Battle of the Skyscraper [Haruka & Michiyo]

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    • Battle of the Skyscraper [Haruka & Michiyo]

      Im 22 Jahrhundert genießt die Menschheit den Luxus von Sicherheit. Für Krankheiten finden sich schnell Medikamente und Impfstoffe, Kriege und Schlachten gehören schon längst der Vergangenheit an und Geld kann einem jeden Wunsch erfüllen. In einer Zeit in der es den Menschen an nichts mangelt, geriet der Alltag schnell in öde immer wiederkehrende Handlungen überzugehen. Das Entertainment Angebot immer ausgefallener, stumpften die Leute in der Reizüberflutung ab und das Programm bot irgendwann nicht mehr den nötigen Nervenkitzel. Um dieser Entwicklung gegenzusteuern bildete sich eine Organisation, die das Ziel hatte die Bevölkerung zu schockieren und ihnen einen Spiegel vorzuhalten. So entwickelten sie ein Spiel, in dem 100 Teilnehmer um ihr Überleben kämpfen müssen. Während einige dieser Teilnehmer sich freiwillig in den Kampf stürzten, gab es auch einige, die gegen ihren Willen in dem Turm erwachten.


      Live im TV übertragen kämpfen die Spieler um ihr Überleben und müssen dafür den 59 Stock erreichen – was dort auf die Spieler wartet weiß keiner. In dem ganzen Chaos finden sich auch die vier jung Erwachsenen Haruka, Kaito, Hisato und Chiyoko wieder. Werden sie es schaffen zu überleben? Finden sie verbündete oder ziehen sie alleine in den Kampf? Welche Taktik verfolgen sie und welche Waffen wählen sie um sich zu verteidigen?


      Bist du bereit für das Battle?

      Haruka Watanabe & Kaito Sato: @Haruka Watanabe
      Hisato Ueno & Chiyoko Busujima:
      @Michiyo
      Hier gehts zur Vorstellung: Battle of the Skyscraper [Haruka & Michiyo]
      A heart's a heavy burden.

    • "Da wären wir", murmelte ich, während ich den schwarzen Tesla auf einer großen Parkfläche auf der anderen Straßenseite des "Hunger Games Tower" parkte.
      Ich stellte den Motor ab und beobachtete einige Minuten lang das Geschehen.

      "Kaito?"
      "Ich hab's schon mitbekommen."
      "Irgendwie fühle ich mich unwohl."
      "Ich mich auch. Doch denk an deinen Verlobten. Deine Armut und der Wunsch ihn zu heiraten ist der Grund, warum du hier mitmachst", fügte Kaito hinzu.
      "Außerdem haben wir noch die Waffen meines Kontakts, die er hier irgendwo versteckt hat."
      "Hat er dir gesagt wo?"
      "Nein. Aber ich vertraue ihm. Und das solltest du auch, schließlich war er Teil unserer Straßenbande, bevor er untergetaucht ist."
      "Wenn wir da gleich reingehen, wie wollen wir uns verhalten?"
      "Was meinst du, Haru?"
      "Naja, wollen wir die anderen wissen lassen, dass wir uns kennen oder wollen wir das als unsere Geheimwaffe nutzen?"
      "Geheimwaffe? Inwiefern soll das eine Geheimwaffe sein?"
      "Weiß nicht. War nur so ein Vorschlag."
      "Wenn du das möchtest....dann sollten wir aber zeitversetzt das Gebäude betreten und uns nicht anblicken oder gar miteinander reden. Und sollten wir uns begegnen, werden wir uns einander wie Fremde behandeln."
      "Gut. Aber ich werde nicht auf dich schießen. Niemals. Und du versprichst mir, auch niemals auf mich zu schießen."
      Ich hielt ihm meine geballte Faust hin.
      "Versprochen", entgegnete Kaito und drückte seine Faust sanft gegen meine.
      Anschließend umarmten wir uns.
      "Und sollte dich jemand erschießen, werde ich mich mit einem Amoklauf durch alle 59 Stockwerke rächen und dem Veranstalter das Preisgeld aus seinen toten Händen reißen."
      "Dich wird niemand erschießen. Daran glaube ich tief und fest. Schließlich hattest du mit mir einen guten Lehrmeister und du hast wirklich gute Reflexe, Kaito. Aber lass uns nun aussteigen, bevor ich noch anfange zu weinen", entgegnete ich und schnallte mich ab.
      Stumm öffnete ich die Türe und ließ mir den kühlen Herbstwind durch den ordentlichen Undercut wehen.
      Aus dem Kofferraum holte ich zwei schwarze Taschen mit Kleidung für die nächsten Tage für uns, da dieses Spiel durchaus einige Tage andauern kann.
      "Die ist für dich", sprach ich und drückte ihm eine der beiden in die Hand.

      "Geh vor und denk an unsere Abmachung. Wir sehen uns."
      Wir umarmten uns ein letztes Mal freundschaftlich und Kaito zündete sich eine Zigarette an, während er die Straße überquerte.

      Sorgenfalten zeichneten sich auf meinem Gesicht ab, während ich ihm nachblickte.

      Minuten später betrat auch ich den Eingang des Towers und fand mich in einem langen Gang wieder, an dessen anderem Ende sich bereits eine längere Schlange gebildet hatte.
      Kaito war gerade dabei, sich zu registrieren und seine Tasche kontrollieren zu lassen und bekam anschließend ein rotes Kärtchen in die Hand gedrückt.
      Als ich schließlich an der Reihe war und mich nach der Ta registriert hatte, bekam ich ein blaues Kärtchen.
      Ich setzte mich auf eine Bank im kleinen Flur zwischen dem Registrationsschalter und dem folgenden Raum und trank einen letzten großen Schluck.
      Ich bemerkte einen komplett in Schwarz gekleideter Priester, der, als er schließlich mit der Registration an der Reihe war, nach der obligatorischen Taschenkontrolle stumm ein purpurfarbenes Kärtchen entgegennahm und nickte.
      Anschließend küsste er sein Kreuzanhänger und schritt mit seiner Schwarzen Tasche durch einen langen Korridor an mir vorbei in den nächsten Raum.

      //Was macht denn ein Geistlicher hier?//
      Einen Moment später schritt eine Person im Anzug energisch durch mehrere Flure in eine leeren und große Eingangshalle gelotst, deren Bodenfliesen im Vergleich zu den weißen Wänden 10 verschiedenenfarbige Areale absteckten.
      Nach einem Moment der Verwunderung, in denen ich mich umblickte und die knapp 50 anderen Teilnehmer musterte, wurden wir, also die Teilnehmer und ich, von einer blonden Frau mit blauen Augen über einen großen Bildschirm begrüßt, welche uns Roboterhaft Instruktionen gab: "Herzlich Willkommen bei den Hunger Games, dem Spiel, bei dem es sprichwörtlich um Leben und Tod geht.

      Stellen Sie sich das Ganze wie Paintball vor, nur sind die Waffen tödlich und die einzige Farbe ist Blut.
      Sie gehören zu den Wahnsinnigen, die sich freiwillig gemeldet haben, doch im Inneren des Towers werden Sie auf viele Menschen treffen, die sich hier gegen Ihren Willen aufhalten.
      Insgesamt beträgt die Teilnehmerzahl 100, welche auf 10 Etagen aufgeteilt werden.
      Bevor wir Sie das Schlachtfeld betreten lassen, werden wir Ihnen noch einmal die Regeln erklären. Ihr Ziel ist es, die Etage 59 zu erreichen, ohne zu sterben.
      In jeder Etage finden Sie eine sogenannte save zone vor. Diese Zonen bestehen aus einem Wohnquartier mit mehreren Betten, einigen Duschen und einer kleinen Küche mit Proviant und dienen der Erholung, sowie dem Kennenlernen der Teilnehmer.
      Diese Zonen werden nach Abschluss bestimmter Aufgaben und Challenges freigeschalten.
      Innerhalb dieser Zonen herrscht Frieden und bestimmte Frequenzen werden dafür sorgen, dass die Waffen nicht funktionieren.
      Das ist auch der Grund, weshalb Sie Waffen von außerhalb nicht mitbringen dürfen, sondern von uns welche gestellt bekommen.
      Sie werden am Eingang jeder Etage eine umfangreiche Auswahl an Waffen vorfinden, an der Sie sich bedienen können.
      Und denken Sie daran: Jeder Regelverstoß hat den augenblicklichen Tod des Regelbrechers zu Folge.
      Bitte stellen Sie sich nun auf das Feld, welches der Ihnen zugewiesenen Kärtchen entspricht."
      Ich stellte mich gemäß meines Kärtchens auf das blaue Feld und blickte zum roten Feld hinüber, in der Hoffnung, ein letztes Mal Kaito sehen zu können.
      Gläserne Wände schossen aus dem Boden und grenzten die Felder voneinander bis zur Decke hin ab, Sekunden später versprühten an der Decke befestigte Sprinkleranlagen ein gelbliches Gas ab, welches uns müde machte und nach und nach unseres Bewusstseins beraubte.
      I'm a shape shifter at Poe's masquerade.
    • "Herzlich Willkommen" sprach eine männliche Stimme und riss Chiyoko aus ihrem unfreiwilligen Schlaf. Erschrocken blickte das junge Mädchen um sich und fand sich in einem, ihr fremden Zimmer wieder. Die schlichte Einrichtung erinnerte an ein mittelklassiges Hotelzimmer. Als die tiefe Stimme erneut zu hören war, wandte sich die weißhaarige zum Bildschirm, auf dem ein Maskierter zu ihr sprach. "Chiyoko Busujima, du gehörst zu den wenigen glücklichen Personen, die als Teilnehmer für das Battle auserwählt wurden." erklärte der Mann, dessen Worte mit einem Verzerrer nachbearbeitet wurden. "Wohlhabende, einflussreiche und berühmte Personen, wie du haben die Chance erhalten in diesem Game am anderen Ende der Nahrungskette mitzuspielen. Das silber Besteck bei Seite gelegt, bringt euch euer Geld und eurer Ansehen hier nichts mehr, denn hier geht es um Leben und Tod!" panisch lauschte die sechszehnjährige den unglaubwürdigen Worten während ihr Herz begann wie wild zu rasen. Völlig überfordert versuchte sie die Informationen zu verarbeiten, sich wach zu rütteln und in Erinnerung zu rufen, was geschehen war. Das letzte woran sie sich erinnern konnte war, dass sie sich auf dem Heimweg befand. Den Tag verbrachte sie mit ihren Freundinnen im Einkaufszentrum, genossen ihre gemeinsame Zeit ehe sie mit vollbepackten Händen heimkehren wollten. Nachdem sie sich von ihren Freunden verabschiedet hatte, spürte sie eine kräftige Hand auf ihrem Mund, die ihr von hinten ein Tuch auf die Atemwege presste ehe alles um sie herum schwarz wurde. Die Augen des Mädchens weiteten sich in Horror und sie sprang in einem Satz vom Bett. "Lass mich hier raus! HILFE!!" schrie sie aus tiefster Seele doch niemand erhörte sie. "In dem Schrank findest du alle Arten von Waffen um dich zu verteidigen. Um zu überleben musst du den 59 Stock erreichen. Ein letzter Hinweis für dich - in dem Tower befinden sich, neben den unfreiwilligen Teilnehmern auch Personen, die freiwillig in das Gemetzel starten also sei besser auf der Hut." lachte die mysteriöse Gestalt bis sich schließlich der TV abschaltete.

      Das Hämmern in ihrer Brust wurde immer stärker, lauter und erfüllte schon bald ihre Ohren. Obwohl sie nicht wusste was sie tun sollte, schien ihr die Situation aussichtslos, machte sie sich geistesabwesend auf den Weg zum Schrank. Dort unterlag sie der Reizüberflutung der riesigen Auswahl an Waffen, die sie so nur aus Spielfilmen kannte. Mit zitternden Fingern näherte sie sich einer Pistole doch hielt wenige Zentimeter davor inne. Die Vorstellung die Waffe tatsächlich abzufeuern verschreckte sie und außerdem war da noch der Rückstoß, den sie als ungeübte Schützen und als das zarte Persönchen das sie war, wohl kaum augleichen konnte. Sie hatte nicht vor zu kämpfen, wollte einfach nur fliehen, aus diesem Albtraum erwachen aber wenn sie tatsächlich überleben wollte musste sie sich für eine Verteidigung entscheiden. Weniger einschüchternd wirkten zwischen den ganzen Folterinstrumenten die verschiedenen kleinen Granaten, die am Boden des Schranks lagen. Neben einem Rücksack nahm sie sich diese und stopfte so viele wie sie konnte in diesen. Nachdem sie alles eingepackt hatte, schritt sie zur Tür während ihre Knie zitterten und ihre Beine sich wie Wackelpudding anfühlten. Vorsichtig griff sie nach der Türklinke, hielt diese eine Zeitlang in der Hand ohne sich zu rühren. Was sie hinter der Tür erwartete wusste Chiyoko nicht und eigentlich wollte sie es auch gar nicht herausfinden. Sie schüttelte sich, atmete tief ein und aus. In dem Zimmer war sie sicher, dachte sie zumindest und nutzte die Gelegenheit nocheinmal einen klaren Gedanken zu fassen. Das Mädchen brauchte eine Strategie wenn sie aus dieser mislichen Lage lebend hervorgehen wollte.

      Als sie ansatzweise wusste, wie sie vorgehen würde wandte sie sich wieder der Zimmertür zu und öffnete, noch immer zittrig, den Weg hinaus. Der Flur war leer, an den Wänden zierte eine große Nummer Vier die Gänge. Bevor sie die Tür hintersich zufallen ließ, stopfte sie ihren zusammengeknüllten Schnürsenkel zwischen Tür und Rahmen um weiterhin Zutritt zu haben, für den Fall, dass es ein zentrales Schließsystem gab. Wie in Trance scannte sie ihre Umgebung, vernahm ein Treppenhaus und steuerte auf dieses zu. Noch bevor sie an der Treppe angekommen war blieb sie stehen. //Um zu gewinnen musst du den 59 Stock erreichen// ringte es in ihren Ohren. Natürlich würden sich alle bei Beginn des Spiels nach oben begeben wollen, die Treppe oder Aufzüge dürften die gefährlichsten Orte im ganzen Gebäude sein. Ängstlich machte sie einige Schritte rückwärts zurück. Wenn sie mit ihrer Annahme richtig lag und es sich bei dem Tower um eine Art Hotelanlage handelte, müsste es irgendwo eine Übersicht der Etage geben. Schnell fand sie den Fluchtwegplan und verschaffte sich einen Überblick von der Etage. Es waren überwiegend Schlafräume doch auf dem Plan konnte sie eine kleine Kammer entdecken, die wie ein Technikraum aussah. Entschlossen nickte das Mädchen und pregte sich den Weg dorthin ein. Während sie diesen Ansteuerte überprüfte sie an jeder Tür ob sie sich öffnen ließe - vergeblich. Am Technikraum angekommen sellte sie fest, dass auch dieser Raum verschlossen war. Mit ihrer Haarspange fummelte sie im Schloss bis es endlich nachgab. Von dort würde sie versuchen irgendwie in die Lüftungsschächte zu gelangen.

      Anders als Chiyoko war Hisato freiwillig in das Spiel gestartet. Er brauchte das Geld für seine kleine Schwester. Gemeinsam mit den anderen Teilnehmern die aus freien Stücken dort waren, wartete er in einer Art Lobby, nachdem er sich registriert hatte auf den Beginn des Events. Er bekam ein blaues Kärtchen in die Hand gedrückt und wartete auf seiner Position nur um von einem Gas in einen sanften Schlaf verfrachtet zu werden. Als er wieder zu Bewustsein kam fand auch er sich in einem Zimmer wieder und fand im Schrank die Waffenauswahl. Nachdem er sich seine Kettensicheln und andere Instrumente aneignete, begab er sich gutausgerüstet in den Flur, wo das Game seinen Anfang nahm.
      A heart's a heavy burden.

    • Ich erwachte etwas später in meinem Bett.
      Wo ich war wusste ich nicht, ebenso nicht, wie spät es war.
      Müde richtete ich mich auf und blickte mich um.
      Ich befand mich offenbar in einer Art Hotelzimmer.
      Neben mir auf dem breiten Bett stand meine Tasche, deren Inhalt ich zur Sicherheit überprüfte. Kleidung, Hygieneartikel, ein eingerahmtes Foto meines Verlobten - es fehlte nichts.
      Neben der Tür stand ein großer Schrank, der aufgrund seiner Ausmaße meine Aufmerksamkeit erregte.
      Ich stand auf, schritt zu ihm und stellte mit geweiteten Augen fest, dass in ihm etliche Waffen und Zubehör säuberlich aufgereiht waren.
      Am Boden befanden sich mehrere Arten von Granaten, im Fach darüber mehrere Nahkampfwaffen und Gadgets, die scheinbar zum Foltern und Fallenstellen ausgelegt waren.
      Darüber kamen Waffen mit großem Kaliber; hauptsächlich Scharfschützengewehre, aber auch Exoten wie Revolver und Maschinengewehre.
      Dann kamen Schrotflinten und Sturmgewehre und ganz oben reihten sich reguläre Handfeuerwaffen mehrerer namhafter Hersteller aneinander, welche dieses Event sponsorten.
      Ich nahm nacheinander jedes Scharfschützengewehr in die Hand und begutachtete es genau. Ich prüfte die Haptik, die Handlichkeit, das Gewicht, die Größe, die Qualität des Schalldämpfers und den Tragekomfort.
      Am Ende hatte ich schließlich eines mit Halbautomatik gefunden, welches ich "Minato II" taufte.
      Zusätzlich packte ich mir eine Pistole für kurze Distanzen, mehrere Rauchgranaten, ein Messer für den Nahkampf und ein Dutzend Stolperdrähte.
      Zuletzt leerte ich im angrenzenden Badezimmer meine Blase und ermutigte mich vor dem Spiegel, während ich Atemübungen machte und mich an die knallharte Militärausbildung und die harten Drills erinnerte.
      Ich wollte auf jeden Fall überleben. Für Kaito. Für das Geld. Für meinen Verlobten.
      Nach einigen Minuten intemsiver Atemübungen und Meditation betrat ich hochkonzentriert mit meinem Scharfschützengewehr im Anschlag und dem Finger am Abzug leise mein Hotelzimmer.
      Ich blickte mich um, erst nach links, dann nach rechts.
      Unweit von mir waren Schritte zu hören, ich beschloss, diesen zu folgen.
      Die Geräusche führten mich zu anderen Kandidaten, die bewaffnet und mit unsicherer Körperhaltung ihre Zimmer verließen.
      Sie standen teilweise mit dem Rücken zu mir.
      //So viele Zimmer..Eine Hotelanlage?//
      Ohne zu zögern schoss ich ihnen nacheinander in die Köpfe, ohne dass sie sich hätten wehren können.
      Dann lud ich nach und stieg dabei über die Leichen hinweg, während ich herausfinden wollte, auf welcher Etage ich war, ob es einen Gebäudeplan gab und wo das Treppenhaus beziehungsweise die Aufzüge waren.

      ________

      Kaito ist bereits seit einiger Zeit wach und stand mit kompletter Bewaffnung vor dem Spiegel.
      "Okay, konzentrier dich! Es gibt Wölfe und es gibt Lämmer. Herrsche oder werde beherrscht.
      Da draußen wimmelt es überall von Lämmern, doch ich bin ein Wolf und fresse die verdammten Lämmer. Ich werde dieses verdammte Spiel gewinnen! Für mich und für Haru! Jetzt geht's los."
      Kauto brüllte in den Spiegel, schlug mit seiner Faust dagegen und blutete.
      Mit dem Blut malte er sich Kriegsbemalung ins Gesicht und tupfte sich anschließend die Hand mit einem Tshirt ab.
      Mit zwei Desert Eagle in den Händen stürmte er aus dem Hotelzimmer, während das Adrenalin seinen Körper flutete.
      Er bemühte sich gar nicht erst, unauffällig zu sein. Das war nicht sein Stil. Kaito mochte es nicht nur im Bett laut und schmutzig.
      Während er durch die Gänge rannte, schoss er ohne Rücksicht alles und jeden über den Haufen und hatte bald die Gänge hinter sich gelassen.
      Vor ihm erstreckte sich ein knapp 60m² großes Areal, an dessen anderes Ende das Treppenhaus anknüpfte.
      An der Wand zu seiner linken war eine große rote 1 aufgemalt, was bedeutete, dass er sich in der ersten Etage befand.
      Links vom Treppenhaus befand sich ein Aufzug.
      Er erschrak ein wenig, als plötzlich die Aufzugtüren aufglitten und ein fremder Mann mit blonden Haaren mit einer Schrotflinte auf ihn zielte und abdrückte.
      Kaito konnte gerade noch zur Seite wegspringen und während er über den glatten Boden hinter einen Pfeiler rutschte, warf er eine Granate in die Richtung des Fremden, jedoch trat er sie weg, in die Aufzugkabine, welche durch die folgende Explosion unbenutzbar wurde.
      Kaito wollte schießen, jedoch hatte er keine Munition mehr, ebenso wie der Fremde.
      Ein kleiner unbeabsichtigter Wettbewerb entbrannte: wer konnte schneller nachladen?
      Kaito war mit diesen Waffen vertraut, doch auch der Fremde war flink, dennoch war Kaito einen Tick schneller und pustete dem Blonden die Rübe vom Kopf, ehe er abdrücken konnte.
      "Fuck..das war knapp....Du blöder Wichser!", fluchte er zu sich selbst und trat dem leblosen Körper den Schädel zu Matsch.
      "Pass besser auf! Du bist ein verfickter Wolf, verdammt noch mal! Konzentrier dich!!!"

      Wenig später betrat er das Treppenhaus, als die weibliche roboterhafte Frauenstimme ertönte: "Wie ich sehe, sind Sie voller Tatendrang. Das ist lobenswert und es sind noch 80 Kandidaten übrig. Sie sind jedoch zu schnell. Von daher gibt es hier eine erste Regeländerung:
      Sämtliche Save zones in den Etagen 1-10 wurden deaktiviert. Die erste Save Zone befindet sich nun auf Etage 11, jedoch dürfen sie diese nur betreten, wenn mindestens 75 Teilnehmer übrig bleiben. Sollten weniger Kandidaten verbleiben, werden Sie alle sterben."

      "Was soll das denn?", knurrte Kaito, während er die Treppe in den nächsten Stock nahm. "Sollen wir uns hier gegenseitig umbringen oder Ringelpiez mit Anfassen spielen?'
      ________

      Auch ich vernahm diese Regeländerung, während ich gerade den Etagenplan studierte.
      //Alles voller Hotelräume..das Treppenhaus ist am anderen Ende der Etage..na großartig... und die Regeländerung gefällt mir auch nicht wirklich..ich würde es wirklich gerne so schnell wie möglich hinter mich bekommen..Ich hoffe, Kaito gehört zu den Überlebenden...//
      Ich spitzte die Ohren und lauschte.
      /Hatte ich da gerade hinter mir einen dumpfen Aufprall eines Wurfmessers auf Teppichboden und das Klirren einer Glühbirne gehört?//
      Ich schloss meine Augen, lauschte angestrengter und wagte nicht zu atmen.
      //Erneut diese Geräusche, doch diesmal näher. Und da waren Schritte zu vernehmen. Sie kamen vom Gang hinter mir. //
      Geübt drehte ich mich um und blickte überrascht in die Dunkelheit, die sich genau vor mir aufgetan hatte.
      Wo eben noch Glühbirnen den Gang erleuchten, aus dem ich vorhin kam, um den Plan zu studieren, herrschte nun Dunkelheit.
      Mich beschlich das Gefühl, beobachtet zu werden.
      Beobachtet von Jemandem, der aus der durch die zerstörte Glühbirne entstandende Finsternis heraus zu mir hinüberblickte.
      Ich zielte in die Schwärze und atmete tief ein und aus. Mehrmals. Ganze fünf Male, um meine Augen schneller an die unmittelbar vor mir liegende Dunkelheit gewöhnen zu können und siehe da, es funktionierte. Ich erkannte nun deutlich die Schemen eines ausgewachsenen Mannes, der eine Kettensichel in den Händen hielt und etwa 5 Meter von mir entfernt stand.
      Ich zielte also auf das Herz des Mannes und hatte den Finger am Abzug.
      "Wer ist da?", fragte ich furchtlos in mit fester Stimme, entschlossen zu schießen.
      //Warum sollte jemand Lampen mit Wurfmessern ausschalten? Viel zu laut und auffällig. Ich weiß, hier gibt es keine Lichtschalter, aber dennoch.. Möchtest du etwa, dass ich dich entdecke?//
      Ich stand unter Hochspannung, bereit für alles, was gleich passieren könnte.
      I'm a shape shifter at Poe's masquerade.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Haruka Watanabe ()

    • Schnell waren die ersten Schüsse und Schreie im Tower zu vernehmen. Chiyoko zuckte bei der Geräuschkullisse ängstlich zusammen und versuchte mit zirtigen Händen die Schrauben der Lüftungsabdeckung zu lösen. Natürlich hatte sie keinen Schraubenzieher oder Akkuschrauber zur Hand, improvisierte verzweifelt mit einer Schere, die sie in den Kreuzschlitz der Schraubenköpfe steckte.
      Mit viel Mühe gelang es ihr schließlich die metallische Abdeckung zu lösen und fiehl ihr dabei fast zu Boden. Im letzten Moment erwischte sie das Metallstück bevor es klirrend aufschlagen konnte. Nervös sah sie zur verschlossenen Tür und lauschte regungslos ob sich im Flur etwas tat, vielleicht jemand da sei, der sie gehört haben könnte. Zu ihrer Erleichterung konnte sie nur die entfernten Schüsse wahrnehmen und widmete sich anschließend der Lüftung. Der Einstieg in das System war schmal und eng und für eine Sekunde grübelte sie ob sie denn tatsächlich dünn genug war um sich in den Leitungen bewegen zu können. Da ihr keine andere Wahl blieb, schüttelte sie ihren kleinen hellhaarigen Kopf und rüttelte alle negativen Gedanken von sich. Mit einem Satz sprang sie an der Wand hoch, zog sich mit ihren dürren Armen an der Öffnung hoch und quetschte sich in den eckigen Kasten, der geräumiger war als sie erwartet hatte. Auf allen vieren durch den Staub kriechend machte sie sich auf den Weg und suchte das zentrale Entlüftungsrohr, dass bis auf das Dach führen musste.

      _______________________

      Im Flur angekommen hörte Hisato enternft von ihm einige Schritte gefolgt von erst einem und dann einem zweiten Schuss. Er war definitiv nicht allein, die Schüsse waren zwar gedämpft mussten aber unweit von ihm gefallen sein, da er sie vermutlich sonst nicht gehört hätte. In geduckter Haltung bewegte er sich auf die Geräuschquelle zu bis er an einer Ecke angekommen war. Den Kopf vorsichig um diese heraussteckend scannte er den Flur, auf dem sich nicht nur ein junger Mann, der den Etagenplan studierte befand, sondern auch unweit von ihm zwei Leichen am Boden lagen. Eine Blutpfütze umgarb die beiden Opfer, geziert von einem Einschussloch auf ihren Stirnen. Er junge Mann war also ein guter Schütze und schnell wenn er es schaffte zwei Männer unbemerkt auszuschalten ehe sie handeln konnte. Entweder das oder die beiden waren schlichtweg Idioten gewesen. Nach seinem kurzen Einblick versteckte er sich wieder hinter der Wand, blickte auf seine Sichelketten und nahm die rechte in die linke Hand um die kleinen Wurfmesser in diese nehmen zu können. Zwei Messer nahm er sich, eins zwischen Daumen und Zeigefinger während er das andere zwischen Ring- und Mittelfinger steckte. Noch ein letzter Blick in den Flur und das erste Messer flog, traf die Glühbrine auf die der sechsundzwanzigjährige gezielt hatte und fiel mit einem dumpfen Knall auf den Teppichboden. Als auch das Glas klirrend hinabfiel flog das letzte Messer und verhüllte den gesamten Flur in Dunkelheit. Da es einen Moment dauerte bis sich Hisatos Augen an die neuen Lichtverhältnisse gewöhnten, blieb er vorerst hinter der Abzweigung stehen, hatte seinen Rücken dabei an die gelb gestrichene Wand gepresst.

      Nachdem er mit der Dunkelheit im reinen war und die Stimme seines Gegners vernahm begann auch er aus seiner Deckung zu kommen. "Wenn mich nichts täuscht bist du Soldat?" kam es aus ihm im ruhigen Ton hervor ehe er lautlos einen großen Satz machte um für den Fall, dass der Mann in die Richtung schießen wollte, aus der Hisatos Stimme hallte. "Ist nur die Frage ob du ohne Nachtsichtgerät immer noch so gut schießen kannst." wieder ein Sprung zur anderen Seite. Auch wenn er nicht erwartete, dass sein Gegenüber seine Monition verschwenden würde um wild in die Nacht zu schießen, ging er auf Nummer sicher und wechselte nach jedem Satz seine Position. "Du hast die Regeln gehört. Wollen wir trotzdem ein Tänzchen wagen oder verbünden wir uns? Ich sag nur eins, so leicht wie bei den beiden Idioten würdest du mir nicht davon kommen." sprach er immer noch im ruhigen Ton ehe er seine Sichel nach ihm warf. Während Hisato mit einer kreisenden Bewegung darauf zielte, die Waffe seines gegenübers in den Ketten zu umschlingen statt ihn mit den Sicheln zu verletzten, gelang es ihm sogar die Hand des Jungen, die am Abzug ruhte zu erwischen. Hielt er nun die straffgezogene Kette in der Hand und hielt diese mit einem leichten Druck in der Hand. Sein Gegenüber sollte merken, dass er seine Waffe umschlungen hatte. Das klirren der Kette verriet dem Soldaten natürlich die genaue Richtung aus der Hisato kam, jedoch war es sehr unwahrscheinlich, dass er ihn in der Situation treffen würde. Höchstens einen wackeligen Glückschuss konnte er mit der gefesselten Waffe abfeuern.
      "Bevor du jetzt nach einer Pistole greifst..." fing er an, warf dabei ein weiteres Wurfmesser in seine Richtung, ließ es mit absicht an ihm vorbei gehen, zumindest hoffte er, dass er ihn nicht traf und lediglich der Windhauch an seinem Ohr zu spüren war. "wollte ich dich nur darauf hinweisen, dass ich mindestens genau so schnell bin wie du." beendete er seine Aussage.

      Ein leichtes Schmunzeln schmeichelte sein Gesicht und nur zu gerne hätte er den Gesichtsausdruck seines Feindes gesehen. "Also was sagst du? Frieden?" fragte er ihn und hoffte wirklich nicht so früh im Spiel mit einem gutausgebildeten jungen Krieger in eine Auseinandersetzung zu geraten.
      A heart's a heavy burden.

    • "Soldat und Hauptmann", sprach ich mit fester Stimme.
      "Und ich trage kein Nachtsichtgerät, ich vertraue alleine auf meine Augen."
      Ich war vom Satz und der Tatsache wenig überrascht, dass mir der Fremde seine Sichel entgegenwarf, der ich ruhig und äußerlich entspannt auswich.
      Dafür überraschten mich die aus der Dunkelheit hervorschnellenden Ketten, die meine Hand, die am Abzug meiner Minato lag, zurückzogen und einen Gebrauch der Waffe unmöglich machten.
      Anhand der Richtung, aus der die Ketten kamen, konnte ich die Position des Fremden lokalisieren.
      Ich wollte gerade nach meiner Pistole greifen, die im am Gürtel meiner Hose befestigten Holster steckte, als ein weiteres Wurfmesser angeflogen kam, dessen Windhauch ich genau am Ohr spürte.
      // Fast hätte es mich getroffen.//
      Ich schloss meine Augen und atmete tief durch.
      Nach und nach zeichnete sich vor meinem geistigen Auge ein genaues Bild ab, wie ich meinen Feind innerhalb weniger Sekunden vorübergehend kampfunfähig machen kann, ohne ihm ernsthafte Verletzungen zuzufügen.
      // Okay, okay..ganz ruhig...
      Erstens: Situation analysieren. Der Typ steht anhand seiner Ketten nach zu urteilen genau hinter mir. Meine linke Hand hält die Waffe, die rechte Hand wird von diesen Ketten blockiert. Schießen mit Minato II fällt also flach. Ich könnte also meine Minato wegwerfen, mein Opfer damit irritieren, während seiner Irritation meine Pistole greifen und blind in seine Richtung schießen. Nein, zu riskant und nicht erfolgsversprechend genug, darüber hinaus könnte sie kaputt gehen und der Gegner könnte weitere Wurfmesser auf mich werfen und diesmal sogar treffen. Außerdem will ich wissen, wer der Fremde eigentlich ist. Also Nahkampf. Ich hab drei Sekunden und muss die Ketten zu meinem Vorteil nutzen, sonst könnte es gleich vorbei sein für mich.//

      Mein Plan stand nun.
      "Glaubst du ernsthaft, das kann mich aufhalten?", fragte ich rhetorisch.
      Ich warf mein Scharfschützengewehr hoch in die Lüfte,
      drehte mich mit einer schnellen Bewegung in deine Richtung, griff nach meiner Pistole am Holster, schoss auf die Kettengelenke, um meine Hand zu befreien, hielt die Kette jedoch fest, um sie mehrmals um mein Scharfschützengewehr zu wickeln, welches ich fing und horizontal vor mein Gesicht hielt.
      Ich optimierte meine Körperhaltung und zog anschließend so fest ich konnte daran und merkte, wie mir ein blondhaariger Mann entgegenstolperte.
      Mit ernstem Blick drückte ich das Scharfschützengewehr direkt in sein Gesicht, sodass er mit blutender Nase daran abprallte und mit dem Rücken hart vor mir auf dem Teppichboden aufkam.
      Ich stürzte mich wie ein Löwe auf ihn, drückte ihm mein Knie fest auf die Brust und meine Pistole auf die Stirn.
      Ich blickte ihm einen Moment tief in die Augen.
      Meine Stimme klang fest und streng, so wie die eines Hauptmannes, der mit der Leistung seines Kadetten sehr unzufrieden ist.

      "Drei Sekunden. Es hat genau drei Sekunden gedauert, um dich trotz deiner vorteilhaften Position zu überrumpeln, dir die Nase zu brechen und auf den harten Boden der Realität zu bringen.
      Du magst vielleicht so schnell sein wie ich, doch in allen anderen Dingen bist du mir unterlegen. 7 Jahre Militärerfahrung voller Drill und schlafloser Nächte kann man nicht mit Wurfmessern, einer Sichel und ein paar Ketten ausgleichen.
      Das ist so, als würde man einen Panzer aufhalten wollen, in dem man ihn mit Steinen bewirft. Es ist dumm und töricht.
      Auch wenn ich in deinen Augen sehen kann, dass du nicht mein Feind bist, muss ich mich dennoch absichern. Betrachte die Tatsache, dass du jetzt noch lebst, als Zustimmung deines Friedensangebots."
      Ich packte deine Nase und drehte sie vorsichtig wieder gerade.
      "Ich würde sie an deiner Stelle kühlen, wenn du wieder bei Bewusstsein bist. Wie auch immer..ich werde jetzt gehen und wenn wir uns wiedersehen, dann als Verbündete. Ich werde dir die Hand reichen und solltest du deine Waffen trotz unseres Friedens gegen mich einsetzen, werde ich nicht mehr zögern und dich zur Strecke bringen. Im Gegenzug darfst du selbiges mit mir tun."

      Mit diesem Worten schlug ich dich mit dem Griff meiner Pistole k.o., ließ von dir ab und griff mein Scharfschützengewehr.
      Der Kampf hat mich Kraft gekostet und ich hoffte, die Save zone in Etage 11 bald zu erreichen.
      Ich sammelte deine Wurfmesser und deine Sichel auf und legte sie fein säuberlich neben dir ab. Schließlich war ich kein Unmensch.
      Anschließend ging ich von dannen und ließ dich bewusstlos in der Dunkelheit zurück, um endlich die nächste Etage zu erreichen, in der Hoffnung, Kaito bald zu begegnen.

      _____________

      Kaito erreichte die nächste Etage und wäre beinahe über eine Leiche gestolpert.
      Er erschauderte und beugte sich kurz über ihn hinüber.

      // Dem armen Kerl wurde einfach in den Rücken geschossen. Die Tatsache, dass er genau hier vor dem Treppenaufgang liegt, lässt daruf schließen, dass er flüchten wollte. Er war wohl nicht freiwillig hier. Sieht aus wie Schrotmunition. Wahrscheinlich ist mir unten sein Mörder über den Weg gelaufen, nachdem er hier fertig war.//
      Kaito schloss die Augen der Leiche und lief langsam weiter.
      An den Wänden war in purpurner Farbe eine 2 angemalt.
      Sein Adrenalin hatte inzwischen nachgelassen und die Begegnung mit dem Schrotflintenmann hatte ihn vorsichtiger werden lassen.
      // Ich muss so schnell wie möglich die Save zone erreichen. Ich mag zwar ein Wolf sein oder mich zumindest wie einer fühlen, dennoch sind die Lämmer hier gefährlicher und besser bewaffnet als auf der Straße.//
      Kaito bog in die Gänge ein, welche an die Hotelzimmer dieser Etage anknüpften.

      //Es ist so still hier. Zu still.//
      Ein Schuss streifte Kaitos Schulter und riss ihn aus seinen Gedanken.
      Erschrocken zuckte er zusammen und blickte in die Richtung, aus der der Schuss kam.
      Eine junge Frau hockte in einem der Gänge verheult hinter einem als Barrikade zur Seite gekippten Tisch und zielte von ihrer Deckung aus auf Kaito.

      "Keine Bewegung oder du bist tot! Komm nicht näher! Ich warne dich!"
      Kaito hatte keine Angst. Er könnte sie problemlos niederschießen, doch irgendwas hinderte ihn daran. Er empfand Mitleid für die Frau.
      "Du bist nicht freiwillig hier, nicht wahr?"
      "Geh weg!"
      Sie schoss erneut, zitterte jedoch sehr stark und verfehlte.
      Kaito ließ sich nicht beirren und kam weiter langsam näher.

      "Ist die Person neben dir dein Freund?"
      Er blickte auf seinen toten Leichnam.
      //Wieder Schrotmunition. Muss der Schrotflintenmann gewesen sein.//

      "Ich sagte geh weg!"
      Die junge Frau zitterte.
      "Ich bin nicht dein Feind."
      "Das sagte der Priester auch, bevor er meinen Freund erschoss!"
      "Was für ein Priester?"
      Kaito war inzwischen bis auf drei Meter an die Frau herangerückt.
      "Ein Mann Gottes sei er und ich müsse keine Angst haben, hat er gesagt. Er würde uns einen geheimen Weg in die letzte Etage zeigen, sprach er. Dumm und naiv wie wir waren, folgten wir ihm, doch dann drehte er irgendwie durch.

      Er zückte erst seine Waffe, tötete meinen Freund und zerfetzte dann mein Bein."

      Die junge Frau wollte erneut schießen, hatte jedoch scheinbar nicht mehr genug Kraft und ließ die Pistole fallen.
      Kaito wollte der Frau helfen und eilte zu ihr.
      Und dann sah er sie in ihrer Gänze.
      Ihr linkes Bein war von der Schrotmunition komplett durchlöchert und nur notdürftig mit einem Stück Bettlaken von einem der Hotelbetten verbunden.
      Kaito wusste beim Anblick der Blutlache, in der die Frau hockte, dass sie nicht mehr lange mitmachen würde.
      "Bring mich zu meinem Freund", keuchte die Frau durch den Blutverlust inzwischen sichtlich entkräftet und mutlos.

      "Das werde ich. Aber beantworte vorher meine Fragen. Wie komme ich in die nächste Etage und hast du einen jungen Mann mit schwarzem Undercut und blau-grauen Augen gesehen?"
      "Weiß ich nicht, ich hatte kaum Zeit, mich umzusehen, bevor der Priester uns ansprach und deinen Freund habe ich nicht gesehen."
      "Mein Freund? Woher weißt du, dass wir miteinander befreundet sind?"
      "Du hattest einen besorgten Blick, als du nach ihm fragtest, also muss er ein Freund von dir sein. Bei Fremden oder gar Feinden hat man einen solchen Blick nicht drauf."
      "Schlaues Mädchen. Also gut, dann bringe ich dich mal zu deinem Freund und dann suche ich meinen."
      Er griff die Pistole der Frau und hielt sie ihr an die Stirn.
      "Ich mache das wirklich ungern."

      "Hab kein schlechtes Gewissen. Schließ deine Augen und drück ab. Ich hoffe, du wirst deinen Freund in dieser Hölle aus Blut und Gewalt finden."
      "Das werde ich. Ich glaube daran. Verrätst du mir noch deinen Namen?"
      "Hitoka."
      "Ich bin Kaito. Naja, ich drück jetzt ab, ja? Bist du bereit?"
      "Ja. Ich danke dir, Kaito. Ich drücke dir vom Himmel aus die Daumen. Und deinem Freund auch."
      Kaito schloss seine Augen.
      "Danke. Ruhe in Frieden, Hitoka."
      Dann drückte Kaito ab. Blut spritzte in sein Gesicht, dann herrschte Totenstille.
      Kaito öffnete seine Augen wieder und blickte in das friedliche Gesicht von Hitoka. Es wirkte fast so, als würde sie schlafen und schön träumen.
      Er ließ sichtlich aufgewühlt von ihr ab und ging zu ihrem Freund hinüber, um seine Augen zu schließen.
      "Ruhe in Frieden", murmelte er und schnappte sich seine Waffen.
      Während er durch die Gänge irrte, in denen er immer wieder auf Verstorbene traf, breitete sich in seinem Herzen ein tiefer Schmerz aus, ein Gefühl, dass er zuvor kaum gespürt hatte.

      //Auch wenn mir Hitoka Leid tut, darf ich nicht schwach werden und Mitleid oder gar Trauer empfinden. Schließlich bin ich der Wolf von Shubuya//

      ______

      "Captain, einer der Teilnehmer hat sich Zugriff zu einem der Technikräume verschafft und klettert gerade in den Luftschacht", sprach eine männliche Stimme, welche die Aktionen des Mädchens über einen von vielen Monitoren

      beobachtete.
      "Sollen wir den Luftschacht isolieren und mit Giftgas füllen?"
      "Nein. Schaltet auf die Kameras in den Schächten um und beobachtet sie weiter. Vielleicht kriegt ihr ja ein paar hübsche Panty shots. Das wird den Zuschauern gefallen und die Quoten werden steigen und steigen", sprach eine weitere männliche Stimme emotionslos, beugte sich nach vorne, und schnippte gegen den Bildschirm.
      Seine grünen Augen funkelten.

      "Keine Ahnung, wo du hinwillst, aber du wirst es uns bestimmt bald zeigen."
      Anschließend richtete er sich wieder auf und strich durch sein weißes Haar.

      "Ich bin eine Runde spazieren, falls ihr mich braucht."
      Der Mann legte seine Bewaffnung und Schutzweste an und verließ den Raum, der als Kommandozentrale fungierte.

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      I'm a shape shifter at Poe's masquerade.
    • Nachdem Hisato wieder zusich gekommen war, erhob er sich und biss wütend die Zähne zusammen, spannteseinen Kiefer an und fasste sich vorsichtig an die blutgetränkte Nase. DerSoldat hatte Glück gehabt, dass er nicht die Absicht hatte ihn zu verletzten, sonstwäre das ganze anders ausgegangen. Würde dem blonden der Hauptman erneut zunahe kommen würde er ihn nicht so leicht davonkommen lassen. Seine Waffen vomBoden nehmend nahm er wieder Haltung an und machte sich auf den Weg auf dienächsten Etagen. Dabei suchte er immer wieder nach einem Badezimmer, da jedochjeder Raum abgeschlossen war, beschloss er irgendwann einfach eine der Türeneinzutreten und sich zugriff zu verschaffen. Alarmiert drückte er seinen Rückenan die Wand, suchte Deckung für den Fall, das etwas hinter dieser auf ihnwartete doch es geschah nichts. Als die Luft rein war ging er in das kleine Hotelzimmer.

      Er musste sich beeilen, die Aktion war nicht gerade leise undunauffällig gewesen. Im Badezimmer angekommen schaute er in den Spiegel undbetrachtete seine Verletzung. Trotz der Schwellung seiner Nase und den blauunterlaufenen Ringen unter seinen Augen, sah er noch recht gut aus. Seine Haarewaren etwas zerzaust, diese strich er sich glatt und trat dann näher an seinSpiegelbild. Zumindest war seine Nase gerade und nicht verbogen. Er schnapptesich eines der vielen Handtücher, schraubte den Wasserhahn auf und tauchte denStoff unter den Strahl um sich damit das Blut vom Gesicht zu wischen. Als erfertig war verließ er das Zimmer und machte sich wieder auf den Weg in dienächste Etage. Gerade als er um die Ecke aus dem Badezimmer stolzierte, kam ihmein schreiender stämmiger Mann mit Axt bewaffnet entgegen. Mit einem flinkenSchritt wich er dem Gegner aus und hob unschuldig seine Hände in die Luft."Hast du die Ansage nicht mitbekommen?" patze er ihn genervt an, erhatte gar keine Lust auf eine weitere Auseinandersetzung, besonders nicht, weiles ihm zuvor bereits nicht gelang, die Situation friedlich zu lösen.

      Der Mann reagierte nicht, riss die Axt wieder über seinen Kopfund stürzte erneut auf den blonden. "Ihr geht mir hier alle ziemlich aufdie Nerven!" gab er seinem Gegenüber zu verstehen ehe er seine Ketten umdie in der Luft gehaltenen Waffe zu werfen und ihm diese zu entreißen. Diesmalließ er seinem Gegner keine weitere Sekunde Zeit, warf ihm zwei Wurfmessergleichzeitig entgegen, die anschließend genau dort landeten wo er hingezielthatte - in seinen Augäpfeln. Das Brüllen des Mannes wurde lauter während erverzweifelt die Messer mit beiden Händen umklammerte. Hisato, der einigeSchritte an den großen Fremden herantrat, gab ihm den letzten Stoß indem er ihmeinen starken Tritt in die Magengegend verpasste. Der schwerere von beiden folgdabei nach hinten, krachte gegen das bodentiefe Fenster ehe er in die Tiefestürzte. "Dass es hier einfach keine vernünftigen Menschen gib."murmelte der blonde augenrollen vor sich her, zündete sich eine Zigarette anund begab sich zum Treppenhaus auf die nächste Ebene.

      _______


      Die nackten Knie des jungen Mädchens schrapten über den kaltenmetallischen Boden des Lüftungsschachtes. Sie war schon eine ganze Weile am Kriechenund schien kein Ende des Systems zu finden. Erschöpft hielt sie für einenMoment inne und rangte nach Atem. Die Luft war überraschend trocken undstaubig, was dafür sorgte, dass sie immer wieder das Verlangen hatte zu Hustenoder sich zu Räuspern, doch sie musste diesem Wunsch standhalten. Lautlos durchdie Gänge zu krabbeln war schon kaum möglich und sehr nervenaufreibend für diejunge Frau, die eigentlich nur nachhause wollte. Wenn sie Geräusche von sichgeben würde, wäre es leicht gewesen sie ausfindig zu machen und sie mit Kugelnzu durchlöchern, je nachdem wo die Schächte verliefen.

      Nach einigen weiterenMetern kam sie endlich an eine Sackgasse, an der es vertikal nach oben ging."Na also!" flüsterte sie erleichtert vor sich hin und richtete sichauf. Es war nicht viel Platz aber es müsste ihr ausreichen um sich hinauf zu quetschen.Chiyoko drückte ihren zarten Rücken an die eine Wand des Schachtes und streckteihre Arme an die gegenüberliegende. Auch ihre Beine zog sie eins nach demanderen an ihre Brust und drückte sie ebenfalls an den Schacht. Ihre schmaleStatur und ihre Gelenkigkeit kam ihr zugute, hätte sie ein paar mehr Kilos draufgehabt,wäre sie niemals durch das alte Lüftungssystem gekommen. Am ganzen Körperzitternd versuchte sie verzweifelt mehr und mehr Zentimeter zwischen sich undden unter ihr liegenden Boden zu bringen. Auf Dauer würde es ihr an Muskelkraftfehlen um sich durch die Etagen zu schleppen aber zumindest die erste Etagemusste sie schaffen, andern falls wartete ein tiefer Fall auf das kleineMädchen. "Verdammt." keuchte sie als sie mit ihren schwitzenden Knienabrutschte und ein wenig an Höhe verlor. Ihr kleines Herz raste wie wild undfür einen Moment hielt sie sich einfach auf der Stelle fest bevor sie sichtraute wieder die nächsten Schritte zu setzen. Als die Leitung des nächstenGeschosses endlich in Sicht war, warf sie ihren Oberkörper über die Öffnung,zog sich auf den Unterarmen gestützt ins System und ließ das tiefe Loch hintersich.

      Völlig außer Atem legte sie sich auf das kalte Metall. //Viele Geschossewerde ich so nicht hinter mich legen können.// musste sie sich selbsteingestehen und wurde plötzlich Stocksteif als sie unter sich Geräuschevernahm. Sofort legte sie beide Hände über ihre Lippen und versuchte ihreAtmung zu beruhigen um keinen Ton von sich zu geben. Ein Stück von ihr entferntwar ein Gitter zu sehen, durch welches sie hinab in den Flur schauen konnte.Dieses Stück lehnte sie sich nach vorn um die Geschehnisse unter sichbeobachten zu können. Ein Priester unterhielt sich mit einem Paar, machte denEindruck in Frieden zu kommen als er plötzlich eine Schrotflinte zog und in dieBeiden Körper aus nächster Nähe schoss. Beim Anblick wie es die Häute derVerliebten zerfetzte schreckte Chiyoko zurück. Mit weit aufgerissenen Augendrückte sie sich an die Wand, hoffte nicht vom Geistlichen gesehen zu werden.Sie hatte glück, dass er mehrere Schüsse hintereinander abfeuerte und dadurchnicht gehört hatte, wie sie im Schacht vor Schreck gegen die Wand flog. Nochimmer ruhten ihre zierlichen Finger über ihrem Mund, wurden langsam feucht vonden Tränen, die ihr übers Gesicht liefen. Innerlich flehte sie um Hilfe, batalle Götter des Universums sie zu verschonen. Da verschwand der Mann imschwarzen Gewand und ließ seine Opfer zum verbluten zurück. Wie gelähmt bliebChiyoko an Ort und Stelle, lauschte dem Heulen der Frau, die um ihren Mann trauertebis es still wurde. Gerade als sich die sechzehn jährige wieder etwas beruhigthatte hörte sie die alarmierte Stimme der immer noch lebenden Frau, die wiederan einen Mitspieler geriet. Für einen Moment überlegte sie eine ihrerGiftbomben hinab zu werfen, entschied sich jedoch um als die beiden Personenins Gespräch kamen. Als der Junge in den Schlitzen des Gitters zu sehenwar, schaute sie nur schockiert hinab. Der junge Mann mit den zweiverschiedenen Haarfarben schien nicht viel älter als Chiyoko zu sein und dochschien es ihm so leicht zu fallen, der Frau, wenn auch einen erlösenden, Schussin den Kopf zu geben. Die beruhigenden und sanften Worte die er der Fraugegenüber wählte überraschte sie dabei. Sie hätte nicht gedacht an so einem Ortauf so viel Fürsorge zu stoßen. Von der Angst gesteuert so zu Enden wie Hitokasetzte sich die weißhaarige wieder in Bewegung und zwang sich den vertikalenSchacht in die nächste Etage hinauf.
      A heart's a heavy burden.

    • Kaito irrte noch eine Weile durch die Etage und war sichtlich erleichtert, als er endlich das Treppenhaus erreichte.
      Von oben waren einige Schüsse und erstickte Schreie zu vernehmen, anschließend herrschte für einen Moment Stille, ehe diese durch ein leises, kaum wahrnehmbares Flüstern unterbrochen wurde.
      Anfangs verstand er nichts, doch je mehr Stufen er im kalten, nur spärlich beleuchtenen Treppenhaus erklomm, desto deutlicher wurde des Geflüster.
      Leise schlich Kaito mit gezückter Waffe die restlichen Stufen hinauf und verschaffte sich einen Überblick.
      Etwa ein Dutzend Meter vor ihm stand ein Priester mit dem Rücken zu ihm umgeben von einer Handvoll Leichen.
      In seiner Hand hielt er eine Schrotflinte, welche er langsam und flüsternd nachlud.
      Leise und dennoch zügig huschte Kaito hinter eine große Topfpflanze und lauschte angespannt dem Geflüster des Priesters:
      "Und ein großes Zeichen erschien im Himmel: Eine Frau, bekleidet mit der Sonne, und der Mond war unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt ein Kranz von zwölf Sternen. Und sie ist schwanger und schreit in Geburtswehen und in Schmerzen und soll gebären. Und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel: Und siehe, ein großer, feuerroter Drache, der sieben Köpfe und zehn Hörner und auf seinen Köpfen sieben Diademe hatte und sein Schwanz zieht den dritten Teil der Sterne des Himmels fort, und er warf sie auf die Erde. Und der Drache stand vor der Frau, die im Begriff war, zu gebären, um, wenn sie geboren hätte, ihr Kind zu verschlingen. Und sie gebar einen Sohn, ein männliches Kind, der alle Nationen hüten soll mit eisernem Stab; und ihr Kind wurde entrückt zu Gott und zu seinem Thron."
      Der Priester hielt mit dem Klacken seiner Waffe, welches darauf hinwies, dass sie vollständig nachgeladen und entsichert war, für einige Sekunden inne und neigte seinen Kopf leicht in Richtung von Kaito.
      "Du musst dich nicht länger verstecken. Ich weiß schon längst, dass du dich versteckst. Gott weiß es. Es ehrt dich, dass du die Frau nicht einfach niedergeschossen hast, sondern ihr einen friedlichen Tod brachtest."
      "Woher weißt du das?"
      "Gott..hat es mir erzählt. Gott berichtet mir über alles, was hier vor sich geht."
      "Wie auch immer..Ich töte keine Unschuldigen und Hilflosen, nur jene, die es verdienen."
      Kaito kauerte weiterhin in sicherer Entfernung hinter der Pflanze und zielte auf den Priester.
      Der Priester drehte sich nun um uns blickte direkt zu Kaito hinüber.
      Der Blondschopf erschauderte beim Anblick des Mannes - der Priester trug eine Schnabelmaske, ähnlich der eines Pestdoktors.
      "Ich erinnere mich an dich. Sie nennen dich den Wolf von Shibuya, stimmts? Deinetwegen kamen Woche für Woche traurige Witwen in meine Gemeinde, um für ihre von dir getöteten Männer und Verlobten zu beten. Ja, sie erzählten mir von dir, beschrieben dein Antlitz ganz genau und da hockst du nun, kleiner Wolf, genau wie vorherbestimmt.
      Du behauptest, keine Unschuldigen und Hilflosen zu töten und dennoch klebt eben jenes Blut an deinen Händen."
      Kaito schwieg einen Moment lang und dachte nach, ehe er mit fester Stimme "fick dich!", sprach und mehrere Male auf den Priester schoss.
      Jedoch hatte dieser das antizipiert, weshalb er einen Satz zur Seite machte und mit einer eleganten Drehung ein halbes Dutzend Rauchbomben hoch in die Luft und in Kaito's Richtung schleuderte. Der komplette Raum wurde in dichten Nebel gehüllt, ehe sich etwas spitzes in seine Schulter bohrte.
      "Fuck", knurrte Kaito, eilte aus seinem Versteck und drehte sich angespannt um. Seine Waffe hatte er fest umklammert, während er rücklings und ohne jegliche Orientierung langsam durch den Raum schritt.
      "Es würde mich nicht verwundern, wenn alleine hier durch dich ein halbes Dutzend Leute sinnlos abgeschlachtet wurden."
      "Es waren fünf", entgegnete Kaito angespannt in den dichten Nebel.
      "Und wenn es dich so stört, warum machst du dann hier mit? Schließlich bist du selbst nicht ganz unschuldig."
      Jedoch bekam er keine Antwort. Stattdessen hörte er plötzlich jemanden "Amazing Grace" singen. Erst leise, dann jedoch lauter. Und lauter. Und lauter. Immer lauter. Schließlich wurden es mehr Stimmen, welche sich schließlich zu unförmigen Schemen manifestieren und ihn umgaben.
      Kaito wurde es zu viel. Er schoss erst wild um sich, um einige der Schemen zu treffen, jedoch hörte der Gesang nicht auf. Im Gegenteil - er wurde noch lauter und durchdringender.
      Kaito ließ nun seine Waffe fallen und griff sich mit weit aufgerissenen Augen an den Kopf, um sich die Ohren zuzuhalten, während er auf die Knie ging und anfing "Hört auf" zu schreien.

      Für Außenstehende wirkte die Szenerie, wie Kaito in einem stillen, leeren Raum um sich schoss und anschließend mit vor Schmerz zugekniffenen Augen auf dem Boden kauernd "Hört doch endlich auf damit!" flehte und sich dabei die Ohren zuhielt, befremdlich.
      Unweit von ihm lagen noch die Leichen, vom Priester jedoch war weit und breit keine Spur zu sehen.

      __________________________

      Zu meiner Erleichterung gestaltete sich die Tour durch die nächsten Etagen problemlos und ohne Ereignisse.
      Unterwegs begegnete ich noch einigen anderen Teilnehmern, mit denen ich aufgrund der Mindestzahl von 75 einen Nichtangriffspakt bis zum morgigen Tag vereinbarte.
      Knapp 30 Minuten vor Ende der Deadline erreichte ich schließlich gemeinsam mit einem Dutzend Teilnehmer unterschiedlicher Ethnien die save zone, welche durch ein großes Portal zu betreten war.
      Zugebenermaßen war der Pakt wenig spannend, jedoch war er der einzige Weg, die erste Save Zone zu erreichen.
      Es waren laut der zwischenzeitlichen Ansage der Roboterfrau, wie wir sie liebevoll getauft hatten, bereits 22 Teilnehmer disqualifiziert und mehr Verluste konnten wir uns nicht leisten.
      Mit durchqueren des Portals wurden sämtliche Waffen und Gadgets gesperrt und somit bis zum verlassen der Save Zone unbrauchbar.
      Die Save zone bestand aus einem Hotelkomplex, welcher wiederum in 13 Wabenstrukturen untergliedert war.
      Jede Struktur wiederum bestand aus sechs Zimmern, sowie einem Gemeinschaftsraum in der Mitte, der zeitgleich als Esszimmer diente.
      "Herzlichen Glückwunsch", ertönte die monotone, von Emotionen losgelöste Stimme der Roboterfrau, welche die Teilnehmer begrüßte.
      "Sie haben es geschafft und sind bis morgen sicher. Auf ihren Armbändern finden sie Ihre Zimmernummer. Ich wünsche eine frohe Nacht und ruhen Sie sich aus, die erste Challenge wartet bereits auf Sie."
      Meinem Armband nach zu urteilen wurde mir Zimmer 17 zugeteilt, welche sich in der dritten Wabe befand.
      Obwohl ich glücklich war, überlebt zu haben und mich sichtlich auf ein Bett, eine Dusche und eine warme Mahlzeit freute, zeichneten sich rasch Sorgenfalten in meinem Gesicht ab.
      Obwohl die Deadline näherrückte, war von Kaito keine Spur zu sehen und auch den Blondschopf hatte ich seit unserer Begegnung von neulich noch nicht wieder getroffen.

      _________________________

      "Hey! Komm wieder zu dir!"
      Kaito spürte einen Schlag auf die Wange und schreckte hoch.
      Er blickte in das Antlitz einer jungen, recht hübschen Frau, welche sich über ihn gebeugt hatte - jener Frau, die er vorhin auf ihren Wunsch hin getötet hatte.
      "H..Hitoka?! A..aber ich hatte dich doch getötet. Wie kannst du noch leben?"
      I'm a shape shifter at Poe's masquerade.
    • Chiyoko erreichte nurmühsam das nächste Geschoss und hatte leider nicht lange Zeit um sichauszuruhen als unter ihr wieder Schüsse fielen und Stimmen erklangen. EineStimme kam ihr dabei bekannt vor und sprach seltsame Zeilen, die an ein Gebeterinnerten. Es war der Priester, dem sie erneut über den Weg lief. //Nichtschon wieder dieser gruselige Typ!// brachte dieser ihr Herz erneut zum Rasen.Doch schnell stellte sich heraus, dass es nicht die einzige Stimme bleibensollte, die sie bereits einmal gehört hatte. Die beiden Männer diskutierten undsie erfuhr einiges über den Wolf. Noch bevor sie sich einmischen konnte, warfder maskierte Mann Rauchbomben in die Luft worauf hin sie sich sofort den Mundund die Nase bedeckte. Man konnte sich hier nie sicher sein, was die Gegnertrieben. Was aussah wie eine Rauchbombe konnte auch etwas ganz anderes sein undmit dem Gedanken lag sie mit der Reaktion die der Junge zeigte wohl nicht ganzfalsch. Er schoss plötzlich wie wild um sich, schrie und ging letztlich verzweifeltzu Boden. Die sechzehnjährige tippte auf irgendein Halluzinogen. Obwohl dieserjunge wie ein wildes Tier und unberechenbar umher raste, verspürte sie dasVerlangen ihm zu helfen. Es war dumm, zu dumm, könnte ihr das Leben kosten dochsie tat es. Als sich der Rauch letztlich gelegt hatte und der Wolf eingerolltkauerte öffnete sie das Gitter, durch das sie alles beobachtet hatte und stiegins Treppenhaus hinab.

      Wie eine Katze landete siesanft und grazil auf ihren kleinen Füßen und schritt lautlos und langsamauf Kaito zu. "Shhh..." summte sie zur Besänftigung und auch um sichihm anzukündigen. Wenn sie ihn verschrecken würde, könnte er sonst wiereagieren. //Du machst einen riesigen Fehler Chiyo...// sprach ihr Gewissenihre Sorge aus doch es war eh zu spät um nun einen Rückzieher zu machen. Siehatte ihren sicheren Schacht bereits verlassen und ohne Hilfsmittel würde sievon dort nicht wieder hineingelangen. "Shh…Alles gut…Hey komm zudir..." flüsterte sie während sie sich Schritt für Schritt in gebückterHaltung näherte. "Hey! Komm wieder zu dir!" sprach sie etwasentschlossener um ihn aus seiner Trance zu befreien. "Ich bin nichtHitoka. Mein Name ist Chiyoko. Du bist in Sicherheit. Ich habe mich bisher inden Luftschächten versteckt. Von dort konnte ich dich und auch Hitoka sehen. Duwarst wirklich tapfer als du ihr geholfen hast aber jetzt musst du zu dirkommen sonst wirst du sie früher wiedersehen als dir lieb ist..."versuchte sie zu ihm durchzudringen während sie ihre zarten Hände auf seinebreiten Schultern legte und ihn sachte rüttelte. Bemüht versuchte sie ihmwieder auf die Beine zu helfen. "Bitte wach auf..."

      _____


      Während er seine schwerenBeine die Treppe zum 11.Stock hinaufschleppte fragte Hisato sich, was ihn inder sogenannten Save Zone erwarten würde. Save war man hier definitiv nicht,ganz egal wie sie die Zone schimpfen wollten. Der blonde würde seine Deckungzumindest nicht fallen lassen, nicht solange er niemanden hatte dem ervertrauen konnte - wobei man an dem Ort vermutlich sowieso niemandem über denWeg trauen konnte. Als er durch das Portal schlenderte war er einer der letztender diesen Bereich betrat. Die Nummer, die auf seinem Armband leuchtete,verriet ihm, dass er die Zimmernummer 15 erhalten hatte. Genervt von dem ganzenTrubel machte er sich auf direktem Wege zur dritten Wabe um sein Reichaufzusuchen. Die wenigen Leute, die sich ebenfalls in der Wabe befanden würdenwohl seine Zimmernachbarn sein und beim Anblick seines vorherigen Gegners blieber einen Moment stehen und blickte in die müden Augen seines Gegenübers nur umgenervt die Augen zu verrollen. //Ich kann kaum behaupten, dass mich dasüberrascht. Was treiben diese Spielemacher für ein Spiel? Was habt ihr vor?//fragte er sich während er an dem Soldaten vorbeiging. Als die beiden Männer aufderselben Höhe waren, hielt er inne und flüsterte ihm mit gesenktem Blick etwaszu. "Wenn du nochmal auf die Idee kommst mir zu nahe zu kommen, wirst dudir wünschen mich umgebracht zu haben als du noch die Chance dazuhattest." erst jetzt hob er sein Augenmerk und durchdrang den anderen miteinem finsteren Blick, während ein dunkles Lächeln seine Lippen zierte."Ich hätte dich einfach in der Dunkelheit töten können, habe dich als auchdeine Waffe stattdessen verschont und du dankst es mir mit einer gebrochenenNase und schutzlos mit der Möglichkeit zu sterben zurück zu lassen. Dusagtest du willst mein Verbündeter sein, wenn wir wieder aufeinandertreffen. Obdas tatsächlich funktionieren wird glaube ich gerade nicht wirklich aber glaubmir, zum Feind willst du mich nicht haben." mit diesen Worten ging erweiter und ließ den Hauptmann stehen bis Hisato vor der Tür mit der Nummer 15angekommen war und ein letztes Mal über seine Schulter schaute. "Schlafgut und träum süß!" zwinkerte er ihm mit einem Grinsen zu ehe er in seinemHeim für die Nacht verschwand.
      A heart's a heavy burden.

    • Kaito wurde sich seiner Lage von Sekunde zu Sekunde mehr bewusst.
      "Verzeih, ich hatte dich mit jemandem verwechselt", keuchte er merklich benommen und schaffte es dank der Hilfe der Fremden, wieder auf die Beine zu kommen.
      "Wie nanntest du dich? Chioyko, stimmts?"
      Die übrige Exposition nahm er kommentarlos zur Kenntnis, während er seine Waffe aufhob, nachlud und umblickte.
      "Wie viel Zeit haben wir noch und ist dir zufällig ein Priester mit Schnabelmaske begegnet?"

      Kaito war aufmerksam und angespannt, auf alles vorbereitet. Er wusste nicht, ob die Fremde, die er nur beim Namen kannte, Freund oder Feind war.
      _________

      Etwas später, ich war nach einer wahrlich angenehmen Dusche gerade gemeinsam mit einem weißhaarigen Typ meines Alters im Gemeinschaftsraum beim Abendessen, als sich die automatische Schiebetür öffnete, der Blondschopf in die Wabe trat und sich mir gegenüber recht schroff verhielt.
      Ich hoffte, dass es Kaito war, dochvergeblich.

      Auf seine Worte ging ich nicht weiter ein.
      Stattdessen lächelte ich stumm in mich hinein und blickte ihm nach.
      Jedoch konnte ich mir ein "Es freut mich auch, dich wiederzusehen. Essen gibt's bei der Luke dort" nicht verkneifen.
      "Wer ist das?", fragte mein Gegenüber, der sich mir bereits kurz nach meiner Ankunft als Shirui vorgestellt hatte.
      "Keine Ahnung. Hab seinen Namen vergessen, falls er ihn überhaupt genannt hat. Wahrscheinlich hat er es noch nicht verkraftet, von mir fertig gemacht zu werden. Aber was ist eigentlich mit dir? Bist du freiwillig hier?"
      Der Weißhaarige überlegte einen Moment, während er sich geschickt mit zwei Holzstäbchen ein Stück Sushi in den Mund schob.
      "Nein. Ich war auf dem Weg an meine Uni, als ich entführt wurde und hier erwachte. Da werd ich mir vom Prof was anhören dürfen, wenn ich hier draußen bin. Und was ist mit dir?"
      "Naja", entgegnete ich. "Ich mache freiwillig mit. Mehr oder weniger. Mein Freund hat mich auf die Idee gebracht. Ich war anfangs dagegen, doch er hat Recht. Wir könnten das Geld gut gebrauchen."
      "Dein Freund? Du bist auch schwul, stimmt's? Wenn er dich auf die Idee gebracht, an so einem Spiel teilzunehmen, scheint ihm nicht viel an dir zu liegen."
      Der Weißhaarige schaute mich etwas verträumt mit seinen grünen Augen an und stützte seinen Kopf mit einer Hand ab, während er sich ein Stück Sushi in den Mund schob und seine Zunge etwas zu auffällig darum gleiten ließ.
      Jedoch ließ ich mir nichts anmerken.
      "Ja. Und Nein. Er weiß, dass ich beim Militär war und dadurch entsprechende Skills habe. Er meinte, wenn einer gewinnt, dann ich. Er glaubt an mich."
      "Was wirst du mit dem Preisgeld machen?"
      "Unsere Hochzeit finanzieren. Außerdem wollen wir Reisen und den Rest will ich in sein Start-Up investieren."
      "Reisen. Hört sich faszinierend an. Wohin wollt ihr reisen?"
      "Er würde gerne nach Schweden. Mich hingegen zieht es nach Irland. Also werden wir wohl beide Länder besuchen."
      "Du weißt hoffentlich, dass du an mir vorbeimusst, wenn du gewinnen willst."
      Mein Gegenüber gab sich betont freundlich.
      "Lass das mal meine Sorge sein, Shirui."
      "Du sahst besorgt aus, als die Tür aufging. So als würdest du auf jemanden warten, der dir wichtig ist. Ist dein Freund auch hier?"
      "Nein. Ein Freund, ja. Aber nicht mein Freund."
      "Verstehe. Vielleicht kommt er ja noch. Zeit hat er ja noch etwas. Ist ja erst 19:30."
      "Ja. Ich bin übrigens froh, dass sie unsere Taschen auf unsere Zimmer gebracht haben. So kann ich mich wenigstens umziehen."
      Wir führten unser Gespräch noch etwas weiter, während ich auf Kaito wartete.
      Die anderen Teilnehmer unserer Wabe waren bereits schlafen gegangen oder duschten noch.

      ____________

      "Der erste Tag des 'Battle of the skyscraper' neigt sich langsam dem Ende und schon flossen die ersten Tränen bei den Hinterbliebenen der Opfer.
      Menschenrechtsorganisationen aus aller Welt kritisieren diese Art von Spielen, welche gegründet wurde, um der werberelevanten Zielgruppe wieder Spannung und Nervenkitzel zu bieten. Beide Attribute waren aufgrund der zunehmenden Reizüberflutung nicht oder nur noch im unzureichenden Maße vorhanden. Soziologen und Verhaltensforscher schieben dieses Phänomen auf die modernen Medien, welche zweifellos eine Menge Möglichkeiten,. aber auch Risiken bieten. Besonders hervorzuheben ist hierbei die Abstumpfung schon bei Jugendlichen und die damit einhergehende verminderte Ansprechbarkeit durch exogene Reize. Doch was be...".
      Ein TV wurde ausgeschalten und ein Mann erhob sich aus seinem Sessel.
      Er schritt in die pompöse Küche, schnappte sich dort ein Glas Brandy und führte anschließend ein langes Telefonat.
      I'm a shape shifter at Poe's masquerade.
    • Als der angeschlagene Mann sich nun erhob und wie ausgewechselt seine Waffe ergriff um diese nachzuladen wurde die weißhaarige merklich nervöser. Im Gegensatz zu ihm war sie ihrem Gegenüber schutzlos ausgeliefert. Auf die Frage wie sie sich noch gleich nannte nickte Chiyoko nur sanft und begann etwas zu zittern. Noch nie zuvor stand sie einer Feuerwaffe so nah. Sie schluckte, musste sich zusammenreißen, wenn sie überleben wollte. Sofort in Panik zu verfallen, wenn man sich einer Waffe näherte würde ihr in einem Tower wie diesem früher oder später das Leben kosten. "Ich..." begann sie zu stottern während ihr ein wenig die Luft weg blieb. "Ich bin dem Priester zwei Mal begegnet. Ich weiß nicht ob er mich gesehen hat aber..." begann sie erneut während ihre schüchterne Stimme immer ruhiger wurde. "Ich hab zugesehen...wie er Hitoka und ihren Mann ermordete..Ich hätte helfen sollen! Aber..ich..ich war einfach wie paralysiert." beschämt sank ihr kleiner Kopf und starrte zu Boden. Ein tiefer Seufzer folgte in dem die sechzehnjährige den Blick von Kaito suchte. "Warum bin ich hier? Ich will doch einfach nur nach Hause..." entmutigt suchte sie nach Antworten, wusste aber auch, dass der Blonde/Schwarzhaarige wohl kaum irgendenwelche liefern könnte.

      "Wir sollten weiter, wenn wir es noch rechtzeitig in die Savezone schaffen wollen." ursprünglich plante das Mädchen nicht diese Zone zu betreten. Allein ihre dortige Anwesenheit würde sie zum gefundenen Fressen der anderen Teilnehmer machen, sobald sie diese wieder verlassen würde doch alleine im Schacht zu kriechen würde sie auf Dauer nicht weiter bringen. Wenn sie sich mit dem Jungen verbünden könnte, würde sie vermutlich schneller voran kommen. Nickend versuchte sie ihren verlorenen Mut wieder zu fassen und begann die Flure an der Seite des jungen Mannes entlang zu schleichen. Lautlos wie eine Katze setzte sie einen Schritt nach dem anderen und bewegte sich deutlich angespannter als ihr Begleiter, der zwar aufmerksam war aber irgendwie mit seiner Ausstrahlung die Ruhe weg hatte. "Du bist freiwillig hier, nicht wahr?" stellte sie mehr fest als dass es eine Frage sein sollte. Gemeinsam kämpften sie sich durch die leer gefegten Gänge. Waren denn wirklich alle schon im sicheren Bereich? Gerade als die zwei die letzte Treppe hinter sich gelassen hatten und das Ziel zum Greifen nah war, kam ihnen plötzlich ein panisch aussehender kleiner Mann entgegen. "IHR KRIEGT MICH NIEMALS!" brüllte er umher und kündigte damit seine Schüsse an, die sofort darauf folgten. Kreischend wich das Mädchen zur Seite und konnte dem Kugelhagel entkommen. Das Adrenalin durchschoss alle Adern Chiyokos und wie eine Maschine begann ihr Körper sich eigenständig zu machen. Mit einer Hand griff sie hinter sich an eine ihrer vielen Granaten, zog den Pin heraus und warf ihm blindlinks diese entgegen. Welchen Sprengsatz, sie zufällig gewählt hatte erkannte sie erst als es zu spät war. Ihre Augen weiteten sich während sich die Flammen in Form eines Pilzes ausbreiteten ehe sie auf dem Boden brannten. Glücklicher weise war ihre Distanz zum Gegner groß genug gewesen um nicht selbst in den Radius zu geraten, die Hitze, die sich breit machte spürten aber auch die beiden auf ihrer Haut. "Es tut mir leid...ich hab nicht..ich wusste nicht.." ihre Stimme brach erneut, zitterte beim Anblick des in Flammen stehenden Mannes, der nun nicht länger wild um sich schoss und stattdessen am Spieß schrie während sich das Feuer den Weg zu seinem Fleisch bahnte. Völlig überfordert sank Chiyoko zu Boden und kniete zu einer kleinen Kugel. Ihre Hände drückte sie auf ihre Ohren um die Schreie des Mannes nicht mit anhören zu müssen. //Was hab ich getan...was hab ich getan...// schaukelte sie ein wenig auf der Stelle vor und zurück und schloss ihre Augen. In dieser Position verblieb sie bis sie schließlich eine warme Hand auf ihrer Schulter vernahm.


      Hisato verbrachte seine Zeit damit, sich ersteinmal im Zimmer umzuschauen. Er entdeckte einige versteckte Kameras, die er darauf hin im Bad und auch an anderen Stellen rausriss. //Perverslinge!// schimpfte er in Gedanken und stellte sich dabei vor, wie viele Frauen wohl auf diese reingefallen waren und nun für den Anstieg der Zuschauerzahlen sorgten. Kopfschüttelnd wandte er sich zu seiner Tasche, wo er einen neuen Satz Klamotten hervor zog, in die er nach einer erfrischenden Dusche springen würde. Gesagt - getan. Das warme Wasser prasselte an dem stählernen Körper des jungen Mannes herunter, spülte auch die letzten Bluttropfen davon und schenkte ihm eine wohlverdiente Erholung. Seine blonde Mähne wuschelte er mit einem frischen Handtuch durch nachdem er seine Hüften ebenfalls in eines gehüllt hatte. Ein Blick in den Spiegel verriet ihm wie es um seine gebrochene Nase stand. Sie war gerade, die blauliche Verfärbung der Haut rund um seine Augen bestätigte dabei aber die Annahme, gebrochen zu sein. Augenrollend wandte er sich vom Spiegel ab und zog sich an. Während seine Haare noch leicht feucht waren verließ er seine vier Wände um sich etwas zu essen zu besorgen. Nachdem er etwas essbares gefunden hatte, setzte er sich an einen der Tische und begann zu essen. Ein wirklich ruhiges Mahl war es jedoch nicht, da relativ schnell ein Lärm in der Nähe der Save-Zone entstand, Schüsse, Schreie und auch ein dumpfer Knall zu hören waren. Mit fragendem Blick erhob er sich vom Platz, sah zu seinen anderen Mitstreiter ob diese es auch für nötig hielten nach dem rechten zu schauen. Da er nicht der einzige war der neugierig geworden war und nicht länger stillsitzen wollte gingen verließ er in Begleitung die Wabe und begab sich zum Eingangsbereich der Zone. Wollte jemand den Bereich stürzen oder woher kam der Lärm?

      Rauch zog zu den anderen und versperrte ihnen ein wenig die Sicht auf die Szenerie, die sich hinter der Grenze der Zone erstreckte.
      A heart's a heavy burden.

    • "Mach dir keine Vorwürfe", sprach Kaito ruhig, während er sich umblickte.
      "Hisako hatte keine Chance und wäre so oder so gestorben. Vielleicht begegne ich dem Priester weiter oben wieder."
      Er wich Chioykos Blick aus.
      "Tja, willkommen in der Hölle", entgegnete er, während er deine Aktionen aufmerksam verfolgte und dir vorsichtig nachlief.
      "Ja, ich bin freiwillig hier. Sollte ich gewinnen, werde ich dieses Land verlassen und vom Preisgeld im Ausland studieren."
      // Falls ich gewinne... hoffentlich ist Haru sicher.//
      Kaito hatte keine Gelegenheit, seine Gedanken zu intensivieren, als ihnen plötzlich schreiend ein panischer Mann entgegnenkam und wild um sich schoss.
      "Scheiße", fluchte Kaito und sprang instinktiv zur Seite hinter eine kleine Nische, in der eine hüfthohe Yucca-Palme stand, welche in einer roten Vase mit einigen goldenen Verzierungen heranwuchs, jedoch schon eine Weile nicht mehr gegossen wurde.
      Einen Augenblick später ertönte ein Knall und ein heißer Wind kam ihm entgegen.
      Er war heiß, jedoch nicht so sehr, dass er davon bleibende Verbrennungen davontragen würde.
      Kaito musste an die Erzählung "Lukas, sanftmütiger Knecht" von Siegfried Lenz denken, eine Erzählung, mit dem er sich im Highschool-Kurs "europäische Lyrik des 20. Jahrhunderts" herumschlagen musste und er stellte sich vor, wie Lukas ihm „Stigmen des Hasses“ auf den Leib brennt.
      Als sich die Hitze gelegt hatte, strömte ihn der Geruch verbrannten Fleisches entgegen, was seine Gedanken rund um Lukas noch verstärkte.
      Vorsichtig lugte Kaito hervor und erblickte Chioyko, welche mit zugehaltenen Ohren vor einem brennenden Leichnam kniete dabei vor- und zurückwippte.
      //Was hast du getan?//, fragte er sie in Gedanken, als er hervortrat, zu ihr schritt und seine Hand auf ihre gebrechliche Schulter legte.
      Dabei betrachtete er den Leichnam.
      "HEY", sprach er deutlich mit strenger Stimme und versuchte die aufzumuntern.
      "Keine Ahnung, was du gemacht hast, aber es hat funktioniert. Glückwunsch, du hast deinen ersten Menschen umgebracht und bist nun damit offiziell keine Jungfrau mehr."
      // Hörst du dir eigentlich selbst zu, wenn du redest? -.- //
      "Wie auch immer. Gut gemacht. Aber lass uns beeilen."

      ____________

      "Na dann, ich verabschiede mich für heute", sprach der Weißhaarige namens Shirui schließlich und stand auf.
      "Bis morgen. Und schlaf gut", entgegnete ich knapp.
      "Werde ich. Ich hoffe, dein Freund schafft es noch rechtzeitig. Wie war gleich noch sein Name?"
      "Kaito Sato."
      "Gut. Bis morgen dann."
      Das benutzte Geschirr stellte er mitsamt seinen Stäbchen zurück in die Luke und verschwand in ihm zugewiesenen Zimmer mit der Nummer 11.
      Bevor er die Tür vollständig schloss, warf er mir einen letzten Blick zu. Einen Blick, den sonst nur Jäger draufhaben, wenn sie konzentriert nach ihrer Beute Ausschau halten, ehe sie es erlegen.
      Dann fiel sie ins Schloss und ich blieb alleine zurück.

      Jedoch änderte sich dies rasch, als wenig später der Blondschopf aus seinem Zimmer kam.
      Ich würdigte ihm keines Blickes, sondern konzentrierte mich auf mein Essen, während ich die Aktionen meines temporären Feindes dennoch aufmerksam wahrnahm.
      Auf keinen Fall wollte ich von hinten von seiner Rache überrascht werden.

      Ich hatte gerade meine Mahlzeit beendet, als von draußen Krach zu hören war.
      Den wertenden Blicken des Blondschopfes zum Trotz stand ich auf, um mit ihm nach del Rechten zu sehen.
      Shirui trat kurz darauf verwundert aus seinem Zimmer und folgte uns.
      Eine kleine Traube verwunderter Teilnehmer hatte sich bereits am Eingang versammelt.
      Unweit der save zone wehte dichter Rauch und der Geruch verbrannten Fleisches zu uns.
      Ich hielt mir die Nase zu, um möglichst wenige der Rauchpartikel einzuatmen.
      Kurz darauf traten zwei Gestalten aus dem Rauch - es waren Kaito und ein weißhaariges Mädchen.
      Punkt 20 Uhr betraten sie das Portal zur save zone, welches augenblicklich hinter ihnen durch ein massives Eisengitter verriegelt wurde.
      "Glückwunsch", sprach die Roboterfrau gewohnt monoton.
      Sichtlich erleichtert trat ich an Kaito heran, mit der Absicht ihn zu umarmen.
      "Was willst du denn?", entgegnete er schroff und schubste mich weg, während er mir einen //denk an den Plan!//-Blick zuwarf.
      Ich machte einen Schritt zurück und spielte meine Rolle.
      "Sorry, ich wollte nur deine Tattoos betrachten. Ich find die ziemlich cool. Ich bin Haruka und wer bist du und ist das deine Freundin?"
      "Ich bin Kaito und das ist Chioyko. Sie hat mich gewissermaßen gerettet."
      Kaito lief an mir vorbei und blickte prüfend jeden Teilnehmer an. Besonders fiel ihm dabei Shirui und der Blondschopf auf.
      "Wir sehen uns, Chioyko. Und danke", sprach er und nickte sanft, ehe er sich auf den Weg in unsere Wabe machte.
      Unauffällig tippte ich auf die Zimmernummer meines Armbandes und Kaito gab mit mir mit einem angedeuteten Zwinkern zu verstehen, dass er meine Botschaft verstanden hatte.
      Nun blickte Kaito auf sein eigenes Armband und verschob es unauffällig so, dass ich die Nummer darauf problemlos erkennen konnte.
      // Zimmer 18. Genau neben mir.//

      Kurz nach ihm ging ich zurück und betrat mein Zimmer, in dem Kaito bereits wartete.
      Ich stürzte auf ihn zu und umarmze ihn freundschaftlich.
      "Es freut mich, dich wohlbehalten wiederzusehen."
      "Ich freue mich ebenfalls", antwortete er und klopfte mir auf den Rücken.
      "Gibt's was zu futtern?", fügte er leicht gequält hinzu und löste sich von mir.
      "In der Luke beim Gemeinschaftsraum steht noch was für dich. Und Duschen gibt's ebenfalls. Und unsere Taschen auch. Aber sag mal, wir ist es dir ergangen?"
      "Jetzt lass mich erstmal ankommen, Haru."
      Kaito lachte süß und verließ mein Zimmer.
      "Warte hier auf mich, ich hol eben mein Essen und meine Tasche und dann komme ich wieder."

      Draußen bemerkte er den Blondschopf und auch Shirui, der gerade sein eigenes Zimmer betreten wollte und Kaito kurz einen stechenden Blick zuwarf, ehe er im Inneren verschwand. Er schien genau zu wissen, um wen es sich bei Kaito handelt.

      Kaito lief in sein Zimmer, schnappte sich die Tasche, schritt zurück in den Gemeinschaftsraum um dort sein Sushi abzuholen und verschwand wieder in meinem Zimmer.
      Dort duschte er ausgiebig und während er aß, erzählten wir uns ausführlich bis tief in die Nacht unsere Erlebnisse.

      ___________

      Es war bereits zwei Uhr morgens, als Shirui leise sein Zimmer verließ.
      Stumm schlich er an meiner Tür vorbei, aus dem die Stimmen von Kaito und mir zu hören waren, und verließ schleichend die Wabe.
      Mit einem Generalschlüssel öffnete er das Eisengitter des Portals, verließ die save zone und schloss das Gitter von außen wieder, sodass niemand herauskommen würde.
      Anschließend lief er den breiten Gang entlang zum nächsten Aufzug.
      Er entriegelte ihn mit seinem Generalschlüssel, drückte auf die "51" und fuhr rasch nach oben.
      Dort angekommen, verriegelte er den Aufzug wieder, verließ die Kabine und wurde von zwei bewaffneten Soldaten empfangen, welche vor der Tür Wache schoben und bei seiner Ankunft salutierten.
      "Willkommen zurück, Captain!"
      "Danke. Weitermachen!"
      "Jawohl!"
      Shirui betrat die Kommandostation und wurde von der Roboterfrau begrüßt, welche in die Mitte des Raumes projiziert wurde.
      "Willkommen zurück, Captain. Wie war die Erfahrung an der Front?"
      "Das Sushi ist ziemlich gut. Aber es gibt da etwas, dass meine Begierde geweckt hat. Wir treffen uns in meinem Raum."
      "Verstanden", antwortete die Projektion und verschwand.
      Shirui widmete seine Aufmerksamkeit nun den Dutzenden Monitoren zu.
      "Was ist mit den Kameras in Zimmer 15?"
      "Die wurden demoliert."
      "Von wem? Wem gehört dieses Zimmer?"
      "Hisato Ueno. Wollen wir ihn bestrafen?"
      "Ja. Verriegelt die Tür und räuchert sein Zimmer mit Giftgas aus."
      "Jawohl", sprach einer der uniformierten Männer, die vor mehreren Dutzend Monitor saßen und alles beobachteten, was die Teilnehmer trieben und drückte einige Tasten.
      "Vorgang eingeleitet" stand auf einem Bildschirm.
      "Warum zum Fick habt ihr mich nicht eher deswegen kontaktiert?"
      "Sie hatten Ihr Device nicht dabei."
      Shirui griff sich ans Ohr und knirschte die Zähne.
      "Stimmt... Wie gesagt, Tür verriegeln und ausräuchern. Abweichler haben kein Recht auf Preisgeld."
      "Und sollte er überleben?"
      "Dann lass ich mir eine diabolische Challenge für ihn einfallen. Sollte es etwas geben, kontaktiert mich unverzüglich."
      "Verstanden."

      Shirui verließ die Kommandostation und betrat einen angrenzenden Raum, welcher sein Büro darstellte.
      Vor dem Schreibtisch wartete bereits die Projektion der Roboterfrau.
      "Worüber wollen Sie Sprechen, Captain?'
      "Zeig mir die Kameras von Zimmer 17 auf dem großen Bildschirm."
      "Verstanden."
      Die Roboterfrau tat wie geheißen und einige Handbewegungen später war mein Zimmer aus sämtlichen Perspektiven auf dem Bildschirm abgebildet, der die komplette linke Wand seines Büros einnahm. Ich saß noch immer mit Kaito auf dem Bett und unterhielt mich mit ihm.
      "Was ist mit den Beiden?", entgegnete die Roboterfrau.
      "Der links ist Haruka Watanabe. Scharfschütze der japanischen Armee. Der andere ist Kaito Sato, auch bekannt als Wolf von Shibuya."
      "Und?", fragte die Projektion.
      "Nichts. Ich fühle mich Haruka irgendwie hingezogen.. ich finde ihn...lecker. ich glaube, er ist mein Seelenverwandter."
      Die Projektion antwortete nicht, sondern beobachtete Shirui einen Augenblick stumm.
      "Gefühle sind in einem solchen Spiel fehl am Platz, Captain."
      "Ich weiß. Also sorg dafür, dass ihm nichts zustoßen wird. Ich will mit ihm ein Spiel spielen und sollte er sterben, bevor ich ES mit ihm tun kann, werde ich alle anderen eigenhändig abschlachten."
      "Finden Sie nicht, dass Sie zu weit gehen, Captain?", fragte die Roboterfrau berechtigt.
      "WAG ES NICHT MIR ZU WIDERSPRECHEN, WEIB!", explodierte Shirui plötzlich, was die Projektion eingeschüchtert zur Kenntnis nahm.
      "Tut mir Leid, Captain. Ich werde Ihren Befehlen folge leisten. Was wollen Sie mit diesem Kaito machen?"
      Die Projektion sprach mit gesenktem Kopf und wagte nicht, ihren Herrn anzublicken.
      "Er ist nicht von Bedeutung, obwohl ich schon ein wenig eifersüchtig bin. Hast du eigentlich mein Knopf-dingens gesehen?"
      "Ihr Ohrhörer? Auf dem Schreibtisch. So wie immer."
      Shirui schritt auf besagten Tisch zu und entdeckte rasch besagtes Gerät, welches er sich ins Ohr schob. Glücklicherweise wurde es durch seine weißen Haare vollständig bedeckt, weshalb es keine Aufmerksamkeit erregen dürfte.
      Anschließend trank er einen großen Schluck Wodka und betrat anschließend ein großes Schlafzimmer, welches an sein Büro angrenzte.
      Er machte es sich dort selbst und stellte sich dabei vor, wie er es mir besorgt.
      I'm a shape shifter at Poe's masquerade.
    • Das Lob, dass Chiyoko aus ihrer Trance zog erleichterte sie ganz und gar nicht. //Du hast deinen ersten Menschen umgebracht. Gut gemacht.// wiederholte sie die Worte des älteren in ihren Gedanken immer und immer wieder. Was war das nur für ein skuriler Ort, an dem man sich gegenseitig gratulierte jemandem das Leben genommen zu haben? Immer noch zitternd und wackelig auf den Beinen erhob sich die kleine Frau und folgte ihrem Begleiter auf Schritt und Tritt. Gemeinsam traten sie durch die Schleuse hinein in die Save-Zone. Dort erhielten beide Kandidaten eine digitale Ziffer auf ihrem Armband, welche ihnen verriet welches Zimmer ihnen zugeteilt wurde. //12.// laß sie die Zahl auf ihrem Handgelenk. Nervös blickte sie den beiden Männern vor sich nach und war plötzlich allein. Sie hatte gehofft, an der Seite des jungen Mannes bleiben zu können, hatte sie sich nur wegen ihm aus ihrem Versteck gewagt und ihren ursprünglichen Plan zunichte gemacht. In den Menschenmassen, die sich hier sammelten fühlte sie sich sichtlich unwohl und wusste nicht wohin mit sich selbst. Verzweifelt eillte sie zu durch die Gänge und suchte nach dem Raum mit ihrer Zahl drauf. Als sie diesen endlich fand umklammerte sie mit zittrigen Händen den Türgriff und wollte hinein, doch die Kommentare hinter ihr verstummten nicht. Überall wo sie auftauchte fühlten sich Männer dazu verpflichtet ihr nachzurufen, sie anzupfeifen und widerliche Kommentare zu fällen. Auch als sie so nah vor ihrem Ziel war ertönte eine tiefe Stimme hinter ihr. "Püppchen hübsches Kleid, hast du darunter auch was hübsches an?" Als Frau hatte man im Tower echt schlechte Karten. Man galt als schwach und leichte Beute, wurde permanent begafft weil das weibliche Geschlecht dort definitiv in der Unterzahl war und die Wahrscheinlichkeit belästigt zu werden war groß. Dass ihr zarter Körper nur von einem dünnen Kleid bedeckt war, machte die ganze Situation nicht besser. Noch bevor sich der Mann nähern konnte hielt ihn ein Blonder mit einer Hand auf dessen Schulter auf. "Wir sind in der sicheren Zone. Du kennst die Regeln, wenn du deinen Spaß haben möchtest wirst du dich noch gedulden müssen." sprach dieser und ließ sich die Hand wütend wegschlagen. Zu ihrem Glück esklierte diese Begegnung nicht und sie konnte sich hinter der Tür der Zwölf verstecken. Auf dem Bett angekommen rollte sie sich zu einer kleinen Kugel zusammen und begann hysterisch zu weinen und ließ eine Träne nach der anderen über ihr blasses Gesicht rollen. Nach einer Weile beruhigte sie sich ein wenig, zumindest ihre Tränen waren getrocknet und sie starrte mit leerem Blick an die Wand bis es an der Tür klopfte. Durch den Spion war niemand zu sehen und vorsichtig öffnete sie den Eingang und fand eine Box voll Sushi auf ihrer Fußmatte. Bevor sie diese entgegen nahm schaute Chiyoko einmal behutsam um sich und sah lediglich den Blonden, der ihr kurz zunickte ehe er auch hinter seiner Tür verschwand.

      _____________

      Hisato beobachtete seine Umgebung genau, ihm fiel dabei sofort auf, dass der Soldat den Nachzügler zu kennen schien. Wieso sonst sollte er diesem so entgegen laufen? Die Ausrede, dass der braunhaarige nur seine Tattoos betrachten wollte war nun mehr als unglaubwürdig. Auch wie die beiden auf ihre Band gestikulierte entgang dem Blonden nicht. Nachdem sich die beiden verabschiedeten blickte er neugierg zur Person, die sich hinter dem einen versteckt hatte. Es war ein kleines Mädchen, dass viel zu jung und zerbrechlich für einen Ort wie diesen wirkte und leider den Beschützerinstinkt in Hisato weckte. Zu sehr erinnerte ihn die weißhaarige an seine eigene kleine Schwester, um die er sich sorgte. //Sowas kannst du hier nicht gebrauchen. Lass es einfach gut sein.// wandte er sich von ihr ab und ging in den Gruppenraum zurück wo er sein Essen noch nicht vollständig verspeißt hatte. Verwundert musste er feststellen, dass Chiyoko ebenfalls in seiner Wabe ihre Unterkunft hatte und so ziemlich alle Blicke der Männer aufsich zog. Angewiedert von den Geiern schüttelte er mit einem Tsisch-laut den Kopf und schob sich sein Besteck samt Nahrung in den Mund. Als dann einer dieser sabbernden Männer die junge Frau ansprach, schritt er nun doch ein. Wieso machte er sich diesen Ärger? Zum Glück konnte der Blondschopf sein Gegenüber überzeugen vorerst von dieser abzulassen, aber eben nur vorerst. Auf dauer würde dieses Mädchen nicht weit kommen. Da sie verschwand ohne eine Sekunde an die Nahrungsaufnahme zu verschwenden stellte er ihr eine Box vor die Tür und klopfte sanft an dieser. Daraufhin zog er sich endlich selbst in seine vier Wände zurück.

      Seufzend fuhr Hisato durch seine Haare und schmiss sich rückwärts aufs Bett. Gerade als er die Augen schloss um ein wenig Entspannung zu finden vernahm er einen seltsamen Geruch und ein leises Summen. Misstrauisch öffnete er diese wieder und erhob sich, scannte den Raum und versuchte die Geräuschquelle ausfindig zu machen. Aus den Lüftungsventilen trat ein kaum sichtbares Gas aus! Sein Anblick weitete sich und sofort zog er eines der Kopfkissen aus seinem Bezug und bund sich diesen um Nase und Mund. Als er dies Tat verzog er schmerzerfüllt das Gesicht, weil er wohl für seine gebrochene Nase ein wenig zu fest gezogen hatte. Um keine Zeit zu verlieren girff er sich nur seine Tasche und rannte zur Tür. Abgeschlossen - natürlich! Sie wollten ihn ausräuchern doch nicht ohne einen Kampf. Mit seinem Fuß versuchte er die Barriere einzutreten, dann mit seiner Schulter alles vergebens. Hektisch schaute er sich um, eine Waffe, ein schwerer Gegenstand irgendwas musste her um die Tür aus ihren Angeln zu reißen. Mit Gewalt kam er nicht weiter und musste sich schnell etwas einfallen lassen. Einmal tief ein und ausatmend versuchte er seinen rasenden Puls herunterzufahren und einen klaren Gedanken zu fassen. In Panik zu verfallen half noch nie jemandem weiter. Analytisch betrachtete er die Tür, suchte nach ihrer Schwachstelle und war froh als er diese fand. Mit beiden Sicheln in seinen Händen nahm er sich die Angeln vor und versuchte das Einschraubgewinde zu durchbrechen. Ein Schlag nach dem anderen folgte und es schien sich nichts zu regen. "Verdammt!!!" schrie er geladen das kleine Stück Metall an. Seine Sicheln konnten bisher alles durchbrechen, warum wollte es jetzt nicht funktionieren? Mit ganzer Kraft gab er nicht auf, begann mittlerweile vom Gas zu husten und strauchelte ein wenig. Gerade als er dachte, dass ihn seine Kräfte verließen löste sich das Einhangelement und ging zu Boden. Gemeinsam mit der fallenden Barriere stolperte er aus dem Raum heraus und stand im Gruppenraum. "Savezone das ich nicht lache ihr Bastarde!" schrie er an die Decke von der er sich sicher war, dass sie einige Kameras beherbergte und begann wieder zu husten.
      A heart's a heavy burden.

    • Shirui war gerade gekommen und noch am keuchen, als über den Ohrhörer die männliche Stimme einer der Mitarbeiter der Kommandostation ertönte: „Captain, dieser Hisato ist entkommen und hat überlebt. Er liegt nun im Gemeinschaftsraum."
      Shirui überlegte einen Moment lang und richtete sich anschließend auf.
      "Okay. Haltet mich auf dem Laufenden."

      Shirui lief nackt um das Bett herum und blickte von seinem Fenster aus auf die Skyline der Stadt, dessen Hochhäuser allesamt kleiner waren, mit Ausnahme des Skytree, dessen Aussichtsplattform auf einer Höhe mit dem Schlafzimmer von Shirui war.
      "Azuma", sprach der Weißhaarige und die Projektion erschien hinter ihm.
      "Sie haben meinen Namen doch nicht vergessen."
      Der Nackte ging auf ihre Bemerkung nicht ein.
      "Was kann ich für Sie tun?"
      "Nimm deine menschliche Gestalt an und hefte dich an die Versen von Hisako. Mach ihm schöne Augen, finde seine Schwachstellen heraus und injiziere ihm unseren Bioagenten."
      "Haben Sie Angst vor ihm?"
      "Nein..ich habe vor niemandem Angst. Ich mag nur keine Leute, die sich nicht an meine Spielregeln halten. Er zerstört unsere Kameras und benutzt seine Waffen in den save zones, obwohl deren Verwendung verboten ist!"
      "Verstanden. Ich werde mich auf den Weg machen."
      "Ohne einen Plan?"
      "Keine Sorge, mein Herr. Ich werde mir etwas einfallen lassen."

      ________________

      Es war bereits 8 Uhr morgens, als eine laute Durchsage der Roboterfrau ertönte, welche gleichzeitig als Wecker diente.
      "Guten Morgen, werte Teilnehmer. Die Nacht ist vorbei und der zweite Tag unserer Spiele hat begonnen. Sie haben eine Stunde Zeit, sich zu stärken und ihre Ausrüstung anzulegen. Die Zeit läuft."
      Das laute Ticken einer virtuellen Uhr, die an beinahe jede Wand in den Waben projiziert wurde, riss mich schließlich endgültig aus dem Schlaf.
      Kaito hatte die Nacht neben mir geschlafen und war bereits seit einer Weile auf den Beinen.
      "Guten Morgen", knurrte er und reinigte gründlich seine Pistolen.
      "Morgen", murmelte ich gähnend und streckte mich ausgiebig.
      "Wollen wir heute zusammen bleiben?"
      "Auf jeden Fall."
      "Gut."
      Kaito schob die gereinigten Waffen in seine Holster und erhob sich vom knarrenden Stuhl. In seinem Gesicht zeichneten sich Sorgenfalten ab.
      "Was bedrückt dich?"
      "Ich mach mir nur Sorgen, ob wir den heutigen Tag überleben werden."
      "Bleib optimistisch. Wenn wir zusammenarbeiten, schaffen wir alles. So war es schon immer und so wird es auch bleiben."
      Kaito bemühte sich um ein Lächeln, was ihm aufgrund der bevorstehenden nächsten Etappe schwer fiel.
      "Lass uns erstmal frühstücken, dann sieht die Welt schon wieder anders aus."

      Kaito nickte und verließ das Zimmer.
      In der Luke entdeckte er ein halbes Dutzend Schalen mit Ramen. Hungrig schritt er zu dieser und wollte sich gerade eine Schüssel nehmen, als von draußen laute Schreie einer Frau zu hören waren.
      Instinktiv dachte er an Chiyoko und verließ hastig die Wabe, nur um eine rothaarige Frau in Montur zu sehen, welche ein halbes Dutzend Männer zu Kleinholz verarbeitet.
      Ich folgte Kaito und stellte fest, dass wir nicht die einzigen Zuschauer waren. Auch Shirui hatte sich zu uns gesellt.

      _________

      Azuma Hikari erschien wie geplant und unbemerkt von den Teilnehmern.
      Selbstbewusst lief sie in die von ihr ausgesuchten Wabe, dessen Zimmer mit der Nummer 43 fortan ihr gehören sollte.
      Sie war nun eine von uns. Nur in unsterblich.
      "Guten Morgeeen~", stolzierte sie selbstbewusst und scheinbar naiv.
      In der Wabe wohnten einige kräftige Männer, die sie hungrig angafften.
      "Was für eine Schnecke", sabberte einer von denen.
      "Bist du neu hier? Ham' dich hier noch nie geseh'n. Zeig mal'n bisschen Haut, Puppe."
      "Catch me if you can", flüsterte sie zwinkernd und lief langsam mit den Händen über den Rücken rückwärts aus der Wabe direkt zum Eingang, der von allen Waben aus gut einsehbar war.
      Die Männer folgten ihr und als sie fast da waren, schrie sie mehrmals panisch laut auf. Augenblicke später gingen Türen auf und mehrere Dutzend Teilnehmer kamen heraus, um nach dem Rechten zu sehen.
      Um Hisako, sollte er zusehen, zu beeindrucken, wollte sie um jeden Preis seine Aufmerksamkeit erregen und hoffte, dass er dabei sein würde um zu erleben, wie Akuma die Männer nacheinander in Grund und Boden klatscht.
      Einem rammte sie ihr Knie in die Bauch, nur um anschließend einen Rückwärtssalto zu machen, der dem Mann mit ihrem harten Schuh per Kinnhaken ausknockte und dabei einen Zahm ausschlug.
      Die anderen Männer machten Bekanntschaft mit ihrem schnellen Hieben die gezielt die Vitalpunkte der Männer attackierten.
      Ihre Bewegungen wirkten wie ein Tanz, flüssig wie Wasser und es dauerte nicht lange, bis die Männer bewusstlos und teils temporär gelähmt am Boden lagen.
      Da stand Akuma - stark, selbstbewusst und emanzipiert.


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      I'm a shape shifter at Poe's masquerade.
    • Der ganze Krach im Flur ließ der weißhaarigen keine Ruhe. Durch einen winzigen Schlitz lukend öffnete sie die Tür ihres Zimmers und schaute in den Gruppenraum der Wabe. Zu ihrer überraschung, sah die Sechzehnjährige den blonden Mann am Boden liegen, der ihr zuvor das Essen gebracht hatte und auch den gruseligen Perservling verscheucht hatte. Hustend stützte sich der anscheinend angeschlagene auf seinen Armen und hatte sichtbar Schwierigkeiten beim Atmen. Spektisch beobachtete sie ihn für eine Weile, schielte zu den anderen Räumen um zu sehen ob ihm jemand zu Hilfe kommen würde, doch er blieb völlig allein und sah unglaublich hilflos aus. Würde er die Nacht im Saal verbringen? Irgendwie tat ihr der junge Mann leid. //Lass es lieber sein...was wenn er auch so ein Perverser ist? Aber er hat dir schon zwei Mal geholfen...Vielleicht nur ein Trick?// Ihr Gewissen plagte sie und schon sah Chiyoko einen kleinen Engel als auch einen winzigen Teufel auf jeder ihrer Schultern sitzen. Wild begannen sie zu diskutieren, wie sie nun weiter vorgehen sollte. War sie vielleicht doch dem Gas des seltsamen Priesters ausgesetzt? Kopfschüttelnd verabschiedete sie die beiden Kreaturen, die ihre Gewissensbisse darstellten und trat aus ihrem sicheren Bereich. "Ist alles in Ordnung bei Ihnen?" fragte sie den Blondschopf vorsichtig und mit leiser Stimme. Verwundert hob dieser den Blick und nickte ihr zu. Obwohl er sich sträubte bestand Chiyoko darauf ihm Unterschlupf zu bieten und nach einiger Diskussion knickte Hisato ein. Gemeinsam gingen sie in den Schlafbereich Nummer Zwölf. In der knapp zwanzig Quadratmeter großen Fläche bereute sie auch sogleich ihre Entscheidung. Was hatte das naive Mädchen sich nur dabei gedacht? Einen erwachsenen, großen, starken, muskulösen und ihr fremden Mann in ihr Hotelzimmer einzuladen. Mit Leichtigkeit hätte der ältere sich ihr aufzwingen können und sich ihrer Unschuld berauben können. //Wir sind in der Savezone. Wenn er mir was tut...ist das ein Regelverstoß.// irgendwie versuchte sie sich zu beruhigen, was ihr nur dürftig gelang.

      Ohne lange zu zögern lehnte sich Hisato gegen die Wand und ließ sich neben dem Fenster zu Boden fallen. Er dachte nicht eine Sekunde daran sich das Bett mit dem Teenager zu teilen und ihr ein falsches Bild zu vermitteln. Beide fühlten sich sichtlich unwohl mit der Situation aber nach einer gewissen Zeit arrangierten sie sich mit dieser und fanden ihre Ruhe. Wie ein Sack Reis zusammengefallen kauerte der Mann auf dem Laminat als es im Flur wieder lauter wurde. Ein Blick aus dem Fenster verriet ihm, dass der neue Tag angebrochen war und es schon bald an der Zeit war, die sichere Zone zu verlassen. Auch Chiyoko war bereits wach und hockte mit ihren Beinen an ihre Brust herangezogen auf dem Bett. "Was ist da draußen los?" "Ich weiß es nicht...klang nach ärger."

      Den Nacken zu beiden Seiten neigend um diesen Knacken zu lassen erhob sich Hisato um nach dem Rechten zu schauen und verließ Chiyokos Zimmer. Der Anblick dem sich ihm bot, überraschte den Blonden sehr. Eine Frau mit leuchtend rotem Haar schien die Männerwelt ziemlich aufzumischen und sich einen Spaß mit einigen zu gönnen. Neugierig beobachtete er das Spektakel und zog eine Braue nach oben. Wo kam diese Frau so plötzlich her? Sie wäre ihm auf jeden Fall aufgefallen, wenn sie sich vorher über den Weg gelaufen wären. So eine strake Präsenz wie sie es hatte, konnte diese einem gar nicht entgehen. Misstrauisch zogen sich seine Augen zu kleinen Schlitzen zusammen. Es war wirklich beeindruckend mit welcher Leichtigkeit sie sich den Männern entlädigte und dabei auch noch ein breites Schmunzeln auf den Lippen trug. Diese Person würde der Blondschopf in Zukunft im Auge behalten, doch im Gegensatz zu der kleinen weißhaarigen, schien sie nicht seine Aufmerksamkeit gänzlich auf sich zu ziehen. Eine emanzipierte und starke Frau beeindruckte ihn zwar, löste in ihm aber keines Falls den Beschützerinstinkt aus, wie es Chiyoko tat, die ihn an seine eigene kleine Schwester erinnerte. Sich von der Szene abwendend begab er sich zur Futterluke und holte zwei Boxen Ramen aus dieser. Nachdem die Luft rein war, kroch auch Chiyoko aus ihrem Zimmer und fand schnell den Dunkelhaarigen Kaito, der sich wohl ebenfalls die Show reinzog. Flüchtig trafen sich ihre Blicke und verlegen senkte sie ihren Kopf zu Boden. Sie wäre gerne an seiner Seite geblieben, da er der erste war, dem sie irgendwie Vertrauen schenkte, doch sie wollte keines Wegs eine Klette sein. Da sie ebenfalls hungrig war setzte sie sich zu Hisato, der ihr die Portion bereits hingestellt hatte. Immer wieder blickte sie zu dem beinahe gleichaltrigen herüber.

      Nachdem alle gestärkt waren, ertönte erneut die mechanische Stimme, die den Teilnehmern bereits bekannt war und teilte diesen mit, dass es in wenigen Stunden an der Zeit wäre, die Save Zone zu verlassen und sich dem Spielverlauf zu widmen. Mit einem Mal wurde es hektischer in den Waben und alle machten sich bereit. Die angeblichen Freundschaften, die sich gebildet hatten, schienen wie weggeblasen. Unklar wie sie weiter machen sollte schaute Chiyoko sich um. Sah erst zu Hisato, dann zu Kaito ehe sie ihren kleinen Kopf verzweifelt auf ihre Handfläche stützte. //Hätte ich doch den Lüftungsschacht nie verlassen. Was mache ich denn nun? Alleine schaffe ich es niemals mit diesen ganzen Killern.//
      A heart's a heavy burden.

    • Azuma trat dem letzten Mann, der zu Boden ging, ins Gesicht und blickte anschließend zu uns hinüber.
      // Das ist also Hisako. Und dieser Haruka, auf den Shirui so abfährt. Und Kaito. Und die kleine Weißhaarige muss diejenige sein, die gestern im Luftschacht rumgeklettert ist. Interessant.~ //

      Selbstbewusst stieg sie über die am Boden liegenden Männer, die langsam wieder zu Bewusstsein kamen und verschwand in der Wabe die sie sich rausgesucht hat.

      "Ich bin beeindruckt", murmelte Shirui und verschwand wieder in unserer Wabe, um endlich Frühstück zu sich nehmen zu können.
      Ich nickte Kaito zu und folgte Shirui stumm.

      "Was waren eigentlich eure Lieblingsfächer in der Schule?"[/b], fragte Shirui, während er sich seine Portion dampfende Ramen schmecken lies.
      "Englisch", antwortete ich. "Dafür mochte ich Kunst nie."
      "Und du, Kaito?", wandte sich Shirui nun an ihn.
      "Sport und Wirtschaftsgeographie. Dafür war ich in Chemie richtig schlecht."
      "Ich mochte Geschichte immer total", schwärmte Shirui.
      "Was ist mit euch Beiden?", wand er sich schließlich an Hisako und Chiyoko.
      Wir unterhielten uns noch etwas über die Schule und brachten so unser Frühstück hinter uns, betrieben die restliche Morgenhygiene und ruhten uns im Gemeinschaftsraum aus, bis die monotome Stimme den Beginn des nächsten Tages ankündigte.
      "Herzlich Willkommen zu Tag 2 des Battle of the Skyscraper. Bevor wir starten, wird erstmal aufgeräumt."
      Die hellgelben Wände der Waben wurden mitsamt der Zimmer und ihrer gesamten Einrichtung durch eine sich öffnende Luke in der Decke wie bei einem Lift in die nächste Save zone im 15.OG gefahren, sodass wir nun auf dem nackten grünen Boden des einsteigen Gemeinschaftsraumes saßen.
      Für einen Moment herrschte Totenstille, als die Stimme erneut ertönte.
      "Begeben sie sich nun in die nächste Etage und folgen Sie dort den Anweisungen. Sollte dabei ein Teilnehmer zu Schaden kommen, werden alle sterben."

      Ein wenig perplex und vom plötzlichen Stimmungswechsel überrumpelt raffte sich Kaito auf, half mir hoch und wandte Chioyko einen kurzen Blick zu.
      Sie wirkte verzweifelt, weshalb er zu ihr ging und seine große Hand auf ihre kleine Schulter legte.
      "Du kannst Haru und mich gerne begleiten. Solange du uns keinen Schaden zufügst."

      Shirui heftete sich ebenfalls an unsere Fersen, während Azuma mit anderen Teilnehmern die einstige, durch grünen Teppich und dunklen Parkett abgegrenzte Save Zone verließ, um die Treppen in die 11.Etage zu erreichen.

      ________

      Die 11.Etage war wie ein Quizstudio angeordnet.
      "Alle Teilnehmer setzen sich bitte auf die Tribünen. Der Moderator wird gleich eintreffen. Wir werden nun ein Spiel spielen, welches den heutigen Tag für einige maßgeblich beeinflussen wird", meldete sich die Robofrau zu Wort.

      Ich setzte mich mit Kaito und Shirui auf eine freie Fläche, Azuma saß auf der andere Seite und blickte unentwegt zu uns hinüber.
      Als alle einen Platz gefunden hatten,, wurden wir noch einige Minuten von Warm-Uppern angeheizt, damit wir unseren Job als Klatschvieh auch gut machen würden.
      Anschließend wurde die Tribüne abgedunkelt und die gesamte Lichtstimmung auf eine "Wer wird Millionär"-artige Sitzvorrichtung im Mittelpunkt des Studios gerichtet, auf dem der Kandidat dem Moderator gleich gegenüber sitzen würde.
      Als die Tribünen schließlich abgedunkelt waren, öffnete sich begleitet von viel Rauch mehrerer Nebelmaschinen ein großes Tor, aus dem ein Mann im schwarzen Anzug schritt und aufgrund seiner Kärtchen in der Hand eindeutig der Moderator sein musste.
      Durch eine Anzeige über einem großen Bildschirm mit der Aufschrift Zuckerbrot und Peitsche wurden wir zum Applaudieren aufgefordert, dem auch ich, wenn auch widerwillig, nachkam.
      "Sehr geehrte Damen und Herren, liebes Publikum. Herzlich Willkommen bei Zuckerbrot und Peitsche, der bis zum Ende des Battle andauernden Quizshow, bei dem durch einen Zufallsgenerator jeden Tag 10 Teilnehmer durch einen Algorithmus ausgelost werden und dadurch die Möglichkeit erhalten, entweder mit richtigen Antworten Belohnungen zu erhalten oder Strafen bei falschen. Die Spannweite der Themenbereiche reicht dabei von Algebra bis Zoologie. Es ist also für jeden etwas dabei. Doch lasst uns nicht länger um den heißen Brei herumreden und anfangen.
      Mögen die Spiele beginnennnnn!'
      Die Zuschauer wurden erneuert durch die Anzeige zum Klatschen aufgefordert, der sie nachkamen. Ich dachte erst, dass das hier ein Scherz ist, jedoch deuten die vielen Kameras und Mitarbeiter im Hintergrund darauf hin, dass dies eine reale TV-Show ist, die vermutlich sogar Live ausgestrahlt wird.
      "Hast du eigentlich den Priester schon entdeckt?", flüsterte ich Kaito zu, während auf dem Bildschirm schnell alle Gesichter der Teilnehmer durchrasten, was bedeutet, dass gerade der erste Teilnehmer asugelost wird.
      "Noch nicht. Er ist wie vom Erdboden verschluckt."
      "Wen meint ihr?", mischte sich Shirui ein.
      "So einen Priester, der Kaito gestern in Halluzinationen versetzt hat."
      "Achso den meint ihr. Der war mit mir auf einer Etage, aber ich hab ihn heute auch noch nicht gesehen. Vielleicht ist er ja zwischenzeitlich gestorben ."
      "Ich bin nicht bescheuert", knurrte Kaito.
      Die Menge raunte, als ein Gesicht auf dem Bildschirm angezeigt wurde.
      Zum Glück war es nicht meins oder das von Kaito, sondern ein unbekanntes.
      "Komm runter, mein Freund."
      Ein Scheinwerfer wurde auf den Glücklichen auf der Tribüne gerichtet, der ein wenig benommen und nervös aufstand und die Stufen hinunter zum Moderator stolperte.
      "Nicht so nervös. Wie ist dein Name?"
      "Jack", entgegnete der Teilnehmer.
      "Setz dich bitte auf den linken Stuhl und erzähl uns was über dich."

      Nach ein paar Minuten voll belanglosem Smalltalk wurde schließlich ein Thema ausgelost. "Ui, Zahlenfolgen. Ein schönes Thema. Bis du bereit?"
      "J..ja", entgegnete er und auf dem großen Bildschirm, sowie auf dem kleinen Monitor vor dem Teilnehmer wurde eine Aufgabenstellung angezeigt:

      "Gegeben ist die Zahlenfolge (an)={2;-5;8;-11;...). Geben Sie die explizite und wenn möglich, die rekursive Zuordnungsvorschrift an, bestimmen Sie das 100.Folgeglied, weisen sie nach, ob es sich um eine arithmetische, eine geometrische oder eine alternierende Zahlenfolge handelt. Bestimmen Sie die obere und untere Grenze sowie den Grenzwert und die Monotonie. Sie haben 5 Minuten Zeit Viel Spaß."

      "Ui, das wird spannend, liebe Kandidaten", entgegnete der Moderator und sah vor sich die Lösung.

      Jack hingegen blickte eine Weile nachdenklich suf seinen Monitor und wusste nicht wirklich, was er tun sollte.
      Er war nie gut in Mathe und tippte angestrengt nachdenkend auf dem Touchscreen-Monitor herum, während sich der Timer gnadenlos der Null näherte.
      Auch ich überlegte fieberhaft und hatte recht schnell die richtigen Lösungen raus. Kaito erging es wie mir und wir schienen nicht die einzigen zu sein, welche die Lösungen wussten.

      Als der Timer schließlich Null erreicht hatte, wurde das Licht begleitet von passender Musik kurz rot gefärbt, da der Teilnehmer nicht die richtigen Ergebnisse raushatte.
      "So ein Pech", sprach der Moderator fast ironisch und auf dem Bildschirm wurde seine Strafe angezeigt.
      "Deine Waffen und alle, die du aufsammeln wirst werden heute für dich nicht funktionieren. Tut mir Leid. Trotzdem einen kräftigen Applaus für Jack."
      Jack trottete vom Applaus begleitet ohne Worte mit hängenden Schultern zurück auf die Tribüne und die Auslosung begann erneut.

      Niemand merkte, dass Shirui zwischenzeitlich mit einem speziellen Kommunikator schriftlich eine kurze Botschaft an die Kommandozentrale sendete.
      "Nicht Haruka Watanabe. Kaito Sato. Chemisches Rechnen."

      Für den Bruchteil einer Sekunde war mein Gesicht auf dem Bildschirm zu sehen, jedoch schwenkte es für die anderen überraschend plötzlich auf ein anderes Gesicht - es war das von Kaito.
      "Na so was", murmelte der Moderator verwundert.
      I'm a shape shifter at Poe's masquerade.
    • Dass der Fremde so plötzlich das Thema wechselte und sich über so etwas banales wie den Schulunterricht unterhalten wollte kam der weißhaarigen in diesem Tower irgendwie Spanisch vor. Noch vor wenigen Momenten herrschte das größte Chaos ausgelöst von einer Frau, die einen gierigen Mann nach dem anderen zu Boden brachte und nun aßen sie alle gemeinsam ihr Frühstück als wäre es das normalste der Welt. Während es allen anscheinend muhelos gelang diesen Sprung zu vollbringen, war Chiyoko eher stumm und schaute etwas bedrückt in ihre Schüssel. In was für eine komische Welt war sie da geraten? Ausgerechnet die Lieblingsfächer wurden thematisiert und der Gedanke an ihren sonst üblichen Schulalltag schoss ihr in den Sinn. Sie würde alles tun um nun im Unterricht zu sitzen, sich den Monolog der Lehrer anzuhören und verträumt durch die Gegend zu starren. Stattdessen saß sie in einem Saal voller fremder Menschen, die nur hier waren um einander zu töten. Leise seufzend versuchte das junge Mädchen den Stress von sich zu schütteln ehe sie einen leichten Stupser an ihrem Arm vernahm. Jemand wollte sie aus ihrer Trance reißen, da ihr eben eine Frage gestellt wurde. "Oh, ich? Ähm ich mag eigentlich alle Fächer ganz gern. Spanish, Kunst und Biologie vermutlich." gab sie etwas verträumt von sich und driftete schnell wieder in ihren Erinnerungen ab, die ihr eine Ewigkeit her schienen. Im Gegensatz zu ihr gab der Blonde seine Antwort ruhig und in einem eher genervteren Tonfall. Er schien den Gesprächsstoff ebenfalls nicht ganz nachvollziehen zu können. "Psychologie." erklang es aus der tieferen Stimmen während Hisato seinen Blick emotionslos auf Shirui ruhte. Das Geplaudere wurde fortgeführt und ging eine Weile so weiter bis die Roboterstimme plötzlich zu vernehmen war. Etwas erschrocken zuckte Chiyoko zusammen und lauschte den Anweisungen dieser. Hektik brach erneut aus und alle erhoben sich von ihren Plätzen um den Worten Taten folgen zu lassen. Nur die jüngste blieb auf ihrem Stuhl sitzen und beobachtete mit geweiteten Augen die Menschenmassen. Als sie die Wärme einer Hand auf ihrer Schulter spürte zuckte sie erneut vor Schreck zusammen bis sie sich zur Person wandte, die ihr diese aufgelegt hatte. Sie blickte in die Augen von Kaito und etwas Erleichterung machte sich in ihr breit, ließ ihr kleines Herz etwas Entspannung finden. Die Worte des älteren überraschten sie dann doch, hielt sie aber nicht davon ab diesem Angebot mit einem Nicken zuzustimmen. Endlich erhob auch die weißhaarige sich und folgte den Männern in die nächste Etage.

      Was aussah wie ein TV-Set entpuppte sich als eben dieses und die seltsame Quizshow nahm ihren Lauf. Völlig perplex beobachtete die kleine Dame das ganze Spektakel und schaute immer wieder durch die Menge. Nachdem der erste Kandidat an seiner Frage scheiterte begann die Auslosung erneut und ihr kleines Herz begann wieder wie wild zu rasen. Auch wenn der Scheinwerfer als auch die Kamera nicht auf ihr landete verpürte sie keinerlei Erleichterung, denn ausgerechnet einer der einzigen Personen, die ihr in diesem Irrenhaus sympathisch war wurde ausgewählt. Angespannt hielt sie den Atem an und sah dem jungen dabei zu wie er sich vom Platz erhob um auf die kleine Bühne zu schreiten. Der Moderator hieß ihn willkommen und das selbe Prozedere wie bei seinen Vorgängern begann. Er nahm Platz, musste sich vorstellen und erhielt seine Frage.

      Hisato war nicht nur neugierig sondern überaus gespannt auf das was nun folgte. Die ganze Zeit über ließ er seine Aufmerksamkeit immer wieder auf diesen Typen fallen, der aus dem nichts erschienen war und plötzlich irgendwelche Fragen stellte als wären sie schon lange Freunde. Wer war dieser Mann und wieso hatte er solch eine tiefen entspannte Aura? Als hätte er nichts zu verlieren. Wer auch immer er war, der Blonde würde ihn im Auge behalten. Als das Quiz losging wurde er plötzlich hellhörig. Ein Quiz? Nachdem eben noch die Nachfrage gestellt wurde welche Fächer sie mochten? Ein reiner Zufall - in einem Tower wie diesem eher nicht! Bevor er jedoch auf vorschnelle Schlüsse sprang lehnte er sich zurück und gönnte sich die Show, die sich ihm und allen Teilnehmern bot. Seltsamerweise schien die Kamera genau im letzten Moment noch einmal auf eine andere Person zu schwenken als Haruka und landete stattdessen auf seinem Sitznachbarn. //Seltsam, sehr seltsam.// Auch seine Aufgabe wurde vom Moderator vorgetragen und als Hisato klar wurde, um welche Kategorie es sich handelte fiel sein Blick sofort auf Shirui. Chemisches Rechnen - noch ein so ungewöhnlicher Zufall. Die Sache stinkte bis oben hin, da war definitiv was faul. Nachdem er den Mann von oben bis unten gescannt hatte weichte seine Aufmerksamkeit in den Raum, doch nicht zum neuen Kandidaten, sondern eher auf die Zuschauer. Vielleicht war jemand oder etwas zu sehen. Irgendeine Auffälligkeit. Bei der rothaarigen Frau blieb sein Blick kurz hängen. Sie strotzte nur so vor Selbstbewusstsein und schien keinen Funken von Unsicherheit oder Angst auszustrahlen - was eine Persönlichkeit. Irgendwie erschien ihr Gesichtsausdruck jedoch kühl und emotionslos zu sein. Wie konnte sie in solch einer Lage so ruhig bleiben? Sie war definitiv freiwillig im Tower, so viel stand für Hisato fest. Seufzend wandte er sich zu Kaito als seine Stimme erklang und er begann seine Antwort zu geben. Würde er es schaffen die Aufgabe korrekt zu lösen oder würde auch er ein Handicap davon tragen?
      A heart's a heavy burden.

    • "Fuck", knurrte Kaito, als das Scheinwerferlicht, mehrere Kameras und sämtliche Blicke auf ihn gerichtet wurde.
      Während er aufstand und die schmale Treppe hinab zum Moderator schritt, versuchte er möglichst cool zu wirken und schob sich die Hände in die Taschen.
      "Wie heißt du, mein Freund?", fragte der Moderator, während er mit einer einladenden Geste auf Kaito zuging.
      "Ich bin nicht dein Freund", maulte Kaito und nahm auf seinem Stuhl Platz.
      "Da hat es jemand eilig, stimmts?", überspielte der Moderator seinen Zorn.

      "Verrätst du mir wenigstens deinen Namen?"
      Er setzte sich Kaito gegenüber.
      "Kaito", antwortete dieser.
      "Kaito Kid", erwiderte der Moderator neckisch, jedoch ging Kaito nicht darauf ein.
      "Wie auch immer", fügte der Moderator hinzu und räusperte sich.

      "Kommen wir nun zu deiner Aufgabe."
      Auf dem großen Bildschirm an der Wand zu Kaitos Linken ploppten mehrere Kacheln mit verschiedenen Themen wie Astronomie, Physik, Geschichte, Literatur und Chemie auf.
      Nach einigen Sekunden fiel die Entscheidung auf Chemie.

      "Leck mich doch", brummte Kaito in sich hinein und warf mir einen kurzen Blick der Hilflosigkeit zu.
      "Kommen wir zur Aufgabenstellung: Bei der Reaktion von Kupfer mit konzentrierter Salptersäure entsteht neben einer Kupfer(II)-nitratlösung und Wasser auch das giftige Stickstoffdioxid. Berechnen Sie das entstehende Volumen an Stickstoffdioxid, wenn 2 g Kupfer umgesetzt werden. Viel Erfolg."
      Zeitgleich sprang der obligatorische 5-Minuten Timer an.
      Kaito überlegte einen Augenblick und stellte dann zögernd eine Reaktionsgleichung auf, welche er korrekt ausgleichte.
      Dabei blickte er immer wieder zu mir hinüber und achtete dabei auf meine Lippen.
      Er schien lesen zu können, was ich lautlos murmelnd von mir gab.
      Allerdings lief ihm die Zeit davon, weshalb er das eigentliche Rechnen nicht mehr schaffte.
      Das Studio wurde für einen Moment in rotes Licht getaucht und eine negative Melodie ertönte.

      "Schade. Zeit abgelaufen. Kommen wir zu deiner Bestrafung."

      Auf dem Bildschirm wurde ein virtuelles Glücksrad mit verschiedenen Strafen eingeblendet.

      "Und deine Strafe ist....kein Essen mehr für den heutigen Tag."
      Kaito schwieg und stand von seinem Stuhl auf.
      Ich merkte an seiner Mimik und Körpersprache, dass er am Liebsten den Moderatoren ins Gesicht geboxt hätte, jedoch verkniff er es sich und stieg stumm die Stufen hinauf, um sich wieder neben mich zu setzen.

      Die restliche Show über sagte er kein einziges Wort mehr und als sie vorbei war und der Moderator mitsamt aller Kamerleute verschwunden waren, wurden durch Düsen in den Decken Schlafgas ins Studio geleitet, dass uns erst panisch werden ließ und uns nach uns nach ausknockte.

      ________

      Ich erwachte wenig später neben Kaito in einem leerem Raum.
      Die monotone Stimme der Robofrau betonte, dass wir bis 18 Uhr Etage 20 erreichen müssten und mindestens 60 Teilnehmer überleben müssen, sonst würden alle sterben.
      Ich fand das unlogisch, da ich es so schnell wie möglich hinter mich bringen wollte, doch so waren die Regeln.

      In einer Kiste neben einer Tür, welche aus dem Raum führte, waren unsere Waffen gelagert.
      Kaito und Ich nahmen sie uns und öffneten die Türe.
      Wir fanden uns in einem deutlich größeren Raum wieder.
      Von Weitem waren Schreie und Schussgeräusche zu hören.
      Kaito und Ich nickten uns zu und luden unsere Waffen.

      "Was ist eigentlich mit den Waffen, die von deinem Kontakt reingeschmuggelt wurden?"
      "Die sind hier irgendwo versteckt. Aber ich weiß nicht wo. Vielleicht haben wir Glück, finden sie heute und sind morgen mit einem Berg voller Geld wieder Zuhause."

      Leise schritten Kaito und Ich durch den großen Raum direkt zu einer der zahlreich vorhandenen, nur durch spärliche Beleuchtung erhellten Gänge, direkt in die Richtung, aus der die Schreie und Schüsse zu hören waren.
      Vorsichtig schlichen wir vorwärts und fanden uns nach einigen Abzweigungen vor einer Wand wieder.
      "Eine Sackgasse? Scheint eine Art Labyrinth zu sein, in dem wir uns hier befinden", vermutete ich und machte kehrt.
      Kaito tat es mir gleich und wir kehrten in den großen Raum zurück aus dem wir kamen und entschieden uns für einen der benachbarten Gänge.
      Minutenlang beschritten wir ihn und hörten dabei immer wieder Schreie und Schüsse, welche mit jedem unserer Schritte näher und näher zu kommen schienen, ehe sie wieder leiser wurden und letztlich gänzlich verstummten.
      Schließlich fanden wir uns in einem weiterem großen Raum wieder, der jenem aus dem wir kamen zum Verwechseln ähnlich war.

      "Ist das ein neuer Raum oder sind wir im Kreis gelaufen?"
      "Weiß nicht..", antwortete ich.
      "Gib mir mal dein Messer", sprach ich zu Kaito, der mich nur verwundert anblickte.

      "Warum?"
      "Wirst du gleich sehen. Vertrau mir einfach."
      Stumm gab er es mir und ich fügte mir eine kleine Schnittwunde am Finger zu.
      Mit mehreren Tropfen Blut, die aus der Wunde traten, malte ich eine Markierung auf dem Boden.
      "Clever", entgegnete Kaito.
      "Danke. Ich werde diese Markierung vor jeden Gang zeichnen und sollten wir nochmal im Kreis laufen, wissen wir künftig Bescheid."

      Minuten später war die Tat vollbracht und wir bogen in einen anderen Gang ab.

      _________________

      Shirui schlich derweil durch die Wände des Labyrinths und beobachtete Kaito und mich.

      // Zum Glück hab ich diese Geheimgänge in jeder Etage bauen lassen. Sollte ich Gefahr laufen, getötet zu werden, kann ich schnell flüchten und mich hier verstecken. Vielleicht kann ich diese Gänge ja auch noch anderweitig nutzen.~ //
      Beim Gedanken, mich irgendwann heimlich zu betäuben, zu entführen und in seinen Gemächern für sexuelle Zwecke zu benutzen, leckte er sich über die Lippen. Doch dafür müsste er dafür sorgen, dass ich von allen anderen getrennt werde.

      __________________

      Akuma erwachte gemeinsam mit Hisako und Chiyoko in einem Raum.
      Sie rappelte sich auf und merkte, dass sie die Erste war, die wachwurde.
      Hastig erkannte sie die Situation, zog eine kleine Spritze mit den Bioagenten aus ihrer Tasche, entfernte die Abdeckung der Nadel, schlich zu Hisako hinüber und wollte sie gerade an seiner Vene am Arm ansetzen, als sie hinter sich die Geräusche einer zu sich kommenden Chiyoko vernahm.
      //Fuck..//, dachte Akuma, stülpte wieder die Abdeckung über die Nadel und verstaute die Spritze wieder in ihrer Tasche bevor Chiyoko zu ihr hinüberschauen konnte.

      Akuma spielte wieder ihre Rolle und blickte zu ihr hinüber.

      "Gott sei Dank bist du wach. Jetzt muss nur noch Hisako wieder zu sich kommen."
      Sie klopfte ihm mit den Worten "wach auf" mehrmals auf die Wange.
      // Warum hat Shirui nur darauf bestanden, dass ich mich ebenfalls dem Gas aussetzen soll, während er sich heimlich verpisst hat, als alle anderen in Panik verfielen?
      Ich weiß, er ist der Anführer der Spiele und damit der wichtigste Mensch in diesem Gebäude, aber in seinen Geheimgängen wäre genug Platz für zwei. Ich sollte ihn heute Nacht darauf ansprechen.. //
      I'm a shape shifter at Poe's masquerade.
    • Noch etwas benebelt öffneten sich die schweren Lider der jungen Frau. Es dauerte einen Moment bis sie sich an die Lichtverhältnisse gewöhnt hatte und ihre verschwommene Sicht klarer wurde und die unklaren Gestalten vor ihr Form annahmen. Immer wieder klimperte sie mit ihren Äuglein um zu sich zu kommen ehe sie die Stimme der fremden Frau vernahm, die über Hisato gebeugt war. Als ihr Hirn endlich verarbeitet hatte was vor ihr ablief sprang sie erschrocken auf die Beine und griff reflexartig nach einem ihrer Sprengsätze und verharrte mit ihren Fingern auf diesem. "Wer sind Sie und woher kennen sie seinen Namen?" fragte sie skeptisch und quetschte sich selbst an die Wand hinter sich um so viel Raum wie möglich zwischen sich selbst und der rothaarigen Frau zu bringen. "Ueno...Ueno wach auf..." stieg sie zeitgleich zu den sanften Schlägen der Fremden in das Weckritual ein und ließ ihr Gegenüber dabei nicht aus den Augen. Grummelnd und das Gesicht verziehend schien er zu sich zu kommen. Seine Hand fuhr langsam zu seinem schmerzenden Kopf ehe auch er seinen Blick öffnete und Akuma vor sich erblickte. Blitzschnell stürzte er sich auf die Frau vor sich und brachte sie unter sich. Seinen Unterarm stützte er auf ihren Schlüsselbeinen und fixierte mit seinen Knien ihre Oberschenkel. Sein Herz klopfte wie wild gegen seine Brust während das Adrenalin seinen Körper durchströmte. "Verflucht nochmal willst du sterben?" schimpfte er mit ihr als er realisierte, dass er sich auf die Frau geworfen hatte und ließ sofort wieder von ihr ab. Auch wenn er zuvor beobachtet hatte, wie sie einen Mann nach dem anderen zu Fall brachte und sie vermutlich mit Leichtigkeit auch Hisato zu Boden bringen konnte, betrachtete er sie vorerst nicht als Gefahr. Frauen gehörten nun wirklich nicht zu seinen Opfern, sofern er es verhindern konnte. "Entschuldige bitte aber hier weiß man ja nie. Du willst dich doch hoffentlich nicht mit uns anlegen?" Obwohl der blonde von Akuma abließ wanderte seine Hand zu seinen Sicheln. Bevor er keine Antwort auf die Frage hätte wäre es dumm gewesen ihr zu viel Vertrauen zu schenken aber da sie in der Überzahl waren, hoffte er einfach, dass sie keine dummen Entscheidungen treffen würde. Einen flüchtigen Blick warf er auf Chiyoko, die noch immer verängstigt an der Wand klebte und ebenfalls ihre Waffe umklammerte. Nachdem er die Antwort von der rothaarigen bekam lockerte sich sein Griff und seine alarmierten Muskeln entspannten sich ein wenig. Auch wenn sie in Frieden zu kommen schien, so leicht würde er ihr nicht vertrauen vor allem deswegen nicht, weil er gesehen hatte wozu die Frau im Stande war. Anders als bei der Weißhaarige würde es eine Weile dauern, bis er ihr Glauben schenken würde. Chiyoko war schließlich ein kleines Stäbchen von Frau, dass schon beim leisesten Windhauch aus den Socken fiel, von ihr ging in seinen Augen kaum eine Gefahr aus. Außerdem hatte das Mädchen ihre Loyalität bewiesen als sie ihm Unterschlupf gewährte und über Nacht auch keine Anstalten machte ihn zu schädigen.

      "Wo sind wir?" stellte er die Frage in den Raum und sah sich um. "Wir haben bis 18 Uhr Zeit um die zwanzigste Etage zu erreichen. Mindestens sechzig Teilnehmer müssen überleben." weihte die jüngste den Mann ein und entspannte sich auch ein wenig, blieb der Frau aber weiter auf Abstand. Gemeinsam machten sich die drei auf den Weg um das Tagesziel zu erreichen, dabei blieb Chiyoko eng hinter dem Blonden und schielte immer wieder auf Akuma. Schon bald mussten auch sie feststellen, dass sie sich im Kreis bewegten und hier und da auf Sackgassen stießen. "Fuck." Grummelte der Mann in der Runde zwischen seinen zusammengebissenen Zähne und stellte ebenso fest, dass sie sich in einem Labyrinth befanden. "Die Luftschächte?" schlug die zarte Person hinter ihm vor um so das Rätsel zu umgehen stieß jedoch auf Ablehnung. Kopfschüttelnd hielt Hisato diese Idee nicht für angemessen. "Du hast gesehen was passiert, wenn man sich weigert ihr Spiel zu spielen. Wenn ich wieder die Regeln breche bringe ich euch vermutlich nur in Gefahr. Du solltest ab jetzt übrigens wachsam bleiben. Sie wollten mich beseitigen und du hast mir geholfen, ich kann mir gut vorstellen, dass das auch für dich Konsequenzen haben wird." "A..aber..." stotterte die sechzehnjährige beunruhigt und konnte ihre rasenden Gedanken nicht in Worte fassen. Sie wollte dem Mann doch nur helfen und ihm die selbe Unterstützung entgegen bringen, wie er es tat. Sie wollte sich schlichtweg revanchieren und einem Menschen helfen, der in diesem Irrenhaus halbwegs anständig erschien. Statt noch irgendetwas von sich zu geben nickte sie nur. "Wir könnten unseren Weg markieren." schlug er vor und ritzte gleichzeitig mit seiner Sichel ein Kreuz in die Wand vor sich. "Es ist ursprünglich ein Hotelgebäude gewesen, demnach dürften die nachträglich gezogenen Wände nicht massiv sein. Es würde mich zumindest wundern. Man könnte versuchen die Wände zu durchbrechen aber auch das könnte den Spielemachern gegen den Strich gehen." Statt mit seiner Sichel näherte er sich nun mit dem Zeigefinger der Wand um vorsichtig an diese zu klopfen. Anhand des Klangs würde man hören können, ob es eine massive Wand war oder sich lediglich um Gipskarton handelte. "Meine Theorie könnte natürlich auch Humbug sein aber eigentlich müssten wir nur den Wänden folgen. Treppenhäuser befinden sich so gut wie immer im tragenden Kern, es werden also alle konstruktiven Elemente auf diesen zulaufen. Stoßen wir auf eine Stelle, die komplett neu hochgezogen ist wird uns diese Schlussfolgerung aber auch nicht weiter bringen. Früher oder später müssten wir aber wieder auf massive Teile stoßen." "Wenn wir also an eine Gabelung gelangen können wir einfach die jeweiligen Wände abklopfen und uns daran orientieren?" "Eigentlich schon, sofern wir immer auf tragende Strukturen stoßen. Es wird vermutlich auch Bereiche im Inneren geben wo unsere Strategie nicht aufgehen wird aber es wäre zumindest eine Anfang." ein fragender Blick wanderte zu Akuma herüber vielleicht hatte sie ja eine bessere Idee?
      A heart's a heavy burden.

    • Der Priester, dem Kaito neulich begegnet ist, metzelte mit einer gefundenen Axt gerade in stoischer, beinahe ansteckender Ruhe einige Gegner nieder.
      Gerade hatte er einen Schädel gespalten und den scharfen Schaft von Hirnresten befreit, als seine blutgetränkte Kluft von einem Wurfmesser gestriffen wurde.
      Mit einer geschickten Drehung machte er einen Satz, warf ohne zu Zielen die Axt auf den Messerwerfer und schaute ausdruckslos zu, wie der scharfe, stählerne Axtkopf tief in die Brust des Fremden eindrang und ihm mit schmerzverzerrter Miene zum Taumeln brachte.
      Unter großem Blutverlust und offensichtlichen Schmerzen sackte er zusammen und robbte panisch nach hinten, um sich in sitzender Haltung an einer Wand abzustützen.
      Mit aufgerissenen Augen und den Händen, welche verzweifelt versuchten, den stählernen Eindringling zu entfernen, blickte er auf den Priester, der mit langsamen Schritten auf ihn zuging und ihm den scharfen Axtkopf mit dem in blutgetränkten Lederschuhen gekleideten Fuß tiefer in die Brust drückte.
      Die lauten Schmerzensschreie hallten weithin durch die ganze Etage und erreichten in der Ferne auch Kaito und mich.

      "Hast du das auch gehört?", ich stellte erschrocken augenblicklich jede Bewegung ein und blickte zu meinem Begleiter hinüber.
      "Wie konnte man das nicht hören?", erwiderte er mit leicht ironischem Unterton, begleitet von einem leisen Magengrummeln.
      "Lass uns weitergehen."

      Kaito und ich hatten inzwischen eine Strategie gefunden, welche uns recht gute Fortschritte brachte.
      Wann immer wir einen neuen Raum betraten, hinterließen wir mit Blut eine Markierung, sodass wir denselben Gang nicht mehrmals gehen mussten.
      Nach knapp einer Stunde hatten wir eine Treppe erreicht, welche nach oben führte.
      Der Fahrstuhl zu seiner Linken war allerdings defekt.
      "Gut, weiter", spornte ich Kaito an und betrat mit vorgehaltener Waffe das spärlich durch Wandleuchten erhellte Treppenhaus.
      "Wundert mich, dass wir noch keiner Menschenseele begegnet sind", murmelte Kaito leise und folgte mir.
      "Wir haben immerhin welche gehört. Erinnere dich an die Schüsse vom Anfang an den Schrei von vorhin. Wahrscheinlich sind sie gestorben, ehe sie uns entdeckten oder es führen noch andere Treppen in die nächste Etage. Keine Ahnung, wie groß dieses Labyrinth ist."

      _______

      Akuma folgte Hisako und Chiyoko ohne etwas zu sagen, sondern lauschte aufmerksam den Ausführungen ihrer beiden Begleiter.
      //Er scheint sich mit Architektur auszukennen. Die Eingänge zum geheimen Tunnelsystem in den tragenden Wänden wird er dennoch nicht finden können. Selbst ich kenne nicht alle und mein Vater hat das alles hier entworfen. Ich hoffe nur, ich bekomme bald Gelegenheit, ihm die Bioagenten zu injizieren. Vielleicht ja in der Nacht?//
      Auf den fragenden Blick von Hisako sagte sie nichts. Stattdessen gab sie mit einem stummen Nicken zu verstehen, dass sie keine Einwände hat.
      "Ich halte euch den Rücken frei", sprach sie schließlich doch in knappen Worten und hielt mit beiden Händen ihr Naginata.

      Die drei waren bereits eine Weile unterwegs, als Akuma durch die Ereignislosigkeit langsam gelangweilt wurde und anfing, hinter ihren Begleitern mit ihrer Waffe herumzufuchteln.
      Für ihren Geschmack lief alles zu gut, dabei wollte sie Hisako doch beeindrucken und bezirzen.
      "Wusstet ihr, dass eine Naginata Ähnlichkeiten mit einer Gleve hat? Mein Vater hat mir den Umgang mit diesen Waffen gelehrt, bevor er..", ein lauter Schrei unterbrach sie in ihrer Aussage.
      Er schien von unten zu kommen.
      "Habt ihr das auch gehört?", fragte sie und wurde merklich aufgeregt.
      // Hoffentlich gibt's endlich Action.//

      ______

      Als Kaito und ich die nächste Etage erreichten, stellten wir resigniert fest, dass auch diese ein Labyrinth bereithielt.
      "Wie einfallsreich", maulte Kaito und schoss genervt mehrere Schüsse in eine der Wände, welche zu unserer Überraschung erstaunlich dünn klangen.
      "Das hättest du besser nicht tun sollen. Jetzt weiß jeder, wo wir sind", kommentierte ich Kaitos Aktion, während ich die Einschusslöcher untersuchte.
      // Einfacher Gipskarton...Die Wände sind also nicht tragend, sondern wurden nachträglich hier hochgezogen.//

      Während wir durch diese Etage gingen und unsere Taktik mit den Markierungen fortführten, schlich Shirui durch die tragenden Wände und haftete regelrecht an uns.
      Manchmal schlich er auch auf allen Vieren genau unter unseren Füßen herum, da die engen Geheimgänge teils in die Fußböden eingelassen waren.
      Sauerstoff bekamen diese durch die Luftschächte, die zwar Luft passieren lassen konnten, jedoch aufgrund der zu geringen Größe der Zuleitungen für einen Menschen nicht zu bezwingen waren.
      Wozu die Gänge ursprünglich angelegt waren, ist hingegen nicht überliefert und das Geheimnis um sie verstarb zeitgleich mit dem Tod des Architekten.
      Wir bekamen davon nichts mit.
      Nur einmal glaubte Kaito, Schritte und ein leises Knirschen aus der Wand gehört zu haben, jedoch schenkte ich ihm keinen Glauben und witzelte, dass die vielen Gänge anfangen, seinen Verstand zu vernebeln.

      Eine Weile später hörte ich um die Ecke vertraute Stimmen und Schritte.
      Ich legte einen Finger auf meinen Mund und deutete Kaito damit, sofort still zu sein und keinen Mucks zu machen.
      I'm a shape shifter at Poe's masquerade.