ѕσℓ ❦ Feelings ❦ [Michiyo & Saki]

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    • ѕσℓ ❦ Feelings ❦ [Michiyo & Saki]

      @Michiyo
      Vorstellung zu: "ѕσℓ ❦ Feelings ❦"

      Feelings

      Drei Tage war es nun her. Und die Brünette saß hier auf dem Sofa, auf welchem sie Tag ein Tag aus mit ihrem Vater den Tag ausklingen ließ. Seine alte Gitarre lehnte an der Wand neben dem Sofa. Abgenutzt und mit zahlreichen Stickern beklebt, um die Schrammen zu verdecken. Gerne erinnerte sich Miu daran, wie er leise die Saiten zupfte und die entspannenden Klänge die Räume erfüllten.
      Doch jetzt war nichts mehr davon übrig. Nur noch die Stille, welche so erdrückend war, dass es der Braunhaarigen schwer viel zu atmen. Sich zwingend die Tränen zurück zu halten atmete sie die Luft tief in ihre Lungen ein, die Augen geschlossen und sich aufrichtend genoss sie die letzten Momente mit den ihr vertrauten Düften, welche schon bald kein Teil mehr ihres Leben sein würden.
      Wie sehr sie doch gehofft hatte hier bleiben zu können. Sie war doch alt genug. Sie hatte hier ihren besten Freund, ihre Schule, kannte ihre Umgebung in und auswendig. Die Nachbarn, welche alle so nett und hilfsbereit waren und bei welchen sie als Kind schon immer bleiben konnte, wenn ihr Vater mal länger von der Arbeit nach hause brauchte. Das alles sollte für Miu nur noch eine Erinnerung sein.
      Ihr neues Leben befand sich in Nagoya bei ihrer leiblichen Mutter und ihrem Bruder. Zwei Personen, an die sie sich nicht erinnern konnte und nur von Bildern und Erzählungen ihres Vaters kannte. Wie sehr sie sich doch gesträubt hatte. Wie sehr sie protestiert hatte dort hin zu ziehen. Doch alles vergebens. Es wurde entschieden. Ihre Mutter war ihr Vormund, nachdem ihr Vater nicht mehr war. Sie hatte die Entscheidung getroffen sie zu sich zu holen. Doch glaubte Miu nicht, dass es aus Nächstenliebe oder Mitleid geschah. Nach all den Jahren hatte sie nie etwas von ihrer Mutter gehört und nun tauchte sie einfach in ihrem Leben auf.
      Miushizu biss sich auf die Zunge, als sie nun im Wohnzimmer stand. Neben ihr ihr gepackter Koffer mit Kleidung und ihren Habseeligkeiten. Lediglich einen Karton hatte sie gepackt, welcher in ihr neues Zimmer befördert werden sollte. In diesem überwiegend Erinnerungsstücke an ihren Vater, die ihr die Welt bedeuteten. Steine, welche sie auf ihren Spaziergängen und Wanderungen gefunden hatten. Bilder, die sie zusammen gemacht hatten. Kuscheltiere, welche ihr Vater der Brünette geschenkt hatte. Und die abgenutzte Gitarre. Diese würde sie mit sich nehmen, koste es was es wolle.

      Noch ein paar Minuten blieben ihr in ihrem alten Zuhause, bis es an der Tür klopfte. Am liebsten hätte sie diese einfach geschlossen lassen. Hätte den Kerl nicht hinein gelassen, welcher sie abholen kam. Doch es brachte nichts. Es würde alles eher noch schlimmer machen. So seufzte Miushizu leise, öffnete die Tür und ließ den älteren Herren hinein, welcher auch sogleich den einsamen Karton mit zum Wagen nahm. Die Gitarre ihres Vaters und den Koffer nahm Miu selbst und brachte diese in Richtung Kofferraum.
      Ein letztes Mal drehte sie sich zu dem kleinen Haus, welches so verlassen und einsam aussah. Beinahe als würde es ebenfalls trauern. Darüber, dass niemand mehr hier wohnen würde. Dass niemand mehr lachen, weinen, schreien oder herum albern würde. Es wäre einfach nur noch ein leerstehendes Haus. Und auch wenn es albern war, so hob Miu die Hand ein wenig und winkte zum Abschied. Sie hoffte wirklich, dass die alte Dame auf das Haus achten würde, bis sie alt genug war, um allein wieder zurück zu kommen.
      "Miss? Wir müssen los." ertönte nun die leicht rauchige Stimme des Fahrers, welcher den Kofferraum gerade geschlossen und eine der Hintertüren geöffnet hatte. Erneut ein leises Seufzen Seitens der Braunhaarigen, welche schließlich mit einem Nicken einstieg und dem Fahrer ein kurzes Lächeln schenkte. Er konnte ja nichts für all das. Der Herr machte nur seine Arbeit und er schien nett zu sein.
      Die Tür fiel ins Schloss. Die Fahrertür öffnete sich und tat es der anderen gleich, ehe der Fahrer sich den Gurt anlegte und den Motor startete, bevor sich der Wagen auch schon bewegte und die Straße hinunter fuhr. Miu's Blick haftete weiterhin an ihrem alten Zuhause, bis dieses nicht mehr zu sehen war. Die Fahrt würde sich sicherlich ziehen.
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      "ι ∂ση'т нανє тιмє ℓєƒт тσ ℓινє."
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      ...ωαηт тσ ∂єѕтяσу єνєяутнιηg.
      тσωηѕ... нσυѕєѕ... ρєσρℓє... єνєутнιηg!"



    • Verschlafen rieb sich Mino die Augen als die ersten Sonnenstrahlen sich durch die zugezogenen Vorhänge seines Zimmers kämpften. Er hatte die Nacht über kaum zur Ruhe gefunden weil ihn die bevorstehende Änderung nervte. Unzufrieden und mit einem tiefen grummeln zickte der die Gardinen an, weil diese den Raum nicht ausreichend verdunkelten. In der Hoffnung der Helligkeit zu entkommen stülpte sich der siebzehn jährige seine Bettdecke über den Kopf und wälzte sich zur Seite um sich der Sonne abzuwenden. Einige Momente verharrte er in dieser Position ehe die Decke mit einem Schwung an seine Füße flog und seinen Oberkörper enthüllte. Genervt starrte er nach Richtung Plafond und brummte etwas unverständlich vor sich hin. Unausgeschlafen war er nun Mal das Ebenbild eines wahren Sonnenscheins. Während der junge Mann die Augen verdrehte richtete er sich langsam auf und kratzte sich am Hinterkopf gefolgt von einem Strecken mit lautstarkem Gähnen. Es war ein kühler aber sonniger Freitagmorgen und obwohl es ein Schultag gewesen wäre, blieb Mino zuhause. Seine Mutter hatte ihn zum besonderem Anlass für den Tag entschuldigen lassen. //Deine kleine Schwester wird bei uns einziehen// klingelte es in den Ohren des siebzehn jährigen. Seine kleine Schwester? Er hatte weder etwas von ihr noch von seinem Vater gehört, schon Jahre nicht mehr. In der letzten Ecke seines Bewusstsein hatte er diesen Bestandteil der Familie verdrängt, auf Postkarten und Anrufe nicht reagiert bis sie schließlich komplett ausblieben. Er machte es seiner Mutter gleich und pflegte keinerlei Kontakt zu den beiden, weswegen es für ihn umso weniger Sinn ergab, dass diese vorschlug Miushizu bei sich aufzunehmen. Lange hatte er mit seinem Vormund damit gerungen, versuchte sie davon zu überzeugen eine andere Lösung zu finden aber es gab keine. Der junge Mann hatte keine Lust auf eine Veränderung seines Alltags, seiner Familiendynamik, liebte er das leben, dass er führte. Doch nun sollte sein Hobbyraum für einen pubertierenden weiblichen Teenager weichen. Hätte er einen Bruder gehabt, wüsste er zumindest worüber man reden konnte, gemeinsam Kicken gehen oder einfach nur typisch Mann sein, doch mit einer jungen Frau zu leben kam ihm einfach nicht in den Sinn. "Warum tust du das? Du zerstörst damit das Leben aller beteiligten!" schrie er seine Mutter in eine der vielen Diskussionen an. Denn damit lag er gar nicht so falsch. Ihm war klar, dass diese Umstellung nicht nur ihm widersprach. Mit welchen Mitteln sich seine Schwester wehrte wusste er nicht, konnte es sich aber ausmalen. Es brauchte nur einen Sekunde, die er sich vorstellte die Rollen sein vertauscht. Er derjenige, der sein Elternteil verlor, dem der Boden unter den Füßen genommen wurde und nun zu fremden Leuten ziehen müsste. Mino konnte sich nicht vorstellen, dass auch nur eine Person aus der ganzen Situation zufrieden hervorging. Warum also diese Entscheidung? Ständiges Hinterfragen brachte den jungen leider nicht weiter. Mit einem Ruck schwang er seine Beine vom Bett, setzte die blanken Füße auf die Holzlatten und zwang sich auf seine Stelzen. Die Vorhänge aufreißend hieß er den Tag willkommen und musste sich dabei mit einer Hand auf den Augen schützen. Es war ihm viel zu hell so kurz nach dem Aufstehen, doch immerhin spielte das Wetter mit. Nach einem weiteren Strecken stolperte er verschlafen seinem Kleiderschrank entgegen und entschied sich schnell für einen leichten Sweater unter den er noch sein Poloshirt zog, dessen Kragen aus dem Pullover herausragte, gefolgt von einer dunklen Stoffhose. Ein Paar weiße Socken stülpte er sich noch über seine Füße ehe er in seine Hausschuhe schlüpfte und sich nach unten in die Küche bewegte. "Guten Morgen Muffelchen" entgegnete es ihm schon als seine ersten Schritte auf der Treppe wahrzunehmen waren. "Lass mich, ich hab zu wenig geschlafen" rieb er sich mit den Worten verschlafen die Augen und setzte sich an die Kücheninsel. "Wie spät ist es? Ist sie schon da?" am Kopf kratzend schielte er mit halb geöffnetem Blick in Richtung Uhr, nur um festzustellen, dass es tatsächlich noch zu früh für ihre Ankunft war. Die bis eben noch so fröhliche Ausstrahlung der Mutter verzog sich zu einer ernsten, besorgten Miene. Sie war die letzten Tage immer gestresst und komisch drauf. Ihr schien die Situation nicht leicht zu fallen, jedoch wusste ihr Sohn ihr Verhalten nicht zu deuten. War sie in Trauer um den Vater ihrer Kinder? Machte sie sich Sorgen um ihre Tochter oder wie die beiden nach so vielen Jahren klar kommen sollten? Vielleicht war es auch etwas ganz anderes, was sie beschäftigte. "Nein aber sie sollten schon unterwegs sein." entgegnete sie ihrem Sprössling indem sie sich ebenfalls der Uhr zuwandte. "Der Fahrer, den ich ihr geschickt habe hat mir aber schon geschrieben, dass er sie ohne Probleme eingesammelt hat." //Ohne Probleme// widerholte er die Worte seiner Mutter gedanklich. Was hätte sie denn tun sollen? Im leeren Haus ohne jegliche Mittel sitzen bleiben und Däumchen drehen? Genervt verdrehte er die Augen, nahm sich eine Scheibe aus dem gerade hochspringenden Toaster und stahl sich eines der Spiegeleier aus der Pfanne, hinter welcher seine Mama am rumfuchteln war. "Hey!" rief sie diesem nur entsetzt zu "Wir sollten alle zusammen Frühstücken". "Was? Etwa so wie eine richtige Familie?" fauchte er ihr als Antwort entgegen, für eine Sekunde verwundert darüber ob er es tatsächlich so böse meinte wie es aus ihm herauskam. "Seit wann machst du eigentlich Essen, dafür haben wir doch unsere Köche." fügte er rasch hinzu um von seinem zuvor falsch gewählten Tonfall abzulenken. "Ich habe mir sagen lassen, dass Miu in etwas simpleren Umständen lebte als wir und es doch vielleicht gut sei wenn wir versuchten ihr die Umstellung etwas leichter zu machen. Dementsprechend hab ich den Köchen vorerst freigegeben" erklärte sie diesem während sie am Herd stand und die Pfanne rüttelte. "Verstehe du willst sie also vergiften" lachte er und nahm einen Bissen von seinem Toast. Gerade als es an der Tür läutete, sprang er auf und bemühte sich das trockene Stück Brot schnell seine Kehle herunter zu schicken. Den Kloß noch halb im Hals öffnete er die Tür um den Familien Chauffeur zu begrüßen. Hinter der Tür ausweichend ließ er den mit einer Kiste bepackten Mann hinein um hinter diesem eine junge Frau mit langem braunem Haar zu entdecken. Eine entfernte Ähnlichkeit war schon zu erahnen, hatten sie zumindest die selbe Haar- und Augenfarbe, nur stimmten die Töne nicht. Seine Mähne war um einiges dunkler als die seiner Schwester, eben genauso wie die dunklen Haare seiner Mutter. Auch die Augen der jüngeren entsprachen nicht ganz den seinen, ähnelten ihre doch eher einem sanften Haselnusston während seine hell golden leuchteten. Immer noch mit dem letzten Biss kämpfend räusperte der Junge sich und quetschte ein leises "Komm rein." aus seinen Stimmbändern gefolgt von einem aufgesetzten Lächeln. Mit einer Geste lud er sie hinein und bat ihr an, ihr die Gitarre abzunehmen.
      A heart's a heavy burden.

    • Der Kopf lehnte an der Scheibe. Die Augen folgten dem vorbeiziehenden Horizont. Begutachtete die Menschen auf den Wegen. Die Läden, welche öffneten. Radfahrer, die sich durch den Verkehr schlängelten und einige Hupkonzerte entfachten. Das dichte Gedrängel an den Kreuzungen, in den Gebäuden und auf den Straßen. Es war alles ungewohnt für die junge Frau im Wagen. Nur selten besuchte sie mit ihrem Vater die Innenstädte und blieb lieber zuhause in der ländlichen Gegend. Dort kannte jeder jeden. War mit jedem per Du und man wusste sofort, wo man jemanden finden konnte. Die frische Luft und das Vogelzwitschern, welches vom Wind davon getragen wurde. Der Geruch von frischem Gras, bedeckt mit Tau am morgen, auf dem Weg zur Schule.
      Ein leises Seufzen entwich Miu's Kehle, ehe sie ihre Augen für einen Moment schloss und sich auf dem Rücksitz aufrichtete. Wie sollte sie sich von heute auf morgen umstellen? Aus der ländlichen Gegend direkt in die Stadt, in der sie niemanden kannte. Eine neue Schule, in der sie ebenfalls keine Kontakte hatte und sich sicherlich verloren vorkommen würde. Sie wusste nicht einmal, wie weit dort der Unterricht fortgeschritten war. Vielleicht würde sie sehr viel nachholen müssen und würde dadurch als Hinterwäldlerin da stehen. Oder aber sie waren nicht so weit und das Gegenteil würde eintreffen: Sie würde als Streber gesehen werden.
      Wie Miu es sich im Kopf auch drehte und wendete, es kam nichts Gutes dabei heraus, weswegen die Brünette den Kopf ein wenig hängen ließ. Noch dazu kam auch noch ihr neues Zuhause, welches sie nicht kannte. War es vielleicht nur eine einfache Wohnung? Dann hatte sie sicherlich keine all zu großen Probleme, bis auf die Einsamkeit, die der Tod ihres Vaters in ihr hinterlassen hatte. Aber was, wenn ihre Mutter und ihr Bruder in einem größeren Haus wohnten? Die Gegend, in welche der Fahrer gebogen war deutete zumindest auf letzteres hin.
      Prachtvolle Häuser, groß genug für die halbe Nachbarschaft Miu's zogen an ihnen vorbei. Langsam überkam sie das Gefühl hier überhaupt nicht hin zu passen. Und sicherlich würde sich dies auch noch bestätigen, sobald sie einen Fuß aus dem Wagen setzte. Ein wenig sank Miu nach unten, die Schultern nach oben gezogen und den Blick auf ihre Beine gerichtet, während einige ihrer Haarsträhnen ihr halbes Gesicht verdeckten.
      Auch wenn sie sich sicherlich wie ein kleines Mädchen anhören würde: Sie wollte nach hause. Sie wollte einfach nur zurück in ihr kleines Haus. Zusammen mit ihrem Vater auf dem Sofa sitzen und alles war gut. Sie wäre nach der Schule direkt für den Abend einkaufen gegangen, anstatt mit Kouchi einen Abstecher zu machen und die Zeit zu vergessen. Ihr Vater wäre nicht mehr los gefahren, um einzukaufen. Und es wäre keiner der Polizisten gewesen, welcher an der Haustür geklingelt hatte und Miu den Boden unter den Füßen weggerissen hatte.
      Mit zusammen gekniffenen Augen zwang sie sich die Tränen zurück zu halten, welche bereits in ihren Augen brannten. Ihre Finger krallten sich hilfesuchend in ihre dünne, schwarze Leggins, welche sie trug, während sich ihre Zähne in das Fleisch ihrer Unterlippe zu bohren versuchten. Ja, sie gab sich die Schuld für das, was passiert war. Wäre sie an diesem Tag nur einkaufen gegangen, wie sie es versprochen hatte.
      "Miss? Miss?! Wir sind da. Ist alles in Ordnung?" ertönte die Stimme des älteren Herren, welche Miu aus ihren Gedanken riss. Mit einem kurzen Zucken riss die Brünette die Augen auf, sah zu dem Fahrer, welcher bereits die Hintertür geöffnet hatte, und schwieg für einen Moment, bevor ein kurzes Nicken folgte. Langsam führte Miu ihre Hand an den Gurt, schnallte sich ab und setzte einen Fuß aus dem Wagen, während der Chauffeur im Kofferraum den Koffer, sowie die einzelne Kiste heraus holte und sogleich in das Haus beförderte.
      Noch ein paar Sekunden stand die Brünette da. Die Gitarre ihres Vaters am Gurt über ihrer Schulter und die Fassade des Gebäudes begutachtend, bevor sie dem Herren folgte. Ihre Augen wanderten weiter und blieben auf dem jungen Mann an der Tür haften, welcher sie beinahe schon eindringlich anzusehen schien. Erneut zog sie ihre Schultern ein wenig weiter nach oben. Ihre Hände am Tragegurt, bevor sie eine Verbeugung andeutete.
      Wie verhielt man sich in so einer Situation? Einer ihr Fremden Person, welche doch eigentlich zur Familie gehörte. Begrüßen, als wäre nie etwas gewesen? Als würde man sich ewig kennen? Oder eine formelle Begrüßung? Immerhin hatte Miu noch nie etwas mit ihm zu tun. Jedenfalls nicht, dass sie sich daran erinnern könnte. Ein wenig hilflos wich sie mit ihrem Blick aus und folgte der leisen Aufforderung Minoru's einzutreten. Doch als er ihr das Instrument abnehmen wollte schüttelte die Jüngere nur etwas den Kopf, bevor sie ihm ein zaghaftes Lächeln schenkte und ein leises "....Geht schon.... denk ich... Danke." murmelte.
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      ...ωαηт тσ ∂єѕтяσу єνєяутнιηg.
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    • Leicht unbeholfen nickte er und schloss die Tür hinter der eintretenden jungen Frau. Für einen Moment herrschte eine unangenehme Stille im Raum, die durch die künstlich und freudige Stimmlage der Mutter unterbrochen wurde. "Miu! Herzlich Willkommen!" begrüßte sie diese mit einer einladenden Geste. "Lass dich ansehen, so eine Schönheit! Ist sie nicht eine Schönheit?" stupste sie deutlich nervös ihren Sohn mit dem Ellenbogen an, welcher ihr nur mit einem genervten Augenrollen antwortete. //Ist das Peinlich!// dachte sich dieser nur und suchte nach einem Ausweg aus dieser unangenehmen Situation. Gerade als er sich hinter seiner Mutter davon machen wollte, hielt ihn diese wieder auf. "Sei doch so nett und zeig Miu das Haus und ihr Zimmer ja? Ich decke dann schonmal den Tisch. Du hast doch sicher Hunger nach der Langen Fahrt?" "Mach das doch selbst! Das ist deine Aufgabe!" fauchte Mino als Antwort vor sich hin, jedoch ohne Erfolg, da die Frau mittleren alters sich bereits nickend auf den Weg in die Küche machte. Die unangenehme Stille kehrte wieder ein und der junge Mann schaute vor sich zu Boden. Am liebsten wäre er in diesem versunken. Seufzend erhob er schließlich seinen Blick und wandte sich an das Mädchen, das ihm gegenüber stand. "Na los komm, bringen wir als erstes deine Gitarre weg." Mit einem nicken zur Seite leitete er ihr den Weg die Treppe hinauf. Als die beiden im Obergeschoss ankamen, schlenderten sie durch den schmalen Gang, der sechs Türen beherbergte. Drei zu ihrer Linken, zwei zu ihrer Rechten und eine einzelne auf der Stirnseite. Sie passierten die erste Tür ehe Minoru die zweite Tür zu ihrer rechten anpeilte. "Das hier ist dein Zimmer" berichtete er seiner Begleitung und öffnete ihr den Eingang um ihr einen Einblick zu gewähren. Der Raum war großzügig geschnitten, locker mehr als zwanzig Quadratmeter groß. Der Ausstattung mangelte an nichts. Vom grundlegendem Mobiliar wie einem queensize Bett in weicher Samtbestickung, einem weißlackiertem Kleiderschrank mit goldenen Griffen und einem breiten Schreibtisch mit Magnetwand und Laptop war alles vorhanden. Selbst Dekorationen schmückten den Raum. Kleine moderne Regale hingen an den Wänden, ein großer goldener Spiegel hin auf einer Seite neben dem Schrank, Bilder von Palmenblättern und Sprüchen verteilten sich und zahlreiche Duftkerzen sammelten sich. Sogar einige Bücher, die gegen Pflanzen gelehnt waren, fanden bereits ihren Platz im Regal. Die Mutter hatte extra einen Innenarchitekten engagiert um das Reich der sechzehn jährigen heimlicher zu gestalten. Minoru fand das alles ein bisschen zu übertrieben, wusste seine Mutter doch gar nicht ob ihr die Einrichtung so gefallen würde aber das war der wohlhabenden egal. Der Anschein musste gewahrt werden und das Risiko einen pubertären Teenager vom Lande das eigene Reich einrichten zu lassen wollte sie nicht eingehen. Was würden die Nachbarn und Gäste denken, wenn sie den Raum der neuen Mitbewohnerin betrachten würden. "Komm weiter" kam es nach einer Weile aus dem älteren um die Tour fortzusetzen. Vor der zuvor betrachteten Fläche gestikulierte er mit seinem Kopf zur Tür daneben. "Das ist meins... also versuch nicht so laut zu sein wenn es geht." Mit diesem Kommentar setzte er sich wieder in Bewegung und wandte sich der Stirnseite am ende des Flures zu, plante nicht ihr sein Schlafzimmer zu zeigen. "Badezimmer" sprach er stattdessen und schloss dieses wieder nach einem Moment. Das große Bad ähnelte einem Spa-Bereich im Schwimmbad, mit Regendusche und einer Badewanne die eher einem Whirlpool ähnelte. Den Gemächern seiner Mutter schenkte er ebenfalls nicht viel Aufmerksamkeit, ließ sie jedoch in diese hineinblicken. Das letzte Zimmer von Bedeutung im Obergeschoss war der Hobbyraum oder wie seine Mutter ihn gerne nannte, die Bibliothek. "Wenn du mich fragst ist das der beste Platz." den Eingang öffnend lud er sie in das Herzstück des Geschosses. In diesem bot sich ihr der Ausblick auf einen Raum voller Bücherregalen, kein Fünkchen leere Wand war zu sehen. In der Mitte auf einer Bodenerhöhung stand ein Klavier nah der Fensterfront, daneben ein Stativ mit einer Leinwand. Im abgesenkten Bereich eine Couch und Ledersessel mit Hocker, auf einem weitläufigem Teppich. "Wenn du kein ärger willst, halt dich lieber vom Klavier und den Zeichenutensilien fern." warnte er Miu und stiefelte einmal quer durch den Raum. Mit einem Finger schreite er die Tasten des Instrumentes und blickte aus der Glasfassade. Es bot sich eine Aussicht auf einen kleinen Wald, der im Nebel des Morgengrauens noch mystisch umhüllt schien.

      Im Erdgeschoss angelangt, zeigte Minoru seiner Schwester auch hier alle Räume. Erst das Badezimmer und Gästebad, dann das Arbeitszimmer, ein zweites Gästezimmer, gefolgt von der Wohnküche in der die Mutter bereits alles zu Tisch gebracht hatte. Wie alle Zimmer des Hauses war auch dieses riesig und modern, mit einer großzügigen Wohnlandschaft, Kücheninsel und Essbereich. An allem grenzte eine Terrasse, die sich durch Schiebeelemente erschloss. "Lasst uns essen" rief sie die beiden Geschwister zur ersten gemeinsamen Mahlzeit als Familie. Bevor sie sich an den Baumkantentisch setzten und in die gepolsterten Stühle sinken konnten, brachte Mino die junge Frau noch erneut zum Bad, wo auch er sich nochmal die Hände wusch ehe sie gemeinsam Platz nahmen. Der Tisch war reichlich gedeckt. Gekochte als auch gebratene Eier, Toast, Joghurt mit Früchten und einige Gebäcke zierten die Tafel. Für jeden Geschmack sollte gesorgt sein. So war seine Mutter immer wenn Gäste da waren, nur dass sich normalerweise die Bediensteten darum kümmerten. "Ich hoffe es schmeckt" lächelte sie den Kindern entgegen und nahm sich die Teekanne, schenkte erst ihrem Sohn ein und hielt vor Miu`s Tasse kurz inne. "Tee?"
      A heart's a heavy burden.

    • Neu

      Noch immer stand sie da, ihre Hände an dem Gurt der Gitarre, welche auf ihrem Rücken ruhte, und den Blick zu Boden gerichtet. Auch Miu war die aufgekommene Stille eher unangenehm, doch wusste sie nicht, was sie sagen sollte. Da unterbrach die Stimme ihrer Mutter auch schon die weiteren Gedankengänge, als diese zu den beiden Jugendlichen kam und Miushizu lautstark begrüßte. Nicht nur ihrem Bruder war dies unangenehm, wie sie aus dem Augenwinkel heraus ausfindig machen konnte, denn auch dieser sah etwas peinlich berührt drein.
      Leicht verbeugte sich die Brünette und gab ein leises "Hallo, Mutter" von sich. Wie falsch sich das doch für sie anhörte, wenn das Wort Mutter über ihre Lippen kam. Kannte sie diese doch gar nicht, außer von Erzählungen ihres Vaters. Ein leises, kaum hörbares Seufzen entwich der jungen Frau, während ihre Mutter sich mit dem Älteren unterhielt. Die hellen Augen der Jüngsten im Raum beobachteten die kurze Diskussion, welche definitiv zu Gunsten ihrer Mutter aus ging. So verrieten es auch die folgenden Worte des Dunkelhaarigen, als dieser ihr deutete ihr zu folgen.
      Miu tat wie ihr geheißen, folgte ihrem Bruder die Treppen nach oben und ließ ihren Blick über die Wände schweifen. Zahlreiche Bilder waren darauf zu sehen, allerdings kaum bis gar keine Familienfotos. Sie sah sich weiter um. Begutachtete die Türen, die Decke und den Boden vor sich, bevor sie an einem Zimmer zum halten kamen, dessen Tür auch kurz nach den Worten Minoru's geöffnet wurde.
      Miu lugte vorsichtig hinein. Runzelte etwas die Stirn, als sie das Dekor vor sich sah und trat einen Schritt in das Zimmer hinein. Die Gitarre nahm sie langsam von sich, lehnte diese an das Fußende des großen Bettes und ließ ihren Blick über die Sprüche und Bilder an den Wänden schweifen. Sie konnte sich nicht helfen, doch fühlte sich die Brünette gerade wie in einem Ausstellungsraum eines Möbelgeschäftes oder der Gleichen, welches seine Produkte in einem fertigen Raum zur Schau stellen wollte. Doch sagen würde sie dazu nichts. Hatte Miu nicht das Recht dazu über die Einrichtung eines fremden Zimmers zu urteilen. Immerhin sollte sie doch dankbar sein, dass sie überhaupt hier bleiben durfte, als ins Heim zu kommen, nicht wahr?
      Schließlich sah sie wieder zu Minoru, als dieser zu ihr sprach. Mit einem kurzem Nicken folgte sie ihm aus dem Raum heraus und weiter den Gang entlang, ehe er kurz anmerkte, welcher Raum seiner wäre. Sie würde sich hüten in irgendeiner Art und Weise laut zu sein oder einen Raum ohne Befugnis zu betreten.
      Ein kurzer Blick ins Bad folgte, ehe es weiter in die Bibliothek ging, wie Minoru sie wissen ließ. Und wie er ihr auch mitteilte wohl sein liebster Raum in diesem Anwesen. Haus wäre definitiv untertrieben, wie Miu fand.
      Doch sie musste zugeben, dass sie seine Aussage verstand. Dieser Raum schien wirklich alles zu bieten, was man sich wünschen könnte. Etliche Bücher, in welche die Brünette am liebsten sogleich eintauchen würde. Doch der Blickfang war der Flügel, welcher wohl auch das Herzstück des Raumes zu sein schien. Und welches auch sogleich mit einem umformulierten Verbot in einen imaginären Glaskasten geschoben wurde. "Ist gut" kam das erste Mal seit der Führung die Worte von Miu, gefolgt von einem Nicken, bevor sie sich auch schon wieder auf den Weg nach unten machten. Dort wurden ihr auch die restlichen Räumlichkeiten gezeigt, welche aber auch nicht all zu wichtig für die junge Frau zu sein schienen, ehe sie sich in der Küche bei ihrer Mutter wieder fanden.
      Erneut kam das leichte unbeholfen sein in der jungen Frau hoch, als sie nun vor dem gedeckten Tisch stand und die Worte der Mutter lauschte. Nach dem Händewaschen setzte sie sich langsam zu den beiden an den Tisch, beobachtete die beiden, wie ihre Mutter den Tee einschenkte. Auf die Frage hin, ob sie ebenfalls einen möchte, war Miu kurz davor den Kopf zu schütteln, fand dies jedoch als unhöflich und schenkte ihrer Mutter ein kurzes Lächeln, bevor sie ihr die Tasse mit beiden Händen etwas entgegen hielt. "...Vielen Dank..." murmelte sie, bevor ihr Blick wieder über den Tisch wanderte. Die Tasse in beiden Händen und die Wärme spürend, welche durch das Porzellan durch ihre Adern strömte, beobachtete sie die beiden, wie sich diese hier und da etwas nahmen. Sie selbst musste zugeben, dass sie keinen Hunger hatte. Hatte sie auch seit Jahren nicht mehr wirklich gefrühstückt, außer sich mit ihrem Vater auf dem Weg zur Schule - ihr Vater war auf dem selben Weg zur Arbeit - einen Kaffee to go zu holen.
      Doch hatte sich ihre Mutter wohl große Mühe gegeben, so beschloss Miu nach einer Scheibe Toast zu greifen und diese mit etwas Butter und Honig zu bestreichen.

      So verging die Zeit der Frühstücks. Miu sprach nur wenig wie bereits zu vor. War es ihr noch immer sehr unangenehm unter Fremden zu sein, auch wenn es Familie war. Doch kaum hatte sie den letzten Schluck aus ihrer Teetasse genommen und diese zurück auf den Tisch gestellt, hob sie den Blick etwas und sah zu ihrer Mutter. Ein kurzes Räuspern folgte. Wollte sie auf ihre Frage doch gerne Klarheit. "Wenn ich was fragen dürfte..." begann sie, ihre Hände auf ihrem Schoß und den Blick auf diese gerichtet, während sie am Saum ihres Shirts zupfte. "Wie... sieht es eigentlich mit der Schule aus? Ich meine... es ist immerhin mitten im Jahr und..." stammelte sie leise, ehe sie die Augen für einen Moment schloss und tief einatmete. "Werde ich weiter auf meine Schule gehen können?" fragte sie nun direkt und sah zu ihrer Mutter auf.
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