Splitterwelten | Wolfslegende & Laska

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    • Splitterwelten | Wolfslegende & Laska


      Es war ein heller Abend.
      Die Sonne, noch nicht einmal wirklich dem Horizont genähert, teilte sich den Platz am Himmel mit dem blauen Mond. Wie Bruder und Schwester standen sie dort und harmonierten miteinander, obwohl sie sich doch um den heißbegehrten Thron streiten müssten. Die Dinge liefen hier anders ab, und wenn man den Geschichten glaubte, hatte die Welt ohnehin ganz anders ausgesehen, seitdem die "Fremden" eingefallen waren. Sey kannte die Stadt nur so: voller Rauch, Dampf und lauten Geräuschen. Der Geruch des Essens in den verschiedensten Kneipen stieg ihr zur Nase und sie merkte das große Loch in ihrem Bauch. Heute hatte sie sich noch keine Zeit gegeben, etwas Warmes zu sich zu nehmen, der ganze Tag war voller Botengänge gewesen.
      Im Gegensatz zu den Naturgewalten im Himmel wirkten die doch eigentlich großen Laternen an den belebten Straßen von Muenia schon fast unwichtig. Aber die Menschen, Wesen der Stadt schätzten sie sehr - denn wer arm war, konnte kaum schlafen und die Nacht war ein willkommener Gastgeber für allerlei zwielichtige Geschäfte.
      Eine dunkle Gestalt blieb dort wo sie war, während die Straßen zu pulsieren schien. Ihre Silhouette zeichnete sich in dem schwachen Licht einer Laterne ab.
      Sey streifte ihre Kapuze ab. Die hellen Augen blickten hoch zum Mond und dann auf die frequentierte Straße neben der Gasse, in welcher sie an der Wand lehnte und eine Zigarette aus ihrer Jackentasche zog. Das half immerhin für einen kurzen Moment mit dem Hunger. Sie musste noch warten, bis ihr liebstes Gasthaus öffnete. In den anderen hingen viel zu oft irgendwelche Wachen ab, die nur darauf warteten, bekannte Taschendiebe mitzunehmen. Als sie die Metallbüchse gefunden hatte, zog sie eine der Zigaretten heraus und steckte sie sich lässig zwischen die Lippen. Während die linke Hand die Büchse in die Tasche zurückfallen ließ, schnipste Sey mit der rechten Hand kurz unter der Zigarette und die Flamme, die sich zwischen ihren Fingern bildete entzündete den Glimmstängel. Ihr Kopf sackte bei dem ersten Zug gegen die Wand hinter ihr und sie sah zu dem Mond hinauf. Ein beschissener Tag zwischen vielen.
    • Keuchend rannte der junge Mann durch die Gassen der von Ruß, Dreck und anderen Dingen verdreckten Straßen, nicht wissend wohin eigentlich. Manchmal stieß er gegen grimmige Gestalten, nur um eine Entschuldigung zu murmeln, während er danach weiter ließ, nicht wirklich auf seine Umgebung achteten. Man grunzte ihn an oder beschünfte ihn, sagte er sollte darauf achten wohin er lief und andere Bezeichnungen, die er vorher noch nie gehört hatte. Doch er hielt nicht an, wissend das er so weit weg wie möglich müsste.
      Seine ganzer Körper brannten wie Feuer, aber nicht allein wegen der ungewohnten Anstrengung. Es war ein seltsames Gefühl zwischen Schmerz und einem Tauben Gefühl, dass von seinem Körper Besitz ergriff.
      Er in seinen fast schon edleren Kleidern von dem Magierzirkel wirkte nicht so als würde er hier hin passen, in Mitten dem Teil der Stadt in dem die Arbeiter sich aufhielten.
      Schlitternd um die Ecke stürzten, während er hektisch einen Blick hinter sich warf, auf der Suche nach seinen Verfolgern, erkannte er nicht die Person die an die Wand gelehnt war, so daß er mit voller Wucht geradewegs in jene hinein lief und stürzte. "Uff!", keuchte er Erschrocken als der Schmerz durch den Aufprall und Fall die ganze Luft auf seine Lungen presste.
    • - Sey -

      Aus dem Mund des Bastards kam der letzte Zug des verdichteten Rauches und Sey löste sich von der Wand. Sie hatte noch Bachkraut hineingetan, etwas was seit Jahren den Menschen der Stadt half, wenigstens für kurze Zeit abzuschalten. Die junge Frau wollte gerade den Rest in die Gasse werfen, als sie schnelle Schritte vernahm, aber da hatte es jemand wirklich eilig, denn bevor Sey reagieren konnte, wurde sie schon umgeworfen. "Verdammt, hast du keinen Augen im Kopf?" Ihr Kopf schwirrte, von dem Kraut und dem Aufprall und nur langsam rappelte sie sich auf. Sie erhob sich und klopfte sich den Dreck vom Mantel, schüttelte genervt den Kopf. Der Typ war in ihrem Alter und zugleich sah er viel zu jung für diesen Ort aus. "Ich glaube, du bist hier falsch. Das Magierviertel ist dahinten", brummte sie.
    • Langsam richtete er sich vom Boden auf, zog dann aber leicht zischend die Luft ein, als der Schmerz seine linke Seite durchzog. Zögerlich griff er unter seine Kleidung, nur um in etwas warmes, feuchtes zu fassen. Wann war das passiert...? War er in dem Chaos getroffen werden?
      Irgendwie hatte er nichts davon mitbekommen, sein Verstand war immer noch im Zustand des Schicks und des nicht begreifen Wollens.
      "W-Was...?", murmelte er, sich etwas blass im Gesicht und immer noch mit blutverschmierter Hand zu der fremden umdrehen, in welche er hinein gelaufen war. Was sollte er nur tun? Was sollte er nur tun?
      Sein etwas benebelter Kopf war völlig überfordert und wusste nicht mehr weiter. So konnte er doch nicht weiter laufen! Was wenn er Zuviel Blut verlor? Allein beim Anblick seines Blutes wurde ihm schon schummrig und etwas übel.
      "H-Hilfe...", keuchte er endlich, sie einfach nur verzweifelt ansehen. Er wollte und konnte nicht mehr zu den Magiern und den Zirkel zurück. Er konnte sich an niemanden für Hilfe wenden, er kannte doch sonst keinen!
    • - Sey -
      Die junge Frau wich zurück, als ihr Gegenüber sich langsam erhob und unter den Mantel griff. Ihre Faust hatte sich neben ihrer Seite geballt, während die Welt sich wieder gerade stellte. Bei einem gemütlichen Date mit ihrer Zigarette wollte sie nicht gestört werden und wenn dann auch noch eine Waffe gezogen wird, konnte auch Sey ziemlich ungemütlich werden. Als der Fremde sich umdrehte, zog die Blonde die Augenbrauen hinab, ging einen Schritt auf ihn zu. "Hey, drehen sich bei dir noch alle Räder? Du siehst ja gar nicht gut aus ..." Die Faust noch immer bereit neben ihr, falls der junge Mann in seiner Verwirrung doch zuschlagen würde. Er sah gar nicht gut aus. "Fuck. Scheiße, oh nein nein, ich hab wirklich keine Zeit auf den Scheiß", brummte sie und sie ging einen Schritt zurück, hob die Hände und schüttelte den Kopf. Ihre blonden Haare flogen hektisch um ihren Kopf. Aber sie konnte ihn nicht einfach hier liegen lassen. Ein Mensch so Fehl am Platz und verletzt hatte keine Chance im Gebiet der Kai - der Bastarde. Sie bückte sich fluchend zu dem Jungen und griff ihm unter die Arme, richtete ihn auf. "Du hast dir echt die falsche Gegend ausgesucht, um zusammenzubrechen. Komm, mein Zuhause ist nicht weit von hier", knurrte sie unzufrieden und zog ihn mit sich. Wenn er Hilfe wollte, sollten sie schnell weg von ihr.

      Ihr Zuhause war eine Luke auf einer belebten Straße, die Sey aufhob und den Jungen anwies, zuerst darein zu klettern. Ihr Loch hatte wenig Miete, bot aber genügend Platz für mindestens drei von ihrer Sorte. Sobald der Fremde drin war, schloss sie die Luke über sich und sperrte den Lärm aus. "Leg dich hin, ich schau mir deine Wunden an." Sie war nicht begeistert, aber ein Unmensch war sie auch nicht.
    • Wirklich zu etwas in der Lage war er im Augenblick nicht und auch wenn er sie nicht kannte, schien sie bereit zu sein ihm zu helfen. Auf jedenfalls besser als hier im Dreck der Straße liegen zu bleiben. "I-Ist s-soviel Blut n-normal?", fragte stammelnd langsam, während sie ihn weiter zog, geradewegs zu einer belebten Straße und einer Lucke am Boden. Etwas verwirrt sah er sie an, folgte aber ihren 'Befehl' sobald sie ihn noch mal etwas eindringlicher zeigte da hinunter zu klettern.
      Est als er unten angekommen war, immer noch den pochenden Schmerz an seiner Seite spürend, sah er sich etwas unsicher um, nicht wirklich wissend, ob das gut war, was er hier tat. Oder wissend, was er nun groß tun sollte.
      Es war zwar nicht so edel wie im Magier Turm, aber er wollte auch nicht einfach so alles mit Blut beschmieren.
      "D-Danke...?", kam so zögerlich von dem jungen Mann. "Hinlegen? E-Einfach auf den Boden?"
    • - Sey -

      Ein kehliges Lachen, dunkler vom jahrelangen Rauch und Dampf der Stadt als es früher mal war, ertönte. "Kommt drauf an, was du vorhattest. Für einen Haarschnitt ist das zu viel Blut, wenn du dich mit einem Messerstecher angelegt hast, vermutlich genau richtig." Manche würden sie für pietätlos halten, aber wer hier aufgewachsen war, sah ständig Leute sterben. Sie selbst hatte eine Waffe nicht weil sie sie so schön fand und gerne dabei zuhörte, wie sie ins Leere abgefeuert wurde. "Ich schau mir das gleich an", brummte sie, während er hinunterstieg und während sie in der Mitte ihres Zuhauses stand, hob sie ihre Hand und schnippte in Richtung der Lampen, die von Zauberhand den Raum erhellten. Überall hangen Tücher, lagen alte Teppiche oder standen massive Kisten herum. "Auf das Bett, oh Götter. Wer hat dich denn rausgelassen?" Sie kam auf den Mann zu, schob ihn in Richtung der Matratze, die in einer gut beleuchteten Ecke lag. Sie drückte ihn auf ihr "Bett" und hob sein Hemd an, zog die Luft zwischen ihre Zähne. "Okay, der Haarschnitt war es nicht. Was dir passiert ist, kann ich mir denken, aber warum?" Sie ließ das Hemd los und suchte nach einer der kleineren Kisten und als sie sie gefunden hatte, setzte sie sich vor den jungen Mann auf den Boden. "Ich mache hier keine Wohlfahrt, nur das das klar ist. Aber ein toter Fremder ist am wenigsten wert."
    • Einen Haarschnitt? Messerstecherrei? Etwas perplex blickte er die junge Frau an und versuchte ihren Worten zu folgen. "W-Weder noch...", stammelte er, nur um gleich zu dem Bett geschoben zu werden. Nun gut wenn man dies so Bett nennen könnte. Er war etwas ganz anderes gewohnt und ihm war nie in den Sinn gekommen das es den Menschen hier draußen anders erging. Das deren Definition von einer Wohnung oder einem Bett eine andere war. Immerhin realisierte er ja noch das sie wohl Feuermagie verwenden könnte, eine gefragte und nützliche Art der Magie, doch schon lag er auf dem Bett und war wieder durch seine Wunde im hier in jetzt. Leise etwas unter den unbekannten Schmerzen jammernd, ließ er etwas wiederwillig zu, dass sie die lange Magierkleidung zur Seite schon um einen Blick auf die Wunde zu erhaschen. Sie war nicht übermäßig groß aber länglich und etwas tiefer. Man könnte vom Glück reden das wohl keine Organe verletzt waren, schön würde aber anders aussehen.
      "W-Was passiert ist?", wiederholte er, nur um danach den Mund zu schließen. Er verstand es selbst ja nicht oder eher wollte es immer noch nicht begreifen. Wieso hatte die Leute vom Zirkel versucht ihnen weh zu tun...?
      "Ich... weiß es nicht.", stammelte er weiter. "Eventuell war es meine Schuld?" Hatte er am Ende selbst Schuld gehabt, einfach weil er keine Magie nutzen könnte?
      Doch als sie vom Tod sprach starrte der Schwarzhaarige Bursche sie verschreckt an. War es so schlimm? Würde er nun wirklich sterben?
    • - Sey -

      Leise seufzend beugte sich Sey über ihre kleine Kiste und suchte nach einem breiten Messer, welches mehr stumpf als scharf war, aber es ging ihr hier auch nicht um die Klinge als solche. "Du bist also freiwillig in ein Messer hineingelaufen, huh?" Ihr Ton war sarkastisch, scharf und doch schien sie den jungen Mann nicht per se lächerlich machen zu wollen. Nur ein wenig auf den Arm nehmen, wenn sie schon ihren Kopf für ihn hinhielt, ohne seinen Namen zu kennen. "Schau nicht so, du wirst schon nicht sterben. Aber schön wird es auch nicht." Sie erhob sich und drückte dem jungen Mann ein Stück Holz in die Hand. "Beiß drauf, das wird wehtun." Sey hatte keinen blassen Schimmer, warum sie das tat. Die Straßen von Kai hatten ihr wenig Wohlwollen entgegen gebracht - aber auch Sey hatte - wenn auch selten - Glück erfahren, wurde aus den Fängen von Hexenjägern gerettet oder von einem besonders geschickten Freund aus der Arrestzelle geholt.
      Sey beugte sich über den jungen Mann, drückte ihn so auf die Matratze, dass sie sich über ihn hocken konnte, ihre Beine lagen an den Seiten seiner Hüfte. "Ich muss das zubrennen, sonst stirbst du schneller an einer Sepsis, als ich die Wunde schließen kann. Und dann nähe ich sie zu, aber nach dem Brennen wirst du ohnehin nichts mehr an der Stelle spüren. Für eine Weile." Nicht das erste Mal, dass sie jemanden eine brennende Klinge gegen das Fleisch drücken musste. "Ich zähle runter von Fünf ... Fünf." Sey hob die linke Hand an die Klinge und die Flamme in ihrer Hand begann sofort das Metall zu umzüngeln, es rot anlaufen zu lassen. "Vier." Sey ließ die Klinge etwas abkühlen, sah die Angst in den Augen ihres "Patienten". Wenn ihm das schon Angst machte ... "Drei. Zwei." Und bevor sie hörte auf Null zählen können, drückte Sey die Klinge mit der Seite auf die Wunde und hörte das Zischen, roch das angesengte Fleisch. Sie wandte ihren Kopf ab und ehe zwei Herzschläge vergingen, hob sie die Klinge auch schon wieder an und ließ sie zurück in die Holzkiste fallen.
    • In ein Messer hinein gelaufen? Freiwillig? So hatte er es nicht gemeint, aber so wirklich wissen tat er auch immer noch nicht wie all dies passieren konnte. Er weigerte sich ja immer noch die Wahrheit hinzunehmen, von dem was er mit eigenen Augen gesehen hatte und was ihm selbst widerfahren war. Sein Verstand und Kopf weigerten sich einfach. All dies war so oder so zu viel, zumal waren Magier nicht immer so hoch angesehen gewesen? Es war einfach zu viel.
      Aber ihre Worte, dass er nicht sterben würden beruhigten ihn dann doch ungemein. Zugegeben, er hatte echt große Angst vor dem Tod und wollte ganz sicher nicht wegen einer Verletzung drauf gehen. Doch ehe er sich versah schob sie ihm auch schon ein Stück Holz zwischen die Zähne. Wieso denn das? Verwirrt blickte er sie an, nur um sich zu fragen was sie genau damit meinte das es 'wehtun' würde. Wollte sie nicht einen Heiler kontaktieren? Wobei konnten sie das überhaupt, wenn der Magierzirkel ihn suchte? Viele Heiler die Magie wirken konnten standen mit jenen ja in Verbindung.
      Dann erblickte er auch schon das Messer und hörte sie erklären, wie so vorgehen wollte. ZUBRENNEN?!
      Tat das nicht weh? Er wollte das Holz schon aus dem Mund nehmen und etwas erwidern, aber da begann sie auch schon zu Zählen. Kalter schweiß schoss ihn auf die Stirn und sein herz raste vor Angst. Gab es denn keinen anderen Weg?!
      Aber da brannte sich auch schon das glühende Heiße Metall in seine Seite und man konnte nur gedämpft die Schmerzenslaute am dem Holzblock vorbei vernehmen. Danach war stille. Um genau zu sein, der junge Bursche, hatte wohl wegen des neuen Schmerzes und Stresses das Bewusstsein verloren.
    • - Sey -

      Nicht unbedingt überrascht, sah Sey zu ihrem Patienten und rollte mit den Augen. "Sleep tight, little Witcher", murmelte sie und zog ihm das Holz aus dem schlaffen Mund. Sie ließ es auf die Matratze fallen und holte die nächsten Werkzeuge. Sein Körper hatte wohl noch nie etwas Schlimmeres als einen Papierschnitt gesehen zuvor. Sie fragte sich, was er hier machte. Die Straßen von Kai - die Straßen des Bastards - wurden nicht ohne Grund so genannt und wenn man nicht musste, trieb man sich hier eigentlich nicht auf. Über sich spürte Sey das Poltern der Pferde und Autos auf den Straßen und immer wieder kam ein bisschen Ruß von der Decke. Umso wichtiger, die Wunde zu schließen.

      Nachdem Sey die Naht mit einem Knoten verschlossen hatte, und sie war ziemlich stolz auf die gerade Naht, zog sie den Jüngling in eine bequeme Position aufs Bett und deckte ihn mit einer schweren Wolldecke zu. Er würde schon zu sich kommen, wenn er bereit dazu war. Aber immerhin musste er sich nicht mehr um einen etwaigen Blutverlust kümmern. Und konnten Magier nicht auch jede Narbe verschwinden lassen, wenn man nur den richtigen fragte? "Warum halse ich mir so eine Scheiße eigentlich überhaupt auf?" Das war nicht ihre Welt - Magierzirkel und der ganze Kram machten ihr eher Angst. In den Heimen hatte sie ihre Fähigkeit immer versteckt, sah sie doch, dass die anderen regelrecht aussortiert wurden. Die Münzen glänzten in den Augen der Nonnen, wenn jemand Anzeichen einer Gabe zeigte. Sey ging zurück zur Luke und öffnete sie bis zur Hälfte, klemmte dann einen Metallstab so zwischen Luke und Eingang, dass sie offen blieb, aber nicht allzu viele Blicke auf sie fallen würden. Sey zog eine weitere Zigarette aus der Tasche und entzündete sie mir ihren Fingern. Einen Blick warf sie zu ihrem neuen Problem und seufzte den Rauch aus.
    • Nichts bekam der junge Mann mehr von der folgenden Prozedur mit, während so Sey in aller Ruhe seine Wunde vernähen konnte.
      Corvus hingegen war vollkommen bewusstlos und blieb dies auch für eine Weile.
      Erst langsam nach einer unbekannten Zeit, stöhnte er leicht und öffnete blinzelnd wieder seine Augen, verwirrt hinauf zu der seltsamen unvertrauten Decke starren. Wo war er?
      Er wollte sich langsam aufrichten, merkte dann aber ein etwas schmerzhaftes Ziehen in der Seite und sah so immer noch etwas verwirrt an sich herunter. Nur nach und nach kehrte das was gesehen war in sein Gedächtnis zurück. Wie er mit 3 weiteren in den Keller begleitet wurde, wie das Ritual begann, wie seine Freunde und er sich versuchten zu wehren, wie es ihm irgendwie gelang weg zu laufen... Die Jagd durch die verdreckten Straßen und dann die junge Frau...
      Wieso hatten sie ausgerechnet ihn die Flucht ermöglicht? Langsam senkte er den Kopf und blickte etwas fassungslos auf seine Hände. Er war raus gekommen als einziger. Er hatte es geschafft zu fliehen und zu überleben. Er war so dankbar und zugleich innerlich zerrissen, dass er nur weg gekommen war und das auf den Kosten seiner Freunde.
      Immer nach fassungslos auf seine Wunde wieder blicken, liefen ihn einige Tränen über die Wangen und tropften auf die Decke.
      Noch nie war er der Mutige oder Starke von ihnen gewesen. Er konnte ja nicht einmal wirklich Magie wirkten! Also wieso hatte er es raus geschafft?
      Und wieso hatte es erst so weit kommen müssen?
    • - Sey -

      Im Licht ihrer Lampen saß Sey und blätterte in der Zeitung, die sie so über den Tag hatte mitgehen lassen. Bald war der "Tag der Ankunft", ein von der Obrigkeit groß gefeiertes Fest, zu dem Menschen von überall anreisen würden. Sey liebte dieses Fest, aber nicht wegen der maßlosen Arroganz der Reichen, aber doch wegen ihrer Ignoranz und ihrer lockeren Taschen. An solchem dieser Feste hatte ihr Meister sie zum ersten Mal mitgenommen und Sey hatte ihr erstes Portmonee gestohlen. Sie hörte leise Geräusche und sah auf, sah wie sich der Fremde auf ihrem Bett aufrichtete. "Ich habe mir Mühe gegeben, dass es gut aussieht. Hey, du lebst, Glückwunsch." Sey erhob sich und kam mit einer Wasserflasche zu dem Fremden zurück, reichte sie ihm und setzte sich auf den Boden neben der Matratze. Sie wunderte sich ein wenig, einen erwachsenen Mann weinen zu sehen, aber auch sie war schlau genug, hin und wieder ihren Mund geschlossen zu halten. Stattdessen lehnte sie sich an die Wand in ihren Rücken. "Ich bin Sey." Auf ihren blonden Haaren lag mittlerweile eine dunkelrote Wollmütze und ihr Mantel hing lose an ihrem schmalen Körper hinab.
    • Er schniefte etwas und wischte sich schnell mit dem Handrücken schnell die Tränen aus dem Gesicht. Man hatte ihm früher schon gesagt, dass er zu emotional war und richtige Männer nicht weinen würden und all solche Dinge. Aber angesichts der Situation würde er er sich nicht bemühen sich an irgendwelche Erwartungen oder ähnliches zu halten.
      "D-Danke.", antworte er ihr dankbar für ihre Hilfe. Selbst wenn sie gezwungen gewesen war seine Verletzung mit brennendem Metall zu verschließen, hatte sie ihm so wohl auch das Leben gerettet. Sie war die einzige gewesen, die ihm freiwillig geholfen hatte und dafür war er ihr echt dankbar.
      Als sie ihm was Wasser reichte nahm er es sofort entgegen, gierig einige Schlucke davon zu sich nehmen. Es tat so gut nach all dem rennen und nach der Sache mit all dem Blut die Kehle benetzen zu können. Erst als er die Flasche absetzte und wieder verschloss, fuhr sie fort sich fortzustellen. Sie nannte nur ihren offenbaren Vornamen, etwas was man innerhalb des Zirkels kaum tat. Meist sprach man sich mit Frau oder Herr oder je nach dem Rat, wie Meister, Magistrat und so weiter, samt des Nachname an. "Ich heiße Corvus.", erwiderte er so. Nur engere Freunde und Familie nannte einen innerhalb des Zirkels bei dem Vornamen, so das es ungewöhnlicher für ihn war den eigenen Namen zu gebrauchen. Aber offenbar schien es hier normal zu sein? Oder war Sey ihr Nachname? Gab es auf der Straße so keine Titel?
    • - Sey -

      "Corvus, huh?" Wie man sie wohl genannt hätte, wäre sie mit den anderen aussortiert worden? Wenn einer von ihnen gegangen war, hatte das stets bedeutet, dieses Kind nie wieder zu sehen. Und Sey hatte die Vorstellung gegruselt. Einfach zu verschwinden und das alte Leben zu verlassen, egal wie grausam es auch war. Aber Veränderung war es immer. Und letztendlich waren zumindest diese Seelen am gleichen Ort gelandet. Die junge Frau beugte sich vor und stützte ihren Ellenbogen auf der Matratze ab. "So und jetzt kannst du mir ja mal erklären, was jemand mit Seidenhemden und Manschetten in den Straßen der Bastarde sucht. Wenn du jemanden getötet hast, will ich nicht mit reingezogen werden." Aber das war sie ja schon. Außer ich schicke ihn fort, sobald er auf den Beinen stehen kann. Und dennoch würde sie selbst dann bei ihrer Entscheidung an Bauchschmerzen leiden. Corvus, so groß und bedeutend sein Name auch schien, hatte anscheinend keine Ahnung vom Leben hier draußen und wenn Sey ehrlich war, wirkte es nicht so, als hätte er von irgendetwas eine Ahnung. "Nicht böse gemeint, aber du bist echt nicht hart genug, um hier zu leben. Und ich bin nicht alt genug, um ein eigenes Kind zu haben", scherzte sie und lehnte sich anschließend wieder an die Wand in ihrem Rücken und betrachtete den geschwächten jungen Mann. Wenn er nicht so jammernd vor ihr liegen würde, wäre er auch recht attraktiv gewesen, aber sie hatte eben keine Zeit, jemanden in das Leben auf der Straße einzuweihen. Und bestimmt wollte er ohnehin zurück in sein weiches Leben in den Türmen der Magier.
    • Er nickte, als sie seinen Namen aussprach, immer noch nicht ganz sicher wie all dies hier ablief. Auch wusste er nichts von der Situation mit den Kindern, welche wohl Sey erlebt hatte. Alles hier draußen war Neu und Fremd für ihn.
      Dann kam sie mit einem Mal etwas näher, als sie sich vorbeugte und stellte wohl die Fragen der Fragen. Als sie fragte ob er wohl wenn getötet hat, starrte er sie einen Moment lang nur vollkommen fassungslos und verschreckt an, deutlich zeigend, dass er wohl nicht das Zeug dafür hätte. Aber sie wollte ihre Frage beantwortet bekommen und genau diese Frage war es auch, die wieder alles Lebendig in sein Gedächtnis riefen. Schon änderte sich sein Gesichtsausdruck wieder zu einem Spiegel des Grauens was er gesehen hatte. Angst, Trauer Verwirrung, Fassungslosigkeit und pure Verzweiflung. "I-Ich..:", stammelte er nur und merkte wie trocken mit einem mal wieder seine Kehle geworden war, das er nur schwer schluckte, während seine Hände leicht zitternden. ""i-Ich... weiß nicht...", stammelte er heiser weiter. Er wollte es nicht verstehen, er wollte nicht darüber reden oder darüber nachdenken, sich nicht daran erinnern.
      Er konnte nicht darüber reden. Zumindest noch nicht. Stumm schüttelte er nur den Kopf. Danach richtete er seine Augen nur auf das Bett unter sich.
      Corvus war klar, dass er noch nie jemand besonderes gewesen war. Er war nie besonders gut in solchen Dingen gewesen oder besonders mutig oder stark. Auch war er nie jemand gewesen, der gelernt hatte seine Magie zu nutzen. Hatte man ihn deshalb dahin gebracht mit den anderen? Einfach weil er nicht so eine stark Magie wie Aurora oder Dimitri oder die anderen hatte? Hatte man aus diesen Gründen ihn und seine Freunde, die ebenfalls schwächer mit ihrer Magie waren dorthin gebracht?
      Leicht verkrampften sich seine Finger in der Unterlage des Bettes auf dem er immer noch saß. Er verstand all dies einfach nicht.
      Doch schon sprach sie ihn erneut an und erwähnte, das er es hier draußen nicht schaffen würde. Das er zu schwach war...
      Erschrocken riss der den Blick von dem Boden los und blickte ihr geradewegs ins Gesicht. Würde man die, die schwach waren auch so behandeln wie sie es im Zirkel getan hatten...? Erneute, fesselnde Angst wallte in ihm hoch. "Ah... Aber was...soll ich dann tun?", flüsterte er.
    • - Sey -

      Das hatte sie nicht erwartet. Während die Gesichtszüge ihres ungewollten Gastes immer mehr entglitten und wohl widerspiegeln wollten, was er noch kurz zuvor erlebt hatte, wurden Seys Gesichtszüge immer leerer und sie lehnte sich unbewusst stetig ein wenig weiter nach hinten. So viele Emotionen, die keine Wut waren, hatte sie lange nicht mehr so nah gesehen. Es überforderte sie und zugleich bauten sich Mauern auf. Sie hatte beinahe Mitleid und dabei hatte sie die lange nicht mehr gespürt. Mitleid machte schwach und führte dazu, dass man anderen etwas von dem wenigen, was man selbst besaß, gab. Auch wenn es nur eine wenig Zeit war. Und irgendwann würde das Mitleid einen in den Arsch beißen. Aber das hier ... Corvus schien kaum ein Wort herauszukriegen und auf Seys Armen bildete sich eine feine Gänsehaut. Wenn sie sich Mühe gab und ihn lange genug betrachtete, bildete sie sich ein, diese Angst selbst im Nacken zu spüren. Er war vor etwas Erschütternden geflohen und Sey bezweifelte, dass die Waffe ein Brotmesser gewesen war. Als sie ihm jedoch mit der Zaun zu verstehen geben wollte, dass er hier an der falschen Adresse war, flammte eine neue Angst in seinen Augen auf. Als hätte sie ihm angedroht, ihn hier und jetzt doch zu töten. Ihn lebendig zu verbrennen. Das tue ich auch. Diese Monster da draußen werden ihn in Stücke reißen. Ich sehe ihn in zwei Tagen in einer Grube wieder. Sey seufzte und fuhr sich mit der Hand übers Gesicht, sah verzweifelt an die Decke. Die Luft sammelte sich in ihrer Lunge, bis sie sie geschlagen mit einem "Fine" wieder ausstieß. "Fine, du kannst hierbleiben. Für eine Weile! Bis wir uns überlegt haben, wo du besser ... ehm - aufgehoben bist. Hör mal, ich bin wirklich kein guter .. Mensch, aber ich werde dich auch nicht den Hunden zum Fraß vorwerfen." Sie erhob sich und zog die Kapuze über ihren Kopf. "Wo wir dabei sind. Ich besorge uns was zu essen und du versuchst dich irgendwie zu beruhigen und dann frage ich nach dem Essen, was mit dir los ist, Kay?" Warum zur Hölle tat sie das. Für zwei Klauen? War sie irre? Oder sollte sie mehr Drogenkuriergänge machen, um einen nutzlosen Schnösel durchzufüttern? Jegliche Vernunft in ihr schrie und wollte ihn sofort loswerden, aber etwas hielt sie auf.
    • Er kannte das Leben außerhalb der ihm bekannten kleinen Welt nicht, war so gesehen abgeschirmt und behütet von allem in Mitten des Magier Zirkels aufgewachsen. Die Härte und Distanz die, die Menschen hier besaßen war ihm fremd.
      Würde er von ihr raus geschmissen werden, auf die Straße in der Kleidung eines Magiers, der dann doch keine Magie wirken konnte und nach dem wohl noch immer gesucht würde, würde er so oder so auf die ein oder andere Weise wohl sein Ende finden. Die Angst alles erneut durchleben zu müssen und es gar selbst am eigenen Leib zu spüren lies ihn fast schon erzittern vor Angst. Auf keinen Fall wollte er so sterben!
      Dann plötzlich schien sie es sich anders zu überlegen und ihm tatsächlich eine weitere Chance zu geben. Mit großen, fassungslosen Augen, die auf Sey lagen, spiegelten schon sehr Bald sein Glück wieder, so erfüllt wie die mit Erleichterung und Freude waren. "D-Danke!", stieß er aus, ein Wort das ihm wahrlich von Herzen kam. "I-Ich verspreche mich auch nützlich zu machen!"
      Sicherlich gab es das ein oder andere was er lernen könnte um zu helfen! Er war mit der Theorie und Funktion von Magie vertraut und besaß genug Wissen von dem Zirkel, welches er nutzen könnte. Eventuell half dies ihr sogar irgendwie!
      Zwar hätte er seine Dankbarkeit am liebsten mit Handschütteln oder einer Umarmung oder ähnlichen unterstrichen, doch seine Verletzung und seine Angst er könnte mit seiner Art alles noch zerstören, hielten ihn vorerst davon ab. So begnügte er sich stattdessen mit einem Lächeln, welches er ihr schenkte, ehe er nachdenklich an sich hinab sah. Seine Kleidung war vermutlich völlig hinüber, so verdreckt und blutig wie jene war. Zumal er in diesen sicherlich völlig als Fremder zwischen den hier lebenden Menschen heraus stechen würde, würde er sich unter jene mischen.
      "O-Okay, mach ich!", antwortete er ihr. Wenn dies seine erste Aufgabe sein würde um sein Recht zu behalten hier bleiben zu können, dann sollte es so sein! Er würde einfach versuchen seinen Geist zu beruhigen, mit den Meditationsübungen, die man ihnen im Zirkel beigebracht hatte. Nur ein Magier der die Kontrolle über deinen Seele, seine Magie und seinen Körper hatte, würde auch in einem inneren Einklang sein. Zwar hatte ihm dies nie geholfen Magie zu wirken, aber es half ihn seine Gedanken und Emotionen zu ordnen.
    • - Sey -

      Die Kapuzengestalt glaubte nicht daran, dass dieser Magier sich würde nützlich machen können. Anscheinend war er kein Guter, wenn er sich nicht selbst zu helfen wusste. Für gewöhnlich fürchteten die Wesen der Stadt die ausgebildeten Magier. Dass viele der Armen irgendeine Gabe hatten, die sie von irgendeinem Zweig ihres Stammbaumes geerbt hatten, war etwas anderes. Auch Sey wusste, dass wohl einmal eine Hexe in ihrer Linie zu finden war. Aber nur in wenigen - wenn auch brisanten und lebensgefährlichen - Situation war es ein eher glücklicher Zufall, das dem so war Hexenbalg, so wurden Menschen genannt, die nichts Ganzes und nichts Halbes waren. Während sie durch die dunkle Gasse ging und dabei darauf achtete, nicht sonderlich aufzufallen, dachte sie darüber nach, wie sehr sie doch diesen Umstand hasste, dass ausgerechnet ein Magier in ihrem Zuhause auf sie wartete. Sie wollte nichts mit diesen Kreisen zu tun haben. All jene, die sich in Seide und Samt kleiden konnten, lösten eine Verachtung in Sey auf und ausgerechnet sie hatte einen davon aufgenommen. "Nur für eine Weile", erinnerte sie sich murmelnd und sah auf, als sie bei ihrem Zielort angekommen war. Die Schenke war zu dieser Uhrzeit noch nicht voll, so wurde das Eintreten des Hexenbalges schnell bemerkt. "Sey! Das gleiche wie immer, schönes Biest?" Nur wenige Leute durften solche Scherze mit ihr treiben. Und das auch nur, weil Mangolds Rippchen die besten der Stadt waren und Sey ohne sie nicht leben könnte. "Mach diesmal zwei Portionen draus, Mangold. Ich hatte einen harten Tag!" Sie setzte sich an den Tresen der Schenke und sah dem dickbäuchigen alten Mann an. Sein Grinsen wuchs nur und er sah zu, wie das angebliche Biest sich nach den Zahnstochern streckte und sich einen zwischen die Zähne steckte.

      Sobald sie die beiden Portionen und warmen Metalldosen zurückgetragen hatte, sah sie, dass ihr Gast sich nicht bewegt hatte. Sie machte sich mit einem Räuspern bemerkbar, bevor die Luke laut hinter ihr zufiel. "Ich hoffe du hast Hunger, Corvus." Sie setzte sich erneut neben die Matratze auf den Boden und schob ihm eine der Dosen entgegen.
    • Nachdem sie verschwanden war hatte er sich aufrecht in eine Art Schneidersitz begeben auf dem Bett und die Augen geschlossen. Hinter den Augenliedern umgab ihn ruhige Finsternis. Die Geräusche der hektischen Lebens über ihn blendete er vollkommen aus, während er sich nur auf seine Atmung zu konzentrieren begann. Nach und nach wurde er Ruhiger, langsam aber sicherer beginnen seine Gedanken zu ordnen und zu lenken. So sehr in seine Erinnerungen, dass erlebte auch fürchteten, er müsste sich all dem stellen.
      Doch sobald er sich versuchte auf die Ereignisse zu konzentrieren, war es wie ein Scharfer Schmerz in seiner Brust, die Verzweifelten Schreie und Rufe, die Blicke aus überforderten Augen. Das Beißende Gefühl des Verrats und Schuld. Wie eine Welle drohte es ihn zu überfluten, mit zu reißen in einen wilden unkontrollierten Strudel. Doch er konnte nicht erneut der Panik verfallen, die Kontrolle über sich selbst verlieren. Entschlossen nicht nachzugeben versuchte er den Sturm an Eindrücken und Gefühlen zu bändigen, so zu zähmen, dass er nicht Fallen würde.
      Im nächsten Moment erklang eine Stimme nahe bei ihm, die seinen Namen nannte und bewirkte das er heraus gerissen wurde und auch schon fast erschrocken die Augen aufriss, nur um danach zu versuchen sein pochendes Herz zu beruhigen. Er hatte so ruhig gewirkt, obgleich in ihm ein Sturm gewütet hatte, welche er versuchte zu bändigen. Etwas in ihm, vermutlich er selbst, weigerte sich alles verarbeiten zu wollen. Etwas deprimiert von dem Ausgang seines Versuches blinzelte er etwas, ehe er sich richtig hinsetzte und neugierig zu dem Blickte was sie in den Händen hielt. Er kannte nicht das Essen was die Leute hier draußen aßen. Der Geruch war ungewöhnlich, doch wer konnte schon sagen wie das Mahl schmecken würde?
      Er hatte seit heute Morgen nichts mehr zu essen gehabt und wäre so glücklich über auch nur ein klein bisschen Essen. So nickte er ihr zu. "Etwas zu essen wäre super." Doch als sie ihm die Dose zu schob war er ein klein wenig verwirrt. Bisher hatte er noch nie Essen bekommen welches mit solchen Dose gereicht wurde, immer nur in Töpfen und Schalen ordentlich angerichtet und dann auf Tellern platziert. Dies war auf jeden Fall etwas neues für ihn.

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