Battle of the Skyscraper [Haruka & Michiyo]

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    • Battle of the Skyscraper [Haruka & Michiyo]

      Im 22 Jahrhundert genießt die Menschheit den Luxus von Sicherheit. Für Krankheiten finden sich schnell Medikamente und Impfstoffe, Kriege und Schlachten gehören schon längst der Vergangenheit an und Geld kann einem jeden Wunsch erfüllen. In einer Zeit in der es den Menschen an nichts mangelt, geriet der Alltag schnell in öde immer wiederkehrende Handlungen überzugehen. Das Entertainment Angebot immer ausgefallener, stumpften die Leute in der Reizüberflutung ab und das Programm bot irgendwann nicht mehr den nötigen Nervenkitzel. Um dieser Entwicklung gegenzusteuern bildete sich eine Organisation, die das Ziel hatte die Bevölkerung zu schockieren und ihnen einen Spiegel vorzuhalten. So entwickelten sie ein Spiel, in dem 100 Teilnehmer um ihr Überleben kämpfen müssen. Während einige dieser Teilnehmer sich freiwillig in den Kampf stürzten, gab es auch einige, die gegen ihren Willen in dem Turm erwachten.


      Live im TV übertragen kämpfen die Spieler um ihr Überleben und müssen dafür den 59 Stock erreichen – was dort auf die Spieler wartet weiß keiner. In dem ganzen Chaos finden sich auch die vier jung Erwachsenen Haruka, Kaito, Hisato und Chiyoko wieder. Werden sie es schaffen zu überleben? Finden sie verbündete oder ziehen sie alleine in den Kampf? Welche Taktik verfolgen sie und welche Waffen wählen sie um sich zu verteidigen?


      Bist du bereit für das Battle?

      Haruka Watanabe & Kaito Sato: @Haruka Watanabe
      Hisato Ueno & Chiyoko Busujima:
      @Michiyo
      Hier gehts zur Vorstellung: Battle of the Skyscraper [Haruka & Michiyo]
      A heart's a heavy burden.

    • "Da wären wir", murmelte ich, während ich den schwarzen Tesla auf einer großen Parkfläche auf der anderen Straßenseite des "Hunger Games Tower" parkte.
      Ich stellte den Motor ab und beobachtete einige Minuten lang das Geschehen.

      "Kaito?"
      "Ich hab's schon mitbekommen."
      "Irgendwie fühle ich mich unwohl."
      "Ich mich auch. Doch denk an deinen Verlobten. Deine Armut und der Wunsch ihn zu heiraten ist der Grund, warum du hier mitmachst", fügte Kaito hinzu.
      "Außerdem haben wir noch die Waffen meines Kontakts, die er hier irgendwo versteckt hat."
      "Hat er dir gesagt wo?"
      "Nein. Aber ich vertraue ihm. Und das solltest du auch, schließlich war er Teil unserer Straßenbande, bevor er untergetaucht ist."
      "Wenn wir da gleich reingehen, wie wollen wir uns verhalten?"
      "Was meinst du, Haru?"
      "Naja, wollen wir die anderen wissen lassen, dass wir uns kennen oder wollen wir das als unsere Geheimwaffe nutzen?"
      "Geheimwaffe? Inwiefern soll das eine Geheimwaffe sein?"
      "Weiß nicht. War nur so ein Vorschlag."
      "Wenn du das möchtest....dann sollten wir aber zeitversetzt das Gebäude betreten und uns nicht anblicken oder gar miteinander reden. Und sollten wir uns begegnen, werden wir uns einander wie Fremde behandeln."
      "Gut. Aber ich werde nicht auf dich schießen. Niemals. Und du versprichst mir, auch niemals auf mich zu schießen."
      Ich hielt ihm meine geballte Faust hin.
      "Versprochen", entgegnete Kaito und drückte seine Faust sanft gegen meine.
      Anschließend umarmten wir uns.
      "Und sollte dich jemand erschießen, werde ich mich mit einem Amoklauf durch alle 59 Stockwerke rächen und dem Veranstalter das Preisgeld aus seinen toten Händen reißen."
      "Dich wird niemand erschießen. Daran glaube ich tief und fest. Schließlich hattest du mit mir einen guten Lehrmeister und du hast wirklich gute Reflexe, Kaito. Aber lass uns nun aussteigen, bevor ich noch anfange zu weinen", entgegnete ich und schnallte mich ab.
      Stumm öffnete ich die Türe und ließ mir den kühlen Herbstwind durch den ordentlichen Undercut wehen.
      Aus dem Kofferraum holte ich zwei schwarze Taschen mit Kleidung für die nächsten Tage für uns, da dieses Spiel durchaus einige Tage andauern kann.
      "Die ist für dich", sprach ich und drückte ihm eine der beiden in die Hand.

      "Geh vor und denk an unsere Abmachung. Wir sehen uns."
      Wir umarmten uns ein letztes Mal freundschaftlich und Kaito zündete sich eine Zigarette an, während er die Straße überquerte.

      Sorgenfalten zeichneten sich auf meinem Gesicht ab, während ich ihm nachblickte.

      Minuten später betrat auch ich den Eingang des Towers und fand mich in einem langen Gang wieder, an dessen anderem Ende sich bereits eine längere Schlange gebildet hatte.
      Kaito war gerade dabei, sich zu registrieren und seine Tasche kontrollieren zu lassen und bekam anschließend ein rotes Kärtchen in die Hand gedrückt.
      Als ich schließlich an der Reihe war und mich nach der Ta registriert hatte, bekam ich ein blaues Kärtchen.
      Ich setzte mich auf eine Bank im kleinen Flur zwischen dem Registrationsschalter und dem folgenden Raum und trank einen letzten großen Schluck.
      Ich bemerkte einen komplett in Schwarz gekleideter Priester, der, als er schließlich mit der Registration an der Reihe war, nach der obligatorischen Taschenkontrolle stumm ein purpurfarbenes Kärtchen entgegennahm und nickte.
      Anschließend küsste er sein Kreuzanhänger und schritt mit seiner Schwarzen Tasche durch einen langen Korridor an mir vorbei in den nächsten Raum.

      //Was macht denn ein Geistlicher hier?//
      Einen Moment später schritt eine Person im Anzug energisch durch mehrere Flure in eine leeren und große Eingangshalle gelotst, deren Bodenfliesen im Vergleich zu den weißen Wänden 10 verschiedenenfarbige Areale absteckten.
      Nach einem Moment der Verwunderung, in denen ich mich umblickte und die knapp 50 anderen Teilnehmer musterte, wurden wir, also die Teilnehmer und ich, von einer blonden Frau mit blauen Augen über einen großen Bildschirm begrüßt, welche uns Roboterhaft Instruktionen gab: "Herzlich Willkommen bei den Hunger Games, dem Spiel, bei dem es sprichwörtlich um Leben und Tod geht.

      Stellen Sie sich das Ganze wie Paintball vor, nur sind die Waffen tödlich und die einzige Farbe ist Blut.
      Sie gehören zu den Wahnsinnigen, die sich freiwillig gemeldet haben, doch im Inneren des Towers werden Sie auf viele Menschen treffen, die sich hier gegen Ihren Willen aufhalten.
      Insgesamt beträgt die Teilnehmerzahl 100, welche auf 10 Etagen aufgeteilt werden.
      Bevor wir Sie das Schlachtfeld betreten lassen, werden wir Ihnen noch einmal die Regeln erklären. Ihr Ziel ist es, die Etage 59 zu erreichen, ohne zu sterben.
      In jeder Etage finden Sie eine sogenannte save zone vor. Diese Zonen bestehen aus einem Wohnquartier mit mehreren Betten, einigen Duschen und einer kleinen Küche mit Proviant und dienen der Erholung, sowie dem Kennenlernen der Teilnehmer.
      Diese Zonen werden nach Abschluss bestimmter Aufgaben und Challenges freigeschalten.
      Innerhalb dieser Zonen herrscht Frieden und bestimmte Frequenzen werden dafür sorgen, dass die Waffen nicht funktionieren.
      Das ist auch der Grund, weshalb Sie Waffen von außerhalb nicht mitbringen dürfen, sondern von uns welche gestellt bekommen.
      Sie werden am Eingang jeder Etage eine umfangreiche Auswahl an Waffen vorfinden, an der Sie sich bedienen können.
      Und denken Sie daran: Jeder Regelverstoß hat den augenblicklichen Tod des Regelbrechers zu Folge.
      Bitte stellen Sie sich nun auf das Feld, welches der Ihnen zugewiesenen Kärtchen entspricht."
      Ich stellte mich gemäß meines Kärtchens auf das blaue Feld und blickte zum roten Feld hinüber, in der Hoffnung, ein letztes Mal Kaito sehen zu können.
      Gläserne Wände schossen aus dem Boden und grenzten die Felder voneinander bis zur Decke hin ab, Sekunden später versprühten an der Decke befestigte Sprinkleranlagen ein gelbliches Gas ab, welches uns müde machte und nach und nach unseres Bewusstseins beraubte.
      I'm in love with music, anime & video games.
    • "Herzlich Willkommen" sprach eine männliche Stimme und riss Chiyoko aus ihrem unfreiwilligen Schlaf. Erschrocken blickte das junge Mädchen um sich und fand sich in einem, ihr fremden Zimmer wieder. Die schlichte Einrichtung erinnerte an ein mittelklassiges Hotelzimmer. Als die tiefe Stimme erneut zu hören war, wandte sich die weißhaarige zum Bildschirm, auf dem ein Maskierter zu ihr sprach. "Chiyoko Busujima, du gehörst zu den wenigen glücklichen Personen, die als Teilnehmer für das Battle auserwählt wurden." erklärte der Mann, dessen Worte mit einem Verzerrer nachbearbeitet wurden. "Wohlhabende, einflussreiche und berühmte Personen, wie du haben die Chance erhalten in diesem Game am anderen Ende der Nahrungskette mitzuspielen. Das silber Besteck bei Seite gelegt, bringt euch euer Geld und eurer Ansehen hier nichts mehr, denn hier geht es um Leben und Tod!" panisch lauschte die sechszehnjährige den unglaubwürdigen Worten während ihr Herz begann wie wild zu rasen. Völlig überfordert versuchte sie die Informationen zu verarbeiten, sich wach zu rütteln und in Erinnerung zu rufen, was geschehen war. Das letzte woran sie sich erinnern konnte war, dass sie sich auf dem Heimweg befand. Den Tag verbrachte sie mit ihren Freundinnen im Einkaufszentrum, genossen ihre gemeinsame Zeit ehe sie mit vollbepackten Händen heimkehren wollten. Nachdem sie sich von ihren Freunden verabschiedet hatte, spürte sie eine kräftige Hand auf ihrem Mund, die ihr von hinten ein Tuch auf die Atemwege presste ehe alles um sie herum schwarz wurde. Die Augen des Mädchens weiteten sich in Horror und sie sprang in einem Satz vom Bett. "Lass mich hier raus! HILFE!!" schrie sie aus tiefster Seele doch niemand erhörte sie. "In dem Schrank findest du alle Arten von Waffen um dich zu verteidigen. Um zu überleben musst du den 59 Stock erreichen. Ein letzter Hinweis für dich - in dem Tower befinden sich, neben den unfreiwilligen Teilnehmern auch Personen, die freiwillig in das Gemetzel starten also sei besser auf der Hut." lachte die mysteriöse Gestalt bis sich schließlich der TV abschaltete.

      Das Hämmern in ihrer Brust wurde immer stärker, lauter und erfüllte schon bald ihre Ohren. Obwohl sie nicht wusste was sie tun sollte, schien ihr die Situation aussichtslos, machte sie sich geistesabwesend auf den Weg zum Schrank. Dort unterlag sie der Reizüberflutung der riesigen Auswahl an Waffen, die sie so nur aus Spielfilmen kannte. Mit zitternden Fingern näherte sie sich einer Pistole doch hielt wenige Zentimeter davor inne. Die Vorstellung die Waffe tatsächlich abzufeuern verschreckte sie und außerdem war da noch der Rückstoß, den sie als ungeübte Schützen und als das zarte Persönchen das sie war, wohl kaum augleichen konnte. Sie hatte nicht vor zu kämpfen, wollte einfach nur fliehen, aus diesem Albtraum erwachen aber wenn sie tatsächlich überleben wollte musste sie sich für eine Verteidigung entscheiden. Weniger einschüchternd wirkten zwischen den ganzen Folterinstrumenten die verschiedenen kleinen Granaten, die am Boden des Schranks lagen. Neben einem Rücksack nahm sie sich diese und stopfte so viele wie sie konnte in diesen. Nachdem sie alles eingepackt hatte, schritt sie zur Tür während ihre Knie zitterten und ihre Beine sich wie Wackelpudding anfühlten. Vorsichtig griff sie nach der Türklinke, hielt diese eine Zeitlang in der Hand ohne sich zu rühren. Was sie hinter der Tür erwartete wusste Chiyoko nicht und eigentlich wollte sie es auch gar nicht herausfinden. Sie schüttelte sich, atmete tief ein und aus. In dem Zimmer war sie sicher, dachte sie zumindest und nutzte die Gelegenheit nocheinmal einen klaren Gedanken zu fassen. Das Mädchen brauchte eine Strategie wenn sie aus dieser mislichen Lage lebend hervorgehen wollte.

      Als sie ansatzweise wusste, wie sie vorgehen würde wandte sie sich wieder der Zimmertür zu und öffnete, noch immer zittrig, den Weg hinaus. Der Flur war leer, an den Wänden zierte eine große Nummer Vier die Gänge. Bevor sie die Tür hintersich zufallen ließ, stopfte sie ihren zusammengeknüllten Schnürsenkel zwischen Tür und Rahmen um weiterhin Zutritt zu haben, für den Fall, dass es ein zentrales Schließsystem gab. Wie in Trance scannte sie ihre Umgebung, vernahm ein Treppenhaus und steuerte auf dieses zu. Noch bevor sie an der Treppe angekommen war blieb sie stehen. //Um zu gewinnen musst du den 59 Stock erreichen// ringte es in ihren Ohren. Natürlich würden sich alle bei Beginn des Spiels nach oben begeben wollen, die Treppe oder Aufzüge dürften die gefährlichsten Orte im ganzen Gebäude sein. Ängstlich machte sie einige Schritte rückwärts zurück. Wenn sie mit ihrer Annahme richtig lag und es sich bei dem Tower um eine Art Hotelanlage handelte, müsste es irgendwo eine Übersicht der Etage geben. Schnell fand sie den Fluchtwegplan und verschaffte sich einen Überblick von der Etage. Es waren überwiegend Schlafräume doch auf dem Plan konnte sie eine kleine Kammer entdecken, die wie ein Technikraum aussah. Entschlossen nickte das Mädchen und pregte sich den Weg dorthin ein. Während sie diesen Ansteuerte überprüfte sie an jeder Tür ob sie sich öffnen ließe - vergeblich. Am Technikraum angekommen sellte sie fest, dass auch dieser Raum verschlossen war. Mit ihrer Haarspange fummelte sie im Schloss bis es endlich nachgab. Von dort würde sie versuchen irgendwie in die Lüftungsschächte zu gelangen.

      Anders als Chiyoko war Hisato freiwillig in das Spiel gestartet. Er brauchte das Geld für seine kleine Schwester. Gemeinsam mit den anderen Teilnehmern die aus freien Stücken dort waren, wartete er in einer Art Lobby, nachdem er sich registriert hatte auf den Beginn des Events. Er bekam ein blaues Kärtchen in die Hand gedrückt und wartete auf seiner Position nur um von einem Gas in einen sanften Schlaf verfrachtet zu werden. Als er wieder zu Bewustsein kam fand auch er sich in einem Zimmer wieder und fand im Schrank die Waffenauswahl. Nachdem er sich seine Kettensicheln und andere Instrumente aneignete, begab er sich gutausgerüstet in den Flur, wo das Game seinen Anfang nahm.
      A heart's a heavy burden.

    • Ich erwachte etwas später in meinem Bett.
      Wo ich war wusste ich nicht, ebenso nicht, wie spät es war.
      Müde richtete ich mich auf und blickte mich um.
      Ich befand mich offenbar in einer Art Hotelzimmer.
      Neben mir auf dem breiten Bett stand meine Tasche, deren Inhalt ich zur Sicherheit überprüfte. Kleidung, Hygieneartikel, ein eingerahmtes Foto meines Verlobten - es fehlte nichts.
      Neben der Tür stand ein großer Schrank, der aufgrund seiner Ausmaße meine Aufmerksamkeit erregte.
      Ich stand auf, schritt zu ihm und stellte mit geweiteten Augen fest, dass in ihm etliche Waffen und Zubehör säuberlich aufgereiht waren.
      Am Boden befanden sich mehrere Arten von Granaten, im Fach darüber mehrere Nahkampfwaffen und Gadgets, die scheinbar zum Foltern und Fallenstellen ausgelegt waren.
      Darüber kamen Waffen mit großem Kaliber; hauptsächlich Scharfschützengewehre, aber auch Exoten wie Revolver und Maschinengewehre.
      Dann kamen Schrotflinten und Sturmgewehre und ganz oben reihten sich reguläre Handfeuerwaffen mehrerer namhafter Hersteller aneinander, welche dieses Event sponsorten.
      Ich nahm nacheinander jedes Scharfschützengewehr in die Hand und begutachtete es genau. Ich prüfte die Haptik, die Handlichkeit, das Gewicht, die Größe, die Qualität des Schalldämpfers und den Tragekomfort.
      Am Ende hatte ich schließlich eines mit Halbautomatik gefunden, welches ich "Minato II" taufte.
      Zusätzlich packte ich mir eine Pistole für kurze Distanzen, mehrere Rauchgranaten, ein Messer für den Nahkampf und ein Dutzend Stolperdrähte.
      Zuletzt leerte ich im angrenzenden Badezimmer meine Blase und ermutigte mich vor dem Spiegel, während ich Atemübungen machte und mich an die knallharte Militärausbildung und die harten Drills erinnerte.
      Ich wollte auf jeden Fall überleben. Für Kaito. Für das Geld. Für meinen Verlobten.
      Nach einigen Minuten intemsiver Atemübungen und Meditation betrat ich hochkonzentriert mit meinem Scharfschützengewehr im Anschlag und dem Finger am Abzug leise mein Hotelzimmer.
      Ich blickte mich um, erst nach links, dann nach rechts.
      Unweit von mir waren Schritte zu hören, ich beschloss, diesen zu folgen.
      Die Geräusche führten mich zu anderen Kandidaten, die bewaffnet und mit unsicherer Körperhaltung ihre Zimmer verließen.
      Sie standen teilweise mit dem Rücken zu mir.
      //So viele Zimmer..Eine Hotelanlage?//
      Ohne zu zögern schoss ich ihnen nacheinander in die Köpfe, ohne dass sie sich hätten wehren können.
      Dann lud ich nach und stieg dabei über die Leichen hinweg, während ich herausfinden wollte, auf welcher Etage ich war, ob es einen Gebäudeplan gab und wo das Treppenhaus beziehungsweise die Aufzüge waren.

      ________

      Kaito ist bereits seit einiger Zeit wach und stand mit kompletter Bewaffnung vor dem Spiegel.
      "Okay, konzentrier dich! Es gibt Wölfe und es gibt Lämmer. Herrsche oder werde beherrscht.
      Da draußen wimmelt es überall von Lämmern, doch ich bin ein Wolf und fresse die verdammten Lämmer. Ich werde dieses verdammte Spiel gewinnen! Für mich und für Haru! Jetzt geht's los."
      Kauto brüllte in den Spiegel, schlug mit seiner Faust dagegen und blutete.
      Mit dem Blut malte er sich Kriegsbemalung ins Gesicht und tupfte sich anschließend die Hand mit einem Tshirt ab.
      Mit zwei Desert Eagle in den Händen stürmte er aus dem Hotelzimmer, während das Adrenalin seinen Körper flutete.
      Er bemühte sich gar nicht erst, unauffällig zu sein. Das war nicht sein Stil. Kaito mochte es nicht nur im Bett laut und schmutzig.
      Während er durch die Gänge rannte, schoss er ohne Rücksicht alles und jeden über den Haufen und hatte bald die Gänge hinter sich gelassen.
      Vor ihm erstreckte sich ein knapp 60m² großes Areal, an dessen anderes Ende das Treppenhaus anknüpfte.
      An der Wand zu seiner linken war eine große rote 1 aufgemalt, was bedeutete, dass er sich in der ersten Etage befand.
      Links vom Treppenhaus befand sich ein Aufzug.
      Er erschrak ein wenig, als plötzlich die Aufzugtüren aufglitten und ein fremder Mann mit blonden Haaren mit einer Schrotflinte auf ihn zielte und abdrückte.
      Kaito konnte gerade noch zur Seite wegspringen und während er über den glatten Boden hinter einen Pfeiler rutschte, warf er eine Granate in die Richtung des Fremden, jedoch trat er sie weg, in die Aufzugkabine, welche durch die folgende Explosion unbenutzbar wurde.
      Kaito wollte schießen, jedoch hatte er keine Munition mehr, ebenso wie der Fremde.
      Ein kleiner unbeabsichtigter Wettbewerb entbrannte: wer konnte schneller nachladen?
      Kaito war mit diesen Waffen vertraut, doch auch der Fremde war flink, dennoch war Kaito einen Tick schneller und pustete dem Blonden die Rübe vom Kopf, ehe er abdrücken konnte.
      "Fuck..das war knapp....Du blöder Wichser!", fluchte er zu sich selbst und trat dem leblosen Körper den Schädel zu Matsch.
      "Pass besser auf! Du bist ein verfickter Wolf, verdammt noch mal! Konzentrier dich!!!"

      Wenig später betrat er das Treppenhaus, als die weibliche roboterhafte Frauenstimme ertönte: "Wie ich sehe, sind Sie voller Tatendrang. Das ist lobenswert und es sind noch 80 Kandidaten übrig. Sie sind jedoch zu schnell. Von daher gibt es hier eine erste Regeländerung:
      Sämtliche Save zones in den Etagen 1-10 wurden deaktiviert. Die erste Save Zone befindet sich nun auf Etage 11, jedoch dürfen sie diese nur betreten, wenn mindestens 75 Teilnehmer übrig bleiben. Sollten weniger Kandidaten verbleiben, werden Sie alle sterben."

      "Was soll das denn?", knurrte Kaito, während er die Treppe in den nächsten Stock nahm. "Sollen wir uns hier gegenseitig umbringen oder Ringelpiez mit Anfassen spielen?'
      ________

      Auch ich vernahm diese Regeländerung, während ich gerade den Etagenplan studierte.
      //Alles voller Hotelräume..das Treppenhaus ist am anderen Ende der Etage..na großartig... und die Regeländerung gefällt mir auch nicht wirklich..ich würde es wirklich gerne so schnell wie möglich hinter mich bekommen..Ich hoffe, Kaito gehört zu den Überlebenden...//
      Ich spitzte die Ohren und lauschte.
      /Hatte ich da gerade hinter mir einen dumpfen Aufprall eines Wurfmessers auf Teppichboden und das Klirren einer Glühbirne gehört?//
      Ich schloss meine Augen, lauschte angestrengter und wagte nicht zu atmen.
      //Erneut diese Geräusche, doch diesmal näher. Und da waren Schritte zu vernehmen. Sie kamen vom Gang hinter mir. //
      Geübt drehte ich mich um und blickte überrascht in die Dunkelheit, die sich genau vor mir aufgetan hatte.
      Wo eben noch Glühbirnen den Gang erleuchten, aus dem ich vorhin kam, um den Plan zu studieren, herrschte nun Dunkelheit.
      Mich beschlich das Gefühl, beobachtet zu werden.
      Beobachtet von Jemandem, der aus der durch die zerstörte Glühbirne entstandende Finsternis heraus zu mir hinüberblickte.
      Ich zielte in die Schwärze und atmete tief ein und aus. Mehrmals. Ganze fünf Male, um meine Augen schneller an die unmittelbar vor mir liegende Dunkelheit gewöhnen zu können und siehe da, es funktionierte. Ich erkannte nun deutlich die Schemen eines ausgewachsenen Mannes, der eine Kettensichel in den Händen hielt und etwa 5 Meter von mir entfernt stand.
      Ich zielte also auf das Herz des Mannes und hatte den Finger am Abzug.
      "Wer ist da?", fragte ich furchtlos in mit fester Stimme, entschlossen zu schießen.
      //Warum sollte jemand Lampen mit Wurfmessern ausschalten? Viel zu laut und auffällig. Ich weiß, hier gibt es keine Lichtschalter, aber dennoch.. Möchtest du etwa, dass ich dich entdecke?//
      Ich stand unter Hochspannung, bereit für alles, was gleich passieren könnte.
      I'm in love with music, anime & video games.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Haruka Watanabe ()

    • Schnell waren die ersten Schüsse und Schreie im Tower zu vernehmen. Chiyoko zuckte bei der Geräuschkullisse ängstlich zusammen und versuchte mit zirtigen Händen die Schrauben der Lüftungsabdeckung zu lösen. Natürlich hatte sie keinen Schraubenzieher oder Akkuschrauber zur Hand, improvisierte verzweifelt mit einer Schere, die sie in den Kreuzschlitz der Schraubenköpfe steckte.
      Mit viel Mühe gelang es ihr schließlich die metallische Abdeckung zu lösen und fiehl ihr dabei fast zu Boden. Im letzten Moment erwischte sie das Metallstück bevor es klirrend aufschlagen konnte. Nervös sah sie zur verschlossenen Tür und lauschte regungslos ob sich im Flur etwas tat, vielleicht jemand da sei, der sie gehört haben könnte. Zu ihrer Erleichterung konnte sie nur die entfernten Schüsse wahrnehmen und widmete sich anschließend der Lüftung. Der Einstieg in das System war schmal und eng und für eine Sekunde grübelte sie ob sie denn tatsächlich dünn genug war um sich in den Leitungen bewegen zu können. Da ihr keine andere Wahl blieb, schüttelte sie ihren kleinen hellhaarigen Kopf und rüttelte alle negativen Gedanken von sich. Mit einem Satz sprang sie an der Wand hoch, zog sich mit ihren dürren Armen an der Öffnung hoch und quetschte sich in den eckigen Kasten, der geräumiger war als sie erwartet hatte. Auf allen vieren durch den Staub kriechend machte sie sich auf den Weg und suchte das zentrale Entlüftungsrohr, dass bis auf das Dach führen musste.

      _______________________

      Im Flur angekommen hörte Hisato enternft von ihm einige Schritte gefolgt von erst einem und dann einem zweiten Schuss. Er war definitiv nicht allein, die Schüsse waren zwar gedämpft mussten aber unweit von ihm gefallen sein, da er sie vermutlich sonst nicht gehört hätte. In geduckter Haltung bewegte er sich auf die Geräuschquelle zu bis er an einer Ecke angekommen war. Den Kopf vorsichig um diese heraussteckend scannte er den Flur, auf dem sich nicht nur ein junger Mann, der den Etagenplan studierte befand, sondern auch unweit von ihm zwei Leichen am Boden lagen. Eine Blutpfütze umgarb die beiden Opfer, geziert von einem Einschussloch auf ihren Stirnen. Er junge Mann war also ein guter Schütze und schnell wenn er es schaffte zwei Männer unbemerkt auszuschalten ehe sie handeln konnte. Entweder das oder die beiden waren schlichtweg Idioten gewesen. Nach seinem kurzen Einblick versteckte er sich wieder hinter der Wand, blickte auf seine Sichelketten und nahm die rechte in die linke Hand um die kleinen Wurfmesser in diese nehmen zu können. Zwei Messer nahm er sich, eins zwischen Daumen und Zeigefinger während er das andere zwischen Ring- und Mittelfinger steckte. Noch ein letzter Blick in den Flur und das erste Messer flog, traf die Glühbrine auf die der sechsundzwanzigjährige gezielt hatte und fiel mit einem dumpfen Knall auf den Teppichboden. Als auch das Glas klirrend hinabfiel flog das letzte Messer und verhüllte den gesamten Flur in Dunkelheit. Da es einen Moment dauerte bis sich Hisatos Augen an die neuen Lichtverhältnisse gewöhnten, blieb er vorerst hinter der Abzweigung stehen, hatte seinen Rücken dabei an die gelb gestrichene Wand gepresst.

      Nachdem er mit der Dunkelheit im reinen war und die Stimme seines Gegners vernahm begann auch er aus seiner Deckung zu kommen. "Wenn mich nichts täuscht bist du Soldat?" kam es aus ihm im ruhigen Ton hervor ehe er lautlos einen großen Satz machte um für den Fall, dass der Mann in die Richtung schießen wollte, aus der Hisatos Stimme hallte. "Ist nur die Frage ob du ohne Nachtsichtgerät immer noch so gut schießen kannst." wieder ein Sprung zur anderen Seite. Auch wenn er nicht erwartete, dass sein Gegenüber seine Monition verschwenden würde um wild in die Nacht zu schießen, ging er auf Nummer sicher und wechselte nach jedem Satz seine Position. "Du hast die Regeln gehört. Wollen wir trotzdem ein Tänzchen wagen oder verbünden wir uns? Ich sag nur eins, so leicht wie bei den beiden Idioten würdest du mir nicht davon kommen." sprach er immer noch im ruhigen Ton ehe er seine Sichel nach ihm warf. Während Hisato mit einer kreisenden Bewegung darauf zielte, die Waffe seines gegenübers in den Ketten zu umschlingen statt ihn mit den Sicheln zu verletzten, gelang es ihm sogar die Hand des Jungen, die am Abzug ruhte zu erwischen. Hielt er nun die straffgezogene Kette in der Hand und hielt diese mit einem leichten Druck in der Hand. Sein Gegenüber sollte merken, dass er seine Waffe umschlungen hatte. Das klirren der Kette verriet dem Soldaten natürlich die genaue Richtung aus der Hisato kam, jedoch war es sehr unwahrscheinlich, dass er ihn in der Situation treffen würde. Höchstens einen wackeligen Glückschuss konnte er mit der gefesselten Waffe abfeuern.
      "Bevor du jetzt nach einer Pistole greifst..." fing er an, warf dabei ein weiteres Wurfmesser in seine Richtung, ließ es mit absicht an ihm vorbei gehen, zumindest hoffte er, dass er ihn nicht traf und lediglich der Windhauch an seinem Ohr zu spüren war. "wollte ich dich nur darauf hinweisen, dass ich mindestens genau so schnell bin wie du." beendete er seine Aussage.

      Ein leichtes Schmunzeln schmeichelte sein Gesicht und nur zu gerne hätte er den Gesichtsausdruck seines Feindes gesehen. "Also was sagst du? Frieden?" fragte er ihn und hoffte wirklich nicht so früh im Spiel mit einem gutausgebildeten jungen Krieger in eine Auseinandersetzung zu geraten.
      A heart's a heavy burden.

    • "Soldat und Hauptmann", sprach ich mit fester Stimme.
      "Und ich trage kein Nachtsichtgerät, ich vertraue alleine auf meine Augen."
      Ich war vom Satz und der Tatsache wenig überrascht, dass mir der Fremde seine Sichel entgegenwarf, der ich ruhig und äußerlich entspannt auswich.
      Dafür überraschten mich die aus der Dunkelheit hervorschnellenden Ketten, die meine Hand, die am Abzug meiner Minato lag, zurückzogen und einen Gebrauch der Waffe unmöglich machten.
      Anhand der Richtung, aus der die Ketten kamen, konnte ich die Position des Fremden lokalisieren.
      Ich wollte gerade nach meiner Pistole greifen, die im am Gürtel meiner Hose befestigten Holster steckte, als ein weiteres Wurfmesser angeflogen kam, dessen Windhauch ich genau am Ohr spürte.
      // Fast hätte es mich getroffen.//
      Ich schloss meine Augen und atmete tief durch.
      Nach und nach zeichnete sich vor meinem geistigen Auge ein genaues Bild ab, wie ich meinen Feind innerhalb weniger Sekunden vorübergehend kampfunfähig machen kann, ohne ihm ernsthafte Verletzungen zuzufügen.
      // Okay, okay..ganz ruhig...
      Erstens: Situation analysieren. Der Typ steht anhand seiner Ketten nach zu urteilen genau hinter mir. Meine linke Hand hält die Waffe, die rechte Hand wird von diesen Ketten blockiert. Schießen mit Minato II fällt also flach. Ich könnte also meine Minato wegwerfen, mein Opfer damit irritieren, während seiner Irritation meine Pistole greifen und blind in seine Richtung schießen. Nein, zu riskant und nicht erfolgsversprechend genug, darüber hinaus könnte sie kaputt gehen und der Gegner könnte weitere Wurfmesser auf mich werfen und diesmal sogar treffen. Außerdem will ich wissen, wer der Fremde eigentlich ist. Also Nahkampf. Ich hab drei Sekunden und muss die Ketten zu meinem Vorteil nutzen, sonst könnte es gleich vorbei sein für mich.//

      Mein Plan stand nun.
      "Glaubst du ernsthaft, das kann mich aufhalten?", fragte ich rhetorisch.
      Ich warf mein Scharfschützengewehr hoch in die Lüfte,
      drehte mich mit einer schnellen Bewegung in deine Richtung, griff nach meiner Pistole am Holster, schoss auf die Kettengelenke, um meine Hand zu befreien, hielt die Kette jedoch fest, um sie mehrmals um mein Scharfschützengewehr zu wickeln, welches ich fing und horizontal vor mein Gesicht hielt.
      Ich optimierte meine Körperhaltung und zog anschließend so fest ich konnte daran und merkte, wie mir ein blondhaariger Mann entgegenstolperte.
      Mit ernstem Blick drückte ich das Scharfschützengewehr direkt in sein Gesicht, sodass er mit blutender Nase daran abprallte und mit dem Rücken hart vor mir auf dem Teppichboden aufkam.
      Ich stürzte mich wie ein Löwe auf ihn, drückte ihm mein Knie fest auf die Brust und meine Pistole auf die Stirn.
      Ich blickte ihm einen Moment tief in die Augen.
      Meine Stimme klang fest und streng, so wie die eines Hauptmannes, der mit der Leistung seines Kadetten sehr unzufrieden ist.

      "Drei Sekunden. Es hat genau drei Sekunden gedauert, um dich trotz deiner vorteilhaften Position zu überrumpeln, dir die Nase zu brechen und auf den harten Boden der Realität zu bringen.
      Du magst vielleicht so schnell sein wie ich, doch in allen anderen Dingen bist du mir unterlegen. 7 Jahre Militärerfahrung voller Drill und schlafloser Nächte kann man nicht mit Wurfmessern, einer Sichel und ein paar Ketten ausgleichen.
      Das ist so, als würde man einen Panzer aufhalten wollen, in dem man ihn mit Steinen bewirft. Es ist dumm und töricht.
      Auch wenn ich in deinen Augen sehen kann, dass du nicht mein Feind bist, muss ich mich dennoch absichern. Betrachte die Tatsache, dass du jetzt noch lebst, als Zustimmung deines Friedensangebots."
      Ich packte deine Nase und drehte sie vorsichtig wieder gerade.
      "Ich würde sie an deiner Stelle kühlen, wenn du wieder bei Bewusstsein bist. Wie auch immer..ich werde jetzt gehen und wenn wir uns wiedersehen, dann als Verbündete. Ich werde dir die Hand reichen und solltest du deine Waffen trotz unseres Friedens gegen mich einsetzen, werde ich nicht mehr zögern und dich zur Strecke bringen. Im Gegenzug darfst du selbiges mit mir tun."

      Mit diesem Worten schlug ich dich mit dem Griff meiner Pistole k.o., ließ von dir ab und griff mein Scharfschützengewehr.
      Der Kampf hat mich Kraft gekostet und ich hoffte, die Save zone in Etage 11 bald zu erreichen.
      Ich sammelte deine Wurfmesser und deine Sichel auf und legte sie fein säuberlich neben dir ab. Schließlich war ich kein Unmensch.
      Anschließend ging ich von dannen und ließ dich bewusstlos in der Dunkelheit zurück, um endlich die nächste Etage zu erreichen, in der Hoffnung, Kaito bald zu begegnen.

      _____________

      Kaito erreichte die nächste Etage und wäre beinahe über eine Leiche gestolpert.
      Er erschauderte und beugte sich kurz über ihn hinüber.

      // Dem armen Kerl wurde einfach in den Rücken geschossen. Die Tatsache, dass er genau hier vor dem Treppenaufgang liegt, lässt daruf schließen, dass er flüchten wollte. Er war wohl nicht freiwillig hier. Sieht aus wie Schrotmunition. Wahrscheinlich ist mir unten sein Mörder über den Weg gelaufen, nachdem er hier fertig war.//
      Kaito schloss die Augen der Leiche und lief langsam weiter.
      An den Wänden war in purpurner Farbe eine 2 angemalt.
      Sein Adrenalin hatte inzwischen nachgelassen und die Begegnung mit dem Schrotflintenmann hatte ihn vorsichtiger werden lassen.
      // Ich muss so schnell wie möglich die Save zone erreichen. Ich mag zwar ein Wolf sein oder mich zumindest wie einer fühlen, dennoch sind die Lämmer hier gefährlicher und besser bewaffnet als auf der Straße.//
      Kaito bog in die Gänge ein, welche an die Hotelzimmer dieser Etage anknüpften.

      //Es ist so still hier. Zu still.//
      Ein Schuss streifte Kaitos Schulter und riss ihn aus seinen Gedanken.
      Erschrocken zuckte er zusammen und blickte in die Richtung, aus der der Schuss kam.
      Eine junge Frau hockte in einem der Gänge verheult hinter einem als Barrikade zur Seite gekippten Tisch und zielte von ihrer Deckung aus auf Kaito.

      "Keine Bewegung oder du bist tot! Komm nicht näher! Ich warne dich!"
      Kaito hatte keine Angst. Er könnte sie problemlos niederschießen, doch irgendwas hinderte ihn daran. Er empfand Mitleid für die Frau.
      "Du bist nicht freiwillig hier, nicht wahr?"
      "Geh weg!"
      Sie schoss erneut, zitterte jedoch sehr stark und verfehlte.
      Kaito ließ sich nicht beirren und kam weiter langsam näher.

      "Ist die Person neben dir dein Freund?"
      Er blickte auf seinen toten Leichnam.
      //Wieder Schrotmunition. Muss der Schrotflintenmann gewesen sein.//

      "Ich sagte geh weg!"
      Die junge Frau zitterte.
      "Ich bin nicht dein Feind."
      "Das sagte der Priester auch, bevor er meinen Freund erschoss!"
      "Was für ein Priester?"
      Kaito war inzwischen bis auf drei Meter an die Frau herangerückt.
      "Ein Mann Gottes sei er und ich müsse keine Angst haben, hat er gesagt. Er würde uns einen geheimen Weg in die letzte Etage zeigen, sprach er. Dumm und naiv wie wir waren, folgten wir ihm, doch dann drehte er irgendwie durch.

      Er zückte erst seine Waffe, tötete meinen Freund und zerfetzte dann mein Bein."

      Die junge Frau wollte erneut schießen, hatte jedoch scheinbar nicht mehr genug Kraft und ließ die Pistole fallen.
      Kaito wollte der Frau helfen und eilte zu ihr.
      Und dann sah er sie in ihrer Gänze.
      Ihr linkes Bein war von der Schrotmunition komplett durchlöchert und nur notdürftig mit einem Stück Bettlaken von einem der Hotelbetten verbunden.
      Kaito wusste beim Anblick der Blutlache, in der die Frau hockte, dass sie nicht mehr lange mitmachen würde.
      "Bring mich zu meinem Freund", keuchte die Frau durch den Blutverlust inzwischen sichtlich entkräftet und mutlos.

      "Das werde ich. Aber beantworte vorher meine Fragen. Wie komme ich in die nächste Etage und hast du einen jungen Mann mit schwarzem Undercut und blau-grauen Augen gesehen?"
      "Weiß ich nicht, ich hatte kaum Zeit, mich umzusehen, bevor der Priester uns ansprach und deinen Freund habe ich nicht gesehen."
      "Mein Freund? Woher weißt du, dass wir miteinander befreundet sind?"
      "Du hattest einen besorgten Blick, als du nach ihm fragtest, also muss er ein Freund von dir sein. Bei Fremden oder gar Feinden hat man einen solchen Blick nicht drauf."
      "Schlaues Mädchen. Also gut, dann bringe ich dich mal zu deinem Freund und dann suche ich meinen."
      Er griff die Pistole der Frau und hielt sie ihr an die Stirn.
      "Ich mache das wirklich ungern."

      "Hab kein schlechtes Gewissen. Schließ deine Augen und drück ab. Ich hoffe, du wirst deinen Freund in dieser Hölle aus Blut und Gewalt finden."
      "Das werde ich. Ich glaube daran. Verrätst du mir noch deinen Namen?"
      "Hitoka."
      "Ich bin Kaito. Naja, ich drück jetzt ab, ja? Bist du bereit?"
      "Ja. Ich danke dir, Kaito. Ich drücke dir vom Himmel aus die Daumen. Und deinem Freund auch."
      Kaito schloss seine Augen.
      "Danke. Ruhe in Frieden, Hitoka."
      Dann drückte Kaito ab. Blut spritzte in sein Gesicht, dann herrschte Totenstille.
      Kaito öffnete seine Augen wieder und blickte in das friedliche Gesicht von Hitoka. Es wirkte fast so, als würde sie schlafen und schön träumen.
      Er ließ sichtlich aufgewühlt von ihr ab und ging zu ihrem Freund hinüber, um seine Augen zu schließen.
      "Ruhe in Frieden", murmelte er und schnappte sich seine Waffen.
      Während er durch die Gänge irrte, in denen er immer wieder auf Verstorbene traf, breitete sich in seinem Herzen ein tiefer Schmerz aus, ein Gefühl, dass er zuvor kaum gespürt hatte.

      //Auch wenn mir Hitoka Leid tut, darf ich nicht schwach werden und Mitleid oder gar Trauer empfinden. Schließlich bin ich der Wolf von Shubuya//

      ______

      "Captain, einer der Teilnehmer hat sich Zugriff zu einem der Technikräume verschafft und klettert gerade in den Luftschacht", sprach eine männliche Stimme, welche die Aktionen des Mädchens über einen von vielen Monitoren

      beobachtete.
      "Sollen wir den Luftschacht isolieren und mit Giftgas füllen?"
      "Nein. Schaltet auf die Kameras in den Schächten um und beobachtet sie weiter. Vielleicht kriegt ihr ja ein paar hübsche Panty shots. Das wird den Zuschauern gefallen und die Quoten werden steigen und steigen", sprach eine weitere männliche Stimme emotionslos, beugte sich nach vorne, und schnippte gegen den Bildschirm.
      Seine grünen Augen funkelten.

      "Keine Ahnung, wo du hinwillst, aber du wirst es uns bestimmt bald zeigen."
      Anschließend richtete er sich wieder auf und strich durch sein weißes Haar.

      "Ich bin eine Runde spazieren, falls ihr mich braucht."
      Der Mann legte seine Bewaffnung und Schutzweste an und verließ den Raum, der als Kommandozentrale fungierte.

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      I'm in love with music, anime & video games.