The Wolfsblood and the red Witch [Cirdan feat. Azenia]

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    • The Wolfsblood and the red Witch [Cirdan feat. Azenia]

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      The Wolfsblood and the red Witch

      "Es war einmal ein kleines süßes Mädchen, das hatte jedermann lieb, der sie nur ansah- Was? Du kennst dieses Märchen schon? Das von Rotkäppchen und dem bösen Wolf? Nun, dann pass gut auf, denn so wie ich es dir erzähle wirst du es noch nie gehört haben! In Wahrheit hat sich diese Geschichte ganz anders zugetragen. Entscheide selbst, welche für dich die Richtige ist. Na dann beginne ich anders... Pass auf!

      Es war einmal eine Hexe die mit allerlei magischen Dingen handelte. Sie, von allen nur die weiße Hexe genannt, war weder gut noch böse und bereiste die gesamte Märchenwelt. Sie hat zum Beispiel die Spindel erschaffen mit der sich Dornröschen sticht, aber die Möglichkeit auf Erlösung mit .... eingebaut. Oder das Tischlein deck dich, das Tor der Frau Holle ... Irgendwann traf sie auf einen sagenumwobenen Zauberer und wurde sesshaft. Leider wart das Glück nicht lang und sie musste vor genau diesen Zauberer flüchten. Schließlich ließ sie sich im Märchenwald nieder und gebar eine Tochter. Da sich ihr Umhang dabei von weiß auf rot färbte ... wart das Kind fortan als die rote Hexe bekannt oder sollte zumindest eines Tages so genannt werden. Die Jahre vergingen und beiden lebten zurück gezogen aber rundum zufrieden im den scheinbar besonderen Wald.

      Eines Tag aber kam das Mädchen zurück, ihre Mutter die weiße Hexe aber war mitsamt einen alten Zauberbuch verschwunden. Seit her versuchte sie sich ganz von der Magie abzuwenden und ehr unter den Sterblichen zu leben. Wenn überhaupt. Die Jahre vergingen und aus den Mädchen war eine Jungfer geworden. Da traf sie auf die Gute Fee welche bei ihrer Mutter ihren Zauberstab reparieren lassen wollte. Zwar wollte die junge Frau erst nicht, versuchte sich aber an der Aufgabe, im Wissen eine besondere Belohnung zu erhalten. In einer Vollmondnacht suchte sie daher all die magischen Dinge in den Wald, die sie dafür brauchte. Dabei traf sie auf einen überdurchschnittlich großen und schwarzen Wolf der in einer Jägerfalle gefangen war. Erst wollte sie sich dem Leid des Tieres verschließen, entschied sich letztlich aber doch ihn zu helfen. Zwar kann sie die Falle aufbrechen, schafft es aber nicht das verletzte Tier vor der nahenden Jagdgesellschaft zu verstecken. Kurzer Hand verwandelt sie den Wolf in einen Menschen ohne zu wissen wie es geschieht oder rückgängig zu machen ist. So konnte sie das Tier an der Jägermeute vorbei in ihr Haus bringen. Da sie sich schuldig fühlte, pflegte sie das Tier in menschlicher Gestalt gesund und versuchte den Zauber von ihm zu nehmen. Jedoch gelangt es der unerfahrenen Hexe nicht ganz. Als aber die gute Fee erschien um ihren Zauberstab zu holen begab sich die rote Hexe auf ihr größtes Abenteuer. Zum ersten Mal in ihren Leben verließt sie den Märchenwald. Der Wolf aber begleitete sie, da er ihr sein Leben verdankte. Die Reise wäre so schon schwierig genug, jedoch müssen die Beiden sich vor einigen Bösewichten und jemanden in Acht nehmen der sich selbst "the Beasthunter" nennt ...."



      Rollen:
      das Wolfsblut = @Cirdan
      die rote Hexe = @Azenia


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      Schon seit Stunden sahs das junge Ding auf den viel zu kleinen Holzschemel, vor einen eben so niedrig geratenen Tisch. Darauf waren nur ein halb geleerter Tonbecher und ein grazieler Stab zu erkennen. Seit den späten Mittagsstunden hatte sich dieses Bild nicht verändert. Lediglich der Flüssigkeitsstand in den Tonbecher hatte abgenommen. Mittlerweile war es früher Abend geworden. Die Hausherrin hatte ihren Blick noch immer nicht von den fremden Gegenstand wenden können. Während alles in der Hütte doch recht simpel aber funktional gehalten war, stach dieser doch sehr heraus. Der Starb war aus den edelsten Stoffen gefertigt und aufwendig verziert. Zarte Stränge auf Gold und Silber flossen ineinander über und bildeten so den Körper. Geziert war diese Pracht von kleineren und größeren Blumen aus den verschiedensten Edelsteinen. Diese fungierten nicht nur als bloßes Zierwerk, nein es war auch eine Art Energiequelle. Diese Steine, jeder mit einer eigenen Bedeutung und Nutzen bündelten die Magie. Magie? Ganz recht. Dieser Stab war kein geringerer als der, der Guten Fee. Jedoch vollrichtete er sein Tagwerk nicht mehr. Irgendetwas störte den Energiefluss zwischen genau diesen Steinen.

      Angespannt rangen die zierlichen Fingerlein der jungen Dame miteinander. Dieser sehr wirre Tanz mit den Fingern drückte doch sehr gut die innere Zerissenheit aus, welche schon seit heute Morgen in ihr aufgekommen war, als die Besitzerin des magischen Dings bei ihr auftauchte. Beinahe hätte die Blonde die magische Kreatur wieder weg geschickt. So wie sie alles wegschickte was über die sterbliche Auffausungsgabe hinaus ging. Eines hatte sie jedoch davon abgehalten. Es war der leise Ruf einer Eule. Dem lieben und weisen Tier was ihr in ihrer Einsamkeit ab und an Gesellschaft leistete. Dieser leise Ruf kam zum richtigen Moment, so verstand das Mädchen ihn doch als gut gemeinten Rat. Nur aus disem Grunde hatte sie den Auftrag angenommen. Mit der Hilfe des weisen Tieres hatte sie auch das Buch gefunden in welchen geschrieben stand was zu tun war. Jedoch hatte sie sich seit dem Verschwinden des schönen Vogels keinen Zentimeter mehr gerührt. Wie denn auch? Wenn sie doch alles Magische ängstigte.

      Schließlich schluckte sie schwer. Nicht weil ihr die Angst die Luft abschnürrte oder sonst etwas in ihren schmalen Halse steckte. Nein, es war viel mehr ein doch recht verzweifelter Versuch sich aus dieser quälenden Starre zu lösen. Einige Sekunden verstichen ohne eine Regung. Fast so als hätte jemand die Zeit angehalten. Dann aber erhob sich die junge Maid von den Schemel. Unheimlich langsam, als wäre sie schon über tausende von Jahre alt. Jetzt wo sie so in der verträumten Hütte stand, wurde einen erst bewusst wie zerbrechlich sie doch wirkte. Ihre Statur war die einer jungen Frau und doch schien diese Dame wie ein niedliches Püppchen. Ironisch wenn man bedachte, dass ihre Mutter den Zauber entworfen hatte, welche den hölzernden Jungen in ein Menschenkind verwadelte. Ein tiefer Seufzer überkam den vollen Schmollmund. Dann aber wand die Blondine sich herum. Woher dieser Wille und die Kraft kam aufzubrechen wusste sie nicht. Doch ein Satz hallte in ihren Gedächtnis wieder. Immer und immer wieder. "Was man bei Vollmond pflückt, ist besonders mächtig." Diese Weißheit hatte ihre Mutter der Junghexe mit auf den Weg gegeben. Es war eine ihrer ersten Lehren gewesen. Hexen zählten zu den Wesen der Nacht. Wie einige andere Wesenheiten bezogen sie ihre Kraft mit und durch den Mondzyklus. Es musste in dieser Nacht geschehen, denn in dieser Nacht waren ihre Kräfte am mächtigsten. Das machte den Umstand wett all die Jahre nicht einen kleinen Zauber mehr gewirkt zu haben. Zumindestens hoffte sie dies. Schnellen Schrittes verließ sie ihre Hütte. Noch immer etwas zögerlich griff sie einen der drei Körbe, welche auf der Bank vor der Hütte standen. Jetzt oder nie, immerhin dämmerte es schon und die Zutatenliste war lang.


      “If you were happy every day of your life, you wouldn’t be a human. You’d be a game show host.”
    • Beißen. Verstecken. Angreifen. Fliehen. Reißen. Der schwarze Wolf wusste weder ein noch aus. Noch immer versuchte er sich panisch loszureißen, doch irgendetwas hatte sich mit kalten Fängen in sein Vorderbein verbissen und ließ ihn nicht mehr los. Egal was er tat, es hielt ihn immer weiter fest, ganz egal wie stark er mit blutenden Lefzen darauf herumbiss, das Ding schnitt nur noch fester in sein Bein. Mit einem Knurren probierte er sich erneut loszureißen, aber es war sinnlos. Verwirrt wimmernd sank er in sich zusammen. Noch nie war ihm so etwas zugestoßen und das auch noch in der schlimmstmöglichen Situation. Er konnte hören und riechen, wie die Zweibeiner mit ihren vierbeinigen Freunden immer näherkamen. Er hatte sich wohl einmal zu oft in die Nähe der merkwürdigen Höhlen gewagt, in denen die Wesen hausten. Er war auf frischer Tat ertappt worden und schnell hatte sich ein Rudel versammelt, das es auf ihn abgesehen hatte. Sie mussten ihn wohl wirklich dringend aus ihrem Revier vertreiben wollen. Normalerweise machten sie nur vereinzelt auf ihn Jagd. Aber dennoch war er sich sicher gewesen entkommen zu können, so wie jedes andere Mal auch.
      Wenn nur dieses Ding nicht gewesen wäre, dass sein Bein noch immer im Maul hatte und keine Anstalten machte loszulassen. Ein einziges Mal hatte er so etwas gesehen. Ein Reh war hineingetreten, was einfache Beute für den Wolf bedeutet hatte. Schon damals hatte er sich keinen Reim darauf machen können, was das gewesen war, aber es war ihm auch gleichgültig gewesen, schließlich war nicht er derjenige gewesen, der gefangen worden war. Doch auf einmal war nun er derjenige der festhing und so wie das Reh damals nichts tun konnte als hilflos auf die Jäger zu warten. Entmutigt beugte er den Kopf nach vorne und versuchte über die blutende Wunde zu lecken, um wenigstens die Schmerzen ein wenig zu lindern.
      Der Gedanke sich loszubeißen war ihm bereits gekommen, aber damit würde er genauso sein Todesurteil unterschreiben, wie wenn er weiter gefangen blieb. Wie sollte er mit nur drei Pfoten weiterlaufen? Und selbst wenn er es schaffte zu entkommen, wie sollte er eine derartige Verletzung überstehen und auch noch Nahrung jagen können? Doch Vielleicht war es noch immer als von Zweibeinern getötet zu werden... Sein Körper und Überlebensinstinkt sträubte sich davor tatenlos auf das Ende zu warten, er musste etwas tun. Und wenn er sich dabei selbst verletzen musste, mehr als er es bei seinen Befreiungsversuchen ohnehin schon getan hatte, dann war das nun einmal so. Aber bevor der Wolf sich überwinden konnte, hob er den Kopf. Hatte er etwas gehört? Nervös zuckten seine Ohren und so gut es ging richtete er sich wieder auf. Da, schon wieder! jetzt konnte er es auch riechen. Da war jemand in der Nähe. Hatte ihn einer seiner Verfolger bereits gefunden? Es roch auf jeden Fall nach einem Zweibeiner... und doch auch irgendwie nicht. So gut es ging zog er sich ein kleines Stück zurück, machte sich so klein es ging und versuchte sich so leise wie möglich in dem Gestrüpp hinter ihm zu verstecken. Erneut machte ihm das Ding einen Strich durch die Rechnung. Klirrend hielt es ihn fest, die Kette, an der die Falle befestigt war, war einfach nicht lang genug, um sich weit zu bewegen. Ein Winseln entfuhr ihm, als die eisernen Zähne an seinem Bein rissen und daran hinderten sich weiter zurückzuziehen. Vielleicht hatte man ihn ja dennoch nicht bemerkt und so gut es ging versuchte der Wolf mit den Schatten zu verschmelzen, während ihm das Herz wie verrückt in der Brust schlug.
    • Als es dämmerte konnte man hinter einigen Wolken bereits die glänzenden Himmelskörper erkennen, welche sich bereits darauf freuten mit den großen Himmelsball der Nacht das Firmament zu erhellen. Gemeinsam wachten sie von dort oben aus über die Geschehnisse auf Erden. Im Laufe der Zeit verpufften die Wolken langsam, lösten sich nach und nach völlig auf. Die Luft wurde dabei immer klarer aber auch eisig. Mit jeder Stunde die ins Land zog wurde es stiller. Nicht einmal Grillen spielten ihre Lieder. Alles schien zur Ruhe zu kommen und im Reich der Träume zu verschwinden. Jeder und Alles, außer einer. Die Blondine mit den roten Umhang war noch immer damit beschäftigt alle Zutaten für ihr Untefangen zu sammeln. Emsig suchten die zierlichen Finger nach den richtigen Gräsern, Kräuter, Pflänzchen und anderes Gewächs. Vorsichtig und behutsam, darauf bedacht diese beim ausreißen nicht zu zerdrücken trennten sie diese von dem Schutze von Mutter Erde. Irgendwann als der Mond wieder zu sinken begann und sein heller Schein langsam verblasste, machte sich das junge Wesen auf in ihr Heim zurück zu kehren. Die gesamte Nacht hatte sie fleißig und ohne auch nur zu murren gesammelt. Der Korb quoll nur so über. Es war kaum vorzustellen doch all das wurde gebraucht. Es war von keiner Zutat zu viel gepflückt wurden. Die genaue Menge einzuhalten war von großer Bedeutung. Erschöpft und müde richete sich die Jungfer langsam auf. Die Stelle auf der Lichtung auf der sie sich zuletzt niedergelassen hatte war noch immer ganz platt gedrückt und klar erkennbar. Doch auch die Gräser die von ihr gedrückt wurden, reckten einmälig wieder ihre Köpfe gen Himmel. Das Holz des Korbgriffs gab ein leises Knarzen von sich als ihre eben so entkräfteten Hände sich darum schlungen. Es schien fast so als suchten sie halt, neuen Mut und einen unerschütterlichen Glauben das Richtige zu tun. Ruhelos schuten die himmelblauen Augen der Mädchens umher. Dann aber nach einen kurzen Moment der Besinnung setzte sie wenn auch zaghaft einen ihrer kleinen Füße vor den anderen. Unwissend mit jeden Schritt in eine für sie unbestimmte und unvohersebare Zukunft zu steuern. Niemals hätte die Junghexe erahnen können was ihre Geschichte noch für sie bereit hielt.

      Ihr Weg führte sie von der friedlich träumenden Lichtung nicht zu ihrer verschlafenen Hütte sondern weiter ins Innere des Waldes. Dort lag ein großer See. Quell des Lebens für so Viele hier. Der See der Wahrheit, der Anfang und das Ende aller Flüsse die den Wald speisten. Überanstrengt sank das zerliche Ding in das sandige Ufer des Sees. Der Sand war wärmer als der Waldboden, nicht viel aber dennoch war es entspannend. Nicht nur sie selbst auch ihr Korb mit all der Ausbeute sank seicht drain ein. Ihr Glück, so schnell wie er mir ihr zu Boden gefahren war müssten sämtliche Gräser herausgesprungen sein. Träge kippte sie nach vorn. Die Wasseroberfläche war so ruhig, das ein genaues Spigelbild ihrer selbst zu erkennen war. Jedoch war das Bild für sie vor lauter Müdigkeit verzerrt, auch die seichten Nebelschwanden die sich um den See herumschlängelten trübten die Sicht. Atemlos tauchte die Blonde ihre Hände in das kühle Nass und benässte ihr Gesicht. Beim ersten Male linderte das Wasser ihre Schmerzen, beim zweiten Male schwand ihre Müdigkeit und beim dritten Male verließen sie zunehmend die Zweifel. Das Fräulein atmete tief ein und aus. Gestärkt mit Körper und Geiste ließ sie ihren Blick Richtung Himmel gleiten. Beinah felhend bedachten ihre Augen den schwindenden Mond, wie ein stummes Gebet. Jedoch ohne ein Zeichen oder eine Antwort zu erhalten. Was mag sie wohl in diesem Moment gedacht haben?

      Es war Zeit, so viel war Gewiss. Lang konnte sie sich auch nicht mehr auf den Beinen halten. Da sie den See und die umligende Landschaft für gewöhnlich mied, wählte sie für die Heimreise einen Pfad den sie lang nicht mehr gegangen war. Warum es genau dieser vergessene Waldabschnitt war? Vielleicht war es Schicksal, vielleicht Eingebung oder ein inneres Gefühl... wer weiß das schon so genau. Müde wie sie war tapste sie von einen Fuße auf den anderen. Während ihre Gedanken schon zu träumen begannen und auch ihre Glieder wieder schwerer wurden, hätte sie das leidende Tier kaum bemerkt, was dort im Gehölz kauerte. Dabei war gerade dieses Tier allein schon wegen seiner größe kaum zu übersehen. Ungeachtet schritt sie an ihm herüber, wohl bewusst das Tier seinen Schicksal zu überlassen. Ein Schritt, zwei Schritte, 3 Schritte - sie hatte bereits zum vierten angesetzt, da stoppte die Blondine. Wie versteinert blieb sie stehen. Das Holz ihres Korbes knarzte erneut, als ihre Hände den Griff beinah zu ersticken versuchten. So sehr rang ihr Herz mit ihren Kopfe. Als wieder Stille eingekehrt war wandte sich das Mädchen dennoch herum. Langsam und leise nährte sie sich den Tier. "Shhh..." Säuselte sie leise, in der Hoffung es beruhigen zu können. Sie fürchtete, es würde vor Panik nach ihr schnappen wenn sie versuchte es aus seiner missigen Lage zu befrein. So leise und langsam wie möglich sank sie vor ihm auf die Knie. Sie wollte kleiner werden als der Wolf. Auch nähren wollte sie sich zunächst nicht zu sehr. Verletzt oder nicht, vor ihr war ein Raubtier. Behutsam löste sich eine Hand von den Korb, jene reichte sie dem Tier, damit es an ihr schnuppern konnte. Alles in der Hoffnung das es seine Angst verlor. "Ich tue dir nichts." flüsterte die Blonde leise. "Ich möchte dir nur helfen. Verstehst du?" Was für eine dümmliche Frage. Natürlich nicht. Damit sich Mensch und Tier wirklich verstehen konnte war auch ein Zauber nötig. Das arme Tier hatte viel Blut verloren, es war kaum auszudenken welche Schmerzen es erleiden musste. Vielleicht sogar schon seit Stunden. "Ich... ich werde etwas suchen um dich zu befrein. Einverstanden?" Und schon wieder erzählte sie mit den Tier als würde es sie verstehen.


      “If you were happy every day of your life, you wouldn’t be a human. You’d be a game show host.”
    • Der junge Wolf versuchte sich so wenig wie möglich zu bewegen und verharrte starr in seiner Position, als die Gestalt in sein Gesichtsfeld trat. Selbst in dieser Dunkelheit konnte er den Zweibeiner gut erkennen. Er war in einen dieser merkwürdigen Felle gehüllt in denen er die Wesen schon öfters gesehen hatte, vor allem wenn es kalt wurde. Blaue Augen blitzten unter dem roten Stoff auf, als er entdeckt wurde und überrascht legte er kurz den Kopf schief. Das konnte keiner seiner Verfolger sein, seine Nase täuschte sich nicht und außerdem schien es auch noch ein Weibchen zu sein. Was etwas Neues war. Es waren stets nur die Männchen die Jagd auf ihn machten, während der Rest des Rudels in den Höhlen blieb. Dennoch atmete das Tier erleichtert auf, als sie einfach an ihm vorbeiging. So wie es aussah hatte sie kein Interesse an ihm. Zumindest dachte er das bis sie innehielt. Erst jetzt bemerkte er das Ding, das sie in ihren Pfoten hielt, wobei es vor allem seine Nase war, die ihn darauf aufmerksam gemacht hatte. Der Geruch von Wald, allen möglichen Pflanzen und Wurzeln daraus hervor und vermischte sich zu einem intensiven Duft, der ihm immer stärker in der Nase kitzelte, als sie sich langsam auf ihn zu bewegte.
      Wenn der Wolf gekonnte hätte, dann wäre er mit jedem ihrer Schritte weiter zurückgewichen, doch so konnte er nur wie ein in die Enge getriebenes Tier sein Fell sträuben. Mit gebleckten Zähnen verfolgte er jede Bewegung des Zweibeiners und ein leises Knurren drang aus seiner Kehle, als das Weibchen sich vor ihm niederkniete. So aus der Nähe wirkte sie noch dünner und ungefährlicher als sie es ohnehin schon tat. Wäre er nicht verletzt und gefangen, dann hätte er sich mit Sicherheit ohne viel Gegenwehr auf sie stürzen können, davon war der Wolf überzeugt. Gefahr witterte er nicht im Geringsten, doch das änderte nichts daran, wie sehr ihn das Pochen in seinem Bein in den Wahnsinn trieb und wie verletzlich er sich fühlte, als er da vor ihr kauerte. Am liebsten hätte er einfach um sich gebissen, oder wäre geflohen. Eine falsche Bewegung und seine Zähne würden sich in ihre ausgestreckte Hand graben, doch auch wenn er nichts von den komischen Lauten verstand, welche sie von sich gab, so schaffte es ihre ruhige, sanfte Stimme, das nervöse und panische Tier doch zumindest so weit zu beruhigen, dass es lediglich an ihrer Hand schnupperte, anstatt davon abzubeißen.
      Wie er schon zuvor gemerkt hatte, sie roch wie ein Zweibeiner, zumindest fast genauso. Irgendetwas war anders, nur konnte er sich keinen Reim darauf machen was es war. Aber vielleicht spielten ihm seine Sinne auch einen Streich. Ihm war schwindlig und je länger er dalag, umso schwächer fühlte er sich. Es musste an seiner Wunde liegen, die er noch nicht einmal sauber lecken konnte, so wie er es sonst immer tat. Doch was wollte nun dieses Weibchen? Dass sie keine Gefahr darstellte, davon hatte er sich überzeugt, aber wozu war sie sonst hier?

    • Nicht nur den Tier auch ihr selbst war es in dieser Situation ganz anders. Auch durch die Adern der Jungehexe schnellte das Adrenalin von der obersten Haarspitze bis in den entferntesten Winkel ihres Körpers. Doch das allein war es nicht, das sie sich so widersprüchlich verhielt. Ratlos über sich selbst blickte sie sich um, wohl wissend dass diese Frage gerade total fehl am Platze war. Es ging darum diesen bedauernswerten Geschöpf zu helfen und nicht zu sich selbst zu finden. Dann aber stand sie langsam auf. Da die Blonde nicht wusste wie man so eine grausame Falle öffnen konnte, blieb ihr nichts anderes übrig als diese aufzubrechen. Dafür brauchte es aber einen dickeren Ast und keine kleinen Zweige. "Ich bin gleich wieder da." Daher musste sie sich in der umliegenden Umgebung etwas umsehen. Die Zeit drängte denn die Nacht schwand und im Morgengrauen waren die Menschen zu dieser Zeit immer auf der Jagd. Auch sie selbst wollte eine Begegnungen mit den Sterblichen um jeden Preis vermeiden. Es verging eine gefühlte Ewigkeit bis das Mädchen endlich einen abgebrochenen Ast fand, der passend erschien. Sie zog ihren Fund hinter sich her aus dem Dickicht in Richtung des Wolfes. Auf den Weg hoffte sie doch inständig, dass ihr das Tier soweit vertraute sie an die Falle zu lassen. Immerhin war dort seine verwunderte Stelle. Wenn die Jungfer den Ast aber nicht in die Falle bekam, war eine Rettung aussichtslos.

      "Shhhh..." so sanft wie möglich säuselnd ging sie wieder vor dem Wolf nieder. "Ich... ich werde jetzt mit den Ast deine Falle aushebeln." Erklärte sie wobei ihr noch immer klar, dass der Wolf nichts von alle dem verstand. "Dafür musst du mir vertrauen. Hörst du?" Für einige Sekunden kehrte Stille ein. Totenstille. Das Mädchen hatte kein weiteres Wort gesagt, der Wolf keinen Laut von sich gegeben und auch der Wald schwieg. Ein schwerer Schlucken löste die Starre und den Kloß in ihrer Kehle. "Gut, das wird aber sehr weh tun .... doch ... du wirst frei sein!" So behutsam wie es eben ging versuchte sie das Ende des Astes in den erbarmungslosen Griff der Falle einzuführen. Die ersten zwei Versuche waren erfolglos. Entweder rutschte sie ab oder der Ast gab unter der grauenhaften Kraft des Bisses nach. So ein Monstrum hatten die Menschen zur Jagd geschaffen? Was sollte sie nur tun? Jeder Versuch schien dem armen Wolf nur weitere Schmerzen zu bringen. Ewig konnte sie das Tier nicht leiden lassen. Dieses Mal haderte die Blondine damit noch einen letzten Versuch zu wagen oder nicht. Sonst könnte sie dem Tier nur Beistand leisten aber nichts mehr für es tun. "Einmal noch... Dieses muss- ...dieses Mal wird es klappen!" Und tatsächlich, der Ast drang nicht nur in die Falle ein, er hielt auch ihrer Macht stand. Freude blitzte in ihren himmelblauen Augen auf. Hoffnung beflügelt ihren Geist schwand aber sogleich als die ersten Töne einer Jagdhornfanfare erklang. "Was?!" Warum waren die Menschen dieses Mal so früh aufgebrochen. Oh nein!!! Panisch lehnte sich das Mädchen gegen den Ast, dieser vermochte es aber kaum die Falle einen Spalt weit zu öffnen. Da tat sich kaum etwas. Der Jungfer fehlte es einfach an Kraft. "Ohhh..." wimmerte sie leise als die ersten Tränen in ihren Augen hervor quollen. Noch ein letztes Mal lehnte sie sich mit all ihrer Kraft, ihren Willen und all dem, was sie noch aufbringen konnte gegen den Ast. Ein lautes Knacken erklang, gefolgt von einen fürchterlichen Klirren. Es war geschafft, die Falle war gebrochen. Endlich war der arme Wolf frei.

      Doch leider nicht für lang. Die Fanfaren wurden lauter, auch das Gebell von Hunden und das Traben der Pferde war bereits zu hören. Wieder blickte die Junghexe flehend gen Himmel. Nur was konnte der unter gehende Mond schon ausrichten? Etwas blitzte in ihren Augen auf. Beinah wie von einer fremden Macht besessen lehnte sie sich über das Tier. Einige unverständliche Worte kamen murmelnd über ihre Lippen. "Lupus est scriptor mendacium est sanguis, qui ad lunae lumina transforma te novam vitam. Sta super pedes, sicut homini vultus, sicut et mortale simulare plebs - ut perfectus sit error. Vitae novae, hoc novum viventem infundi debet esse de salute vestra." Das Mädchen selbst hatte keine Kontrolle über sich, noch über das was sie Aussprach. Schweißperlen sammelten sich auf ihrer Haut. In ihren Körper durchdrang eine merkwürdige Energie in jede Zelle ein, füllte sie vollständig aus und ließ gewähren was dann passierte. Ein seichtes Glühen überzog die Blonde, schloss das Tier mit ein und wurde zu einen gleißenden Licht. EineHeller als die Sterne. Als das Strahlen einmälig verglimmte sank sie erschöpft zusammen. In ihren Augen schien sich etwas zu regen und auch ihr Körper kam zunehmend wieder unter ihre Kontrolle. Als ihr Geist ebenfalls wieder zu sich fand wurde ihr das Ausmaß der Katastrophe jedoch nur all zu schnell bewusst.

      Ein schrei von blanken entsetzen entwisch der lieblichen Kehle als ihre Augen einen fremden Mann, statt dem stolzen Tier erblickten. Da an seinen Arm noch immer eine schreckliche Wunde klaffte, war er unverkennbar der Wolf von gerade eben gewesen. "Oh.... oh nein! ...Habe ich-" geistesabwesend legte sie ihren Umhang ab um ihn den Fremden zu geben damit dieser sich verhüllen konnte. Natürlich, Tiere trugen keine Kleidung. Wenn man sie in Menschen verwandelte hatten sie natürlich auch keine. Aber.... vielleicht war dieser Umstand tatsächlich ihr Glück. Sollte sie sich such etwas entkleiden würden die Jäger sie sicher für ein Liebespaar halten was romantische Abenteuer im Wald suchte. So oder so, als Mensch brauchte der Wolf die Jäger nicht fürchten. Die Frage war nur.... wie man das wieder rückgängig machen konnte..?


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    • Mit nervös zuckenden Ohren verfolgte der Wolf jede ihrer Bewegungen und kaum, dass sie sich wieder erhob, spannte sich sein Körper an. Bereit wegzulaufen oder anzugreifen, falls ihm etwas nicht gefiel. Nicht dass er in der Lage war eines von Beiden zu tun, doch gegen seine Instinkte kam das Tier nicht an, ganz egal ob es festhing oder nicht. Aber noch immer bewegte sich das Wesen so langsam und bedacht, dass sich der junge Wolf nicht bedroht fühlte und ihr nur mit schiefgelegtem Kopf dabei zusehen konnte, wie sie sich entfernte. Die Zweibeinerin war allerdings nicht verschwunden, auch wenn er sie zwischen all den Bäumen und Sträuchern nicht mehr sehen konnte. Noch immer konnte er sie hören, wie sie sich durch das taufeuchte Unterholz arbeitete, so als würde sie etwas suchen. Warum sie das tun sollte, war ihm allerdings ein Rätsel.
      Das Raubtier war schon drauf und dran erneut an dem Ding herumzukauen, das sein Bein noch immer umklammerte, da vernahm es erneut die knackenden Geräusche von jemandem der sich durch Dickicht arbeitete und es hob den Kopf. Wie konnten diese Wesen nur jedes Mal so viel Lärm machen, wenn sie durch den Wald liefen? Fragte sich der Wolf, als er das Weibchen wieder auf sich zukommen sah.
      Viele der Laute, welche seine Beute und andere Tiere von sich gaben, waren nachvollziehbar und konnten durchaus Sinn ergeben, doch nicht so bei Zweibeinern. Jedes Mal, wenn sie miteinander kommunizierten, klangen die Geräusche aus ihrem Mund nach nichts, das der Wolf auch nur irgendetwas zuordnen konnte. So auch jetzt wieder, wobei es ihm so vorkam, als würde sie mit ihm sprechen. Blinzelt blickte er bewegungslos zu ihr auf und konnte sich nur fragen was dieser Zweibeiner von ihm wollte. Das so ziemlich einzige, das er dabei aufschnappte war ihr Tonfall. Irgendetwas daran schien ihn zu beruhigen, ihm verständlich zu machen, dass ihm nicht geschehen würde. Doch der friedliche Moment des Verständnisses zwischen den beiden war schnell gebrochen, als sie sich zu ihm nach unten beugte. Zuerst beobachtete sie der Wolf nur weiterhin, doch kaum, dass sie den gefunden Ast zwischen die Zähne der Falle einführte, zuckte er zusammen. Der pochende, dumpfe Schmerz, an den er sich schon beinahe gewöhnt hatte, flammte erneut auf und wäre er zu Beginn ihrer Begegnung nicht schon so weit zurückgewichen, dann hätte er wohl versucht sich loszureißen. Aber so er saß nun einmal fest und so konnte er nichts tun als wimmernd an Ort und Stelle zu verharren. Sein erster Reflex war gewesen seine Zähne zu zeigen und nach ihr zu schnappen, doch nach den anfänglichen Schmerzen, wurde der Druck auf seinem Bein plötzlich weniger und er konnte sehen wie sich die Kiefer des Dings ein Stück öffneten. Sie versuchte ihm zu helfen! Der Wolf war schon drauf und dran aufzuspringen, aber so schnell wie die Erleichterung kam eine noch viel schlimmere Qual als sich die Falle erneut schloss und in die malträtierte Wunde biss. Ein ersticktes Knurren drang aus seiner Kehle und am liebsten hätte er seine Fänge in etwas geschlagen, wenn doch bloß nicht das einzig mögliche Ziel das Wesen wäre, das ihm versuchte zu helfen. Hilfe hin oder her, der Wolf war drauf und dran sich reflexartig in die Quelle seiner neuen Pein zu verbeißen, sei es der Stock, oder ihr Fuß, das war egal solange es ihn nur davor bewahrte, immer weiter verletzt zu werden. Sie schien gar nicht bemerken, wie er sich schon mit einem Grollen aufzurichten versuchte und er hätte wohl versucht sich einfach auf sie zu stürzen, wenn nicht in genau diesem Moment ein blecherner Klang durch den stillen Wald gehallt hätte. Erschrocken hielt der Wolf inne, waren seine Verfolger etwas schon hier?!

      Sein kurzes Zögern war alles was genügte, um seiner Helferin genügend Zeit zu verschaffen. Völlig überrascht blickte das Tier nach unten, ehe es so schnell es nur konnte sein Bein aus der geöffneten Falle zog. Vor Erleichterung waren sogar für einen Moment die Schmerzen vergessen, was jedoch nicht lange anhielt. Kaum dass der Wolf mit dem verletzten Bein auftreten wollte, knickte er auch schon ein und das vertraute Stechen durchzog seinen Fuß. Mit einem Jaulen brach er ein und versuchte vergeblich sich aufzurichten. Zu lange hatte er hier gelegen und zu lange schon tränkte sein Blut den moosbewachsenen Waldboden. Ein Wolf mochte sich selbst mit einem verletzten Bein noch fortbewegen können, doch in diesem Fall war er zu geschwächt, um noch viel Kampfgeist aufbringen zu können.
      Panisch drehte er seinen Kopf in alle Richtungen, seine Retterin schon wieder völlig vergessen. Die Jäger kamen immer näher, er konnte sie hören, aber er schaffte es in seinem Zustand nicht mehr als ein paar gehumpelte Tapser vorwärts, ehe er auch schon wieder im feuchten Gras lag. Das war es dann also? Erschöpft atmete er aus, als er die Stimme der Zweibeinerin vernahm. Es kostete ihn einiges an Anstrengung sich zu ihr umzudrehen, ehe er einen Blick auf sie werfen konnte. Erschrocken riss der Wolf die Augen auf. Grelles, blendendes Weiß raste auf ihn zu, nahm ihm die Sicht und blendete ihn, als ob er direkt in den gleißenden Ball am Himmel starren würde. Das Licht erfasste ihn, drang in ihn ein und riss alles mit sich. Seine Erschöpfung, die Schmerzen und sogar jeder seiner Gedanken wurden fortgespült, und ein krampfhaftes Zucken erfasste den Körper des Tieres, das davon schon nichts mehr mitbekam, als gnädige Schwärze über sein Bewusstsein hereinbrach.

      Langsam, ganz langsam als würde er aus einem Winterschlaf erwachen, kehrte das Bewusstsein in ihn zurück. Es war dunkel, alles fühlte sich an wie in weiches Moos gepackt. Sogar der Wald um ihn herum war wie verstummt... Nein, er war nur leise, geradezu dumpf, als ob er in einen Fluss gestürzt war und noch immer unter Wasser trieb. Sogar der Boden unter ihm fühlte sich falsch an. Irgendwie kühler und feuchter, und er roch ganz anders. Oder besser gesagt, er roch nach weniger. Der ganze Wald erschien irgendwie... weniger als der Wolf schnuppernd die Luft einzog. Die Erde und Pflanzen, auf denen seine Schnauze zu liegen schien, waren fast alles was er eindeutig erkennen konnte. Das und ein anderer bekannter Geruch, der unverwechselbar war. Vierbeiner. Genauer gesagt die Vierbeiner seiner Verfolger. Deren intensiven Geruch konnte er meilenweit riechen, wie war ihm das bis jetzt nicht aufgefallen? Das Herz schlug ihm bis zum Hals als Stück für Stück seine Sinne zurückkehrten. Noch immer war alles wie verwaschen, aber nun konnte er sogar die Stimmen von Zweibeinern vernehmen. Auch wenn noch immer alles völlig falsch wirkte, war er sich ganz sicher, dass die Wesen direkt in der Nähe sein müssten. Panisch wollte der Wolf aufspringen und sofort im Dickicht verschwinden, doch sein Körper wollte ihm nicht gehorchen. Nur langsam schaffte er es überhaupt seine Augen zu öffnen. Es war noch finsterer als zuvor, dabei hatte sich die Nacht doch schon dem Ende zugeneigt. Aber dennoch schien das Dämmerlicht so dunkel wie noch nie, wo er es doch gewohnt war, gerade jetzt am besten sehen zu können und es dauerte ein paar Momente, bis nicht mehr alles nur verschwommene Schemen waren. Das erste was er erblickte ließ ihn zusammenzucken. Es war vielleicht düster, aber dass nur ein paar Längen vor seinem Kopf die Füße eines der Reittiere zu sehen waren, dass erkannte er sofort. Instinktiv und ohne darüber nachzudenken, dass er sich in Gefahr befand, zeigte er die Zähne und ein Knurren entwich seiner trockenen Kehle. Oder zumindest hatte er das erwartet. Das was traurige Geräusch, das ihm da entwich, war vieles, aber sicher nichts was ein stolzer Wolf von sich geben wollte. Das musste seinem Zustand geschuldet sein, wobei er noch immer nicht verstanden hatte was geschehen war, oder warum er noch lebte. Noch nicht einmal das Pferd schien von seinem Einschüchterungsversuch beeindruckt zu sein... Pferd? Was ist ein Pferd? Dachte der Wolf bei sich, der in diesem Moment noch nicht einmal merkte, dass er noch nie ein derartiges Selbstgespräch in seinem Kopf geführt hatte. Doch die Frage schien sich mit einem Mal selbst zu erledigen. Das Tier da vor ihm war ein Pferd, was denn auch sonst? Es erschien ihm plötzlich wie das Logischste der Welt, dass die Vierbeiner so genannt wurden, auch wenn er zuvor noch nie davon gehört hatte.
    • Neu

      Noch immer verblieb das junge Fräulein regungslos. Der Schock über das Geschehene, nein, ihre Tat hatte ihren Körper und ihren Geist fest im Griff. Auch wenn es nur unterbewusst und mit besten Absichten war, sie hatte das arme Tier verhext. Nicht nur sie selbst, auch das Tier schien sich der Situation und deren Folgen nicht bewusst. Niemand schien zu begreifen was in den letzten Sekunden der Nacht, im Angliz der Morgendämmerung geschehen war. Viel Zeit um das Geschehene zu verarbeiten blieb nicht. Es verstrichen kaum drei Minuten da bekam das ungleiche Pärchen Gesellschaft. Es waren sieben stolze Jäger auf ihren ebenso prächtigen Rössern, einige eifrige Jagdhunde und zwei oder drei arme Laufbruschen. Sie ritten in einer Dreiecksformation. An der Spitze war der Sohn des Landgrafen, welcher die Gegend hier verwaltete. Die Blonde hatte diesen Mann schon das ein oder andere Male im Dorf gesehen als er den Rockzipfeln der schönen Mädchen nachjagdte. Wahrscheinlich eifriger und erfolgreicher als bei der Jagd auf Tiere. Zu ihrem Glück war sie diesen Mann trotz des roten Umhangs nie aufgefallen oder gar im Gedächtnis geblieben. Ein stilles Mädchen was seiner Schöhnheit nicht einmal selbst wirklich bewusst war konnte das oberflächliche Auge auch nur leicht übersehen. Auch jetzt lagen aller Augen mehr auf den verwirrten Mann vor den Reittieren als an der schwer atmenden Jungfer. Von Schweiß getränkt und noch immer ihrer Lebenskräfte beraubt, fühlte es sich wie eine Qual an sich aufzurichten. Der Schwindel ließ sie mit jedem Schritt leicht hin und her schwenken. Wortlos und gar liebevoll legte sie den Wolf- ....smenschen, genau das traf es wohl recht gut - dem Wolfsmenschen ihren Umhang über die Schultern. Vielleicht wirkten sie wie ein Liebespaar, vielleicht wie zwei ruhelose Seelen welche die Nacht durch geprellt hatten. So oder so war die Jagdgesellschaft viel zu verwundert um die ersten Worte an sie zu richten. Nur die Hunde ließen sich nicht beirren. Trotz Zauber und schönen Schein waren die Sinne von Tieren noch immer gerschärft genung die Wahrheit zu erkennen. Ob in menschlicher Gestalt oder nicht, roch er wohl noch immer nach Wolf. Da es sich um einen Adelssohn handelte, der vor ihr auf den edelen Pferde thronte, machte das Mädchen den von ihm verlangten Knicks. Dann aber wandte sie sich wieder ihren Schützling zu. "Komm." flüsterte sie leise. Zunächst traute sie sich kaum das Wesen anzufassen, wer wusste schon wie es reagieren würde, Fakt war aber dass die zwei nicht in mitten des Weges verweilen konnten. Als schlang sie sich unter die Arme des Wolfsmenschens um ihn zu stützen und wenigstens an den Wegesrand zu gehen. "Meine Herren..." verabschiedete sie sich noch einmal und senkte demütig das Blonde Haupt. Die Männer schienen noch immer nicht ganz im Klaren was sie nun tun oder sagen sollten. Verwundert tauschten sie ihre Blicke aus. Dann aber gab einer der Jagdgemeinschaft seinen Pferd die Sporen und die gesamte Meute trat ihren Weg durch den Wald weiter an. Als sie sich etwas entfernt hatten, sank die Junghexe erschöpft nieder. Ihr müder Blick betrachtete das verwirrte Wesen neben ihr eine ganze Weile. Nichts mehr erinnerte so recht an ein Tier. Einzig allein das lange, sehr zerzauste Haar mit den vielen kleinen Anhängseln des Waldes, Stöckchen, Hornen, Disteln und mehr erinerten an das Fell des Wolfes. Wobei... nein ...nicht ganz, seine Augen schienen noch immer die eines wilden Jägers. Sonst sah er jedoch ganz und gar aus wie ein groß geratener Mann. Bis auf die Wunde an seinen Arm, die vorher sein Vorderbein gewesen war und den Schock schien ihm auch nichts zu fehlen. Welch ein Glück! Dennoch, die Wunde war tief und dreckig. Sie musste sicher schleunigst behandelt werden. Vorsichtig sah sie sich nach anderer Gesellschaft um, als das junge Fräulein sich sicher war mit ihrer Bekanntschaft allein zu sein atmete sie tief aus. "Verzeih mir, ich wollte dich nicht in einen Menschen verwandeln." Genau genommen wollte sie nichts in niemanden verwandeln. Über sich selbst frustiert fuhr sie sich durch die goldblonden Haare. "Ich weiß auch nicht was in mich gefahren ist. Normalerweise verabscheue und meide ich die Magie das ist- .... ist- ..." Wimmernd brach sie ihren Satz ab. Tränen quollen in den großen blauen Augen hervo und brachten sie dazu ihr gesamtes Anliz hinter ihren Händen zu verbergen.


      “If you were happy every day of your life, you wouldn’t be a human. You’d be a game show host.”