I'm not a superhero! {v2}

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    • I'm not a superhero! {v2}

      ( Ich habe beschlossen, angefangene, aber aus verschiedenen Gründen nie abgeschlossene RPG's hier nach und nach als überarbeitete und etwas abgeänderte Geschichten zu veröffentlichen, damit die erdachten, aber nie vollständig niedergeschriebenen Ideen in überarbeiteter Form doch noch ein Zuhause finden.
      Das ursprüngliche RPG hatte ich damals mit der lieben Nihal geschrieben.
      Feedback erwünscht. :)

      Arigatou. )


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      "Ja, Snowflake geht es gut", sprach ich auf dem Bett liegend in den Hörer meines Smartphones.
      "Nein, mach dir keine Sorgen. Der Urheber dieser Verschwörungstheorien über Nightshade wird bestimmt bald gefunden und zur Rechenschaft gezogen werden. Wie sieht es in London aus?"
      Eine weiße Katze betrat mehrmals miauend mein Schlafzimmer.
      "Ich stell dich eben auf laut, Schatz. Snowflake braucht meine Aufmerksamkeit."
      Ich richtete mich auf, als aus dem Lautsprecher meines Smartphones eine süß klingende, männliche Stimme ertönte: "Naja, die Negativschlagzeilen über dich haben inzwischen auch Europa erreicht. 'Der meuchelnde Superschlächter' nennt dich der Guardian..Was wirst du jetzt tun?"
      Im Hintergrund war das Rascheln einer Zeitung zu hören.
      "Lass das meine Sorge sein. Irgendwann wird über die Sache Gras gewachsen sein und bis es soweit ist, überführe ich weiterhin Kriminelle. Spätestens, wenn der Urheber dieser Theorien gefasst ist, werden mir die Leute aus Dankbarkeit wieder wie gewohnt die Stiefel lecken. Notfalls gibt es ja noch diesen Blog über mich."
      Im Hintergrund waren mehrere männliche Stimmen zu hören.
      "Ich denke dennoch, dass es das Beste wäre, bei der Öffentlichkeit ein Statement abzugeben.
      Ich weiß, dich nimmt sowas immer emotional mit, aber du kannst dich nicht immer vor deinen Problemen verstecken und warten, bis Sebastian oder ich uns darum kümmern."
      Ich antwortete nicht, sondern strich stattdessen nur stumm durch meinen schwarzes Undercut.
      Hör mal Liebling, ich muss jetzt leider auflegen, das Meeting startet in Kürze. In einigen Tagen ist die Konferenz in London hoffentlich beendet und dann kehre ich heim. Ich liebe dich und kraule Snowflake den Bauch für mich. Und versprich mir, wenigstens anzufangen, dich der Sache zu stellen."
      "Ich liebe dich auch und das werde ich. Bis bald und pass auf dich auf", antwortete ich seufzend und lauschte noch eine Weile niedergeschlagen dem Ton, das aus dem Smartphone-Lautsprecher tönte und signalisierte, dass das Gespräch beendet ist.
      Währenddessen kraulte ich Snowflake.

      "Junger Herr, Ihr 15 Uhr Tee ist servierbereit", unterbrach mich mein Butler, der plötzlich in der Tür stand und einen Servierwagen vor sich herschob, auf dem neben einer Kanne Tee auch eine Etagere mit feinem Gebäck, sowie eine Zeitzng angerichtet war.
      "Bring ihn ans Bett", sprach ich und ließ meinen Blick aus dem Fenster neben dem Bett gleiten.
      Von hier aus war der Skytree gut zu erkennen.
      "Was der werte Freund meines Herren am Apparat?", fragte mein Butler, während er den Tee in eine Tasse goss.
      "Ja", antwortete ich knapp und griff mir die Zeitung vom Servierwagen, um die heutigen Schlagzeilen zu überfliegen.
      "Erneut keine positiven Nachrichten", nahm Sebastian vorweg und schlug vor, dass ich mich in der Öffentlichkeit zeigen und ein Statement abgeben soll, um die Bürger milde zu stimmen.
      "Keine Lust", antwortete ich und blätterte um.
      "Warum so missmutig?"
      "Momentan ist mir nicht nach Öffentlichkeitsarbeit zumute."
      "An ihrer Stelle hätte ich es getan. Aber das ist Ihre Entscheidung."
      "Ich weiß, dass es das Beste ist....lass mich alleine, ich muss nachdenken."
      "Jawohl, mein Herr", entgegnete Sebastian höflich, verbeugte sich kurz und verließ mein Schlafzimmer.
      Ich drehte mich auf die Seite und klammerte mich an mein Lieblingsstofftier, das von meinem Boyfriend stammte und ein nach ihm duftendes T-Shirt von ihm trug.
      "So eine Scheiße", seufzte ich und verharrte eine Weile in dieser Position.

      Als ich mich nach einer Weile wieder aufrichtete, war der Tee kalt und die Dämmerung brach herein.
      Stumm trank ich die Tasse des inzwischen kalt gewordenen grünen Tees aus umd setzte mich an einen massiven Schreibtisch in meinem Zimmer, auf dem neben einem Laptop auch ein leistungsstarker Desktop-PC mitsamt zweier WQHD-21:9 Monitore standen.
      Ich fuhr den PC hoch und öffnete den Nightshade Fan-Blog, der vor einigen Monaten eröffnet wurde und über meine Heldentaten berichtet.

      Der aktuellste Blogeintrag befasste sich mit den über mich verbreiteten Verschwörungstheorien und ordnete diese objektiv und von Fakten und seriösen Quellen untermauert als Fake News ein.
      Obwohl der Artikel gut geschrieben war und in den Kommentaren einige Unterstützer fand, betrachtete mich die Mehrheit der User noch immer als Wurzel allen Übels, den Grund für sie seit Wochen wieder steigende Kriminalitätsrate.
      Ein Grund dafür war die Behauptung eines Users namens "Fury", der behauptete, dass er beobachtet habe, wie Nightshade Minderjährige belästigt habe.
      Darunter standen Antworten wie
      "Was für ein ekelhaftes kriminelles Subjekt" und Aussagen wie "Kann den nicht endlich jemand umbringen, so wie er diesen russichen Agenten neulich umgebracht hat?" und "Wir brauchen Nightshade endgültig nicht mehr!! Der macht unserer Stadt nur noch Ärger!"
      Ich ballte mit den Fäusten und schlug mehrmals zähneknirschend auf den Tisch

      "Was wird das, mein Herr?", fragte mein Butler, er plötzlich in der Tür stand und mich überraschte.
      "Nichts...ich hab nur gerade einige Kommentare in diesem Blog gelesen."
      "Und?", fragte Sebastian und trat an meinen Schreibtisch heran.
      Er beugte sich nach vorne und begann, die Kommentare zu lesen.
      "Auch wenn ihr Japaner in der Öffentlichkeit als höflich und zurückhaltend wahrgenommen werdet, zeigen sich im Internet der Anonymität sei Dank die wahren Gesichter der Menschen."

      "Vielleicht sollte ich das Held sein an den Nagel hängen und mein altes Leben weiterleben. Eigentlich hatte ich sowieso andere Pläne.. "

      "Vielleicht kann das hier Ihre Einstellung wieder ändern", sprach Sebastian und legte mir eine Akte auf den Tisch.
      "In ein paar Tagen kommt der chinesische Präsident für einen Staatsbesuch nach Japan und wenn man den Informationen der Keimutai Glauben schenken darf, könnte eine radikale, China-feindliche Gruppierung einen Anschlag auf den chinesichen Prösidenten verüben, da sie strikt gegen den wachsenden Einfluss Chinas in Japan sind. Die Verhinderung des Anschlags wäre die perfekte Gelegenheit, um Ihren Ruf wiederherzustellen."
      Ungläubig blickte ich durch die Akte und anschließend zu Sebastian.
      "Wo hast du die her?"
      "Nun, sagen wir ich hab ein wenig meinen Charme spielen lassen", zwinkerte er mir verführerisch zu und leckte sich über die Lippen.
      "Du kannst es einfach nicht lassen, hm?", schüttelte ich dezent mit dem Kopf.
      "Wie viele Herzen willst du noch brechen?"
      "Verzeih, mein Herr. Doch ich hab nur meinem Auftrag befolgt, der darin besteht, meinem Herren mit allen Mitteln zu unterstützen", erklärte Sebastian und verbeugte sich vor mir.

      Ich verstaute die Akte im Schubfach meines Schreibtisches, da ich später in Ruhe darüber nachdenken wollte.
      "Ich schaue es mir später an. Erstmal brauche ich etwas frische Luft", erwiderte ich seufzend und zog mir etwas an.
      "Bleib hier und kümmere dich um das Abendessen. Ich will Sushi."
      "Verstanden, mein Herr", erwiderte Sebastian und machte sich sogleich ans Werk.

      ______

      Mein Spaziergang durch die beleuchteten Straßen Tokyos machte, verschlug mich nach einer Weile in den Bezirk Shibuya, wo ich einen Animate-Store betrat und dort auf 7 Etagen diverse Anime-Artikel betrachtete.
      Ich kam sehr gerne in dieses Geschäft, da sie neben normalen Gattungswaren auch echte Sammlerstücke im Angebot hatten, die natürlich entsprechend teuer waren.
      Seufzend stand ich schließlich vor einer riesigen Vitrine, in der etliche hochwertige und detailgetreue Figuren zu beliebten Anime-Charakteren standen, als mir auffiel, dass ich mein Portemonnaie vergessen hatte.
      // Fuck my life -.- //, fluchte ich in Gedanken und verließ nach einem Umweg durch die Manga-Abteilung das Geschäft wieder, um den Heimweg anzutreten.
      In Gedanken beschäftigte mich die Akte, die Sebastian besorgt hatte.
      // Ob es wirklich richtig ist, sich in politische Belange einzumischen? Schließlich bin ich als Superheld dem Volk verpflichtet und nicht der Politik..auf der anderen Seite hasst mich jenes Volk doch eh, seit diese Verschwörungstheorien meinen Ruf ruinieren... //

      _____________

      Knapp 40 Minuten später hatte ich das Appartement wieder erreicht und Hunger mitgebracht.
      Sebastian hatte gerade das Esszimmer hergerichtet und stand im Flur an der Tür, um mich zu empfangen.
      „Willkommen zurück, junger Herr. Ich hoffe, Ihr Ausflug war zu Ihrer Zufriedenheit. Während Ihrer Abwesenheit habe ich das Abendessen zubereitet."
      "Danke", erwiderte kurz und lief den breiten Flur entlang direkt in mein Zimmer.
      Dort zog ich mich um und schnappte mir den Laptop vom Schreibtisch.

      --------

      Während ich wenig später mit Sebastian zu Abend aß, tippte ich mit einer Hand auf dem Laptop herum und hielt mit der anderen Hand die Stäbchen, mit denen ich das Sushi von der Platte in die Soya-Sauce und in meinen Mund gleiten ließ.
      Im Hintergrund war aus einer Anlage klassische Musik europäischer Komponisten zu hören, deren Klang die Stille durchbrach.
      "Was beschäftigt Sie, junger Herr?", fragte mich mein Butler schließlich und blickte dabei aufmerksam auf die Tasten des Laptops, welche ich betätigte.
      "Nichts. Ich schreibe", entgegnete ich knapp und speicherte die Word-Datei ab, ehe ich sie über das WLAN in hundertfacher Ausführung ausdrucken ließ.
      "Und was schreiben Sie?"
      Stumm drehte ich den Laptop um, sodass Sebastian den Monitor sehen konnte.
      Neugierig beugte er sich nach vorne und bemerkte den kurzen Text, der dort geschrieben stand: Werter Autor der Verschwörungstheorien, Japans Baron von Mönchhausen.
      Ich, Nightshade, habe Ihre Identität enthüllt und werde sie der Öffentlichkeit preisgeben, sollten Sie sich morgen Mittag Punkt 12 Uhr nicht auf der Aussichtsplattform des Tokyo Skytree vorfinden und die dort deponierten Anweisungen befolgen."
      "Hmmm.. interessant..Sie wollen den Täter untee Druck setzen.", entgegnete Sebastian nach einer Weile.
      "Richtig. Ich hab auf dem Rückweg nachgedacht und hoffe, mit dem Autor reden zu können. Vielleicht hab ich ihm in der Vergangenheit Unrecht getan und er macht auf diese Art seinem Ärger Luft."
      "Und wie wollen Sie die Nachricht verteilen?"
      "Ich werde den Server hacken, in dem alle E-Mails unabhängig des Providers der Präfektur Tokyo eingehen und an die Empfänger verteilt werden, und meine E-Mail an alle in der Stadt senden."
      "Angenommen, Ihr Plan funktioniert, was würden Sie tun, wenn statt des Täters aus Neugier mehrere Dutzend Leute den Ort in der E-Mail aufsuchen?"
      "Weiß nicht. Ich vertraue darauf, dass die meisten Leute zum angegebenen Zeitpunkt arbeiten sind oder sich nicht angesprochen fühlen."
      "Und wenn der Autor selbst arbeiten ist?"
      "Deshalb verteile ich die noch heute Nacht, damit der er noch genügend Zeit hat, sich krankschreiben zu lassen."
      "Gut. Sie scheinen vorrausgedacht zu haben. Ich werde Sie jetzt wieder in Ruhe lassen."
      "Danke.'

      Kurz darauf hatte ich die Botschaft fertiggestellt und stand mit dem Laptop unter dem Arm auf.
      "Tut mir den Gefallen und schließ nach dem Essen auch alle Vorhänge zu."
      "Jawohl, mein Herr."
      "Ich werde heute Nacht wieder einen Rundgang machen. Bis morgen."
      "Gute Nacht, mein Herr."

      ___________

      Den restlichen Abend verbrachte ich damit, den städtischen E-Mail Server anzuzapfen und meine Nachricht hochzuladen.
      Währenddessen lief eine KI-basierte Software, welche ich während meines IT-Studiums als Projekt entwickelt und seitdem immer weiter verbessert hatte und auf dem "Predictive Policing" der USA basierte.
      Die Software sollte Verbrechen vorhersagen, ehe sie passierten und zusätzliche Informationen wie die Anzahl der Täter bereitstellen.
      Dabei lag Trefferquote inzwischen bei rund 95%.

      Gegen 23 Uhr konnte ich endlich auf den Server zugreifen und meine E-Mail in den Verteiler laden.
      Nach erfolgreicher Tat zerstörte ich die Verbindung zufrieden mit einem kill switch, welche es für die Behörden fast unmöglich machen dürfte, die Verbindung auf meinen Rechner zurück zu erfolgen und kümmerte mich nun um meine Rüstung.

      Ich betrat dazu eine geheimen Kammer, die nur durch eine geheime Vorrichtung an meinem Bücherregal im Schlafzimmer zu erreichen war, und wartete das 3D-Gear meiner Uniform, das halb auseinandergebaut auf einem hölzernen Tisch lag.

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      An jeder Seite des an der Hüfte zu befestigenden Gürtels befanden sich Tanks mit speziellem Gas zum Antrieb, ein Schutzpolster zwischen Antrieb und Körper, um Rückenschmerzen zu vermeiden
      und eine spezielle Schwertscheide mit Platz für je 6 Klingen.
      Drei davon waren Messerscharf und zum Töten ausgelegt, die anderen drei waren stumpf, standen dafür jedoch unter Strom und hatten genügend Spannung, um auch hartgesottene Männer für einige Zeit handlungsunfähig zu machen.
      Die Halterungen für die Schwerter sowie die Anker, die mit stabilen Eisendrähten an der Konstruktion befestigt waren, wurden mit stabilen Ledergürteln an Gürtel, Brust, Hüfte, Oberschenkeln und Füßen befestigt, um die Gewichtslast besser zu verteilen und meine Balance zu verbessern.
      Abgerundet wurde das Gear von meiner an das Cyperpunk-Genre angelehnte Kostüm, damit meine Identität nicht auffliegt.
      "Der Aufklärungstrupp wäre stolz auf mich", murmelte ich nach abgeschlossener Wartung vor mich hin und zog meine Uniform an, ehe ich mir das Gear am Körper befestigte.

      Die eigentliche Rüstung war an das Cyberpunk-Genre angelehnt und kam entsprechend futuristisch daher.

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      Nach einer abschließenden Analyse der Daten, die mir ungefähre Locations und Uhrzeiten potentieller Daten ausspuckte, machte ich mich gegen Mitternacht auf den Weg, um meinen Superhelden-Pflichten nachzukommen.
      Elegant schwang ich mich mit meinem 3D-Gear durch die Häuserschluchten.
      Mein Kommunikator, der nicht nur mein Draht zu den Notdiensten und zu Sebastian und meinem Freund war, diente auch wunderbar zur Musikwiedergabe, weshalb während meiner Reise in meinen Ohren "BoroBoro" von Arash dröhnte.
      Schon bald hatte ich meine erste Location im Bezrik Shibyua erreicht, wo das erste Verbrechen des frisch angebrochenen Tages stattfinden sollte.


      _______

      (Ortswechsel)

      Eine junge Journalistin war gerade nach einem langen Arbeitstag im Redaktionsbüro eines Verlages, der täglichen Millionen von Menschen in Form von Tageszeitschriften über das aktuelle Geschehen informiert, auf dem Heimweg.
      Zuvor hatte sie noch ein unerwart langes Meeting späten Treffen mit ihrem Chef und anderen Redakteuren gehabt, da es wegen der nächsten Ausgabe Komplikationen gab.
      Das alles war furchtbar anstrengend für sie und sie wollte im Moment nichts anderes als Musik hören.
      Sie hatte sich gerade die Ohrstöpsel ihrer Kopfhörer in die Gehörgänge geschoben, ihr mobiles Internet angeschaltet und den ersten Takten ihrer Lieblingsmusik gelauscht, als sie von einer Benachrichtigung unterbrochen wurde, die von der E-Mail herrühte, welche ich vor knapp einer Stunde an alle in der Stadt geschickt hatte.

      Ein wenig verwirrt blieb sie am fast leeren Bürgersteig im Norden von Shubuya stehen und laß sie die Nachricht.
      "Ein unbekannter Absender, der Skytree Tower und eine geheime Botschaft. Vielleicht kann ich meinen Chef davon überzeugen, morgen dort meiner journalistischen Tätigkeit nachzugehen. Schließlich geht es um mein Idol. Mein Nightshade~."

      Da es ein ziemlich windiger Abend war und da sie nur ein Kleid trug, entschloss sie sich, ihren Heimweg etwas abzukürzen.
      Naiv und ohne groß Nachzudenken lief sie langsam in eine nahegelegene kleine Gasse und schaltete die Taschenlampe ihres Smartphones an, um in der nur spärlich beleuchteten Location etwas sehen zu können.


      Währenddessen lungerten in jener dunklen Gasse drei Kleinkriminelle herum, die sich gerade an zwei Automaten zu schaffen machen.
      "Beeil dich, Shinji. Wir haben nicht viel Zeit und ich will nicht schon wieder erwischt werden", hauchte der erste gestresst, während er einen bereits aufgebrochenen Automaten plünderte, der mit gefüllten Plastikkugeln in verschiedenen Farben gefüllt war.
      "Ich mach ja schon...Aah..diese blöde Schloss. Warum sollen wir überhaupt Gatcha-Automaten plündern?", ächzte der zweite genervt, als der dritte im Bunde die junge Frau bemerkte, welche inzwischen relativ zügig die Gasse durchquerte und dabei ihr Smartphone so hielt, als würde sie filmen.
      "Macht euch keine Sorgen. Unser Boss wird schon seine Gründe haben. Außerdem ist er mit seinen Leuten ganz in der Nähe, sollte etwas passieren. Wartet mal", knurrte er, flitzte direkt zu ihr und versperrte ihr den Weg.
      Der Boss des Trios schritt selbstbewusst auf sie zu
      "Na Kleines, hast du dich verlaufen? Solche Orte sind nichts für Mädchen wie dich. Gib mir mal dein Smartphone!"
      "Was? Nein.. Lassen Sie mich in Ruhe!"
      "Gib mir dein scheiß Smartphone", wiederholte der Mann seine Ansage aggressiv.
      "Nein!", sprach die junge Frau erneut und hielte es so fest sie konnte, als der Mann ihr an die Kehle packte.
      "Gib es mir!"
      Die junge Frau jedoch war taff, gab dem Täter geübt eine Ohrfeige und riss sich los, ehe sie ihm mit einem gezielten Tritt in die Eier trat.
      Jedoch zeigte sich der Mann davon ziemlich unbeindruckt und holte zum Gegenschlag aus.
      Mit einem gezielten Überwurf holte er sie von den Beinen, sodass sie hart auf dem Boden aufkam.
      Er beugte sich über sie und griff ihr an den Hals, seine Kollegen leerten inzwischen den zweiten Automaten.
      "Das hättest du lieber nicht tun sollen, du Miststück! In solchen Gassen wird dich um die Uhrzeit niemand schreien hören. Zu Schade, dass dir das niemand gesagt hat. Naja, für dich ist es Schade, doch Yuki und Shinji dort drüben werden gleich seine wahre Freude mit deiner kleinen Spalte haben", sprach er und hob sie hoch, um sie hart gegen eine mit Grafitti beschmierte Hauswand zu drücken.
      Er zückte grinsend ein Butterfly, Yuki und Shinji hatten ihre Arbeit inzwischen erledigt und schritten mit zwei vollen Taschen zu ihrem Boss.
      "Was für eine geile Maus", keuchte Yuki und leckte sich über die Lippen."
      "Lasst und mal sehen, was sie schönes drunter trägt."
      Der Anführer zog aus seiner Tasche ein Butterfly.
      Mit einem lockeren Zug der Klinge fiel das Kleid der jungen Frau und die drei Männer konnten ihre kranke Begierde kaum unterdrücken, während ihr das Messer an die Kehle gedrückt wurde und eine raue Zunge über ihren weichen Hals fuhr.
      Die junge Frau schrie panisch und blickte verzweifelt nach oben, wo ich gerade wutentbrannt auf die Männer zustürzte.
      Dem Boss hackte ich im Fallen mit der scharfen Klinge die Hand die das Buterfly hielt ab, betäubte ihn mit der stumpfen, unter Strom stehenden Klinge in meiner anderen Hand, welche eine Wunde an seiner Kehle hinterließ und trat ihn von der Frau weg gegen eine Wand.
      Das Knacken seiner Nase beim Aufprall war deutlich zu hören und er blieb benommen in seiner roten Suppe liegen.
      "Lauf weg!", rief ich zu der jungen Frau, welche panisch ihr zerrissenes Kleid und schnappte und ihr Smartphone noch fest umklammert nur in Unterwäsche aus der Gasse lief.
      Dort versteckte sie sich hinter einem Auto und bedeckte sich weinend den halbnackten Körper mit dem beschmutzten Kleid.
      Aus der Gasse waren ziemlich brutale Kampf-Geräusche zu hören.
      Den zweiten der Männer hatte ich bereits mit der Stromklinge außer Gefecht gesetzt, der dritte jedoch war zäh und wehrte sich.
      Mit dem Messer des Bosses, das er aufgehoben hatte, stürzte er schreiend auf mich zu, jedoch konnte ich ausweichen, ihn am Arm packen und gegen eine Wand schleudern.
      Jedoch stützte er sich mit seinen Füßen an der Wand ab und sollte das Momentum nutzen, um mich zu Fall zu bringen.
      Aus Reflex nutzte ich meine Position und setzte als Konter zu einem Überwurf an, der ihn rücklings auf den Boden krachen ließ und ausknockte.
      Ich bemerkte jedoch nicht, dass der Boss der drei telefonierte.
      "Alarmstufe rot", brüllte er ins Telefon, als ich ihn mit einem festen Tritt gegen seine Schläfe das Bewusstsein stahl.
      Augenblicke später kamen zwei schwarze Pick-up's angefahren, aus denen ein halbes Dutzend bewaffneter Männer ausstiegen, welche ohne zu zögern ihre schallgedämpften Maschinengewehre zückten und mehrere Warnschüsse in die Gasse feuerten.
      Die junge Frau hatte einen Geistesblitz und fing an, die Szene mit ihrem Smartphone aufzunehmen.

      "Unser Boss ist ziemlich sauer, weil du ein paar unserer Jungs auf dem Gewissen hast und heute wirst du dafür bezahlen. Komm raus und stell dich deiner Strafe, Nightshade sonst kommen wir rein und dann wird es ungemütlich", drohte mir einer der Bewaffneten.
      "Deine Jungs wollten sich an einer Frau vergehen", antwortete ich lautstark und hatte den Boss zwischenzeitlich wieder kamgfunfähig gemacht.
      "Wir werden sie dafür zur Rechenschaft ziehen. Und jetzt komm raus und stell dich."
      Mit dem Boss des Trios unter dem Arm flog ich im Schutz der Dunkelheit mehrere Meter in die Lüfte und befestigte uns mithilfe der Anker meines Gears an den Wänden.
      Kraftvoll trat ich den bewusstlosen Körper zur Ablenkung aus der Gasse den Gangstern entgegen, welcher anfangs irrtümlich von den bewaffneten Gangstern für mich gehalten wurde, weshalb sie alle auf ihn schossen.
      Der Irrtum fiel ihnen zwar auf, jedoch war es da bereits zu spät.
      Wie ein Pfeil schoss ich plötzlich aus der Gasse, drehte mich elegant wie ein Kreisel durch die Gangster und streckte sie innerhalb weniger Augenblicke einen nach den Anderen mit meinen Stromklingen nieder, welche ihnen Schnittwunden verpassten und unter Strom setzten.
      "Obwohl ich gerne meine scharfen Klingen benutzt hätte, um euch Bastarde zu vernichten...", flüsterte ich schließlich ins Ohr des am Boden liegenden Anführers und wandte mich von ihm und seinen zuckenden Kollegen ab.
      "Arghh..d..das ist noch nicht v..orbei... W..wir werden un..s w..wieder...sehen...", stotterte er und kollabierte schließlich.

      Elegant ignorierte ich ihn, verstaute meine Klingen und lief auf die traumatisierte Frau zu, welche die Aufnahme kurz zuvor von mir unbemerkt beendet und das Material auf ihrem Smartphone gespeichert hatte.
      "Vielen lieben Dank, Nightshade", sprach die junge Frau, rannte zu mir und umarmte mich sichtlich erleichtert.
      Nach einigen Sekunden drückte ich sie sanft weg und blickte ihr ins Gesicht.
      Zufrieden, dass sie körperlich unversehrt war, rief ich mit meinem Kommunikator am Ohr Polizei und Notruf und erklärte ihr knapp die Situation, als ich mich wieder der jungen Frau widmete, welche sich auf den Bordstein gesetzt hatte.
      "Wie geht's dir?"
      Ich setzte mich neben sie und legte tröstend einen Arm um ihren schlanken Körper.
      "Schrecklich...ich wollte nur eine Abkürzung nach Hause nehmen, als mich diese Typen belästigten."
      "Wie heißt du?"
      "Itsuko. Itsuko Matsuoka. Könnte ich vielleicht ein Selfie mit dir machen? Für meinen Blog?"
      "Bist du ein Fan?"
      "Ja..kann man so sagen."
      In der Ferne waren die Sirenen von Polizei und Krankenwagen zu hören.
      Rasch legte ich ihr eine Jacke von einem der Täter um, damit Itsuko nicht frierte.
      Anschließend machte sie schnell das Foto mit mir und kurz bevor Polizei und Krankenwagen in die Straße einbogen, zog ich mich mithilfe des Antriebes und den Ankern, die ich in eine Wand über mir schoss, nach oben und verschwand über ein angrenzendes Dach in der Dunkelheit.
      "Danke. Ich werde mich revanchieren, niemand wird dich mehr beleidigen. Nie wieder!", rief Itsuko in die Dunkelheit, als zwei Polizei- und ein halbes Dutzend Krankenwagen hielten, die Helfer ausstiegen und sich um Itsuko, sowie die Kriminellen kümmerten.

      Fortsetzung folgt...
      I'm in love with music, anime & video games.