Twilight Syndrome. (Wolfslegende & Akira)

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    • Twilight Syndrome. (Wolfslegende & Akira)


      It's an Indigo night, there's a chill
      The boy is confused but he's still
      As they gather around him
      So many of them, they all sing
      About the pleasures of life.

      Vor wenigen Jahrzehnten zerriss der Weltsturm, ein noch unbekanntes Phänomen das aufgrund der vorherrschenden Ausgangssituation seinen Namen bekam, die Welt in ihre Einzelteile. An verschiedensten Ecken und Enden schienen Orte zu verschwinden und andere, beinahe schon fremde und unpassende Risse zu existieren, die an einen komplett anderen Punkt führten, der wohl kaum mit seiner Umwelt im Einklang war. Hinter dem fetzendünnen Schleier, der die zuvor separaten Welten trennte, existiert Lemunia, die Welt der Seelen, der Vorangegangenen - der toten Weltenwandler, die bereits seit Ewigkeiten keinen Fuß in die lebende Welt gesetzt haben und dort auch nichts verloren haben. Das Ziel der verlorenen Seelen scheint unklar, doch kaum verstreuen sie sich in der ihnen nicht vollkommen unbekannten Welt, gehen auf diejenigen los, die aus Fleisch und Blut bestehen, breitet sich der Aberglaube in den verschiedenen Ländern aus - und mit ihnen verschiedenste Krankheiten, die auf lebendige Geschöpfe überzugehen scheinen und nicht mehr als den sicheren Tod bedeuten, aber nicht nur auf diese Art und Weise infiziert man sich. Wagemutige Gelehrte und Krieger versuchen, in das Reich der Toten - oder auch das Reich des Zwielichts, wie sie es aufgrund des blassen Erscheinungsbildes nennen - überzugehen. Nicht viele von ihnen kehren nach Hause zurück, aber die, die es tun, scheinen kaum in der Lage zu sein, sich an ihren Aufenthalt zu erinnern und erkranken oftmals schwer, bevor sie innerhalb von wenigen Tagen in ihre Einzelteile zerfallen und zu Staub werden. Aber selbst mit den Opfern, die unfreiwillig gebracht werden, ist noch lange nicht alles vorbei - die Sprünge in der Welt werden größer und somit auch die Kontrolle des Seelenreiches über das, der Lebenden.

      All die Anstrengungen und die Bemühungen verschiedener Forscher scheint beinahe fruchtlos zu sein, egal wie sehr sie versuchen, einen Sinn aus alledem zu ziehen, oder die Höllentore, die sich ausweiten, zu schließen - nichts davon scheint wirksam und die Kontrolle der verlorenen Seelen über ihre zerfallende Welt weitet sich aus, bis zu einem Durchbruch. Eines Tages entdecken die Forscher einige Personen, die einst in das Reich Lemunias gewandert sind, von Krankheiten zerfressen wurden oder den übernatürlichen Bestien zum Opfer gefallen sind, die sich ihren Weg in diese Welt bahnen. Alle von ihnen müssten bereits nicht mehr als ein Häufchen Asche sein, unter der Erde verrotten oder ähnliches - aber sie tun es nicht. Die Wiederkehrer, wie sie von Forscher genannt werden, scheinen ein eigenes Mal auf ihrer Haut prangern zu haben und gegen jedwede Zwielicht-Krankheit immun - ein gefundenes Fressen für diejenigen, die sie anhand weniger Merkmale erkennen können. Und warum? Auch die Angriffe der Bestien oder ein Sturz von einer Klippe scheint die Untoten nicht davon abzuhalten, wieder aufzustehen und anders, als die ihnen feindliche gesinnten Kinder des Zwielichts, stehen sie noch immer auf der Seite der Menschen, als welche sie sich auch sehen. Da stellt sich einem nur die Frage: Wie lange noch, bevor sie selbst unfreiwillig zu den Helden werden, die sie nie sein wollten?

      Claudio Amari van Agreatis = @Akira
      Yalinay Alessio So'luma = @Wolfslegende

      Vorstellung.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Zur Hölle, wie lange wollte er sich noch in diesem Anwesen aufhalten? Seine Eltern, seine Schwestern und die gesamte Dienerschaft würde sich nicht mehr von selbst aus dem ewigen Schlaf der Toten kämpfen - es war unwahrscheinlich, dass sich jemals wieder jemand an seine Seite gesellen würde, geschweige denn bezweifelte Claudio, dass er etwas anderes, außer den gepeinigten Gesang der toten Seelen hören würde, die aus den Rissen der fremden Welt strömten. Alles, was ihm in den langsam zerfallenden Mauern seiner ehemaligen Heimat blieb war er selbst und die wenigen Fanatiker, die sich selbst dazu zwangen, hierzubleiben, ihr Leben zwischen den beiden Welten zu leben, an einem Ort, an dem es nicht einmal mehr gab, als die bittere Tatsache, dass all diese Dinge schon lange keinen Sinn mehr für sie ergaben. Sie kamen hierher, weil sie glaubten, dass der wiederauferstandene Margrave, der seine Leute der Seuche überlassen und das Land in den Ruin gestürzt hatte, ihr rechtmäßiger Gott war, kaum hörten sie die frohe Kunde über sein fortbestehendes Leben nach erblassen seines eigentlichen Lichtes. Claudio wollte sie nicht hier, nicht in seiner Heimat - nicht in Agreatis - und schon gar nicht in diesem Anwesen, einem Ort der nur aus kläglichen, oft missverständlichen Erinnerungen bestand, die kaum zusammenhielten. Einzig die Erinnerung blieb und der Adelige wollte Niemanden an seiner Seite wissen, der ihm diese auch noch nahm - und doch verblieben sie in seiner Nähe, im Glauben, die Zwielicht-Seuche war eine eigene Form der Erlösung und er der Gevatter Tod, der klangheimlich durch die Welt streifte und die Seelen der Würdigen einsammelte, um sie schlussendlich in die seinen zu verwandeln - in Ebenbürtige, aber das war alles, das fernab dieser wahrhaftigen Wahrheit existierte. Claudio war nicht mehr, als ein wiederauferstandener Mensch und selbst, wenn er die verzweifelten, fleischlichen Wesen an seiner Tür sah, ignorierte er sie, ignorierte die Opfergaben, die sie ihm darboten und funkelte sie höchsten aus einer zerrissenen, farbigen Glaspanelle seines Hauses an, kaum erhaschte er ihre Blicke.

      Allerdings verfielen auch sie der Unendlichkeit, natürlich nicht alle von ihnen, aber die neuen Blicke, die sich an seiner Türschwelle wiederfanden, waren dem Wiederkehrer nicht sonderlich geheuer. Sie trugen andere Gewänder, die Wappen ihres eigenen Landes und schienen beinahe wie besessen davon, Agreatis sobald wie möglich zu verlassen - und sich den Weg in sein Anwesen zu bahnen. Genau wusste Claudio nicht, was sie von ihm wollten, aber kaum brachen sie ein und fanden ihn - die Person, nach der sie beinahe schon wie vom Teufel besessen gesucht hatten - schien klar, dass selbst jemand wie er gegen die Vielzahl von ihnen ankam. Sicherlich wäre es ein Leichtes gewesen, sie gar nicht erst nach Agreatis zu lassen, hätte er von ihrer Ankunft gewusst, aber auch ein Wiederkehrer war nicht der vollen Macht Lemunias mächtig - und ein Versuch unfruchtbar. Seine beinahe schon lebloser Körper wurde davongehievt, aus seiner Heimat verschleppt und alles, was ihm einfiel, kaum fand er sich in Fesseln und Ketten gelegt, kaum spürte er den undankbaren Schmerz, der sich durch seinen bereits toten Körper zog, war ein Grummeln, das alles andere als zufriedenstellend für diejenigen war, die ihn hierher gebracht hatten. Man bewarf ihn mit Fragen, keine davon wollte er beantworten und selbst, als man ihn dafür in eine stille Zelle warf, ihm Dinge versprach, von denen er gar nicht erst träumen wollte, lächelte er nur schief - er wollte nicht hier sein, wollte sich nicht der toten Welt befassen und es schien beinahe schon verrückt, so behandelt zu werden, wie er es war. Wofür hatte er auch sonst gelebt, versucht diese Welt zu verteidigen und ihr nicht zum Opfer zu fallen? Auf all das gab es keine Antwort, aber auch das schien Claudio größtenteils egal - viel lieber verzog er sich in dieser modrigen Zelle, in einem Eck, und schielt auf stur - es musste sich keiner um ihn kümmern, er brauchte die Nahrung, die sie ihm zur Verfügung stellten, gar nicht, gleich wenig wie er Zuwendung oder scharfe Worte brauchte. Was wollten sie auch? Es war vermutlich spät in die Nacht hinein, als sich jemand seiner Zelle näherte und er, inmitten des flackernden Lichtes, eine Gestalt erkannte, die sich ihren Weg hierher gebahnt hatte. "Was willst du?"
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    • Yalinay hatte lange gewartet auf diese Chance. Jedes Mal wenn er versucht hatte, seit der Erkenntnis das es Wiederkehrer gab, Wesen, die zwischen den Ebenen des Lebens und des Todes existierten, mit jenen in Kontakt zu treten und mehr über sie zu erfahren, hatte seine Mutter es verhindert. Es wäre zu gefährlich und keiner wüsste genau, ob sie nicht unter Umständen wie ihr aller Feind agieren könnten. Daher war große Vorsicht geboten und man lies nur bewusst den Kontakt von wenigen Forschern zu.
      Egal wie oft er es auch versucht hatte auf den normalen Wegen und mit Absprache der Beteiligten, nie hatte er eine offizielle Erlaubnis bekommen.
      Nun, wenn es so nicht ging, dann würde er es eben nicht ganz so 'legal' machen. Immerhin tat er es ja auch für die Wissenschaft und um seine eigene Neugier, die in ihm brannte zu befriedigen.
      Mit langen, dunkleren Gewändern und einem Umhang, huschte er in der Nacht durch die nur von einigen wenigen Fackeln erleuchteten Gänge, auf den weg in die tieferen Ebenen. Er wollte unbedingt diese Chance nutzen, die sich ihm hier bot. Ein richtiger Wiedergekehrter war gefunden wurden und hier her gebracht worden. Zwar hatte man jenen nicht mit der besten Gastfreundlichkeit empfangen, aber man wusste immer noch zu wenig über dieses Phänomen und dessen Auswirkungen auf die Betroffenen.
      Mit leisen Schrittes nährte er sich mit aufgeregt wild pochendem Herz langsam den Zellen. So weit unten waren kaum Wachen, die darauf achteten, dass nichts passierte. Und er hatte die Wachen zum Eingang des Dungeons schon umgangen.
      Nach und nach suchte er mit seinen Augen die Zellen ab, bis er fündig wurde. Eine Gestallt, vermutlich in einem ähnlichen Alter wie er selbst, kauerte in einer der Ecken zurückgezogen. Das Essen, welches man jenem gebracht hatte, hatte jener nicht angerührt gehabt. //Bedeutet es er braucht nichts zu essen oder hat er gar keinen Hunger?//
      Nachdenklich wanderte der Blick aus den roten Augen der verhüllten Gestallt über den Inhalt der Zelle, eher er fast schon geistesabwesend ins Innere seinen langen dunklen Mantel griff und schnell einen Zettel und etwas zum Schreiben herausfischte.
      "Wieso hast du nichts gegessen?", fragte er anstatt auf die Frage des anderen zu antworten. Seine Neugier war im Moment drängender.
      "Und wie heißt ihr?"
    • Seine letzten Tage auf der menschlichen Welt nicht in Agreatis zu fristen war frustrierend - natürlich könnte er noch abertausende letzte Tage haben, schließlich schien sein Ende mit dem Lemunias in Verbindung zu stehen, aber bis er eine definitive Antwort bekam, war alles andere ein Mysterium. Hier hockte er nun und die einzigen Antworten, die er hatte, waren nicht zufriedenstellend - töten hätte er sie sollen, anstatt in sein Heim eindringen zu lassen und die Fanatiker, die diese idiotischen Forscher auf den Plan beschworen hatten, weil sie einen Haufen Aufsehen erregten, er hätte sie allesamt in die Risse stoßen sollen, als sie sich in seiner zerfallenden Heimat ausgebreitet hatten. Wie die Pest waren sie, der schwarze Tod den Claudio sich nicht herbeigesehnt hatte und doch hatte er selbst auch nicht daran gedacht, dass er jemals jemand sein würde, der sich den Klängen der Welt ergab und einfach so im Nichts verschwand - hier unten war er nicht mehr als ein Gefangener, ein Ob- und Subjekt für die Lebenden, die sich einen Spaß mit ihm und den Wenigen seiner Art erlauben würden. Das hier war kein Ort an dem er sein wollte, geschweige denn bleiben würde, aber um all das zu bewerkstelligen, brauchte es erst gewisse Kreativität seinerseits. Beinahe schon fragend hob er die Augenbrauen, als die fremde Stimme zu ihm durchdrang - was für ein vermummter Knilch war das überhaupt? “Wieso sollte dich das interessieren?”, feixte Claudio als Antwort. Essen war ihm, seit seinem Tod, noch nie wohlbekommen - zumindest nicht die Pampe, die man ihm vorsetzte. Natürlich aß er nach seiner Auferstehung, bevor seine Familie auch in die Reihe der Toten überging, dann allerdings nur, weil er noch nicht realisiert hatte, dass sein Körper ohnehin keine Energie mehr brauchte, aber das hier war alles, nur nicht etwas, das er wahrhaft tun wollte. “Erstens ist es unhöflich nach meinem Namen zu fragen und sich nicht vorzustellen”, wieß Claudio den Fremden zurecht, bevor er sich auf die Beine drückte und zu den Gitterstäben, die ihn von dem Rest des Ganges trennten, taumelte. “Und zweitens muss ich keinem Rede und Antwort stehen. Ihr erlaubt euch, in mein Land einzufallen, in mein Haus einzudringen und mich rein theoretisch zu ermorden, mich zu verschleppen und dann wisst ihr nicht einmal, wen ihr entführt habt? Ihr Forscher seid lächerlich”, bemerkte er und schnalzte mit der Zunge, bevor er sein Gesicht zwischen zwei der Stäbe drückte, um einen besseren Blick auf die Gestalt zu bekommen, die ihn malträtierte. “Also, was zum Teufel willst du? Du kannst alles haben, insofern du mich hier rauslässt.”
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    • Aufmerksam, fast so als würde man einem Hund ein Leckerlie vor die Schnauze halten, ihn aber es noch nicht geben, blickte der junge Mann auf den Fremden vor sich. Fast so als wollte er sich nichts entgegen lassen von dem, was wohl möglich bei seinen Beobachtungen ins Licht kommen könnte.
      "Wieso sollte es mich nicht interessieren? Jemand wie euch steckt dich voller Geheimnisse und Wunder, die es zu begreifen gibt. Selbst Informationen zu der Ernährung allein sind schon hilfreich für das Verständnis.", sprach der junge Mann prompt auf die Frage des Wiederkehrers, als wäre dies das selbstverständlichste der Welt.
      Zu sehr hatte ihn seine Neugier und der Wunsch mehr zu erfahren gedrängt hier her zu schleichen und nach Antworten und Fakten zu suchen, dass ihm dabei vollkommen entgangen war, wie man sich eigentlich zwischen zwei Zivilisierte und Sprechenden Wesen verhielten.
      "Oh Natürlich, verzeiht!", stieß er sofort aus. "Ihr könnt mich Alex nennen."
      Dies war bei Weitem nicht sein vollständiger Name, sollte aber reichen. Immerhin wollte er nicht daß er sofort auf flog, sollte der Wiederkehrer seinen Namen am nächsten Tag heraus posaunen. Auch wenn es zweifelhaft wäre wie lange dies geheim bleiben würde sollte seine Mutter Wind von dem Namen bekommen. Dafür kannte sie ihren Sohn wohl zu gut.
      "Also wie soll ich euch nennen?", hätte Yalinay erneut nach, sich schon einmal Notizen auf das Blatt kritzeln. Vermutlich wollte er Eindruck mit seinen Worten schinden und den Nächtlichen Besucher vor seiner Zelle verscheuchen, als er näher kam, doch der Rotäugige begrüßte diese Handlung viel eher mit Freuden, denn sofort schienen seine Augen die näher kommende Gestalt genauestens zu studieren. Danach huschte jene wieder nach unten, auf sein Papier und seine Hand begann eifrig mehr Informationen zu notieren.
      "Mhm... Nicht jeder geht hier in den schwierigen Zeiten nett mit anderen um.", Murmelte er, etwas vertieft in seine Notizen. Die versuchte Beleidigung lies ihn Kalt, dafür hätte der Bursche im Moment eh keine Interesse gehabt. Er war in der Nähe von Forschern groß geworden, er wusste das nicht jeder die Arbeit jener wert schätzte, da man die Erfolge nur selten sah, die sie machten.
      "Wärst du gar freiwillig mitgekommen, hätte man dich höflich gefragt? Oder hättest du begonnen einfach wie die Wesen aus dem Reich der Toten alles Lebendige niederzustrecken, wenn du die Chance dazu hast?", fragte der von Dunklen Stoff Bedeckte Bursche.
      Der Wiederkehrer war nah an die Gitter heran gekommen und schien nun auch ihn genauer ansehen zu wollen. Doch auch dies kümmerte den jungen Forscher nicht. Er war so nah an den Stäben, dass er sich, sollte der Wiederkehrer dazu entschließen, ihn vermutlich mit dem Händen hätte packen können. Doch ganz in seinem Durst nach Wissen vertieft, ignorierte oder eher bemerkte er nicht die mögliche Gefahr.
      "Ich will Antworten auf meine Fragen. So einfach ist es.", antworte Jalinay.
    • Selten brachten Claudio Dinge aus dem Konzept, aber in eben jener Hinsicht reichte wohl die bloße Anwesenheit eines unerwünschten Gastes um ihm klarzumachen, dass es nicht weiter wichtig war, wer oder was er war - und dass es nicht sonderlich viel Sinn zu machen hatte, dass er sich hier nicht aufhalten wollten. Im Endeffekt war er nicht mehr Herr seines eigenen Lebens, gleich wenig wie der Fremde einschätzen konnte, wie er ihn hier raus bekam, aber auch das war ihm egal - mehr als verschwinden wollte er nicht, egal was es brauchte, er würde sich darauf einlassen - und doch war es lediglich ein unzufriedenes Schnauben, das seinerseits über beinahe schon spröde und trockene Lippen huschte, als er nicht die Antwort bekam, die er eigentlich hören wollte. "Wieso wollt ihr mich überhaupt verstehen?", giftelte der Adelige, der sich vorkam wie ein weggesperrtes Tier, der nicht weiter wusste, als sich selbst ein Loch in den Boden zu graben und der nicht mehr tun konnte, als den Fremden anzustarren, der ihm soeben einen Namen nannte. Alex also, hm? Wie unscheinbar und unpassend für jemanden seiner Art, wenn nicht schon etwas ... zu genau. Claudio grämte sich, wollte nicht länger Teil dieses Gesprächs sein und stattdessen funkelte er den Weißhaarigen an - wenn Blicke töten könnten, dann wäre dieser Knilch ohnehin schon tot. "Claudio", entwich es ihm, kurz und knapp. Ob Amari oder nicht, er wollte von einer Blitzbirne wie ihm nicht unbedingt so genannt werden und die Demütigung, die er erlitten hatte, zeichnete sich unter vielerlei Bandagen ab, die seine übrig gebliebene Kleidung zumindest für den Moment versteckte. "Nett würde ich dein Verhalten auch nicht nennen. Eher selbstsüchtig", keifte er schließlich und war sich nicht sicher, ob er nicht seine Hand nach der Kehle des Fremden ausstrecken sollte - die Ketten, die er so wehmütig auf dem Boden nach sich zerrte, hatten für seinen Körper ohnehin keine wirkliche Bedeutung. "Was interessiert dich das? Mir ist das alles egal, ich will nicht mehr als meine Ruhe und bei euch nervigem Pack habe ich sie auch nicht." Lemunia war nicht ruhig genug, nicht mit dem kreischenden, verlorenen Seelen die nach Freiheit suchten und die Gottesfanatiker machten seine eigene Heimat auch nicht gerade zur schönsten und lebhaftesten Gegend. "Dann hast du dich geschnitten. Ich sehe nicht ein, dir irgendetwas zu beantworten, wenn ich dafür keine Gegenleistung bekomme. Und jetzt geh' mir aus den Augen, du Knilch." Claudio wusste, dass es reichen würde, seine Hand auszustrecken und er wusste, dass selbst ein schief gesungener Ton die richtigen Wesen auf den Plan rufen würde, aber im Endeffekt reichte es auch, dass er von den Gittern zurücktrat und sich auf das beinahe schon beleidigend kleine Bett sinken ließ.
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    • Jalinay wir jemand, den es in den Fingern junkte, wenn er die Chance hatte mehr über etwas zu erfahren, dass den Forscher in ihm interessierte. Aber er fand es auch gut sich über solche Themen mit anderen zu unterhalten und denen dann sein gesammeltes Wissen zu vermitteln. So war es fast schon so, als hätte sich ein Schalter umgelegt, als der Wiederkehrer ihn fragte, weshalb man überhaupt versuchte ihn zu verstehen.
      "Wieso nicht? Jegliche Information kann nützlich sein uns das nötige Wissen zu vermitteln mehr zu verstehen was hier vor sich geht. Hat es euch nie interessiert zu erfahren, wieso der Weltensturm aufgetaucht ist, wieso die Welt der Lebenden und das Reich der Toten auf einmal aufeinander treffen? Wie genau es überhaupt in Lemunia aussieht? Wer hat überhaupt in erster Linie all dies erschaffen, diese Trennung zwischen den Welten? Wieso gibt es Wesen, wie euch, die obgleich sie nicht mehr am leben sein sollten, wieder zurück gekehrt sind?? Welchen Zusammenhang gibt es zu den Vorgängen des Weltensturms. Es gibt so vieles, dass uns nicht bekannt ist.", antwortete der junge Mann fast schon begeistert. Er wollte all diese Rätsel lösen, wollte den Sinn und die Ereignisse verstehen, die zu all dem geführt hatten.
      "Seit Jahrzehnten beschäftigen sich so viele schon mit dem Weltensturm und dennoch stehen wir immer noch am Anfang davon alles zu begreifen. Ja, erst vor einigen Zeit haben Forscher die Wiederkehrer gefunden, Wesen wie dich. Man weiß nicht genug um sicher zu sein, ob ihr nicht unter den Bann den Lemunia steht oder ob ihr immer noch vollkommen euren eigenen Willen habt. Und wieso es nur so wenige als Wiederkehrer zurück kommen. Aus diesen Gründen, um jegliche Gefahr so gut es geht zu vermeiden sitzt du nun... hier."
      So waren die Dinge. "Und natürlich damit du nicht wieder weg läufst. Nicht jedem von euch Wiederkehrern scheint es zu kümmern was mit der Welt der Lebenden, eurer Herkunft passiert."
      Einige wollten nichts mit all dem zu tun haben, wollten nicht solch eine Verantwortung. Es war verständlich, aber angesichts der Lage gab es nicht wirklich viele Alternativen.
      "Claudio also...", murmelte der Weißhaarige und notierte sich schnell den Namen. So könnte er ihn damit ansprechen, als immer nur mit Wiederkehrer.
      Als jener ihn aber als auch nicht groß besser bezeichnete, schmunzelte der junge Forscher überraschend. "Ja, vermutlich bin ich schon etwas selbstsüchtig. Aber ich bin nicht derjenige, der dafür sorgte das du hier eingesperrt wirst oder der deinen Aufenthaltsort gefunden hat. Ich bin nur hier um meine eigene, 'selbstsüchtige' Neugier zu befriedigen und nebenbei eventuell etwas nützliches herauszufinden."
      Jalinay würde in der Hinsicht sich keiner Illusion hingeben. Er wusste klar und deutlich wie unfair man Claudio behandelte und es damit entschuldige das man hier im 'Krieg' war und Ergebnisse brauchte.
      "Lemunia oder was auch immer dich zu einem Wiederkehrer machte Claudio hat dir seine ewige Ruhe verwehrt.", erwiderte der junge Forscher lächelnd. "So musst du wohl noch etwas länger die 'nervigen Stimmen' und die 'Anwesenheit ' der Lebenden ertragen."
      So einfach war es. Und so lange Claudio ein Wiederkehrer war, genau so lange würde er auch nicht aus dieser Nummer mehr heraus kommen. Sich selbst zu versuchen umzubringen brachte ihn ja auch keinen Schritt weiter.
      "Anders als andere Geschöpfe, die im zusammenhang mit Lemunia stehen, hast du noch deinen eigenen Verstand und Willen wie es mir scheint." Doch als Claudio versuchte das Gespräch zu beenden, lies sich der junge 'Knilch' nicht so schnell abwimmeln. Viel eher spornte es ihn an weiter zu machen. "Wie wäre es dann damit. Du lässt mich meine Fragen stellen und beantwortet diese und dafür sehe ich ob die etwas für dich tun kann, was von einem ähnlichen Wert wäre. Natürlich kann ich dich nicht einfach so gehen lassen, aber ich könnte etwas anderes machen. Hast du denn gar keine Fragen über irgendetwas?"
    • Hier herumzuliegen, wie ein weggeworfenes Spielzeug, das schon lange keinerlei Signifikanz mehr hatte, war auch nicht gerade die beste Lösung für etwaige Probleme, aber immerhin noch besser als alles andere, das Claudio haben konnte. Wenn diese verfluchten Fanatiker nicht wären, die ihn hirnlos als ihren Gott angebetet hatten, dann würde er sich vermutlich nicht in dieser Situation wiederfinden und in Wahrheit war er wohl auch nicht sonderlich darüber begeistert, sich in eine der beiden Situation wiederzufinden. Hier, in diesem modrigen Kerker, war er alles außer davon angetan, weiter seine Existenz fristen zu müssen und gestand er sich erst ein, dass keine Welt, durch die er sich bewegte, seinen Vorstellungen entsprach, dann hatte er wohl auch gar nicht so viel Unrecht damit, hier nicht sein zu wollen. Claudio hatte Hoffnungen, die sich oftmals in unendliche Ausmaße multiplizierten und der bloße Gedanke daran, nicht weiter in dem Loch der Hoffnungslosigkeit hängen zu wollen, gab ihm zumindest ein Standbein, das ihn nach der kratzigen Decke greifen ließ, die er beinahe schon bestimmt über seinen Kopf zog. "Unbekannte Dinge sollten lieber dort bleiben, wo sie hingehören", erwiderte er knapp, nicht weil ihm keine bessere Antwort einfiel, sondern weil es nicht in seiner Natur lag, sich von Emotionen beherrschen zu lassen, gleich wenig, wie er der Wahrheit verkraften würde - Claudio fühlte sich oft genug wie ein Fels in der Brandung, an einem Ort an dem die Wellen meterhoch schlugen und seine verwesende Gestalt unter sich begruben, nur um zu realisieren, dass er - zu seinem Leidwesen - noch wanderte, noch lebte, noch existierte. "Ihr, alle von euch wissbegierigen Maulwürfen, steckt eure Nase viel zu tief in Dinge die euch gar nicht interessieren sollten. Wieso wollt ihr uns verstehen, wenn wir nicht mehr wollen als unsere Ruhe?" Mehr als ein einfacher Mensch war auch er bis vor kurzem nicht gewesen und die Behauptung, er hätte soeben einen anderen Status des Daseins erreicht war nicht nur frech, sondern auch einigermaßen töricht. "Wir sind tot, selbst wenn ihr sterbt kann mir das egal sein." Menschen starben and jedweden Dingen, das wusste er - der Margrave eines gefallenen Landes - viel zu gut. Eine Krankheit brauchte es, oder doch eher nur einen Stoß in die richtige Richtung und plötzlich schloss man die Augen für immer, die Momente, die man als gezählt ansah vergingen wie im Flug und das eigene Leben passierte Revue - wie jämmerlich. Alex, oder wie auch immer er sich nannte, schien sich nicht davon zurückhalten zu lassen, dass er nicht mit ihm reden wollte, stattdessen schaffte er es wohl auch gar nicht erst, seinen Wasserfall an Worten zu stoppen. "Und? Lieber lebe ich mehrere Millenia und plage mich mit meiner fragwürdigen Freiheit herum, als mich mit euch nervigen Bälgern herumzuschlagen." Claudio hatte keine vergleichsbare Lebenszeit hinter sich und auch, wenn er wusste, dass er das nie würde, war er nicht sonderlich daran interessiert, zu sterben und seine ewige Ruhe zu bekommen. "Ich will nichts wissen. Zumal, wenn du mich hier nicht rauslässt, dann bist du ungefähr so interessant wie eine verwesende Leichen. Also, würdest du Fanatiker mich alleine lassen? Dieses untote Geschöpf mit eigenem Verstand und Willen will nämlich seine Ruhe."
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    • Trotz seiner Bemühen blieb der Wiederkehrer stur und unnachgiebig. Ihn schien nichts weiter zu kümmern, als sein eigenes bisheriges 'Leben'. Für jemanden wie Jalinay Alessio So'luma war dies schwerlich nachzuvollziehen. Sein ganzes Leben lang hatte er mitbekommen wie seine Familie für das überleben ihrer Welt kämpfte gegen die Auswirkung des Weltensturms und die Wesen, die aus dem Reich das man Lemunia nennt, kommen. Die ganzen Forschungen sind in erster Linie dazu da Lösungen für ihre Probleme gegen den gemeinsamen Feind zu finden. Die meisten Völker waren der selben Meinung, dass man etwas unternehmen musste. Und das gesammelte Wissen könnte helfen etwas zu bewirken.
      "Ohne Wissen, können wir nichts gegen die Auswirkungen des Weltensturms unternehmen. Selbst wenn du der Meinung bist, man sollte es nicht tun, wird es immer wieder Leute geben, die die richtigen Fragen stellen und versuchen Antworten auf diese Fragen zu finden. Letztlich könnte uns am Ende unser Wissen vor dem Untergang retten." Es war so einfach, sich an diese Hoffnung zu klammern, dass ihre Arbeit irgendwann die Früchte hervorbringen würde, die ihrer Kriese ein Ende setzen würde. Selbst wenn Claudio den Sinn hierfür nicht sah, würden es andere, wie Jalinay tun. Denn Wissen war die Macht, die die Forschung brachte.
      Doch der Wiederkehrer vor ihm, auf der anderen Seite der Gitter, schien diese Ansicht nicht mehr zu teilen. Er schien keine Hoffnung mehr für die Welt der Lebenden zu besitzen oder einfach kein Interesse mehr. Dennoch verweilte er weiterhin im Reich der Lebenden.
      "Also... würdest du es begrüßen wenn die Risse weiter zunehmen und Lemunia und unsere Welt zu ein und dem selben werden?", fragte der junge Mann nachdenklich. "Wir mögen alle einmal sterben, doch nicht jeder wünscht es sich einen unnatürlichen, frühen Tod durch eine Macht zu sterben, die so eigentlich keine Auswirkungen auf die uns bekannte Welt haben sollte."
      Der Rotäugige warf einen langen Blick auf den Wiederkehrer. Hatte er sich am Ende damit geirrt? Wiederkehrer mochte nicht darauf aus sein, sich wie andere Biester von Lemunia zu verhalten, nein, der vor ihm wirkte viel 'menschlicher'. Aber trotz dessen schien ihn diese Welt und deren Bewohner nicht mehr zu kümmern. Als hätte er damit abgeschlossen.
      Leicht seufzte der junge Mann mit den dunklen Umhängen. Eventuell war das hier letztlich doch ein sinnloses unterfangen.
    • Claudio verstand nicht, wieso er sich mit den Lebenden herumplagte, wenn er sich nicht einmal durch ein paar Gitterstäbe zurückhalten lassen musste - war es die Welt, die er nicht verstand, oder die Welt, die ihn schon lange nicht mehr verstand? Egal, wo der Grund war, den er als eine Art Antwort zu suchen schien, er konnte sich nicht ausmalen, dass diese Welt ihn brauchte, war er sich doch selbst sicher, dass er sie nicht brauchte und sein einziger Existenzgrund die Tatsache war, dass er sich selbst noch nicht genug gehasst hatte, um jemand zu werden, der er gar nicht war. "Wen kümmert das schon? Dinge passieren aus einem Grund und nicht durch die Lust und Laune irgendwelcher Götter, oder höheren Mächte. Versucht man immer, sein eigenes Leid zu ergründen, erschlägt man sich irgendwann selbst", erwiderte Claudio, der sich zusammenrollte, seine fahle Kleidung an seinen müden, beinahe schon erschöpften Körper zog und der sich nicht sicher war, wonach er fragen oder gar suchen sollte, wenn nicht einem Konzept der Freiheit, das sein totes Herz höher schlagen ließ. Was sich in Wahrheit anfühlte wie sein eigenes Ende, war oftmals nicht mehr als die Realisation, dass viele der Dinge, die er als das eigene Ende ansah, nicht eben jenes verkörperten, sondern die eigene Selbstsucht und das Verlangen nach ungreifbaren Antworten. "Mir ist diese Welt egal, gleich wie Lemunia egal ist. Was auch immer mit uns passiert, sei es durch die Risse, die Zwielicht-Krankheit oder was auch immer uns - euch - anfallen wird, es schert mich einen feuchten Dreck", erläuterte er dem nervigen Knilch, der sich noch immer nicht in der Lage sah, von ihm abzulassen und davonzurennen - und Claudio wollte ihn verbal verscheuchen und nicht seine Krallen nach ihm ausstrecken, um ihm wortwörtlich den Schädel abzuhacken. "Glaubst du, ich habe es mir gewünscht zu Grunde zu gehen? Weißt du überhaupt, was für Müll du von dir gibst?", zischte er schlussendlich in die Richtung des Weißhaarigen, bevor er einen Polster ergriff, den er mit genug Wucht gegen die Gitterstäbe warf, um Federn aus diesem zu Tage zu fördern - ohne überhaupt zu sehen, wo Alex genau stand - allerdings hätte ihn der Polster vermutlich getroffen, hätte es keine Gitterstäbe zwischen ihnen beiden gegeben. "Ihr Lebenden seid mir verflucht nochmal egal, gleich wie es die Toten sind - versteht eigentlich keiner von euch, dass ich nur meine Ruhe will und mein endloses Leben ohne jedwede Zuwendung Anderer leben will? WAS verstehst du nicht, wenn ich dir sage, du sollst verschwinden? Glaubt wirklich einer von euch, ihr könntet mich hier einsperren und nach eurer Pfeife tanzen lassen? Wie töricht und DUMM seid ihr überhaupt?"
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    • Das erste mal, seit sie einander an dem heutigen Abend begegnet waren, schloss sich der Mund des Weißhaarigen und er schwieg. Er hatte vieles versucht, hatte Fragen gestellt und zugehört. Er hatte sich Notizen gemacht und seine Vermutungen hinterfragt. Am Ende aber hatte es ihm nur gebracht, dass der Wiederkehrer wütend oder eher völlig genervt etwas gegen die Gitter schleuderte und ihm Sätze an den Kopf warf, die der Forscher eigentlich so nicht wirklich hören wollte. Es schien so, als hätte in dem Moment seines Todes Claudio alle Stränge, die ihn wohl einst mal mit der Welt der Lebenden verbunden hatten, ihn seine Verbundenheit gegeben hatten, gekappt hatte. Als sähe er sich selbst nicht mehr als wirklicher Teil dieser oder der nächsten Welt. Auf ewig zwischen den Stühlen sitzend und kein Interesse mehr an irgendeinem Teil von all dem besitzen. Die wohl einzigen Geschöpfe, welche mit den Auswirkungen von Lemunia umgehen konnten, diese überstehen konnten, wollten nichts von all dem Wissen.
      Es war nicht mehr ihr Kampf, zumindest vermittelte Claudio diesen Eindruck.
      Einige unglaublich stille Minuten blickten die Roten Augen hinab auf seine eifrig nieder geschriebene Notizen. Erst dann öffnete er seinen Mund. "Ich habe nie behauptet, dass du dir seinen Tod oder diese Existenz gewünscht hast. Aber es stimmt, als du sagst, wie verstehen einander nicht." Er sah keinen Sinn darin irgendeinen Kontakt zu den anderen zu haben, während Jalinay es schwerlich nachvollziehen konnte, wie jemand kein Interesse an dem Schicksal dieser Welt hatte.
      "Es hat keine Bedeutung ob es der Lauf der Dinge ist oder irgendwelche Geschöpfe den Weltensturm herbei geführt haben. Selbst wenn du es als Sinnlos ansehen magst, wird kaum ein Lebewesen tatenlos zusehen wollen, wie sie von etwas Ausgelöscht werden, selbst wenn man diesen Kampf als töricht und sinnlos betiteln mag." Es lag in der Natur der Dinge, dass man bereit war um sein Leben zu kämpfen.
      Langsam erhob sich der Weißhaarige. "Wenn du deine Freiheit so sehr willst und um sie Kämpfen willst, belügst du dich selbst, wenn du behauptest, du hättest kaum mehr etwas mit dem Leben gleich." Denn das Leben selbst war ein ewiger Kampf darum es zu erhalten. Wollte er seine Freiheit, sein 'Leben' zurück und dafür Kämpfen, wie groß anders war es zu dem Kampf denn sie für ihre Freiheit und ihr Leben führten?
      "Ich wünsche noch eine gute Nacht.", verabschiedete sich mit einem Mal der junge Mann, dessen Neugier fürs erste gestillt war. Er hatte vorerst genug von dem Wiederkehrer, der so wirkte, als wüsste er so viel, aber scheinbar selbst nicht einmal genau zu wissen schien, wie die Dinge waren. Oder es nicht sehen wollte.
      Wohlmöglich stimmte es ja auch und es kümmerte ihn tatsächlich überhaupt nicht was mit der Welt der Lebenden geschah. Dann wären die Hoffnungen die man darin setzte, dass Wiederkehrer wie er ihnen helfen könnten Sinnlos.
      Still wendete sich Jalinay von den Gittern ab und machte einige Schritte den Gang entlang um sich so langsam zu entfernen. Er würde nicht so schnell aufgeben, wenn er die Chance hatte würde er nach einigen Tagen Bedenkzeit noch einmal her kommen. Noch hatte er all dies nicht aufgegeben
    • Claudio wollte nicht mehr, als all diesen Aspekten der Welt zu entfliehen, also kam es ihm gerade recht, dass dieser Witzbold genau so schnell verschwand, wie er hier aufgetaucht war, damit der Wiederkehrer sich ein paar nutzlosen Stunden Schlaf widmen konnte - er brauchte sie nicht und sein Körper verfiel auch keinem todesähnlichen Zustand, der durch seine geistige Abwesenheit hervorgerufen wurde. Stattdessen lag er dort, schloss die Augen und versuchte, sich in der fremden, nicht existenten Traumwelt zu orientieren, durch die er sich selbst oft genug gefoltert hätte. Der nächste Tag, der sich langsam aber sicher heranbahnte, schien allerdings einer Folter gleichzusetzen sein - man entfernte, ja kratzte ihn beinahe aus seiner Zelle und die Hoffnung, man würde ihn nicht mit sinnlosen Fragen überhäufen, erstarb schlussendlich auch. Alles in allem waren jene Aspekte keine schlechten Lebensvoraussetzungen, aber die Erfüllung seiner selbst war es bei weitem nicht - stattdessen saß er nun da, wurde durchlöchert und ausgequetscht und jedwede Antwort, die er zu geben versuchte, war lediglich ein "Was kümmert mich das?" oder von ähnlicher, unbrauchbarer Natur. Zugegeben, er hätte sich vermutlich gar nicht erst die Mühe zu machen, all diese Aspekte zu hinterfragen, genau so wenig wie er sich selbst fragen sollte, warum er auf den Knilch, der ihm ab diesem Zeitpunkt nicht besuchte, nicht gleich das sagte, was er wissen wollte. Claudio interessierte sich schlichtweg einfach nicht dafür, selbst dann nicht, als einige der sogenannten Forscher - im Tatendrang, Antworten aus ihm herauszubekommen - versuchten, seine ohnehin spröden Knochen zu brechen. Einen Vorteil hatte es, untot zu sein, und der schien, dass sich all das von selbst zu richten schien - dummerweise fügte ihm all das jedoch noch einen gewissen Aspekt an Schmerz zu - und Claudio lebte immerhin nach dem Prinzip Auge um Auge, Zahn um Zahn. Einige der Forscher schienen es lustig zu finden, ihn wie ein aufgescheuchtes, wildes Tier zu sehen, zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem er einem von ihnen hochkant die Nase brach. Daraus ließ sich schlussfolgern, dass man ihn wieder zurück in seine Zelle steckte, ihm mehr Ketten anlegte und Claudio, der sich in einer Bruchsekunde aus diesen befreien könnte, nur mit ihnen spielte, weil er so gesehen nichts besseres zu tun hatte. Als würde ihn der letzte Rest dieser Welt jedoch hassen, bahnte sich eine durchaus bekannte Gestalt zurück zu seiner Zelle, in der er seine Zeit damit verbrachte, Wände anzustarren und unbemerkt versuchte, mit der ein oder anderen, beinahe schon lästigen Windböe, einen Wärter um den Verstand zu bringen. "Dir reicht es also nicht, dass ich dir deine Knochen brechen könnte? Du kommst noch immer hierher?", hinterfragte er, kaum erhaschte er einen Blick auf den Kapuzenträger. "Was willst du hier? Ich habe dir gesagt, wenn du mich nicht hier rauslässt, dann rede ich nicht mit dir."
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Den ganzen folgenden Tag kehrten seine Gedanken immer wieder zurück zu den Wiedergekehrten mit dem Namen Claudio und dessen Worte. Wie sehr es ihn nicht interessierte was mit dieser Welt und den Lebenden geschah und wie sehr er nur auf sich aus war. Es machte für jemanden wie Jalinay keinen Sinn. Was müsste ihm alles passiert sein, dass er kein Interesse mehr hatte. Es könnte wohl kaum an seiner Situation allein liegen, dass er ein Wiederkehrer war, richtig?
      So müsste es auch eine Lösung geben.
      So beschloss der Weißhaarige am Abend wieder zurück in den Dungeon zu gehen und es erneut zu versuchen. Dieses Mal aber würde er sich wohl zügeln und versuchen es sorgsamer anzugehen. Doch Claudio begrüßte ihm am Abend wie erwartend nicht sonderlich erfreut.
      "Auch dir einen guten Abend.", erwiderte der Vermummte junge Mann und lächelte etwas.
      "Ich weiß, aber genau so gut kannst du dir wohl denken, dass ich wohl kaum die Möglichkeiten habe dich hier raus zu lassen. Immerhin komme ich nur allein spät Abends hier her." Es war nicht schwer so zu erraten das es wohl nicht so ganz legal dann sein könnte. Und dies verheimlichen Jalinay nicht.
      "Wie geht es dir? Ich hörte das du einen der Forscher heute verletzt hast, glaube aber nicht das nach unserem Letzten Gespräch jemand bist der schnell zur Gewalt greifen würdest. Daher, was ist heute geschehen?"
    • Wieso lief er ihm hinterher? Claudio hatte sich wohl oder übel jemanden eingefangen, der so oder so nicht von ihm ablassen würde, egal wie weit und fest er ihn von sich abstieß - es wirkte beinahe so, als würden sich alle seine Haare früher oder später noch aufstellen, wenn er das Gesicht erblickte, das ihn durchaus enttäuschte. Nicht, dass er sich nicht helfen lassen wollte - tatsächlich war es eher so, dass er sich nicht helfen lassen konnte, wenn all diese Dinge weiterhin den Bach hinuntertrieben, der lediglich metaphorisch existierte. "Na und? Das heißt auch nicht, dass irgendjemand das Recht dazu hat, mich hier einzusperren." Eigentlich war sich der untote Margrave ohnehin sicher, dass er sich mit etwas Glück selbst aus dem eigens hergeführten Schlamassel befreien konnte und seinen Weg in ein anderes Leben stemmen dürfte, würde er sich nur anstrengen und gewisse, durchaus menschliche und schon beinahe erbärmliche Werte ablegen. Lemunia konnte er getrost seine Heimat nennen, immerhin war dieses verfluchte, fremde Stück Land doch an seiner fortbestehenden Existenz schuld - wieso also zierte er sich so und schlug sich nicht auf eben jene Seite? Vermutlich, weil er kein hirnloser Vollidiot war. "Was geht dich das auch an? Wenn du irgendwelche Dinge fragen willst, dann frag' deine kleinen, nervtötenden Freunde, du Knilch", entgegnete er boshaft, kaum schritt er auf die Stäbe zu, die ihn und den beinahe vollkommen Fremden von ihm separierten. Würde er seine Hand ausstrecken, dann bekäme er vermutlich seine Kehle zu fassen - allerdings entschied Claudio sich dagegen, wollte er doch nicht mit heißem Eisen spielen, an dem er sich ohnehin nur verbrannte. "Außerdem, wieso willst du überhaupt, dass ich mich mit dir austausche? Gib mir einen guten Grund, dich nicht in deine Einzelteile zu zerlegen und vielleicht überlege ich es mir, es nicht zu tun, wenn du mir schon viel zu nahe kommst. Wie wäre es damit, wenn du dich einfach um deinen eigenen Dreck scherst und nicht in Dinge einmischt, die du nicht verstehst?" Zur Abwechslung würde ihm das sicherlich ganz gut tun, immerhin bezweifelte der Wiederkehrer, der Einzige zu sein, dem der Weißhaarige so penetrant die Nerven rauben wollte. Was käme danach?
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.