Seduce me? You're just a pet (Kolenta & Caili)

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    • Seduce me? You're just a pet (Kolenta & Caili)




      Callisto Garian van Ainsworth: @Cailemia
      Sho Jundo :
      Kolenta

      Anastasia Pearl van Ainsworth: Caili


      7:00 Uhr in der früh, es war neblig und nass. Die Sonne beschloss gerade aufzugehen und sich zu zeigen. Sho, der junge mit den hellen Haaren und der noch helleren Haut, war bereits wach und wurde angekleidet. Heute war sein großer Tag, so wie es ihm schon Tage zuvor verkündet wurde. Er würde heute seinen ersten richtigen Meister kennenlernen und zu diesem ziehen. Es war Frühling und die Vögel zwischerten bereits, um deutlich zu machen, wem welches Revier gehörte. Hätte Sho eine Wahl gehabt, hätte er ohne zu zögern mit dem gefederten Vieh getauscht. Seine Haar ewurden gerichtet, sein Körper gewaschen und saubere Kleidung angezogen. Die noch etwas nasse Haut glänzte, als die Sonnenstrahlen durch das Fenster auf seinen Körper trafen. Hier in diesem Anwesen hatte er nur gelernt gerade zu sitzen und sich richtig zu benehmen. Vergriffen hatte sich sein Herr noch nicht an ihm, auch wenn er wusste, dass dies meist standard war, Als SKlave war man nicht mehr als ein Objekt. Sho setzte sich dennoch zur wehr, hörte nicht auf Anforderungen oder irgendwelche Benimmregeln.
      Seine Kleidung war ebenfalls Weiß und mit Rüschen verziert. Als schlicht würde der Junge diese wohl nicht bezeichen, aber sie diente wohl als Verpackung für das baldige Geschenk dieses jünglings. Er wusste bereits, dass sein neuer Meister wohl nicht viel älter als er selbst war und ein vezogenes Gör von einem reichen Mann sein sollte.

      Nach ein paar Stunden des zurecht machens wurde er schließlich in eine Kutsche gesteckt. Seine Ketten wurden wie immer an der Kutsche und an dem Gürtel seines Herren befestigt. Zu fliehen hatte Sho bereits häufig versucht. Es endete immer nur damit, dass er irgendwo gefangen wurde. Die Leute kannten sich in den ländern und einen Sklaven erkannte man schnell. Daher war es einfacheres seinen Besitzer zu finden, wenn er ausgebügst war, fast so wie bei Hunden.
      Die Reise dauerte mehrere Stunden, da seine neue Heimat in einem anderen Land war. Er schlief mehrmals ein, was die Zeit etwas tot schlagte. Immer wenn er aufwachte, waren sie ein ganzes Stück gekommen, was er an der Landschaft erkannte, die sich verändert hatte. Gerade als sich Sho streckte verkündete der Kutscher, dass ihr Ziel sichtbar war und sie in wenigen Minuten ankommen würden. Irgendwie freute sich Sho darauf seinem Köper endlich eine neue Haltung bieten zu können, anderer Seits bedeutete es wohl einen neuen Alptraum für ihn. Sie hielten an und seine Ketten wurden zumindest von der Kutsche gelöst. Somit baumelte nur noch eine kett an seinem silbernen Halsband, die seines Meistern selbst. Ohne zu zögern folgte er besagtem Mann in das Anwesen. Zumindest das hatte man ihm heraus geprügelt, nachdem er gelernt hatte, dass er keine Chance hatte und nur mehr Luft verlor. Die Gänge waren riesig und alleine daran erkannte man, dass der Stand dieser Familie ein anderer war, als der von seinem Meister. Sein Gefühl wurde immer schlimmer und er hätte sich am liebsten irgendwo verkrochen. Ein Angestellter, wohl der Butler brachte sie zu einer großen Tür. Er bat kurz daraum zu warten, bevor er alleine hinter dem mit gold verzierten Kunstwerk verschwand. Wahrscheinlich einfach um die Gäste anzukündigen. Nach wenigen Minuten öffnete sich die Tür wieder, sodass auch der Junge und sein Meister eintreten konnten. Sho sah sich um, sowie er es bereits im gesamten Haus getan hatte.

      "Mein Herr! ich danke Ihnen für Ihre Zeit und dafür Ihnen mein Geschenk überreichen zu dürfen" ertönte nun die Stimme seines noch Herren. Dieser verneigte sich und drückte schließlich auch den Kopf seines Geschenkes mit Gewalt nach unten, damit dieser es ihm gleich tat. Sho würde sich niemals freiwillig vor einem Typen wie dem verneigen. Er richtete sich sofort wieder auf, sobald von ihm abgelassen wurde. "Dies ist das erwähnte Geschenk, welches ich der Familie van Ainsworth machen möchte. Er wird auf dem Markt hoch versteigert und er ist vollkommen unberührt!" preiste er Sho nun an, was dem Hellhaarigen selbst gar nicht gefiel. Trotzdem hielt er erstmal den Mund, nur um zu beobachten, wie sich die Fremden verhielten.
      Nimm das Leben nicht so schwer,du kommst da eh nicht lebend raus
      <3

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kolenta09 ()

    • Callisto Garian van Ainsworth

      Ein Seufzen entfuhr dem jungen Mann, als er von seinem Buch abließ und den Blick hinaus in den großen Garten des Ainsworth Anwesens schweifen ließ. Bereits seit Stunden plagte ihn die Langeweile, nachdem er die von seinem Vater – welcher gemeinsam mit seiner Mutter für die diesjährige Saison, welche dazu diente Beziehungen zu knüpfen und zu pflegen, etwas, was Callisto nie interessiert hatte, in die Hauptstadt gefahren war – zurückgelassene Arbeit erledigt hatte. Man müsste meinen dass jemand wie er, der keine großen Freuden im Leben zu finden scheint, bis in den Mittag hinein schlafen würde, doch war es das komplette Gegenteil. Sein blaues Vögelchen am Bett weckte ihn immerzu pünktlich mit einem seiner wundervollen Lieder, während er bis spät in die Nacht die Bücher wälzte, statt früh zu Bett zu gehen.
      Zwar hatte sein Butler Sebastian wie jeden Morgen auf das Frühstück bestanden, dass Mittagessen vergaß der junge Mann jedoch geflissentlich, ihm stand nicht gerade nach Essen zu mute, schien er – im Gegensatz zum anderen Adel – kein Feinschmecker zu sein.
      Während der junge Adelige auf den Ästen des Apfelbaumes vor seinem Fenster eine Elster beobachtete, welche seine Jungen fütterte, vernahm er das klopfen an seiner Tür und schloss das Buch in seiner Hand, welches er zur Hälfte gelesen hatte, als sein Butler eintrat.
      Callisto erwartete, dass er ihn doch noch einmal an das Mittagessen erinnern wollte, machte sich der alte Mann doch mehr Sorgen um seinen jungen Herrn, als ihm eigentlich gut tat, doch zu seiner Verwunderungen waren es Gäste, welche angekündigt wurden.
      Der junge Mann musste nicht nachfragen, als er den Namen des Besuches vernahm, kannte er jeden einzelnen Namen der Freunde seines Vaters, wobei Freunde vielleicht etwas übertrieben war und Beziehungen es besser auszudrücken vermochten.
      „Habt ihr ihm gesagt, dass Vater nicht im Anwesen ist?“, fragte Callisto nach, öffnete sein Buch ein weiteres Mal um ein paar weitere Zeilen darin zu lesen, glaubte er doch nicht, dass dieser Besuch für ihn bestimmt war.
      „Eigentlich ist der Herr hier um sie zu sehen. Er habe ein Geschenk.“, teilte Sebastian ihm mit und der Adelige blickte über den Rand seines Buches auf, ein Runzeln auf seiner Stirn. Ein Geschenk... was? Was war es wohl diesmal? Callisto war es gewohnt Geschenke und Lob zu erhalten, war er doch der Erbe und damit der zukünftige Duke van Ainsworth, dessen Macht alleine der Königsfamilie unterstand und der machthungrige Adel machte sich gerne solche Freunde, auch – oder sogar vor allem – wenn es Freunde aus einem anderen Land waren.
      Callisto war jedoch erleichtert, dass sein Butler ihm nicht eröffnet hatte, dass eine junge Dame zu Besuch war. Es war nicht selten, dass man versuchte ihn mit einer der Töchter der Freunde seines Vaters zu verkuppeln, aber es war wohl offensichtlich, dass der junge Mann kein Interesse an einer Heirat hat. Mach eine war vielleicht schön anzusehen, aber im Oberstübchen hatten sie nichts und Callisto war nicht bereit mit einer solchen Person den Rest seines Lebens zu verbringen.
      „Lass ihn eintreten.“, gab der junge Herr mit einem Wink seines Buches dem Butler zu verstehen, ehe er seine Beine von seinem Schreibtisch nahm und das Buch zur Seite legte, um den Gast in höflicher Manier begrüßen zu können, auch wenn ihm nicht die Zeit dazu geblieben war ein Foyer und eine Tasse Tee dafür vorzubereiten, doch aufgrund des Standes des Besuchs, sollte es wohl nicht zu einem großen Problem werden.
      Der Blick des jungen Mannes blieb sofort an dem Sklaven mit dem ungewöhnlichen Haar hängen. Nur seine Haut war heller und er war angenehm anzusehen, was dem Adeligen das erste Mal an diesem Tag ein Lächeln auf die gelangweilten Züge zauberte, welches eher selbstgefällig, als freundlich wirkte. Wenn es etwas gab, dass ihm das sonst so monotone Leben zu versüßen vermochte, dann war es Schönheit.
      Es war offensichtlich, dass es Callisto gefiel, als der Besucher verkündete, dass der in Ketten gelegte junge Mann sein Geschenk war.
      „Hmmm... ein wahrlich wundervolles Geschenk, muss ich sagen.“, gab der junge Adelige von sich und machte damit seine Zufriedenheit kund, ehe er sich von seinem Platz am Schreibtisch erhob und um diesen herum schritt, um sich sein Geschenk besser ansehen zu können.
      Er stand kaum einen Zentimeter von dem Sklaven entfernt, während er ihn von oben bis unten betrachtete und dann letztendlich an seinen Augen hängen blieb, dessen blaues Strahlen durch die weiße Kleidung umso mehr betont wurde und das darin brennende Feuer, dass Callisto zu erkennen glaubte, gefiel ihm. Vielleicht würde er einige Tage Freude an ihm haben, wenn er Glück hatte eine Woche, bevor er ihm langweilig werden würde.
      Wobei es natürlich eine große Schande wäre einen so schönen Menschen einfach weg zu schmeißen.
      Nie zuvor hatte der junge Mann Interesse an einem Sklaven gehabt, geschweige denn selber einen gehalten, da er nicht der Typ für Haustiere war. Aber für dieses hübsche Geschenk würde er wohl eine Ausnahme machen.
      Kurzerhand wandte sich Callisto von dem Sklaven ab, um sich anständig bei dem Besucher zu bedanken und ihn – wie die Höflichkeit es ihm nun einmal gebot – zu einer Tasse Tee einzuladen, auch wenn er sich insgeheim wünschte, man würde sein Angebot ablehnen, doch natürlich zeigte der geschickte junge Mann nichts davon, wusste er doch sich in den sozialen Zirkeln des Adels zu behaupten, auch wenn seine sozialen Fähigkeiten bei weitem denen seiner Schwester unterlagen.
    • Sho Jundo:

      Der Raum roch nach einem leicht süßlichen Parfüm und war sehr ordentlich eingerichtet. Die klaren Blauen Augen des Sklaven richteten sich direkt auf seinen neuen Herren, der hinter einem massiven Schreibtisch saß und ihn angrinste. Er kannte diesen Blick und er gefiel ihm ganz und gar nicht. Ein leichter Schauer überlief seinen Rücken, während er weiterhin keine Regung zeigte. Sein Blick war eher müde, was wohl von der mehrstündigen Fahrt kam. Auch sein Herr, bei dem er zuvor gelebt hatte, grinste. Er schien erleichtert zu sein, dass sein Geschenk zu gefallen schien. Ansonsten hätte er wohl mehr Probleme bekommen und die Verachtung dieser Familie zu spüren bekommen. Die Sitten und Regeln hatte Sho noch nicht ganz verstanden. In seinem stand freute man sich einfach wirklich von Herzen, wenn man einen schönen Stein fand oder Geschenkt bekam. Man musste sich keine Sorgen machen, dass es jemanden nicht gefiel, solange es von Herzen kam. Seiner Meinung nach, war er diesen Menschen zumindest in diesem punkt viele Schritte voraus.
      Der Körper des kleineren spannte sich an, umso näher dieser fremde Mann ihm kam. Sein Blick wurde finster und er war kurz davor ihn wie ein Hund anzuknurren, hätte er nur daran gedacht ihn anzufassen. Als sein Meister, wie er ihn niemals nennen würde, seine Augen fixierte wandte er seinen Blick mit einem abwertenden schnalzen der Zunge ab. Auch der kurz ruck am seiner Kette ließ ihn nicht nach vorne blicken "Es erfreut mich zu sehen, dass er Ihnen gefällt junger Herr! Leider hat er keine sonderlich guten Manieren. Ich wollte seine Haut nicht mit Schlägen ruinieren. Doch ich denke, da sie in allem hervorragend sind, werden sie auch diesen Jungen bändigen können" Gab der Gast nun, fast schon amüsiert, von sich, bevor er die Kette von seinem Gürtel abmachen um ihn nun auch symbolisch abzugeben.

      Der Blick weiter von allen in diesen Raum abgewandt, festigte sich dieser an den goldenen Käfig. Shos Blick wurde weicher, als er den Armen Vogel ganz alleine in diesem überhaupt nicht ausreichenden großen Käfig erblickte. Ohne Frage war dieses Bild wunderschön, doch wusste er wie sich das kleine Tier fühlen musste. Es war ein Sinnbild seiner eigenen Gefühle und er wünschte sich, dass zumindest einer von ihn beiden hier herauskam. Menschen Taten alles um ihre Macht zu beweisen und wenn er nur solche Dinge waren. Die Sonne schien durch das Fenster auf sein Gesicht, wodurch er seine Augen zusammen kneifen musste, da diese anfngen zu Tränen. In diesem Land war die Sonne viel wärmer und stärker als in seiner Heimat oder der seines ersten Herren. In seiner Heimat gab es aber auch kaum Sonne, diese hatte er erst durch die Sklaverei kennengelernt. Damals lebte er in der dunkelsten Ecke, das Dorf war tief unten in einem Tal und die Sonne wurde von den mächtigen bauten der reichen aufgefangen und damit abgehalten auch in seinem zu Hause zu scheinen. Gestört hatte es ihn nicht, außer das die Pflanzen dadurch schlechter wuchsen. Dennoch musste er sagen, dass er die Sonne hier oben wirklich genoss und die Wärme auf seiner Haut mochte. Die Herrschaften nahmen Platz um Tee trinken zu können. Sho hatte sein Blick noch immer auf den Käfig gerichtet bis das Wort wieder an ihn gerichtet wurde "jetzt komm her du nutzloses Ding!" Zischte der Mann, der ihn hergebracht hatte. Seine Füße bewegten sich tatsächlich etwas nach vorne, nur damit er sich neben den Tisch auf den Boden setzen konnte. Das Augen verdrehen versteckte er ebenfalls nicht, sollte man doch sehen, wie wenig Lust er auf das ganze hier hatte.
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    • Callisto Garian van Ainsworth

      „Hmmmm.... ihn bändigen, was?“, war das Lächeln aus seinen Zügen verschwunden und der monotone Ausdruck, welcher immer auf seinem Gesicht lag, zurückgekehrt. Callisto gab sich nur selten die Mühe ein falsches Lächeln aufzulegen, ob nun aus Freundlichkeit oder anderen Gründen, erschien es ihm doch lächerlich und er war der Meinung das Worte reichen mussten, um mit anderen zu kommunizieren.
      Zu seinem Leid hatte sich der Besuch auf eine Tasse Tee eingelassen, nachdem dem jungen Mann die Kette überreicht worden war und es dauerte nicht lange, bis der Butler den Tee und etwas Gebäck auf einem freien Tisch im Arbeitszimmer des jungen Adeligen vorbereiten konnte.
      Callisto rührte in seinem Tee, während er überlegte, ob er den Sklaven überhaupt bändigen wollte, erschien es ihm doch eher wie unnötige Arbeit, die dem Ergebnis nicht wert waren. Wenn er einen gehorsamen Sklaven haben wollte, könnte er ihn genauso gut an Experten weitergeben, selbstverständlich hatte er das nötige Gold für soetwas.
      Die Stimme seines Besuches riss den jungen Adeligen aus seinen Gedanken und er richtete seinen Blick auf den Sklaven, dessen Schauspiel den jungen Mann durchaus amüsierte, auch wenn es ihm nicht anzusehen war.
      „Hat er einen Namen?“, erkundigte er sich bei dem Besuch, anstatt den Sklaven direkt zu fragen, als würden sie nur über einen Gegenstand und dessen Bezeichnung sprechen, während er sich nicht groß an dem unmöglichen Verhalten des jungen Mannes zu stören schien.
    • Sho Jundo:

      Wenn er durch sein Verhalten hier weg kam würde es ihn wohl eher weniger stören.
      Dem Besuch schien jedoch etwas Panik in das Gesicht zu treten, als der junge adlige das lächeln verlor. "Ich hoffe sie nicht verärgert zu haben junger Herr!" Erkundigte sich dieser sofort. Ein schmunzeln konnte sich nicht mal Sho verkneifen, das er es amüsant fand diesen trottel in dieser Lage zu sehen. Sonst zeigte sich dieser Typ nur arrogant und selbstbewusst, nun leckte er nach jedem Krümel, dem man ihm hin warf. Der junge horchen auf, als nach seinem Namen gefragt wurde und dieser kurz darauf fiel. "Sie dürfen ihn natürlich nennen, wie sie möchten, auf seinen Papieren heißt er Sho Jundo" erläuterte der Mann und versuchte wohl die Wogen etwas zu glätten. Sho sah tatsächlich mal zu seinem neuen Herren auf. Aufsehen war wohl gut formuliert, da er weiterhin auf dem Boden saß. Seine Kette war an einer Öse im Tisch befestigt. Die meisten Tische hatte schon Standardmäßig eine Halterung für solche Ketten angebracht, damit die Sklaven neben diesem Platz neben konnten. Der hellhaarig musste schon sagen, dass er froh war nicht an einen alten Sack verschenkt worden zu sein. Dieser Typ schien circa in seinem Alter zu sein, was wohl etwas angenehmer war. Dennoch konnte er sich etwas besseres vorstellen
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    • Callisto Garian van Ainsworth

      „Sie haben mich nicht verärgert.“, teilte der junge Adelige seinem Besucher mit, auch wenn seine Stimmlage und sein Gesicht wohl nicht gerade überzeugend waren, aber so war Callisto nun einmal. Ein gelangweilter, junger Mann mit monotoner Stimme und gelangweiltem Gesichtsausdruck, welche sich nur selten änderten und die Tatsache, dass der Anblick des Sklaven ihn wirklich dazu gebracht hatte ein leichtes Lächeln aufzulegen, bedeutete, dass seine Schönheit wirklich atemberaubend war. Selbst Callisto mit seinem Leben, in dem er alles haben konnte, hatte noch nie einen Menschen mit solchen Eigenschaften gesehen und das gefiel ihm. Es erhellte ihm etwas den öden Alltag auf dem Anwesen.
      „Sho... ein kurzer und leicht auszusprechender Name, das sollte reichen.“, gab der Adelige von sich, nachdem er sich den Namen einmal durch den Kopf hatte gehen lassen und trank einen Schluck von seinem Tee. Es war selten einen Sklaven mit einem Nachnamen anzutreffen, was bedeuten musste, dass er in dieses Leben nicht hinein geboren war. Callisto war neugierig. Welches Leben er wohl geführt hatte, bevor ihm ein Halsband um den Hals gelegt worden und gehorsam von ihm verlangt wurde? Wie sein neues Spielzeug wohl zu diesem Leben gekommen war?
      Er zweifelte keine Sekunde daran, dass der Besucher ihm die Einzelheiten mit Freunden mitteilen würde, sollte er in Besitzer dieser sein, doch dem jungen Mann erschien es zu einfach und damit langweilig den vorherigen Besitzer zu fragen. Lieber wollte er sehen, ob der Sklave nicht freiwillig seine Geschichte mit ihm teilte und wenn nicht... könnte er sich überlegen, wie er ihn dazu bekam.
      Callisto war froh, dass der Sklave bereits einen Namen besaß, hatte er doch kein Interesse daran sich den Kopf darüber zu zerbrechen, wie er sein neues Haustier nennen könnte.
      Am Ende hätte er ihn wohl einfach Sklave oder Junge genannt, vielleicht auch Weiß oder Blau, nach seinen Haaren und Augen, doch da er einen Namen besaß, würde es wohl Sho sein.
      Der junge Adelige tat seinem Besuch den Gefallen und tauschte noch etwas Small Talk mit dem Besuch aus, ganz vorne waren die Geschichten über den Krieg, den Callistos Reich vor kurzem gewonnen hatte und sein Gegenüber wurde fast nicht müde hier und da unterschwellig die Bitte einzustreuen, dass der junge Herr doch mal mit seinem Vater über ihn reden möge – selbstverständlich in gutem Ton – und dass Callisto sich doch an ihn erinnern möchte, wenn er mit seinem Geschenk spielte, wobei dem jungen Mann nicht gefiel, wie sein Besuch dieses Wort betonte, doch er ignorierte es geflissentlich, bis der Tee getrunken und das Gebäck – welches er selber nicht angefasst hatte – aufgegessen war und sein Butler Sebastian den Mann zurück zu seiner Kutsche führte, damit er den langen Weg nach Hause antreten möge.
      Vielleicht war sein nächstes Ziel auch ein ganz anderes, doch wenn er es erwähnt hatte, so hatte der junge Adelige gar nicht mehr zugehört, hatte er doch schon lange das Interesse an das Gespräch mit diesem verloren.
      Abgesehen davon, dass er in Callistos Augen einfältig und gierig wirkte, war er nicht einmal gut anzusehen, um diese Eigenschaften zu kompensieren und der junge Mann war nie bekannt dafür gewesen viel Geduld zu besitzen.
      Während Sebastian den Besucher hinaus geleitete, lag der Blick des Adeligen nun auf den Sklaven, welcher noch immer neben dem Tisch auf dem Boden saß.
      „... kannst du sprechen?“, fiel ihm letztendlich ein, dass er noch nicht das Vergnügen hatte seine Stimme zu hören. Sprach er überhaupt seine Sprache?
    • Sho Jundo:

      Das Gespräch der beiden ging ihm gehörig auf die Nerven. Eigentlich war es ein Monolog, sein neuer Herr schien nicht sonderlich am Gespräch erfreut zu sein. Zumindest war er wohl nicht der einzige, den der Kerl am anderen Ende des Tisches nervte. Sho sollte es recht sein, wenn sein Herr auch so wenig mit ihm sprach. Etwas daran auszusetzen hatte er nicht. Es käme ihm sogar gelegen, da er nicht unbedingt interessiert an den Geschichten des -wahrscheinlich- älteren jungen war. Entweder war er älter, oder hatte sich einfach nicht gut gehalten. Da ihn das Gespräch sowieso nichts anging sah er sich weiter im Raum um, fand aber leider nichts interessantes. Ein paar Bücher, die er wohl selbst nicht lesen konnte, da ihn dafür die nötige Schule fehlte und natürlich der schöne Vogel. Dieser hatte das Singen eingestellt, zumindest für diesen Moment. Sho würde sich freuen das blaue Tier irgendwann mal hören zu dürfen. Irgendwann schien das Gespräch gen Ende zu gehen. Der hellhaarige hatte sich nach hinten auf seine Hände gestüzt und betrachtete in dieser Position die Decke des Zimmers, dann hatte er bald wirklich jeden Fleck aus dieser Position erkundet. Ein ekelhaftes grinsen wurde nochmal an ihn gerichtet bevor der Kerl endlich den Raum verließ. Die Andeutungen hatte Sho ebenfalls vernommen, aber eher würde dieser Bursche ein Ohr verlieren, als das er sich einfach so anfassen lassen würde. Genervt seufzte er, bevor das Wort an ihn gerichtet wurde. Da er lange Zeit nun ignoriert wurde sah er zu Callisto auf. Ein nickte sollte dem Kerl wohl erstmal als Antwort reichen, für mehr war er in Shos ausgen nicht wert. Er konnte sprechen, sehr gut sogar. Teilweise hatte er in den letzten Jahren, in denen er in seiner Heimat gelebt hat, sowie in dem anderen Anwesen, sogar ein paar andere Wörter in anderen Sprachen aufgeschnappt. Die Bedeutung hatte er sich selbst zusammen gereimt. Es hatte ihn schon immer interessiert zu lesen und sich zu verständigen. Lesen war jedoch schwer zu erlernen, wenn man es einerseits alleine tat und nur ein Buch zur Verfügung hatte.
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    • Callisto Garian van Ainsworth

      Fragend, vor Verwunderung, hob Callisto die Augenbraue, als ihm von Sho nur ein Nicken als Antwort zu Teil wurde. Waren seine Worte nicht deutlich genug gewesen? Oder war der junge Mann womöglich auf den Kopf gefallen? War es nicht offensichtlich, dass er von ihm wollte, dass er sprach?
      „Dann rede.“, verlangte der junge Adelige nach einem kurzen Moment der Stille und wählte die direktesten Worte, die ihm einfielen.
      „Wenn du nicht weißt, worüber, dann erzähl etwas über dich. Wie alt bist du? Woher kommst du? Welche Fähigkeiten besitzt du? Woher kommt dein Nachname?“, fügte er hinzu, für den Fall, dass seinem neuen Spielzeug selber nichts einfallen würde, worüber er reden könnte. Im Inneren betete Callisto dafür, dass der Junge nicht auf den Kopf gefallen war, sonst würde er seiner wohl schneller überdrüssig werden, als es dem Adeligen lieb wäre.
      Vielleicht sollte er ihn auch einfach nur wie Schmuckstück in eine Ecke stellen, ihm einen hübschen Käfig bauen lassen, wie bei seinen hübschen Vögelchen.
    • Sho Jundo:

      Sho konnte nicht anders als zu grinsen und kurz zu lachen, als er die Reaktion des anderen sah. War es so einfach den Kerl zu ärgern? Dafür das er die ganze Zeit so ruhig war, kam er gerade ziemlich aus sich heraus. Bei den Fragen die der andere ihm auftischte zog er nur eine Augenbraue hoch "Ich wüsste nicht was dich das interessieren sollte...ich könnte dir aber erzählen wie sehr ich dich nicht ausstehen kann...dann kannst du meine stimme Stunden lang vernehmen" kam es nur knurren vom Sklaven. "Und woher soll mein Nachname stammen? Von meinen Eltern du vollidiot" er konnte wie gesagt sehr gut sprechen, wenn es einen Grund gab. Ihm war egal was mit ihm geschah. Sein Alter Herr hätte ihn für diese Worte grün und blau geschlagen, nur leider wollte er ja seine Haut nicht ruinieren. Was dieser Callisto darüber dachte wusste er jedoch nicht. "Aber von dir weiß ich zumindest schon einmal, daß du es liebst andere Wesen einzusperren" sein Blick ging zum Vogel. "Stell du dich doch erstmal vor, ich dachte ihr vom Adel habt ach so tolle manieren" merkte der jüngere nun an und sah wieder zum jungen rüber. Irgendwie hoffte er damit den anderen aus der Reserve zu locken und ihn wütend zu machen. Warum? Einfach so...ihm blieb sonst kein Vergnügen.
      Zur Sicherheit, dass die Ketten nicht doch nachgeben zog er einmal an der Kette, doch bis auf den Tisch bewegte sich gar nichts. Er würde jede Gelegenheit nutzen, um hier weg zu kommen. Vielleicht war dieses Land nicht so gut vernetzt.
      Jeder Sklave besaß Papiere, welche ausweisen, wem er gehörte und das er ein Sklave war. Beinahe wie eine besitzerurkunde, die beim Verkauf weiter gereicht wurde. Diese Papieren hatte der Mann sorgfältig auf dem Schreibtisch platziert. Jedoch mehr als diese beiden Informationen stand dort nicht. Herkunft und Alter waren meist egal, oder wurden beim Verkauf weiter gesagt. Hätte Sho diesen Callisto kennen sollen? Der Nachnamen verriet ihm ebenfalls nichts. Mal hatte der alte Sack ihn erwähnt, aber auch nicht mehr erzählt. Ein Sklave müsste sowas wohl auch nicht wissen. Der Boden wurde langsam unbequem, weshalb sich der hellhäutig umsetzten musste. Um seine Schönheit zu bewahren hatte er wenig zu essen bekommen und seine Knochen stachen an manchen Stellen heraus, was das Sitzen auf dem harten Boden nicht besser machte. Zusätzlich störte saß Rüschen verzierte Gewand, welches ihm übergestreift wurde. Zumindest diente die aufgeplüschte Hose etwas als Kissen.
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    • Callisto Garian van Ainsworth

      Ein weiteres Mal hob er fragend die Augenbraue, nicht verstehenden, was sein Gegenüber so amüsiert haben könnte. Er schien nicht gerade schlau aus ihm zu werden, aber das wurde Callisto aus Menschen nie.
      Er konnte ihn also nicht ausstehen... was? Mit Desinteresse im Blick legte er seine Wange auf seine Handfläche, während er den Arm auf dem Tisch gestützt ließ und beobachtete Sho, als würde er einem wilden Tier dabei zu sehen, wie es um sich bellte, weil es sich in Gefahr fühlte. Der junge Mann erinnerte sich daran, wieso er nie das Interesse an Haustieren hatte.
      Aber wenigstens wusste er, dass sein Sklave sprechen konnte und nicht auf den Kopf gefallen zu sein schien.
      „Sklaven haben keine Nachnamen. Was bedeuten muss, dass du vor diesem Leben ein anders geführt haben musst.“, erklärte der Adelige seinem Spielzeug, als wäre es das selbst verständlichste der Welt und als wäre Sho der Vollidiot der beiden. Doch der Besuch hatte Recht gehabt, der Sklave schien keinerlei Manieren zu besitzen. Er musste davor irgendein Wilder gewesen sein.
      Er folgte seinem Blick, als der Sklave erwähnte, er würde gerne andere Wesen einsperren und obwohl er den Vogel in seinem Käfig erblickte, verstand er nicht ganz, was der Junge ihm mit dieser Aussage mitteilen wollte. Es war ein Vogel, ein Haustier, dazu da um schön auszusehen und ihm Lieder zu singen, warum sollte er ihn nicht einsperren? Damit er ihm davon flog? Womöglich von einem Falken gefressen würde? Keine uninteressante Vorstellung, aber da Callisto dieses Schauspiel wohl kaum zu Gesicht bekommen würde, verlor er das Interesse schnell daran es auszuprobieren.
      „Vorstellen? Soll das heißen, du weißt nicht, wer ich bin?“, war eine Spur von Verwunderung in der Stimme des jungen Mannes zu hören, als würde er es wirklich als eigenartig empfinden, dass man nicht wusste, wer er war. Hatte sich Callisto jemals zuvor einem anderen vorstellen müssen? Entweder man wusste, wer er war, oder jemand anderes ließ es die Person schnell wissen.
      Nun gut, wieso eigentlich nicht? Wenn sich der Sklave irgendwo verlief, sollte er doch wissen, wohin er zurück kehren musste, nicht wahr?
      „Callisto Garian van Ainsworth ist mein Name, zukünftiger Duke van Ainsworth und damit Mitglied der zweitmächtigsten Familie des gesamten Reiches. Nur die Königsfamilie steht über dieser, aber ich bezweifle stark, dass du auch nur einen Hauch von Politik verstehst. Wichtig ist nur, dass du mich als Herransprichst und amüsierst, wenn du nicht willst, dass ich dich bald wieder wegschmeiße.“, erklärte der Adelige dem Sklaven, als würde er ihm die Regeln eines Schachspiels erklären.
      Während sich Sho erhob, beobachtete Callisto diesen und stellte fest, wie geschmacklos die Kleidung war, in welche man den jungen Mann gesteckt hatte. Auch war es nicht gerade schön anzusehen, wie seine Knochen herausstachen. Unter Schönheit verstand der Adelige eindeutig etwas anderes.
      Er musste Sebastian ihm wohl ein Mahl bringen lassen. Wie viel mussten Sklaven überhaupt essen? Callisto wurde bewusst, das er keine Ahnung hatte, wie man einen hielt. Aber konnte er die Details nicht auch einfach seinem Butler überlassen?
    • Sho Jundo:

      Diese Augenbrauen hätte er auch nach seiner Meinung nach unten lassen können. Seine Begründung ließ nun Shos Augenbrauen zusammen ziehen "Sklaven haben keinen Nachnamen? Jeder hatte doch ein vorheriges Leben." Kam es etwas irritiert von dem Hellhaarigen "naja...auf meine Vergangenheit hätte ich verzichten können " fügte er eher zu sich selbst sprechen hinzu. Was diese Welt anbelangte wurde er noch nicht schlau draus. Es waren ganz andere Menschen als in seinem Wohnviertel und auch die Gepflogenheiten waren komplett anders. Nun hörte er etwas Verwunderung aus der Stimme seines Gegenüber heraus. Auch seine Augen zeigte, dass er diese Reaktion nicht erwartet hatte. Hielt der Typ so viel von sich, dass er dachte jeder kennt ihn? "So wichtig bist du wohl nicht, wenn dein Name mein Land nicht erreicht hat. Gehört habe ich ihn tatsächlich noch nie" bestätigte er seine Frage. Als er sich dann wirklich vorstellte konnte er sich ein Augen verdrehen nicht unterdrücken "Du ärmster...einen längeren Namen hätten deine Eltern dir nicht geben können oder?" Eigentlich empfand er seinen immer als zu kurz, aber nun war er froh einen solch kurzen und bündigen Namen zu haben. "Ich weiß auf jeden Fall das ihr euren Job nicht sonderlich gut macht, das verstehe ich zumindest von Politik " murrte er gleich, als dieser abwertende Kommentar von dem größeren kam. Bei den nächsten Worten konnte Sho wieder nur lachen "nur weil ich mir deinen zu langen Namen nicht merken kann heißt es nicht, dass ich dich Herr anspreche. Depp trifft es wohl eher" grinste er ihn an "schmeiß mich doch weg, dann habe ich zumindest auch meine ruhe vor dir. Und wie soll ich dich bitte amüsieren. Denke nicht ich steige mit dir ins bett, lieber beiß ich dir das Glied dann ab. Oder soll ich mit dir spiele spielen? Du bist doch alt genug...du hast einen riesen Garten. Kletter auf Bäume oder spiel mit deinen Freunden. So wie jedes kind" meinte Sho irritiert. Bei sich fand man immer etwas um sich zu beschäftigen. Er hatte nie Langeweile gehabt, daher war diese Anforderung für ihn nicht nachvollziehbar. Kurz ging sein Blick durch den Raum "was ist mit dem Ding da? Schach oder nicht? Spiel das doch, wenn es eh hier herum steht" schlug er vor. "Du hast doch so viel Geld wie es scheint, warum nutzt du es nicht?" Aus Callisto wurde er nicht schlau, ihre Welten waren zu unterschiedlich. Sein Magen meldete sich lautstark zu Wort und Sho legte mit verzehrten Gesicht seine Hände auf den Bauch. Er hatte nur etwas trockenes Brot am Vortag bekommen. Sein Körper war es gewohnt zu hungern. "Bleibst du den ganzen Tag hier im Zimmer hocken?"
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    • Callisto Garian van Ainsworth

      Mit leichtem Interesse in den Augen aufblitzend, wartete der junge Adelige noch einige Momente, in der Hoffnung, Sho würde erörtern, was er damit meinte, dass er auf seine Vergangenheit verzichten könnte, doch zu seiner Enttäuschung blieb die Stille und er meldete sich letztendlich zu Wort.
      „Meines Wissens nach werden die meisten Sklaven als solche geboren.“, erklärte Callisto. Nicht, dass er sich sonderlich auf dem Sklavenmarkt auskannte, aber da es ein großer Teil der Kultur seines Reiches war und er mit dem Anblick von angeketteten, hart für andere schuftenden Menschen aufgewachsen war, wusste er doch das ein oder andere und der junge Mann hatte noch nie etwas vergessen. Eine Eigenschaft, die sein Leben nur noch langweiliger gestaltete, aber was sollte er schon dagegen tun? Wenigstens erschien ihm das Gespräch mit dem Sklaven als erfrischend, auch wenn ihm bewusst war, dass er so eigentlich nicht mit sich reden lassen sollte. Aber es war neu, eine ihm unbekannte Erfahrung, dass es jemand wagte so mit ihm zu sprechen und daher etwas amüsant für den verwöhnten Jungen, weshalb er ihn ließ. Zumindest fürs erste.
      „Ich fürchte eher dass du wohl der unwichtige Junge sein musst, dass du nie die Chance gehabt hast, meinen Namen zu hören.“, konterte Callisto, auch wenn es ihm eigentlich egal sein konnte. Er hatte sich nie gewünscht im ganzen Land bekannt zu sein, hassen tut er es jedoch auch nicht. Es war eine Tatsache, mit der er aufgewachsen war und somit nichts besonderes in seinen Augen.
      Dass Sho sein Name nicht gefiel verwunderte ihn. Er hatte nie darüber nachgedacht, besaßen doch die meisten Adeligen einen Zweitnamen und kurz waren ihre Namen auch nie. Sowohl seine Schwester, als auch seine Eltern hatten mehr als einen Namen. Seit Vater hatte sogar in seinem Leben zahlreiche Titel gesammelt, die er nur zu gerne zum besten gab und noch nie hatte sich jemand beschwert, dass sie zu lang waren. Nun, wahrscheinlich würde es auch niemand wagen.
      Der junge Adelige bezweifelte weiterhin, dass sein Sklave etwas von Politik verstand, ganz zu schweigen davon, dass er aus einem anderen Land stammte und somit nicht wissen konnte, wie es hier war. Mag sein, dass der Adel in seinem Land versagt hatte, aber was sollte das schon über sein Haus aussagen? Nichts.
      Tatsächlich gab Callisto einen belustigten Laut von sich, als Sho meinte, er würde ihn nicht als Herr ansprechen und Depp besser passen würde. Sollte er doch versuchen ihn so zu anzusprechen. Wie es schien war er wohl doch dümmer, als der junge Adelige zuerst glauben wollte, denn an seinem Leben schien ihm wohl nicht viel zu liegen. Er glaubte doch nicht etwa, dass er zulassen würde, dass sein schönes Spielzeug von jemand anderem gehalten werden würde, oder?
      „Denk ich nicht, ich steig mit dir ins Bett...“, waren es die Worte, die seine gute Laune mit einem Mal verschwinden ließ.
      „Ich weiß zwar nicht, was dieser Idiot dir erzählt hat“, sollte jedem klar sein, dass Callisto den Besucher und damit seinen früheren Besitzer meinte, „aber ich habe nicht vor mit einem Haustier zu schlafen. Wie vulgär. Unter Spaß stell ich mir eindeutig etwas anderes vor.“
      Der junge Adelige war beleidigt, dass Sho überhaupt daran dachte, dass er solche Dinge in Erwägung zog. Nicht, dass es in diesem Land eine Seltenheit war, mit einem Sklaven das Bett zu teilen, doch für Callisto war das nichts.
      „Ich wüsste nicht, was daran spaßig sein sollte, auf Bäumen herum zu klettern, wie ein dummer Affe? Schach habe ich zu genüge in meinem Leben gespielt und ohne einen anständigen Gegner habe ich nichts davon. Und was soll ich schon noch mit Geld kaufen, dass mir etwas Freude bereiten könnte? Für Vorschläge bin ich ganz Ohr.“, erklärte er gelangweilt, als hätte er dieses Gespräch öfter als nur einmal in seinem Leben führen müssen.
      „Ich besuche auch gerne mein Vogelhaus. Möchtest du es sehen?“, erkundigte sich Callisto, während er sich von seinem Platz erhob und zu seinem Schreibtisch schritt, um eine kleine Glocke darauf zu heben und zu läuten. Sich mit dem Rücken gegen den Tisch lehnend, seine Augen weiterhin auf das schöne Antlitz von Sho gerichtet, wartete er darauf, dass sein Butler klopfen und eintreten würde, ehe er diesem mitteilte, er soll ein Mittagessen für den Sklaven vorbereiten lassen.
    • Sho Jundo:

      Er sah das aufleuchten in seinen Augen, als er mal etwas von sich Preis gab. Sein Leben war seiner Meinung nach nicht wirklich interessant, aber gut, wenn er etwas wissen wollte musste er nur fragen. Natürlich kam es darauf an, ob Sho Lust hatte es zu beantworten und um welche Frage es sich handelte. Außerdem musste er ja eigentlich nicht alles von ihm wissen. Irgendwie stimmte ihn Callistos Aussage etwas traurig. Warum wurden so viele Kinder bereits in diese Welt hineingeboren? Er durfte zumindest etwas seine Kindheit genießen. Darüber war er sehr dankbar und froh, daß wurde ihm in diesen Moment nochmal bewusster. Wo war er nur hier hineingeraten? Er mochte sein Leben nicht sonderlich, aber ob das hier alles besser war musste er nochmal überdenken. "Dann ist es bei mir anders..." murmelte er. "Ich hatte tatsächlich ein Leben hier vor. Daher nenn mich nicht dein Haustier! Denn das bin ich nicht" Sagte er ernst. Erneut lachte Sho und gab Callisto mal ein warmes Lächeln von sich "touché, im Gegensatz zu dir bin ich das wohl, habe aber auch nichts dagegen wenn ich ehrlich bin " er sah sich nochmal um.
      Als es um den beischlaf ging zog er seine Augenbraue hoch "Ich denke auch dein Vogel würde daran sterben! Es beleidigt mich, beruhigt mich aber im selben Sinne. Und dennoch betone ich, ich bin kein Haustier!" Sagte er seufzen. "Und woher willst du wissen, dass es nicht der beste Sex deines Lebens wäre? Aber wie gesagt mir soll es recht sein. Der alte Sack fing schon oft genug an zu sabbern...'wärst du nicht sein geschenk' würg" er hätte sein Opa sein können.
      "Wir sind wirklich verschieden aufgewachsen. Ich liebe es zu klettern...seit ich diese Ketten um habe konnte ich es nicht mehr machen." Er nahm das dünne Eisen in seine Hände "es ist wunderschön den Sonnenstrahlen näher zu sein, von der Aussicht gar nicht mal auszudenken..." nun wurde er doch etwas nostalgisch "zu viel Geld haben ist wohl auch langweilig was? Ich hätte mir immer gewünscht etwas mehr zu haben. Schach haben wir beispielsweise immer mit steinen gespielt. Erst bei der einen Haushalt habe ich gelernt, dass ihr reichen es mit richtigen Figuren spielt. Wenn man Fantasie und Kreativität hat geht alles." Erklärte er ziemlich ruhig für sein Verhalten. "Und was du dir kaufen kannst? Gibt es nicht diese Theater? Musikstücke oder so?" Er stoppte kurz "Oh...Wahrscheinlich ist das für dich nichts besonderes " bemerkte er dann. Für ihn war sowas immer unerreichbar.
      Nun kam er mit etwas neuem und Sho sah auf "Vogelhaus?" Fragte er nun wirklich neugierig. Er war es seit einem Jahr nicht gefragt worden, ob er etwas machen wollte "gerne" Gab er etwas zögerlich und unschlüssig von sich. Der Butler reagierte auf das klingeln sofort. Sho sah Callistos mit großen Augen an "Ich...bekomme essen?" Kam es sehr irritiert von dem jungen Mann. Irgendwie war der reiche schnösel doch netter als er anfangs gedacht hatte, aber er dürfte sich nicht um den Finger wickeln lassen!
      Nimm das Leben nicht so schwer,du kommst da eh nicht lebend raus
      <3
    • Callisto Garian van Ainsworth

      Das zweite Mal an diesem Tag legte sich ein leichtes Lächeln auf die Züge des Adeligen, als das warme Lächeln des Anderen dessen Schönheit nur noch mehr betonte. Auf die anderen Worte ging er gar nicht erst ein, war es doch selbstverständlich, dass er sein Haustier war. Er hatte das ein oder andere Mal von Sklaven gehört, die dieses Schicksal anfangs nicht akzeptieren wollten – oder vielleicht auch einfach nicht konnten, sah man sich die menschliche Psyche etwas genauer an – weshalb Callisto sich sicher war, dass Sho diese Tatsache schon irgendwann akzeptieren würde.
      „... der beste Sex meines Lebens? Klingt ja fast als würdest du mich dazu bringen wollen mit dir zu schlafen.“, gab der junge Mann amüsiert von sich, aber erachtete dies selbstverständlich nicht einmal als eine Möglichkeit. Was sollte an dieser Aktivität schon interessant sein? Callisto reizte es nicht im geringsten.
      Über die Vorlieben des Besuchs hätte er jedoch nicht erfahren müssen, wobei der Adelige wirklich froh war, dass an Sho keine Hand angelegt worden war. Ein schrecklicher Gedanke wäre das, wenn seine Schönheit und der so frei wirkende Geist dadurch besudelt worden wäre.
      Hmmm... war es das, womit die Unterschicht ihre freie Zeit verbrachte, von der sie doch so wenig hatten? Auf Bäume zu klettern? Der junge Mann sah sich bei dieser Aussage ein weiteres Mal bestätigt, dass es gut war, dass der Adel die Zügel in der Hand hielt und nicht das einfach Volk. Er wollte gar nicht erst wissen, was für eine Welt das wäre.
      „Hmhm.“, stimmte Callisto dem Jungen zu, wie langweilig es doch war, so viel Geld zu haben, „Ich hab schon immer bekommen, was ich wollte, wann ich es wollte, ohne Ausnahmen. Doch was soll man schon wollen, wenn man irgendwann alles hat?“
      Das der Sklave Schach spielen konnte – oder wohl eher, dass das gemeine Volk in der Lage war ein solch komplexes Spiel zu spielen – verwunderte ihn, hatte Callisto doch immer gedacht, dass es der Zeitvertreib der Reichen und Denker war. Sollte ihm besonders langweilig sein, könnte er sich ja einmal eine Partie von ihm ansehen, zweifelte jedoch stark daran, dass er auch nur mit ihm mithalten könnte, hatte Callisto doch jeden Schachmeister des Landes – und auch einige aus dem Ausland, welche extra für ihn eingeschifft wurden, um seine Langweile zu lindern – bereits im Alter von 13 Jahren besiegt. Wie überaus langweilig.
      „Du hast recht. Es ist nichts besonderes.“, stimmte er Sho zu, hatte Callisto doch bereits viele Theaterstücke gesehen und auch wenn er als Kind tatsächlich begeistert von dem ein oder anderen und seinen Themen war, so wiederholten sie sich schnell und was Musik anbetraf, hatte der junge Adelige bereits selber ein paar Instrumente gemeistert, bis er auch diese Hobbys an den Nagel hing, da es sich nicht mehr lohnt, sich verbessern zu wollen.
      Hätte er mehr Interesse am Schwert gehabt, hätte vielleicht seine große Schwester eine anständige Rivalin abgegeben – etwas, was ihm im Leben fehlte, wie er sich immer wieder in Gedanken rief, auch wenn es den ein oder anderen Idioten gab, der sich gerne als solcher betitelte – doch langweilten ihn sportliche Aktivitäten besonders.
      Verwundert richtete Callisto seinen Blick auf Sho, der fast nicht zu glauben können schien, dass er etwas zu essen bekam. War das... unnormal für Sklaven? Hatte er gerade einen Fehler gemacht? Dabei nervten ihn der Anblick der hervorstehenden Knochen des abgemagerten Jungen, wieso sollte er nicht wenigstens dafür sorgen, dass er genug zu essen bekam? Machte man das nicht so bei Haustieren?
      „... willst du etwa nicht?“, erkundigte sich der Adelige zögerlich, da er das Problem in der ganzen Situation nicht verstand. Er konnte tun und lassen was er wollte, wieso sollte er ihm nichts zu essen geben können?
      Es dauerte vielleicht zwanzig Minuten oder kürzer, bis der Butler gefolgt von ein paar Dienstmädchen das Zimmer betraten, um den Tisch – auf welchem zuvor Tee getrunken worden war – abzuräumen und stattdessen ein üppiges Mahl für den jungen Mann aufzutischen, während Callisto bereits wieder zu seinem Buch griff um weiter darin zu lesen, sollte sein Haustier doch nicht mit vollem Mund reden. Das Mindestmaß an Manieren sollte er doch wenigstens erwarten können.
      Den mit ein paar Speisen gefüllten Teller, welcher Sebastian mit einem freundlichen, wissenden Lächeln stattdessen auf dem überfüllten Schreibtisch des jungen Herrn abstellte, bedachte dieser mit einem abschätzigen, unerfreuten Blick, doch ließ es sich der Butler wohl nicht nehmen Callisto zum essen zu animieren, welcher gerne einmal ein Mittag- oder Abendessen ausfallen ließ, da er keine Freude am Essen hatte.
      Der junge Mann unterdrückte ein Seufzen, beschloss jedoch sich an seinen Schreibtisch zu setzen und dem alten Mann den Gefallen zu tun einen leeren Teller zurück zu lassen, wenn sein Sklave sowieso schon am Essen war.
    • Sho Jundo:

      "Nein danke, ich verzichte sehr gerne." Betonte er nochmal, immer noch lächelnd. Er war wirklich froh, dass der andere kein Interesse daran hegte. Zumindest blieb er diesem Leid damit erspart. Seine Augen strahlten, während die Sonne immer heller zu werden schien. Sie war nun vollkommen aufgegangen und der junge mit den hellen Haaren merkte ihm immer wärmer wurde. Schon zuvor hatte der Stoff ihn gekrazt...Durch die Wärme wurde es nicht besser. Er zog an den ferzten an seinen Hals und zog ihn von seiner Haut, um zumindest kurz etwas Ruhe davon zu haben. "Dann bin ich tatsächlich froh...ich kann mich zumindest noch an kleinen Dingen erfreuen." Beneiden tat er ihn in diesem punkt wirklich nicht, er tat ihm eher leid. Ihm war es vergönnt, sich über sowas noch zu freuen. In Schach war er nie sonderlich gut, das meiste hatte ihm tatsächlich die Dame im anderen Anwesen gezeigt. Er vergaß noch immer, wie die Figuren laufen durften. Er dachte sich aber gerne Strategien aus. Als so dumm würde er sich nicht einordnen, aber an Callistos kam er wohl nicht dran. Sho wurde jedoch nie gefördert, er hatte wohl das beste aus dem gemacht. "Für dich ist es nichts besonderes...Als Kind habe ich immer die Plakate gesehen. Ich wäre gerne mal dort gewesen. Irgendwie beneide ich dich, aber irgendwie auch nicht. Ich kann es noch nicht genau sagen" Gab er nun ehrlich von sich.
      Wieder zog er an seinen Klamotten. Leider würde die Kette ihn vom ausziehen hindern.

      Callistos fragte ihn ernsthaft ob er essen wollte!? "Ist das ein Scherz? Natürlich...ich würde wohl alles essen" Sagte er ernsthaft und schluckte als das essen aufgetischt wurde. Das Wasser lief ihm im Mund zusammen . Daran durfte er sich bedienen? Zögerlich setzte er sich einfach auf den noch freien Stuhl und bekam kaum mit wie sein Herr überredet wurde etwas zu essen. Im Moment war er einfach mit der Auswahl überfordert. Scheinbar aß auch der andere etwas. Eigentlich wollte Sho gerade einfach mit den Händen essen, bevor er inne hielt und seinen Herren beobachtete. Dieser verhielt sich ruhig und aß wohl wie alle adligen mit besteck. Unsicher nahm auch er das Silberne Zeug in die Hände und wusste nicht ganz was er damit anfangen sollte. Leicht unbeholfen versuchte er damit klar zu kommen, auch wenn es sehr ungeschickt aussah. Aber jeder bissen war ein Segen und er genoss es sehr. Daher kaute er langsam und schloss dabei die Augen. Er aß sehr schnell, was aber dem enormen Hunger zu Gute kam. "Sowas bekommst du jeden Tag? Du Glückspilz!" Er grinste breit und zufrieden. Wenn er sowas nun auch häufiger bekommen würde, würde er hier tatsächlich bleiben wollen. "Was liest Du da?" Er konnte die Buchstaben nur erahnen. "Und du wolltest gleich zu den Vögel?" Er würde sich freuen mehr als diesen Raum zu sehen. Er beobachtet beim kauen das Buch und versuchte langsam die Wörter auf dem Rücken zu lesen.
      Nimm das Leben nicht so schwer,du kommst da eh nicht lebend raus
      <3
    • Callisto Garian van Ainsworth

      Es amüsierte den jungen Adeligen, dass Sho die lächerliche Kleidung offensichtlich ebenfalls nicht gefiel, dachte aber gar nicht erst daran, dass es jucken könnte oder sonst auf irgendeine Art und Weise unangenehm zu tragen sein könnte, kannte er solche Erfahrungen doch nicht.
      Callisto selber trug immerzu die besten und feinsten Stoffe, die dieses Land zu bieten hatte und so kannte er das Leid von kratzender Kleidung nicht. Mag sein, dass es bequemeres gab, als die Garderobe eines Adeligen, doch da Callisto daran gewöhnt war, störte es ihn nicht. Vielmehr würde er sich unwohl fühlen zu lange in seinem Nachthemd herum zu laufen.
      „Hmhm...“, gab der junge Mann desinteressiert von sich, da es ihm recht egal war, ob sein Sklave ihn denn nun beneidete oder nicht. Es gab genug solcher Leute in seinem Leben, doch erfreute er sich nicht an dem Neid anderer, wie es seine Schwester gerne tat. Was brachte ihm das schon?

      Hin und wieder lösten sich die Augen des Adeligen von seinem Buch und linsten zu dem anderen herüber, welcher das Essen offensichtlich mehr genoss, als jeder Adelige, den Callisto je zu Gesicht bekommen hatte, so gerne sich diese auch als Genießer bezeichneten.
      Es war ein amüsanter Anblick für den an perfekte Manieren gewöhnten Mann, wie fremd die Gabel in den Händen des Jungen lag und wenig Tischmanieren er an den Tag legte, aber das war wohl normal für einen Sklaven, welcher diese Dinge nie beigebracht bekommen hatte.
      Normalerweise teilten sie sich ja auch nicht den Tisch mit ihren Herren oder durften gar in dessen Anwesenheit essen.
      Callisto selber würde sich jedoch nicht als Glückspilz bezeichnet, als sich danach erkundigt wurde, was er denn las und für einen Moment wirkte es so, als würde er Sho ignorieren und ihm keine Antwort schenken wollen, während er darüber nachdachte, wie er das bereits gelesene in möglichst einfache Worte packen konnte, hatte er doch kein Interesse daran zu viel Zeit damit zu verschwenden, es zu erklären. Es ermüdete ihn nur mit Leuten zu reden, die ihn nicht verstanden.
      „Eine Ansammlung von philosophischen Auseinandersetzungen vom Konzept von Leben und Tod.“, sagte er letztendlich, ohne von seinem Buch aufzusehen und dachte gar nicht erst daran den Titel zu nennen, da er in einer anderen Sprache verfasst war, wie das gesamte Buch. Seitdem er es sich aus bloßer Langeweile zur Gewohnheit gemacht hatte neue Sprachen zu lernen, las er lieber das Original, als eine Übersetzung in seine eigene Sprache. Und wenn er auf ein Wort traf, dass ihm noch unbekannt war, so forderte es ihn wenigstens etwas, dessen Bedeutung zu erahnen oder danach zu suchen.
      Callisto blickte auf, als die Vögel erwähnt wurden und fragte sich für einen Moment, ob er sein neues Spielzeug nicht verwöhnte, aber da er sowieso vorgehabt hatte das Vogelhaus zu besuchen, beließ er es dabei und kramte in einer seiner Schubladen nach dem Schlüssel, ehe er sich erhob und die Kette von der Öse trennte, um das kalte Eisen in Händen zu halten.
      „Dann komm.“, wies er Sho an, ohne groß auf eine Antwort zu warten oder darauf zu achten, ob er überhaupt schon aufgestanden oder mit dem Essen fertig war, und führte den jungen Mann aus seinem Arbeitszimmer raus in den riesigen Garten, welcher in einer Ecke sogar einen ganzen Wald umspannte, aber das war nicht das Ziel der beiden.
      Schon als sie den Garten betraten, konnten sie das große, weiße mit zahlreichen Verzierungen geschmückte Gebäude entdeckten, das weit nach oben gebaut worden war, damit die zahlreichen Vögel sich mehr oder weniger darin wohl fühlten konnten.
      Callisto öffnete die Tür, welche in einen schmalen Gang führte, auf dessen andere Seite eine weitere Tür war, welche in den eigentlichen Hauptraum führte. Eine Maßnahme, um sicher zu gehen, dass die kostbaren Tiere ihren Weg nicht nach draußen fanden, sollte man einmal vergessen, eine der beiden Türen anständig zu schließen.
      Schon hier war das laute Gezwitscher und die anderen Laute der Vögel zu hören, welche vom Garten aus nicht vernommen werden konnten, da die Wände extra dick gebaut wurden, um den Lärm nicht nach draußen in den Garten zu tragen.
      Im Hauptraum selber war es warm, ein tropisches Klima herrschte hier, um den exotischen Tieren einen angenehmen Lebensraum bieten zu können und damit die ungewöhnlichen Bäume und Büsche aus anderen Ländern hier wachsen konnten, wo die Vögel ihre Häuser bauten oder sich hinter Ästen und Laub versteckten.
      Zahlreiche Vögel in bunten Gewändern, ob groß oder klein, flogen durch den großen Raum, einer Halle gleichend und es wirkte, als wären die beiden durch diese Tür gerade in eine ganz andere Welt gekommen.
      Callisto blickte sich um, beobachtete den ein oder anderen Vogel, wie er es gerne tat, ehe er seinen Blick auf Sho schweifen ließ, um dessen Reaktion nicht zu verpassen.
    • Sho Jundo:

      Der andere junge wurde ruhiger, verlor er jetzt schon das Interesse? Sho sollte es recht sein, er hätte kein Problem damit in irgendeinem Raum zu verharren. Die Flucht würde sich dann auch einfacher herausstellen, als wenn er die ganze Zeit in der nähe dieses jungen war.
      Er kam noch immer nicht von dem Gedanken los, ihn amüsieren zu sollen. Was musste man darunter verstehen? Wie ein tanzbar auf einem Ball balancieren? Oder durch brennende Reifen springen? Gesehen hatte er das bereits auf den Plakaten in der stadt, die einen neuen Zirkus ankündigten. Ob er ihn das fragen sollte? Vielleicht fragte er auch zu viel und würde ihn nur auf dumme Ideen bringen, daher ließ er es vorerst. Auf seine Worte ging er nicht wirklich ein. Kein Wunder das Er sich so langweilte, wenn er sich nichtmal unterhalten konnte. Schlau wurde Sho mit Sicherheit nicht aus ihm.

      Sho merkte die Stille nach seiner Frage und zog die Augenbrauen zusammen. Selten hasste er etwas mehr, als ignoriert zu werden. Es war respektlos wie er empfand. Wahrscheinlich verstärkte es aber auch einfach mehr das Gefühl in ihm, nicht aus dieser Situation entkommen zu können. Immer wieder wurde er mehr und mehr wie ein Sklave behandelt. Alles sträubt sich in ihm dagegen. Es wurde über seinen Kopf hinweg einfach beschlossen und gemacht. Es war ein schreckliches Gefühl die Selbstbestimmung, die man einst besaß, verloren zu haben. Nun fragte sich der junge, wie Callistos mit dieser Situation umgehen würde, der junge der sonst alles bekam....angekettet und dazu verdonnert auf irgend eine fremde Person zu hören. Ob adlige jemals so einen Gedanken hegten? Dann wären sie ja emphatisch...sho schüttelte kurz den Kopf, da dies wohl nie passieren würde.
      Nun kam tatsächlich doch etwas aus dem Mund des anderen, was sho etwas überraschte. Die Beschreibung sagte ihm zumindest etwas. Sho sagte kurz nichts und kaute noch auf bevor er sprach "ph...philosophisch war...gedanklich etwas zu machen richtig?" Dumm würde sich sho wirklich nicht bezeichnen, aber er kannte selten die richtigen Begriffe. Handwerklich und im echten Leben, so wie er seines bezeichnen würde, verstand er viel. Warum viel über etwas wissen, wenn man es nicht anwenden könnte?

      Er hätte das Vogelhaus nicht erwähnen dürfen...das war der Gedanke des Hellhaarigen, als sein Herr aufstand und ihn zum gehen aufforderte. Er wollte nicht von diesem Essen getrennt werden! Kurz protestierte er mit seinem körpergewicht dagegen, schnappte sich dann aber zwei der Brötchen auf dem Tisch, bevor er dem Zug nachkommen musste. Das Ding nervte. Knurrend und immer wieder das Brötchen in den Mund stopfend folgte er Callisto nach draußen. Es waren wenige, aber immer wieder liefen angestellte herum, welche Shos Gedanken auflösten Callisto einfach umzustoßen und weg zu rennen. Schließlich hielt er die Kette nur fest und sie waren Körperlich, so schien es zumindest, gleich auf. Er ließ es einfach lieber und stopfte sich sein Brötchen weiter in den Mund.

      Sie gingen in das riesen Gebäude, welches bereits von draußen gut sichtbar war.
      Bereits im vorflur spürte er die enorme Hitze. Sie gingen weiter um komplett einzutreten. Sein Brötchen hatte er sofort vergessen und er stand mit leicht geöffneten Mund da. Es war wunderschön gewesen und er fühlte sich etwas erschlagen. Seine Heimat war eher grau, trist und schlammig, kein Vergleich zu diesem hier. Alles hier war Bund und einfach von Schönheit gezeichnet. Seinen Herren würdigte er keinen Blick, einfach weil er so viel anderes gerade entdeckte. Wie beispielsweise den riesigen Baum in mitten des Gebäudes. Sofort kam der Wunsch in ihm auf dort hinauf zu klettern. Ohne darüber nach zu denken ging er langsam nach vorne. In seinem Gesicht zeigte sich Freunde, Faszination und Wohlbefinden. Nur das Outfit zerstörte wohl das schöne Bild. Einen Fuß vor den anderen setzte er, hatte sein Leben etwas ausgeblendet. Plötzlich musste er mit einem ruck stehen bleiben und wurde durch die Kette an seinem Hals in die Realität geschleudert. Es fühlte sich wie ein starker Aufprall nach einem langen Fall an. Das glückliche Gesicht verschwand sofort als er die Kette betrachtete. Sehnsüchtig ging sein Blick wieder zum Baum und den ganzen Vöglein. Seufzend sah er auf den Boden und wartete nun einfach das sein Herr gehen wollte. Es deprimierte ihn hier zu sein.
      Nimm das Leben nicht so schwer,du kommst da eh nicht lebend raus
      <3
    • Callisto Garian van Ainsworth

      Der Adelige war verwundert, wie man ein Wort wie philosophisch nicht kennen konnte und sogar nachfragen musste, ob man die Bedeutung richtig verstanden hatte. Gedanklich etwas zu machen... nun, er hätte es sicherlich anders beschrieben, aber die Bedeutung schien ganz gut zu passen, weshalb er einen zustimmenden Laut von sich gab.

      Callisto folgte dem Blick seines Sklaven, welcher auf dem großen Baum inmitten des Gebäudes fixiert zu sein schien und die Reaktionen dessen amüsierten ihn doch durchaus. Er wollte doch nicht etwa klettern gehen, oder? War sein Haustier vielleicht doch mehr Affe als Mensch?
      Dennoch war er nicht bereit dazu ihm diese Freude zu tun und warten zu müssen, bis sein Spielzeug seinen Spaß gehabt hatte, im Gegenteil, war es doch der Adelige, der etwas interessantes zu sehen bekommen wollte, um die endlos erscheinende Zeit zu füllen, als ihm eine Idee kam.
      „Geh und fang mir einen Vogel.“, verlangte er von Sho, während er die Kette entfernte und damit nur noch das Halsband übrig blieb, welches ihn auch in diesem Land eindeutig als Sklaven auszeichnete und es war kein Gegenstand, welcher alleine einfach abgenommen werden könnte.
      Es war keine einfache Aufgabe, eines der wilden Tiere zu fangen, aber Callisto erwartete auch gar nicht, dass er dazu in der Lage sein würde, im Gegenteil. Er würde sich an dem vergeblichen Versuch erheitern.
    • Sho Jundo:

      Er hatte sich in einen sparmodus eingestellt und wartete nur darauf, dass sie zurück gingen. Doch sein Herr hatte andere Pläne für heute und sprach aus was er dachte. Sehr verwundert sah er zu Callisto als dieser zu ihm rüber kam und dann noch die Kette löste. Noch immer irritiert sah er ihn an und legte den Kopf etwas schräg "Willst du ihn braten?" Fragte er dann einfach. Tatsächlich war er es gewohnt Tiere zu fangen, einfach um sie zu essen. Vögel standen nun nie auf dem Speiseplan, zumindest nicht solche da sie viel zu klein waren. Wenn er einen Vogel jagte dann nur größere, an denen auch etwas dran war. "Klar könnte ich aber..." sollte er noch länger überlegen, bevor die Kette wieder dran kam. Zumindest wollte er erstmal diese kratzige Kleidung von seiner Haut haben. Er zog sich daher ohne zu zögern das Oberteil und die Hose aus, um nur noch in Unterwäsche vor ihm zu stehen. Alleine wegen der Hitze war es eine Genugtuung. Erleichtert seufzte er. "Endlich bin ich dieses kratzen los" Gab er zufrieden von sich und entfernte sich dann auch von seinem Herren. Auch sein Körper war markellos. Es war keine Schrammen zu sehen, seine Haut war ebenfalls Weiß, fast wie seine Haare. Nur an manchen Stellen scheint ein rosa schimmer durch, der offenbarte das er doch noch lebte. Er besaß ein paar Muskeln, war aber hauptsächlich dünn. Dennoch hatte er eine schöne Figur. Er dachte aber nicht daran ein Vogel zu holen, er würde die Möglichkeit nutzen, um sich zumindest etwas frei zu fühlen. "Wir sehen uns." Grinste er breit und lief Richtung Baum. Weg laufen würde er nicht, aber auch nicht zu ihm laufen und seinem Befehl nachkommen. Er kletterte an der Rinde, zu den ersten Ästen, lief durch die Pflanzen und beobachte nun von näheren die Tiere. Teilweise kamen sie auch auf seine Hand, wenn er nur lang genug ruhig blieb und ihnen etwas vom Brötchen gab. Niemals zu viel, das es ihnen schaden könnte.
      Nimm das Leben nicht so schwer,du kommst da eh nicht lebend raus
      <3
    • Callisto Garian van Ainsworth

      „Braten? Diese Vögel sind deutlich mehr Wert als du, die werden nicht gebraten.“, war der Adelige alles andere als erfreut über diese Aussage, für was hielt er ihn denn bitteschön? Er sollte es lieber nicht wagen seinen wunderschönen Vögeln etwas anzutun.
      „Aber?“, war Callistos Stimme fast schon drohend, als Sho Anzeichen machte seinem Befehl nicht folge leisten zu wollen. Warum sollte er seine Zeit weiterhin mit dem Sklaven verschwenden, wenn er nicht einmal in der Lage ist eine solche Kleinigkeit zu tun, wenn es von ihm verlangt wurde?
      Was als nächstes geschah, damit hätte der junge Mann nie im Leben gerechnet, als der andere mit einem Mal halbnackt vor ihm stand und Callisto diesen mit großen Augen anstarrte.
      Was stimmte nur nicht mit diesem Jungen? War er etwa unter Affen aufgezogen worden? Den jungen Adeligen würde es nicht einmal verwundern, wenn dem so gewesen wäre.
      Nun, wenigstens war dieser Anblick besser anzusehen, als diese schreckliche Kleidung und Callisto erinnerte sich daran, dass er dringend etwas dagegen unternehmen sollte.
      Der junge Mann sah dem anderen nach, als sich dieser endlich in Bewegung setzte, erwartend, dass er seinen Befehlen folgte leistete, doch die an ihn gerichteten Worte ließ ihn die Augenbraue fragend hochziehen.
      „Wir sehen uns...?“, wiederholte er leise, nicht verstehend, was Sho ihm damit sagen wollte. Wieso verabschiedete er sich? Er glaubte doch nicht etwa, dass Callisto gehen und ihn hier alleine lassen würde, bis es ihm gelingen würde einen Vogel zu fangen, oder?
      Der Adelige dagegen lehnte sich an einen der Bäume, da er des stehen müde wurde und beobachtete den Jungen, ehe ihm bewusst wurde, dass dieser offensichtlich gar nicht erst vor hatte, seinem Befehl zu folgen und die Falte an seiner Stirn war alles andere als freundlich.
      Callisto verstand es nicht. Er hatte ihm zu Essen zu essen geben, war sogar etwas freundlich zu ihm gewesen – zumindest dachte der junge Mann das – und nun war er nicht einmal in der Lage ihm einen Vogel zu fangen?
      „Hör auf mit diesem Affentheater und fang endlich einen Vogel!“, konnte man die Wut und Ungeduld in seiner Stimme hören und Callisto bereute es bereits ihm die Kette abgenommen zu haben. Offensichtlich war es zu früh gewesen und der Adelige hasste es Fehler zu machen.