Revenge[Marien & Nat]

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    • Revenge[Marien & Nat]

      Revenge










      Malok


      Der ehrwürdige Stamm der silbrigen Wolfsdämonen. Nur wenige wussten über ihre Existenz bescheid und die die es taten fürchteten sie entweder oder verehrten sie. Nun... jeder außer Malok zumindest. Er konnte nicht behaupten, in der Vergangenheit sonderlich viel mit einzelnen Stammesmitgliedern zu tun gehabt zu haben, aber ein paar einzelne Bekanntschaften hatten sich durchaus entwickelt. Bekanntschaften, die ihn heute unter anderem an den Ort des Stammesdorfes führten. Die silbrigen Wolfsdämonen konnten nicht gerade mit ihrer Anzahl punkten, aber jeder einzelne von ihnen war unbestritten stark, sie waren begnadete Jäger und konnten laut Maloks Wissensstand ein reichlich hohes Alter erreichen. Sie waren alles andere als leicht zu töten, weder im Kampf noch durch Krankheiten oder Naturunglücke. Also... was genau sollte hier dann vorgefallen sein?
      Nachdenklich betrachtete er den jung erscheinenden Körper eines leblosen Wolfdämons, neben den er sich vor wenigen Minuten gehokt hatte. Auf den ersten Blick könnte man meinen, er wäre einfach nur an einem ungeeigneten Ort eingeschlafen. Das flauschig grausilbrige Fell der spitzen Ohren oberhalb der Stirn wehte sanft im herbstlichen Wind, ähnlich wie der buschige Schwanz, der auf Höhe des Steißes durch die dünne Kleidung des Dämons hervortrat. Der gesichtsausdruck erschien entspannte und der weiche Grasboden unter seinem Leib lud selbst Malok zum längeren Verweilen ein. Alles wirkte "normal", bis einem die blasse und trockene Haut, die eingefallenen geschlossenen Augen und die nicht vorhandenen Atembewegungen des Oberkörpers auffielen. Malok hatte ihn direkt am Rande des kleinen und beschaulichen Dorfes gefunden, dessen einfache Lehmhäuser keinen Vergleich zu den stabilen und kantigen Steinhäusern der größeren Städte der Menschen gestatteten. Aber der Assassine wusste aus eigener Erfahrung wie gemütlich, warm und wetterfest diese Behausungen trotz dessen sein konnten. Sie schenkten einem eine komplett andere Form der Geborgenheit, die man keines wegs verleugnen konnte.
      Vorsichtig platzierte Malok seinen Daumen oberhalb des linken Augenlides des Verstorbenen und verschaffte sich einen Blick auf die klaren blauen Augen des Dämons. Noch lag ein ferner Glanz in ihnen, was bedeutete, dass sich genug Flüssigkeit unter dem Augenlid gehalten hatte, nachdem der Dämon verstorben war. Tatsächlich konnte Malok auch noch entfernte Körperwärme wahrnehmen. Vor allzu langer Zeit konnte der Tod also noch nicht eingetreten sein. Er schob das Augenlid wieder zu und erhob sich aus seiner Hocke, platzierte seine linke Hand lässig auf dem Griff des Katanas an seiner Hüfte und ließ den Blick ins Innere des Dorfes schweifen. Er gab sich nicht der Illusion hin, dass die Körper, die sich auf den erdigen Pfaden der Ortschaft verteilten, noch Leben in sich trugen und vermutete, dass sie zu ähnlicher Zeit zusammengebrochen waren, wie der junge Wolfsdämon direkt vor seinen Füßen. Wieder hefteten sich Maloks tiefbraune Augen auf die Erscheinung seines ersten Fundes. Die einfache Leinenkleidung an seinem Leib war unbefleckt, nichts wieß darauf hin, dass man ihn tödlich verletzt oder attackiert hatte, doch die Spuren um seinen Mundwinkel sprachen eine deutlichere Sprache. Er hatte sich kurz vor seinem Ende mehrmals übergeben, so heftig, dass am Ende sogar etwas Blut seinen gepeinigten Magen verlassen haben musste. Die schwarzen und getrockneten Blutspuren direkt an seinen Mundwinkeln waren nur bei genauerem Hinsehen zu erkennen, aber Maloks geübte Augen hatten gelernt, auf solche kleinen Details besondere Acht zu legen.
      "Der Umstand das es scheinbar das ganze Dorf auf einmal hingerafft hat..." Grübelnd legte er sich Daumen und Zeigefinger an das Kinn, dessen kurze Bartstoppeln in seine feinfühligen Fingerkuppen stachen. "Soll es Gift gewesen sein?" Während er seine Vermutungen anstellte, bewegte er seine langen Beine weiter in Richtung Dorfeingang. Den weiteren Leichen auf seinem Weg schenkte er nur noch flüchtige Blicke, die ausreichten, um ihre Erscheinung mit dem ersten Verstorbenen am Dorfrand vergleichen zu können. Ob der Junge draußen eine Wache gewesen war? Oder hatte er versucht Hilfe zu holen, während alle anderen hier drinnen schon das Zeitliche segneten. "Wie soll es möglich sein, dass das Gift alle Bewohner auf einmal erreicht und dahinrafft?" Jeder einzelne seiner Schritte war bedacht und so gut wie lautlos, während er mit seinen schwarzen Stiefeln über den weichen Pfad wanderte. Dennoch wirkte dass Geräusch, dass seine Absätze im feuchten Boden verursachten ohrenbeteubend laut. Die allgegenwertige Stille, die ihn seit Betreten dieses Tatortes verfolgte, dröhnte in seinen Ohren und ließ das leise Säuseln des Windes wie einen lauten Qualschrei erklingen. Selbst die Tiere schienen in betroffener Andacht verstummt zu sein... oder waren auch sie dem mysteriösen Gift zum Opfer gefallen?
      Noch immer schweifte sein Blick durch die Pfade und Wege der Ortschaft... Immer öfter entdeckte er unter den Toten auch die kleinen Körper junger Kinderdämonen, welche zum Teil direkt in ihrem eigenen Erbrochenen zusammengebrochen waren. Ihr Anblick ließ letztendlich Wut in Maloks Brust erwachen, während er frustriert Ober- und Unterkiefer aufeinanderpresste. "Wer ist hierfür nur verantwortlich?" Der Assassine war bei weitem kein guter Mensch. Nein, er mordete für Geld, lebte alleine nach seinem Willen und interessierte sich kaum bis gar nicht für seine Mitmenschen... aber das hier? Die Leute die seiner Klinge zum Opfer fielen hatten es in der Regel genauso sehr verdient, wie er selbst wahrscheinlich auch. Doch er vergriff sich nicht an unschuldigen und vor allem an niemanden, der sich nicht wehren konnte. Für keinen galt das mehr als für unbekümmerte und schwache Kinder. Ihnen wurde noch nicht einmal die Chance erteilt, etwas wirklich in ihrem Leben zu vermasseln, sie traf keine Schuld, sie hatten es schlicht nicht verdient, brutal ermordet zu werden.
      Er musste seine zornig verengten Augen abwenden, während sich seine behandschuhten Finger krampfhaft um den mit schwarzen Stoff umwickelten Griff seiner Klinge schlossen. Malok machte sich keine Hoffnungen darauf, dass seine Kontaktperson hier noch am Leben war. Der Stamm der silbrigen Wolfsdämonen war ausgelöscht... Doch warum? Die Mitglieder des Stammes verbrachten so weit er wusste die meiste Zeit ihres Lebens innerhalb ihrer Gemeinschaft, es gab für sie keinen wirklichen Grund, woanders hin zu gehen, außer sie waren auf Jagd. Dennoch sollten sie für ihre Stärke von einigen Mächten des hiesigen Knigreiches als Gefahr betrachtet werden und sicherlich würden einige von ihnen nicht davor zurückschrecken, solch ein grausames Massakar an einem ganzen Volk durchzuführen. Letztendlich waren ihm die genauen Gründe aber so ziemlich egal, die konnte er auch noch heruasfinden, wenn er den tatsächlichen Täter gefunden hatte. Und er würde ihn finden.
      Malok hatte einen Großteil des beschaulichen und entsetzlich leisen Ortes durchquert, als er schließlcih den ruhig vor sich hinpletschernden Bachlauf inmitten einer grünenden Graslandschaft erreichte. Die Hauptschlagader des Dämonenstammes. Er war natürlicher Trinkwasserspender, Waschplatz und Nahrungsquelle zugleich. Doch irgendetwas trübte das sonst so idyllische Erscheinungsbild der klaren Strömung... Malok verengte seine Augen zu Schlitzen und beobachtete die von Wellen durchzogene Wasseroberfläche genauer. Tote Fische! Umso genauer er schaute, desto mehr helle Fischschuppen konnte er im plätschernden Bach erkennen. Sie hatten sich vereinzelt an herausragenden Steinen verhackt und konnten daher nicht mehr von der Strömung davon getrieben werden. Kam das Gift etwa aus dem Gewässer?
      Malok ließ seinen Blick stromaufwärts wandern und verharrte umgehend in der Bewegung. War das etwa...? Das silbriggraue Fell der spitzen Ohren und des langen Schwanzes wirkte dunkler, als beim Jungen am Dorfeingang. Es erschien beinahe schwar, aber nicht weniger weich. Weiße Leinenkleidung hüllte sich um einen schlanken und feingliedrigen Körper, während gold schimmernde Verzierungen an Armen, Hals und Stirn hell in der tief stehenden Sonne glänzten.
      Eine Überlebende! Die Erkenntnis ließ einen Funkten Freude durch seinen Körper schießen, während er sich behutsam in Richtung der schlanken Gestalt bewegte, welche ihm den Rücken zugedreht hatte, während auch sie scheinbar den Bach zu betrachten schien. Eine kräftigere Windböe, ließ ihre unendlich lang erscheinenden Haare aufwirbeln und machte den Assassinen auf den blauen Schimmer innerhalb der silbernen Strähnen aufmerksam. Egal wer die Kleine auch war, sie machte in seinen Augen einen besonderen Eindruck. Nun, nachdem sie die einzige Überlebende zu sein schien, war sie alleine deswegen wohl schin besonders. Ob sie mehr über die Geschehnisse bescheid wusste?
      "Hey, Wolfsmädchen!" Vielleicht nicht die taktvollste Anrede, die er hatte finden können, aber etwas besseres war ihm nun einmal nicht eingefallen und wie sonst sollte er sich sonst bemerkbar machen, ohne dass sie eventuell direkt auf ihn los ging? Ihm war der gut ausgearbeitete und lange Kriegerspeer an ihrer Seite zumindest keineswegs entgangen. "Weißt du, was hier passiert ist?" Er wagte nicht, sich auf mehr als drei Meter Entfernung zu nähern. Wolfsdämonen waren gute Kämpfer und selbst er wollte sie nicht unterschätzen, weil sie wie ein kleine, zerrbrechliche - und durchaus gutaussendes - junge Frau wirkte. Vor allem nachdem sie soeben einenzu verschmerzen haben musste, er konnte nicht mit Sicherheit sagen, wie sie auf einen Fremden in ihrem Dorf reagieren würde. Um auf alles vorbereitet zu sein, schloss sich Maloks Griff um sein Katana noch fester, sollte sie plötzlich einen wütenden Angriff starten, würde er kontern können.

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    • Das Sincessie das ganze Dorf so auffinden würde, nachdem sie einen starken Hirsch erlegt und geschultert hatte, haätte die junge Frau nicht erwartet. So stand sie nun versteinert vor einem Massengrab und ließ den Hirsch, der eigentlich dreimal so groß war wie sie selbst von ihren zierlichen Schultern gleiten. Dieser landete nur unsanft mit einem großen Knall auf dem Boden ehe die junge Frau ihre Füße schnell in Bewegung setzte und als erstes den Wächter traf, ihren Verlobten. "Kaon.." kam sanftmütig von ihr. Das er nicht mehr am Leben war, musste die junge Frau nicht erfühlen, denn sie spürte es. Wolfdämonen ihrer Rasse waren der feinfühlig. Das Herz wurde schon alleine bei dem Gedanken, dass ihr Geliebter verstorben war schwerer, jedoch war der schwere Teil noch vor ihr. Sie trat durch die großen Tore ihrer Heimat und schon kam ihr der Gestank von Blut, Erbrochenen um Kot entgegen. Die Augen der sonst so ruhigen Dämonin weiteten sich und mit jeder Leiche die sie verzeichnete und registrierte schwand ihre Hoffnung noch irgendjemanden zu finden, der überlebt hatte. Immer kleiner und kleiner wurde die Hoffnung und zu guter Letzt starb sie vollkommen. Viel zu tief saß der Schock über den Verlust, dass Sincessie sich umdrehte um ging. Sie ging einfach ohne eine Träne zu vergießen. So stand sie ein paar Minuten später am Bach und starrte mit relativ seelenlosen Augen in diesen. All die Erinnerungen an ihre Familie, an ihren Gefährten, all dies war plötzlich null und nichtig.. und einfach.. Vergangenheit. Doch dann wurde sie aus ihrer Trance gerissen. Ein Fremder! Vielleicht der Mörder! Dabei verzog sich das Gesicht der jungen Frau nun ehe sie leicht zu knurren begann und eine leichte Angriffshaltung einnahm.

      "Was.." jedoch als der junge Mann nun selbst fragte, was hier passiert sei, konnte sie nichts weiterhin sagen und blickte nochmal auf das Dorf, dass sie eigentlich ignorieren wollte. "Nein..." kam nur kalt und abgehakt von ihr. Der Schmerz saß tief in ihr und wollte aus ihr herausbrechen, doch ihr Äußeres sah so aus, als würde es sie nicht im Geringsten kümmern. Eine eiskalte und ruhige Maske hatte sie aufgesetzt um den Schein zu wahren und sich nicht die Blöße geben zu müssen, vor ihm in Tränen auszubrechen, obwohl ihr Herz gerade vor Schmerz überquoll und sie vor ihm ab liebsten weinend zusammengebrochen wäre. "Ich weis nichts.." als Sincessie das Dorf verlasen hatte, waren alle noch am leben gewesen und plötzlich kam sie wieder nach einigen Tagen und schon war sie ganz alleine. Sie wollte doch nur Essen für das Dorf besorgen, wie man es ihr aufgetragen hatte, jedoch hätte sie dies gewusst, wäre sie am liebsten nicht gegangen. "Gar.. nichts.." kam immer leise werdend von ihr ehe sie nun an dem jungen Mann vorbeiging und anfing die ganzen Leichen einzusammeln. Junge wie auch alte. Sie schulterte diese mit Leichtigkeit und legte diese Auf einen Haufen mitten auf den großen Dorfplatz. Erst nachdem dies abgeschlossen war, kam sie wieder und hob den Wächter mit wehmütigen Blick aus der Wiese. Ein schweres Seufzen war zu vernehmen. Zu ihm schien sie wohl eine ganz besonders starke Verbindung gehabt zu haben. Sie trug ihn zu den anderen und legte ihn vorsichtig auf dem Dorfplatz nieder. Danach begann sie rund um das Dorf einen Graben auszuheben, der bis zum Bach führte und somit füllte sich der Graben mit Wasser. Immer schwerer wurden Sincessies Schritte zurück zum Dorfplatz ehe sie zwei Feuersteine hervorkramte und irgendwann roch man. Rauch und Feuer. Aus den hohen Rauchschwaden und aus dem gewaltigen Feuer sprang die junge Dämonin und landete auf der anderen Seite des Feuergrabens der sich gänzlich mit Wasser gefüllt hatte. Es ging alles so schnell, dass die junge Frau sicherlich nicht wirklich realisierte, was sie nun alles getan hatte. Das Feuer breitete sich auf der kleinen Insel aus. Die Häuser standen irgendwann lichterloh in Flammen und brachen zusammen und genauso roch es nach verbrannten Fleisch und dabei atmete Sincessie nur mit geschlossenen Augen tief ein. Alleine... Das sie einfach so ihr Volk verbrennen konnte und somit den Wald vor Verseuchung bewahrte war schon ein starkes Stück. Aber die Dämonin kannte ihre Aufgaben genau und musste ihre Gefühle hinten anstellen..

      Es ergibt für mich keinen Sinn in einer menschlich sinnfreien Situation den Sinn zu sehen
    • Malok


      Das Knurren, dass aus ihrer Kehle drang und der düstere Blick, mit dem sie sich in seine Richtung drehte. Nichts davon vermochte Malok zu verwundern oder gar zu erschrecken. Stattdessen schlossen sich seine Finger umso fester um den Griff seiner Waffe, auch wenn er hoffte, seine Klinge nicht gegen die junge Wolfsdämonin schwingen zu müssen.
      Zum Glück schien sie ihn aber nicht in blinder Wut angreifen zu wollen, sondern lieferte ihm lieber eine kühle Antwort zu seiner Frage. Etwas zu kühl für seinen Geschmack. Jetzt wo er sie etwas genauer in Augenschein nehmen konnte, bemerkte er auch die vollkommene Abwesenheit von Emotionen in ihrer Mimik. Ihre meeresblauen Seelenspiegel, die im Licht der hochstehenden Sonne einen leichten grünen Schimmer aufwiesen, zeigten keine Spuren der Trauer oder heißer Wut in ihren Tiefen. Unter ihren Augen konnte er keine von salzigen Tränen gerötete Haut erkennen. Da waren keine dunklen Schatten auf der Stirn, weil sie zornig und niedergeschlagen die Augenbrauen zusammenzog. Vor ihm stand einfach nur eine wunderschöne junge Frau, deren lange Haare feine und elegant anmutende Gesichtszüge einrahmten, die sie einerseits wie ein junges Mädchen und zur gleichen Zeit wie eine starke und erwachsene Frau wirken ließen. Wäre die Situation eine andere, hätte Malok ihr sicherlich ein charmantes Kompliment gemacht und sie dann mit einem verführerischem Lächeln zum Essen eingeladen, stattdessen musste er sich mit dieser unschönen Szenerie eines ausgerottetem Dorfes beschäftigen.
      Er folgte dem Blick der Wolfsdämonin, die ihm nur zaghaft eine Antwort gab und dann zu dem stillen und einsamen Ort blickte. Noch immer spielten sich kaum bis gar keine Emotionen in den unterkühlten blauen Augen ab. Aber er zweifelte nicht daran, dass es in ihrem Inneren brodeln musste. Er hatte schon häufig beobachten dürfen, wie jemand eine Fassade um seine Wut und Trauer errichtete, um die Beherrschung über sich selbst nicht zu verlieren. Er selbst hatte die Übung auch schon mehr als genug vollbracht, allerdings wusste er daher umso besser, dass man diese Gefühle nicht auf ewig unterdrücken konnte und wenn man es dennoch versuchte, würden sie einen irgendwann innerlich zernagen und verschlingen oder gewaltsam an die Oberfläche platzen.
      Trotzdem wagte er es sich nicht, etwas zu der Dämonin mit der silbrig-blauen Haarpracht zu sagen, sondern nickte einfach nur ruhig, als sie behauptete, nichts über die Vorgänge im Dorf zu wissen. Sie musste Außerhalb gewesen sein, als es zur Tragönie gekommen war. Vielleicht auf der Jagdt? Doch seit wann jagten die silbrigen Wolfsdämonen alleine? War sie etwa wirklich so talentiert? Auch wenn ihm diese Fragen auf der Zunge brannten, wusste er nur zu genau, dass im Moment nicht der richtige Zeitpunkt war, sie damit zu belasten. Stattdessen hielt er sich ruhig im Hintergrund, selbst als die junge Frau endlich mit ihrem grausigen Tagwerk begann. Er hielt sie nicht auf, als sie an ihm vorbei schritt, beobachtete zunächst ruhig, wie sie die ersten Leichen im Dorf zusammentrug. Dann endlich gesellte er sich stumm zu ihr. Trug sanft Kinder in seinem Arm, deren Mütter und Väter... Er glaubte zu wissen, was sie plante, als sie alle Verstorbenen im Zentrum des Ortes aufstapelte und verließ das Dorf, als sie mit erschreckend geübten Händen einen Graben um das Dorf aushob und es mit dem Wasser des Baches füllte. Als einige Minuten später die ersten Rauchwolken im Dorf aufstiegen, befürchtete Malok kurz, dass sich die Frau selbst mit verbrennen wollte und machte schon Anstalten sie im Inneren zu suchen, als sie auch schon elegant über den dünnen Wassergraben sprang.
      Mit ihr kam der Geruch von verbranntem Fleisch und Fell. Er konnte hören, wie die Lehmhäuser unter der Hitze barsten und schließlich zusammenbrachen. Dunkler Rauch stieg über ihnen in den Himmel auf und vermochte sogar die Strahlen der Sonne auszusperren, während sich vor ihnen eine immer größer und heißer werdende Flammenwand erhob.
      Die ganze Zeit über hatte Malok keinen einzigen Ton von sich gegeben, tatsächlich fragte er sich sogar ein wenig, ob sich die Dämonin überhaupt noch seiner Anwesenheit bewusst war. Während er das rote Feuermeer beobachtete, welches alle Hinweise auf das Dorf der silbrigen Wolsdämonen und seine Bewohner mit sich riss, schob er sich leise seufzend näher an die scheinbar letzte Überlebende der Katastrophe.
      "Was hast du ab jetzt vor?" Er sah nicht einmal zu ihr, während die Frage ruhig über seine Lippen wanderte. "Ich glaube, dir ist genauso bewusst wie mir, dass jemand den Tod deines Volkes mit Absicht herbei geführt hat. Aber es wird nicht leicht werden ihn ausfindig zu machen." Er strich sich über den Kopf und blieb an dem ledrigen Haarband hängen, dass seine langen schwarzen Strähnen zusammenbinden sollte. Dennoch brachen immer wieder einzelne Haarstränge aus ihrem Gefängnis aus und legten sich um seine kantigen Wangenknochen. "Ich habe vor, den Täter zu suchen", stellte er letztendlich mit festen Worten klar. "Da gibt es ein paar Dinge, die ich wissen muss." Endlich drehte er seinen Kopf zur Seite und legte seine dunklen Augen auf die Dämonin neben sich. "Ich hätte nichts gegen eine angenehme und hübsche Begleitung." Er bezweifelte, dass er mit seinem feinen Lächeln zu ihr durchdringen könnte, aber auf Dauer könnte er diese trostlose Stimmung nicht ertragen. "Mein Name ist im Übrigen Malok. Mit wem habe ich das Vergnügen?" endlich drehte er sich vollständig zu ihr und legte sich bei seiner Vorstellung die rechte Hand ehrerbietend auf die linke Brust, während er geduldig auf ihre Antwort wartete.
    • Es war kein schöner Anblick, das eigene Dorf so lichterloh brennen zu sehen. Als sie ihre meerfarbigen Augen öffnete, ging ihr zierlicher Körper leichtfüßig auf die Knie und ihre Arme legten sich aneinander während sie die tanzenden und knisternden Flammen eine Weile beobachtete. Danach richtete sich der relativ nachdenkliche und auch seelenlose Blick starr auf einen Fleck des Erdbodens, der mit Gras überdeckt war und ihre arme Unterlippe wurde gerade von ihren perlweißen Zähnen, die immer wieder leicht daran knabberten malträtiert. Als nun der junge Mann, der hier bei ihr gewesen war, sie auf alles ansprach, zuckten ihre der flauschig aussehenden und mehr hängenden Ohren kurz hoch ehe sie ihren Kopf und auch ihren eher gleichgültigen Blick zu ihm wandte. In ihrer Trance hätte sie ihn fast vergessen und während sie sich nun wieder erhob und den Dreck von ihrem blassen und schmalen Körper abklopfte, sprach sie: "Nun..man hatte viele Feinde.." Sie hörte jedes seiner einzelnen Worte, was aus seinem Mund drang. Sie spürte so auch den Hass, den er ausstrahlte und was sie noch mehr verwunderte, dass es doch nicht mal sein Volk gewesen war, sondern ihres und sie gerade rein gar nichts empfand. Sincessie musterte den Mann etwas misstrauisch. Warum war es für ihn denn so von Interesse ein Dorf zu rächen, wo er nicht mal selbst ein Teil davon gewesen war? Waren es die toten Kinder die ihn so erzürnten? Es mussten die Kinder sein. Der jungen Wolfsdämonin war bei diesem Anblick beinahe das Herz noch mehr zerbrochen, als sie ihre kleine Nichte Ylfal hatte so liegen sehen. Das der hübsche Mann ihr Dorf rächen wollte kam ihr nur zu Gute. Schließlich konnte sie sich ihm dabei anschließen und dann vielleicht ihrer Seele endlich Frieden schenken. Auch wenn sein späteres Kompliment ihr einen furchtbar widerlichen Schauer über den Rücken jagte öffneten sich ihre leicht rosig gehaltenen Lippen leicht, während ihr blaugrünlicher Blick auf das Dorf gerichtet war "Ich werde mitgehen.." niemand würde ihr Volk rächen ohne sie. Endlich hatte sich der Menschenmann vorgestellt. Malok also. Sofort ging Sincessies Haupt von ihrem vergangenen Scherbenhaufen zu ihrem anscheinend neuen Begleiter. "Malok also.." wiederholte sie um den Namen zu verinnerlichen. "Sincessie.." das sie die angehende Stammesführerin gewesen war, musste sie ihm ja noch nicht mitteilen. Es war für sie einfach unwichtig. Doch so wie sie über dieses Volk sprach konnte man es erahnen welche Position sie hatte. Als er noch eine respektvolle Geste seinerseits brachte, nickte die stolze Wölfin ihm nur kurz zu. Es hatte einen Grund gehabt, warum sie den Bach beobachtet hatte. "Der Bach..als Haupteinnahmequelle des Volkes.. dürfte der Grund für dieses Massensterben gewesen sein.." sie ergriff ihren Speer, der bei ihrer gefangenen Beute liegen geblieben war ehe sie nun ihre Schritte zum Bach lenkte um mit dem Speer auszuholen und einen der toten Fische zu bergen, die bei den Steinen hängen geblieben waren. Sie stach mit ihrem fein gearbeiteten Speer in einen und ein unheimlicher Gestank trat aus diesem. Als Sincessie ebenfalls diese Geruchsschwaden unweigerlich in ihre Nase ließ, weiteten sich ihre Augen ehe sie zu husten begann, die Hand vor ihren Mund hielt und den Speer sofort hinunterglitt bis sie ihn ganz loslassen musste. Musste nun auch sie sterben? Es fühlte sich zumindest so an, denn ihre Sicht wurde zumindest verschwommen, ganz egal wie oft sie blinzelte. Es schien ein sehr starkes Gift zu sein, dass Wölfe wirklich sofort ausknocken konnte. Schmerzen durchdrangen ihren Körper die in ihr einen starken Würgereiz auslösten, jedoch konnte sie sich noch zurückhalten. Mehr oder weniger. Dabei drang der Schmerz immer stark in ihre Nervenbahnen ein und sorgte dafür gemeinsam mit dem Würgereiz, dass sie beinahe freiwillig sterben wollte, da dieser Nerv sie so stark innerlich penetrierte, dass man kaum in der Lage war psychisch stand zu halten.
      Es ergibt für mich keinen Sinn in einer menschlich sinnfreien Situation den Sinn zu sehen
    • Malok


      Die vollkommene Abwesenheit an Emotionen in ihren Augen, ließ leise Bedenken in ihm wach werden. Hinter der hellen Mischung aus grün und blau, dass ihre Iriden in die Farben eines Ozeans färbte, glaubte er unterdrückten Zorn wahrnehmen zu können, den sie hinter einer festen und stabilen Mauer einzusperren versuchte. Sie schien allerdings über ein natürliches Talent zu verfügen, diese Gefühle für den äußeren Betrachter unersichtlich zu machen. Aber ein erfahrener Assassine wie Malok ließ sich davon nicht täuschen. Das Zittern ihrer schmalen Finger, die sich ab und an zu Fäusten schlossen, die Muskeln ihrer Kiefer, die sich beim Zusammenpressen ihrer Zähne verspannten, selbst die trostlos wirkende Reflexion der Flammen in ihren düsteren Pupillen. All dies schenkte dem jungen Mann einen ausreichenden Einblick in die Gefühlslage der Wolfsdämonin. Dennoch konnte er nicht genau einschätzen, wie heftig Wut und Trauer in ihrem Inneren wirklich wüteteten und wie sehr sie eventuell von den dunklen Emotionen verzehrt wurde. Ihr Inneres konnte bereits einem blutigen Schlachtfeld ähneln, was die hübsche Frau zu einer potenziellen Gefahr für alle um sie herum - und damit ihn eingeschlossen - machen könnte. Malok musste also Vorsicht walten lassen und sich nach und nach an sie und ihr Wesen herantasten. Solange er in ihrer Mimik nicht so offen lesen konnte, wie es ihm bei den meisten anderen Menschen gelang, durfte er nicht leichtsinnig werden.
      Das sie seinem Vorhaben sofort zustimmte war dabei schon einmal der erste Schritt in die richtige Richtung. "Sehr gut." Er kannte sie noch nicht lange und sicherlich brachte das Wolfsmädchen ihm auch noch ein beträchtliches Maß an Misstrauen entgegen, aber er war sich bereits zu diesem Zeitpunkt sicher, eine ideale und vor allem starke Begleiterin für seine selbsternannte Mission gefunden zu haben. Zumindest schien sie ihm vorerst ausreichend viel Vertrauen entgegen bringen zu können, um ihm ihren Namen zu nennen. "Wunderschön", kommentierte er umgehend und festigte dabei das Lächeln auf seinen dünnen Lippen. "Ein wunderschöner Name für eine wunderschöne Frau." Zwar fehlten ihm noch immer einige weitere Informationen zur hübschen Wolfsdame, aber einige Dinge zu ihr hatte er sich schon selbst zusammenreimen können. Der Umstand, dass sie noch lebte, hatte mit ihrer Jagd außerhalb des Dorfes zu tun. Der Fakt, dass sie allein auffgebrochen war bedeutete, dass sie nicht nur eigenständig für das Dorf sorgen konnte, sondern auch stark war und von den Stammesmitgliedern respektiert wurde. Ihre Position innerhalb der Dämonengemeinschaft konnte keine niedrige gewesen sein und ihr kontrollieter und gefasster Umgang mit der gesamten Situation ließ ihn daran zweifeln, dass sie wirklich so jung war, wie ihr äußeres Erscheinungsbild einem glauben machen wollte. Ob sie vielleicht sogar einen Erbin des Oberhauptes sein könnte? Er hatte nicht vor, voreilige Schlüsse zu ziehen, aber es war wichtig, alle möglichen Eventualitäten zu bedenken, um in Zukunft vorbereiteter zu sein.
      Er nickte verstehend, als sie den Bach als Quelle des Übels benannte. Schließlich war auch er bereits zu diesem Schluss gekommen, doch weder nahm er einen seltsamen Geruch im klaren Wasserstrom wahr, noch glaubte er, dass man in den Fluten Giftreste würde finden können. Die Strömung hatte sie sicherlich schon lange fortgespühlt. Die verendeten Fische hingegen waren eine wertvolle Quelle an Informationen. Das Gift dürfte sich in ihren toten Leibern gehalten haben. Die gleiche Idee schien auch Sincessie zu verfolgen, als sie auf den Bach zutrat und einen der Fischkadaver mit ihrem feingearbeitete Speer aufspießte. "Achtung, dass Gift könnte noch Wirkung tragen." Er war ihr gefolgt und wollte gerade warnend nach ihrer Schulter greifen, als ein Strom grausamer Hustenanfälle ihren Körper erschüttertn und sie in die Knie zwang. "Verdammt!" Sofort hockte er neben ihr und besah sich ihre Augen, in denen sich das helle Blau zu verdunkeln schien und tiefe Schatten über ihre Seelenspiegel legte. Sie schein ihn nicht einmal wahrnehmen zu können, als er beide Hände auf die schmalen Schultern der Wolfsdämonin platzierte. Ihr Körper bebte unter seinen Fingern und Speichel rann über ihre Mundwinkel, ein Würgen ließ sie den Leib zusammenkrümmen. Er hatte solche Symptome schon einmal gesehen!
      Seine braunen Augen hefteten sich an den aufgespießten Fisch am Ende ihres Speeres, der ihren verkrampfen Händen entglitten war. Nur die kleine Penetration der Waffe hatte genügt, um genügend Gift ausströmen zu lassen, um die Dämonin ernsthaft zu schädigen. Doch selbst als er sich von der gequälten Sincessie löste und sich direkt vor den Kadaver setzte, konnte er nichts wahrnehmen. Es musste mit den feinen Nasen der Wolfsdämonen zu tun haben. Ein Gift, dass nur sie traf. So konnte ausgeschlossen werden, dass es neben diesem Stamm noch andere Opfer gab, die sich vom Bachlauf ernährten. Vorsichtig tauchte Malok einen Finger in das Loch im Leib des verendeten Fisches und hob sich die Fingerkuppe an die Nase. Noch immer nichts. Erst als er seine Zunge verkosten ließ, konnte er sich sicher sein. "Akuma no Arumu...", murmelte er leise, während er den blumig süßen Geschmack hinunterschluckte. "Aronstab des Teufels. Ts." Malok stieß unwillig die Luft zwischen den zusammengepressten Zähnen aus, bevor er den Fisch so weit es ging Fluss abwärts schleuderte und sich die beschmutzen Finger im klaren Wasser wusch. "Wer auch immer der Täter ist... er hat harte Geschütze aufgefahren, wenn er dieses seltene Gift in solchen Massen in den Bach gekippt hat." Es gab nicht viele Dinge, die den Wolfsdämonen gefährlich werden konnten, alleine indem sie sich durch die Nasen und Schleimhäute der stolzen Stammesmitgleider in ihren Organismus kämpften, aber Akuma no Arumu war definitiv stark genug für solch ein Projekt. Zum Glück ließ es sich aber auch schnell bekämpfen, solange man wusste, was zutun war.
      Ohne langes Zögern löste Malok das Band der Reisetasche, die er sich über seinen Waffengurt um die Hüfte gebunden hatte und durchforstete den Inhalt des kleinen Ledersäckels, in welchem sich kleinere Vorräte an Trockenfleisch, Gewürzkräuter, frisch gepflückten Beeren und Trauben, wie kleine Glasfläschen mit farbenfrohen Pulversorten finden ließen. Er schnappte sich eine dieser Ampullen mit tiefgelben Inhalt und löste zuletzt auch den Wassersack aus Rindsleder an seinem Gürtel. "Pulver aus getrockneten Löwenzahnblüten und -wurzeln", erklärte er Sincessie, als er den Finger in das göffnete Fläschen tauchte und sich das trockene Pulver an seine feuchte Haut häftete. "Akuma no Arumu wirkt schnell und effektiv, aber es kann durch die einfachsten Kräuter entgiftet und aus den Schleimhäuten verbannt werden." Er bzweifelte, dass die Wolfsdämonin in ihrem Zustand überhaupt seinen Worten und Handlungen folgen konnte, aber darauf konnte er im Moment keine Rücksicht nehmen. Ohne eine weitere Sekunde verstreichen zu lassen, verteilte er das Pulver unter und zum Teil auch in ihren Nasenlöchern, bevor er einen Teil davon auf seine Handfläche kippte, die er ihr dann fordernd gegen den Mund drückte. So vorsichtig er konnte, legte er ihren Kopf in den Nacken und ließ den Löwenzahn in ihren Mund wandern, bevor sie ihn ausspucken oder durch erneutes Würgen erbrechen konnte, hatte er ihr seinen Wassersack schon an die Lippen gelegt und nötigte sie zum Trinken. Zuletzt legte sich sein freier Arm stützend um ihre zierliche und qualvoll zusammmengekauerte Gestalt, während er darauf hoffte, dass sich die Krämpfe in ihrem Leib beruhigen würden.
    • Die Nebelschwaden des Giftes stiegen aus dem Leib des toten Fisches und zwangen Sincessie niederzuknien. Es war wirklich sehr mächtig und man sollte als Wolfsdämon nicht in dessen Nähe kommen. Dies kam für die grauhaarige Frau etwas zu spät. Ihre Sinne schienen zu verschwinden. Ihr Körper wollte ihrem Verstand nicht mehr gehorchen //Nicht umfallen, bleib standhaft!// das konnte sie sich so oft im Kopf hoch rufen wie sie wollte, es klappte ja doch nicht. Das Würgen folgte als Abwehrreaktion auf den Geruch in ihrer Nase, der in sie eindrang und ihren Körper lahm legen wollte. Ihr Speer war zu dieser Zeit schon umgefallen, denn der Körper ihrer bebte so stark unter dem Gift, dass sie beide Hände brauchte um Hocken zu können, doch es verwandelte sich schon eher in ein Sitzen auf ihren Unterschenkeln um überhaupt Halt zu finden. Die Sicht vor ihren Augen schien dunkel zu werden. Wurde sie blind?! sie konnte es nicht genau sagen. Im Hintergrund konnte sie noch ein Murmeln vernehmen von dem Mann den sie gerade erst kennen lernte. Malok und da waren doch Berührungen, oder? Es waren doch welche? Nun geschah alles so schnell dass Sincessie nicht mal richtig reagieren konnte. Etwas berührte ihre empfindsame Nase ehe sie diese nur leicht rümpfte, während ihr plötzlich etwas in den Mund geschüttet wurde. Sie wollte es nicht, es schmeckte widerlich. Da folgte auch schon was anderes Wasser. Wehren? Konnte sie sich nicht, deswegen zog sie etwas vorsichtig ihre Hände an ihre Brust und ballte diese zu Fäusten. Dumm war die Wölfin keineswegs, deswegen bemerkte sie nach kurzer zeit, dass man ihr Hilfe bot und diese konnte sie nicht ablehnen. Deswegen trank sie, auch wenn es unter ihrer Würde war sich so benehmen zu müssen und in solch einer Situation zu zeigen, aber es war doch eine dümmliche Aktion gewesen den Fisch auf den Speer zu nehmen. Sie hatte sich schon selbst gedacht, dass so etwas passieren würde, aber dass alleine schon der Geruch selbst jemanden schon so fordern konnte, war ihr unbegreiflich. Ein Arm. Ein starker Arm schlang sich um sie. Wäre sie bei vollem Bewusstsein hätte sie dem jungen Mann sicher ins Gesicht geschlagen, aber er bat Hilfe an und hielt sie fest. Erst nach einigen Minuten begann Sincessies zierlicher und blasser Körper zu zittern wie wenn ihr fürchterlich kalt wäre. Doch Stück für Stück kam ihre Selbstbestimmung wieder zurück. Nachdem in ihren Augen wieder ein leichter Schimmer erschien, als wäre sie anwesend, blinzelte sie etwas und schien in das Gesicht von Malok zu blicken. Ein sehr eigenartiger und auch inniger Moment. Schließlich war sie ihrem Retter so nahe, dass sie ihn sehr gut riechen konnte. Er duftete herrlich, jedoch da dies auf einer anderen Ebene für ihr Volk eine Rolle spielte ignorierte sie das gekonnt. Vor allem in solch einer Situation. Das erste was sie tat war sie mit ihren zierlichen, zarten und langen Fingern an ihre Nase zu fassen. "Was ist das?" fragte sie nun als sie sich ihre Finger besah. Ganz vergessen dass sie immer noch in seinem Arm gehalten wurde. Doch so schnell sie auch eine Antwort wünschte, so schnell stand auf plötzlich ein lebendiger Wolfsmann am Ort des Geschehens. Sein Blick war auf das Dorf gerichtet und er sprintete los, auf das Dorf zu. "Nein! Nein!" hörte man ihn brüllen ehe das todtraurige Wesen und Tränen Überhand nahmen. Sincessie selbst hatte er nicht bemerkt jedoch, hatte sie nicht mit ihm gerechnet und löste sich von Malok ehe sie selbst loslief. Sie war extrem schnell, was man jetzt gerade bewundern konnte und noch dazu stellte sie sich dem von seinen negativen Gefühlen übermannten Dämon in den weg. Dieser registrierte sie überhaupt nicht, sondern lief gegen sie und sie versucht ihn tatsächlich auszubremsen. Er stieß gegen sie, jedoch drückte sie mit ihrer zierlichen Gestalt gegen seine nackte Brust. "Nanuk.." keuchte sie angestrengt. "...halt an!" erst jetzt reagierte der gerade vollkommen weltfremde Wolfdämon auf sie und blickte auf sie hinunter. "Sincessie.." kam von diesem nur komplett fassungslos und sein Blick wechselte zwischen dem Flammenmeer das das Dorf beinahe fast vernichtet hatte und der lebendigen Schwägerin "Sind sie denn..alle?" Die junge Wolfsdämonin nickte stumm ehe der junge Wolfdämon die langhaarige Frau in seine Arme schloss. Nicht alle Dämonen waren emotionslos also musste es wohl an ihr liegen. Erst jetzt realisierte der junge Mann den anderen Mann in seiner Nähe. Sein Griff um Sincessie wurde leicht fester ehe er die Frau leicht schützend zur Seite wegdrehte. Er begann leicht zu Knurren ehe ihn ein leichter Kopfschlag auf den Hinterkopf traf. Etwas verdutzt sah er zu Sincessie hinunter die ihn mit mahnenden Blick ansah. "Er hat mich gerade vor dem sicheren Tod bewahrt - du zollst ihm Respekt! Sei dankbar!" erst jetzt sah er den Mensch ihm gegenüber fassungslos an, ließ von der zierlichen Gestalt neben ihm ab und ging sofort auf die Knie und unterwarf sich Malok. Er warf sich dem jungen Assassine glatt vor die Füße. "Ich muss mich ebenso bedanken.. ihr habt mir gerade das Leben gerettet.." dabei wanderte ihr blaugrüner Blick leicht zum Wasser ehe der Blick wieder zurückschnellte zu Malok. Es trafen sich ihre Blicke. "Ich werde mich erkenntlich zeigen..und meine Schuld begleichen..das verspreche ich.." sprach sie stolz, ehe sie nun zu ihrem Speer ging um diesen mit ihren zierlichen Händen zu erfassen.
      Es ergibt für mich keinen Sinn in einer menschlich sinnfreien Situation den Sinn zu sehen
    • Malok


      Er spürte, wie sie zumindest für einen Moment versuchte sich gegen seine Behandlung zu wehren. Natürlich tat sie das. Sie hatte den jungen Mann erst vor wenigen Minuten kennen gelernt und seinen Namen erfahren. Sie wusste nicht, wer er wirklich war, wie seine Ziele aussahen und ihrem momentamen Zustand zufolge, hatte sie sicherlich nicht einmal seine soeben gesprochenen Worte verstanden. Wäre sie im vollen Besitz ihrer Kräfte gewesen, hätte sie ihn wahrscheinlich sogar erfolgreich von sich stoßen können. Ob weiblich oder männlich: Wolfsdämonen waren stärker als jeder durchschnittliche Mensch. Sie waren ausdauernder, schneller und kräftiger, selbst wenn der zierliche Körper in seinem Arm etwas anderes vermuten ließ. Das Gift hatte all dies jedoch uninteressant gemacht. In ihrem momentanen Zustand hätte Sincessie wahrscheinlich nicht einmal gegen einen Grashüpfer eine Chance. "Ganz ruhig, alles wird gut", murmelte er beruhigend, während er den Wassersack etwas weiter hob und sie beim Trinken beobachtete. Zwar schien die Hälfte des Wassers an ihren Mundwinkeln wieder auszulaufen, aber wichtig war im Moment nur, dass sie das Pulver schluckte und die Wirkung einsetzte.
      Sein Blick haftete abwartend auf ihrem Gesicht, bis die Schatten in ihren Augen sich endlich zu legen schienen. Das strahelnde Blau, dass ihm schon beim ersten Blick so in Gefangenschaft genommen hatte, fand seinen Weg zurück in die glänzenden Seelenspiegel der Wolfsdämonin und entlockte dem Assasinen ein zufriedenes Lächeln. "Sehr gut" Auch das Zittern, dass bis eben ihren kompletten Körper geschüttelt und sogar seinen Arm hinauf geklettert war, schien sich endlich zu legen, während die Silberhaarige schließlich auch ihre Stimme zurück erlangt hatte. Gerade als er ihr seine Behandlung erklären wollte, wurde er von schallenden Rufen unterbrochen. Alarmiert hob der Schwarzhaarige den Kopf und suchte die Ebene nach dem Ursprung der panisch erklingenden Stimme ab. Er wurde schnell fündig. Tatsächlich war der hochgewachsene Wolfsdämon, der gerade über die Grasebende auf das fast vollständig abgebrannte Dorf zuhielt, auch kaum zu übersehen. Auch Sincessie hatte ihn natürlich bemerkt und Malok stellte mit Verwunderung fest, dass sich die kleine schneller erholt hatte, als erwartet. Wie von der Tarantel gestochen schälte sie sich aus seinen Armen und hielt auf den Neuankömmling zu, nur um sich dem aufgelösten Dämon in den Weg zu stellen. Malok musste kein Genie sein, um zu verstehen, dass sich die beiden recht gut kannten, obwohl sie von verschiedenen Stämmen stammen mussten. Die Mitglieder der silbrigen Wolfsdämonen zeichneten sich durch ihre auffällige Fell- und Haarfarbe aus, welche passend zum Namen silbern-weiß im Licht der Sonne und noch mehr im Schein des Mondes zu schimmern schien. Sie zählten zu den stärksten Dämonen dieser Welt, aber auch die anderen Wolfsdämonen sollte man nicht unterschätzen. So hielt Malok einen achtsamen Abstand, als er Sincessie ein Stück weit folgte und sich den anderen Mann genauer besah. Das Haar und Fell seiner Ohren und des langen Schwanzes hatten auf den ersten Blick noch tiefschwarz gewirkt, doch schimmerten bei genauer Betrachtung auch einzelne graue Strähnen im Licht der Mittagssonne. Die dunkelbraunen Augen wirkten glasig und Malok würde sich nicht wundern, sollte in der nächsten Sekunde eine lautlose Träne über die markenten Wangenknochen des Dämons rollen. Als er seinen Blick weiter wandern ließ, begegnete er welligen und verschnörkelten Verziehrungen in matten Rotton, welche sich über die kräftigen Oberarme über die breiten Schultern bis zum Teil über die nackte Brust des jungen Mannes zogen. Leider konnte Malok die Zeichnungen keinem der ihm bekannten Wolfsstämme genau zuordnen. Er hatte sich bisher zu wenig mit ihnen beschäftigt und letztendlich war all das auch vollkommen egal. Viel wichtiger waren die Drohgebärden, die der Neuankömmling - den Sincessie zuvor Nanuk genannt hatte - nun dem jugen Assassinen zeigte. Sofort fanden Maloks Finger den Griff seines Schwertes, aber er wagte es noch nicht, die Klinge zu ziehen, würde es die agespannte Situation nur noch mehr verschärfen.
      Gerade als sich seine Lippen spalteten, auf dass er die Lage erklären konnte, wurde dieser Nanuk von der deutlich kleineren Wolfsdämonin zur Ordnung gerufen. Malok erinnerte sich daran, dass sie diesen Hühnen zuvor sogar erfolgreich vom Dorf hatte fern halten können, trotz ihres sichtlichem körperlichen Nachteils. Die silbrigen Wolfsdämonen mochten stärker sein, als die meisten anderen Stämme, aber das machte ihre Aktion von zuvor nicht weniger beeindruckend. Ob Maloks Verdacht also wirklich zutraf: Gehörte sie zu den Stammesoberhäuptern? Auf jeden Fall war sie noch deutlich stärker, als er zuvor angenommen hatte und sie schien sogar über Befehlsgewalt gegen den dunkelhaarigen Wolfsdämonen zu verfügen. Als das machte sie zu einer noch besseren Verbündeten als zunächst erhofft, aber sie wäre auch eine umsi größere Gefahr, sollte sie sich irgendwann einmal gegen ihn stellen.
      Malok staunte nicht schlecht, als der Kerl, zu dem er bis eben noch beinahe hatte aufsehen müssen, plötzlich vor ihm niederkniete, als wäre er seinem persönlichem Gott begegnet. "Bitte erhebe dich, du brauchst dich nicht so überschwänglich bedanken", verlangte der Assassine mit einem zarten Lächeln auf den Lippen. Er konnte nicht verleugnen, dass ihm der Anblick des dehmütigen Wolfdämons irgendwie gefiehl, aber er hatte Sincessie nicht gerettet, damit man sich vor seine Füße warf. Als nächstes legte er seine dunklen Augen auf die hübsche Frau und festigte sein Lächeln. "Wenn du das sagst, fallen mir direkt mehrere Dinge ein, mit denen du deine Schuld begleichen kannst", erklärte er mit amüsiertem Unterton und folgte ihr mit dem Blick, während sie sich ihren Speer zurückholte. "Aber fürs erste reicht es mir vollkommen, wenn du mich bei der Suche nach dem Täter dieser Tragödie unterstützt." Schlagartig änderte sich der entspannte Ausdruck in seiner Mine, während er seinen Blick in einer Mischung aus Frust und Wut über das ehemalige Dorf gleiten ließ, dessen Aschegeruch schmerzhaft in seine Nase stach. "Das Gift, dass dich soeben getroffen hat trägt den Namen Akuma no Arumu, oder auch Aronstab des Teufels. Es verflüchtigt sich schnell, doch alleine die Gase reichen aus, um eure empfindlichen Nasen und Schleimhäute zu infizieren. Da selbst die Fische im Bach verstorben sind, muss jemand unendliche Mengen von diesem Zeug in den Bach gekippt haben, ansonsten hätte es nie solch eine Wirkung auf die Fische gehabt." Sein Blick wanderte zum grauschwarzen Wolfsdämonen. "Befindet sich auch dein Dorf am Bach?" Sollte Nanuks Stamm flussaufwärts zu finden sein, könnten sie bereits den Ort des Geschehens eingrenzen. Das Gift des Aronstabs befiel nicht nur silbrige Wolfsdämonen sondern auch alle anderen hundeartigen Dämonen mit feiner Nase. Sollte Nanuks Stamm jedoch unbeschadet sein, musste man das Gift irgendwo zwischen diesem Dorf und seinem in den Bach gekippt haben. Vielleicht ließen sich noch irgendwelche Spuren finden und zurück verfolgen.

      "Es ist äußerst schwierig an dieses Gift heranzukommen, außerdem ist es sehr teuer bei der Beschaffung. Egal wer dieses Attantat auch begangen haben mag, muss über hohe Geldmittel verfügen", überlgte Malok weiter und fixierte Sincessie erneut mit forschenden Augen. "Fällt dir irgendjemand ein, der auf diese Beschreibung passt und zugleich eure Vernichtung herbei sehnt?" Zwar hatte der Assassine bereits selbst den ein oder anderen Verdacht, den es sich zu verfolgen lohnte, aber umso mehr Hinweise er sammeln könnte, desto besser.
    • Der Neuankömmling erhob sich, als er ihm angeboten wurde. Er wirkte alles anderes als Glücklich und folgte dem Gespräch zwischen Sincessie und Malok jedoch Nanuk gefiel der amüsierte Ton von dem jungen Mann überhaupt nicht. Er wusste genau was sich dieses dreiste Menschenherz ersehnte und es behagte ihm nicht. Sincessie blieb selbst ruhiger als Nanuk. "Darauf kommt man später zurück.." gab sie nun ernst von sich ehe Nanuk mit entsetztem Blick zu Sincessie sah doch er sagte nichts darauf. "Ihr werdet sie nicht anfassen klar?" kam nun von Nanuk ehe Sincessie ihn unsanft am Ohr zog. Die Blicke der beiden Wolfsdämonen trafen sich und Sincessie schüttelte sachte ihren Kopf ehe der junge Mann knurrend schwieg. Jetzt sollte sich auch noch eine Schwägerin diesem Kerl hingeben? Den Teufel sollte sie tun. Das sie noch unbefleckt war erwähnte der hochgewachsene Mann nicht. Zu tief war die Trauer über den Verlust seiner Familie.
      Gerade erst hatte er sich mit seiner Frau und seinem Kind zusammengefunden und wahres Familienglück genossen.

      Die grünhaarige Schönheit, ließ ihren baldigen Schwager mit seiner Trauer zufrieden und lauschte lieber den Worten des Mannes, denn er schien Ahnung zu haben und das war für sie viel interessanter. Zumindest im Moment. Sie musste daüfr sorgen, dass dieses Unrecht nicht ungesühnt bliebe. "Akuma.. no.. Arumu.." kam es nachdenklich über ihre Lippen während sie dabei mit ihrem hellen Blick einen Punkt auf dem Erdboden fixierte. Danach traf ihr Blick den seinen und dann richtete der Mensch sein Wort an Nanuk der nur den Kopf schüttelte. Er konnte sich überhaupt nicht von den Flammen abwenden und Sincessie's Gesichtsausdruck wurde weicher ehe sie ihre Hand auf seinen Rücken legte und sich dann wieder zu Malok wandte mit der erklärenden Aussage. "Er.. hatte Familie hier..Frau und Kind.." Oftmals war es so, dass Wölfe nachdem sie einen geliebten Mitstreiter verloren hatten sehr lange und emotional trauerten, selbst am gebrochenen Herzen verstarben oder Selbstmord begangen. Davor wollte sie Nanuk bewahren. Der hochgewachsene Wolf schien emotional komplett anders zu sein als Sincessie und das lag nicht nur daran dass sie verschiedene Stämme behausten, sondern auch daran dass Sincessie generell ein komplett anderes Wesen hatte als alle anderen Wolfsdämonen die man bis jetzt getroffen hatte. Diese waren eigentlich dafür bekannt ihre Gefühle nicht sehr gut im Zaum halten zu können, leicht auszurasten, schnell Trauer und Wut zu zeigen und doch sie war anders. Komplett anders. Sincessie war schon immer ein wirkliches Phänomen gewesen. Sie zeigte selten Ansätze von Trauer oder Leid. Genauso wenig hörte man sie Lachen. Oftmals entwich ihren Lippen nur ein schwaches Schmunzeln doch dazu musste man sie erstmal bringen und sich die erarbeiten. "Mir fiele hier in der Nähe kein bekanntes Dorf ein, dass wölfischer Abstammung wäre..oder tierischer.." gab sie nun Preis ehe sie zu Nanuk sah. Dieser passte nicht wirklich auf was gesprochen wurde und versank völlig in seiner Trauerphase.

      Dann ging es um die Vernichtung des Wolfstammes. "Na wunderbar, hat ja geklappt" erhob der verletzte Wolfdämon nun das Wort als er auf die lodernden Flammen deutete und sich wie ein Häufchen Elend zu ihnen drehte und den Blick senkte. Dass er weinte, verbarg er nicht mal und Sincessie blickte stumm zu ihm hinüber ehe sie ihm über den Kopf streichelte. Das Wolfsdämonen, auch die Männer ihre Gefühle einfach so Preis gaben war gut aber für den Feind natürlich ein Vorteil. "Viele Adelige wollten sich unser Land einverleiben und da wir immer im Weg waren konnten sie dies nicht..einmal wollte uns ein König mit schwarzen Haaren und Vollbart das Land abkaufen, aber wir lehnten ab.. zumindest mein Vater lehnte es ab.. das ist aber auch schon Jahre her.." Sincessie war damals noch ein Teenager gewesen und hatte ihren Vater schon immer begleitet, da sie als älteste den Thron besteigen wollte.
      Es ergibt für mich keinen Sinn in einer menschlich sinnfreien Situation den Sinn zu sehen
    • Malok


      Während die junge Wolfsdämonin recht gelassen auf seine Worte reagierte, knurrte ihn Nanuk grimmig an. Nun, der Assassine hatte zum Teil mit dieser Reaktion gerechnet, aber wenn er ehrlich war, war es ihm nicht einmal sonderlich wichtig. Sollte sich Sincessie natürlich bereitwillig anbieten, würde er sicherlich nicht ablehnen, aber er hatte nicht vor, ihr seinen Willen aufzuzwingen. Deswegen hatte er sie sicherlich nicht gerettet. Dennoch war es reichlich amüsierend zu beobachten, wie der knurrende Wolf von seiner Kameradin zur Ordnung gerufen wurde und den Kopf senkte. Nun, so amüsierend, wie es in ihrer momentanen Lage sein konnte...
      So wendete sich Malok bald wieder den ernsteren Dingen zu und nickte langsam, als ihm die hellhaarige Schönheit von Nanuks Familie berichtete. Deswegen war er also hier. Maloks Wissenstand nach, war Familie für Wolfsdämonen heilig, kein Wunder also, dass der Dunkelhaarige solch einen deprimiernden Anblick bot. Verwunderlich war eher, wie ruhig und gelassen, Sincessie mit dem Tod ihres gesamten Stammes umging, auch wenn sich der Assassine sicher war, dass in ihrem Herz ein Feuer entfacht durch Wut und Trauer lodern musste. Es könnte ihr irgendwann zum Nachteil gereichen, ihre Gefühle auf diese Art und Weise zu unterdrücken, aber im Moment sollte es dem jungen Mann nur allzu recht sein. So konnte er deutlich besser mit ihr umgehend und ihr weiteres Vorgehen besprechen, ohne dass sie unrationale Entscheidungen fallen würde.
      "Dann könnte es schwer werden, die Stelle zu finden, bei der das Gift ins Wasser gekippft wurde", stellte Malok nachdenklich fest. Vielleicht könnte man noch den ein oder anderen Fuchs oder Wolf den Fluss stromaufwärts finden. Sollten sie in Nähe des Wassers verendet sein, musste man das Gift an höher gelegener Stelle beigemengt haben, aber es wäre unmöglich den Bereich genauer einzugrenzen. Dennoch würde Malok den Flusslauf nach eventuellen Spuren absuchen gehen. Selbst der geübteste Attentäter machte immer mal wieder Fehler und ließ den ein oder anderen Hinweis zurück.
      Er gab sich ungerührt, als der seelisch verletzte Wolfsdämon ihn erneut etwas grimmig anging. Malok würde diese Art von Gefühlsausbruch niemals verurteilen und er hatte auch nicht vor, sich weiter dazu zu äußern. Stattdessen beobachtete er Sincessie dabei, wie sie ihren Freund beruhiegnd über das Kopfhaar strich und dabei ein paar äußerst interessante Informationen preisgab. "Ein König, ja?" Ein schiefes Grinsen bahnte sich auf seine Züge, es hatte nichts mit Freude zutun sondern war eher eine Mischung aus ungewohnter Nervosität und unschöner Klarheit. Dieser "König" von dem sie da sprach... Es konnte kein Zufall sein, dass er sich gerade jetzt an seine Ausbildung erinnerte. Wie viele Jahre mochte es mittlerweile her sein? Fünfzehn... nein über zwanzig Jahre? Ein kleiner Junge, der nicht es nicht besser wusste und glaubte, dass die Erwachsenen um ihn herum, die ihm dutzende Aufgaben und Prüfungen auferlegten, sicherlich alles am besten wussten und ihn auf den rechten Pfad führen würden. Wie dumm und naiv er damals nur gewesen war. "Wenn du sagst, dass das schon Jahre in der Vergangenheit liegt? Ist es vor mehr als zehn Jahren gewesen? Vielleicht sogar vor zwei Jahrzehnten? Und kannst du dich noch entsinnen, aus welchem Königreich dieser Mann stammte?" Der amtierende König dieses Reiches, Sarono von Kron, entstammte einer langen Ahnenfamilie, welche nun schon fast eine Decade die Herrschafft für sich beanspruchen durfte. Eine friedliche Decade, nicht zuletzt wegen dem Respekt der Königsfamilie gegenüber dem Übernatürlichen. Sie würden niemals versuchen einen mächtigen Dämonenstamm wie diesen hier zu verärgern und erhielten dadurch auch stille Unterstützung diverser Stämme, eben weil sie den Wolfsdämonen ihr autonomes Land ließen und sie ansonsten nicht behelligten. Doch außerhalb der Ländergrenzen mochte das vollkommen anders aussehen. Vor allem da Saronos Reich nicht nur groß, sondern auch mächtig war. Das sorgte für Neid innerhalb der Nachbarländern. Aber auch innerhalb des Königshauses gab es Mächte, die Zwietracht sähen wollten, die den Frieden brechen und die entstehenden Unruhen für sich nutzen wollten. Und besonders der Anführer einer dieser Fraktionen hatte es in den vergangenen Jahren weit gebracht, nicht zuletzt aufgrund seiner Verwandschaft zum Königshaus und seiner zwiegespaltenen Zunge, der es gelungen war sich über die Ländergrenzen hinaus Verbündete zu suchen. Der amtierende König war sicherlich ein guter Mann, aber die friedlichen Zeiten hatten ihn unvorsichtig werden lassen, gar naiv. Er erkannte nicht, dass sich seine "Vertrauten" einen Umsturz erhofften und sich dabei sogar mit anderen Ländern verbündeten. Doch wie würden wohl die ansässigen Wolfsdämonen reagieren, wenn der bisherige gutmütige Herrscher angegriffen, gar getötet wurde? Sie waren ein Risikofaktor... Und das Gift im Fluss sollte ihn ausmerzen... Wäre er nur eher hier gewesen...
      Malok konnte sich nicht sicher sein und es könnte gefährlich sein, ob sein Verdacht zutreffend war. Aber er würde ihm dennoch auf die Spur gehen. "Wir sollten zuerst das Flussbett absuchen und nach Spuren Ausschau halten", schlug er irgendwann vor. "Danach gibt es ein Dorf, dass wir aufsuchen sollte. Ich kenne da jemanden, der vielleicht etwas mehr zu dieser Sache sagen kanne." Er würde seinen genauen Verdacht fürs erste für sich behalten, alles andere könnte seine eigentliche Identität verraten und seine Hintergründe. Dunkle Hintergründe, die ihre Zusammenarbeit schädigen könnten. "Möchtest du usn ebenso begleiten?" Maloks Blick heftete sich ruhig an Nanuk. Auch wenn der Assassine nichts gegen etwas Zweisamkeit mit einer schönen Frau wie Sincessie einzuwenden hatte, wäre ein weiterer Mitstreiter ganz sicher keine schlechte Sache, vor allem wenn der Schwarzhaarige an den Feind dachte, dem sie sich eventuell entegegn stellen müssten.
    • Es war nicht gerade schön zu hören, dass es natürlich ohne Anhaltspunkt noch länger dauern würde etwas zu finden womit man arbeiten konnte. Aber dies war eben ganz und gar legitim, denn wie sollte man auch ohne richtigen Anhaltspunkt vorankommen? Während ihr großer Schwager die Lippen aufeinanderpresste, gab sie selbst laut. „Dann müssen wir ins Leere arbeiten.“ Kam von ihr entschlossen. Sie blieb für die ganze Situation relativ gelassen. Vielleicht schon zu gelassen aber sie war schon immer solch ein ruhiges und ernstes Wesen gewesen. Man erinnerte sich an früher, als sie selbst gerade im Anbeginn ihrer Blüte stand war sie immer schon mehr an anderen Dingen interessiert, während ihre Schwestern am Zeltausgang die jungen Männer beobachteten und diese tuschelnd und kichernd mit ihren Blick fast schon auszogen. Hin und wieder hatte die junge Sincessie zu ihnen hinüber gesehen und war dann auch von ihren Schwester mitgezogen worden. „Ist er nicht ganz liebreizend?“ fragte Tala, die zweitälteste Sincessie während ihr feuriger Blick auf Motang lag. Sincessie’s Blick wanderte zwischen der zweitgeborenen und dem Dunkelhäutigen hin und her. „Bitte Vater darum..“ – „Das kann ich doch nicht tun! Was ist wenn er kein Interesse hat?“ – „Es geht nicht ums Interesse..es geht um gute Gene und du wie auch er habt die..“ und noch dazu hatten beide wohl das Glück, dass zumindest ihre Schwester ihn schon mal gut fand. Nun die junge Sincessie konnte nicht abstreiten, dass es in ihrem Stamm immer noch Ehen gab die nicht ganz gewollt gewesen waren. Oft wurde darauf geachtet, was für die Frauen ein Beschützender Kerl war und umgekehrt wer diesen Mann zufrieden stellen konnte. Es gab sogar einen Vereiniger. Er war der, der entschied wer zusammen kam und wer nicht, wer zusammenpasste und wer nicht. Wenn jemand Liebe für jemanden anderen empfand, dann wurde dies entweder bewilligt oder zu Nichte gemacht. Natürlich nach einer genauen Begutachtung. An dies musste die junge Wölfin kurz zurückdenken ehe sie schon wieder aus ihrer frischen Erinnerung geholt wurde. „Es gibt ein kleines Dorf am Fußes unseres Berges..“ erwiderte der junge Mann ehe Sincessie ihm aufmerksam zuhörte. „Rotfuchsdämonen..“ Nanuk nickte. „Diese könnten wir noch zu Rate ziehen..“ nachdem er diese Aussage gemacht hatte wandte er ihnen den Rücken zu. Sincessie erzählte von einem König mit schwarzen Haaren und darüber wusste der Hochgewachsene und Trauernde nichts.
      Die grünhaarige Frau erinnerte sich noch sehr gut an damals.: Es war sicher schon über 15 Jahre her, dass dieser König ihren Stamm besucht hatte. Er kam mit Vater in das Dorf und sie war verwundet gewesen. Da ihr Vater, damals noch ein stolzer, strammer Stammesführer war hatte er ein Herz für diesen verletzten Menschen. Sincessie wurde damals aufgetragen diesen Mann zu pflegen und es war das erste Mal, dass die hübsche Frau einen Menschen zu Gesicht bekam. Sie war damals noch blutjung gewesen und gerade von ihrem Kindsein ins heiratsfähige Alter gekommen. Als sie die Wunden des verletzten Königs versorgte, konnte Sincessie seinen musternden Blick auf ihrem heranreifenden Körper spüren und es versetzte sie innerlich ins Schaudern. Äußerlich blieb sie ruhig und ernst. „Wie heißt ihr?“ – „Sincessie“ – „Schön..“ raunte der verletzte Kerl ehe er sie nur leicht anlächelte. Sincessie erwiderte nichts und wusch und verband seine Wunden. Es folgte der nächste Gedankenfetzen.: Er stieg nachdem seine Wunde geheilt waren auf das Pferd, dankte ihrem Vater ehe er sich zu Sincessie beugte und ihr sanft zuflüsterte. „Irgendwann werde ich dich in mein Reich bringen Sincessie..und heiraten..“ das damals noch relativ junge Mädchen weitete bei der Aussage verwundert die blaugrünen Augen ehe sie dem Mann fragend hinterher sah. Erst jetzt fiel ihr diese Sache wieder ein. Kurz wandte die Wölfin ihren Blick zu Malok als dieser sie fragte ob es schon 20 Jahre her sein könnte, dass sie diesen König traf. Sie nickte nur kurz „Ich war gerade eine Frau geworden..“ gab sie nun ruhig und nachdenklich von sich. Doch er kam nicht mehr und auch ihr Vater sagte nichts zu dem Thema. „..dieser Mann wollte mich damals ehelichen, aber ich sah ihn nie wieder..“ sie sah Malok nun ruhig in die Augen. „Ich würde ihn wieder erkennen, würde ich diesen Mann vor mir sehen..“
      Nun wurde es langsam Zeit weiterzureisen. Malok schien auch schon eine Idee zu haben wo ihr Weg sie hinführen könnte. „Dann sollten wir keine Zeit verlieren.“ Erwiderte die zierliche Frau nun leise ehe sie Malok’s Blick nun zu Nanuk folgte, der ziemlich trauend neben ihr stand. Er horchte auf und sah zu dem Menschen hinunter. „Ich werde euch folgen, wenn ich in besserer Verfassung bin. Also fühlt euch nie zu sicher Sincessie unsittlich berühren zu wollen..“ knurrte er leicht ehe er dem Mensch nun den Rücken zuwandte. Sincessie blieb ruhig, denn sie wusste, dass bei Nanuk nur der Beschützerinstinkt durchkam . „Ich werde erstmals ein paar Wölfe zusammentrommeln.. und euch dann wieder finden.. euer Geruch ist unverkennbar“ mit diesen Worten verschwand er nun ziemlich fix.
      Sincessie blickte Nanuk hinterher ehe sie sich wieder zu Malok wandte. Dabei deutete sie leicht mit ihrem Speer auf das Flussbett und nickte auch in diese Richtung ehe sie sich ihre Füße auch in Bewegung setzten. „Dann sollten wir hier beginnen.. aber bis auf die Fische gibt es hier nicht wirklich was..“ Einige Zeit liefen sie am Fluss entlang und schon beinahe schien Sincessie die Hoffnung zu verlieren ehe sie in der Mittagssonne etwas glitzern sah. Doch dort wo der Fluss etwas breiter und tiefer wurde dachte die junge Frau zuerst das sie sich irren würde, aber nach genauerem Hinsehen konnte sie es öfter erkennen. Da schien etwas im Wasser zu sein. Somit wandte sich die Langhaarige nun zu ihrem Begleiter um und drückte sanft aber bedacht ihren schönen Speer in die Hand des jungen Mannes bevor sie ihm den Rücken zudrehte um leicht in die Hocke zu gehen. Sie setzte zum zum Sprung an. Humanoide Dämonen waren oftmals sehr gute Springer und das machte sich jetzt Sincessie zu nutze. Dort im grellen, schillernden Wasser des Flusses schien etwas besonders stark im Sonnenlicht zu glänzen. Gleich neben dem Fels. Sincessie erhob sich elegant und animalisch in die Lüfte. Das lange, grünliche Haare wirbelte sanft durch die Luft ehe sie kaum merklich auf den Fels landete und versuchte dieses glänzende Etwas im Wasser zu erreichen indem sie ihrem Körper auf dem Fels positionierte und ihre zierliche und blassen Arm ausstreckte. Beinahe konnte sie es erreichen und als sie sich da so streckte, fielen wieder ihre langen, leicht blau schimmernden Haare, zumindest ein paar davon über ihre zierlichen Schultern. Sie beugte sich noch weiter nach vorne ehe ihre Hand mit der sie sich am Fels festhielt abrutschte, da dieser durch die Nässe so glitschig war und die nun kopfüber ins Wasser fiel. Schon verschwand sie in den Fluten. Wenn man nicht wusste, dass Wolfsdämonen, wie sie gute Schwimmer waren würde man sich jetzt wirklich Sorgen machen, aber nach einigen Sekunden tauchte die junge Frau – ihre Haare mit einem kleine Wasserstrahl zurückwerfend und tief einatmend wieder auf ehe sie nochmal kurzzeitig fast untergegangen wär. Mit einer Hand hielt sie nun eine große Glasphiole in die Luft und schwamm zum Ufer wo Malok auf sie bereits wartete. Als sie aus dem Wasser zurückkehrte, klebte ihre Toga wortwörtlich an ihren schlanken Körper. Vor allem der untere Teil wirkte jetzt durch den Schlitz - für mehr Bewegungsfreiheit wie eine Hose, die einem links bis zur Hüfte rauf blicken ließ und nackte Haut frei gab. Es war ja bekannt dass dieses Volk eher Naturbelassen war, aber dass auch keine Unterwäsche getragen wurde war den meisten fremd. Etwas schwer atmete die junge Frau von der kleinen Taucheinlage während sie sich ihre nasse Haare mit der freien Hand nach hinten aus dem Gesicht kämmte und die Phiole dem jungen Mann ihr gegenüber reichte. „Kann man damit etwas anfangen?“ fragte sie ihn nun als sie ihm die große Phiole in die Hand legte.
      Es ergibt für mich keinen Sinn in einer menschlich sinnfreien Situation den Sinn zu sehen
    • Malok


      Die Rotfuchsdämonen also... Sicherlich wäre es eine gute Idee auch dort noch einmal vorbei zu schauen, aber wenn sie tatsächlich am Fuß des Berges lebten, also Fluss abwärts... Ob sie ebenfalls vom Gift getroffen worden waren, oder ob es sich bis zu ihrem Dorf schon weitestgehend verflüchtigt hatte? Aber sollten die Rotfuchsdämonen tatsächlich noch alle wohlbehalten sein, könnten wir zumindest daraus schließen, dass das Gift nicht allzu fern von diesem Stamm ins Wasser gekippt worden war, da sonst die Gefahr bestanden hätte, dass es nicht stark genug war, um sämtlichen silbrige Wolfsdämonen auszulöschen.
      Während sich Malok so seine Gedanken machte, schien sich Sincessie etwas genauer an den Vorfall mit dem König zurück zu erinnern. Als sie behauptete, dass er sie hatte ehelichen wollen, konnte der junge Assassine nicht anders als einmal belustigt auszuschnauben. Ja, das passt wohl zu ihm. Außerdem konnte sie ihm bestätigen, dass es schon mehr als fünfzehn Jahre in der Vergangenheit lag. Er hatte also Recht behalten. "König Korta", sprach er langsam aus. "Herrscher über das Reich im Norden, hinter den Hügeln von Ketna. Saronas." Er stieß einmal lang die Luft aus und strich sich eine lose schwarze Haarsträhne aus dem Gesicht. "Der Kerl umgibt sich zu gern mit jungen und hübschen Frauen." Malok glaubte sich sogar daran zu erinnern, dass ihm einer seiner ehemaligen Kollegen offenbart hatte, dass besagter König mit seinen dreißig Konkubinen einen wahrhaften Rekord aufgestellt haben sollte. Kein Wunder also, dass er sich eine schöne Frau wie Sincessie auch in seinen Harem holen wollte. "Bei deiner Beschreibung glaube ich, dass wir uns ziemlich sicher sein können, um welchen König es sich gehandelt hat, das sollte uns eventuell auch etwas weiterhelfen." Malok wusste genau, wie sehr sich Korta eine Erweiterung seines Reiches wünschte, dabei realisierte er aber nicht, dass auch er nur eine kleine Figur auf einem riesigen Schachbrett war. Der eigentliche Drahtzieher war ein anderer... Maloks ehemaliger "Besitzter" und Angehöriger des Königshauses dieses Landes... Er wünschte sich nichts mehr, als den momentanen König zu stürzen und seine Macht auszubauen und dabei hatte er sich mit Korta und seinem gesamten Königreich verbündet. Maloks erstes Verdacht war also richtig gewesen... Das machte die Sache allerdings kein bisschen einfacher. Sie brauchten Beweise und stichhaltige Hinweise, denn selbst wenn er glaubte zu wissen, wer hinter diesem Attentat steckte und was man damit versuchte zu erreichen, konnte er schlecht mit diesen Vermutungen an den König treten. Allerdings könnte es durchaus gefährlich werden, sich tiefer in diese Sache zu verstricken, weswegen er sich bisher weitestgehend aus all dem herausgehalten hatte. Er wäre sicherlich nicht froh über den Sturz des Königshauses gewesen, aber er hätte damit leben können, immerhin konnte er alleine wenig daran ändern. Doch nun hatte er einen triftigen Grund etwas zu unternehmen... Langsam glitt sein Blick zum fast vollständig niedergebrannten Wolfsstamm. Diese Kerle waren zu weit gegangen... Außerdem war er nun nicht mehr allein.
      Entschlossen schaute er zur hübschen Wolfsdämonin, als sie sich zum Aufrbruch bereit machte und nickte dann kurz schmunzelnd zu Nanuk. "Ich werde versuchen mich zusammenzureißen, aber ich kann nichts versprechen." Es schien bemerkenswert einfach, den Wolfsmann zu ärgern, was Malok wahrscheinlich mehr amüsierte, als es sollte. Dabei war er sich dem ernst der Lage durchaus bewusst. Selbst wenn er Sincessie unglaublich anziehend finden mochte, würde er nicht direkt ohne Vorwarnung über sie herfallen, wie ein halb verhungerter Löwe. Doch das wusste Nanuk natürlich nicht und Malok genoss es, den knurrigen Ausdruck des Grauwolfes zu begutachten.
      Nachdem sie sich schließlich von dem nach wie vor trauernden Nanuk verabschiedet hatten, führte sie ihr Weg den Fluss entlang. Maloks Augen suchten dabei unermütlich das Flussbett nach Spuren, wie Fußabdrücken oder durchs Gift verendeten Tieren ab. Doch entweder waren sie noch zu weit vom Tatort entfernt, oder der Attentäter hatte sich zu gut angestellt. So näherte sich die Sonne immer weiter ihrem Zenit, während Mensch und Wolfsfrau schweigend und aufmerskam nebeneinander her wanderten. Doch dann endlich schien Sincessie eine wertvolle Entdeckung zu machen. Da Malok selbst nichts hatte erkennen können, machte er nur verwunderte Augen, als er sich alleine mit ihrem Speer in Händen wiederfand und beobachten durfte, wie die Frau mit geschmeidigen Bewegungen auf den Fluss zulief und sich mit einem atemberaubend weiten Sprung auf einen einsamen Fels mitten im Gewässer platzierte. Seine Augen klebten an ihren geübten Bewegungen, den langen grünsilbrigen Haaren, die sich im Wind hoben und den glänzend blauen Iriden, die das Flussbett zu ihren Füßen studierten. Es kostete ihn mehrere Sekunden, bis er sich vom zauberhaften Anblick der Dämonin losreißen konnte, um seinen Blick ebenfalls an die Wasseroberfläche zu heften. Was hatte sie dort gesehen? Erst nachdem auch er ein paar Schritte näher gekommen war, konnte er es erkennen. Ein unnatürliches Schimmern im Sonnenschein. War das Glas? Seine Gedankengänge fanden ein abruptes Ende, als Sincessie sich mit einem lauten Platschen im kühlen Nass wiederfinden durfte. Umgehend machte Malok zwei weitere Schritte auf den Fluss zu, bereit in die Fluten zu springen, um die junge Frau zu retten. Aber sein Eingreifen war zum Glück nicht nötig. Stattdessen konnte er mit einem milden Lächeln beobachten, wie Sincessie in einer beinahe triumphierenden Pose ihr Fundstück in die Höhe hielt und sich aus dem Fluss kämpfte. "Hast du dich irgendwo verletzt?", fragte er dennoch vorsichtshalber, während er ihr am Flussufer hilfsbereit die Hand entgegenstreckte, um sie aus dem kühlen Nass zu ziehen. dabei konnte er nicht anders, als seine Augen fasziniert über ihren Anblick wandern zu lassen. Der Stoff ihrer Toga schien praktisch eins mit ihrer Haut geworden zu sein und bestätigte dem Assassinen eines mit Gewissheit: Sincessie war eine wahre Gottheit. Selbst unter dem Volk der Wolfsdämonen, dass sowieso beeindruckend viele Schönheiten hervorbringen sollte. Und was noch besser war: Dieser Stamm schien nicht einmal Unterwäsche ihr eigen zu nennen. Einer seiner Mundwinkel wanderte vorfreudig in die Höhe. Das macht es mir später sicher einmal einfacher. Aber sogern er die junge Frau auch unter sich spüren wollte, im Moment gab es andere Dinge, die seine Aufmerksamkeit verlangten. So besann er sich schnell wieder seiner Aufgabe und nahm die Phiole entgegen, die sie aus dem Wasser gefischt haben musste. Sie war tatsächlich reichlich groß und stützte seinen Verdacht, dass jemand eine enorme Menge an Gift in den Fluss gegossen haben musste. Doch während er das schimmernde Glas in seinen Händen hin und her drehte und jede Seite genauer begutachtete, fiel ihm noch etwas anderes auf. "Kein Siegel", murmelte er nachdenklich. "Damit können wir leider nicht genau herausfinden, wer diese Phiole gefertigt hat, aber es kann trotzdem hilfreich sein." Kurz hob er seinen Blick zu Sincessie und blie an den dutzenden Wasserperlen hängen, die an ihren hohen Wangenknochen enlangrannen und sich am spitzen Kinn sammelten, um dann im ungleichmäßigen Rhytmus in ihren Ausschnitt zu tropfen. Dieser Anblick war schon beinahe eine Gefahr für seinen Verstand... Nach kurzem Zögern, übergab er ihr ihren eigenen Sper, schob sich die Glasphiole in seine Bauchtasche und schälte sich dann aus seinem schwarzen Ledermantel. "Du erkältest dich noch." Ohne auf ihr Einverständnis zu warten, legte er ihr den weiten Stoff um die zierlichen Schultern, woraufhin die stolze Wolfsdämonin umgehend noch kleiner und schmaler wirkte, als zuvor. Ja, schon beinahe wie ein unschuldiges Kind. Der Gedanke entlockte ihm ein weiteres kurzes Schmunzeln bevor er sich wieder auf die wichtigen Dinge besann. "Man hat bei der Phiole auf ein Siegel verzichtet, um die Zurückverfolgung zu erschweren, allerdings gibt es auch nur wenige Gläser, die freiwillig auf solch ein Siegel verzichten würden. Immerhin wollen die meisten für sich Werbung machen." Während er sprach zog er die Phiole wieder hervor und drehte sie ein weiteres Mal in seiner Hand. Makellose Arbeit. Das hatte kein Amateur geschaffen, sondern jemand mit Erfahrung und Talent. "Es gibt nur wenige gute Handwerker, die bereit sind für die richtige Summe ihre Ehre hinten anzustellen und wie der Zufall es will, kenne ich den ein oder anderen von ihnen." Wieder drehte er sich zu Sincessie und grinste sie zuversichtlich an. "Du hast hier echt einen fantastischen Hinweis an Land gezogen. Gute Arbeit."
    • Die hinterlistigen Rotfüchse waren oft schlauer und gewitzter als gedacht. Sie konnten soviel einfacher überleben als ein starkes und stolzes Volk, weil sie oftmals keinen Stolz und Ehre im Leib trugen. Manchmal hatte sich auch die junge Wolfsdämonin gefragt ob dies nicht bei ihrem Volk besser gewesen wäre diesen Stolz und diese Ehrenhaltung nicht zu haben. Vielleicht wären sie dann nicht so ein großes Ziel gewesen, doch es war wohl eher der Standort an dem sich ihr Volk nieder gelassen hatte und sie wären lieber gestorben, als dass sie dort weggegangen wären. Somit hatte sich diese Sache wieder bewahrheitet. Die Geschichte von Sincessie ergab Sinn und als dann auch der Name der Mannes erklang der sie damals hatte ehelichen wollen blinzelte sie leicht war aber nicht sonderlich überrascht. Malok schien viel zu wissen wie auch belehrt zu sein. Er war wohl wirklich einer der viel rum kam, viel wusste und viel hörte. Es war interessant denn auch wenn Sincessie nicht dumm war so hatte die kaum etwas von der Außenwelt mitbekommen und vielleicht war es ja jetzt Zeit dies zu ändern. "König Korta also.." wiederholte sie nur kurz als der junge Mann ihr gegenüber die erwähnte.

      Es war widerlich wie sich manche Männer laut Malok Beschreibung die Weiber um sich scharrten wie Hühner und wenn sie alt wurde sich dieser entledigten. Deswegen hatte ihr Vater damals auch dem König eine Absage erteilt, denn Sincessie wäre nur ein weiteres Sammlerstück in seinem Palast gewesen und vielleicht wäre es auch nicht so schlimm gewesen, aber ihr Vater hatte für sie andere Ziele und eine andere Zukunft im Blick. Der Aufbruch der beiden ließ Nanuk in Sorge bleiben, jedoch auch wenn Sincessie es sehr schätzte musste er sich zurückhalten. Er war nicht mit ihr verwandt noch wäre er mit ihr liiert. Manchmal waren sie schon furchtbar diese Männer wenn sie meinten sie könnten in dem Lebenssüppchen einer Frau mit rühren nur weil sie meinten dass es falsch wäre sich mit einem für sie nicht passenden Partner zu Paaren. Überhaupt lag dies jetzt nicht mal in naher Zukunft oder gar im Interesse der jungen Wölfin. Sie wollte einfach nur ihr Volk rächen und da hatte sie nun die besten Chancen dazu. Auch wenn keiner wusste dass sie auch natürlich noch existierte, machte es die Sache für die junge Wolfsdämonin einfacher. Die Phiole die Sincessie aus dem Fluss brachte könnte zwar ein guter Hinweis sein, jedoch konnte sie alleine mit ungeübten Auge nichts feststellen woher es stammen mochte. Es konnte von überall kommen. Ohne Siegel war es schwer zu wissen woher es kam und nur jemand mit einem Blick für das Glas konnte es genau festlegen während sie die das Glasgefäß betrachtete schüttelte sie leicht den Kopf auf die Frage ob sie sich verletzt habe. Leider blieb ihr Blick still und ernst wie auch ihre Miene als ihr Gefährte sprach und sie nur widerholte was er gesagt hatte. "Das heißt also.. wir müssten uns wohl durchfragen.." dabei hob sie ihren Speer leicht an und beobachtete diesen. Natürlich wäre es nicht gerade einfach den Übeltäter zu finden doch irgendwie musste sie gestehen, dass sie froh war in solch einer unglücklichen Situation solch einen bewanderten Kerl an ihrer Seite zu wissen.

      Der zielstrebige Blick der Ernsten ging in die Richtung in der das Fuchsvolk hauste. So sehr sie diese Rote Pest auch verabscheute musste sie dort beginnen. Denn würden auch dort Opfer sein, wüssten sie dass es nicht nur sie beträfe. Erst als etwas noch für sie Undefiniertes ihre Schultern berührte. Ihr Blick mitsamt ihrem Haupt senkte sich um entdecken zu können, was sie da gerade eben berührt hatte. Sie hatte nicht mal richtig realisiert, was er zu ihr gesagt hatte. Reflexartig hielt ihre freie, blasse Hand nun den Mantel zusammen der er ihr umgelegt hatte. Das sie fast in dem Mantel verschwand stand außer Frage. Ihre Hand in der sie ihren Speer hielt festhielt deutete nun leicht in den Wald hinein. "Wir sollten die räudigen Füchse aufsuchen.." mit diesen Worten setzte sich Sincessie in Bewegung. Vielleicht war es ihr auch einfach unangenehm in solch einem Moment noch länger zu verharren, aber sie hatte gerade erst Kaon verloren und fühlte sich einfach unwohl solche Situationen zu erleben.

      Lange waren die beiden nicht unterwegs, jedoch schien die Abendsonne schon ihre Kreise zu ziehen. Hin und wieder sah die junge Frau hoch in den Himmel. Trommelwirbel, Gesang und Tanz war aus der Ferne zu hören. Man konnte als man näher trat auch ein großes Lagerfeuer sehen um das viele entblößte Wesen tanzten. Die meisten davon Frauen. Die Männer selbst trugen eigentlich einen Lendenschurz bis auf die noch nicht Geschlechtsreifen männlichen Kinder. Es gab auch verhüllte Frauen, jedoch waren diese entweder bereits vergeben oder ins höhere Alter gewechselt. Sincessie verzog leicht genervt die Brauen, empfand sie solch ein Benehmen eher als Freifahrtschein für ein Irrenhaus. Als man die Anwesenheit der jungen Wölfin bemerkte begannen sofort die jungen Weiber die gerade getanzt hatten ihre zähne bestialisch zu fletschen und ein Knurren kam aus ihrem Rachen. Sie wirkten wie Monster. Sincessie blieb ruhig und ignorierte die jungen Füchsinnen gekonnt ehe ein hochgewachsener Kerl nun auf sie zusteuerte. "Prinzessin Sincessie." kam von ihm mit einem leicht melodischen Unterton. "Was verschafft uns denn die Ehre..." Sincessie's Blick ging zu dem hochgewachsenen Fuchsdämon der sicher zwei Köpfe größer war als sie "...habt ihr es euch doch anders überlegt?" Bakan, so der Name des Dämons, war der Anführer der Fuchsdämonen und hatte sich überlegt Sincessie ebenso mit einem Bündnis der Ehe zu locken um deren Stämme zusammenzuschweißen. Es war schon oft vorgekommen, dass sich Füchs und Wolfsdämonen gepaart hatten, jedoch hatte dies nicht immer gut geendet. "Nein" kam kalt von der jungen Frau. "Hm.. jetzt wo Kaon tot ist.. stünde dem nichts mehr im Weg" minimal weiteten sich die Augen von Sincessie ehe die junge Frau nun ihren Speer fallen ließ und den Schopf von Bakan ergriff und diesen unsanft auf ihre Augenhöhe zog.

      War sie wirklich so stark dass sie einem ausgewachsenen Fuchsdämonen das Wasser reichen konnte?! "Erwähne nie wieder diesen Namen..." zischte sie und schon sah man wie der pure Hass aus ihren Augen quoll. Man sah den Schmerz und das Leid in jeder Faser ihres Körpers und ihrer Haltung. "....räudiger Rotpelz!" Bakan sah schmerzverzerrt zu der jungen Frau hoch und auch die ganzen Füchsinnen hatten sich verstört zurückgezogen. Dabei ließ sie Bakan's Haar nun los ehe dieser nun leicht nach hinten stolperte. "Graues Biest.." zischte der junge Mann nur ehe er sich erhob und dann wieder ein lächeln aufsetzte. "Ihr wisst wohl Bescheid über den Tod der Wölfe.. dann frage ich euch ob jemand von euren Leuten erkrankte" die Füchse sahen sich gegenseitig an. "Warum sollten wir dir Rede und Antwort stehen?" fragte Bakan nun während er sich sehr überlegen fühlend zu ihr sah. "Weil es euch sehr wohl betrifft..denn ihr wärt die nächsten.." dabei zeigte sie mit ihrem Speer auf Bakan der nun etwas zurückwich und dann feige wie er war zu seinem Volk sah. "Du willst nur unsere Angst schüren..Prinzesschen!!" Sincessie wollte dies nicht. Es war die Wahrheit. Das Land auf dem Sincessie's Volk gehaust hatte sollte Frei sein damit man es besitzen und neu besetzen konnte und dabei würde jeder Stamm und jedes intelligente Lebewesen im Weg sein. "Nein.."
      Es ergibt für mich keinen Sinn in einer menschlich sinnfreien Situation den Sinn zu sehen
    • Malok


      Irgendetwas im Blick der sonst so stoischen Wolfsdämonin machte ihn etwas stuzig, während sie den überdimensionierten Mantel um ihren Körper begutachtete. Sie dankte ihm nicht, lehnte den Mantel aber auch nicht ab, hielt ihn sogar behutsam an Ort und Stelle und dennoch... Malok glaubte zu bemerken, wie sie dieser gesamten Situation entfliehen wollte und ihren nächsten Weg aufzeigte. Gerne hätte er gewusst, was in diesem Moment durch ihren Kopf gegangen war und ob er sich die bedrückt zusammengezogenen Augenbrauen nur eingebildet hatte, aber zugleich hatte er auch nicht vor zu fragen. Einerseits erwartete er nicht, dass diese junge Frau freiwillig über ihre Gefühle berichten würde, noch war das hier der richtige Ort oder die richtige Zeit um sich um solche Dinge zu kümmern. Ihre Aufgabe war eine andere. "Ich folge dir auf den Fuß, meine Dame", meinte er daher nur charmant und machte mit einer flüchtigen Handbewegung deutlich, dass sie die Führung übernehmen sollte, immerhin wusste er quasi nichts über den Stamm der roten Fuchsdämonen, geschweige denn, wo man sie genau finden konnte. Doch eines war ihm schnell deutlich geworden: Sincessie schien wenig erpischt darauf, diese entfernten Verwandten ihres eigenen Dämonenstammes zu besuchen. Ein Umstand, der Malok nur noch neugieriger auf diese Füchse machte.
      Sonderlich lange musste er sich dabei nicht einmal gedulden. Die Abendsonne berührte noch nicht einmal den Horizont, als sie endlich ein weites Waldstück betraten und schweigend zwischen den breiten Baumstämmen umherzogen. Nur wenige Minuten später erreichte ferne Trommelmusik und heller und heiterer Gesang seine Ohren. Allein dieser Klang ließ es aufgeregt in seinen Fingerspitzen zucken. Warum glaubte er nur, dass er hier auf einen spaßigen Clan treffen würde? Kaum hatte er den Gedanken beendet wurden seine Vermutungen noch übertroffen. Weiche und von der Sonne geküsste Haut, vom warmen Licht eines großen Lagerfeuers beschienen. Nackte Haut, welche zierliche und absolut anziehende Kurven umzeichnete. Und eben dieser Anblick bot sich ihm nicht nur einmal. Nein, dutzende junge und vor allem nackte Fuchsdämoninnen tanzten mit Begeisterung um das wärmende Feuer und untermalten ihre eleganten Drehungen mit lieblichen Gesängen. Welch ein Augen- und Ohrenschmaus!
      Ob diese gelebte Freikörperkulter der Füchse - nicht nur allein von Frau sondern auch bis zu einem gewissen Grad vom Mann - Grund für Sincessies Abneigung gegenüber der Dämonen war? Malok konnte dies beim besten Willen nicht nachvollziehen, hätte er sich doch selbst am liebsten bereitwillig unter das feiernde Volk gemischt und sich eben so wie sie der herrlichen und nackten natur hingegeben. Leider verflog die heitere Stimmung aber sofort, als man ihr Erscheinen bemerkte. Sincessies Abneigung beruhte offenbar auf Gegenseitigkeit, weswegen die schönen Frauen ihren Tanz unterbrachen und sich lieber darauf konzentrierten die Wolfsdämonen mit Knurren und geflätschten Zähnen abzuweisen. Schade, dabei hätte ich so gerne mit ihnen getanzt, überlegte Malok minimal enttäuscht, ließ es sich aber dennoch nicht nehmen, die knurrenden Schönheiten mit einem charmanten Lächeln zu begrüßen, immerhin schien sich ihre Wut ja nicht gegen ihn zu richten.
      Als der offenbare Anführer des füchsichen Stammes schließlich vor sie trat hielt sich der Assassine geschickt im Hintergrund. Er würde sich hier nicht einmischen, nicht solange er die Situation nicht genau einschätzen konnte. Außerdem war er in dieser Gegend absolut fremd und damit in jeder Lage im Nachteil. Somit musste er sich wohl oder übel auf Sincessies Verhandlungsgeschick verlassen und lauschte aufmerksam ihrer Unterredung, welche ungeahnt... grobe Bahnen annahm. Koan...? Egal wer der ehemalige Besitzer dieses Namens auch gewesen sein mochte, er musste Sincessie wichtig gewesen sein, außerdem musste er wohl zu den Gestorbnenen aus ihrem Dorf gehören. Diese Füchse wussten also schon über alles Bescheid... nun zumindest über einen Großteil.
      Bakan - der hochgewachsene Anführer des Fuchsklanes - schien kein dummer Mann zu sein, aber er schien auch nicht den Ernst der Lage zu verstehen... offensichtlich nicht, wenn sein Volk hier einen wahren Freudentanz zu veranstalten schien. Sollten sie am Ende den Untergang der silbrigen Wolfsdämonen feiern. Während sich die Lage zwischen Bakan und Sincessie zuzuspitzen schien, atmete Malok einmal tief ein und aus. "Es gibt keine festen Beweise für unsere Theorie, aber da ihr zu wissen scheint, was mit Sincessies Stamm geschehen ist, gehe ich davon aus, dass ihr Späher bein nahe gelegenen Dämonenclans postiert habt." Bakans forschende Fuchsaugen lagen umgehend auf dem Assassinen, der sich soeben ruhig an seiner Begleiterin vorbei schob und sich ohne Scheu vor dem minimal größeren Stammesführer aufbaute. "Wenn ihr uns also heute nicht glauben wollt, könnt ihr gerne in den kommenden Tagen und Wochen beobachten, wie es einen Clan nach dem anderen treffen wird. Natürlich nur, wenn ihr nicht direkt die nächsten seid. Die Silbrigen Dämonen waren mit ziemlicher Gewissheit nur ein Anfang." Malok spührte wie sich Protest in der Kehle seines Gegenübers formte, doch er ließ ihn erst gar nicht zu Wort kommen, sondern hielt ihm einfach nur stumpf die gefundene Phiole aus dem Fluss vor die Nase. "Ich gebe zu, dass ich mit euren Völkern nicht sonderlich viel zu tun habe, aber ich weiß, dass ihr Tierdämonen in der Regel keine Gefäße dieser Art anfertigt, geschweige denn Gift anrührt, dass alleine für eure Art zur Gefahr werden kann." Bakan schien seine Antwort herunterzuschlucken und stierte Malok nur missgünstig an. "Da es deinen Leuten soweit gut zu gehen scheint, ist davon auszugehen, dass das Gift bereits weitestgehend aus dem Fluss verdunstet ist, aber ihr solltet in den nächsten Tagen dennoch andere Trinkquellen suchen und keinen Fisch aus dem Gewässer zu euch nehmen. Die Menge an Toxin die man in den Fluss gekippt hat, sollte ursprünglich sicherlich mehr als nur einen Stamm auslöschen beziehungsweise Schwächen. Ansonsten würde man keine so enorme Menge von dem Zeug verschwenden." Wahrscheinlich war diese Aktion sogar noch ein einfacher Testlauf, um herauszufinden, wie gut sich das Gift gegen Wolfsdämonen machte... Malok befürchtete, dass der nächste Anschlag noch extremere Ausmaße annehmen könnte. Was würde zum Beispiel passieren, würde man Akuma no Arumu direkt in die Leiber von lebenden Fischen injizieren? Immerhin reichte schon eine geringe Menge der aufsteigenden Gase, um selbst eine starke Dämonin wie Sincessie in die Knie zu zwingen. "Früher oder später werdet auch ihr ein Ziel werden", versicherte Malok schließlich ernst und ließ seine dunkelbraunen Augen nicht nur über Bakan sondern auch über sein aufmerksam lauschendes Gefolge gleiten. "Um das zu verhindern, solltet ihr eure Spione aussenden und alle umliegenden Stämme vor der nahenden Gefahr warnen und uns zudem alles berichten, was besagte Spione in den letzten zwei Tagen Fluss aufwärts bemerkt haben. Soweit ich weiß, verirren sich nur recht selten einzelne Menschen in diese Gegenden, also sollten sie euch sicher nicht entgangen sein. Vielleicht habt ihr den Täter also bereits bemerkt." Malok schob die Phiole zurück in seine Bauchtasche, bevor er geduldig die Arme vor der Brust verschränkte und aberwartend zum Fuchsdämon aufblickte.
    • Bakan kratzte sich nun leicht nachdenklich an seinem Hals ehe er zur Seite trat und eine einladende Geste machte um die beiden in eine Höhle einzuladen. Natürlich wurde ihnen hinterhergesehen ehe die Feier weiter ging. Bakan war nun alleine mit den beiden Ankömmlingen in seiner Höhle. Nachdem sich der Fuchschef mit den beiden gesetzt hatte, legte er seine Arme auf seine Oberschenkel während er kurz einen kleine Laut ausstieß um eine von seinen Mädchen zu rufen, die auch daraufhin sofort erschien und sich zu ihm hinunterbeugte damit er ihr was ins Ohr zu flüstern konnte. Das junge Kind nickte nur ehe sie selbst wieder nach draußen verschwand. Sincessie ignorierte das nackte, rothaarige Mädchen bis diese wieder zurückkam und den beiden einen Korb voller Köstlichkeiten hinstellte. "Bitte" erklang ihre helle Stimme ehe sie lächelte, sich mit Absicht neben Malok setzte und sich einfach bei ihm einhakte, wie es oft irgendwelche unterwürfigen Frauen taten. Sincessie blickte zu der jungen Frau die sich regelrecht an ihren Begleiter ranschmiss. Normalerweise wäre ihr es gleichgültig was passieren würde, doch dieser Stamm war dafür bekannt dass beschlafene Männer nicht wieder zurückkehrten. Selbst einige Wolfsdämonen hatten sich auf hübsche Füchsinnen eingelassen in der Hoffnung eine Partnerin für das Lebens zu finden und selbst die waren als sie diesen Bestien vertrauten nicht wieder nachhause gekehrt. Dies war auch ein Grund weswegen Sincessie dieses Volk mehr als alles andere hasste. "Tinka scheint euch gut zu finden" witzelte Bakan und sah dann kurz aus der Höhle. "Es gibt viele Reisende die sich hier erleichtern..und meine Mädchen sind da eigentlich ganz friedfertig.." versuchte er Malok die junge Schönheit anzupreisen. Die Wolfsdämonin sah zu der Füchsin hinunter die ganz unschuldig über den Oberarm von Malok streichelte als würde sie ihn wie sonst was anhimmeln.

      Als wäre er ihr Ritter in der goldenen Rüstung der sie nach so vielen Jahren der Gefangenschaft endlich befreien würde. "Wenn ihr noch weiterleben und Kinderlos bleiben wollt solltet ihr das nicht tun." warnte Sincessie ihn vor als sie sich halb zu ihm drehte bis die Wölfin einen kalten Blick der nackten Füchsin erntete. "Ich weiß genau was mit den Männern hier passiert.." Bakan hob eine Braue und setzte sich nun hin.Er wusste dass sie ihm in die Parade fahren würde, wenn er versuchen würde sein Volk zu erweitern. "Warum bist du nicht mitgestorben.." dabei massierte er sich definitiv genervt die Schläfen. "Ich kann nicht behaupten dass ich nicht begeistert wäre über den Tod der Wolfsdämonen.. somit haben wir mehr Platz und können ein zweites Dorf errichten." Sincessie selbst vergrub ihre Hand in der Erde auf der sie saß als er so abwertend und minderwertig über ihres Gleichen sprach. "Zügel dich Bakan!" brachte sie knurrend hervor. Der junge Mann schmunzelte kalt und ihre Blicke trafen sich. "Warum sollte ich? Laut diesem Mann im Wald dürftest du gar nicht mehr leben. Also warum tust du es?" nach dieser Frage wurde der verhasste Blick der jungen Wölfin etwas fragend bis plötzlich die Augen von Bakan rot glühten. Sincessie weitete leicht l ihre Augen und schon blickte sie zu der nackten Schönheit die neben Malok saß. Auch diese hatte ein schlimmes Lächeln auf den Lippen und auch ihre Augen glühten in einer hellroten, diabolischen Farbe. Draußen hörte man einige Dämonen lachen während sich die ganzen Fuchsdämonen in ihre wahre Gestalt verwandelten. Dem Mädchen neben Malok wuchs eine gewaltige, bräunliche Pranke mit langen Krallen und hätte Sincessie nicht reagiert indem sie dem Fräulein mit der Faust ins Gesicht schlug um diese außer Gefecht zu setzen würde Malok sicher schon verschlungen worden sein. Dabei legte Sincessie nun ihren Arm an die brust ihres Begleiters den sie nun leicht hinter sich schob, als es plötzlich begann in der Höhle zu rauchen. Das heiße und helle Feuer kam aus dem Mund von Bakan der dieses direkt auf die beiden blies. Während die junge Frau ihren Speer zwischen ihren Finger zu drehen begann, glitten die Funken des heißen Feuers knapp an ihr vorbei, denn durch den Wind der durch die Propellerartige Bewegung mit dem Speer erzeugt wurde, nicht nur das Feuer sondern auch der Rauch weggeblasen. Natürlich sammelte er sich hinter Malok und irgendwann würden die zwei ersticken. Während sich der Chef der Fuchsdämonen in seiner Verwandlungsphase befand sah die junge Kriegerin ihre Chance zu fliegen und nutzte einen Moment aus indem er gerade Kraft sammelte um neue Feuerschwaden aus seinem Inneren auf die beiden Opfer zu lassen. Sincessie ergriff Malok fest am Handgelenk und lief nun einfach los ehe sie versuchte sich an dem Mann vorbeizukämpfen der mit seinem halb verformten Gesicht versuchte nach ihr zu schnappen schlug sie kräftig mit ihrer geballten Faust zu und dies sah ziemlich schmerzhaft aus denn der ganze Oberkörper des jungen Dämons neigte sich zur Seite. Das war der Moment indem sich beide aus der Höhle verziehen konnten.

      Während sie anderen Fuchsdämonen ihnen folgte und manche in ihrer Menschenform blieben um auf den anderen Mitgliedern zu reiten, holte eine der Mädchen eine Menschliche Schusswaffe aus ihrer Höhle und stieg ebenso auf. Sofort wurde die Verfolgung von Sincessie und dem hübschen Mann aufgenommen. Irgendwann wurde der gleiter der jungen Silberwölfin zu langsam für sie und somit musste Sincessie sich den jungen Mann unter den Armklemmen, als wäre er ein nasser, großer Sack. Eines musste man ihr lassen; Sie war wirklich stark. Nun warn sie auf der Flucht. Doch das hatte nichts mit Feigheit zu tun sondern damit dass Sincessie nicht auf der Höhe war und Malok ein Mensch der gegen Dämonen vielleicht nicht so viel ausrichten konnte. Sie vertraute der ganzen Sache nicht. Natürlich wurden die beiden durch den Wald gehetzt und plötzlich fielen hinter der laufenden Frau Schüsse die sie knapp verfehlten. "Was war das?!" kam von dieser nun etwas fragend ehe schon wieder eine silberne kleine Kugel vorbeiflog und vor ihr in einen Baum einschlug. "Eine..Schusswaffe, aber..." doch mehr konnte sie auch nicht sagen, da wurde Sincessie auch schon durch einen nächsten Schuss zu Fall gebracht. Unsanft kugelte sie mit Malok am Boden. Als sie versuchte sich aufzurichten weitete die junge Frau ihre Augen. Ein stechender Schmerz in ihrem Arm machte sich breit und somit fiel ihr Speer zu Boden ehe sie sich eine stark blutende Wunde hielt die sich unter ihrem Schultergelenk befand. "Ah.." stöhnte sie kurz ehe sie auf ihre Handfläche blickte die sich dunkelrot verfärbt hatte als diese ihre Wunde berührte. Sie war also wirklich getroffen worden. Nein! Sie würde hier und jetzt sicher nicht zu Grunde gehen. Nicht bevor sie ihr Volk gerächt hatte! Dann konnte sie auch schon die Stimmen des Fuchsvolkes hören, dass ihnen hinterherjagte und den Abstand zu ihnen verringerte. Sincessie blickte sich um ehe sie wieder aufstand. Natürlich ergriff sie auch Malok's Handgelenk. "Hör mal, wenn ich zu schnell werde.. spring auf meinen Rücken..." Natürlich zitterte Sincessie nun am ganzen Leib und ihre Wunde machte es ihr sehr wohl zu schaffen, jedoch hatte sie dafür jetzt keine Zeit. Sie hatten keine Zeit. Sie musste sich selbst und Malok in Sicherheit bringen. Der schnellste und sicherste Ausweg aus dieser Lage war eine Schlucht die sich hier in der Nähe befand. Deswegen würde sie nun wohl einen Sprung wagen, der für ihr Volk relativ einfach war für eine Verwundete aber relativ schwer und auch für Fuchsdämonen diesen Ranges nicht zu schaffen. Langsam ging sie los ehe ihre nackten Beine immer schneller und schneller wurden. Das Keuchen und Stöhnen dass aus ihrer Kehle drang, hieß auch dass ihr die Wunde sehr wohl zu schaffen machte doch es wurde von der jungen Kriegerin gekonnt ignoriert. Den Mantel des jungen Mannes hattes sie schon längst im Kampf des Gefechtes verloren. Als Sincessie selbst zu schnell für ein Menschenwesen mit extremer Schnelligkeit wurde, musste sich Malok wohl oder übel auf ihren Rücken verlagern und man erkannte einen Felsvorsprung und einen sehr tiefen Abhang der die beiden Gefährten von der anderen Seite trennte. Darunter befand sich laut dem eigenen Gehör rauschendes Wasser und man konnte in der Ferne einen tosenden Wasserfall genießen, wenn man nur Zeit für dieses unglaublichen Anblick hätte.

      Plötzlich wurde es unter Malok ziemlich haarig, als sich die junge Wolfsdämonin in einen riesigen silbrigen Wolf verwandelte und auf den Abgrund zusteuerte. Das gewaltige, fast gottgleiche Tier mit dem Assassinen auf dem Rücken stieß sich mit seinen gewaltigen Hinterpfoten ab, machte sich lang ehe die beiden für wenige Sekunden flogen. Wie Vögel erhoben sie sich majestätisch empor ehe es wieder bergabwärts ging und Sincessie gerade noch so landen konnte. Sie Landung auf dem anderen Land teil dürfte nicht gerade Schmerzfrei vorbeigehen. Da sich die beiden mehrmals überschlugen ehe Sincessie sich sofort zitternd aufrichtete. Mittlerweile hatte sich ihre Wunde als gefährlich herausgestellt denn während sie sich zurückverwandelte konnte man die Wunde gut erkennen aus dieser unermüdlich das Blut quoll nach dieser Anstrengung. Das Fuchsvolk schaffte es gerade noch bis zum Abgrund ehe diese an hinunter blickten und Bakan nun an den Rand trat. „Dieses mal bist du entkommen.. Teufelsweib..“ zischte er ehe er sich mit seinem Gefolge nun wutentbrannt abwandte und zurück in den Wald ging. Immer noch war der Atem der jungen Frau relativ laut zu hören ehe sie nun zu ihrem Begleiter sah. Sie selbst sah ziemlich mitgenommen und schmutzig aus. Die Spuren des Kampfes waren deutlich zu sehen und an manches stellen ihres Körper hatte sie einige Abschürfungen, blaue Flecke und kleinere Wunde zu sich gezogen. Der Speer ihres geliebten Volkes war in dieser Zeit auch verloren gegangen und somit besaß sie nun keine Waffe mehr. Das Bild dass sich hier darbot zeigte eine echte Kriegerin die wohl bis ans Äußerste was es gab kämpfen würde, eine wahre Anführerin. Als sich die Blicke der beiden Gefährten trafen nickte sie leicht in Richtung Wald indem die beiden verschwinden sollten um Schutz zu suchen. Da es immer dunkler wurde mussten die beiden wohl in nächster Zeit ein Lager aufschlagen.

      Am Himmel hatten sich einige Regenwolken gebildet und diese ergossen sich jetzt über das Land. Alles hüllte sich in ein fades Dunkelgrau während die beiden einen kleinen Waldweg entlang gingen. Wieder wurde die Wolfsdämonin nass und irgendwann übermannte der Schmerz in ihrem Arm so, dass er sich durch ihre Nervenbahnen bis ins Gehirn fraß. Dabei musste sie kurz stehen bleiben und zog die Luft scharf ein ehe sie selbst zu Boden ging. Als der Regen stärker wurde fand sie es gut, dass sie sich direkt unter einem großen Laubbaum befanden. Vielleicht nicht der sicherste Ort, aber wenigstens ein Platz zum kurz verweilen, da Sincessie so oder so nicht mehr weitergehen konnte. Die ganze Zeit über hatte sie den Mund gehalten und auch jetzt überlegte sie, was sie tun könnte damit sich ihre Schmerzen linderten. Dabei dachte sie an ihren Vater und was er ihr beigebracht hatte. Deswegen streckte sie ihren Hand unter den prasselnden Blättern des Baumes hervor. Der starke aber auch sanftmütige Regen traf ihre blasse, verdreckte Hand und säuberte somit ihren Arm, während die Tropfen ihren Arm hinunterliefen und an ihrem Ellenbogen hinabtropften. Nachdem der Arm das einzige an ihr war, was nass und auch sauber war, richtete sie ihren Blick gerade starr nach vorne und versuchte somit einen Punkt in ihrem Sichtfeld zu fixieren ehe ihre zierlichen Finger sich in ihr eigenes Fleisch vergruben. Dabei verzog sich ihr Gesicht ehe ein tiefes schmerzverzerrtes grollen aus ihrer Kehle drang. Es dauerte einige Sekunden ehe sich die Gesichtszüge der hübsche Frau wieder entspannten und sich tief ausatmend gegen den großen, dicken Baumstamm lehnte, der sich hinter ihr befand. Somit hob sie die eben noch saubere Hand und erblickte war ihre zierlichen und jetzt voller Blut getränkter Fingern aus ihrem eigenen Leib gezogen hatten. Während ihr Atmen schwer nach draußen gang begutachtete sie diese und war heil froh, dass dieser Störenfried und Schmerzverursacher aus ihr getreten war. Nachdem sich die hektische Atmung der jungen Grünhaarigen wieder normalisierte und sie die Augen schloss. „Die haben also.. gemeinsame Sache gemacht..“ gab sie feststellend von sich. Nicht mal die junge Wolfdämonin hätte das diesen räudigen Volk zugetraut so hinterlistig zu sein.

      Es ergibt für mich keinen Sinn in einer menschlich sinnfreien Situation den Sinn zu sehen