Hero after Story [Laska&Caili]

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    • Hero after Story [Laska&Caili]


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      Siegmund Aragorn

      Es war nun bereits eine Tage her, seitdem er siegreich über dem König der Dämonen selbst, das schrecklichste Wesen, das diese Welt jemals gesehen hatte, wen man den Historikern glauben wollte, mit seiner Gruppe die Hauptstadt betreten hatte und vom König selbst für seine herausragenden Taten empfangen wurde.
      Siegmund hatte es endlich geschafft, er hatte das Ziel seines Lebens erfüllt, die Prophezeiung erfüllt, welche ihm seit seiner Kindheit eingebläut wurde, so dass er sie auswendig kannte. Siegmund war zum Helden geworden.
      Und doch lehnte er jegliche Belohnungen für seine herausragende Leistung ab, wollte nicht die Prinzessin heiraten und damit der rechtmäßige Thronfolger, zum nächsten König selbst, werden. Lehnte auch die großzügige Geldsumme ab, welche mehr als nur genug gewesen wäre, um ein einfaches, sorgloses Leben ohne jeglichen Geldproblemen zu leben, nein, denn Siegmund wollte nur eines, jetzt, da er seine Reise beendet hatte und in seine Heimat zurückgekehrt war.
      Schon auf der Rückreise hatte er sich viele Gedanken darüber gemacht, wie es nun weiter gehen sollte. Auch wenn er sich freute, sein Ziel erreicht , die Welt vor der Zerstörung gerettet zu haben, so war dies auch der einzige Inhalt seines Lebens gewesen, seit er denken konnte, wodurch er sich etwas leer gefühlt hatte, nun, da sein Leben kein Ziel mehr hatte.
      Doch auf der anderen Seite war es seine große Chance, denn nun konnte er sein Leben endlich gestalten, wie er es wollte, ohne auf Priester und Könige zu hören, leben, wie er es wollte.
      „Ich möchte als gewöhnlicher Bürger leben.“, hatte er dem König geantwortet, als diese ihn gefragt hatte, was er denn sonst wollte und auch wenn ihm die ungläubigen und überraschten Blicke der Anwesenden unangenehm gewesen war, so hatte ihn in diesem Moment, als er diese Worte endlich ausgesprochen hatte, ein neuer Tatendrang gepackt und er war unglaublich froh, als der König seiner Bitte nachkam.
      Der König war so großzügig gewesen dem Helden ein Haus in der Hauptstadt zu organisieren und stattete ihn mit einer kleinen Geldsumme aus, mit welcher er sein neues Leben beginnen konnte. Zwar hätte der König ihm gerne mehr gegeben, aber Siegmund wollte selber lernen wie es war sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen, wie es alle anderen taten.
      Und damit hatte sein neues Leben begonnen.

      Mehrere Tage waren nun bereits vergangen, seitdem die Siegesfeier und Parade zu seinem Namen abgehalten worden waren. Während er die Siegesfeier nicht besucht hatte, damit sein Gesicht möglich wenigen Menschen bekannt war – da er nicht wollte, dass man ihn als Helden erkannte – und die Parade bloß als Zuschauer betrachtet hatte, hatte Siegmund damit begonnen sein neustes Abenteuer einzugehen: die Jobsuche.
      Es war kein leichtes Unterfange, viel mehr bekam Siegmund immer wieder das Gefühl, dass es deutlich einfacher gewesen wäre gegen Monster zu kämpfen und die Tatsache, dass ihm jegliche Erfahrung fehlte, machte es nicht besonders einfacher.
      Doch je mehr Vorstellungsgespräche er hinter sich hatte, desto eher bekam er ein Gefühl dafür, welche Fragen gestellt werden würden und wie er diese zu beantworten hatte und nun stand er vor der Tür eines kleinen Cafes, betrachtete das Stellenausschreiben, ehe er sich einredete, dass er es dieses Mal schon hinbekommen würde und betrat das Gebäude.
      Überrascht stellte er fest, dass es gefüllt mit leuchtenden Wesen war, welche er recht schnell als Feen erkannte und er lächelte freundlich, als sich eine von ihnen Platz auf seiner Schulter machte, während eine andere Fee neugierig auf seinem Kopf lag und kopfüber hing, um das Gesicht des Neuankömmlings zu betrachten.
      „Was macht ihr denn hier?“, erkundigte er sich, ehe er seine Aufmerksamkeit von den Feen abwandte um sich in dem Cafe umzusehen und nach dem Besitzer dessen zu suchen.
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      @Laska
    • C L A R A B E L L E

      Es war bereits eine Woche her, seitdem Clarabelle das Schild an das Fenster gestellt hatte. Zwar kamen immer wieder und zu Hauf Kund_innen in das Café und erfreuten sich entweder an den Kuchen und Törtchen oder an den alten Büchern an den Wänden. Aber Anwärter_innen gab es kaum welche. Es war in der ganzen Stadt bekannt, dass in dem kleinen Familiencafé mit Feen gearbeitet und gelebt wurde und es gab nicht viele Menschen, die das ständige Zwitschern länger als eine Stunde aushalten konnten. Und erst die Streiche. Clarabelle saß auf dem alten Holztresen, hatte die Beine in einem Schneidersitz unter sich gefaltet und blätterte in einem alten Buch. Es gab nicht viel zu tun an diesem Tag und das, was anstand wurde von den fleißigen Feen erledigt. Die restlichen Feen tummelten sich in ihren roten Haaren oder hingen von ihren Hörnern herunter, ihre hellen Lieder zwitschernd. An einem der Tische saß eine alte Hexe, die wenig auf ihre Umgebung achtete. Die Feen sorgten dafür, dass ihre Kundin genügend Kekse zu ihrem Tee hatte. Wenn der Teller leer war, stützen die kleinen leuchtenden Wesen zum Thresen und trugen jeden Keks einzeln mit ihren schnell flirrenden Flügeln zu ihrem Tisch.
      Clarabelle hob den Kopf, als die Feen einen neuen Kunden ankündigten. "Schönling, Schönling" riefen sie Clarabella ins Ohr und sie rollte mit den Augen. Stetig versuchten die Feen ihr einen Mann unterzujubeln, trugen die Tradition ihres Vaters fort. Er hatte sich nie ein einsames Leben für sein einziges Kind gewünscht, vor allem weil Waldnymphen ein geselliges Volk waren. Doch Clarabelle blieb nicht viel mehr übrig, als ihre Familientradition alleine zu führen, zumal auch die meisten Männer der Schöpfung eher ein Augenrollen bei ihr hervorriefen. Sie entknotete ihre Beine und sprang von der Theke, das kurze Kleid wehte um ihre Beine und aus ihrem Haar fielen kleine Blüten. Einige Feen beschwerten sich leise, dass ihr Werk gerade zerstört wurde, doch andere zogen Clarabelle zur Tür des kleinen Cafés. Die Feen hatten recht behalten. Ein Schönling, durch und durch. Clarabelle hielt nicht viel von Äußerem, befürchtete jedoch, einem Adligen gegenüberzustehen und für die hatte sie noch weniger üblich. Während das einfache Volk in den Krieg gezogen war, hatten die Adligen ihre gemütlichen Schlösser und Paläste beschützt ... und nur die. "Kann ich Euch helfen, mein Herr?", fragte sie dennoch höflich und musste sich ein Grinsen verkneifen, als die Fee auf seinem Kopf herunterrutschte und sich vorwitzig an seinen Strähnen festhielt und so vor seiner Nase baumelte. Clarabelle ging einen Schritt auf ihren Gast zu und pflückte die Fee von seinem Gesicht. "Verzeiht, sie lieben neuen Besuch ein wenig zu sehr", lächelte sie und entließ die Fee aus ihrer Hand.
    • Siegmund Aragorn

      „Arbeiten!“, sang die vergnügte Fee auf seiner Schulter, als Antwort auf seine Frage, was sie denn hier machten und man konnte dem jungen Mann die Verblüffung in seinem Gesicht deutlich ansehen. Feen arbeiteten? Davon hatte er noch nie zuvor gehört, aber die Feen wirkten auch eher, als würden sie spielen und eine schöne Zeit genießen.
      Letztendlich musste Siegmund gar nicht lange nach der Besitzerin suchen, zumindest hielt er die Nymphe, welche auf ihn zuging für diese und bemühte sich ein freundliches und höfliches Lächeln auf den Lippen zu tragen, da er einen guten ersten Eindruck machen wollte.
      „Es gibt nichts zu verzeihen, ich bin es gewohnt.“, gab er von sich, bevor er darüber nachdenken konnte.
      „Eigentlich bin ich hier, weil ich nach einem Job suche. Ist... ist die Stell denn noch frei?“, erkundigte er sich hoffnungsvoll, während immer mehr Feen begangen es sich auf dem Neuankömmling gemütlich zu machen.
    • C L A R A B E L L E

      Die Nymphe ließ die kleine aufgeweckte Fee noch ein Weilchen an ihren Fingern spielen, als die Worte ihres Gastes zu ihr drangen. "Da wärt Ihr der Erste, der diese Spielereien genauso gewöhnt ist", lächelte sie sanft und sah zu, wie die Fee von ihren Fingern zurück auf den Kopf ihres Gastes flog. Sie wunderte sich gar nicht, warum er nicht wie die meisten Gäste instinktiv nach den Feen schlug, wenn sie wie nervige kleine Mücken zu nah an den Gesichtern vorbeiflogen. Clarabelle verschränkte amüsiert die Arme und sah noch überraschter ein paar Zentimeter tiefer in das Gesicht des Schönlings, als dieser sich als Interessent offenbarte. Also doch kein Adelsmann - die würden sich niemals in die Abhängigkeit einer von ihnen stellen. Und nötig hätten sie es sowieso nicht. Ihre dunkelgrünen Augen sahen zuerst skeptisch, dann erfreut zu ihrem Gegenüber. Sofort streckte sie die Hand aus und grinste. "Dann hast du den Job. Du bist der Erste, der sich mit den Feen versteht, alles andere lernst du auch noch. Also natürlich, nur wenn du noch willst, nachdem ich dir den Job erklärt habe. Aber es ist sehr simpel, wenn man ein sonniges Gemüt hat." Ihr Lächeln war offen und die Feen flogen bei ihren Worten noch wilder umeinander und zogen an ihren Strähnen oder ließen sich von den imposanten Hörnern baumeln, als wären sie ein Spielgerät. "Er bleibt! Er bleibt!", riefen sie immer zu und das laute Gezwitscher ließ selbst die Hexe hochblicken, während Clarabelle ein Grinsen unterdrücken musste. "Mein Name ist übrigens Clarabelle, und die hier sind bis jetzt meine einzigen Hilfskräfte." Sie zeigte auf das wilde Toben an ihren Hörnern und sah lächelnd zu ihrem Gegenüber und wartete auf die Vorstellung ihres neuen potentiellen Angestellten, sofern die Feen ihn nicht doch letztendlich verjagen würden.
    • Siegmund Aragorn

      „E-einfach so?!“, war er sichtlich überrascht darüber, dass sie ihm diesen Job einfach überließ, vollkommen ohne Bewerbungsgespräch. Nicht mal seinen Namen wusste sie, aber das minderte seine Freude kaum, nachdem er diese Tatsache einfach akzeptiert hatte und freudig die Hand der Waldnymphe schüttelte.
      Die Feen schienen sich mindestens genauso sehr zu freuen wie er selbst und sein Lächeln wurde ein kleines bisschen breiter, war es doch schön so lauthals und fröhlich willkommen geheißen zu werden. Die Feen hatten ihn schon oft vor der ein oder anderen Gefahr gerettet, ihm oft den Weg gewiesen oder Auskunft gegeben, wenn Siegmund nicht mehr weiter wusste, weshalb sie ihm schnell ans Herz gewachsen waren, dennoch musste er zugeben, dass er so viele Feen an einem Ort nur selten zu Gesicht bekommen hatte.
      „Oh! Verzeihung, ich hätte mich früher vorstellen sollen. Ich bin Siegmund, freut mich sehr sie kennen zu lernen. Ich muss aber zugeben, dass ich das erste Mal von einem Ort gehört habe, dessen Angestellten Feen sind. Wie kommt das?“, erkundigte er sich neugierig und bemerkte das eine Fee an seiner Hand hing, nachdem er seine Hand von Clarabelles gelöst hatte.
      Er wusste nicht, ob sie schon länger da hing oder von der Nymphe aus zu ihm geklettert war, aber mit einem sanften Lächeln öffnete er seine Handfläche, damit die Fee darauf klettern konnte, wobei er mit seiner freien Hand etwas nach half und zufrieden saß die Fee nun auf seiner Handfläche, ehe weitere von ihnen beschlossen, dass es eine Einladung war und es sich auf seiner Hand bequem machten, noch immer zwitscherten sie „Er bleibt!“ vor sich her.
      „Wir zeigen dir alles!“ „Wir helfen!“, mischten sich noch weitere Stimmen ein. Sie waren offenbar allesamt bereit Siegmund bei der Eingewöhnung in seinen neuen Job zu helfen, wofür er wirklich dankbar war. Nach mehr Hilfe konnte er eigentlich kaum bitten.
      „Was muss ich tun?“, wollte er nun von Clarabelle wissen, voller Tatendrang so schnell wie nur möglich mit seinem ersten Job zu beginnen. Der erste Schritt in ein gewöhnliches Leben!
    • C L A R A B E L L E

      Bei der Überraschung in seinem Gesicht, lachte Clarabelle hell auf. "Nun, natürlich einfach so. Ihr könntet mir die Sterne vom Himmel erzählen, so wie all die anderen. Lieber sehe ich, was Ihr so drauf habt." Der Handschlag war fest und wurde sofort als Brücke genutzt zwischen ihnen. Zumindest die Feen fanden ihre Entscheidung also mehr als gut. Clarabelle lauschte der Vorstellung und legte den Kopf nur ein wenig schief. Sein Name klang ungewöhnlich, aber vermutlich nicht so ungewöhnlich, dass sie nachfragen konnte. Und da schwebte ohnehin eine andere Frage im Raum, mit all den Feen gemeinsam. "Sie arbeiten auch nicht wirklich für mich, sie leben nur schon seit Jahrhunderten in diesem Café. Meine Urururgroßmutter hat wohl ein Nest vor einem Feuer gerettet und jetzt ..." Sie zeigte auf das flatternde Chaos. "... leben sie hier", endete sie mit einem Grinsen. Zufrieden sah sie, wie Siegmund und die Feen interagierten. Zumindest da musste sie sich keine Sorgen machen. Auch bei seinen nächsten Worten lachte sie kurz auf. "Du kannst es ja kaum erwarten. Komm, ich zeig dir wie man den Kaffee und Tee macht, die Kuchen und Törtchen musst du nur an den Tisch bringen." Sie wandte sich um und ging, gefolgt von einigen Feen, zu dem Tresen. Sie lehnte sich an die große Standkanne und klopfte darauf. "Sicher, hast du schon Kaffee gemacht, oder?"
    • Siegmund Aragorn

      „Oh~ ein Nest? Sie müssen deiner Urururgroßmutter wirklich dankbar gewesen sein.“, lächelte Siegmund und beobachtete dabei die zahlreichen Feen, wobei sein Blick bei einer kleinen Gruppe hängen blieb, welche der einzigen Kundin des Cafes weitere Kekse brachte.
      Der Held folgte Clarabelle zum Tresen, musste jedoch ein entschuldigendes Lächeln aufsetzen, als diese fragte, ob er denn schon mal Kaffee gemacht hatte.
      „Ich muss sie leider enttäuschen, ich habe noch nie zuvor Kaffee gemacht.“
      Hin und wieder hatten er und seine Freunde Tee in einem Topf über dem Lagerfeuer gemacht, aber mehr auch nicht, immerhin war es deutlich einfacher mit leichterem Gepäck zu reisen. Siegmund selbst hatte Kaffe nur wenige Male in einem Cafe oder bei Besuch getrunken.
    • „So dankbar, dass ich sie noch immer meine Familie nennen darf. Und ihre kleinen Lieder verstehe“, grinste Clarabelle und ahnte gar nicht, dass sie nicht die Einzige war, die das Durcheinander ordnen konnte. Eigentlich wollte sie auch gleich zum nächsten Punkt übergehen, bis Siegmund ihr offenbarte, dass er sich noch nie selbst einen Kaffee gemacht hatte. Also doch ein Adliger? Clarabelle schob ihre Gedanken nach hinten und setzte ein unbekümmertes Lächeln auf. „Du musst mich nicht Siezen, wir müssten sogar im selben Alter sein.“ Sie schob die Kaffekanne mit dem Siebaus Keramik und verziert mit allerhand Blumen zu dem Blonden. Sofort stürzten sich eine Handvoll Feen auf den Wasserkocher. Sie bekamen ihn zwar nicht hoch, aber dafür die Aufmerksamkeit der anderen. „Achja, zuerst setzt du heißes Wasser auf. Während das Wasser kocht - achja, danke Filou - also das hier sind Filter, die faltest du auf, setzt sie ein und musst nun eigentlich nur noch zwei Löffel von unserem gemahlenen Kaffee oben hinzugeben und dann das heiße Wasser in den Trichter füllen. Die Schwerkraft macht den Rest.“ Während sie die einzelnen Schritte ansatzweise demonstrierte, gaben die kleinen Feen immer wieder Tipps, die ihr neuer Angestellter ohnehin nicht würde verstehen können, so dachte sie zumindest. „So und jetzt du, es ist wirklich ganz einfach. Und wenn der Kunde Milch oder Zucker wünscht, dann gibt es auch das.“ Sie sprang mit dem Hintern auf den Tresen und sah Siegmund freundlich an. „Mhmmm, ich hätte gerne einen Kaffee mit zwei Löffel Zucker und Milch“, gab sie Siegmund seinen ersten Auftrag.
    • Siegmund Aragorn

      Eigentlich hätte er sich bereits denken können, dass die Nymphe in der Lage war die Worte der Feen zu verstehen, ganz so wie er es tat und doch war er überrascht über diese Tatsache, da man nur selten solchen Individuen begegnete. Normalerweise waren Feen scheue Wesen, vorsichtig und nur durch ihre Neugier brachten sie sich das ein oder andere Mal in Schwierigkeiten, doch dass sie jemandem genug vertrauten um ihnen die Fähigkeit zu geben sie zu verstehen, war eine Seltenheit. Der Verwunderung wich ein sanftes Lächeln, denn es war doch schön jemandem zu begegnen, der die Worte der Feen genauso zu schätzen wusste wie er es tat. Seine Freunde hielten das Gezwitscher oft für nervig, nachdem die Faszination gewichen war.
      Aufmerksam betrachtete Siegmund wie Clarabelle einen Kaffee zubereitete, nickte hin und wieder, um zu zeigen dass er zuhörte und verstand und stellte letztendlich fest, dass es doch gar nicht so schwer sein müsste.
      Verwundert blickte er zu der Nymphe auf, ehe er „Kommt sofort.“ mit einem freundlichen Lächeln von sich gab und sich daran machte einen der Filter zu nehmen, ihn aufzufalten und einzusetzen.
      Eine Gruppe freundlicher Feen hielten ihm bereits den ersten Löffel mit dem gemahlenen Kaffee bereit, wofür er sich mit einem Lächeln bei ihnen bedankte, ehe er auch einen zweiten Löffel nahm und sogleich das heiße Wasser hineinkippen konnte.
      „Aufpassen, dass es nicht verrutscht...“, murmelte er, da die Feen ihn immer wieder daran erinnerten, dass der Filter nicht verrutschen sollte und gab konzentriert das Wasser dazu, woraufhin sich Kaffee in der Kanne bildete.
      Er musste weder nach einer Tasse, noch nach Milch und Zucker suchen, denn die Feen zeigten ihm sofort, wo alles war und schon bald hatte er seine erste Tasse Kaffee zubereitet.
      Es schien zwar alles glatt gelaufen zu sein, dennoch wirkte er noch etwas nervös, ob der Kaffee denn auch schmeckte?
      „Bitte sehr, ihre Bestellung.“, lächelte Siegmund und reichte Clarabelle die Tasse.
    • C L A R A B E L L E

      Ein helles Lachen folgte Siegmunds "Kommt sofort" und zufrieden lehnte sich Clarabelle etwas nach hinten zurück, stützte sich mit durchgedrückten Armen ab. Sie beobachtete seine Bewegungen und hörte die Feen immer wieder Tipps rufen. Die Zuneigung wäre auch Wesen, die sich nicht mit Feen auskannten, offen ersichtlich. "Sie mögen dich mehr, als ich es bei anderen Wesen gewöhnt bin. Wenn ich fragen darf: was bist du? Deine Ohren sind nicht spitz genug für eine reine Elfe, aber es könnte erklären, warum sie so einen Narren an dir gefressen haben. Gut, dass ich dich schon eingestellt habe, sonst würden sie mir auf den Geist gehen." Die rosa leuchtende Fee neben ihr verschränkte die Arme. "Und wie wir das hätten! Wir zeigen ihm schon alles!" Und daran hatte Clarabelle keine Zweifel, aber sie nahm die Fee schlicht in die Hand und setzte sie sich auf eines ihrer Hörner. "Ich habe doch schon gesagt, dass er die Stelle hat", lachte sie und ließ Siegmund seine Arbeit machen. Und die machte er augenscheinlich gut. Clarabelle nahm den Kaffee entgegen und grinste. "Die Höflichkeit hast du schon sehr gut verinnerlicht. Du musst hier aber auch nicht so förmlich sein, die meisten Kunden und Kundinnen kommen seit Jahrzehnten hierher, sie sind fast wie meine Verwandten", plauderte sie erneut und nahm dann einen Schluck von dem ersten Versuch. Zufrieden nickte sie und reichte Siegmund die Tasse. "Ich bin mehr als zufrieden! Die Feen zeigen dir, wo der Tee ist, wenn du sie danach bittest und wo die Tassen stehen weißt du ja jetzt und -" Wie gerufen klingelte die Tür und Clarabelle sprang von dem Tresen. "Dein erster Kunde! Ich bin bei dir, wenn du Hilfe brauchst, aber du machst das schon." Aufmunternd klopfte sie auf seine Schulter und spürte sofort deutliche Muskeln unter den Fingern. Die Stimme eines Gastes lenkte sie ab. "Clarabelle, ich brauche dringend einen schwarzen Tee! Marina ist schon wieder ausgebüchst!" Die Waldnymphe drehte sich um und sah einen alten und korpulenten Satyr, der sich zufrieden in einen der Sessel setzte. "Und solltest du eine Chimäre nicht lieber suchen, anstatt Darjeeling zu trinken?", neckte sie ihren Gast. "Ach, Marina ist doch noch ein Teenager, sie kommt schon von alleine wieder. Aber meine Nerven nicht!" Clarabelle grinste und schob Siegmund vor. "Heute wirst du von meinem neuen Partner bedient, Grimm. Und sei nett zu ihm."
    • Siegmund Aragorn

      Der junge Mann hielt in seiner Bewegung inne, als die Nymphe ihn nach seiner Herkunft fragte. Ihm war anzusehen, dass ihm diese Frage unangenehm war, was sollte er ihr auch sagen? Dass er der Sohn eines Engels, eines mystischen Wesens, welches nur in Sagen und Legenden existierte, war? Dann könnte er ihr auch genauso gut gleich sagen, dass er der Held war, welcher den Dämonenkönig besiegt hatte und damit wäre sein gewöhnliches Leben gelaufen. Kurz überlegte er, ob er davon ablenken und ihr einfach sagen sollte, dass er von der Feenkönigin Titania persönlich gesegnet wurde, aber auch das erschien ihm wie eine außergewöhnliche und großartige Tat und Siegmund wollte auf gar keinen Fall behandelt werden, als wäre er etwas besonderes. Er mochte es nicht, wie sich das Verhalten anderer änderte, wenn er Personen solche Dinge offenbarte.
      „Nun... wie du erkannt hast, bin ich ein Halbelf. Was die andere Hälfte betrifft... ich habe meine Mutter nie kennen lernen können.“, erklärte er ihr, was an sich ja keiner Lüge entsprach, dennoch fühlte er sich etwas schlecht Clarabelle so hinters Licht zu führen, aber er meinte es ja nicht böse.
      Er hoffte, dass sie es damit belassen würde und konzentrierte sich stattdessen darauf den Kaffee zu beenden.

      Siegmund war sichtlich erleichtert, dass sein erster Versuch den Geschmackstest überstanden hatte. Ob er wohl gefeuert worden wäre, wenn sein erster Kaffee schrecklich geschmeckt hätte? Nun, glücklicherweise musste er diese Frage nicht beantworten.
      Die Aussicht darauf, dass die Kunden hier wie eine Familie war, gefiel ihm doch und er hoffte, dass er sich hier schnell einleben und einfinden können würde. Das einzige Konzept das er kannte, was für ihn an Familie nah kam, war seine Abenteurergruppe gewesen, welcher er blind vertraute. Im Tempel dagegen hatte sich Siegmund immer etwas distanziert und ausgeschlossen gefühlt und mit seiner echten Familie hatte er nicht viel Zeit verbringen können.
      Aber nun, da er endlich einen Job hatte, glaubte er seinem Vater wieder einen Besuch abstatten zu können, ob sie wohl jemals eine richtige Familie sein könnten? Er hoffte es.

      „Neuer Partner?“, erkundigte sich der Satyr und hob dabei fragend eine Augenbraue, ehe er Siegmund bemerkte, welcher sichtlich nervös wirkte, sogar etwas fehl am Platz, was daran liegen könnte, dass er dem Gespräch der beiden nicht so ganz folgen konnte.
      „Du hast endlich jemanden gefunden, der das ganze Gezwitscher aushält? Pass auf dass dir der Junge nicht davon läuft!“, lachte der alte Satyr, als hätte er gerade einen guten Witz gemacht, ehe er inne hielt.
      „Wo bleibt mein Darjeeling, Junge? Ein Löffel Zucker und nen guten Schuss Milch, wenn ich bitten darf!“, erinnerte er ihn daran, dass er einen schwarzen Tee trinken wollte und Siegmund machte sich mit einem „Kommt sofort!“ an die Arbeit, wobei ihm bereits der schwarze Tee von den Feen gereicht wurde.
      Was ihm in seiner leichten Panik den Kunden so schnell wie nur möglich zufrieden zu stellen jedoch nicht auffiel, war, dass die Feen ihm absichtlich das Salz, statt den Zucker brachten, um ihm einen ihrer bekannten Streiche zu spielen.
      Siegmund war neu, da hatten sie besonders viel Spaß daran ihn etwas aufzuziehen und sie hofften auch, dass er dadurch lockerer werden würde.
      „Wie heißt du überhaupt? Ich kann dich ja nicht die ganze Zeit Junge nennen.“
      „Ich bin Siegmund.“, lächelte der junge Mann freundlich, während er das heiße Wasser in die Tasse goss.
      „Siegmund? Komischer Name.“
      „Wer ist eigentlich Marina?“, erkundigte sich der junge Mann neugierig, der das ihn verwirrende Gespräch mitbekommen hatte.
    • C L A R A B E L L E

      Kurz bereute Clarabelle, Siegmund so schnell so nahe getreten zu sein. Die Herkunft vieler Wesen war ein rotes Tuch und das hätte sie wissen sollen. Fast hätte sie nach dem kurzen Zögern von Siegmund ihre Frage zurückgezogen, aber da antwortete er ihr schon und Clarabelle beschloss nicht nachzuhaken. "Aber die eine Hälfte ist schonmal ein guter Start für eine wundervolle Freundschaft mit meinen kleinen Mitbewohnern", meinte sie also und beobachtete die letzten Handgriffe, die ihr neuer Partner für seinen ersten Kaffee brauchte.

      Nach dem ersten Test kam schnell der zweite und Clara stand zwei Schritte hinter dem hochgewachsenen Blonden, der sich noch immer anzuspannen schien. Ein seichtes Lächeln umspielte ihre Lippen. Grimm war ein guter Einstieg in das chaotische Treiben dieser Stadt und letztendlich auch an manchen Tagen in ihrem Café. "Bisher habe ich noch keine Beschwerden gehört, aber vergraule du ihn mir lieber nicht. Da habe ich mehr Sorgen", erwiderte die Waldnymphe und sah zu, wie Siegmund sich auf den Weg zurück zum Tresen machte. Für einen Moment beobachtete sie ihn, wie er sichtlich unsicher aber bestens betreut seine erste echte Bestellung aufgab. Sie selbst drehte sich höflichkeitshalber um und begann einen der Tische mit einem Tuch abzuwischen, welches stets an ihrem Gürtel hing. Siegmund war schon groß und sie wollte ihm nicht das Gefühl geben, er würde auf Schritt und Tritt kontrolliert werden. "Marina ist eine herzallerliebste Chimäre, die unserem Grimm beinahe täglich stiften geht, ist es nicht so?", fragte sie grinsend und erhielt ein trotziges Brummen. Das niedliche Löwenjunges mit den großen krummen Flügeln und der Schlange statt eines Schweifes war ihm vielleicht nicht täglich, aber oft genug entwischt. "Sie kommt jeden Abend wieder. Was bringt es also, wenn ich durch die Straßen ziehe und sie suche?" - "Frieden, Grimm. Es würde uns allen Frieden bringen. Sie frisst die Hühner der Nachbarn", beschwerte sich Clarabelle noch immer mit einem lockeren Ton und kam Siegmund entgegen, als er mit dem Tee zurückkam. "Hast du den Zucker probiert, bevor du ihn reingetan hast?", fragte sie im Vorbeigehen und hörte bereits hinter ihr das Kichern der Feen, verborgen hinter ihren kleinen leuchtenden Fäusten.
    • Siegmund Aragorn

      „... ist es hier normal eine Chimäre als Haustier zu halten?“, erkundigte sich der Held, verwirrt, dass ein solch gefährliches Wesen überhaupt innerhalb der Stadtmauern erlaubt war, ehe ihm Clarabelle eine Frage stellte, die ihn sichtlich verwirrte.
      Ob er den Zucker probiert hatte? Warum sollte er...? Doch im nächsten Moment hatte er bereits seine Antwort. Natürlich, er konnte es sich denken und das ungeduldige Verhalten der Feen, welche es kaum erwarten konnten, dass er dem Satyr seinen Tee servierte, bestärkte ihn in seiner Vermutung nur.
      Er seufzte, lächelte dabei jedoch fast schon liebevoll, immerhin war es nun einmal typisch für diese kleinen Wesen und auch, wenn sie es oftmals übertrieben, so war ihm doch bewusst, dass sie es niemals böse meinten.
      Damit stellte er die Tasse auf den Tresen, ging wieder nach hinten und probierte etwas von dem, was ihm als Zucker von den Feen hingestellt worden war und er musste feststellen, dass er tatsächlich den Tee des Satyrs mit Salz gesüßt hatte. Aber süß war es bestimmt nicht.
      Sogleich begannen sich die Feen bei ihrer großen Mitbewohnerin zu beschweren, da sie ihnen ihren Spaß verdorben hatte, nannten sie eine Spielverderberin, lange würden sie ihr aber nicht böse sein.
      Siegmund brachte das ganze leicht zum Lachen, genauso kannte er die kleinen Wesen und die ganze Situation nahm ihm etwas seine Nervosität.
      „Verzeihung Herr Grimm, ich muss ihnen wohl einen neuen Tee machen. Es sei denn sie haben Geschmack an gesalzenem Tee.“, gab er amüsiert von sich, ehe er begann einen neuen Tee aufzusetzen.
      „Nein Danke Junge, noch einmal brauch ich das nicht.“, war dem Satyr deutlich anzusehen, dass ihm dieser Gedanke nicht nur nicht gefiel, sondern dass er damit bereits das ein oder andere Mal seine Erfahrung gemacht hatte. In einem Cafe mit Feen musste man wohl auch als Kundschaft mit solchen Streichen rechnen, wie?
      „Aber lass das höfliche Getue, Grimm und Du reicht vollkommen. Wo hast du so einen gut erzogenen Burschen aufgegabel, Clarabelle? Ich hab dich hier in der Gegend noch nie gesehen, Siegmund, und ich kenne fast jedes Gesicht. Woher kommst du?“, erkundigte sich der Satyr interessiert an der Geschichte des jungen Mannes, welcher für solch eine Frage jedoch bereits vorbereitet war.
      Eine der ersten Fragen, die ihm während seinen zahlreichen Vorstellungsgesprächen gestellt wurden, war, was er die letzten Jahre getan hatte und wieso es ihm an Arbeitserfahrung mangelte.
      „Ich bin viele Jahre gereist, tatsächlich bin ich in dieser Stadt geboren. Kennen sie vielleicht das Atelier Hopp'n'Schwopp? Mein Vater ist der Eigentümer.“, beteiligte er sich an dem offenen Gespräch und der alte Satyr schien kurz zu überlegen, ehe er sich zu erinnern schien.
      „Ah~, der Elf. Er hat die Medizin meiner Frau angefertigt, ein guter Mann. Wirkte aber immer etwas unheimlich und distanziert, wenn du mich fragst. Wusst gar net, dass er ein Kind hat.“, gab Grimm in Gedanken versunken von sich.
    • C L A R A B E L L E

      Siegmund verstand schneller, als sie es erwartet hatte und der Tee fand doch nicht seinen Weg zum Satyr. Wenn Clarabelle nicht aufpasste und das gesamte Café vollbesetzt war, hatte auch sie ihre Probleme mit den Streichen. Und natürlich war ein Neuling ein noch viel einfacheres Ziel, welches sie sich nicht hatten nehmen lassen. Die Feen waren nicht begeistert, dass ihr Masterplan vereitelt wurde und beschimpften sie liebevoll mit den verschiedensten Worten, die noch keinen tadelnden Blick hervorrufen würden. Sie klopfte Siegmund aufmunternd auf die Schulter. "Ich falle auch noch darauf herein, aber du wirst den Unterschied schon merken." Auch sie hatte, als ihr Vater noch das Café geführt hatte, den Unterschied in der Energie spüren gelernt. Wenn die Feen sich zu sehr freuten, war immer irgendetwas im Busch. Auch Siegmund schien sich nicht wirklich daran zu stören, bei seinem Lachen lächelte Clarabelle milde. "Setz dich zu mir, Clara. Du kannst doch jetzt die Beine hochlegen", feixte Grimm noch bevor Siegmund den neuen Tee ankündigte. "Ausnahmsweise Grimm", wandte sie zwar ein, setzte sich aber auf den entgegengesetzten Sessel und grinste, als der Satyr sie nach ihrem Glücksfund befragte. "Ach du weißt doch Grimm, ich habe manchmal mehr Glück, als ich es verdient habe", behauptete die Waldnymphe, die noch nie in ihrem Leben etwas getan hatte, was das Unglück erklären konnte, welches zuvor über ihre Familie hereingebrochen war. Ihre Mutter war jung gestorben, Clarabelle war kaum drei Monate alt gewesen, als sie ihrer Krankheit erlag und jung war auch Clarabelle, als ihr Vater dem Krieg erlag. Überrascht sah die Waldnymphe auf, als Siegmund erzählte, er wäre ebenfalls in dieser Stadt geboren. "Oh, das war auch ein alter Schulfreund meines Vaters", stellte sie fest und lächelte Siegmund zu. Immerhin wusste sie jetzt, dass ihr Café nicht der Spielgrund eines abtrünnigen Adligen war. Als auch Grimm offenbarte, dass er Siegmund Vater kannte, schlug sie ihn sanft mit dem Tuch gegen die Schulter. "Jemand sagt dir, wer sein Vater ist und du beginnst deine Altmännerlästerrei. Wenn er geht, sind nicht die Feen schuld", meinte sie neckend tadelnd und erhob sich wieder. "Dann wohnst du bestimmt in der Wohnung über dem Atelier, oder? Sehr weißt hast du es nicht bis zu deinem neuen Job. Ach und wenn du etwas brauchst, meine Wohnung ist direkt hier drüber, die Treppe dort führt zu ihr." Es musste lang her sein, dass er in dieser Stadt gelebt hatte und es hatte sich seit dem Krieg viel verändert.
    • Siegmund Aragorn

      „Oh, tatsächlich? Dann kennen sich die beiden? Welch Zufall.“, war Siegmund sichtlich überrascht über diese Eröffnung, ehe er wieder lächelte und ein wenig in Gedanken versank, wie sein Vater in seiner Jugendzeit wohl so war? Eine Schule... was? Siegmund selber hatte nie eine besuchen können. Er wurde persönlich von vielen verschiedenen, wichtigen Persönlichkeiten unterrichtet, wofür er nicht nur dankbar sein sollte, sondern es war, dennoch fragte er sich, wie es wohl gewesen wäre, wenn er ein gewöhnliches Kind gewesen wäre, wie alle anderen.
      Ob er dann auf die selbe Schule wie sein Vater gegangen wäre?
      Das Geräusch des geschwungenen Tuches zog Siegmund wieder aus seinen Gedanken und er lachte etwas nervös bei der Szene vor ihm. Unheimlich und distanziert? Leider musste der junge Mann zugeben, dass dies tatsächlich nach seinem Vater klang, aber wer konnte es ihm schon verübeln? Die Frau die er liebte war nach der Geburt seines Sohnes verschwunden, hatte ihn alleine gelassen und dann hatte er nicht nur nicht die Gelegenheit gehabt seinen Sohn aufwachsen zu sehen, sondern musste sich mit dem Gedanken anfreunden ihn gegen Monster und Dämonen kämpfen zu lassen, mit dem Risiko ihn zu verlieren, bevor er seinen Sohn überhaupt richtig hatte kennen lernen können.
      Einer der vielen Gründe, wieso Siegmund sich ein gewöhnliches Leben wünschte, war, eine Beziehung zu seinem Vater aufbauen zu können. Wie sollte ihm dies als Kronprinz oder Neureicher möglich sein? Nein, er wollte in der Welt seines Vaters leben, nicht in der des Adels.
      „Hm? Nein, ich wohne nicht bei meinem Vater. Ich habe eine eigene, kleine Wohnung, sie ist aber auch nicht recht weit von hier. Ungefähr in entgegengesetzter Richtung des Ateliers?“, wusste er nicht recht, wie er die Lage seines neuen Heims beschreiben sollte.
      Nicht nur, dass es ihm eigenartig vorgekommen wäre, mit einem Mal bei seinem Vater zu leben, wollte er auch selbstständig sein und ein eigenes Heim schien ihm wie der richtige erste Schritt gewesen zu sein.
      Doch er war unglaublich froh, endlich einen Job gefunden zu haben und oft stark, ihn lange behalten zu können, da ihm die Startsumme des Königs doch langsam auszugehen begann und nach mehr bitten wollte er auf gar keinen Fall.
      Außerdem begann es Siegmund in dem kleinen Café zu gefallen.
      „Aber danke für das Angebot, ich komme gerne darauf zurück, wenn ich Hilfe brauchen sollte.“, war das Lächeln des jungen Mannes ehrlich und voller Dankbarkeit. Er konnte es sicherlich gebrauchen.
      Grimm bekam endlich seinen schwarzen Tee und dem alten Satyr war deutlich anzusehen, wie der Stress von seinen Nerven abfiel, während er die jungen Leute reden ließ.
    • C L A R A B E L L E

      Überrascht nickte Clarabelle zur seiner Eröffnung, er würde nicht bei seinem Vater leben und lächelte Siegmund dann zu. "Nun, wenn man sein Leben lang reist, will man vermutlich auch nicht mehr unter den Fittichen der Eltern leben." Sie selbst hatte keine Ahnung, wie es sein musste, sich abzunabeln. Ihre Mutter hatte sie kaum gekannt, bevor sie dahingesiecht war, und ihr Vater war ihr schnell entrissen worden, ohne dass sie je mit ihm über ihre Zukunft hatte sprechen können. Lieber hätte sie beide ihrer Eltern wieder unter diesem alten Dach, als die große Wohnung über dem Café alleine füllen zu müssen. Sie sah sich einem ehrlichen Lächeln entgegen, als Siegmund ihr Angebot annahm und bevor sie noch etwas Weiteres dazu sagen konnte, klingelte die Tür des Cafés erneut. Ein Mann in Reisekleidung kam herein und die Feen versammelten sich bei Clarabelle auf der Schulter oder hinter ihrem Rücken, schauten neugierig zu dem Gast, der noch nie zuvor einen Fuß in das Café gesetzt hatte. "Willkommen der Herr!" Clarabelle schnappte sich eine der Speisekarten aus dem Bücherregal - die meisten ihrer Gäste kannten die Karte und brauchten sie ohnehin nicht - und führte ihn zu seinem der Tische. Sein Blick rutschte nach der Begrüßung häufig oft zu Siegmund, so dass auch Clarabelle zurückschauen musste, aber nichts bemerkenswertes wahrnehmen konnte, außer natürlich die Interaktion zwischen ihrer kleinen Mitbewohner und ihrer neuen Aushilfe. "Mhmmm ... mir war, als hätte ich ihn schon einmal woanders gesehen", brummte der Mann und ließ sich von Clarabelle die Karte geben.
    • Siegmund Aragorn

      Auch der Kopf des jungen Mannes richtete sich auf den neuen Gast, als dieser das Cafe betrat und auch er schenkte dem Fremden ein freundliches „Willkommen!“, ehe er beschloss sich wieder hinter den Tresen zu begeben, für den Moment, wenn der neue Gast seine Bestellung abgeben würde. Dann konnte Siegmund diese sogleich in die Tat umsetzen und er war voller Tatendrang etwas zu tun.
      Für einen Moment fiel Siegmund auf, dass etwas an dem Mann ihm bekannt vor kam, ob es die Kleidung war? Sie erschien ihm ausländisch, doch wo hatte er einen solchen Stil bereits gesehen? Es lag ihm auf der Zunge, doch die Feen lenkten ihn von seinen Gedanken ab und er wurde fast schon von Fragen durchlöchert, welche die neugierigen kleinen Wesen unbedingt beantwortet haben wollten. Ganz oben dabei waren Fragen wie „Wie findest du eigentlich Clarabelle?“ „Sie ist hübsch, nicht wahr?“ „Welche Art von Frau magst du?“ welche den jungen Helden etwas verlegen machten und er konzentrierte sich lieber auf die gewöhnlichen Fragen, wie wo er denn schon alles gewesen war und wie lange er schon wieder in dieser Stadt war, doch diese Fragen wurden immer weniger, bis die Feen fast schon begannen ein Lobgesang auf Clarabelle zu singen.
      Sie mochten sie wohl wirklich sehr, was? Auf den Gedanken, dass die Feen versuchen könnten ihn mit der Waldnymphe zu verkuppeln, kam Siegmund gar nicht erst. Es war einfach nicht seine Welt.

      Eine kleine Fee blickte neugierig über die Schulter von Clarabelle und betrachtete den fremden Mann, als er einen besonders interessanten Satz von sich gab und sie spitze voller Neugierde ihre kleinen Ohren. Während die anderen Feen begannen untereinander zu tuscheln, woher er denn Sieg kennen könnte – Siegmund war einfach viel zu lang und umständlich, weshalb ihm die Feen kurzerhand einen Spitznamen verpasst hatten – löste sich die kleine Fee aus dem roten Haar der Nypmhe und schwebte mit einer Frage auf den Lippen zu dem Helden rüber.
      „Der Mann kennt dich?“, machte sie es sich sogleich auf dem Kopf des jungen Mannes bequem, auf welchem bereits die ein oder andere Fee saß.
      „Hm? Wie meinst du das?“ - „Der Fremde sagt, er hat dich schon mal gesehen. Kennst du ihn?“
      Siegmund war sich unsicher, kannte er ihn? Doch dann wurde ihm bewusst, dass wenn der Fremde ihn tatsächlich kannte, dann konnte er ihn nur als Siegmund, den Helden kennen und er war nicht bereit dazu seine Identität so schnell preis zu geben.
      „Nun... vielleicht hat er mich ja auf dem Markt oder so gesehen?“, schlug der junge Mann vor und drehte sich etwas weiter mit dem Rücken zu den Gästen, damit der Fremde sein Gesicht nicht sehen konnte.
    • C L A R A B E L L E

      Ihr Gast behauptete also, Siegmund irgendwann über den Weg gelaufen zu sein. "Nun, die Welt ist eine Kleine", sagte sie also, ohne allzu viel über ihren neuen Angestellten zu verraten. Wer wusste, ob Siegmund auf seinen Reisen auch Menschen getroffen hatte, die ihm nicht wohlgesonnen waren. Und Clarabelle wollte nicht dafür verantwortlich sein, dass ihr Gast sich an einen Siegmund erinnerte, mit dem er noch eine Rechnung zu begleichen hatte. "Ich kann den Mondblumentee empfehlen und einen unserer frischen Minztörtchen", lenkte sie seine Gedanken zurück auf die Karte und deutete auf die entsprechende Stelle. Sie beugte sich soweit vor, dass der Gast nicht umhin konnte, als ihr in das strahlende und von Sommersprossen geküsstes Gesicht zu sehen. "E-eh ja, das nehme ich, junge Dame. Danke." Clarabelle richtete sich wieder auf, das Kichern der Feen in den Ohren. Auch sie hörte die aufdringlichen Fragen der Feen hinter sich, manche schrie die Zuneigung zu Clarabelle ja schon hinaus und sie war froh, dass Siegmund nicht verstand, womit sie ihn bombardierten. Dass er leise antwortete, hörte sie jedoch kaum, denn die Feen übertönten seine Worte zuverlässig. "Wenn Ihr schon einmal hier seit, Reisender, solltet Ihr euch in dem Nebenzimmer in unserer Bibliothek umsehen. Ich verspreche, dass es sich lohnt. Meine kleine Freunden passen jedoch auf, dass keines unser Haus verlässt", scherzte sie mit einem charmanten Lächeln und wies mit dem Kinn in die richtige Richtung. Interessiert und erpicht darauf, der Waldnymphe zu gefallen, stand der Reisende von seinem Platz auf und ging dankbar und geführt von den Feen in den verwinkelten Nebenraum, der noch voller mit Büchern war, als die anderen Räume schon.

      Clarabelle kam mit der Bestellung zurück zum Tresen. "Der Gast meinte, er würde dich von irgendwoher kennen, aber ich habe ihn abgewimmelt", verriet Clarabelle und zuckte lässig mit den Schultern. "Auf Reisen passiert vieles und ich will nicht, dass sich das negativ auf das Café oder dich auswirkt. Es ist bestimmt auch in deinem Interesse, wenn ich nicht zu viel ausplaudere." Ihre Stimme war nicht tadelnd, eher als würde sie ihre Weise des Handelns erklären: Tu was du willst, und ich decke deinen Rücken. Sie lächelte und lehnte sich auf den Tresen. "Einen Mondblumentee und eines der Minztörtchen, hätte der Gast gerne. Ich bringe es ihm und du kümmerst dich um die anderen?"
    • Siegmund Aragorn

      Dem jungen Mann war die Verwunderung darüber, dass Clarabelle nicht begann ihn mit Fragen zu durchlöchern, deutlich anzusehen, beließ es dann aber bei einem Lächeln. Sie hatte recht, auf einer Reise konnte wirklich viel passieren.
      „Mach ich. Danke.“, lächelte Siegmund, froh darüber, eine solch verständnisvolle Chefin gefunden zu haben. Er bezweifelte, dass eine solche Situation in einem anderen Geschäft auf diese Art und Weise ausgegangen wäre.
      „Übrigens, was befindet sich eigentlich in dem Raum, in den der Fremde gegangen ist?“, erkundigte sich der Held neugierig, blickte dann jedoch zu einer Fee, die ihm eine Antwort schenkte.
      „Hmmm... mir ist das schon vorher aufgefallen. Du hast hier wirklich eine unglaubliche Auswahl an Büchern. Eine Sammlung deiner Familie?“, erkundigte er sich interessiert.
    • C L A R A B E L L E

      Die Feen hatten bereits begannen, Clarabelle die Mondblumenblüten entgegenzubringen und dankbar, aber etwas abgelenkt, nahm sie sie in die sonnengeküsste Hand und suchte nach einem Teesieb. Vermutlich hätten die meisten alles über ihre neuen Angestellten herausfinden wollen, eine solche Frage nicht einfach stehen lassen. Die Nymphe selbst war jedenfalls froh, nicht mehr alleine in diesem Café sein zu müssen. Da waren zwar die Kunden, aber die kamen und gingen auch ständig, ließen Clarabelle jedes Mal zurück und obwohl das ihr Zuhause war, fühlte sie sich einsam, an diesen Ort gekettet, der so viel von ihrem Vater hatte. Clarabelle sah zu Siegmund hoch, wollte ihm gerade antworten, als es eine Fee tat und anstatt das Gezwitscher zu ignorieren oder die Frage nochmal zu stellen, schien er verstanden zu haben, was das kleine gelb-leuchtende Wesen in sein Ohr geflüstert hatte. "Moment ... du verstehst sie? Du verstehst, was sie dir sagen? Es ist kein Zwitschern, kein Pfeifen und Summen?" Gerade hatte sie noch das Teesieb in der Hand gehabt, als es direkt in die Tasse fiel und Clarabelle Siegmund überrascht ansah. "Ich dachte ... ich dachte, das können nur wenige Auserwählte", flüsterte sie und als die Feen ihre Anspannung bemerkten, flogen sie zu den Hörnern der jungen Frau und schmiegten sich zwitschernd an ihre Wange. "Ihr wusstet es auch die ganze Zeit?", fragte sie verwirrt und die Feen kicherten, als hätten sie einen besonders guten Streich gelandet. "Du bist ein blindes Schaf!" - "Wir mögen ihn!" - "Nicht sauer sein!" - "Ist er nicht süß?!" Die einzelnen Stimmen prasselten auf Clarabelle ein und unwirsch verscheuchte sie die kleinen Feen, während ihre Hände geschäftig an dem Teekessel arbeiten ließ. Wenn ihre Gedanken und die Feenstimmen so durcheinandergerieten, half es ihr oft, einfache Aufgaben zu erledigen. Sie sah wieder zu Siegmund auf, sah ihn neugierig an und wartete noch immer auf eine Antwort, wie es sein konnte, dass er die Feen verstand. Noch nie war ein Gast eingetreten und hatte keine Übersetzung gebraucht, wenn die Feen ihm oder ihr penetrant etwas weismachen wollten. "Was ist denn jetzt mit den Bücher, Belle?" - "Belle, erzähl ihm von den Büchern!" Die Waldnymphe sah wieder zu Siegmund und dann zu den Reihen an Büchern. "Meine Familie sammelt sie schon lange, die meisten sind so alt, dass ich mich nicht traue, sie zu öffnen. Als der Krieg angefangen hat und die Menschen und Wesen kein Geld mehr hatten, habe ich gegen Bücher getauscht. So sind es immer mehr geworden. Ein Kaffee gegen ein Buch und ich habe aus dem ganzen Reich Schriften, auch wenn ich sie nicht alle lesen kann", erklärte sie, war das doch aber wirklich nicht die Spannendste Sache an diesem Tag. "Und du? Bist du in ein Feennest gefallen oder was verheimlichst du mir?", grinste sie, hatte ihre Fassung wiedergewonnen und lehnte sich an den Tresen.