich nehme den Rollstuhl hier hinten", sagte er an Minnie gerichtet.
      Mit seiner Hilfe stand der Rollstuhl wenige Augenblicke später sicher auf dem Gehsteig, doch anstatt auf einen Dank seitens Adelia zu warten, tippte er zum Abschied nur kurz an die Krempe seines Huts und verschwand im nächsten Augenblick in einem der Läden.


      Das war das schrecklichste Weihnachten überhaupt.
      Die Vorfreude, die Adelia am Morgen noch gespürt hatte, war wie weggeblasen. Zwar hatte sie ein passendes Geschenk für ihren Bruder gefunden, aber ihre Eltern waren unglücklich darüber, dass sie sich über sie hinweggesetzt und in die Stadt gefahren war. Jetzt, am Abend, war das Haus voller Gäste, darunter auch der Marquess of Winchester - und zu allem Überdruss auch Maurice. Sie hatte kaum ein Wort mit ihm gewechselt, aber zumindest machte es nicht den Eindruck, als hätte er irgendjemandem von ihrer Begegnung erzählt, das ersparte ihr immerhin ein wenig Ärger. Besonders viel Freude hatte sie an diesem Abend jedoch nicht und wenn sie bloß daran dachte, dass sie in den nächsten zwei Wochen noch mehr solcher Feiern überstehen musste, wurde ihr ganz anders.
      "Was machen Sie denn so ganz alleine hier?"
      Adelia fuhr erschrocken zusammen. Als sie aufsah, entdeckte sie Maurice - schon wieder -, der sich mit einem Glas Wein zu ihr an den Kamin gesellt hatte.
      "Ich sitze hier, das sieht man doch", entgegnete sie ihm kühl und richtete ihren Blick wieder in die Flammen.
      Eine Weile herrschte Schweigen, dann holte Maurice ein kleines, in Silberpapier eingewickeltes Geschenk aus seiner Sakkotasche und legte es ihr auf den Schoß.
      "Ich wollte damit eigentlich warten, bis wir uns an Heiligabend wiedersehen, aber ich denke, es wird Ihnen auch jetzt schon Freude bereiten. Außerdem würde ich es schön finden, wenn Sie es dann tragen", erklärte er und erntete dafür einen verwirrten Gesichtsausdruck seitens Adelia.
      "Was soll das?", fragte sie, nachdem sie sich wieder gefasst hatte. "Haben meine Eltern das veranlasst? Machen Sie das aus Mitleid? Wenn ja, dann verzichte ich gerne darauf."
      "Nein", erwiderte Maurice mit einem leichten Lächeln und schüttelte den Kopf. "Vielleicht erinnern Sie sich nicht mehr daran, aber ich weiß, dass sich hinter dieser kalten, abweisenden Frau ein glückliches Mädchen versteckt. Und es ist Weihnachten, da sollten Sie dieses Mädchen nicht wegsperren."
      Damit ließ er sie zum zweiten Mal an diesem Tag stehen - dieses Mal jedoch nicht verärgert, sondern verunsichert.




      Weihnachten steht vor der Tür - für die Familie des Earls of Croydon ein wichtiges Fest, doch Adelia, die älteste und noch immer unverheiratete Tochter, hat keine besonders große Freude daran. Seit einem Reitunfall ist sie von der Hüfte abwärts gelähmt und auf einen Rollstuhl angewiesen. Obwohl ihre Familie bemüht ist, sie in alles miteinzubeziehen, fühlt sich Adelia eingesperrt und als Außenseiterin. Ihre beiden jüngeren Schwestern sind längst außer Haus und ihr Bruder ist die meiste Zeit auf Reisen - das bedeutet oft Langeweile für die junge Frau, die seit dem Unfall geradezu unnahbar geworden ist.
      Kurz vor Weihnachten trifft sie Maurice, einen Sohn des Marquess of Winchester. Das letzte Aufeinandertreffen der beiden liegt weit zurück, doch Adelias abweisende Haltung schreckt ihn nicht ab - im Gegenteil, denn Maurice versucht der jungen Frau näherzukommen und sie daran zu erinnern, dass das Leben nicht so düster ist wie sie es sich ausmalt.


      . .

      • Gesucht ist Maurice
      -> Namen sind nur für den Lesefluss angegeben und können bei Bedarf geändert werden
      • Gerne eigene Ideen mitbringen
      • Min. 500 Wörter
      • Bisschen Ahnung von VICTORIAN ERA
      DRAMA (but probably fluff too)

      Ich biete Post's voller Liebe und Gefühl.
      Mir ist wichtig, dass man die Weihnachtsstimmung behält und sie auch spürt
      ^^

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Lulila ()