Sehnsüchtiges Leben [Laska & Sohira]

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    • Sehnsüchtiges Leben [Laska & Sohira]

      @Laska

      Drama / Science of Life

      Jackson Anderson

      "Katherine, Mum....wie lange braucht ihr denn noch? Das Taxi wartet bereits auf uns" rief Jackson nach seiner Schwester und seiner Mutter als er mit den letzten Koffern im Vorzimmer ihres Hauses stand. Nachdem er erfuhr, dass Alexis, seine Ärztin als auch beste Freundin, nach New York ziehen muss aufgrund ihres Jobs beschloss Jackson ebenfalls nach in die lebhafte Stadt zu ziehen um dort seine Behandlungen fortzuführen. Eigentlich hätte er ja auch sich einem neuen Arzt anvertrauen können, denn Alexis hatte schon jemanden in Aussicht gehabt, welcher genauso vom Fachwissen war wie sie, jedoch bestand Jackson selbst darauf weiterhin von ihr behandelt zu werden. "Ja ja, wir kommen schon" rief Katherine zurück, welche selbst mit ihren beiden Koffern genervt zu ihm stieß. Er und sie waren zwar Geschwister aber vom Charakter her komplett unterschiedlich gewesen, weshalb man oft nicht glaubte, dass sie überhaupt verwandt waren. Auch seine Mutter ließ nicht lange auf sich warten als diese mit dem Koffer zu ihnen kam, sich die beiden Frauen die Schuhe anzogen um gleich als Nächstes raus zum Taxi zu gehen. "Nimm bitte meinen gleich mit" bat Jackson seine Schwester seinen Koffer mitzunehmen während er nochmals durchs Haus ging und kontrollierte ob sie eh nichts vergessen hatten. Das Haus wurde vor einem Monat zum Verkauf bereit gestellt, da sie auch nicht mehr zurück nach Sidney ziehen würden und ließen dabei auch alle Möbel hier sowie auch einige Sachen, welchen mit den Nachmieter besprochen waren und die nicht mehr benötigt wurden. Einerseits tat es ihm in der Seele weh die Heimat zu verlassen und alles zurück zu lassen was er sich aufgebaut hatte von Freundschaften und Leben aber andererseits war seine Gesundheit genauso wichtig gewesen. Nur die wenigsten wissen von seiner Krankheit da er nie ein großes Thema daraus machte. Nein! Ganz im Gegenteil. Jackson war nie der Typ dafür der lange über eine Sache grübelte. Er versuchte stets das Beste aus der Situation zu machen weshalb er das Leben weiterhin auskostete so wie es kam. Mehr konnte er sowieso nicht machen und darüber einen Gedanken zu verlieren machte die ganze Sache auch nicht ungeschehen oder besser. Daher kennen auch nur die Leute den wahren Grund für seinen Umzug. "Jackson, wir sollten los. Ansonsten fliegen wir ohne dich!" rief ihn diesmal seine Mutter, welche ihm aus den Gedanken riss woraufhin er lächelte, nochmals einen Blick durch das Wohnzimmer fallen ließ bevor er sich dann schließlich auf den Weg nach draussen machte, die Türe schloss und schon zum Taxi kam um einzusteigen.
      Nach gut 40min kamen sie auch schon am Flughafen an, nahmen die Koffer und begaben sich zum Check-in Point um dort alles zu erledigen um gleich darauf schon zum Gate zu gehen wo es nach gut 1 1/5h endlich in den Flieger ging, sie sich auf ihren Plätzen setzten und der Flug anschließend losging. Nach knappen 9h am Himmel, begaben sie sich nach unten um ihre Koffer zu holen, fuhren mit der Rolltreppe nach oben Richtung Ausgang wo Jackson's Onkel schon auf sie wartete.
      "Onkel Steve, schön dich zu sehen" begrüßte Jackson den schon etwas älteren Herren mit einer Umarmung, welcher er nur zugern erwiderte bevor dann schon seine Mutter und Schwester folgten. "Schön euch auch zu sehen. Hattet ihr denn einen guten Flug?" fragte dieser mit erfreute Stimme sie zu sehen, nach "Ja. Es lief alles ohne Probleme" erwiederte Katherine und machten sich auf den Weg zu seinem Wagen um kurz darauf schon zu ihrer neuen Heimat zu fahren. Unterwegs unterhielten sich seine Mutter und sein Onkel miteinander während Jackson und seine Schwester gespannt aus dem Auto Fenster hinten raussahen. Es war das erste Mal für sie gewesen in New York City zu sein während seine Mutter schon des Öfteren zu Besuch bei ihren Bruder war. Es war viel Verkehr und auch beim großen Central Park fuhren sie vorbei, welcher vom Auto aus wirklich beeindruckend aussah. Jackson würde auf jeden Fall herkommen um sich diesen erstmal genauer ansehen zu können. Nach gut weiteren 40 Minuten kamen sie dann in Bronx in einer kleinen Gasse an, welche von den Gebäuden her eher weniger berauschend aussah aber dafür die Straßen komplett lebhaft waren. "So, hier wären wir" sprach sein Onkel zu ihnen wobei sie aus dem Wagen stiegen und Jackson sich das Haus von außen noch kurz etwas genauer betrachtete "Na dann herzlich willkommen in New York, Jackson" sprach er zu sich bevor er dann schon zum Kofferraum ging um seine Sachen rauszuholen um diese dann Richtung Haus zu bringen.


      "Live your Life......you only have this one chance !"
    • Thea Litchmore

      Heather war in der Schule, Check. Thea hatte darauf geachtet, dass sie genug Essensgeld dabei hatte, Check. Sie hatte ihre Mathearbeit unterschrieben, Check. Mateo war auf einem Schultrip und sie hatte dafür gesorgt, dass er alles in seinem Rucksack dabei hatte, auch Check. Thea stand mit den Fäusten in der Seite im Wohnzimmer und ließ sich ihre Aufgaben noch einmal durch den Kopf gehen. Die Wohnung sah in Ordnung aus, wenn man das Schlafzimmer ihrer Mutter nicht beachtete, die Wäsche für die Kinder war gewaschen und auch ihre eigenen Assignments für ihre Kurse waren entweder schon abgegeben oder hatten noch genügend Zeit, damit Thea die Nacht für ihre Studien nutzen konnte. Aber irgendetwas vergas sie. "Fuck." Es fiel ihr wie ein Blitz ein und sie begab sich zum Kühlschrank, schob die Frischhaltedosen mit den Pancakes zur Seite und fand einen beinahe vollkommen leeren Kühlschrank vor. Sie würde nicht viel Zeit haben, bis ihre Mutter ihre Medikamente bekommen sollte, aber auch Theas Magen begann langsam zu knurren und das Frühstück lag eine Zeit lang zurück. Seufzend machte sie sich auf, den nächsten Punkt ihrer To-Do-Liste abzuarbeiten und klaubte ihren Rucksack vom Boden des Wohnzimmers und ging sicher, dass sie wirklich nichts vergessen hatte. Mit einem letzten Blick zum Schlafzimmer ihrer Mutter trat sie aus dem Haus in der Bronx und drückte sich ihre Kopfhörer in die Ohren, nur um die Welt und ihr lautes Treiben für einen Moment auszuschalten.

      Als sie zurückkam bietete sich ihr ein ungewöhnlicher Anblick. Vor dem Haus neben ihrem stand ein Auto und Menschen unterhielten sich daneben. Thea senkte den Blick und zog die Kapuze nur tiefer über ihr Gesicht. Das fehlte ihr noch: Nachbarn. Nachbarn, die sich genauso wie die alte Mrs. Higgins über ihre Geschwister beschweren würden und nicht lockerließen, endlich mal die Mutter der "Bande" unter die Finger zu bekommen. Dass ihre Mutter die Wohnung seit dem Suizid ihres Vaters nicht mehr verlassen hatte, kümmerte sie ja nicht, es war dringend, dass sie wusste, was für Bälger sie großgezogen hatte. Eilig ging sie die Treppenstufen zu ihrer Haustür hoch und suchte nach dem Schlüssel in ihrer Baggyhose. Doch während sie danach grub, riss einer der zum zerbersten vollen Plastiktüten und das Obst rollte über die Treppe auf den Gehweg. Ein tiefes Seufzen entkam Thea und zog die Kapuze herunter, um das ganz Ausmaß ihres furchtbaren Tages betrachten zu können. Sie stellte die andere Tüte an die Tür und begann, die Orangen, Mandarinen, Kiwis und was auch immer ihre Geschwister so liebten, auf ihrem Arm zu sammeln.
    • Jackson Anderson

      Es waren genau 3 Koffer gewesen, welche er in das Haus von Onkel Steve brachte. Das Gebäude war groß und hatte genügend Platz für alle gehabt weshalb es auch möglich war sein eigenes Zimmer zu bekommen. Eigentlich waren die meisten Menschen in seinem Alter bereits aus dem Elternhaus ausgezogen aber da auch sein Haus in Sidney vollkommen ausreichte und genügend Platz hinterließ, war es für ihn als auch für seine Familie vollkommen in Ordnung gewesen weiterhin gemeinsam unter einem Dach zu wohnen. Es war ja nicht so gewesen, dass er noch in Mutter's Hotel wohnte. Nein, er kümmerte sich selbst um seine Dinge, wechselte sich mit seiner Mutter mit dem Kochen ab, machte die Wäsche und noch so was im Haus anstand und was von den Arbeiten her meistens eigentlich sein Vater getan hatte. Daher war es für alle Beteiligten kein Problem. Und auch hier würde er seinem Onkel nicht zur Last fallen. Seine Schwester wiederrum suchte bereits nach einem Job um von zu Hause auszuziehen. Sie war in der Hinsicht schon immer anders gewesen und Jackson wäre der Letzte der sie aufhalten würde, dennoch genoss er es sehr wenn er noch ein wenig Zeit mit ihr verbringen konnte.
      Die Koffer nach oben gebracht, begab er sich wieder nach unten um seiner Mutter mit den Koffern zu helfen und diese ebenfalls in das Haus zu bringen. Die restlichen Sachen würden in den nächsten Tagen mit einem Umzugswagen kommen, wo darin nur mehr ein paar Kartons waren mit Dingen, welche seine Mutter nicht hergeben wollte und für Jackson vollkommen verständlich war. Es waren Dinge auch von seinem Vater dabei. Auch wenn er bereits 17 Jahre her war, so konnte sie sich einfach nicht davon trennen, da sie immer die Angst hatte damit auch ihn zu vergessen. Egal was Jackson ihr auch sagte, dass dies nie passieren würde, wollte sie einfach nicht von ihn hören weshalb er es dabei beliieß un sie das machen ließ was auch immer sie wollte. Er war einfach am Ende nur froh gewesen, dass sie wieder Spaß am Leben fand.
      Nachdem die Koffer von seiner Mutter ebenfalls ins Haus gebracht wurden, ging er wieder raus zu ihr und und seinem Onkel um sich noch mit ihnen zu unterhalten sowie sich das Leben auf der Straße anzusehen. Die jungen Leute spielten entweder mitten auf der Straße Basketball, fuhren mit dem Skateboard oder saßen einfach am Gehsteig mit ihren Boxen und ließen laute Musik rausspielen. "Was ist mit Verkehr hier? Stört das nicht wenn die Leute hier einfach auf den Straßen spielen?" wollte Jackson wissen da es für ihn ungewöhnlich war, dass hier sowas möglich war. "Dadurch dies eine Anrainerstraße ist und kaum Leute ein Auto besitzen, ist das gar kein Problem. Und wenn, gehen die kurz zur Seite, lassen uns vorbei fahren und können gleich danach schon weiter machen" erklärte ihm sein Onkel "Wie sieht es mit dir bzw. euch aus? Ist Alexis auch schon hier in New York?" wollte er selbst auf den neuesten Stand gebracht werden was verständlich war, denn schließlich bot er ihnen sozusagen einen Unterschlupf an. "Ja, sie reiste schon vor 3 Wochen hier an. Sie musste aufgrund einiger Meetings und Ärztetreffen schon früher hier sein, ansonsten wären...." antwortete Jackson ihm als er plötzlich das Reißen von einer Tüte hörte, er in dessen Richtung sah und das Obst schon Richtung Straße rollen sah, weshalb er sich gleich auf den Weg dorthin machte um dies aufzuhalten bevor es noch weiter die Straße runterkullerte. Aufgesammelt begab er sich zurück zu der jungen Dame, welche gerade dabei war den Rest einzusammeln "Ich glaube das Obst hier hat wohl keine Lust mit ins Haus zu kommen" versuchte er mit einem kleinen Scherz eine Konversation zu starten wobei dies aber manchmal auch etwas daneben ging. "Hier" dabei überreichte er ihr den Rest "Kann man irgendwie helfen?" fragte er noch freundlich nach als er sah was sie alles eingekauft hatte. War das etwa alles für sei alleine? Das waren Einkaufstüten für insgesamt 5 oder 6 Leuten gewesen?


      "Live your Life......you only have this one chance !"
    • Thea Litchmore

      Auch das noch. Sie hatte hören können, wie sich ihre anscheinenden neuen Nachbarn an dessen Auto unterhalten hatten. Neu-New Yorker, leicht durch den Akzent zu unterscheiden, und bestimmt voller Träumer und Wünsche an die Stadt, die niemals schlief. Sie wussten wohl noch nicht, dass ein schlafloses Leben mit viel Qual verbunden war. Thea nervten diese Touristen und all die Neuzugezogenen, die die Tragik und das Scheinwerferlicht der Hauptstadt aus nächster Nähe sehen wollten. Die Stadt bewegte sich so schnell, das man mit der gleichen Geschwindigkeit vom Rand fallen konnte. Und genauso rollte auch ihr Einkauf die Treppenstufen herunter und sie riss sich die Kopfhörer aus den Ohren, stopfte den Rest in ihren Hoodie und sammelte so, hoffentlich unbemerkt, das Obst und Gemüse ein. Sie hörte Schritte auf sich zukommen und presste die Lippen aufeinander. Komm nicht her. Lass mich in Ruhe, verdammt. Aber er hatte schon einiges ihres Obsts im Arm und sie nahm einen unauffälligen tiefen Atemzug, bevor sie sich aufrichtete und sich einem Mann gegenüberstand, der auch in einen Bademodenkatalog passen würde. Auch das noch. Ein gut-aussehender Nachbar, der vermutlich jeden zweiten Tag ein neues Tinder-Date bei sich hatte und dessen Walk of Shames sie von ihren Geschwistern fernhalten musste. Sie zwang sich zu einem unehrlichen Lächeln - ganz New Yorker Stil - und bedankte sich knapp. "Thanks, aber das hat heute einfach nur noch gefehlt, um mein Unglückskonto vollzukriegen", meinte sie trocken und stopfte sich das Obst einfach schlichtweg in ihren Hoodie und die Jackentaschen ihres Windbreakers. "Nope, all fine. Ich gehe jetzt da rein und lass dich in Ruhe umziehen." Sie nickte ihm zu und deutete zu dem Haus neben ihrem. "Willkommen in New York und so." Sie war gespannt, wie lange sie bleiben würden.
    • Jackson Anderson

      Jackson war schon immer ein sehr hilfsbereite Mensch gewesen. Sei es einfach einer alten Dame über die Straße zu helfen oder so wie in diesen Moment einfach das Obst einzusammeln, weil es doch für eine Person zu viel war um es tragen zu können wobei es hier eher mehr aus der zerrissenen Tüte flog als was sie hätte schleppen können. Er zögerte nicht lange um sich gleich auf den Weg zu machen, dass verlorene Obst einzusammeln und der jungen Dame, welche sichtlich wohl seine neue Nachbarin war, zu bringen und dabei das Gespräch mit einem lockeren Spruch in den Start zu bringen woraufhin sie, auch wenn es vielleicht nicht so wirken sollte, auch darauf einstieg. Humor hatte sie ja schon mal weshalb er ein sanftes Lächeln auf die Lippen setzte. "Irgendwie muss man ja die ToDo Liste fertig bekommen für den Tag, oder?" gab er noch leicht amüsant drauf während er ihr das Obst dann überreichte, welche sie auch schnell wegsteckte. Jackson fragte noch ob man irgendwie helfen konnte, da die anderen Tüten sichtlich vollgepackt waren und er sich irgendwie nicht vorstellen konnte, dass das alles für sie alleine sein sollte. Sie war eine junge, schlanke Dame mit kurzen schwarzen Haaren und sie sah auch nicht gerade so aus, in seinen Augen, als würde sie wirklich soviel essen. Schnell verneinte sie seine Frage und meinte ihn jetzt in Ruhe zu lassen sodass Jackson umziehen konnte, wandte er für einen kurzen Moment seinen Blick selbst zu seiner Mutter und seinem Onkel, welche immernoch draußen standen und sich unterhielten bevor er seinen Blick zurück auf seine neue Nachbarin wandte. "Ach, das ist kein Problem. Wir sind sowieso schon zum Teil fertig" versuchte er ihr die Sorge zu nehmen, dass sie ihn aufhielt davon oder sonst was. Nachdem sie ihn auch in New York Willkommen hieß, setzte sich wieder ein sanftes Lächeln auf seine Lippen und reichte ihr die Hand. "Danke, ich bin übrigens Jackson. Auf gute Nachbarschaft" stellte er sich somit vor und hoffte darauf, dass auch sie sich ihm gegenüber noch vorstellen würde bevor sie dann ins Haus verschwindet. "Jackson...." rief ihn plötzlich seine kleinere Schwester, welche schon mit einem genervten Gesichtsausdruck bei der Einganstüre von ihrem neuen zu Hause stand, die Arme vor der Brust verschenkt hatte und eigentlich nur darauf wartete, dass ihr älterer Bruder ihr endlich half. "Wo bleibst du?" kam es dementsprechend auch mit genervten Ton aus ihr heraus. Kurz sah er zu Katherine rüber bevor seine Aufmerksamkeit zurück auf die Nachbarin ging. "Entschuldige, aber ich muss jetzt los. Würde mich freuen, wenn wir uns mal wieder sehen" verabschiedete er sich von ihr um seinen Weg zurück zu seiner Schwester zu folgen. Er wusste nicht wieso aber irgendwie machte die junge Dame keinen glücklichen Eindruck. Konnte vielleicht auch nur einfach daran liegen, dass sie heute keinen guten Tag hatte, denn schließlich meinte sie ja, dass das Obst noch für heute ihr Unglückskonto gefüllt hat. "Unsere neue Nachbarin dürfte ja einen gesunden Appetitt haben" begann er scherzend mit seinem Onkel und seiner Mutter zu sprechen, als er bei ihnen zurück ankam. "Nein nein. Das ist nicht für sie alleine. Es wohnen noch ihre Geschwister, ihre Mutter und ihre Großmutter in dem Haus aber Thea ist diejenige, welche sich stets um den Einkauf kümmert" erklärte ihm sein Onkel. "Wenn ich genauer darüber nachdenke, habe ich noch nie gesehen, dass sie zu zweit oder sowas einkaufen waren. Ich sehe immer nur die Tochter" sprach er weiter. "Und was ist mit ihren Eltern?" wurde Jackson dann doch etwas stutzig, da es eher untypisch war, dass die Kinder den Einkauf erledigten. "So genau weiß ich das auch nicht. Wir sind zwar Nachbarn aber sehen tun wir eigentlich nur immer ihre Geschwister, wenn diese zu Schule gehen oder Thea selbst. Ihre Mutter und Großmutter bekommt man eher selten zu Gesicht" Onkel Steve wollte schon des Öfteren rübergehen um diese zu besuchen aber irgendwie konnte er dies auch nicht. Er wollte die Familie auf keinen Fall belästigen, weshalb er sich dann doch eher zurückhielt und diese in Ruhe ließ.



      Christopher, oder eher Chris genannt, der beste Freund von Thea, holte sein Handy aus der Tasche, als er gerade in der Ubahn auf den Weg ins Büro saß und tippte Thea's Namen in das kleine Gerät um ihr auch gleich eine Nachricht zu hinterlassen. Sie studierten beide gemeinsam an der selben Universität aber um seine Wohnung zahlen geschweige denn sich ein Leben leisten zu können, begann er vor ein paar Jahren im Büro zu arbeiten und ging dann am Abend in die Uni. Auch wenn er jetzt nicht gerade der Schreibtischtyp war, war es wenigstens etwas mit dem er sich alles finanzieren konnte. Chris hatte sowieso vor gehabt, sobald das Studium um war, sich etwas Neues zu suchen aber momentan ließ es sich auch hier ganz gut aushalten.

      "Hallo Thea,
      Tom benachrichtigte mich gerade, dass die Uni heute erst um 21 Uhr statt um 20 Uhr anfängt. Möchtest du vorher noch etwas Essen gehen oder auf einen Kaffee?
      Chris"


      und schon schickte er die Nachricht ab. Thea und er kannten sich eigentlich erst seitdem beide den Abendkurs besuchten. Wie genau ihre Begegnung stattfand, wusste er nicht mehr, da diese eigentlich komplett verrückt war. Aber Chris war froh, dass sie sich beide so gut verstanden. Er wusste von ihrer Familientragödie und versuchte daher stets jeden Tag für sie da zu sein. Auch wenn er sich wünschte mehr für Thea sein zu können, reichte es ihm alleine schon mal für sie da sein zu können um den ganzen Alltag mit ihrer Familie zu vergessen.


      "Live your Life......you only have this one chance !"
    • Thea Litchmore

      Es war schwierig, nicht allzu unhöflich zu sein. Und dabei waren New Yorker ohnehin nicht als wirklich warmherzig zu bezeichnen. Und das Schönste an New Yorkern war, dass es ihnen dafür auch herzlich egal war. Und doch half es ihr auch nicht im Geringsten, wenn sie ihre Nachbarn am ersten Tag vor den Kopf stieß und so eine eisiges Nebeneinanderleben heraufbeschwöre. Auch wenn sie sich am liebsten schlicht umgedreht hätte und Jackson vor der Tür hätte stehen lassen wollen. Jackson. Was wusste der perfekte Jackson schon von ihrer To-Do-Liste? Sie stapelte sich bis zur Decke, hatte sie doch auch die ihrer Geschwister und ihrer Mutter an sich genommen, und in keiner davon stand, dass sie Zeit für einen netten Plausch mit einem Unterwäschemodel hatte. Sofort rasten Aufgaben vor ihrem inneren Auge, die sie noch zu erledigen hatte, bis die Abendkurse begannen. "Und die Liste wird niemals kürzer", antwortete sie mit einem ebenso gekünstelten Lächeln auf ihren Lippen und traf den Blick ihres neues Nachbarn. Wer war denn bitte bei einem Umzug so gut gelaunt? Hoffentlich hatte er nicht immer Sunny Loops zum Frühstück gegessen, ansonsten würde ihre Liste will auch nie kürzer werden.
      Als sich Jackson zu den Menschen am Auto umdrehte, folgte auch Thea seinem Blick und seufzte innerlich. Mehr Menschen, die vermutlich genauso happy über ihren Neustart waren. Thea hob die Hand, kurz und knapp, als er von den anderen sprach und nickte in ihre Richtung. Sie wollte so schnell wie möglich zurück in ihr Haus und diese heitere Kulisse verlassen, zurück in den Trott, den sie kannte und der ihr Sicherheit gab. Wie spät war es eigentlich schon? Ihre Mutter würde bald aufwachen und wenn sie alleine zu Hause war, dann ... Jackson unterbrach sie aus ihren Gedanken und hielt ihr seine Hand hin. Thea sah von seiner Hand zu Jackson auf. Da strengte sich jemand ja ganz doll an, gemocht zu werden. Hinter ihm ertönte die Stimme der jungen Frau. Sie klang quengelig. Eine Freundin? Aber niemand zog mit Freundin und der Mutter nach New York. "Ja, das höre ich. E-ehm auf gute Nachbarschaft, ihr lebt euch bestimmt schnell ein. Und ich bin Thea, einfach Thea." Sie reichte ihm die Hand und sobald sie seinen warmen Händedruck spürte, hatte Thea das Gefühl, das Falsche getan zu haben. Warum spielte sie überhaupt die "freundliche" Nachbarin, wenn sie ohnehin nie vorhatte, so etwas wie eine Nachbarschaft aufzubauen. "Klar, wir wohnen ja schließlich nebeneinander. Du wirst gebraucht und ich auch. Man sieht sich, Jackson." Und doch hoffte sie, dass sie nie wieder einen Plausch führen würden, der so lange hielt, denn sie spürte schon, wie der Zeitdruck sich in ihr aufbaute und der Stress, der immer entfernt da war, sich verdichtete. Sobald sich Jackson von ihrem Grund entfernte und der jungen Frau half, drehte Thea erleichtert den Schlüssel im Schloss und schlüpfte in ihr abgedunkeltes Haus. "Theodora! Theodora!" Seufzend ließ Thea die Taschen auf den Boden und ging auf direktem Weg in das Schlafzimmer ihrer Mutter.

      Gerade hatte sie ihren Laptop auf den Schoß gezogen, als eine Nachricht hineinglitt. Kurz schmunzelte Thea und rollte mit den Augen, als sie die beinahe förmliche Nachricht ihres besten Freundes gelesen hatte. Der Laptop landete neben ihr und froh über die willkommene Ablenkung, legte sie ihre Beine auf die Rückenlehne der Couch und platzierte ihren Kopf auf einen der hässlichen Häkelkissen, die ihr Nan immer schenkten.

      Ich weiß, dass du es bist, dumbass.
      Sure. Ich koche für die Kleinen um 5, holst du mich um halb 6 ab?

      Ein kleiner Lichtblick in ihrem Tag und eine winzige Unterbrechung in ihrer To-Do-Liste. Wenn es Chris nicht gäbe, würde Thea nur noch zum Einkaufen und für die Seminare das Haus verlassen. Aber Chris schaffte es immer wieder, sie aus ihrem Heim zu locken, auch wenn es nur für eine Stunde war. Manchmal reichte das, um genug Energie für die nächsten Tage getankt zu haben.
    • Christopher Williams

      "Chris? Wie weit bist du mit den Listen? Der Chef braucht sie schon dringend" kam ein Kollege in sein Büro, nachdem er die Nachricht an Thea versendet hatte. "Ich bin schon soweit. Er kann sie haben" brachte er diesen auf den neuesten Stand, druckte die Liste aus und übergab diese dann seinem Kollegen welcher auch schon wieder so schnell verschwunden war, so schnell wie er vorher in sein Raum kam. Auch wenn er vielleicht nicht so aussah oder es ihm meistens auch nicht zumutete, so war Chris doch ein fleißiger als auch schneller Arbeiter gewesen. Wenn ihm etwas wichtig oder ernst war, dann klammerte er sich auch dahinter bis der Job oder die Aufgabe erledigt war. So war er immer und so würde er es auch bleiben. Als er gerade dabei war seine nächste Arbeit anzugehen, hörte er wie sein Handy zum vibrieren anfing und sah, dass Thea bereits zurückgeschrieben hatte. Da er ja wusste was sie alltäglich zu tun hatte, dauerte es eigentlich meistens länger bis sie sich zurückmeldete, aber anscheinend hatte er die junge Dame gerade in einem richtigen Moment erwischt gehabt, weshalb er sich die Zeilen von ihr durchlas und selbst dabei ein Lächeln auf die Lippen aufsetzen musste. Eigentlich war es ja gar nicht ihre Art so zu schreiben sowie es auch einfach nicht seine Art war ihr so förmliche Nachrichten zu senden aber so konnte er sie wenigstens etwas bei Laune halten und genau das war stets sein Ziel gewesen. Auch wenn er selbst nicht jeden Tag wie eine Frohnatur durch die Welt spazieren konnte, so versuchte er wenigstens es positiv zu sehen und genau diese Energie wollte auch er ihr übermitteln. Thea hatte schon genug durcherlebt und Traurigkeit in ihrem Leben weshalb er eben damit bezwecken wollte, sodass sie auch mal das Leben in einer anderen Sichtweise betrachten konnte. Zwar brachte das ihren Vater auch nicht wieder zurück ins Leben aber vielleicht hatte sie somit ja doch die Möglichkeit etwas positives zu erfahren.

      "Halb 6 klingt gut. Ich kann das Büro heute ein wenig früher verlassen, daher sollte es sich ausgehen"

      schrieb er noch in kurzen Worten zurück und machte sich gleich darauf bis um 16.45 Uhr weiter an die Arbeit.
      Die U-Bahn war wie immer komplett voll gewesen und auch die stickige Luft, welche sich darin befand, machte es auch nicht gerade besser weshalb sich Chris schon oft wünschte einen Wagen zu besitzen. Doch wie sollte er das alles nur machen? Er besaß zwar eine Wohnung aber jeder der in New York wohnte, wusste ganz genau wie schwer es war eine gute Wohnung zu einem günstigen Preis zu bekommen. Genau das war auch der Grund gewesen wieso er überhaupt neben seinem Studium noch arbeiten ging. Er hätte ja eigentlich die Möglichkeit seine Eltern nach finanzieller Unterstützung zu fragen und Chris müsste sich selbst anlegen wenn er zu jemanden sagen würde, dass er diese Option noch nie in Betracht gezogen hat, aber er ging nicht ohne Grund aus New Jersey weg. Er wollte sein Leben selbst in Griff bekommen und nicht vom Reichtum seiner Eltern leben. Schnell schüttelte er den Kopf um die Gedanken zu verdrängen während er schon an der Station ankam, welche in der Nähe von Thea's Haus war, ausstieg und sogleich weiter auf den Weg zu ihr machte. Es war zwar nicht gerade die schönste Straße gewesen, in welcher ihrer Familie und sie wohnte, aber es ließ sich hier gut aushalten. Die Kinder spielten nach wie vor mit den jungen Erwachsenen auf der Straße, Musik lief und auch ein paar Pensionsten hocken auf ihren Schaukelstühlen auf der Veranda um diesen zusehen zu können. Chris konnte sich bei dem Anblick ein sanftes Lächeln nicht verkneifen, wenn er daran dachte, dass er vermutlich selbst irgendwann mal in so einem Stuhl hockte, den Kindern beim Spielen zusah und daran denken würde wie schön nicht seine Zeit war. Aber wenn er sich seine Zukunft so ansah, würden Kinder wohl nie eine Rolle in seinem Leben spielen. Dabei entglitt ihn doch ein Seufzer, da er sich gut vorstellen konnte ein Vater zu werden als er schließlich bei Thea's Haus ankam und die Klingel betätigte.


      "Live your Life......you only have this one chance !"
    • Thea Litchmore

      Gerade noch hatte sie die Nachricht ihres Freundes gesehen, als es an der Tür klopfte. Heather war wohl wieder zu Hause und erneut zu faul, ihren Schlüssel aus dem Rucksack zu kramen. Seufzend nahm Thea die Beine von der Coach und ging zum Flur. Die grün gefärbten Haare ihrer kleinen Schwester sah sie bereits von Weitem durch das Buntglasfenster der Tür. Selbst das bunte Glas konnte nicht verstecken, welches Giftgrün Heather auf ihrem Kopf trug. Rebellion, dachte sich Thea immerzu. "Hast du deinen Schlüssel vergessen?", begrüßte sie ihre Schwester und die warf ihren Rucksack ohne zu sprechen in den Flur und ging an Thea vorbei. "Ja, Ich hab dich auch lieb, mein Tag war super!", rief sie ihr frustriert und mit einer dicken Portion Sarkasmus nach und ließ die Tür wieder in das Schloss fallen. Schnurstracks ging Heather zur Treppe, lief genauso stumm zu ihrem Zimmer und ließ ihre große Schwester alleine im Flur zurück. Seufzend fuhr sich Thea über das Gesicht. Eigentlich müsste ihre Mutter so etwas klären, Heather eine Stütze sein bei den Problemen, die ein Teenager so zu bewältigen hatte. Thea wusste doch auch nicht, wie man mit abweisenden Jungs und lästernden Zicken umging. Sie war in ihrer Schulzeit selbst eine Überfliegerin gewesen: sie war Cheerleaderin, hatte im Theatre Club große Rollen spielen dürfen und eigentlich immer jemanden gehabt, der unsterblich in sie verliebt war und den sie selbst abgewiesen hatte. Nur jetzt schien das alles so weit in der Vergangenheit zu liegen, dass Thea nicht wirklich daran glauben konnte, dass sie das alles gewesen sein sollte. Seufzend folgte Thea ihrer Schwester ins Zimmer.

      "Und dann - nachdem ich fast die ganze Pause gewartet habe - sehe ich, dass er mit Lou Howley rummacht!" Heather jammerte laut und hatte sich das Kissen aufs Gesicht gedrückt. "Hast du Siva denn überhaupt gefragt, ob er Single ist? Vielleicht wollte er dir wirklich nur die Hausaufgaben geben und hat es einfach vergessen, weil er seine Freundin gesehen hat." Thea schmunzelte, diese Probleme hätte sie auch gerne. Aber sie hatte ja nicht einmal Zeit für einen Mann, der sie versetzte oder ihr das Herz brach. Zumindest ihre Mutter war wieder in ihrem Schlafzimmer, betäubte sich mit der Serie, die sie seit Jahren rauf und runter guckte und dem Morphium, welches sie eigentlich schon längst hätte absetzen sollen. Es gab ihr wohl die Kontrolle über das, was als Nächstes passierte, auch wenn es stetig das Gleiche war. Thea verstand sie ein wenig, aber sie war auch wütend auf ihre Mutter: sie nahm den einfachen Ausweg. Sie hatte sich aufgegeben, ihre Kinder sich selbst überlassen und gehofft, dass schon jemand da war. Auch ihr Vater hatte den einfachen Ausweg genommen. Heather schüttelte den Kopf und schmollte unter dem Kissen, Thea konnte es an ihrer Haltung sehen und dem Unwillen, mehr dazu zu sagen. "Mach dir nichts draus, Peach. Jungs kommen und gehen. Und du bist ein wunderschönes Mädchen mit einer ziemlich großen Klappe, das mögen Jungs oder Mädels, wer weiß schon, was noch wird." In dem Moment klingelte es an ihrer Tür, unterbrach das peinlich berührte Stöhnen ihrer Schwester, und kurz dachte Thea, dass ihre Großmutter von ihren Besuchen bei ihren alten Damen zurückgekommen war, aber als sie auf ihre Armbanduhr blickte, bemerkte sie, wie spät es war. "Das muss Chris sein. Bist du okay, Peachy? Ich gehe mit Chris noch einen Kaffee trinken und dann in die Uni. Mateo kommt heute Abend auch zurück und Nan holt ihn ab, ich hab euch Lasagne gemacht und ich hab dich lieb", ratterte sie alles Wichtige herunter und zog das Kissen von dem Gesicht ihrer Schwester, bevor sie ihre Stirn küsste. "Verschwende nicht deine Gedanken an einen Jungen, okay?" Und sie wusste, dass es leichter war, als getan. Aber Thea selbst hatte es perfektioniert: Jungs kamen nicht in ihr Leben, dafür gab es einfach keinen Platz.

      Sie nahm die Stufen schnell und an der Tür angekommen, sah sie auch bereits Chris' Kopf, der durch das Buntglas schimmerte. Thea öffnete die Tür mit einem müden Lächeln und hatte auch bereits ihre Tasche mit dem Laptop und allen anderen Uni-Materialien um die Schulter gehangen. Es tat gut, Chris zu sehen. Wenige Sachen waren gut in ihrem Leben und die Freundschaft zu Chris gehörte dazu. Er konnte zwar nicht vollkommen nachvollziehen, wie schwer es war, wenn man plötzlich das Familienoberhaupt einer dysfunktionalen Familie war, aber er war ihr dennoch immer eine Schulter zum Ausruhen und eine willkommene Abwechslung. "Hey, Chris! Es ist alles erledigt. Schnell, bevor noch etwas explodiert oder so", scherzte sie und trat durch die Tür, ohne Chris hereinzulassen und umarmte ihn darauf jedoch innig. Unwillkürlich warf sie einen Blick zu dem neu bewohnten Haus neben ihr und sah bereits hinter den Vorhängen einiges an Bewegung. Bestimmt mehr, als in ihrem Haus, wo wenig zu leben schien. Sie hakte sich bei Chris unter, als sie die Schritte runtergingen und noch einmal sah Thea zu dem Haus hoch. "Wir haben neue Nachbarn", sagte sie etwas leiser zu Chris hinauf und schnaubte dann. "Neu New-Yorker."
    • Christopher Williams

      Nachdem er die Klingel betätigte und auf Thea oder auf diejenige Person wartete, welche die Türe öffnete, sah er sich wieder ein wenig in der Umgebung um und sah dabei selbst, dass sich im Nachbar's Haus vieles tat. Soweit er in Erinnerung hatte, sah man doch dort fast nie jemanden? Durch Thea wusste er zwar, dass dort noch jemand im Haus lebte aber so lebendig wie es draußen durch die Vorhänge mit den Bewegungen wirkte, hatte er es, glaubte er, noch nie gesehen. Aber vielleicht hatte er auch nur Besuch gehabt und wirkte daher so. Mit einem Schulter zucken konzentrierte er sich wieder auf die Einganstüre vor sich, da ihm die Nachbarn so gut wie egal sein konnten, als plötzlich ein Schatten durch die Buntgläser zu sehen war. Von der Größe her, konnte dies gut Thea gewesen sein aber er konnte sich auch täuschen. Ihre Familie war auf ihn noch nie gut zu sprechen....warum dies so war wusste er selbst nicht aber Chris machte sich da keine großen Gedanken drüber. Er war sowieso jemand der sich über solche Dinge am wenigstens den Kopf zerbrach, da es in seinen Augen nur verschwendete Zeit gewesen war. Diese Zeit wollte wer damit nutzen um Thea beiseite zu stehen, denn sie hatte definitiv schlimmere und größere Sorgen als er gehabt und was wäre er für ein Freund wenn er sie damit auch noch belasten würde? Chris wollte mehr eine Stütze für sie sein als umgekehrt. Sie war auch die erste Person ihm gegenüber, welche ihn nicht als reiches Bürschchen sah, sondern wie ein ganz normales Mensch wie jeder anderer auch, der versuchte mit seinem Job das Leben zu erhalten.
      Ein sanftes Lächeln legte sich auf seine Lippen als seine Vermutung, dass der Schatten Thea sein konnte, sich bewahrheitete und sie meinte schnell loszugehen bevor die Bombe explodieren würde. Bevor die Türe jedoch zuflog, konnte er die kleine Schwester von ihr oben auf den Stufen stehen sehen, welche selbst vom Gesicht her ziemlich fertig aussah. "Wieder Teeangerprobleme?" konnte er sich mit einem breiten Grinsen nicht verkneifen. Er wusste nicht wie es war Geschwister zu haben und sich um diese kümmern aber er kannte schon einige Geschichten von ihrer Schwester und deren Jungsprobleme in der Schule was ihn jedes Mal immer wieder amüsierte. Wenn er auch nur solche Probleme hätte mit den Frauen wäre die Welt wirklich in Ordnung aber umso älter man wurde, umso komplizierter wurde die ganze Sache wieder. Chris erwiderte die innige Umarmung nur zu gern und genoss es sichtlich dabei die junge Frau für einen kleinen Moment in seinen Armen spüren zu dürfen. Auch wenn sie es nicht wusste aber bei ihr konnte er sich einfach fallen lassen und wie zu Hause fühlen. Er wünschte er könnte ihr mehr unter die Arme greifen was ihr Leben und Familie betraf aber er wusste es auch zu respektieren, wenn Thea dies nicht wollte. Es war in der Hinsicht ja nicht seine sondern ihre Geschichte gewesen. Schnell waren die Gedanken aber auch schon wieder verdrängt gewesen als sie sich bei ihm einhackte und auf den Weg Richtung Straße von den neuen Nachbarn anfing zu erzählen. "Neu New-Yorker?" bei diesen Satz konnte er sich einen kurzen Lacher nicht verkneifen. Thea hatte in seinen Augen schon immer eine merkwürdige Sichtweise auf solche Dinge gehabt bzw. beschrieb diese anders als was man es vielleicht sonst tat. "Aber woher weißt du das denn? Vielleicht haben sie vorher auch nur in einem anderen Atdtteil von New York gelebt und sind jetzt hierher gezogen?" wollte er dann von ihr wissen. Er kannte die Frau schon lange und soweit er wusste, war sie nicht gerade die Person dafür gewesen einfach rüber zu gehen und die neuen Nachbarn willkommen zu heißen. Hatte sie sich etwa schon mit einem der Neuen bereits unterhalten gehabt? "Vielleicht wird es ja jetzt ein wenig aufregender in dieser kleinen Gasse mit ihnen?" scherzte er noch während Chris mit ihr schon Richtung U-Bahn ging. "Was hältst du von dem Kaffee im Stadtzentrum? Das hat nach dem Brand endlich wieder Neu eröffnet" fragte er sie. Das letzte Mal waren sie dort gewesen als sie sich zum ersten Mal zum Lernen trafen nachdem sie ihm gegenüber endlich nachgab. Danach war es leider durch einen Unfall abgebrannt gewesen und es hatte bis vor kurzem gedauert bis die Arbeiten geschweige denn jemanden gefunden hatte, der all dies übernahm.


      "Live your Life......you only have this one chance !"
    • Thea Litchmore

      Dass Heather hinter ihr die Treppe heruntergegangen war, als es geklingelt hatte, hatte Thea gar nicht bemerkt. Doch ihre jüngere Schwester stand - noch mit geröteten Augen und Nase - auf der ersten Stufe der Treppe und sah zu, wie die Tür hinter Thea zugezogen wurde. Thea warf einen Blick über ihre Schulter und sah den Schemen ihrer Schwester in dem Buntglas, bis er wieder kehrt machte. Heather war noch immer der festen Meinung, dass Thea und Chris das perfekte Paar abgeben würden. Und als würde Heather etwas ahnen, wofür Thea selbst völlig blind war, versuchte sie jeden sanften Blick, den Chris ihr zuwarf, aufzufangen. Vielleicht aus Neid, weil Thea die Liebe vor die Füße fiel und sie sich nicht einmal die Mühe machte, sie aufzuheben. Oder aus Neugier, um zu verstehen, wie leicht es Thea viel selbst ohne ihr Wissen die Männer in ihren Leben um den Finger zu wickeln. "Und wie, sie hat sich in einen vergebenen Jungen verliebt", murmelte sie ihrem Freund zur Auskunft. "Sie hat wohl was für unnahbare Jungs und Mädchen, je weiter weg und und unmöglicher, desto besser. Und diesmal ist es ein total verliebter Teenager, nur eben nicht in sie verliebt." Sie zuckte mit den Schultern, als wäre es nicht mehr ihr Problem. Aber sie wusste, wenn sie zurückkäme, wäre sie die Einzige, die an dem Bett ihrer kleinen Schwester sitzen würde und ihr Taschentücher reichen müsste. Ihre Mutter würde von all dem kaum etwas mitbekommen. Es war als hätte ihr Vater nicht nur sich selbst umgebracht, als er sich die Waffen zwischen die Lippen geschoben hatte. Auch ihre Mutter war seitdem mehr tot als lebendig, ging von ihrem Schlafzimmer zum Bad und manchmal, wenn sie eine Sehnsucht nach der Außenwelt hatte, auch zu dem Fenster in ihrer Küche. Aber sie wusste nicht, wann sie das letzte Mal ein Gespräch mit ihren Kindern aufrechterhalten hatte. Und ihre Großmutter war so alt, dass sie die Probleme der Jugend nicht mehr verstand, geschweige denn die Sprache und ihre Gefühle. Heather würde nur noch mehr weinen und in einem hitzigen Streit ihre Großmutter rauswerfen. Aber jetzt, jetzt wo Chris da war, war es nicht mehr Theas Problem. Und das war das Schöne an ihrer Freundschaft: wenn Chris da war, war Thea für nichts mehr verantwortlich, sie konnte einfach nur ... sein. Sein und sich von Chris' Witzen überrieseln lassen. Doch als ihr bester Freund gerade anmerken wollte, dass sie auch aus einem anderen Teil des Big Apples stammen können, schüttelte sie mit dem Kopf. "Na-uh, klingen eher nach Aussies, wenn du mich fragst. Und aufregender auf jeden Fall ...", schloss sie, murmelnd und hoffend, dass es auf keinen Fall aufregender wurde. Sie brauchte nicht noch einen Stressfaktor, den sie unter einen Hut bekommen musste. Was war, wenn sie sich mit irgendeinem Kuchen offiziell vorstellen wollten und Thea sie dann sogar hereinlassen musste, in das Chaos, welches sie organisierte und nie so richtig auf einen grünen Zweig bringen konnte? "Es ist mir lieber, wenn es so bleibt wie bisher. Sie scheinen nett ... aber Ich habe gerade sowieso keine Zeit, neue Menschen kennenzulernen." Sie sah die Treppe, die zur U-Bahn führte schon von weitem und sah dann zurück zu Chris, als er ihr offenbarte, dass das Café, in welchem sie ihr erstes Lerntreffen hatten, wieder eröffnet hatte. "Was? Das gibt es wieder?", grinste sie und schüttelte den Kopf. Die Erinnerungen waren gut, Chris hatte sie ständig zum Lachen gebracht, auch wenn sie es gar nicht gewollte hatte. "Yes, lass uns unbedingt dahin und vielleicht schonmal über das Skript für die Lectures gehen?" Zielsicher führte Thea sie beide zu der richtigen Stelle und es dauerte kaum drei Minuten, bis eine Bahn eingefahren war und sie in dem New-Yorker Trubel verschwanden.

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    • Christopher Williams

      Nachdem Thea Chris erklärte was für Probleme ihre kleine Schwester hatte, konnte er das Gefühl irgendwie sehr gut nachvollziehen. Schließlich hegte er ebenfalls Gefühle für jemanden, welche wohl diese nie erwidern wird aber in Gegensatz zu Heather hatte er gelernt damit umzugehen weshalb er es somit eher mehr genoss den Menschen bei sich zu haben als komplett getrennte Wege gehen zu müssen. Dies würde bestimmt nicht nur ihn hart treffen, sondern wäre auch für Thea sicher eine große Belastung. Denn so würde sie den einzigen Menschen verlieren, der stets versuchte ihr das Leben auch von einer anderen, spaßigen Seite zu sehen. "Leider kommen solche Dinge genau dann wenn man sie entweder am wenigsten erwartet hat oder wenn es am unmöglichsten ist es zu erreichen" sprach er für einen kurzen Moment ernst aus bevor dann auch schon das Thema zu ihren neuen Nachbarn gewechselt wurde und Chris mehr dazu meinte, dass sie vielleicht von einem anderen Stadtteil New York's kommen könnten. Dies verneinte aber Thea recht schnell. Sie klangen wie aus dem Ausland? Wann hatte sie denn bitte mit ihnen gesprochen? Soweit er wusste, vermied sie neue Bekanntschaften zu machen? Oder hatten sie sich selbst ihr gegenüber vorgestellt? Dass es sarkastisch von ihr war, dass es hier in der kleinen Gasse nun wohl aufregender werden würde, konnte er deutlich raushören, aber das war schon in Ordnung gewesen, denn schließlich hatte er es ebenfalls weniger ernst gemeint. "Wenn du Glück hast, lassen sie dich eh eher in Ruhe" musste er dabei etwas lächeln bevor sich beide schon auf den Weg Richtung U-Bahn waren, welche von der Ferne aus zu sehen war, als er ihr den Vorschlag unterbreitete zu dem Cafe zu gehen, in welches sich die beiden kennengelernt hatten. In den Nachrichten hörte er, dass es seit kurzem nach dem großen Brand wieder eröffnet hatte und wo konnten sich die beiden besser unterhalten als an dem Ort? Zu seiner Erleichterung, schien sich wohl auch Thea sehr darauf zu freuen weshalb es wohl eine beschlossene Sache war doch war seine Vorstellung, sich einfach dort nett zu unterhalten schnell vernichtet worden als sie meinte, dass die beiden sich schon mal über das Skript für die Lectures unterhalten konnten. Einerseits war es gut, denn so wirklich auskennen tat sich Chris sowieso nicht aber andererseits dachte er mal für einen Moment die Uni mit ihr vergessen zu können. Aber so war Thea einfach. Wenn es ums Lernen ging, war sie eher diejenige die die beiden dazu antrieb was zu machen. Chris nahm die Universität in ihren Augen sowieso schon immer auf die leichte Schulter. Daher war es wahrscheinlich schon gut so. Unten bei der U-Bahn angekommen, dauerte es nicht lange bis diese auch einfuhr, die beiden einstiegen und schon Richtung Stadtinneres fuhren was gut 13 Minuten dauerte. Um diese Uhrzeit war wirklich noch viel los gewesen weshalb Chris für einen kurzen Augenblick die Hand von Thea nahm um diese in den ganzen Trubel nicht zu verlieren. Draußen angekommen, ließ er sie wieder los und begab sich auf den Weg zum Cafe, welches von der Station zum Glück nicht so weit weg war. Von außen hatte es sich nur ein klein wenig geändert gehabt aber drinnen hatten sie komplett neu renoviert gehabt. Es war zwar nicht gerade Chris Geschmack von Einrichtung gewesen aber es sah definitiv besser als beim letzten Mal aus. "Na wenn das nicht meine Stammkunden sind" begrüßte Philipp, der Besitzer des Ladens, die beiden als er sie wieder erkannte. Von früher her hatten sie sich auch kaum verändert gehabt. "Was führt euch denn wieder her?" wollte er wissen als er die beiden kurz umarmte. "Wir haben gehört, dass ihr neu eröffnet habt und wollten mal vorbeischauen" lächelte Chris auch sanft vor sich her. Philipp war schon immer ein herzensguter Mensch gewesen aber gerade deswegen lief auch sein Laden wie immer auf Hochtouren. Auch heute war wieder einiges bei ihm los gewesen was Chris so gar nicht verwunderte. "Also für euch beide habe ich immer einen Platz frei, los kommt" gab er ihnen das Zeichen ihm zu folgen wobei er sie schon zu einem Platz beim Fenster brachte. "Wir haben neue Karten zusammengestellt. Seht mal rein und sagt mir was ihr haben wollt. Selbstverständlich geht das aufs Haus" lächelte er, gab den beiden die Karte und verschwand anschließend schon mal zu seinen nächsten Kunden.. "Also wenn eines gleich geblieben ist, ist es Phil, nicht wahr?" wandte er seine Aufmerksamkeit kurz auf Thea bevor sein Blick selbst schon in die Karte ging, welche wirklich aus einer sehr großen Auswahl zwischen Getränke, Kaffe und Kuchen sowie kleine Speisen bestand.


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    • Neu

      Thea Litchmore:

      "Ach, wann braucht man diese Probleme überhaupt? Es scheint nie eine gute Zeit für Liebe und all den Quatsch zu geben, jedenfalls nicht wenn es nach Heather geht." In ihrem Alter war Thea nicht unähnlich gewesen. Sie hatte zwar keine eigenen Körbe kassiert, aber damals war sie offen gewesen. Offen, um die Liebe, die man ihr entgegenbringen wollte, auch anzunehmen. Und manchmal säumten Scherben den Weg, manchmal waren es Rosenblätter gewesen. Wenn Thea daran zurückdachte, spürte sie nichts mehr. Das Kribbeln der Rosenblätter war fort, und der Schmerz der Scherben unter ihren Füßen und Lungen weg. Als wäre das damals alles nur eine riesige Zeitverschwendung gewesen, die sich Thea damals hatte leisten können. Damals, als sie nur Thea sein durfte und nicht Mum-Ersatz, Krankenschwester, Schwester, Studentin, Haushälterin, Köchin und Buchhalterin. Damals hatte es noch genug Platz für jemand anderen gegeben, aber jetzt hatte Thea das Gefühl, es gab nicht einmal Platz für sie in ihr selbst. Das Thema verschob sich und Thea war froh, dass sie nicht über das Liebesleben über Schwester reden musste, wenn sie doch selbst keines haben durfte. Sie nickte nur, als Chris meinte, ihre Nachbarn würden sie schon in Ruhe lassen. Sie hoffte es doch sehr. Zu ihrer langen Liste an Rollen sollte nicht auch noch die einer guten Nachbarin dabei sein. Kuchenbacken, Small Talk, gegenseitiges Blumengießen ... bitte nicht.
      Der stetige Strom an Menschen an den U-Bahnstationen zwang sie für einen Moment, ihr Gespräch zu unterbrechen und sobald sie in der U-Bahn waren, nahm Chris ihre Hand. Normalerweise würde sie ihre Selbstständigkeit betonen und auf sich selbst aufpassen, aber sie hatte schon bemerkt, dass Chris sich gerne Sorgen um sie machte und sich um sie kümmerte. Sie ließ ihn und grinste zu ihm hoch. "Thea konnte froh sein, dass sie noch immer einen guten Freund hatte. Alle anderen waren nach all den Jahren verschwunden, hatten spannende Leben, mit denen Thea einfach nicht mithalten konnte. Niemandem gefiel es, wenn man jede Verabredung absagen musste, weil man die einzige Person war, die auf die Geschwister aufpassen konnte. Thea zog ihren Rucksack nach, als sie ausstiegen und folgte Chris aus der U-Bahnstation heraus. Ihre Hand steckte wieder in ihrer eigenen Jackentasche und sie ging mit gelassenem Schritt neben Chris her, bis sie das Café entdeckten. "Es sieht noch genauso aus, wie damals", meinte Thea lächelnd und sobald sie Philipp gegenüberstanden, fühlte es sich trotz anderer Inneneinrichtung auch noch so wie damals. Auch Philipp schien sich an die regelmäßigen Kunden zu erinnern und winkte sie heran. Als er sie an einen der besten Plätze führte, schüttelte Thea mit dem Kopf. "Aber dann nimm wenigstens dieses Mal Trinkgeld an", verlangte sie grinsend, bevor sie sich niederließ. "Es fühlt sich fast wie Nach-Hause kommen an", stimmte auch sie zu und linste zu Philipp herüber. Sie konnte sich nicht vorstellen, dauerhaft so gut gelaunt sein zu können. Und dabei hatte Philipp doch mindestens genauso viel zu tun. "Wollen wir uns Nachos teilen? Wie beim ersten Treffen", schlug sie grinsend vor und suchte sich zugleich ein geeignetes Getränk, um für die nächsten Stunden wach zu bleiben. "Ich hatte heute den Tag über keine Zeit, um das Essay zu schreiben, und es ist die allerletzte Deadline, bevor ich aus dem Kurs gekickt werde ... das wird wieder ein All-Nighter ...", ließ sie ihre Überlegungen heraus und stützte sich auf ihrem Ellenbogen ab.
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      Christopher Williams / Jackson Anderson

      Chris war schon immer jemand gewesen, der oft die Menschen anders sah als jeder anderer. Er kannte Thea gefüllt schon Ewigkeiten und wusste daher auch von ihrer schweren Vergangenheit als sich ihr Vater das Leben genommen hatte und natürlich auch die Zeit vorher. Natürlich gab es zur damaligen und zur heutigen Thea sehr große Unterschiede aber dennoch beschloss er die junge Dame nicht mit anderen Augen zu sehen. Nein! Er verstand es, wenn sie mal keine Zeit für ihn hatte oder wegen der Familie nicht weg konnte. Sie war sozusagen der Mittelpunkt ihrer Familie. Durch sie brach diese nicht komplett zusammen, weshalb Thea großen Respekt von Chris erhielt dafür. Wenn er an ihrer Stelle wäre, würde er nicht wissen ob er der Sache gewachsen war aber er hatte auch ein komplett anderes Verhältnis zu seiner Familie gehabt als was es Thea hatte. Durch all diese Erlebnisse wusste er auch von ihr, wie ihre damaligen Freunde das Alles sahen weshalb er auch zum Teil verstehen konnte, dass diese verschwanden. Andererseits aber auch wiederrum nicht, denn was war man für ein Freund/in, wenn man nicht mal in den schweren Zeiten zu jemanden hielt? Deswegen nahm er sich vor immer für sie da zu sein, egal ob es nun auf freundschaftlicher beziehungsmässigen Basis war.
      Weiter kam er unterwegs mit seinen Gedanken nicht als beide schließlich die U-Bahn verließen und schon das Café von der Ferne erblickten, welches sich äußerlich so gut wie gar nicht verändert hatte. Dies bestätigte auch Thea als er ihren Worten horchte, was ihm doch ein sanftes Lächeln auf die Lippen brachte. Auch wenn sie immer meinte, das Leben nicht wirklich genießen zu können, machte sie es hier und da mal doch, auch wenn es ihr vielleicht nicht bewusst war. Auch Philipp schien sich nicht verändert zu haben, was für Chris nur positiv war, die beiden begrüßte und auch schon zu einem der besten Plätze brachte. "Das kommt gar nicht in Frage. Ihr seid meine Gäste und wenn aufs Haus geht, geht es aufs Haus. Da gibt es kein Trinkgeld" kam Philipp ihr mit seinem freundlichen Lächeln entgegen. Chris wusste ganz genau aus alten Zeiten, dass er ein sehr sturer Mensch sein konnte und wenn Philipp mal 'Nein' sagte, dann blieb es in seinen Augen auch dabei. "Na gut, dann wenigstens bei nächsten Mal" sprach schließlich der braunhaarige aus worauf Philipp dann aber auch einging bevor er die beiden mit den neuen Karten alleine ließ da weitere Gäste eintrafen und er diese begrüßen wollte. "Nachos? Ja, klingt nicht übel. Hatte ich ewig nicht mehr gehabt" meinte er darauf während er sich auch schon ein Getränk aus der Karte raussuchte. Der heutige Kurs würde bestimmt wieder anstrengend werden und da er sich sowieso etwas schwerer als Thea tat, war es sicher nicht falsch gewesen eines auszusuchen, was auch ihn wach halten würde, weshalb er sich dann für einen Energiedrink entschied. "Ich kann dir meine Unterlagen borgen wenn du möchtest" mit diesen Worten holte er auch schon seine Unterlagen aus dem Rucksack raus und legte ihr diese entgegen. Chris hatte zwar noch neben dem Studium einen Job zu erledigen aber meistens schaffte er es noch im Büro nach seinen Dienstzeiten sich hinzusetzen und die Aufgaben für die Uni zu erledigen. Dass Thea in der Hinsicht weniger Zeit als ihm blieb war vollkommen verständlich gewesen und manchmal war er wirklich erleichtert gewesen nicht in ihrer Haut stecken zu müssen auch wenn er ihr des Öfteren am Liebsten mehr helfen wollte. "Es ist eigentlich gar nicht mal so schwierig wie es vielleicht aussieht. Wenn du einmal angefangen hast, geht der Rest von ganz alleine und bis zur Vorlesung solltest du es eigentlich schaffen wenn wir jetzt damit anfangen" versuchte er sie damit ein wenig aufzubauen.
      Währenddessen betrat auch Jackson das kleine Cafe, nach einiger Zeit, da er die Bestellung für seine Familie abholte, welche sein Onkel vorher telefonisch durchgegeben hatte. "Guten Tag, was kann ich für Sie tun?" begrüßte Philipp diesen wieder mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen was selbst Jackson sehr begrüßte. "Guten Tag, ich hole die Bestellung auf den Namen Anderson ab" und mit diesen Worten verschwand der Chef auch schon nach hinten um diese abzuholen. Während Jackson darauf wartete, sah er sich ein wenig den Laden etwas genauer an und musste zugeben, dass dieser wirklich passend zu dem Viertel hier passte bevor sein Blick dann auf seine neue Nachbarin und dessen Begleitung stieß. War das etwa ihr Freund gewesen? //Ein süßes Pärchen würden die beiden auf jeden Fall abgeben//, schoss es ihm so kurz durch den Kopf als er sich dazu entschloss die beiden für einen kurzen Moment begrüßen zu gehen. "Hallo Thea" lächelte er sie an und wandte seine Aufmerksamkeit anschließend auf Chris um ihm die Hand zu reichen. "Hallo, ich heiße Jackson und bin der neue Nachbar von Thea" stellte er sich vor woraufhin auch der braunhaarige seine Hand nahm "Ich heiße Chris, freut mich deine Bekanntschaft zu machen. Thea erzählte bereits, dass sie neue Nachbarn bekommen hat" blieb auch er freundlich.


      "Live your Life......you only have this one chance !"