Sunkissed [Katsuki & Michiyo]

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    • Sunkissed [Katsuki & Michiyo]

      Vorstellung: Sunkissed [Katsuki & Michiyo]

      Vor hunderten von Jahren lebte ein Volk unter den Menschen, das die Sonne anbetete, erhielten sie aus ihr ihre Lebenskraft.
      Vom Stein der Sonne berührt, entfalteten sich ihre übernatürlichen Kräfte. Von den meisten Menschen geliebt, lebten die Sonnenmenschen in Frieden, doch mit der Zeit schien der Frieden zu brechen, wollten die selbst erklärten Gottheiten nicht länger des Menschens Freund und Helfer sein. Um ihre Macht zu demonstrieren erklärte das Sonnenvolk den Menschen den Krieg und alles änderte sich. Während die Sonnenanbeter körperlich und hinsichtlich ihrer Fähigkeiten überlegen waren, gelang es durch den technischen Fortschritt und die Unterstützung von Waffen den Menschen das Volk zu besiegen und komplett auszulöschen.

      Die Menschen lebten wieder in Frieden und radierten diese Tragödie aus ihren Geschichtsbüchern. Während einer Museumsausstellung der Völker der vergangenen Zeiten, wird der Sonnenstein als Attraktion ausgestellt mit dem Mythos, die Kräfte der von der Sonne abstammenden zu aktivieren.
      Bei einem Schulausflug entdeckt die Klasse von Shiori Fujiwara besagten Stein und stürzen sich auf diesen um durch eine einfache Berührung festzustellen ob sie dem Volk der Sonne abstammten, doch nichts geschah. Als die Schüler sich weiter zu den Relikten der nächsten Völker machten, versuchte auch Shiori ihr Glück und verspürt ein heißes Brennen auf ihrer Handfläche. Eine Hieroglyphe zierte fortan diese und ihre Kräfte wurden aktiviert. Auf der Suche nach Antworten stößt sie auf Ray Nakahara, den Anführer der verbliebenen Abkommen der Sonne...

      Ray Nakahara: @Katsuki Bakugou
      Shiori Fujiwara: @Michiyo
      A heart's a heavy burden.

    • Es war ein warmer Sommermorgen als der Wecker der dreiundzwanzig jährigen früher klingelte als gewöhnlich. Die ersten Sonnenstrahlen kämpften sich bereits durch die Blätter der vor ihrem Fenster stehenden Bäumen und warfen einen leichten gelben Schimmer in ihr Zimmer. Normalerweise startete sie nicht mit dem Sonnenaufgang in den Tag aber da sie eine Exkursion mit ihrem Unikurs hatte, musste sie etwas früher aus den Federn. Mit einem seichten Gähner auf den Lippen streckte sie ihre Gliedmaßen in die Lüfte ehe sie sich noch etwas verschlafen die Augen rieb. Schwungvoll sprang sie auf beide Beine und machte sich fertig. Sie war keine dieser Frauen, die Ewigkeiten brauchten um sich zurecht zu machen, ganz im Gegenteil, dafür hatte sie Morgens gar keine Zeit weil sie diese wertvollen Minuten lieber länger schlief. Ihre natürliche Schönheit kam ihr da zu gute. Nachdem sie ihre Klamotten, einen luftigen Faltenrock und ein leichtes weißes Shirt, über geworden hatte, wandte sie sich ihrer blonden Mähne zu. Mit einer Bürste bearbeitete Shiori ihr langes Haar, nahm sich einige Strähnen, die ihr für gewöhnlich ins Gesicht fielen und fixierte diese mit einigen unauffälligen Klammern an ihrem Hinterkopf. Behutsam öffnete sie die Tür ihres Zimmers und streckte ihren Kopf in den Flur des Obergeschosses. Ihre Eltern schliefen noch. Leise schlich sie zum Badezimmer und setzte dabei einen Schritt vor den anderen in der Hoffnung, dass der hölzerne Boden unter ihren Füßen nicht zu laut knackte. Ihre Hand wanderte endlich mit dem letzten Satz zur Klinke als ihr ein lautes, klagendes Mauzen einen Schauer über den Rücken jagte. Erschrocken musste sie feststellen, dass sie auf den Schwanz des Katers ihrer Mutter gestampft war. Sie wollte sich bei dem kleinen Lebewesen entschuldigen doch dieser machte sich bereits traumatisiert über alle Berge. //Na toll, das hat mir gerade noch gefehlt// dachte sie sich als sie schließlich ins Bad eintrat. Der Kater war vor einigen Jahren aus dem Tierheim zu ihnen gezogen und hatte seine Schwierigkeiten mit menschlicher Nähe, besonders mit Shioris Nähe. Auch wenn zwischen ihnen nichts vorgefallen war hegte der Kater einen groll gegen die junge Frau, ließ sich von ihr nur ungerne berühren und machte meist einen Bogen um sie. Dass sie ihm ausgerechnet in der morgentlichen Dämmerung im Halbschlaf auf den Schwanz trat hieß für ihre Beziehung keine Besserung.
      Mit einem Kopfschütteln hakte sie das Thema ab und widmete sich ihrer Morgenroutine. Kaltes Wasser sprenkelte ihr Gesicht ehe sie sich das Handtuch auf die Wangen legte und die Feuchte abtupfte. Als nächstes folgten eine Gesichtscreme mit Sonnenschutzfaktor, Mascara für ihre Wimpern und zu guter letzt ein Balsam für die Lippen, der diesen einen leichten Glanz verlieh. Startklar schlich sie die Treppe herunter ins Erdgeschoss, schnapte sich eine Flasche Wasser und ihre Bentobox, die sie am Abend zuvor vorbereitet hatte, klemmte sich eine dünne Jacke unter den Arm, hiefte den Rucksack über ihre Schulter und machte sich mit den Autoschlüsseln im Mund auf den Weg zu ihrem Wagen. Vor diesem angekommen, musste sie mal wieder feststellen, dass sie viel zu bepackt war um das Fahrzeug aufzuschließen. /Keyless Go schön wärs!// rollte sie die Augen und stellte ihre Flasche auf dem Dach des mini SUVs ab. Alles auf den Beifahrersitz werfend nahm sie Platz und vergas dieses Mal nicht ihr Getränk vom Dach zu nehmen. Zu oft fuhr sie los mit Dingen auf ihrem Auto, die freudig kurz darauf auf dem Boden klirrend zersprangen. Nach einer kurzen Fahrt war sie endlich am Museum angekommen. Die Parkplatzsuche gestaltete sich Augrund der Uhrzeit recht angenehm. Die Jacke mittlerweile über die Schultern geworfen, ging sie ihren Komilitonen entgegen, welche sie bereits mit müden Augen erwarteten. "Guten Morgen" strahlte sie ihre Freunde an ehe sie diese in einer herzlichen Umarmung an sich presste. "Wie kann man nur so früh am Morgen so gute Laune haben?" waren die ersten Worte, die ihr bester Freund ihr zur Begrüßung mit einem Schmunzeln auf den Lippen zusprach. Gemeinsam betraten sie das Gebäude und folgten ihrem Professor. Die Ausstellung war altertümlichen Völkergruppen gewidmet und teilte sich in viele verschiedene Räume, in denen die jeweiligen Exponate untergebracht waren, auf. Während die Zeit nicht zu vergehen schien klapperte der Kurs ein Volk nach dem anderen ab bis eine Zurschaustellung die Aufmerksamkeit der jungerwachsenen gewann. Ein großer gelb leuchtender Stein stand in der Mitte des Raumes, sein Glanz reflektierte sich in den grünen Augen der jungen Frau. Ungeduldig rangelten die Männer sich den Stein zu berühren. Einer Legende nach sollte eine einfache Berührung mit diesem nächlich die Abstammung des Volkes der Sonne offenbaren und die Kräfte eines diesen erwecken. Nachdem eine Hand nach der anderen das Exponat berührte und nichts geschah verließen die Menschen nach und nach den Raum und suchten die anderen Völker auf. Vertieft in den anderen Ausstellungsstücken des Raumes des Sonnenvolkes, bemerkte Shiori nicht wie sie plötzlich alleine in dem Zimmer stand. Mit einigen Schritten näherte sie sich dem Gesteinsstück bis sie letzlich vor diesem stand. Vorsichtig näherte die Blondine ihre Fingerspitzen dem Fels ehe sie ihre Hand komplett darauf ruhte. Sie erwartetet die Kälte unter ihren Fingern zu spüren, doch stattdessen fühlte es sich warm und wohlich an, fast schon als hatte es ein eigenes Leben, einen Plus, einen Herzschlag. Die Wärme breitete sich in ihr aus, ließ ihre Augen für einen kurzen Moment golden aufleuchten bevor sie wieder ihre smaragdgrüne Farbe annahmen und mit einem vom Schmerz überraschten Zucken löste sie den Kontakt. Die Fläche, die zuvor auf dem Ausstellungsobjekt lag, war rot vernarbt als hätte sie sich an etwas verbrannt. Zitternd betrachtete sie die Wunde, verstand nicht was geschehen war. Eine Art Hieroglyphe zierte ihre Handfläche und verschwand auch nicht nachdem sie hecktisch darüber wischte, in der Hoffnung es entfernen zu können. "Wo bleibst du denn" ertönte es aus dem Munde ihres besten Freundes, der gerade seinen Kopf durch den Türrahmen streckte um nach ihr zu sehen. Kopfschüttelnd versteckte sie ihre Arme hinter ihrem Rücken und antwortete ihrem Begleiter. "Vertieft in den Details. Komme schon!" lachte sie nervös und rannte aus dem Raum. Die Exkursion nahm ihren Lauf und Shiori starrte immer wieder auf das Brandmal welches sieh unter dem Ärmel ihrer Jacke versteckte. "Was starrst du denn die ganze Zeit auf den Boden?" flüsterte er neben ihr und lehnte sich ihr um zu sehen worauf ihr Blick fiel. Als sich die Schultern der beiden berührten zuckte der junge mit einem leisen fluchen von ihr weg. "Alter bist du elektrisch aufgeladen, hast du mir einen Wisch gegeben!" rieb er sich mit ernstem Blick die besagte Stelle und hielt Abstand. Verwirrt schaute das Mädchen ihm in die Augen, sah aber keinerlei Verbindung zu den vorherigen Geschehnissen. Ihre Kameraden meidend überstand sie den Tag ohne weitere Vorkomnisse und flüchtete auf direktem Wege nach Hause. Dort angekommen stolzierte sie in die Küche und suchte nach dem Verbandskasten, aus dem sie sich das Zeug nahm um ihre Verbrennung zu verdecken. Auf dem Weg zu ihrem Zimmer begegnete sie dem Kater, den sie am Morgen in die Flucht geschlagen hatte und kniete sich vor diesen. "Hallo kleiner Teufel, tut mir leid wegen heute morgen" murmelte sie dem Tier entgegen und kraulte ihm über seine kleine Narbe, an der kein Fell mehr wuchs, über dem Kopf. Laut fauchend sprang dieser auf als sich bei ihrer Berührung weitere kleine Schriftzeichen auf der nackten Haut des Katers abzeichneten. Erneut suchte das Tier panisch das Weite und ließ die junge Frau in ihrer Verwirrung allein. Mit schnellen Schritten rannte sie die Treppe hinauf und sprang in ihr Schlafzimmer und klappte den Laptop auf. Überfordert mit der Situation wusste Shiori nicht wonach sie suchen sollte, fing an einzelne zusammenhangslose Worte in die Suchmaschine zu tippen. Wort für Wort war sie erfolglos. //Wie war denn nochmal der Name dieses Volkes?// fragte sie sich ungeduldig bis sie endlich auf die Antwort kam und diese eingab. Ihre Eingabe brachte sie auf eine weniger professionell wirkende Website. Dabei wusste die Blondine nicht, dass sie mit dem Aufrufen der Seite einen Alarm in der Unterkunft der verbliebenen des Stammes auslöste.
      A heart's a heavy burden.

    • Es war Sommer. Und Sommer bedeutete, dass die Leute unterwegs waren. Sie kauften ein, gingen spazieren, trafen sich mit Freunden, saßen draußen in Cafés und tranken Wasser und verwässertes Bier. Man sollte doch wirklich meinen dass ein junger Mann im strammen Alter von 26 Jahren an einem so wunderbaren Tag etwas besseres zu tun hatte, als in einem geschlossenen Raum mit künstlichen Tageslicht auf einen tropfenden Wasserhahn zu starren.

      Ray hatte keine Ahnung wie lange er nun schon auf diesen Wasserhahn starrte. Völlig gelangweilt rutschte er mit seinem Hintern tiefer in den Bürostuhl, während er seine Füße über Kreuz auf den Schreibtisch abstellte.
      Ein erneuter Blick auf den PC Bildschirm vor ihm, verriet ihm das sich seid den letzten 93 Sekunden - in dem er auf den Bildschirm geschaut hatte - nichts geändert hatte. Wieso hatte er Kenzo doch gleich nochmal versprochen das er das hier für ihn tun würde?
      Achja, man nannte es auch 'Ein Gefallen'. Hätte sein älterer Kumpel nicht ganz dringend etwas in der Stadt zu erledigen gehabt, hätte er dieses Angebot dankend abgelehnt. Denn es gab nichts langweiligeres als in diesem Büro zu sitzen und den Bildschirm zu bewachen.

      Sein Blick glitt zurück zu dem Wasserhahn, aus dem noch immer unaufhörlich Wasser heraus tropfte. Seufzend hob er seine Hand und spreizte seine Finger. Wie jedes mal wenn er seine Kräfte aktivierte, fing sein gesamter Körper an zu kribbeln. Dieses kribbeln bündelte sich dann und schoss wie eine Rakete durch seinen Arm, bis hin zu seiner Hand, die kurz darauf anfing zu leuchten. Ein warmes Licht -wie von einer untergehenden Sonne- umhüllte seine komplette linke Hand. Er konzentrierte sich auf den Wasserhahn. Manifestierte in seinen Gedanken einen Zeitpunkt zu dem er den Wasserhahn zurück drehen wollte. Zurück zu einem Zeitpunkt, an dem er noch keinen Mangel aufwies und undicht wurde. Dabei fing er an ganz langsam seine Hand zu drehen, so als wenn er einen Ball in der Hand besäße den er herum drehte um ihn sich anzusehen. Optisch mochte man am Wasserhahn nicht viel bemerken, außer das der ein oder andere Kratzer an der Armatur verschwand, doch schon nach kürzester Zeit, hörte das tropfen auf.

      Na geht doch, grinsend und zufrieden blickte er zu dem Wasserhahn der nun endlich Ruhe gab.

      Natürlich hätte er ihn auch einfach reparieren können, wie jeder andere es wohl auch getan hätte. Aber dazu war er gerade schlichtweg zu faul gewesen. Seufzend ließ er seine Hand wieder sinken. Er wollte gerade aufstehen um sich etwas zu trinken zu holen, als plötzlich ein Rotes Licht im Raum blinkte und der Alarm los ging. Völlig perplex da er damit so gar nicht gerechnet hatte schoss sein Kopf zu dem PC Bildschirm herum. Ein kleines Grinsen zeichnete sich auf seinen Lippen ab als er mit dem Bürostuhl etwas näher an den Schreibtisch rutschte. "Na das ist ja mal was neues...", murmelte er zu sich selber. Es war wirklich lange her das der Alarm das letzte mal los gegangen war. Umso besser das er nun die Ehre hatte sich darum zu kümmern.

      Ein Passwort und Drei Klicks später, wurde ihm auch schon der genaue Standort der Person mitgeteilt die die Homepage aufgerufen hatte. Schnell notierte er sich die Straße als auch die Hausnummer, ehe er den kleinen Zettel abriss und den Alarm ausschaltete.
      "So dann wollen wir doch mal sehen..." Hoch motiviert und mit neuer guter Laune, stieß er den Stuhl nach hinten und erhob sich.
      Bei den letzten Malen, war Kenzo immer mit dabei gewesen wenn sie jemand neues gefunden hatten. Vielleicht war es diesmal ganz gut das sein älterer Freund keine Zeit hatte. Es wurde mal Zeit das er auch alleine solche Dinge regeln konnte.

      Schnell steuerte er die Tür an und ließ das Büro hinter sich. Vor ihm erstreckte sich unendlich viele Gabelungen. Wenn man sich hier nicht auskannte, würde man sich wohl schnell verlaufen können. Die ganzen Gänge waren in einem schlichten weiß gehalten.
      Es waren weder Bilder noch Dekorationsartikel an ihnen wieder zu finden. An der Decke selbst waren bloß Tageslicht Strahler eingebaut, die dem Licht der Sonne am nächsten kamen. Es war nicht dieses kalte künstliche Neon Licht. Es war ein warmes angenehmes Licht, dass die sonst so kalten weißen Wände wenigstens etwas wärme gaben.
      Zügig bog er an der nächsten Gabelung links ab. Er musste noch schnell sein Handy aus seinem Zimmer holen, dann konnte er auch schon los gehen.

      An seinem Zimmer angekommen, hielt er seinen linken Armreif gegen einen Schalt Mechanismus, der die Tür öffnete. Jeder der hier lebte, besaß so eins. Nur das er das Privileg besaß mit unter das größte Zimmer zu haben. Nachdem die Tür auf war, trat er auch schon schnell ein und schnappte sich sein Handy vom Nachttisch.
      Noch während er sein Zimmer wieder verließ, gab er die gesuchte Adresse ein. Er lebte zwar schon sehr lange hier, aber alle Straßen kannte er nun auch nicht. Während er also auf sein Handy die Adresse eingab, lief er Gemeinschaftsraum, sowie dem Trainingsraum vorbei. Jeder der an ihm vorbei lief, grüßte ihn herzlichst oder winkte ihm zu.

      Es gab wirklich niemanden mit dem er sich nicht verstand. Und ebenfalls auch nur wenige die er nicht ausstehen konnte. Eigentlich, wenn er so darüber nachdachte, gab es niemanden. Selbst die wenigen unter ihnen die griesgrämig waren konnte er gut leiden.
      Er wusste einfach wie er sie zu nehmen hatte und akzeptierte ihren Standpunkt. Jeder hier vertrat seine Meinung und das war auch gut so. Ihm war einfach wichtig dass sie alle in Harmonie miteinander lebten. Immerhin zogen sie alle an einem Strang.
      Nachdem er auf seinem Handy alles soweit eingegeben hatte, steckte er es zurück in die Hosentasche.
      Das was er hier als 'Zuhause' bezeichnete, war in Wahrheit nichts anderes als ein auf 2 Etagen groß ausgebautes Unterirdisches System.
      Lange lange vor seiner Zeit schon, hatte man damals einen Bunker unter einer Kneipe gebaut gehabt. Dieser diente damals schon als Schutz für das Sonnenvolk. Angefangen mit fünf Leuten, hatten sie sich ziemlich schnell vergrößert. Ein paar der Ältesten die noch unter ihnen lebten, hatten dazu beigetragen dieses System zu errichten. Sie hatten Gänge gebaut und ihre Räumlichkeiten hergerichtet.
      Nach einigen Jahren waren dann weitere Leute des Sonnenvolkes zu ihnen gestoßen. Und so kam es das immer mehr davon erfuhren sie aufsuchten. Damals war es jedoch längst nicht so modern gebaut wie heute.

      Ein kleines schmunzeln bildete sich auf seinen Lippen als er daran zurück dachte. Das einzige das sich seid Jahren kaum verändert hatte, war die Kneipe, die als Versteck diente. Und durch genau jene Kneipe musste er nun durch gehen.
      Angekommen bei der schweren Eisentür, öffnete er diese ehe er die Treppen hoch stieg und dort eine Falltür öffnete die zum Keller der Kneipe führte. Ab hier, würde er nun vorsichtiger sein müssen. Auch wenn man es ihm nicht direkt ansah das er vom Sonnenvolk abstammte, so hatten die Jäger dieser Generation inzwischen Mittel und Wege gefunden sie aufzuspüren.

      Jäger. Der Abschaum dieser Welt. Genau das Gesindel, von dem man die Welt rein waschen müsste. Es gab Zeiten, da hatte er noch nicht so abfällig über diese Menschen gedacht. Doch seid er mit seinen eigenen Augen mit ansehen musste, wie sein bester Freund von einem umgebracht wurde. Hatte sich seine Meinung schlagartig geändert.

      Vorsichtig lief er die Kellertreppe hoch, ehe er durch eine Tür hinweg durch die Taverne lief und sich nach draußen begab.
      Die Besitzer der Taverne wussten von dem Volk unter ihnen. Sie lebten bereits Generationen mit dem Sonnenvolk zusammen und hüteten ihr Geheimnis.

      Draußen angekommen zog er sich rasch die Kapuze seines Mantels tief ins Gesicht. Er wollte es einfach vermeiden erkannt zu werden.
      Erneut zog er sein Handy heraus und blickte auf die Map während er seinen Weg fortsetzte.
      Er hätte wirklich nicht gedacht das er so einen weiten Fußmarsch vor sich haben würde, als er den Weg zu Fuß angetreten ist.
      Doch 38 Minuten später, war er dann endlich am Ziel.

      Mal sehen wer hier auf mich wartet...

      Sorry, but I don’t trust anything that bleeds for five days and doesn’t die
      .......
    • Mit dem Finger auf dem Scrollrad durchstöberte sie die Internetseite, auf der einige Informationen zum Sonnenvolk zu finden waren. Die meisten dieser Daten hatte sie bereits im Museum überflogen. Wie sie gelernt hatte, handelte es sich um eine Menschengruppe, die über besondere Fähigkeiten verfügten. Dabei gab es unterschiedliche Ausprägungen, während sich einige Kräfte von Geburt an offenbarten, gab es auch einige, die sich erst nach dem Kontakt mit dem Sonnenstein entwickelten. Selbst nach der Ausrottung des Klans, gibt es Truppen, die die Überreste des Sonnenvolks zerstören wollen, die Jäger. Obwohl sie nicht wirklich verstand was sie ließ, machte sich ein unwohles Gefühl in ihr breit und zog sich von ihrer Magengegend bis hin zu ihrer Brust. Das ist doch nur ein Ammenmärchen genau wie Vampire und Werwölfe! dachte sie sich kopfschüttelnd ehe sie auf ihre verbundene Handfläche niederblickte. "Vielleicht träume ich ja einfach..." murmelte sie leise vor sich hin und schaute dabei zu ihrem gemachten Bett. Ihre Eltern waren glücklicher Weise auf der Arbeit, niemals hätte sie ihnen erklären können was in ihr vorging. All die Recherche führte zu nichts und ihre Gedanken kreisten sich nur noch mehr als zuvor. Verzweifelt vergrub sie ihr Gesicht in beiden Händen, seufzte unzufrieden ehe sie den Blick wieder hob. So konnte es nicht weiter gehen. Sie packte sich ihr Handy, schob es sich in die Hosentasche und lief die Treppe hinunter aus der Tür heraus. Ein Spaziergang würde ihr gut tun. Vielleicht bildete sie sich das alles nur ein. Einen kleinen elektrisch geladenen Schlag zu bekommen, wenn man sich berührt, das kennt man doch, noch längst kein Grund zur Sorge.

      Draußen angekommen atmete das junge Mädchen tief ein und aus und setzte sich in Bewegung. Obwohl Shiori es liebte in der Stadt zu leben erfreute sie sich doch immer wieder daran, in der Nähe einen Wald zu haben. Häufiger spielte ihre Familie mit dem Gedanken sich einen Hund anzulegen doch mit dem grummligen Kater entschieden sie sich doch immer wieder dagegen. Nichtsdestotrotz wanderten sie immer wieder in dem Wald umher, genossen den kleinen Fleck Natur in der sonst so überfüllten City. Hier konnte das junge Mädchen ihre Ruhe finden, einfach mal abschalten und Abstand gewinnen. Für eine Weile folgte sie dem Trampelpfad, lauschte dem Rascheln der Bäume und den Blättern, unter ihren Füßen. Obwohl sie alleine unterwegs war, wurde sie das Gefühl nicht los beobachtet zu werden. Nervös schaute sie über ihre Schultern, doch sah weit und breit nichts. Du verlierst langsam den Verstand ermahnte sie sich selbst und veruschte sich zu beruhigen. Weiter streifte sie im Wald umher bis sie ihren Lieblingsplatz erreichte.

      Auf die Lichtung fiel der sanfte Sonnenschein der Mittagssonne. Diese genießend ließ sie sich für einen Moment auf das grüne Gras der Wiese nider. Am liebsten wäre sie dort liegen geblieben, hätte all ihre Sorgen und Gedanken verdrängt und eins mit der Natur geworden doch das ging nicht. Um zu sich zu kommen entschied sie ein wenig Sport zu machen. Yoga half ihr schon oft ihre Gedanken zu ordnen. Mit einem Satz drückte sie sich vom Boden und streckte sich zur Sonne. Schwungvoll wechselte sie die Pose, ließ ihre Arme im Gras versinken und schmiss ihre Beine in die Lüfte. Im Handstand verweilte sie für einige Sekunden, nahm erneut einen tiefen Atemzug und öffnete die Augen. Schokiert weitete sich ihr Blick als sie eine dunkle Gestalt im Wald sah, verlor das Gleichgewicht und fiel aus dem Handstand. Unweich landete sie auf ihrer Seite und schaute panisch um sich. Hatte sie sich wieder was eingebildet oder sah sie richtig?
      A heart's a heavy burden.

    • Gut versteckt hatte er an einen Baum gelehnt gestanden während sein Blick sich auf das Haus richtete in dem seine Zielperson war. Der einzige Nachteil bei dieser Beschattung war es, dass es noch immer Tag war. Oftmals war es gar nicht so einfach die Zielperson ausfindig zu machen, vor allem dann wenn sie in einem Mehrfamilienhaus mit anderen zusammenlebten, oder kaum bis nie die Wohnung verließen.
      Er würde also Geduld brauchen bis sich die Person erkenntlich macht. Aber Geduld und Zeit war ja etwas, was er zu genüge hatte.
      Daran mangelte es ihm also nicht. Es war viel mehr die Langeweile die oftmals dabei aufkam. Vor allem wenn Zeit keinerlei Bedeutung hatte.

      Mit einer Hand griff er gemütlich in die Seitentasche seiner Jacke, um die dort gelagerten Lutschpastillen mit Minze Geschmack heraus zu fischen. Als er sie heraus geholt hatte, öffnete er die Packung und ließ 1 Pastille in seine andere freie Hand fallen, ehe er die Packung wieder weg steckte und sich das Minzbonbon in den Mund warf. Beiläufig zog er dann nochmal sein Handy heraus nur um die Uhrzeit zu prüfen ehe er seinen Blick wieder auf das Haus richtete. Und es dauerte auch gar nicht mal so lange, da öffnete sich unten auch schon die Haustür. Sein Blick fiel auf eine junge Frau mit aschblonden langen Haaren. Sie wirkte auf den ersten Moment sehr zierlich auf ihn, doch das wohl größte Merkmal von allen war ihre unbeschreibliche Schönheit. Das erste woran er denken musste, war eine griechische Gottheit.
      Stirnrunzelnd schüttelte er den Kopf über diesen Gedanken. // Jetzt spinnst du aber total// dachte sich Ray als ihm diese Gedanken überkamen. Doch abgesehen von ihrer äußerlichen Erscheinung, überkam ihn wie sonst auch der innere Instinkt der ihm verriet das er bei dieser Person am richtigen Ort war. Schnell zog er sich ein wenig mehr hinter den Bäumen zurück während sein Blick sie verfolgte.

      Mit großen Abstand und immer stets auf der Hut, um nicht nur von ihr entdeckt zu werden sondern auch um nicht von Passanten erwischt zu werden, folgte er ihr. Zwar hatte sein Gefühl ihn noch nie getäuscht in all den Jahren, doch sicher gehen konnte er sich erst wenn sich ihre Kräfte offenbarten. Es wäre alles viel einfacher wenn er sie einfach darauf ansprechen könnte und sie direkt fragen könnte. Doch leider kam es gerade in den letzten Jahren immer häufiger zu Überfällen von Jägern. Weshalb er einfach doppelt so vorsichtig sein musste.

      Die junge Frau schien in den Wald hineinzugehen. Ein Vorteil für ihn war es, das er sich hier besser verstecken konnte.
      Sie ging solange weiter bis sie an einer Lichtung ankamen. Ray dachte eigentlich das sie weiter gehen würde, weshalb er sich nicht sofort hinter einen Baum versteckte, als sie plötzlich einen Handstand machte. // Shit...//

      Schnell machte er einen Satz hinter den Baum. Hatte sie ihn wohl gesehen? Es brachte alles nichts, er musste einen Blick wagen.
      Ohne zu zögern schloss er seine Augen und konzentrierte sich. Er fokussierte seine Kräfte allein auf die kleine Fläche der Lichtung. Mit ausgestrecktem Arm und gespreizter Hand hielt er die Zeit an. Ganz langsam - so als würde er einen kleinen Handball in der Hand zerquetschen- schloss er seine gespreizten Finger zusammen. Es war ein Gefühl, wie als würden eine Millionen Stromschläge durch seine Hand sausen - nur das sie längst nicht so schmerzhaft waren - jedoch kribbelte sein ganzer Arm dabei. Die Zeit anzuhalten, war mitunter eines der anstrengendsten Dinge für ihn. Vor allem wenn sich seine Kraft auf große Orte bezog. In einer vollen Innenstadt, wo Menschen Tiere und ständige Bewegung herrschte, würde ihn das deutlich mehr Kraft kosten als auf einer so ruhigen Lichtung. Diese kleine Bewegung die er ausführte, dauerte nicht länger als 10 Sekunden. Und schon stand die Zeit um ihn herum still. Jegliche Vögel, jegliche Tiere oder Partikel die dort umherflogen, standen still.

      Sofort trat er hinter dem Baum hervor und blickte sich rasch um. Der Blick der Jungen Frau war verwirrt zur Seite gerichtet. Sie lag am Boden. Anscheinend hatte sie ihn doch bemerkt gehabt. Langsam ging er auf sie zu. Er umkreiste sie einmal und beschaute sie sich ehe er sich vor sie zu Boden hockte. Nachdenklich legte er seine Stirn in falten während er ihr Gesicht betrachtete das völlig versteinert durch ihn hindurch zu blicken schien.

      "Mein Gefühl hat mich noch nie getäuscht..." murmelte er nachdenklich zu sich selbst während er den Kopf schief legte und sie weiter anblickte. "Hmm..." Nachdenklich hob er eine Hand. Er dachte gar nicht groß darüber nach. Es war vielmehr eine nachdenkliche Geste, als er seine Hand nach ihr ausstreckte, um ihr eine Strähne hinters Ohr zu streichen. Doch in genau diesem Moment. In der Sekunde als er ihre Wange mit seinem Finger berührte, durchfuhr ihn ein kurzer heftiger Schmerz. Nur für den Bruchteil einer Sekunde hatte er noch erkennen können wie etwas leuchtendes auf seinen Finger übergehen wollte, doch er hatte es nicht so schnell erkennen können.
      Durch den heftigen Schreck und der Kombination des Schmerzes, war er von der Hocke auf seinen Hintern gelandet und Zeitgleich löste sich die Zeitstarre. "Verdammt!" fluchte er lautstark als er auf seinen Hintern landete und sich den Finger dabei noch festhielt.

      Es gab genau zwei Dinge die eine Zeitstarre auflösten. Zum einen war da die Zeit selbst und zum anderen war es der Schmerz.
      Die fehlende Konzentration hatte in seinem Fall jetzt dazu geführt dass er sie abrupt auflöste. Unter anderen Umständen wäre die Lichtung weitere 5 Minuten erstarrt gewesen. Hierbei kommt es aber auch immer auf seine eigene Verfassung drauf an.

      Nachdem das brennen in seinem Finger langsam wieder nachließ, fiel seine Aufmerksamkeit auf das nächste Problem.
      Er saß genau vor ihr. Und für sie musste er ja aus dem nichts aufgetaucht sein.
      Fast schon Zeitlupenartig wanderte sein Blick vorsichtig an ihr hoch ehe er ihr in die Augen schaute und mit einem schiefes Grinsen ein verlegenes "Hehe...Hi" von sich gab.

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      .......
    • Panisch wanderte ihr Blick umher, suchte nach der Gestalt, die sie vorher in der Ferne erahnte doch zwischen den Bäumen war nichts mehr zu sehen. Gerade als sie dachte, sich geirrt zu haben und erleichtert ausatmete, vernahm sie das schmerzverzogene Fluchen einer tiefen männlichen Stimme. Mit geweiteten Augen drehte die Blondine umher und sah den jungen Mann vor sich im Gras. Er saß genau wie sie auf dem kalten Boden und hielt sich den Finger. "Woah!" stieß es aus ihr hervor als sie im selben Moment aufsprang und versuchte einige Meter zwischen sich und dem Fremden zu gewinnen. "Wer bist du und wo zur Hölle kommst du her?" schrie Shiori ihn schon fast mit ihrer erschrocken zitternden Stimme an. Hilflos griff sie nach dem erst besten Ast den sie zwischen den Bäumen auf der Lichtung fand und streckte ihren Arm bewaffnet ihrem Gegenüber entgegen. Sie wusste, dass es ein erbärmlicher Versuch war sich damit zu Schützen. In einem Zweikampf hatte sie schlechte Chancen. Der Gesichtsausdruck versteinerte und die Miene ernst verzogen schossen ihr ein Duzend Gedanken durch den Kopf. Sie war kleiner als der Mann, der vor ihr war - schneller, die einzige Hoffnung auf eine Flucht sollte die Situation noch unangenehmer werden.

      Misstrauisch scannte die junge Frau den Fremden. Den körperlichen Vorteil, den er hatte erkannte sie sofort, war er schlank doch trotzdem gut gebaut mit breiten Schulter - ein muskulöser Mann. Obwohl sie nicht verstand wo er plötzlich herkam und ihr zu nah kam, sahen seine Augen als auch sein Grinsen ganz und gar nicht nach Ärger aus. Ein gelb-goldener Farbton der zum versinken einlud und an einen Topf voll Honig erinnerte. Solch schöne Augenfarbe hatte sie bisher an keinem gesehen. Doch es war nicht der Zeitpunkt um sich in Schwärmereien zu verlieren, Schönheit hin oder her er war ihr anscheinend gefolgt um was genau zu tun? Alamiert umklammerte sie den Ast dann mit beiden Händen, die mittlerweile vor Nervösität leicht schwitzten. "Ich rate dir dich nicht mit mir anzulegen...ich..ich kann Krav Maga!" warnte sie den dunkelhaarigen und hoffte ihre Selbstverteidigungskünste nicht unter Beweis stellen müsste. Es war wahr, dass sie zu einigen Kursen ging doch ob sie das gelernte im Ernstfall abrufen konnte wusste sie selbst nicht und brannte auch nicht darauf es zu in Erfahrung zu bringen.

      Der leichte Sommerwind pfeifte über die Wiese der Lichtung und ließ einige ihrer Strähnen tanzen. Während sich ihr Griff um das Stück Holz in den zarten Händen festigte, machte sie einige vorsichtige Schritte rückwärts und plante bereits die Richtung, in die sie laufen würde. Ihr Fluchtweg musste in den Wald führen, dort würde sie ihren Verfolger leichter abhängen können doch auch das Risiko über Wurzeln oder Ähnliches zu stolpern würde nicht gering sein. Gerade als sie sich schon im Absatz kehrt machen wollte, ruckte sie mit ihrer Rückseite gegen etwas hartes, das ihr den Weg versperrte. Panik breitete sich in ihr aus, die Augen weiteten sich und ihr Herz schien jeden Moment aus ihrer Brust hervor zu stoßen. Unerwartet war sie gegen einen großen Baum gekommen, der nun den Gewinn von weiterem Abstand zum Mann verhinderte. //Das ist mein Ende, so werde ich sterben...// murmelte es in dem Mädchen während sie sich größte Mühe gab, sich ihre Angst so wenig wie möglich anmerken zu lassen. Die Emotionen kochten in ihr, flehten um erbarmen und als sie merkte wie ihre Finger zu zittern anfingen, brannte es plötzlich in ihrer Handfläche. Ein Kribbeln breitete sich in ihr aus und ersetze den Druck der hochkochenden Gefühle, wie ein Ventil. Als sie auf ihre immernoch ausgestreckten Arme blickte erkannte sie was ihr die Erleichterung verschaffte. Kleine leuchtende Schriftzeichen krabbelten über ihre Haut, breiteten sich Zentimeter für Zentimeter mehr auf ihr aus. Die dreiundzwanzig Jährige wusste nicht wie um ihr geschah, da war es wieder dieses Zeichen aus dem Museum, nur dass dieses Mal noch neue hinzu kamen. Fassungslos ließ Shiori den Stock fallen und sah erstaunt auf ihre zittrigen Patscher. Bei diesem Anblick war sie sich sicher, dass dieser Tag ein schlechter Traum sein musste.
      A heart's a heavy burden.

    • Natürlich musste sie so reagieren. Womit hatte er auch sonst gerechnet? Immerhin war gerade wie aus dem nichts vor ihr erschienen, da war es nur natürlich das sie erschreckt war und Panik vor ihm hatte. Doch lag es nun ganz allein bei ihm, diese Situation wieder gerade zu rücken und ihr die Angst zu nehmen. Völlig ruhig blieb er also am Boden und setzte sich in einen Schneidersitz. Ihr jetzt hinterher zu hechten und wild auf sie einzureden würde so oder so nichts bringen. Er verstand ihre Angst.

      Nichts desto trotz konnte er sich ein schmunzeln nicht verkneifen als sie verzweifelt nach einem kleinen Stock griff um ihn auf Abstand zu halten. Was hatte sie damit vor? Wollte sie ihn damit verprügeln? Diesen Gedanken fand er nur all zu belustigend.
      "Ganz ruhig, ich werde dir nichts tun. Und gewiss werde ich dir all deine Fragen beantworten" sagte er ruhig. "Mein Name ist Ray Nakahara...Du fragst dich mit Sicherheit wie ich plötzlich einfach so vor dir stehen konnte. Und ich werde dir das alles in Ruhe erklären, aber zuerst würde ich dich bitten diesen Stock herunter zu nehmen.." er schaute ein wenig gequält drein während er ganz langsam und bedacht sich hinstellte und vorsichtig einen Schritt auf sie zu ging.

      Abrupt blieb er jedoch wieder stehen als sie ihm drohte. Doch anders als vorhin, musste er diesmal jedoch kurz los lachen. Selbst wenn er nur ein normaler Mensch gewesen wäre, wäre er ihr körperlich Überlegen gewesen, so zierlich wie sie war.
      "Verzeih mir. Das ist in der Tat kein Stück lustig...." ermahnte er sich selbst und unterdrückte ein grinsen. Er räusperte sich kurz um sich wieder zu sammeln, ehe er deutlich ernster wieder fortfuhr. "Wie ich bereits sagte, ich bin nicht hier um dir etwas anzutun oder dich zu entführen. Ich möchte mit dir reden... und dann überlasse ich es dir, wie du dich entscheidest..."

      Er ließ die Worte erst einmal wirken bevor er weiter sprach. Sie schien noch immer völlig angespannt zu sein. Wie ein verschrecktes Reh, das nicht wusste wohin es noch sollte, während die Scheinwerfer eines Autos es anstrahlten. Genau den selben Eindruck hatte sie auch auf ihn. Sie konnte nicht weiter nach hinten ausweichen da sich dort direkt ein großer Baum hinter ihr befand.
      Aber selbst wenn dort kein Baum gewesen wäre, so würde sie ihm so oder so nicht entkommen wenn er das nicht wollte.
      Es wäre ein leichtes für ihn die Zeit erneut anzuhalten um sie so zum stehen zu bringen.

      Als er bemerkte wie erschrocken sie drein blickte, als sie den Baumstamm hinter sich vernahm hob er direkt abwehrend seine Hände.
      "Ganz ruhig..." wiederholte er sich als er auch schon erneut dieses leuchten auf ihrer Haut bemerkte. Doch anders als vorhin, schien sich dieses Leuchten auf ihre ganzen Arme zu beziehen. Jetzt hatte er auch die Gelegenheit es sich genauer anzusehen. Sofort - und ohne zu Zögern - hielt er die Zeit um sie herum an. Schnellen Schrittes trat er an sie heran und besah sich ihre Arme. Es waren ganz feine Schriftzeichen die auf ihrer Haut förmlich zu glühen schienen. Es juckte ihn förmlich in den Fingern ihre Haut erneut zu berühren, doch aufgrund der schlechten Erfahrung beim letzten Mal, unterließ er das ganze lieber. Dies waren also ihre Kräfte. Ihren Blick nach zu urteilen, schien das ganze für sie ebenfalls noch völlig neu und befremdlich zu sein. In erster Linie müsste man also erst einmal heraus finden wie genau ihre Fähigkeit funktionierte und in welchem Ausmaß sie diese einsetzten konnte.

      Fast schon fasziniert von dem Anblick ihrer leuchtenden Arme, wandte er langsam seinen Blick von diesen ab, und schaute ihr stattdessen ins Gesicht. Er hoffte wirklich inständig darauf das sie mit ihm kooperieren würde. Immerhin war das Leben als solches nicht gerade ungefährlich wenn man noch jung und unerfahren war, und man keinerlei Ahnung von der wahren Welt da draußen hatte.
      Sie wäre das gefundene Fressen für jeden Jäger in dieser Stadt. Seufzend verschränkte er seine Arme während er den Kopf schief legte und ein wenig darüber nachdachte. Je länger er sie betrachtete desto stärker wurde in ihm das Gefühl, sie irgendwie beschützen zu müssen. Seine Augenbrauen zogen sich ein wenig zusammen während er seinen Blick langsam über ihr Gesicht fahren ließ.
      Im Endeffekt war sie bloß eine Fremde für ihn, aber dennoch fühlte er sich irgendwie für sie verantwortlich.

      Ganz langsam drehte er sich auf seinen Absatz herum und trat wieder ein paar schritte zurück. Er stand nicht mehr an genau der Stelle, an der er eben noch gestanden hatte, aber das spielte für ihn gerade keine Rolle. Mit einem Fingerschnipsen, löste er die Zeitstarre wieder und blickte sie an.

      "Du musst keine Angst haben. Weder vor mir, noch vor diesen Kräften" sprach er ruhig aber bestimmt weiter. "Da wo ich her komme, ist so etwas ganz normal. Dort leben viele Leute wie du und ich...die Fähigkeiten besitzen" Ganz vorsichtig machte er einen weiteren Schritt auf sie zu. "Ich könnte dich unterrichten. Dir helfen sie zu kontrollieren... könnte dir zeigen wo wir leben, und wer wir sind" Er ließ die Worte erst einmal auf sie Wirken. Er wollte sie auf keinen Fall zu sehr verängstigen, denn das letzte was er jetzt gebrauchen konnte war das sie ihn misstraute oder gar Angriff.

      Sorry, but I don’t trust anything that bleeds for five days and doesn’t die
      .......
    • Die Worte des dunkelhaarigen prallten förmlich an der erschrockenen jungen Frau ab. Natürlich würde eine fragwürdige Person, die plötzlich aus dem Nichts neben einem in einem verlassenen Wald auftaucht, nicht sagen, dass sie dich gleich umbringen oder sonst was mit einem anstellen würde. Auch das Lachen und Grinsen des jungen Mannes konnte Shiori nicht einordnen. Fand er die Situation wirklich amüsant, weil er nur ein unschuldiger Passant war oder war er ein Psychopath der sich ins Fäustchen lachte, weil ihn die Angst in ihrem Gesicht anturnte? Alles Fragen, die der Studentin im Bruchteil einer Sekunde im Geiste herumschwirrte. Noch nie zuvor war sie in solch eine seltsame Situation geraten und wollte schleunigst einen Ausweg aus dieser misslichen Lage finden doch ihre Wünsche wurden nicht erhört – schlimmer noch. Ihre Fähigkeiten breiteten sich immer weiter auf ihrer Haut aus, sie selbst spürte davon nichts als einen Hauch von Wärme. Der Anblick der golden leuchtenden Male verunsicherte sie nur noch mehr, stellte ihr Leben von einem Moment auf den anderen völlig auf den Kopf. Die immer stärker aufgewühlten Gefühle sorgten nur dafür, dass immer mehr Schriftzeichen auf ihrem Körper tanzten. Sie verstand nicht, dass ihre Fähigkeit ein reiner Schutzmechanismus war. Die Leute von sich abzuhalten, das bezweckte das Ganze – sie war unantastbar.

      Als der Junge erneut versuchte ihr ihre Angst zu nehmen erhob sie ihren Blick und bemerkte, dass er nicht mehr an dem Fleck stand, wo er zuvor war. „Wie du und ich?! Also ich sehe dich nicht leuchten wie ein Weihnachtsbaum! Wenn du so ein Experte bist, mach das es aufhört!“ beschimpfte sie ihr Gegenüber empört als er meinte ihr helfen zu können – nein gar anbot ihr Lehrer zu sein. Obwohl sie gerne ihren Frust ausgelassen hätte, erinnerte sie sich zurück an den Moment im Museum, wie auf ihrer Hand zum ersten Mal dieses Glühen erschien, nachdem sie den Sonnenstein berührte. „Du bist einer vom Sonnenvolk? Also ist das ganze kein Mythos oder Ammenmärchen?“ skeptisch kniff sie die Augen zusammen. „Als nächstes erzählst du mir, dass es Vampire und Werwölfe wirklich gibt?“ rutschte es ihr halb genervt und ironisch raus. Während sie sich auf all die Fragen, die in ihrem Kopf schwirrten konzentrierte, beruhigte sich ihr Herzschlag und langsam aber sicher tanzten die Schriften auf ihrer Haut zurück zu ihrer Handfläche ehe sie ganz verschwanden.

      „Sie sind weg…“ Murmelte sie ungläubig vor sich hin und wendete ihre Arme um sicher zu stellen, dass auch wirklich jedes Zeichen weg war. „Also gut Ray Nakahara, angenommen ich glaube dir, dann bin ich was? Eine Göttin? Ich bin ein stink normales Mädchen aus einer stink langweiligen Familie, da gab es nie Übernatürliches. Und was soll das ganze mit diesen doofen Zeichen überhaupt das kann kein Mensch lesen und als Fähigkeit würde ich das auch nicht bezeichnen. Wofür soll das gut sein, bin ich eine Art Buch?“. Ungefiltert sprudelte es aus ihr heraus, stellte sie all die Fragen, die ihr die Suchmaschine vorher nicht beantworten konnte. Verzweifelt war sie sich bewusst, dass sie vielleicht nie Antworten finden würde, doch der Fremde war ihre einzige Chance auf irgendeine Auskunft.
      Seufzend entfernte sie sich vom Baum, den sie immer noch im Rücken spürte, ging einige Schritte auf den älteren zu und riss dabei eine Augenbraue in die Höhe während sie ihn nicht aus den Augen ließ. Er sollte ja nicht glauben, dass sie unvorsichtig sei und ihm sofort vertraute. Als sie nur noch einen Katzensprung von ihm entfernt war, blieb sie stehen. Langsam griff sie mit der rechten Hand zur Linken und entwickelte den Verband, den sie nach der Exkursion um das Brandmal geschnürt hatte. Ihre freie Handfläche streckte sie Ray entgegen wobei sie das leichte zittern ihrer Finger nicht unterbinden konnte. Die Blondine schluckte und sah ihm erneut in diese wunderschön goldfarbenen Augen und ließ ihn das einsame Schriftzeichen betrachten. Als Neuling wusste sie nicht, dass es die alte Schrift des Volkes war und das Wort Schutzihre Handfläche zierte.

      „Shiori Fujiwara...“ flüsterte sie ihm mehr zu als dass sie es laut aussprach und schaute verlegen zu Boden. „Und du kannst dich teleportieren?“ fragte sie immer noch mit leiser Stimme, konnte nicht glauben wirklich ein Gespräch über außergewöhnliche Fähigkeiten zu führen. Es war für sie die logische Schlussfolgerung, wenn man beachtete, dass er ständig aus dem nichts auftauchte oder unbemerkt seine Position wechselte. Nachdem Ray einen Blick auf ihre Hand geworfen hatte, zog sie ihren Arm wieder an sich ran und vergrub ihre Hand in ihrer Hosentasche. Nervös biss sie sich auf ihre Unterlippe, wartete sehnlichst auf Antworten und strich sich die Haare auf einer Seite hinters Ohr.
      A heart's a heavy burden.

    • Sein schwacher Versuch sie mit seinen Worten zu beruhigen, schien wohl nicht sonderlich bei ihr zu funktionieren. Ganz im Gegenteil sogar breiteten sich die Schriftzüge auf ihren Armen immer weiter aus. Teils fasziniert und teils ehrfürchtig trat er einen Schritt näher an sie heran, jedoch immer darauf bedacht, in ihr nicht den Anschein zu erwecken das er sie angreifen will. Ihr Gesicht sprach förmlich Bände als sie selber auf ihre Arme herab blickte, sie schien wohl absolut keine Ahnung zu haben was da gerade mit ihr passierte. Als sie daraufhin ihn noch ankeifte, musste er leicht schmunzeln. Nein, er sah definitiv nicht aus wie ein Weihnachtsbaum. Und in der Tat war auch sie deutlich schöner als eine geschmückte Tanne an Weihnachten. " Unsere Fähigkeiten werden am aller ehesten von unseren Emotionen geleitet. Ich würde dir also raten, dich in erster Linie zu beruhigen..." sagte er ruhig während er ihr fest in die Augen schaute. Auf ihre Frage bezüglich des Sonnenvolkes, nickte er nur bestätigend. "Die Geschichten sind so wahr wie du und ich hier stehen. Und auch du trägst dieses Blut in dir...deine Arme sind der Beweis dafür.."

      "Kein Mythos und auch kein Ammenmärchen" bestätigte er ihre Worte. In dem Zeitalter, in dem sie sich nun befanden, war es für die Menschheit ein absoluter Unglaube das es noch so etwas wie Magie gab. Die wenigsten glaubten noch an ihre Existenz. Und dem war auch ganz gut so. Denn die wenigen unter ihnen, die davon noch wussten, waren die Jäger. Und vor denen hielt man sich lieber versteckt.
      "Naja... also vor langer Zeit.." begann er zu erzählen, unterbrach sich jedoch dann selbst und lachte leicht. // Ach...das ist eine andere Geschichte, das erzähl ich ihr lieber ein anderes Mal// amüsiert schob er den Gedanken schnell wieder beiseite. "Nein schon gut. Befassen wir uns doch erstmal mit dem Wesentlichen. Nämlich mit dir" er zog einen Mundwinkel hoch und schenkte ihr ein ehrliches Lächeln als er auch schon sah wie die Schriftzüge auf ihren Armen begannen sich zurück zu ziehen. // Sie scheint sich zu beruhigen...das ist gut//

      Stumm blickte er dabei zu wie die glühende Schrift an ihren Armen wieder verschwand. "Du stammst wie ich vom Volk der Sonne ab" murmelte er während sein Blick noch immer auf ihren Armen verweilte. "Lass mich raten.. deine richtigen Eltern hast du nie kennengelernt, lieg ich da richtig? Ich vermute mal du bist bei einer Adoptivfamilie aufgewachsen..." Erst jetzt hob er seinen Blick und schaute sie wieder an. "Diese Schrift auf deinen Armen ist eine Uralte Schrift der Götter...Es ist genauso eine Sprache wie Englisch, Japanisch oder Latein..." erklärte er ihr das ganze ruhig. "Du könntest sie erlernen... da wo ich herkomme gibt es unzählige Bücher darüber" während er sprach trat er vorsichtig einen Schritt näher an sie heran. Als er sah das sie nun auch auf ihn zukam, hob er überrascht leicht eine Augenbraue hoch. Soweit so gut.

      Stumm schaute er ihr dabei zu wie sie einen Verband von ihrem Handgelenk abwickelte. Als sie ihm dann das Handgelenk hinstreckte, drehte er seinen Kopf leicht um das Wort lesen zu können. "Ahh..." sagte er wissend, jetzt wurde ihn einiges klar. "Das ist das Wort für Schutz" murmelte er leise während sein Blick weiterhin auf das Mal ruhte. "Es ist eine Art Schutzbann der dich umgibt... dich quasi unantastbar macht" sagte er nachdenklich während er die Arme verschränkte und dabei eine Hand unter sein Kinn legte. //Mich würde interessieren ob es auch aktiv wird wenn sie eine Berührung gewollt ausübt//

      "Ich würde gerne etwas testen" sagte er und blickte sie an ehe er sich einen Ärmel hoch schob. "Ich möchte das du mich einmal am Unterarm berührst" entschlossen streckte er ihr seinen Arm hin. Als er dann ihren Namen hörte, grinste er und entblößte dabei seine Zähne. "Freut mich Shiori Fujiwara" Als er dann das mit dem teleportieren hörte musste er leise lachen. Kurz schüttelte er verneinend den Kopf. "Nein. Wobei teleportation mit Sicherheit auch nicht schlecht wäre" gab er schmunzelnd von sich. "Ich kann die Zeit um mich herum manipulieren. Ich kann sie anhalten...beschleunigen...oder verlangsamen. Das einzige was ich noch nicht ganz schaffe ist in die Zeit zurück reisen.." In der Zeit zurück zu Reisen war ein Thema für sich, was er gerne mied.

      Er beobachtete wie sie sich nervös auf die Unterlippe biss. "Also...?" harkte er schmunzelnd nach und deutete mit seinem Blick auf seinen Unterarm. Es würde seine Zeit dauern bis sie ihm vertraute, dass war ihm bewusst. "Es gibt im übrigen noch ein paar Dinge über die ich dich aufklären muss. Oder viel mehr ein paar Regeln die du einhalten musst..." sagte er etwas ernster. "Das Leben als solcher ist leider nicht ganz ungefährlich. Weshalb sich das Sonnenvolk - oder viel mehr diejenigen von uns die noch übrig sind - sehr verdeckt halten" Er sprach von den Jägern. Denn dass war etwas, was sie ebenfalls dringend wissen musste. "Darf ich fragen wann genau deine Kräfte erweckt wurden?"

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      .......
    • Als der junge Mann sich ihr entgegen lehnte um das Mal auf ihrer Hand betrachten zu können, wollte sie für einen Moment lang zurück weichen, sträubte sich gegen die Nähe zu dem Fremden, doch entschloss ihr Verlangen nach Distanz zu unterbinden. Seine Erläuterung für das Zeichen als auch die restlichen Informationen über das Sonnenvolk leuchteten ihr nicht ganz ein. Ein Schutzbann? Das machte für sie keinen Sinn. Sie war zwar vorsichtig und hatte hier und da ein paar Ängste, beispielsweise vor Spinnen aber das hatten doch viele Leute. "Wieso Schutz? Wovor muss ich beschützt werden?" murmelte sie ihre Gedanken mehr vor sich hin, alsdass sie sie gewollt aussprach. Den Arm wieder neben ihre Hüften senkend, blickte sie ihrem Gegenüber in die Augen, lauschte seinen Worten aufmerksam und bemühte sich Eins und Eins zusammenzuzählen und vergeblich einen roten Faden ausfindig zu machen.

      "Nein Moment mal, da muss du etwas falsch verstanden haben ich bin nicht adoptiert!" ihr Blick verfinsterte sich, ihre Miene versteinert. Die Worte des Mannes hallten ihr immer und immer wieder in den Ohren. //Deine richtigen Eltern hast du nie kennengelernt// und //Du bist bei einer Adoptivfamilie aufgewachsen.// widerholten sich in Dauerschleife in ihren Gedanken. Die gesamte Situation war neu für sie, überforderte die junge Frau. Versuchte sie gerade erst zu akzeptieren, dass es übernatürliches tatsächlich gab und sie eine komisch leuchtende Kraft besaß. Ihre Familie, ihre liebe Mutter, die sie jedes Mal pflegte wenn sie eine Grippe hatte und ihr Vater, der ihr das Schwimmen und auch das Fahrradfahren beigebracht hatte und ihr ein Pflaster auf das blutende Knie klebte nachdem sie das erste Mal vom Rad stürzte - diese liebevollen Menschen, mit denen sie ihr ganzes Leben verbracht hatte sollten nicht ihre wahren Eltern sein? Der Gedanke, dass in diesem Satz auch nur ein Funken Wahrheit steckte ließ ihre Welt zerbrechen.

      Ungläubig schüttelte sie ihren blonden Kopf, ihre Strähnen flogen dabei wild durch die Gegend ehe sie wieder perfekt ihre Wangen umschmeichelten. "Das kann nicht sein, du musst dich irren!" schrie sie ihn schon fast unbeabsichtigt an während ihre Äuglein feucht wurden. Sie musste sich beruhigen, jetzt anfangen zu weinen würde die Situation noch unangenehmer gestalten als sie ohne hin schon war. Behutsam atmete Shiori tief ein, füllte ihre Lungenflügel mit so viel Sauerstoff wie sie konnte ehe sie langsam wieder ausatmete, die Luft zwischen ihren Lippen entweichen ließ. "Entschuldige, ich glaube das wird mir alles gerade ein bisschen zu viel..." bat sie ihn um Verzeihung un starrte auf den Boden. Das Gras neigte sich im Wind und mit dem Anblick kehrte Ruhe in ihren Kopf. Die Natur hatte glücklicher Weise diesen Effekt auf die Blondine.

      Als Ray ihr seinen Arm entgegenstreckte und davon sprach etwas Testen zu vollen. Hob sie erneut ihr Augenmerk und schaute den Jungen fragend an. Seine darauf folgende Bitte, ihn zu berühren sorgte dafür, dass ihr die Wärme ins Gesicht stieg und ihre Wangen von einem seichten Rosaton geziert wurden. //Bitte..was?// Nervösität machte sich in ihr breit und verlegen löste sie den Blickkontakt zu dem gutaussehenden Dunkelhaarigen ehe sie verstand worauf er hinaus wollte. Peinlich berührt schluckte sie, wischte sich ihre Haare hinter ein Ohr und erblickte den von Klamotten befreiten Unterarm. Sein Arm war frei von Schriftzeichen, dafür schmückten einige bläulich schimmernde Adern diesen. "Okay..." entgegnete sie dem älteren, nachdem dieser erneut nachhakte und mit zittriger Hand näherte sie sich seinem freien Körperteil.

      Vorsichtig legte sie erst ihren Zeigefinger, gefolgt von dem Mittelfinger auf seinen Arm. Seine Haut fühlte sich unter ihrer kalten, warm an und sein Puls pochte unter ihren Fingerspitzen. Sie selbst vernahm wie ihr Herz schneller zu Klopfen begann und in ihr stärker pulsierte. Warum fühlte sie sich so sehr von dem Fremden angezogen? Für einen Moment ließ sie ihren Griff ruhen und hob dabei vorsichtig ihren Blick um Ray in die goldenen Augen zu schauen, zu sehen ob er etwas spürte. Noch bevor sich eine Reaktion des Mannes anbahnte, vernahm sie aus dem Augenwinkel die leuchtenden Schriftzeichen, die von ihrer Haut auf die seine zu springen schien. Die Studentin verspürte dabei keinen Schmerz, lediglich ein warmes Kribbeln juckte ihr unter den Fingerkuppen, doch beim Anblick ihres Gegenübers schien es bei ihm wohl anders auszusehen.
      A heart's a heavy burden.

    • Er seufzte leicht. Nicht aber weil er genervt von ihrer Fragerei war, sondern viel mehr weil er nicht wusste wo genau er ansetzten sollte. Da es immerhin viel zu erzählen gab. "Vor den Jägern" sagte er kurz und knapp. "Ich weiß nicht inwiefern du über die Geschichte des Sonnenvolks informiert bist...der große Krieg zwischen Sonnenvolk und Menschheit ist dir ein Begriff?" fragte er sie stirnrunzelnd. "Leider gibt es noch immer ein paar Menschen auf diesem Planeten dessen Lebensaufgabe darin besteht, uns umzubringen" zum Ende hin wurde seine Stimme immer leiser. "Dieser niemals endende Krieg geht nun schon Jahrzehnte lang" fuhr er frustriert fort. "Ihre Technologie ist heute nur weit aus fortschrittlicher als damals gewesen. Inzwischen haben sie Mittel und Wege gefunden uns zu orten"

      Auf ihre plötzliche panische fast schon hysterische Reaktion hin, zog Ray nur überrascht die Augenbrauen hoch. Mit dieser Reaktion hatte er nicht gerechnet. Allen Anschein nach hatte man sie in dem Glauben gelassen das es ihre richtigen Eltern gewesen wären. Er konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen das es anders war. Anderen falls hätten ihre Eltern sie bereits darüber aufgeklärt. Nachdenklich zog er seine Brauen wieder zusammen. Eine kleine Furche entstand auf seiner Stirn während er sie anblickte.
      "Schon in Ordnung...es ist nur verständlich das du so reagierst" Er musste anscheinend noch einfühlsamer mit ihr umgehen.

      "Ich gebe dir soviel Zeit wie du brauchst" Er griff in seine Handtasche und zog eine kleine Karte heraus. Es war eine völlig schlichte und weiß bedrückte Karte auf der sein Name und seine Telefonnummer stand. "Hier. Unter dieser Nummer erreichst du mich. Es muss nicht heute sein...auch nicht morgen. Aber wenn du so weit bist, und reden willst...oder aber mein Angebot in Betracht ziehst, dann kannst du dich melden" abwartend hielt er ihr seine Karte hin, ehe er seine Hand wieder sinken ließ und stattdessen seinen frei gelegten Unterarm ihr entgegen streckte.


      Sah er da gerade etwa eine leichte Röte in ihrem Gesicht? // Nanu? // Etwas verwundert blickte er sie an während er beobachtete wie sie langsam ihre Hand ausstreckte. In dem Moment als ihr kühler Finger seinen Unterarm berührte, schoss kurze Zeit darauf auch schon der Schmerz ein. Zischend zog er die Luft zwischen seinen Zähnen ein während er versuchte dem Schmerz stand zu halten. Wie auch schon vorhin begannen die Schriftzeichen auf ihrer Haut zu glühen. "Argh..." ächzte er als der Schmerz immer stärker wurde.
      Doch dies war genau der richtige Moment um etwas zu versuchen. Er konzentrierte sich ganz allein auf ihre Schriften und ihre Kräfte die sich immer mehr freisetzten als er die Zeit anhielt. Er wollte damit nur bewirken das sich ihre Kräfte nicht weiter ausbreiteten. Sie war also durchaus noch in der Lage sich zu bewegen und zu sprechen, nur ihre Kräfte fror er damit ein.

      Nichts desto trotz zog er letztlich trotzdem seine Hand von ihrem Finger weg. Denn auch wenn er Erfolg zu haben schien, so tat die Stelle dennoch noch ziemlich weh. Automatisch rieb er sich die betroffene Stelle am Unterarm.
      "Ich will nicht wissen wie schmerzhaft das wird wenn noch mehr von diesen Schriftzeichen auf ein über wandern" murmelte er nachdenklich während er seinen Ärmel wieder herunter schob.

      "Okay ... so wie es aussieht kannst du es noch nicht beeinflussen" Die Worte waren mehr an sich selber als an sie gerichtet. "Anscheinend bist du momentan wirklich unantastbar... alles was dich berührt wird verletzt" fuhr er leise fort. "Du solltest Körperkontakt zu anderen möglichst meiden..." sagte er deutlich ernster als zuvor. // Wenn sie einen Freund hat wird das auf jedenfall eine harte Probe für die Beziehung...// Er wusste nicht warum es ausgerechnet das war, dass ihn als erstes durch den Kopf geschossen kam.

      Räuspernd trat er dann noch einen Schritt von ihr zurück. "Hast du noch Fragen oder...möchtest du das alles erst einmal Sacken lassen und ein wenig darüber nachdenken?" Er überließ es ganz allein ihr. Wenn sie erst einmal ihre Ruhe haben wollte, würde er das verstehen und sich vorerst zurück ziehen.

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    • Das schmerzverzogene Gesicht des dunkelhaarigen ließ Shiori die ganze Aktion hinterfragen, wollte sie ihre Finger wieder von seiner Haut entfernen doch er ließ sie nicht. Stattdessen versuchte er seine Kraft auf die ihre einzusetzen ehe er die Berührung schließlich auflöste. "Tut mir leid.." murmelte sie und wollte sich für die Schmerzen, die sie verursachte entschuldigen. Sie verstand nicht inwiefern sie sich selbst schützte wenn sie anderen Leid zufügte, das war so gar nicht ihre Art.

      Nach dem kleinen Versuch, hörte sie sich still schweigend seine Moralprädigt an und lauschte den Regeln, die nun für sie galten. Bereits im Museum bemerkte sie, welche Folgen Körperkontakt hatten als sie ihren besten Freund einen Wisch verpasste. Glücklicherweise berührten sie sie nur für einen flüchtigen Moment, sie wollte sich nicht ausmalen was geschehen wäre hätten sie sich umarmt. Bedröppelt schaute Shiori ihr Gegenüber an, so ein Leben konnte sie nicht führen. Für immer auf die Nähe und Berührungen anderer zu verzichten, das wollte sie nicht und bezweifelte, dass sie es überhaupt könnte. Nachdenklich schaute sie auf das weiße Kärtchen, welches sie zuvor von Ray erhalten hatte. Konnte er ihr wirklich helfen und sie darin unterrichten ihre Kräfte unter Kontrolle zu bekommen?

      Die ganzen Informationen zu verabreiten machte sie müde und brachte ihr höllische Kopfschmerzen herbei. "Ich kann das nicht.." murmelte sie und ließ seine Karte wieder in ihrer Hosentasche versinken. "Ich danke dir für deinen Rat aber ich will einfach mein Leben leben, verstehst du? Ich kann eurem Klan nicht beitreten." bevor sie sich ein weiteres Wort von ihm anhören musste, schnappte sie sich ihre Tasche, warf sich diese über die Schultern und rannte davon. Obwohl sie sich schlecht fühlte den jungen Mann so plötztlich alleine auf der Lichtung zurückzulassen, schaute sie nicht zurück und rannte durch den Wald wieder in die Stadt. Auf ihrem gesamten Heimweg rasten ihre Gedanken unkontrolliert durch ihren Geist. Von einen Moment auf den anderen Stellte sich ihr ganzes Leben auf den Kopf und das alles nur weil sie in einem Museum einen blöden Stein berührt hatte. Das alles wollte ihr nicht in den Sinn, sie verstand nicht wie sie in diese Lage geraten konnte.

      Endlich vor ihrer Haustür angekommen konnte sie bereits das Auto ihrer Eltern vor der Garage sehen. Ein Blitz jagte ihr einen Schauer über den Rücken. Ihre Eltern - mit einem Mal klingelte Rays Stimme in ihren Ohren. War an seinen Worten wirklich etwas wahres dran? Sie kannte den Typen doch gar nicht, warum vertraute sie ihm blind und glaubte ihm jedes seiner Worte? Er musste sich irren. Vorsichtig schritt sie durch die Tür wobei ihre Eltern sie direkt aus der Küche rufend begrüßten. Der warme Klang ihrer Mutter machte sie sofort traurig und sie musste sich anstrengen sich nichts anmerken zu lassen. Da sie dies nicht lange aushielt suchte sie nach einer Ausrede und verdrückte sich schnell in ihr Zimmer und warf sich auf ihre Matratze. Liegend starrte sie an die Decke.

      Die Stille im Raum fiel ihr wie ein schwerer Stein auf die Brust, schnurrte ihr die Luft zum Atmen ab. Sich auf die Lippe beißend, wühlte sie nach dem Zettelchen, den ihr der junge Mann im Wald gegeben hatte und blickte auf diese. Ein lautes Seufzen entwich ihr und sie drehte sich auf ihre Seite. Kurz drauf klopfte es leise an der Tür und ihr Vater trat herein. "Alles ok Kleines?" fragte er im sanften Ton und setzte sich neben sie aufs Bett. Auch Shiori richtete sich auf, brachte es jedoch nicht übers Herz ihrem Vater in die Augen zu schauen. Eine Millionen Antwortmöglichkeiten folgen ihr durch den Kopf. Sie wollte schreien, sie wollte weinen, ihn beschimpfen und dann doch einfach das er geht. Innerlich zerrissen, haderte sie mit sich, wollte ihn am liebsten einfach auf das Thema ansprechen. Für einen Moment saßen sie schweigend da, das liebte sie an ihrem Vater. Er wusste immer wann es angebracht war mit ihr zu reden und wann er ihr einfach Zeit zum nachdenken geben sollte. Gerade als der ältere ihr die Hand auf die Schulter legen wollte, schreckte sie hecktisch zurück. "Nicht!" rief sie ängstlich. So aufgewühlt wie sie war hatte sie Angst dem alten Herren mit ihrer Kraft ernsthaft zu schaden. Als sie in seinen besorgten Gesichtsausdruck schaute merkte sie wie drüber ihre Reaktion für ihn schien musste. "Ich.." fing sie sanfter an. "Es ist nichts, nur ein harter Tag. Vielleicht haue ich mich lieber aufs Ohr." murmelte sie weiter und quälte ein verkrampftes Lächeln auf ihre Lippen. Obwohl er ihr nicht glaubte verstand er, dass er sie lieber in Ruhe lassen sollte und stiefelte aus dem Zimmer. Als er in der Tür stand senkte sich ihr Blick traurig zu Boden. "Ich hab dich lieb.." warf er ihr über seine Schulter lächelnd zu ehe er die Tür hinter sich ins Schloss fallen ließ.

      Diese Worte brachten das Fass zum überlaufen. Nun konnte sie sich nicht länger am Riemen reißen und gab dem inneren Druck, den sie verspürte nach. Eine Träne nach der anderen kullerten ihre Wangen herunter bis sie ihr Gesicht in ihrem Kopfkissen vergrub. Die Blondine brauchte einen Moment um sich zu beruhigen. Nachdem sie sich gesammelt hatte nahm sie ihr Handy in die Hand und tippte die Nummer des Zettels in ihre Kontakte. "Na gut, ich bin dabei... Was ist der Plan? - Shiori" haute sie auf ihren Display ehe sie auf senden drückte und frustriert das Smartphone neben sich auf die Matratze fallen ließ.
      A heart's a heavy burden.

    • Es wäre auch zu schön gewesen, wenn es einmal auch nur einfach laufen würde. Er war es bereits gewohnt das die Leute so reagierten.
      Deswegen reagierte er auch nicht großartig überrascht als sie sein Angebot ausschlug und letztlich davon lief. Seufzend blickte er ihr hinterher. Immerhin hatte sie jetzt seine Nummer. Somit konnte sie ihn kontaktieren wenn sie es sich anderweitig überlegen sollte.

      Ein letztes Mal blickte er sich auf der kleinen Lichtung um, ehe er seine Hände in seine Hosentasche vergrub und gemütlichen Schrittes den Rückweg antrat. Während er sich auf den Heimweg machte, dachte er viel nach. Größtenteils aber über Shiori.
      // Shiori... ein schöner Name// dachte er und musste schmunzelnd feststellen, dass der Name 'Gedicht' auf japanisch bedeutete.
      Nichtdestotrotz hoffte er, das sie sich bei ihm melden würde. Denn immerhin waren ihre Kräfte nichts, was sich einfach im Alltag umgehen ließe. Absoluten Körperkontakt zu allen zu meiden, würde sich alleine schon im Umgang mit Mitmenschen äußerst schwierig gestalten.

      Als Ray nach einiger Zeit endlich in der Basis angekommen war, steuerte er direkt sein kleines Zuhause an. Dort angekommen hielt er wieder das Armband vor den Schalter und schon öffnete sich die Tür. Noch während er durch die Türschwelle trat, zog er sich auch schon seine Jacke aus, ehe er die Küche ansteuerte und dort die Jacke über einen Stuhl am Esszimmertisch warf. Kurzerhand trat er an den Kühlschrank, ehe er diesen öffnete und eine Packung Orangensaft herausholte. Er wollte gerade den Hängeschrank öffnen um ein Glas heraus zu holen, als sein Handy plötzlich klingelte. Hoffnungsvoll zog er aus seiner Arschtasche heraus. Sein innerstes hoffte schon irgendwie darauf das es die Junge Frau sein würde, doch als der Namen auf dem Display las, erlosch seine Hoffnung direkt.
      Seufzend ging er dran.

      "Ja?" brummte er ins Handy während er dieses zwischen Ohr und Schulter klemmte, zeitgleich öffnete er den Orangensaft und goss sich etwas ein. "Hey. Wie lief es heute. Hab gesehen das wieder jemand auf dem Radar war" sagte Kenzo am anderen Ende des Telefons.
      "Ich arbeite noch dran..." wich er der Frage ein wenig aus. "Du arbeitest noch dran? Das letzte mal als du das gesagt hast bist du-"
      "Jaja... Lass mich das mal machen" unterbrach er Kenzo bevor dieser weiter sprechen konnte. "Ray..." sagte besagter sehr betont und warnend. "Sie ist noch sehr Jung und scheint gerade ein wenig überfordert mit allem zu sein... sie wird sich melden, da bin ich mir sicher. Vertrau auf mein Gefühl" beruhigte er seinen Kumpel der anscheinend schon das schlimmste ahnte. "Das heißt du konntest sie nicht direkt überzeugen?" harkte sein Gesprächspartner nach. Ray seufzte erneut. "Nicht sofort.. aber sie muss ja auch viel verarbeiten. Jetzt misch dich da mal nicht ein...lass das meine Sorge sein" drängte er weiter während er den Orangensaft wieder zudrehte. Er hörte am anderen Ende ein seufzten. Augenverdrehend trank er einen Schluck. "Sie besitz übrigens einen Schutzbann der alten Schriften... Dieser macht sie unantastbar... berührt man sie, verspürt man direkt starke schmerzen" erklärte er ihm. "Die alte Schriften?" hörte er seinen Freund fragen.

      "Ja.. in dem Moment, wo man sie berührt, erscheinen sie glühend an ihren Armen.. ich nehme mal stark an das sie sich auf ihrem kompletten Körper ausbreiten wenn man sie länger berühren würde" fuhr er fort. Kurz war eine Stille in der Leitung zu vernehmen ehe Kenzo wieder sprach. "Das könnte natürlich problematisch werden...hast du ihr das erklärt?"

      "Naja... zwischen Tür und Angel das alles zu erklären ist immer schwierig. Ich hab es ihr grob erklärt. Eigentlich hatte ich ja gehofft sie würde mir folgen. Aber ...naja" Es war nur klar das eine junge Frau keinem fremden Mann irgendwo hin folgen würde. Das riet einem ja schon der gesunde Menschenverstand.
      "Mhm. Na gut, dann schau zu dass du das in den Griff kriegst" hörte er Kenzo sagen. Nachdenklich nickte er nur am Telefon ehe er ein verspätetes "Ja klar" von sich gab. Danach verabschiedeten sich die beiden und er legte auf. Er noch einmal nach seinem Glas, leerte dieses in einem Zug und stellte in die Spüle hinein ehe er ins Bad verschwand und rasch unter die Dusche schlüpfte. Anschließend, und nur in einem Handtuch um die Hüften bekleidet verließ er das Bad wieder und steuerte sein Schlafzimmer an. Er zog sich eine Bequeme Shorts an und bemerkte beiläufig das sein Handy erneut am blinken war.

      Schnell noch ein schwarzes Tshirt übergestreift, öffnete er auch schon die Nachricht und bemerkte sofort das sie von einer unbekannten Nummer stammte. Kaum hatte er die Nachricht gelesen, verzog sich sein Mund zu einem kleines Grinsen. Sie hatte angebissen. Sein Gefühl hatte ihn also nicht getäuscht. Zufrieden legte er sich ins Bett und legte einen Arm hinter seinen Kopf ab, welchen er darauf stützte. Zeitgleich tippte er eine Antwort.

      Morgen 13 Uhr im Kerama Nationalpark.
      Direkt beim Springbrunnen.
      Alles weitere klären wir dann.
      Ray~

      //Und senden// Nachdem er die Nachricht abgeschickt hatte, legte er sein Handy neben sich ab und verschränkte auch den anderen Arm hinter seinem Kopf. Wenn sie sich wirklich darauf einließe, müsste er sich schon bald ein Trainingsprogramm überlegen.
      Es würde auch für ihn nicht einfach werden, aber es war schon mal ein großer Vorteil das er sie anscheinend mit seiner Kraft ein wenig eindämmen konnte. Alles weitere würde wohl von ihr abhängen. Kurzerhand ergriff er noch mal sein Handy ehe er im Internet ihren Namen eingab und ein wenig anfing über sie zu recherchieren. Es interessierte ihn wieviel sie von sich im Internet preisgab. Ob sie auf den verschiedensten Sozialen Netzwerken vertreten war, oder eher nicht. Und wenn ja, was genau man über sie dort alles einsehen und erfahren konnte. Völlig in Gedanken und leicht verträumt, tippte er sich durch die verschiedensten Seiten des Internets.

      Sorry, but I don’t trust anything that bleeds for five days and doesn’t die
      .......
    • Erschöpft von demereignisreichen Tag schlief Shiori auf dem Bett ein und driftete in einenunerholsamen Schlaf. Vor ihrem Geiste sah sie ihre Familie, ihre Freunde undauch den jungen Mann den sie kennengelernt hatte. Allesamt standen sie da,eingehüllt in der Dunkelheit. Nur das Leuchten der goldenen Schriften, die ihreKraft mit sich brachte, erhellte die Szene. Die Zeichen wanderten von einerPerson zur anderen, hangelte sich Zentimeter für Zentimeter weiter auf ihrer Hauthinauf während sie sich alle schmerzerfüllt windeten ehe sie sich in Luftauflösten. Gefangen in dem Albtraum drehte und wendete sie sich die ganze Nachtnur um am nächsten Morgen schweißgebadet aufzuwachen.

      Der Sonnenaufgang kamfrüher als sich die junge Frau gewünscht hatte, sie war nicht ansatzweiseausgeschlafen und fühlte sich erschöpfter als zuvor. Nachdem sie sich im Bettaufrichtete, rieb sie sich verschlafen die Augen ehe ein seichtes Gähnen überihre Lippen entwich. Als sich ihre Glubscher an die Helligkeit desSonnenscheins gewöhnt hatten, griff sie als erstes nach ihrem Handy. Sofort merktedas junge Mädchen, dass ihr Ray geantwortet hatte. Nervös biss sie sich auf dieUnterlippe und hinterfragte ihre Entscheidung. Es war zu spät, sie hatte sichentschieden. Früher oder später hätte sie sich eh mit ihren Kräftenauseinandersetzen müssen, da führte kein Weg drum rum. Mit einem Hops erhob siesich, zog sich an und stopfte sich das Handy in die Hosentasche ihrer Jeans.

      Aus dem Zimmer schleichendblickte sie durch den Flur des Obergeschosses. Am liebsten hätte sie die Katze zusich gerufen aber das blöde Ding würde eh nur vor ihr flüchten also machte siesich stattdessen auf die Suche nach dem Tier. Auf der Treppe wurde sie schnell fündig,lag der dunkle Kater auf eine der Stufen, was er häufig machte und auch genauso häufig übersehen wurde. Einige Male fiel Shiori den Aufgang hinab, weil dasSchreien des Katers sie erschreckte. Ruhig näherte sie sich dem Stubentiger undhockte sich zu ihm. „Na du…“ flüsterte sie diesem zu und wusste, dass sie mitkeiner Antwort zu rechnen brauchte. Noch bevor er die Augen öffnen konnte und esihn in die Flucht verschlagen konnte, streichelte sie ihm mit ihrem Zeigefingerüber die ausgestreckte Pfote.
      Sofort riss das Tiermauzend seine Augen auf, verkrümmte sich zu einem Buckel ehe es davonrannte. Eswar also kein schlechter Traum gewesen, sie war tatsächlich unantastbar.

      Ein trauriges Seufzen stießihr hervor und mit deprimiert ließ sie ihren blonden Kopf hängen. Wie wollten diebeiden das wieder hinkriegen? Sie hoffte aufrichtig darauf, dass der junge Manneine Lösung parat hätte und das am besten schnell. Niemand konnte sagen wielange es ihr gelingen würde den Körperkontakt zu anderen Mitmenschen zu meiden.Zu überfüllte Räume oder den öffentlichen Personenverkehr würde sie meidenmüssen, ihre Eltern nicht mehr in den Arm nehmen über all solche Dinge musstesie sich vorher keine Gedanken machen. Es waren gerade Mal vierundzwanzigStunden vergangen und sie hasste den Zustand jetzt schon.

      Um ihren Eltern ihredistanzierte Art nicht erklären zu müssen verließ sie bereits früh das Haus undhinterließ ihnen eine Nachricht auf dem Handy. Spontaner Wandertrip mit ihrenFreunden war ihre Ausrede. Als es endlich an der Zeit war sich auf den Weg zumTreffpunkt zu machen, eilte sie zu Fuß in den Park. Um die Leute, denen siedabei begegnete zog sie einen großen Bogen. Es war einfach zu gefährlichjemanden zu verletzten und dann waren da noch diese Jäger von denen Ray sprach.Was wäre, wenn sie so einem in die Arme laufen würde? Hatten sie vielleichtschon von dem Neuling gewusst? Mal wieder grübelte sie über all die schlimmenDinge, die passieren könnten bis sie endlich im öffentlichen Grün angekommenwar. In der Nähe eines hohen Baumes stellte sie sich in den Schatten undversuchte möglichst unbemerkt auf den dunkelhaarigen zu warten. Unweit von ihrspielten einige Kinder mit einer Frisbee. Ausgerechnet einen belebten Parkmusste er als Treffpunkt auswählen. Angespannt tippelte sie mit einem Fuß aufdem Rasen herum, verschränkte die Arme vor ihrem Körper und hielt ihren Kopfgesenkt. //Wo bleibt er denn// dachte sie sich ungeduldig, weil sie zu früh dawar. Als sie den gebräunten Mann vom Weitem vernahm zogen sich ihre Mundwinkelein wenig nach oben und sie kam ihm einige Schritte entgegen. „Du hältst denPark für einen guten Treffpunkt?“ fragte sie ihn und schaute sich dabei misstrauischum. „Was wenn mich jemand anrempelt oder ich hinfalle und mir jemand aufhelfen...“ als sich ihre Blicke trafen verstummte die junge Frau und verlor sichfür einen Moment in der Wärme des tiefen Goldtons. „Entschuldige… ich hab nichtgut geschlafen, ich glaub ich werde paranoid.“ Revidierte sie ihre vorherigen Aussagenwährend sie sich beschämt an die Stirn fasste und ihre Haut ein wenig rieb. „Hastdu schon einen glorreichen Plan?“
      A heart's a heavy burden.

    • Er wusste nicht genau wann ihm die Augen zugefallen waren, doch es war das leichte dröhnen seines Handy Weckers, welchen ihn wieder am nächsten Morgen aus dem Schlaf entriss. Langsam zogen sich seine Augenbrauen zusammen ehe er erst das eine, und dann das andere Auge blinzelnd öffnete. "Mmmh..." Seufzend griff er nach seinem Handy das neben ihm auf dem Bett lag und schaltete den nervtötenden Piepton aus. Ray verstand die Leute immer nicht, die sich einen so sanften Klingelton als Weckton einstellten. So etwas würde ihn gar nicht erst wach kriegen. Sanftes Wellenrauschen, ein seichter Wind und melodische Musik. Auf keinen Fall. Was er brauchte war das lautstarke nervtötende Gepiepe, dass ihn so sehr nervte das er wach davon wurde. So wie auch jetzt.

      Langsam raffte er sich auf und setzte sich an den Bettrand. Ein zweiter Blick auf sein Handy verriet ihm das sie anscheinend nichts mehr darauf geantwortet hatte. Und dennoch ging er davon aus dass sie heute dort auftauchen würde. Sagen wir, es lag ihm einfach wieder im Gefühl.
      Müde erhob er sich vom Bett und streckte sich einmal ehe er in seine Küche trottete und eine Kaffeetasse aus dem Schrank holte und diese unter seine Kaffeemaschine stellte. Er drückte den Start Knopf, und im nächsten moment beschleunigte er auch schon den gesamten Vorgang mit seinen Kräften. Dieses ewig unnütze warten darauf das seine Kaffeetasse mal voll werden würde sparte er sich somit einfach.
      Im nächsten Moment war sie auch schon voll und er konnte sie sich nehmen und ein Schluck genießen.
      Beiläufig warf er nochmals einen Blick auf die Uhr. Er hatte noch genug Zeit zu frühstücken ehe er sich langsam auf den Weg in den Park machen würde.

      Warum er ausgerechnet den Park ausgewählt hatte? Manchmal waren die auffälligsten Orte, zeitgleich auch die unauffälligsten.
      An einem so öffentlichen Ort würde sie niemand angreifen. Und es galt ja auch nur als Treffpunkt. Natürlich hätte er ihr auch schreiben können das er sie von Zuhause abholte. Aber würde es sie nicht noch nervöser machen zu wissen, das er wusste wo sie wohnte?
      Ließ ihn das nicht zusätzlich wie ein Stalker wirken? Im Nachhinein würde er noch genug Zeit haben ihr das alles in Ruhe zu erklären.
      Er wollte ohnehin mit ihr hier hin, zur Basis. Um ihr alles zu zeigen. Das Training um ihre Kräfte würde ohnehin hier stattfinden, da draußen die Gefahr viel zu groß war entdeckt zu werden.

      Kurz nahm er nochmals einen Schluck von seinem Kaffee während er auf seinen Kühlschrank zu steuerte. Mit knurrendem Magen öffnete er diesen auch schon als er bemerkte das dieser ja gar nichts hergab. Sofort entglitten ihm seine Gesichtszüge. // Das darf doch nicht wahr sein // frustriert schloss er seinen Kühlschrank wieder. "Na toll" nachdenklich nahm er noch einen Schluck von seinem Kaffee. Dann würde er sich eben irgendwo etwas Unterwegs holen. Er trank seinen Kaffee in einem Zug leer und steuerte sein Schlafzimmer an. Wo er sich direkt umzog. Eine ausgeblichene Jeans, ein weißes T-shirt und eine schwarze Jeansjacke die er sich an den Ärmeln etwas hochschob. Schnell noch in seine Sneaker geschlüpft war er auch schon fertig. Da er nicht sonderlich auffallen wollte, zog er sich so lässig wie möglich an. Nachdem er soweit war, schnappte er sich sein Handy und verließ sein Zimmer. Er war gerade zwei Minuten aus seiner Tür raus, als er auch schon fast in jemanden rein rannte.

      "Woah... Immer langsam " hörte er dann die vertraute Stimme seines besten Freundes Kenjiro Ushida. Sein Weißblonder Freund schaute ihn aus müden Augen leicht verschlafen an während er sich das Gesicht rieb. "Warum hast du's so eilig?" wollte dieser wissen während Ray sich um ihn herum schlängelte um weiter zu gehen. "Sorry. Ich bin gerade mit einem Neuling zugange. Ich erklärs dir später" er schenkte ihm ein entschuldigendes Grinsen ehe er sich verlegen den Nacken rieb, die Hand zum Wunk in die Luft hob, und dann weiter marschierte. "Wir sehen uns später!" rief Ray ihm über die Schulter zu ehe er die Basis verließ. Unterwegs genehmigte er sich noch ein Butter Croissant ehe er zum besagten Platz lief.

      Langsam ließ er seinen Blick umher fahren während er sich den letzten Bissen seines Croissants in den Mund warf. Kauend ging er auf sie zu, als sich auch schon seine Mundwinkel wieder nach oben richteten. Es freute ihn das sie hier war. Statt einer Antwort auf ihre Frage bekam sie bloß ein: "Hi, auch schön dich wiederzusehen" grinste er ihr entgegen. Als sie dann auch schon mit ihrem Missmut begann, zog er nur amüsiert eine Braue nach oben. Seufzend schob er seine Hände in die Hosentasche und lächelte sie leicht an. "Mach dir darum mal keine Gedanken. Und so schnell wird schon keiner sterben" zwinkerte er ihr beiläufig zu während er langsam mit ihr ein paar Schritte vorwärts ging.

      "Ja den hab ich in der Tat. Aber dazu müssen wir erst mal den Ort wechseln. Ich zeige dir unsere Basis. Dort sind wir ungestört und ich kann dir alles in Ruhe erklären, ohne das uns jemand belauschen könnte" Mit einem Nicken in die besagte Richtung, deutete er ihr an wohin sie gehen würden. "Ich hoffe du hast heute eine Menge Zeit mitgebracht. Wenn du wirklich bereit bist dich darauf einzulassen, erwartet dich ne Menge Lernstoff" Sein Blick war nach vorne gerichtete während er sich mit ihr Unterhielt und sie gemeinsam di kleinen Kneipe ansteuerte, unter denen ihre Basis lag. "Wir fangen klein an. Heute zeig ich dir erst mal alles, und du kannst mich gerne mit Fragen löchern. Danach muss ich dich einmal bei den Ältesten vorstellen und wenn du dann immer noch nicht panisch davon gerannt bist, werden wir uns deinen Kräften zuwenden" fuhr er fort während sie an einer Gabelung links abbogen.

      Sorry, but I don’t trust anything that bleeds for five days and doesn’t die
      .......
    • Mit den Händen in den Jackentaschen folgte sie dem jungen Mann, streifte an seiner Seite durch den Park. Als ihr dieser beichtete, dass der eigentliche Ort des Treffens die Basis des Volkes sei, blieb sie zögerlich stehen und blickte ihm in die Augen. Einen Moment lang hielt sie inne, musterte ihr Gegenüber von Kopf bis Fuß. Er war ein unheimlich gut aussehender Mann mit leicht gebräunter Haut, die seine leuchtenden Augen zur geltung brachte. Sein Lächeln war warm und herzlich mit markellosen weißen Zähnen. Die dunkle Mähne wippte im Wehen des Windes und umschmeichelte seine markanten Gesichtszüge. Flüchtig erwischte sich die junge Studentin sogar dabei wie sie auf seine schmalen Lippen schaute worauf hin sie sofort verlegen den Blick senkte. Konnte sie ihm wirklich vertrauen? Einfach so einem Fremden in irgendeinen Bunker folgen? Mit einem Mal war ihr der Trubel im Park lieber als mit ihm alleine zu verschwinden.
      Nach all dem Zögern entschloss sie sich schließlich weiter zu gehen und begleitete Ray aus den Park zum Gehweg der belebten Straße. Was hatte sie zu befürchten? Selbst wenn er ihr etwas böses wollen würde konnte er sie nicht anfassen. Das erste Mal verspürte sie einen Hauch von Erleichterung wenn sie an ihre Kraft dachte. Es würde sie tatsächlich beschützen.

      Auf ihrem Weg entlang des Verkehrsnetzes sprach Shiori kaum und merkte wie sich die Aufregung in ihr breit machte. In der Gegenwart des muskulösen Mannes fühlte sie sich schon eingeschüchtert und nun sollte sie noch die Ältesten des Volkes kennenlernen. Trotz ihrer Bedenken nickte sie zustimmend und würde seinen Worten Taten folgen lassen. Die kommenden Zeiten würden alles andere als angenhem werden, so viel wusste sie, rechnete damit in lauter Situationen zu geraten in denen sie sich unwohl fühlen würde. Da musste sie durch. Als sie auf eine Kneipe zusteuerten sah die Blondine den dunkelhaarigen fragend an. "Eine Kneipe?" fragte sie mit hochgezogenen Brauen. Ihr Gesicht sah immer so süß aus wenn sie versuchte ernst zu sein. Schulterzuckend ließ sie von der Frage ab. Es war letztendlich egal wo sie ihr Versteck hatten, eine Kneipe war da vielleicht gar keine schlechte Idee dachte sie sich. Ein Ort an dem es vollkommen normal ist, dass viele Personen ein und aus gingen.

      An der Tür angekommen, leitete Ray ihr den Weg hinein. Während es im ersten Moment tatsächlich danach aussah, als wäre es eine gewöhnliche Kneipe, steuerte der Bursche an den Tischen und Stühlen vorbei in einen schmalen Flur. Eine Treppe führte sie weg vom Lokal hin zu einem privateren Bereich. Schnell wurde ihr klar, wie groß die Anlage im Gegensatz zum Erscheinungsbild tatsächlich war. Gemeinsam bogen die beiden um eine Ecke nach der anderen. Das junge Mädchen befürchtete schon sich zu verlaufen und rückte ihrem Vorgänger ein wenig auf die Pelle um ihn nicht zu verlieren. Beeindruckt von dem Etablissement schaute sie um sich, versuchte die vielen verschiedenen Eindrucke einzufangen ehe sie an ihr vorbeizogen. Hier und da hingen Bilder an den Wänden, mal Gemälde und mal Fotos von Personengruppen. Mit ihren grünen Augen versuchte sie Ray beim vorbeigehen auf diesen ausfindig zu machen, entfernte sich aber schneller als sie ihn erkennen konnte. Während sie an allen möglichen Räumen hielten und Ray ihr kurz beschrieb was zu sehen war lauschte sie seiner tiefen Stimme und konnte sich kaum alles merken. Der wichtigste Ort, den er ihr zeigte war ein großer zentraler Raum, der mit einigen Sofas und einem großen Tisch mit Stühlen und Bänken, der locker für mehr als zehn Personen platzt bot, ausgestattet war. Ein gemütlicher Teppich fasste den wohnlichen Bereich während unweit dessen eine Küchenzeile mit Vinylboden grenzte. Das ganze sah aus wie ein moderner Jugentreff mit den Kickertischen und anderen Unterhaltungsmöglichkeiten.

      Nachdem er ihr grob das Gebäude gezeigt hatte machten sie sich auf den Weg zu den ältesten, ihre Nervösität steigte und ihr Herz klopfte unaufhörtlich in ihrer Brust. "Muss ich mich denen vorstellen oder wie genau läuft das ab?" fragte sie schüchtern ihren Lehrer und hoffte, dass das Treffen nicht all zu seltsam sein würde.
      A heart's a heavy burden.

    • "Ja eine Kneipe" erwiderte er grinsend während er sie dort hinführte. "Allerdings werden wir nicht in der Kneipe selbst bleiben" So viel konnte er ihr ja schon einmal verraten. Auf dem Weg dorthin, erzählte er ihr dann alles über die Entstehung dieses Ortes. Wie er und vor allem warum er entstanden war. Als sie dann dort ankamen, grüßte er wie immer die Besitzer hinter der Theke freundlich ehe er mit ihr hindurch ging und den Geheimweg hinunter nutze. In der Basis selbst, führte er sie einmal komplett herum. Er zeigte ihr die Trainingshalle an denen sie ihre Fähigkeit trainierten, als auch die Wohnräume, die Aufenthaltsräume und die Tagesräume. "Als nächstes kommt die Bibliothek, in dieser werden wir die nächsten Tage viel Zeit verbringen" erklärte er ihr während er diese ansteuerte.

      Dort angekommen steuerte er blindlings ein paar Regale an und zog eines der Bücher heraus um es zu öffnen. "Siehst du diese Schrift" er deutete auf die Seiten. "Das ist die selbe Schrift wie du sie auf deiner Haut trägst" erklärte er ihr und zeigte ihr das Buch ehe er es wieder weg stellte. "Du hast alle Zeit der Welt sie zu lernen. Wenn du es denn möchtest" betonte er, da es sicherlich kein muss für sie sein würde das zu erlernen. Nachdem er ihr auch hier alles gezeigt und erklärt hatte, machte er sich mit ihr langsam auf den weg zu den Ältesten.
      Dort vor der Tür angekommen vernahm er dann ihre Frage. "Ganz ruhig, dass hier wird kein Vorstellungsgespräch sein wie du es vielleicht aus der Berufswelt kennst. Sie wollen dich einfach nur mal sehen und kennenlernen, und vielleicht mal deine Kräfte kurz sehen" Er schenkte ihr noch ein aufmunterndes Lächeln - und im Normalfall hätte er ihr jetzt die Hand auf die Schulter gelegt -ehe er an der Tür anklopfte. Kurz darauf wurde die Tür geöffnet und er trat zusammen mit ihr herein.

      Die ältesten mochten in vielerlei Hinsichten noch etwas altmodisch sein. Und auch wenn sie bei anderen Strenge und Ehrfurcht auslösen mochten, so prallte dies schon immer an Ray ab. Unverfroren wie er war schlenderte er auf den großen Tisch zu um den sie alle versammelt waren und pflanzte sich mit seinen Vier Buchstaben mitten auf die Tisch kante. Seine Beine baumelten derweil vom Tisch herab. Mit einer Hand stützte er sich nach hinten ab. "Darf ich vorstellen, Shiori Fujiwara" Er sprach ihren Namen wie ein gebet aus. Wie etwas das ihn so flüssig wie Honig über die Lippen lief. Dabei lag sein Augenmerkmal auf die schöne Frau vor ihm. Mit der anderen freien Hand deutete er auf sie. Nun lehnte er sich zurück und überließ es den Ältesten ihre Fragen an sie zu richten.
      "Nun gut... Fräulein Fujiwara. Erzählen Sie uns doch wann genau ihre Kräfte erwacht sind und wie sie sich das erste mal gezeigt haben" fing einer der Ältesten an. Während Shiori also anfing zu erzählen schwiegen alle und hörten ihr in Ruhe zu.

      "Und können sie uns ihre Kräfte einmal vorführen" bat ein anderer ebenso ruhig wie der erste. "Naja.." mischte sich nun Ray auch ein. "Dafür bräuchten wir schon einen freiwilligen der sich dem aussetzt" gab er schnippisch von sich und verschränkte nur all zu selbstbewusst die Arme vor der Brust. Als plötzlich alle paar Augen auf ihn ruhten, schaute er sich stirnrunzelnd um. "Wieso seht ihr mich jetzt alle so an!" warf er aufgebracht in den Raum. "Wenn ich bitten darf" sagte einer der Ältesten und deutete fortzufahren. Stöhnend rutschte er von dem Tisch herunter und trat auf Shiori zu. Vor ihr stehend blickte er zu der viel kleineren Dame herab und zog amüsiert eine Braue hoch.
      "Bereit mich ein wenig zu quälen?" fragte er mit einem neckischen Grinsen während er seine Hand ausstreckte. Er wartete bis sie ihn berührte, als er im nächsten Moment dann auch schon die Schmerzen spürte. Sofort biss er die Zähne aufeinander und verzog schmerzvoll das Gesicht, er stöhnte qualvoll auf und wollte instinktiv seine Hand weg ziehen, als er im selben Moment nur auf sie bezogen, die Zeit anhielt und sich dann von ihr löste. Shiori vor ihm, war nun völlig eingefroren in ihrer Zeit. Alle anderen konnten sich frei bewegen. "Wie ihr seht erscheint die Alte Schrift auf ihren Handflächen, sie breitet sich immer weiter aus und wandert auf denjenigen über der sie berührt" erklärte er den anderen. Gerade als er fortfahren wollte, öffnete sich die Tür hinter ihm ohne ein klopfen. Ein weißblonder Haarschopf lugte herein und schaute mit leicht desinteressierten Blick zu ihm herüber.

      "Stör ich gerade?" fragte Kenjiro als er zeitgleich den Raum betrat. "Um ehrlich zu sein Ja" sagte einer der Ältesten. "Nein, schon in Ordnung komm herein" widersprach ein anderer. Kenji's Blick huschte zu Shiori die noch immer völlig erstarrt in ihrer Bewegung da stand. "Ist das die neue?" fragte er neugierig und legte den Kopf schief während er neben Ray trat und sie neugierig ansah. "Wieso hast du sie erstarren lassen?" fragte sein Gegenüber beiläufig. "Weil wir gerade etwas besprochen haben...Vorsicht, fass sie nicht an" warnte er seinen Freund ehe er die Starre im nächsten Moment wieder löste und die Junge Frau vor sich anblickte. "Verzeih mir... Ich musste dich kurz erstarren lassen" entschuldigte sich Ray sofort bei ihr. Sein bester Freund hingegen beugte sich mit seinem Gesicht sehr nah an die Blonde schönheit heran. "Sie ist hübsch" murmelte er knallhart ehrlich als wäre sie gar nicht im Raum anwesend während er sie anstarrte. Ein Ältester hinter ihnen räusperte sich kurz um die Aufmerksamkeit wieder auf sich zu lenken. "Nun, das könnte ja noch ein durchaus interessantes Training geben" hierbei waren seine Worte an Ray gerichtet. Kenji, dem er derweil den Rücken zugedreht hatte, zog langsam ein Mundwinkel hoch und richtete sich wieder gerade auf, somit war er ihrem Gesicht nicht mehr ganz so nah wie zuvor. "Ich heiße Kenjiro Ushida" stellte er sich leise ihr vor.

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      .......
    • Schüchtern schleppte sich die kleine Blondine hinter Ray in den Raum, hätte sich dabei am liebsten komplett hinter im versteckt. Nachdem er sie vorgestellt hatte und die gesamte Aufmerksamkeit auf ihr ruhte, richtete sie sich mit geradem Rücken auf und räusperte sich. „Meine Kräfte zeigten sich zum ersten Mal gestern bei einer Exkursion ins Museum…“ fing sie an und achtete darauf klar und deutlich zu sprechen, statt nervös vor sich hin zu nuscheln. „Dort gibt es einen so genannten Sonnenstein. Nachdem ich mit diesem in Berührung kam brannte sich dieses Zeichen auf meine Handfläche.“ Während sie ihren Satz beendete hob sie ihre Hand und zeigte sie in die Runde der Ältesten.

      In der Kultur der Sonnenmenschen gab es zwei Arten von Kräften, einmal die, die von Geburt an bei einer Person vorhanden waren und dann gab es noch die, die erst bei Kontakt zum Sonnenstein entfalteten. Shiori war eine der letzteren Art und hätte vielleicht nie von ihren Kräften erfahren, wenn sie an dem Tag nicht an dem Ausflug teilgenommen hätte.
      Nachdem sie die erste Frage beantwortet hatte, kehrte eine unangenehme Stille ein und die junge Frau schaute hilfesuchend zu ihrem Begleiter. Bestätigung suchend blickte sie in seine Richtung ehe sie sich wieder den Ältesten widmete als diese erneut um etwas baten. Kopfschüttelnd verneinte sie die Bitte ihre Kraft vorführen zu müssen. Schon wieder sollte sie jemandem Schmerz zufügen obwohl sie dies gar nicht wollte. Die Diskussion ergab schnell, dass erneut Ray ihr Versuchskaninchen spielen sollte. „Muss das wirklich sein?“ flüsterte sie ihm zu als dieser näher trat und schon übermotiviert seinen Arm hinhielt. Ihm Schmerzen zuzufügen war das Letzte was sie wollte. Nicht schon wieder.

      Ihre Sorge brachte nichts, alle Blicke ruhten ungeduldig auf den beiden und unter den Umständen gab sie seufzend nach. Während sie sich auf die Unterlippe biss und ihm unsicher in die Augen schaute, formte sie mit ihren Lippen die Worte „Tut mir leid“ ohne diese laut auszusprechen ehe sie ihre Hand auf seine legte. Wie sonst auch wanderten die leuchtenden Schriften von ihrer hellen Haut auf seine dunkle bis alles plötzlich stehen blieb. Als sich die Spannung wieder löste schaute Shiori einmal orientierungslos im Raum umher. Vor ihr stand nun nicht mehr ihr Begleiter, sondern ein weißblonder fremder Mann, der frech sein Gesicht fast in ihres drückte. Sofort formten sich ihre Augen zu kleinen Schlitzen und ihre Brauen kniffen sich zusammen, hinterließen eine kleine Zornfalte in ihrer sonst so jungen Erscheinung. Mit ausgestrecktem Zeigefinger tippte sie dem größeren auf die Stirn und drückte seinen Kopf etwas von sich, jagte ihm damit natürlich eine Kostprobe . „Wenn ich bitten darf…“ fauchte sie ihn an und machte ein paar kleine Schritte in Rays Richtung, ohne den neuen dabei aus den Augen zu lassen.
      Mit dem Räuspern des Ältesten richtete sich auch ihre Aufmerksamkeit wieder auf die um den Tisch sitzenden Personen. Hinter sich vernahm sie wie der neue sich vorstellte. „Shhh..“ ermahnte sie ihn. Nochmal über ihre Schulter schauend verriet auch sie ihm ihren Namen. „Shiori“ hauchte sie in seine Richtung.

      "Wie wird mein Training denn aussehen?" fragte sie in die Runde als das Thema zur Sprache kam. "ich will nicht unhöflich sein aber meine Kraft schränkt mich ziemlich ein..." murmelte sie hinter ihrem Begleiter hervor und hoffte auf Klarheit.
      A heart's a heavy burden.

    • Ray fand es doch immer wieder niedlich wenn Shiori versuchte böse zu gucken. Dieses Puppenähnliche Gesicht das sie hatte, das einfach zuckersüß aussah, passte nicht so ganz zu dem beleidigten Gesichtsausdruck den sie hin und wieder aufsetzte. Kenji hingegen rieb sich fluchend die schmerzende Stirn hinter ihm. "Au...verflucht"
      Amüsiert warf er den beiden neben sich einen kurzen Blick zu ehe er wieder zu den Ältesten blickte. "Ray wird dich trainieren. Aufgrund deiner besonderen Kräfte und des Ausmaßes an Verletzungen die sie mit sich ziehen kann, erwarten wir adäquates Training, Disziplin und vor allem Diskretion" fuhr der Älteste fort als ein anderer ihn kurz unterbrach. "Vor allem aber zum letzten Punkt möchte ich noch etwas hinzufügen" Der andere nickte ihm nur zu. "Es ist von höchster Wichtigkeit dass du niemanden etwas darüber erzählst. Weder von diesem Aufenthaltsort noch von deinen Kräften. Tust du es doch, ziehst du alles und jeden der hier lebt mit in Gefahr. Sei dir das bewusst!" sagte dieser sehr streng während er sie eindringlich anstarrte.

      Jetzt war es wieder Ray der sich ebenfalls einmischte und Shiori anblickte. "Ich kann verstehen dass es im Alltag nicht leicht für dich werden wird, jedem zu erklären dass sie dich nicht anfassen dürfen. Aber es ist wirklich wichtig dass niemand davon erfährt" fügte er noch hinzu.
      "Hmm... Mir kommt da so eine Idee" hörte er dann seinen besten Freund nachdenklich sagen. Fragend blickte er ihn an.
      Dieser schaute nachdenklich auf die Hände der jungen Frau. "Ich werde mir etwas überlegen...es wird auf jedenfall Zeit brauchen und vielleicht ein paar Anläufe benötigten...aber ich schaue mal was ich machen kann" Der Junge Mann sprach viel mehr mit sich selbst als an die Gruppe gewendet als er nachdenklich sich herum drehte und murmelnd den Raum verließ. Ray beugte sich leicht zu Shiori und flüsterte "Er arbeitet hier in der kleinen Werkstatt die ich dir gezeigt habe. Er erfindet für uns die verschiedensten Items und Dinge. Manchen hilft dies ihre Kräfte zu mobilisieren. Vielleicht bastelt er dir ja einen Ganzkörper Anzug mit dem du wieder berührbar bist" flüsterte er ihr schmunzelnd zu ehe er sich zurück beugte.

      "Hast du noch irgendwelche Fragen ?" fragte einer der Ältesten dann an sie gewandt. Abwartend verschränkte Ray die Arme vor der Brust während sein Blick auf die Blonde Schönheit neben ihm lag. Er müsste sich wirklich etwas einfallen lassen wie er das mit ihren Kräften in den Griff bekommen sollte. Er hatte zwar großen Einfluss mit seiner Kraft darauf, aber dass sollte ja auf Dauer nicht die Lösung des Problems werden. Er würde immerhin nicht ewig und immer da sein um auf sie aufzupassen.
      Nachdem alles weitere mit den Ältesten geklärt war, ging er auch schon wieder mit ihr heraus. "Alles gut so weit?" fragte er nach. Immerhin waren das bis her eine Menge Eindrücke und eine Menge Dinge die Neu für sie waren.

      Er zog beiläufig sein Handy raus und schaute auf die Uhr. "Komm mal mit" wies er sie dann an als er mit ihr auch schon in den Tagesraum ging und die kleine Küchenzeile ansteuerte. "Hunger?" fragte er sie beiläufig über die Schulter. "Ich mach uns was"

      Sorry, but I don’t trust anything that bleeds for five days and doesn’t die
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    • Nickend lauschte sie den Worten der Ältesten und traute sich dabei nicht ihre Bedenken zu äußern. //Wie soll ich das bitte hinbekommen? Meine Eltern, meine Freunde – wie soll ich ihnen klar machen, dass sie mich nicht mehr Berühren dürfen? Welchen nahvollziehbaren Grund soll ich ihnen bitte liefern? // fluchte sie schon fast gedankenversunken, weil sie keine Antwort auf ihre Fragen fand. Immerhin stand jetzt fest, dass Ray sie trainieren würde und sie desweiteren die Unterstützung der anderen Mitglieder hatte, was ihr zumindest ein kleiner Trost war. Sie war nicht länger mit diesem Problem alleine, irgendwie würden sie es gemeinsam hinkriegen.
      „Ich werde über diesen Ort schweigen.“ Versicherte sie mit ernster Miene ihren Gegenübern, war Ray hingegen auf seinen Kommentar hin nur den angefressenen Blick zu, dem sie eben noch Kenjiro geschenkt hatte. Ein Ganzkörper Kostüm war nun wirklich nicht das was sie sich unter einer Lösung vorstellte. Vom leuchtenden Weihnachtsbaum zum Ganzkörper Kondom degradiert zu werden war für sie eindeutig ein Downgrade.

      Als sich die Ältesten erneut an die junge Blondine wandten, verneinte sie deren Frage und schüttelte ihren Kopf. Natürlich hatte sie noch eine Millionen Fragen, wusste aber auch genau so gut, dass ihr diese keiner beantworten konnte. Mit einem leichten Nicken verabschiedete sie sich von den Personen im Raum ehe sie diese gemeinsam mit Ray zurückließ. Nachdem die schwere Tür hinter den beiden ins Schloss fiel, atmete die kleinere tief aus und ließ ihre Anspannung ein wenig fallen. „Alles gut…“ murmelte sie dem dunkelhaarigen entgegen und folgte ihm in den Aufenthaltsraum. Im Gegensatz zum jungen Mann, war Shiori überhaupt nicht hungrig, Essen war das letzte woran sie in der Situation gedacht hätte. Da dieser jedoch bekundete ihnen etwas zu zaubern, nickte sie nur zustimmend um nicht unhöflich zu sein. „Kann ich dir helfen?“ fragte sie ohne eine Antwort abzuwarten. Sie schlich sich hinter die Küchenzeile, suchte kurz nach der Besteckschublade und nahm sich ein Messer, gefolgt von einem Schneidebrett. Während sie in der Küche umhertigerte achtete sie stehts darauf, Ray nicht zu berühren und tänzelte dabei elegant um ihn herum. Hier und da machte es schon fast den Anschein als würden sie tatsächlich in Kontakt kommen, der Windhauch den sie bei ihren Bewegungen hinterließ zog an seiner Kleidung vorbei. Während sie sich ausbreitete und um ihn herumwirbelte hinterließ sie überall die Spuren ihres Parfum, das sogar den Duft der vor ihnen liegenden Lebensmittel übertünchte. Es war ein Mix aus verschiedensten Wiesenblumen und passte perfekt zu der leichten sommerlichen Jahreszeit. Bevor sie zu schnippeln begann, sammelte sie ihre Haarpracht zusammen, legte ihre Mähne auf eine Seite und legte somit ihren Hals frei.

      Unter der Anleitung ihres Lehrers bereitete sie die Zutaten für sein Gericht vor und reichte ihm nach und nach die Dinge, die er benötigte. Jedes Mal, wenn sie ihm etwas gab und er auch seine Hände danach ausstreckte, schien ihre Finger sich immer näher zu kommen. Gerade als sie anfing, das gemeinsame Kochen zu genießen, griff sie nach einem Kochlöffel, den ihr Begleiter ebenfalls ansteuerte. Bevor einer von beiden es verhindern konnte, streiften sich flüchtig ihre Finger. Sofort ließ das Mädchen den Löffel fallen und zog ihre Pfoten zu sich. „Tut mir leid!“ stieß sie mit geweiteten Augen hervor und blickte schuldig drein ehe sie sich ein paar Schritte von ihm entfernte. „Ich glaube den Rest schaffst du alleine…“ murmelte sie verlegen und senkte ihren Blick zu Boden.
      Obwohl die flüchtige Berührung dem Jungen Schmerzen zugefügt haben musste, realisierte Shiori nicht, dass das Ausmaß ihrer Kraft in dem Moment nicht dem entsprach, was Ray bisher von ihr einstecken musste. Der Kontakt war mehr ein unangenehmes Prickeln, als die heißen Verbrennungen die ihm sonst entgegenkamen. Nichts wissend setzte sie sich an die andere Seite der Küchenzeile auf einen Barhocker und sah ihm fortan nur noch zu, statt ihn tatkräftig zu unterstützen.

      „Vielleicht ist ein Strahlenanzug doch keine so schlechte Idee.“ Seufzte sie bedröppelt und legte dabei ihr Gesicht, welches sie zu einer kleinen Schnute verzog, in ihren auf der Küchenplatte gestützten Arm.
      A heart's a heavy burden.