The Demonking rise again [Chaoz&Caili]

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    • The Demonking rise again [Chaoz&Caili]


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      Seira Goldenheart

      Außer Atem, während das Adrenalin durch ihre Venen pumpte, rannte Seira durch die Hallen und Korridore des Dämonenschlosses, welches ihr wie ein kompliziertes Labyrinth vor kam. Ein Monster nach dem anderen fiel ihrer großen Axt zum opfer, während sie sich zu ihrem Ziel hindurch kämpfte: dem Thronsaal des Dämonenkönigs selbst, das Ende ihrer Reise und das Ziel, auf welches sie ihr gesamtes Leben lang hingearbeitet hatte, seit dem Moment, als sie beschlossen hatte Abenteurerin zu werden, nein, zur Heldin.
      Schmerzhaft erinnerte sie sich an das Versprechen aus Kindheitstagen, diesen Weg einst mit ihrem besten Freund zu bestreiten, doch war er heute nicht hier, um diesen Moment mit ihr zu erleben, diesen Kampf mit ihr zu erleben.
      Seira fragte sich, ob er sie in diesem Moment sehen konnte, wenn er denn tatsächlich tot war? Oder ob er wohl von ihrem Sieg hören und sich für sie freuen würde? Sie vielleicht aufsuchen würde? Aber noch war nichts gewonnen und, auch wenn sie wusste, wie töricht und übermütig das war, hatte sie ihre Gruppe von Freunden und Abenteurern alleine gelassen, um diesen Kampf auf eigene Faust bestehen zu können.
      Sie hatte einfach das Gefühl, dass es etwas war, dass sie alleine machen musste. Seira wollte nicht, dass noch jemand starb, der ihr am Herzen lag und sie wusste, wie hart dieser Kampf werden würde.
      Vor einem massiven Tor, welches keine Zweifel zu ließ, dass hinter diesen Türen der Dämonenkönig auf sie wartete – ob er wohl bereits wusste, dass sie hier war? Wahrscheinlich – blieb sie für einige Momente stehen, um wieder zu Atem zu kommen und sich mental auf den Endkampf vorzubereiten.
      Das war es also nun. Hinter diesen Toren wartete das schlimmste Monster dieser Welt und mit seinem Tod könnte Seira der Menschheit einen großen Gefallen tun. Auch wenn es die Toten nicht zurückbrachte, so würde es weitere Opfer verhindern, da war sie sich sicher, denn noch wusste sie nicht, wie naiv diese Sichtweise war, mit welcher sie aufgewachsen war.
      Mit dem Gedanken, wie unfair es doch war, dass sie sich hier hatte durchkämpfen müssen, während der Dämonenkönig sicherlich ausgeruht und bei vollen Kräften auf seinem Thron hatte warten können, bis sie zu ihm fand oder vorher starb, war sie in Begriff das Tor zu öffnen, welches jedoch begann sich selber zu bewegen, kaum hatte sie das kalte Eisen berührt.
      Ihre Hände fest um den Griff ihrer Axt, welche halb so groß war wie sie selbst, verziert mit Gold und magischen Edelsteinen, und einem selbstsicheren und entschlossenen Ausdruck in den Augen, auf eine Falle gefasst, trat sie über die Schwelle und es dauerte nicht lange, bis sie ihren Gegner ausmachte.
      Doch zu ihrer Verwunderung war es kein schrecklicher gehörnter Dämon, welchen sie auf dem Thron vor sich erblickte. Keine Haut so schwarz wie die Sünden, welche sich die Dämonen aufgehalst hatten, wie es in den Geschichten aus ihrer Kindheit beschrieben worden war, keine schrecklich zugerichtete Fratze, nein. Er sah aus... wie ein Mensch.
      Seira war die Verwunderung deutlich anzusehen, während sie in den Saal hinein ging und je näher sie der Gestalt auf dem Thron kam, desto... bekannter kam sie ihr, aber das konnte doch nicht sein, oder?
      „... Cassius...?“, gab sie unbedacht dieses Wort von sich, da sie in den Zügen des auf dem Thron sitzenden Mannes die Züge ihres Kindheitsfreundes zu erkennen glaubte, auch wenn das kindliche Lächeln einem kalten, ausdruckslosen Ausdruck gewichen war, wie sie schmerzhaft feststellen musste.
      Doch mit einem Mal wich die Verblüffung in ihrem Gesicht und stattdessen biss sie vor Wut die Zähne zusammen und die Knöchel ihrer Hände färbten sich weiß, so fest hielt sie den Griff ihrer Waffe fest. Was für eine schreckliche Falle war das? Eine Illusion? Aber woher...?!
      „Lass deine elenden Tricks, du Monster und zeig mir deine wahre Gestalt!“, schrie ich ihn wütend an, beachtete dabei die Frau neben ihm nicht, war aber darauf gefasst, sollte sie sich in diesen Kampf einmischen.
      Vielleicht war es naiv von ihr gewesen zu glauben, sie könnte ihm alleine entgegen treten und dass er es genauso tun würde, aber nun war sie hier und würde ohne einen Kampf auch nicht mehr gehen. Seira bezweifelte sowieso, dass man das zulassen würde.

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      @Chaoz
    • Cassius Vorgelgold

      "Junger Mann, ihr scheint einen gesunden Appetit zu besitzen. Kommt doch mal her, vielleicht hab ich da etwas für euch!"
      Ein schmieriger älterer Herr mit Halbglatze und einem aufgesetzten Lächeln, rieb sich verschmitzt die Hände. Cassius, der derweil einen Beutel voller frisch gebackener, noch dampfende Nussbrötchen an seiner Brust trug und mit dem linken Arm ummantelte, sah während er von dem Brötchen in seiner rechten Hand abbiss zu der Gestalt hinüber. "Kommt! Kommt!" Der Mann streckte seine Arme nach vorne und schob seine zum Himmel gerichteten Finger zu sich um ihn dem Weg zu seinen Waren zu deuten. Zwar wurden die Augen schmaler, doch begab sich der Schwarzhaarige vorerst widerwillig in Richtung des Mannes, zwischen den wenigen Leuten umherstreifend die ihren Weg durch die Einkaufspassage suchten. "Schaut hier! Ihr seid gewiss ein Mann mit feinem Geschmack, dass sehe Ich anhand eurer vorzüglichen Auswahl an Schmuck!"
      Die wenigen Ringe an den Fingern Cassius, die für die Unterdrückung seiner Kräfte sorgten, sprach er an. Ausdruckslos fanden sich die Blicke der beiden für einen kurzen Moment, doch während der Händler noch immer seine Hände ineinander rieb und nickte, wandte sich der Blick des Dämonenkönigs hinab zu den angesammelten Ramsch. "Sieht mir nicht nach Nahrung aus, alter Mann..."
      "Alter Mann?! Ich muss doch wohl bitten! Meine Wenigkeit ist gerade mal in seinem 4.Lebensjahrzehnt angelangt!"
      Cassius Blick musterte noch einmal kurz die zu klein geratene Kreatur, bevor er ein schlichtes. "Mhm..", von sich gab und weiter die Waren begutachtete. Eine entnervte Stresspustel bildete sich am Hinterkopf des Händlers und das falsche Lächeln nahm an Härte zu, bevor seine Lippen einen erneuten Satz von sich gaben. "Und, gefällt ihnen etwas?"
      Auch die Stimme des Mannes schien nun nicht mehr der Freundlichkeit zu entsprechen die dem König vorerst entgegengebracht wurde. Für einen kurzen Moment weiteten sich die goldenen Augen, als sie eine Kette erblickten die alte Erinnerungen in ihn hervorriefen. "Abenteurer wollten wir werden, hm? Ich schätze du brauchtest wohl das Silber für die ersten Schritte, obwohl sie dir so am Herzen lag." Ein Schmerz entpuppte sich im Herzen des Mannes, während die strengen Miene des Schwarzhaarigen ungewohnt sanfte Züge annahmen. "Hoho~ hat diese Kette etwa ihr Interesse geweckt? Ein Schmuckstück nicht wahr? Und ich hab sie für so wenig Silber erworb-"
      Noch bevor der Händler seinen Satz vollenden konnte, umfasste Cassius den Kragen des Mannes während die Sänfte seines Ausdrucks der Kälte wich. "J-Junger Mann?", entwich es dem Händler der vor Schreck seine Hände nach oben hielt und plötzlich stark zu schwitzen begann. "Findet ihr Gefallen daran, Menschen auszunutzen die ihrem Träumen hinterherjagen? Bereitet es euch Freude andere aufgrund eurer Gier nach Gold zu berauben, ihre Hilflosigkeit auszunutzen und euch daran zu bereichern? Wollt ihr, dass euch dasselbe geschieht, hm?"
      Die goldenen Augen hatten jeglichen Glanz verloren, während die Gesichter sich bedrohlich nah kamen und Cassius so vermied das der Händler sein Haupt zur Seite abwenden konnte. "Antwortet! Ansonsten werde Ich-"
      Eine sanfte, zierliche Hand lehnte sich auf die Schulter des Mannes, bevor ein gähnen aus den Lippen hinter ihm ertönte und sein Gesicht sich leicht zur Seite neigte damit er aus den Augenwinkeln heraus nach hinten schauen konnte. "Rim?"
      "Hier bist du also, du Idiot... Ist die bewusst das derzeit das Schloss angegriffen wird? Abmarsch!"
      "Hm..", entwich es schlicht bevor der ausdruckslose Gesichtsausdruck wieder einkehrte und der Griff des Schwarzhaarigen sich lockerte. Seine Finger ummantelten die Kette auf dem Tisch und führten sie in die eigene Hosentasche. "Hey, dafür müssen sie beza-"
      Erneut wandten sich die goldenen Augen zum Händler und strahlten eine unbändige Mordlust aus. "Hiiiiek"
      Als der Händler seine Arme vor sich warf und vor Schreck seine Augen schloss, ertönten die letzten Worte des jungen Mannes bevor vor ihm ein schwarzes Portal erschien. "Bessere dich, Mensch! Ansonsten werden die Dämonen euch holen."
      Das Mädchen stellte sich nun hinter Cassius und schob ihn in Richtung des Portals, welches sich schloss nachdem die beiden es durchquert hatten. Währenddessen fiel der Händler vor Schreck auf seinen Allerwertesten und die verbliebenen Dorfbewohner blickten verdutzt aus der Wäsche. "Hast du nicht ein bisschen zu dick aufgetragen? Nicht das es mich stört, aber du solltest eventuell sorgfältiger mit deinen Worten umgehen, Cas.."
      Die Schritte des Mannes trugen ihm zum Thron, auf welchem er sich niederließ während der Radau außerhalb schwer unhörbar, näher rückte. "Hab meine Fassung verloren, Verzeihung."
      Die Augenbrauen der Aschfarbenhaarigen Frau zogen sich zusammen, bevor sie mit einem schlichten Schulterzucken ihr Blick in Richtung des Tores wandte. "Na wenn es weiter nichts ist. Willst du nicht die Siegel lösen und mit voller Kraft kämpfen?"
      Seine Beine überschlagen, den rechten Ellenbogen auf dem Thronrand gestützt und das Kinn auf die Handfläche gebettet, erwiederte der Mann den Worten der Frau mit einem schlichten abwinken, bevor er in seine Tasche griff und die Kette begutachtete. "Tch.. Weshalb mach ich mir überhaupt die Mühe?" Mit einer Handbewegung wies das Mädchen den Dämonen an das große Tor zu öffnen. Die Kette hielt er dabei vor sich, in Richtung des Eindringlings, der sich seinen Weg durch die Scharren der Dämonen bahnte, bis eine bekannte Stimme einen Namen ausrief der ihn sehr bekannt vorkam. "Cassius? Rim, weshalb nennst du mich bei meinen Namen?"
      "Das war ich nicht.", entwich es ihren Lippen während die die Gestalt Seiras erkannte und verblüfft wahrnahm zu welcher Frau sie herangewachsen war.
      Cassius ließ die Kette in seiner Tasche verschwinden und stützte sich auf um vom Thron emporzusteigen. Seine Augen weiteten sich als er das Mädchen aus seiner fernen Vergangenheit erblickte, jenes Mädchen mit dem er sich ein Versprechen gab das er nicht erfüllen konnte. "Seira.. Bist du übergeschnappt?! Was machst du hier? Verschwinde! Du kannst, nein du darfst an einen Ort wie diesen nicht dein Leben verlieren!"
      Trotz dem wütenden Unterton in seinen Worten, vermochte es der junge König nicht einen gleichwertigen Gesichtsausdruck zu finden, doch bahnten sich Tränen ihren Weg aus den Augen des Mannes. "Cas?"
      "Was?", entwich es den Schwarzhaarigen während er sich zu Rim wandte, die auf seine Augen wies. Stürmisch lehnten sich die Finger des Mannes an seine Augenlider, bevor er vernahm wie eine Flüssigkeit aus ihnen tropfte. "Hm? Was ist das?"
      "Ein König bist du vielleicht... So, was jetzt? Waffenstillstand, oder wie?"
      Mit seiner Hand die goldenen Augen verdeckend, entwich den König der Dämonen lediglich ein schlichtes Schütteln seines Kopfes, bevor er sich wieder fing. "Heldin Seira Goldenheart, dir ist es gelungen in das Schloss einzudringen, meinen Glückwunsch dafür. Ich, der Dämonenkönig Valfaris überlasse dir dafür die Wahl Hier und Jetzt dein Leben zu geben oder zu fliehen und nie wieder einen Fuß in die Länder der Dämonen zu setzen!"
    • Seira Goldenheart

      „... hä?“, verstand die junge Heldin nicht, wieso der auf dem Thron sitzende Mann ihr diese Worte entgegen brachte und starrte diesen ungläubig an. Statt sich von ihren Worten provozieren zu lassen und die Illusion aufzugeben... wollte er, dass sie verschwindet? Nicht nur das, sondern schien er auch ihren Namen zu wissen, ohne, dass sie diesen vorher hatte nennen müssen.
      War es dann doch... Cassius? Der Junge, der einst ihr bester Freund war, bevor er verschwunden war? Aber wieso... wieso traf sie ihn ausgerechnet hier? Und wieso saß er auf dem Thron des Dämonenkönigs?!
      Gebannt beobachtete Seira, wie der Mann vor ihr begann Tränen zu vergießen und mit einem Mal war sie sich nicht mehr so sicher, ob es sich hierbei wirklich um eine Illusion handelte. Es wirkte so... echt. Wenn es eine Falle wäre, wäre sie doch schon längst angegriffen worden.... oder?
      Seira wusste nicht recht, was sie glauben sollte.
      Doch eine ihrer Fragen wurde beantwortet, als der Mann vor ihm sich Dämonenkönig Valfaris nannte, doch die anderen Worte, die er von sich gab, versetzte ihr einen Stich ins Herz.
      Glaubte er wirklich, dass sie einfach so wieder verschwinden können würde? Geschweige denn freiwillig ihr Leben geben würde? Allein die Tatsache, dass es sich tatsächlich um Cassius handeln könnte und dieser bereit war ihr das Leben zu nehmen, schmerzte.
      „... glaubst du wirklich, dass ich mich auf dein Angebot einlassen würde? Cassius, du bist es doch... oder? Wieso nennst du dich Dämonenkönig? Wieso bist du einfach verschwunden? Was... ich verstehe nicht, was hier passiert.“, schüttelte die Heldin den Kopf im Versuch einen klaren Verstand zu behalten.
      Sie erinnerte sich zurück an die Zeit, in welcher sie Tage lang im Wald umher gerannt war, in der Hoffnung, Cassius hatte sich nur im Wald verirrt und fand den Weg zurück nach Hause nicht mehr, bis sie sich selber verirrt hatte und gesucht werden musste.
      Nie hatte sie die Hoffnung aufgegeben, ihn eines Tages wieder zu sehen... aber doch nicht so! Doch nicht hier!
      „Ich verlange eine Erklärung!“, schrie sie laut und in ihren Augen war deutlich zu sehen, dass sie nicht bereit war sich auch nur einen Millimeter zu rühren.
      Dennoch verließ sie ihre Kampfhaltung nicht und hielt ihre Waffe weiterhin fest in ihren Händen. Man konnte ihr ansehen, dass sie sich davor fürchtete, dass er doch einen Kampf beginnen würde. Aber nicht, weil es der Dämonenkönig war. Sie hatte keine Angst davor zu sterben, sie hatte sich mit dieser Möglichkeit schon längst abgefunden, während sie mit ihren Freunden durch das Reich der Dämonen gewandert war, nein.
      Es machte ihr Angst gegen Cassius kämpfen zu müssen. Gegen jenen, welcher eigentlich heute auf ihrer Seite hätte stehen müssen, wenn alles nach den kindlichen Träumen gegangen wäre.
      Was war nur schief gelaufen? Seira verstand es nicht.
    • "Du verlangst eine Erklärung?!"
      Cassius Beine fingen an sich zu bewegen, die Treppen hinab in Richtung der Frau die ihre Waffe fest vor sich hielt in der Erwartung einen Kampf ausfechten zu müssen. "Du, von allen Menschen die mir am meisten bedeuteten. Du, die Einzige im Dorf die mich nicht mit diesem Blick anschaute, verlangst von mir eine Erklärung?" Der Schwarzhaarige erhob keinen Finger und lief regelrecht an Seira vorbei in Richtung des Tores um sich zu den niedergemetzelten Dämonen hinabzubeugen und ihre vor Pain geweiteten Augen zu schließen. "Sein Name war Phelisto. Er trat in meinen Dienst um seinen Sohn Halep ein gutes Vorbild zu sein, gar um ihn vor den Abenteurern zu schützen die ihre Heimat verwüsteten. Fällt es dir derweil genauso leicht, lebendige Wesen zu töten? Sag, wie geht es deinem Vater, hm?"
      Cassius erhob sich aus seiner Hockstellung und wandte seinen goldenen, leer wirkenden Augen zu der jungen Frau, die er einst kannte. Er war felsenfest davon überzeugt, dass auch sie nur wegsah als seiner Mutter und Ihm Unrecht getan wurde. "Wirkte sein Blick betrübt nachdem ich fort war? Bereute er es, mit seinen bloßen Händen meiner Mutter die Luft abgedrückt zu haben? Sah er es als eine Art Pflicht an, einen Jungen den Arm zu brechen, ihn mit einer Meute von wütenden Leuten zu verfolgen? Helden wollten wir werden, Seira. In die Fußstapfen des Helden der Tausend Schwerter wollten wir treten, seine Aufgabe übernehmen um die Menschen zu retten und Frieden in dieser verkorksten Welt zu etablieren. Und nun sieh, was aus uns geworden ist. Sag mir, Seira..."
      Die flache rechte Hand Cassius deutete zur Seite und warf ein Bild auf die Taten die Seira vollbracht hatte, die unzähligen Leben die sie genommen hatte. "Sie atmeten, sie liebten, sie hatten Wünsche und Träume die sie zu erfüllen vermochten. Spielt all dies keine Rolle, nur weil sie anders aussehen? Willst du mir sagen, wer hier wirklich die Helden und die Monster sind?"
      Ein Portal öffnete sich vor dem Schwarzhaarigen und eine Hand erschien die dem König eine Backpfeife erteilte. Auch wenn der Kopf für einen kurzen Moment zur Seite schnellte, wanderte der Blick des Schwarzhaarigen zu der Frau mit Aschfarbenen Haar die ihre Arme vor der Brust verschränkte. "Reiß dich mal ein bisschen zusammen. Sie ist immer noch deine Kindheitsfreundin und du lässt sie kaum zu Wort kommen!"
      Ein tiefes Seufzen ertönte aus den Lippen des Mannes bevor er seine Hände in den Hosentaschen versinken ließ. "In Ordnung, nimm die Waffe runter Seira. Ja, ich bin es Cassius und ja ich bin es der Dämonenkönig Valfaris. Lass mich deine Seite der Geschichte hören! Wusstest du von dem Vergehen deines Vaters und der Dorfbewohner? Wusstest du das sie mir eigentlich das Leben nehmen wollten und ich fliehen musste? Antworte mir und ich gebe dir eine zufriedenstellende Gegenantwort!"
    • Seira Goldenheart

      „Du bist einfach verschwunden!“, ließ sich Seira von seiner lauten Stimme beeinflussen und schrie auch ihm diese Worte entgegen, als Cassius sie mit erhobener Stimme fragte, ob sie eine Erklärung verlangte. Natürlich verlangte sie eine! Ihr bester Freund war von einem Tag auf den nächsten Verschwunden, ohne ein Wort, ohne einen Hinweis, wohin er gegangen sein könnte und niemand wollte ihr verraten, wo er war. Oder wieso. Die Erwachsenen hatten nicht einmal nach ihm suchen wollen, das Mädchen war die einzige, die sich dieser Aufgabe angenommen hatte und auch den anderen Kindern im Dorf war die ganze Sache nicht wirklich geheuer gewesen. Auch bis heute verstand Seira nicht wieso, aber wie es schien, wieso sie es heute verstehen.
      Eine Wahrheit, welche sie vielleicht lieber nicht gehört hätte.
      Seira war angespannt, befürchtete, dass Cassius auf sie zuging, um den Kampf zwischen Dämonenkönig und Held zu beginnen. War er wütend auf sie, weil sie eine Erklärung haben wollte? Aber das machte doch keinen Sinn!
      Doch zu ihrer Verwunderung ging dieser stattdessen an ihr vorbei und sie drehte sich halb in seine Richtung, um ihm mit ihrem Blick folgen zu können und was als nächstes folgte, konnte sie kaum glauben.
      Nie hatte sie auch nur einen Gedanken daran verschwendet, dass auch Dämonen und Monster ein Leben wie die Menschen haben konnten. Familie, Freunde, wieso auch? Von Geburt an wurde ihr beigebracht, dass diese Wesen böse waren, dass sie nur Verderben und Tod über diese Welt brachten und auch während ihrer Abenteurerlaufbahn hatte sie diese Worte nicht nur gehört, sondern auch selber miterleben müssen, wie Menschen durch die Hände dieser Wesen starben oder auf andere Art und Weise hatten leiden müssen. Genau deswegen war sie Abenteurerin geworden, um zukünftiges Leiden zu verhindern.
      Nie im Leben wäre sie auf die Idee gekommen, dass sie dafür Leid auf der anderen Seite hervorbrachte und obwohl sie sich immer noch nicht ganz sicher war, ob sie den Worten des Dämonenkönigs einfach Glauben schenken konnte, schämte sie sich etwas.
      Vielleicht hatte er recht, vielleicht war es ihr zu einfach geworden zu töten.
      Als Cassius sich nach ihrem Vater erkundigte, blickte sie verwundert auf. Was hatte er mit dieser ganzen Angelegenheit zu tun? Seine Stimme klang nicht, als würde er sich einfach nach einem alten Bekannten erkundigen und je mehr der Dämonenkönig von sich gab, desto verwunderter blickte Seira drein, doch jedes Mal, wenn sie etwas sagen wollte, begann Cassius erneut zu sprechen, ehe sich das Mädchen mit den aschfarbenem Haar einmischte und Seira wandte ihren Blick verwundert zu dieser.
      Vielleicht sollte sie sich nicht mehr wundern, diese gesamte Situation passte schlicht und einfach nicht zu einem Kampf zwischen Dämonenkönig und Held, aber dass sich die Fremde tatsächlich für sie einsetzte, verwunderte sie.
      Doch in diesem Moment wunderte sie sich nicht, woher die Fremde wusste, dass sie Kindheitsfreunde waren.
      Letztendes schenkte Cassius ihr die Möglichkeit sich gegen die Anschuldigungen gegen sie und ihr und Vater zu verteidigen, doch anstatt diesem sogleich einen Wall an Worten an den Kopf zu werfen, atmete sie erst einmal tief ein und aus, um sich zu beruhigen und ihre Gedanken zu ordnen, während sie ihre Waffe wieder dort ablegte, wo sie hin gehörte: auf ihren Rücken.
      Weiterhin an dem Glauben fest zu halten, dass dies eine Falle sein könnte, war viel zu absurd, selbst Seira musste das einsehen.
      „Ich verstehe immer noch nicht ganz, was hier los ist. Wie ein Mensch einfach Dämonenkönig werden könnte, wieso ich dir ausgerechnet hier begegnen musste... aber eins weiß ich. Mein Vater würde so etwas niemals tun. Du kennst ihn doch! Und er kennt dich! Ich kann mir nicht vorstellen, dass er dir oder deiner Mutter etwas hätte antun können. Auch er wirkte etwas betrübt, nachdem du plötzlich verschwunden warst, auch wenn...“, Seira blickte zur Seite und dachte darüber nach, wie sie ihre nächsten Worte am besten wählen sollte.
      Auch wenn sie damals ein Kind gewesen war, oder vielleicht genau deswegen, hatte sie das Gefühl gehabt, als ob die Erwachsenen ihnen nicht die gesamte Wahrheit erzählt hatten. Es würde Sinn ergeben, dass sie nicht nach dem Jungen und seiner Mutter gesucht hatte, weil sie diese eigenständig aus dem Dorf gejagt haben. Nein.... hatte sie das richtig verstanden? Seine Mutter war tot? Aber... wieso nur?
      „Es fällt mir schwer, dir das zu glauben, aber wenn es stimmt, was du sagst... glaub mir, ich habe nichts davon gewusst. Ich habe nach dir gesucht! Sowohl als Kind... als auch jetzt! Ich wollte nicht glauben, dass du einfach gestorben oder für immer verschwunden warst. Auch wenn ich dir gerne unter anderen Bedingungen begegnet wäre. Wie auch immer. Ich wusste nichts davon. Erklär es mir. Bitte.“, wurde ihre Stimme bis zum Ende hin fast schon flehend.
      Der Gedanke, dass die Bewohner des Dorfes ihrem besten Freund ein solches Unrecht angetan haben könnten, bereitete ihr Schmerzen und es war ihr anzusehen.
    • "Hm.", entwich es den Dämonenkönig nach der Erklärung der Frau und ihrer Rechtfertigung nichts von all dem gewusst zu haben. Dennoch veränderte es nichts an der Tatsache, dass sie zu ihnen gehörte, diejenigen die ihn verstießen, die ihn seiner Familie, seiner Heimat und seines Vertrauens beraubten. "Es gibt nichts zu erklären, Seira. Ich kannte meinen Vater nicht, doch schien er Wurzeln zum ehemaligen König der Dämonen zu besitzen. Mir ist unklar weshalb mein Vater nicht die Rolle einnahm, dem Anschein nach entfalteten sich die Kräfte des Königs jedoch erst mit meiner Generation und das obwohl kaum Dämonenblut in mir steckt." Die goldenen Augen richteten sich auf seine nach oben gerichtete Handfläche, während seine linke Hand weiterhin in seiner Hosentasche ruhte. "Mein Blut ist rot, im Kontrast zum schwarzen Blut der Dämonen. Meine Gestalt veränderte sich zusammen mit meinen Kräften, doch mitsamt meiner Siegel war es mir möglich meine menschliche Form aufrecht zu erhalten. Und obwohl ich mehr Menschlichkeit im Aussehen, als jeder andere unter den Dämonen besitze-" Die Hand legte sich auf seine Brust nieder, an jener Stelle wo sein Herz ruhen sollte. "-so besitze ich doch weniger Menschlichkeit im Herzen, als jeder Dämon. Nein, ich bin mir unsicher ob mein Herz überhaupt schon einmal schlug."
      Der Blick des Mannes erhob sich und vernahm die Verwirrung und den Kummer seiner Kindheitsfreundin, doch nicht eine Reaktion äußerte sich in den harten Gesichtszügen Cassius. "Seira...", entwich es ihm während der König der Dämonen seine Augen verschloss und seine Arme vor seiner Brust verschränkte, binnen weniger Sekunden jedoch wieder zu ihr blickte und seine Worte weiterführte. "Ich habe mein Ziel nicht aufgegeben die Wurzel allen Übels zu bekämpfen und ich werde meinen Wunsch weiterverfolgen um für Frieden unter den Völkern dieser Lande zu sorgen. Doch diese Wurzel des Übels bin nicht Ich, sondern Ihr die ihr euch für die Spitze der Nahrungskette haltet und andere Völker zu unterjochen versucht, die in ihrer Population oder Macht der euren übersteigen. Mein Wille ist es die Menschheit auf ein bestimmtes Maß zu dezimieren, um für eine Gleichheit unter den Reichen zu sorgen. Dieser Wunsch beruht nicht nur auf der Abscheu, die Ich euch gegenüber entwickelt habe, sondern zugleich der Notwendigkeit die Ungerechtigkeit zu beseitigen und eine Balance zu erschaffen. Der Dämonenkönig selbst ist ein Gesandter um für diese Balance zu sorgen, denn obgleich er sein Leben verliert, so verlieren die Menschen nicht den Willen sich die nächsten Feinde zu suchen und zu bekämpfen!"
      Mit einem schlichten Nicken als er über die Sinnhaftigkeit seiner Aussage nachdachte, beendete der Schwarzhaarige Mann seinen Monolog und sah zu Rim hinauf, die jedoch ihren Daumen schlicht zur Seite richtete um seinen Auftritt als eine mittelmäßige Leistung zu bewerten. Ein simples Seufzen entwich Cassius Lippen, bevor er in seiner Hosentasche jene Halskette kramte die er zuvor vom Händler gestohlen hatte. Seine Schritte trugen ihn zu Seira, bevor er ihre Hand ergriff, den Gegenstand in dieser ablegte und mit seiner Hand ihre umschloss. "Verschwinde von Hier, Seira! Suche Zuflucht in einem Dorf der Elfen, sodass meine Untertanen dich nicht fälschlicherweise für den Feind halten. Dies ist kein Kampf, den du führen solltest und kein Kampf den du gewinnen kannst, denn obgleich Ich vor Ort mein Leben geben sollte, wird der Dämonenkönig wiedergeboren solange die Balance der Welt unbeständig bleibt."
    • Seira Goldenheart

      Es schmerzte Seira zu sehen, dass ihre Worten nur auf taube Ohren zu stoßen schienen und der Blick, mit welchem er sie musterte, gefiel ihr ganz und gar nicht. Hieß das, er glaubte er nicht? War sie für ihn etwa auch eine der Bösen? Nun, sie konnte nicht leugnen, dass sie hier auf gegenseitigen Seiten standen, aber sie bemühte sich, diese Tatsache für den Moment zu vergessen.
      „Du willst... tausende von Menschen töten?“, konnte die Abenteurerin nicht glauben, was sie da hörte und der Schreck war ihr deutlich anzusehen. Genau dies waren die Worte, die sie von einem Dämonenkönig erwartete hatte, doch diese ausgerechnet von Cassius zu hören, erschreckte sie mehr, als es eigentlich sollte.
      Verblüfft betrachtete sie die Kette in Cassius Hand, welche sie einst in der Hauptstadt verkauft hatte, als es ihr an Geldmitteln gemangelt hatte. Es war eine Kette mit einem kleinen Schwert daran, geschmiedet von ihrem eigenen Vater, etwas, dass sie in all den Jahren ohne ihren Kindheitsfreund ständig an ihren gemeinsamen Traum erinnert hatte, und nun gab ausgerechnet dieser ihr jene Kette zurück, mit den Worten zu fliehen? Sich zu verstecken? Und zuzulassen, dass er den Menschen das Leben nahm, ein Massaker veranstaltete?
      Seira gab einen amüsierten Laut von sich, musste diese Situation doch so unwirklich für sie wirken, dass sie fast schon lächerlich war.
      „Glaubst du wirklich, dass ich dir diesen Wunsch erfüllen könnte? Dass ich zulassen würde, dass du deinen Plan in die Tat umsetzt? Du sprichst von Balance, doch was ich höre, ist der Wille ein Massaker zu veranstalten. Willst du mir wirklich sagen, dass es keinen anderen Weg gibt? Soll ich dir das einfach so glauben? Meine Freunde und ich kämpfen seit Jahren für eine bessere Welt. Um weiteres sterben und Leid zu verhindern. Auch jetzt kämpfen sie noch gegen deine Leute, während ich mich hier... mit dem Dämonenkönig über richtig und falsch unterhalte. Und jetzt verlangst du von mir, dir einfach aus dem Weg zu gehen, damit du eben jenes Leid unter die Menschen bringen kannst? Was ist mit meinem Vater? All den Menschen, die ich auf meinen Abenteuern kennen lernen und lieben durfte? Soll ich dafür beten, dass sie deinem Unterfangen nicht zum opfern fallen? Oder soll ich sie alle bei den Elfen verstecken? Cassius, ich bin mir sicher, dass du nicht dumm genug bist zu glauben, dass das möglich ist. Ich kann dein Angebot nicht annehmen. Ich bin auch nicht von deiner Balance, wie du es nennst, überzeugt. Ich weiß zwar nicht, was du in all den Jahren erlebt hast, aber aus meiner Sicht der Dinge seid ihr es, die Leid über diese Welt bringen. Soll ich das alles einfach vergessen, all die Unschuldigen Menschen, die einfach nur friedlich leben wollten, ihr Leben gaben um Freunde und Familie zu beschützen... soll ich sie einfach alle vergessen und so tun, als wäre nie etwas gewesen? Es muss doch auch irgendeinen anderen Weg geben!“, schrie Seira ihm frustriert die letzten Worte entgegen und musste sich auf die Zunge beißen, um ihren schon so lange Monolog nicht weiter zu führen. Es gab so vieles, was sie ihm erzählen wollte, so vieles, was sie ihm gegen den Kopf werfen konnte, doch was sie am meisten frustrierte, war die Tatsache, dass sie zwar solche großen Töne spuckte, aber auch ihr fiel kein anderer Weg ein, diesen Konflikt zu lösen. Eine der beiden Seiten würde wohl sterben müssen. Ob es nun die Dämonen oder die Menschen waren.
      Aber wenn auch die Dämonen nicht das pure Böse waren, wenn auch sie nur Freunde und Familie beschützten.... wofür kämpfe sie dann hier überhaupt? War ihr gesamtes Leben eine einzige Lüge gewesen?
      „Die Menschen sind nicht so böse, wie du sie darstellen willst.“, fuhr Seira fort, „Auch sie haben Familie und Freunde, die sie beschützen wollen. Auch sie wollen nur in Ruhe leben und das funktioniert nicht, wenn Monster und Dämonen ihnen das Leben rauben. Bist du wirklich davon überzeugt, dass das, was du tust, richtig ist? Ich will auch nicht behaupten, dass ich in allem im richtigen bin. Wenn was du sagst stimmt, dann habe ich auch unzähliges Leben geraubt, Familien zerstört und Liebende auseinander gerissen, das sehe ich ein. Aber selbst, wenn dein Plan funktionieren sollte... eines Tages werden sich die Menschen wieder erheben und das ganze Spiel beginnt von vorne.“
    • "Zorn war es der deine Gruppe in mein Schloss trug und Hass war es der ihre Klingen durch die Leiber meiner Kameraden gleiten ließ. Doch zur gleichen Zeit versuchst du mich zu belehren, mir nahezulegen das die Dämonen an allem Schuld waren? Sieh, Seira..."
      Cassius ließ die Hand seiner Kindheitsfreundin los und trat einige Schritte zurück um seine Arme zur Seite auszubreiten. "Wärst du bereit die Strafe für deine Taten zu akzeptieren? Würde der Sohn dieses Dämons nun vor dir stehen, würde es ihn nicht nach Rache sinnen? Und du, die du so leichtfertig dieses Leben stahlst, wärst du bereit deines für seines zu geben um für deine Sünden einzustehen? Erzählst du, die du nun mehr als Dutzende von Lebewesen ermordet hast, dass es ungerecht wäre Dutzende von Leben zu nehmen um Tausenden von Lebenden den Frieden zu schenken? Ich bin bereit dafür!"
      Der Braunhaarige Mann ließ seine Arme fallen und ballte seine rechte Hand zur Faust, um sie schließlich gegen seinen Brustkorb zu drücken. "Ich bin kein einfacher Dämon und meine Zeit als Mensch gehört der fernsten Vergangenheit an. Meine Rolle ist die eines Königs, meine Taten werden ein ganzes Land bewegen und meine Fehlentscheidungen könnten ein ganzes Land zerstören. Ich habe eine Bürde zu tragen, die Bürde vieler Leben die allesamt auf meinen Schultern lasten. Eine strahlende Zukunft, ohne Krieg und Elend mit gerechten Regeln, geeinigt unter einem Herrscher allein ohne Furcht vor dem Zwist machthungriger, vernunftloser Herren, dies ist mein Ziel. Und wenn ich eine Einigkeit erreicht habe, für eine Ordnung gesorgt habe die keine Herrscher mehr benötigt, dann bin ich bereit all jenen Nachkommen entgegen zu treten deren Eltern, Geschwister und Geliebten Ich ihnen nahm um meine Strafe einzufordern. Sie können mich erstechen, mir die Finger nehmen, meiner Beine, meiner Organe und meiner Würde berauben, doch sie werden mir niemals nehmen was ich erreicht habe..."
      Die freie Hand des Mannes richtete sich zur Seite, während seine goldenen Augen einen kurzen Blick zum Leichenhaufen warfen und danach zurück zu Seira wanderten. "Einen Anblick wie diesen der Vergangenheit angehören zu lassen. Sei es bei den Dämonen, bei den Elfen bei den Menschen oder all den anderen Rassen die auf dieser Welt existieren. Worte werden niemals diesen Wahnsinn beenden lassen, also gebe ich den Menschen das wonach sie sich sehnten..."
      Cassius Schritte trugen ihn prompt an der Heldin vorbei, die Stufen hinauf in Richtung seines Thrones auf welchem er sich niederließ und die Haltung von vorhin wieder einnahm. "Einen Dämonenkönig, den größten Feind der Menschheit."
      Mit seiner freien Hand löste der Mann die Ringe von seinen Fingern. Je mehr er nahm, desto stärker veränderte sich seine Gestalt, färbten sein Haar schlohweiß und formten Hörner auf seinem Haupt, doch erschufen als markantestes Merkmal eine unheilvolle, erdrückende Aura ungleich aller Dämonen die Seira zuvor zu Gesicht bekam. "Was ist deine Rolle, hm? Wirst du weiterhin deinen blinden, rechtschaffenden Weg der Heldin und Massenmörderin folgen oder wirst du deine Augen öffnen und auf meine Bitte hören, um im Land der Elfen Unterschlupf zu suchen? Dies ist kein Ort für dich, du solltest deinen eigenen Platz auf dieser Welt finden."
    • Seira Goldenheart

      Zorn? Hass? Hatte Cassius ihr überhaupt zugehört? Sie konnte sich nicht daran erinnern, dass es jemals diese Beweggründe waren, die ihre Truppe motiviert hatte, die sie angetrieben hatten. Nein, im Gegenteil. Sie hatten von einer besseren Welt geträumt, von einer Welt ohne Monster und Dämonen, eine Welt in der die Menschen in Frieden leben konnten und mit einem Mal schien dieser Traum in weitere ferne zu sein. War sie zu naiv gewesen zu glauben, dass den Dämonenkönig zu besiegen alle Probleme mit einem Mal lösen könnte?
      Es gab nicht viel, was Seira seinen Worten entgegen bringen konnte. Natürlich war sie nicht bereit einfach ihr Leben für all jene zu geben, die sie genommen hatte, nicht, wenn sie nicht der Meinung war, dass was sie getan hatte, falsch war.
      Genauso wie Cassius in Begriff war viele Leben zu nehmen, um andere zu schützen, hatte auch Seira nie aus einem anderen Grund getötet als aus jenem, andere zu beschützen. Und sie hatte sich geschworen diesen Weg auch für immer weitere zu gehen, den Weg einer Heldin.
      Mit der Entschlossenheit, welche ihr Kindheitsfreund an den Tag legte, konnte sie stattdessen nicht mithalten, dennoch war sie noch lange nicht davon überzeugt, dass der Weg, welchen er eingeschlagen hatte, der richtige war.
      Seira war naiv, ja, aber sie wollte auf gar keinen Fall einsehen, dass all diese Morde, jene die geschahen und jene, die noch geschehen würden, für eine friedliche Zukunft nötig waren. Konnte eine aus Blut geschaffene Zukunft wie diese denn lange überstehen? Sie zweifelte daran.
      Die Abenteurerin folgte dem Dämonenkönig mit den Augen, drehte sich zu ihm, als dieser sich wieder auf seinen Thron setzte, auf den Platz, wo sie nie im Leben erwartete hätte jemals ihren alten Kindheitsfreund sitzen zu sehen, doch was als nächstes geschah, hätte sie noch viel weniger erwartet, denn mit dem jedem Ring, welchen Cassius von seinem Finger nahm, veränderte sich seine Gestalt, ähnelte immer mehr der eines Dämons, als eines Menschen, gefolgt von einer erdrückenden, schweren Aura, welche jeden gewöhnlichen Abenteurer wohl auf die Knie gezwungen hätte, doch Seira hatte es nicht so weit geschafft, nur um sich dadurch in die Knie zwingen zu lassen.
      Flüchtig konnte sie die Gesichtszüge ihres Kindheitsfreundes in diesem ihr sonst so fremden Gesicht sehen, aber nun bestanden keine Zweifel mehr: er war der Dämonenkönig. Vielleicht schon immer gewesen, aber machte das ihre schönen Kindheitserinnerungen umso weniger wert? Sie glaubte nicht, sie wollte nicht, dass es so wäre.
      „Blind? Massenmörderin? Wie sieht es mit dir aus? Könnte ich nicht genauso gut diese Worte gegen dich richten? Ich glaube nicht, dass du das Recht dazu hast, mich für meine bisherigen Taten zu verurteilen. Entscheide nicht einfach für mich, Cassius! Ich habe mir bereits meinen eigenen Platz in dieser Welt geschaffen, glaubst du wirklich, nach allem, was ich getan, was ich erlebt habe, ich einfach in das Land der Elfen fliehen könnte? Dabei zu sehen, wie du tausenden von Menschen das Leben nimmst, darum betend, dass du schon die richtige Entscheidung getroffen hast?! Das alles nach deinem ach so tollen Plan gehen würde?! Ich bin eine Heldin geworden, Cassius. Genau so, wie wir es immer tun wollten, oder hast du das etwa schon vergessen?! Und also solche kann ich nicht einfach die Augen schließen und dich machen lassen. Auch die Menschen haben ein Recht auf ein friedliches Leben, nicht nur die Dämonen, wie du es dir wünschst. Du wirst doch nicht etwa vergessen haben, dass es auch noch immer gute Menschen gibt? Ich weiß zwar nicht, welches Unrecht man dir angetan hat, aber wirf uns nicht alle in einen Topf!! Oder soll ich es etwa gleich tun und unseren Kampf fortsetzen? Alle Dämonen als Böse sehen, obwohl wir einst Freunde waren? Bist du dir sicher, dass nicht du es bist, welcher blind vor Zorn und Wut ist?!“, war Seira nicht bereit einfach seinen Worten folge zu leisten.
    • Ein tiefes Seufzen entwich den Weißhaarigen König, bevor er mit der rechten Handfläche seine untere Gesichtshälfte bedeckte und nachdenklich gen Boden blickte. Obgleich auch ihre Argumente an Wahrheit besaßen, schien es schier unmöglich eine Übereinkunft zu finden. Nichts hatte sich seit ihrer Kindheit geändert, beide trotzten einander bis der Andere nachgab. Doch diese Situation war verzwickter, komplexer als alle vor ihnen, eine Situation die den jeweiligen die eigenen Ideale verraten ließ. Sah man sich das Geschehen aus der Perspektive einer weiteren Person an, so standen Dämonenkönig und Heldin sich gegenüber, doch vernahm man es aus den Augen der Kontrahenten so erblickten sie eine Gestalt die ihnen zu teuer war als sie als jene Rolle zu erachten, zu wertvoll war als alle Emotionen zu ignorieren und sie zum Wohle aller zu beseitigen, zu sehr im Herzen verankert als ihm oder sie auf den falschen Pfad schreiten zu lassen. Sollten sie sich nun schlicht anstarren und streiten, bis ihres Lebens Ende gar bis ihre Kameraden eintreffen würden, den König zwingend ein Leben zu nehmen und die Heldin drängend einen Fehler zu begehen um ihren Kindheitsfreund zu stürzen, schließlich in ewige Reue zu verfallen? Eine Lösung musste her, ja eine Lösung die beide Seiten gleichermaßen zufriedenstellen würde, die für die nötige Zeit sorgen würde das Mädchen von der eigenen Sichtweise zu überzeugen. Sichtweise.. Als dieses Wort in seinen Gedanken erklang, löste sich die Hand von seinem Mund. Die Arme vor seiner Brust verschränkend, ertönte die Stimme des Königs nunmehr in einem sanfteren Tonfall. "Dein Starrsinn macht seit jeher, deinen größten Charme aus. Einen Charme, der es einem unmöglich macht ihm nicht zu verfallen. Deine Augen strahlten stets eine Hoffnung aus, die für mich unerreichbar schien, eine Güte der ich nie gerecht werden konnte, doch anderen das Gefühl gab, dir folgen zu wollen und mit dir deinen Weg zu beschreiten. Das leise Summen deiner Stimme, erhellte den finsteren Himmel als wir ihn beobachteten und ein Meer aus Sternen über uns einbrach. Was war dein Wunsch, als die Sternschnuppe am Horizont in die Ferne verflog? Ich fragte mich, ob dieser Wunsch etwas mit mir zu tun hatte und zeitgleich besaß ich die Furcht davor genau das wäre der Fall. Ein Abenteuer mit dir, wäre zum Einen eine aufregende Erfahrung gewesen, doch zum Anderen eine furchterregender Wendepunkt der mir eine Frage offenlegte. Würde Ich in dein Schatten geraten, würde Ich dich an diese Welt verlieren, dich die du für mich meine Welt warst? Ich wollte es nicht..."
      Ein weiteres Mal stützte sich Cassius auf dem Thron ab und erhob sich, seine Ringe aufsammelnd und über seine Finger überstreifend um stetig seine menschliche Gestalt anzunehmen und seine Kräfte zu unterdrücken. "An jenen Tag, an dem die Sternschnuppe in den Bergen niederfiel und deine Stimme so zaghaft ertönte, wünschte auch Ich mir etwas. Mein Wunsch war es dich von deinen Abenteuer abzuhalten, dich gar zu verlieren. Ich.."
      Cassius Hand stützte sich gegen seinen Nacken bevor er ihren Blick für einen kurzen Moment auswich. "Ich wollte deine Welt sein... Doch dafür war es bereits zu spät. Dennoch stehst du vor mir und erstrahlst wie einst in Hoffnung, während dein Charme erneut versucht mir meinen Kopf zu verdrehen. Also lass mich dir einen Vorschlag unterbreiten."
      Mit seiner Hand nach vorne aufgerichtet, deutete er ihn an diese zu ergreifen. "Werde meine Königin und versuche mit mir eine Lösung zu finden, sowohl die Dämonen als auch die Menschen zu retten. Lass mich deine Welt sein... oder-"
      Seine Hand wandte sich von ihr ab und deutete in Richtung des Leichenberges. "-werde meine Welt und lass mich dich auf deinen Weg begleiten, sodass ich das Leben aus deinen Augen vernehme und mir meine Meinung aus der Sicht eurer Dinge bilde. Keiner deiner Kameraden weiß wie der Dämonenkönig aussieht, und Ich könnte ein Gefangener sein der darauf wartete exekutiert zu werden, doch von dir gerettet wurde. Lass mich sehen was die Menschen machen würden, nun wo der Dämonenkönig sein Leben gab und lass mich sehen ob dein Vertrauen in die Menschen nicht fehlgeleitet ist."
      "Spinnst du?!", ertönte es aus der Nähe des Thrones mit erzürnter Stimme. "Wofür gaben wir uns die Mühe auf dieses Ziel hinzuarbeiten, wenn du nun alles über Bord werfen willst?! Meinst du Weismann und Lazlo werden das einfach so hinnehmen?"
      Eine ernste Stimme erwiderte aus dem emotionskargem Gesicht: "Vertrau mir, Rim. Ich werde euch nicht im Stich lassen!"
      "Tch.. Idiot..", entwich es dem Mädchen, während die ihre Arme verschränkte und sich zur Seite abwandte. "Also... Was ist deine Wahl, Seira?"
    • Seira Goldenheart

      Die junge Abenteurerin war wütend, hatte sich in ihren gemeinsamen Streit hinein gesteigert und mit zur Faust geballten Hand war ihr anzusehen, dass sie bereit war diesen Streit fortzuführen. Umso schwerer war es für Seira still und stumm an Ort und Stell zu stehen, während Cassius – welcher wirkte wie die Ruhe selbst, was die Abenteurerin nur noch mehr nervte – über ihre Worte nachzudenken schien. Dennoch biss sie sich auf die Zunge, zügelte sich und gab sich Mühe nicht noch mehr Öl in das Feuer zu gießen, da ihr bewusst war, dass es nicht ewig so weiter gehen konnte, doch was dann folgte, erwischte sie vollkommen kalt.
      Zuerst hatte sie geglaubt, dass er sie beleidigen wollte und Seira machte sich bereits bereit seine Beleidigungen zurück zu geben, doch als ihr bewusst wurde, dass es ein Kompliment sein sollte, starrte sie den Dämonenkönig nur mit großen, verwirrten Augen an, unsicher, was sie davon halten sollte, doch Cassius schien gar nicht mehr damit aufhören zu wollen süße Worte von sich zu geben, welche genauso gut ein Gedicht hätten sein können und je weiter seine Rede ging, desto verlegener schien die Abenteurerin zu werden.
      Ist... dachte er das wirklich so von ihr?! Schon als sie Kinder waren?! Oder war es eine Taktik und er versuchte nur sie unvorsichtig werden zu lassen? Wartete er vielleicht nur darauf sich über sie lustig zu machen?! Sie wusste beim besten Willen nicht, was sie diesen Worten entgegen sollte, aber es schien wohl nicht nötig zu sein, denn Cassius stellte sie vor eine Wahl, welche großzügiger war, als sie es eigentlich verdient hätte. Er stellte sie vor eine große Wahl, welche den Lauf der Geschichte, die Zukunft ändern könnte und mit einem Mal spürte sie diese große Verantwortung auf ihren Schultern, doch sie brach darunter nicht zusammen, im Gegenteil. Seira war es gewohnt schwere Entscheidungen zu treffen und sie hatte oft genug die falsche Entscheidung getroffen, um keine Angst mehr davor zu haben. Alles, was sie tun konnte, war die Wahlmöglichkeiten abzuwägen und nach bestem gewissen zu wählen. Was danach kam, konnte niemand vorhersehen, weder sie, noch Cassius, noch sonst jemand. Und dennoch...
      „Deine Königin?!“, konnte Seira kaum glauben, was der Dämonenkönig da von sich gab und ihr von den zahlreichen Komplimenten bereits gerötetes Gesicht nahm einen noch dunkleren Farbton an, während ihr durch den Kopf ging, was das alles bedeuten würde. Bildete sie sich das nur ein oder machte ihr ihr Tod geglaubter Kindheitsfreund gerade tatsächlich einen Heiratsantrag?! Nein, nein, nein, er musste es politisch meinen... nicht wahr? Nicht wahr?!
      Es musste sicherlich ein lustiger Anblick sein, wie sich in diesem Moment Heldin und Dämonenkönig gegenüber standen, sie mit geröteten Wangen und er mit Komplimenten auf den Lippen. Was würden ihre Kameraden wohl denken, wenn sie sie jetzt so sehen könnten, gehört und gesehen hätten, was sich hier abspielte? Aber das war bei weitem nicht das einzige, worum sie sich Sorgen machen musste. Während sie hier standen und sich unterhielten, kämpften ihre Kameraden sicherlich und obwohl sie jeden Moment dem Tod in die Augen blicken könnten, frage sich Seira hier panisch, ob es ein Heiratsantrag sein sollte oder nicht. Für einen Moment schämte sich die Heldin dafür, ehe sie sich wieder auf die Gegenwart konzentrierte und als Cassius die andere Möglichkeit dieser Wahl eröffnete, starrte sie ihn mit großen, ungläubigen Augen an.
      Sie konnte beim besten Willen nicht glauben, dass er ein so großes Opfer für sie bringen würde, nur... um an ihrer Seite zu bleiben? Oder hatten ihre Worte ihn letztendlich erreicht, überzeugen können und er wollte versuchen an einer gemeinsamen Möglichkeit für Mensch und Dämonen zu arbeiten? So entschlossen, wie er über seinen Plan geredet hatte, konnte die junge Heldin kaum glauben, dass er sich tatsächlich darauf einlassen würde seinen Platz als Dämonenkönig aufzugeben, auch wenn sie sich sicher war, dass es kein für immer sein würde.
      Auch Rims erzürnte Stimme erinnerte die Heldin daran, was für ein großes Opfer Cassius damit eingehen würde, doch auch sie hatte etwas zu verlieren, wenn sie beschloss, seine Königin zu werden.
      Seira war nicht naiv genug zu glauben, dass ihre Freunde dann einfach unbeschadet das Schloss verlassen dürften, und selbst wenn, würde sie damit sofort als Verräterin gelten. Weder ihre Freunde, noch ihren Vater oder andere Menschen, welche ihr am Herz lagen, würde sie ohne weiteres wieder sehen können, im schlimmsten Fall würden diese sie sogar Tod sehen wollen und wer würde es ihnen schon verübeln? In ihren Augen hätte sie die Menschheit verraten, wer würde ihr schon glauben, dass der Dämonenkönig und sie beschlossen hatten an einer gemeinsamen Zukunft für Menschen und Dämonen zu arbeiten?
      Auf der anderen Seite, wenn sie Cassius mit sich nahm und damit verkündeten, dass der Dämonenkönig besiegt worden war und die Dämonen damit den Krieg verloren hatten – wobei, war es denn wirklich so einfach? Würde der Krieg dann gewonnen sein? Mit einem Mal war sich Seira da nicht mehr so sicher – würde es sicherlich Leid auf ihrer Seite geben. Der Hass gegen die Dämonen bei den Mensch saß tief und würde nicht so einfach zu lösen sein.
      Es war der Heldin anzusehen, wie schwer es ihr viel, diese Entscheidung zu treffen, welche wohl oder übel über ihre gemeinsame Zukunft entscheiden würde. Wenn sie die falsche traf, konnten sie am Ende wieder zu Feinden werden und das wollte sie nicht.
      Dabei war es wirklich unfair, dass Cassius es so aussehen ließ, als müsste sie sich zwischen seiner ausgestreckten Hand und einem Leichenhaufen entscheiden.
      Letztendlich seufzte die junge Abenteurerin und streckte ihre Hände nach denen von Cassius aus, welche sie mit einem sanften, nostalgischen Lächeln in ihren hielt. Wie groß seine Hände geworden waren, wie groß ergeworden war! Seira freute sich, ihren tot geglaubten, besten Freund berühren zu können, auf der anderen Seite fühlte es sich so... unwirklich an.
      „Ist es in Ordnung für mich, etwas egoistisch zu sein?“, eröffnete sie ihre Worte, als sie sich sicher war, eine Entscheidung getroffen zu haben, „Vielleicht hast du es schon geahnt, aber ich kann meine Freunde und die Menschen nicht einfach im Stich lassen. Sie sind schwach, sowohl in Körper als auch Geist, deswegen brauchen sie eine Heldin. Jemanden, der ihnen Hoffnung spenden kann und ich bin nicht bereit, ihnen diese Hoffnung zu rauben, auch wenn ich dir dafür etwas nehmen muss, dass dir so wichtig geworden ist, dass du dich sogar selber dafür opfern würdest. Wenn ich darf... würde ich dir gerne meine Welt zeigen.“, hielt sie seine Hände ein wenig fester, als bräuchte sie halt oder Zustimmung, dass sie die richtige Entscheidung getroffen hatte und sie fragte sich, ob Cassius wirklich in der Lage sein würde, dies zu akzeptieren.
    • Der König vernahm die Worte seines Gegenübers und begab sich vor der Heldin in den Einbeinkniestand, seine Augen dabei fest verschließend und ihre Hände ähnlich eines Antrages leicht anhebend. Sanft drückten sich die Lippen des Braunhaarigen Mannes auf den Handrücken seiner Kindheitsfreundin. Binnen Sekunden löste sich der Kuss und seine goldenen Augen schauten zu denihren hinauf. "Ich, der Vagabund Cassius Vorgelgold, werde mich von nun an den Schutz meiner Heldin widmen, bis zu jenem Zeitpunkt an welchem wir erneut vor dem Meer aus Sternen stehen und Ich mich als würdig erweisen würde, dein König zu werden. Zeig mir diese Welt, die du so sehr liebst und zeig mir diesen Wunsch der tief in dir ruht. Überzeuge mich davon, dass selbst nach meinem Tod die Menschen meine Ahnen nicht mehr ächten werden und der Krieg ein Ende findet, erst dann werde Ich in der Lage sein ihnen zu verzeihen!"
      "Cassius!", entwich es erneut im zornigen Tonfall aus der Throngegend. Doch verflog jenes ausgesprochene Wort im Raum und fand kein Gehör, zumindest nicht bevor sich der Braunhaarige erneut erhob und seine rechte Hand auf Seiras Wange ablegte. Mit seinen Daumen strich er einige Strähnen aus ihrem Gesicht, bevor ein kaum vernehmbares Schmunzeln seine Lippen umspielte.
      "Bist du übergeschnappt, Cas?! Du willst nur der Zuneigung eines Mädchens gegenüber deine Träume und Ideale beiseite werfen und uns alle verraten?! Cas, ich werde das nicht zulassen! Du starrsinniger, dämlicher Idiot von König!"
      "Lass uns gehen und deine Freunde einsammeln! Ich kenne da ein paar Schlupflöcher."
      Ohne sie drängen zu wollen, ihre Hand aber fest umschließend, begab sich der Braunhaarige einen Schritt in Richtung des Ausgangs, doch stoppte abrupt. Wo waren sie? Wo würden sie Seiras Kameraden finden und würden sie diese Situation wirklich so hinnehmen, ohne etwas zu hinterfragen? War nun wirklich der Moment um über solche Sachen nachzudenken, während im Hintergrund noch immer die wütende Stimme Rims ertönte und mit Beleidigungen um sich warf? "Meine Güte, Rim jetzt sei doch endlich mal ruhig! Ich sagte dir doch, dass du mir vertrauen sollst! Und sowas sieht sich selbst als große Schwester..."
      Die Frau in der Nähe des Thrones verzog ihre Augenbraue und ihre Mundwinkel verzogen sich ertappt nach unten. "Woher weißt du-"
      In einer schnellen Bewegung näherte sich das Gesicht des Mannes dem Gesicht der Frau an seinen Händen und flüsterte ihr etwas ins Ohr. "Schnell, zeig mir den Weg! Sie wird nicht lange abgelenkt sein!"
      Und so begann der ewige Monolog der rechten Hand des Königs, die unverständliches von sich gab. "Wiseman, dieser elende *§$*"§%.. Ich wusste ich hätte diesen Wein nicht annehmen sollen, es war eine Falle um mich aus der Reserve zu locken! Wie peinlich, was hab ich diesen alten Greis noch erzählt. Ich hoffe doch nicht-", und der Monolog fuhr fort.
    • Seira Goldenheart

      Verwirrt und unsicher, wobei die Verlegenheit nicht lange auf sich warten ließ, sobald seine weichen Lippen ihre Haut berührten, beobachtete die junge Heldin die Gesten des Dämonenkönigs und sie wusste nicht recht, was sie davon halten sollte, geschweige denn, wie sie darauf reagieren sollte. Ob das irgendeine Art von Brauch der Dämonen war, den sie nicht so recht verstand?
      Er wolltesie beschützen?! Bei diesen Worten schmunzelte Seira, war sie doch die Heldin und damit erschien es ihr nur logisch, dass es ihre Aufgabe wäre, ihnzu beschützen, aber behielt diese Gedanken für sich. Wovor müsste er sie wohl beschützen, wenn sie eigentlich hergekommen war um das mächtigste Wesen dieser Welt zu töten?
      „Ich werde mein Bestes geben, dass die Menschen es verstehen. Versprochen.“, lächelte die Abenteurerin und drückte seine Hände zur Bestätigung ihrer Worte, als sie bei dem zornigen Ton der Frau nahe des Thrones zusammen zuckte.
      Ein nervöses Lächeln umspielte ihre Lippen, als sie sich wieder an die geflügelte Frau erinnerte, ob sie ihn überhaupt gehen lassen würde? Die beiden mussten sich wirklich nahe sein, wenn sie nicht nur Cassius menschliche Gestalt, sondern auch seinen Namen und was noch viel überraschender kam, wusste, dass die Heldin die gekommen war den Dämonenkönig zu stürzen seine Kindheitsfreundin war. Es stimmte sie fröhlich, dass auch er sie nicht vergessen hatte.
      Mit einem Mal wirkte es so eigenartig, dass er gerade noch davon geredet hatte, dass auch ihr junges Ich von dem Unrecht wusste, dass ihm damals zuteil geworden war und es auch noch gut hieße.
      Entschlossen nickte Seira, als Cassius davon sprach ihre Freunde einzusammeln und von hier zu verschwinden und auch sie hielt seine Hand fest, entschlossen ihn kein zweites Mal einfach zu verlieren, zurück zu lassen. Ihr Gewissen, das ihr mitteilen wollte, dass es nicht in Ordnung war, ihn den anderen weg zu nehmen, schüttelte sie dabei entschieden von sich. Diese Chance würde sie kein zweites Mal erhalten.

      Mit schnellen Schritten rannte die Heldin die Gänge entlang, durch welche sie den Thronsaal erreicht hatte, doch dieses Mal mit dem Dämonenkönig an der Hand, der als solcher nicht mehr zu erkennen war. Sie wusste, dass ihre Freunde misstrauisch sein würden, aber sie würde die Drei schon zu überzeugen wissen.
      Es dauerte nicht lange, dann kamen sie in einen Saal hinein, in welchem sie ihre Gruppe zurückgelassen hatte, welche noch immer gegen die Dämonen und Monster kämpften, welche sie aufzuhalten versuchten. Nur Seira hatte die Chance genutzt, sobald sich eine aufgetan hatte, um an den Gegnern vorbei zu kommen und sich alleine zum Ziel ihrer Reise aufzumachen. Ob sie ihr wohl böse waren?

      Ryad Scintillarian

      Während die Elfe Mirin, die Magierin der kleinen Abenteurergruppe, sich in der Mitte des Saals positioniert hatte, zahlreiche Barrieren und Schutzschilder um sich herum aufgebaut hatte, um einen strategischen Vorteil zu haben und ihre Zauber in Ruhe ausführen zu können, stand der Heiler Kaleidos etwas weiter vor der Magierin, ebenfalls geschützt von einer ihrer Schilder, nah genug an der Front dieses Kampfes, um den Dieb Ryad mit seiner Heilmagie zu unterstützen, nun, da er der einzige Nahkämpfer war, nachdem Seira sich aus dem Staub gemacht hatte, sobald sie die Chance dazu erhalten hatte. Wenn sie es wagte im Kampf gegen den Dämonenkönig zu sterben, während sie hier fest steckten, würde er ihr das niemals verzeihen.
      Gerade zog sich Ryad wieder zurück, zog seine Messer aus dem Körper eines Dämons und begab sich in die Nähe des Heilers, als Mirin einen weiteren mächtigen Angriff wirkte, in welchen er auf gar keinen Fall hinein geraten wollte, als er glaubte Seira hinter den Gruppen aus Feinden zu erkennen. Nein, er bildete sich das nicht nur ein, sie kehrte tatsächlich zurück!
      „Hey Leute, der Ausreißer kommt wieder zurück!“, schrie er den anderen entgegen, seine Waffen verstauend und sich zur Flucht bereit machend. Hatte sie es geschafft? Hatte sie den Dämonenkönig wirklich besiegt, so ganz alleine? Oder war das hier ein strategischer Rückzug? Ryad wusste es nicht, aber im Moment war es ziemlich egal, denn er wollte hier nur noch lebend raus kommen.
      Die Heldin nutzte die Schneise, welche der Zauber der Magierin kreiert hatte und schon bald stellte Ryad verwirrt fest, dass sie nicht alleine war.
      „Was zum....“, murmelte er zu sich selbst, unsicher, was er davon halten sollte, doch es schien kein Gegner zu sein, der ihr hinterher rannte. Ein weiterer Abenteurer, der sein Glück versucht hatte? Wohl kaum.
      Die drei Freunde nickten sich zu, hatten sie doch bereits einen Plan geschmiedet für den Fall, dass Seira zurückkehrte, bevor ihr Kampf hier beendet worden war, und sobald Seira und der Fremde nah genug an den Dreien war, löste Mirin sämtliche Schutzmechanismen und bildete einen Schild, welcher die restlichen Gegner von ihnen abschirmte. Die perfekte Gelegenheit zur Flucht und auch die drei Namen nun die Beine in die Hand und schlossen sich ihrer Freundin an.
      „Wer um alles in der Welt ist das?!“, war der Dieb nicht bereit zu warten, bis sie die Höhle des Löwen verlassen hatten und auch die anderen beiden erachteten den Fremden mit fragenden Blicken.
      „Das können wir später klären... wir müssen hier lang!“, gab die Heldin ihren Freunden zu verstehen, da Cassius einen Weg kannte, wie sie schnell und einfach aus dem Dämonenschloss kommen konnten.

      Seira Goldenheart

      Letztendlich war die Flucht der Gruppe von nun fünft Personen statt vier gelungen und als sie sich in Sicherheit wiegten, bauten sie sich ein Lagerfeuer auf, an welchem sie sich ausruhen und sich um ihre Verletzungen kümmern konnten, wobei Seira ungewöhnlich wenig Verletzungen aufwies, wenn man bedachte, dass sie gerade gegen den Dämonenkönig gekämpft haben sollte und wenn sie Cassius Plan folgten, dann hatte sie ihn auch noch besiegt. War das nicht irgendwie zu viel des Guten? Sie hätte ja vorgeschlagen, ihr die ein oder andere Verletzung zuzufügen, um es glaubhafter zu gestalten, aber dafür war ihnen keine Zeit mehr geblieben und nun war es wohl an der Zeit den anderen zu erklären, wieso sie jetzt plötzlich einer mehr war.
      „Also, was ist passiert? Jetzt sag schon. Ich platze vor Neugier.“, war es zur Verwunderung der Abenteurerin nicht Ryad, welcher letztendlich diese Frage ein weiteres Mal stellte und sowohl sie als auch den Fremden die ganze Zeit über misstrauisch begutachtet hatte, sondern die Elfe Mirin, dessen Aussage jedoch recht monoton Klang und Emotionen missen ließ.
      Nun lagen alle Augen auf den beiden, während Seira aus Gewohnheit noch immer Cassius Hand hielt, wie sie es als Kinder sehr oft gemacht hatten, auch wenn ihr bewusst war, dass womöglich weder sie noch er noch die selbe Person von damals waren.
      „Nun... um es kurz zu fassen: ich habe den Dämonenkönig besiegt und dieser Mann hier war kurz davor, von diesem exekutiert zu werden, doch ich konnte ihn retten und nun... ist er hier.“, lächelte die Heldin, ließ sich ihre Schuldgefühle aufgrund dieser Lügen jedoch nicht anmerken. Es gefiel ihr nicht die Lorbeeren für etwas einzustreichen, dass nie geschehen ist, aber so war es nun einmal, so war die Situation, in der sie sich befanden.
      „Seid ihr euch nicht ein bisschen zu nahe, dafür, dass ihn gerade erst gerettet hast? Ganz zu schweigen davon, dass du gar nicht aussiehst, als hättest du gerade gegen das schlimmste Monster dieser Welt gekämpft. Wie wärs mit der langen Version?“, zeigte der Dieb der Gruppe auf die Hände der beiden und wirkte alles andere als überzeugt von dieser Geschichte.
      Sie wünschte sich, sie könnte etwas absurdes von sich geben, wie, dass sie eine Art Lvl Up erhalten hatte und daher all ihre Verletzungen geheilt worden wären, aber so etwas existierte natürlich nicht, doch dann kam ihr eine Idee.
      „Ich habe den Trank benutzt, den wir in Heavon als Belohnung erhalten haben, wisst ihr noch? Ich fürchte ich hätte es sonst vielleicht gar nicht mehr zurückgeschafft. Und was ersteres angeht... ich habe ihn endlich gefunden. Darf ich vorstellen? Cassius. Mein tot geglaubter Kindheitsfreund.“, lächelte Seira unschuldig und es half, dass sie sich tatsächlich darüber freute, ihn wieder zu haben, nach all diesen Jahren und der ewigen Suchen und der Rest der Gruppe tauschte verwunderte Blicke aus.
      „Wer hätte gedacht, dass du ihm ausgerechnet im Schloss des Dämonenkönigs triffst...?“, gab Kaleidos überrascht von sich, ehe er lächelte und sich für Seira freute. Immerhin hatte sie ewig nach ihm gesucht.
    • Ein Dieb mit pechschwarzem Haar, eine Elfin deren linkes Auge bedeckt war und ein Braunhaariger, der Kleidung nach dem Adel angehörender Heiler, eine Truppe einer Heldin angemessen, wenngleich... bei ihrem Anblick der Zorn im Herzen des Königs übersprudelte und drohte jenes zu zerbersten. Sie waren es, sie richteten all dieses Unheil in seinem Reich an, nahmen zahllose unschuldige Leben und offenbarten sich ihrem Volk gegenüber als die Retter und Erlöser. Abscheu, Verachtung, Hass... All diese Emotionen überwogen den Körper des Braunhaarigen, doch trugen sich aufgrund seiner gleichgültig Mimik nicht an die Oberfläche. Es wäre ein leichtes dem Heiler seinen Arm zu brechen, der Elfin das verbliebene Auge rauszureißen, den Dieb die Kehle durchzuschneiden und all den genommenen Leben Vergeltung zu schenken. Doch diese eine Tat, würde dazu führen das der komplette Plan Cassius bröckeln, gar zu zerfallen drohte und ein erneuter Versuch die Wurzel allen Übels zu erreichen vereitelte. Ein Mittel zum Zweck, obgleich seine Worte zum Teil der Wahrheit entsprachen sah er Seira als jenes um an ihren König zu gelangen und diesen zu beseitigen. Doch mithilfe der ungläubigen Erklärung seiner zukünftigen Weggefährtin, wäre er nicht einmal in der Lage das Vertrauen der Gruppe zu gewinnen und würde niemals auch nur in die Nähe des Königs gelangen. Und so oblag es ihm, seinen Hass, seine Abscheu, seinen Zorn hinunterzuschlucken und dem Dieb, dem Heiler und der Magierin kein Haar zu krümmen, nein gar sich gut mit ihnen zu stellen, mit jenen die so erbarmungslos seine Mitdämonen abschlachteten. "Es war kein Zufall.."
      Die Worte des Mannes ertönten in seiner tiefen Stimmlage, während er im Schneidersitz auf dem Boden saß und seine Arme vor seiner Brust verschränkte. "Der Dämonenkönig kannte den Namen jener Heldin, die ihm nach seinen Leben trachtete. Dachtet ihr, es würde einfach so an ihm vorbeigehen? All eure Erfolge auf dem Schlachtfeld, all eure Taten die schließlich sogar in seine Territorien, gar in sein Schloss führten? Er benötigte ein Druckmittel gegen seine Erzfeindin, ein Mittel zum Zweck welches sie davon abhalten würde ihm sein Leben zu nehmen. Dieses Druckmittel sollte Ich sein und als der König vernahm wie der Tag der Abrechnung nahte, ließ er mich ins Schloss bringen um mich bei Ungehorsam der Heldin, vor ihren Augen zu exekutieren. Es war seine Hoffnung ihren Willen zu brechen, ihre Schwäche schließlich auszunutzen um sie mit seinen Händen zu zerquetschen."
      Die goldenen Augen öffneten sich und durchschweiften die Runde. Vorallem das gleichgültige Gesicht der Elfin fiel ihm ins Auge und löste Gedanken in ihm aus. //...Nicht genug, hm? Wahrscheinlich gibt es zu viele Lücken in der Geschichte.. Wieso nahm er dann nicht ihre Familie gefangen, wieso gerade mich? Warum war ich all die Jahre verschwunden, wie konnte sich der König sicher sein das Seira noch an mich denken würde? Wenn ich als Sklave gehalten wurde, wieso ist meine Kleidung nicht zerstört, wieso besitze ich keine Wunden wenn ich exekutiert werden sollte? Es wird ziemlich hart für alles eine passende Erklärung zu finden...//
      "Die Dämonen, sind nicht unbedingt das wofür ihr sie haltet. Ich bin ein Mensch, aus Fleisch und Blut."
      Als Cassius von einem Holster an seinem Bein befindlich einen Dolch zückte, ging die Gruppe in Alarmbereitschaft, doch streifte die Klinge lediglich seine Haut und verschwand zurück in die Hülle. "Seht ihr? Rotes Blut, keine Schwärze wie in dem der Dämonen."
      Die purpurne Flüssigkeit tropfte auf dem Boden und sammelte sich in einer kleinen Lache, während der Braunhaarige die Erklärung fortsetzte. "Als Kind wurde ich von ihnen entführt, einen Dämonen der mich als sein Schützling aufnahm. Es waren Menschen die mich vertrieben, weil meine Mutter eine Außenseiterin war. Dieser Dämon zog mich nach dem Ableben meiner Mutter als seinen eigenen Sohn auf, doch erhielt den Befehl des Königs mich ihm auszuliefern. Als sich mein Vater davor sträubte dem Befehl seines Königs nachzukommen, holte man mich mit Gewalt zu ihm, oder so dachte ich es zumindest. Sie alle hatten diesen Blick, den Ausdruck der Unterdrückung, einer Tätigkeit nachzugehen die sie nicht wollten. Sie wollten mir nicht weh tun, sie wollten mir kein Haar krümmen, doch sie konnten sich nicht wehren und mussten dem Befehl des Tyrannen Folge leisten. Doch innerhalb seines Territoriums sah ich es, Dämonen die wie Menschen lebten, die fühlten, einander die Liebe gestanden, einen Laden eröffneten oder in die Außenwelt gingen um die Welt zu erkunden. Seht, was ich euch sagen will ist das die Dämonen gleich dem Elfen, den Menschen und all weiteren Rassen eine gleichwertige Existenz besitzen. Sie alle sind Lebewesen, sie alle fühlen, leben und versuchen ihren Kindern gegenüber stets ein gutes Vorbild zu sein. Es war der König der sie zu all diesen Gräueltaten zwang und nun wo er sein Leben verwirkte, wird es ihnen möglich sein ein Leben nach ihren Willen zu führen. Sie werden die Menschen nicht weiterhin attackieren und das müssen wir dem König mitteilen... Es soll kein weiteres unschuldiges Blut mehr vergossen werden, dafür gab es auf beiden Seiten einfach zu viele Opfer..."
    • Seira Goldenheart

      Angespannt und unsicher beobachtete Seira die Gesichtsausdrücke ihrer Freunde. Während Kaleidos nervös wirkte, da er sich unsicher war, wie er sich in dieser angespannten Situation verhalten sollte, war diese doch alles andere als einfach, wurde der Ausdruck des Diebes keinesfalls weicher, im Gegenteil, er wirkte sogar noch misstrauischer als zuvor, während sich der Blick der Elfe nicht zu verändern schien, auch wenn Seira darin einen prüfenden Blick zu erkennen glaubte.
      Gerade öffnete Ryad denn Mund, in Begriff etwas zu sagen, als die tiefe Stimme des nun wohl ehemaligen Dämonenkönigs die Stille durchbrach und damit alle Aufmerksamkeit auf sich zog.
      Auch der Blick der Heldin war verwundert, doch aufgrund dessen, was er der Gruppe eröffnete, würde es wohl kaum als eigenartig bezeichnet werden, selbst wenn jemand ihren Blick bemerkt hatte, da es nicht ungewöhnlich wäre, wenn auch sie nichts davon gehört hatte.
      Viel Zeit sich zu unterhalten wäre ihnen wohl im Schloss des Dämonenkönigs kaum geblieben, obwohl sie tatsächlich kaum etwas anderes getan hatten, als sich zu streiten und zu reden.
      Die junge Abenteurerin zuckte zusammen, als Cassius nach dem Dolch griff und sich selbst verletzte, hielt sich jedoch zurück, nach seiner Hand greifen zu wollen und die Blutung zu stoppen. Sie erinnerte sich daran, dass sie sich im Moment auf wichtigeres konzentrieren musste und war recht froh darüber, dass Cassius so gut im Lügen zu sein schien, da ihr dies so gar nicht lag, schon gar nicht ihren Freunden gegenüber. Seira hatte diese Tatsache nie zuvor als eine Schwäche angesehen, viel mehr war sie immerzu stolz auf ihre Ehrlichkeit gewesen, doch in diesem Moment wünschte sie sich sie könnte Cassius eine bessere Hilfe sein. Doch sie verstand, dass es besser war, wenn sie ersteinmal still blieb und sich zurückhielt. Dennoch konnte sie ihren traurigen Blick, als sie ein weiteres Mal hörte, was mit seiner Mutter passiert war, nicht verstecken. Sie blickte zu Boden, ballte die Hände zur Faust und schämte sich fast schon, ein Teil dieser Menschen zu sein, zu den Dorfbewohnern zu gehören, welche ihm und seiner Mutter das angetan hatte und sie betete inständig, dass sein Vater nicht tatsächlich auch das Blut dieser Frau an den Händen kleben hatte.
      Seira wüsste nicht, wie sie damit umgehen sollte.

      Mirin

      Die Elfe nahm ihren nichtssagenden, prüfenden Blick nicht von dem fremden Mann, während er seine Lebensgeschichte zum besten gab. Doch egal was er sagte oder tat, war keine Regung in ihrem Gesicht zu erkennen, während ihr Kopf arbeitete.
      Im Gegensatz zu ihren Gruppenmitgliedern sah sie es nicht als abwegig, dass auch Dämonen sich nicht groß von den Menschen oder gar den Elfen unterschieden. Wieso auch? Ein Krieg war nichts weiter, als eine Auseinandersetzung zwischen zwei Parteien. Letztendlich hing es immer davon ab, auf welcher Seite man stand, wer die Guten oder die Bösen waren. Mirin hatte sich diesem Kampf nicht angeschlossen, weil sie davon überzeugt gewesen war, dass die Dämonen böse und die Menschen gut waren, viel mehr war es ein bloßer Zufall gewesen, dass sie Seira begegnet war. Wäre dem nicht so gewesen, hätte sie in aller Ewigkeit Bücher in diesem Turm gelesen und hätte nicht einmal etwas von diesem Krieg mitbekommen, welcher zu ihrer Zeit, als sie noch ein Kind war, nicht existiert hatte.
      Dennoch brachte sie dem Fremden eine gesunde Portion an Misstrauen entgegen, da sie sich bewusst war, dass Seira dazu nicht in der Lage sein würde und es daher an ihnen war, sie vor einem Fehler zu beschützen. Es wäre nicht das erste Mal.
      Dabei sollte sie sich eigentlich freuen, dass sie endlich den Freund aus Kindheitstagen, nach welchem sie suchte, seitdem Mirin sie kannte, gefunden hatte, aber die Elfe wusste wohl am besten, was die Zeit alles verändern konnte. Selbst wenn er den gleichen Namen und das selbe Gesicht trug, so war das noch lange kein Indiz dafür, dass er noch der selbe war, wie damals. Im Gegenteil, Mirin bezweifelte es stark, da die beiden damals noch Kinder waren.
      Und wenn er unter den Dämonen aufgewachsen war und sich als einer von ihnen sah, dann wäre es nicht verwunderlich, wenn er die Menschen zu hassen begonnen hatte.
      „Hah! Und den Mist sollen wir dir einfach glauben?! Die Dämonen, das pure Böse in dieser Welt, sollen so freundlich gewesen sein dich aufzunehmen? Das ich nicht lache! Wahrscheinlich hast du dich ihnen aus eigennützigen Gründen angeschlossen und das hier ist nichts weiter, als ein ausgeklügelter Plan! Mirin!“, ertönte die Stimme des Diebes, als der Fremde seine Erzählung beendet hatte, doch die Elfe schüttelte nur den Kopf, da ihr bewusst war, was Ryad von ihr wollte.
      „Die beiden unterliegen keinem Zauber. Was auch immer sie sagen, geschieht auf freiwilliger Basis. Auch das Blut ist keine Illusion. Er ist ein Mensch.“, erklärte sie ihm mit monotoner Stimme und der Dieb biss frustriert die Zähne zusammen. Er hatte wohl gehofft, dass es so einfach werden würde, den Fremden der Lüge zu bezichtigen, doch wenn er wirklich andere Hintergedanken hegte, so versteckte er sich wirklich gut.
      Zumindest würde es niemanden weiter bringen, wenn sie sich nur gegenseitig misstrauisch anstarrten, nicht wahr?
      „Wieso belassen wir diese Sache nicht fürs erste? Wir sind allesamt müde und erschöpft, außerdem ist die Reise zurück in das Reich der Menschen lang. Es lässt sich immernoch eine Entscheidung auf dem Weg treffen und ich sehe zumindest keinen Grund dafür, wieso Seira lügen sollte.“, schlug die Elfe letztendlich den nächsten logischen Schritt vor und starrte dabei insbesondere Ryad an, da er besonders stark gegen den Fremden zu sein schien und man sah ihm sofort an, dass ihm diese Idee nicht gefiel. Doch da er der einzige war, gab es nicht viel, was er dagegen sagen konnte.
      Die Elfe ging an dem Lagerfeuer vorbei, auf Seira und Cassius zu, blieb dabei vor dem Fremden stehen und streckte ihre Hand erwartungsvoll nach ihm aus, ihm zu verstehen gebend, dass er ihr seine nun verletzte Hand geben sollte, damit sie einen kleinen Heilzauber wirken konnte. Sie war zwar keine Spezialistin in diesem Gebiet, aber von dem ein oder anderen Heilzauber hatte auch sie gelesen.
      „Mein Name ist Mirin. Eine Elfe und Magierin, wie dir vielleicht bereits aufgefallen ist. Wieso stellst du dich nicht erstmal anständig vor? Wäre sicher einfacher, wenn wir alle unsere Namen kennen.“, schlug die Elfe vor.
    • Cassius Vorgelgold
      //..Ah, so nervtötend...// Jedes Wort welches die Lippen des Diebes verließ, rüttete ein weiteres Mal am Herzen des Mannes, der sich noch immer zusammen nahm ihn nicht an die Kehle zu gehen. Die Dämonen, das pure Böse auf der Welt? Einst war auch Cassius dieser Meinung, doch des heutigen Tages vermochte er sein jüngeres Ich in die Schranken zu verweisen und ihm für seine unreife Art nicht über die Dinge nachzudenken, eine zu verpassen. Er war genau wie Cassius, genauso dumm, genauso verloren in seinen falschen Weltbild, unfähig sich seine eigene Meinung zu bilden und schlicht dem Hass hinterherschreitend. Irgendwas musste vorgefallen sein, irgendein Missverständnis welches entstand, ein Rachefeldzug jener Dämonen die von den Ahnen des Diebes die eigenen Ahnen in einer Schlacht verloren. Auge um Auge, Zahn um Zahn, so lief es in dieser Welt und wo Unrecht getan wurde, so wurde mit Unrecht vergolten. Cassius wollte ebenfalls Vergeltung ausüben, in Cassius Adern pochte das Blut über und zog sich in seinen Hinterkopf, erschuf ein Kribbeln dem Vernunftverlust nahe um in Rage zu versinken, bis die Stimme jener Elfe ertönte die er als die größte Bedrohung in dieser Gruppe vernahm. Ein Hoffnungsschimmer, obgleich er nicht zu erahnen vermochte ob es sich dabei um einen Bluff oder die Wahrheit handelte, doch setzte sie sich für seine Geschichte ein und versuchte die Wahrheit hinter ihr hinauszufinden. Wahrlich seltsame Kameraden, mit denen sich seine Kindheitsfreundin abgab, doch zeitgleich ein starkes Interesse gegenüber jener Elfe hegend die ihm unbedacht zu einem mentalen Duell herauszufordern schien. Oder so vernahm es der Braunhaarige zumindest, und ließ sich darauf ein. Ohne weitere Bedenken, bat er ihr seinem Arm dar, damit sie diesen verarzten konnte und erwiederte auf ihre Aussage mit seinem Worten. "Cassius Vorgelgold, Sohn von Liliana Guile Vorgelgold. Meinen Vater kannte ich leider nicht, weshalb ich zu ihm keine weiteren Aussagen treffen kann. Wie ihr wisst bin ich der Kindheitsfreund von Seira, zudem nahm ich Seiras Vater stets als Vaterfigur wahr, was sie wohl zu einer Art nicht blutsverwandten Schwester von mir macht. Auch wenn meine Gefühle ihr Gegenüber einer anderen Gattung angehören und mehr in die romantische Richtung abneigen."
      Die goldenen Augen wandten sich für einen kurzen Moment zu ihr, bevor sie die Reaktionen der Gruppe zu durchleuchten schien und das erstaunen jener wahrnahm. "Was soll ich machen? Sie war nicht nur in meiner Kindheit meine Heldin, sondern auch heute, an jenem Tag an dem sie mich rettete. Ich bin ihr komplett verfallen!"
      Obgleich sein Gesicht ausdruckslos erschien, wog seine Stimme spielerisch mit seinem Worten mit. Seine Worte untermalte er zudem mit einem simplen Schulterzucken, während seine Hände dabei schlicht zum Himmel gerichtet waren. "Ah, du sagtest du wärst eine Magierin.."
      Der Blick Cassius wandte sich ein weiteres Mal zu Mirin, bevor er seine Worte weiterzuführen vermochte. "Ich besitze leider keine Talente im Umgang mit der Magie, doch mit einer Axt oder einem Schwert bin ich halbwegs brauchbar. Zwar schlage ich vor vorerst ein Nachtlager aufzuschlagen, doch würde ich gern am morgigen Tag eine Strategie besprechen wie Ich mich bestmöglich in die Gruppe integrieren könnte und wie eure Vorgehensweisen im Kampf sind. Während Seira vermutlich stets mit den Kopf durch die Wand bricht, wirkt ihr für mich wie jene Person die das Kampffeld stets im Blick behaltet und für die Unterstützung sorgt. Natürlich möchte ich am Ende nicht in den Weg, oder in die Schussbahn geraten.."

      Die Cherubim
      "BWAHAHA~ Dann hat der Plan also geklappt? Wer hätte gedacht das der Grünschnabel so etwas vorausahnen konnte?"
      Der Grauhaarige Mann ummantelte mit seinen Händen den grauen Bart und strich über ihn. "Jaja, wie auch immer.. Es war wirklich mühevoll mitzuspielen, also macht den Rest unter euch aus!", entwich es mit einem beachtlichen Gähnen vom Thron, auf welchem Rim förmlich flezte und halbtrunken im nahenden Schlaf verharrte. "Dieser Nichtnutz von König, wie kann er es wagen mich, Lazlo, einfach im Dunklen zu lassen? Wieso hat er nur euch von diesem Plan erzählt, hm?!"
      "Mach mal halblang, Lazlo. Dieser Idiot macht doch sowieso immer nur was er will. Derzeit hat er noch nicht wirklich etwas königliches vollbracht, da können wir ihn auch mal mit seiner Kleinen auf Abenteuerreisen gehen lassen. Er wird sie am Ende ohnehin überleben und mit Herzschmerz zurückkehren.. Bwahaha"
      "Harsche Worte...", entwich es von Rim die aus ihren Augenwinkeln hinaus zu Weissmann blickte, der jedoch lediglich abwank und erneut antwortete. "Du solltest es doch am besten wissen... Als gefallener Engel wirst du uns allesamt überleben, schließlich bist du vom Alterungsprozess ausgeschlossen. Aber das du ihn so einfach hergegeben hast, überrascht mich. Schließlich stehst du ihm doch am nächsten!"
      "Und? Was machen 50 Jahre, wenn ich ihn danach ohnehin wieder für mich habe? Die Lebensspanne eines Dämons überwiegt die eines Menschen bei weitem, lass ihn mit seinem vorherigen Leben abschließen... Danach wird er die Rolle des Königs wieder einnehmen und seine merkwürdigen Alleingänge unterlassen. Mir bleibt genug Zeit meinen Spaß mit ihm zu haben... Und jetzt zieht Leine, mir fehlt mein Schlaf~"
      "Ha, das nenn ich mal eine optimistische Einstellung! Na wenn dem so ist, ab zur Taverne! Komm Lazlo, du brauchst auch ein bisschen Alkohol um runterzukommen!"
      Lazlo der noch immer wutentbrannt Beleidigungen vor sich hinmurmelte, vernahm einen Arm an seiner Schulter die ihn umschlang und schaute verdutzt auf. "Was?! Oi! Warte! Weeeeiiiissssmaaaaaaannnn"
      Aus der Ferne war nur noch schwer die Stimme des Dunkelelfen zu vernehmen, der von seinem Vorgesetzten nach draußen geschliffen wurde und als die beiden den Raum verlassen hatte öffneten sich für einen kurzen Moment die Augen Rims, die betrübt zur Decke blickten. "Idiot.. Auch du lässt mich allein..."
    • Seira Goldenheart

      „... und mehr in die romantische Richtung abneigen.“, wurde die Abenteurerin aus ihren Gedanken gerissen und verwundert blickte sie zu Cassius auf, hatte sie zuvor doch nachdenklich gen Boden gestarrt, auch wenn sie wahrscheinlich am aller wenigsten davon verwundert sein sollte, wenn man bedachte, was er ihr alles im Thronsaal gesagt hatte. Dennoch realisierte sie erst jetzt, dass der Heiratsantrag, welchen sie als ein einfaches, politisches Mittel verworfen hatte, doch echter Natur sein könnte. Wieder färbten sich die Wangen der Heldin rot, unsicher, wie sie mit dieser Situation umgehen sollte, und es erschien ihr noch peinlicher, dass, nicht nur, dass er es ihren Freunden eröffnete, mit welchen sie seit vielen Jahren auf Abenteuer ging, so dass man sie fast schon als eine Art zusammengewachsene Familie bezeichnen konnte, verstanden sie sich doch in vielen Angelegenheiten blind, sondern auch mit welcher Selbstverständlichkeit ihm diese Worte über die Lippen kamen, als wäre es nichts. Nichts weiter, als bloße Fakten, die er zum besten trug und so kannte Seira Cassius gar nicht.
      Sie erinnerte sich zurück an einen schüchternen, zurückhaltenden und oft stillen Jungen, welchen sie anfangs für jünger gehalten hatte und welchen sie in eine Sache nach der anderen hineingezogen hatte. Die Abenteurerin erinnerte sich daran, wie die anderen Kinder nie mit ihm hatten spielen wollen, ihn gar gemieden hatten, so dass es meist nur sie beide waren, doch erst jetzt verstand sie, warum, wo sie als Kind nur immer gedacht hatte, die anderen Kinder waren nur gemein und unfair. Wie blind man als Kind doch nur sein konnte, aber vielleicht war es auch ganz gut so gewesen. Zumindest konnten sie so eine glückliche Kindheit haben, bis zu jenem Tag, wobei sich Seira mit einem Mal fragte, ob seine Kindheit denn so glücklich war, wie sie für sie war. Aber zumindest schien er so noch immer als Freundin zu sehen... als mehr sogar, wie es schien.
      Für einen Moment fragte sich Seira, ob das einfach nur ein Teil seiner Geschichte war, um seine Erzählungen glaubwürdiger zu gestalten, hatte sie ihn doch nicht gerettet, eine Lüge, aber warum sollte er das tun? Es hätte doch gereicht sich auf eine Freundschaft zu beruhen, im Gegenteil, zumindest für sie machte es die ganze Sache damit nur noch komplizierter. Konnte es etwa sein, dass er sie auch als Kind schon so gesehen hatte? Seira traute es sich sogar zu, dass er schon damals so etwas gesagt haben könnte, was sie – ein Wildfang wie sie war, der oft nicht richtig zugehört hatte – vollkommen falsch interpretiert hatte. Als Kind hatte sie nichts weiter als Holzschwerter und Entdeckungstouren durch den Wald im Kopf gehabt.
      Die Abenteurerin war recht froh darüber, als das Thema gewechselt wurde und nahm sich vor darüber nachzudenken wie sie mit dieser neuen Erkenntnis umgehen sollte.

      Mirin

      Die Elfe lauschte aufmerksam den Worten des Fremden, auch wenn sie während dem Wirken ihrer Magie nicht gerade so wirkte, ihre langen Ohren zuckten jedoch überrascht, als sie etwas vernahm, was sie nicht erwartet hätte und blickte von dem Arm auf, da sie den Heilzauber beendet hatte.
      Auch wenn seine Miene bei den folgenden Worten ausdruckslos blieb, so schienen seine Gefühle in seiner Stimme mit zu wiegen, auch wenn Mirin nicht gerade die Art von Person war, die dies beurteilen könnte.
      Im Gegensatz zu Ryad, welcher Cassius mit offenem Mund anzustarren schien und sich wohl nicht sicher war, ob er sich diese Worte aus Erschöpfung nur eingebildet hatte oder nicht und Kaleidos, welcher ebenfalls nicht glauben konnte, wie einfach Cassius diese Worte über die Lippen kamen, besonders, wenn man die Umstände bedachte, in welchen er sich befand.
      „So ist das also...“, gab die Elfe von sich, um deutlich zu machen, dass sie ihm zugehört hatte, auch wenn es oftmals nicht so wirken schien, doch richtig verstehen, was hinter seinen Worten lag, schien sie nicht. Die Liebe war ein Konzept, dass sie nie zu verstehen vermochte, egal wie viele Bücher sie über dieses Thema gelesen hatte. Im Gegenteil, das Verhalten von Verliebten empfand sie eher als eigenartig und unlogisch, aber es wäre zumindest eine mögliche Antwort auf eine Frage, die sie sich nun bereits seit einer Weile gestellt hatte. Wieso wollte er sie in das Reich der Menschen begleiten, wenn der Tyrann doch gestürzt war und er zurück zu seiner Dämonenfamilie gehen könnte? Vielleicht würde sie ihm diese Frage auch noch stellen, aber für den Moment waren sie alle müde und erschöpft von dem Kampf und es wäre besser dieser Sache ein andermal auf den Grund zu gehen.
      Als Mirin ein weiteres Mal von Cassius angesprochen wurde, richtete sich ihre Aufmerksamkeit wieder auf ihn und letztendlich merkte sie, dass sie noch immer seinen Arm festhielt und ließ diesen los, ehe sie aufgrund der folgenden Worte des ihr gegenüber sitzenden Mannes den Kopf schief legte.
      „Wird es denn noch zu kämpfen kommen, wenn der Tyrann gestürzt ist?“

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    • Cassius Vorgelgold

      //...Mist...//

      Mit den letzten Worten der Elfe, vernahm der Braunhaarige König das er sich verplappert hatte und innerhalb seiner Erklärung eine weitere Fassade offenbart wurde, die in die Richtung des Misstrauens lenken könnte. War er zu forsch? Versuchte er zu sehr eine logische Befürwortung seiner Taten zu finden, wirkte gerade das in ihrer Interaktion verdächtig? Sie achtete wirklich auf jedes Wort, obgleich eine Mehrzahl auf sie einzuprasseln schien offenbarte die Elfe eine starke Auffassungsgabe und drängte Cassius ein weiteres Mal verbal in die Ecke. Welche Antwort könnte er liefern? Was wäre eine zufriedenstellende Erwiderung und wie wandte er sich aus diese Situation hinaus?
      "Tiere.."
      Es lag auf der Hand, eine simple Antwort für eine simple Frage die ihm gestellt wurde. Die große Aufregung um nichts, brachte sein höher schlagendes Herz zur Ruhe und ließ ihn für einen kurzen Moment erschöpft die Augenlider sinken, doch auch das schien die Elfe zu beobachten. "Wilde Tiere, wie Wölfe. Wölfe greifen stets im Rudel an, eine falsche Reaktion und einer von uns könnte verletzt werden. Ich möchte kein Klotz am Bein sein, vorallem wenn die Möglichkeit besteht das sich hungrige Wolfrudel sammeln und gemeinsam attackieren...", verziert wurde das Ende des Satzes von einem tiefen, gut gespielten Gähnen um vom schließen der Augenlider abzulenken. Mit seinen Händen rieb er sich die Augen und sackte mit dem Kopf für einen kurzen Moment schlaftrunken zur Seite ab. "Verzeihung man schläft nicht besonders gut, wenn man weiß das man am nächsten Tag hingerichtet wird. Ich bin ziemlich erschöpft, könnten wir weitere Fragen auf den morgigen Tag verschieben?"
      Die Wahrheit war, dass sich wirklich eine Art von Müdigkeit in Cassius ausbreitete, doch bei weitem nicht so das er jede Minute in den Schlaf verfallen könnte. Er benötigte Zeit um weitere Gesprächsverläufe in seinem Kopf abspielen und weiterführen zu lassen, damit ihm keineswegs ein Fehler in der Logik seiner erfundenen Geschichte unterlief. Cassius ließ den Anderen gar keine Gelegenheit sich zu melden und fiel einfach nach hinten um, sich auf die Seite legend und seinen Kopf auf seiner Hand ruhen lassend. Es war ungewohnt, extrem ungemütlich auf den Boden zu schlafen, doch gewiss gab es nicht genügend Komfort für alle in der Gruppe. Niemand wusste das sie ein weiteres Mitglied dazugewinnen würden, also machte sich der Braunhaarige gar nicht erst die Mühe nach etwas wie Strohunterlagen zu fragen und nahm Vorliebe mit dem flachen Gras auf dem dreckigen Boden. Eine kurze Stille kehrte im Camp ein und offenbarte den sachten Windzug, der in den Blättern wog und das Feuer aufflackern ließ. Es war eine angenehme, wenngleich leicht kalte Brise der Jahreszeit entsprechend. In der nächsten Stadt die sie erreichten müsste sich der Braunhaarige definitiv eine Art Decke oder dergleichen besorgen, damit die Aufenthalte unter freiem Himmel sich wenigstens als erträglich gestalten würden.
    • Mirin

      Aufmerksam beobachtete die Elfe Cassius, doch die Antwort die sie erhielt war logischer Natur und durchaus verständlich. Dennoch befürchtete Mirin, dass er es eigentlich auf die Taktiken und Strategien, auf die Kampfweise der Gruppe, abgesehen haben könnte, wusste sie doch, wie wertvoll solche Informationen sein konnten. Auch wenn er sich wohl mit der Zeit selber ein Bild machen können würde, wenn sie für eine Weile durch das Land der Dämonen reisen würden und auf die ein oder anderen Monster und Tiere treffen würden, weshalb es gefährlich war Cassius an der Seite der Gruppe zu lassen, sollte er wirklich andere Hintergedanken hegen als jene, die er ihnen offenbart hatte. Aber er hatte recht, für heute sollten die Fragen reichen und sie nickte, auch wenn er es nicht mehr sehen konnte, da er sich bereits zum schlafen ins Gras gelegt hatte.
      „... das ist jetzt nicht wirklich euer Ernst, oder? Der Typ ist verdächtig wie sonst was und ihr wollt ihn einfach mit uns reisen lassen? Einem Außenseiter ein Ticket in das Land der Menschen verschaffen? Ich kann doch wohl nicht der einzige sein, der dass Gefühl hat, dass da was nicht stimmt! Seira, du vertraust dem Kerl doch nicht etwa wirklich, oder?!“, begann sich Ryad zu beschweren, sobald er sich sicher war, dass der Eindringling schlief, wobei sich die Elfe nicht sicher war, ob es wirklich schlau von dem Dieb war, solche Worte so offen zu äußern.
      Nun, nicht, dass er nicht wüsste, dass Ryad ihm misstraute.
      „Hm?“, blickte Seira aus ihren Gedanken gerissen auf, sie schien heute irgendwie nicht so recht beisammen zu sein, aber wahrscheinlich war auch sie einfach nur erschöpft.
      „Natürlich vertraue ich ihm! Wieso sollte ich nicht?“

      Ryad Scintillarian

      „Wieso sollte ich nicht... ist das dein verdammter ernst?!“, wiederholte der Dieb zischend, wütend und offensichtlich frustriert die Worte seiner Freundin und fuhr sich dabei sichtlich genervt durchs Haar. Er musste die Zähne zusammen beißen, um sie nicht einfach anzuschreien und damit zur Vernunft zu bringen. Was um alles in der Welt dachte sie sich bitteschön dabei?!
      „Warte... du glaubst ihm doch nicht etwa wirklich, dass er die verfallen ist, oder? Was für einen Mist hat er dir bitteschön erzählt, als wir nicht dabei waren? Dabei dachte ich du wärst kein Landei mehr, dass sich von süßen Worten aus der Bahn werfen lässt.“, richteten sich seine Augen genervt, fast schon enttäuscht auf die Abenteurerin, welche sich sogleich aus Protest erhob.
      „W-wie meinst du das?! Ich hör das auch zum ersten Mal, wir hatten immerhin kaum Zeit uns zu unterhalten!“, log die Heldin und es half ihr sicherlich, dass sie aufgrund der Worte des Diebes aufbrausend wurde, damit er ihr diese Lüge nicht sofort durchschaute, „Aber warum sollte er lügen?! Selbst wenn er sowas nicht gesagt hätte, würde ich ihn immer noch mitnehmen wollen! Wir haben uns schon so lange nicht mehr gesehen... ich habe gedacht er wäre tot... ist es wirklich so verwerflich das ich glauben will, dass er noch wie damals ein gutes Herz hat? Mag sein, dass er sich verändert hat, aber das habe ich auch. Wenn ihr ihm nicht vertrauen könnt, wieso vertraut ihr mir dann nicht wenigstens?!“
      „Verwerflich ist es nicht... aber unglaublich naiv. Auf einen Dämonenkönig kann ein nächster folgen und wenn er fest auf der Seite der Dämonen steht, könnte er uns verraten. Er könnte dich verraten, Freundschaft oder Liebe hin oder her. Es freut mich zwar, dass du ihn wieder hast, aber was, wenn er nicht mehr der Junge von damals ist, sondern ein gefährlicher Mann?“, mischte sich die Elfe in das Gespräch ein und Ryad nickte geflissentlich dazu, da sie ihm aus dem Herzen sprach, jedoch mit deutlich logischeren und netteren Worten, als er es wahrscheinlich in seiner Genervtheit getan hätte.
      „Behalte es einfach im Hinterkopf, für den Fall der Fälle... okay?“, legte der Dieb letztendlich die Hand auf die Schulter der Heldin, mit einem versöhnlicherem Ton in der Stimme als zuvor und ihm war anzusehen, dass er sich schlicht und einfach Sorgen um das Mädchen machte, dass ihn an seine kleine Schwester erinnert hatte und er konnte noch immer nicht anders, als sie als solche zu sehen. Vor allem wenn man bedachte, wie oft sie sich letztendlich kopflos in Gefahr gebracht hatte.

      Seira Goldenheart
      Letztendlich blieb der anderen nichts mehr übrig, als zu seufzen und Ryad zu versprechen, dass sie die Möglichkeit im Hinterkopf behalten würde, auch wenn sie das beim besten Willen nicht glauben konnte. Auf der anderen Seite würde es Sinn ergeben, vor allem wenn man bedachte, dass Cassius eigentlich selber der Dämonenkönig war, aber er hätte sie doch auch einfach an Ort und Stelle töten können, gefolgt von ihrer Gruppe und damit die Bedrohung, welche sie darstellte, aus dem Weg schaffen können... oder? Seira wollte nicht mehr länger darüber nachdenken, sie begann bereits Kopfschmerzen zu bekommen und beschloss es Cassius gleich zu tun und sich sogleich schlafen zu gehen, wobei ihr Blick sich noch einmal auf den wohl schlafenden Mann richtete.
      „Hey, Mirin... hättest du etwas dagegen, wenn wir uns deine Decke teilen würden?“, bat sie die Elfe, welche nichts dagegen zu haben schien, weshalb die Heldin damit kurzerhand ihre eigene an den ehemaligen Dämonenkönig abtrat.
      Als König war er es sicherlich nicht gewohnt auf dem kalten Boden zu schlafen, oder ob das bei den Dämonen wohl anders war? Sie wusste wirklich nichts über die Dämonen... was?

      Der nächste Morgen brach an und die kleine Gruppe begann langsam wach zu werden. Kaleidos betete auch an diesem Morgen direkt nach dem aufwachen und Seira war nicht die einzige, welcher auffiel, dass Cassius nicht mehr dort lag, wo er eingeschlafen war. Viel mehr war er verschwunden und fast schon panisch blickte sich die jungen Abenteurerin um.
      Ryad hatte doch nicht etwas dummes gemacht und versucht ihn Nachts zu ermorden oder so, weil er ihn als Gefahr sah, oder?! Doch, ob sie nun darüber erleichtert sein sollte oder nicht, wurde auch der Dieb erst wach und genervt fuhr er sich durchs Haar, was sie denn für ein Problem habe, so früh am Morgen einen Radau zu machen, ehe auch ihm auffiel, dass der Fremde fehlte.
      „Hmpf, hat er etwa beschlossen, dass es doch zu gefährlich ist und ist abgehauen?“, grinste der Dieb breit.
      „Cassius ist kein Spion! Hah, ich geh ihn suchen.“, seufzte Seira genervt über diese Aussage. Sie glaubte zwar nicht daran, dass er in große Probleme geraten würde, immerhin war er der Dämonenkönig und sollte daher stark genug sein, auf der anderen Seite war es fragwürdig, ob er im einem Notfall seine Ringe abnehmen würde. Diese mächtige, erdrückende Aura, welche sie im Thronsaal gespürt hatte, würde sie alle sicherlich sofort wecken und damit wäre das Spiel vorbei, aber dafür würde er wohl kaum sein Leben in Gefahr bringen... oder? Oder? Seira war sich nicht sicher, war der jetzige Cassius doch so ganz anders, als sie ihn aus ihrer Kindheit kannte.
      „Hey, warte! Und wenn das eine Falle ist?! Hast du etwa schon vergessen, was du mir gestern versprochen hast! Ich komm mit.“, warf der Dieb schleunigst seine Decke zur Seite und erhob sich um die Heldin zu begleiten, welche es alles andere als notwendig ansah, aber sollte er doch machen, was er wollte. Er würde schon sehen, dass Cassius kein Verräter war.
      Was die beiden sahen, als sie den ehemaligen Dämonenkönig letztendlich an einem nah gelegenen Fluss auffanden, waren zahlreiche Narben die sich über den Oberkörper von Cassius erstreckten und der Blick der Abenteurerin nahm einen mitleidigen und traurigen Ton an, sich fragend, was er wohl alles hatte durchmachen müssen, als ihr mit einem Mal der Blick von der Hand des Diebes versperrt wurde.
      „Was-?!“

      Ryad Scintillarian

      „Wie lange willst du ihn denn noch anstarren, Idiot? Wir haben ihn gefunden, ihm geht’s gut, also kannst du auch wieder zurück zu den anderen gehen. Wir kommen sicher nach. Und guck mich nicht so an, ich bin ein Dieb, kein Mörder oder Assassine. Ich tu ihm schon nichts!“, gab er letztendlich genervt von sich, wofür hielt die ihn bitteschön?!
      Aber letztendlich verstand Seira wohl, dass es nicht gerade heldenhaft war einen Mann beim sich waschen zu beobachten und tat ihm den Gefallen zurück zum Lager zu gehen, ehe der Dieb das Versteck im Unterholz verließ.
      „Du hast vielleicht nerven einfach so zu verschwinden, wenn man dir ganz eindeutig nicht vertraut. Was machst du hier? Hast du jemanden über deine Lage in Kenntnis gesetzt? Mich kannst du ganz sicher nicht hinters Licht führen!“, gab sich Ryad nicht einmal die Mühe seine Feindseligkeit zu verstecken. Wieso auch?
    • Cassius Vorgelgold

      Als die Stimme des Diebes ertönte, schreckte der Braunhaarige Mann auf und griff nahe der Felsen nach seiner Axt, die in der Nähe seiner Bekleidung am Rande des Wassers ruhte. Die Axt im Anschlag haltend, sich zu der Quelle des Tones drehend, vernahm er das es sich hierbei um ein Missverständnis handelte. Ohne weitere Worte ließ er seine Waffe sinken und verließ das Wasser um in der Sonne zu trocknen. "Ich wasche mich, sieht man das nicht?... Du beherrschst dein Handwerk ziemlich gut...Ryad, richtig?"
      Seine Kleidung im Wasser wiegend, und das triefende Wasser auswringend, wandte sich sein Blick dem Mann entgegen der ihn noch immer misstrauisch zu beobachten schien. Zwar verharrte Cassius in einer Haltung die jegliche Körperteile verbarg, die es zu verbergen galt, doch wandte sich sein Blick dennoch nach unten und danach erneut zum Dieb. "Was? Ist deiner kleiner? Du hörst ja gar nicht mehr auf mich anzustarren.."
      Sollte er solche Spitzeleien in Angesicht der Lage starten? Doch vielleicht war diese Art Witz auch gut um das Eis zwischen ihnen zu brechen. So oder so bat sich die Gelegenheit etwas mehr über die Persönlichkeit des Diebes herauszufinden, denn eines war sicher: Sich die Heldin durch eine unbedachte Tat zur Feindin zu machen, war gewiss nicht sein Begehr. Wie weit könne er also gehen, welche Sticheleien würde der Dieb über sich ergehen lassen bis er die Fassung verlieren würde, bestünde überhaupt die Möglichkeit das er die Fassung verliere oder war er geistig gefestigt genug um über solchen Provokationen zu stehen? "Hör zu, Ryad.. Ich will keinen hinters Licht führen und ich bemerke sehr wohl das du mich nicht leiden kannst. Das beruht auf Gegenseitigkeit, auch mir gefällt es nicht das ein Mann meiner Heldin so nahe steht. Mir ist gleich wie du sie siehst, doch meine Worte vom gestrigen Abend entsprechen der Wahrheit. Seira bedeutet mir weitaus mehr, als man es je in Worten aussprechen könnte. Sie mag stark sein, doch kenne ich auch ihre weichen Seiten und eben diese möchte ich beschützen."
      Mit ernstem Blick, starrten die Augen des Braunhaarigen Mannes sein Gegenüber an, bevor er seine Klamotten umherwirbelte. "Ich hege kein Interesse mit dir Freundschaft zu schließen, doch selbst wenn wir nie in der Lage sein werden uns zu verstehen muss Ich dir danken das du so viel Wert auf ihre Sicherheit legst. Tu dir keinen Zwang an und behalte mich meinetwegen weiter im Auge, doch sollte deine Unsicherheit dazu führen das Seira in Gefahr gerät, sei dir gewiss das ich es dir vergelten werde!"
      Wind wirbelte auf und fuhr durch die Haare der zwei Männer, beide schienen sich einen rivalisiert wirkenden Blick zu, doch streifte sich Cassius binnen wenig vergangener Minuten seine halbtrockenen Klamotten über und wandte sich vom Antlitz des Diebes ab. Niemals wäre er in der Lage jemanden wie ihn zu akzeptieren, eine Person die sich hinterrücks dem Kampf stellen würde und nicht in der Lage wäre Seira in einer brenzligen Situation zu verteidigen. Seine Künste waren nicht zum Kampf gegen Dutzenden von Personen ausgelegt, weshalb im Notfall die Gefahr drohen sollte das die beiden zur Flucht gezwungen wären und Seira ein Pfeil aus der Ferne treffen würde. Zeitgleich pochte sein Herz über, als er die letzten Worte aussprach und eine unterbewusste Bedrohung aussprach Seira nicht zu Nahe zu kommen. Obgleich der König es nicht sofort zu realisieren vermochte, entsprachen seine Worte seinen Emotionen geleitet der Wahrheit und entfalteten eine Art von Gefühl in ihm, welches er zuvor noch nie zu fühlen vermochte. Sie war Mittel zum Zweck, sie würde dazu führen diesen unsinnigen Krieg zu beenden, sie war nichts weiter als eine Schachfigur. War sie das wirklich? Die Ohren des Mannes liefen rot an und offenbarten in Gedanken an Seira versunken eine Reaktion die sein Gesicht für einen kurzen Moment in eine Verwirrung hüllten. Ein kurzes Hüsteln führte zur Unterdrückung dieser aufwallenden Gefühle, die Gedanken an etwas anderes wendend unterbrachen die Röte in seinen Ohren und ließen sein gleichgültiges Gesicht wiederkehren, dem Scham beiseite werfend. "Wir sollten zu den Anderen zurückkehren.. Hier ist es nicht sicher!"