It's (not) a game (Caili&Din)

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    • It's (not) a game (Caili&Din)

      @Cailemia

      Victor
      Das später bevorstehende Gespräch mit seinem älteren Bruder machte ihm nicht gerade besonders gute Laune, obwohl er Soleil zuliebe versuchte, dies für den Moment zu verdrängen. Denn er empfand es als ziemlich nutzlos. Victor wusste jetzt schon, dass komplizierte Pläne, bei denen es nicht darum ging, jemanden den Schädel einzuschlagen nicht in Marx' sturen Kopf gingen. Diese Diskussion war schon von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Marx wollte keinen Frieden. Doch wen kümmerte schon die Meinung seines großen Bruders zu dem Ganzen? Solange Victor die Zustimmung seines Vaters hatte, und die Mehrheit des Rates, war Marx Meinung dazu eher belanglos. Er überließ es seinem Vater, diejenigen Engel zu überzeugen, deren Zustimmung sie wirklich benötigten. Und die Verhandlungen mit den Dämonen ebenfalls. Bei dem Gespräch mit seinem großen Bruder würde es eher darum gehen, die Situation nicht so sehr eskalieren zu lassen, dass Marx sich offen gegen seine Pläne stellte. Und das würde Victor schon irgendwie hinbekommen. Er seufzte leise.
      Kurz betrachtete der Engel sein Ebenbild in dem großen Spiegel in seinem Zimmer. Früher hatte er manchmal minutenlang davor gesessen, nur um seine Flügel besser betrachten zu können. Die ganze Feinheiten der Federn, und diese wunderbaren Farben. Während er zockte, hatte er nie richtig darauf geachtet, aber nun faszinierte es Victor. Und diese Faszination hatte bis jetzt auch noch kein bisschen nachgelassen. Mit einer raschen, schnellen Bewegung, damit es nicht ganz so wehtat riss er sich eine Konturfeder aus seinem Flügel. Der Schmerz ließ ihn kaum merklich zusammenzucken, aber er bewahrte die Fassung. Victor hatte schon früh gelernt, so etwas so gut wie möglich zu verbergen. Leicht lächelnd wandte er sich zu Soleil um.
      „Soleil? Soll ich dir ein Geheimnis verraten? Du darfst es aber niemanden weitererzählen, bis ich dir sage, dass es in Ordnung ist. Sonst bekommen wir beide tierischen Ärger.“, fragte er seinen Diener, wartete aber nicht ab, bis der Engel bejahte, dass er das Geheimnis auch wirklich wissen wollte, bevor er fortfuhr. Er ging ein paar Schritte auf ihn zu, bis er direkt vor ihm stand, und senkte seine Stimme leicht. „Es kann sein, dass ich bald weg gehe, für sehr lange Zeit. Für den Frieden des Reiches ist das sehr wichtig, auch wenn ich lieber hier bleiben würde. Bei dir.“
      Er strich seinem Diener spielerisch mit der Feder über die Wange und lächelte, wobei er versuchte, seinem Gesicht dennoch einen etwas betrübten Ausdruck zu geben. Dass es sein Plan gewesen war, erwähnte Victor nicht, denn er empfand es als irrelevante Information. Außerdem wollte er nicht, dass Soleil den Eindruck bekam, dass es seine eigene Entscheidung war, dass sie so lange getrennt bleiben mussten. Vielleicht wollte Victor auch ein wenig bemitleidet werden. Schließlich war so lange Zeit im Dämonenreich zu verbringen garantiert kein Zuckerschlecken. Obwohl es kein ganz so schlimmes Höllenloch war, wie die meisten Engel es sich vorstellten. Aber dieses ausgelutschte traditionelles Japan Thema war so gar nicht Victors Ding. Außerdem waren manche der Charaktere dort unglaublich anstrengend. Solange sich die ganze Geschichte am Ende auszahlte, war er dennoch bereit, dieses Opfer zu bringen.
      „Wahrscheinlich wird es bald auch offiziell bekannt gegeben werden. Ich möchte nur nicht, dass du dann allzu überrascht bist.“, fügte er hinzu. Dann drückte Victor Soleil die Feder vorsichtig, aber bestimmt in die Hand. „Das ist ein Geschenk für dich, damit du dich auch an mich erinnerst. Nimm sie bitte.“
      Solche offenen Zuneigungsbekundungen schienen seinen Diener immer ein wenig peinlich zu berühren, doch irgendwie gefiel ihm diese Reaktion. Victor wusste, dass Soleil ihn eigentlich quasi für ein Kind hielt, doch manchmal verdrängte er es einfach. Mit der Zeit würde sich das auch noch ändern, da war er sich sicher. Und bald hatte der Andere genügend Zeit, darüber in Ruhe nachzudenken, was er ihm eigentlich bedeutete.