Mystery Protectors [Taru & Michiyo]

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Willkommen zurück!
    Wir freuen uns riesig wieder online zu sein. :) Leider kam es bei der Aktualisierung einiger Komponenten zu größeren Inkompatibilitäten, welche in Handarbeit einzeln behoben werden mussten.
    Damit hat sich für die Nutzung des Forum folgendes verändert:
    Bisherige Links zu Beiträgen sind nicht mehr gültig, da sich die Link-Struktur geändert hat. Wir arbeiten daran, dass auch alte Links wieder funktionieren, können aber noch nichts versprechen.

    Liebe Grüße
    Euer ARC-Team

    Hinweis: Solltet ihr Probleme haben Seiten im Forum aufzurufen (Fehler 404 z.B.), aktualisiert die Seite! Ihr habt noch die alte Version zwischengespeichert.

    • Mystery Protectors [Taru & Michiyo]

      MYSTERY PROTECTORS

      17.08.2023 Präfektur Toyama
      Stadt Toyama am späten Nachmittag
      Isa Nakada

      Dabei war der Tag heute so angenehm gestartet. Das Wetter war gut, nicht zu heiß, trotz der sommerlichen Bedingungen. Und mitten beim Nichts tun wurde sie dann plötzlich angerufen von der örtlichen Polizeibehörde. Nicht jede Polizeistation kannte diese Nummer und wusste bescheid, aber wie das nun mal so ist, wurdewn gewisse Informationen häufig auch mit anderen Abteilungen oder mit dem Hauptamt geteilt. Und eine Polizeistreife schien mit einer seltsamen Gegebenheit überfordert zu sein. Offenbar war im Toyama Municipal Folkcraft Village ein unerklärliches Phänomen am Werke. Isa dachte nach. Ein Museum bedeutete oftmals, das es dort wertvolle oder alte Gegenstände gab. Sicher war davon auszugehen, das eben ein Solcher für den Einsatz verantwortlich war.
      Sie gab Gas. Sie fuhr mit ihrem Oldtimer mit etwas überhöhter Geschwindigkeit durch die Stadt. Sie wäre gern noch schneller, aber der Verkehr ließ es kaum zu. Wo es ging, da qualmten die Reifen. Gelegentlich hupte irgendwer oder warf Flüche nach, aber das ignorierte sie.
      Ein paar Kilometer musste sie fahren. Ihr Haus lag zum Glück im westlichen Teil der inneren Stadtgebiete. Etwa drei Kilometer waren es bis zum Ziel. Verflucht nahe. Aber perfekt um in wenigen Minuten am Ziel einzutreffen.
      Als sie um die letzte Ecke bog sah sie schon das Museum in seiner idyllisch wirkenden Gemeinde. Es ware eines von mehreren Museen vorort. Ein Polizeiwagen stand bereits mit aktiven roten Lichtern dort, aber von den Polizisten keine Spur.
      Sie hielt an und stieg aus. Ihr Blick wanderte zum Museum und suchte bereits nach verdächtigen Auffälligkeiten. Außer der geöffneten Tür gab es keine. Sie prüfte nochmals ihren Waffengürtel, strafte sich, atmete durch und begab sich flink zum Eingang.
      "Hallo? Halloooooooooooo? Jemand hier? Hallooohooo!"
      Keine Antwort. Kein Mitarbeiter in Sicht, kein Pllizist dem sie mal wieder ihren Auftritt erklären müsste. Sie ging weiter. Es war kein sehr großes Gebäude. Aber irgendwo hier musste ees doch den Grund für ihr Hier sein geben.
      Sie hörte Geräusche und vernahm Stimmen. Sie zog ihre Waffe. Standardmunition. Keine Ahnung, was sie erwartete, daher galt vorerst Eigenschutz. Umsatteln konnte man immer noch.
      Vorsichtig schlich sie an der Wand zur nächsten Tür und schob sie auf. Ein weiterer Gang zum nächsten größeren Raum. Der Durchgangsbereich war soweit sauber. Nicht Verdächtiges.
      Dann jedoch erreichte sie ihr Ziel. Und offenbar gab es ein Problem. Ein Polizist lag bereits am boden. Ob er noch lebte? Der andere zielte mit der Waffe auf Irgendwas oder Irgendwen. Isa konnte es noch nicht genau sehen. Vorsichtig spähte sie um die Ecke ....
    • Ayame Kitamura

      Der Tag begann für die junge Frau wie sonst auch, bereits in den frühen Morgenstunden klingelte ihr Wecker, kämpften sich die ersten Sonnenstrahlen durch die Vorhänge in ihr Zimmer und leuteten den Arbeitstag ein. Wie immer zog es sie als erstes ins Badezimmer wo sie sich erfrischte ehe sie ihre Dienstuniform anlegte. Im Erdgeschoss des Familienhauses angekommen stiefelte sie noch halb verschlafen in die Küche und nahm sich ihre Bento-Box, die sie am Abend zuvor vorbereitet hatte und stopfte diese in ihre Tasche. Vorher nam sie sich noch ein Glas Wasser und leerte es in einem Zug. Obwohl sie Frühaufsteherin war, fielt ihr an dem Tag der Start in diesen nicht leicht, blieb sie die Nacht zu lange wach und stöberte in den neuen Büchern, die sie sich geholt hatte. Am liebsten hätte sie eine warme Tasse Tee genossen aber um eine Kanne aufzusetzen fehlte ihr die Zeit, wenn sie nicht zu spät kommen wollte. Ihre Eltern waren bereits außer Haus, lediglich die einundzwanzig Jährige und ihre jüngeren Geschwister waren Daheim. Während die beiden Zwillinge noch in den Federn lagen und später bei ihrer Nachbarin essen sollten, musste die älteste nun los. Zu gerne wäre sie im Bett geblieben und hätte in ihrer Lektüre geblättert doch irgendwie musste sie sich ihr Studium nunmal finanzieren. Beklagen konnte sie sich auch nicht da ihr die Arbeit im Village tatsächlich viel Spaß bereitete. Außenstehende verstanden selten ihre Begeisterung für die Museumsarbeit doch das störte die Studentin reichlich wenig. Als sie endlich das Haus verließ, eilte sie zum Bus, der sie nach gut Zwanzig Minuten an ihr Ziel brachte.

      In dem Museums Dörfchen angekommen schaute Ayame auf ihren Dienstplan, denn jeder Arbeitstag sah dort anders aus. Jeden Morgen überprüfte sie, in welchem der vielen kleinen Museen sie zugeteilt war. An jenem Tag war es das Folk Art Museum, das sich in einem alten Farmhaus erstreckte. Es gehörte zu den kleineren der sieben Museen und fokusierte sich auf traditonielle Kulturen und bat einer Sammlung von Klamotten und Ausrüstung, aus den verschiedensten Teilen der Welt, Unterkunft. Für diese Ausstellung eingeteilt zu sein war ein große Ehre, da heute ein neues Ausstellungsstück geliefert werden sollte. Dafür galt es alles vorzubereiten. Aufgeregt verbrachte sie den Vormittag damit Platz für den neuen Gegenstand zu schaffen, ein langes Kleid aus Leinen - ein seltenes Original aus England, wie man ihr erzählt hatte. Nicht nur der Platz war entscheident, sondern auch die Positionierung. Neben welchem Ausstellungsstück würde sich das Kleid gut machen? Welche Belichtung brachte es besonders zur Geltung und wo sollte es ausgestellt werden? Alles Fragen, mit denen sich Ayame beschäftigte und versuchte das kleine Häuschen uns seine Schätze dahingehend zu gestalten.

      Einige Stunden vergingen und gerade als die Brünette sich auf den Boden setzte, tief ausatmete und sie die Schweißperlen von der Stirn wischte kam auch schon ihr Kollege herein. "Oh wow du bist ja schon fertig! Hast du das alles ganz alleine gemacht?" fragte er sie deutlich erstaunt über die geleistete Arbeit. Lächelnd nickte sie ihm entgegen, war zu sehr aus der Puste um ihre Gedanken in Worte zu fassen. Nachdem sie endlich mehr Verantwortung im Museum und seiner Gestaltung übernehmen durfte, war sie so voller Tatendrang, dass sie am liebsten alles alleine machte auch wenn dies Muskelkater bedeutete. Mit einem Mäppchen in der Hand und einem gelben Zettel darauf machte sich der Mann auf den Weg zu ihr rüber, hielt ihr einen Stift hin und bat sie um eine Unterschrift. Damit bestätigte sie, die kostbare Wahre entgegen genommen zu haben. Schwungvoll unterzeichnete sie mit ihren Inizialien A.K und schaute neugierig zur Tür. "Herein damit!" kicherte sie noch immer außer Atem und konnte es kaum erwarten. Es war das erste Mal, dass sie sich mit der Neuankunft eines Stückes befassen durfte, hatte zuvor immer nnur bei ihren Vorgesetzten zugeschaut oder assistiert. Auf ihren Wunsch hin öffnete sich der Eingang und zwei Männer trugen eine große, schwer aussehende Holzkiste in die Mitte es Raumes. Verblüfft schaute der Kollege erneut auf den Lieferschein. "Ich dachte es soll nur ein Kleid kommen." murmelte er vor sich hin und blätterte in den Informationen in seiner Hand. "Naja die Sicherung der Ware ist sehr wichtig! Füllstoff wird das ganze Paket ausfüllen." antwortete sie ihm schulterzuckend ehe sie sich vom kalten Boden erhob und ihre Klamotten vom Staub befreite. "Ihr könnt die Kiste schon mal öffnen, ich gehe nur kurz Handschuhe holen. Passt du bitte solange darauf auf?" fragte sie ihren Arbeitskollegen und verschwandt bevor er eine Antwort von sich geben konnte. Nach einem Moment war Ayame auch schon wieder da und stülpte sich die weißen Stoffhandschuhe über ihre zarten Finger. "Danke ihr könnt jetzt gehen." sprach sie zu allen im Zimmer und stellte sich vor die geöffnete Lieferung während alle gingen. Ehe die Tür zufiel rief ihr der junge Mann noch die Worte "Ich bin im Azuma-Dachi wenn du Hilfe brauchst." zu und plötztlich kehrte Stille ein. Das Herz klopfte ihr in der Brust und voller Freude schob sie die Polsterung der Ladung bei Seite bis sie das Knistern der Folie vernahm. Vorsichtig hob sie das Kleid in der Hülle aus der Transportbox und hing es an seinen fein ausgewählten Platz. Anschließend entfernte sie die Folie, ging ein paar Schritte zurück und betrachtete das Stück Stoff. Mit einem Funkeln in den Augen betrachtete sie die Komposition der Gegenstände und atmete erleichtert aus. "Ich denke meine Arbeit ist getan" murmelte sie glücklich vor sich hin und streifte sich die Handschuhe wieder von den Händen. Gerade als sie dem Kleid den Rücken kehrte um die Kiste zu schließen vernahm sie ein Kitzeln am Knöchel. Ein Faden hatte sich um ihr Bein gewickelt. Panisch weiteten sich die Augen des Mädchens. "Nein...nein..nein.nein.nein.nein!" stieß es immer lauter aus ihr hervor. "Oh mein Gott ich habe das Kleid beschädigt! Das kann doch nicht.." bevor sie den Satz beenden konnte riss es ihr den Boden unter den Füßen weg und sie landete schmerzhaft auf ihrem Po. Weitere Fäden folgen vom Kleid, direkt auf Ayame zu und packte sie an den Handgelenken. Wieder zog es sie näher ans Kleidungsstück während sich die Nähte um ihrer Haut enger zuschnürten. Ein schmerzerfülltes Stöhnen lief über ihre Lippen und völlig mit der Situation überfordert verstand sie nicht was geschah.

      Vom Knall ihres Sturzes alarmiert wollte ihr Kollege nach dem Rechten schauen, öffnete die Tür und steckte seinen Kopf in den Raum. "Alles ok? Ich dachte ich hätte da was gehört?" fragte er bevor er realisierte was sich vor seinen Augen abspielte. "Ruf Hilfe!!!" schrie die Brünette verzweifelt und versuchte sie Schlingen, die in ihre Haut schnitten von sich zu lösen. Nachdem der Junge den Notruf wählte rannte er Ayame entgegen und versuchte ihr zu Helfen. Mit einem Taschenmesser durchtrennte er den Faden an ihrem Bein ehe das Kleid sich ihm wütend widmete. Dicke Schnüre flogen ihm um den Hals, verengten sich bis er blau anlief und ohnmächtig zu Boden sank. Alles passierte so schnell doch es fühlte sich wie eine Ewigkeit an bis endlich Hilfe eintraf. Der erste Polizist, der sich mit einer Waffe näherte wurde von den Ausstellungsstück mit voller Wucht aus dem Raum geschleudert und kam nicht wieder, der andere Beamte stand wie angewurzelt, zitternd da und zielte auf den tanzenden Stoff. Aus dem Nichts ertönte eine weibliche Stimme und die Studentin versuchte den Rufen zu antworten. "Hil..fe" keuchte es leise aus ihr, da ihr die Nähte mittlerweile die Luft zu atmen raubten, lagen sie ihr nun ebenfalls um den Hals. Ihre Finger klammerten sich um die dünnen Fäden, die sich wie Messer auf ihrer Haut anfühlten. Die Fingerkuppen, die das Seil umklammerten waren bereits blutig aufgeschnitten und Tränen liefen der einundzwanzig Jährigen in die Augen. "Hilfe!!!" schrie sie mit letzter Kraft und hoffte auf ein Wunder.
      A heart's a heavy burden.

    • Isa

      Was Isa jetzt sah erstaunte sogar sie. Das hatte sie so noch nicht erlebt, obwohl sie schon so einiges in den letzten paar Jahren gesehen hatte. Der Polizist war ebenso überfordert mit der Situation, wie es überraschend für Isa war. Auf dem Boden lag ein Mädchen und das wurde von einem Kleind angegriffen, das in der Luft tanzte. Fäden waren aus diesem hervorgekommen und schienen die Leute in der Nähe fesseln und erwürgen zu wollen. Hier war also eine Art Psi Phänomen am Werk. Vielleicht ein Geist oder Dämon. Das Kleid wirkte fast, als wäre jemand in diesem. Aber es könnte auch nur die Form angenommen haben, als würde man es tragen. Sie wusste nicht, um was für ein Kleid es sich handelte. Klar war, das hier Menschenleben gefährdet war.
      Sie betrat den Raum. "Verschwinden sie! Nehmen sie ihren Kollegen mit und ordern sie zwei Krankenwagen!", polterte sie den Polizisten an, der panisch zu ihr rüber sah. "W-wer sind sie? Das ist gefährlich ...gehen s.." "KLAPPE! Tun sie as ich sage. Das hier ist nichts für sie. Ich bin Protectorin und kenne mich damit aus ... UND JETZT RAUS HIER!"
      Der Polizist schluckte, tat aber was verlangt wurde. Isa inzwischen näherte sich dem Kleid, das immer noch ein Mädchen würgte. Die schien auch kurz davor zu stehen ohnmächtig zu werden.
      "Tzzz, immer dieser Stress mit euch Dingen! Mach dich vom Acker!", knurrte sie trocken und hob die Waffe. Sie schoss auf das Kleid. Sie hatte eine Anti Psi Patrone verwendet, um spirituelle Energie zu blocken. Sie hoffte zumindestens das dort kein Dämon drin saß. Das würde nur unnötig Zeit kosten.
      Das Geschoss traf das Kleid und als hätte wer in eine Stromleitung gefasst, zischte und knisterte es. Blitze waren zu sehen, die das ganze Kleid einhüllten. Dieses widerum wand sich und tanzte, als wenn es in Flammen stünde. Aber es ließ sein Opfer los und klappte dann nach hinten. Isa sprang vor. Hier lagen noch Folien herum. Und die Kiste, aus dem man es wohl geholt hatte. Sie fackelte nicht lange, schnappte sich den tötlichen Stofffetzen und rollte es in der Folie ein, warf das verschnürte Paket dann in die Kiste und legte den Deckel drauf. Die Verschlüsse rasteten ein und erst dann entspannte sie sich mit einem Seufzen.
      "Hihi, hab ich gerade ein Kleid erschossen? Getanzt wird mit dem Ding jedenfalls nicht mehr."
      Sie hörte ein Husten. Das Mädchen war noch in einem Stück und wohlauf. Nur etwas gerötet an den Stellen, wo der Faden sich verschnürt hatte. Ihr Kollege lag etwas weiter hinten, sah aber auch ok aus.
      Isa drehte sich um und sah zu ihr runter. "Noch mal Glück gehabt, was? Wo habt ihr das Teil bloß gefunden? Naja, egal. Wie fühlst du dich?"
      Während sie das fragte, löste sie das Magazin aus der Waffe und lud ein anderes in diese. Es Klickte und die Waffe war wieder scharf und schussbereit.
      Isa hatte vor, dieser jungen Frau das Gedächnis umzubauen. Das galt auch für die beiden Polizisten. Noch konnte sie es nach einem Raubüberfall aussehen lassen. Die Täter hatten die Dame gefesselt und den Mitarbeiter ausgeschaltet, nachdem dieser die Polizei alarmiert hatte. Es waren Profis und sie konnten sie mit dem Gegenstand flüchten. Natürlich würde Isa noch den Polizisten die Drecksarbeit machen lassen, und die Kiste zu ihrem Wagen schleppen lassen.
    • Ayame Kitamura

      Keuchend und hustend rangte sie nach Luft, versuchte ihre Lungen mit so viel Sauerstoff zu nähren, wie sie aufnehmen konnte. Das Gesicht schmerzverzogen, griff sie an ihre Kehle, die von einem dunkelroten Streifen geziert war und rieb sich die Stelle. "Danke..." war das erste Wort, dass sie vorsichtig über ihre Lippen hauchte und sah zu der grauhaarigen. Noch immer geschockt von den Geschehnissen zitterten ihr die Knie und ihre Beine waren weich wie Pudding, trotzdem richtete sie sich auf und erhob sich vom Boden. Die eben noch so groß wirkende Frau war nun einen halben Kopf kleiner als Ayame, was nicht verwunderlich war, da sie nicht gerade klein war. Für einen flüchtigen Moment musterte sie ihre Retterin, betrachtete ihre zwei kindlich wirkenden Zöpfe, die ihrer eigenen Frisur ähnelten, sah ihr in ihre rot leuchtenden Augen, die wie kleine Rubine funkelten. Wer war diese Frau? Was genau hatte Protectorin zu bedeuten? Fragen über Fragen kreisten in dem Kopf der einundzwanzig Jährigen. Bei genauerer Betrachtung fiehl ihr desweiteren ihre merkwürdige Kleidung auf. Zwar war ihr der Kleidungsstil bekannt, da sie sich ja seit einigen Jahren mit Kunst- und Geschichtsgegenständen beschäftigte, sah aber nur selten Personen, die sich im Jahr 2023 so kleideten. Verwirrt blickte sie ihr Gegenüber in die Augen ehe sie versuchte ihr Gedankenchaos in Worte zu fassen. "Ich glaub ich hab ne Gehirnerschütterung oder vielleicht doch ein geplatztes Aneurysma? Mich hat doch nicht ernsthaft gerade eines meiner Ausstellungsstücke angegriffen und fast erwürgt?" nervös lachend, kratzte das Mädchen sich am Kopf und ließ ihren Blick durch den Raum streifen. Beim Anblick ihres Kollegen erschien ihr alles wieder ein Ticken realer zu sein. "Oh mein Gott! Gehts dir gut?" rief sie ihm zu während sie sich dem Mann am Boden näherte und sich zu ihm hinunter beugte. Da keine Antwort von ihm kam tippte sie mit ihrem Zeigefinger gegen seine Wange, stupste ihn immer wieder an und wartete vergeblich auf eine Reaktion. "Ich glaub den hats ganz gut erwischt..." murmelte sie vor sich hin und wandte sich wieder der Fremden zu. "Was war das!?" fauchte sie unzufrieden und verschrenkte dabei ihre Arme vor ihrem Körper. Plötzlich machte sich ein ungutes Gefühl in ihr breit und langsam dämmerte es ihr. "Ach du scheiße was sage ich denn bloß meinem Chef?!" schrie sie plötztlich panisch auf und betrachtete die Verwüstung im Raum. "Oh er wird mich umbringen... ich werde meinen Job verlieren...Dann kann ich mir das Studium nicht mehr leisten..Der wird mir doch niemals glauben..Oh nein oh nein oh nein!" völlig aufgelöst tippelte sie auf und ab, hielt ihren Kopf in beiden Händen und fluchte vor sich hin. "Du musst mir helfen! Du bist Protectorin, ich hab zwar keine Ahnung was das bedeutet aber du wirst doch wissen was zu tun ist?" die Worte sprudelten immer mehr aus ihr heraus, zum Teil aufgrund des Adrenalins, dass sich in ihr breit machte und zum Teil aus Angst.

      Da sie ihrem Gegenüber ansah, dass es wohl ein bisschen zu viel des Guten war, atmete sie einmal tief ein und aus, versuchte sich zu sammeln und zur Ruhe zu kommen. "Tut mir leid nochmal von neu..." begann sie mit einer verbeugenden Geste "Ayame Kitamura, Studentin der Archeologie und Kunstgeschichte und Assistentin hier im Village, vielen Dank, dass du mich gerettet hast." verlegen lief ihr die Hitze in ihre Wangen ehe ein leichtes Rosa ihr Gesicht zierte. "Kann ich dir irgendwie danken?" erkundete sie sich und hoffte sich irgendwie bei der Frau revangieren zu können. "Ich habe soetwas noch nie erlebt, du scheinst aber nicht sonderlich beeindruckt von dem Ganzen gewesen zu sein. Sag, darf ich Fragen was es mit dem Kleid und dir auf sich hat?" erneut hakte sie nach, war viel zu neugierig um ihren Mund zu halten und würde die Fremde nicht gehen lassen ehe sie ein paar Antworten hatte.
      A heart's a heavy burden.

    • Isa

      Zunächst stimmte es sie zufrieden, das es der gewürgten Dame doch ganz gut erging. Deren Kollege schien auch nur im Land der Träume versunken zu sein, aber das machte nichts. Alle Personen konnten auch bewusstlos etwas einsuggeriert bekommen, sofern ihre Ohren funktionierten. Das spezialgeschoss dafür war eine reine Psi-Energieladung, und daher ungefährlich, wenn sie im Kopf der Zielperson einschlug und ein wenig bei den Windungen schraubte. Das kam nicht sehr häufig im größeren Stil zum Einsatz. Meist nur bei Leuten, wo es nötig war. Jene, die von der Organisation als vertrauenswürdig eingestuft wurden, hatten nichts zu befürchten.
      Diese junge Dame hier war seltsam. Sie murmelte, fluchte und bedankte sich abwechselnd und stellte sich dann nochmals vor. Sie arbeitete hier und war keine Kundin. Und sie stellte viele Frage und steckte das Geschehen offenbar härter weg als gedacht.
      "Interessant. Sonderlich panisch sscheinst du nicht zu sein, und willst sogar noch mehr darüber wissen, hehehe.", lachte Isa schwach.
      Naja, was solls. Sie würde ohnehin alles vergessen. Eigentlich überflüssig ihr davon zu erzählen.
      "Eine Protectorin ist eine Person, die auf Fälle wie diesen spezialisiert ist. Wird irgendwo ein solchen Phänomen festgestellt, kann man uns darüber informieren, sofern wir es selbst nicht mitbekommen. Dann kümmern wir uns darum, und sammeln diese Gegenstände ein, um sie zu untersuchen, oder wir vernichten sie, wenn sie zu gefährlich sind. Hmmm, vielleicht sowas wie Indiana Jones oder der Typ in The Quest, falls dir die Filme was sagen. Allerdings ohne Excalibur, hehe. Und so eine Person bin ich halt."
      Sie musterte ihr Gegenüber, die stark interessiert zuhörte, anstatt ungläubig alles von sich zu stoßen oder in Panik zu verfallen. Das weckte durchaus das Interesse an ihr. Sollte sie ein Versuch wagen? Aber, dazu müsste sie zuerst mit der Organisation Kontakt aufnehmen, für eine Genehmigung.
      Isa seufzte. Vorerst ging es nicht anders. "Hör zu. Mach dir um deine Arbeit keine Gedanken. Ich werde nun das Gedächnis von euch allen umbauen. Hier fand ein Raubüberfall statt und die Profis sind mit der Beute entkommen. Die Versicherung wird den Rest übernehmen. Tut mir leid, ... Ayame Kitamura!", grinste sie, hob die Waffe und schoss.
      Auch bei Ayame zischten die Blitze um den Kopf und vergruben sich in ihrem Schädel. Sie verlor das Gleichgewicht und fiel zu Boden. Isa schoss auch auf den Kollegen. Dann sprach sie laut, so das beide es hörten. Zufrieden grinste sie. In wenigen Minuten würden sie wieder aufwachen. Zumindestens Ayame, sollte ihr Kollege noch Genesung benötigen.
      Danach klärte sie das noch mit den Polizisten und schoss auch auf sie um ihnen eine andere Wahrheit zu verpassen. Ihr Werk war vollendet. Für mögliche weitere Aktivitäten suchte sie sich noch eine freie Stelle an einer der Gebäudemauern. Dorf heftete sie einen speziellen Flyer an. Käme jetzt erneut ein mysteriöses Objekt oder ähnliches hier mit jemandem in Kontakt, so würde er den Flyer erkennen können, und sich bei der angegebenen Telefonnummer melden können. Für alle Anwesenden galt das nun nicht mehr, da bereits ihr Gedächnis umgebaut wurde. Die Nummer war zudem der Telefonanschluss in Isas Haus. Zufrieden fuhr sie mit ihrem schwarzen Wagen wieder davon. Kurz darauf fuhren Krankenwagen an ihr vorbei. Gut, alle wären versorgt. Die Fracht lag im Kofferraum und würde sicher verwahrt werden.

      Daheim angekommen wartete sie noch etwa eine Stunde, bis ein Transporter vorfuhr, und das Objekt mitnahm. Wo genau man es bunkern würde, das wusste Isa nicht, aber hier sollte es nicht eingelagert bleiben.
      Tja, heute nur ein gewöhnlicher Arbeitstag. Der Lohn käme ende des Monats und hierfür gab es höchstens noch nen Gefahrenbonus.
      Nachdem sie ihren Bericht fertig hatte, streckte sie sich. Dabei fiel ihr ein, dass sie ja noch eine Anfrage setzen wollte. Sie schrieb eine Mail und erwartete nicht vor morgen früh eine Antwort. Die hohen Tiere hatten sicher am Abend wichtigeres zu tun. Feiern gehen und Spaß haben. So stellte sich Isa jedenfalls ihre unbekannten Chefs vor.
      Nun am Abend würde sie sich etwas zu Essen bestellen und die Nachrichten im TV sondieren. Ansonsten sollte dieser Abend keine weiteren Aktivitäten liefern, außer später nach einem Bad ein wenig Schönheitsschlaf.
    • Mit dröhnendem Kopf und von einer lauten Stimme geweckt, erwachte Ayame aus einem flüchtigen Schlaf. "Hallo...Können Sie mich hören?" sprach es aus einer fremden Person als die Studentin ihre Augen öffnete. Verwirrt blickte sie in das Gesicht eines Rettungssanitäters, der sie besorgt musterte. "Alles in Ordnung? Es gab einen Raubüberfall. Erinnern sie sich was geschehen ist?" sprach es aus diesem während das junge Mädchen ihn nur wortlos anstarrte. An einen Raubüberfall konnte sie sich nicht erinnern aber vielleicht lag das nur an den nervigen Kopfschmerzen, die sie plagten. Müde rieb sie sich den Hinterkopf und scannte den Raum. Sie saß auf dem Boden, immer noch im Ausstellungsraum, neben ihr eine Erstehilfe-Tasche. Auch ihr Kollege lag noch immer auf dem Parkett während ein weiterer Sanitäter über diesem hockte. "Wo ist sie hin?" fragte sie den Mann vor sich, welcher nur fragend Löcher in die Luft starrte. "Hier war eine Frau in einer feinen Robe." langsam dämmerte es ihr und ihre Erinnerung schien zurückzukehren. //Sie hat auf uns geschossen! Wir sollten unser Gedächtnis verlieren.. aber warum weiß ich noch alles?" grübelte die einundzwanzig Jährige vor sich hin ehe sie den Kopf schüttelte und hecktisch mit ihrer Hand vor ihrem Gesicht rum wedelte. "Schon gut..ich glaube ich hab mir den Kopf gestoßen." wimmelte sie den Mediziner ab und stellte sich auf beide Beine. Trotz der Warnung es langsam angehen zu lassen und doch noch für einen Moment sitzen zu bleiben, machte sie sich auf den Weg um draußen nach der jungen Frau zu schauen. Vergeblich blickte sie über den Hof, fand nur den Krankenwagen und die Polizeibeamten.

      Nachdem sie die Fragen der Beamten beantwortete und lange Zeit damit verbrachte eine Personenbeschreibung des nicht existierenden Täters abzugeben, durfte sie endlich nach Hause. Obwohl ihr die Personen Vorort anboten, ihre Eltern zu kontaktieren oder sie selbst daheim zu begleiten, beschloss das Mädchen wie immer mit dem Bus zu fahren. Gerade als sie das Gelände des Village verlassen wollte, sprang ihr ein Zettel ins Auge, der ander Mauer angepinnt im Wind flatterte. // Da hing doch vorher nichts?// stellte sie fest und nährte sich dem Stück Papier. Den Flyer musterte sie für eine Sekunde, ihre Augen weiteten sich und ein Grinsen machte sich auf ihrem Gesicht breit. Lächelnd riss sie den Zettel von der Wand und stopfte ihn sich in ihre Tasche. Sie hatte sich das Ganze also doch nicht eingebildet und nun hatte sie nicht nur den handfesten Beweis dafür, sondern auch noch einen Anhaltspunkt um der Sache auf den Grund zu gehen.

      Die Busfahrt war öde und konnte für die Brünette nicht schnell genug vorrüber gehen, zu groß war die Aufregung auf die Nummer, die sie kontaktieren würde. Was genau sie mit dem Kontakt anstellen sollte wusste sie auch nicht, einfach anrufen und dann was genau sagen? Darüber machte sie sich die Fahrt über Gedanken, versuchte einen Plan auszutüfteln, um nicht überstürzt zu handeln. Zuhause angekommen brannte es ihr auf der Zunge, wollte sie ihrer Familie von ihrem ausergewöhnlichen Tag erzählen, doch sie wusste, dass dies keine gute Idee war. Früher oder später hätten sie Wind davon bekommen, dass im Museum etwas vorgefallen war, die Medien würden bestimmt bald darüber berichten. Bevor dem soweit war nutzte sie die Ruhe vor dem Sturm, verzog sich direkt in ihr Zimmer und wühlte den Flyer aus ihrer Tasche hervor. Die Falten glättend, breitete sie das Papier auf ihren Schreibtisch aus und überlebte ihre nächsten Schritte. Wäre es doof gewesen einfach anzurufen? Sie wusste nicht mal wen sie erreichen würde. Vielleicht die junge Frau, die ihr das Leben gerettet hatte, das wäre schön gewesen aber es bestand nunmal auch die Möglichkeit bei wem fremdes zu landen.

      Nachdenklich starrte sie eine Weile lang auf den Zettel, haderte mit sich bis sie endlich den Mut fasste und ihr Handy in die Hand nahm. Eilig tippte sie die Nummer in ihr Smartphone und zögerte einen Sekunde ehe sie auf wählen klickte. Das Telefon klingelte und nervös wartete sie darauf, dass jemand den Hörer abnahm. Plötztlich kam ihr ein Gedanke und panisch beendete sie den Rufaufbau. //Sie wollte meine Erinnerung auslöschen! Was wird geschehen wenn sie erfährt, dass es nicht geklappt hat? Was mache ich hier überhaupt? Ich kann da doch nicht einfach so anrufen!// kopfschüttelnd verabschiedete sie sich von dem Gedanken die mysteriöse Frau per Anruf zu kontaktieren. Gerade als sie den Flyer wieder in die Hand nahm um ihn zu zerknüllen und in den Müll zu werfen, bermerkte sie, dass neben der Telefonnummer auch eine Adresse angegeben war. Neugierig tippte sie diese in ihre Suchmaschine ein, schaute sich den Ort auf der Karte an. Es zeigte eine große gotische Villa mit grauem Klinker und mehreren Erkern, ein wahrhaft beeindruckendes Gebäude, dass sogar an Sakralbauten erinnerte. Was es mit dem Haus wohl auf sich hatte? Da es schon spät und dunkel war, entschloss Ayame die Sache vorerst ruhen zu lassen und würde sich am nächsten morgen auf machen das Haus einmal unter die Lupe zu nehmen.
      A heart's a heavy burden.

    • Nächster Morgen im Haus Nakada
      Isa

      Die übliche Morgenroutine beendet, sachaute sie zuerst in der Mailbox nach, wo sie bereits ein Antwortschreiben vorfand. Schnell öffnete sie es und las die kurzen Zeilen.
      Gut Tag, Frau Nakada. Wir haben ihre Anfrage erhalten und durchdacht. Wir sind übereinstimmend zum Ergebnis gekommen, das es nicht nötig ist, Frau Kitamura ihr Gedächnis zurückzugeben. Das mögliche Interesse der Dame ist wohl eher rein beruflich zu betrachten. Danke das sie ihre Arbeit ordnungsgemäß ausgeführt haben. Die MPO
      "Ja das ist jawohl selbstverständlich....!", murrte sie. Natürlich machte sie ihre Arbeit ordnungsgemäß. Das war sschließlich ihr Job. Sie seufzte. Diese Ayame hätte eventuell auch gut in die Organisation gepasst. Entweder als Vertraute Person, die bescheid wüsste, vielleicht sogar als Protectorin. Schließlich arbeitete sie in einem Museumsdorf und hätte sicher mit ihren Kenntnissen eine gute Mitarbeiterin abgegeben. Naja, nun musste sie keinen weiteren Gedanken mehr daran verschwanden. Sie stand ruckartig auf, fluchte, als sie sich das Knie stieß, und humpelte zischelnd einen Moment durch das Zimmer, ehe sie wieder fest auftreten konnte. Ihre Unordnung hatte verhindert, das jener Stuhl auf dem sie eben noch vor dem Bildschirm saß, nicht gänzlich zurückrutschte. Ein paar der Flyer lagen am Boden. Der kleine Stapel war verrutscht und zwischen Kiste und Stuhlbein geraten. "So ein Mist ..!"
      Sie schob das ganze provisorisch zurück, klopfte sich den Staub von den Händen und seufzte erneut. Jeden Sonntag verteilte sie hier und da ein paar der Flyer in der Stadt. Kein normaler Mensch könnte sie sehen, außer er war eingeweiht oder kam irgendwie mit mysteriösen Dingen in Kontakt. Eine Art Schutzmaßnahme. Dennoch waren auch das nur Flyer auf Papier, die nicht ewig hielten. Eine nervige Arbeit, aber notwendig.
      Sie begab sich zur Küche und machte sich erstmal einen Tee zur Entspannung. Sie öffnete die linke Klappe von den Hängeschränken und fand ... "Minztee Lakritze Birkenrinde? Was zum Geier ... das darf doch nicht wahr sein, hmmpf!"
      Mürrisch nahm sie sich die Dose, kippte zwei Löffel in einen Teefilter, stellte das Teil zurück und verschloss den Schrank mit einem deftigen WUMMS. Kurz darauf pfiff auch schon der Wasserkessel auf dem Herd. Jetzt nur noch 10 Minuten ziehen lassen und das Zeug irgendwie genießen.
      Sie saß gerade am Tisch und stöberte in der Tageszeitung, als es klingelte. Sie sah fragend auf. "Hmmm? Wer kommt den um diese Zeit her? Die Post?"
      Besuch war keiner angekündigt. Blieb nur ein Postdienst oder ein nerviger Vertreter. Es dauerte einen Moment ehe sie die Tür erreichte, sich strafte und diese fragend aufriss. "Ja? Was kann ich fü...WAS? W-Was machen sie denn hier? S-sie sind doch d-die Frau von Gestern, oder? Wieso sind sie hier?"
      Sie sah sich hecktisch um, dann wartete sie die Antwort nicht ab und zog Ayame einfach rein, knallte die Tür zu. Was zum Teufel ging hier ab? Hatte ihr Schuss sie verfehlt? Wohl kaum. Es hatte alles perfekt funktioniert. Aber jetzt stand die Dame hier und hielt Isa den Flyer vor die Nase. Ahja, so hatte sie sie also finden könnenn. Gab es noch ein MO in dem Dorf, oder warum konnte sie ihn finden?
      "Haaaach.., also, raus damit. Was führt sie zu mir? Und warum können sie den Flyer sehen? Sollten sie nach einem Raubüberfall nicht besser einen Tag frei nehmen und sich erholen?"
      Die Dame würde einiges zu erklären haben. Isa griff instinktiv nach ihrem Gürtel ... Mist, sie war ja nicht in Dienstuniform, sondern hatte nur ein schwarzes Privat Outfit an. Die Waffe hing in ihrem Zimmer. Also erstmal Zeit schinden.
      Sie würde Ayame nach der Begrüßung erstmal zur Küche führen und einen Platz anbieten.
    • Ayame Kitamura

      Am nächstens Morgen machte sich die junge Studentin auf den Weg und folgte den Anweisungen des Navigationsgeräts. Für den Auflug hatte sie sich extra das Auto ihres Vaters geliehen. Es dauerte nicht lang und da stand sie auch schon vor der riesigen Villa, die sie den Abend zuvor bereits auf der Karte betrachtet hatte. In echt war das Gebäude noch viel beeindruckender, ähnelte einem Gruselhaus aus irgendeiner Serie. Nervös näherte sie sich dem Koloss ehe sie vor der massiven Tür stand. Langsam streckte sie ihre Finger gen Klingel, auf der der Name Nakada stand. Ob sie hier richtig war? Während sie ihren Zeigefinger auf der Klingel ruhen ließ ertönte ein Glocken ähnliches Geräusch und ungeduldig wartete sie das ihr jemand die Tür offnen würde.

      Überrascht von dem Anblick der sich ihr bot, nachdem sich der Eingang öffnete weiteten sich ihre Augen. Es war die junge Frau aus dem Museum, die Protectorin, die ihr das Leben rettete. Verwundert starrte sie ihr Gegenüber an und stotterte für einen Moment als sie die richtigen Worte finden wollte. Bevor sie ein einziges Wort über ihre Lippen brachte zerrte sie die Frau hinein und schweigend folgte sie der grauhaarigen in die Küche. Bombadiert mit Fragen staunte sie blöd einher und legte den Kopf zur Seite. "Ayame Kitamura war mein Name aber wenn ich mich recht entsinne hatten Sie sich gar nicht vorgestellt?" konfrontierte sie die kleinere und schlitzte ihre Augen zusammen.

      Schulterzuckend beantwortete sie ihre Fragen. Die junge Studentin wusste selbst nicht warum sie sich immer noch an alles erinnern konnte und wusste nicht einmal, dass sie nicht in der Lage sein sollte den Inhalt des Flyers sehen zu können. Nachdem Isa sie auf den Raubüberfall ansprach wurde ihr langsam klar, dass die Protectorin wohl nichts von dem Fehler, der ihr unterlaufen war, wusste. Kopfschüttelnd winkte sie ihre Worte ab. "Lass den Unsinn." sprach es direkt aus ihr heraus. "Dein Vergiss-Mal-Serum hat aus welchen Gründen auch immer nicht funktioniert. Aber der Spaß hat mir ziemliche Kopfschmerzen bereitet, danke dafür!" angefressen rollte sie mit ihren hellblauen Augen ehe sie weiter sprach. "Wir wissen beide, dass es keinen Raubüberfall gab und da deine Magie anscheinend nicht auf mich zu wirken scheint bin ich hier. Ich will wissen was ihr mit dem Kleid anstellt. Es ist ein uraltes Relikt, dessen Wert nicht mit Zahlen bemessen werden kann. Ich möchte bitte sicherstellen, dass es nicht lieblos entsorgt wird." Besorgt zogen sich ihre Augenbrauen zusammen. Viele Menschen verstanden ihr Interesse an Gegenständen nicht doch so war sie nunmal. Sie sah den wahren Wert der Dinge, die Geschichte die sie erzählten, das Wissen welches sie überlieferten. Ayame konnte das Ganze nicht einfach aus sich ruhen lassen. Sie wollte mehr über diese Organisation und ihre Art zu Arbeiten wissen, wollte vielleicht sogar eine von ihnen werden.
      A heart's a heavy burden.

    • Isa

      Sie war nervös. Irgendwas war schief gelaufen - ganz gewaltig schief gelaufen. Diese Ayame konnte sich trotz der Behandlung also an alles erinnern? Sehr seltsam. Das war eigentlich nicht möglich. Das sollte MPO genauer erforschen. Zudem änderte das jetzt schon in Isas Augen die Sichtweise auf diese Dame. War sie womöglich selber bereits ein MO? Wusste sie davon überhaupt irgendwas? Vermutlich nicht. Oder war sie möglicherweise bereits erneut mit einem Phänomen in Kontakt geraten? Hing vielleicht noch ein Faden an ihr und dieser steuerte sie unbewusst hierher um sich mit dem Kleud verbinden zu können? Nein, das hätte Isa sicher bemerkt.
      Sie seufzte erneut. "Mein Name ist Isa Nakada, und herzlich willkommen im Haus Nakada. Dies ist ein Standort der MPO und zugleich meine Unterkunft. Und ich frage mich wirklich, warum die Prozedur bei dir nicht gewirkt hat. Die hat noch nie versagt. Das bedarf einer Klärung. Kann ich dir einen Tee anbieten?"
      Ihr Gast stimmte zu und Isa ging zurück zum Hängeschrank und öffnete die linke Tür. Erneut fand sie einen Behälter mit Tee und las das Etikett. Nervös drehte sie sich zu ihrem Gast. "Ehehe, ich kann dir leider nur eine - Flieder Kamille Williamsbirne - Mischung anbieten."
      Innerlich kochte sie vor Wut. Langsam ging ihr der Küchenschrank gewaltig auf den Sack. Jedesmal gab es so dämliche Teesorten, wenn man ihn öffnete. Naja, immerhin war der Vorrat unbegrenzt und kostenlos. Ein kleiner Wehrmutstropfen. Das Schlimme an der Sache war, das man ihn auch kosten musste, wenn nicht noch etwas schlimmeres passieren sollte. "Ich werde mir dann auch noch einen gönnen."
      Das Wasser kochte kurz darauf und Isa goss für zwei Tassen auf, stellte den Filter erstmal auf den Tisch und ließ den Tee ziehen.
      "Was das Kleid betrifft, ja sein Wert mag unermesslich hoch in den Augen mancher zu sein, aber es handelt sich dabei auch um ein gefährliches Mystery Objekt, das entweder eine spezielle Fähigkeit und ein Eigenleben besitzt, oder besessen ist von einer Psi Kraft, einem Phänomen. Und das alles scheint für dich offenbar recht interessant zu sein."
      Sie beobachtete ihr Gegenüber. Diese Ayame kam trotz der Erinnerungen, des Angriffes und der damit verbundenen Lebensgefahr, hier her. Mutig oder dumm?
      "Das Kleid habe ich in die Obhut der Organisation gegeben. Es wurde noch gestern abgeholt. Was genau damit passiert weiß ich nicht. Vielleicht wird es irgendwo gebunkert, oder es wird vernichtet. Das passiert gelegentlich auch bei meiner Arbeit, das ich etwas vernichten muss. Das sollte dir klar sein, wenn...., ach, vergiss es."
      Sie wird doch keine Protectorin. Nur eine Vertrauensperson in diesem Museumsdorf. Ja, das könnte klappen.
      Der Tee war fertig und Isa nippte an der Tasse, und hustete, verzog das Gesicht. "Dieser verfluchte Küchenschrank ...."
      Isa wartete ab, was diese Ayame jetzt tun würde. Eines war sicher, ihr Gedächnis konnte wohl nicht gelöscht werden. Sie würde die MPO darüber informieren.
      "Wenn wir den Tee ... geKOSTET...haben, ...", sie spähte mit den Augen zum Schrank, "... würde ich dich gern einmal prüfen. Eine kleine harmlose Untersuchung. Nenn es gern einen Scan."
    • Ayame Kitamura

      Neugierig lauschte sie den Worten Isas und folgte ihr zum Tisch, an dem sie den Tee tranken. Während die kleine Frau komische Blicke mit ihrem Küchenschrank wechselte sah die Studentin nur verwirrt zwischen ihr und dem Möbelstück hin und her. Obwohl die Fragen auf ihrer Zunge brannten, schwieg sie und beobachtete das Phänomen schweigend. //Ob das auch so ein übernatürliches Ding ist?// fragte sie sich während sie platzt nahm. Die Informationen zum Kleid machten die das junge Mädchen zwar nicht glücklich aber zumindest wurde es sicher aufbewahrt. Nachdem sie erfuhr, dass sich die Organisation auch von einigen Objekten trennen musste, weiteten sich ihre Augen.

      "Oh..." stieß sie leise hauchend hervor und hielt dabei ihre Tasse in den Händen, blickte auf den Tee hinunter. Natürlich musste man die Menschen schützen, die Objekte konnten nicht ihr Unwesen treiben und eine Bedrohung darstellen. Verständnisvoll nickend blickte sie wieder ihrer Gesprächspartnerin in die Augen. "Nicht alle Gegenstände können besänftigt werden...kann ich verstehen.." murmelte sie mit einem Funken Traurigkeit in ihrer Stimme. "Wirklich schade um die Schätze aber das Wohl der Menschheit geht natürlich vor." wieder nickte sie, verlor nun den traurigen Tonfall. Mutig nahm sie einen großen Schluck vom warmen Getränk, ließ den bitteren Geschmack auf ihrer Zunge zergehen. Ein klein wenig verzog sie ihre Gesichtszüge von den seltsamen Noten der Fruchtmischung doch lächelte ihre Gastgeberin an. "Sehr...intensiv." suchte sie nach netten Worten um das Getränk zu umschreiben.

      "Und nun?" fragte sie die grauhaarige nachdem sie ihre Tasse geleert hatte. "Was passiert jetzt? Deine Magie scheint auf mich nicht zu wirken und ich will um jeden Fall verhindern, dass ich wieder so hilflos in solch eine Situation gerate." seufzend beendete sie ihren Satz bevor sie wieder die Worte fand und entschlossen sprach. "Ich will deine Schülerin sein. Bitte unterrichte mich damit ich das Village beschützen kann." Ihre Augen funkelten, meinte sie ihre Aussage von ganzen Herzen. Sie wollte helfen! Nicht nur sich selbst sondern allen anderen auch. Entschlossen starrte sie Isa in die rot leuchtenden Augen, hoffte sie aufrichtig auf eine positive Rückmeldung.
      A heart's a heavy burden.

    • Isa

      Ja, so waren sie wohl, die Menschen, die nach alten Dingen gierten, um sie anderen zu zeigen. Seht, das ist unsere Geschichte. Durchaus wertvoll und respektabel. Und diese Ayame schien ganz wild darauf zu sein. Und plötzlich verlangte sie sogar eine Schülerin zu werden. Ausgerechnet von ihr? Im Grunde war Isa selbst noch ein Grünschnabel. Zwei Jahre Ausbildung und knapp zwei Jahre selbst aktiv. Ihre Ausbilderin war irgendwoanders in der Welt unterwegs und bildete vermutlich gerade eine weitere Protectorin aus. Das diese Ayame ausgebildet werden möchte, um ihr Dorf zu schützen, ist lobenswert. Jedoch, würde sie mehr Verantwortung tragen müssen, als nur den Schutz eines Dorfes.
      Isa sah in ihre blauen Augen, in denen eine Art fester Wille funkelte. Dann seufzte sie. "Ich werde dich wie schon erwähnt eh erstmal untersuchen. Folge mir ins Labor."
      Sie kippte schnell en Tee runter und bat Ayame dann, ihr zu folgen. "Sollte ich dich akzeptieren, und die Organisation, so wirst du weitaus mehr Verantwortung tragen, als für dein Dorf da zu sein. Ganz Toyama und Umgebung fallen deinen Schultern zur Last. Dein Privatleben wird sich radikal ändern. Dein Leben wird sich ändern. Erst wenn du bereit bist, das zu akzeptieren, dann steht möglicherweise nichts deiner Bitte im Wege."
      Isa führte Ayame in den Kellerbereich des Hauses. Dort gab es mehrere Räumlichkeiten und einen davon betraten sie jetzt. Es blubberte, und irgendwie erinnerte das ein wenig an Frankensteins Labor. Fehlte nur noch eine Leiche zur Wiederbelebung. Isa versicherte, das die Untersuchung ganz harmlos wäre, und Ayame dochbitte auf der Liege platz nehmen sollte. Zwar schien sie ein wenig unwohl zu sein, aber sie tat es dann tatsächlich. Isa nickte. Dann aktivierte sie an einer kleinen Konsole den Stuhl der dann eine Art Scan bei Ayame durchführte, während sie die Daten auf der Anzeige las. "Interessant. Ich denke, ich habe die Lösung."
      Sie stellte das Gerät wieder ab und seufzte, räusperte sich. "Ok, du Ayame Kitamura bist ein Phänomen. Was oder wie genau, das kann ich nicht sagen, aber, du bist immun gegen Psi. Damit bist du offiziell ein Mystery Objekt. Das bedeutet, das du so oder so Ziel der Organisation werden würdest. Das ändert natürlich so einiges. Man würde sich aufsuchen und mitnehmen lassen, um dich zu untersuchen und unter Beobachtung zu halten. Ich als Protectorin kann da auch kein Auge zudrücken, und muss dich melden. Jedoch ... ich glaube, das du keine Gefahr bist. Du wusstest ja nicht einmal etwas davon. Geh nach hause. Ich werde das mit der Organisation darüber sprechen. Morgen Nachmittag werde ich dich aufsuchen, und dir das Ergebnis mitteilen."
      Isa verlangte noch ihre Adresse, um sie nicht mühsam selbst suchen zu müssen. Dann führte sie Ayame wieder nach oben und zum Ausgang. Sie meinte, das Ayame vorsichtshalber schon ein paar Sachen packen sollte. So oder so würde sie bald ihr Haus verlassen müssen.

      Kurz nachdem Ayame weg war, und Isa schon bemerkt hatte, das sie leicht geschockt war, als sie erfuhr, selbst ein Mystery Objekt zu sein, und gegen Psi immun zu sein, was auch immer das wohl zu bedeuten hatte, saß sie am Rechner und hatte erneut Kontakt zur Organisation aufgenommen und alle Daten zugesendet.
      Es dauerte dann noch bis zum Abend, als Isa eine Antwort bekam.

      Gut Tag, Frau Nakada. Wir haben ihre Anfrage erhalten und durchdacht. Wir sind übereinstimmend zum Ergebnis gekommen, das es nicht nötig ist, Frau Kitamura ihr Gedächnis zu löschen. Das mögliche Interesse der Dame ist zwar weiterhin rein beruflich zu betrachten, aber sicher auch aufgrund neuster Daten akzeptabel. Eine kontrollierte Überwachung des MO`s ist zwingend erforderlich. Wir übertragen ihnen die Verantwortung und gestatten es, Frau Ayame Kitamura in Ausbildung zu einer Protectorin der Organisation beizutreten. Weitere Untersuchungen ihrer PSI-Immunität nicht ausgeschlossen. Anbei senden wir ihnen die Vertragsunterlagen. Die MPO

      "Natürlich ist es unnötig, ihr Gedächnis zu löschen. Sie ist ein MO und dagegen Immun, ihr Einfallspinsel.", murrte sie.
      Der Drucker machte sich bemerkbar und sie spähte auf den Zettel, der dort herausgekrochen kam. Sie überprüfte den Vertrag. Nichts ungewöhnliches. Fast identisch mit ihrem Vertrag. Außer, das Ayame bei nachträglich festgestellter Gefahr einzudämmen wäre, und sie dieses vorab bestätigen und akzeptieren müsste, mit einer zweiten Unterschrift. Ansonsten wäre sie ganz gewöhnlich als Protectorin angestellt.
      Sie seufzte. Jetzt war es vorbei mit der Ruhe. Hier würde sich einiges ändern. Sie stand auf, blieb erneut mit dem Stuhl hängen, stieß sich das Knie und hüpfte fluchend einen Moment durch das Zimmer. Wieder dieser Flyerstapel. Wütend wollte sie ihn mit dem Fuß zurück kicken, blieb dann aber am Stuhlbein hängen, was sie kurz aufquietschen ließ. Zähneknirschend verließ sie humpelnd den Raum.
      Kurz darauf stand sie bei einem der freien Gästezimmer. Sie schloss die Tür auf und steckte den Schlüssel dann auf der Innenseite ins Schloss, und blickte sich um. Ganz schön verstaubt hier. Aber alles schien Inordnung zu sein. Die Schränke waren leer, das Bett schien auch nicht beschädigt. Die Vorhänge waren zugezogen, und zum Erstenmal nach Jahren wurden sie wieder geöffnet, und Licht des Abends fiel hinein. Isa hustete, als der Staub aufwirbelte. Wo kam das Zeug bloß her? Hier war zwei Jahre keiner mehr drin gewesen. Mindestens.
      Sie seufzte erneut. Ayames erste Aufgabe würde wohl darin bestehen, hier beim Reinigen zu beginnen. Isa würde da aber nicht mithelfen.
      Der Kamin. Sicher kam von dort Staub durch die Luft ins Haus. Sie ging zu ihm und klopfte kräftig gegen die Wand, hinter der sich der Abzug befand, spähte dann kurz drunter, um zu sehen, ob man Licht oben erkennen konnte. Natürlich fiel in dem Moment etwas alter Ruß hinab, der sich durch das Klopfen gelöst hatte. Mürrisch verließ sie den Raum. Oh ja, morgen machte Ayame hier alles selber sauber. Die erste Anweisung der Ausbilderin Nakada!


      Am nächsten Tag
      Nachmittags vor Ayames Familienhaus

      Isa war mit dem Wagen vorgefahren und hielt an der Straße an, stellte den Wagen dort ab und begutachtete die Umgebung. Typische Stadtecke für Wohnbereiche. Keine überfüllten Wolkenkratzer aber auch keine Idylle. Sie stieg aus und nahm einen kleinen Aktenkoffer mit. Darin befanden sich der Vertrag und einige Unterlagen für Angehörige - vorgefertigt zur Unterschrift. Ihre Waffe hatte sie auch dabei. Man konnte ja nie wissen was nötig wäre. Ob Ayame mit Angehörigen darüber gesprochen hatte? Schließlich würde sie heute ausziehen müssen. Sollten ihre Eltern gegen die Organisation handeln, würde man ihre Windungen etwas umbauen müssen.
      Sie erreichte die Tür und klingelte.
      Um nicht aufzufallen trug sie ein schwarzweißes Kleid mit Schirm, statt ihre Dienstuniform. Naja, gewisserweise war es ja auch Privat.
      rk.png

      Die Tür öffnete sich und eine Frau erschien dahinter. Ob das ihre Mutter war? Isa räusperte sich und versuchte so freundlich wie möglich zu erscheinen.
      "Guten Tag, Mrs. Kitamura. Mein Name ist Isa Nakada, und ich bin gekommen, um ihre Tochter zu holen."
    • Ayame Kitamura



      Völlig perplex folgte die Studentin dem grauhaarigen Mädchen in den fragwürdigen Kellerraum. Für einen Moment lang bereute sie es, die junge Protectorin aufgesucht zu haben, stellte sich auf dem Weg ins Untergeschoss schon die schlimmsten Szenarien vor. //Okay Ayame jetzt hast du es geschafft, deine gutmütige Art wird dir nun tatsächlich den Tod einhandeln.// dachte sie sich während sie nach außen hin nur ein dickes grinsen auf den Lippen trug. //Ich muss den richtigen Moment abwarten und mich dann einfach aus dem Staub machen.// plante die blauäugige bereits ihre Flucht als sie quasi in Herr Frankensteins Labor höchst persönlich standen. All die seltsame Gerätschaft ließ sie nur noch mehr Zweifeln und verlieh ihren Knien die Standfestigkeit von Wackelpudding. //Lass dir bloß nichts anmerken. Immer schön nicken und Lächeln!// sprach sie sich selbst Mut zu und grinste immer noch wie ein dummes Honigkuchenpferd. Selbst ihre Hände fingen bei ihrer Nervösität an zu zittern. Obwohl ihr das Ganze nicht geheuer war, tat sie was ihr die Frau befahl, nahm Platz und ließ sich anschließend ohne Einwände untersuchen.



      Als sie erfuhr, dass sie anscheinend auch ein Mystery Object war, genau wie das Kleid eines gewesen ist, sorgte es nur noch mehr für Chaos in ihrer Birne. "Aber...ich bin ein Mensch." murmelte sie mehr gedankenverloren alsdass sie es gewollt aussprach. Sie blickte ihrem Gegenüber verwirrt in die roten Augen. Nachdem es auch noch hieß, dass Isa sie melden würde schossen ihr erneut tausend Fragen in ihren Kopf. //Was soll das heißen? Werde ich jetzt auch entsorgt oder eingesperrt?// zur Sicherheit verkniff sie sich ihre Kommentare und biss sich stattdessen unsicher auf der Unterlippe herum. So schnell wie sie in dem Keller gegangen waren, durfte Ayame sich auch schon wieder verabschieden, war dabei mehr als erleichtert als es den Anschein machte, dass sie ohne Konsequenzen davonkam.



      Dass sie bei ihren Eltern ausziehen sollte, machte der braunhaarigen zu schaffen. Diese ganzen neuen Eindrücke und Informationen waren einfach zu viel auf einmal und jetzt noch das? Einfach so sollte sie ihre Familie verlassen obwohl sie sich extra dafür entschieden hatte bei ihnen zu sein, statt ins Ausland zu gehen. Überfordert mit allem stiefelte sie nach Hause, in ihr vertrautes Heim. Dort angekommen erzählte sie ihren Liebsten, was sie erlebt hatte. Dieses Gespräch war dringend notwendig, der sogenannte Überfall im Village war nämlich bereits in den Nachrichten. Besorgt um ihre Tochter erklärten ihre Eltern die Geschehnisse für Humbug! MO`s die durch die Gegend fliegen, Menschen angreifen und sichergestellt werden müssen - sowas gehört zusammen mit Werwölfen und Vampiren nur in Märchenbücher. Seufzend und ein wenig enttäuscht brach Ayame die Unterhaltung ab, ging in ihr Zimmer und packte ihre Sachen bis es plötzlich an ihrer Tür klopfte. Langsam schob sich diese auf und auf der Schwelle standen die Zwillinge. Wie immer hatten sie alles belauscht und sahen ihre große Schwester nun mit riesigen Augen an. "Wooow! Ist das wirklich wahr? Bist du jetzt eine Superheldin?" fragte sie ihr Bruder Kaito, dessen Pupillen sich so sehr weiteten, dass es aussah als hätte er schwarze Glupscher. "Musst du uns wirklich verlassen?" murmelte es hingegen leise hinter ihm von seiner jüngeren Zwillingsschwester Aiko. Beim Anblick der beiden wurde ihr ganz schwer ums Herz. "Ach ihr zwei.." flüsterte sie ihnen entgegen und öffnete mit einer einladenden Geste ihre Arme um die beiden in eine Umarmung zu schließen. "Egal wohin ich ziehe, ich bin nur einen Anruf entfernt, ja?" nickte sie den jüngeren zu und kämpfte damit sich ihre Trauer nicht anmerken zu lassen.



      Es war nicht leicht für die Studentin so aus dem Nichts alles stehen und liegen zu lassen. Ihr gesamtes Leben krempelte sich innerhalb von wenigen Stunden komplett um. Sie war sich nicht mal sicher, ob sie bereit dazu war so große Veränderungen und Entscheidungen über Nacht zu treffen, aber hatte sie überhaupt eine Wahl? Sie war ein Mystery Object. Eine von denen. Wenn sie sich gegen die Ausbildung entscheiden würde, dagegen mit den MP`s zu kooperieren. Was würde es für die junge Frau bedeuten? Sie hatte keine Ahnung ob ihr Dasein als MO dann gewährleistet wäre. Nein - sie hatte keine Wahl. Ursprünglich begegnete sie dem Thema mit solcher Euphorie, brannte darauf mehr zu erfahren doch jetzt hatte es plötzlich einen bitteren Beigeschmack. Man kann nunmal nicht alles haben. Wie sagt man so schön? Das Leben ist kein Wunschkonzert. Nachdem alles gepackt war legte Ayame sich schlafen und wurde am nächsten Morgen von der Klingel des Hauses geweckt. So ein früher und unangemeldeter Gast konnte nur Isa sein.



      Hektisch sprang sie auf ihre beiden Beine, stülpte sich ihre Klamotten über den Kopf und hechtete in den Flur. "Ich bin gleich unten!" rief sie durchs gesamte Haus und wollte damit verhindern, dass jemand anderes als sie selbst die Tür öffnete. Leider machte ihre Mutter ihr einen Strich durch die Rechnung und kam ihr zuvor. "Nichts da!" entgegnete diese empört der grauhaarigen. "Was glauben Sie eigentlich wer Sie sind?" fragte sie während sie beide Arme auf ihre Hüften stützte und sie beleidigt ansah. "Einfach vor meiner Tür zu stehen und die Frechheit zu besitzten mir meine Tochter entreißen zu wollen!" diskutierte sie eifirg weiter.

      "Lass gut sein Mama!" keifte Ayame dazwischen als sie die Trepper runterlief und in einer Hand bereits ihren Koffer schleppte. Auch wenn ihr der Gedanke nicht zu hundert Prozent gefiel, war sie doch alt genug ihre eigenen Entscheidungen zu treffen!

      "Mach dir keine Sorgen. Ich bin doch noch hier, nur einige Autominuten entfernt. Ich bin nicht in Europa oder aus der Welt. Es wird alles gut!" versicherte sie ihren besorgten Eltern und sprach auch sich selbst einen kleinen Funken Mut zu.

      "Aber wie willst du leben? Geld verdienen? Du wirst ja wohl kaum studieren, eine Ausbildung machen und im Village arbeiten können! Wer finanziert euch bitte euren Unsinn?" zickte die älteste im Raum den beiden naiven Mädchen entgegen.



      Ayame, die selbst keine Antwort auf diese Frage hatte wandte sich ihrer Kollegin zu und suchte nach ihrem Rat. "Wärst du so lieb ihr vielleicht mal alles zu erklären?" fragte sie durch ihre zusammengebissenen Zähne mit einem breiten Lächeln. "Mir wollten meine Eltern nicht wirklich glauben." verrollte sie die Augen ehe sie ihre Eltern vorwurfsvoll ansah. Im eifer des Gefächts, stürmte es wieder die Treppe herunter mit lauten Rufen. "Ist das deine Agentin!? Nehmen Sie uns auch mit? Vielleicht sind wir ja auch Superhelden!" riefen die Zwillinge im Chor und blieben vor Ayames Ausbilderin stehen. Mit enttäuschtem Blick und einer Schmolllippe verschränkte Kaito die Arme vor seinem Körper. "Heeeh! Sie sind ja viel kleiner als ich dachte! Sie sehen gar nicht aus wie eine Superheldin." meckerte er diese an. "Kaito! Das ist unhöflich! Schau doch mal das schöne Kleid und der Koffer! Das sind bestimmt ihr Heldenumhang und ihre Waffen!" haute Aiko dem älteren auf dem Arm.
      A heart's a heavy burden.

    • Isa

      Genau damit hatte Isa bereits gerechnet. Die Frau des Hauses war sichtlich empört über die Aussicht, das ihre Tochter nun an einem anderen Ort wohnen würde, auch wenn es in derselben Stadt war. Streit war vorprogrammiert, aber das ist ganz natürlich. Die jungen Kücken verlassen das Nest, und Eltern fürchten, das man sie wohl nur noch zu besonderen Anlässen wieder sieht. Ayame aber sollte froh darüber sein, das sie noch Eltern hat, die sich um sie sorgen.
      Isa räusperte sich und wollte gerade los legen, als zwei winzige Hausbewohner angestürmt kamen und sie als Superheldind ausriefen. Der Junge aber schien doch etwas enttäuscht zu sein, während das Mädchen wohl mit ihren Augen vom Kleid verzaubert wurde, was ihr die Hoffnung weiter festhalten ließ.
      "Guten Tag, ...", sagte Isa kurz und verbeugte sich leicht. "... ja, vielleicht bin ich ja soetwas wie eine Superheldin, aber eigentlich auch wieder nicht. Ich arbeite bloß mit seltenen Gegenständen und so ein Zeugs, also nichts besonderes."
      Zum einem die Wahrheit, zum anderen gelogen. Hauptsache die Zwerge würden keine weiteren Fragen stellen, weil sie diese Arbeit ggf. von ihrer Schwester kannten.
      Nun kam sie auf die Aussagen und Fragen Ayames Mutter zu sprechen.
      "Frau Kitamura, leider zwingen besondere Umstände ihre Tochter dazu, bei mir in Ausbildung zu gehen. Sie wird mit ähnlichen Dingen zu tun haben wie im Museumsdorf. Das hat zum Teil auch etwas mit dem Überfall zu tun, von dem sie sicher schon von ihrer Tochter oder den Medien gehört haben. Und machen sie sich um die Finanzierung keine Gedanken, Ayame wird gut versorgt sein. Überdurchschnittlicher Ausbildungslohn, der etwas einer durchschnittlichen Vollzeitarbeitskraft entspricht. Sollte sie ihre Ausbildung erfolgreich abschließen, erhöht sich natürlich ihr Verdienst. Zudem arbeiten wir mit Provisionen. Finanziell wird es ihre Tocher also deutlich besser haben als bei ihrer jetztigen Arbeit. Sie kann sie auch oft besuchen kommen. Allerdings sollten sie mein Haus meiden - zu ihrer Sicherheit.", erklärte sie, um die Dame zu beruhigen. Wenn sie hörten, das ihre Kinder gut versorgt wären, gaben diese recht schnell nach. Geld spiele immer eine wichtige Rolle im Leben.
      Isa öffnete den Aktenkoffer, und seufzte, als die beiden Kleinen neugierige ihre Hälse streckten. Sie wühlte kurz im Koffer rum und holte dann den Vertrag heraus, und gab ihm Ayame, und bat sie, diese kurz zu lesen. Zwei Unterschriften waren nötig. Bei der einen ging es ja um ihre Eindämmung.
      "Frau Kitamura, Ayame hat ihnen sicher die orginal Version zur Sache im Dorf erzählt? Tatsächlich arbeiten wir Protectoren mit seltsamen Gegenständen, die durchaus auch ihre Gefahren bieten können. Aber machen sie sich keine Sorgen, wir haben Methoden, schnell und elegant damit fertig zu werden.", lächelte sie, während sie der Frau quasi sagte, ja es ist nun gefährlich geworden für ihre Tochter, aber wir haben eine Ritterrüstung.
      Sie reichte dann auch einige Unterlagen für Ayames Eltern zu. Diese sollten dem Vertrag noch zustimmen. Darin enthalten auch das Vermeiden das Haus Nakada aufzusuchen. Wie schon erwähnt aus Sicherheitsgründen.
      Da die Waffe versteckt war, fanden die zwei Kleinen nichts besonderes bei ihren forschenden Blicken. Isa drehte sogar den Koffer so, das sie hineinschauen konnten. Außer den paar Unterlagen die bereits verteilt waren, sahen sie nur einen leeren Koffer.
      Fast schon beruhigt atmete Isa aus. Ayame hatte es auch nicht sofort bemerkt, da sie bereits in ihrem Vertrag las, aber dann bekam sie es wohl doch mit. Sie selbst sah einen der Flyer im Kofferdeckel kleben, aber ihre Geschwister und ihre Mutter nicht. Isa ging also davon aus, das Ayame keinen Einfluss auf ihre Umgebung hatte und die Kinder kein Bezug dazu, diesen Flyer also erkennen zu können. Eigentlich war er ja auch nur zur Probe für die Eltern gedacht, und das hier zwei Kinder warteten, kam ihr in dem Sinne ganz recht.
      Der Test war also positiv ausgefallen. Ansonsten hätte Isa womöglich handeln müssen. Sicher hätte das einiges verkompliziert.
      Sie verabschiedete sich kurz darauf und würde am Wagen warten, bis Ayame sich verabschiedet hätte.
      Kurz darauf fuhren sie auch schon los zu Ayames neuem Lebensabschnitt.

      Haus Nakada
      Die Fahrt war erstaunlich ruhig verlaufen, und auch Isa stellte keine Fragen. Sie hatte alle Unterschriften und Durchschriften im Koffer und ihre Aufgabe soweit erfüllt. Ayame stand nun im Dienst der Organisation und Isa wurde zur Ausbilderin hochgestuft. Das bedeutete auch mehr Geld. Sie zog einen Mundwinkel grinsend hoch. *nehehe*
      Dann waren sie auch schon da und Ayame betrat erneut das Anwesen. Isa führte sie sogleich in das obere Stockwerk zu ihrem Zimmer.
      "Willkommen im Haus Nakada, Ayame Kitamura. Du kannst mich Isa nennen. Und das hier ist dein Zimmer. Ein wenig staubig, weil es schon länger leer stand, aber mit der ersten Aufgabe deiner persönlichen Einrichte wirst du sicher selbst fertig werden."
      Das Zimmer war groß und hatte Ausblick nach zwei Seiten aus dem Haus zu bieten. Und es gab sogar einen Kamin. Dieser diente vermutlich auch als Heizung, da man ansonsten keine Moderne Heizung erkennen konnte. Aber der Winter lag noch weit entfernt, und noch hatten wir Sommer. Es war warm, aber nicht unangenehm heiß im Haus. Eher angenehm kühl, wenn man es so betrachtete. Vielleicht war das Moderne Zeug ja auch versteckt, um die Optik zu wahren? In der Küche hatte sie ja schließlich auch schon modernes Gerät entdeckt.
      "Du kannst dich heute erstmal entspannt einrichten und gern im Haus frei umsehen. Dennoch bitte ich dich, speziell gesicherte Türen im Keller zu meiden. Ohne Zugang kommst du dort eh nicht rein. Und den Dachboden bitte auch nicht ohne Erlaubnis betreten. Und sollte dir in diesem Haus etwas seltsam erscheinen, versuch dich damit abzufinden. Ich werde versuchen dir alles zu erklären. Das mit dem Küchenschrank hast du ja eventuell schon mitbekommen. Das ist soetwas wie ein Teeschrank. Jedesmal wenn du ihn öffnest, findest du eine neue Teemischung vor, die seltsamer nicht sein könnte. Vor drei Wochen hatte ich einmal Zitronen - Brennessel - Gulasch Geschmack. Eine äußerst interessante Erfahrung. Und falls du ihn öffnest, solltest du auch den Tee trinken. Es könnte sonst unangenehme Folgen haben. Er tauscht die normalen Teezutaten dann nämlich in immer mehr abnormale um, wenn man ihn beleidigt. Aber genug der Dinge, richte dich erstmal ein. Und morgen fahren wir erstmal einkaufen. Du brauchst eine Dienstuniform und entsprechende Etikette im Kleidungsstil. Und für den Haushalt müssen wir auch noch Besorgungen machen."
      Damit ließ sie Ayame erstmal allein und begab sich selbst zu ihrem Zimmer, um sich umzuziehen. Danach würde sie sich zum Wohnzimmer begeben, und die Nachrichten studieren. Ayame würde sie dort finden, sollte sie etwas benötigen oder mit der Erkundung fertig sein. Isa wollte ihr das wohl als Test allein aufdrücken. Schließlich warnte sie bereits davor, das es hier seltsame Dinge gab. So seltame Dinge wie ein Schrank, der abnormale Teemischungen präsentierte, wenn man ihn öffnete?
      Hatten sie damit ggf. einen unendlichen Vorrat an Tee? Oder musste man ihn füttern? Was gab es wohl noch alles zu entdecken ....
    • Neu

      Ayame Kitamura

      Alles ging so unglaublich schnell. Genauso flüchtig wie Isa indas Familienhaus der Kitamuras getreten war, verabschiedeten die beiden Mädchensich auch schon wieder. Obwohl ihre Mutter mit den Antworten der grauhaarigennur bedingt zufriedengestellt wurde ließ sie ihre Tochter selbst entscheiden,welchen Weg sie für richtig hielt. Die kleinen Vögel verlassen irgendwann dasNest und damit hatte wohl oder übel auch Mama Kitamura leben müssen. Miteiner festen Umarmung nahm sie so viel Wärme und Liebe mit sich, wie dieStudentin konnte ehe sie sich ihren Koffer vornahm und ihn in den schwarzenOldtimer der Protectorin. Gemeinsam fuhren die beiden zum, nicht all zu weitentferntem Haus Nakada, welches Ayame den Tag zuvor bereits besucht hatte. Aufder gesamten Fahrt blieb sie ruhig, gab kaum einen Pieps von sich. Sie warnervös, zweifelte ihre Entscheidung an und war auch ein wenig aufgeregt aufalles was kommen würde. Noch immer zierte der Schorf der Wunden ihrer erstenBegegnung mit einem Mystery Object ihre zierlichen Handgelenke, auf die sieblickte. War es die richtige Entscheidung?

      Vor dem Haus parkten sie das Auto woraufhin sich Isa mitstrammem Schritt auf dieses zu machte. Die braunhaarige hingegen blieb eineSekunde vor dem Anblick des gewaltigen Gebäudes stehen. Es schien viel größerund gruseliger zu sein als sie es in erinnerung hatte. Tief ein und ausatmendschluckte sie ihre Sorgen hinfort und folgte letztlich ihrer Ausbilderin. Diesezeigte ihr kurzerhand ihr neues Reich.
      Sonderlich luxuriös war es nun wirklich nicht. Staubbedeckt undlauter Spinnenweben machten nicht den einladensten Eindruck doch wenn mangenauer hinschaute, bot der Raum einige Vorteile. Die hohe Decke ließ das ohnehin schon große Zimmer noch weitläufiger erscheinen, die großzügigen Fensterbrachten viel natürliches Licht hinein und waren sogar zu zwei Seitenausgerichtet doch das Highlight für die Brünette war der steinerne Kamin, derwohl die Quelle des Staubübels war. Sie hatte zwar viel Arbeit vor sich aberunter diesen Umständen konnte sie tatsächlich einiges aus ihren eigenen vierWänden zaubern. Nickend willigte sie ein, selbst alles zu säubern und stimmteauch dem Gedanken zu, später am Tag einige Besorgungen zu machen. Die erstenStunden in ihrem neuen Heim verbrachte sie nur damit für Ordnung zu sorgen. Alserstes öffnete sie eines der Fenster, dass sich nur mühevoll aus den Angelnwerfen ließ und dabei den Staub aufwirbelte. Da sowieso alles umherflog, machtesie sich direkt daran, die Vorhänge und auch die restlichen Textilienauszuschütteln. Obwohl sie ihr Gesicht mit ihrer Kleidung bedeckte, konnte siesich das Husten nicht verkneifen. Nachdem dies erledigt war, wischte sie dieFlächen, nahm sich natürlich als erstes die Reinigung des Kamins vor. Esfolgten der Boden, die Spinnennetze und alles andere, das zu erledigen war.Völlig aus der Puste ging sie mit ihren vier Buchstaben zu Boden und wischtesich schwer atmend den Schweiß von der Stirn. Es sah schon um einiges besser indem Stübchen aus, doch wirklich heimisch war es noch nicht. Unzufrieden hievtesie sich wieder auf die Beine, packte ihre Sachen aus und platzierte alles inden Schränken und Regalen.

      Für einen Moment betrachtete sie ihr vollbrachtes Werk, fühltesich dabei als wäre sie auf der Arbeit - gerade dabei eine neue Ausstellung zuorganisieren. "Hmm" murmelte es leise aus ihr hervor. Für eineAusstellung ihres Lebens, ihrer Vorlieben und ihrer Persönlichkeit fehlte esihr definitiv an Gegenständen. Sie nahm sich vor später welche zu besorgen,Bilderrahmen, Kerzen oder auch ein paar kuschelige Decken und Kissen würden dasGanze schon um einiges gemütlicher machen. Neugierig wie sie war, kam ihrjedoch auch schnell der Gedanke, dass im Haus bestimmt etwas aufzufinden sein musste.Sie machte sich auf den Weg, pirschte durch die Gänge und öffnete eine Tür nachder anderen, überprüfte dabei welche verschlossen war und welche nicht. InGedanken zeichnete Ayame sich einen Grundriss des Hauses, markierte dabei diegesperrten Räume mit einem roten X. Ob sie jemals herausfinden würde, was sichhinter diesen vergab?

      Auf ihrer Erkundungstour musste sie feststellen, dass dierestlichen Zimmer zwar aufgeräumter waren als ihr eigenes, wirklich ordentlichwar es aber nirgendwo. //Aufräumen gehört also wohl nicht zu ihren Hobbies.//kam ihr mit einem Schmunzeln in den Sinn. Hinter einer Tür entdeckte sie eineArt Arbeitszimmer oder bei der Anzahl an Büchern besser gesagt eine Bibliothek.Mit funkelnden Augen stürmte sie hinein, griff sich sofort die Buchrücken, diesie ansprachen und stapelte diese auf ihrem Unterarm. Vollbepackt erblickte sieauf dem Schreibtisch eine brennende Kerze. //Nanu? Brennt die schon die ganzeZeit?// wunderte sie sich und legte den Kopf zur Seite. Näher an diese herantretend,spreizte sie die Lippen und pustete warme Luft aus ihrem Mund, der Flammeentgegen doch diese erlosch zu ihrer Verwunderung nur für eine Sekunde ehe siewieder glühte. Die blauen Augen der neuen Auszubildenden weiteten sich inVerwunderung und sie versuchte erneut die Kerze zu löschen - vergeblich. Immerwieder ging es so weiter.

      "Würdest du das bitte lassen?" brummte es genervt auseiner tiefen Stimme woraufhin sich Ayame hektisch umschaute bis sierealisierte, dass es die Kerze war, die zu ihr sprach. "Du kannstreden?!" gab sie geschockt von sich. "Na toll noch so eine... Wie ichMenschen mit feuchter Aussprache liebe." kam es ironisch zurück."Natürlich kann ich reden und nur zu deiner Info ich brenne dann wann ichdas möchte!" "Und wann ist das immer so?" fragte sie während siesich mit ihrem Gesicht dem Wachskegel näherte. "Ähm ja...also…ähm guteFrage, dass wollte bisher niemand wissen..." stotterte die zuvor böseklingende Stimme plötzlich. Völlig begeistert von diesem Object lief die Studentinmit diesem in der Hand in den Flur zurück nur um durchs ganze Haus zu rufen."ISAAAA! Darf ich die Kerze haben?" schallte es durch alle Räume ehesie sich hastig in ihr Zimmer auf machte ohne auf eine Antwort zu warten. Dortangekommen legte sie die Bücher als auch die sprechende Kerze ab. "Daswird hier ja immer besser! Hast du noch ein paar mehr MysteryObject Freunde hier im Haus, die ich finden kann?" unterhielt siesich mit der Kerze und hinterfragte es seltsamerweise nicht für einen Augenblick.Am liebsten hätte sie den ganzen restlichen Tag mit dem Leuchtmittel verbrachtoder sich auf die Suche nach weiteren Objekten gemacht, jedoch erinnerte siesich an die Besorgungen, die sie mit Isa noch machen wollte. "MeineAusbilderin wird bestimmt böse, wenn ich noch weiter trödle."

      Mit diesen Worten verabschiedete sie sich von ihrem neuenZimmergenossen und machte sich ins Badezimmer. In der Dusche spülte sie all denDreck von sich, fragte vorher vorsichtig ob sich ein Objekt versteckte, bekamjedoch keine Antwort. Das Wasser war eisig kalt und alles drehen und drücken amHahn machte es nicht besser. Um sich von der Kälte abzulenken begann sie dieMelodie ihres Lieblings Songs zu summen und stellte dabei fest, dass das Wasserendlich wärmer wurde. Freudig und erleichtert lief ihr ein Lachen über dieLippen woraufhin die Temperatur wieder fiel. "Noch ein MysteryObject?" murmelte sie verwirrt vor sich hin. "Kann doch nichtsein, dass ich für warmes Wasser summen muss. Das Haus will mir doch einen Streichspielen?" um es auszutesten begann sie wieder zu summen und siehe da eswurde tatsächlich wärmer. So richtig wollte es jedoch nicht. Für einen kurzenMoment grübelte sie bis ihr die Lösung kam. "Vielleicht muss ich jasingen?" mit diesen Worten begann sie nun den Song, dessen Melodie sievorher trällerte zu singen. Als Dank schenkte ihr der Duschkopf heißesBadewasser.


      Anschließend zog sie sich saubere Klamotten an, ging runter zuihrer Leiterin und begegnete ihr völlig außer sich. "Das gesamte Haus istja voller Mystery Objects!! Das ist ja wie ein eigenes kleines Museum!!"mit leuchtenden Augen blickte sie in die roten von Isa, die sichtlichunbegeistert von dieser Erkenntnis war. Natürlich - sie lebte vermutlich schonEwigkeiten dort und war mit der Zeit vielleicht sogar genervt von dem ganzenHokuspokus. Sich kurz räuspernd fuhr sie herunter. "Von mir aus können wirlos." ließ sie ihre Ausbilderin wissen und wartete auf ihre Zustimmung.
      A heart's a heavy burden.

    • Neu

      Isa

      Sie saß im oberen Foyer und studierte die Nachrichten, die auf dem TV liefen. Hier gab es zumindestens einen TV, während der Wohnraum eher schlicht und entspannend gehalten wurde. Ayame war einige Zeit damit beschäftigt gewesen, ihr Zimmer herzurichten. Isa wusste ja, das es sicher die ein oder andere Stunde kosten würde. Und wie lange Ayame dann noch im Haus auf Erkundungstour gehen würde, das konnte sie nur vermuten. Aber sie dachte, dass das Mädel wohl in der Bibliothek hängen bleiben würde. Fast richtig, denn wenig später hörte sie Ayame laut schreien, das sie gern die Kerze behalten würde. Isa seufzte. Sollte kein Problem darstellen. Es war doch nur ne Kerze mit Eigenleben. Absolut ungefährlich und ein treuer Begleiter wenn es darum ging Licht zum Lesen zu bekommen, die Dunkelheit zu vertreiben. Auch wenn Isa häufig auf andere Hilfsmittel umsteigen musste, da Herr Candle gern mal keine Lust hatte, für ihre Augen zu leuchten.
      Irgendwann kam dann eine aufgeregte Ayame zu Isa und hätte vermutlich vor Begeisterung im Dreieck springen können. Sie erzählte von einigen MO`s, und das die Hütte hier wie ein kleines Museum wäre. Isa seufzte erneut. "Natürlich gibt es hier gewisse Dinge die nicht normal sind. Das hatte ich dir ja schon gesagt.", antwortete sie unbeeindruckt.
      "Und alles was nicht verschlossen ist ist in der Regel auch erstmal ungefährlich. Das ein oder andere solltest du dennoch wissen, damit kein Unglück passiert. Und Candle kannst du gern haben. Es gibt andere Lichtquellen im Haus die ich jederzeit nutzen kann.", meinte Isa und schaltete den TV aus. Sie sah Ayame fragend an. Es war schon Abend und die Sonna stand schon tiefer, aber da Sommer war, war es ja noch hell genug. Wollte sie wirklich heute noch einkaufen gehen? Sie verträgt das Ganze hier deutlich besser als gedacht. Naja, sie schien ja auch von Anfang an enormes Interesse zu zeigen. Und selbst war sie ja nun auch ein MO, wenn man es so wollte. Das musste auch noch etwas genauer untersucht werden.
      "Wenn du kein Problem damit hast, dann können wir auch heute noch alles besorgen, was nötig ist. Fahren wir zunächst zur Boutique Moody. Dort besorgen wir dir passende Dienstkleidung. Zunächst drei Uniformen, damit du auch Ersatz hast. Für deine Freizeit kannst du dir gern auch was aussuchen. Die Etikette in der Organisation sollte schon eingehalten werden. Der erste Einkauf ist bis zu einer gewissen Summe Gratis, wild also von der MPO bezahlt. Übertreib es nicht. Danach fahren wir zum Supermarkt und stocken des Haushalt etwas auf. Jetzt wohnen ja zwei Personen hier."
      Ayame war mit allem einverstanden. Vermutlich wollte sie schnell alles erledigen, damit sie morgen mehr Zeit für ihre Entdeckungen hatte. Sie schnappten sich einige Beutel und Taschen und ein Wäschekorb, begaben sich damit zum Wagen, der im Vergleich zum Motor einen bescheidenen Kofferraum hatte. Viel konnte darin nicht verstaut werden. Das ein oder andere würde sicher noch auf der Rückbank Platz finden.

      Boutique Moody
      Sie fuhren etwa 10 Minuten um den Laden zu erreichen. Ein kleiner Laden, dessen Eingang seitlich über eine Kellertreppe erreichbar war. Oben prangerte nur das Schild mit dem Namen und ein in der Mauer befindlicher Schaukasten zeigte das ein oder andere, was es hier zu kaufen gäbe.
      Eine kleine Türglocke kündigte ihren Besuch an, und ein älterer Herr, Mr. Moody, der Besitzer, kam hinter einem Vorhang hervor und stellte sich zum Kassenbereich hin. "Ahh, Miss Nakada, herzlich willkommen. Sie waren schon länger nicht mehr hier gewesen. Es ist doch wohl alles Inordnung? Und wer ist das? Ein Gast?", grüßte er und begann das Gespräch, nickte nachträglich noch zu Ayame.
      Isa winkte ab. "Viel zu tun, aber ja, alles bestens. Und das ist meine Schülerin, Ayame Kitamura. Wir ... sind zur Ausrüstung hier. Und Privat."
      Der Mann nickte und lächelte breit. "Selbstverständlich. Schauen sie sich nur um. Ich holte dann schon mal das Maßband."
      Moody verschwand wieder hinterm Laden in irgendwelchen Räumlichkeiten. Er würde Ayame noch ausmessen und ihr dann die passende Uniform bereit legen. Inzwischen konnten sie und Isa sich hier umschauen. Es gab drei Regalreihen im Raum und noch zwei an den Wänden. Dazu zwei Umkleidekabinen. Kein sehr großer Laden, aber er bot reichlich Auswahl und Zubehör.
      Auch Isa nutzte mal wieder die Gelegenheit sich was zu gönnen. Unterwäsche stach ihr ins Augen. Sie griff zu und hatte plötzlich ein sehr spärlichen Fetzen am Haken hervorgezaubert. Sie wurde rot und hing es hastig zurück, wählte schnell etwas anderes mit mindestens reichlich Stoff. Das war ihr dann doch etwas zu knapp. Vielleicht würde sie noch ein Kleid, oder ein neues Nachthemd mitgehen lassen. Irgendwo auf der anderen Seite wühlte bereits Ayame in den Ständern. Die Preise waren zum Teil saftig, aber wie sagte Isa schon - erster Einkauf gratis?
      Heute gab es eine Menge Geschenke, dafür das man ihr das bekannte Privatleben genommen hatte.
      Mr. Moody kehrte zurück und wartete in leicht krummer Haltung mit verschränktem Arm auf dem Rücken vor der Kassentheke, und ließ die Damen erstmal machen. Isas Größe war ihm bekannt, aber bei Ayame musste er noch Daten sammeln. Entsprechend würde sie die passende Größe zu der Auswahl frisch aus dem Lager erhalten.