as meat loves salt [Lucy-chan & medusa]

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    • as meat loves salt [Lucy-chan & medusa]


      VORSTELLUNG
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      ,, Und ich… ich liebe dich, so wie der Mond die Nacht liebt“, sie spürte die zärtliche Hand, die durch ihre langen hellen Haare strich. Gespannt wartete das Kind auf eine Antwort. Sie war sich sicher, dass sie diesmal den schönsten Liebesbeweis an ihre Mutter überlegt hatte, der von anderen Vergleichen nicht übertroffen werden konnte. Die Mundwinkel der Frau zogen sich zu einem warmen Lächeln zusammen. Sie hörte sich ruhig die Worte ihrer Tochter an, welche sie nicht erwartet hatte. Die Königin hätte nicht geglaubt, dass sich in ihrem kleinen Kind so viele tiefe Gedanken verbargen, welche in solchen unerwarteten Momenten an die Oberfläche kamen. Sie mochte solche Gespräche, auch wenn sie in den Augen vieler Erwachsene nur eine Zeitverschwendung waren. Diese gaben ihr stets die Möglichkeit, ihre Tochter von einer Seite zu sehen, die nicht üblich war. Die Frau wollte, diesen kleinen Menschen vor ihr auf die beste Art beeinflussen. Schließlich lag in ihren Händen die Verantwortung für das Leben, welches sie erwartete, wenn sie erwachsen wurde.
      Ihr war es demnach wichtig, sie für diesen Weg vorzubereiten - unabhängig davon, ob dafür solche leichten Gespräche als Mittel benutzt wurden.
      ,, Und ich liebe dich, so wie das Fleisch das Salz liebt.“ Die Augenbrauen des Mädchens zogen sich zusammen. Mit einer deutlichen Verwirrung, die man gut an ihrem Gesicht beobachtete, erhob sie ihren Kopf vom Schoß ihrer Mutter. ,, Das ist aber…komisch!“, protestierten die unzufriedenen kindlichen Augen. Versuchte die Königin, sich über sie lustig zu machen? Das ergab doch keinen Sinn. Außerdem war es der schlechteste Vergleich, welchen man entgegenbringen konnte. Fleisch? Sie hörte das leichte Lachen ihrer Mutter.
      ,, Das ist komisch, in der Tat“, stimmte sie belustigt zu, während sie weiterhin langsam durch die offenen Haare kämmte. ,, Ich verstehe es aber nicht“, sprach die Tochter enttäuscht auf, als sie ihren Kopf wieder auf den Schoß ihrer Mutter fallenließ. Sie hatte sich schließlich viele Gedanken darüber gemacht, wie sie ihre Liebe für ihre Mutter am schönsten verdeutlichen könnte. Eigentlich war ihr bewusst geworden, dass es schwierig, sogar unmöglich war, solche Gefühle mit bloßen Worten wiederzugeben.
      Sie spürte die grazilen Finger, welche ihre Haare langsam zusammenflochten. Das Mädchen drehte ihren Kopf zur Seite, um in das Gesicht ihrer Mutter zu blicken.
      Die junge Frau lächelte weiterhin und wartete auf die Proteste, die sie erwarten würden. In diesem Moment wunderte sie sich, ob ihr Vergleich überhaupt gelungen war. Sie hatte es mit der Absicht ausgewählt, um sie zum Nachdenken zu bringen.
      ,, Fleisch und Salz hängen nicht voneinander ab aber zusammen—.“,, Aber zusammen schmecken sie am besten“, warf die Tochter schnell ein und erlaubte ihrer Mutter nicht, den Satz zu beenden. Die Königin lachte nur amüsiert.
      ,, So kann man es wohl auch sagen“, kommentierte sie den Entschluss, bevor sie weitersprach, ,, zusammen bilden sie das Schönste von sich selbst.“ Das Mädchen ließ ihren Blick nicht ab. Sie glaubte, langsam verstehen zu können, was dieser Vergleich zu bedeuten hatte.
      ,, Sie können ohneeinander leben, aber die Präsenz des anderes haucht viele Farben und Freude in das Leben ein.“ Ihre kindlichen Augen ließen immer noch nicht von der Königin ab. Nachdem sich die Blicke der beiden trafen, beobachtete sie, wie sich auf den Lippen der bekannten Frau ein Lächeln bildete. Es war ein seltener Anblick, die Königin mit ihren langen schwarzen Haaren zu sehen, die ihr offen über den Rücken fielen. Sie liebte die Haarfarbe ihre Mutter, die dunkler als die Nacht selbst war. Nein, sie liebte alles an ihr - ihre blasse, womöglich sogar viel zu blasse Haut und die tiefblauen Augen, welche die wärmste Farbe trugen, die sie jemals gesehen hatte. Das Mädchen war stolz, dass sie die gleichen Augen wie ihre Mutter hatte - und sogar das kleine Muttermal auf der linke Wange. Nur konnte sie bei ihren Haare nicht mehr mithalten, weil diese rotblond waren und ihrem Vater ähnelten. Innerlich beneidete sie ihre anderen Geschwister, weil diese ebenfalls schwarze Haare hatten. Sie schaute weiterhin ihre Mutter an, welche sie bei jedem Anblick an den Sternenhimmel erinnerte.
      ,, Mein Vergleich ist trotzdem besser, Mama“, warf sie ein und schloss die Königin in eine feste Umarmung. ,, Da kann ich wohl wirklich nicht mithalten“, erwiderte die Frau mit einem zufriedenen Grinsen. ,, Wenn überhaupt, dann bin ich das Fleisch“, führte das Mädchen ihre Beschwerden fort, ,, Salzkörner sind klein und tauen schnell auf!“
      Ihre Mutter hob verteidigend ihre Hand. ,, Alles, was du wünschst, meine Liebe.“ Sie starrte mit einem verdächtigen Blick die Königin an. ,, Dann muss das Fleisch ohne das Salz weiterleben, ist es nicht traurig?“, fragte sie verwirrt und ein wenig beleidigt nach. ,, Es gibt viele Salzquellen, dann kann sich das Fleisch einfach anderes Salz finden“, erklärte die Frau ruhig. Das Mädchen schüttelte fest mit dem Kopf. ,, Nein, das ist nicht richtig!“
      Wahrscheinlich war sie zu klein, um daran zu denken, aber je älter Maeva wurde, desto öfter bekam sie das Gefühl, als hätte ihre Mutter geahnt, dass sich ihre Wege eines Tages trennen würden.

      Sie schritt mit einer geraden Haltung durch den Gang. Der zweite Tag ihrer Ankunft und der Anreise der adonischen Königsfamilie neigte sich allmählich dem Ende zu. Es reichte aus, wenn man flüchtig aus den großen Fenstern blickte, um zu bemerken, dass die Dämmerung schon angebrochen war. Innerlich wurde sie von einer Wucht an Gefühlen erschlagen. Sie hatte nicht einmal wirklich die Zeit gehabt, diese gesamte Situation zu verdauen. Die Kriegerin war zurück - es würde sie wahrscheinlich eine Weile kosten, damit sie es wirklich realisierte. Nein, im Grunde genommen, konnte sie es selbst schon sehen. Sie wollte es nur nicht akzeptieren und ließ sich lieber von anderen Beschäftigungen ablenken.
      Hass, Unsicherheit, Wut und diese unbeschreibliche Leere, die sie plagte, seitdem sie ihren Fuß in diesen Palast gesetzt hatte. Agilis wusste, was ihr Ziel war - sie hatte es fest vor ihren Augen. Womöglich wollte sie genau deswegen erstmal nicht daran denken, weil sie von einem plagenden Durst erfasst wurde, diesem heuchlerischen Verräter und seinen Mittätern die Kehlen aufzuspießen. Ihre Hände ballten sich zu festen Fäusten zusammen. Als sie in die Ecke einbog, wurde sie an der Schulter angerempelt. Sie wollte diesem Vorfall wenig Beachtung schenken, wäre da nicht die schalkhafte Stimme, die sich über sie lustig machte: ,, Seht an, seht an, ist es nicht der Liebling des Adoners?“
      Agilis blickte hoch - in die Richtung eines tairianischen Soldaten, der in Begleitung von zwei weiteren Kämpfern war. Sie bemerkte das boshafte Lächeln, welches jeder von ihnen trug. Idioten. Es war nicht schwer, herauszuriechen, dass diese Amateure betrunken waren. Sie hatte keine Zeit auf dieses Kindertheater und wahrscheinlich war es ihre Schuld, dass sie sich um diese Uhrzeit vorgenommen hatte, durch den Trakt der Krieger zu gehen, obwohl sie wusste, wie sehr sie sich gerade vollsoffen.
      Agilis ignorierte das Geschehen und schritt ruhig weiter. ,, Kriechst du brav zu deinem König, um ihm schön zu dienen?“, warf der Soldat nach, woraufhin die restlichen amüsiert auflachten. Sie seufzte und blieb stehen. Es kursierten viele Gerüchte, dass sie der Liebhaber Estebans I, des Herrschers von Adon, war. Es war womöglich der Tatsache zu verdanken, dass sie stets in seiner Nähe vorzufinden war und dem König nachgesprochen wurde, eine Vorliebe für hübsche junge Männer zu haben.
      ,, Ja“, erwiderte sie, während sie sich umdrehte. ,, Oh, er kennt ja unsere Sprache!“, stellte der Soldat belustigt fest. Agilis achtete darauf, in einem leichten Akzent zu sprechen. Sie ging mit langsamen Schritten in die Richtung dieser Idioten. ,, Möchtest du etwa mitkommen?“, fragte sie mit einem breiten Lächeln nach, während sie verspielt ihren Kopf in den Nacken legte, ,, du scheinst nämlich sehr interessiert daran zu sein.“ Mit einem prüfenden Blick schaute sie den Soldaten von oben nach unten an.
      ,, Aber ich bezweifle, dass du ihm… gefallen wirst“, stellte sie in einer bedrückten Stimme fest. Auch wenn ihre Mundwinkel grinsten, so war der provozierende Hohn in ihren Augen nicht zu übersehen. ,, Vielleicht kann dir einer deiner Kammeraden“, mit ihrem Blick deutete sie auf die restlichen Kämpfer hin, ,, dabei aushelfen.“
      ,, Du Miststück!“, rief der Soldat wütend ein und marschierte auf sie zu. Ihr Lächeln schwand wieder von ihren Lippen. Jedes Mal das gleiche Theater - solche Krieger hatten immer das Bedürfnis, an ihren Nerven zu nagen, weil sie deutlich kleiner war. Sie beobachtete, wie er seine Faust ausholte, beugte sich jedoch ungeniert davor.
      Ihr Angreifer wollte aber nicht nachgeben und versuchte sie ein weiteres Mal einzufangen, sie entwich aber diesen Attacken, auch wenn sie bezweifelte, ob man sie als solche überhaupt bezeichnen konnte.
      Yes, my love, I confess to you.
      I've nothing but the means to break your heart in two.

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    • Imrahil Keldan Balliol I.

      "Imrahil?"....
      ...
      "Imrahil?!".
      ...
      "Verdammt, Imrahil?!".
      Er seufzte, sein Vater hatte ein lautes Organ, ein Wunder, dass er bisher dieses auch wirklich aufrecht erhalten konnte, aber Keldan war es gewohnt, dass der Mann nach ihm rief. In der Regel war sein Platz neben seinem Vater, er wünschte sich, der junge Prinz würde ihm auf Schritt folgen, aber das war leider nicht möglich, denn der junge Mann hatte seinen eigenen Kopf, den er zu gerne durchsetzen wollte. Er hatte keine Lust auf die ganzen langweiligen Sitzungen, an denen er teil nehmen sollte, denn seiner Meinung nach wussten diese alten Herren nicht, was heutzutage wirklich wichtig war. Es war wichtig sich seine Feinde zu Freunden zu machen, um sie von hinten zu überraschen, nicht von vorne anzugreifen, aber sollte der alte Mann nur machen, Keldan würde sich weiterhin schweigend über seine Fehler amüsieren.
      "Ich bin hier", gab der Mann von sich, auch wenn nicht sehr laut, blieb jedoch sitzen, wo er saß. Seine Augen blickten in die Ferne, sehr gerne saß er hier oben an den offenen Fenstern des Balkons, um in die Stadt zu blicken, die in der nächsten Ferne zu sehen war. Eine hübsche Stadt, wie der Mann sie fand, er kannte sie besser, als einige Ecken hier im Schloss, so oft, wie er sich dort unten aufhielt.
      "Imrahil?!". Die Stimme wurde deutlicher und vor allem lauter, aber der junge Mann seufzte nur und wartete ab, bis er gefunden werden würde. Er beobachtete lieber die langsam untergehende Sonne, wie sie den Himmel in rötlichen und orangenen Farben färbte, es stimmte ihn ein wenig melancholisch, vielleicht auch nur nachdenklich, aber gleichzeitig war es ein schöner Anblick, wie der seiner Mutter..
      "Imrahil hier bist du ja!", die wütende Stimme schien sich genau neben ihn zu befinden. Keldan wartete einen Moment, genoss den Augenblick zu Ende, ehe er zu seinem Vater sah, der seine Augenbraue schon hoch gehoben hat. "Wir waren verabredet, schon vergessen? Wie lässt du mich vor der adonischen Familie da stehen?! Schon einmal daran gedacht, dass du auch Pflichten zu erfüllen hast?!". Den Rest der langen Rede ließ Keldan aus, er hörte nicht mehr zu, er musste nicht schon wieder daran erinnert werden, was für ein schlechter Sohn er zu sein schien, nein, da gab es deutlich interessantere Gesprächsthemen. "Hörst du mir zu?", holte ihn sein Vater wieder in die Realität zurück. Um ehrlich zu sein nein, aber Keldan schwieg. "Jetzt komm, bevor du noch auf dümmere Ideen kommst". Seufzend erhob sich der Mann und folgte seinem Vater, auch wenn er viel lieber noch etwas sitzen geblieben wäre.

      Die Dämmerung neigte sich mit dem Tag zu Ende und langsam war die erste Dunkelheit in den Gassen der Stadt zu erkennen, was für ihn seine eigene Freiheit bedeutete. Keldan hatte ich eine Aufgabe für diesen Abend gestellt und war bereit dafür die halbe Nacht verstreichen zu lassen, sollte es nötig zu sein, vermissen würde ihn im Schloss sowieso niemand, denn niemand wusste, wo er überhaupt unterwegs war. Seine Wachen spielten mit, natürlich, wie oft der Mann sie doch schon bestochen hatte, um zu bekommen, wonach es ihm war und sie spielten dieses Spiel immer und immer wieder aufs Neue, ohne Wenn und Aber. Mit zwei solcher im Schlepptau und mit einer Kapuze tief in sein Gesicht gezogen wanderte der Mann umher, er beobachtete die Menschen, die sich noch draußen aufhielten, er wollte Informationen sammeln und heute womöglich etwas ganz besonderes über den Tisch bringen. Leichtfüßig lief er durch die Straßen, die Menschen würden nicht einmal auf die Idee kommen, dass es sich bei dem merkwürdig mysteriösen Mann um den Prinzen selbst handle, es glaubte doch keiner, dass er das Schloss verließ, um sich unter die 'Sterblichen' zu mischen. Hah, diese Narren.. Einzig seine Wachen wussten, was hier los war, wenn auch nicht alle, die in der Stadt verteilt waren.. Und seine guten Informanten.
      Schritte waren zu hören, jemand lief auf die drei zu, nur konnte Keldan noch nicht ganz sagen, ob es gut, oder schlecht war. Er machte halt, einer seiner Ritter griff zu seinem Schwert, um es aus der Scheide rauszuholen, doch ein Blick des Prinzen auf den Verursacher des Lärms reichte aus, um mit einer Handbewegung den Ritter aufzuhalten. Es war ein Kind, ein wirklich junger Mann, welchem das Schicksal nicht sehr zu Gute kam, doch genau er war einer der Informanten, die der Prinz gerne hatte. "Ich habe ihn gefunden", verkündete ihm der Zwölfjährige und blickte in das Gesicht, welches sich hinter der großen, dunklen Kapuze versteckte. "Wo?", fragte Keldan und folgte gleich darauf der Richtung, in der der Zeigefinger des Jungen deutete. "In der dritten Allee, ein paar der Wachen haben sich mit ihm angelegt". Ein kleines Grinsen bildete sich auf den Lippen des Mannes, bevor er nickte. "Gut gemacht", lobte er den Jungen, bevor er aus einer seiner Taschen einen kleinen Beutel zog, den er in die Hände seiner fallen ließ. Die Goldmünzen klimperten. "Ich melde mich, wenn ich mehr brauche".
      Es war keine Kinderarbeit, so würde es der Prinz nicht bezeichnen, aber diese Kinder kannten diese Straßen und hatten eine bessere Übersicht, als es andere hatten, wer ging schon davon aus, ein Kind könnte ein Spion sein? Nicht einmal Keldan würde so etwas glauben, sollte er es nicht selbst gesehen haben, doch den Gedanken verwarf er und folgte der Spur, die er hatte, um langsam auch deutlich lautere Stimmen wahrzunehmen, je näher er der beschriebenen Stelle kam. Ob er wirklich Erfolg haben wird? Er beobachtete die kläglichen Versuche einiger Wachen sich mit seinem Zielobjekt auseinander zu setzen, doch betrunken klappte es nur noch schlechter, als es sonst schon der Fall war. Amüsiert schmunzelte der große Mann, bevor er sich bemerkbar machte: "Genug". Er Befehl galt den königlichen Wachen, die nicht realisierten, woher dieser überhaupt kam. Keldan ergriff seine Kapuze, um sie runter zu ziehen und seine Präsenz zu verdeutlichen. "Ich sagte genug". -"Aber Eure Hoheit!". "Genug", wiederholte der Mann. "Ihr seid lächerlich, alle drei". Mehr Aufmerksamkeit wollte er den Männern auch nicht schenken, seine Augen suchten jemand anderes, jemand, den er schon länger in seinen Gedanken hatte. "Ihr glaubt gar nicht, wie schwierig Ihr zu finden seid", widmete er seine Worte dem kleinen Krieger, kaum waren seine Augen auf ihn gerichtet. Ein kleines Schmunzeln bildete sich einseitig auf seinen Lippen. "Ich hätte ein Angebot für Euch, wenn Ihr interessiert seid". Keldan bedurfte keine große Rede, er fiel lieber direkt mit der Tür ins Haus.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."

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    • Sie beobachtete weiterhin die peinlichen Versuche dieses betrunkenen Idioten, sie einzufangen. Es war definitiv nicht das, was die Kriegerin erwartet hatte - mitten in der Nacht von irgendwelchen Säufern angegriffen zu werden. Als einen Angriff konnte man diese erbärmlichen Bewegungen nicht einmal bezeichnen. Ihre Lippen zogen sich zu einem höhnischen Lächeln zusammen. Das waren also die glorreichen Soldaten Tairias? - schoss es durch ihren Kopf. Die Kämpfer dieses Reiches waren genauso armselig wie ihr niederträchtiger Usurpator. Das einzig Beruhigende daran war, dass diese Herrschaft ein Ende erwartete. Durch ihre Hände. Sie würde jeden Verräter von seinem Thron reißen und es spielte keine Rolle, ob dieser groß oder klein war. Es war demnach nur eine Frage der Zeit gewesen, bis diese Soldaten ihr Leben unbeschwert auf diesen Straßen genießen konnten, denn Frieden war das Letzte, was diesem Reich bevorstand. Sie hatte vor, es in den Abgrund zu stürzen und es interessierte sie nicht, welche Opfer sie dafür büßen musste. Die Schwarzhaarige hörtedas Fluchen dieses Soldaten genau heraus. Agilis verspürte, wie sie diese Situation allmählich zu nerven begann. Ihre Augen zogen sich wieder zusammen. Sie erachtete es für viel besser, diese Narren umzubringen. Zumindest bot sich der passende Moment dafür an. Niemand würde es mitbekommen, sie waren noch dazu betrunken, wodurch sie nicht lange für ihr Vorhaben bräuchte. Ihre Hand bewegte sich langsam zu ihrer Hüfte. Sie fasste den Griff des Dolches, hielt jedoch im selben Moment inne, als eine fremde Stimme ertönte. Ihre Augen starrten sofort in die jeweilige Richtung und stellten eine großgewachsene Gestalt fest. War das etwa ein weiterer Kamerad von ihnen? Das machte ihre Situation natürlich etwas komplizierter, denn sie musste einen weiteren Trottel umbringen… Eure Hoheit? Erst als der Neuankömmling sich ihr näherte, verstand sie, um wen es sich wirklich handelte. ,, Eure Hoheit?“, diesmal war sie diejenige, die diese Worte mit einer deutlichen Verwirrung aussprach. Agilis lockerte ihren Griff um den Dolch, ließ jedoch ihre Hand weiterhin auf der gleichen Stelle ruhen. Aus der Seite konnte sie beobachten, wie die betrunkenen Versager verschwanden. Anscheinend waren sie, trotz ihres Zustandes, im klaren Verstand, um zu verstehen, dass sie von diesem Ort zu fliehen hatten.
      Die Kriegerin verstand tatsächlich nicht, was gerade vor ihr passierte. Sie schaute nach hinten und folgte dem Blick des Kronprinzen, um sicherzugehen, dass er wirklich sie meinte. Redete er gerade wirklicht mit ihr? Natürlich hatte sie diesen Bastard seit ihrer Ankunft gesehen. Sie war jedoch kein einziges Mal in seinen Blickwinkel geraten. Zumindest hatte sie darauf geachtet, seine Aufmerksamkeit nicht auf sich zu ziehen.
      ,, Ihr verwechselt mich mit Sicherheit mit jemandem anderen, Eure Hoheit“, bemerkte sie mit einer zweifelhaften Stimme.
      Seine Überzeugtheit bestätigte ihr aber das genaue Gegenteil. Er war viel zu selbstsicher, um es als eine Verwechslung anzusehen.
      War das etwas von Anfang an eine Falle gewesen, in welche sie unbedacht hineingeraten war? Sofort spitzte Agilis ihre ganzen Sinne an.
      ,, Ich habe keine andere Wahl, als Euer Angebot anzuhören, Eure Hoheit “, fügte sie hinzu, während sich ihr Gesicht zu einer verwirrten Grimasse verzog. Warum siezte er sie überhaupt?
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      Imrahil Keldan Balliol I.

      Wo immer Keldan auftauchte, so neigten die Menschen ihre Köpfe für ihn, um ihm einen Respekt zu erweisen, den er sich eigentlich gar nicht verdient hatte. Warum taten das Menschen nur? Weil er ein Nachkomme des Königs war? War das wirklich ein Grund, um so zaghaft mit ihm umzugehen? Er wünschte sich schon lange eine reine Ehrlichkeit, dass man ihn nicht wie ein rohes Ei behandelte, aus Angst vielleicht womöglich sein Leben zu riskieren, wenn man es wagte auch nur anders mit ihm zu sprechen. Ja, er war ein sehr groß gewachsener Mann, aber er war harmlos, jedenfalls so gesehen.. Nein, eigentlich nicht, eigentlich war er alles andere, als harmlos. Ob ihm das Menschen ansehen konnten? Ob sie sehen konnte, was er tief in seinem Inneren spürte?
      Seine Augen starrten zurück zu der kleinen Gestalt, die er finden wollte, die er aufsuchen wollte, um über einen Deal zu sprechen. Es waren alle Parteien verwirrt ihn wirklich hier zu erblicken, aber das war auch das Ziel des Mannes gewesen, der gerne in der dunklen Nacht durch die Gassen der Stadt schritt, die am Fuße des Palastes erbaut wurde. Keldan musterte sein Zielobjekt, musterte die Hand, die nach etwas greifen wollte, die Postur, er wollte nicht kämpfen, er hatte nicht vor das hier mit Gewalt zu lösen. Dieses Mal wollte er diplomatisch sein, denn so erhoffte er sich deutlich größere Chancen.
      "Ich glaube nicht, dass ich Euch verwechsle", gestand der Mann ruhig und entschlossen, er wollte dem Mann einen gewissen Respekt entgegen bringen, um diese Sache ein wenig schneller in trockene Tücher zu bringen, jedenfalls glaubte er es damit zu können. Seine Ansprache war höfflich, aber er wusste auch die Stellung nicht, die der Mann vor ihm wirklich vorzuweisen hatte, außerdem, er mochte dieses verwirrte Gesicht irgendwie, diese weichen Züge im Gesicht, ihn interessierten Menschen und ihre Reaktionen doch sehr. Ein kleines Schmunzeln zierte seine Lippen. "Nun, wenn ihr höflich ablehnt lasse ich Euch auch in Ruhe, aber in dem Falle...", er deutete auf die Gasse, aus der er gekommen war. "Würdet Ihr ein Stück mit mir gehen?". In seinem Kopf hatte er sich einen Plan zurecht gelegt, wie er es durch bringen würde, um zu bekommen, was er wollte, nur, was die andere Seite von ihm haben wollte, da hatte er noch wenig Plan darüber gehabt.
      Mit einem Blick zu den beiden Wachen, die mit ihm unterwegs waren, und einem Nicken machte er ihnen deutlich einen gewissen Abstand zwischen die beiden Männer zu bringen, es sollten nicht alle Ohren mitbekommen, über was sie sprechen würden. "Zu mir sind viele Gerüchte über Euch durchgedrungen", gab der Prinz zu, sein Schmunzeln sollte Anerkennung zeigen. "Unterschiedlicher Natur", fügte er noch an, denn nicht alles hatte mit dem Kampfstil zu tun, den der Mann aufwies. "Ich werde nicht lange um den heißen Brei sprechen, ich werde ehrlich mit Euch sein.. Ich habe eine Art Arbeit für Euch, einen Auftrag, wenn Ihr das so sehen wollt.. Wir können den Preis verhandeln, Eure Bedingungen.. Es ist mir nichts zu schade, für eine gut erledigte Arbeit". Schon fast ungewohnt für ihn so zu viel zu sprechen, aber manchmal musste man auch Dinge tun, die man nicht gern hatte, um zu kriegen, was man wollte und in Keldans Falle war es das Sprechen selbst.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."