Is it just a match or is nothing what it seems? [Haru & Lucy]

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Willkommen zurück!
    Wir freuen uns riesig wieder online zu sein. :) Leider kam es bei der Aktualisierung einiger Komponenten zu größeren Inkompatibilitäten, welche in Handarbeit einzeln behoben werden mussten.
    Damit hat sich für die Nutzung des Forum folgendes verändert:
    Bisherige Links zu Beiträgen sind nicht mehr gültig, da sich die Link-Struktur geändert hat. Wir arbeiten daran, dass auch alte Links wieder funktionieren, können aber noch nichts versprechen.

    Liebe Grüße
    Euer ARC-Team

    Hinweis: Solltet ihr Probleme haben Seiten im Forum aufzurufen (Fehler 404 z.B.), aktualisiert die Seite! Ihr habt noch die alte Version zwischengespeichert.

    • Is it just a match or is nothing what it seems? [Haru & Lucy]

      "Mmh..die sieht doch ganz gut aus..und sie passt auch sonst in mein Schema", murmelte ich auf dem Bett liegend, während ich gelangweilt eines Sonntag Morgens durch die Dating-App scrollte und schließlich dein Profil entdeckte.
      Nach einem kurzem Durchschauen deiner Bilder und der Profilbeschreibung entschloss ich mich, dir eine kurze Nachricht zu schicken: "Du siehst aus, als könntest du Geld gebrauchen. Melde dich und ich mach etwas klar. Vielleicht sogar schon heute. Nach meinen Training."
      Ich grübelte kurz, ob die Nachricht okay ist und sendete sie ab.

      Danach suchte ich weitere Profile ab und schrieb deren weiblichen Besitzer an.
      Von den meisten kamen innerhalb der nächsten zwei Stunden Abfuhren und Beleidigungen, jedoch war die ein oder andere nicht abgeneigt und bekundete ihr Interesse.
      "Was tu ich mir mit dieser App nur jedesmal wieder an...", seufzte ich, als die Mittagszeit heranbrach und ich meine Volleyballtasche zusammenpackte.
      Nachdem diese gepackt war, schob ich mir rasch das restliche Sushi vom Vortag aus dem Kühlschrank ohne Umwege direkt in den Mund und verließ mein Appartement in den Roppongi-Hills, um mit dem Aufzug in die Tiefgarage zu fahren.
      Auf dem Weg begegnete ich meinem Nachbarn, einem älteren Hedgefond-Manager, der schon die ein oder andere Millionen mit seinen Dividenden verdient hat und sich mit seinem Vermögen nun einen schönen Lebensabend macht.
      "Watanabe, schön Sie zu sehen. Bei Ihnen gehen in letzter Zeit die Frauen aber auch ein und aus, wie?", fragte ich mich direkt und mit einem Lächeln auf den Lippen.
      "Gibt es dafür einen Grund?", fügte er hinzu, während wir auf den Aufzug warteten.
      "Lange Geschichte... warum fragen Sie das überhaupt im Flur, wo uns jeder hören kann?"
      "Weil wir Ihren Besuch hören können, wenn er kommt", antwortete er mit einer gewissen Mehrdeutigkeit, welche mir natürlich nicht verborgen geblieben ist.

      Ich ging auf seine Anspielung nicht ein, sondern schüttelte in Gedanken den Kopf.
      Erleichtert stellte ich fest, dass die Kabine inzwischen angekommen war und sich die Tür ins eiserne Gefängnis öffnete.
      Rasch schob ich mir die Kopfhörer ins Ohr und versuchte mit MIYAVIS "No Sleep Till Tokyo" meine Laune aufzubessern und mich gleichzeitig für das anstehende Training zu pushen, während der Aufzug nach unten rauschte.

      Mein Nachbar stieg schon im Erdgeschoss aus und verabschiedete sich mit einer kurzen Verbeugung.
      Anschließend stiegen einige Leute hinzu und die Tür schloss sich.

      Einen Augenblick später hatte ich die Tiefgarage erreicht und lief schnurstracks zu meinem weißen MaLaren.
      Per Knopfdruck öffnete sich die Flügeltür der Fahrerseite und die weißen Frontscheinwerfer leuchteten auf, obwohl sie im Moment nicht nötig gewesen wären.
      Ich setzte mich hinein, stellte die Tasche auf den Beifahrersitz und schnallte mich an.
      Die Türe geschlossen, startete ich den Motor und ließ ihn einmal laut aufheulen.
      "Herrlich~", schmunzelte ich und fuhr aus der nachgelegenen Ausfahrt direkt in Tokyo's Rush Hour.
      "Fuck..ganz vergessen...", seufzte ich.
      In Momenten wie diesen hasste ich Menschen und wünschte mich ganz weit weg an einen einsamen Ort, wo außer mir niemand ist.
      Doch ich hatte Glück. Der Verkehr lichtete sich relativ schnell und so hatte ich für knapp zwei Minuten das Vergnügen, meinen heißen Flitzer auf dem Highway zum Stadion auf fast 240 zu bringen, ehe ich wieder vom Gas gehen musste, um die Ausfahrt zur Ariake Arena nicht zu verpassen, wo in Kürze mein Volleyball-Training starten würde.
      Just a hermit in love with music, anime & video games.
    • Millie

      "Es ist viel zu warm zum lernen", murmelt meine Freundin neben mir und lässt sich auf die Decke fallen, auf welcher wir sitzen. Es ist wirklich warm, aber ich weiß, dass ich es bereuen werde, wenn ich das Kapitel nicht zu Ende lerne, die Klausur morgen könnte mir sonst das Genick brechen. "Nicht rumheulen, lernen", entgegne ich ihr und blicke nicht von meinem Buch auf, aus dem Augenwinkel heraus kann ich dennoch die Zunge erkennen, die für mich heraus gestreckt wird. "Das bringt nichts, ich genieße lieber das Wetter hier draußen". Mai ist selten fürs Lernen zu begeistern, aber ich weiß, dass sie diese Nacht heulend vor ihren Büchern sitzen wird, wenn sie es nicht jetzt tut. An sich sollte es mich weniger interessieren, wenn ich nicht mit ihr zusammen in der Studentenunterkunft wohnen würde und genau dieses Heulen diese Nacht mitbekommen werde. Ich möchte mich selbst davon schützen, weshalb ich nach ihrem Buch greife, um es ihr auf den Bauch fallen zu lassen. "Aber ich will nicht", murmelt sie ehe sie laut seufzt und das Buch doch in die Hände nimmt, um es dort aufzuschlagen, wo sie aufgehört hat. Ich wäre ihr sehr dankbar, wenn sie mich diese Nacht schlafen lässt, aber ich befürchte, dass es gleich schon etwas geben wird, womit sie sich wieder ablenken wird. Ich kenne sie schon seit zwei Jahren, ich weiß ganz genau, wie Mai lernt, oder eher nicht lernt.
      Fünf Minuten schaffen wir es vielleicht leise nebeneinander zu lernen, da höre ich wieder einen Seufzer neben mir und sehe aus dem Augenwinkel heraus, wie Mai wirklich damit kämpft nicht was anderes zu tun. "Sag mal, wie sieht es mit der Dating-App aus? Hast du endlich mal jemanden gefunden, der dich interessiert?". Ich hätte es wissen sollen, dass ich es heute wirklich nicht schaffe zu lernen, während unserer Lern-Verabredung, aber ich habe mich mal wieder eines Besseren belehren lassen. "Ich sehe da nicht wirklich rein", antworte ich ehrlich, blättere aber gleich schon in meinem Buch, um voran zu kommen. Um ehrlich zu sein ist meine Konzentration selbst dahin, fünf Minuten Pause würden mir auch gut tun, aber ich kann Mai nicht mit solch einem Vorbild voraus gehen. Sie wittert jedoch ihre Chance hier raus zu kommen und vor allem sich abzulenken, weshalb sie das Buch zur Seite wirft und mich anblickt. "Wie, du siehst da nicht rein? Millie..", sie runzelt ihre Stirn, aber ich blicke nicht hin. "Was ist aus unserem Traum auf Doppel-Dates zu gehen?". -"Du meinst deinen Traum", murmle ich und hebe die Augenbraue. Wann soll ich noch Zeit für eine Beziehung haben? Ich lebe für mein Studium und ich arbeite nebenbei noch ab und zu, da gibt es doch kaum Zeit für einen Kerl.. "Und wenn ich einen finde, dann wirst du allein sein! Millie.. Wir müssen auch mal ausgehen! Spaß haben!". Ich verdrehe die Augen und lege mein Buch zur Seite, denn ich kann mich wirklich nicht konzentrieren. Wenn Mai wenigstens so begeistert von dem Studium und ihren Fächern reden würde, statt von Beziehungen und anderen Männern. "Ich weiß nicht, die meisten davon, die mich angeschrieben haben sind irgendwelche komischen Creeps.. Das macht keinen Spaß", ich zucke mit den Schultern, da setzt sich Mai auf und blickt mich mit ihren großen Augen an. "Zeig mal.. Vielleicht ist es ja dein Profil, welches Creeps anzieht!". Ich verdrehe die Augen, aber nach einer kurzen Diskussion hat sie mein entsperrtes Handy in der Hand und öffnet die Dating-App, zu der sie mich gezwungen hatte. Sie klickt direkt auf mein Profil und mustert es, während sie Gesichter zieht, als würde ihr einiges nicht passen. "Also.. Deine Bilder sind süß, ja..". Finde ich auch, man sieht mich bei der Arbeit im Nähstudio von der Seite, wie konzentriert ich eine Puppe abstecke, ein Selfie und auch noch eines am Strand, von unserem Ausflug letztes Jahr. "Aber ich weiß nicht, irgendwie bist du langweilig.. Und du hast so viele Nachrichten, die du nicht beantwortet hast!". Ich rolle mit meinen Augen, bevor ich hin sehe, was die Frau da eigentlich macht. Sie öffnet die Nachrichten und ich bemerke, wie viele ich in letzter Zeit bekommen habe, da habe ich wirklich nicht drauf geblickt. "Guck mal! Eine sogar vorhin erst!".
      Mai öffnet sie letzte Nachricht und ich runzle meine Stirn, als ich lese, wie du mir Geld anbieten willst. "Okay?", frage ich verwirrt und weiß nicht, was ich wirklich von diesen Worten halten soll. "Sehe ich so billig aus, oder warum meint dieser Typ ich könnte Geld gebrauchen?". Mai lacht kurz auf, ehe sie auf dein Profil klickt. 'Suche Person für gemeinsame Zeit. Biete viel Geld.' "Sieht süß aus.. und wie es scheint meint er das mit dem Geld nicht böse..", stellt sie fest, ich bin nicht wirklich davon angetan, aber sie hat mein Handy in der Hand und tippt gleich auch schon. Ich realisiere zu spät, was sie da eigentlich rein tippt und will ihr das Handy weg nehmen, aber sie streckt ihre Hand, damit ich es nicht bekomme und drückt schon auf absenden, ehe ich darauf blicken kann.
      Nicht sehr charmant, aber offen und direkt.. Was schwebt dir im Kopf? Ich stehe nicht zum Verkauf, aber vielleicht überzeugst du mich noch dir eine Chance zu geben.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Lucy-chan ()

    • Wenige Autominuten später hatte ich die Ariake Arena erreicht und parkte etwas abseits der anderen Fahrzeuge am linken Randder großen Parkfläche.
      Bevor ich ausstieg, checkte ich kurz die Dating-App nach neuen Nachrichten und tatsächlich waren da welche; sogar mehrere.
      Die meisten davon waren wie zu erwarten negativ, doch die Nachricht von deinem Account stimmte mich positiver.
      "Nicht sehr charmant, aber offen und direkt..Was schwebt dir im Kopf? Ich stehe nicht zum Verkauf, aber vielleicht überzeugst du mich noch dir eine Chance zu geben", laß ich leise und überlegte einen Moment.

      "Für gewöhnlich etwas unverbindliches. Wenn es gut läuft, gibt's davor noch Wein/Sake und Sushi. Ich geb dir 130000¥ und hol dich bei Interesse ab. Ab 20Uhr hätte ich Zeit."
      Ich überlegte eine Weile, bevor ich die Nachricht abschickte.
      Das Ganze geht jetzt schon eine Weile so und dennoch ist die Hemmschwelle noch nicht gesunken.
      "Leute mit Geld locken...Wie sehr ich mich manchmal selbst anwidere...aber ich hab wohl keine Wahl..", sprach ich zu mir selbst und sendete sie ab.

      Anschließend stieg ich aus und machte mich mit meiner Tasche in der Hand auf dem Weg zur Arena.

      Wie fast immer war ich der letzte. Dies war der erste Eindruck, als ich die Umkleidekabine betrat.
      Meine Teamkollegen waren bereits beinahe komplett umgezogen und blickten wenig überrascht zu mir hinüber.
      "Du bist mal wieder zu spät, Watanabe", sprach Yamauchi, der beinahe zwei Meter groß war und die Rückennummer 1 trug.
      "Tut mir Leid, Taketora", antwortete ich und zog mich eilig um.

      _____

      "Dein Aufschlag war scheiße", rief Yamauchi und blickte mir streng zu.
      "Ich weiß.. kommt nicht wieder vor", murmelte ich und wiederholte ihn.
      Die Trainingseinheiten am Sonntag waren immer besonders anstrengend, da sie immer mit einem Spiel in 5 Sätzen enden und der heutige Sonntag bildete da keine Ausnahme.

      ____

      Das Spiel war anstrengend und verlangte mir viel ab, dennoch war ich mit meiner Leistung zufrieden und mein Team gewannen mit 3:1 Sätzen, auch dank meiner guten Zuspiele.

      Obwohl es nur ein teaminternes Spiel unserer 12-köpfigen Mannschaft war, hatten wir Zuschauer.
      Zwar nur einen, den ich aber nicht mitbekam, da er gut versteckt in einer Ecke saß und mich von dort aus beinahe unentwegt beobachtete.

      Zurück in der Umkleidekabine tranken wir etwas Sake und unterhielten uns ausgelassen, ehe wir duschten und uns gegen 16Uhr voneinander verabschiedeten.
      Ich machte mich zurück zu meinem Wagen und widmete mich nun wieder der Dating-App.
      Just a hermit in love with music, anime & video games.
    • Millie

      Ich bin mir mit der Nachricht unsicher, aber sie wurde schon abgeschickt, ich habe da kein Mitspracherecht gehabt. "Mai!", ich war schon ein wenig sauer, aber ich konnte immer noch auf keine Nachricht mehr antworten. Vielleicht sollte ich diese App endgültig löschen..."Was denn?", fragte meine Freundin unschuldig und grinste breit vor sich hin. "Du wirst es nicht bereuen und kommst ein wenig raus, komm schon Millie, hab ein wenig Spaß!". Ich habe Spaß in meinem Leben, ich bin offen anderen Menschen gegenüber, aber zur Zeit bin ich sehr im Stress, denn es ist nicht einfach meine Prüfungen in Japanisch zu absolvieren. Ich spreche es ja inzwischen fließend und kann auch gut lesen und schreiben, aber es ist nicht meine Muttersprache und das Lernen fällt dann einem wirklich schwer. Mit guten Noten kann ich meinen Eltern weiterhin beweisen, dass es die richtige Entscheidung war hier zu bleiben und hier das Studium zu absolvieren und nur mit meinem Nebenjob kann ich die Gebühren für mein nächstes Semester zusammen bekommen.
      "Ich habe Spaß", murmle ich und lehne mich etwas zurück, um in meinem Rucksack nach dem Wasser zu greifen, welches ich mir mitgenommen habe. Ich öffne die Flasche und nehme einen Schluck da raus, aber Mai scheint nicht von meinen Worten überzeugt zu sein. "Komm schon.. Du bist so spießig die letzten Wochen geworden, seit dem die Klausuren laufen". "Vielleicht, weil ich mein Projekt noch nicht einmal ansatzweise fertig habe?", ich stand einfach unter Stress.. Unter enormen Stress.. "Ja, und eine neue Begegnung könnte dich inspirieren! Deine Kreativität wieder aufblühen lassen!". Irgendwo und irgendwie hatte sie ja recht, aber ich weiß nicht.. Die Japaner waren manchmal ein wenig.. merkwürdig, was Liebe und Beziehungen anging, da weiß ich nicht, ob ich damit wirklich klar kommen könnte.
      Ich nehme einen weiteren Schluck, mein Handy vibriert und Mai blickt drauf, sie kennt meinen Pin, um es zu entsperren. "Oh, er hat auch schon geantwortet!", verkündet sie freudig, ehe ihre Miene ein wenig komisch wird. Ich nehme ihr das Handy ab, um deine Nachricht zu lesen und stelle fest, dass ich immer noch nicht weiß, wie ich dich einschätzen soll.. "130000 Yen?", frage ich ungläubig, ehe ich den Kopf schüttle. "Niemals!". Das waren ja knapp tausend Dollar. "Warum sollte mir jemand so viel Geld geben?!". "Keine Ahnung", Mai scheint auch verwirrt zu sein, aber nicht abgeneigt. "Wenn mir jemand so viel Geld für ein Treffen anbieten würde.. Ich würde nicht einmal lange nachdenken müssen". Ich sehe sie kurz angewidert an, ehe ich wieder auf das Handy sehe. Sushi und Sake klingt gut, auch wenn ich kein großer Fan dieses Getränks bin, dafür liebe ich Sushi umso mehr.. Etwas unverbindliches.. Ja, ich bin nicht der Meinung, dass man für Sex oder Ähnliches in einer Beziehung sein muss, aber ich würde nicht erwarten, dass so etwas von einem Japaner kommen könnte.
      "Du denkst darüber nach", stellt Mai grinsend fest und ich schüttle den Kopf. Aber wen soll ich hier veräppeln? "Das sind 130000 Yen...",murmle ich. "Und kostenloses Sushi.. Ein vielleicht lustiger Abend.. Wer weiß!". "Und ich habe meinen Semesterbeitrag zusammen..". Ah komm, ich tue es.. Deshalb öffne ich auch unseren Chat und tippe eine Nachricht zurück, auch wenn ich mich ein wenig davor scheue. Es ist ein merkwürdiges Angebot von dir, aber solltest du vor haben mich zu verletzen, wird es für dich nicht gut enden, definitiv!
      'Sushi klingt wunderbar.. 20 Uhr passt gut.. Was soll ich tragen?', schreibe ich dir und tippe auch gleich die Adresse von der Ecke der Straße des Wohnheimes, wo du mich abholen kannst. Willst du hochwertiger essen gehen, oder eher simpel und einfach? Wobei.. Bei 130000 Yen, die du bereit bist mir so einfach zu geben kann ich mir gut vorstellen, wo wir essen gehen könnten.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Lucy-chan ()

    • Ich kam gerade im Appartement an, als mich deine Antwort erreichte. Neugierig kramte ich mein Smartphone hervor und laß sie.
      "Trag, worin du dich wohlfühlst und warte am Bahnhof in Shibuya auf mich. Ich hole dich ab, wir fahren zu mir und dort gibt es Sushi und Sake. Und mach dir keinen Kopf, es wird niemand zu Schaden kommen."
      Meine Antwort war bestimmt und gab die Rahmenhandlung des heutigen Abends vor.
      Ich schickte sie ab und bereitete mir rasch eine Portion Instant-Ramen zu.
      Das Training und die Partie im Anschluss hatten ihren Tribut gezollt, weshalb der Hunger schier unerträglich war.
      "Besser gleich zwei", murmelte ich und riss noch eine zweite Packung auf.

      Während die Instant-Ramen das heiße Wasser aufsogen, schrieb ich einen in meinem Smartphone abgespeicherten Kontakt Namens "Houdini" an.
      "Ich brauch dich heute Abend. Komm gegen 22Uhr zum üblichen Treffpunkt und bring deine Utensilien mit."
      ______________

      Gegen 20Uhr, ich war in einen schicken Anzug gekleidet, fuhr ich in meinem weißen McLaren 570s am Bahnhof Shibuya vor und parkte gut sichtbar in der Nähe der Eingangshalle.
      Ich wusste nicht, ob du wirklich kommen würdest, von daher stieg ich aus und wartete auf dich, während die Flügeltüren offen waren.
      Ich mochte den beeindruckten Anblick der Leute, wenn mein "weißer Engel", so wie ich meinen Flitzer liebevoll nenne, seine Flügel ausbreitet und die Leute mit seinem erhabenen Anblick regelrecht zum Staunen und Fotos machen zwingt.
      Währenddessen spielte ich angespannt und von den Blicken und Fotos der Passanten unbeeindruckt ein Spiel auf meinem Smartphone und warf immer wieder einen Blick auf die Umgebung, ob ich dich sehen würde.

      //Ihr seht eindeutig viel zu wenige Sportwagen. Aber kein Wunder. Leben in Tokyo ist teuer und die Straßen sind zu voll für schnelle Flitzer.//
      Zwar ist das für mich beiweitem nicht das erste Treffen dieser Art, dennoch fühlte ich mich noch immer etwas nervös, trotz meiner aufgebauten Routine.

      Ab und zu fiel mein Blick auch auf die Kühlbox auf dem Beifahrersitz, in dem das Sushi und die Sake gelagert waren.
      Das Sushi hatte ich vor meiner Abfahrt frisch und in bester Sushi-Meister Tradition zubereitet, da auch in Japan die Devise gilt, dass Selbstgemacht am Besten ist.
      Just a hermit in love with music, anime & video games.
    • Millie

      "Trag, worin du dich wohlfühlst und warte am Bahnhof in Shibuya auf mich. Ich hole dich ab, wir fahren zu mir und dort gibt es Sushi und Sake. Und mach dir keinen Kopf, es wird niemand zu Schaden kommen", lese ich vor kaum habe ich auf mein Handy gesehen. Das Gespräch mit dem Date und vor allem meiner spießigen Art ist schon fast Geschichte und seit meiner letzten Antwort an dich haben wir beide Mädels auch gut was geschafft. Mai fragte mich zwischenzeitlich ab, wir diskutierten über die Fragen, die womöglich dran kommen könnten und wir widmeten uns auch unseren Snacks, die wir mitgebracht haben.
      "Ja, was ist damit?", fragt Mai und greift nach einem weiteren Onigiri. Hat sie mir nicht zugehört? "Ich hole dich ab und wir fahren zu mir",zitiere ich wieder, während ich Mai ansehe. "Und mach dir keinen Kopf, es wird niemand zu Schaden kommen?". "Ich verstehe nicht, worauf du hinaus willst", murmelte sie mit vollem Mund. "Kommt es dir nicht merkwürdig, dass der Kerl mir erst Geld anbietet, jetzt zu ihm nach Hause will und gleich auch noch meint, dass keiner zu Schaden kommen wird? Das ist verrückt.. Nein, das kann ich nicht tun". "Jetzt, wo du es so erwähnst..". Ich seufze und blicke wieder auf das Handy. "Ich wette, er ist ein Psychopath..", murmle ich. "Woher hast du sowas immer?". "Was denn?", frage ich Mai verwirrt. "Na dein ständiges Missvertrauen zu Menschen? Komm schon, vielleicht ist er nur aufgeregt und will dir deine Sorgen nehmen!". "Mein Dad ist Cop.. Da wird dir so etwas nun einmal beigebracht!". "Cop?", fragte Mai unsicher, habe ich jetzt wirklich das englische Wort benutzt? "Ich meine Polizist".

      _________

      Ich bin nervös, als ich am Bahnhof ankomme und aussteige. Ich bin blond, weshalb ich gut Aufmerksamkeit auf mich ziehe, aber daran habe ich mich schon gewöhnt, doch am liebsten würde ich in den nächsten Zug steigen und wieder zurück fahren, denn ich weiß nicht, was auf mich zukommen wird. Deine Art verunsichert mich noch, ich habe Sorge zu dir nach Hause mit zu kommen, aber ich habe es oft genug mit Mai besprochen und habe einen Plan, denn ich will dich irgendwie kennen lernen.. Welcher normaler Mensch bietet jemanden Geld an, um sich mit ihm zu treffen? Allen das möchte ich heraus finden und bin deshalb hier. Mein Outfit sitzt gut, ich fühle mich drin wohl, vor allem, weil ich den Cardigan selbst genäht habe, aber ich weiß nicht, wie es bei dir ankommen wird.
      Bevor ich die Halle verlasse schreibe ich meiner besten Freundin noch eine Nachricht, dass ich angekommen bin, bevor ich mich raus traue und hinter dem Eingang stehen bleibe, um nach dir ausschau zu halten. Ich bemerke einen weißen Wagen, es ist der, von deinem Foto und bemerke gleich auch dich, wie du auf dein Handy siehst. Du bemerkst mich noch nicht, ich habe aber so die Möglichkeit dich kurz zu mustern, festzustellen, dass du aus der Ferne so aussiehst, wie auf deinem Foto. Ein wenig aufgeregt komme ich langsam rüber, auch wenn ich wirklich eine Sorge habe weiter zu gehen. Mein Dad brachte mir immer bei, so etwas nicht zu tun, aber nun bin ich hier und spreche dich an, kaum bin ich nah genug. "Guten Abend", begrüße ich dich und lächel dir sachte zu. Noch wirkst du freundlich, aber ich weiß, dass ich nicht vor habe in deinen Wagen zu steigen, nicht einfach so.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • "Guten Abend", sprach ich mit fester Stimme und blickte zu dir auf.
      "Du siehst gut aus. Besser als auf den Fotos. Das gibt es in Zeiten von Filtern nicht oft."
      Ich lief um den Wagen herum und hievte die Kühlbox vom Beifahrersitz.
      "Mach es dir bequem. Und mach dir keine Sorgen. Da sind bloß Sushi und Sake drin", versuchte ich die Situation etwas aufzulockern.
      Die Kühlbox verstaute ich im Kofferraum, der sich entgegen gewöhnlicher Autos vorne und nicht hinten befand und nicht gerade groß war.
      Dennoch passte sie irgendwie hinein.
      "Ich hab ein Appartement mit Blick auf den Odaiba Beach. Ich bin mir sicher, der Ausblick wird dir gefallen."

      ____

      Währenddessen schrieb mir "Houdini" eine Nachricht auf mein Smartphone: "Das Appartement ist bereit. Ich warte im Wagen und stoße später dazu."
      Just a hermit in love with music, anime & video games.
    • Millie

      Ich bin nervös, aber es hält sich dennoch gut in Rahmen, wie ich selbst finde. Kaum habe ich dich begrüßt warte ich auch schon auf deine Reaktion, Blicke in deine Augen, um den ersten Kontakt herzustellen. Das Kompliment nehme ich mit einem breiten Lächeln auf, bevor ich mich mit einem sanften Kopfnicken dafür bedanke. "Danke sehr.. Du siehst auch gut aus.. ". Ich lächel dir zu, ehe ich beobachte, wie du eine Box aus dem Auto hervor holst. Es fällt mir zum zweiten Mal auf, dass du mich beruhigst, dass ich mir keine Sorgen machen soll, doch wenn mich das beruhigen soll, dann bringt es genau das Gegenteil, denn ich fühle mich dadurch nicht irgendwie besser.
      Dein Auto sieht gut aus, ich mag es, mustere kurz das Innere, ehe mein Blick wieder zu Dir kehrt, um Dich dabei zu beobachten, wie Du die Box verstaust. "Es klingt wirklich gut", lobe ich den versprochenen Ausblick, aber ich fühle mich nicht wohl bei dem Gedanken in dein Auto zu steigen. "Allerdings..", ah komm, schüchtern bin ich eigentlich nicht, warum spreche ich nicht einfach aus, was ich denke? "Es ist das erste Mal, dass ich solch ein Treffen überhaupt zustimme.. Und irgendwie fühle ich mich nicht ganz wohl dabei, direkt in dein Appartement mitzukommen". Ich bin ehrlich, doch ich habe mir auch schon etwas überlegt, um dich jetzt nicht einfach so stehen zu lassen. "Hier paar Meter weiter ist der Yoyogi-Park und ich dachte mir, wir könnten uns vielleicht erst einmal ein wenig kennen lernen?". Ich spiele mit meiner kleinen Handtasche, welche schräg um meinen Oberkörper hängt, weil ich die Sorge habe dich damit vielleicht zuvergraulen, aber Mai hat recht, es ist nicht nur das Geld, welches du mir angeboten hast, welches mich interessiert, ich habe schon seit Ewigkeiten niemanden mehr so richtig kennen gelernt und ich war schon lange nicht mehr aus.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Ich lausche aufmerksam deinen Einwänden und nicke zustimmend.
      "Ich kann das nachvollziehen. Ich würde auch nicht einfach so zu einem Fremden ins Auto steigen. Also gut, lass uns eine Weile in den Park gehen und einander kennenlernen."
      Ich seufzte ein wenig, merkte jedoch, wie sich meine Nervosität etwas legte.

      Ich schloss den Wagen ab und schlenderte mit dir durch die vollen Straßen Shibuyas in den nahegelegenen Park, welcher mit seinen auslandendeten Wegen für einen Spaziergang in Tokyo's grüner Lunge einlud.
      Ich wusste nicht so recht, wie ich das Gespräch beginnen sollte, von daher kam ich nach kurzer Überlegung auf die Sache mit dem Geld zu sprechen:

      "Bestimmt fragst du dich schon eine Weile, warum ich Frauen für Geld anbiete, mit mir Zeit zu verbringen, oder? Ich mache es, da ich meinen Teil dazu beitragen möchte, dass es Frauen finanziell so gut geht wie Männer. Und vielleicht finde ich ja nebenbei auch die große Liebe, wer weiß?"
      //Wer's glaubt..Ich bin ja soooo utilitaristisch..//

      _____

      "Was machst du beruflich?","Was sind deine Hobbies? Kommst du aus Japan? Du siehst nämlich nicht japanisch aus. Bestimmt schauen dich die Leute öfters verwundert an, oder? Wir Japaner sind eine sehr homogene Gesellschaft haben hier nämlich nicht viele ausländische Bürger, von daher würde es mich nicht wundern, wenn dem so wäre."
      Dies waren einige Fragen, die ich an dich hatte.
      Während unseres Spazierganges meldete sich mein sechster Sinn und sorgte dafür, dass ich moch verfolgt fühle.
      Jedoch schenkte ich dem keine Beachtung, da ich mich auf dich, deine Antworten und Fragen an mich konzentrieren wollte.
      Just a hermit in love with music, anime & video games.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Haruka Watanabe ()

    • Millie

      Es macht dich sympathisch, dass du auf meine Sorge eingehst und mich nicht dazu zwingst in den Wagen zu steigen, was ich wirklich zugeben muss. Ein wenig beruhigt es meine Sorgen, aber nur ein wenig und ich höre nicht auf wachsam zu sein, während wir beide uns langsam in Richtung des Parks bewegen. Es ist noch schön warm, angenehm und ich fühle mich wohl in der kleinen Menschenmenge, die um uns herum zu finden ist. Die Gefahr, mir würde hier etwas passieren fühlte sich so deutlich geringer an, aber mit der gewonnenen Sicherheit war ich mir ein wenig unsicher, wie wir ein Gespräch anfangen sollen. Du bist derjenige, der damit anfängt, der mir die Sache mit dem Geld erklärt. Ich höre dir zu, mustere dich beim Gehen manchmal von der Seite, blicke auch gerne nach vorne.
      "Es macht das Ganze ziemlich merkwürdig, dass du sofort Geld anbietest.. Ich habe mich kurz unwohl gefühlt", erkläre ich meinen Standpunkt. "Aber die große Liebe kann ich mir dabei nur schwer vorstellen". Ich lächele und merke, dass ich langsam auftaue und ich selber werde, das hilft ungemein und vor allem deine Fragen helfen, um sich besser kennen zu lernen. Seit wann kann ich so schüchtern sein? Eigentlich bin ich das nicht, aber die Situation ist mir so.. Fremd.
      "Ich komme aus den Staaten", fange ich an zu erzählen und blicke zu dir. "Und bin her gezogen, um zu studieren.. Aber ja, ich werde sehr oft sehr komisch angesehen.. Vor allem, weil ich blond bin, eine echte Seltenheit hier". Wie oft ich gefragt wurde, ob ich bereit wäre Fotos zu machen, wie oft Touristen wirklich mein Haar anfassen wollen! "Aber wenn ich meinen Mund aufmache und die Menschen merken, dass ich japanisch spreche, dann blicken sie auch nicht mehr zu mir". Mit einem Lächeln zucke ich kurz mit den Schultern. "Und meine Hobbies? Nun, ich Nähe ganz gerne.. Und habe mein Hobby zum Beruf gemacht.. Ich studiere Mode und Fashion Design.. Dementsprechend zeichne ich gerne.. Aber auch Reisen gehört dazu, sonst wäre ich jetzt nicht hier...und ich gehe gerne wandern". Ja, jetzt kommt mein eigentliches Ich endlich zurück!
      "Aber was ist mit dir? Als was arbeitest du denn, dass du dir einen McLaren leisten kannst.. Und so locker 130000 Yen ausgibst? Was sind deine Hobbies? Und was steckt wirklich hinter dem Ganzen hier? Ich meine, du kannst mir doch nicht sagen, dass ein gutaussehender Mann keine Frau finden kann ". Ich schmunzle und fühle mich langsam wirklich wohl.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • "Du kommst aus den Staaten und studierst Mode und Fashion Design? Wie aufregend."
      //Besser, ich erzähle das Übliche..sicher ist sicher...//
      "Was ich so mache...naja, ich bin nur das Kind reicher toter Eltern, das nebenbei als freiberuflicher Programmierer für große IT-Umternehmen arbeitet und hobbymäßig gerne Handball spielt.
      Den McLaren hab ich mir gewissermaßen von meinem Erbe finanziert und die IT-Unternehmen zahlen gut für meinen Dienste."
      _______

      Wir waren bereits eine Weile unterwegs und hatten einander etwas besser kennengelernt, als ich glaubte, hinter uns zwischen einer Reihe dichter Kirschbäume etwas gesehen zu haben.

      //Da ist schon wieder dieses Gefühl, beobachtet zu werden..was ist das nur?//

      Apprupt hielt ich an, drehte mich um und blickte in die Dunkelheit der Baumgruppe.
      Erst dachte ich, es sei bloß ein für Stadtparks unverhältnismäßig großes Tier, als ich jedoch einige Schritte naherging und selbst in der Dunkelheit verschwand, offenbarte sich mir ein Anblick, der mir das Blut in den Adern gefrieren ließ - Eine mir wohlbekannte, bleiche Gestalt mit schwarzen Haaren, die auf einer Seite ziemlich lang und auf der anderen Seite komplett abrasiert waren, lugte hinter einem Baum hervor und beobachtete mich mit mordlüsternem Blick aus der Dunkelheit heraus.

      Nun war noch eine Hand zu sehen, dessen Finger sich in den Baum krallten und Kratzspuren hinterließen, ehe sie nach einem Augenblick hinter diesem verschwand und mich mit großem Unbehagen und zurückließ.

      //Bist du das? Nein..das kann nicht sein...ich hatte dich doch...Nein, das war sicher nur eine Einbildung...//
      Ich griff mir mit verzerrter Miene an den Kopf und sortierte meine Gedanken.
      //Lass ihn nicht wieder in deine Psyche eindringen...ich hatte es doch gerade erst überwunden...//

      Einige Sekunden später trat ich wieder aus der Dunkelheit und hoffte inständig, dass du davon nichts mitbekommen hast.
      Gekonnt überspielte ich meine Angst und mein Unbehagen mit einem sanften Lächeln, als ich mich ein letztes Mal in die Dunkelheit umdrehte,. jedoch tauchte die Gestalt nicht wieder auf.

      "Keine Sorge, es war nur ein Eichhörnchen.
      Aber lass uns langsam umkehren..der Park ist nachts ziemlich gefährlich und außerdem ist es schon ziemlich dunkel und ich hab Hunger auf das Sushi.
      Lass uns jetzt ins Appartement fahren. Vielleicht lernst du sogar meinen Mitbewohner kennen. Er ist Däne und Fremden gegenüber ziemlich aufgeschlossen."

      ____

      Als wir wenig später in meinem McLaren auf dem Weg zum Appartement waren, dass "Houdini" herrgerichtet hatte und wir an einer roten Ampel hielten, schrieb ich auf meinem Smartphone eine Nachricht: "Sind auf dem Weg. Gib dich als mein Mitbewohner aus."
      Just a hermit in love with music, anime & video games.
    • Millie

      Du findest meinen Weg aufregend? Ich schmunzle. "Danke.. Es war auch ein großer Schritt hier her zu ziehen, aber in meinem Auslandssemester habe ich mich in dieses Land verliebt!". Es war so anders, as die Staaten es waren, auch wenn ich es auch war und meine Freunde es mir oft genug deutlich machten. Doch ich war glücklich hier und so soll es am Besten auch bleiben.
      Ich höre dir zu, während du von dir sprichst und nicke, um zu zeigen, dass ich zuhöre. "Mein Bruder ist auch in der IT tätig", gebe ich zu und blicke zu dir. "Wie ein Nerd siehst du aber nicht aus...", ich will dich ein klein wenig ärgern, merke selbst, wie locker ich langsam werde. "Aber das mit deinen Eltern tut mir wirklich leid..". Vor allem will ich mir gar nicht vorstellen, wie schrecklich das ist, beide zu verlieren.. Ich bin froh meine noch zu haben..

      Wir laufen noch eine Weile durch den Park, es ist noch früh, die Sonne erhellt noch ein wenig den Himmel, aber die Menschen um uns herum werden weniger. Als du stehe bleibst blicke ich zu dir, um dich fragend anzusehen, was los sei, doch bevor ich dich das fragen kann verschwindest du um die Ecke und lässt mich alleine stehen. Ich bin verwirrt und weiß nicht, ob ich dir nach laufen soll, lasse es aber sein und will nach meinem Handy aus der Tasche greifen, um gegebenenfalls nach Hilfe zu rufen, sollte es nötig sein, da tauchst du wieder auf und lächelst mich an, als wäre nichts geschehen. Ich bin wirklich verwirrt, es wirkte jetzt nicht wie ein Eichhörnchen, so merkwürdig, wie du dich verhalten hast. "Wirklich alles okay?", frage ich noch einmal nach, ehe du vor schlägst zu dir zu fahren, um was zu essen. Von einem Mitbewohner war bisher nicht die Rede gewesen, aber ich stimme dir zu und kaum sind wir auch am Wagen angekommen, steige ich auch auf der Beifahrerseite ein.

      "Du bist so still", merke ich an, als wir in Auto sitzen und du in dein Handy tippst. Ich blicke dich kurz an, dann hole ich mein eigenes raus, um Mai zu schreiben, die fragt, ob alles in Ordnung sei. Ich bejahe es, schicke ihr gleich noch den Standort, so wie mein Vater es mir immer beigebracht hat, auch das Kennzeichen des Wagen, in welchem wir sitzen. Sie schickt mir einen lachenden Smiley und schreibt, dass Japaner für gewöhnlich niemanden entführen, aber ich stecke das Handy wieder weg und sehe zu dir.
      "Ist es nur die Aufregung, oder bist du eher der schüchterne Typ?". Ich beziehe mich auf meine vorherige Anmerkung, dass du so still seist, vielleicht rede ich aber auch zu viel.. "Warum hast du einen Mitbewohner? Ich denke.. An der teuren Miete kann es nicht liegen".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Auf deine Anmerkung, dass ich still bin, antwortete ich mit einem knappen "Ja.", während ich meine Nachricht absendete und mein Smartphone in der Hemdtasche meines weißes Hemdes verstaute.
      "Für gewöhnlich bin ich eher ruhig, extrovertiert bin ich hauptsächlich bei Meetings und Videokonferenzen. Mein Mitbewohner hat seine eigene Wohnung, aber da er einen Wasserrohrbruch hat, wohnt er solange bei mir, bis seine Wohnung wieder saniert und bezugsfertig ist", erklärte ich in knappen Worten.

      Als die Ampel auf grün schaltete, drückte ich aufs Gas und raste mit fast 200km/h die inzwischen beinahe komplett leeren Straßen entlang und erreichte nach wenigen Minuten ein Hochhaus.
      Mit quietschenden Reifen und einem scheinbar versehentlichen Druck auf die Hupe kam ich auf dem großen Parkplatz zum stehen, schaltete den Motor aus und schnallte mich ab.
      "Da wären wir", sprach ich und öffnete meine Flügeltür, lief um den Wagen herum und öffnete auch deine.
      Auf dem Weg holte ich noch die Kühlbox aus dem Kofferraum, welche ich fest in meiner linken Hand umklammert hielt.

      "Folge mir", sprach ich und schritt zur Eingangstür, welche ich mit dem Schlüssel, welchen ich aus der Tasche meiner Anzughose zog, aufschloss.
      "Oder traust du dich nicht, weil dir immernoch etwas Unbehagen bereitet?"
      Ich drehte mich, schon mit einem Bein im Hausflur stehend, zu dir um und blickte dich mit meinen stahlblauen Augen an.
      Just a hermit in love with music, anime & video games.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Haruka Watanabe ()

    • Millie

      Es ist ungewöhnlich, dass du dich selbst so beschreiben kannst, wie du es tust, aber ich nehme es hin und nicke auf die Erklärung, warum dein Mitbewohner bei dir wohnt. Ich finde dich merkwürdig, irgendwie total steif und knapp, was ich so gar nicht erwartet hätte, aber vielleicht bist du ja wirklich noch ziemlich aufgeregt und weiß nicht, wie du mit mir umgehen sollst. Was ich allerdings gar nicht mag ist die Fahrweise, die du mit bringst. Ich halte mich fest, weil ich Angst habe gleich vielleicht so mein Leben zu verlieren, aber wir kommen an und ich kann durch atmen. Mir ist übel, der Appetit ist komplett vergangen und kaum öffnest du meine Tür steige ich aus, um mich an den Wagen zu lehnen und noch einmal durch zu atmen.
      Ich soll dir folgen, doch ich hebe kurz die Hand. "Gib mir zwei Minuten bitte", bitte ich dich, ehe ich den Kopf in den Nacken lege, um mein rasendes Herz zu beruhigen. Verrückt, einfach verrückt, zurück werde ich mir definitiv ein Taxi nehmen, dessen bin ich mir sicher. Ob du mir immer noch etwas Unbehagen bereitest? Ja, verdammt! Aber ich bin noch ruhig und bringe meinen Magen dazu sich etwas zu entspannen und nicht mehr damit zu drohen den Inhalt gleich auf der Straße zu entleeren.
      "Du bist komisch", stelle ich fest, als es langsam wieder geht, folge dir aber langsam in den Flur, dessen Tür du schon geöffnet hast. Ich bin ehrlich, aber das bin ich eigentlich immer sehr gerne, eigentlich bist du der merkwürdigste Typ, den ich bisher kennen lernen durfte, aber ich folge dir und greife nach meinem Handy auf dem Weg, um Mai zu schreiben, um ihr den Standort zu schicken, während ich dir hinterher laufe. Sie schickt gleich einen erstaunten Smiley zurück und fragt mich, ob es mein Ernst ist, wo ich mich gerade befinde, aber ich stecke das Handy wieder zurück, denn es reicht mir, dass sie meine Nachricht bekommen hat.
      Viel Wert lege ich nicht auf solchen Luxus, aber sie scheinbar schon, was sie von halten wird, wenn ich ihr nachher ein Foto schicke?

      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • "Merkwürdig, hm? Das sagen viele Frauen", gab ich mit einem Schmunzeln zu verstehen und lief, nach deiner kurzen Verschnaufpause, mit dir zum Aufzug, welcher sich auf Knopfdruck sofort öffnete und uns Zutritt in die geräumige Kabine gewährte.

      Während wir nach oben fuhren, sprach ich kein Wort, sondern starrte angespannt die Tür an und zählte im Kopf die 20 Sekundem hinunter, bis der Fahrstuhl im 4.Stock ankam und sich die Türen öffneten.
      Die Tür in mein Appartement befand sich nur wenige Meter vom Aufzug entfernt im linken der beiden breiten Gänge, welche vom Aufzug aus abzweigten und diverse Appartements beherbergte.
      Ich schloss die Tür auf und rief: "Ich bin wieder da und hab Besuch mitgebracht".
      Als Antwort ertönte ein knappes "Super", als ein junger,.Hirnbrille tragender Mann, der nicht älter als 20 zu sein schien und einen Kopf größer war als du, mit mittellangen, strubbligen und blonden Haaren in Jogginghose und ausgewaschenem Shirt in den Flur schritt und kurz freundlich lächelnd winkte.
      "Ist das deine neue Freundin? Die ist ja süß", sprach er und wirkte dabei ungemein entwaffnend.
      "Bist du gerade aufgestanden?", fragte ich ihn und war über seinen Schlabberlook.
      "Netflix und chill..das Übliche eben", entgegnete er und gähnte ausgiebig.
      "Naja, wie auch immer. Das ist mein dänischer Mitbewohner Arne", wandte ich mich nun dir zu, da du ein wenig verloren wirkest.
      "Arne, das ist Millie. Sie kommt aus Amerika und studiert Mode und Fashion Design", stellte ich dich vor, obwohl du das auch selbst gekonnt hättest.
      "Freut mich, dich kennenzulernen", antwortete er und verbeugte sich leicht vor dich.
      "Arne, mach uns etwas zu trinken und bereite schonmal alles vor", sprach ich und drückte ihm die Kühlbox in die Hand.
      "Ich führe ich dein wenig herum", entgegnete ich und zog meine Schuhe aus.
      "Wir haben eine wichtige Regel: keine Straßenschuhe in der Wohnung. Also zieh deine Treter aus und schlüpf in die Gästepantoffeln hier."

      ____

      Während ich dich durch das Apartment führte, dessen Wohnzimmer einen schönen Blick auf den Odaiba-Strand vorweisen konnte, war Arne mit der Kühlbox in der Küche zugange, dessen fragwürdiger Inhalt ihn keineswegs überraschte.
      // Walther PPK, bewusstseinserweiternde Flüssigkeit, Polizeimarke und wichtige Dokumente...Haru hat wie immer an alles gedacht...//
      Mit geübten Griffen hielt er die Pistole in den Händen und prüfte sie, ehe er sie zurück in die Kühlbox legte und eine kleine Flasche mit einer klaren, geruchsneutralen Flüssigkeit hervorholte.
      Aus dem Kühlschrank holte er eine Flasche Sake, goss deren Inhalt in zwei identische Gläser und träufelte in eines der beiden einige Tropfen der Flüssigkeit.
      Anschließend lief er damit durch das Appartement, schloss erst die Tür ab, steckte den Schlüssel in seine Hosentasche und schritt anschließend zügig zu uns, um uns die beiden Gläser in die Hand zu drücken - mir das normale und dir das präparierte.
      "Danke dir, Arne", sprach ich und wandte mich wieder dir zu.
      "Lass uns auf den Abend und die herrliche Aussicht auf den Obaida-Strand anstoßen und danach essen wir Sushi."

      Währenddessen stand Arne neben uns am Fenster und blickte hinaus.
      //Wenn diese Millie das trinkt, wird sie für einige Zeit apatisch werden und sich müde fühlen, aber sie wird es überleben..//
      Just a hermit in love with music, anime & video games.
    • Millie

      Ich fühle mich nicht sonderlich wohler mit deiner Antwort, viele Frauen würden dir genau das gleiche sagen, aber ich lasse es einfach stehen und folge dir in den Aufzug, mit dem wir nach oben fahren. Die wirkst irgendwie angespannt, sollte ich es auch sein? Ich bereue es fast schon, dass ich mich hierauf eingelassen habe, denn ich habe mir ein wenig mehr erhofft.. Vielleicht ein nettes Gespräch, oder ein paar lustige Momente, stattdessen wirkst du sehr angespannt, vor allem ganz merkwürdig und ich spreche mehr mit mir selbst, als wirklich mit dir. Doch wer weiß, ob der Abend nicht vielleicht doch nett sein wird.. Ich lasse es auf mich zukommen, folge dir in dein Appartement, um gleich in die Hocke zu gehen, um meine Sandalen zu öffnen. Ich bin nicht seit erst gestern in Japan und kenne mich mit den meisten Gewohnheiten und Regeln aus, auch wenn ich noch nicht häufig dazu komme mich zu verbeugen. Deinen Mitbewohner begrüße ich mit einem Lächeln, hebe kurz die Hand, um ihm zuzuwinken, nutze aber auch den Moment, um ihn zu mustern, während du mich vorstellst. Ich hätte gern selbst etwas gesagt, aber du übernimmst die Führung, was mir für den Moment schon gefällt, denn es zeigt, dass du dich anders kannst..

      Die Schuhe sind ausgezogen, noch bevor du mir was sagen musstest und die Pantoffeln fühlen sich weich an, während ich dir durch die Wohnung folge. Der Ausblick ist phänomenal, den Moment nutze ich auch kurz, um mein Handy heraus zu holen und Mai ein Foto zu schicken, sie sieht sich so etwas gerne an. "Sehr schön hier", gebe ich zu und blickte zu dir, doch die Getränke kommen, noch bevor ich ein Gespräch starten kann. "Danke sehr", bedanke ich mich bei deinem Mitbewohner, ehe wir anstoßen und ich an der Flüssigkeit rieche. Sake.. Natürlich, eines der wenigen Sachen, die ich an diesem Land so gar nicht mag, deshalb verziehe ich leicht das Gesicht, aber ich trinke nichts, denn wir wollen alle nicht, dass der schöne Boden mit meinem Mageninhalt beschädigt wird. Ich mag dieses Getränk gar nicht, so oft probiert und so oft direkt wieder bereut, mir waren die amerikanischen Drinks dann doch lieber. "Danke, aber ich kann mich bis heute nicht zu überwinden dieses Getränk gern zu trinken", gebe ich zu, halte mein Glas jedoch in der Hand.
      "Wie kommt man dazu einen Dänen als Freund zu haben? Wie du vorhin erwähnt hast... Sind Japaner nicht sehr offen für Fremde".

      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • "Ich war Austauschstudent", fing Arne an zu sprechen, obwohl ich eigentlich antworten wollte.
      "Gut..dann werde ich unserem Gast in der Zwischenzeit ein Glas Wasser holen, da sie der Sake ein wenig abgeneigt zu sein scheint."
      Arne nickte und ich machte mich auf den Weg in die Küche.

      "Wo war ich stehengeblieben? Ach ja.. Austauschstudent.. jedenfalls war ich für ein Jahr in Tokyo und habe mich in dieses Land und seine Kultur verliebt...Haruka kenne ich vom Studium, er hat mir quasi bei der Eingewöhnung geholfen undwir haben beide im selben Studiengang Informatik studiert, nur in unterschiedlichen Schwerpunkten. Haruka hat sich aufs Programmieren spezialisiert und ich mich auf IT-Sicherheit. Und dann kam es, dass ich nach meinem Abschluss ein Jobangebot bekam und seitdem lebe ich in Japan. Gott, ich kann dir so viele Anekdoten erzählen, aber ich glaube, ich lasse euch jetzt lieber allein."
      Arne drehte sich zur Tür, in welcher ich mit einem Glas Wasser für dich und einem Teller frischem Sushi.
      "Es wird Zeit, Arne", sprach ich in knappen Worten. Er nickte kurz und verließ mit ernster Miene den Raum.
      //Gleich geht's los.//
      Er schloss von Außen die Tür und ließ uns im Wohnzimmer alleine.
      "Trink etwas", sprach ich, obwohl du noch das unangetastete Glas Sake in der Hand hieltest.

      Ich setzte mich auf einen der beiden Ohrensessel und stellte den Teller sowie dein Glas Wasser auf dem kleinen runden Tisch in der Mitte ab.
      "Du hast seit Beginn unseres Treffens nichts getrunken und das bereitet mir Sorgen."
      Ich schlug ein Bein über das andere und beobachtete dich aufmerksam, mit einem Blick, der bis tief in deine Seele zu gehen scheint und etwas einschüchternd wirkt.

      _____

      Rückblende:

      Während Arne dir erzählte, wieso er ln Japan lebt und wieso er mich kennt, bereitete ich in der Küche das Sushi zu umd präparierte dein Glas Wasser mit einigen Tropfen der klaren, geruchsneutralen Flüssigkeit.
      "Irgendwie tut es mir Leid für die Kleine, aber ich muss es tun", murmelte ich leise vor mich hin.
      "Warum eigentlich dieses schlechte Gewissen? Ich mach das doch nicht zum ersten Mal...", sprach ich leise mit mir selbst und zählte die Tropfen ab.
      "2..3..4...reicht."
      Just a hermit in love with music, anime & video games.
    • Millie

      Ein Austauschstudent.. Genauso, wie ich es bin, was ich gleich interessant finde, aber die Tatsache, dass ich die ganze Zeit zum Trinken animiert werde macht mich schon ein wenig skeptisch. Du lässt mich alleine, ich bleibe zurück mit deinem Mitbewohner, der ein wenig mehr von sich selbst erzählt und vor allem davon, wie ihr euch kennen gelernt habt. Ich bin ein wenig skeptisch, denn vor allem Arne sieht deutlich jünger aus, als du es in deinem Profil angegeben hattest und wenn ihr im selben Studiengang studiert habt.. Doch ich lasse mir meine Skepsis nicht anmerken, denn ich musste vielleicht aufhören so wie mein Dad zu denken, der mir eingebläut hat, dass alle Menschen eigentlich nur etwas Böses von einem wollen. Innerlich schüttle ich den Kopf und konzentriere mich stattdessen auf die Worte, die mir der Däne entgegen bringt.
      "Woher kommst du denn genau?", frage ich und habe noch einige andere Fragen, doch ihr beide sprecht euch ab und Arne will den Raum verlassen. Es wird Zeit? Ich verstehe nicht ganz und so langsam fühle ich mich wirklich unwohl. Ob ich mir irgendetwas nur einbilde? Vielleicht.. aber vielleicht benimmt ihr euch beide auch einfach nur verdammt merkwürdig.. Und war das gerade ein Schloss, welches abgeschlossen wurde, oder bilde ich mir gerade zu viel ein?
      Schon wieder soll ich trinken, aber ich stelle das Glas mit Sake lieber auf den Tisch, denn ich hasse dieses Getränk, doch nach Trinken ist mir nicht direkt. Ich habe keinen Durst, warum beschäftigt dich das? Ein wenig unsicher setze ich mich ebenfalls in einen der Sessel, ehe ich zu dir blicke. Deine Worte passen nicht zu deinem Blick, du siehst nicht aus, wie jemand, der sich Sorgen macht, du siehst eher aus wie jemand, der mich einschüchtern möchte. Irgendwie wird es mir hier zu komisch, es ist irgendwie alles so verrückt und lässt mich unwohl fühlen. Mag sein, dass du eher der introvertierte Typ bist, aber ich will hier raus.
      "Danke, aber ich.. ich glaube ich gehe lieber nach Hause", verkünde ich und greife zu meinem Handy aus dem kleinen Portemonnaie. "Ich bestelle mir ein Taxi, oder lasse mich abholen, dann brauchst du mich nicht fahren". Ich öffne gleich den Chat mit Mai, um ihr zu schreiben, dass ich hier raus will, dass ich mich vor allem nicht wohl fühle, dass alles hier irgendwie merkwürdig ist, ehe das Handy in der Handtasche landet und ich mich erhebe. War eine blöde Idee her zu kommen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • "Arne kommt aus Kopenhagen", entgegnete ich und beobachtete dich beim Trinken.
      Ich seufzte, als ich merkte, dass du nicht zum Trinken bereit und im Begriff warst, deiner Freundin zu schreiben.
      "Also gut. Scheint, als hätte ich keine Wahl."

      Ehe du die Nachricht abschicken konntest, schoss ich plötzlich nach oben, umklammerte dich fest von hinten und drückte dir ein Tuch auf die Nase, welches mit einer Flüssigkeit getränkt war, die dich beruhigte und dein Bewusstsein stark einschränkte.
      "Gsnz ruhig.. einatmen..ausatmen..so ist fein", sprach ich beruhigend in dein Ohr.
      Als du still und nicht mehr bei vollständig bei Bewusstsein warst, platzierte ich deinen Körper auf deinem Sessel und rief Arne herbei, welcher Sekunden später die Tür des Wohnzimmers öffnete und deinen teilweise Bewusstlosen Körper auf dem Sessel sitzen sah.

      "Sie wollte nicht trinken, also musste ich zu Plan B greifen", entgegnete ich schuldbewusst.
      "Schade eigentlich, aber gut. Dann eben auf die harte Tour. Ist sie wenigstens bei Bewusstsein? Bewusstlos bringt sie mir herzlich wenig."
      Arne beantwortete sich die Frage selbst, indem er mit seinen Fingern vor deinen Augen herumwedelte, deine Pupillen bewegten sich, wenn auch nur schwach.
      "Bei Bewusstsein, aber handlungsunfähig. Scheint, als hätte unsere Chemikerin gute Arbeit geleistet. Dann können wir jetzt unsere Masken fallen lassen."
      Ich nickte ihm zu und blickte zu dir hinüber. Ein wenig überkam mich das schlechte Gewissen, jedoch klopfte mir Arne fest auf die Schulter und rüttelte mich wach.

      "Dein schlechtes Gewissen bringt uns nicht weiter. Hol lieber meine Tasche aus dem Schlafzimmer, damit ich mich umziehen kann und bring dem Maestro etwas zu trinken. Ich denke nicht, dass ein Glas Sake die nächsten Stunden reichen wird."
      Ich tat wie geheißen, während Arne mein unangetastetes Glas Sake in einem Zug leerte.

      "Wie viel weiß sie von deinem Privatleben?", fragte er, als ich wiederkam, ihm die Tasche in die Hand drückte und die Flasche Wasser auf dem Tisch abstellte.
      Anschließend setzte ich mich auf die große Couch und blickte zu den beiden hinüber.
      "Nur das Übliche... ich habe Informatik studiert, spiele hobbymäßig Handball..die üblichen Lügen eben."

      "Das ist schon ziemlich überflüssig, findest du nicht auch? Du weißt doch, dass sie sich morgen eh an nichts mehr erinnern kann, was heute geschehen ist."
      Während Arne seinen belehrenden Vortrag hielt, zog er sich bis auf die Unterwäsche aus, wischte sich das Falten überdeckende Make-Up mit einem feuchten Tuch aus dem Gesicht, schlüpfte in einen schönen schwarzen Anzug, band sich eine Krawatte, kämmte sich ordentlich die Haare und gelte sie nach hinten, um seinen sichtbar geworden Undercut mehr Geltung zu verleihen.
      Die Brille nahm er ab, verstaute sie in der Hemdtasche und ersetzte sie durch Kontaktlinsen.
      Der Vorher-Nachher-Vergleich war erstaunlich. Aus einem verschlafen, leicht verplant wirkenden good guy wurde ein adretter, merklich älter wirkender bad guy mit stechendem Blick.
      "Mir ist heute Abend im Park übrigens dein Bruder begegnet", sprach ich wie aus dem Nichts und dachte an den Vorfall mit der Gestalt im Park.
      "Mein Bruder? Das kann nicht sein. Du hast ihn schließlich eigenhändig nach Helheim geschickt."

      "Eigentlich schon.. aber irgendwie sah dir die Gestalt im Park so ähnlich...ich weiß auch nicht."
      "Lass uns später in Ruhe darüber reden. Und jetzt setz dich und verhalte dich ruhig. Bitte."

      Nun wandte er sich dir zu, während er nebenbei aus seiner Tasche eine kleinere Tasche holte, welche er öffnete und neben der Flasche Wasser auf dem Tisch zwischen den beiden Ohrensesseln ablegte; anschließend setzte er sich auf den freien Sessel, dir gegenüber und schaltete ein Aufnahmegerät ein, welches er aus der kleinen Tasche holte und ebenfalls auf den Tisch stellte.
      Während seiner folgenden Ansprache strich er sorgfältig über seine Utensilien und zog anschließend eine goldene Taschenuhr heraus, welche an einer langen, nicht minder goldenen Kette befestigt war.
      "Bestimmt fragst du dich gerade, warum wir Leute mit Geld locken sollten, nur um sie zu betäuben und ihnen mittels Hypnose bestimmte Informationen zu entlocken.

      Du hältst das alles bestimmt für Schwachsinn und unlogisch, außerdem bist du garantiert sauer, dass ich im Moment die Kontrolle über dich habe, aber anders wäre das hier nicht umsetzbar.
      Natürlich könnten wir die Leute einfach erpressen und mit dem Tod bedrohen, doch damit würden wir uns angreifbar und strafbar machen.
      Doch wenn man seine Opfer von möglichen Zeugen isoliert und ihnen anschließend dem Bewusstsein beraubt, gibt es keine Zeugen mehr und es bleibt nur das Unterbewusstsein übrig, das man nach Belieben plündern und abändern kann, teils auch mit gravierenden Folgen für das Bewusstsein und das Beste ist, dass sich die betroffenene Person an nichts erinnern kann. Naja, vorausgesetzt, man macht es richtig, so wie ich.
      Weißt du, du siehst einer gewissen Femme Fatale zum Verwechseln ähnlich, der Haruka schon länger auf der Spur ist, er meinte, du könntest fast ihre kleine Schwester sein.
      Ich frage mich, wo Haruka euch bloß alle herholt. Naja...Wie auch immer."
      Arne beugte sich nun nach vorne und hielt dir eine, an einer goldenen Kette befestigten, Taschenuhr vors Gesicht.
      "Schaue auf die Uhr...weißt du, wie spät es ist? Richtig, 23Uhr. Das bedeutet es ist spät. Draußen ist es schon lange dunkel und du wirst müde.

      Schrecklich müde sogar. Also werden deine Augen schwer und all deine Fassaden werden fallen..und du wirst träumen und zwar von mir, deiner besten Freundin, die in diesem Traum ein Mann ist.... ."
      Arne sprach die letzten Sätze deutlich langsamer und eindringlicher.
      "Deine Augen werden schwer und du schläfst ein... ."
      Anschließend stellte er ein Metronom auf den Tisch, welches ununterbrochen in einem beruhigenden Takt tickte.
      "Tick..Tack..Tick.. Tack...Tick..Tack."



      Die nächsten Minuten trank Arne stumm aus der bereitgestellten Flasche Wasser und schrieb mir einige Nachrichten.
      "Genieß die Show. Hoffen wir, dass du diesmal einen Treffer gelandet hast, Rookie."

      "Das hoffe ich auch. Ich meine, sie sieht der Femme Fatale sehr ähnlich."
      "So wie bisher alle Frauen. Und dennoch hat es bisher nichts gebracht."
      Darauf antwortete ich mit Schweigen, was Arne ebenso schweigend zur Kenntnis nahm.
      Als einige Minuten verstrichen waren, sprach er wieder zu dir, erneut sehr langsam, ruhig und eindringlich.
      "Du bist nun in einem Traum und dort an einem Strand, an dem du dich mit mir, deiner besten Freundin verabredet hast. Sag mir zuerst deinen Namen....Bist du dir sicher, dass du nicht Irene bist?....Ja? Erzähle mir etwas über deinen Vertauten, den du Anokata nennst. .... Du weißt nicht, wen ich meine? Denk mal nach...Anokata, der geheimnisvolle Anführer von Japans Unterwelt... erzähl mir von ihm. ....Du weißt nicht, wen ich meine... verstehe...Gut, beruhige dich und erzähl mir weiter von dir und lass keine schmutzigen Details aus. Wir Frauen lieben schließlich belanglosen Smalltalk."
      Die nächsten zwei Stunden entlockte Arne in Form eines Rollenspiels deinem Unterbewusstsein alle möglichen Informationen über dich, inklusive deinem Smartphone-Passwort und zeichnete sie mit dem Aufnahmegerät auf, jedoch brachten sie nicht das gewünschte Ergebnis.
      Während er mit deinem Unterbewusstsein sprach, laß ich offline den Chat mit deiner Freundin und zeigte ihn Arne.
      Stumm nickend beugte er sich nun vor dich und flüsterte dir ins Ohr.
      "Eine letzte Sache noch. Du wirst dich an unser Treffen hier nicht erinnern. Du kennst keinen Arne und hast noch nie einen getroffen.

      Außerdem wirst du alles vergessen, was du über Haruka weißt, mit Ausnahme seines Aussehens und dass er einen weißen Sportwagen fährt. Du hast gestern den ganzen Tag mit deiner Freundin gelernt. Am Abend hast du dich mit Haruka im Park getroffen. Du warst furchtbar nervös und hast deiner Freundin deshalb seltsame Nachrichten und falsche Standortinformationen geschickt.
      Anschließend bist du mit ihm in sein Appartement gefahren.
      Ihr habt Sushi gegessen und viel Sake getrunken. Außerdem hattet ihr harten, sehr intensiven Sex und nachdem du gekommen bist, hat er dir das Geld gegeben. Es hat sich für dich unglaublich angefühlt und du wirst noch lange an diese magische Nacht zurückdenken.
      Zu guter letzt hat er dich noch nach Hause gebracht, wo du am nächsten Morgen mit einem entsetzlichen Kater aufwachen und die nächsten Tage extremen Heißhunger auf Kaugummi haben wirst.
      Außerdem wirst du die nächsten Tage sehr glücklich und befriedigt sein und dich auf die nächsten Treffen mit Haruka, einem ganz normalen Menschen ohne ein geheimes Doppelleben, freuen. Wenn ich jetzt schnippe, wirst du anfangen zu schnarchen und dich augenblicklich betrunken fühlen. Außerdem wird für einige Stunden dein Gehör aussetzen. Gute Nacht und hab eine gute Zeit. Und sei vorsichtig, nicht jeder Mensch wird dir wohlgesonnen sein."
      Anschließend schnippte er laut und wie geheißen, hörte man dich schnarchen.

      "Heißhunger auf Kaugummi?", entgegnete ich fragend mit einem leichten Schmunzeln.
      "Naah..du kennst mich doch. Es ist zur Kontrolle, damit du weißt, ob die Suggestion mittels Hypnose erfolgreich war."
      "Weiß ich ja. Aber wie kommst du darauf, dass ich mit ihr weiterhin was zutun haben will?", fragte ich.
      "Warum nicht? Ich hab eine Menge über sie erfahren und sie ist ein gutes Mädchen. Außerdem würde dir eine bessere Hälfte gut tun. Du bist viel zu sehr auf deine Arbeit versteift, seit dein Mann gestorben ist. Das Mädchen hier ist diese Woche schon die sechste, die du anschleppst und das geht seit zwei Monaten so.

      Und warum? Weil du dich immer mehr in den Wahn hineinsteigerst, dass die nächste Frau, die hier landet, die ominöse, nymphoman veranlagte Femme Fatale ist, die Anokata unterstellt und für den Tod deines Mannes verantwortlich ist. Zwei Monate und wir haben nicht eine Spur zu dieser Frau, die über einen Namen und eine vage? sich regelmäßig leicht ändernde Beschreibung ihres Gesichts hinausgeht.
      Wir beide brauchen eine Pause und bestimmt wird es auch einem Konto ganz gut tun."

      "Warum plötzlich diese Moralapostel-Attitüde?"
      "Weil ich dir helfen will und es gut meine. Wir ruhen uns ein paar Tage aus und dann überlegen wir uns endlich ein anderes Vorgehen, diese ominöse Femme Fatale aufzuspüren. Deal?
      "Schon gut. Lass mich für heute in Ruhe, ja?"
      Arne seufzte.
      "Was machen wir nun mit Marnie?"

      "Sie heißt Millie und du kennst ihre Adresse."
      "Du hast sie abgeschleppt, du bringst sie wieder dahin, wo du sie hergeholt hast!"
      "Also zum Bahnhof?"
      "Nach Hause. Ich glaube kaum, dass sie in diesem Zustand eigenständig Bahn fahren kann."
      "Ich mach ja schon." Ich schnaufte leicht genervt.
      Keuchend hievte ich dich hoch und trug dich mitsamt deinen Sachen zum Wagen.

      "Ich melde mich, Haruka", rief Arne mir nach.

      ________________

      Währenddessen saß eine unbekannte Person in einem Wagen in einer Seitenstraße unweit des Hochhauses und hatte alles, was die letzten Stunden im Appartement geschah, mitgehört.
      "So ist das also. Da hatte Arnes Brüderchen wohl Recht. Ein Jammer, dass ich viel zu spät davon erfahre. Mach dir keine Sorgen, Haruka. Du wirst mich finden, wenn ich gefunden werden will und die Zeit reif ist. Bis dahin genieß dein Leben, denn sobald ich es betrete, wird es vorbei sein mit der schönen Zeit."

      _________

      30 Minuten später erreichte ich die Wohnung deiner Freundin mit dir und klingelte.
      Zuvor hatte ich in einer Handtasche einen Brief deponiert, in dem die vereinbarten 130000¥ deponiert waren.
      Es dauerte nicht lange, als sich eine Tür öffnete.
      Just a hermit in love with music, anime & video games.