Revenge[Marien & Nat]

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    • Revenge[Marien & Nat]

      Revenge










      Malok


      Der ehrwürdige Stamm der silbrigen Wolfsdämonen. Nur wenige wussten über ihre Existenz bescheid und die die es taten fürchteten sie entweder oder verehrten sie. Nun... jeder außer Malok zumindest. Er konnte nicht behaupten, in der Vergangenheit sonderlich viel mit einzelnen Stammesmitgliedern zu tun gehabt zu haben, aber ein paar einzelne Bekanntschaften hatten sich durchaus entwickelt. Bekanntschaften, die ihn heute unter anderem an den Ort des Stammesdorfes führten. Die silbrigen Wolfsdämonen konnten nicht gerade mit ihrer Anzahl punkten, aber jeder einzelne von ihnen war unbestritten stark, sie waren begnadete Jäger und konnten laut Maloks Wissensstand ein reichlich hohes Alter erreichen. Sie waren alles andere als leicht zu töten, weder im Kampf noch durch Krankheiten oder Naturunglücke. Also... was genau sollte hier dann vorgefallen sein?
      Nachdenklich betrachtete er den jung erscheinenden Körper eines leblosen Wolfdämons, neben den er sich vor wenigen Minuten gehokt hatte. Auf den ersten Blick könnte man meinen, er wäre einfach nur an einem ungeeigneten Ort eingeschlafen. Das flauschig grausilbrige Fell der spitzen Ohren oberhalb der Stirn wehte sanft im herbstlichen Wind, ähnlich wie der buschige Schwanz, der auf Höhe des Steißes durch die dünne Kleidung des Dämons hervortrat. Der gesichtsausdruck erschien entspannte und der weiche Grasboden unter seinem Leib lud selbst Malok zum längeren Verweilen ein. Alles wirkte "normal", bis einem die blasse und trockene Haut, die eingefallenen geschlossenen Augen und die nicht vorhandenen Atembewegungen des Oberkörpers auffielen. Malok hatte ihn direkt am Rande des kleinen und beschaulichen Dorfes gefunden, dessen einfache Lehmhäuser keinen Vergleich zu den stabilen und kantigen Steinhäusern der größeren Städte der Menschen gestatteten. Aber der Assassine wusste aus eigener Erfahrung wie gemütlich, warm und wetterfest diese Behausungen trotz dessen sein konnten. Sie schenkten einem eine komplett andere Form der Geborgenheit, die man keines wegs verleugnen konnte.
      Vorsichtig platzierte Malok seinen Daumen oberhalb des linken Augenlides des Verstorbenen und verschaffte sich einen Blick auf die klaren blauen Augen des Dämons. Noch lag ein ferner Glanz in ihnen, was bedeutete, dass sich genug Flüssigkeit unter dem Augenlid gehalten hatte, nachdem der Dämon verstorben war. Tatsächlich konnte Malok auch noch entfernte Körperwärme wahrnehmen. Vor allzu langer Zeit konnte der Tod also noch nicht eingetreten sein. Er schob das Augenlid wieder zu und erhob sich aus seiner Hocke, platzierte seine linke Hand lässig auf dem Griff des Katanas an seiner Hüfte und ließ den Blick ins Innere des Dorfes schweifen. Er gab sich nicht der Illusion hin, dass die Körper, die sich auf den erdigen Pfaden der Ortschaft verteilten, noch Leben in sich trugen und vermutete, dass sie zu ähnlicher Zeit zusammengebrochen waren, wie der junge Wolfsdämon direkt vor seinen Füßen. Wieder hefteten sich Maloks tiefbraune Augen auf die Erscheinung seines ersten Fundes. Die einfache Leinenkleidung an seinem Leib war unbefleckt, nichts wieß darauf hin, dass man ihn tödlich verletzt oder attackiert hatte, doch die Spuren um seinen Mundwinkel sprachen eine deutlichere Sprache. Er hatte sich kurz vor seinem Ende mehrmals übergeben, so heftig, dass am Ende sogar etwas Blut seinen gepeinigten Magen verlassen haben musste. Die schwarzen und getrockneten Blutspuren direkt an seinen Mundwinkeln waren nur bei genauerem Hinsehen zu erkennen, aber Maloks geübte Augen hatten gelernt, auf solche kleinen Details besondere Acht zu legen.
      "Der Umstand das es scheinbar das ganze Dorf auf einmal hingerafft hat..." Grübelnd legte er sich Daumen und Zeigefinger an das Kinn, dessen kurze Bartstoppeln in seine feinfühligen Fingerkuppen stachen. "Soll es Gift gewesen sein?" Während er seine Vermutungen anstellte, bewegte er seine langen Beine weiter in Richtung Dorfeingang. Den weiteren Leichen auf seinem Weg schenkte er nur noch flüchtige Blicke, die ausreichten, um ihre Erscheinung mit dem ersten Verstorbenen am Dorfrand vergleichen zu können. Ob der Junge draußen eine Wache gewesen war? Oder hatte er versucht Hilfe zu holen, während alle anderen hier drinnen schon das Zeitliche segneten. "Wie soll es möglich sein, dass das Gift alle Bewohner auf einmal erreicht und dahinrafft?" Jeder einzelne seiner Schritte war bedacht und so gut wie lautlos, während er mit seinen schwarzen Stiefeln über den weichen Pfad wanderte. Dennoch wirkte dass Geräusch, dass seine Absätze im feuchten Boden verursachten ohrenbeteubend laut. Die allgegenwertige Stille, die ihn seit Betreten dieses Tatortes verfolgte, dröhnte in seinen Ohren und ließ das leise Säuseln des Windes wie einen lauten Qualschrei erklingen. Selbst die Tiere schienen in betroffener Andacht verstummt zu sein... oder waren auch sie dem mysteriösen Gift zum Opfer gefallen?
      Noch immer schweifte sein Blick durch die Pfade und Wege der Ortschaft... Immer öfter entdeckte er unter den Toten auch die kleinen Körper junger Kinderdämonen, welche zum Teil direkt in ihrem eigenen Erbrochenen zusammengebrochen waren. Ihr Anblick ließ letztendlich Wut in Maloks Brust erwachen, während er frustriert Ober- und Unterkiefer aufeinanderpresste. "Wer ist hierfür nur verantwortlich?" Der Assassine war bei weitem kein guter Mensch. Nein, er mordete für Geld, lebte alleine nach seinem Willen und interessierte sich kaum bis gar nicht für seine Mitmenschen... aber das hier? Die Leute die seiner Klinge zum Opfer fielen hatten es in der Regel genauso sehr verdient, wie er selbst wahrscheinlich auch. Doch er vergriff sich nicht an unschuldigen und vor allem an niemanden, der sich nicht wehren konnte. Für keinen galt das mehr als für unbekümmerte und schwache Kinder. Ihnen wurde noch nicht einmal die Chance erteilt, etwas wirklich in ihrem Leben zu vermasseln, sie traf keine Schuld, sie hatten es schlicht nicht verdient, brutal ermordet zu werden.
      Er musste seine zornig verengten Augen abwenden, während sich seine behandschuhten Finger krampfhaft um den mit schwarzen Stoff umwickelten Griff seiner Klinge schlossen. Malok machte sich keine Hoffnungen darauf, dass seine Kontaktperson hier noch am Leben war. Der Stamm der silbrigen Wolfsdämonen war ausgelöscht... Doch warum? Die Mitglieder des Stammes verbrachten so weit er wusste die meiste Zeit ihres Lebens innerhalb ihrer Gemeinschaft, es gab für sie keinen wirklichen Grund, woanders hin zu gehen, außer sie waren auf Jagd. Dennoch sollten sie für ihre Stärke von einigen Mächten des hiesigen Knigreiches als Gefahr betrachtet werden und sicherlich würden einige von ihnen nicht davor zurückschrecken, solch ein grausames Massakar an einem ganzen Volk durchzuführen. Letztendlich waren ihm die genauen Gründe aber so ziemlich egal, die konnte er auch noch heruasfinden, wenn er den tatsächlichen Täter gefunden hatte. Und er würde ihn finden.
      Malok hatte einen Großteil des beschaulichen und entsetzlich leisen Ortes durchquert, als er schließlcih den ruhig vor sich hinpletschernden Bachlauf inmitten einer grünenden Graslandschaft erreichte. Die Hauptschlagader des Dämonenstammes. Er war natürlicher Trinkwasserspender, Waschplatz und Nahrungsquelle zugleich. Doch irgendetwas trübte das sonst so idyllische Erscheinungsbild der klaren Strömung... Malok verengte seine Augen zu Schlitzen und beobachtete die von Wellen durchzogene Wasseroberfläche genauer. Tote Fische! Umso genauer er schaute, desto mehr helle Fischschuppen konnte er im plätschernden Bach erkennen. Sie hatten sich vereinzelt an herausragenden Steinen verhackt und konnten daher nicht mehr von der Strömung davon getrieben werden. Kam das Gift etwa aus dem Gewässer?
      Malok ließ seinen Blick stromaufwärts wandern und verharrte umgehend in der Bewegung. War das etwa...? Das silbriggraue Fell der spitzen Ohren und des langen Schwanzes wirkte dunkler, als beim Jungen am Dorfeingang. Es erschien beinahe schwar, aber nicht weniger weich. Weiße Leinenkleidung hüllte sich um einen schlanken und feingliedrigen Körper, während gold schimmernde Verzierungen an Armen, Hals und Stirn hell in der tief stehenden Sonne glänzten.
      Eine Überlebende! Die Erkenntnis ließ einen Funkten Freude durch seinen Körper schießen, während er sich behutsam in Richtung der schlanken Gestalt bewegte, welche ihm den Rücken zugedreht hatte, während auch sie scheinbar den Bach zu betrachten schien. Eine kräftigere Windböe, ließ ihre unendlich lang erscheinenden Haare aufwirbeln und machte den Assassinen auf den blauen Schimmer innerhalb der silbernen Strähnen aufmerksam. Egal wer die Kleine auch war, sie machte in seinen Augen einen besonderen Eindruck. Nun, nachdem sie die einzige Überlebende zu sein schien, war sie alleine deswegen wohl schin besonders. Ob sie mehr über die Geschehnisse bescheid wusste?
      "Hey, Wolfsmädchen!" Vielleicht nicht die taktvollste Anrede, die er hatte finden können, aber etwas besseres war ihm nun einmal nicht eingefallen und wie sonst sollte er sich sonst bemerkbar machen, ohne dass sie eventuell direkt auf ihn los ging? Ihm war der gut ausgearbeitete und lange Kriegerspeer an ihrer Seite zumindest keineswegs entgangen. "Weißt du, was hier passiert ist?" Er wagte nicht, sich auf mehr als drei Meter Entfernung zu nähern. Wolfsdämonen waren gute Kämpfer und selbst er wollte sie nicht unterschätzen, weil sie wie ein kleine, zerrbrechliche - und durchaus gutaussendes - junge Frau wirkte. Vor allem nachdem sie soeben einenzu verschmerzen haben musste, er konnte nicht mit Sicherheit sagen, wie sie auf einen Fremden in ihrem Dorf reagieren würde. Um auf alles vorbereitet zu sein, schloss sich Maloks Griff um sein Katana noch fester, sollte sie plötzlich einen wütenden Angriff starten, würde er kontern können.

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    • Das Sincessie das ganze Dorf so auffinden würde, nachdem sie einen starken Hirsch erlegt und geschultert hatte, haätte die junge Frau nicht erwartet. So stand sie nun versteinert vor einem Massengrab und ließ den Hirsch, der eigentlich dreimal so groß war wie sie selbst von ihren zierlichen Schultern gleiten. Dieser landete nur unsanft mit einem großen Knall auf dem Boden ehe die junge Frau ihre Füße schnell in Bewegung setzte und als erstes den Wächter traf, ihren Verlobten. "Kaon.." kam sanftmütig von ihr. Das er nicht mehr am Leben war, musste die junge Frau nicht erfühlen, denn sie spürte es. Wolfdämonen ihrer Rasse waren der feinfühlig. Das Herz wurde schon alleine bei dem Gedanken, dass ihr Geliebter verstorben war schwerer, jedoch war der schwere Teil noch vor ihr. Sie trat durch die großen Tore ihrer Heimat und schon kam ihr der Gestank von Blut, Erbrochenen um Kot entgegen. Die Augen der sonst so ruhigen Dämonin weiteten sich und mit jeder Leiche die sie verzeichnete und registrierte schwand ihre Hoffnung noch irgendjemanden zu finden, der überlebt hatte. Immer kleiner und kleiner wurde die Hoffnung und zu guter Letzt starb sie vollkommen. Viel zu tief saß der Schock über den Verlust, dass Sincessie sich umdrehte um ging. Sie ging einfach ohne eine Träne zu vergießen. So stand sie ein paar Minuten später am Bach und starrte mit relativ seelenlosen Augen in diesen. All die Erinnerungen an ihre Familie, an ihren Gefährten, all dies war plötzlich null und nichtig.. und einfach.. Vergangenheit. Doch dann wurde sie aus ihrer Trance gerissen. Ein Fremder! Vielleicht der Mörder! Dabei verzog sich das Gesicht der jungen Frau nun ehe sie leicht zu knurren begann und eine leichte Angriffshaltung einnahm.

      "Was.." jedoch als der junge Mann nun selbst fragte, was hier passiert sei, konnte sie nichts weiterhin sagen und blickte nochmal auf das Dorf, dass sie eigentlich ignorieren wollte. "Nein..." kam nur kalt und abgehakt von ihr. Der Schmerz saß tief in ihr und wollte aus ihr herausbrechen, doch ihr Äußeres sah so aus, als würde es sie nicht im Geringsten kümmern. Eine eiskalte und ruhige Maske hatte sie aufgesetzt um den Schein zu wahren und sich nicht die Blöße geben zu müssen, vor ihm in Tränen auszubrechen, obwohl ihr Herz gerade vor Schmerz überquoll und sie vor ihm ab liebsten weinend zusammengebrochen wäre. "Ich weis nichts.." als Sincessie das Dorf verlasen hatte, waren alle noch am leben gewesen und plötzlich kam sie wieder nach einigen Tagen und schon war sie ganz alleine. Sie wollte doch nur Essen für das Dorf besorgen, wie man es ihr aufgetragen hatte, jedoch hätte sie dies gewusst, wäre sie am liebsten nicht gegangen. "Gar.. nichts.." kam immer leise werdend von ihr ehe sie nun an dem jungen Mann vorbeiging und anfing die ganzen Leichen einzusammeln. Junge wie auch alte. Sie schulterte diese mit Leichtigkeit und legte diese Auf einen Haufen mitten auf den großen Dorfplatz. Erst nachdem dies abgeschlossen war, kam sie wieder und hob den Wächter mit wehmütigen Blick aus der Wiese. Ein schweres Seufzen war zu vernehmen. Zu ihm schien sie wohl eine ganz besonders starke Verbindung gehabt zu haben. Sie trug ihn zu den anderen und legte ihn vorsichtig auf dem Dorfplatz nieder. Danach begann sie rund um das Dorf einen Graben auszuheben, der bis zum Bach führte und somit füllte sich der Graben mit Wasser. Immer schwerer wurden Sincessies Schritte zurück zum Dorfplatz ehe sie zwei Feuersteine hervorkramte und irgendwann roch man. Rauch und Feuer. Aus den hohen Rauchschwaden und aus dem gewaltigen Feuer sprang die junge Dämonin und landete auf der anderen Seite des Feuergrabens der sich gänzlich mit Wasser gefüllt hatte. Es ging alles so schnell, dass die junge Frau sicherlich nicht wirklich realisierte, was sie nun alles getan hatte. Das Feuer breitete sich auf der kleinen Insel aus. Die Häuser standen irgendwann lichterloh in Flammen und brachen zusammen und genauso roch es nach verbrannten Fleisch und dabei atmete Sincessie nur mit geschlossenen Augen tief ein. Alleine... Das sie einfach so ihr Volk verbrennen konnte und somit den Wald vor Verseuchung bewahrte war schon ein starkes Stück. Aber die Dämonin kannte ihre Aufgaben genau und musste ihre Gefühle hinten anstellen..

    • Malok


      Das Knurren, dass aus ihrer Kehle drang und der düstere Blick, mit dem sie sich in seine Richtung drehte. Nichts davon vermochte Malok zu verwundern oder gar zu erschrecken. Stattdessen schlossen sich seine Finger umso fester um den Griff seiner Waffe, auch wenn er hoffte, seine Klinge nicht gegen die junge Wolfsdämonin schwingen zu müssen.
      Zum Glück schien sie ihn aber nicht in blinder Wut angreifen zu wollen, sondern lieferte ihm lieber eine kühle Antwort zu seiner Frage. Etwas zu kühl für seinen Geschmack. Jetzt wo er sie etwas genauer in Augenschein nehmen konnte, bemerkte er auch die vollkommene Abwesenheit von Emotionen in ihrer Mimik. Ihre meeresblauen Seelenspiegel, die im Licht der hochstehenden Sonne einen leichten grünen Schimmer aufwiesen, zeigten keine Spuren der Trauer oder heißer Wut in ihren Tiefen. Unter ihren Augen konnte er keine von salzigen Tränen gerötete Haut erkennen. Da waren keine dunklen Schatten auf der Stirn, weil sie zornig und niedergeschlagen die Augenbrauen zusammenzog. Vor ihm stand einfach nur eine wunderschöne junge Frau, deren lange Haare feine und elegant anmutende Gesichtszüge einrahmten, die sie einerseits wie ein junges Mädchen und zur gleichen Zeit wie eine starke und erwachsene Frau wirken ließen. Wäre die Situation eine andere, hätte Malok ihr sicherlich ein charmantes Kompliment gemacht und sie dann mit einem verführerischem Lächeln zum Essen eingeladen, stattdessen musste er sich mit dieser unschönen Szenerie eines ausgerottetem Dorfes beschäftigen.
      Er folgte dem Blick der Wolfsdämonin, die ihm nur zaghaft eine Antwort gab und dann zu dem stillen und einsamen Ort blickte. Noch immer spielten sich kaum bis gar keine Emotionen in den unterkühlten blauen Augen ab. Aber er zweifelte nicht daran, dass es in ihrem Inneren brodeln musste. Er hatte schon häufig beobachten dürfen, wie jemand eine Fassade um seine Wut und Trauer errichtete, um die Beherrschung über sich selbst nicht zu verlieren. Er selbst hatte die Übung auch schon mehr als genug vollbracht, allerdings wusste er daher umso besser, dass man diese Gefühle nicht auf ewig unterdrücken konnte und wenn man es dennoch versuchte, würden sie einen irgendwann innerlich zernagen und verschlingen oder gewaltsam an die Oberfläche platzen.
      Trotzdem wagte er es sich nicht, etwas zu der Dämonin mit der silbrig-blauen Haarpracht zu sagen, sondern nickte einfach nur ruhig, als sie behauptete, nichts über die Vorgänge im Dorf zu wissen. Sie musste Außerhalb gewesen sein, als es zur Tragönie gekommen war. Vielleicht auf der Jagdt? Doch seit wann jagten die silbrigen Wolfsdämonen alleine? War sie etwa wirklich so talentiert? Auch wenn ihm diese Fragen auf der Zunge brannten, wusste er nur zu genau, dass im Moment nicht der richtige Zeitpunkt war, sie damit zu belasten. Stattdessen hielt er sich ruhig im Hintergrund, selbst als die junge Frau endlich mit ihrem grausigen Tagwerk begann. Er hielt sie nicht auf, als sie an ihm vorbei schritt, beobachtete zunächst ruhig, wie sie die ersten Leichen im Dorf zusammentrug. Dann endlich gesellte er sich stumm zu ihr. Trug sanft Kinder in seinem Arm, deren Mütter und Väter... Er glaubte zu wissen, was sie plante, als sie alle Verstorbenen im Zentrum des Ortes aufstapelte und verließ das Dorf, als sie mit erschreckend geübten Händen einen Graben um das Dorf aushob und es mit dem Wasser des Baches füllte. Als einige Minuten später die ersten Rauchwolken im Dorf aufstiegen, befürchtete Malok kurz, dass sich die Frau selbst mit verbrennen wollte und machte schon Anstalten sie im Inneren zu suchen, als sie auch schon elegant über den dünnen Wassergraben sprang.
      Mit ihr kam der Geruch von verbranntem Fleisch und Fell. Er konnte hören, wie die Lehmhäuser unter der Hitze barsten und schließlich zusammenbrachen. Dunkler Rauch stieg über ihnen in den Himmel auf und vermochte sogar die Strahlen der Sonne auszusperren, während sich vor ihnen eine immer größer und heißer werdende Flammenwand erhob.
      Die ganze Zeit über hatte Malok keinen einzigen Ton von sich gegeben, tatsächlich fragte er sich sogar ein wenig, ob sich die Dämonin überhaupt noch seiner Anwesenheit bewusst war. Während er das rote Feuermeer beobachtete, welches alle Hinweise auf das Dorf der silbrigen Wolsdämonen und seine Bewohner mit sich riss, schob er sich leise seufzend näher an die scheinbar letzte Überlebende der Katastrophe.
      "Was hast du ab jetzt vor?" Er sah nicht einmal zu ihr, während die Frage ruhig über seine Lippen wanderte. "Ich glaube, dir ist genauso bewusst wie mir, dass jemand den Tod deines Volkes mit Absicht herbei geführt hat. Aber es wird nicht leicht werden ihn ausfindig zu machen." Er strich sich über den Kopf und blieb an dem ledrigen Haarband hängen, dass seine langen schwarzen Strähnen zusammenbinden sollte. Dennoch brachen immer wieder einzelne Haarstränge aus ihrem Gefängnis aus und legten sich um seine kantigen Wangenknochen. "Ich habe vor, den Täter zu suchen", stellte er letztendlich mit festen Worten klar. "Da gibt es ein paar Dinge, die ich wissen muss." Endlich drehte er seinen Kopf zur Seite und legte seine dunklen Augen auf die Dämonin neben sich. "Ich hätte nichts gegen eine angenehme und hübsche Begleitung." Er bezweifelte, dass er mit seinem feinen Lächeln zu ihr durchdringen könnte, aber auf Dauer könnte er diese trostlose Stimmung nicht ertragen. "Mein Name ist im Übrigen Malok. Mit wem habe ich das Vergnügen?" endlich drehte er sich vollständig zu ihr und legte sich bei seiner Vorstellung die rechte Hand ehrerbietend auf die linke Brust, während er geduldig auf ihre Antwort wartete.
    • Es war kein schöner Anblick, das eigene Dorf so lichterloh brennen zu sehen. Als sie ihre meerfarbigen Augen öffnete, ging ihr zierlicher Körper leichtfüßig auf die Knie und ihre Arme legten sich aneinander während sie die tanzenden und knisternden Flammen eine Weile beobachtete. Danach richtete sich der relativ nachdenkliche und auch seelenlose Blick starr auf einen Fleck des Erdbodens, der mit Gras überdeckt war und ihre arme Unterlippe wurde gerade von ihren perlweißen Zähnen, die immer wieder leicht daran knabberten malträtiert. Als nun der junge Mann, der hier bei ihr gewesen war, sie auf alles ansprach, zuckten ihre der flauschig aussehenden und mehr hängenden Ohren kurz hoch ehe sie ihren Kopf und auch ihren eher gleichgültigen Blick zu ihm wandte. In ihrer Trance hätte sie ihn fast vergessen und während sie sich nun wieder erhob und den Dreck von ihrem blassen und schmalen Körper abklopfte, sprach sie: "Nun..man hatte viele Feinde.." Sie hörte jedes seiner einzelnen Worte, was aus seinem Mund drang. Sie spürte so auch den Hass, den er ausstrahlte und was sie noch mehr verwunderte, dass es doch nicht mal sein Volk gewesen war, sondern ihres und sie gerade rein gar nichts empfand. Sincessie musterte den Mann etwas misstrauisch. Warum war es für ihn denn so von Interesse ein Dorf zu rächen, wo er nicht mal selbst ein Teil davon gewesen war? Waren es die toten Kinder die ihn so erzürnten? Es mussten die Kinder sein. Der jungen Wolfsdämonin war bei diesem Anblick beinahe das Herz noch mehr zerbrochen, als sie ihre kleine Nichte Ylfal hatte so liegen sehen. Das der hübsche Mann ihr Dorf rächen wollte kam ihr nur zu Gute. Schließlich konnte sie sich ihm dabei anschließen und dann vielleicht ihrer Seele endlich Frieden schenken. Auch wenn sein späteres Kompliment ihr einen furchtbar widerlichen Schauer über den Rücken jagte öffneten sich ihre leicht rosig gehaltenen Lippen leicht, während ihr blaugrünlicher Blick auf das Dorf gerichtet war "Ich werde mitgehen.." niemand würde ihr Volk rächen ohne sie. Endlich hatte sich der Menschenmann vorgestellt. Malok also. Sofort ging Sincessies Haupt von ihrem vergangenen Scherbenhaufen zu ihrem anscheinend neuen Begleiter. "Malok also.." wiederholte sie um den Namen zu verinnerlichen. "Sincessie.." das sie die angehende Stammesführerin gewesen war, musste sie ihm ja noch nicht mitteilen. Es war für sie einfach unwichtig. Doch so wie sie über dieses Volk sprach konnte man es erahnen welche Position sie hatte. Als er noch eine respektvolle Geste seinerseits brachte, nickte die stolze Wölfin ihm nur kurz zu. Es hatte einen Grund gehabt, warum sie den Bach beobachtet hatte. "Der Bach..als Haupteinnahmequelle des Volkes.. dürfte der Grund für dieses Massensterben gewesen sein.." sie ergriff ihren Speer, der bei ihrer gefangenen Beute liegen geblieben war ehe sie nun ihre Schritte zum Bach lenkte um mit dem Speer auszuholen und einen der toten Fische zu bergen, die bei den Steinen hängen geblieben waren. Sie stach mit ihrem fein gearbeiteten Speer in einen und ein unheimlicher Gestank trat aus diesem. Als Sincessie ebenfalls diese Geruchsschwaden unweigerlich in ihre Nase ließ, weiteten sich ihre Augen ehe sie zu husten begann, die Hand vor ihren Mund hielt und den Speer sofort hinunterglitt bis sie ihn ganz loslassen musste. Musste nun auch sie sterben? Es fühlte sich zumindest so an, denn ihre Sicht wurde zumindest verschwommen, ganz egal wie oft sie blinzelte. Es schien ein sehr starkes Gift zu sein, dass Wölfe wirklich sofort ausknocken konnte. Schmerzen durchdrangen ihren Körper die in ihr einen starken Würgereiz auslösten, jedoch konnte sie sich noch zurückhalten. Mehr oder weniger. Dabei drang der Schmerz immer stark in ihre Nervenbahnen ein und sorgte dafür gemeinsam mit dem Würgereiz, dass sie beinahe freiwillig sterben wollte, da dieser Nerv sie so stark innerlich penetrierte, dass man kaum in der Lage war psychisch stand zu halten.
    • Malok


      Die vollkommene Abwesenheit an Emotionen in ihren Augen, ließ leise Bedenken in ihm wach werden. Hinter der hellen Mischung aus grün und blau, dass ihre Iriden in die Farben eines Ozeans färbte, glaubte er unterdrückten Zorn wahrnehmen zu können, den sie hinter einer festen und stabilen Mauer einzusperren versuchte. Sie schien allerdings über ein natürliches Talent zu verfügen, diese Gefühle für den äußeren Betrachter unersichtlich zu machen. Aber ein erfahrener Assassine wie Malok ließ sich davon nicht täuschen. Das Zittern ihrer schmalen Finger, die sich ab und an zu Fäusten schlossen, die Muskeln ihrer Kiefer, die sich beim Zusammenpressen ihrer Zähne verspannten, selbst die trostlos wirkende Reflexion der Flammen in ihren düsteren Pupillen. All dies schenkte dem jungen Mann einen ausreichenden Einblick in die Gefühlslage der Wolfsdämonin. Dennoch konnte er nicht genau einschätzen, wie heftig Wut und Trauer in ihrem Inneren wirklich wüteteten und wie sehr sie eventuell von den dunklen Emotionen verzehrt wurde. Ihr Inneres konnte bereits einem blutigen Schlachtfeld ähneln, was die hübsche Frau zu einer potenziellen Gefahr für alle um sie herum - und damit ihn eingeschlossen - machen könnte. Malok musste also Vorsicht walten lassen und sich nach und nach an sie und ihr Wesen herantasten. Solange er in ihrer Mimik nicht so offen lesen konnte, wie es ihm bei den meisten anderen Menschen gelang, durfte er nicht leichtsinnig werden.
      Das sie seinem Vorhaben sofort zustimmte war dabei schon einmal der erste Schritt in die richtige Richtung. "Sehr gut." Er kannte sie noch nicht lange und sicherlich brachte das Wolfsmädchen ihm auch noch ein beträchtliches Maß an Misstrauen entgegen, aber er war sich bereits zu diesem Zeitpunkt sicher, eine ideale und vor allem starke Begleiterin für seine selbsternannte Mission gefunden zu haben. Zumindest schien sie ihm vorerst ausreichend viel Vertrauen entgegen bringen zu können, um ihm ihren Namen zu nennen. "Wunderschön", kommentierte er umgehend und festigte dabei das Lächeln auf seinen dünnen Lippen. "Ein wunderschöner Name für eine wunderschöne Frau." Zwar fehlten ihm noch immer einige weitere Informationen zur hübschen Wolfsdame, aber einige Dinge zu ihr hatte er sich schon selbst zusammenreimen können. Der Umstand, dass sie noch lebte, hatte mit ihrer Jagd außerhalb des Dorfes zu tun. Der Fakt, dass sie allein auffgebrochen war bedeutete, dass sie nicht nur eigenständig für das Dorf sorgen konnte, sondern auch stark war und von den Stammesmitgliedern respektiert wurde. Ihre Position innerhalb der Dämonengemeinschaft konnte keine niedrige gewesen sein und ihr kontrollieter und gefasster Umgang mit der gesamten Situation ließ ihn daran zweifeln, dass sie wirklich so jung war, wie ihr äußeres Erscheinungsbild einem glauben machen wollte. Ob sie vielleicht sogar einen Erbin des Oberhauptes sein könnte? Er hatte nicht vor, voreilige Schlüsse zu ziehen, aber es war wichtig, alle möglichen Eventualitäten zu bedenken, um in Zukunft vorbereiteter zu sein.
      Er nickte verstehend, als sie den Bach als Quelle des Übels benannte. Schließlich war auch er bereits zu diesem Schluss gekommen, doch weder nahm er einen seltsamen Geruch im klaren Wasserstrom wahr, noch glaubte er, dass man in den Fluten Giftreste würde finden können. Die Strömung hatte sie sicherlich schon lange fortgespühlt. Die verendeten Fische hingegen waren eine wertvolle Quelle an Informationen. Das Gift dürfte sich in ihren toten Leibern gehalten haben. Die gleiche Idee schien auch Sincessie zu verfolgen, als sie auf den Bach zutrat und einen der Fischkadaver mit ihrem feingearbeitete Speer aufspießte. "Achtung, dass Gift könnte noch Wirkung tragen." Er war ihr gefolgt und wollte gerade warnend nach ihrer Schulter greifen, als ein Strom grausamer Hustenanfälle ihren Körper erschüttertn und sie in die Knie zwang. "Verdammt!" Sofort hockte er neben ihr und besah sich ihre Augen, in denen sich das helle Blau zu verdunkeln schien und tiefe Schatten über ihre Seelenspiegel legte. Sie schein ihn nicht einmal wahrnehmen zu können, als er beide Hände auf die schmalen Schultern der Wolfsdämonin platzierte. Ihr Körper bebte unter seinen Fingern und Speichel rann über ihre Mundwinkel, ein Würgen ließ sie den Leib zusammenkrümmen. Er hatte solche Symptome schon einmal gesehen!
      Seine braunen Augen hefteten sich an den aufgespießten Fisch am Ende ihres Speeres, der ihren verkrampfen Händen entglitten war. Nur die kleine Penetration der Waffe hatte genügt, um genügend Gift ausströmen zu lassen, um die Dämonin ernsthaft zu schädigen. Doch selbst als er sich von der gequälten Sincessie löste und sich direkt vor den Kadaver setzte, konnte er nichts wahrnehmen. Es musste mit den feinen Nasen der Wolfsdämonen zu tun haben. Ein Gift, dass nur sie traf. So konnte ausgeschlossen werden, dass es neben diesem Stamm noch andere Opfer gab, die sich vom Bachlauf ernährten. Vorsichtig tauchte Malok einen Finger in das Loch im Leib des verendeten Fisches und hob sich die Fingerkuppe an die Nase. Noch immer nichts. Erst als er seine Zunge verkosten ließ, konnte er sich sicher sein. "Akuma no Arumu...", murmelte er leise, während er den blumig süßen Geschmack hinunterschluckte. "Aronstab des Teufels. Ts." Malok stieß unwillig die Luft zwischen den zusammengepressten Zähnen aus, bevor er den Fisch so weit es ging Fluss abwärts schleuderte und sich die beschmutzen Finger im klaren Wasser wusch. "Wer auch immer der Täter ist... er hat harte Geschütze aufgefahren, wenn er dieses seltene Gift in solchen Massen in den Bach gekippt hat." Es gab nicht viele Dinge, die den Wolfsdämonen gefährlich werden konnten, alleine indem sie sich durch die Nasen und Schleimhäute der stolzen Stammesmitgleider in ihren Organismus kämpften, aber Akuma no Arumu war definitiv stark genug für solch ein Projekt. Zum Glück ließ es sich aber auch schnell bekämpfen, solange man wusste, was zutun war.
      Ohne langes Zögern löste Malok das Band der Reisetasche, die er sich über seinen Waffengurt um die Hüfte gebunden hatte und durchforstete den Inhalt des kleinen Ledersäckels, in welchem sich kleinere Vorräte an Trockenfleisch, Gewürzkräuter, frisch gepflückten Beeren und Trauben, wie kleine Glasfläschen mit farbenfrohen Pulversorten finden ließen. Er schnappte sich eine dieser Ampullen mit tiefgelben Inhalt und löste zuletzt auch den Wassersack aus Rindsleder an seinem Gürtel. "Pulver aus getrockneten Löwenzahnblüten und -wurzeln", erklärte er Sincessie, als er den Finger in das göffnete Fläschen tauchte und sich das trockene Pulver an seine feuchte Haut häftete. "Akuma no Arumu wirkt schnell und effektiv, aber es kann durch die einfachsten Kräuter entgiftet und aus den Schleimhäuten verbannt werden." Er bzweifelte, dass die Wolfsdämonin in ihrem Zustand überhaupt seinen Worten und Handlungen folgen konnte, aber darauf konnte er im Moment keine Rücksicht nehmen. Ohne eine weitere Sekunde verstreichen zu lassen, verteilte er das Pulver unter und zum Teil auch in ihren Nasenlöchern, bevor er einen Teil davon auf seine Handfläche kippte, die er ihr dann fordernd gegen den Mund drückte. So vorsichtig er konnte, legte er ihren Kopf in den Nacken und ließ den Löwenzahn in ihren Mund wandern, bevor sie ihn ausspucken oder durch erneutes Würgen erbrechen konnte, hatte er ihr seinen Wassersack schon an die Lippen gelegt und nötigte sie zum Trinken. Zuletzt legte sich sein freier Arm stützend um ihre zierliche und qualvoll zusammmengekauerte Gestalt, während er darauf hoffte, dass sich die Krämpfe in ihrem Leib beruhigen würden.