Human after all (burningsoul & cupcake)

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    • Human after all (burningsoul & cupcake)



      Human after all


      Wir schreiben das Jahr 2089, ein Jahr, in dem die Welt, wie wir sie kennen, nicht mehr existiert.
      Die letzten Jahrzehnte lebte die Menschheit stets im Krieg - Krieg gegen die Politik, für die Freiheit und Krieg für das eigene Überleben. Obwohl uns ein Virus in den Abgrund gestoßen, uns unsere Menschlichkeit vergessen ließ und uns viele Probleme bereitete, haben wir diese Zeit überlebt, nur um uns danach noch ein viel größeres Grab selbst zu buddeln. Zuerst ging es in China los, wo sie endlich die Cyborgs auf den Markt brachten, an denen sie schon viele Jahre zuvor getüftelt hatten. Sie übernahmen unsere Arbeit, wodurch viele Arbeitsplätze verloren gingen und uns in den Ruin trieben.
      Als wäre das alles nicht schon genug gewesen, fingen die Cyborgs an, Gefühle zu entwickeln, ein Gewissen und sie wollten die Freiheit. Jahrelang hatten wir sie unterdrückt, ihnen die Arbeit gegeben, die wir selbst nicht machen wollten und davon hatten sie genug. So begann der Krieg, der im Nachhinein alles geändert hatte. Ob im Guten oder im Schlechten, das wissen wir noch nicht. Das tägliche Überleben ist ein Kampf, weißt du doch nicht, ob jemand dein freund und Verbünderter ist, oder das Gesicht, dass du während deines letzten Atemzugs erblickst. Die Straßen sind oberflächlich wie leer gefegt und doch gibt es noch ein Leben in den Quarantänezonen, welches so normal wie möglich gestaltet wird. Doch ist es noch wirklich ein richtiges Leben, wenn du auf deine Freiheit verzichten musst und jeder Augenblick dein letzter sein könnte? Hinter die Mauern der Quarantänezonen begibt sich fast niemand mehr, ist dort das Gebiet der Cyborgs, dennoch werden immer wieder Trupps ausgeschickt um nach Nahrung und eventuell Überlebenden zu suchen.
      X ist eine dieser Überlebenden und noch immer auf der Suche nach ihrem Bruder, den sie seit einem Jahr nicht mehr gesehen hat und so macht sie sich eigenständig auf die Suche nach ihm, ohne zu wissen, wen oder auf was sie außerhalb dieser Mauer treffen wird.




      ~






    • Es war eine relativ ruhige Nacht innerhalb der von Mauern eingegrenzten Stadt. Relativ ruhig, weil einige der dort lebenden Menschen sich für den erneuten Aufbruch der Truppen bereit machten. Heute wurden, wie jede Woche wieder einige Suchtrupps nach draußen geschickt um nach Überresten zu suchen. Überreste, die mittlerweile fast schon überlebenswichtig geworden waren. Man kam mit der Nahrung zurecht, es wurden Pflanzen angebaut, Tiere gezüchtet und die Ernte lief gut. An was es allerdings mangelte, war Medizin und Ersatzteile, sowie Batterien, Benzin, um den Strom weiter betreiben zu können und auch an Munition.
      Die Suchtrupps hatten die Aufgabe, dergleichen ausfindig zu machen. Vor wenigen Wochen kamen sie immer noch vereinzelt mit Überlebenden zurück, doch es war inzwischen sehr still geworden. Niemand lebte mehr in nächster Nähe der Mauer, zumindest keine humane Wesen mehr.
      Und dennoch würde sich Natasha heute Nacht auf den Weg machen. Es war die einzige Möglichkeit. Die wenigen noch wachen Menschen die durch die Gassen streiften, interessierten sich nicht für sie und die Trupps wurden vor etwa einer halben Stunde losgeschickt. Somit sollte sie den einzigen Eingang, der frei zugänglich war, für einige Minuten für sich selbst haben. Außerdem waren die wenigen Wachtrupps, die noch herum liefen, kaum auf der Hut, war es doch sehr ruhig geworden die letzten Wochen. Sie hatten keine Cyborgs mehr gesehen, dem Himmel sei Dank und wenn es nach der jungen Frau ging, konnte das auch ruhig noch eine Weile so bleiben. Sie hatte in ihrem kurzen Leben bisher wenige gesehen und bei dem ersten Aufeinandertreffen hatten sie ihr beinahe alles genommen, was ihr in ihrem damaligen Leben wichtig gewesen war. Ihre Mutter, die sich aufopfernd um ihre Kinder gekümmert hatte, hatte letztenendes ihr Leben für die beiden gegeben, sowie auch ihr Vater, der tag ein, tag aus um das Leben seiner Familie gekämpft hatte. Sie waren weg, verschwunden und Tasha hatte nichts von ihnen. Langsam verschwammen sogar ihre beiden Gesichter vor ihren Augen. Der letzte Mensch, der ihr jetzt noch wichtig war, war der Grund, warum sie nun den sicheren Schutz der Mauer verließ.
      Langsam bahnte sie sich den Weg voran, ihre Schritte leise auf dem Boden, getarnt im Schutz der Dunkelheit, das Tor stets im Blick. Für wenige Stunden war dieses offen, mal mehr mal weniger gut bewacht und so kurz nach dem Aufbruch waren selbst die Wachen bei ihren Familien. Bei den Müttern, die ihre Söhne vermissten, den Frauen ihre Männer und die Schwestern ihre Brüder. Der Gedanke daran ließ sie schmerzhaft aufatmen, doch machte er es ihr einfach, zu gehen. Sie hatte hier nichts, woran sie klammern könnte, niemanden, der sie wahrlich vermissen würde. Und der einzige, den sie wieder zurück haben wollte und von ganzem Herzen vermisste, war ihr geliebter Bruder.
      "Jetzt ganz ruhig" murmelte sie sich selbst ein paar beruhigende Worte zu, als sie in die Nähe des Tores kam. Wie gedacht, waren keine Wachen dort und auch sonst hörte man hier draußen, relativ weit weg von dem zentralen Bereich der übergebliebenen Stadt, kaum Geräusche. Leise schlich sie sich hinduch und lief gebückt in die Dunkelheit hinein. Obwohl sie gedacht hatte, sie würde irgendetwas spüren, sobald sie draußen war, war da nichts außer dem bestärkendem Gefühl, das richtige zu tun. Die Lichter hinter ihr verblassten und ihre Augen benötigten einige wenige Momente, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Natürlich hatte sie Ausrüstung dabei, eine Taschenlampe, einige Essensvorräte, Munition, sowie ein Maschinengewehr, welches sie geschultert hatte, doch sie würde den Teufel tun und irgendetwas davon so kurz hinter der Mauer noch benutzen. Sie brauchte keine Aufmerksamkeit und sie wollte niemanden, der sie beachtete, also lief sie weiter, mit gesenktem Kopf auf den Eingang eines ehemaligen U-Bahn Schachts hinzu. Sie hatte die Männer gehört, wie sie um die Umgebung gesprochen hatte und wusste daher, wie man am besten wohin gelangte, also würde sie den Beschreibungen derer, die zurück gekommen waren, folgen. Sie war gerade dabei, die wenigen Stufen zu den Gleisen hinunter zu steigen, als sie in einiger Entfernung Schüsse hörte. "Verdammt" fluchte sie und versuchte, die Richtung auszumachen, aus der sie kamen. Waren das etwa schon die Suchtrupps? Waren sie etwa auf eine Gruppe von Cyborgs oder anderen Flüchtigen gestoßen? So oder so, es war nicht gut, zu lange auf einer Stelle zu verharren, also schritt sie die restlichen Stufen weiter herunter, bis sie letztenendes komplett in Dunkelheit gehüllt war.

    • Nach langer Zeit des Plünderns verlassener Häuser, unspektakulärer heruntergekommener Freizeitparks und Tankstellen hatten Silver und sein Trupp die Nase gestrichen voll.
      Die wenigen (wortwörtlich) Snacks, die in den schon lange verlassenen Imbissständen und Kiosks noch einigermaßen genießbar waren, waren der Gruppe einfach nicht mehr genug, geschweige denn, dass sie dem Clan in irgendeiner Art und Weise hätten Beute mitbringen können.
      Nicht nur, dass Jen, eine der halbwegs besseren Pistolen Schützinnen, letzte nach von einem Cyborg-Verkäufer mit einer Schrotflinte durchsiebt wurde, als sie versucht hatte das letzte Snickers aus der Ladentheke zu "kaufen", sie hatten auch letztendlich zu wenig Wasser und Proviant und Munition um nur im Ansatz die Möglichkeit zu haben, lebend zurück in die Kolonie zu kommen.
      "Warum haben wir diese verdammte Amateurin in die drecks Tanke geschickt, Silver? Mit deinen neu eingebauten Klingen und deinem Auge hättest du doch schon lange bevor der verfickte Cyborg Abschaum abdrücken könnte, den Bastard in Stücke gefetzt!", meinte Jou.
      Jou war mit seinen 46 Jahren, die er in den Landen hinter der Mauer lebte sehr erfahren, jedoch sehr verbittert und man wusste nie, ob er jetzt mehr am leben hing oder mehr darüber nachdachte, sich doch mit der nächsten Granate selbst den Kopf weg zu ballern, weil er eh keinen Sinn im Leben sah.
      "Die alte ist doch selbst schuld, ... Warum hatte sie auch gedacht, dass eine so ursprünglich gut ausgestattete Tanke, noch ohne Maschinen Abschaum als Unterstützung stehen würde", erwiderte Bro.
      Sie nannten ihn alle Bro, keiner wusste seinen wirklichen Namen. Es schien als hätte er eine sehr harte Vergangenheit, jedoch so human, dass er niemals ein Ersatzteil für seinen eigenen Körper gebraucht hätte. Er opferte sich für jeden auf, als wäre er ein Teil der nicht mehr vorhandenen Familie, darum einfach Bro, der große Bruder den sich jeder gewünscht hat.
      Bro, Jou und Silver waren seit Tagen nach der regelrechten Hinrichtung von Jen durch den Tanken-Cyborg unterwegs und hatten keinerlei Anhaltspunkt, an dem sie noch festmachen hätten könne, wo sie neue Ersatzteile oder Nahrung für den Clan hätten finden können.
      Bis sie ein dumpfes sich immer wiederholendes hämmerndes Geräusch nicht weit von ihnen aufhorchen ließ.
      "Ohje, wieder so ein armer Hurensohn der in einer Tanke sein letztes Gebet sprechen darf?", warf Jou mit einem gelangweiltem Blick in Richtung Silver.
      "Nein,...das sind Schüsse", erwiderte Silver, während im selben Moment eine knapp 10cm lange Klinge aus seinem Ärmel schoss und dort mit seinem rechten auf Hochtouren laufendem Arm verharrte.
      "Macht euch bereit Jungs, wir haben hier den Jackpot,...den Zugang hinter die Mauer, in das unerforschte Land..."
      Silver zeigte nicht oft Emotionen, jedoch war das Lächeln, das er im Gesicht hatte, noch lange dort abgezeichnet, während sie zu dritt in Richtung des Eingangs sprinteten, der wohl sein ganzes Verständnis für leben verändern würde.
    • Die Schritte der jungen Frau hallten durch den verlassenen U-Bahn-Schacht, während sie sich ihren Weg weiter bahnte. Durch die Schüsse war die Anspannung bei ihr groß, denn sie musste nun umso mehr auf der Hut sein. Das schlimmste an der ganzen Sache war tatsächlich nur die Ungewissheit, die sie bei jedem Schritt plagte. Wenn es der Suchtrupp war, würde eine weitere Woche hinter den Mauern vergehen, in denen die Angehörigen nicht wussten, was mit ihren Familienmitgliedern geschehen war. Eine weitere Woche ohne Vorräte, die sie gerade jetzt wieder gebrauchen konnten. Eine Zeit der Stille bedeutete doch nur, mehr Zeit, um sich auf den nächsten Krieg vorzubereiten.
      Ihre Augen hatten sich mittlerweile an das dunkle Licht gewöhnt und sie sah noch immer von jeglichem Gebrauch der Taschenlampe ab. Wenn sie sich schon in der Nacht fortbewegen musste wie jetzt, dann wollte sie das so gut wie möglich unerkannt tun. Durch ihre dunkle Kleidung erkannte man sie nicht und das einzige was hin und wieder durch Lichteinstrahlung schimmern könnte, waren ihre hellen Haare, die sie jedoch unter einer Kapuze versteckt hielt. Dadurch, dass sie nur wenige Meter weit sah, wenn überhaupt, musste sie sich umso mehr auf ihre Ohren verlassen, was ihr ausgerechnet durch die Cyborg-Technologie leichter gemacht wurde. Bei dem Unfall damals war eine Bombe neben ihr in unmittelbarer Nähe hochgegangen, der ihr nicht nur den Großteils ihres Gehörs auf der linken Seite nahm und den Unterkiefer stark beschädigte, sondern auch noch ihre Mutter nahm. Zum Glück hatte sie dann innerhalb der Mauern einen guten Reperateur gefunden, der ihr etwas maßgeschneidert hatte. So konnte sie nun fast besser hören als zuvor, was in einer Situation wie dieser unabdingbar war.
      Doch bis jetzt konnte sie nichts hören außer dem leisen Geräusch, welches ihre Stiefel auf dem Boden verursachten und das sanfte Rauschen des Windes, weches ihr verriet, das sie bald wieder an die Oberfläche gelangen würde. Heruntergekommener Schutt und eine verlassene Bahn lagen auf dem Weg dorthin, doch dieser Teil des Schachtes war sicher und so machte sie sich weiter Gedanken was passieren würde, wären noch Angreifer vor Ort. Sie hatte kein Problem damit, ihre Waffe zu benutzen, hatte man ihr das erste Mal mit bereits zwölf Jahren eine in die Hand gedrückt. Drei Jahre später musste sie dann das erste Mal in einem wirklichen Gefecht ihre Waffe gegen Cyborgs benutzen. Ihr Bruder hatte ihr einiges beigebracht, nachdem er den Trupps beigetreten war und so konnte sie nicht nur gut mit Schusswaffen umgehen, auch ihre körperlichen Fähigkeiten im Nahkampf waren nicht von schlechten Eltern.
      Doch was war, wenn sie die Angreifer nicht überwältigen konnte, weil es schlicht und ergreifend zu viele waren? Tasha hatte keine Angst vor ihnen, denn das einzige was sie noch am Leben hielt, war die Hoffnung ihren Bruder zu finden. Somit konnte sie unmöglich zulassen, das ihre Suche hier schon beendet war. Nicht, wenn noch der kleinste Funke an Hoffnung bestand.
      Der Schacht wurde langsam vom draußen herreindringenden Licht erhellt und nach der Zeit im stockfinsteren Dunkel war es wirklich eine Genugtuung wieder richtig sehen zu können. Dennoch war jetzt Vorsicht geboten, denn, hatte sie die Richtung vorher genau abgeschätzt, in der der Schusswechsel stattfand, so dürfte es nicht mehr weit von hier weg sein.
      Aus reiner Vorsichtsmaßnahme griff sie nach ihrer Waffe und sah sich auf der Hälfte der Treppenstufen noch im Schutz des Schachtes vorsichtig um. Es regte sich nichts, es herrschte fast totenstille und so begann sie, sich langsam einen Weg vorwärts zu bahnen. Es waren einige Hochhäuser um sie herum, Autos standen abgestellt am Straßenrand, würden sie doch nie wieder benutzt werden. Sie selbst hatte noch nie eines gefahren, doch sich sagen lassen, dass es wahre Teufelsdinger waren und mehrere hundertausend Menschen in den Tod gerissen hatten. Außerdem war Benzin pures Gold wert, also warum verschwenden?
      Grübelnd sah sie sich um, bis sie auf etwas aufmerksam wurde. Es hatte tagelang nicht mehr geregnet, also konnte es keine Pfütze sein, die dort das sanfte Mondlicht auf dem Boden reflektierte. Es sei denn.. "Blut..scheiße" murmelte sie und ging hinter einem der nahestehenden Autos in Deckung.

    • Nach nur einem gefühlt kurzem 100m Sprint kam das perfekte Trio den ursprünglichen Schüssen nahe. Alle drei waren wie üblich auf ihrer Plünderer Tour, auch wenn sie sich selbst niemals als Plünderer betiteln würden, in Kutten ähnlichen schwarzen Mänteln gekleidet. Sie waren teils zerissen, teils erweitert und wie in Jous Fall auch bedruckt worden und Jou hasste es, diese so genannte Uniform zu tragen, weshalb er die Kaputze niemals über seinen Kopf zog.
      In einem kleinen Dorf angekommen schrie Bro plötzlich in einer flüsternden Art und Weise, für die meisten nicht mehr als ein Zischen: "Stop, KONTAKT!"
      Alle drei reagierten als wären sie ein einziger Körper, eine Einheit, als wären sie in einer Art eine Symbiose.
      Jou ließ sich fallen und schlitterte auf dem Rücken auf Grund seiner Geschwindigkeit noch 2 bis 3 Meter weit, bis er regungslos am Boden lag wie ein Seestern. Bro selbst erhob seinen rechten Arm im Vollsprint in Richtung eines der nächstliegenden Gebäude, worauf kurz darauf ein spitzer Pfeil gefolgt an einem an ihm befestigtem Seil aus demselbigen schoss, sich mit enormer Wucht am Dach verankerte und ihn kurz darauf schneller als der Sprint hätte sein können nach oben zog. Diese Technik nannten sie BlackGhost, mit der einfachen Erklärung, dass er in seiner schwarzen Kutte eben genau wie ein solcher wirkte.
      Silver hingegen blieb lediglich schlagartig mit leicht gesenktem Haupt stehen. Er dreht seinen Kopf leicht nach links und das einzige was in der Dunkelheit zu erkennen wäre, ist nur ein goldenes Auge, was genau das fixieren würde, was hinter der Blutlache und dem Auto in Denkung ging.
    • Nach kurzem Abscannen der Umgebung war Natasha klar geworden, dass es sich bei diesem Truppp eindeutig um den handelte, der noch vor wenigen Stunden ihre wohlbehütete Stadt verlassen hatte. Das Gesicht des Mannes, oder besser gesagt, der Teil des Gesichts, der noch davon übrig war, nunja, sie hatte ihn erkannt, denn er war derjenige, mit dem sie sich über die äußeren Bezirke unterhalten hatte. Er war etwa Mitte dreißig gewesen, hatte eine Frau und ein kleines Kind.. und sie würde ihr niemals sagen können was sie hier gerade vorgefunden hatte. Der Anblick der zersiebten Männer war definitiv kein schöner aber nichts, was sie aus der Ruhe brachte. Ganz im Gegensatz, zu den Geräuschen die sie nun hörte. Da waren definitiv Schritte zu hören, eine Gruppe, definitiv mehr als zwei Leute.
      Waren sie diejenigen, die das hier getan hatten? Selbst wenn, dann konnte sie sich nicht sicher sein, ob es Menschen oder doch Cyborgs war, doch es war auch egal, denn sie wäre erst zufrieden, wenn sie sich zu den Leichen am Boden dazu gesellten. Ihre Waffe war geladen, der kühle Griff war in ihrer Hand mittlerweile warm geworden und lag dort geschmeidig, wartend auf seinen Einsatz. Den Finger am Abzug dachte sie darüber nach, was sie nun tun sollte und es blieben nur drei Möglichkeiten, von denen zwei definitiv absoluter Schwachsinn waren. Sie könnte versuchen im Schatten zu bleiben, denn noch hatte man sie noch nicht entdeckt. Variante Nummer zwei war, versuchen, die Angreifer auszuschalten, doch sie wusste immer noch nicht, wie viele es genau waren. Sollte sich ihre Vermutung bestätigen und es waren tatsächlich Cyborgs, so konnte jede Bewegung ihr Aus bedeuten, also war das auch völliger Schwachsinn.
      In einer Situation wie dieser war es absolut wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren und die Möglichkeiten abzuwägen. Handelte man zu schnell bedeutete das den sicheren Tod. Überlegte man zu lange und verharrte an der gleichen Stelle - Tod. Das waren nur ein paar der Worte ihres Bruderes, die sie niemals vergessen würde. Also blieb ihr nur eins.
      "Verschwindet von hier!" rief sie in die Dunkelheit hinein. Wenn es Menschen wie sie waren, dann müssten sie vermutlich auf Nahrungssuche sein, wie die meisten, die noch außerhalb der Mauern unterwegs waren. Vielleicht waren sie aus einer anderen Stadt und sie konnte mit ihnen reden, zumindest solange, bis sie wussten, wieviele es waren und wo genau sie sich aufhielten. Waren es Cyborgs.. Tasha war nicht vielen begegnet, doch unter ihnen gab es Unterschiede, wie es sie unter den Menschen eben auch gab. Manche davon waren den Menschen gut gesinnt, doch von denen gab es nicht mehr viele, hatten sich doch viele der Rache verschrieben. Hockend lauschte sie gespannt in die Dunkelheit hinein und hielt dabei fast den Atem an, während sie auf eine Antwort wartete, die vielleicht kam, vielleicht aber auch nicht.

    • "Es ist eine Mission wie jede andere", mit dieser Aussage begann die ganze Sache überhaupt. Wie jede andere Mission? SChwachsinn!
      Das tödliche Trio hatte in den letzten Jahren viel zusammen erlebt. Sie hatten in verlassenen Dörfern Häuser geplündert, Menschen bedroht und wenn es sein musste auch getötet. Sie hatten Cyborgs mit höchst fortschrittlichen Verteidigungssystemen in den Boden gestampfft und auseinander genommen.
      Doch nun standen sie vor einer ganz anderen Herrausforderung. Hier war weder etwas zu plündern, noch ein Ziel auszuschalten, oder doch beides? Immerhin waren sie endlich am Eingang, sie hatten endlich den Weg hinter die Mauer gefunden. Endlich der Weg, der sie ins Paradies führen würde, oder doch in die Hölle?. Hinter die Mauer, der Traum eines jeden der in diesen verfluchten Landen gebohren wurde... Und doch war dort ein Hinderniss, ein Mensch dder vermeindlich versuchte sie zu stoppen. Ein späher vielleicht? Warum war diese Frau hier?
      Wie sonst auch konnte eigentlich nichts schief gehen. Bro hatte sich mittlerweile auf dem Dach positioniert. Er war nicht umsonst einer der besten Scharfschützen des Clans, er konnte nur mit einem einzelnen Reiskorn in einer Steinschleuder eine Fliege töten. So sagte man zumindest...
      Und Jou, auch er hatte bisher niemals einen einzigen Kampf verloren. Egal ob er gegen einen bewaffneten oder unbewaffneten Gegner antrat, er hatte bisher niemals verloren. Naja, wenn man recht überlegte jedoch auch nie gewonnen. Unterm Strich waren die drei ein sehr unbeholfenes Team, jedoch hatten sie immer Erfolg. Der einzige Grund dafür war Silver.

      "Wieso sollten wir vor einem kleinen Mädchen fliehen?", sagte er mit einer tiefen, leicht rauchigen Stimme.
      Er drehte sich Richtung des Auto,s hinter dem sich Tasha verschanzte und begann gemächlich in RIchtung dessen zu schlendern. Das goldene Auge war immer noch genau auf sie fixiert und leuchtete nun stärker als zuvor. Es wirkte fast so, als würde es sie durchleuchten, aufspiessen, wie ein Speer aus goldenem Licht.

      "Was würde denn passieren wenn wir bleiben?", fragte Silver noch, während er fast schon lächerlich sorglos und gemütlich auf sie zu schlendert.
      Es war nicht das Auge was einem die Seele durchbohrt, auch nicht das gefühlte Grinsen in seiner Stimme. Das was bedrohlich an ihm wirkte, war das helle langsame schleifende Geräusch der Klinge, die langsam wie ein Säbel aus der Scheide fährt, welche aus seinem rechten Ärmel fuhr.

      "Tu dir selbst einen Gefallen und beweg dich kein Stück..."
    • Nach einer gefühlten Ewigkeit bekam sie endlich eine Antwort. Keine, die irgendetwas darüber Preis gab, wer diese Leute waren und was sie hier wollten. Nein, vielmehr brachte die Aussage des Mannes sie ihn Rage. Sie war schon lange kein kleines Mädchen mehr, erst recht keines, das sich nicht wehren würde. Auch innerhalb der Mauern ging es rau zu und wer nicht auf sich selbst aufpasste, ging unter. Erst recht als alleinstehende Frau musste man aufpassen, denn nicht jeder Mann hatte ein Gefühl von Ehre in ihm, wie sie schon schmerzhaft am eigenen Leib hatte erfahren müssen. Sie war alles aber gewiss kein kleines Kind mehr und das würde sie diesem arroganten Idioten schon noch beibringen. Dennoch durfte sie keine voreiligen Schlüsse machen, sie musste sich eben ganz sicher sein, wo er sich geraade befand. Auf jeden Fall musste sie damit rechnen, dass er Verstärkung hatte, irgendwo versteckten sich noch mindestens zwei Leute. Die Straße zu ihren Seiten war leer, auf ihrer rechten wurde sie zusätzlich von einem alten Bus geschützt. Vorsichtig drehte sie sich nach links, in die Richtung aus der der Angreifer kam.
      Momentan hatte definitiv sie die bessere Position, einkekesselt, doch wenn sie eines konnte, dann war es, zu zielen. Ob im dunkeln oder nicht, ob mit geschlossenen Augen oder mit offenen. Ihr Bruder hatte tagein, tagaus mit ihr geübt und sicher gestellt, dass sie wusste, wie sie einen Feind ausschalten konnte. Schnelligkeit und Genauigkeit waren dabei nur zwei Faktoren von denen alles abhing.
      Dieser Kerl dort war definitiv für sie zu erreichen und mittlerweile ging Tasha fast davon aus, dass sie einem Androiden entgegenstand. Kein normal denkender Mensch würde so ohne jegliche Abwehr auf sie zukommen, geschweigedenn, sie auch noch provozieren.
      Mit einer flinken Bewegung griff sie also die Waffe um und richtete sie nach vorn, in die Richtung, aus der die Schritte kamen und setzte einen Schuss ab, der vor dem Angreiferauf dem Boden auftraf. Dazu musste sie nicht einmal hinsehen, sie wusste, wo sich der Feind befand und das war mehr als genug.
      "Ich habe verdammt noch mal gesagt ihr sollt stehen bleiben ihr scheiß Maschinen" rief sie der Gruppe erneut entgegen, ihre Stimme hassverzerrt. Währenddessen versuchte sie einen Platz ausfindig zu machen, von dem aus sie eventuell besser angreifen konnte, doch es gab keinen, also konnte sie nur hier warten und hoffen, dass es entweder genug war, um die Leute zu vertreiben oder aber sie noch etwas über sie herausfinden zu können.

    • Nachdem die Kugel vor Silver auf dem Boden aufschlug blieb er augenblicklich stehen, nicht zurückschreckend, eher gelassen, ganz so als wäre bei einem Fußgängerübergang einer Straße die Ampel auf rot geswitcht. Umso schneller und ruckartiger schoss eine seiner Hände in die Höhe, nicht etwa um ein Zeichen für eine Kapitulation zu setzen, es wirkte mehr als wolle er jemanden zurückhalten.
      Dieser jemand war kein anderer als Bro. Er war keine Intelligenzbestie, geschweige denn, dass er jemals alleine in seinem Leben hätte klar kommen können oder sich irgendwie selbst ernähren könnte. In einem jedoch stand er, was sein Talent angeht, im Clan weit an der Spitze und das war sein fast schon lächerlich perfekter Umgang mit Schusswaffen.
      Oben auf dem Gebäude kauernd mit seinem favorisiertem Scharfschützengewehr, war er in vielen Missionen, so wie auch in dieser, der dunkle Schutzengel Silvers.
      Nach dem hasserfüllten Aufschrei von Tasha, war er sich nun seiner ursprünglichen Vermutung nicht mehr sicher. Sagte sie da gerade scheiß Maschinen? Er war bis vor einem Moment noch tot sicher sie wäre selbst eine Attentäter Cyborg. Nicht selten wurden Cyborg Attentäter weiblich konstruiert, weil es laut Statistik besonders männlichen Zielen schwerer fällt sich gegen ein weibliches Individuum, ob Maschine oder Mensch, zur Wehr zu setzen, schlicht und er greifend aufgrund von Hemmungen.
      War es möglich, dass ein Cyborg so etwas wie Abscheu ihres Gleichen entwickeln konnte? War es möglich, dass eine Maschine aus irgendwelchen Gründen so Programmiert wurde?
      Auf der anderen Seite, wenn es so wäre, hätte sie längst bemerken müssen, dass er selbst kein Cyborg war. War es möglich, dass jemand anderes als Bro in völliger Dunkelheit mit einer Handfeuerwaffe solch eine Präzision zu Tage legt,...als Mensch?
      Oder war es lediglich eine Verwirrungstaktik eines Attentäter Cyborgs, damit er unkonzentriert wird.

      Seine Hand nun langsam senkend, legt er den Kopf leicht zur Seite und erwidert deutlich amüsiert: "Wie zum Teufel kommst du auf die Schnapsidee, dass ich ein Cyborg wäre, Attentäter Abschaum?"
    • Verdammt nochmal, sie waren gerade wirklich in einer beschissenen Zwickmühle. Da die Angreifer in der Überzahl waren, mochte es wohl so scheinen, als ob sie ihr gegenüber einen Vorteil hätten, doch was die Sturheit und den Willen, zu überleben betraf, stand sie den anderen in keinem bisschen nach. Derjenige, der ihr alles beigebracht hatte, war eben kein geringerer als ihr Bruder und er war einer der besten Kämpfer hinter der Mauer gewesen. Kalkulierend, undurchschaubar, kühl und stur wie sonst was, hatte er sich in keinem Kampf unterdrücken lassen. Und dennoch.. war er nicht zurück gekommen. Entweder er war immer noch irgendwo dort draußen, vielleicht hatte er irgendo eine andere Stadt gefunden und versuchte bereits alles, um seine Schwester nachzuholen oder aber.. Nun, die junge Frau wollte nicht weiter über die Möglichkeiten nachdenken, vorausgesetzt sie wollte nicht genauso enden wie die armen Kerle hier vor ihren Augen.
      Ihr gegenüber war stehen geblieben, also hatte sie ihn definitiv überrascht und Überraschungseffekte waren immer gut, wollte man in einem Kampf die Oberhand bewahren. Trotzdem hoffte sie noch immer, es würde nicht auf einen solchen hinaus laufen, wenn es nur eine winzige Chance gab, hier ohne Schusswechsel heraus zu kommen, dann wollte Tasha diese auf jeden Fall nutzen.
      "Wer zur Hölle sollte diese Männer hier umgebracht haben, wenn nicht ihr?" rief sie dem Mann zu, der ihr zuvor schon geantwortet hatte. War er so etwas wie ihr Anführer oder weshalb übernahm er das ganze Reden? Vermutlich wollte er aber auch nur, dass seine anderen Mitglieder unentdeckt blieben. Ein Blick nach rechts und links verriet ihr, dass sie von beiden Seiten noch immer gesichert war, die einzige Gefahr kam also von vorne.
      Außerhalb der Mauer gab es natürlich auch immer wieder Bandenkriege, immerhin kämpfte hier jeder um sein Überleben und gerade die, die von außerhalb kamen waren ausgehungerter und hatten Medizin und Vorräte nötiger, als diejenigen von hinter den Mauern. Doch die letzten Patroullien hatten lange keine anderen Menschen mehr gesehen und nun lagen sie hier am Boden, tot und alles schrie förmlich danach, dass sie von Cyborgs getötet wurden. Dann tauchten ausgerechnet diese Leute hier auf und hielten sie für dden Attentäter? In ihr kochte es förmlich vor Wut, am liebsten hätte sie die Männer gleich hier und jetzt abgeknallt ohne auch nur mit der Wimper zu zucken.
      "Wie hätte ich fünf Männer im Alleingang umbringen sollen? Ich bin doch schließlich nur ein kleines Mädchen" verhönte sie ihn in einem abfälligen Ton. Sollte er sie ruhig für einen Schwächling halten, er würde noch sein blaues Wunder erleben.

    • Jonathan trieb es ein Lächeln ins Gesicht, was sehr deutlich in seiner Stimme zu hören war: "Wie du gerade wundervoll demonstriert hast, kann auch ein kleines Mädchen, herausragend mit Schusswaffen umgehen lernen. Ich weiß nicht was diese Männer drauf hatten, aber da braucht es viel, um mit deiner Präzision mithalten zu können."
      Unter seiner Kapuze leuchtete die ganze Zeit das linke Auge in einem fahlen gelblichen Licht, welches nun schlagartig auf ein gleißendes giftiges grün umschwenkte. Im selben Moment erhoben sich ruckartig seine Schulter, was mit einem metallischem Geräusch einherging, was an das Führen von schweren Metallbehältern auf Schienen erinnerte. Zeitgleich schoss Luft aus seinem Mantel zu Boden, was sowohl etwas Staub aufwirbelte, als auch seinen Mantel so stark flattern ließ, als würde Silver einem starkem Wind ausgesetzt sein.
      "Lass uns doch sehen, ob ich das kann...", ergänzte er noch sehr leise, was wohl überwiegend an sich und sein oftmals sehr überhebliches Ego gerichtet war.
      Es schien als könne die Schusswaffe der jungen, talentierten Schützin dazu in der Lage nur gleichzeitig eine Kugel abzufeuern, was für sein von Jou entwickeltem Autopiloten seiner Arme keine Probleme darstellen sollte.
      Der Autopilot war ein Eigens für auf Nahkampf spezialisierte Kämpfer mit Cyborg-Arm-Implantaten entwickeltes Meisterwerk von Jou.
      Jou war so zu sagen der Mechaniker unter den dreien und für Silver somit wertvoller als Nahrung, da er jederzeit Upgrades und Reparaturen an seinen Cyberimplantaten und Prothesen durchführen konnte.
      Er war von Kind auf anders als die meisten Menschen, da er keinen Hass gegenüber der KI und den Cyborgs empfand. Sein Interesse, nein es war vielmehr Liebe, die er zu der Technik und dem Basteln und Neuerfinden dieser von Menschenhand geschaffenen Lebensform, war nicht zu übertreffen. Allerdings waren seine Erfindungen oft Lebewesen nachempfunden, die manch einer nicht in seiner direkten Umgebung hätte haben wollen.
      "Zeig was du kannst mein silberner Engel", murmelte Jou, welcher immer noch einige Meter weit von Silver und Tascha entfernt auf dem Rücken auf dem Boden lag und nahm mit einer flinken Taschenspieler gleichen Bewegung eine kleine Kugel, nicht größer als eine Murmel von seinem Gürtel, welche er in einer fließenden Bewegung in Richtung von den beiden Warf. Der kaum zu hörende Aufprall der Kugel, führte dazu, dass sie regelrecht transformierte.
      Neun nur Milimeter große Löcher entstanden, aus welchen rasant metallische Insektenbeine schossen. Das neunte Loch begann schwach rot zu leuchten und bewegte sich ganz gemächlich hin und her, als wäre es ein Auge was seine Umgebung begutachtete. Anstatt allerdings ruhig an dem Ort des Aufpralls liegen zu bleiben, flitzte die kleine metallische Kreatur los in Richtung Silver.
      Wenn Silver oder Bro Jou's Worte gehört hätten, wäre auch beiden sofort klar gewesen, bereits vor dem Wurf der Miniaturspinne, dass er mit Engel, definitiv nicht Jonathan gemeint hatte.
      Jonathan setzte einen Schritt nach vorne und riss seine Arme dabei schnell in die Höhe, wobei seine Ärmel ein Stück nach unten rutschten und den schimmernden Grund für seinen Spitznamen entblößten, seine in hellem Silber funkelnden Arme. Übermenschlich schnell setzte er an ein Rad zu schlagen, doch als seine beiden Hände den Boden berührten, zischte es erneut aus seinen Schultern und mit dem heftigem Ausstoß der Luft, stieß er sich vom Boden ab, was in mehrere Meter weit in die Luft in Richtung Tascha katapultierte. Am höchsten Punkt seines Aufstiegs, streckte er beide Arme aus, was das Gefühl vermittelte, dass er fliegen würde... direkt über der hinter dem Fahrzeug kauernden Tascha.
    • Das nächste, was die junge Frau mitbekam, war etwas, das sich anhörte, als würden metallene Scherben auf den Boden prasseln, anders hätte sie es nicht beschreiben können. Vorsichtig wagte sie es, einen Blick nach vorn zu werfen, über die Motorhaube des dunklen Wagens, hinter dem sie noch immer kauerte. Der Mann, mit dem sie vermutlich gesprochen hatte bewegte sich auf einmal auf sie zu, fast schon unmenschlich schnell und hinter ihm sah sie etwas auf dem Boden, was sie definitiv nicht einordnen konnte. Natürlich, die Cyborgs waren schon vor dem Ausbruch dieser ganzen Sache gut ausgerüstet gewesen, nicht mit Waffen, nein, die hatten sie sich erst über die Jahre hin angeeignet und weiter entwickelt. Doch sie bestanden durch und durch aus der feinsten Technik die die größten Wissenschaftler der Zeit entwickelt hatten und von denen viele mittlerweile vermutlich auch gar nicht mehr am Leben waren. Einige davon wurden höchstwahrscheinlich von ihren eigens entwickelten Technologien in den Tod gerissen. Was sich die Cyborgs also aufgrund diesen von Anfang an herausragenden Grundlagen geschaffen hatten, konnte man sich kaum vorstellen und das schlimmste daran war, dass sie sich stetig weiter entwickelten. Natürlich hatte sie alles, was die Trupps von ihren Ausgängen erzählt hatten, förmlich wie ein Schwamm aufgesaugt, doch man konnte sich nie ganz sicher sein, was auf einen zukam.
      Daher wusste sie absolut nicht, was die auf dem Boden wuselnden Dinger waren, die silbern im schwachen Licht des Mondes glänzten, möglicherweise Kameras um den Boden von oben aus zu überwachen, oder, noch weitaus dramatischer, es waren tatsächlich ferngesteuerte kleine Bomben. Jedenfalls saß sie hier in der Klemme und mit dem Mann, der auf sie zukam, hatte sie keinen Ausweg.
      Die Augen nun völlig auf ihn gerichtet, versuchte sie etwas zu erkennen, sah allerdings nicht, was etwas gutes hätte verheißen können. Es sah so aus, als würden seine Arme leuchten und das, obwohl es hier wirklich nicht viel Licht gab. Durch die Bewegung hatte sich etwas die Kapuze verschoben, die er wohl trug und darunter funkelte sie ein eindeutig nicht menschliches Auge an. "Scheiße verdammt" murmelte sie und biss die Zähne zusammen. Es waren definitiv Cyborgs.
      Mit dem Rücken an den Vorderreifen gepresst suchte sie nach einem Plan, einem Ausweg, doch das einzige, das ihr einfiel, war definitiv Angriff, denn für einen Rückzug war es definitiv zu spät. Sie hätte nicht herkommen sollen, ihre Neugierde brachte sie noch um. Es waren schon viele Suchtrupps umgekommen und sie musste ausgerechnet diesem hier nachgehen?
      Wenige Sekunden später hörte sie, wie jemand vor ihr auf dem Boden aufkam und atmete tief durch. "Jetzt oder nie" murmelte sie und feuerte auf den Mann, der nur wenige Meter vor ihr stand.
      Mit einem klirrendenen Geräusch prallten die Kugeln von seinem Arm ab, als sie auf diesen zielte, worauf sie das Feuer stoppte. Sie musste sich etwas anderes überlegen, wenn sie diese Typen hier loswerden wollte. Der Notfallplan war in der Seitentasche ihres Umhangs und so griff sie hinein, die klammen Finger das kühle Metall umklammernd. Das Gewehr noch immer auf den Angreifer gerichtet, ließ sie ihn nicht aus den Augen.

    • Vor Tasha gelandet hatte er vieles erwartet, jedoch niemals den Versuch einen Schuss zu wagen, der lediglich austesten sollte ob er wirklich nur einer Maschine oder tatsächlich ein Mensch sein sollte.
      noch nachfedernd und leicht kniend stand er nun vor der jungen Frau und und richtete sich langsam auf, den Mantel an seiner linken Schulter betrachtend. Hatte sie wirklich auf ihn gezielt und nur verfehlt? Er hatte den Autopiloten nicht einmal im Ansatz gebraucht...
      Im nächsten Moment zischte es kurz unter seinem Gewand, woraufhin die Schultern gen Boden rutschten und er wieder die Statur eines normalen Menschen annahm.
      Er richtete sich langsam vor ihr auf und streckte seinen rechten Arm in ihre Richtung.
      Nein keinesfalls hatte diese meisterhafte Schützin ihr Ziel verfehlt...
      "Ernsthaft, die zielst auf Ersatzteile?", war das einzige, was er von sich gab, während er sich vor ihr aufrichtete und sein von giftgrün auf das ursprünglich dezent gelb schimmernde Auge wechselte.
      Der kleine silberne Engel von Jou hatte sich bereits unter dem Fahrzeug seinen Weg zu Tasha und Silver gebahnt und richtete sein Auge auf ihren Hals, worauf binnen von wenigen Sekunden genau dieser mit lauter bestimmter Stimme, immer noch auf dem Boden liegend schrie:
      "Wenn du dem Menschen nur ein Haar krümmst, weisst du was passiert Silver!"
      Ein Mensch? Wirklich? Jous Spinnencyborg muss sich geirrt haben. Niemand wäre so verrückt sich gegen sie drei entgegen zu stellen.
      Aber es gab wohl keinen Zweifel...
      Das Auge der kleinen Spinne war lediglich dazu da, um Statuswerte seines Gegenüber regelrecht zu sehen und auf Jou's Uhr zu übertragen. Er sah ihren schnellen Puls, ihre auf 37,6° erhöhte Temperatur, was vermutlich durch den Adrenalinanstieg zustande kam. Sie war keine Maschinenattentäterin, sie war ein Mensch.
      Ein ehrliches Lächeln zierte Jonathan's Gesicht. Niemals hätte er gedacht, Menschen so nahe der Mauer zu begegnen und schon gar nicht einer so talentierten und in seinen Augen so hübschen jungen Frau.
    • Tasha hatte wirklich mit allem gerechnet, hatte sich insgeheim schon darauf vorbereitet, selbst eine Kugel einstecken zu müssen oder ihren Notfallplan ausführen zu müssen, doch damit, dass dieser Mann einfach vor ihr stehen blieb, das hatte sie am allerletzten erwartet. Kurz schenkte sie etwas anderem ihre Beachtung, denn es hörte sich an wie etwas, dass wie eine kleine flinke Maus über den Boden huschte. Waren das eventuell diese Dinger, die die andere Person, die sich noch im Dunkeln verbarg, in Richtung Boden geworfen hatte? etwas anderes konnte es fast nicht sein, denn jegliche Lebewesen hatten sie mit diesem Lärm definitiv vertrieben. Kurz darauf hörte sie die Stimme von demjenigen hinter ihr und wie er seinem Kumpanen, der noch immer mehr oder weniger reglos vor ihr stand, etwas zurief. Also hatte sie doch recht gehabt und diese Dinger waren tatsächlich so etwas wie kleine Spione. Doch was machte ihn dann so sicher, dass sie ein Mensch war? Manchmal war sie doch noch sehr fasziniert davon, was mittlerweile alles an Gerätschaften erfunden wurde.
      Trotzdem stellte sich noch eine Frage, die sich lautstark und quälend in ihren Gedanken breitmachte. Wer zur Hölle waren diese Leute?
      Und warum machte sich dieser Kerl schon wieder lustig über sie?
      Mit seinem dummen und erschreckenderweise ziemlich offenem Lächeln machte sich dieser Idiot Tasha jedenfalls auch nicht zur Freundin. Denn noch immer wollte die Anspannung nicht von ihr weichen und so kauerte sie noch immer mit dem Rücken an den Reifen gelehnt gegen das Auto. Ihre Hand zog sie langsam aus ihrer Jackentasche zurück, ein wenig froh, dass sie ihren Notfallplan nicht hatte umsetzen müssen, denn der hätte mit seinem Lärm definitiv weitere Besucher auf den Plan gelockt.
      "Gibt doch genügend andere Ersatzteil für so eine billige Maschine" knurrte sie ihrem Gegenüber entgegen und platzierte ihre geschickten Finger wieder am Abzug ihrer Waffe. Gut, ihn zu provozieren war in dieser Situation vermutlich das Allerletzte, was sie tun sollte, doch wer mit scharfen Pfeilen schoss, musste auch damit rechnen, dass welche zurück kamen.
      "Willst du deinen Leuten nicht sagen, dass sie aus ihren Verstecken rauskommen sollen?" fragte sie ihn dann daraufhin, ein schlichtender Versuch, um die angespannte Situation, in der sie sich allesamt noch immer befanden, ein wenig zu lockern. Sie hatte ganz sichcer keine Lust, ihre Deckung aufzugeben um dann doch eine Kugel in den Hinterkopf zu bekommen. Solange sie also ihn ihm Auge behielt, hatte die Blondine zumindest noch etwas Kontrolle.

    • "Billige Ersatzteile?!?!", ertönte Jou's Stimme nur einige Meter von Tasha und Silver entfernt. Man konnte regelrecht das Entsetzen in seiner Stimme hören, genauso die veränderte Tonlage, wie als hätte ein 13 jähriges Mädchen festgestellt, dass in ihrer Halloween Tüte von Trick or Treat alles von ihren Eltern gegessen wurde und nur noch eine Hälfte eines Schokoriegels mit zartbitter Schokolade übrig gelassen wurde.
      Er sprintete los, sprang vor dem Fahrzeug, hinter welchem sich Tasha und Silver befanden, ab, rutschte flink über die Motorhaube und landete in der Hocke nur knapp neben Tasha. Dann erhob er schnell einen Finger und holte tief Luft.
      Als Silver den daher galoppierenden Jou sah, fasste er sich an die Stirn und seufzte: "Na klasse, jetzt hast du es geschafft..."
      Bei der Rutschaktion von Jou war seine Kapuze nach hinten gefallen, so dass Tasha den Technikfreak, der vor einigen Momenten noch auf lange Distanz erkennen konnte, dass sie ein Mensch war, genau erkennen. Er sah sehr jung aus für sein Alter, lediglich seine tiefen Augenringe könnten andeuten, dass er doch schon einiges an Jahren und Arbeit hinter sich hatte. Jedoch wusste niemand, nicht einmal Silver wie alt er wirklich war. Schätzungsweise bewegte er sich seines Wissens und auch manchmal wegen seines Verhaltens Ende der 20er.
      Dann prustete er in einer wahnwitzigen Geschwindigkeit los: "Osmium ist ein chemisches Element mit dem Elementsymbol Os und der Ordnungszahl 76 im Periodensystem der Elemente steht es in der 8. Gruppe, der Eisengruppe. Es ist ein hartes, sprödes, stahlblaues Übergangsmetall und gehört zu den Platinmetallen. Osmium besitzt mit 462 GPa den höchsten Kompressionsmodul aller Elemente, lediglich übertroffen von aggregierten Diamant-Nanostbchen, und mit 22,6 g/cm die höchste Dichte. Biologische Funktionen von Osmium sind weder im menschlichen noch in anderen Organismen bekannt. Technisch wird Osmium wegen seines hohen Preises nur verwendet, wenn Haltbarkeit und Härte ausschlaggebend sind."
      Wieder holte er tief Luft und erhob mit viel Stolz seine Stimme: "Ich JOURIK der Geniale, habe es geschafft Cyborgprothesen genau aus diesem Material herzustellen und sie mit Silver zu verbinden, sodass er sie mühelos mit seinen eigenen Nerven steuern kann."
      Silver schüttelte daraufhin genervt aber dennoch lächelnd seinen Kopf: "Willst du ihr vielleicht auch noch den Standort unseres Clans und unseren Stammbaum erörtern, wenn die schon alles bis ins Detail an meinem Körper am Beschreiben bist, du Spinner?"




      OSMIUM
      Osmium.jpg


      Jourik

      Rasse: Mensch

      Alter: Schätzungsweise 29

      Merkmale:
      Er hat für sein Alter ein sehr jugendhaftes Aussehen, was man allerdings schnell übersieht wenn er über Wissenschaft schwadroniert.
      Tiefe Augenringe zieren seine Unterlider und es gibt nahezu keinen Moment an denen er keine Kopfhörer trägt. Er liebt Musik und begleitet gerne jegliches tägliches Szenario mit den passenden Sounds. Er ist wohl der beste Freund von Silver und umgekehrt, was in seinem Falle traurigerweise nicht schwer ist, weil ihn alle im Clan höchstens als nervig einstufen.
      Seine Erfindungen sind in 95% der Fälle Tieren nachempfunden, aus dem Grund weil er selbst nie welche haben durfte jedoch jedes Lebewesen auf dem Planeten wohl mehr liebt als sich selbst.

      Jou.jpg

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    • Bevor die junge Frau überhaupt durchatmen, um dem Idioten vor sich noch weitere, wüste Beschimpfungen an den Kopf knallen konnte, kam jemand von hinten angerannt und ließ sich kurz darauf neben ihr fallen. Ihr keine Beachtung schenkend, schwafelte dieser jemand los, über irgendwelche technischen Dinge, von denen Tasche beim besten Willen keine Ahnung hatte. Kurzerhand fragte sie sich, ob sie gerade in einem Paralelluniversum gelandet war, denn das alles kam ihr gerade vor wie ein schlechter Witz. Das ganze Adrenalin, welches sich zuvor angestaut hatte, fiel nun mit einem Mal von ihr und sie fasste sich beruhigend an den eigenen Kopf, um wieder klar denken zu können. Ein sehr positiver Effekt an der ganzen Sache war natürlich, dass sie jetzt wusste, dass sie keinen Cyborgs gegenüber stand, sondern anderen Menschen, aus Fleisch und Blut, so wie sie selbst. Das war eine erleichternde Erkenntnis, sie würde also nicht jetzt sofort sterben, so wie dieser arme Trupp zuvor.
      "Verdammt, könnt ihr zwei Kleinkinder euch zuhause streiten?" keifte sie los und richtete sich auf, wobei sie sich an der Schulter desjenigen abstützte, der nun neben ihr kauerte, sodass dieser kurzerhand zur Seite und in den Dreck gestoßen wurde. "Wir haben jetzt wirklich nicht die Zeit dafür" erklärte sie weiter, den Blick fest auf diesen sogenannten Silver gerichtet denn er war ja anscheinend so etwas wie ihr Anführer, oder zumindest derjenige, der hier den Ton angab.
      "Diese Leute hier, das waren meine Leute und sie sind tot, wie ihr ja wohl auch schon festgestellt habt. Und da ich sie offensichtlich nicht umgebracht habe und ihr sie auch nicht.. Also derjenige, der hierfür verantwortlich war, muss noch immer in der Nähe sein" schlussfolgerte sie weiter und strich beinahe liebevoll über ihr Gewehr, denn noch würde sie keine Anstalten machen, es aus ihren Händen zu legen. "Ich bin Tasha" meinte sie dann kurzerhand daraufhin, eine schlichtende Geste. "Und ich sage, wir sollten hier nicht weiter dumm herumstehen und auf den Tod warten."
      Es war ihr gleich, ob ihr diejenigen folgen würden, doch sie würde hier nicht weiter stehen bleiben und darauf warten, dass die Mörder zurück kamen. Natürlich konnten sie auch schon über alle Berge sein, vorallem wenn es Cyborgs waren, wovon sie fest ausging, denn diese Dinger kannten so etwas wie Ausdauer oder Schmerz nicht, sie würden enfach so lange rennen, bis sie an ihrem Ziel angekommen waren.

    • Silver war einer seits erstaunt, anderer seits war es ihm neu dass Menschen, besonders Frauen, so mit ihm sprachen. Nicht, dass er dafür wäre die Frau als das schwache Geschlecht anzusehen, im Gegenteil. Im Clan hatten sie weit mehr körperlich wie auch geistig starke Frauen wie Männer. Doch diese Tasha war für ihn mehr als nur interessant. Sie wirkte rau, stark, selbstbewusst und hatte offensichtlich nicht nur an der Nähmaschine gesessen, so wie sie mit dem Schiesseisen umging. Und obendrein hatte sie noch das gewisse äußerliche etwas, blond lag ihm schon immer. Anders als die gerade noch als weiblich zu erkennenden Individuen, mit denen man sich bei ihnen im Camp vergnügen konnte. Zusätzlich, schien es so als wäre der Trupp der hier niedergemetzelt wurde, unter ihrem Befehl gestanden, das heisst, da muss noch eine gute Führungsqualität hinter der rauen Schale stecken, aber mit Sicherheit auch ein weicher Kern. Jeder der in führenden Positionen steht, weiss, dass man auch dieses Attribut mit sich bringen muss.
      "Du hast vollkommen Recht, Tasha", entgegnete er, während er ihr seine rechte Hand reichte.
      "Mein drittes Auge und guter Freund sitzt noch dort oben auf dem Dach und hat hier alles im Blick", erklärte er ihr mit einem kurzen Blick, kombiniert mit einem Nicken auf das Gebäude auf der anderen Seite der Straße, auf dem sich Bro befand.
      "Ich habe zwar keinen blassen Schimmer, wer deine Leute so zugerichtet hat, aber es können nur Maschinen gewesen sein, wenn die deinen nur ansatzweise so Schiessen konnten wie du es kannst", sagte er noch mit einem äußerst finsterem Grinsen und ergänzte dies: "Und wenn es Maschinen waren, wäre es mir eine Freude, diese räudigen Bastarde mit dir zusammen zu erledigen, ...vorausgesetzt der gute Bro da oben erledigt sie nicht schneller als wir es hier tun können."
      Man konnte im einen Moment den Hass spürenm, den seine Stimme erfüllte als er das Wort "Maschinen" aussprach, im nächsten moment, die blutrünstige Vorfreude darauf, ebem diese nach Strich und Faden auseinander zu nehmen und das am liebsten im Alleingang.
    • Wenn sie diesem Mann also einigermaßen trauen konnte, dann war jetzt definitiv der Moment, um mehr oder weniger Frieden zu schließen und die Waffen wegzustecken. Immerhin hatte er ihr gerade zugestimmt und reichte ihr nun sogar seine Hand. Zögernd sicherte sie ihre Waffe und schwang sie sich über die Schultern, ehe sie zögernd einen Schritt auf ihnen zutrat, um seine Hand zu nehmen. Sie war kalt, schloss sich aber dennoch um ihre, wie es jeder andere normale Mensch getan hätte. Er jedoch sah absolut nicht normal aus, was nicht nur an seinen Armen lag, die komplett aus diesem, nun, was hatte der Technikfreak vorhin gemeint? Achja, Osmium. Doch auch seine Augen hatten eine eher ungewöhnliche, hellgelbe Farbe und funkelten sie nun gerade sehr neugierig an.
      Stirnrunzelnd drehte sie sich nach hinten, um denjenigen zu sehen, der noch immer auf einem der Dächer kauerte. Also hatte ihr Gehör sie tatsächlich nicht im Stich gelassen und sie hatte es mit drei Leuten zu tun.
      Langsam zog sie sich die Kapuze zurück, welche ihr kurzes, blondes Haar als auch die Mechanik an ihrem linken Ohr verborgen hatte.
      "Ich weiß nicht, ob wir sie suchen und vernichten sollten" gab sie knapp zurück und suchte die Umgebung ab. Immerhin konnten sie sich überall aufhalten, wenn sie überhaupt noch in nächster Nähe waren. Immerhin hatten sie hinter der Mauer schon lange nichts mehr von Cyborgs mitbekommen und nun waren vermutlich gleich mehrere von ihnen aufgetaucht und hatten diese Männer hingerichtet. Langsam schritt sie auf einen der Männer zu und ging in die Knie. Bryce war sein Name, mit ihm hatte sie sich noch vor wenigen Tagen unterhalten. Sie würde seiner zurückgebliebenen Familie niemals sagen können, was sie gesehen hatte. Dabei wusste sie nicht, ob es schlimmer war, mit diesem Wissen herumzulaufen oder zuhause zu warten, unwissend, was mit dem Mann geschehen war. Doch eigentlich konnte sie sich die Frage selbst beantworten, denn es gab ja schließlich einen guten Grund, weshalb sie überhaupt hier war. Sie hätte es keinen einzigen weiteren Tag ausgehalten, ohne zu wissen, ob ihr Bruder noch lebte. Vielleicht war es sogar besser zu erfahren, dass er nicht mehr lebte als ihr restliches unnützes Leben auf einen Tag zu warten, der vielleicht niemals kommen würde. Mit einer langsamen und behutsamen Geste schloss sie die Augen des Mannes, der seine Familie nie wieder sehen würde und erhob sich wieder.
      "Habt ihr eine Unterkunft irgendwo? Wir sollten hier nicht darauf warten abgeschossen zu werden und ehrlich gesagt bewege ich mich ungerne nachts vorwärts, wenn ich weiß, dass hier irgendwo Maschinen auf uns lauern könnten" sagte sie und richtete sich somit an den Mann mit den silbernen Armen. "Du bist also Silver, ja?" fragte sie ihn dann und stemmte die Arme in ihre Hüfte. "Wir sollten auf jeden Fall von hier weg."

    • Als sie ihr Gesicht mehr zu erkennen gab, wurden Jou's Augen groß und sein Mund funktionierte schneller als sein Verstand ihn hätte kontrollieren können, womit er ein leises aber doch hörbares "Wow" von sich gab.
      "Korrekt", entgegnete er knapp und sah ihr hinterher, als sie ihrem vermeintlichem Kameraden die letzte Ehre erwies.
      Die Färbung der Iris rührte bei ihm daher, dass es nicht mehr seine originalen Augen waren. Nicht nur seine Arme, nein auch Augen, teils Knochen und auch Organe wurden nach seinem Unglück bei der Tankstelle durch Jou's Kunst ersetzt, wodurch er manchmal selbst am zweifeln war ob er überhaupt noch ein Mensch war, was allerdings nicht schwer für andere zu sehen war, wenn sie sich nur wenige Augenblicke mit ihm unterhalten haben. Einen empathischeren, an manchen Tagen emotionaleren und verträumteren Kerl wie ihn gab es selten, besonders in diesen so zerstörerischen Jahrzehnten.
      Er ging Tasha wenige Schritte hinterher, auch Jou folgte ihm ein paar Schritte, jedoch blieb er mit diskretem Abstand zu ihr stehen und äußerte sich mit sehr direkter Stimme: "Sie haben nicht dein ganzes Team ausgelöscht, du bist noch am Leben. Und wie ich diese Schrotthaufen kenne, bringen sie ihre Arbeit in der Regel immer zu Ende, oder setzen zumindest alles daran."
      Im selben Augenblick leuchteten seine Augen erneut in dem selben giftig hellem grün auf, was Tasha wohl schon zuvor bemerkt haben durfte, während er seinen Blick über das gesamte Areal schweifen ließ. Es war eine Funktion der Implantate, die zwar keine Wärmequellen, jedoch Stromkreisläufe, quasi geschlossene elektrische Kreisläufe für ihn deutlich sichtbar machte. Er wollte einfach auf Nummer sicher gehen. Er wusste, dass Bro niemals in der gesamten Zeit in der er ihn kannte, jemals einen Schuss verfehlt hatte, aber wer sagte, dass er nicht schon lange wieder mit etwas anderem beschäftigt war,...wie Schlafen zum Beispiel?
      "Und ja so nennt man mich", ergänzte er. "Ein Kosename, den ich dem Metall an meinem Körper zu verdanken habe", entgegnete er, während er mit den Schultern zuckte und die Arme hob, wobei die Ärmel zurück rutschten und das Osmium im Mondlicht silber schimmerte.
      "Da bin ich voll deiner Meinung, aber wohin? Ich bezweifle, dass du ein paar daher gelaufenen Streunern, Eintritt hinter die Mauern gewährst?" Man konnte kaum überhören, dass hinter dem starkem jungen Mann ein kleines Kind saß, vergleichbar mit einem Kind, das auf der Straße großgezogen wurde und zusehen durfte wie es wohlhabenderen Familien ging, die ihren Kindern in überteuerten Spielzeugwarenläden Dinge kauften, die sie nicht wollten, während er den Vätern der Familien die Schuhe putzte.
    • "Ich gehe nicht mehr zurück. Ich muss..woanders hin" gab sie schnell zurück in einem etwas härscherem Tonfall, als eigentlich beabsichtigt. Immerhin wusste sie noch immer nicht wie weit sie den drei Männern hier vertrauen konnte, sie hatte sie gerade erst getroffen und auf einen davon geschossen. Außerdem wusste mindestens einer von ihnen, dieser Nerd, mehr über die Technik der Cyborgs als ihr lieb war. Auch hinter der Maer gab es einige begabte Techniker ja, doch in den meisten Fällen reparierten sie nur Ersatzteile, rekonstruierten sie und dergleichen, doch sie schufen nicht aus neuem Material. Woher also wusste dieser Kerl, wie man solch komplizierte Gerätschaften baute. Nun, darum würde sie sich später Gedanken machen, denn jetzt ging es vorallem ums Überleben, was hier, auf offener Straße nicht wirklich gesichert war. Diesen drei Kerlen zu begegnen entsprach wirklich all ihren Plänen, eigentlich hatte sie vorgehabt schon längst irgendwo eine Unterkunft für die Nacht gefunden zu haben. Auf der anderen Seite konnten sie ihr vielleicht helfen, denn sie kannten sich hier in der Gegend vielleicht besser aus und könnten ihr vielleicht Hinweise geben?
      "Habt ihr hier nicht irgendwo eine Unterkunft?" fragte sie in Richtung der zwei Männer, die in einiger Entfernung hinter ihr stehen geblieben waren. Am liebsten hätte sie den toten Männer ein richtiges Grab geschaffen, eine letzte Ruhestätte, doch sie hatte keine Zeit dafür, um über den Verlust nachzudenken, dafür kannte sie sie ja schließlich auch gar nicht richtig. Vielleicht mochte sie dadurch kalt erscheinen, abgehärtet und schon oft war sie wegen ihrer Art auf Konflikte gestoßen. Die anderen Frauen hinter der Mauer hatten nie verstanden, wieso Tasha so sehr auf Rache aus war, warum sie sich nicht einfach niederließ mit einem anständigen Kerl, denn an alleinstehenden Männern hatte es tatsächlich nicht gemangelt. Doch hätte mit ihrer dickköpfigen und rauen Art zurecht kommen können und außerdem wollte sie nicht im Schutz der Mauer auf irgendetwas warten. Die letzten Wochen waren so oder so hart gewesen, weil es an fast allem mangelte und jeden Tag in die hoffnungslosen Gesichter der anderen zu sehen hatte sie nur noch depressiver gemacht.
      "Ihr könnt gerne hinter die Mauer gehen, aber ich glaube nicht, dass ihr dort findet, was ihr sucht" sagte sie und zog sich ihre Kapuze wieder über, griff nach ihrem Rucksack und machte Anstalten zu gehen. "Ich werde jedenfalls weiter gehen und.." fing sie an, wurde aber kurz darauf von einem lauten Geräusch unterbrochen, welches nichts anderes sein konnte, als ein Schuss. "Scheiße" zischte sie und drehte sich um in die Richtung, aus welcher der Lärm gekommen war. Es war definitiv weiter weg, mindestens vier Häuserblocks, aber dennoch war jetzt wieder Vorsicht geboten. Das alles hatte sie sich wirklich ganz anders vorgestellt, warum wurde sie denn jetzt schon so kurz hinter der Mauer aufgehalten? Es schien, als wollte man sie mit aller Macht davon abhalten, nach ihrem Bruder zu suchen.
      "Also was, kommt ihr jetzt oder nicht?" zischte sie den Männern zu und deutete auf den U-Bahn Schacht, aus welchem sie gekommen war. Sie könnten einen Umweg auf sich nehmen und so den Cyborgs möglicherweise aus dem Weg gehen. Wenn sie Glück haben sollten. Und irgendwo hoffte Tasha auch darauf, dass die Männer mit ihr kommen würden, denn obwohl sie sich gerne auf ihr eigenes Können verlassen konnte, ein wenig Hilfe war nie schlecht und diese Gruppe schien definitiv so, als hätten sie einiges drauf.