I'm friends with the monster [Mizu&Lucy-chan]

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    • I'm friends with the monster [Mizu&Lucy-chan]

      Vorstellung:
      I‘m friends with the monster [Mizu&Lucy-chan]

      @Lucy-chan


      Milla Reed

      Mit geschlossenen Augen glitten ihre Finger über die Tasten, Tschaikowskis Schwanensee ertönte durch den Raum. Das Stück erreichte gerade seinen Höhepunkt, als die Töne verstummten. Milla öffnete die Augen, Scheinwerferlicht strahlte der jungen Musikerin ins Gesicht und sie brauchte einen Moment, um sich an die Helligkeit zu gewöhnen. Erst in diesem Moment bemerkte sie, dass ihre Finger unkontrolliert in die Tasten schlugen, schiefe und krumme Töne schallten in ihren Ohren, wurden immer lauter. Panisch versuchte sie ihren Körper zu zwingen, das vorher wunderschöne Lied wieder aufzunehmen, doch es gelang ihr nicht. Ganz im Gegenteil, sie hatte das Gefühl es würde immer lauter und schlimmer werden. Verzweifelt schloss sie wieder die Augen, wollte vom Klavier aufstehen, doch ihr Körper gehorchte ihr nicht mehr. Sie schrie und erst dieser Schrei, holte sie aus ihrer Traumwelt zurück.
      Verschwitzt und schwer atmend starrte sie an die Decke. Langsam hob Milla ihre Hände, das Zittern war gerade noch stärker als sonst. "Wieder dieser Traum..", murmelte die blauhaarige und legte ihre Arme über ihren Kopf. Vorsichtig sah sie auf die Uhr, die ihr verriet dass es gerade mal 03:00 Uhr am Morgen war. An Schlaf war wohl nicht mehr zu denken, dafür arbeitete ihr Kopf zu sehr. Klassische Musik. Früher liebte sie sie, doch inzwischen wollte sie so viel Abstand wie möglich zu ihr gewinnen.
      Nach ein paar Minuten stand die junge Frau auf, ging in die Küche und machte sich einen Kaffee. Das Rauschen des Wasserkochers, holte sie ein wenig runter. Seufzend sah sie erneut auf die Uhr, beschloss dann aber wieder ins Schlafzimmer zu gehen und sich umzuziehen. Später müsste sie noch zur Selbsthilfegruppe. Gott, wie sie diese Treffen hasste. Jedes Mal war es doch dasselbe. Sie stellten sich vor, redeten über ihre Gefühle und ihre Vergangenheit. Eigentlich sollte es ihr helfen, doch Milla war dafür einfach noch nicht bereit. Sie warf sich in ihre bequemen Skate Klamotten und füllte ihren Kaffee in einen To Go Becher, ehe sie mit ihrem Board das Haus verließ.
      Leise schlich sie sich durch den Flur, sie wollte keinesfalls ihre Eltern wecken. Zwar wohnten sie nicht direkt zusammen, aber zumindest im selben Haus. Nach ihrem Unfall wollten Millas Eltern sie wieder näher bei sich haben, auch wenn das der blauhaarigen lange Zeit widerstrebte.
      An der frischen Luft, nahm sie einen tiefen Atemzug. Es war sehr dunkel und alleine das Licht der Laternen beleuchtete die Straße. Sie schwang sich auf ihr Skateboard und fuhr einfach ziellos die Straßen entlang.

      Als die blauhaarige das nächste Mal auf ihr Handy sah, war es bereits 08:00 Uhr. So langsam müsste sie zurück, ihre Eltern klingelten sie zum Frühstück immer wach. Seufzend fuhr sie die gesamte Strecke wieder zurück, überlegte kurz am heutigen Tag einfach alles sausen zu lassen und einfach zu verschwinden, doch das konnte sie ihren Eltern nicht antun. Niemandem.
      Nach ihrem Ausflug stieg die 20 jährige unter die Dusche und zog sich erneut etwas bequemes an. Früher trug sie gerne sehr feminine Sachen, auch ihre Haare waren braun. Nie wäre sie auf die Idee gekommen diese zu färben, das war in ihrer Branche schlichtweg nicht gerne gesehen. Doch ihr Unfall veränderte alles. Ihren Style, ihre Persönlichkeit, ihr Leben. Nachdem sie gerade aus dem Bad kam, klingelte es an der Tür. Schwermütig öffnete sie diese, während ihre Mutter ihr sanft ins Gesicht lächelte. "Bin bereit.", murmelte Milla nur und ging rüber zu ihren Eltern. Am Tisch wurde geschwiegen, wie so oft. Nach dem Unfall redeten sie nicht mehr sonderlich viel. Manchmal kam es der jungen Frau so vor, als wäre die Musik und das Klavier das einzige gewesen, worüber sie sich mit ihren Eltern unterhielt. Nach dem Frühstück, welches sich für Milla auf eine Schreibe Brot und eine weitere Tasse Kaffee beschränkte, fuhren ihre Eltern sie zur Selbsthilfegruppe.
      Egal wie oft die 20 jährige ihnen klar machte, dass sie es alleine dort hin schaffen würde, die beiden bestanden darauf sie zu fahren. Wahrscheinlich aber dachten sie, dass Milla sonst die Treffen schwänzen würde. Mit einem kurzen Winken, verabschiedete sich die blauhaarige von ihren Eltern, betrat das große Gebäude und den Raum, in dem die regelmäßigen Treffen stattfanden. Wie immer setzte sie sich auf den selben Platz. Sah die selben Leute. Es war doch einfach alles unnötig.
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    • Rose

      8 Uhr.
      Wie lange sie schon die Decke anstarrte und versuchte einen Sinn daran zu finden, heute aufzustehen wusste sie nicht, aber sie war sich dessen sicher, dass ihr die weiße Decke über ihrem Kopf nicht helfen wird eine Antwort darauf zu finden. Es gab keinen Grund mehr aufzustehen, den gab es seit zwei Jahren nicht mehr, es gab nicht einmal mehr einen wirklichen zu leben, aber ihre Mutter verbat ihr diese Gedanken auch nur in den Kopf zu nehmen. Es würde ein Morgen, wie jeder andere sein, dessen war sich die Schwarzhaarige sicher: aufstehen, duschen, sich verhasst in dem Spiegel mustern und die Narben auf ihrem Körper erblicken, frühstücken und sich wieder ins Bett verkriechen, um den Tag irgendwie rum zu kriegen. Rose war sich sicher, dass ihre Mom ihr wieder Müsli vorbereitet hat, dass sie zur Arbeit aufbrechen wird und sie alleine zuhause lässt und ihr Vater um 12 und um drei Uhr anrufen wird, um zu fragen, ob alles in Ordnung ist und um zu kontrollieren, ob sie noch lebt. Als würden sie wirklich glauben, dass sie in der Lage dazu wäre es zu tun.. Nun, um ehrlich zu sein wusste es Rose nicht einmal selbst, aber sie war sich nicht einmal sicher, was sie mit ihrem Leben anfangen sollte, auf ihr Wort konnte man nicht wirklich vertrauen.
      Der Ausschnitt von 'habits' fing schon sicherlich zum vierten Mal an, da entschloss sich die Schwarzhaarige ihren Arm zu bewegen, um ihren Wecker auszuschalten, auch wenn ihr nicht nach Aufstehen war. Ob sie sich vielleicht schlafend stellen kann, wenn ihre Mutter gleich ins Zimmer kommt? Vermutlich nicht, denn sie achtete penibel darauf, dass Rose etwas aß, dass sie vor allem aus dem Bett aufstand, auch wenn es eigentlich keinen weiteren Sinn hatte. Was ergab aber schon Sinn? Fragen, dessen Antworten die junge Frau schon seit einer gefühlt halben Ewigkeit suchte.
      Es klopfte, es konnte nur ihre Mutter sein, immerhin gab es nur noch die beiden in diesem Haus hier, ihr Vater ist vor knapp einem Jahr ausgezogen. "Guten Morgen, Baby", die liebevolle Stimme erfüllte den Raum, ihre Mutter war eingetreten, bevor sie die Erlaubnis dafür bekam, aber was hatte Rose auch schon zu verstecken? "Morgen, Mom", begrüßte sie die blonde Frau, die ans Fenster ging, um die Vorhänge aufzumachen. Licht drang in das dunkle Zimmer, es war Zeit aufzustehen. "Ich habe dir unten ein Müsli fertig gemacht und einen frischen Orangensaft.. Beeil dich, wir dürfen nicht zu spät kommen". Seit dem Unfall gab es immer noch das gleiche Frühstück, als würde sie diese Proteine noch brauchen.. "Nicht zu spät kommen?", da war die Tür auch wieder zu und die Schwarzhaarige alleine in ihrem Zimmer. Hat sie etwas vergessen? So recht wollte sie sich nicht erinnern, aber mit einem Seufzen erhob sie sich aus dem Bett, um unter die Dusche zu gehen und unten beim Frühstück zu erscheinen.

      Angezogen lief sie die Treppe runter und erblickte ihre Mutter noch ganz ruhig am Küchentisch sitzend, sie checkte gerade ihre Mails, normalerweise war sie um diese Uhrzeit fast schon am Rausgehen. "Fängst du heute später an?", fragte Rose verwundert und wickelte sich die halbtrocknen Haare zu einem unordentlichen Dutt zusammen. Ihre Mutter schmunzelte. "Ja, ich fahre später ins Büro.. Ich wollte dich noch hin bringen". "Hin bringen?", ihre Vergesslichkeit war furchtbar seit dem Unfall.. Oder eher seit dem es keinen geregelten Ablauf mehr gab. "Na, die Therapiegruppe! Ich habe dir doch erzählt, dass ich dich da angemeldet habe!". Mit dem Hinsetzen versuchte sich die Schwarzhaarige zu erinnern, als es sie wie ein Schlag traf, natürlich, die Therapiegruppe! Verdammt, das war heute?
      "Mom, ich will da nicht hin", murmelte Rose und griff nach dem Orangensaft. "Liebes, wir haben darüber gesprochen.. Es ist einen Versuch wert und sollte es dir nicht gefallen können wir immer noch darüber sprechen, jetzt iss". Es wird ihr nicht gefallen, hundert Prozentig nicht, wie jede andere Therapie, wie eigentlich alles auf dieser verschissenen Welt..

      "Soll ich wirklich nicht mit rein kommen?". Sie meinte es nur gut... Doch Rose schüttelte den Kopf. "Danke Mom, ich schaffe es", hoffte sie jedenfalls. Eine Therapiegruppe.. Das klang doch schon fürchterlich.. Aber Rose beugte sich noch einmal durch das offene Fenster durch, um ihrer Mom einen Kuss auf die Wange zu drücken, ehe sie ihr auch schon zu winkte und in Richtung des Gebäudes lief. Angeblich sollte sie ihr eine Mail weiter geleitet haben.. Die Schwarzhaarige öffnete ihr Postfach und ignorierte alles andere, was sie nicht lesen wollte, vor allem Nachfragen von ihrem ehemaligen Trainer, da fand sie ganz weit unten eine Mail ihrer Mutter. "Raum 131", murmelte Rose und blickte sich um, um einen Hauch einer Idee zu bekommen, wo sie hin sollte. Sie war bereit aufzugeben, sollte sie den Raum nicht finden, doch die Nummer fiel ihr leider ins Auge. Noch einmal tief durch atmen, dann betrat sie auch schon den Raum. Mit großer Mühe versuchte sie über die Blicke hinweg zu sehen, sprach sich selbst zu, dass keiner sehen konnte, was ihr passiert war und noch bevor großartig eine Panik ausbrechen konnte fand sie einen Platz neben einem blauhaarigen Mädchen. Sie erschien ihr sympathischer, als einige andere der Teilnehmer. "Ist.. ist der Platz hier frei?", fragte Rose, auch wenn sie sich nicht erinnern konnte, wann sie zuletzt überhaupt mit jemanden außerhalb ihrer vier Wände sprach.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."

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    • Milla Reed

      Gerade waren alle dabei nach und nach einzutreffen. "Peter, Clara, Max, Lauren..", zählte Milla die Namen der anderen Teilnehmer auf, während diese ihren Weg zum gewohnten Platz fanden. Und dann betrat jemand den Raum, dessen Namen die blauhaarige noch nicht kannte. Sie wirkte schüchtern, irgendwie verunsichert. Verständlich, Milla erinnerte sich noch genau an ihr erstes Treffen. Am liebsten wäre sie gar nicht erst erschienen, doch ihre Eltern ließen ihr keine andere Wahl.
      Einen kurzen Moment überlegte die junge Frau der Neuen zu helfen, entschied sich aber sich rauszuhalten. Kurz darauf vernahm sie eine angenehme Stimme, sie klang zögerlich, doch irgendwie beruhigend. "Oh, ja sicher, setz dich.", antwortete die blauhaarige sanft und sah dann erneut in die Runde. Die meisten unterhielten sich, auch wenn gleich sowieso jegliche Probleme aufgedeckt werden würden. Viele waren hier bereits zu guten Freunden geworden, unterhielten sich über privates. Milla konnte sich jedoch nicht dazu aufringen, auch außerhalb der Gruppe Kontakt zu den anderen zu halten.
      Erneut dachte sie an ihren ersten Tag und die ständigen Aussagen ihrer Mutter. Du hast doch schon niemanden mehr zum reden. Möchtest du dir nicht doch ein paar neue Freunde suchen? Du kannst nicht für immer andere meiden. Auf all diese Aussagen hatte die 20 jähige schon die beste Antwort. Sie hatte einfach keine Lust darauf.
      Vorsichtig riskierte Milla einen Blick auf die Neue und irgendwas brachte sie doch tatsächlich dazu sie auch noch anzusprechen. "Dein erstes Treffen?", fragte die blauhaarige frei heraus. Irgendwas musste mit ihr nicht stimmen, vielleicht hatte sie etwas im Kaffee oder die Gruppe brachte tatsächlich was, aber außerhalb dieses Raumes hätte sie wohl niemanden angesprochen.
      "Du musst beim ersten Treffen bis auf deinen Namen nichts sagen, eigentlich müsstest du nie was sagen. Man wird nur mit Fragen gelöchert, also von Michelle. Sie leitet das alles hier. Sie versucht einen, naja - wie sagt man das in nett, zu motivieren. Sie wird mit der Zeit recht hartnäckig. Aber du überlebst das sicher.", beendete die blauhaarige ihren Monolog.
      Ob sie schon zu viel gesagt hatte? Und dabei hatte sie nicht einmal ihren Namen genannt. Möglicherweise war die junge Frau etwas eingerostet, was soziale Interaktion betraf. Sie kratzte sich etwas verlegen am Hinterkopf. "Naja, jedenfalls ich bin Milla, aber das wirst du gleich nochmal hören."
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    • Rose

      Es wäre einfacher gewesen, hätte sich Rose einfach irgendwo hin gesetzt, hätte sie nicht die junge Frau angesprochen, neben die sie sich setzen wollte, aber sie war sich nicht sicher, ob die Plätze frei zu Auswahl standen, oder jeder hier einen vorgesehenen Platz hatte. Der Rest wirkte so bekannt miteinander, da war die Chance groß, dass man jemandem den Platz weg nahm, es war somit besser nach zu fragen. Die Blauhaarige wirkte ein wenig einsam, sie war sie einzige, die sich nicht wirklich mit jemanden unterhielt, da war natürlich die Hoffnung da, sie würde auch nicht gleich Rose in ein Gespräch hinein ziehen. So langsam erinnerte sie sich auch an die Idee und Begründung ihrer Mutter, warum sie wirklich hier hin sollte. Es sollte der Schwarzhaarigen helfen zu sich zu finden, Freunde zu finden, das wollte sie doch alles gar nicht.. Ihr Leben lang tat sie alles, was ihre Eltern wollten, wann wird sie etwas tun, was sie tun möchte?
      Der Platz war frei und mit einem Nicken bedankte sich Rose, ehe sie sich hin setzte und dezent im Raum umsah, hoffentlich ohne groß Aufsehen zu erregen. Ihre Augen musterte die Leute im Raum, da vernahm sie wieder die Stimme neben sich, die nach fragte, ob es ihr erstes Treffen war. Sie war angenehm, nicht zu schrill, eher sanft, aber sie fing einen Smalltalk an, was Rose nicht passte.. Sie hat sich schon so lange nicht mehr unterhalten.. "Ja", antwortete sie dennoch knapp und nickte, falls ihre Antwort nicht laut genug war. Es schien fast so, als wäre ihre Gesprächspartnerin nicht das erste Mal hier, was sich gleich bestätigte, als sie davon erzählte, wie es hier ablief. Bei solchen Treffen war Rose noch nie gewesen, es war ihr neu, dementsprechend war sie innerlich schon ein wenig dankbar, dass man sie auf das vorbereitete, was kommen sollte..
      "Hartnäckig?", fragte sie nach und blickte zu der jungen Frau neben sich. Würde man sie hier wirklich so sehr ausquatschen? Hoffentlich nicht, denn sie konnte nicht dafür garantieren, dass sie wirklich ruhig bleiben kann.. "Danke für die.. Erläuterung", und Vorwarnung vor allem, aber Rose lächelte dennoch sanft, hoffte jedenfalls, dass es gut ankam, denn es war zu lange her, seit dem sie mit jemanden Smalltalk führte.. Da konnte sich Milla geehrt fühlen. "Ich bin Rose", verriet auch die Schwarzhaarige, ihre Mutter würde stolz wie sonst etwas sein, wenn sie das mitbekommen würde. Ihre Tochter führte seit zwei Jahren die erste richtige Unterhaltung mit einer fremden Person, aber sie würde es sowieso nicht erfahren. "Ich.. Mag deine Haare", versuchte es dennoch Rose weiter, auch wenn es sich noch immer fremd an fühlte. Immerhin hatte Milla ihr geholfen, sie vorgewarnt, ihr erzählt, wie es hier ablief, da konnte man auch ein ehrliches Kompliment abgeben.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Milla Reed

      Gott, da unterhielt sie sich wirklich mal mit jemand anderem als ihrer Mutter und dann sowas. Ein wenig unangenehm war es dann doch. Eine sanfte röte legte sich jedoch über Millas Wangen, als sie das Kompliment der Neuen vernahm. "Oh danke, ich mag deinen Style.", gab die junge Frau zurück. So viel hatte sie sich in letzter Zeit wirklich nicht unterhalten. Wobei zählte das überhaupt? Die beiden Sprachen kaum richtige Sätze miteinander, doch irgendwie fand Milla das gar nicht so schlecht. Die anderen hier stellten einfach zu viele Fragen, waren irgendwie viel zu gut gelaunt, das war alles zu viel für die blauhaarige.
      Aber diese Frau, sie schien unkompliziert zu sein und tatsächlich erwischte sich Milla dabei, wie sie sich fragte weshalb sie hier war. Natürlich weil sie, wie alle anderen hier, an Depressionen litt und eine Art von Therapie ausprobieren wollte, aber der wirkliche Grund dafür interessierte Milla. In diesem Moment sagte eine innere Stimme, sie sollte es lieber sein lassen.
      Ob sie wirklich Interesse an dieser Frau hatte oder einfach inzwischen so vereinsamt war, dass sie sich unbewusst nach einem Menschen sehnte, der ihr nicht komplett auf die Nerven ging, konnte sie nur schwer sagen. Doch ehe Milla auch nur daran denken konnte, Rose in ein Gespräch zu verwickeln, betrat Michelle den Raum. "Schönen Mittag ihr Lieben, ich hoffe ihr seid bereit und konntet am Wochenende schön viel Kraft tanken!", verkündete die Blonde mit den lockigen Haaren. "Ich glaub ich muss kotzen..", murmelte Milla kaum hörbar. Die Leiterin war nun des Öfteren viel zu optimistisch für Millas Geschmack.
      "Oh, ich sehe ein neues Gesicht, vielleicht möchtest du dich kurz den anderen vorstellen? Aber denk bitte daran, du kannst erzählen was du möchtest, musst aber nicht viel sagen.", forderte Michelle die Brünette neben mir auf. "Alles kann, nichts muss..", brummte die blauhaarige erneut. Es waren ja immer wieder die selben Sprüche. "Willkommen im Irrenhaus.", flüsterte Milla zu Rose und zog ironisch die Augenbrauen hoch. Schmiss aber doch noch ein sanftes Lächeln hinterher. Vergraulen wollte sie die junge Frau ja nicht, Nicht, nachdem sie schon den Schritt machte und sich in eine solche Gruppe traute. Das war wohl stress genug.
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    • Rose

      Freundeten Sie sich gerade an? Nein, das war nur eine simple Unterhaltung, die sie vermutlich beide führten, um nett zu sein, nicht mehr und nicht weniger. Bei dem Gedanken an eine Freundschaft wurde es Rose fast schon schlecht von der Panik, die sich in ihren Brustkorb ausweitete und die der Luft Platz weg nahm, die man eigentlich zum Leben brauchte. Die Gedanken an eine Freundschaft brachten sie doch gleich wieder zurück zu dem Gedanken daran, was sie an dem besagten Abend gemacht hatte.. Mit wem sie unterwegs war.. Doch sie versuchte ihre Panik zu kontrollieren, versuchte sie in den Griff zu bekommen und lächelte sachte auf das Kompliment zu ihrem Style. Ja, sie waren nett zueinander und nicht mehr.. Es war angenehm, was man deutlich zugeben konnte, aber mehr auch nicht und mehr würde es auch nicht werden!
      Letztendlich wurde ihr Gespräch mit dem Eintreten einer anderen Frau unterbrochen und Rose nahm mit dem Gesicht und der Freundlichkeit in der Stimme an, dass es sich hier um die besagte Leitung der Therapie handelte. Sie war so.. Fröhlich, erinnerte Rose ein wenig an ihre Mutter, die seit dem Karriere-Aus nur noch gut gelaunt war, um ihre Tochter nicht mit runter zu ziehen. Das war leider nicht ansteckend, auch wenn es sich ihre Mutter nur zu gerne gewünscht hätte. "Und ich erst", murmelte Rose gleich auf den Kommentar ihrer Nachbarin, mit der sie sich gerade noch unterhalten hatte. Die Hoffnung nicht entdeckt zu werden wurde gleich auch zerstört, in dem die Augen sich gleich ihr selbst widmeten, um festzustellen, dass sie hier neu war. Rose seufzte innerlich, denn die Betonung darauf, dass sie mir das erzählen musste, was sie wollte erweckte schon eine Art Erwartungen, dass etwas gesagt wird. Es war vermutlich wie der Spruch jeder Mutter 'mach, wie du meinst', bei welchem man eben nicht das tun sollte, was man eigentlich wollte.. Konnte man diesen Teil nicht überspringen? Konnte ihre Mom nicht doch hier sein und diesen Teil für sie übernehmen? Vermutlich hätte sie das nur mit großer Freude getan, um allen zu erzählen, dass ihre Tochter ein Krüppel geworden ist..
      Rose räusperte sich, weil sie das Gefühl bekam, als würde ihre Kehle immer weiter zu gehen und ihr die Luft und Stimme wegbleiben. Milla hieß sie Willkommen im Irrenhaus, und auch wenn es eine nette Geste sein sollte es half überhaupt nicht.. Es drehte sich alles langsam und das Gefühl gleich zu ersticken wurde nicht besser.
      "Ich.. heiße Rose", stellte sich die Schwarzhaarige vor und überlegte, ob sie nicht aufstehen und rennen sollte, so weit, wie es nur möglich war. Ah ne, Moment, rennen war nicht mehr so ihr Ding. "Meine Mom dachte, dass es eine gute.. Idee wäre hier her zu kommen". So, das war's, mehr wird es von ihr die nächsten Jahre nicht geben! Es fühlte si h grauenhaft an, wirklich grausam, warum war sie hier?
      Die Leiterin warf ihr ein zufriedenes Lächeln zu, nickte ihr auch gleich zu, um zu zeigen, dass es richtig war, sie blickte kurz zu den Unterlagen, die auf ihrem Schoß lagen. "Deine Mom hat erzählt, du hast Leichtathletik betrieben..", mehr drang nicht zu Rose durch, sie schaltete ab in dem Moment, in welchem das dumme Wort Erinnerungen auslöste, die nicht an die Oberfläche durften. Ihre Kiefer spannten sich an, jetzt nur nicht los heulen, einfach ignorieren, tief durch atmen. Sie senkte ihren Blick, war nicht bereit auch nur ein weiteres Wort zu sagen, sie würde nie wieder hier hin kommen, ganz einfach.
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    • Milla Reed

      Milla lehnte sich, mehr oder weniger, entspannt in ihren Stuhl zurück. Wenn jemand neues die Runde betrat, stand es immer an erster Stelle die Person zu begrüßen. Selbst die blauhaarige hätte dieses Ritual gerne abgeändert. Es war schon schwer genug her zu kommen und sich dann auch noch vor einer Gruppe wildfremder Menschen vorzustellen - es war selbst für sie der Horror.
      Aufmerksam hörte die junge Frau der Neuen zu. Eine Gemeinsamkeit hatten die beiden schonmal. Sie wurden scheinbar beide von ihren Müttern in diese Gruppe gebracht. Ob sie auch jedes mal brav hier her gefahren wurde? Bei Gelegenheit würde Milla Rose mal fragen.
      Soweit, so gut. Die dunkelhaarige hatte ihre Vorstellung fast hinter sich, als die Leiterin noch eine Bemerkung machte. Vorsichtig spähte Milla zu Rose, bemerkte ihre Anspannung. Das war wohl ein Trigger.
      Auch wenn sich die 20 jährige normalerweise wenig um die anderen und deren Gefühle kümmerte, wollte sie Rose nicht ganz alleine lassen. Nicht jetzt wo sie sich schon überwinden musste. Michelle sah das Mädchen neben Milla erwartungsvoll an.
      "Ich hatte die Tage einen Rückfall.", sagte die blauhaarige laut genug, um die Stille zu durchbrechen und alle Augen auf sich zu ziehen. Die Leiterin sah sie schockiert an. Tja, das hatte sie nicht erwartet.
      Milla war sonst eine der Teilnehmerinnen, die sich tatsächlich mit den Worten zurück hielt, doch heute wollte sie einer Fremden helfen. Sie verstand sie einfach irgendwie.
      "In den letzten Tagen, dachte ich oft nach. Vor zwei Tagen sah ich meine Mutter, wie sie alte Auftritte von mir ansah. Ich hörte sie weinen.", die junge Frau atmete tief durch, "Ich fühlte mich schuldig. Schuldig, dass ich auf diesem Konzert war. Meine Gefühle überrannten mich..", fuhr sie fort. Langsam glitt ihr Blick durch den Raum. Auch wenn sie wusste, dass hier keine einzige Person wäre, die sie verurteilen würde, sie fühlte diese Unsicherheit. Nervös verschränkte sie ihre Finger ineinander und seufzte.
      "Meine Faust traf die Wand, mehrmals..unzählige Male. Inzwischen ist es wieder besser, aber ich wusste einfach nicht wohin mit mir und ich weiß, es half nur für den Moment.", beendete sie ihren kurzen Monolog und schloss die Augen.
      Wahrscheinlich folgte nun ein Moment des Schweigens, doch auch andere aus der gruppe stiegen ein und berichteten von den letzten Tagen. Zuerst Max und dann Clara, sie alle fanden ihren Mut. Dank Milla.
      Eigentlich war sie nur froh Rose vor dem Stress zu bewahren, auch wenn sie ihr das in keinster Weise irgendwie schuldig war. "Wir geben dir alle Zeit..", murmelte Milla nur ihrer neuen Sitznachbarin entgegen und rieb sich über die Stirn. Selbst diese Kleinigkeit raubte der jungen Frau die Kraft. Sie war wohl doch noch nicht bereit gänzlich über ihre Vergangenheit zu reden.
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    • Rose

      Ihre Kehle schnürte sich immer und immer weiter zu und es schien so, als würde Rose hier kläglich ersticken. Sie bekam keine Luft, ihr Drang danach hier heraus zu rennen war riesig, doch ihre Beine wollten nicht. Es schien, als würden ihre Beine fest geklebt sein, als hätte sie jemand an dem Boden fest genagelt und als würde Rose damit nicht die Möglichkeit bekommen zu fliehen. Sie bereute es zutiefst hier überhaupt herein gekommen zu sein, sie war sauer auf ihre Mutter und wollte es in die gesamte Welt hinaus schreien, doch leider war es nicht möglich. Es schien sich alles zu drehen, die ganze Welt war am Untergehen und je länger die Schwarzhaarige in diesem Zusammenbruch gefangen war, desto mehr ballte sie ihre Hände zu Fäusten und drückte die Fingernägel in ihr Fleisch.
      Eine Stimme drang zu ihr durch, eine, die sie heute schon einmal gehört hatte und die sich direkt neben ihr befand. Milla sprach und mit einem Blick schien es so, als würde sie die komplette Aufmerksamkeit der Gruppe und der Leiterin auf sich ziehen. Was sie sprach drang zu Rose nicht durch, aber sie hörte ihre Stimme, die immer klarer wurde und mit der Aufmerksamkeit, die sie auf sich zog wurde auch die Schwarzhaarige immer und immer ruhiger. Es drang mehr zu ihr durch, ihre Kehle ließ immer und immer wieder locker und die Luft fand problemlos ihren Weg in ihre Lungen. Rose atmete ein, ja, es ging, sie würde nicht hier sterben und sie würde auch nicht umfallen und nur noch mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Sie atmete noch einmal ein, ja, alles wurde so langsam immer klarer.
      Viel bekam sie nicht davon mit, was ihre Sitznachbarin erzählte, lediglich der Schluss wurde ihr klarer, als sie davon sprach, dass ihre Faust ein Kennenlernen mit der Wand gehabt hatte. Auch so etwas kannte Rose nur zu gut, auch wenn es bei ihr leider nicht immer nur bei solchen Reaktionen blieb, doch sie würde es nicht kommentieren, sie würde hier kein Wort mehr sagen, solange es andere noch mit bekamen und solange andere zuhören konnten. Es wurde viel zu viel gesagt, ihre Anwesenheit hier war einfach viel zu viel und sie fühlte sich wohl, als andere anfingen zu sprechen und Rose unter tauchen konnte. Sie hörte nicht richtig zu, denn sie hatte schon genug für heute, aber die Worte, die ihr galten bekam sie deutlich mit. Ihr wurde alle Zeit gegeben? Oh, davon haben sie mit Sicherheit nicht genug.. Dennoch warf Rose ihrer Nachbarin einen Blick zu, um sie von der Seite zu mustern. "Danke", bedankte sie sich leise dafür, dass sie sie gerettet hat. Ob es bewusst war, oder nicht wusste sie letztendlich nicht, aber diese Frau neben ihr war heute ihre Rettung und dafür war sie ihr so unendlich dankbar. "Wirklich danke". Eine Art Schutzengel, was sollte Milla sonst sein?
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