Hexenzirkel (Aiden, Lenz und Uki)

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    • Hexenzirkel (Aiden, Lenz und Uki)



      „I‘ve got a pocket, got a pocket full of sunshine.“, sang die Braunhaarige vor sich hin als sie unter der Dusche stand und das Wasser an ihrem Körper herablief. Wer sie kannte hätte ihr nicht so eine Stimme und vor allem so ein Lied zugetraut, denn Alexis wirkte doch eigentlich immer eher mürrisch. Doch so wirkte sie eben nur.
      Vor grade mal zwei Stunden war Alexis mit dem Flieger gelandet und hatte sich beim Notar den Schlüssel holen wollen, doch dieser hatte zu gehabt. Für sie ein Grund, aber kein Hindernis. Immerhin hatte er ihr ja schon am Telefon gesagt gehabt, dass sie dieses Haus geerbt hatte und somit war es immerhin kein Einbruch. Sie würde die Formalitäten einfach später mit ihm klären. Leider war das Gespräch nämlich unterbrochen worden ehe er ihr hatte mehr sagen können. Aber ein Haus war schon was Tolles.
      Seltsamerweise hatte sie mal wieder auf Anhieb die passende Tür geöffnet gehabt. Immer wieder war es ihre Intuition oder der Zufall, der sie genau dahin brachte wo sie wollte. Nach dem Flug hatte sie sich nichts so sehr wie eine Dusche gewünscht und ihre Füße hatten sie in den ersten Stock gebracht. Die erste Zimmertür, die sie geöffnet hatte beinhaltete ein großes Bad.
      Sie hörte Salems Glöckchen leise klingeln, ehe sie die Brause wieder anstellte. Nun hatten ihr Kater und sie immerhin wieder so etwas in der Art wie ein Zuhause und würde endlich ihr Studium wieder aufnehmen können. Eigentlich war sie in einer der Kleinstädte ganz in der Nähe hier aufgewachsen und dennoch hatte sie nie von dieser Verwandten gehört. Sie stieg aus der Dusche und wickelte sie ihre Haare in ein Handtuch, ehe sie sich im Spiegel betrachtete. Ein Haus und so viele Fragen. Sie wünschte sich echt, dass sie mal mehr über ihre Verwandtschaft herausfinden würde und immerhin würde sie hier sicher die Möglichkeit haben.

      Steckbriefe
      Wie kann man nur so hirnlos sein?



    • Adelaide

      Ada konnte ohne unterlass sagen, dass dieser Monat wohl einer der ereignisreichsten in ihren Leben war. Vor allem voll gepackt mit Ereignissen mit denen sie nicht gerechnet hätte, man könnte es beinahe schon Überraschungen nennen. Ob sie nun schön waren oder nicht sollte dahin gestellt sein.
      Die Trennung von ihren Freund, der Anruf des Notars, und der große Auftrag ihres kleines Fotostudios.
      Heute hatte sich Adelaide einen Teil des Tages frei genommen - vermutlich würde sie den Teil bis mitten in die Nacht nachholen- um zum Notar zu fahren, um wegen dieses Testaments mit ihm zu reden. Sie hatte schon die ganze Zeit ein wenig ein ungutes Gefühl im Magen, immerhin konnte sich die junge Frau nicht vorstellen, dass sie alleine etwas von geerbt haben soll, schon gar nicht das Haus aus ihrer Kindheit.
      Das Gespräch mit dem Notar hatte einen bitteren Beigeschmack gehabt. Adelaide hatte es geahnt, doch sie hätte nicht damit gerechnet. Sie wusste, dass sie Geschwister hatte, doch nach 20 Jahren hatte sie niemals mehr damit gerechnet sie wieder zusehen. Beinahe hatte die Blondhaarige diese auch schon vergessen. Oder eher verdrängt, denn nun, wo sie erst wieder erwähnt wurden, kamen die Erinnerungen an ihre Kindheit wieder hoch.
      Wie sie den Bauch ihrer Mutter gestreichelt hatte, bei beiden ihren Schwangerschaften, und den Babys lieder vorgesungen hatte, selbst wenn diese immer recht schief klangen. Adas Herz schmerzte bei dem Gedanken an ihre Mutter, weshalb sie automatisch zu ihrer Halskette griff.
      Sie brauchte ein paar Momente bevor sie den Motor ihrer alten Schrotthaube starten konnte, und sich auf den Weg machte. Sie musste sich das Haus anschauen, bisher war sie auch die einzige gewesen, die sich den Schlüssel abgeholt hatte, weswegen es wohl keine Probleme geben sollte, wenn sie sich umsah. Es würde ihr auch den Arsch retten, denn mit 26 hatte sie wirklich absolut keine Lust mehr bei ihrer Tante zu leben. Sie brauchte wirklich dringend ihre Privatsphäre.
      "Call me Icarus, cause baby you're my sun"


      "Loving you's my Achilles' heel"
    • Aurora

      Rora war wohl die, die am meisten überrascht von dem Anruf des Notars war. Nicht nur, dass sie im vollständigen Unwissen über diesen Teil der Familie aufgewachsen war, durch ihr Alter hatte sie bedingt so gut wie alles aus ihrer Kindheit vergessen. Sei es das Haus, ihre Familie oder gar die Schwestern, die sie hatte.
      Ihr Onkel behandelte sie wie die eigene Tochter, weshalb sie ihn auch Vater nannte. Ein Geheimnis daraus, dass er nur der Onkel war machte er jedoch nicht. Zu viel ins Detail, bei diesem Teil der Familie, ging er beim erzählen jedoch genauso wenig.
      Sie war in der Universität gewesen, als sie den Anruf bekommen hatte. Als wenn der Notar am anderen Ende gewusst hätte, dass die Erstsemesterin der Pharmazie gerade aus den Vorlesungen fliehen wollte.
      Entsprechend machte sie sich auf zu dem Haus, welches wohl ihre frühe Kindheit mitbestimmt hatte. Der Weg dorthin wurde mit dem Auto in Anschlag genommen, da sie in einer nicht ganz so entfernten Stadt wohnten. Gerade mal 40 Minuten ging die Fahrt, bevor sie vor dem großen Haus stand. Und auch wenn sie wusste, das sie schonmal hier war, fühlte es sich irgendwie fremd an. Fremd, aber zeitgleich auch warm. Ein komisches Gefühl durchzog ihre Knochen, so länger sie drauf sah. Eines kam auch noch dazu: das Gefühl, dass sie Fliehen sollte. Als wenn ihr Leben gleich dermaßen aus den Fugen geraten würde, wie es sonst nicht anders möglich wäre.
      Langsam glitt sie das knarrende Holz des Bodens hinauf zu der Haustür, wo sie zaghaft drückte um hinein zu gleiten. Wirklich wohl war ihr jedoch nicht.
      In another life
      I would make you stay
      'Cause every night I lie in bed
      The brightest colours fill my head
      A million dreams are keeping me awake

    • Alexis

      Nachdem sie sich abgetrocknet hatte zog sie sich schnell was über und befreite ihre noch nassen Haare aus dem Tuch. Da diese es nicht so gerne hatte geföhnt zu werden würde sie ihnen heute, da sie es nicht eilig hatte, die Zeit geben, die sie brauchten. Nun in einer Leggings und einem Bigshirt machte sie sich auf den Weg in die Küche. Sicher würde es hier nichts zu essen geben und doch wollte sie vorher mal nachsehen. Bis jetzt hatte sie dieses Haus nicht wirklich angesehen gehabt, auch weil sie mal wieder durch Glück gleich die richtige Tür zu dem gesuchten Raum gefunden hatte und doch kam es ihr seltsam vertraut vor. Sicher: Sie war wohl schon mal hier gewesen und doch kannte sie sich zu gut aus.
      Noch immer die Schranktüren öffnend, um sich einen Überblick zu verschaffen, hörte sie erst ein Auto vorfahren und dann ein Zweites. An sich nichts Besonderes und doch lag das Haus eigentlich etwas zu abgelegen und versteckt, als dass hier so einfach wer parken würde. Vielleicht hatte ja wer sie gesehen und die Polizei gerufen, kam es ihr in den Sinn und sie seufzte als Salem ihr nun mit einem Mauzen Richtung Tür folgte. Angriff war die beste Verteidigung dachte sie sich und riss die Tür auf, doch zu ihrer Verwunderung sah sie nur zwei normale Autos. Mit verschränkten Armen stellte sie sich in den Türrahmen und sah zu diesen. Wollten die etwa zu ihr?
      Wie kann man nur so hirnlos sein?



    • Adelaide

      Umso näher sie dem Haus kam, desto nervöser wurde sie, und sobald sie den Motor des Autos abgedreht hatte und ihre Hände betrachtete, merkte sie, dass diese nicht nur etwas schwitzig waren, sondern auch ein wenig zitterten. Sie rieb mit den Händen über ihre Jeans, doch bevor sie zum Aussteigen kam, parkte auch schon ein Auto hinter ihr.
      Die meisten Häuser der Nachbarschaft hatten ihre eigene Einfahrt, und ansonsten war es eher ein ruhiges Fleckchen - zumindest in Adas Erinnerung- weswegen sie das ganze doch ein wenig verwunderte. In ihren Rückspiegel versuchte sie die Person zu erkennen, doch selbst wenn sie gewollt hätte, würde sie die Frau nicht kennen. Woher denn auch... Obwohl? Könnte es sein?
      Bevor Adelaide eine Entscheidung treffen konnte, oder mehr nachdenken konnte, wurde auch die Haustüre geöffnet. Der Notar hatte ihr doch gesagt, das sich noch keiner der anderen beiden einen Schlüssel geholt hatte, weswegen sie verwundert war. Doch als Ada die Augen zusammenkniff, und die Frau in der Tür näher betrachtete, hatte sie das Gefühl sie zu kennen. War das Alexis?
      Die Gesichtsform passte irgendwie, auch wenn sie deutlich älter geworden war.
      Der Herzschlag der jungen Frau verschnellerte sich. Sie hatte eigentlich damit gerechnet, hier ganz alleine zu sein und nun waren wohl doch beide ihrer Schwestern schon da. Wie Zufall... oder war es Schicksal?
      Nachdem Adelaide noch eine Minute im Auto gesessen hatte und ihre Schwester im Türrahmen angestarrt hatte, entschloss sie sich doch endlich einmal auszusteigen. Irgendwann hätte sie wohl so oder so dieses ganze Szenario erwartet, also besser früher als später.
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    • Aurora

      Für die jüngste der Schwestern war das Bild einer fremden Frau, welche am Türrahmen stand, neu. Sie wuchs ohne das Wissen auf, dass sie Schwestern hatte und entsprechend neu, aber auch schwer zu verarbeiten war die Situation. Immerhin, die bewussten Jahre der derzeitig 20 Jährigen, hatte sie ohne Schwestern verbracht - und nun hatte sie zwei die auch noch älter waren als sie. Sie war praktisch das Küken.
      Ihr Weg bahnte sich schneller aus dem Auto und ohne großes verharren ging sie zu der Tür, welche von ihrer Schwester praktisch bewacht wurde. Kurz glitt ihr Blick über sie, musterte ihr Gesicht, ihr Haar, ihre Kleidung. Kurz verglich sie eben jenes auch mit sich selbst. Mit ihren eigenen, schwarzen Haaren. Ihre blasse, weiche Haut. Aber auch mit der zerrissenen Jeans, welche sie trug. Abgerundet mit einem cremefarbenen, schlichten Rollkragenpulli, wie auch einem braunen Trenchcoat. Man konnte schon an der Kleidung erahnen, das sie zum jungen Eisen gehörte.
      Nun aber räusperte sie sich kurz, ehe sie einmal kurz locker wank. “Hey. Ich bin Aurora.” ihre Vorstellung war zwar knapp, doch nicht minder herzlich wie sie sich auch sonst fremden gegenüber vorstellte. Ein Stück weit fragte sie sich, ob es für der Frau vor ihr genauso war. Ob auch sie es eher befremdlich fand. Doch warf sie den Gedanken schnell weg. “Freut mich, denk ich”
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    • Alexis

      Noch immer waren ihre Locken leicht feucht und hingen ihr unbändig im Gesicht und auf die Schultern als sich nun zwei junge Frauen näherten. Eine wohl etwas jünger als sie und die andere etwas älter, doch keine wohl an die 30. Ihr Blick musterte sie und als die Beiden sich dann endgültig genähert hatten und sich die Jüngere als Aurora vorstellte. Alexis wusste immer noch nicht was sie hier wollten und wer sie waren, weshalb sie nun ihre Arme verschränkte und ein trotziges Gesicht auflegte. "Aha... und? Was willst du hier bei meinem Haus? Oder eher ihr beide?" Nun fiel ihr Blick auf die Blonde, die sich noch nicht vorgestellt hatte, und doch scheinbar auch etwas von ihr wollte. Alexis verstand den ganzen Mist nicht, der hier scheinbar vor sich ging und wusste nichts über diese beiden Frauen, aber vielleicht waren sie ja irgendwelche entfernten Verwandten. "Also? Ich bin echt gespannt was euch hier her führt in mein Haus.", drängte sie fast schon auf eine Antwort und wollte dabei auch nicht mal sich selbst erst vorstellen. Ihr Kopf drehte sich und sie merkte zu sehr, dass sie aufgeregt war und auch seit zu langer Zeit nichts mehr gegessen hatte. Stattdessen kam nun Salem an und setzte sich neben sie auf die Türschwelle.
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    • Adelaide

      Als die junge Frau mit den anderen an bzw in der Tür stand, griff sie automatisch zu ihren Silberkettchen und spielte mit dem Anhänger. Das hier war eine unangenehme Situation, und sie wusste nicht genau wie sie das alles angehen sollte. Immerhin hatten sie sich alle seit zwanzig Jahren nicht mehr gesehen. Es hatte nie Versuche gegeben zu Adelaide Kontakt aufzubauen und ihre Tante meinte auch immer, dass die anderen das gar nicht wollten.
      So wie ihre Schwester in der Tür redete, konnte Adelaide sich gut genug vorstellen, dass diese gar keinen Kontakt zu ihr haben wollte. Also rümpfte Ada einfach die Nase, und lies ihre Kette wieder los, um aus ihrer Hosentasche den Haustürschlüssel zu ziehen und ihn in die Luft zu halten.
      "Unser Haus. Wenn du beim Notar vorstellig geworden wärest, wüsstest du das."
      Mit solchen Schlampigkeiten konnte Adelaide noch nie besonders gut umgehen. Wenn man sich nicht an Regeln und Abläufe hielt, konnte alles sehr schnell im Chaos untergehen. Das konnte sie wirklich nicht gebrauchen, es war immer gut einen Plan zu haben, wie Ada gerade am eigenen Leib zu spüren bekam. Denn das hier fühlte sich nach Chaos pur an. Nur weil sie nicht damit gerechnet hatte, dass ihre Schwestern hier auch auftauchen könnten, ohne vorher mit dem Notar gesprochen zu haben.
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    • Aurora

      Ihre Braue zog sich hoch, als sie die Worte der Frau erhörte. "Freundlichkeit hast du wohl nicht mit Löffeln gegessen" brummte sie dann, ehe sie weiter ansetzen wollte. Doch wurde sie durch die zweite Dame zu ihrer nächsten unterbrochen wurde. Sie blickte zu eben jener und seufzte dann. Ein wenig anders stellte sie sich solche Gespräche schon vor. Als nicht gerade auf dem Mund gefallene, junge Dame war sie es nicht gewohnt mit Abneigung entgegen getreten zu werden. Verwirrung, Überrumplung von ihrer Art, ja. Ebenso auftretende Freundlichkeit, ebenso ja. Doch sowas? Eher nicht.
      Dann aber blickte sie zu der Katze, welche sich zu Alexis an die Tür setzte. Ihre Augen weiteten sich erst, ehe ein kleines Funkeln über jene kam. "oooh~" entkam es ihr leise, ehe sie beinahe schon abgelenkt die Katze begutachtete. Tiere liebte sie schon immer. Ob dies wohl ein Klischee für die jüngsten Geschwister waren? Vermutlich, zumindest wenn man nach Sternensagen ging. "Wie heißt sie?"
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    • Alexis

      Eigentlich wollte Alexis nur ihre Ruhe haben und sich entspannen, doch hier überschlugen sich nun die Ereignisse und so musste sie erstmal gleich laut seufzen. Also hatte der notar nur eine kurze Pause gehabt, aber wieso war dann nicht seine Sekretärin an den Apparat gegangen. Dennoch war es nicht das Schlimmste. Schlimmer war, dass sie ein Haus nun mit zwei anderen Frauen geerbt hatte, die sie nicht mal kannte und so musterte sie besonders die Jüngere, die sie so anging. Ja, sie hörte öfter, dass sie netter sein sollte und doch sah sie keinen Grund darin. Sie misstraute Menschen und hatte bis jetzt auch nur allen Grund dazu gehabt. "Schön, dann haben WIR eben ein Haus geerbt. Ich meine: Wer kommt denn auf die irre Idee drei fremden Frauen ein Haus zu vermachen? Sind wir überhaupt verwandt? Cousinen? Großcousinen? Würde mich mal interessieren, denn immerhin kenne ich kaum wen aus meiner Familie." Sie biss sich auf die Lippe und hatte die Jüngere bis jetzt etwas ignoriert, die nun versuchte mit Salem Anschluss zu finden, der nun nur mauzte. Sie sah nun von der Blonden hinan zu Salem und der Jüngeren. "Er heißt Salem und fass ihn nicht einfach an.", knurrte sie fast schon. Salem war ihre ganze Welt und Familie, zumindest sah sie es bis jetzt so.
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    • Adelaide

      Es legte sie ein bisschen zurück, dass bei ihrer kleinen Schwester noch immer kein Groschen zu fallen schien, als sie erwähnte, das sei ihrer aller Haus. Das Alexis sich kaum an sie erinnern können würde, war ihr klar. Wie alt war sie denn als sie beide getrennt worden waren? Zwei? Höchstens drei. Und ihre jüngste Schwester war noch ein Baby. Aber sie konnte es nicht glauben, das sie nicht wusste, dass sie Schwestern hatte.
      Unbewusst griff sie wieder nach ihrer Kette, und bemerkte es in diesem Moment noch nicht einmal. Ada musste sich erst einmal räsupern bevor sie wieder reden konnte. Oder überhaupt klar denken konnte.
      "Ich denke wir sollten das drinnen besprechen, Alexis."
      Der Name ihrer Schwester fiel ihr einfach so über die Lippen. Er fühlte sich wirklich sehr fremd an, fast schon falsch ihn auszusprechen. Komisch, in all den Jahren war ihr keine andere Person über den Weg gelaufen, die den selben Namen getragen hätte. Sie blickte dann zu ihrer anderen Schwester herunter, die von dem Kater angetan schien. Ihren Namen hatte sie damals vergessen gehabt, doch da sie sich vorgestellt hatte, wusste sie ihn.
      "Das scheint eine komplizierte Geschichte zu sein, wir sollten uns einen Tee machen."
      Adelaide hielt schon immer viel von der Wirkung von Kräutern, vor allem wenn sie einen beruhigen sollten.
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    • Alexis

      Diese ganze Situation überforderte sie, auch wenn sie versuchte es nicht nach außen zu zeigen. Einer der Lektionen, die das Leben sie gelehrt hatte: Wer Schwäche zeigt macht sich angreifbar. Noch immer hatte sie die Türschwelle nicht verlassen und stand fast wie ein Torwächter da, ehe sie die Worte der Älteren hörte und ihr ein Seufzen entwich. Sie war immerhin beim Notar gewesen und hatte als einzige von ihnen Dreien einen richtigen Schlüssel. Viel blieb Alexis nicht übrig als es zu akzeptieren und sich die Geschichte anzuhören. Vielleicht würde sie ja doch wirklich hierbleiben dürfen und würde nicht gleich ihr Dach über dem Kopf verlieren, wenn sie etwas netter war. Langsam machte sie einen Schritt nach hinten um den anderen Beiden Platz zu machen. „Dann kommt herein. Ich war selbst grade eben erst in der Küche beschäftigt um nach Essen und so zu suchen.“ Nun wartete sie bis die Beiden das Haus betreten hatten um dann die Tür zu schließen. Auch wenn Salem nett war, so war die Umgebung neu für ihn und sie wollte nicht, dass er sich noch verlief. Die Nervosität in ihr stieg weiter an, denn was würde noch alles auf die zukommen. Sie hatte kein gutes Gefühl bei der Sache.
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    • Aurora


      Die Dame an der Tür erklärte kurz, dass der Kater Salem hieß und er nicht gestreichelt werden sollte. So nahm Aurora ihre Hände von dem Kater und stand wieder auf. Die Konversation zwischen beiden Damen lauschte sie nur beiläufig. Viel wusste sie nicht von den Familienverhältnissen, jedoch wunderte es sie das die eine der Beiden wohl gar nichts von ihren Schwestern wusste. Als vorgeschlagen wurde, daß man es drinnen besprechen sollte, nickte sie kurz und ging dann rein ins Haus. Es sah von draussen schon sehr groß aus, aber von innen schien es nochmal an Größe zu zu legen. Sie staunte etwas beim durchgehen. Sie gingen in die Küche und Aurora setzte sich auf einen Stuhl. "Ich kenne leider die Familienverhältnisse nicht. Mir wurde nur immer wieder gesagt, dass ich nicht das leibliche Kind meines Onkels bin. Er ist für mich mein Vater. Ich weiß leider nur, dass ich 2 Schwestern habe. Das wars auch schon." Erklärte die junge Dame und sah die anderen beiden an.

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    • Adelaide

      Sie kannte den Weg in die Küche noch immer auswendig. Alles in Haus war ihr vertraut, als wäre sie das letzte Mal erst vor einer Woche hier gewesen. Ada konnte sich noch erinnern wie sie sich hinter jeder Tür versteckt hatte oder wie sie damals mit Alexis um die Wette zum Esstisch gerannt war.
      In der Küche angekommen wirkte alles kleiner als damals. Aber war es verwunderlich? Damals hatte sie noch nicht einmal über die Theke schauen können.
      Ohne lange darüber nach zu denken griff Ada in einen Schrank in dem noch ein Haufen Kräuter lagen. Einige davon kannte sie und suchte sich das Glas mit dem Pfefferminz und das mit dem Lavendel heraus, nur um dann für das Tierzubehör in den nächsten Schrank zu greifen.
      Sie hörte ihrer dritten Schwester zu ohne sie anzusehen und nickte dann leicht.
      "Herzlichen Glückwunsch, wir sind deine Schwestern", sagte sie dann Recht monoton während sie sich weiter um den Tee kümmerte.
      Es war an beide gerichtet, immerhin war es wohl für beide eine neue Info.
      "Ich bin eure ältere Schwester, ich war 6 als unsere Mutter gestorben ist."
      Es war noch immer irgendwie schmerzhaft darüber zu reden.
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    • Alexis

      Zum Glück hatte die Jüngere auf sie gehört und die Finger von ihrem Kater genommen. Nachdem man sich nun geeinigt hatte, dass man das Gespräch drinnen fortführen würden und Alexis zu gut wusste, dass sie kein Recht hatte zu widersprechen, ließ sie die anderen Beiden rein und schloss dann die Tür, ehe sie in die Küche folgte. Doch kaum waren sie da angekommen platzte die erste Bombe und diese wurde auch noch von der Älteren bestätigt. Alexis blieb wie angewurzelt im Türrahmen stehen und starrte nun zwischen den beiden hin und her. Eine gewisse Ähnlichkeit war immerhin da, zumindest zwischen ihr und er Jüngsten und doch war es das erste Mal, dass sie davon hörten. Sie ging vollkommen neben sich zu einem der Stühle und ließ sich auf diesem nieder. Ihr Hirn konnte dem ganzen Thema nicht folgen. Zwar wusste sie, dass ihr sogenannter Vater nicht ihr leiblicher war und doch hatte sie noch nie etwas von ihrer richtigen Familie gehört, trotz einiger Nachfragen. Um so seltsamer war es nun 2 Schwester zu haben. Nach einigen Augenblicken, die die Älteste in den Schränken wühlte, hatte sich Alexis gefangen und seufzte. "Also... wir sind Schwestern?! Und nun haben wir auch noch zusammen ein Haus geerbt... Ganz schön viel für den Anfang. Also: Ich für meinen Teil wusste nichts von euch."
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    • Aurora:

      Diese Situation war unangenehm. Anscheinend nicht nur für sie sondern auch für Alexis. Die dritte im Bunde konnte sie nicht so wirklich einschätzen. Ihre Monotone Stimme ließ sie verwirrt zurück. Aurora schwieg und sah zwischen den beiden hin und her. Langsam seufzte sie und sah den Tisch an. "Ja ich war verwundert, als es hieß ich hätte ein Haus geerbt. Mir kam nicht in den Sinn, dass ihr ebenfalls das Haus geerbt haben könntet. Immerhin habe ich all die Jahre nie etwas von euch gehört. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir uns einigen werden und vielleicht kann man sogar zueinander finden. Ihr seid immerhin Familie, auch wenn man sich vorher nie gesehen hatte" Sprach sie in einem Anfall von Hoffnung. Sie glaubte fest daran, dass eine Familie sowas durchstehen könnte. Auch wenn sie alle Fremde waren. Dieses Haus war auf jedenfall groß genug, um sich gegebenenfalls auch aus dem Weg gehen zu können. Aber das hatte die Junge Dame gar nicht vor.
      "Ich für meinen Teil bin auf jedenfall sehr neugierig wie es meinen Schwestern all die Jahre ergangen ist. Mein Name ist Aurora. Ich weiß nicht genau wer mir den Namen gab, aber das war auch nie wichtig für mich gewesen. So lange ich mich erinnern kann bin ich bei meinem Onkel aufgewachsen. Er hat mir ab und an Kleinigkeiten über meine Mutter erzählt, aber ist nie so richtig ins Detail gegangen. Ich wusste, dass ich die Jüngste bin aus einer Familie von 3 Schwestern. Wie weit wir auseinander lagen hat er mir nie gesagt. Genauso weiß ich nichts über meinen Vater. Ich hab eine sehr schöne Kindheit gehabt und man hat mir viel beigebracht. Ich bin mittlerweile 20 Jahre alt. Ich glaube sehr viel mehr gibt es über mich nicht zu sagen. " Begann sie sich vorzustellen im der Hoffnung das Eis etwas brechen zu können

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    • Adelaide

      Es dauerte nicht lange bis Adelaide die Teekanne gefunden hatte, und diese schon mit Wasser befüllte und auf den Herd stellte, der irgendwie trotz allem noch sehr gut zu funktionieren schien. Selbst wenn er nur langsamer warm wurde, als man es gewöhnt sein mochte.
      Ada konnte nur leicht schnaufen, als die eine von beiden behauptete sie hätte nichts von ihren Schwestern gewusst, und verdrehte die Augen, als die andere meinte sie konnten zusammen finden. Sie hatte sich ihre ganze Kindheit darum bemüht mit den beiden Kontakt aufzunehmen aber es war nie irgendetwas zurück gekommen.
      Sie konnte die beiden in dem Moment noch nicht einmal anschauen, während sie sich weiter um die Teemischung kümmerte. Als das erledigt war, legte sie ihre Hand auf die Kette ihrer Mutter und fasste sich wieder, bevor sie sich an ihre Schwestern wandte. Es war seltsam zwei fremde Frauen als Schwestern zu bezeichnen. Einmal waren sie es sicher gewesen aber jetzt gerade? Die einzige Erinnerung die sie an Aurora hatte, war wie sie geschrien hatte. Immer nur geweint.
      "Die eigentliche Frage ist, wie wir weiter verfahren wollen. Wollt ihr das Haus? Wollt ihr euren Anteil ausgezahlt bekommen?"
      Adelaide wusste, dass sie hier eigentlich gerne wohnen würde. Sie konnte nicht mehr bei ihrer Tante leben, und eine schöne Wohnung zu bekommen war in dieser Stadt wirklich schwer. Vor allem mit so einen schönen Grundstück wie dem hier.
      Genau in dem Moment, wo sie an ihre Tante dachte, leutete ihr Smartphone und sie blickte darauf. Natürlich war es ihre Tante, vermutlich weil diese wissen wollte was Ada gerade tat. Aber es gab grad wichtigeres als ihre Tante, weswegen sie diese einfach wegdrückte.
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    • Alexis:

      Während Aurora, die Jüngste, sehr enthusiastisch schien wegen der ganzen Geschichten, war Adelaide ganz anders drauf. Für Alexis, die wirklich noch nie etwas von Schwestern gehört hatte, war es noch immer wie ein Schock, dennoch war sie sehr auf der Seite von Aurora was das Haus anging. Adelaide war eher geschäftlich unterwegs, denn schon fing sie an Fragen zu stellen und von Geld zu reden. Alexis schluckte schwer. Wenn sie ehrlich war, dann hatte sie nun mal keinen anderen Platz mehr in den sie zurückkehren konnte und auch wenn sie die Beiden nicht kannte, so war es ja eigentlich nichts weiteres als eine Art von WG und damit würde sie sich schon zu Recht finden. Kurz ließ die den Blick etwas schweifen und auch wenn sie sich das Haus noch nicht ganz angesehen hatte, so schien es riesig zu sein und genug Platz für alle zu bieten. Kurz pustete sie die Luft laut raus und sah dann zur Blonden, die ebenso feindselig war wie sie selbst. "Dann lass uns mal ehrlich sein: Ja, ich kenne euch nicht und ich höre zum ersten Mal von Schwestern. Mein "Vater" war nicht grade liebevoll und redselig, aber was auch immer. Ich bin erst kurz hier, hab kaum Geld und definitiv kein Dach über dem Kopf. Lasst es uns doch als WG sehen und schauen wie es läuft. Wenn wir uns gar nicht vertragen können wir immer noch überlegen das Haus zu verkaufen oder so was. Ist das eine Idee?"
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    • Aurora:

      Die anderen beiden erzählten irgendwie nichts über sich. Die älteste schien das Haus für sich haben zu wollen oder zumindest sie und die andere Schwester aus dem Haus raus kriegen. Sie seufzte und sah abwechselnd zwischen den beiden hin und her. "Warum sprechen wir hier von Verkauf oder Anteile auszahlen? Wir sind Schwestern. Ist es so schlimm sich kennenzulernen?" Sprach sie und drückte ihre Hände gegen den Tisch. Sie sah diesen an und begann dann etwas lauter zu werden. "Ich habe mir immer ausgemalt wie es wäre, wenn ich meine Schwestern sehen sollte. Ich habe darüber nachgedacht wie schön das ganze werden würde. Aber so.. So habe ich es mir nicht vorgestellt. Wir sind Familie." Sie ließ sich wieder auf den Stuhl fallen und seufzte. Sie verstand überhaupt nicht, warum sich die beiden so verhielten. Es war mehr als schade und sie versuchte ihren Unmut raus zu lassen. "Ich bin hier hin gefahren, weil ich gehofft hatte meiner verstorbenen Mutter etwas näher zu kommen. Ein wenig erfahren, wie sie so gelebt hatte. Aber unter solchen Umständen bin ich mir echt nicht sicher, ob ich mich hier wohlfühlen kann. Ich scheine ja die einzige Person zu sein, die nicht hierher kam, weil sie nirgends sonst hin kann. Du Alexis hast es sogar direkt angesprochen. Und du Adelaide scheinst kein Interesse daran zu haben, dieses Haus zu teilen. Ich gehe also davon aus, dass auch du deine Gründe hast, warum du nicht mehr zurück kannst." floss es aus ihr raus und sie fuhr sich durchs Haar. Wie konnten ihre Schwestern nur so komplett anders sein als sie selbst.

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    • Adelaide

      Kurz nachdem sie aufgelegt hatte trudelten gute 10 Textnachrichten von ihrer Tante ein. Es war zumindest ein guter Grund die beiden anderen nicht anzusehen.
      "Ich weiß gerade nicht wo euer Problem liegt, ich habe nie davon geredet das Haus zu verkaufen. Der Immobilien-Markt ist im Moment nicht besonders gut. Ich habe euch lediglich die Frage gestellt was wir machen sollen."
      Ada gefiel es ganz und gar nicht wenn man ihre Worte so falsch interpretierte und ihr irgendwelche Dinge unterstellte. Vor allem als die jüngste es dann tat. Sie hatte Jahre lang versucht Kontakt zu beiden aufzubauen, und wenn die kleine wusste, dass sie Schwestern hatte und nie unternommen hatte etwas über sie in Erfahrung zu bringen, hatte Ada auch keine Lust mit ihr auf Familie zu tun.
      "Meine Lebensumstände gehen dich nichts an, aber ich habe sehr wohl einen Platz wohin ich kann. Ich wollte einfach wissen was wir mit unseren Erbe tun. Das ist keine Entscheidung die eine von uns alleine treffen kann. Denn, soweit ich weiß, sind wir nur Verwandt, keine Familie", ihre Stimme war kalt als sie diese Worte aussprach und ihr Smartphone wieder wegpackte um Tee ein zu gießen.
      "Und wenn du denkst, du kannst dich hier nicht wohl fühlen, hält dich keiner hier fest."
      Adelaide griff sich dann eine der Tassen, und nippte vorsichtig daran. Der Tee war noch heiß, und in ein paar Minuten konnte man ihn ohne Probleme trinken. "Ansonsten können wir gerne Regeln aufstellen, wenn wir wirklich hier gemeinsam wohnen wollen. Als Mitbewohner."
      Ada wollte klar stellen, dass das hier keine Familie war. Sie hatte zu viel verloren, als einfach Fremde so in ihr Leben zu lassen.
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