I'm friends with the monster [Mizu&Lucy-chan]

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    • I'm friends with the monster [Mizu&Lucy-chan]

      Vorstellung:
      I‘m friends with the monster [Mizu&Lucy-chan]

      @Lucy-chan


      Milla Reed

      Mit geschlossenen Augen glitten ihre Finger über die Tasten, Tschaikowskis Schwanensee ertönte durch den Raum. Das Stück erreichte gerade seinen Höhepunkt, als die Töne verstummten. Milla öffnete die Augen, Scheinwerferlicht strahlte der jungen Musikerin ins Gesicht und sie brauchte einen Moment, um sich an die Helligkeit zu gewöhnen. Erst in diesem Moment bemerkte sie, dass ihre Finger unkontrolliert in die Tasten schlugen, schiefe und krumme Töne schallten in ihren Ohren, wurden immer lauter. Panisch versuchte sie ihren Körper zu zwingen, das vorher wunderschöne Lied wieder aufzunehmen, doch es gelang ihr nicht. Ganz im Gegenteil, sie hatte das Gefühl es würde immer lauter und schlimmer werden. Verzweifelt schloss sie wieder die Augen, wollte vom Klavier aufstehen, doch ihr Körper gehorchte ihr nicht mehr. Sie schrie und erst dieser Schrei, holte sie aus ihrer Traumwelt zurück.
      Verschwitzt und schwer atmend starrte sie an die Decke. Langsam hob Milla ihre Hände, das Zittern war gerade noch stärker als sonst. "Wieder dieser Traum..", murmelte die blauhaarige und legte ihre Arme über ihren Kopf. Vorsichtig sah sie auf die Uhr, die ihr verriet dass es gerade mal 03:00 Uhr am Morgen war. An Schlaf war wohl nicht mehr zu denken, dafür arbeitete ihr Kopf zu sehr. Klassische Musik. Früher liebte sie sie, doch inzwischen wollte sie so viel Abstand wie möglich zu ihr gewinnen.
      Nach ein paar Minuten stand die junge Frau auf, ging in die Küche und machte sich einen Kaffee. Das Rauschen des Wasserkochers, holte sie ein wenig runter. Seufzend sah sie erneut auf die Uhr, beschloss dann aber wieder ins Schlafzimmer zu gehen und sich umzuziehen. Später müsste sie noch zur Selbsthilfegruppe. Gott, wie sie diese Treffen hasste. Jedes Mal war es doch dasselbe. Sie stellten sich vor, redeten über ihre Gefühle und ihre Vergangenheit. Eigentlich sollte es ihr helfen, doch Milla war dafür einfach noch nicht bereit. Sie warf sich in ihre bequemen Skate Klamotten und füllte ihren Kaffee in einen To Go Becher, ehe sie mit ihrem Board das Haus verließ.
      Leise schlich sie sich durch den Flur, sie wollte keinesfalls ihre Eltern wecken. Zwar wohnten sie nicht direkt zusammen, aber zumindest im selben Haus. Nach ihrem Unfall wollten Millas Eltern sie wieder näher bei sich haben, auch wenn das der blauhaarigen lange Zeit widerstrebte.
      An der frischen Luft, nahm sie einen tiefen Atemzug. Es war sehr dunkel und alleine das Licht der Laternen beleuchtete die Straße. Sie schwang sich auf ihr Skateboard und fuhr einfach ziellos die Straßen entlang.

      Als die blauhaarige das nächste Mal auf ihr Handy sah, war es bereits 08:00 Uhr. So langsam müsste sie zurück, ihre Eltern klingelten sie zum Frühstück immer wach. Seufzend fuhr sie die gesamte Strecke wieder zurück, überlegte kurz am heutigen Tag einfach alles sausen zu lassen und einfach zu verschwinden, doch das konnte sie ihren Eltern nicht antun. Niemandem.
      Nach ihrem Ausflug stieg die 20 jährige unter die Dusche und zog sich erneut etwas bequemes an. Früher trug sie gerne sehr feminine Sachen, auch ihre Haare waren braun. Nie wäre sie auf die Idee gekommen diese zu färben, das war in ihrer Branche schlichtweg nicht gerne gesehen. Doch ihr Unfall veränderte alles. Ihren Style, ihre Persönlichkeit, ihr Leben. Nachdem sie gerade aus dem Bad kam, klingelte es an der Tür. Schwermütig öffnete sie diese, während ihre Mutter ihr sanft ins Gesicht lächelte. "Bin bereit.", murmelte Milla nur und ging rüber zu ihren Eltern. Am Tisch wurde geschwiegen, wie so oft. Nach dem Unfall redeten sie nicht mehr sonderlich viel. Manchmal kam es der jungen Frau so vor, als wäre die Musik und das Klavier das einzige gewesen, worüber sie sich mit ihren Eltern unterhielt. Nach dem Frühstück, welches sich für Milla auf eine Schreibe Brot und eine weitere Tasse Kaffee beschränkte, fuhren ihre Eltern sie zur Selbsthilfegruppe.
      Egal wie oft die 20 jährige ihnen klar machte, dass sie es alleine dort hin schaffen würde, die beiden bestanden darauf sie zu fahren. Wahrscheinlich aber dachten sie, dass Milla sonst die Treffen schwänzen würde. Mit einem kurzen Winken, verabschiedete sich die blauhaarige von ihren Eltern, betrat das große Gebäude und den Raum, in dem die regelmäßigen Treffen stattfanden. Wie immer setzte sie sich auf den selben Platz. Sah die selben Leute. Es war doch einfach alles unnötig.
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    • Rose

      8 Uhr.
      Wie lange sie schon die Decke anstarrte und versuchte einen Sinn daran zu finden, heute aufzustehen wusste sie nicht, aber sie war sich dessen sicher, dass ihr die weiße Decke über ihrem Kopf nicht helfen wird eine Antwort darauf zu finden. Es gab keinen Grund mehr aufzustehen, den gab es seit zwei Jahren nicht mehr, es gab nicht einmal mehr einen wirklichen zu leben, aber ihre Mutter verbat ihr diese Gedanken auch nur in den Kopf zu nehmen. Es würde ein Morgen, wie jeder andere sein, dessen war sich die Schwarzhaarige sicher: aufstehen, duschen, sich verhasst in dem Spiegel mustern und die Narben auf ihrem Körper erblicken, frühstücken und sich wieder ins Bett verkriechen, um den Tag irgendwie rum zu kriegen. Rose war sich sicher, dass ihre Mom ihr wieder Müsli vorbereitet hat, dass sie zur Arbeit aufbrechen wird und sie alleine zuhause lässt und ihr Vater um 12 und um drei Uhr anrufen wird, um zu fragen, ob alles in Ordnung ist und um zu kontrollieren, ob sie noch lebt. Als würden sie wirklich glauben, dass sie in der Lage dazu wäre es zu tun.. Nun, um ehrlich zu sein wusste es Rose nicht einmal selbst, aber sie war sich nicht einmal sicher, was sie mit ihrem Leben anfangen sollte, auf ihr Wort konnte man nicht wirklich vertrauen.
      Der Ausschnitt von 'habits' fing schon sicherlich zum vierten Mal an, da entschloss sich die Schwarzhaarige ihren Arm zu bewegen, um ihren Wecker auszuschalten, auch wenn ihr nicht nach Aufstehen war. Ob sie sich vielleicht schlafend stellen kann, wenn ihre Mutter gleich ins Zimmer kommt? Vermutlich nicht, denn sie achtete penibel darauf, dass Rose etwas aß, dass sie vor allem aus dem Bett aufstand, auch wenn es eigentlich keinen weiteren Sinn hatte. Was ergab aber schon Sinn? Fragen, dessen Antworten die junge Frau schon seit einer gefühlt halben Ewigkeit suchte.
      Es klopfte, es konnte nur ihre Mutter sein, immerhin gab es nur noch die beiden in diesem Haus hier, ihr Vater ist vor knapp einem Jahr ausgezogen. "Guten Morgen, Baby", die liebevolle Stimme erfüllte den Raum, ihre Mutter war eingetreten, bevor sie die Erlaubnis dafür bekam, aber was hatte Rose auch schon zu verstecken? "Morgen, Mom", begrüßte sie die blonde Frau, die ans Fenster ging, um die Vorhänge aufzumachen. Licht drang in das dunkle Zimmer, es war Zeit aufzustehen. "Ich habe dir unten ein Müsli fertig gemacht und einen frischen Orangensaft.. Beeil dich, wir dürfen nicht zu spät kommen". Seit dem Unfall gab es immer noch das gleiche Frühstück, als würde sie diese Proteine noch brauchen.. "Nicht zu spät kommen?", da war die Tür auch wieder zu und die Schwarzhaarige alleine in ihrem Zimmer. Hat sie etwas vergessen? So recht wollte sie sich nicht erinnern, aber mit einem Seufzen erhob sie sich aus dem Bett, um unter die Dusche zu gehen und unten beim Frühstück zu erscheinen.

      Angezogen lief sie die Treppe runter und erblickte ihre Mutter noch ganz ruhig am Küchentisch sitzend, sie checkte gerade ihre Mails, normalerweise war sie um diese Uhrzeit fast schon am Rausgehen. "Fängst du heute später an?", fragte Rose verwundert und wickelte sich die halbtrocknen Haare zu einem unordentlichen Dutt zusammen. Ihre Mutter schmunzelte. "Ja, ich fahre später ins Büro.. Ich wollte dich noch hin bringen". "Hin bringen?", ihre Vergesslichkeit war furchtbar seit dem Unfall.. Oder eher seit dem es keinen geregelten Ablauf mehr gab. "Na, die Therapiegruppe! Ich habe dir doch erzählt, dass ich dich da angemeldet habe!". Mit dem Hinsetzen versuchte sich die Schwarzhaarige zu erinnern, als es sie wie ein Schlag traf, natürlich, die Therapiegruppe! Verdammt, das war heute?
      "Mom, ich will da nicht hin", murmelte Rose und griff nach dem Orangensaft. "Liebes, wir haben darüber gesprochen.. Es ist einen Versuch wert und sollte es dir nicht gefallen können wir immer noch darüber sprechen, jetzt iss". Es wird ihr nicht gefallen, hundert Prozentig nicht, wie jede andere Therapie, wie eigentlich alles auf dieser verschissenen Welt..

      "Soll ich wirklich nicht mit rein kommen?". Sie meinte es nur gut... Doch Rose schüttelte den Kopf. "Danke Mom, ich schaffe es", hoffte sie jedenfalls. Eine Therapiegruppe.. Das klang doch schon fürchterlich.. Aber Rose beugte sich noch einmal durch das offene Fenster durch, um ihrer Mom einen Kuss auf die Wange zu drücken, ehe sie ihr auch schon zu winkte und in Richtung des Gebäudes lief. Angeblich sollte sie ihr eine Mail weiter geleitet haben.. Die Schwarzhaarige öffnete ihr Postfach und ignorierte alles andere, was sie nicht lesen wollte, vor allem Nachfragen von ihrem ehemaligen Trainer, da fand sie ganz weit unten eine Mail ihrer Mutter. "Raum 131", murmelte Rose und blickte sich um, um einen Hauch einer Idee zu bekommen, wo sie hin sollte. Sie war bereit aufzugeben, sollte sie den Raum nicht finden, doch die Nummer fiel ihr leider ins Auge. Noch einmal tief durch atmen, dann betrat sie auch schon den Raum. Mit großer Mühe versuchte sie über die Blicke hinweg zu sehen, sprach sich selbst zu, dass keiner sehen konnte, was ihr passiert war und noch bevor großartig eine Panik ausbrechen konnte fand sie einen Platz neben einem blauhaarigen Mädchen. Sie erschien ihr sympathischer, als einige andere der Teilnehmer. "Ist.. ist der Platz hier frei?", fragte Rose, auch wenn sie sich nicht erinnern konnte, wann sie zuletzt überhaupt mit jemanden außerhalb ihrer vier Wände sprach.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."

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    • Milla Reed

      Gerade waren alle dabei nach und nach einzutreffen. "Peter, Clara, Max, Lauren..", zählte Milla die Namen der anderen Teilnehmer auf, während diese ihren Weg zum gewohnten Platz fanden. Und dann betrat jemand den Raum, dessen Namen die blauhaarige noch nicht kannte. Sie wirkte schüchtern, irgendwie verunsichert. Verständlich, Milla erinnerte sich noch genau an ihr erstes Treffen. Am liebsten wäre sie gar nicht erst erschienen, doch ihre Eltern ließen ihr keine andere Wahl.
      Einen kurzen Moment überlegte die junge Frau der Neuen zu helfen, entschied sich aber sich rauszuhalten. Kurz darauf vernahm sie eine angenehme Stimme, sie klang zögerlich, doch irgendwie beruhigend. "Oh, ja sicher, setz dich.", antwortete die blauhaarige sanft und sah dann erneut in die Runde. Die meisten unterhielten sich, auch wenn gleich sowieso jegliche Probleme aufgedeckt werden würden. Viele waren hier bereits zu guten Freunden geworden, unterhielten sich über privates. Milla konnte sich jedoch nicht dazu aufringen, auch außerhalb der Gruppe Kontakt zu den anderen zu halten.
      Erneut dachte sie an ihren ersten Tag und die ständigen Aussagen ihrer Mutter. Du hast doch schon niemanden mehr zum reden. Möchtest du dir nicht doch ein paar neue Freunde suchen? Du kannst nicht für immer andere meiden. Auf all diese Aussagen hatte die 20 jähige schon die beste Antwort. Sie hatte einfach keine Lust darauf.
      Vorsichtig riskierte Milla einen Blick auf die Neue und irgendwas brachte sie doch tatsächlich dazu sie auch noch anzusprechen. "Dein erstes Treffen?", fragte die blauhaarige frei heraus. Irgendwas musste mit ihr nicht stimmen, vielleicht hatte sie etwas im Kaffee oder die Gruppe brachte tatsächlich was, aber außerhalb dieses Raumes hätte sie wohl niemanden angesprochen.
      "Du musst beim ersten Treffen bis auf deinen Namen nichts sagen, eigentlich müsstest du nie was sagen. Man wird nur mit Fragen gelöchert, also von Michelle. Sie leitet das alles hier. Sie versucht einen, naja - wie sagt man das in nett, zu motivieren. Sie wird mit der Zeit recht hartnäckig. Aber du überlebst das sicher.", beendete die blauhaarige ihren Monolog.
      Ob sie schon zu viel gesagt hatte? Und dabei hatte sie nicht einmal ihren Namen genannt. Möglicherweise war die junge Frau etwas eingerostet, was soziale Interaktion betraf. Sie kratzte sich etwas verlegen am Hinterkopf. "Naja, jedenfalls ich bin Milla, aber das wirst du gleich nochmal hören."
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    • Rose

      Es wäre einfacher gewesen, hätte sich Rose einfach irgendwo hin gesetzt, hätte sie nicht die junge Frau angesprochen, neben die sie sich setzen wollte, aber sie war sich nicht sicher, ob die Plätze frei zu Auswahl standen, oder jeder hier einen vorgesehenen Platz hatte. Der Rest wirkte so bekannt miteinander, da war die Chance groß, dass man jemandem den Platz weg nahm, es war somit besser nach zu fragen. Die Blauhaarige wirkte ein wenig einsam, sie war sie einzige, die sich nicht wirklich mit jemanden unterhielt, da war natürlich die Hoffnung da, sie würde auch nicht gleich Rose in ein Gespräch hinein ziehen. So langsam erinnerte sie sich auch an die Idee und Begründung ihrer Mutter, warum sie wirklich hier hin sollte. Es sollte der Schwarzhaarigen helfen zu sich zu finden, Freunde zu finden, das wollte sie doch alles gar nicht.. Ihr Leben lang tat sie alles, was ihre Eltern wollten, wann wird sie etwas tun, was sie tun möchte?
      Der Platz war frei und mit einem Nicken bedankte sich Rose, ehe sie sich hin setzte und dezent im Raum umsah, hoffentlich ohne groß Aufsehen zu erregen. Ihre Augen musterte die Leute im Raum, da vernahm sie wieder die Stimme neben sich, die nach fragte, ob es ihr erstes Treffen war. Sie war angenehm, nicht zu schrill, eher sanft, aber sie fing einen Smalltalk an, was Rose nicht passte.. Sie hat sich schon so lange nicht mehr unterhalten.. "Ja", antwortete sie dennoch knapp und nickte, falls ihre Antwort nicht laut genug war. Es schien fast so, als wäre ihre Gesprächspartnerin nicht das erste Mal hier, was sich gleich bestätigte, als sie davon erzählte, wie es hier ablief. Bei solchen Treffen war Rose noch nie gewesen, es war ihr neu, dementsprechend war sie innerlich schon ein wenig dankbar, dass man sie auf das vorbereitete, was kommen sollte..
      "Hartnäckig?", fragte sie nach und blickte zu der jungen Frau neben sich. Würde man sie hier wirklich so sehr ausquatschen? Hoffentlich nicht, denn sie konnte nicht dafür garantieren, dass sie wirklich ruhig bleiben kann.. "Danke für die.. Erläuterung", und Vorwarnung vor allem, aber Rose lächelte dennoch sanft, hoffte jedenfalls, dass es gut ankam, denn es war zu lange her, seit dem sie mit jemanden Smalltalk führte.. Da konnte sich Milla geehrt fühlen. "Ich bin Rose", verriet auch die Schwarzhaarige, ihre Mutter würde stolz wie sonst etwas sein, wenn sie das mitbekommen würde. Ihre Tochter führte seit zwei Jahren die erste richtige Unterhaltung mit einer fremden Person, aber sie würde es sowieso nicht erfahren. "Ich.. Mag deine Haare", versuchte es dennoch Rose weiter, auch wenn es sich noch immer fremd an fühlte. Immerhin hatte Milla ihr geholfen, sie vorgewarnt, ihr erzählt, wie es hier ablief, da konnte man auch ein ehrliches Kompliment abgeben.
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    • Milla Reed

      Gott, da unterhielt sie sich wirklich mal mit jemand anderem als ihrer Mutter und dann sowas. Ein wenig unangenehm war es dann doch. Eine sanfte röte legte sich jedoch über Millas Wangen, als sie das Kompliment der Neuen vernahm. "Oh danke, ich mag deinen Style.", gab die junge Frau zurück. So viel hatte sie sich in letzter Zeit wirklich nicht unterhalten. Wobei zählte das überhaupt? Die beiden Sprachen kaum richtige Sätze miteinander, doch irgendwie fand Milla das gar nicht so schlecht. Die anderen hier stellten einfach zu viele Fragen, waren irgendwie viel zu gut gelaunt, das war alles zu viel für die blauhaarige.
      Aber diese Frau, sie schien unkompliziert zu sein und tatsächlich erwischte sich Milla dabei, wie sie sich fragte weshalb sie hier war. Natürlich weil sie, wie alle anderen hier, an Depressionen litt und eine Art von Therapie ausprobieren wollte, aber der wirkliche Grund dafür interessierte Milla. In diesem Moment sagte eine innere Stimme, sie sollte es lieber sein lassen.
      Ob sie wirklich Interesse an dieser Frau hatte oder einfach inzwischen so vereinsamt war, dass sie sich unbewusst nach einem Menschen sehnte, der ihr nicht komplett auf die Nerven ging, konnte sie nur schwer sagen. Doch ehe Milla auch nur daran denken konnte, Rose in ein Gespräch zu verwickeln, betrat Michelle den Raum. "Schönen Mittag ihr Lieben, ich hoffe ihr seid bereit und konntet am Wochenende schön viel Kraft tanken!", verkündete die Blonde mit den lockigen Haaren. "Ich glaub ich muss kotzen..", murmelte Milla kaum hörbar. Die Leiterin war nun des Öfteren viel zu optimistisch für Millas Geschmack.
      "Oh, ich sehe ein neues Gesicht, vielleicht möchtest du dich kurz den anderen vorstellen? Aber denk bitte daran, du kannst erzählen was du möchtest, musst aber nicht viel sagen.", forderte Michelle die Brünette neben mir auf. "Alles kann, nichts muss..", brummte die blauhaarige erneut. Es waren ja immer wieder die selben Sprüche. "Willkommen im Irrenhaus.", flüsterte Milla zu Rose und zog ironisch die Augenbrauen hoch. Schmiss aber doch noch ein sanftes Lächeln hinterher. Vergraulen wollte sie die junge Frau ja nicht, Nicht, nachdem sie schon den Schritt machte und sich in eine solche Gruppe traute. Das war wohl stress genug.
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    • Rose

      Freundeten Sie sich gerade an? Nein, das war nur eine simple Unterhaltung, die sie vermutlich beide führten, um nett zu sein, nicht mehr und nicht weniger. Bei dem Gedanken an eine Freundschaft wurde es Rose fast schon schlecht von der Panik, die sich in ihren Brustkorb ausweitete und die der Luft Platz weg nahm, die man eigentlich zum Leben brauchte. Die Gedanken an eine Freundschaft brachten sie doch gleich wieder zurück zu dem Gedanken daran, was sie an dem besagten Abend gemacht hatte.. Mit wem sie unterwegs war.. Doch sie versuchte ihre Panik zu kontrollieren, versuchte sie in den Griff zu bekommen und lächelte sachte auf das Kompliment zu ihrem Style. Ja, sie waren nett zueinander und nicht mehr.. Es war angenehm, was man deutlich zugeben konnte, aber mehr auch nicht und mehr würde es auch nicht werden!
      Letztendlich wurde ihr Gespräch mit dem Eintreten einer anderen Frau unterbrochen und Rose nahm mit dem Gesicht und der Freundlichkeit in der Stimme an, dass es sich hier um die besagte Leitung der Therapie handelte. Sie war so.. Fröhlich, erinnerte Rose ein wenig an ihre Mutter, die seit dem Karriere-Aus nur noch gut gelaunt war, um ihre Tochter nicht mit runter zu ziehen. Das war leider nicht ansteckend, auch wenn es sich ihre Mutter nur zu gerne gewünscht hätte. "Und ich erst", murmelte Rose gleich auf den Kommentar ihrer Nachbarin, mit der sie sich gerade noch unterhalten hatte. Die Hoffnung nicht entdeckt zu werden wurde gleich auch zerstört, in dem die Augen sich gleich ihr selbst widmeten, um festzustellen, dass sie hier neu war. Rose seufzte innerlich, denn die Betonung darauf, dass sie mir das erzählen musste, was sie wollte erweckte schon eine Art Erwartungen, dass etwas gesagt wird. Es war vermutlich wie der Spruch jeder Mutter 'mach, wie du meinst', bei welchem man eben nicht das tun sollte, was man eigentlich wollte.. Konnte man diesen Teil nicht überspringen? Konnte ihre Mom nicht doch hier sein und diesen Teil für sie übernehmen? Vermutlich hätte sie das nur mit großer Freude getan, um allen zu erzählen, dass ihre Tochter ein Krüppel geworden ist..
      Rose räusperte sich, weil sie das Gefühl bekam, als würde ihre Kehle immer weiter zu gehen und ihr die Luft und Stimme wegbleiben. Milla hieß sie Willkommen im Irrenhaus, und auch wenn es eine nette Geste sein sollte es half überhaupt nicht.. Es drehte sich alles langsam und das Gefühl gleich zu ersticken wurde nicht besser.
      "Ich.. heiße Rose", stellte sich die Schwarzhaarige vor und überlegte, ob sie nicht aufstehen und rennen sollte, so weit, wie es nur möglich war. Ah ne, Moment, rennen war nicht mehr so ihr Ding. "Meine Mom dachte, dass es eine gute.. Idee wäre hier her zu kommen". So, das war's, mehr wird es von ihr die nächsten Jahre nicht geben! Es fühlte si h grauenhaft an, wirklich grausam, warum war sie hier?
      Die Leiterin warf ihr ein zufriedenes Lächeln zu, nickte ihr auch gleich zu, um zu zeigen, dass es richtig war, sie blickte kurz zu den Unterlagen, die auf ihrem Schoß lagen. "Deine Mom hat erzählt, du hast Leichtathletik betrieben..", mehr drang nicht zu Rose durch, sie schaltete ab in dem Moment, in welchem das dumme Wort Erinnerungen auslöste, die nicht an die Oberfläche durften. Ihre Kiefer spannten sich an, jetzt nur nicht los heulen, einfach ignorieren, tief durch atmen. Sie senkte ihren Blick, war nicht bereit auch nur ein weiteres Wort zu sagen, sie würde nie wieder hier hin kommen, ganz einfach.
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    • Milla Reed

      Milla lehnte sich, mehr oder weniger, entspannt in ihren Stuhl zurück. Wenn jemand neues die Runde betrat, stand es immer an erster Stelle die Person zu begrüßen. Selbst die blauhaarige hätte dieses Ritual gerne abgeändert. Es war schon schwer genug her zu kommen und sich dann auch noch vor einer Gruppe wildfremder Menschen vorzustellen - es war selbst für sie der Horror.
      Aufmerksam hörte die junge Frau der Neuen zu. Eine Gemeinsamkeit hatten die beiden schonmal. Sie wurden scheinbar beide von ihren Müttern in diese Gruppe gebracht. Ob sie auch jedes mal brav hier her gefahren wurde? Bei Gelegenheit würde Milla Rose mal fragen.
      Soweit, so gut. Die dunkelhaarige hatte ihre Vorstellung fast hinter sich, als die Leiterin noch eine Bemerkung machte. Vorsichtig spähte Milla zu Rose, bemerkte ihre Anspannung. Das war wohl ein Trigger.
      Auch wenn sich die 20 jährige normalerweise wenig um die anderen und deren Gefühle kümmerte, wollte sie Rose nicht ganz alleine lassen. Nicht jetzt wo sie sich schon überwinden musste. Michelle sah das Mädchen neben Milla erwartungsvoll an.
      "Ich hatte die Tage einen Rückfall.", sagte die blauhaarige laut genug, um die Stille zu durchbrechen und alle Augen auf sich zu ziehen. Die Leiterin sah sie schockiert an. Tja, das hatte sie nicht erwartet.
      Milla war sonst eine der Teilnehmerinnen, die sich tatsächlich mit den Worten zurück hielt, doch heute wollte sie einer Fremden helfen. Sie verstand sie einfach irgendwie.
      "In den letzten Tagen, dachte ich oft nach. Vor zwei Tagen sah ich meine Mutter, wie sie alte Auftritte von mir ansah. Ich hörte sie weinen.", die junge Frau atmete tief durch, "Ich fühlte mich schuldig. Schuldig, dass ich auf diesem Konzert war. Meine Gefühle überrannten mich..", fuhr sie fort. Langsam glitt ihr Blick durch den Raum. Auch wenn sie wusste, dass hier keine einzige Person wäre, die sie verurteilen würde, sie fühlte diese Unsicherheit. Nervös verschränkte sie ihre Finger ineinander und seufzte.
      "Meine Faust traf die Wand, mehrmals..unzählige Male. Inzwischen ist es wieder besser, aber ich wusste einfach nicht wohin mit mir und ich weiß, es half nur für den Moment.", beendete sie ihren kurzen Monolog und schloss die Augen.
      Wahrscheinlich folgte nun ein Moment des Schweigens, doch auch andere aus der gruppe stiegen ein und berichteten von den letzten Tagen. Zuerst Max und dann Clara, sie alle fanden ihren Mut. Dank Milla.
      Eigentlich war sie nur froh Rose vor dem Stress zu bewahren, auch wenn sie ihr das in keinster Weise irgendwie schuldig war. "Wir geben dir alle Zeit..", murmelte Milla nur ihrer neuen Sitznachbarin entgegen und rieb sich über die Stirn. Selbst diese Kleinigkeit raubte der jungen Frau die Kraft. Sie war wohl doch noch nicht bereit gänzlich über ihre Vergangenheit zu reden.
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    • Rose

      Ihre Kehle schnürte sich immer und immer weiter zu und es schien so, als würde Rose hier kläglich ersticken. Sie bekam keine Luft, ihr Drang danach hier heraus zu rennen war riesig, doch ihre Beine wollten nicht. Es schien, als würden ihre Beine fest geklebt sein, als hätte sie jemand an dem Boden fest genagelt und als würde Rose damit nicht die Möglichkeit bekommen zu fliehen. Sie bereute es zutiefst hier überhaupt herein gekommen zu sein, sie war sauer auf ihre Mutter und wollte es in die gesamte Welt hinaus schreien, doch leider war es nicht möglich. Es schien sich alles zu drehen, die ganze Welt war am Untergehen und je länger die Schwarzhaarige in diesem Zusammenbruch gefangen war, desto mehr ballte sie ihre Hände zu Fäusten und drückte die Fingernägel in ihr Fleisch.
      Eine Stimme drang zu ihr durch, eine, die sie heute schon einmal gehört hatte und die sich direkt neben ihr befand. Milla sprach und mit einem Blick schien es so, als würde sie die komplette Aufmerksamkeit der Gruppe und der Leiterin auf sich ziehen. Was sie sprach drang zu Rose nicht durch, aber sie hörte ihre Stimme, die immer klarer wurde und mit der Aufmerksamkeit, die sie auf sich zog wurde auch die Schwarzhaarige immer und immer ruhiger. Es drang mehr zu ihr durch, ihre Kehle ließ immer und immer wieder locker und die Luft fand problemlos ihren Weg in ihre Lungen. Rose atmete ein, ja, es ging, sie würde nicht hier sterben und sie würde auch nicht umfallen und nur noch mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Sie atmete noch einmal ein, ja, alles wurde so langsam immer klarer.
      Viel bekam sie nicht davon mit, was ihre Sitznachbarin erzählte, lediglich der Schluss wurde ihr klarer, als sie davon sprach, dass ihre Faust ein Kennenlernen mit der Wand gehabt hatte. Auch so etwas kannte Rose nur zu gut, auch wenn es bei ihr leider nicht immer nur bei solchen Reaktionen blieb, doch sie würde es nicht kommentieren, sie würde hier kein Wort mehr sagen, solange es andere noch mit bekamen und solange andere zuhören konnten. Es wurde viel zu viel gesagt, ihre Anwesenheit hier war einfach viel zu viel und sie fühlte sich wohl, als andere anfingen zu sprechen und Rose unter tauchen konnte. Sie hörte nicht richtig zu, denn sie hatte schon genug für heute, aber die Worte, die ihr galten bekam sie deutlich mit. Ihr wurde alle Zeit gegeben? Oh, davon haben sie mit Sicherheit nicht genug.. Dennoch warf Rose ihrer Nachbarin einen Blick zu, um sie von der Seite zu mustern. "Danke", bedankte sie sich leise dafür, dass sie sie gerettet hat. Ob es bewusst war, oder nicht wusste sie letztendlich nicht, aber diese Frau neben ihr war heute ihre Rettung und dafür war sie ihr so unendlich dankbar. "Wirklich danke". Eine Art Schutzengel, was sollte Milla sonst sein?
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    • Milla Reed

      Langsam verschwanden die Blicke der anderen von Milla. Ihr Puls beruhigte sich und ihre Hände hörten auf so zu schwitzen. Nun wurden sie kalt. Nächstes mal hält sie bitte jemand von solch einer Aktion ab. Die ganze zeit lebte sie doch so alleine vor sich her, sie brauchte niemand anderen. Warum also, half sie diesem Mädchen?
      Vorsichtig fuhr sie mit den Fingerspitzen über ihre Knöchel, bis sie eine sanfte und leise Stimme neben sich vernahm. "Kein Problem.", erwiderte die blauhaarige, dabei war es wohl ein Problem. Die ganze Situation spielte sich erneut vor ihren Augen ab, ihre Hände wurden nass. "Bin kurz im Bad.", warf Milla nur in die Gruppe ein, die Leitung nickte und die junge Frau verschwand von ihrem Platz. In spätestes zehn Minuten würde jemand nach ihr sehen kommen. So wurde es hier schon immer gemacht.
      Schnell ging sie auf die Frauentoilette und schlug die Kabinentür hinter sich zu. Mit geschlossenen Augen ließ sie sich an der Tür nach unten gleiten und legte ihren Kopf auf ihre Knie. Sie atmete tief ein und aus, versuchte das Rauschen in ihren Ohren zu ignorieren und wieder zu sich zu finden. Einerseits bereute sie es den Mund aufgemacht zu haben und über die letzte Zeit gesprochen zu haben, andererseits war es schön zu sehen, wie andere durch sie den Mut fanden. Zumal konnte sie endlich einfach darüber reden.
      Egal wie sehr Milla sich den Kopf noch zerbrechen würde, es würde doch jetzt kein Ende finden und Zuhause in ihrem Zimmer wäre der beste Ort um das mit sich auszudiskutieren. Langsam stand sie auf, öffnete die Tür und ging zum Waschbecken. Sie drehte den Wasserhahn auf und während das Wasser lief, fuhr das Rauschen sie runter und sie starrte einen Moment einfach in den Spiegel. Als es dann plötzlich an der Tür der Frauentoilette klopfte, schreckte die junge Frau kurz zusammen. "Moment..", rief sie leise und füllte ihre Hände mit Wasser, welches dann sanft in ihrem Gesicht landete.
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    • Rose

      Kein Problem? Oh und wie es eines war.. Die junge Frau neben ihr hat nicht danach ausgesehen, als würde sie gerne hier hin kommen, vor allem nach ihren Bemerkungen zufolge hielt sie diese Versammlung hier nicht gerade für die hilfreichste und dennoch hatte sie ihre Stimme dazu benutzt, um Rose hier raus zu holen. Diese war schon kurz davor gewesen selbst hier raus zu laufen und nie wieder hier aufzukreuzen, wonach es ihr ehrlicher Weise noch immer war, aber vor allem das Zittern und die Übelkeit ließen deutlicher nach, kaum konzentrierte man sich auf die anderen Teilnehmer, die die Aufmerksamkeit auf sich zogen. Der Schritt war einfach ehrenhaft, anders konnte man es fast schon nicht mehr nennen, die Frage war nur, wie man sich dafür revanchieren konnte, denn auch wenn es der Schwarzhaarigen jegliche Kontakte mit der Außenwelt nicht mehr ganz so geheuer waren war sie eine ehrenhafte Person, sie sich gerne revanchierte, wenn ihr etwas Gutes getan wurde, jedenfalls war das früher immer der Fall gewesen. Vermutlich lag es auch an den ganzen Wettkämpfen, an der Solidarität, die die Teilnehmer aufwiesen, trotz dessen, dass sie um die Goldmedaillen kämpften.
      Die größte Frage in Rose Kopf befasste sich mit der Tatsache, wie sie es wieder gut machen konnte, wie sie der jungen Frau neben sich Dankbarkeit zeigen konnte, sie hörte den anderen Teilnehmern nicht wirklich zu, Wortfetzen kamen zu ihr durch, aber mehr wollte sie auch selbst nicht mitbekommen. Was sie jedoch mit bekam war die Flucht, die ihre Sitznachbarin anstrebte. Sie wollte ins Bad, schon war sie weg und Rose blickte ihr nach. Verdammt, sie würde hier auch weg wollen, am liebsten sofort, hier raus in die Freiheit rennen, aber der verdammte Rest ihres Pflichtbewusstseins ließ sie weiterhin sitzen. Warum musste sie nur solch ein Weichei sein? Ihre Augen zwangen sich von der Tür weg zu sehen, um einen Punkt am Boden zu fixieren und die Gedanken in den Griff zu bekommen. Worüber sprachen die Leute hier? Sie versuchte sich zu konzentrieren, versuchte ihnen zuzuhören, aber die ersten zwei Sätze reichten aus, um dieses Vorhaben wieder aufzugeben. Was sollte sie sich hier über das Leid anderer Sorgen machen, wenn sie mit ihren eigenen Gedanken nicht klar kam?
      Rose blickte zur Uhr, ihre Sitznachbarin war noch nicht wieder zurück, aber wie lange war es schon her? Sie hatte nicht auf die Zeit geachtet, als sie raus war, ob sie vielleicht wirklich weg war? Das wäre mehr, als nur cool und vor allem beneidenswert, aber darüber könnte man jetzt nur spekulieren, oder? Die Leitung blickte sich ebenfalls nach der Uhr um, um ihre Stirn ein wenig zu runzeln. "Mag jemand nach ihr sehen?", fragte sie und als hätte die Schwarzhaarige nur auf diesen Moment gewartet zog sie die Aufmerksamkeit auf sich, indem sie sich genau dafür meldete. "Hier, mache ich", sie erhob sich und biss sich auf die Zunge, verdammt, nutzte sie jetzt jede Möglichkeit, in hier raus zu kommen? Die Leitung wirkte skeptisch, aber sie nickte, Rose hatte die Erlaubnis zu gehen! Verdammt fühlte sich das gut an! Die Tatsache, dass sie gleich vermutlich wieder zurück kommen musste war ihr in diesem Moment fast schon unwichtig, doch kurz vor dem Verlassen des Zimmers fiel ihr ein, dass sie gar nicht wusste, wo sich die Toiletten befanden.

      Sie waren schneller gefunden, als Rose es geglaubt hätte und bei dem Schild, welches signalisierte, dass dieser Durchgang nur für weibliche Anwesende gestattet war blieb sie stehen, um durch zu atmen. War das eine gute Idee ihr nach zu laufen? Milla hatte sich für sie eingesetzt, aber wollte sie überhaupt, dass ausgerechnet die Schwarzhaarige nach ihr sah, aber es war zu spät, um sich Gedanken darüber zu machen, stattdessen klopfte sie an der Tür, auch wenn es dumm war, darin waren sicherlich Kabinen, da klopfte man nicht an, aber das war jetzt auch wieder egal. Etwas drang zu Rose durch, aber sie verstand nicht ganz, was es für Worte gewesen waren, sie wartete einen Moment, einen kurzen kleinen Moment, ehe sie langsam die Tür öffnete, um hinein zu sehen, um vor allem zu sehen, ob alles in Ordnung war. "Ist alles.. Okay?", fragte sie und räusperte sich gleich, weil ihre Stimme etwas kratzig war. "Kann ich dir etwas.. Bringen?". Ihre Augen blickten nach Milla, hofften, sie nicht in einem katastrophalen Zustand zu erleben, denn ehrlicher Weise wusste Rose nicht, was sie da hätte tun sollen.

      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Milla Reed

      Mit noch nassem Gesicht, drehte die blauhaarige ihren Kopf Richtung Tür. Sie musste mehrmals blinzeln, ehe sie realisierte dass die Neue vor ihr stand. Am wenigsten hätte sie wohl erwartet, dass genau Rose nach ihr sieht. "Mir gehts gut, danke.", sagte sie knapp und nahm sich ein Tuch aus dem Spender, mit dem sie sich kurz das restliche Wasser aus dem Gesicht tupfte. "Gin Tonic wär nicht schlecht.", erwiderte sie auf die Frage, ob die junge Frau etwas bräuchte.
      Wobei wahrscheinlich wäre das wohl sehr kontraproduktiv, Alkohol verstärkte ihre Panikattacken oft, zumal steigerte es ihr Aggressionspotential. Kurz überlegte sie, wann sie das letzte mal überhaupt etwas getrunken hatte. Schien länger her zu sein, es wollte ihr nämlich einfach nicht einfallen. Tief durchatmend richtete sie sich wieder auf. "Danke, dass du gekommen bist.", sagte sie sanft und lächelte leicht. Hatte sie das gerade wirklich gesagt? Normalerweise stampfte sie genervt an den anderen vorbei, setzte sich auf ihren Platz und wartete bis diese dämliche Sitzung endlich vorbei war. Doch irgendwie war es bei Rose anders. Sie war anders.
      Eine ganze Weile standen beide ohne etwas zu sagen im Badezimmer. Sollte sie etwas sagen? Oder war fürs erste alles gesagt? Offensichtlich war jedoch Milla nicht die einzige die social awkward war.
      "Ich glaub wir sollten zurück. Michelles Abschluss-Motivations-Rede darf man sich nicht entgehen lassen.", bemerkte sie sarkastisch an und ging zur Tür, welche sie mit großer Geste öffnete und wartete, ehe die dunkelhaarige den Raum verließ. Soviel zu social awkward.
      Die blauhaarige setzte sich wieder auf ihren Platz, kratzte sich kurz am Hals und zuckte mit den Schultern, als Michelle ihr einen fragenden Blick zuwarf. Vorsichtig sah die blauhaarige zurück zu Rose. Sie sollte etwas sagen. Sie wollte etwas sagen. Nur was?
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    • Rose

      Was sie hier tat wusste sie selbst nicht, um ehrlich zu sein. Vielleicht wollte Rose auch nur Dankbarkeit entgegen bringen, um ihr eigenes Gewissen zu beruhigen, um etwas Ähnliches zurück zu geben, auch wenn man beide Taten nicht miteinander vergleichen sollte. Vielleicht, aber auch wirklich nur vielleicht, handelte ein kleiner, zurück gebliebener Teil von ihr, der sich nach menschlichen Kontakten sehnte, außerhalb ihrer eigenen Familie. Letztendlich wusste sie es selbst nicht, aber sie blickte nach dem jungen Mädchen, fragte sie, ob alles in Ordnung sei, ob sie ihr etwas bringen konnte. Milla sah nicht so aus, als würde es ihr wirklich gut gehen, aber Rose war nicht in der Position, um ihr das Gegenteil davon zu sagen. Die Antwort mit dem Gin Tonic allerdings brachte die Brünette zu einem kurzen, kleinen Schmunzeln. "Damit kann ich leider nicht dienen", entgegnete sie, dieses Mal sogar ein wenig selbstsicherer, als es bisher der Fall gewesen ist.
      Alkohol war keine Lösung, Alkohol war der Anfang aller Probleme, aber vielleicht konnte es auch der Anfang einer neuen Möglichkeit sein. Rose trank bisher sehr selten im Leben, allein aufgrund ihrer Karriere, aufgrund des Sportes, nun, ein wenig ironisch, dass dieser einer der Gründe war, warum sie sich heute überhaupt hier befand.. Danke, dass du gekommen bist.. Ein wenig verwundert blickte die Dunkelhaarige auf und blickte das Mädchen mit den bunten Haaren vor ihr an. Sie bedankte sich..? Rose Unsicherheit kam wieder zurück, wie sollte sie jetzt darauf reagieren? Was sollte, oder konnte sie sagen? Ein wenig zuckten ihre Mundwinkel, verzogen sich zu einem sachten Lächeln, welches nur von kurzer Dauer war. Wäre ein gern geschehen zu wenig? Oder schon zu viel? Letztendlich gab es keine Möglichkeit etwas darauf zu antworten, denn Milla ergriff wieder das Wort und sprach davon, dass sie besser zurück sollten. Rose nickte, vielleicht war es besser, wenn sie wieder zurück gingen?
      Sie ging durch die Tür, die ihr offen gehalten wurde und bedankte sich mit einem kurzen Nicken dafür, ehe sie sich an die junge Frau heftete, um den Weg zurück zu finden. Er war kurz, aber mit dem Betreten des Raumes kam die Unsicherheit deutlich wieder zurück. Rose erwiderte den Blick, der von ihrer Nachbarin an ihr haftete, kaum bemerkte sie diesen, war es jetzt wirklich so schwer, eine normale Unterhaltung zu führen? Vielleicht sollte sie noch etwas auf die vorherigen Worte entgegnen.. "Habe ich gern gemacht", sprach sie leise zu der Blauhaarigen, kaum waren die Blicke nicht mehr auf ihnen beiden. Vielleicht sollte Rose einen Kurs belegen, um zu lernen wieder mit Menschen zu sprechen..
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    • Milla Reed

      Milla presste die Lippen aufeinander und seufzte schwer. Scheinbar war sie nicht mehr in der Lage ein anständiges Gespräch zu führen. Auch wenn es hier vielleicht sogar recht unangemessen gewesen wäre. Schließlich berichteten andere gerade über ihre Probleme. Hab ich gern gemacht. Ertönte die sanfte Stimme der Neuen neben der blauhaarigen. Ein sanftes Lächeln legte sich auf ihre Lippen und irgendwas in ihr gab ihr doch tatsächlich die Kraft etwas zu sagen.
      "Hast du vielleicht Lust mal etwas zu unternehmen?", nachdem das ausgesprochen war, räusperte sich die junge Frau. Sie hatte sich doch nicht einmal überlegt was? Würde die andere das überhaupt wollen? Beide sprachen hier nicht viel, wären sie dann überhaupt in der Lage ein Gespräch zu führen?
      "Also ich meine, wir müssen nicht reden. Vielleicht einfach abhängen und eine Serie gucken.", ob dieser Vorschlag besser war, konnte die blauhaarige auch nicht sagen. Aber vielleicht fand sie diesen auch eher erträglich. In der letzten zeit gewöhnte sie sich ab viel zu reden, fand die Anwesenheit anderer allerdings trotzdem recht angenehm. Leider wollte ihr Gegenüber in den meisten Fällen aber reden. Vielleicht könnte es mit Rose ja klappen.
      "Also wenn du nicht willst, ist es auch okay. Ich weiß auch nicht was ich mir dabei dachte.", ruderte die blauhaarige doch zurück, während Michelle vorne ihre abschließenden Worte sagte. Milla bekam davon nichts mit, sonst würde sie wohl wie immer ganz theatralisch mitsprechen. Das gefiel der Leiterin immer ganz und gar nicht, aber was sollte sie schon großartig dagegen machen? Nervös rieb sich die junge Frau die Hände. Hätte sie mal ihren Mund gehalten.
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    • Rose

      Die Stimmung schien irgendwie angespannt zu sein, auch wenn sich die junge Frau nicht so ganz erklären konnte, warum es so war. Vielleicht lag es an ihr, vielleicht an der Tatsache, wie merkwürdig sie doch wirklich war, aber vielleicht bildete sie sich auch einfach nur etwas ein. Nun, immerhin hatte sie einige Worte heraus bekommen, sie hatte auf das Bedanken geantwortet, versuchte das Gespräch irgendwie aufrecht zu erhalten, auch wenn es ihr eher mittelmäßig gelang, doch wenn sie ehrlich war, hat sie es einfach verlernt mit anderen Menschen zu interagieren. Es fiel ihr so verdammt schwer und Milla war die erste seit langem, bei der sie es wieder versuchte.
      Rose bekam gar nicht mehr richtig mit, was da vorne wirklich passierte, denn es drangen Worte zu ihr durch, die sie so nicht erwartet hätte. Ob sie Lust hatte etwas zu unternehmen? Ihr wurde es plötzlich vor Angst übel, verdammt, nein! Sie war doch nicht lebensmüde.. Sie war doch gar nicht in der Lage mit irgendjemanden auch nur einen Hauch mehr an Interaktion zu führen, als es hier der Fall war. Was sollten sie machen? Sich eine Serie rein ziehen und nebeneinander schweigen? Genau das wurde ihr vorgeschlagen, sie sollten einfach ein wenig miteinander abhängen und Rose blickte zu der jungen Frau mit den blauen Haaren. Sie schluckte schwer, irgendein Teil in ihr schrie danach, dass sie es wirklich wollte.. Dass sie wirklich etwas mehr Kontakt zu anderen Menschen haben wollte, dass sie ihren Depressionen irgendwie entkommen wollte. Abhängen und eine Serie gucken..
      Die Schwarzhaarige schien ein wenig länger nicht geantwortet zu haben, denn ihre Sitznachbarin ruderte schnell wieder zurück und wollte ihr Angebot zurück ziehen. "Nein, ich wäre dabei", sprach sie selbst und biss sich gleich auf die Zunge, verdammt, das war komplett unüberlegt, aber wenn Milla sie schon einlud, da.. da konnte man doch nicht nein, sagen, oder? Verdammt, seit wann interessierte sie sich für so etwas? "Abhängen und eine Serie schauen klingt gut". Rose lächelte sogar ein wenig, ihre Augen hatten das nervöse Reiben der Hände der Blauhaarigen aus dem Augenwinkel heraus bemerkt, es kostete sie vermutlich viel Überwindung überhaupt zu fragen. "Willst.. Willst du mir einfach deine Nummer geben? Oder.. sollen wir einen Tag nach hier.. ausmachen?".
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    • Milla Reed

      Der Schweiß auf ihren Händen wollte einfach nicht weggehen, am liebsten würde sich die junge Frau nochmal die Hände waschen. Wäre es jetzt an der Zeit eine Ausrede zu finden? Doch dann hörte sie Roses Antwort und fühlte sich etwas erleichtert. Langsam ließ die blauhaarige ihre Hände wieder locker und merkte, wie sich ihre Muskeln deutlichen entspannten. "Okay, cool.", antwortete sie leicht lächelnd. Doch mit der nächsten Frage der Neuen bemerkte sie, dass sie die ganze Aktion überhaupt nicht durchdacht hatte. "Ehm..", stotterte sie kurz. Wahrscheinlich wäre es einfach die Nummern auszutauschen, aber würde Rose das direkt wollen? Es war ihr erster Tag und Milla wusste genau, dass es anstrengend sein konnte. Eigentlich war sie ganz froh, dass sie damals nicht angesprochen wurde. Aber so richtig daran erinnern konnte sie sich auch nicht mehr.
      Allerdings hatte Rose doch vorgeschlagen Nummern auszutauschen?
      Erneut überschlugen sich die Gedanken der 20 jährigen und sie brauchte einen Moment um sich erneut zu fokussieren, ehe ihr eine Idee kam. Sie riss aus dem Block in ihrer Tasche ein kleines Stück Papier ab, schrieb ihre Nummer darauf und faltete diesen zusammen. Vorsichtig reichte sie diesen Rose. "Entscheide du bitte wann du mir schreibst. Lass erstmal die Sitzung auf dich wirken, wenn es länger dauert ist es halt so.", erklärte die blauhaarige noch sanft, ehe sie bemerkte wie alle anderen ihre Sachen nahmen und nach und nach den Raum verließen.
      Auch Milla schulterte ihren Rucksack auf, lächelte Rose noch einmal an und ging nach draußen. Sofort entdeckte sie den Wagen ihrer Mutter auf dem Parkplatz, stieg ein und seufzte. "Oh, alles gut mein Schatz?", fragte ihre Mutter etwas besorgt. "Ich...", Milla atmete tief durch, "..ich bin eventuell verabredet.", sprach sie schnell aus und je öfter sie daran dachte, umso stolzer war sie auf sich, auch wenn die Angst, dass Rose sich gar nicht melden sehr präsent war.
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    • Rose

      Das Gefühl der Überforderung wollte sie nicht verlassen und Rose war sich wirklich unsicher, ob es die richtige Entscheidung war den Vorschlag anzunehmen, der ihr gegeben worden war. Sollten sie wirklich zusammen abhängen? War sie bereit mit jemandem Fremden etwas außerhalb ihres Zimmers zu unternehmen? Vermutlich nicht, aber sie nahm den kleinen Zettel mit der Nummer trotzdem an, um sich die Zahlen darauf anzusehen. Ihr wurde alle Zeit der Welt gegeben, ein zwar lieb gemeintes Zuvorkommen, jedoch ein großes Problem für die Frau selbst, denn am liebsten würde sie es niemals tun.. Ihre Augen blickten hoch, sie wollte noch etwas sagen, erblickte aber nur noch ein kleines Lächeln, bevor sie alleine zurück blieb und ihrer neuen Bekanntschaft ein wenig hinterher sah. War es wirklich das Richtige, was sie heute getan hat?
      "Hast du schon Freunde gefunden?", die Stimme neben ihr ließ sie kurz zusammen zucken, denn die Leiterin dieser Gruppe hatte sie nicht neben sich erwartet. Rose blickte sie an, das breite Lächeln auf dem Gesicht war irgendwie merkwürdig, ließ sie wieder zurück schauen und mit den Schultern zucken. "Scheint so", murmelte sie, ihr war es nicht nach einem Gespräch mit dieser Frau, sie ließ jedoch nicht locker. "Ich würde mich freuen, wenn du öfter kommen würdest.. Deine Mutter hatte dich für heute angemeldet, dass du es dir mal ansiehst, aber ich denke, dass es dir gut tun könnte...". Die Worte erstreckten sich noch deutlich in die Länge, irgendwann hatte Rose abgeschaltet und nicht mehr zugehört, nur noch genickt, bis sie entlassen wurde und sich verabschiedete.

      Die nächste Herausforderung, die auf die an dem heutigen Tag wartete, war das Heimkommen.. Ihre Mutter hatte ihr eine SMS geschrieben, dass sie es nicht schaffen wird, ihr Termin hatte sich verschoben, aber den Bus wollte Rose sicherlich nicht nehmen. Vor dem Gebäude blickte sich die Frau zunächst um, sie wusste, wo sie war, nicht weit von hier war die alte Trainingshalle, die vor einem halben Jahr von ein paar Jugendlichen abgefackelt wurde, aber das bedeutete, dass der Fußweg ein langer werden würde. Sie tat es dennoch, nahm in Ruhe den Weg nach Hause, kramte in ihrer Tasche nach ihren Kopfhörern, um den Weg ein wenig angenehmer zu gestalten. In dem letzten Jahr hat sie mehr Zeit zuhause verbracht, selten so etwas wie ein Spaziergang unternommen und jetzt durfte sie gleich eine halbe Stunde zu Fuß nach Hause nehmen. Sie seufzte, das Wetter war in Ordnung und wenigstens war sie alleine, mit dem Zettel in ihrer Hosentasche, an den sie nicht mehr aufhören konnte zu denken. Sollte sie sich melden? Wollte sie sich überhaupt melden...?
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    • Milla Reed

      "Das ist toll Schatz! Wer ist es? Kenne ich ihn? Ist es überhaupt ein Junge? Hat er dich gefragt?", ihre Mutter löcherte die blauhaarige mit Fragen. "Mom, MOM!", platzte es aus ihr heraus. "Sie ist neu, wir haben wahrscheinlich aktiv gerade mal fünf Sätze ausgetauscht. Bitte interpretier da nicht so viel rein. Das ist eine Selbsthilfegruppe und kein Jugendtreff.", erklärte Milla und lehnte sich an die Tür. Ihren Kopf lehne sie an die kühle Fensterscheibe. Sie konnte es gerade absolut nicht gebrauchen so ausgefragt zu werden. Milla wusste doch selbst nicht einmal, ob dieses Treffen jemals zustande kommen würde und ein wenig bereute sie es, diese blöden Zahlen auf dieses blöde Stück Papier geschrieben zu haben. Aber wahrscheinlich bereute sie es einfach, nicht nach Roses Nummer gefragt zu haben. Diese Warterei gab ihr einfach kein gutes Gefühl.
      Vielleicht sollte sie das ganze einfach nicht zu ernst nehmen. Sie kannte nur einen Teil von Rose. Den, der sich anderen nicht öffnen wollte, der dazu aufgefordert wurde diese Gruppe zu besuchen. Sowas reicht doch nicht als Grundlage für ein Treffen?
      Milla bemerkte, wir ihre Mutter den Mund öffnete, doch direkt wieder schloss. Scheinbar wollte sie doch nichts ansprechen. Die blauhaarige kramte dann in ihrer Hosentasche und stöpselte ihre Kopfhörer ein.
      Am liebsten würde sie so tun als wäre es ihr egal, doch sie hatte gerade ihre Nummer rausgegeben, einer fremden Frau. Auch wenn diese auf sie einen ziemlich guten Eindruck machte. Genervt schlug sie einmal ihren Kopf in den Sitz, versuchte sich dann ganz allein auf ihre Musik zu konzentrieren. Vielleicht war eben nicht immer alles negativ.

      Zuhause angekommen, wollte ihre Mutter dass Milla etwas aß. Aber auch diesmal betrat die 20 jährige die Küche nur, um sich einen Kaffee zu machen. "Ich werde ein Bad nehmen.", erklärte sie. Während ihr Vater in eine Zeitung sah, brummte seine Stimme dahinter, "Die Tür wird nicht abgeschlossen.", "Wie immer.", bestätigte Milla. Seit ihrem Unfall durfte sie die Badezimmer Tür nicht mehr abschließen. Aus
      gutem Grund. Es gab eine Zeit, da hielt es die junge Frau nicht aus und wurde beinahe leblos in der Badewanne gefunden.
      Ihre Eltern wollten einfach auf Nummer sicher gehen. Langsam ging die blauhaarige nach oben und bereitete das Bad vor. Sie stellte sich ein Tablett für ihre Kaffee hin, holte ihr Tablet und machte sich eine Serie an.
      Während sie das heiße Bad genoss, konnte sie es sich jedoch nicht verkneifen auf ihr Handy zu sehen, nur um ein kurzes Gefühl der Enttäuschung zu erleben. Es war ihr bewusst, dass sie gerade mal vorhin Rose ihre Nummer gab, doch es war ein so gewaltiger Schritt für sie. Möglicherweise verunsicherte sie das einfach.
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    • Rose

      Die von dem Navi angezeigte halbe Stunde hatte sich deutlich gezogen und endete letztendlich in einer ganzen Stunde, aber vielleicht lag es auch einfach nur an dem Tempo der jungen Frau, die es nicht mehr gewohnt war so viel zu laufen. Die Kopfhörer und die Musik halfen nur bedingt bei dem Spaziergang, denn Rose wurde das Gefühl nicht los, dass sie an jeder Ecke von jedem beobachtet wurde. Warum blickten sie die Menschen nur so komisch an? Oder bildete sie sich das wirklich nur ein und sollte mal aufhören sich ständig beobachtet zu fühlen..? Den Weg über fand sie keinerlei Antwort darauf und auch als sie die Tür aufschloss und das leere Haus betrat wusste sie noch immer nicht, was sie tun sollte. Den Zettel in ihrer Tasche ließ sie noch drin, schmiss stattdessen ihren kleinen Rucksack in die Ecke und griff im Kühlschrank nach einer Flasche mit kalter Cola. Gleichzeitig ging die Tür auf, die Absätze der Schuhe ihrer Mutter hallten im Flur, mit Einkäufen bepackt kam sie hinein, hielt ihr Handy mit der Schulter an ihrem Ohr. Die Arbeit konnte nicht warten, wenigstens so viel Normalität kam in Rose Leben zurück. Sie wollte sich heimlich auf ihr Zimmer verziehen, da wurde sie entdeckt und mit einem Kopfschütteln machte ihre Mutter ihr deutlich, dass sie ja nicht verschwinden durfte. Mit einem Seufzer setzte sich die Schwarzhaarige an den Hocker an der Kücheninsel, wartete, während ihre Mutter am Telefon schimpfte und die Einkäufe weg räumte. Quälende fünf Minuten wartete Rose und überlegte, ob sie die Nummer aus ihrer Hosentasche heraus holen sollte, aber sie ließ es sein.
      "Wie war es, mein Spatz?". Die Stimme ihrer Mutter schimpfte nicht mehr, da blickte Rose auf und musterte die Frau. "Gut", sprach sie mit einem Schulterzucken. "Denke ich", murmelte sie weiter, so wirklich reden wollte sie darüber nicht. "Hast du schon Freunde gefunden? Habt ihr über irgendetwas gesprochen, erzähl!". Doch Rose zuckte wieder mit den Schultern. "Ich weiß nicht, mir ging es nicht gut..", gab sie ehrlich zu, da seufzte ihre Mutter, ja, sie hat sich deutlich mehr erhofft.. "Aber ich habe ein Mädchen kennen gelernt", sprach Rose schnell weiter, um die Enttäuschung ihrer Mutter zu besänftigen. Sofort blickte die Frau hoch. "Was? Du hast jemanden kennen gelernt?", da war ihre Stimmlage sofort wieder besser. "Ja, sie hat mir geholfen.. Und mich gefragt, ob ich Lust hätte mit ihr abzuhängen". "Du hast eine Verabredung?!". Die Arme ihrer Mutter schlossen sich direkt um Rose zierlichen Körper. "Oh, Maus, ich bin ja so glücklich! Du machst Fortschritte!".

      Es hatte einen halben Tag gedauert, aber Rose war sich noch immer nicht sicher, ob sie wirklich schreiben wollte, oder sollte. Die Sonne war langsam auf dem Weg zum Horizont, sie färbte den Himmel in schöne Farben, als die Schwarzhaarige mit dem Kopf nach unten von ihrem Bett hing und hinaus sah. Der Zettel war noch immer in ihrer Hose, aber getraut hatte sie sich noch nicht zu schreiben. Sie würde sich niemals trauen.. Mit Sicherheit. Sie war ein Versager.. Ein Versager, der so wütend von sich selbst war! Ihre Hand ergriff ihr Handy, welches irgendwo neben ihr lag, die andere Hand ergriff den Zettel aus der Tasche und fest entschlossen zu schreiben tippte sie die Nummer ein. Eingespeichert.. Wenigstens war sie schon so weit, aber kaum war der Chat geöffnet schon wurde das Handy wieder gesperrt. Nein, das war lächerlich ihr zu schreiben.. alles war lächerlich, Rose war ein Versager! Was sollte sie nur schreiben? Was würde nicht doof rüber kommen?!
      Sie tat es einfach mit einem Mal, ihre Finger tippten über die Tastatur, ehe die Nachricht abgeschickt wurde. Gott, sie bereute es jetzt schon. 'Hi, hier ist Rose..'.
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    • Milla Reed

      Nachdem sie kurz darauf aufgab, auf eine Nachricht zu warten, vertiefte sich die junge Frau komplett in ihre Serie. Erst als ihr Handy vibrierte bemerkte sie, dass das Wasser bereits abgekühlt war. Langsam griff sie nach ihrem Telefon und entsperrte es. Rose.
      Milla pausierte die Serie. Mit zittrigen Fingern öffnete sie die Nachricht. Sie musste antworten.
      Doch plötzlich war sie sich nicht ganz sicher was. Sicherlich ging es Rose da nicht sehr anders. "Hey, freut mich.", tippte sie, löschte die Nachricht jedoch sofort wieder. "Cool, gut angekommen?", erneut gelöscht.
      "Hey, hoffe die erste Sitzung war nicht zu hart. Ruh dich schön aus.", das klang doch nach etwas, das man abschicken konnte. Milla versuchte es einfach dabei zu belassen und drückte auf senden. Seufzend legte sie das Tablett samt allen Sachen an die Seite und tauchte mit dem Kopf unter Wasser. Ein dumpfes Rauschen ertöne in ihren Ohren.
      Doch genau dieses Geräusch beruhigte sie enorm. Langsam fuhr sie sich durch die Haare, ließ einige Bläschen nach oben steigen. Ehe sie vorsichtig ihre Augen öffnete. Verschwommene Lichter tanzten vor ihren Augen. Nach einiger Zeit, tauchte sie wieder auf. Wischte sich das Wasser aus den Augen und zog den Stöpsel der Badewanne.
      Die blauhaarige zog einen dunkelroten Jogginganzug an und räumte das Bad auf, ehe sie sich in ihr Zimmer verkroch. Ob Rose auch so ausgefragt wurde wie sie? Lebte Rose eigentlich bei ihren Eltern? Plötzlich hatte die junge Frau so viele Fragen. Doch sie übte sich in Geduld, sah nur kurz auf ihr Handy. Die beiden kannten sich kaum, unmöglich konnte sie jetzt schon sowas fragen.
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    • Rose

      "Hi hier ist Rose..?", murmelte die Schwarzhaarige und wischte sich mit den Händen über das Gesicht. "Wie dämlich ist das nur....". Sie seufzte und merkte, dass sie nicht für so etwas gemacht war, sie war für keinerlei menschliche Kontakte mehr gemacht. Der Kopf wurde langsam schwerer, ihr wurde es langsam schwindelig und mit einem Ruck setzte sie sich auf, um nicht mehr kopfüber vom Bett runter zu hängen. Ihre Augen musterten das Zimmer, um etwas zu entdecken, womit sie sich beschäftigen konnte, was ihre Zeit irgendwie vertreiben konnte, denn es wurde langsam zum Abend und ihre Langeweile war wieder groß. Sollte sie wieder mit dem Malen anfangen? Von den Serien her interessierte sie gerade auch nur wenig und mit ihrer Mutter unten wollte sie nichts tun, denn sie arbeitete mit Sicherheit wieder an ihrem Laptop. Sie arbeitete viel von Zuhause aus..
      Das Handy vibrierte, hatte Milla geantwortet? Rose blickte darauf und wunderte sich, dass die Antwort wirklich so schnell ging. Hey, hoffe die erste Sitzung war nicht zu hart. Ruh dich schön aus... Schön, aber was antwortete man jetzt darauf? Was sollte sie schreiben? 'Es war in Ordnung.. Ruhe dich auch aus', klang irgendwie zu neutral, zu abweisend.. 'Ich war froh, dass du da warst', würde aber viel zu übertrieben sein... Rose seufzte, sie legte das Handy weg, ergriff es aber gleich wieder, um doch zu schreiben.
      'Danke.. Es war okay, ich bin mir noch nicht sicher, was ich davon denken soll.. Ich hoffe du kannst dich auch etwas ausruhen'. Okay, das klang scheiße, aber sie schickte es ab, sonst würde sie niemals etwas schreiben.
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