Old Country Roads (Lucy-chan & cupcake)

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    • Old Country Roads (Lucy-chan & cupcake)

      Old Country Roads




      @Lucy-chan




      Amerika, 1895.
      Der Wilde Westen, so wie die Menschen ihn bis dato kannten, existiert nicht mehr. Die Welt ist im Wandel und so auch die Menschen, die auf ihr leben.
      Pferde werden immer mehr durch Kutschen ersetzt, Energieleitungen werden verlegt und erste Telefonversuche gestartet. Und dennoch gibt es immer noch Menschen, die von all diesem Wandel nichts mitbekommen oder aber ihn erfolgreich verdrängen, wie auch in der kleinen Stadt in Nevada, Texas. In Buffalo´s Fort wohnen um die 600 Menschen, man findet quasi alles was das Herz begehrt. Mehrere Saloons, Bekleidungsgeschäfte, Pokerrunden, Viehzüchter, Farmer und natürlich auch einen Sheriff.
      Ein wenig aufgerüttelt wird die kleine Gemeinde, als einer der Farmer plötzlich ums Leben kommt und kurz darauf seine Schwester X in den Ort kommt, um sich dem großen Grundstück anzunehmen. Zu ihrem großen Entsetzen ist ihr Nachbar der arrogannte Sheriff, der schon seit längerem ein Auge auf das Land geworfen hat und es ihr liebend gerne abkaufen würde, um sein eigenes zu erweitern. Doch die junge Frau ist eigensinnig und obwohl sie zu Beginn kaum Ahnung hat, wie man das alltägliche Leben auf der Farm meistert, lehnt sie jegliche Verkaufsangebote ab.
      Zudem bekommt sie nach kurzer Zeit große Hilfe von einem früheren Stallburschen ihres Bruders, der ihr bei praktisch allem zur Hand geht.
      Doch es passieren immer wieder Dinge auf der Farm, die keiner erklären kann. Pferde werden gestohlen, das Vieh verletzt sich oder der Anschluss zum Wasser ist auf einmal zerstört. Und obwohl X anfänglich ihren Nachbarn, den Sheriff im Auge hat, stellt sich heraus, dass sie womöglicherweise den falschen Leuten vertraut hat und der Sheriff vielleicht doch gar kein so schlechter Mensch ist, wie er zu sein scheint.



    • ~ Isaac Sharpe ~

      Es war ein angenehm ruhiger Frühlingsnachmittag, die Tage wurden gerade wieder länger und die Menschen in Buffalo's Fort waren öfter auf den Straßen anzutreffen. Der Winter in diesem Jahr war hart und kalt gewesen und es war gut dass sie im Vorjahr so viel Ernte hatten einbringen können. Die Geschäfte außerhalb liefen nicht mehr ganz so gut, obwohl man gerade dabei war, eine neue Eisenbahnstrecke im Ort aufzubauen. Doch die ganzen neuen, aufkommenden Geschäftsmänner von außerhalb interessierten sich nicht mehr ganz so sehr für den Kauf von Pferden oder Vieh, sie steckten ihr Geld mittlerweile lieber in andere Dinge. Anscheinend war es auf einmal wichtig geworden, welchen Anzug aus welchem Stoff man trug, Seide war mittlerweile beliebter als Baumwolle aber auch schwieriger sie herzustellen. Die Aufstellung des ersten Funkmasten im Fort hatten schon für eine Menge Aufsehen gesorgt und nun stand er dort und hatte doch irgendwie keinen ersichtbaren Sinn. Glücklicherweise war also wieder etwas Ruhe eingekehrt und die Leute widmeten sich ihren üblichen Aufgaben. Auch Isaac wollte von all dem, was außerhalb geschah, nicht wirklich etwas mitbekommen. Ihn interessierten diese ganzen Neuerungen nicht wirklich, anstatt in die Stadt zu einem geselligen Pokerabend zu reiten, verbrachte er seine Abenden viel lieber im örtlichen Pub mit seinen Kumpanen und trank dort das ein oder andere Bier, im schlimmsten Fall konnte man ihn für eine Runde Russisch Roulette überreden. Erst gestern hatte sich Matthias fast seinen Daumen mit einem stumpfen Messer abgehackt, dieser dumme Hund. Das geschah eben, wenn man der Bardame während einem Spiel schöne Augen machte. Dabei war sie nicht einmal sonderlich hübsch gewesen, eher ein Mauerblümchen und mit so viel billig riechendem Parfeum umhüllt, das ihm beinahe das gute Bier wieder hochgekommen wäre.

      "Isaac!" kam aus der Küche eine genervte Stimme. "Isaac, wo steckst du denn?" brüllte ihm seine Mutter entgegen, noch ehe er das Haus überhaupt betreten hatte. Schon davor hatte er das Gekreische gehört und es sich fast dreimal überlegt, überhaupt hineinzugehen. Doch seine Arbeit für heute war eigentlich getan, er hatte seinem Vater draußen bei der Ernte geholfen und wollte jetzt eigentlich ncihts weiter als für einen kurzen Moment die Füße hochlegen und die Augen zu machen, ehe es ihn wieder weiter trieb. Wie beinahe jeden Abend hatte er sich wieder für die Kneipe verabredet, es war beinahe wie ein Ritual geworden, denn nur mit einem guten Tropfen Bier konnte man entspannt den Tag ausklingen lassen. Doch seine werte Mutter hatte, wie es aussah, andere Pläne. "Gott Mutter, schrei doch nicht so, du stehst direkt vor mir" murmelte er genervt und nahm seinen ausgeblichenen Hut vom Kopf.
      "Isaac!" schnaufte die erschöpft aussehende Frau und wedelte mit ihrem Zeigefinger vor seiner Nase herum. Gut, er konnte es ihr fast nicht übel nehmen, bei drei jüngeren Kindern, von denen der kleinste gerade einmal acht Jahre alt war, lagen die Nerven eben schnell mal flach. Gut getan hatten ihr die letzten Jahre jedenfalls nicht. Man konnte ihr das Alter ansehen und der Husten, den sie die letzten Tage mit sich rumschleppte, war auch nicht sonderlich besser geworden.
      "Isaac, ich hab dir gesagt du sollst zu der Farm reiten! Das junge Fräulein ist doch heute angekommen und du sollst nachsehen, ob sie bei irgendetwas Hilfe braucht" sagte sie und warf einen Blick zurück in die Küche, wo der Tumult seiner Geschwister lauter wurde. Er wollte überhaupt nicht wissen, worüber sie sich jetzt schon wieder stritten, im Schlimmsten Fall wurde er nur wieder in ihre Angelegenheiten hinein gezogen.
      "Muss das wirklich sein?" beschwerte er sich und lehnte sich locker gegen den Türrahmen.
      "Isaac, ich.. Gott Susie, jetzt lass deinen Bruder in Ruhe!" plärrte sie in Richtung Küche. "Isaac, ich schwöre dir.." tief Luft holend setzte sie an um ihm irgendetwas an den Kopf zu werfen, doch er wollte lieber nciht herausfinden, ob der nächste Angriff verbaler Natur war, oder sie sich doch dafür entschied, den Kochlöffel nach ihm zu schwingen.
      "Führ dich nicht auf, ich bin ja schon auf dem Weg" gab er mit einem Augenverdrehen zurück und stapfte zurück nach draußen. Mit einigen, großen Schritten war er bei seinem Pferd, welches gesattelt vor der Veranda gewartet hatte und zog sich locker auf den Braunen. "Na komm, sehen wir mal nach, wie das Stadtkind so zurecht kommt" meinte er und setzte sich seinen Hut wieder auf, damit er die Zügel in die Hand nehmen konnte.
      Leicht trabend machte er sich auf den Weg der Farm, auf der vor kurzem noch ein Bekannter seines Vaters gearbeitet hatte. Soweit er wusste, war es ein recht angenehmer Geselle gewesen, doch er hatte vor kurzem das zeitliche gesegnet. Jetzt war also seine Schwester hier eingetroffen und würde sich wohl um die Farm kümmern. Es konnte allerdings nicht lange dauern, bis das Land von jemand anderem aufgeauft wurde, denn nicht wenige hatten bereits ein Auge darauf geworfen. Es war ein wenig absweits von Bufallo's Fort und somit ein ganzes Stück größer als die näher liegenden Farmen.
      Es dauerte nicht lang, bis er dort angekommen war, sodass er sein Pferd etwas verlangsamen ließ. Die Farm sah unverändert aus, war auf den ersten Blick in einem relativ guten Zustand, doch wenn man genauer hinsah, musste hier einiges gemacht werden. Langsam näherte er sich dem Hauptgebäude und stoppte den Braunen, schwang sich leichtfüßig von seinem Rücken und schritt auf das Haus zu. Eigentlich hatte er keine besonders große Lust, so zu tun als würde ihn das hier interessieren, trotzdem war er gesspannt, wer sich denn hinter der ominösen Schwester verbarg.



    • Elane Jane Davis

      Eine wirklich lange Reise hatte die junge Frau hinter sich und war wirklich müde davon. Sie war neben dem Wagen geritten, der ihre Habseligkeiten mitbrachte, die mit auf die Farm sollten, denn eigentlich wollte Elane hier bleiben, sie wollte hier einziehen, sich um den Hof kümmern, ihr Leben hier weiter leben. Ja, sie stellte sich das alles deutlich anders vor, sie war glücklich mit ihrer Stelle an der Schule und war zufrieden damit Mädchen zu unterrichten, ihnen eine Chance zu geben in der neuen Gesellschaft, die es außerhalb dieses kleinen Städtchen hier gab. Es gab viele Neuerungen, die erste Frauenbewegung wurde laut auf den Straßen und bot jungen Frauen die Möglichkeit an, laut zu werden, eine Stimme zu erheben und für ihre Recht zu kämpfen. Ihre Eltern fanden das nicht sehr gut, sie hielten es nie für eine gute Idee, aber sie haben es auch nicht erlebt, wie weit es die Frauen wirklich schafften, ihr Bruder auch nicht mehr. Ihr Bruder.. Ein einziger Mensch, der der Rothaarigen eigentlich noch geblieben ist, denn nach dem Tod ihrer Eltern hatten die Geschwister nur noch sich gehabt. Sie schrieben sich Briefe, sie waren füreinander da gewesen, vor allem auch ständig im Kontakt, aber mit seinem Tod endete auch das. Elane hat ihm versprochen sich um den Hof zu kümmern, wenn er nicht mehr in der Lage dazu war, versprach ihm diesen nicht zu verkaufen, ihn in der Familie zu lassen, aber sie konnte doch niemals wissen, dass das so schnell wirklich passieren wird. Sie waren doch noch so jung, ihr Bruder besaß keine Familie, keine Frau und Kinder und sie.. Sie war ledig und musste nun einen ganzen Hof übernehmen.
      Es fühlte sich an, als hätte sie ihr Elternhaus erst gestern verlassen, als sie mit dem Pferd langsam auf den Hof trabte. Es sah alles noch so aus, wie damals, als sich Elane entschloss die große weite Welt kennen zu lernen, als sie für eine unbestimmte Zeit weg zog und versuchte sich auf ihre eigenen Beine zu stellen. Melancholie überraschte sie, klopfte direkt an und wollte Erinnerungen mit bringen, die sie vielleicht lieber nicht heraus graben sollte. Es gab Dinge, mit denen sie bis heute nicht abgeschlossen hatte und zu diesen Dingen gehörten unter anderem der Tod ihrer Eltern und auch der ihres Bruders. Nun, ihr Bruder war scheinbar erst seit Kurzem wirklich tot..
      Elane stieg von ihrem Pferd ab, als sie sich dem Haus und dem großen Stall gleich nebenan näherte, um mit beiden Beinen den Boden zu berühren. Sie erhoffte sich eine ihr bekannte Seele, die aus dem Haus kommen würde um sie zu begrüßen, aber leider kam keiner, wirklich keiner. Einige Momente glitten an ihr vorbei, ein Räuspern von Hinten holte sie in die Realität zurück. "Wohin mit den Sachen, Fräulein?", fragte der Herr, der die Kutsche neben ihr hier her fuhr, um ihre Sachen her zu bringen. Die Rothaarige musterte ihn für einen Moment, stimmt, ihre Sachen. "Ins Haus bitte.. Ich bezahle euch gleich auch", das Geld dafür besaß sie, immerhin besaß sie jetzt eine ganze Farm. Der Mann nickte, fing an die Sachen heraus zu holen, die die Frau mit hatte, sie selbst nahm ihr Pferd an den Zügeln und lief die ersten Schritte in den Stall hinein, um ihr Pferd an einer der Wasserstellen fest zu binden und zur Ruhe kommen zu lassen. Es war eine lange Reise, die sie hinter sich hatten, auch ihr Araber hatte es zu spüren bekommen und fing dankbar an zu trinken. Elane würde ihn gleich füttern, strich ihm lediglich durch das dichte Fell, um dann weiter durch den hinteren Ausgang hinaus zu treten. Vor ihr erstreckte sich Land, eine Menge Land und das alles gehörte jetzt wirklich ihr? Ob sie es schaffen wird? Musste sie, diese Farm wird nicht verkauft, dieses Land wird nicht verkauft und sie.. Sie wird lernen, damit hier umzugehen.
      Ein weiteres Räuspern zog ihre Aufmerksamkeit auf sich, der Mann schien fertig zu sein und wollte bezahlt werden, dafür holte die Rothaarige ein kleines Säckchen mit Goldenen Münzen heraus, um es ihm zu geben. Er blickte hinein, nickte dann. "Vielen Dank", bedankte sich die junge Frau noch, aber das wurde nur noch abgewunken, gut, vielleicht hatte sie ihr Beruf ein wenig zu höflich gemacht.. Ob sie auch so schroff wird, wenn sie hier bleibt? Vielleicht, vielleicht aber auch nicht.

      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."