Im Bann des Herzogs (Ischarias x Ayona)

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    • Im Bann des Herzogs (Ischarias x Ayona)

      Kiara

      Wie lange war es wohl schon her? Wann war ihr Vater das letzte mal Zugegen gewesen? Sie erinnerte sich nicht einmal mehr daran. Kein Brief und kein Lebenszeichen. Sie wusste nicht einmal ob er noch lebte. Doch, selbst wenn er noch lebte, dann würde er bald bei seinen Imensen Schulden so oder so in Schwierigkeiten geraten. Der letzte der ihr noch geblieben war, schien nicht mehr als nur noch eine blasse Erinnerung zu sein. Sie hatte soviele schöne Zeiten zusammen gehabt, doch wurden sie von den schlechten in letzter Zeit fast gänzlich ausgelöscht.

      Wieder waren Tage ins Land gezogen, Jeden Tag zog sie die Kleidung ihres Bruders für die Arbeit auf dem Feld an. Zum einen, weil es einfach bequemer war und zum anderen, weil sie so das Gefühl hatte, er wäre ihn nah. Es war harte und Anstrengende Arbeit, eigentlich nicht zu schaffen für einen Alleine besonders nicht für eine Frau die ihr Leben lang nicht gearbeitet hatte und für solch ein Leben nicht vorbereitet war. Lediglich der Wille nicht alles hier zu verlieren und ihre Liebe zu diesem Hof hielten sie davon ab davon aufzugeben. Sie arbeite von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang.
      Doch Dieser Morgen war schon schon von grauen Wolken umhüllt, es schien so, als wäre ein Gewitter im Anmarsch. Wie jeden Morgen schnappte sie sich zum Frühstück nur einen Apfel, schlüpfte in die Kleidung ihres Bruders und eilte die Treppen hinunter. Zu ihrem erstaunen stand dort Sebastian. Er hielt einen Brief in der Hand und seine Stirn war in Sorgen gelegt. "Ist etwas vorgefallen..?" Sie blieb vor dem alten Mann stehen "Ist mein Vater tot?" fragte sie nun schon fast panisch und hatte das Gefühl keine Luft zu bekommen. Doch Sebastian schüttelte nur den Kopf. "Nein.. Ihr Vater schickt Nachricht" krächzte er mit seiner alten Stimme voller Erfahrung. Beinahe hätte sie zu lachen angefangen, es kam sogut wie nie vor, dass sie Nachricht von ihrem Vater erhielt. Ungeduldig griff sie nach dem Brief und glaubte nicht an gute Nachricht. beim Lesen wurde ihr ganz anders. Übelkeit breitete sich in ihr aus, denn er schrieb, dass er ihre Hand verspielt hätte. Das sie einen Mann heiraten müsse, einen Fremden, einen Spieler. Er entschuldigte sich nicht sondern Befahl es. Wut kochte in ihr, doch sie behielt die Kontenance. Sie gab Sebastian den Brief und ging an ihm vorbei "Werft ihn Weg"
      Sie hielt es für einen schlechten Witz, für einen grausamen Scherz, den ihr Vater sich mit ihr erlaubte und sie entschied sich den Brief zu ignorieren. Voll von den verschiedensten Emotionen schritt sie zu dem Feld, sie musste alles Gewitter sicher machen, damit die Ernte nicht verloren gehen würde.

      @Ischarias
    • Philippe

      „Was für ein Idiot“, fuhr es mir durch den Kopf nach dem ich das kleine Glücksspiel gegen diesen Säufer gewonnen hatte. So richtig wusste ich gar nicht, wieso ich überhaupt eingestiegen bin. Hatte ich Mitleid mit der armen Seele, die er verspielte? Nein ich denke nicht. Aber sie einen anderen Mann hier zu lassen? Pfff ganz sicher nicht! Ich bin für sie noch ein guter Fang. Hätte der Fischer sie bekommen würde sie wohl den Geruch von Fisch nie wieder los bekommen.

      Ich rümpfte die Nase und stand vom Spieltisch auf. „Ich werde mir deine Tochter die Tage holen, sobald ich meine Erledigungen hier abgeschlossen habe“ meinte ich zu dem Trinker. „Solltest du sie mir vorenthalten, wirst du was ganz anderes bezahlen. Ist dir das klar?“, verstärkte ich nochmal den Anspruch auf meinen Gewinn. Wenn ich diese Gräfin schon gewonnen habe, wird sie mir auch keiner nehmen. Erst recht nicht irgend ein daher gelaufener Bauer oder ihr versoffener Vater. Als ich die Bar verließ, hörte ich den Mann leise weinen ehe er seinen Kummer in mehr Rum ertrank. „Widerlich“ raunte ich und verließ das Lokal.

      Ich war noch ein paar Dinge erledigen, ehe ich einige Tage später zum besagten Anwesen des Grafen ritt. Es war eine Reise durch trostloses Land. Es blühte kaum etwas auf den Feldern. Mit dem Land würde man wohl so schnell keinen Gewinn machen. Dies war mir aber egal, ich wollte nur meinen Preis abholen und dann zurück in meine Heimat nach Frankreich. Die Gehend hier lud nicht wirklich zu einem langen Aufenthalt ein. Am Horizont zogen dunkle Gewitterwolken auf. Ich spurte mein Pferd an und es ritt Gehorsam schneller.

      Bald stand ich vor weiten einigermaßen bewirtschafteten Feldern eines großen Herrenhauses. Das müsste es sein, ging es mir durch den Kopf. Vor dem Haus sah ich eine Frau im dreck stehen, die das Feld bewirtete. Ich stieg vom Pferd und ging ein paar Meter über den Acker. „Hey du, ich suche die Tochter des Grafen. Weißt du wo sie ist?“, meinte ich zu der Frau und beobachtete sie. Kein Wunder das hier nix wuchs, wenn Frauen die Felder bestellen. Ich sah in der Weile etwas in der Gegend umher und stellte fest, dass sie hier scheinbar alleine arbeitet. Wie seltsam, sinnierte ich und fuhr mir durch die Haare. Eine blonde Strähne war durch den schnellen Ritt ins Gesicht gerutscht. Gleichzeitig spürte ich den musternden Blick der Frau vor mir auf mir liegen.

      „ich bin hier um die Tochter des Grafen abzuholen. Ich habe sie beim Glücksspiel gewonnen.“, erklärte ich ihr dann und fuhr gleich fort. „Ich bin ziemlich weit gereist und würde Sie nun gerne sofort mitnehmen, ehe der Regen uns einholt. Also sag mir, wo sie ist“. Ich wurde etwas energischer. Ich hoffte, dass der Graf nicht so dumm war, seine Tochter anzuweisen sie solle fliehen. Auf eine Jagd habe ich keine Lust. Vor allem will ich mein neues Spielzeug nicht gleich beschädigen müssen …
    • Kiara

      Der Wendepunkt war gekommen als meine Mutter verstarb. Die Person, welche das Haus seit jeher mit Liebe gefüllt hat. Zugegeben meist mit strenger Liebe, doch ich wusste, dass es die meiste Zeit nur Show war. Wie oft hatte sie mich in den Schlaf gesungen. Mir den Kopf gestreichelt, wenn ich Fieber hatte.
      Die Erinnerung an einen schönen Sommertag fiel mir ins Gedächtnis. Meine Mutter und mein Vater saßen auf den Stehen und tranken Eistee während ich mit meinem Bruder spielte. Wir hatten einen großen Eimer mit Wasser gefüllt und uns heimlich an unsere Eltern herangeschlichen um diese mit dem Wasser zu überschüttet. Zorn hatte in den Augen meiner Mutter gefordert. Es sah so aus als wolle sie uns auf der Stelle umbringen. Durch den ganzen Garten hatte sie uns gejagt. Fern ab von jeder Eleganz und Etikette. Als sie uns hatte begann sie zu lachen. Ehrlich und sanft.
      Bei der Erinnerung bildete sich ein trauriges Lächeln auf meinen Lippen, denn von ihnen war niemand mehr da.

      Mit viel Mühe versuchte ich die Planen über den Feld zu befestigen. Unmöglich, denn der starke Wind wehte die Plane immer davon, bevor ich sie zum halt bewegen konnte, dabei wehte sie mich schon zum dritten Mal mit um. Die Hose meines Bruders war voller Erde und meine Hände ebenso. Und dann sah ich von weitem schon einen Reiter. Er war gut gekleidet, viel zu elegant um sich hier niederlassen zu wollen. Wollte er dieses Land versuchen zu kaufen? Ich würde eher meine Seele an den Teufel verkaufen als das Land irgend einem daher gelaufenem Schuft zu überlassen. Er kam vor mir zum Stehen. Arroganz zeichnete seinen Gesichtsausdruck.
      Ich wischte mir den Schweiß aus dem Gesicht und dabei hinterließ meine Hand Dreck auf meiner Stirn. Bei seinen Worten wäre mir fast der Mund offen Stehen geblieben. Nicht nur das ich schockiert war, sondern auch Zorn kochte wieder in mir auf. Für den Moment war ich also dankbar, dass ich so aussah wie ich aussah und er mich nicht als die Gräfin erkannte.
      Er wirkte so selbstsicher. Die Art man, die meinte man könne alles mit Macht und Geld kaufen. Aber ich würde es ihm nicht gestatten mich als eine Sache zu behandeln, die er mit nehmen konnte wie es ihm beliebte.
      Meine Blicke hafteten wohl einen Augenblick zu lange auf dem Fremden und ich schaute schnell zu Seite.
      "Es tut mir leid.. Ich weiß leider nicht wo die Herrin des Hauses ist mein Herr" log ich und sprach extra mit Ehrfurcht in der Stimme, so wie es eine brave Angestellte tun würde.
      Ich hoffte inständig er würde es dabei belassen und wieder abreisen. In der Zwischenzeit hatte sich Furcht im mit ausgebreitet.
      Gerade als ich ihn wegschicken wollte sah ich Maria hinten am Haus, welche mich zu sich winken wollte. Warum ausgerechnet jetzt. Mein Blick fiel wieder auf den Fremden. Er schien sie noch nicht gesehen zu haben. "Vielleicht solltet ihr ein anderes mal wieder kommen.." Ich Versuchte freundlich zu bleiben, auch wenn ich ihn am liebsten angeschrieben hätte.
    • Philippe

      Ich schüttelte auf ihr Angebot hin, wieder umzukehren mit dem Kopf. „Nein, nein. Ich habe mit dem Grafen eine Art … Vertrag.“, erwiderte ich und schaute mich um. Sie weiß nicht, wo ihre Herrin ist? Na ich denke schon. Während ich meinen Blick von ihr abwand sah ich zum Herrenhaus und entdeckte eine Frau. „Ich denke diese Dame da kann uns helfen“, grinste ich süffisant. Dann wandte ich den Blick wieder der Dame zu. Ihr Kopf war gesenkt und ich beugte mich etwas herunter, um ihr Gesicht zu sehen. Dann grinste ich erneut.

      „Ich denke du solltest nicht weiter hier draußen arbeiten. Ich bin schließlich ein ehrwürdiger Gast und würde gerne etwas Warmes zu trinken serviert bekommen. Du begleitest mich besser zu der Frau dahinten. Frauen sollten sowieso nicht auf dem Feld arbeiten“, meinte ich ernst zu ihr. Ich griff an ihre Hand und nahm die Plane. Dabei sah ich wie zärtlich ihre Hände waren. Auch so wirkte sie viel zu wenig gebräunt als würde sie hier schon lange arbeiten.

      „Machst du sonst etwas anderes? Scheint mir nicht so als ob du ständig auf dem Feld arbeitest?“, meinte ich und befestige die Plane mit einem gekonnten Schlag auf den Festhaltepfahl. Dann blickte ich wieder zu ihr. Ich deutete mit der Habd auf die Frau am Haus. „Na los. Sie scheint tatsächlich etwas von dir zu wollen. Und so erfahre ich auch endlich, wo die Tochter des Grafen ist“, erklärte ich und sah dass die Frau vom Anwesen mittlerweile ein ganzes Stück näher zu uns gekommen war.

      Der Wind zog stärker auf und ich hörte mein Pferd in der Gerne am Eingang zum Anwesen wiehern. Auf einmal gab es einen Knall und kurz darauf trafen die ersten Tropfen meinen Kopf und den der Frau neben mir. „Nun wird es wirklich Zeit“ meinte ich zu der Frau im Feld, „andernfalls versinken wir im Schlamm.“ Ich ging einige Schritte vor, da die Stelle an der wir standen schon sehr feucht war. Ich habe keine Lust bis zum Hals in Schmodder zu stehen, dachte ich mir genervt im Kopf und erinnerte mich daran, wie ich im Amazonas durch den Mangrovenwald gewatet bin. 50 Moskitostiche hatte ich danach. Immerhin etwas was mir bei dem kalten Wetter hier erspart bleibt. Der Regen wurde langsam doller und man sah am Horizont Blitze über den Himmel jagen.
    • Kiara

      Wie er dieses Wort Vertrag schon aussprach, als sei ich ein Gegenstand, der von einem zum anderen übergeben würde. Zu meinem Bedauern entdeckte er Maria sehr rasch. Ich hielt meinen Blick gesenkt. Warum musste sie auch ausgerechnet jetzt zum Mittag essen rufen, dabei wusste sie genau, dass ich erst von der Arbeit abließ, wenn ich fertig war. Der Fremde grinste selbstgefällig und mir wurde schmerzlich bewusst das meine Lüge wohl nicht lange andauern würde. Er beugte sich leicht zu mir runter und mein Herz begann schneller zu schlagen. Unwillkürlich trat ich einen Schritt zurück.

      Seine nächsten Worte zeigten wahrlich was er von Frauen hielt. Ich sollte ihn ein Getränk servieren. Das ich nicht lachen, sollte nicht auf dem Feld arbeiten, doch niemand anders war mehr geblieben. Dieses Land war alles was geblieben war und ich würde mich so gut darum kümmern wie ich konnte. Ich würde mit die Finger blutig arbeiten und bis ich umfiel in der Sonne stehen.

      Er nahm mir die Plane ab, seine Hand lag um meiner. Warm, besitzergreifend und ich zog sie schnell zurück als er los ließ. Der Fremde fixierte alles gekonnt. Die wild umhertanzende Plane hatte er schnell unter Kontrolle und ich wusste, dass er nicht schwach zu sein schien. Jedoch ließen seine Manieren deutlich zu wünschen übrig. "Ich arbeite da, wo gerade Arbeit anfällt" meinte ich und dabei war es keine Lüge. Mir war nicht klar warum ich diesem Mann über Haupt antwortete, denn schließlich war ich ihm keine Rechenschaft schuldig. Was er mit meinem Vater ausgehandelt hatte interessierte mich nicht. Er hatte das Recht verwirkt über mich zu entscheiden nachdem er gegangen war und das ganze Geld verspielt hatte. Er war ein Alkoholiker und Narr.

      Der beginnende Regen und der auftretende Wind störten mich nicht Eigentlich war es sogar recht angenehm und außerdem mochte ich den Match unter ihren Füßen. Noch nie war ich wie die anderen Mädchen gewesen. Und ich wollte es diesem Mann auch nicht leicht machen.
      Während sie ihn begleitete sprach sie kein weiteres Wort.

      "Endlich habe ich euch gefunden, dass Essen ist angerichtet. My.." Ich unterbrach sie schnell bevor sie weiter gesprochen konnte.
      "Die Ladyschaft ist gerade nicht zugegen, sie wird bestimmt später was essen wollen. Aber vielleicht möchte ja dieser Herr etwas Speisen." Lenkte ich schnell auf ihn.
      Verwirrung zeichnete sich in dem Gesicht der älteren Dame.
      "Aber.." begann sie doch ich richtete das Wort schon an den Fremden.
      "Möchtet ihr etwas Essen bevor ihr heimkehrt?"
    • Philippe

      ich blickte gespannt auf die heran eilende Dame. Doch zu meinem Bedauern sprach sie kaum etwas mit dem ich etwas anfangen konnte. Vielmehr viele die Dame die vor mir stand, ins Wort und unterbrach sie sehr abrupt kurzzeitig ob ich die Augenbrauen und blickte ungläubig zwischen den beiden umher. Ich raunte kurz. Irgendetwas schien mir hier komisch zu verlaufen.

      Ich nickte kurz und sagte darauf: „Gerne esse ich noch mit. Bis dahin wird der Schauer vorbei gezogen sein.“ Dies war natürlich nicht mein eigentliches Ansinnen. Jedoch Erhoffte ich mir in dem Anwesen vor mir Weitere Hinweise auf das verbleiben der Tochter des Grafen ausfindig zu machen. So Schritt die Dame vor uns in das Gebäude und ich und die Frau zu meiner Seite folgten ihr. Der Regen wurde schlimmer.

      Wir erreichten das Anwesen. Das Anwesen zeugt von einer gewissen Schönheit. Auch wenn dies schon mindestens ein paar Jahre her sein musste, da das Mobiliar mittlerweile stark in Mitleidenschaft gezogen war und auf einigen Möbeln auch Staub lag. Aber was erwartet man von seinem Halter, der völlig besoffen in einer Bar seine Tochter verspielt? Vermutlich hat er vorher sein ganzes Vermögen, das Anwesen und auch seinen Reichtum verspielt. Ich spürte die Blicke der verniedlichen Feldarbeiterin auf mir. „Entschuldigt, meine Damen. Ich werde mich eben in Ihrem Bad etwas abtrocknen.“, erklärte ich und ich schritt ein bisschen durchs Foyer. Ehe noch jemand etwas einwerfen konnte, sprach ich in die Runde: „Ich finde mich alleine zurecht“

      Ich wollte etwas Zeit für mich haben und mich in dem Anwesen umsehen. Was sollten mir die 2 Frauen anhaben? In Ihnen sehe ich kein Problem. Sollten sie lieber an dem Essen arbeiten. Ich ging also unter der großen Treppe im Foyer hindurch in einen der beiden Seitenflügel. Es wurde merklich stiller und dunkler im Anwesen. Lediglich der Donner erfüllte das Gebäude ab und zu mit einem dunklen Klang.

      Während ich durch die Flure des großen Anwesens ging, entdeckte ich eine Art Kamin Zimmer mit einem Schreibtisch. Mein Blick blieb an diesem Zimmer hängen. Denn an der Stirnseite des Zimmers entdeckte ich ein großes Gemälde. Es zeigte eine Familie. Einen etwas dickeren Mann, seine schlanke Frau sowie eine Tochter und einen Sohn. Das Gemälde wirkte schon stark verstaubt lediglich diw Mitte des Gemäldes, die den Blick auf Sohn und Tochter freigab, stach etwas hervor. Dadurch fiel mir auf, dass die Tochter eine große Ähnlichkeit zu der vermeintlichen Feldarbeit besaß.

      Neugierig betrat ich also das Zimmer Schritt um den Arbeitstisch herum und betrachte das große Familienportrait mit dem goldenen Rahmen. Ich möchte mit der Hand leicht über die verstaubte Leinwand und betrachte dann noch mal die Tochter. Meine Stirn zeigte starke falten und ich blickte kurz über meine Schulter als ob die Tochter hinter mir stünde. Dann schüttelte ich den Kopf und starrte nochmals wie hypnotisiert auf das Gemälde. Sie war es!, fuhr es mir durch den Kopf, ehe ich stürmisch umdrehte und dabei beinahe einen alten zittrigen Butler anrempelte, der hinter mir stand.

      „Ihr da!“, ächzte er, „Was macht ihr hier?“ Ich starrte ihn an. „Ich suche die Tochter des Grafen“, meinte ich kurz zu ihm. „Tatsächlich? Sie ist doch vor dem Anwesen auf dem Feld.“, erklärte er mir meine Vermutung. Ich raunte leise. „Du kleine …“, fluchte ich leise. „Die eine?“, hakte der Butler nach. „Packen sie Ihre Sachen. Sie wird mich begleiten. Ihr Vater willigte ein. Lassen sie ihr ein Bad ein und legen Sie ihr Reitsachen raus“, wieß ich ihn an. Er starrte mich an. „Ich denke nicht, Dass sie in der Position sind, mir solche Anweisung zu erteilen“, erklärte mir der Butler ruhig. Ich griff mit der Hand nach meinem Schwert und kam dabei ein paar Schritte näher auf ihn zu. „Wenn ihr wollt, dass ich die Tochter des Grafen nicht eigenhändig hier rausziehe in diesen … Bauernklamotten, kommt ihr meiner Aufforderung nach.“, drohte ich ihm indirekt. Er nahm die Hände schützend hoch.

      „Natürlich, Sir. Wie ihr Pinscher, bitte tut keinem etwas an“, beschwichtigte er mir. Ich drückte ihm das Schreiben des Vaters als Beweis in die Hand. „Denkt dran wo ihr steht. Ich entscheide nun was ich ihr an tue und was nicht. Und nun macht schon!“, scheuchte ich ihn aus dem Raum und ging zurück zum Foyer. Als ob ich sie gleich schlagen würde, das hasste ich selber, da ich es jahrelang an mir selbst miterleben musste. Wäre die Töchter jedoch nicht gefügig würde ich mein Recht egal wie einfordern.

      Vom Foyer aus erreichte ich das Esszimmer. Von dort aus auch ich bereits etwas Essen und folgt ihm doch ganz einfach. Die 2 Damen standen in der Küche. Ehe ich etwas sagen konnte erschien der Butler im Raum. „Mylady, dieser Mann wies mich an für euch Sachen rauszulegen. Sie liegen in euren Gemächern bereit. Ein entsprechender Brief eures Vaters wurde mir überreicht. Ich darf keine Anweisung des Herren Herzogs in Frage stellen oder nicht befolgen …“, erklärte er in die Runde.

      Ich schüttelte den Kopf und sah die vermeintliche Feldarbeiterin an. „ Mach es uns nicht schwieriger als es ist. Dieses Versteckspiel sollte nun ein Ende haben. Komm einfach mit mir und mach es nicht noch schwieriger als es ist.“, raunte ich die junge Frau an. Ich hoffe sie würde sich nicht für den schmerzvollen Weg entscheiden …
    • Kiara

      Er nahm die Einladung an, obwohl er es eilig zu haben schien nahm er sie ohne zu zögern an. Ich blickte zu Maria, welche die Welt nicht mehr Verstand. Ich würde es ihr später in aller Ruhe erklären, wenn er nicht in unserer Nähe war. Ich seufzte leise und folgte Maria hinein. Es war nicht rechtens sie da mit hinein zu ziehen. Sie mochte Lügen nicht, mochte diese noch nie. Sie war nie eine strenge Person gewesen, doch wenn mein Bruder oder ich logen, dann roch sie dies schon 10 Meilen gegen den Wind. Sie hatte sich das Recht genommen uns den Nachtisch vorzuenthalten oder uns nur Suppe zu servieren. Unsere Eltern billigten dies, denn Lügen gehörte nicht unbedingt zu einer guten Etikette. Aber ich wollte nicht aus meinem Leben gerissen werden, ich wollte nicht mit diesem Fremden weit weg gehen und das letzte verlieren, was mir noch etwas bedeutete.

      Wir kamen drinnen an, der Emfangssaal war groß,n eigentlich perfekt um Gäste zu empfangen. Die Wände waren mit Blumen geschnörkelt und die Säulen in einem schimmernden Gold. Staub wurde hier schon länger nicht mehr ordentlich gewischt. Marias Rücken war dafür viel zu kaputt und ich hatte keine Zeit dafür. Meine Blicke fielen wieder auf den Fremden, doch ich kam nicht mehr dazu etwas zu sagen, da er auch schon den Raum verließ um sich abzutrocknen.

      Ich ging zusammen mit Maria in die Küche. Es roch herrlich und obwohl ich selten zu Mittag aß, ließ sie es sich nicht nehmen immer um die selbe Zeit zu kochen. Sie war mit stehts Trost.
      "So Kindchen, dann erzählt mir einmal, was in Gottes Namen hier abläuft" Ihre Stimme war fragend, neugierig, ein Hauch Verwirrung lag in ihr. Sie verschränkte die Arme und ich senkte den Namen. "In Gottes Namen wohl gar nichts" murmelte ich. "Ich habe von meinem Vater einen Brief erhalten, er schrieb, dass er meine Hand verspielt habe. Das ich mit diesem Mann mitgehen solle." Ich nahm mir einer meiner blonden Haarsträhnen und spielte mit dieser. "Zunächst hielt ich es für einen schlechten Witz, doch als dieser arrogante.." Maria räusperte sich, damit ich keine schändlichen Worte in den Mund nahm. "Ich habe mich als Magd ausgegeben, die auf dem Feld arbeitet, da er nicht einmal in Betracht gezogen hat, dass ich adlig sein konnte hielt ich es für eine gute Idee. Also versprecht mir nichts zu verraten.."
      Maria schüttelte über ihre Erklärung den Kopf. Sie war entsetzt darüber, das ihr Vater dies getan hatte aber eben so schockiert über das Schauspiel ihrer Herrin. Aber sie nickte zustimmend.

      Weiter kamen sie nicht, da erst der Fremde eintrat und dann Sebastian.
      Er hatte noch keine Ahnung von meiner Scharade und schien sie verraten zu haben. Ich konnte ihm nichts vorwerfen, trotzdem fühlte es sich wie verrat an. Bei seinen Worten wurde ich blass und meine Beine wollte mir den Dienst verweigern und ich hielt mich an der Arbeitsplatte fest.
      "Ich bin doch nicht irgendwo ein Kleidungsstück, dass ihr einpacken und mit nehmen könnt" hauchte sie mit bebender Stimme während ihr Blick noch immer gesenkt war. Nur zögerlich schaute ich auf, wissend, dass es niemanden interessieren würde. Ich war eine Frau, alleine. Sie konnte sich glücklich schätzen, dass mir bis jetzt noch nichts passiert war, denn ohne ehe war ich nichts Wert.
      "Ich bitte euch.." fügte ich dann hin zu. Ihre Augen glitzerten, doch die genug tuung in Tränen auszubrechen würde ich ihm nicht geben.
    • Philippe

      Ich schnaufte leise auf die Widerworte der Dame, die sich partout dagegen aussprach, mit mir mitzukommen. "Du bist auch kein Kleidungsstück. Aber dein Vater hat dich mir ... anvertraut. Das heißt ich schütze dich jetzt. Dies kann ich jedoch nur tun, wenn du mich begleitest.", erklärte ich ihr ruhig. Ich kam ihrem Kopf etwas näher, als sie den abgesenkten Kopf etwas hob und blickte in die glitzernden Augen der jungen Frau. "Ich werde jetzt etwas essen. Du ziehst dir in der Weile die neuen Sachen an, die dir dein Diener rausgelegt hat.", meinte ich mit ernster Miene zu ihr.

      "Ich hole dich nach dem Essen ab.", erklärte ich und schnappte mir einen Teller, den die Magd zubereitet hatte, nahm den Löffel dazu und stiefelte ins Esszimmer. Dort setze ich mich und stellte den Teller vor mir ab. Ich dachte nochmals über das nach, was ich gerade tat. War es eine gute Idee? Ich legte die Stirn in Falten und stocherte mit dem Löffel in dem Essen herum. Kohl, dachte ich mir, den habe ich schon immer gehasst. Ich starrte durch das Fenster ins Esszimmer auf das triste Land. Der Regen und Wind peitschten gegen die Fenster.

      Für die restliche Zeit meines Essens war es still im Haus geworden. Ich hatte den Entschluss die Frau mitzunehmen - ob sie wollte oder nicht. Ich hatte sie erspielt und es würde ihr bei mir alle Male besser gehen als hier in dieser Tristesse. Ohne eine Bezugsperson. Mit einem Trinker von Vater, der sie bei der nächsten Gelegenheit verspielen würde. Ich stand auf und verließ das Esszimmer, schritt durch den langen Flur und das Foyer zur Terrasse und pfiff einmal laut. Mein weißes Pferd, Artemis, kam angeritten. Ich stieg die Stufen der Terrasse herunter und streichelte ihre nasse Mähne. Es hatte aufgehört zu regnen, doch die Wolken brochen nicht auf. Stattdessen lag wie ein aschgraues Band über dem Himmel und ließ es langsam dunkler werden.

      Ich ging wieder ins Haus und dann die Treppen hoch. Die Magd begleitete mich zum Zimmer der Dame. Vor der Tür hielt ich kurz inne und sah auf meine Hand herunter. Es war noch nie so schwer gewesen eine Frau zu überzeugen mit mir zukommen, sinnierte ich, ehe ich an die Tür klopfte, den Griff umfasste und eintrat. "Hast du all deine Sachen zusammen?", fragte ich als ich den Raum betrat.
    • Kiara
      Ich mahlte leicht mit meinem Kiefer als selbst meine Bitte gegen taube Ohren stießen.
      "Anvertaut.. So kann man es wohl auch nennen" sagte ich zwischen zusammen gepressten Lippen. Eine andere Antwort gab ich ihm nicht. Ich sag zu wie er den Teller nahm und aus der Küche verschwand. Während Maria mich mit Mitleid anblickte, erkannte ich in Sebastians Blick Entschuldigung. Ich wusste das er mit damit nichts böses wollte weshalb ich ihm ein sanftes Lächeln schenkte. "Dann werde ich mich wohl umziehen und waschen gehen" Ich wusste das dagegen anzukämpfen mir nur meine Kraft rauben würde und ich am Ende doch mit ihm gehen würde.

      Langsam Schritt ich die langen gebogenen Stufen hinauf und ließ meine Hand über das Geländer streichen. Hier steckte soviel Erinnerung und Liebe in diesem Haus und ich sollte es zurück lassen. Und bald schon würde die Erinnerung an meine Familie verblassen. An das Leben welches sie hier geführt Hatte. Da wo er mich hinbrachte war bestimmt nicht halb so viel Liebe.
      Ich öffnete die Türe von meinem Zimmer und schloss sie mit einem leisen Rums wieder. Sebastian hatte mir noch ein Bad eingelassen und als ich in den Spiegel schaute konnte ich verstehen warum. Meine Haare waren nass und wirr. In meinem Gesicht klebte Dreck und meine Kleidung war mit Erde umhüllt. Ich musste leise lachen "so hat er sich die Gräfin bestimmt nicht vorgestellt.
      Langsam Strich ich die dreckige Kleidung ab und stieg in das warme Wasser. Ich nahm mir extra viel Zeit. Ich wusste nicht warum, aber ihn zu ärgern schien mir in diesem Moment passend. Ich würde ihm mir meine Macht nicht nehmen lassen.

      Nach einer Weile stieg ich aus der Wanne und trocknete mich ab. Sebastian hatte mir ein rotes Kleid heraus gelegt. Es gehörte meiner Mutter und ich musste schlucken. Es gab selten Moment wo ich ihre Kleider anzog. Weil es jedes mal schmerzte.
      Behutsam Strich ich über den Stoff, ehe ich das Kleid anzog.
      Man konnte die Veränderung sofort sehen. Das Kleid meiner blassen Haut, die strahlenden Augen und mein blondes Haar, welches mir noch nass über den Rücken viel.
      Ich sah wirklich wie jemand komplett anderes aus.

      Ich war gerade fertig als es an der Tür klopfte. Der Fremde trat ein ohne, dass ich ihn herein bat.
      "würde es was ändern wenn ich nein sage?" Meinte ich frech und drehte mich dann zu ihm um.
    • Philippe

      Ich schaute auf die junge Grafentochter. Sie war in ein schönes, rotes, langes Kleid gehüllt und ihr blondes Haar lag auf dem roten Stoff. Ich grinste leicht. Dann hörte ich ihre frechen Worte. "Ach weißt du, ich kann dich auch ohne Sachen mitnehmen", entgegnete ich ihr. Ich könnte sie nackt auf das Pferd setzen und sie vorführen. Niemand würde etwas sagen, da ihr Vater alle ihre wenigen Recht verspielt hatte. Sie war mir nun mehr oder weniger ausgeliefert. Aber ich war kein Sadist ... zumindest würde ich sie nie vorführen. Das hat sie nach all dem nicht verdient.

      Ich musterte sie erneut, ehe ich auf sie zuging und vor ihr stehen blieb. "Ich hoffe du bist artig", meinte ich ernst und beugte mich zu ihr. Ich roch die Seife, die sie verwendet hatte. "Rosen?", hakte ich nach und beugte mich wieder nach hinten. "Ich habe einen schönen Rosengarten. Du wirst ihn bald sehen", erklärte ich und griff nach ihrer gepackten Tasche auf dem Bett. "Und nun lass uns gehen. Der Regen hat aufgehört. Bis nach Beaumont brauchen wir etwas Zeit." Dabei warf ich die Tasche über die Schulter und ging wieder aus ihrem Zimmer.

      "Es wird Zeit 'Lebewohl' zu sagen", erklärte ich, ehe ich über die Schulter zu ihr sah. "Ich warte bei meinem Pferd auf dich." Ich schritt den Flur hinab und ging die Stufen hinunter. Draußen hörte ich mein Pferd wiehern. Ich machte kurz einen Abstecher in die Küche und schnappte mir eine Möhre aus der Schale. Anschließend ging ich zu meiner Artemis, sattelte die Tasche auf ihrem Rücken fest und ging nach vorne. Ich streichelte ihr Haupt und fütterte sie dann mit der Möhre. Mein Blick schweifte über die weiten Felder des Anwesens. Es war unglaublich, wie stark die Pest gewütet hatte. Aus einst vollen Landstrichen wurden karge Einöden.

      Der Wind wehte auf und es klang als heule er. "Hmm", murrte ich und spürte, wie Artemis in meiner Hand nach noch mehr Möhren suchte. "Sei nicht so verfressen. Du wirst dir deine Belohnung erst erreiten müssen, große Dame", lächelte ich das Pferd an, ehe ich es ein letztes Mal streichelte und dann wieder das Anwesen betrat. Auf den Treppen kam mir die Grafentochter entgegen. Ich fuhr mir durch die Haare, die der Wind zerzaust hatte und versuchte nicht allzu mürrisch wie sonst zu schauen. "Artemis wird uns auf jeden Fall noch vor Mitternacht zu einem Gasthof bringen.", erklärte ich zufrieden und deutete auf mein Pferd draußen. Wir würden die erste zeit zusammen reiten. ich traute ihr nicht, wenn sie ein eigenes Pferd hatte. Artemis war zwar schnell, aber die Tochter kannte sich hier besser aus als ich. Einen Vorteil, den ich ihr nicht einräumen werde. Auch wenn sie vermutlich nicht weit käme ... allein ... und als Frau. "Lass uns losreiten", meinte ich als sie dann vor mir stand.
    • Kiara
      Ich schaue den Fremden Mann mit leicht verengen Augen an, ich wollte, dass er wusste, dass ich nie leicht klein bei geben würde und vielleicht würde es ihm Irgendwann lästig werden.
      Ich weiche einen Schritt nach hinten als er näher kommt. Auf seine Frage antworte ich nicht, da er sogleich auch schon meine Tasche packt und los geht.
      Ich schaue noch einmal in den Spiegel, leichte Augenringe zeichneten sich in meinem blassen Gesicht.
      Ich drehte mich um und fuhr mit meinem Blicken noch einmal über das Zimmer. Über mein Himmelbett, die Alte Antike Kommode, den riesigen Kleiderschrank in den nunmehr nicht einmal mehr ein einziges Kleid hing. Raus aus dem verstaubten Fenster, durch das man die Felder sah und in den Garten gucken konnte. Erinnerungen die mir wichtig waren lagen in diesen Mauern.
      Beim herausgeben streifte ich mit der Hand über die Wand in der Einkerbungen waren, die zeigten wie wir mit der Zeit gewachsen sind. Ihr Bruder war schon immer groß gewesen. Er hätte diesem Fremden, arroganten Mann gesagt er solle sich zum Teufel scheren.
      Aber wenn er noch hier wäre, dann hätte er auch niemals zugelassen, dass unser Vater so weit gehen würde.

      Ich ging nur langsam die Treppen hinunter. Sebastian und Maria warteten schon unten.
      Sorge und Kummer lag in ihren Augen. Maria öffnete den Mund um etwas zu sagen, schloss ihn aber auch so gleich wieder. Sie wusste, dass es nichts zu sagen gab was die ganze Situation besser machen würde. Sebastian legte mir seine Hand auf sid Schulter während er seufzte.
      Wenn ich ging, dann würden sie auch gehen müssen. Sie würden keinen Job mehr finden, nicht in ihrem Alter. Ich konnte sie auch nicht bezahlen, aber sie hatten essen und ein Dach über den Kopf.
      Ich biss mir auf die Lippen und hielt meine Tränen zurück. Die Trauer überkam mich schlagartig. Riss mich wie ein Orkan mit sich.
      Aber ich würde Phillipe nicht die genug tuung verschaffen und ihm Schwäche zeigen. Niemals.

      Nun trat ich auch nach draußen. Kalter Wind Peitschte mir ins Gesicht. Der Fremde fuhr sich gerade durch die Haare und kam näher.
      Bei seinen Worten schüttelte ich den Kopf.
      "Ihr wollt, dass ich mit euch auf einem Pferd reite." Ich war schockiert über seine Worte und verbarg es auch nicht. "Verzeiht, das werde ich nicht. Ich werde mein eigenes Pferd nehmen. Wenn ihr unbedingt müsst, könnt ihr ja die Zügel halten." Widersprach ich ihm.
    • Philippe

      Ich raunte leise, als sie es verneinte mit mir zu reiten. Vielleicht war es aber besser so? Wir wären zumindest schneller. Ich wog im Kopf ab. Es donnerte in der Ferne. Bei dem Wetter kämen wir nie trocken bis zum Gasthaus, wenn wir zu zweit auf einem Pferd reiten. "In Ordnung", sagte ich kurz und trat heraus auf die Terrasse. "Solltest du dich anders entscheiden, wird dein Pferd das letzte Mal mit dir geritten sein", mahnte ich sie, ehe ich sie nach hinten zum Pferdestall begleitete. Artemis führte ich an den Zügeln neben mir her, ehe wir ein halb offenes Tor in den Stallungen erreichten.

      Die Grafentochter ging in die Stallungen, währenddessen ich mich draußen ein wenig umsah. Artemis scharrte mit den Hufen ungeduldig im Dreck vor den Ställen. Ich ging etwas näher auf den Stall zu und warf einen Blick hinein. Ich sah Kiara und ihr Pferd. "Na denn lass uns loslegen, ehe wir den nächsten Schauer abbekommen". Ich öffnete das Tor ein ganzes Stück, damit sie mit dem Pferd hindurch kam und begab mich dann wieder zu meinem eigenen Ross. Ich schwang mich auf Artemis und sah dann zur Grafentochter, die aus dem Stall geritten kam.

      "Wir haben noch ein ganz schönen Ritt vor uns. ich hoffe dein Pferd ist in guter Kondition?", hakte ich nach und warf einen kurzen Blick über das Pferd. Es sah stark gebaut aus und hatte ein gesundes und gepflegtes Fell. Mich wunderte es fast, dass sie das Pferd bei dem Zustand des Hauses noch nicht verkauft hatten. "Auf gehts", meinte ich, ehe ich die Zügel schlug und mit der jungen Frau vom Anwesen ritt. Wir ließen die Felder schnell hinter uns und ritten den matschigen Feldweg entlang. Am Horizont lagen dunkle Wolken.

      "Du hast dich mir seit deinem kleinen Theaterstück noch gar nicht vorgestellt?", hakte ich nach und sah dann zur Seite auf die junge Frau. "Dein Name wäre ein Anfang. Wir werden etwas länger zusammen unterwegs sein", merkte ich an und musterte sie dabei etwas. "Dein Vater hatte ihn nicht erwähnt. Nur von deinem Aussehen und deinem Charakter geschwärmt." Bei den Worten fragte ich mich, in was ich da bloß geraten war. Ich schüttelte den Kopf und verwarf diese wirren Gedanken. Ihr würde es bei mir bald schon besser gehen als hier in dieser Gegend ohne eine Perspektive.
    • Kiara

      Erleichterung zeichnet mein Gesicht als er sich darauf einlässt, dass ich alleine reite. Ich habe so das Gefühl wenigstens nicht all meine Macht und meinen eigenen Willen verloren zu haben. Bei seiner Drohung stockte mir trotzdem für einen Moment der Atem, doch ich zeigte es ihm nicht.
      Ich Sattel den Hengst von meinem Bruder. Er hatte ihn Horus genannt, der Name vom ägyptischen Himmel-, Welten- und Lichtgott. Er hatte sich schon immer für Mythen und Geschichten der alten Zeit interessiert und sein Glaube galt den Göttern.
      Ich liebte seinen Hengst über alles und ich hatte es nicht übers Herz gebracht ihn zu verkaufen. Ich wollte, dass wenn mein Bruder zurück kehrte, auch sein Pferd noch hier stand. Ich versorgte es jeden Tag, putzte es und ließ ihm genügend Auslauf. Aber mein Bruder war nie zurück gekehrt. Er wurde eingezogen um seinem Vaterland dienlich zu sein. Eine Schöne Umschreibung, um seinem Tot entgegen zu sehen.
      Ich trat auf einen Hocker und Schwang mich auf das Pferd eigentlich hätte ich diesen nicht gebraucht, doch mein Kleid ließ mir nicht gerade viel Bewegungsfreiheit.

      "Ich zweifel nicht an seiner Kondition" entgegnete ich ihm Knapp und trat in die Sporen. Ich kannte den Weg zwar nicht, doch ich ritt voraus, bis er mich eingeholt hatte und neben mir ritt. Ich fragte mich, was er tun würde, wenn ich ihm einfach davon ritt. Es war keine Option die ich durch führen wollte. Denn ich konnte nicht zurück. Er würde mich dort finden und woanders hin würde ich auch nicht kommen. Ich hatte keine weitere Familie. Aber er würde das Licht in mir niemals löschen, sollte er doch versuchen ihr die Sturheit aufzutreiben. Sie würde es ihm nicht leicht machen.
      Sie wusste, dass sie ihne Ehe nichts Wert war, doch sie war immer der Meinung gewesen, dass man nur jemanden aus Liebe heiraten sollte und ihr Vater hatte es ihr damals versprochen. Er war ein Trunkenbolt und Lügner.

      "Dann müsste ihr Ja schwer enttäuscht sein nur einen Bauerntrampel angetroffen zu haben" meinte ich und wandte ihm nur einen kurz Blick zu.
      Der Wind wehte durch meine langen blonde Haare und zersauste diese. Ich hatte keine Zeit dazu gehabt sie hoch zu stecken. "Mein Name ist Kiara" Ich weigere mich ihn anzuschauen, mein Blick fixiert den Weg und ich frage ihn auch nicht nach seinem Namen.
      "Und ich mag meine Ausritte gerne in Stille" meine Stimme klang anklagend und spöttisch.
    • Philippe

      "Schwer enttäuscht?", fragte ich auf ihre Aussage hin und sah zu ihr hinüber während sie starr geradeaus sah. "Nein grundsätzlich finde ich es gut, wenn Frauen auch zupacken können." Ich spürte den starken Wind und sah aus dem Winkel wie auch die Haare der Grafentochter im Wind wehten. "Kiara, also", stellte ich fest. "Ich heiße Philippe", entgegnete ich ihr und sah am Horizont eine Stadt. Es wurde mittlerweile immer dunkle. Bis zum Abend sollten wir die Stadt erreicht haben, sinnierte ich, ehe mich Kiaras Worte aus dem Gedanken rissen. "Wie interessant", erklärte ich wenig interessiert. "Bloß blöd, dass ich dich weiter zutexten könnte, wenn ich wollte.", setzte ich einen drauf.

      Mir war jedoch im Moment nicht nach Reden, sodass ich wieder geradeaus sah. Wir ritten den Weg gänzlich still entlang und kurz vor den Stadtmauern mit einem großen gesichertem Tor fingen uns 2 Wachen ab. "Heute kein Einlass mehr, Fremde", bellte er uns an. Ich hob die Hand, um ihn anzudeuten still zu sein und zog unter meiner Kleidung einen kleinen Ledersack hervor. "Ich denke wir erreichen gerade noch rechtzeitig das Tor um in die Stadt zu kommen?" Der Wachmann öffnete den Beutel und nickte dann eifrig. "Natürlich, eure Lordschaft", krächzte er lachend und ließ uns passieren. "Menschen sind so einfach zu manipulieren", schüttelte ich den Kopf als wir durchs Stadttor in die Stadt ritten.

      Mit Kiara machte ich halt vor einem Gästehaus im oberen Teil der Stadt. Ein Bediensteter kam uns entgegen. "Mein Herr, meine Dame soll ich ihre Pferde unterstellen?" ich schnappte mir Kiaras Tasche vom Rücken meines Pferdes und nickt den Bediensteten an. "Ja und verpflegen sie die beiden Pferde", erwähnte ich noch, ehe er dann beide Pferde in die Stallungen führte. Ich sah zu Kiara. "Schau nicht so besorgt. Ich gebe mein Pferd auch nicht gerne ab, aber es steht dort besser als hier auf der Straße." Ich sah kurzzeitig Artemis hinterher, sie war die einzige, der ich trauen konnte. Auch wenn das naiv klang, aber ich hatte sie schon eine ganze Weile und mochte dieses Pferd mittlerweile so sehr.

      Mit Kiara ging ich anschließend ins Gasthaus. "Ein Zimmer für 2 bitte", entgegnete ich der Dame des Hauses und legte ein paar Münzen auf den Tisch, ehe ich dafür einen schönen silbernen Schlüssel erhielt. "Hast du Hunger?", fragte ich Kiara und musterte die schlanke Dame von oben bis unten. "Bringen Sie uns etwas zu essen aufs Zimmer und eine Flasche Bordeaux", sprach ich über meine Schulter. Mit Kiara ging ich dann die Treppenhinauf und in unser Zimmer. Es war recht geräumig, besaß einen lodernden Kamin und schöne Holzvertäfelungen. In der Mitte des Raumes stand ein Himmelbett mit schönen blauem Stoffen. "Lässt sich aushalten", säuselte ich, ehe ich Kiaras Tasche abgelegt hatte und mich in einen der beiden Sessel vor dem Kamin fallen ließ.
      "Ich hoffe du hältst es in meinem Bett mit mir aus", grinste ich amüsiert. Irgendetwas an mir gefiel mir an ihr. Ich glaube es war ihre Sturheit - wenn gleich ich diese auch nicht mochte, sprach sie mich dennoch irgendwie an. Es war etwas, dass ich so von den anderen Frauen, mit denen ich sonst verkehrte, nicht kannte. Außergewöhnliches zog mich schon immer irgendwie an, genauso wie dieses Glücksspiel mit ihrem Vater damals. Was für ein Narr!
    • Kiara

      Philippe also, ich wollte seinen Namen nicht wissen, ich wollte ihn nicht aus den Augenwinkeln betrachten und mich Fragen woher diese Narbe in seinem Gesicht entstanden war. Ich wollte gar nichts über ihn wissen, nichts was mich näher an ihn heran führte, was mein Interesse für ihn wecken könnte. Aber ich kam nicht drumherum zu überlegen woher er diese Narbe hatte. Ich redete mir ein, dass er diese durch eine Prügelei bekommen hatte oder durch etwas anderes unsittliches was Männer nun einmal Taten. Ich verbannte den Gedanken aus meinem Kopf, dass ihn auch etwas quälen konnte. Das alles würde ihn Menschlich machen.
      Aber jemand, der sich auf ein Glücksspiel einließ in dem es um ein Menschen leben ging war Menschlich.
      "Das könntet ihr. Aber ich muss euch nicht Antworten. Denn meiner Worte könnt ihr mich nicht berauben." Meiner Worte, den funken Macht und Anstand den ich noch in mir fühlte.
      Ich war froh darüber, dass er den Rest des Weges zunächst schwieg. Ich schaute mir die Landschaft an, solche die ich schon lange nicht mehr gesehen hatte. Wir waren nie viel verreist, besonders nicht nach der Pest.
      Einige der Herrenhäuser waren abgebrannt. Die Felder verdorben und Gräber geplündert. Und wieder mal fragte ich mich, wieso niemand ihren kleinen Landstrich nicht an sich gerissen hatte.

      Ich umfasste die Zügel fester als wir einer Stadt näher kamen, die Wachen wollte uns erst nicht reinlassen, doch mein Begleiter warf ihnen einen Geldbeutel zu und sie ließen uns passieren.
      "Ich glaubt wirklich, ihr könntet alles mit eurem Geld kaufen" sagte ich bissig ohne ihm einen Blick zu würdigen.

      Als wir an dem Gästehaus ankamen tat ich mich schwer mein Pferd abzugeben. Ist zweifelte nicht daran, dass er Horus gut versorgen würde. Doch ihn in Händen eines anderen zu sehen schmerzte. Sich alleine mit diesem Mann aufzuhalten machte mir Angst. Doch ich gab dem Burschen die Zügel und lächelte sanft während ich ein leises "vielen Dank" murmelte.
      Ich folgte Philippe stumm ins Gasthaus. Blässe stieg mir ins Gesicht, als er ein Zimmer für uns beide bestellte. Ich wollte nicht in seiner Gegenwart schlafen. Konversation führen, die nichts brachte. Doch ich sagte nichts, ich biss mir die auf die Lippen und schaute zu Boden.
      Auf seine Frage ob ich Hunger hätte schüttelte ich den Kopf. In Wahrheit war mir einfach nur Übel. Ich war sowieso ziemlich gebaut, doch die harte Arbeit und meine unregelmäßigen Mahlzeiten, weil ich anschließend zu erschöpft war um zu essen verdeutlichten dies nur noch einmal.

      Unsicher sah ich mich in dem geräumigen Zimmer um. Es war schön warm und es duftet nach Blumen und Gewürzen.
      Ich blickte auf das einzelne Bett und blieb mitten im Raum stehen.
      Bei seinen Worten lief es mir Eiskalt den Rücken runter. Nicht nur, dass es sich so oder so nicht gehörte, dass ein Mann und eine Frau, die ledig waren, sich ein Zimmer teilen, sie wollte es auch nicht.
      Doch mit besagtem Mann sich auch noch ein Bett zu teilen war zu fiel. Röte schoss in ihr blasses Gesicht.
      "Ich hoffe ihr beliebt zu Scherzen, denn ich werde mir ganz bestimmt kein Bett mit euch teilen." Presste ich heraus.
    • Philippe

      ich runzelte die Stirn. „Bist du also auch so eine“, meinte ich und richtete mich aus dem geräumigen Sessel auf und ging zwei Schritte in ihre Richtung. „Hör mal, mir sind diese ganzen Sitten und antiquierten Ansichten ein Dorn im Auge. Ich habe dich nicht für umsonst bei dem Glücksspiel gewonnen. Weißt du an was für Typen du hättest geraten können? Dein Vater hätte dich an jeden nächstbesten Gauner verspielt.“, raunte ich sie an. „Davor wollte ich dich beschützen. Daher ein Zimmer für uns beide.“

      ich drehte mich von ihr weg und schaute aus dem Fenster hinunter auf die Straße. Es wurde dunkel und dienen bezirzten Männer, um für etwas Geld Lieblichkeiten anzubieten. „Du musst keine Angst haben“, sagte ich und drehte mich zu ihr um, „Ich werde dich beschützen.“ Ich sah sie ernst an. Schmerzlich sah ich innige etwas, was ich mir in meiner kindlichen Vergangenheit gewünscht hätte. Jemand der mich vor den Schlägen meines Vaters und meiner nichtstuenden Mutter schützt. Ich musterte sie dabei. „Ich weiß dass du meinst, dass du alleine auf dich aufpassen kannst. Du warst doch aber nie länger als einen Tag aus eurem Anwesen. Es gibt hier so viele komische Menschen: Mörder und Harlunken. Also komm mir nicht mit irgendwelchen sittlichen Bräuchen, dass Männer und Frauen nicht zusammen in einem Zimmer schlafen sollen. Dann wirst du dich umschauen, was in Versailles alles passiert“, gluckste ich.

      Ich kam ihr vom Fenster ein paar Schritte näher. „Und du musst auch keine Angst haben, dass ich dir zu nahe komme. Wenn ich Lust auf etwas Zärtlichkeiten hätte, würde ich mir einfach eine Dirne suchen“, zuckte ich mit den Schultern. Damit war das Thema für mich gegessen.

      Da wir gerade beim Thema Essen waren. In diesem Moment klopfte es an der Tür. Ich öffnete diese und eine Bedienstete mit einem Tablett mit Weingläsern, Bordeaux Wein und etwas Brot, Käse, Wurst und Trauben. Ich nickte zufrieden und nahm ihr das Tablett ab. „Hmmm der Wein sieht nicht gut aus“, musterte ich die Flasche vom Tablett ehe ich das ganze Tablett auf dem kleinen Tisch vor dem Kamin abstellte. „Du kannst mich den ganzen Abend lang noch anblicken, aber iss wenigstens etwas. Wir werden morgen mit dem Schiff nach Frankreich übersetzen.“, erklärte ich ihr abschließend und schenkte mir dann ein Glas Rotwein ein. „Wie befürchtet, ein schlechter Jahrgang“
    • Kiara

      Ich wisch einen Schritt nach hinten als er näher kam und für einen Moment dachte ich, er würde mich für meine lose Zunge zurecht weisen. Mich schlagen, so wie ein Mann eine Frau eben in ihre Schranken wies. So hatte ich es jedenfalls von vielen gehört. Meinem Vater selbst war nur einmal die Hand bei meiner Mutter ausgerutscht. Zumindestens hatte ich es nur ein einziges Mal mit erlebt. Das Schweigen zwischen den Beiden war quälend gewesen und die vernichtenden Blicke meiner Mut ihm gegenüber furchterregend.
      Ich schnaubte leise. "Sitten sind für eine Frau alles. Ihre Tugend und der Anstand." Nun machte ich ebenfalls einen Schritt auf ihn zu, da der Mut mich wieder packte.
      Eim leises gezwungenes lachen verließ meine Lippen, so als hätte er einen Witz gemacht.
      "Ihr wollt mich beschützen? Ihr seit doch selbst ein Gauner und Halunke. Euer Rang ändert nichts daran. Selbst wenn eure Absichten edel gemeint gewesen wären, dann hättet ihr euch sicherlich nicht an diesem Abend in einem Spielcasino herum getrieben." Ich biss mir auf die Lippen. Überlegend ob ich die Worte die ich in diesem Moment dachte ausprechen soll. Aber ich konnte nicht lange genug darüber nachdenken, da verließen sie schon meine Lippen.
      "Männer wie ihr wiedern mich nur an" Man hörte den Hass und die verachtung in meiner Stimme und die Worte kommen schärfer als geplant aus meinem Mund.

      Sie setzte sich an den Tisch und ließ sich nach hinten sinken. Dabei schaute sie erst noch einmal ihn an und dann an die Decke. Es gab nicht viel was sie hätte machen können und ich wollte ihm auch nichts bieten, was er hätte Kommentieren können.
      "Ich hätte euch auch so oder so nicht gelassen." murrte ich
      "Aber auch Gerüchte können den Ruf einer Frau innerhalb Sekunden zerstören."

      Als das Jemand das Essen brachte wandte ich meinen Blick von der Decke ab und schaute zu Tür. Das Essen war Schlicht, nichts besonderes, aber auch diese Gaststätte hatte nicht wie ein Palast gewirkt, weshalb mich dies auch nicht wunderte.
      Sie stellte das Essen auf dem Tisch ab. Ich sah von dem Brot zu dem Wein. Ich kannte mich mit Wein nicht aus, weshalb ich dies unkommentiert ließ.
      "Ich bin nicht unbedingt hungrig.."
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      Philippe

      „Glaub mir es gibt schlimmeres als Gerücht rüber dich. Nämlich der falsche Schein, wenn jemand vorspielt jemand zu sein, der er nicht ist und dir keiner glaubt“, meinte ich ernst zu ihr. Für einen kurzen Moment tragen Sicherungsverwahrung blicke, ehe ich auf den Boden sah. „Was soll’s. Ich trinke nun noch etwas Wein und werde mich dann aufs Ohr legen.“ Ich griff nach dem Brot, brach ein Stück ab und aß es zusammen mit einem Stück von dem geschnittenen Käse auf dem Tablett. Anschließend nahm ich einen Schluck vom Rotwein und sah in das liefern Kaminfeuer. Ich widerte sie also an, sinnierte ich über ihre scharfen Worte. Na wenn es nur das ist, in Niederländisch West-Indien verabscheute man mich, weil dort viele weiße Soldaten der niederländischen Armee die Einheimischen abschlachten. Erst überlängere Zeit konnte ich das Vertrauen der Einheimischen gewinnen. Hier wird es wohl so ähnlich laufen. Ich nahm noch einen Schluck von Wein und stellte fest, dass er etwas besser war als ich es anfangs gedacht hatte. Immerhin ein kleiner Trost, überlegte ich und schwenkte den roten Wein im Glas etwas.

      Ich hörte Kiaras Stimme. „Dann iss eben nicht. Werde dich nicht dazu zwingen“, erklärte ich ihr Schulterzuckend. Ich richtete mich auf und trat aus den Stiefeln. Hmm es fühlte sich gleich viel besser an. Ich setzte mich zufrieden auf den Stuhl zurück und öffnete mein Hemd oben ein wenig, ehe ich noch etwas von dem Käse nahm. „Warst du denn schon jemals woanders als in deinem Anwesen?“, fragte ich und ließ meinen Blick vom Kaminfeuer ab und schaute zu ihr. „Ich flüchte ja regelmäßig aus meinem Schloss. Mittlerweile lassen das meine Verpflichtungen am Hof aber nicht mehr zu. Mein Vater hinterließ mir ein teils schwieriges Erbe“, meinte ich und überlegte schon wie das nächste Treffen mit den Hofadeligen und dem König ablaufen würde. Ein Gedanke bei dem mir unwohl wurde. Ich mochte diese ganze übertriebene Etikette nicht. Ich nippte an meinem Rotwein und ließ meinen Blick über Kiara wandern. Ihr Haare lagen mittlerweile bedeutend ruhiger als bei unserem Ritt. Nun wirkte sie erstaunlich ruhiger. Zumindest äußerlich …

      Draussen wurde es mittlerweile auch sehr dunkel und die Stimmen, die von draußen in das Zimmer drangen, waren weitestgehend verschwunden. Ich richtete mich auf und lag 2 Scheite Holz in den Kamin und stocherte etwas in der Glut, ehe die Flamme neu aufloderte.
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      Kiara

      Für den Moment schaute sie Philippe nur kurz an, betrachtete sein Gesicht, seine blonden Haare und die Narbe die sein Auge zeichnete. Sie war schon immer Neugierig gewesen und eigentlich auch jemand, der schnell ins Gespräch kam, doch dafür wollte sie diesem Mann keinen Raum bieten.
      Behutsam legte sie ihre Hände auf den Schoß und sie wandte ihren Blickt ab, als auch er die betrachtete. Sie lachte leise auf. "Soetwas kann auch nur ein Mann sagen.. Für euch gälten nicht die gleichen Regeln. Beurteilt nicht.. wenn mit zweierlei Maß gemessen wird." Sie hatte es schon immer gehasst. Egal wo sie mit ihren Bruder hingegangen war, man ließ sie nicht zu Wort kommen, nicht wenn es um etwas Bedeutenes ging, dabei war es egal ob sie von Adel war oder nicht.
      'das ist nichts worüber du dir dein hübsches Köpfchen zerbrechen musst, Schwester' Es war Unterbewusst von ihrem Bruder ausgegangen, doch dieses Verhalten war nun einmal tief verankert.

      Die junge blonde Frau nahm eine Haarsträhne in ihre Hände und drehte sie immer wieder ein um sie anschließend wieder auszudrehen während ihre Augen das Feuer am Kamin beobachteten, dabei wurden ihre Lieder schwer und sie bemerkte wie die Müdigkeit sie doch einholte.
      Als Philippe dann eine weitere Frage stellte zwinkerte sie ein paar mal um den Schlaf aus ihren Augen zu vertreiben ehe sie zu ihm blickte und den Kopf zaghaft schüttelte. "Nein.. nur in der Stadt. Meine Mutter hatte Panik vorm verreisen, aber es hat mir nie etwas ausgemacht." Erzählte sie mehr als sie eigentlich wollte.
      "Aber, wenn man sein Zuhause liebt.. dann muss man auch niergendwo anders sein." Ging sie sowohl auf seine nächsten Worte ein, aber verdeutlichte damit auch, dass sie am liebsten wieder an ihrem Anwesen wäre, anstelle von seinem.

      Er erhob sich und ging zu dem Kamin um neues Holz hinein zu legen, die wärme die sich in diesem Raum ausgebreitet hatte war angenehm. Und sie überlegte ob sie die Frage stellen sollte, welche ihr die ganze Zeit schon auf der Zunge brannte.
      "Verratet mir.. was habt ihr mit mir vor, ihr könntet bestimmt eine bessere bekommen, als eine adlige, die im Grunde alles verloren hat."
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      Philippe

      Philippe schaute zu der jungen Frau und merkte, wie ihre Lider gelegentlich zufielen. Er grinste schwach. Dann erzählte sie etwas offener und der Herzog dachte über ihre Worte nach. "Vielleicht muss man dann nirgendwo anders sein. Aber diese Welt ist zu groß, um nicht entdeckt zu werden", schwärmte der junge Herzog und ging Richtung Fenster. Er lehnte sich gegen den Sims und sah Kiara zu, wie sie versuchte, wach zu bleiben. Er spürte die aufsteigende Hitze des Kamins, denn das Zimmer erwärmte sich nun so richtig. Kiara stellte ihm dabei eine wichtige Frage. Wieso scherte sich der Herzog überhaupt für sie?

      Philippe blieb für einen Moment still und dachte nach. "Ich denke, dass du spannender bist als die meisten Frauen. Du bezirzst mich nicht, vielmehr muss ich dich überzeugen, das klingt herausfordernd. Ich mag Herausforderungen", erklärte er dann ruhig. In Wahrheit sah er aber viel mehr in Kiara. Etwas, was er sich zu diesem Zeitpunkt nicht selbst eingestehen wollte. Die Gedanken kamen in Philippe auf und er verdrängte diese mit etwas Kopfschütteln. Zur Ablenkung griff er sich an seinen Brustharnisch und öffnete die Bänder und legte die Brustrüstung ab. Er öffnete sein Hemd nun gänzlich, sodass sein Oberkörper leicht durch die Hemdöffnung blitzte. Anschließend zog er seine Überhose aus grobem Leder aus und hatte nun nur noch eine leichte Stoffhose an.

      Er ging wieder zu seinem Weinglas und nahm einen Schluck des Bordeauxweins, ehe sein Blick Kiara traf. Er schaute zu ihr. "Die Narbe in meinem Gesicht ist nicht wirklich schön", erklärte ich ihr und griff mir mit der freien Hand über die Narbe, "aber sie lehrt mich auch einiges. Frühere Fehler und so." Philippe stellte das Weinglas ab und ging Richtung Bett. Er legte sich auf eine Seites des Bettes und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. Nun schaute er in das Baldarin des weißen Himmelsbettes. "Hier ist ein kleines Fenster, durch das man den Sternenhimmel sehen kann", stellte der Herzog fest und musterte das zusehende Sternenbild. Es musste ein Stier gewesen sein. Unruhige Zeiten also? Philippe schüttelte den Kopf und sank den Blick wieder. Er war wohl einfach müde wie Kiara. Es wurde Zeit sich für den morgigen Tag und die Überfahrt auszuschlafen.

      "Du solltest dich in Bett legen. Der Ofen wird ausgehen und dann frierst du.", meinte Philippe aus dem Bett zu ihr. Es wurde in den Nächten sehr kalt. Selbst ein Zimmer mit Kamin war am nächsten Tag eine kleine Eishöhle. Philippe wandte sich von ihr ab und schautee vom Bett aus auf den Kamin. Er mochte wie das Feuer loderte und welche Wärme es ausstrahlt.