Reincarnated as Duchess of Athlea [Elize x Nash]

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    • Reincarnated as Duchess of Athlea [Elize x Nash]


      Quelle

      “Isn’t that how falling in love so often works? Some stranger appears out of nowhere and becomes a fixed star in your universe.”
      ― Kate Bolick





      ❛ ━━━━━━・❪ ❁ ❫ ・━━━━━━ ❜
      Genre: Romanze, Drama, Isekai
      Rollen: Alvyn - @Elize
      Diantha - @Nash
      Vorstellung
      ❛ ━━━━━━・❪ ❁ ❫ ・━━━━━━ ❜


      X hat schon immer gern manhwas gelesen und hat sich öfters vorgestellt, wie es wohl wäre selbst in solch einer Geschichte zu leben. Ihr Wunsch wurde eines Tages erfüllt, als sie plötzlich in einem unbekannten Bett aufwacht. Schnell stellt sich heraus, dass sie in eins der manhwas aufgeweckt war, die sie gelesen hatte. Da die Kapitel jedoch immer so langsam veröffentlicht wurden, konnte sie sich nicht mehr an alles erinnern. Doch wichtige Informationen hat sie beibehalten. Sie war in die Rolle einer Mutter eines Kindes, welches sie über die Jahre hinweg vernachlässigt hat, geschlüpft. Nun kümmern sich nur die Bedienstete um das Kind. Ihre Beziehung zu ihrem Mann Alvyn war von Anfang an kalt gewesen, da es sich um eine einseitige Liebe und politische Heirat handelte.
      X tut alles daran die Zukunft des Kindes und Ehemanns Alvyn zu retten, die beide Bösewichte werden und den Tod durch den Liebhaber der Protagonistin der Geschichte finden werden. Wäre dies keine schon so schwierige Aufgabe gewesen, scheinen Missverständnisse und Intrige die Dame zu folgen und etwas scheint an der Protagonistin faul zu sein.



      D I A N T H A
      Die Sicht war verschwommen und kaum erkennbare Punkte tänzelten über das Blickfelde des braunhaarigen Mädchen. Ihr Atem fiel schwer, ihr Kopf schien leer gefegt zu sein, und dennoch fühlte es sich an als würde Wattebäuschen ihren Haupt von Innen ausfüllen, und ihre Körperteile scheint sie kaum wahrnehmen zu können. Es war ein eigenartiges Gefühl. So eigenartig, dass sie nicht wusste, wie sie es genau beschreiben sollte. Sie wusste, dass ihre Körperteile noch an ihrem Körper angebracht waren, doch andererseits fühlte es sich so an, als gehörten sie nicht zu ihr. Wie lange sie hier wohl schon lag? Ein paar Tage? Nein, sie lag in diesem Bett schon seit Monaten. Man würde meinen, ihre Verbesserung schien in Reichweite zu sein, doch ihr Körper versagte immer wieder aufs Neue. Sie hatte es satt. Satt auf diesem weißen Bett zu liegen, die ebenso weiße Decke tagtäglich anzustarren und die weiße Wand im Blickfeld wahrzunehmen. Sie hatte die Farbe Weiß langsam satt. Die letzten richtige Farben, an die sie noch erinnern konnte, waren die Farben, die im manhwa, die sie zuletzt gelesen hatte, präsentiert waren. Kraftvolle Farben, wunderschöne geschwungene Linien und ebenso wunderschöne Gesichter. Die an das Bett gefesselte Person hat Trost in den Kapiteln gefunden, die jedoch viel zu langsam veröffentlicht wurden. Sie würde also nie wirklich das Ende lesen können. Um nicht ganz ahnungslos dem Tod entgegen zu stehen, hatte sie sich spoilern lassen und das was sie gelesen hatte, hatte ihr auf keiner Weise gefallen. Es hat ihr unzählige Tränen in die Augen getrieben und ihr Herz in tausende Splittern hinterlassen. Ihre Lieblingscharaktere sollten sterben. Sie kannte die Details nicht, doch den groben Ablauf wie es zu deren Tod kommen war. Doch zu lesen, dass ihr Lieblingscharakter Cassian sterben wird, und das durch die Hand seines guten Freundes, hatte die Patienten fast den Tod näher gebracht. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sie sich nicht davon erholen können. Also lenkte sie sich ab, indem sie die Kapitel las, die sie schon vor einiger Zeit gelesen hatte. Doch auch wenn sie sich in der Geschichte verlor und die hübsche Gesichter sie ablenkten, war ihr die lauernde Gestalt des Todes, die über sie beugte, bewusst. Und aufs Neue fragte sie sich, wann ihre Zeit wohl kommen würde. Ob sie wirklich sterben wollte? Nein. Sie hatte zu wenig von der Welt sehen können, zu wenige falsche Entscheidungen treffen können oder das zu tun, worauf sie Lust hatte. Sie würde ihr Leben nicht als sonderlich glücklich bezeichnen, doch sie gab sich mit dem zufrieden, was sie hatte. Außerdem tat sie ihr Bestes etwas besseres zu erreichen. Dass die höhere Macht ihr ein Strich durch die Rechnung machte, gefiel ihr keineswegs. Doch was sollte sie schon anstellen?
      Es war dunkel im Zimmer. Auch wenn sie die Farbe der Decke nicht klar erkennen konnte, wusste sie, dass die Decke immer noch weiß war. Doch damit wollte sie sich nicht beschäftigen. Sie spürte es. Spürte, wie die Zeit gekommen war. Es war Zeit der Welt Lebewohl zu sagen. Und obwohl sie sich auf den Abschied vorbereitet war, war sie nicht bereit zu gehen. Und so machte sie sich einen Wunsch, während ihr Körper schwerer und schwerer wurde und sie spürte, wie sie in einem endlosen Schlaf gezogen wird. Der Wunsch nach einem zweiten Leben, ein Leben, in dem sie eine Rolle hat und die wunderschöne Männer sehen kann.

      Sie riss ihre Augen auf und sog scharf die Luft ein. Zu viel Luft strömte in sie hinein und sie fing an wie wild zu husten. Nachdem ihr Hustenanfall sich gelegt hatte, fand sie sich in der seitlichen Seitenlage wieder, wo sie sich auf ihren rechten Unterarm gestützt hat und ihre langen schwarze Haare nach vorne fielen. Doch diese ließ sie außer Acht, da ihre Kehle sich anfühlte, als hätte sie Feuer gefangen. Es schmerzte unglaublich, auch als sie versuchte ein Ton von sich zu geben. Was war geschehen? Nachdem ihr ihr körperlicher Zustand bewusst wurde, nahm sie die schwarzen Haare wahr. Erschrocken griff sie danach. Sie konnte sich nicht erinnern ihre Haare schwarz gefärbt zu haben. Nein, sie war doch im Krankenhaus gewesen. Erschrocken setzte sie sich aufrecht hin. Erst in diesem Moment sah sie sich ihre Umgebung an. Sie befand sich in einem sehr luxuriösen Zimmer, mit sämtlichen Möbelstücke und ihre helle Hände lag auf ihren Schoß. Wo war sie? Ihren Körper konnte sie frei bewegen und die unerträgliche Müdigkeit suchte sie nicht mehr Heim. „Was zum Teufel?“, fragte sie sich und entschied sich aufzustehen. Nachdem sie ihre Beine über die Bettkante geschwungen hatte, war sie am Überlegen, ob sie das Aufstehen riskieren sollte. Wie lange war es her, dass sie zuletzt laufen konnte? Mit zusammen gezogenen Augenbrauen sammelte sie ihren Mut zusammen und stand auf. Überrascht gab sie einen kleinen, undefinierten Laut von sich. Sie stand. Sie stand auf ihre zwei Füße. Ihr kamen fast die Tränen in die Augen. Doch etwas im Augenwinkel lenkte sie an. „Was?“, schrie sie beinahe, als sie sich im Spiegel sah. Da sie das Gehen nicht verlernt hatte, kam sie ungehindert an den Spiegel an. Mit entsetzten Gesichtsausdruck starrte sie sich im Spiegel an, während sie den Spiegel mit festen Griff hielt. Das war nicht ihr Gesicht? Sie besaß keine schwarze seidige Haare oder glasklare graue Augen. Erst recht nicht diese große Oberweite und makellose Haut. Je länger sie sich in den Spiegel anschaute, desto schneller dämmerte es ihr. Halt, ich kenne das Aussehen doch irgendwo her, dachte sie sich und drehte sich einmal im Kreis um. Als sie ihr Aussehen wieder genau betrachtete, fiel es ihr dann schließlich ein. Diantha. Diantha Althea. So sah die Mutter von Cassian aus, die nur eine Nebenrolle in der Geschichte spielte und früh starb. Woran starb? Sie konnte sich nicht erinnern. Doch obwohl sie ganz wie Diantha aussah, konnte sie der ganzen Situation nicht ganz glauben. Wenn sie Diantha womöglich war, dann müsste ihr Sohn und Mann sich in diesem Anwesen befinden, nicht? War dies nur ein Traum? Ihr letzter Traum, ehe sie ins Nichts verschwinden wird? Mit stark pochendem Herz, rannte sie aus dem Zimmer. Der Gang war leer und die Sonnenstrahlen drangen durch die großen Fenster hindurch. Langsam wurde ihr Atem schnell. Etliche Gedankenstränge flossen an ihr vorbei, doch sie konnte an keinen von ihnen greifen. Das einzige, was sie sich in den Kopf gesetzt hatte, war das Auffinden von Dianthas Sohn und Ehemann.


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    • Großherzog Alvyn Athlea



      Träge sammelte sich ein Regentropfen nach dem anderen an der Glasscheibe, welche den Blick auf den Innenhof des großzügigen Herrenhauses bot.
      Den ganzen Tag schon hatte der graue Himmel verkündet, dass es bald zu regnen beginnen würde, doch dass es genau jetzt damit anfing, erschien Alvyn wie ein grotesker Scherz, als würde eine höhere Macht seine derzeitige Laune verspotten wollen.
      Wiederwillens wand er sich von der Aussicht ab zu und richtete seinen Blick auf die drei Berater des Hauses Athlea, welche ihn allesamt, erwartungsvoll ansahen.
      „Ich weiß, ihr alle habt meinem Vater zu seiner Zeit gut gedient und sein vollstes Vertrauen genossen. Aber verratet mir bitte, warum im Namen von allem was heilig ist, ich diese wildfremde Frau heiraten sollte?“
      Ein räuspern ging durch die Runde „Nun, mein Herr, ihr wisst, dass die meisten Adelshäuser ihre Töchter nur ungerne in das Hause Athlea einheiraten lassen-„
      „Wegen dieses lächerlichen Familienfluches der seit fünf Generationen nicht mehr zum Vorschein kam?“ Auf Alvyns Unterbrechung hin breitete sich betretenes Schweigen aus. Unausgesprochenes laut auszusprechen hatte ihn in solchen Besprechungen nie sonderlich beliebt gemacht.
      „Nun… Ja. Aufgrund des Fluches.“ Einer der älteren Männer fuhr sich verlegen über den Bart. „Deswegen ist es ja gerade so ungewöhnlich und günstig für euch, dass sie völlig freiwillig darauf besteht. Zudem kommt es eurer derzeitigen Position durchaus gelegen. Ein Erbe stärkt das Haus.“ Skeptisch verschränkte der Junge Herzog die Arme vor der Brust „Was ihr meint ist wohl eher: Ein Erbe ist praktisch für das Haus, sollte mir dasselbe widerfahren wie meinen Eltern?“ Da tat er es schon wieder. Ein resignierter Seufzer entkam seinem Gegenüber. „Ja, das auch. Aber so jung wie ihr seid, müsst ihr das Haus so früh wie möglich stärken, bevor eure Opposition auf die Idee käme, Athlea wäre geschwächt.“
      Nun war es an Alvyn zu seufzen. Er wusste natürlich, dass sie allesamt recht hatten, und es tatsächlich für das Beste des Hauses war. Dennoch sträubte er sich innerlich gegen diese Entscheidung.
      „Meinetwegen.“ Gab er nach einigem Überlegen endlich auf. „Organisiert diese Vermählung.“ Wies er an, bevor er den stickigen Raum ohne weitere Worte verließ.
      Zügen Schrittes machte er sich in Richtung seines Arbeitszimmers, in welchem er, seit er mit jungen 18 zum Oberhaupt der Familie ernannt wurde, die meiste Zeit verbracht hatte.
      Auf seinem Weg durch das Herrenhaus kam er an dem Familienportrait, welches Kunstvoll vor der Eingangshalle hing vorbei. Sein Blick blieb an dem Gesicht seiner Mutter hängen auch wenn der Maler überaus gute Arbeit geleistet hatte, hatte er es nicht vermocht, die weichen Gesichtszüge der ehemaligen Großherzogin wahrheitsgetreu wiederzugeben.
      Die wenigsten Adeligen heirateten aus Liebe, sondern aus reinem Pflichtbewusstsein.
      Seine Mutter hatte sich nie für den Familienfluch interessiert und seinen Vater aus Liebe geheiratet. Alvyn hatte stehst gehofft, dass ihm eines Tages dasselbe Glück widerfahren würde.
      Doch nach dem heutigen Tag blieb ihm nichts anderes übrig, als der bitteren Realität entgegenzublicken…




      ~ 14 Jahre später ~




      Die Nacht war totenstill. Lediglich das gleichmäßige Kratzen der Feder auf dem Pergament war in dem vage von Kerzenlicht erleuchtetem Raum zu hören.
      Es war nicht das erste Mal, dass Alvyn sich bis spät in die Nacht seiner Arbeit widmete. Es gab einfach zu viel zu tun. Die Ländereien im Norden klagten über zunehmende Wolfsrudel, welche das Vieh vermehrt rissen. Die Handelsstraßen im Süden wurden gehäuft überfallen.
      Die umliegenden Dörfer beklagten sich über den Mangel an Waren.
      Es war ein ewiger Teufelskreis. Kaum hatte Alvyn sich um eines der Probleme gekümmert tauchte ein weiteres auf.
      Ein leises klopfen zerriss die Ruhe.
      „Mein Herr, Ihr seid immer noch wach?“ eine flackernde Kerze in der Hand halten, lugte ein älterer Herr in das Zimmer. Illbert, einer der ältesten Bediensteten des Hauses, welcher noch seinem Vater gedient hatte und auch für Alvyn stehts ein treuer Berater war.
      „Ich bin bald fertig.“ Versprach der jüngere Mann und tunkte seine Feder in das Tintengefäß.
      "Das sagt ihr jedes Mal. Auch wenn ihr danach noch für Stunden weiter arbeitet.“ Seufzte Illbert mit einem Stirnrunzelt. „Ab und an solltet ihr euch auch mal anderen Dingen als der Arbeit widmen. Unsere Gäste haben euch heute beim Abendempfang vermisst.“
      Alvin ließ seine Feder kurz sinken und hob skeptisch eine Augenbraue.
      „Diantha hat sich doch hervorragend um unsere Gäste gekümmert.“
      Den tadelnden Blick, der ihm daraufhin zugeworfen wurde, hatte er schon oft genug gesehen. „Ihr solltet euch wirklich mehr Mühe geben ab und an mal gemeinsam mit ihr in Erscheinung zu treten. Immerhin ist sie die Mutter eures Sohnes.“
      Ein verächtliches schnauben entkam dem Herzog. „Ich glaube diese Mitteilung ist ihr entgangen. Zumindest verhält sie sich in keinster Weise als solche. Alles was sie interessiert ist das Vermögen des Hauses und wie man damit möglichst kostspielig umgehen kann.“
      Bevor darauf eine Antwort Folgen konnte, wurde die Stille zum zweiten Mal in dieser Nacht durch ein schrilles „Was?“ durchbrochen. Die beiden Männer wechselten einen Blick miteinander.
      „War das-?“
      „Lady Diantha?“
      Beide eilten sofort in den Flur, in welchem sie wenig später schon mit der Quelle der Unruhe zusammenstießen.
      Bevor die zierliche Frau durch den Zusammenstoß zu Boden fallen konnte, gelang es Alvyn noch rechtzeitig sie am Arm zu packen und wiederaufzurichten.
      „Was um Himmels Willen hat dich den gebissen?“ fragte er irritiert
    • D I A N T H A

      Sie wusste nicht einmal wohin sie gehen sollte. Die Umgebung war ihr fremd, sowie die Skulpturen oder Gemälden, an denen sie vorbei eilte. Doch Zeit hatte sie nicht diese sich anzuschauen und zu bestaunen, denn in ihrem Kopf wiederholte sie wieder und wieder Cassian und Alvyns Namen. Einerseits verspürte sie Angst und andererseits Aufregung. Angst davor, dass es nur ein Traum war, der sich in den nächsten Sekunden auflösen wird, Aufregung, weil sie die Charaktere begegnen wird, hinter die sie hergeschmachtet hat. Die gezeichneten Bilder von ihnen hatte sie so sehr in den Bann gezogen, dass sie manchmal wenige Minuten damit verbrachte diese eingehend zu studieren und sich vorzustellen, wie es wohl wäre ihr Liebhaber zu sein. Und dass sie nun Diantha war, hatte sie die Möglichkeit ihre Lieblingsfiguren zu treffen. Was sie tun wird und was mit ihr geschehen wird, wenn sie Alvyn oder Cassian treffen wird, war ihr nicht in den Sinn gekommen. Sie hatte sich das nicht gestellt, soweit war sie mit ihren Gedankengang nicht gekommen, vor Aufregung Alvyn und Cassian lebendig vor sie sehen zu können.
      Da sie beim Rennen sich viel mehr Gedanken darum gemacht hatte, wo sie die anderen treffen könnte, hatte sie nicht auf ihre unmittelbaren Umgebung geachtet und ehe sie versah, stieß sie vor Überraschung gegen jemanden. „Oh entschul-“, unterbrach sie sich, als eine Stimme zu ihr sprach. Ihr Blick nach oben wandernd, nahm sie die kleinsten Detail wahr, die ihre Augen erfassen konnte. Die Statur, die allbekannte Kleidung, die roten Haare und ebenso rote Augen. Erschrocken riss sie ihre Augen auf und hielt sich die Hände vor den Mund. Den Schmerz in ihrer Kehle vergaß sie beinahe. „Oh mein Gott, bist das du Alvyn?“, flüsterte sie ehrfürchtig und starrte ihn mit geweiteten Augen an. Er war es! Er war es tatsächlich. Der Griff um sie fühlte sich viel zu real an, als das man hätte als Traum interpretieren können. „Du bist einfach real“, flüsterte sie und fasste ihn an die Schulter an. Seine Frage hatte sie komplett überhört und befand sich in ihrer eigenen Welt. Der weiche und doch robuste Stoff unter ihrer Berührung fühlte sich zu real an, sowie das Heben der Brust des Mannes vor ihr. Vorsichtig klopfte sie mit ihren Händen seine Arme entlang, ohne dabei dass ihre Augen sich ihrer originalen Größe wieder
      annahmen. Doch es kam ihr zu real vor, dass sie schon an ihre Sinne zweifelte. Ernst sah sie dann den Mann an und und nahm das Gesicht in ihre Hände. Warm. Sie spürte seine Wärme und zarte Haut. Beim genaueren Hinsehen, erkannte sie die leichten Augenringen. „Du schläfst nicht genug“, stellte sie mehr für sich fest. Diantha schluckte schwer und hielt sich kurz den Hals. „Illbert“, sagte sie dann ebenso überrascht, bevor sich jemand melden konnte. „Ja, meine Herrin?“ Er war es tatsächlich. „Warte“, zeigte sie dann auf Alvyn, um ihn dabei zu hindern sich zu melden. „Warte, warte, warte. Cassian. Wo ist Cassian“, fragte sie ihn leise und rasch zugleich, wissend dass es schlauer war ihre leicht heisere Stimme zu schonen. Auch wenn sie bisher nur wenige Wörte von sich gegeben hatte, war sie ein wenig überfordert mit der Situation. Sie wollte alles erkunden, doch ihr Gehirn brauchte Zeit all dies zu verarbeiten.
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    • Alvyn Athlea


      Von all den erdenklichen Antworten, welche Diantha ihm auf seine Frage hätte geben können, war dies eine sehr... unerwartete Reaktion.
      Irritiert hob Alvyn eine Augenbraue. "Nach 14 Jahren der Ehe hätte ich schon erwartet, dass du dir zumindest meinen Namen merkst." Erwiederte er trocken, doch die Frau in seinen Armen schien ihn garnicht richtig gehört zu haben und begann ihn... abzutasten?
      "Und was soll das jetzt werden?" Ratlos blickte er zu Illbert, welcher jedoch nur genauso überfordert wie er zu sein schien und bloß mit den Schultern zuckte.
      Er und Diantha waren nie wirklich auf derselben Wellenlänge gewesen, doch zumindest hatte das was sie tat irgendwie nocht Sinn gemacht. Doch jetzt?
      Als sie schließlich dazu kam seine Augenringe zu kommentieren, kam er nicht drum rum, seinem treuen Bediensteten einen bösen Blick zuzuwerfen, welcher sein leises Lachen hinter einem Räuspern zu verstecken versuchte. "Bitte nicht jetzt, Illbert."
      Vorsichtig pflückte er die Hände seiner, scheinbar verrückt gewordenen, Frau von seinem Gesicht, als diese sich bereits ebenfalls Illbert zuwandte, ihn selbst kurz darauf zum warten auffordert und ohne ersichtlichen Grund nach Cassian fragte.
      "Cassian schläft, so wie jeder normale Mensch es zu dieser Stunde tun sollte."
      Es vergingen zu oft mehrere aufeinanderfolgende Tage, ohne dass sie sich im geringsten für ihren Sohn interessierte, und plötzlich wollte sie ihn mitten in der Nacht sehen? Was war bloß los mit ihr?
      Hatte sie Fieber? Probeweise legte er seine Hand auf ihre Stirn. Nein, kein Fieber. Im Gegenteil, ihre Haut schien ungewöhnlich kühl zu sein...
      Skeptisch näherte er sich ihrem Gesicht und prüfte ihren Atem. Alkoholisiert war sie auch nicht.
      Was also war los?
      Ein Anfall von Hysterie? Falls sie sich am Morgen weiterhin so seltsahm benehmen würde, bliebe ihm nichts anderes übrig als einen Arzt her zu zitieren.
      Vorsichtig, als würde er sich einem tollwütigen Tier näheren, legte er langsam seine Hände auf ihre Schultern und schob sie vorsichtig wieder zurück in Richtung der Schlafgemächer. "Ich bin mir sicher , was immer du ihm so wichtiges zu sagen hast, kann auch bis morgen früh warten."
    • D I A N T H A
      Diantja verstand vieles nicht mehr. Sie verstand, dass sie nun lebendig hier im Flur stand, vor ihr einer ihrer Lieblingsfiguren steht und dass dieser atmete. Doch sie erinnerte sich doch ganz genau, wie sie gestorben war. Wie ihre Augen schwer wie Bleib wurden und in Zeitlupe sich schlossen. Wie ihr Körper mit jeder Sekunde schwerer wurde und das Bedürfnis sich zu wehren, immer mehr schwand. Schlussendlich schlief man ein, während man wusste, dass man danach nie wieder die Augen öffnete. Es jagte ihr beinahe eine Gänsehaut über ihren Rücken, welcher nur mit dünnem Stoff bedeckt war, als sie sich an das Gefühl erinnerte. Etwas, was sie ungern noch einmal erleben wollte. Doch Alvyns Worte rissen sie glücklicherweise aus ihren Gedanken. Er sagte ihr, dass Cassian schlafe. „Natürlich“, murmelte, ein wenig peinlich berührt, dass ihr das nicht schon eher eingefallen wäre. „Sicherlich lernt er immer noch sehr viel am Tag, da ist sein Schlaf sehr wichtig“, murmelte sie weiter vor sich hin , ohne wirklich dabei zu beachten, dass die Nahestehende sie womöglich hören konnte. Nun, sicherlich gehört haben, so still und ruhig wie der Flur war, wenn man kein Wort aussprach. Kein Wunder, dass Alvyn von seinem Zimmer aus sie schreien gehört hatte. Im Nachhinein war es ihr ein wenig peinlich ihre Stimme zu solch einer Lautstärke erhoben zu haben.
      Diantha riss sich abermals aus ihren Gedanken, als sie plötzlich die Hand von Dianthas - oder eher gesagt ihr - Mann auf ihre Stirn spürte. Diantha konnte es immer noch nicht fassen. Er stand vor ihr. Blut floss durch seine Adern, seine Brust hob sich bei jeder Atmung und seine Pupillen bewegten sich, während er sie musterte. Am liebsten würde Diantha Alvyns Hand in die ihre nehmen und diese nie loslassen, da es ihr zeigte, dass dies hier sich nicht um einen Traum handelte.
      Diantha sah zu Illbert zurück, als sie bemerkte, wie Alvyn sie wieder in die Richtung schon, von der sie aus vorhin gekommen war. Es war Nacht, daher wollte er womöglich zusehen, dass sie zurück ins Bett ging. „Bis später“, flüsterte sie leise zu ihm hin, während sie mit einem Lächeln ihm zuwinkte. Diantha erinnerte sich an ihn, auch wenn Illbert nur ein Extra war. Illbert hatte lange der Familie gedient und würde Alvyn sein Leben hinlegen, so loyal konnte man ihn einschätzen. Ein Charakter, den Alvyn auf alle Fälle bei sich behalten sollte. Sie drehte ihren Kopf wieder nach vorne. Ihr fiel wieder ein, was sie vorhin getan hatte. „Tut mir leid, wenn ich dich mit meinem Aufschrei gestört habe. Das war nicht meine Absicht“, entschuldigte sie sich bei Alvy, während sie ihren Kopf leicht zur Seite neigte und ihm einen Blick zuwarf. Von Nahem sah er besser aus, als in der Geschichte. Diantha hatte nicht gedacht, dass Alvyn besser aussehen konnte, als dass die Bilder im manhwas ihn gezeigt hatten.
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    • Alvyn Athlea

      Alvyn runzelte die Stirn. Er hatte Diantha noch nie ehrlich lächeln sehen. Selbstverständlich setze sie sich ab und an mal ein falsches Lächeln auf, wenn sie ihren Charme spielen ließ um an das zu kommen, was sie wollte oder aus hämischer Freude.
      Aber an ein ehrliches, wohlgemeintes Lächeln, wie jenes, dass sie Illbert zuwarf, konnte er sich nicht entsinnen. Genauso wenig daran, dass sie sich jemals für irgendetwas entschuldigt hatte.
      „Schon gut.“ Versicherte er ihr mit gedrückter Stimme. Sie erneut zu fragen, was in sie gefahren war, hatte vermutlich keinen Sinn, da sie mit aller Wahrscheinlichkeit nur noch mehr kryptische Antworten von sich geben würde.
      Außerdem merkte er nun doch wie die Müdigkeit an ihm zu nagen begann, sodass er ohnehin keine mentale Kapazität mehr dazu aufbringen konnte zu versuchen sich aus alldem einen Reim zu machen.
      Vielleicht hatte Illbert auch recht gehabt und er hatte sich nun völlig überarbeitet und er bildete sich all dies nur ein. War er derjenige der verrückt geworden war?
      Nein. Dafür konnte er noch viel zu klar denken, beschloss Alvyn. Es gab bestimmt einen Grund, den er am Morgen herausfinden würden.
      „So.“ Vor ihrem Schlafzimmer stehen geblieben, öffnete er ihr die Tür und wartete, bis sie eingetreten war.
      Prüfend warf er einen Blick auf ihr großes, mit Samtbezügen überzogenes Bett, welches im dunklen Zimmer thronte. War sie womöglich aus dem Bett gefallen und hatte sich den Kopf gestoßen? Ausgeschlossen war dies nicht.
      An den Türrahmen gelehnt wartete er noch, bis die dunkelhaarige Frau bis ans Bett getapst war, bevor er sich selbst zum Gehen abwand.
      „Jetzt geh bitte schlafen. Wir sprechen am Morgen darüber.“
    • D I A N T H A

      Es beruhigte Diantha zu einem gewissen Grad zu hören und zu sehen, dass er nicht offensichtlich auf sie sauer war. Sie wüsste nicht was sie getan hätte, wäre Alvyn ihr gegenüber missmutig und schlecht gelaunt gewesen. Auch wenn sie die Geschichte gelesen hatte und Alvyns Hintergrund und Art und Weise wie er aufgewachsen war und somit ungefähr einschätzen konnte wie er nunmal war, konnte sie seine Gedanken lesen, noch konnte sie sein Verhalten vorhersehen.
      Vor dem Zimmer angekommen, blieb er stehen und lehnte sich an den Türrahmen. Etwas verwirrt blickte sie ihn an. Wollte er denn nicht mit ins Zimmer kommen? Schließlich waren beide doch verheiratet, da war es normal, dass sie ein Bett teilten. Nun, Diantha und er, nicht sie, die fremde Seele in ihrem Körper. Als sie darüber nachdachte, fiel ihr ein Aspekt wieder ein, den gelesen hatte. Alvyn und Diantha mögen zwar verheiratet sein, dies aus politischen Gründen, doch sie schliefen nicht im gleichen Zimmer. Auch wenn Diantha Alvyn liebte - da war es fraglich wieso sie das nun genau tat - konnte man das nicht das gleiche von Alvyn behaupten. Diantha und Alvyn pflegten keine gesunde oder liebevolle Beziehung zueinander. Das war Diantha fast entfallen.
      Doch konnte sie diese Gelegenheit wirklich verstreichen lassen? Alleine ins Bett gehen, Augen zu schließen und damit zu riskieren, dass sie nie wieder ihre Augen öffnen wird. Am Ende war alles tatsächlich nur ein Traum, der mit dem Einschlafen sein Ende finden wird. Auch wenn sie Alvyn gesehen und angefasst hatte, war das für ein wahren Fan nicht genug. Auch wenn sie wusste, wie Alvyn Diantha gestimmt war, wollte sie ihr Glück versuchen. Diantha wusste, dass sie eine hübsche Dame war, das war nicht zu übersehen, also würde sie von dem Gebrauch machen, zumindest würde sie das versuchen. Sie hatte so etwas noch nie versucht, daher wusste sie nicht wie das aussehen mag, doch wenn sie sich nun nicht den Mut fasste, würde sie das bis in die Ewigkeit bereuen.
      Diantha atmete durch und griff vorsichtig nach dem Saum seines Oberteils. Vorsichtig sah sie zu ihm hoch und sah ihn ein wenig flehend an. Auch wenn sie die Schmerzen in ihrem Hals gerne loswerden wollte, war sie der Heiserkeit dankbar. „Kannst du bei mir bleiben?“, fragte sie ihn leise und zog ganz leicht die Augenbrauen zusammen. „Also ich meine…mir geht es nicht gut.“ Es entsprach zum Teil der Wahrheit. „Wenigstens bis ich eingeschlafen bin“, bat sie ihn und presste minimal die Lippen aufeinander. Innerlich betete die, dass er zustimmen würde. Diese Chance musste sie ergreifen. Wer wollte nicht mit seinem Lieblingscharakter in einem Bett landen. Natürlich schimmerte im Hintergrund in ihrem Kopf ein leises Verlangen, doch das ignorierte Diantha gekonnt. Das wäre zu absurd und unmöglich in dieser Situation umzusetzen. Ob sie pervers und unmöglich war? Definitiv, doch was erwartete man von einem Fan?
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    • Alvyn

      Auf ein Neues gelang es Diantha meisterhaft ihn zu überraschen.
      Mit dieser Bitte hatte er nicht gerechnet.
      Oder, um es genauer zu sagen, Auf die Weise, mit der sie ihn darum bat hatte er nicht gerechnet.
      Einige Male hatte sie versuch ihn zu überreden, mit ihr das Bett zu teilen, dabei aber auf völlig andere Art ihre Weiblichkeit spielen lassen. Nicht selten hatte sie dabei ihre Fähigkeit zum Einsatz gebracht. Dies hatte bisher nur einmal tatsächlich funktioniert, wie Cassians Existenz belegen konnte, dies aber auch nur, weil er zu dem Zeitpunkt noch nicht über ihre Fähigkeit wusste.
      Sein Widerwille rührte nicht daher, dass er sie nicht attraktiv fand, im Gegenteil. Nicht umsonst wurde Diantha in breiten Kreisen als einer der schönsten Frauen des Königreichs bezeichnet.
      Es war vielmehr ihre Art und Weise mit anderen Menschen umzugehen und sich ihren eigenen Profit aus allem raus zu schlagen, was ihn von ihr abhielt.
      Besonders ihre hinterlistige Art ihre Fähigkeit zu nutzen um andere nach ihrem Willen zu manipulieren, die sich nicht selten mit den weiblichen Reizen die sie ohnehin besaß kreuzte, widerte ihn an.
      Doch davon war keine Spur zu sehen.
      Als er sich wieder ihr zuwandte und sie ansah, wirkte sie… verletzlich.
      Bei diesem Anblick konnte er nicht anders als ein wenig weich zu werden.
      So hatte sie sich bisher noch nie gezeigt. Zweifel regten sich in ihm. Ging es ihr wirklich so schlecht? Oder war es gar wieder eine ihrer neuen Methoden mit ihm herum zu spielen?
      Alvyn gab einen geschlagenen Seufzer von sich und raufte sich kurz das rote Haar. „Meinetwegen, aber auch wirklich nur bis du eingeschlafen bist, um sicher zu gehen, dass du nichts komisches mehr machst.“ Gab er mit einem grummeln von sich.

      Hoffentlich handelte es sich wirklich nicht um einen ihrer Tricks, dachte er düster, während er sie zu dem Bett begleitete und beobachtete, wie sie unter die Decke schlüpfte.
      Er hatte sich zwar dazu erweichen lassen, sie ins Bett zu begleiten, doch unter keinen Umständen würde er mit ihr unter eine Decke schlüpfen. Er würde warten, bis sie einschlief, und sich dann sofort wieder rausschleichen.
      So sah sein mental ausgearbeiteter Plan aus.
      „Jetzt schlaf.“ Bat er sie, als er seine Schuhe ausgezogen und sich neben sie auf die weiche Mattratze gelegt hatte.
      Diese Nacht war einfach viel zu verrückt.
    • D I A N T H A

      Abwartend sah sie ihn hoffnungslos an, sagte immer „Bitte, bitte, bitte“ in ihrem Kopf, und hoffte, dass er immerhin diesen einen Wunsch erfüllt, trotz dem Beziehungsstand der beiden. Zu ihrer großen Überraschung und unermessliche Freude, wollte Alvyn ihre Bitte erfüllen. Auch wenn er nur bleiben würde, bis sie einschlief, war dies für sie gut genug, um sich sehr zu freuen. Ein erfreutes Lächeln und geweiteten Augen konnte sie nicht unterdrücken, sondern das Geschrei eines Fans, welches in ihrem Hals stecken blieb. Auch hier war sie den Schmerzen im Hals dankbar, da es sie daran verhinderte ein schrilles Geräusch von sich zu geben. Zwar sah Alvyn in Diathas Meinung nicht sonderlich erfreut darüber zu sein, diese Bitte nachzugehen, doch er kämpfte sich durch und setzte legte sich auf das Bett. Dass er sich vor ihr umziehen würde, geschah leider nicht, doch damit konnte sie leben. Ansonsten würde sie nicht nur an Halsschmerzen leiden, sondern auch Nasenbluten, wie es so gern in manhwas gezeigt wurde. Wie ein kleines Kind tapste sie zum Bett und verschwand unter ihrer Decke. Auch wenn Alvyn für ihren Geschmack zu weit entfernt von ihr lag, konnte sie sich als glücklich schätzen auch jetzt in seiner Nähe bleiben zu dürfen. Anstatt ihm den Rücken zuzudrehen, drehte sie sich zu ihm um, zog die Decke hoch bis zu ihrer Nase und starrte ihn von der Seite an. Das fahle Mondlicht schien durch das Fenster, welches neben dem Bett war und bis zur Decke ragte. Die schweren Vorhänge, samtrot, wurde von einer goldfarbigen Kordel zusammengebunden. Diantha wusste nicht, ob es daran lag, dass sie sich in einer Geschichte befand, doch der Mondschein kam ihr vor, als würde es leicht silbrig funkeln und unterstrich die markanten Züge von Alvyns Gesicht. Am liebsten würde Diantha ihn wieder anfassen, sicherstellen, dass sie nicht doch tatsächlich träumte und auch weil er ein viel zu hübscher Mann war. Ganz nach ihrem Geschmack. Doch wollte sie hier nur liegen und ihn anstarren? Wieso hier halt machen, wenn sie weiter gehen konnte? Doch sie wollte die Grenze, die er beiden gesetzt hatte, nicht überschreiten. „Woran hast du gearbeitet, dass du so spät in die Nacht arbeitest?“, fragte sie ihn leise, doch laut genug, dass er es hören konnte, denn das Zimmer lag im Stillen.
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    • Alvyn


      Auf wenn er selbst die Augen geschlossen hielt und sich nichts anmerken ließ, spürte er ihren durchdringlichen Blick, welcher permanent auf ihm lastete. Warum schlief sie nicht einfach ein und starrte ihn einfach nur an?? Irgendwie gruselig...
      Während der Großherzog so dalag, auf dem weichen Bett, in dieser Stille in der nur das gleichmäßige Atmen des ungleichen Paares zu vernehmen war, merkte er garnicht, wie seine Gedanken nach und nach begannen abzudriften, und seine Augenlieder schwer wie Blei wurden.
      Dianthas leise Stimme riss ihn ins Bewusstsein zurück.
      War er eben etwa tatsächlich beinahe eingeschlafen? Kurz schüttelte er ein wenig seinen Kopf, als könnte er so die Müdigkeit vertreiben.
      "Meine Arbeit?" Sie interessierte sich doch sonst auch nie dafür? "Das übliche eben. Leute beschweren sich, und ich suche nach Lösungen damit sie sich ein bisschen weniger beschweren" Grummelte er und legte eine kurze Pause ein um ein aufkommendes Gähnen zu unterdrücken.
      "Im Norden machen Wölfe den Ländereien zu schaffen. Im Süden sind die Handelsstraßen wieder von Banditen befallen. Da jetzt der Nachschub an Waren sowohl aus dem Norden und dem Süden gleichzeitig fehlt, werden die Bürger nervös und Diebstähle spitzen sich zu. Meine Arbeit ist in diesem Fall nun dafür zu sorgen, dass die Ländereinen genug Jäger zugesandt werde, und Patrouillen entlang den Strasen zu organisieren bis das Lager der Banditen ausfindig gemacht wird."
      Irgendwo war Alvyn durchaus überrascht von sich selbst, ausnahmsweise mal so gesprächig zu sein.
      Doch so absurd wie diese Nacht bereits gewesen war, sollte ihn eigentlich garnichts mehr überraschen können.
      Kurz verirrten sich seine Gedanken zum unzähligsten Male auf die Frage, was bloß in Diantha gefahren war.
      Schließlich veränderten sich Menschen nicht einfach so spontan über Nacht...
      Ihre nächsten Worte nahm er schon garnicht mehr war, als die Wogen des Schlafes in endlich in einen tiefen Schlummer rissen...
    • D I A N T H A

      Diantha wunderte sich, wieso Alvyn seinen Kopf schüttelte. Hatte er zuvor an etwas gedacht, fragte sie sich, fragte ihn jedoch nicht danach. Vielleicht missverstand sie ihn und wollte nicht riskieren die angenehme, wenn man dies so nennen konnte, Situation zu zerstören. Also blieb sie weiterhin still und wartete geduldig auf seine Antwort. Eigentlich hatte sie damit gerechnet, dass er ihre Frage ausweichen würde oder sich kurz ausdrückte, doch zu ihrer positiven Überraschung erklärte er ihr doch relativ ausführlich mit welchen Problemen er sich auseinandersetzen musste. Ihr kam den Drang hoch ihm ihre Hilfe anzubieten, doch ihr fiel gleichzeitig ein, dass sie nichts von dieser Welt kannte. Diantha wusste nur von den Umstönden einiger Charaktere und auf welche Zukunft sie zusteuern werden, doch politische Beziehungen oder Machtverhältnisse hatte sie meist überflogen oder so schnell gelesen, so dass sie sich nichts mehr etwas etwas Konkretes erinnern konnte, zum jetzigen Zeitpunkt jedenfalls. Doch auch wenn sie sich in einer fiktiven Welt befand, waren die Probleme für die Charaktere durchaus real. Und wenn Diantha ihm zuhörte, erschienen ihr die Probleme nicht oberflächlich sondern anstrengend zu sein. Aufgaben, die sie ungern erfüllt. Zum einen, weil es ihr an Wissen und politischem Verständnis fehlte, und zum anderen weil sie sich vor solche Verantwortung grauste. Sie wollte sich nicht vorstellen was passieren würde, wenn ein Fehler unterlaufen würde. Auch wenn Alvyn über Probleme redete, beruhigte seine Stimme sie ein wenig. Sie hatte zuvor nie Gedanken gemacht wie er sich anhören könnte, doch da sie sie nun hören konnte, musste sie sich gestehen, dass die Stimme perfekt zu ihm passte.
      Anscheinend war Alvyn sehr müde gewesen, denn nicht viel später, nachdem er fertig mit seiner Beantwortung war, schlief er auch schon ein. Diantha konnte sein regelmäßiges Atem hören. Vorsichtig, so leise wie es ging, rückte sie ihm näher. Sie müsste nur ihre Hand ausstrecken und sie könnte ihn anfassen, doch sie hielt inne. Was, wenn er aufwachen würde und nicht wirklich eingeschlafen war? Diantha gab sich demnach zufrieden so nahe bei ihm sein zu dürfen. Um nicht seinen Schlaf zu stören, versuchte auch sie einzuschlafen. Nachdem sie ihre Augen geschlossen
      hat, betete sie innerlich, dass dies kein einmaliger Traum war, der sogleich ihr Ende finden wird, sie sondern nach ein paar Stunden aufstehen wird und sich weiterhin in Dianthas Körper befand.
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    • Alvyn


      Ebenso zielstrebig wie unbarmherzig, drang das Licht der aufgehenden Sonne durch das Fenster in das Innere des Dunklen Raumes. Einige dieser ziellos umherwandernden Lichtstrahlen verliefen sich auf Alvyns Gesicht, worauf hin er schließlich langsam aus seinem tiefen Schlaf erwachte.
      Mit einer Hand schirmte er das Sonnenlicht von seinem Gesicht ab und ließ seinen verschlafenen Blick durch den Raum schweifen.
      Es dauerte eine Sekunde voller Verwirrung, bis ihm wieder einfiel, warum er nicht in seinem eigenen Schlafzimmer erwacht war.
      Die Erinnerung an die Ereignisse der vergangenen Nacht kehrten zurück und sofort richtete sich sein Blick auf die Frau, welche seelenruhig neben ihm schlummerte.
      Sie war ihm wesentlich näher als gestern Abend. Es war schwer zu sagen, ob sie ihm bewusst näher gerückt war, oder sich während des Schlafens unbewusst in seine Richtung gewälzt hatte.
      Eingehend studierte er ihr Gesicht, welches von seidigem, schwarzen Haar umkränzt war. Mit diesen entspannten Zügen, welche sie so unschuldig wirken ließen, konnte man gar nicht glauben, dass Diantha in wachem Zustand zu einer wahren Furie werden konnte.
      Auch wenn es nicht sehr schmeichelhaft war dies zuzugeben, so hatte Alvyn sie in diesem Zustand irgendwie sehr viel lieber.
      Seufzend riss er irgendwann seinen Blick von ihr los. Mal schauen wie lange dieser Zustand anhalten würde.
      Langsam, um sie nicht durch seine Bewegungen zu wecken, erhob er sich aus dem Bett und schlich in Richtung der Tür.
      Bevor Diantha erwachte und möglicherweise in ihren unverständlichen Zustand der gestrigen Nacht zurückkehrte, wollte er Cassian zumindest eine kleine Vorwarnung geben,
      Kaum hatte er die Tür hinter sich geschlossen, ertönte hinter ihm bereits eine Stimme „Mein Herr?“ Überrascht drehte er sich um und hielt seinen Zeigfinger vor die Lippen um zur Ruhe aufzufordern. Das Dienstmädchen, welches soeben den Flur Entlang kam, hielt überrascht inne.
      „Was ist los?“ fragte er mit Gedämpfter Stimme.
      „Nun, ich… Illbert bat mich nach dem Wohlbefinden der Herrin zu sehen. Ich war lediglich überrascht euch hier zu sehen.“ Typisch Illbert, auf ihn war wie immer verlass.
      „Lady Diantha schläft noch. Belasst es erstmal dabei und weckt sie noch nicht.“ Das Dienstmädchen nickte gehorsam auf seine Anweisung hin.
      „Wisst ihr wo sich mein Sohn zurzeit befindet?“ wechselte er schnell das Thema, bevor noch weiter darauf eingegangen werden konnte, wieso er sich ausgerechnet hier befand.
      „Der Junge Herr hält sich derzeitig im Speisesaal auf, mein Herr.“
      Im Speisesaal also. „Gut, habt dank.“ Sofort machte er sich auf den Weg durch das große Anwesen.
    • D I A N T H A

      Langsam und stetig kehrte ihr Bewusstsein in die Realität zurück. Diantha konnte sich nicht mehr genau daran erinnern, worüber sie geträumt hatte, doch sie war schlichtweg froh darüber, dass es sich nicht um einen bösen Trau, gehandelt hatte. Als sie ihre Augen öffnete und die andere Betthälfte sah, in dem jemand augenscheinlich geschlafen hatte, da die Decke nicht mehr glatt gestrichen war, dauerte einige Sekunden, bis Diantha sich rasch hinsetzte. Auch diesmal starrte sie ihre Hände an und als hätte sie Feuer gefangen, stieg sie aus dem Bett und rannte zum Spiegel. Graue Seelenspiegel starrten sie an und die schwarzen Strähnen umkränzten ihr Gesicht. Sie war immer noch Diantha gewesen. Was sie gestern erlebt hatte, war kein Traum gewesen. Diantha fasste sich in den Arm und kniff sich so stark, dass sie vor Schmerz wieder aufhörte. „Ach du Scheiße“, flüsterte sie und fasste sich ins Gesicht. Es war kein Traum, dachte sie sich perplex. Die Muskeln, die Haut und die Haare von Alvyn waren echt gewesen. Sie konnte sich noch erinnern die Wärme, die sie gespürt hatte, als sie Alvyns Gesicht angefasst hatte, erinnern. Langsam setzte sie sich wieder auf das Bett und starrte gedankenverloren aus dem Fenster. Einige Momente verstrichen und dann wurde ihr mit einem Schlag klar, was nun geschehen ist. Sie war im Krankenhaus gestorben und in die Welt dieses manhwas ausgemacht. Dieser Körper gehörte Diantha Althea, Frau von Alvyn Althea und Mutter von Cassian Althea. Wenn sie sich richtig erinnerte, sollte Diantha gestorben sein. Doch wieso noch einmal? Egal wie sehr sie versuchte sich daran zu erinnern, wusste sie nicht mehr aus welchem Grund Diantha gestorben war. Diantha hatte nur existiert, um ihren Sohn einsame und allein zu machen, damit die Protagonistin sein Herz erwärmen konnte. Doch nun dass sie hier war und Dianthas Körper besetzte, lebte diese Rolle noch. Doch das war für sie momentan nicht wichtig. „Was war das Ende?“ Diantha wusste das nicht. Die Gesichte hatte ihr Ende noch nicht gefunden, doch sie hatte irgendwo gelesen, dass Alvyn und Cassian sterben werden. „Das muss ich verhindern“, murmelte sie leicht panisch und biss sich auf den Nagel, während sie vor dem Spiegel und und her bewegte. Ihr wurde ein zweites Leben geschenkt. Ein Leben, in dem sie an Seite ihrer Lieblingscharaktere leben konnte. Wie konnte sie zulassen, sie sterben zu sehen? Würde ihre Familie sterben, damn auch sie. Diantha hatte einige manhwas gelesen und sie wusste, dass das Leben einer verwitweten Frauch nicht Fach war. Auch war es nicht einfach einen aufrichten Mann wie Alvyn zu finden, der auch nicht allzu viel älter als sie selbst war. Es mag zwar sein, dass es hier als normal angesehen wurde, eine Achtzehnjährige mit einem Mann zu verheiraten, der ihr Opa sein könnte, doch sie wollte so etwas nicht als Normalität ansehen. Wer würde nun eine Frau in ihren dreißiger Jahren heiraten wollen? Zumal Diantha mit niemanden außer Alvyn verheiratet sein wollte. „Ich muss wenigsten ein Plan haben, damit sie ihr Ende nicht finden.“ Wer hätte gedacht, dass Diantha ein zweites Leben bekommen würde? Ein zweites Leben, in dem sie nicht aufgrund einer Krankheit an einem Bett gefesselt war. Sie wollte ihr Leben genießen, das tun, was sie nicht tun konnte und die Geschichte hautnah erleben, die sie so sehr liebte. „Casimir wird sterben, weil er sich in die Protagonistin verliebt hatte und auch der Prinz. Wie es genau zu seinem Tod gekommen ist, weiß ich nicht mehr. Verdammt! Warum kamen die Kapitel auch immer so langsam“, ärgerte sie sich und konnte sich die Haare raufen. „Alvyn starb weil…was hatte er geschrieben? Rebellion?“ Den Spoiler hatte sie auch vor einer Ewigkeit gelesen und konnte sich nicht mehr genau daran erinnern. Wo sollte sie jedoch Anfangen? Cassians Tod hing womöglich mit Alvyns Tod zusammen. Und wenn sie Alvyn Tod verhindern wollte, dann musste sie Cassian retten. „Und ihn kann ich retten, wenn er sich nicht in sie verliebt“, murmelte sie vor sich hin und setzte sich wieder hin. Doch in sie verhindern konnte, dass sie ihn treffen wird. Doch wie hatten sie sich noch einmal getroffen? Alvyn hatte sie aufgenommen, wieso wusste sie nicht mehr genau. Also war ein Zusammentreffen nicht vermeidbar. Es wurde im manhwas nie gesagt, wann der Vater von ihr gestorben war. Also konnte Diantha nicht versuchen ihn zu retten. Doch konnte Diantha verhindern, dass ihr Sohn sich in jemand verliebt? Er tat dies nur, weil er allein im Anwesen war und es niemand gab, der ihn genug Liebe und Aufmerksamkeit geschenkt hatte. „Also muss ich ihn damit zuschütten, bis er das auskotzt“, leuchtetet es ihr ein. „Wenn er genug Liebe und Aufmerksamkeit bekommt, würde das Mädchen ihm nicht mehr besonders kommen“, überlegte sie weiter. Und selbst wenn er sich in sie verliebte, war Diantha für ihn da und konnte jegliche Besonderheiten aufhalten.
      Als hätte Diantha ein Nobelpreis gewonnen, fing sie an zu strahlen. „Ist doch ganz einfach“, bildete sie sich ein und sprang auf ihre Füße. „Jetzt muss ich erst einmal herausfinden wie alt mein süßer Cassian ist.“ Allein die Vorstellung Cassian in seinen jungen Jahren sehen zu können, erfüllte sie mit solch einer Freude, dass sie unbedacht die Tür ihres Schlafzimmers öffnete. Der Fan in ihr ließ ihr Herz höher schlagen. Doch weit kam Diantha nicht, denn eine Bedienstete, die zufälligerweise sich im Flur befand, drehte sich zu ihr um und verbeugte sich nervös zu ihr. „Guten Morgen meine Dame.“ Für einen Moment wunderte sich Diantha, wieso sie so reagiert hatte, als ihr wieder einfiel wer vor der Bedienstete stand. Diantha. Ein unausstehlicher Charakter, auch zu den Bediensteten. Sie tat Diantha leid. „Guten Morgen“, meinte Diantha dann freundlich zu ihr, worauf die Bedienstete überrascht hochschaute aber eilig wieder den Kopf senkte. „Wo ist Cassian und Alvyn?“ „Sie müssten sich im Speisesaal befinden.“ Sie aßen noch? Diantha machte sich auf den Weg, als sie die Bedienstete hinter ihr sich nervös bemerkbar machte. Fragend sah sie zu ihr nach hinten. „Ihre Bekleidung, meine Dame.“ Mit zusammengezogen Augenbrauen sah sie an sich herunter. Sie trug ein Schlafkleid. Es dauerte einen Moment, bis sie verstand was gemeint war. Selbst im Haus musste man sich fein ankleiden. „Hilfst du mir?“ „Natürlich.“ Sie wollte ihr Kopf nicht einmal heben. Es würde viel Zeit in Anspruch nehmen, um das alte Bild von Diantha umschlagen zu können.
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    • Alvyn Athlea

      Der Speisesaal des Herrenhauses Athlea, war geschmückt mit prunkvollen Kronleuchtern, Gemäde vergangener Generationen und einer Vielzahl von Vitrinen, welche nutzlosen Plunder zur Schau stellten, der irgendwann mal irgendwem gehörte und irgendwie eine Geschichte mit sich brachte.
      Die Varität reiche von zahllosen Militärorden, über einzigartig geschmiedete Waffen, bis hin zu unnötig vergoldeten Gegenständen.
      Auch wenn Alvyn einen Großteil dessen als geschmackslosen Plunder erachtete, war es nun einmal Tradition, dass jedes Familienoberhaupt irgendetwas für die späteren Generationen hinterließ, um einen Teil ihrer Geschichte zu verewigen.
      Und da es in den höheren Kreisen der Gesellschaft als schandhaft angesehen wurde, Traditionen zu brechen, wiederstand der Großherzog seinem Drang nachzugehen, den Speisesaal zu entrümpeln.
      Vor allem jedoch hätter er am liebsten den Gegenstand entsorgt, welcher ihm seit jeher der größte Dorn im Auge war: Elysion.
      Warum jemand seiner Waffe einen Namen geben sollte war ihm ohnehin unverständlich, aber warum ausgerechnet das Schwert, welches eigentlich der größte Schandfleck in der Geschichte der Familie Athlea hätte sein sollen, am meisten hervorgehoben, direkt über dem Familenwappen an der Wand thronte, war ihm in keinster Weise begreiflich.
      Angeblich war Elysion das Schwert des ersten Oberhauptes ihrer Familie gewesen, welcher den ersten König zu einer Zeit großer Rebellionen den Thron erkämpfte. Sein Schwert soll angeblich durch das vergossene Blut seiner Feinde stehts mächtiger geworden sein, bis es schließlich zu einer Verfluchten Klinge wurde und die Blutlinie seines Trägers auf ewig heimsuchte. Nun, das waren zumindest die Geschichten, die überliefert worden waren.
      Inwiefern sie der Wahrheit entsprachen, konnte heute keiner mehr sagen.
      Vielleicht war es auch einfach nur ein einfaches Schwert, welchem einfach nur zu viele Geschichten gewidmet wurden.


      Cassian saß in einer Ecke des Raumes, umgeben von vergangenen Relikten, seinen Kopf in einem Buch vergraben.
      Der Junge war überaus fleißig und hatte schon seit langem das Wissensniveau für sein Alter überschritten.
      Auch wenn Alvyn unheimlich stolz auf den Fleiß seines Sohnes war, so plagte ihn dich das Gewissen, dass Cassian seine Zeit nicht dafür nutze, einfach mal Kind zu sein . Statdessen verbrachte er all seine Zeit mit dem Training, oder mit seinem Kopf zwischen den Seiten eines Buches vergraben.
      Obwohl er zugeben musste, dass er selber da wohl nicht unbedingt das beste Vorbild war...
      "Nicht erschrecken." Warnte er den konzentrierten Jungen bevor er den Stuhl neben ihm verrückte um sich zu setzen.
      Trotz seiner Warnung zuckte der Dunkelhaarige Junge kurz zusammen. "Vater! Guten Morgen!" Grüßte er ihn.
      "Morgen, Cassian" begrüßte auch er ihn und warf einen kurzen Blick auf das Buch, welches vor ihm auf dem Tisch lag. "Die Geschichte der Kontinente? Hast du diesen Band nicht schon dutzende Male gelesen?"
      Verlegen zuckte Cassian mit den Schultern "Nun, ich wollte mein Wissen lediglich ein wenig aufstocken." Erklärte er nüchtern.
      "Löblich" Alvin räusperte sich kurz ein wenig, bevor er zum eigentlichen Them kam. "Cassian, ich wollte mit dir reden." Aufmerksam musterten die roten Augen, welche seinen eigenen spiegelgleich waren, ihn "Es geht um deine Mutter." Sofort verhärteten sich Cassians Gesichtszüge. "Ich wollte dich nur ein wenig vorwarnen, dass sie im verlauf des Tages möglicherweise auf dich zukommen könnte...-" "Mach dir keine Sorgen, ihre Abweisung bin ich doch bereits längst gewöhnt" unterbrach er seinen Vater in einem Gleichgültigen Ton.
      Doch Alvyn wusste besser als jeder andere, dass diese Gleichgültigkeit nur aufgesetzt war.
      "Nun, das ist es nicht...-" ein weiteres Mal wurde er Unterbrochen, als die Tür zum Speisesaal aufschwang.
    • D I A N T H A



      Diantha konnte kaum glauben, wie sehr sie verwöhnt wurde. Sie wusste nicht, ob es daran lag, dass die Bediensteten sehr darauf bedacht waren Dianthas Geschmack zu erfüllen, oder ob es der Standard war. Ob nun das eine oder andere, war es ein sehr befremdliches aber zugleich wunderschönes Gefühl ein Bad zu nehmen, worin Rosenblätter auf der Wasseroberfläche ihre Bahnen entlang schaukelten. Eine Bedienstete hatte eine kleine Flasche in der Hand gehabt und fünf Tropfen einer durchsichtigen Flüssigkeit ins Wasser gegeben. Binnen Sekunden erfüllte ein angenehmer Dufte das Badezimmer. Auch dieser Raum war sehr groß und schön verziert. Diantha war an einem kleineren und simpler gehaltenes Badezimmer gewohnt. Es war für sie ein reiner Luxus. Für die alte Diantha wohl eher Normalität. Sie schloss ihre Augen und genoss die Wärme des Wassers. Wann war es das letzte Mal, dass sie gebadet hatte. 2 Jahre? Sie konnte sich nicht mehr daran erinnern. Nach dem Baden trocknete sie sich ab und bedeckte ihren Körper. Die Bediensteten hatten ihr nahegelegt, dass sie das machen würden, doch Diantha war zu schüchtern. Sie war nicht dazu bereit ihren Körper, auch wenn er schön war, oder wohl eher den Körper dieser Figur, zu zeigen. Die Bediensteten hatten Dianthas Körper schon längst gesehen, doch ihr war das viel zu unangenehm.
      In ihrem Schlafzimmer wieder angekommen, lagen bereit Kleider auf dem Bett. Doch auch wenn sie schön waren, waren sie in Dianthas Augen zu luxuriös für ihr Zuhause. „Gibt es nichts simpleres?“, fragte sie die Bedienstete, worauf sie Diantha für einen Moment verwirrt anschaute, dennoch dann nickte. Dass Diantha so etwas überhaupt besaß, überraschte sie. Doch viel Auswahl gab es nicht und so viel simpler waren sie in ihren Augen auch wieder nicht. Sie musste neue Kleider kaufen. Diantha wollte sich nicht in Kleider zwängen, die nicht ihrem Geschmack entsprachen und sie sich in ihnen unwohl fühlte. Es tat ihr wohl mehr leid, diese wegwerfen zu müssen. Konnte sie diese verkaufen? Das müsste die Alvyn später wohl fragen. Die Frauen halfen Diantha beim Umziehen und frisierten sie. Auf schwere Schmink verzichtete sie. Etwas für die Wimpern und Balsam für die Lippen reichten aus. Prüfend sah sie sich in den Spiegel. Sie fand Diantha sah am hübschesten aus, wenn sie sich nicht zu sehr mit Juwelen und Schmuck geschmückte. Manchmal war weniger besser, als zur Schau zu stellen, welche Edelsteine man besaß. „Gute Arbeit. Vielen Dank.“ Es fiel Diantha etwas schwer sich so auszudrücken, gegenüber ihnen, wie man es in diesem Zeitalter gewohnt war. Dies lag wohl daran, dass sie aus einer anderen Zeit kam. „Kann einer von euch mich zum Speisesaal führen?“ Verwirrte Blicke, was Diantha nicht wirklich überraschte. Doch keiner traute sich sie die Frage zu stellen, die durch all ihre Köpfe herumschwirrte. Eine von ihnen trat hervor und zeigte mit einer ausholende Bewegung zur Tür. „Dann bitte folgt mir, meine Herrin.“ Immerhin hatte Diantha nicht das Problem, dass die Bediensteten sie missachtete oder sie gar Schaden zufügten. Diantha wüsste dann nicht, was sie hätte tun sollen. Auch wenn sie viele manhwas gelesen hatte, hatte sie bisher noch keine Methode gesehen, die sie umsetzen konnte. Diantha war immer überrascht zu lesen, auf welche Ideen die Protagonistinnen gekommen sind. So schlau war Diantha definitiv nicht.
      Im Stillen liefen die zwei Damen den Flur herunter und Diantha versuchte angestrengt sich den Weg zu merken, denn sie besaß keinen ausgefrästen Orientierungssinn wie man anderer und verlief sich des Öfteren. Als sie ankamen, öffnete die Bedienstete die Tür. Diantha ignorierte den hübschen schnick schnack im Raum, da ihr Blick sofort auf Cassian fiel. Als sie ihn sofort erblickte und seine schwarzen Haare und leuchtende roten Augen sah, hielt Diantha ihre Hände vor den Mund, da ihr dieser ihr aufgeklappt war. „Oh mein Hott“, flüsterte sie. „Er ist so putzig“, atmete sie schwer aus. Ihr Herz schmerzte. Nicht vor Schmerz an sich, doch vor Freude und Stolz. Der Fan in ihr schrie sie an zu ihm zu rennen und ihn anzufassen, doch Diantha hielt sich zurück, da sie sich erinnert hatte wie Diantha ihren Sohn ignoriert und missachtet hatte. Daher räusperte sie sich, ließ sie ihre Hände fallen und zu ihr Platz, gegenüber ihrem Sohn, ging und sich hinsetze. Was sie jedoch nicht unterdrücken konnte, war ihr breites Lächeln und das Starren. Als sie ordentlich am Platz sah, hielt sie sich an den Stuhl fest, um nicht gleich in ein fangirl Geschrei auszubrechen. Seidiges Haar, das leicht im Sonnenschein glänzte und strahlende rote Augen, die einen regelrecht in den Bann ziehen. Kein Wunder, dass die Leser Cassian geliebt haben. Und trotzdem würde er ein tragisches Ende erleben. Das musste um alles in der Welt verhindern. Wie konnte sie einen Sohn wie er sterben lassen? „Guten Morgen Cassian“, begrüßte sie ihn mit einem Lächeln. „Auch dir einen guten Morgen Alvyn“, wandte sie sich nur kurz an ihn, ehe ihr Blick auf Cassian lag, der ein Buch in der Hand hielt. Schon so sehr in der Früh? Cassian blickte sie ein wenig überrascht und danach etwas skeptisch an. Wohl nicht anders zu erwarten, wenn er eigentlich daran gewohnt war von seiner Mutter ignoriert zu werden? „Ich hoffe du hast gut geschlafen. Auch wenn es sehr bemerkenswert ist, wie fleißig du bist, solltest du doch ab und an die Bücher zur Seite legen und deine freie Zeit genießen“, schlug sie ihm vor. Da sie wusste, dass Cassian wohl weniger auf sie hören würde, sah sie Alvyn eindringlich mit einem Lächeln an, mit der Botschaft, er sollte ihr schleunigst zustimmen.
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    • Alvyn

      Wie auf zuruf, erschien auch schon die Herrin des Hauses. Ihr suchender Blick blieb an Cassian hängen. Etwas schien sie schockiert oder aus der Bahn geworfen zu haben, denn kurz schlug sie ihre Hände vor ihrem Mund zusammen, bevor sie zielstrebig auf den Jungen zuschritt.
      Alvyn war sich nicht sicher, wieso es ihm auffiel, aber noch bevor sie ihr erstes Wort gesprochen hatte, erkannte er einen Unterschied zwischen der Diantha wie er sie sonst kannte, und der Diantha, wie sie sich in diesem Moment gab.
      Zum einen war da ihr plötzlicher Verzicht, sich mit allem allem zu schmücken, was ihr zwischen ihre gierigen kleinen Fingen geriet. Ihr auftreten war dezent und beinahe demütig... im vergleich zu allen anderen Tagen. Aber vielleicht hatte sie auch nur nichts gefunden was ihrer heutigen Laune entsprach und würde sogleich verkünden, dass sie dringendst neuen Schmuck bedurfte?
      Das war nur eines der Dinge, die im auffielen.
      Das andere war für die meisten vielleicht nicht der rede wert, doch Alvyn bemerkte es durchaus: Ihre Haltung. Dianthas Körperhaltung war stehts darauf bedacht, ihren Stolz zu unterlegen. Wenn sie einen Raum durchquerte, dann ging sie nicht, sie stolzierte. Mit hoch erhobenem Kopf, gestreckter Brust und anmutigenden Schrittes gelang es ihr stehts der Mittelpunkt jedes Raumes zu sein.
      Doch heute... bedachte sie nichts von all dem, was Alvyn jahrelang von ihr gewohnt war.
      Cassian hingegen schien ihr Sonderbares Verhalten erst an dem Punkt wirklich aufzufallen, als sie nun endlich vor ihm saß sich mit ihm zu unterhalten begann.
      Wie am Abend zuvor, als Alvyn unter ihrer seltsamen Inspektion stand und er Illbert einen hilfesuchenden Blick zugeworfen hatte, so sah nun auch Cassian seinen Vater ebenso fragend an. Selber im Ungewissen was auf einmal los war, zuckte auch er, wie Illbert zuvor, nur mit den Schultern.
      Dianthas plötzliche mütterliche Bemerkung überraschte beide gleichermaßen.
      Warum auf einmal dieses Intresse am Wohl ihres Sohnes? Alvyn konnte nicht anders als skeptisch zu werden. Eigentlich hatte sie ja nicht ganz so unrecht, und auch wenn es ihn dagegen sträubte, musste er seiner Frau durchaus recht geben.
      Ihr eindringlicher Blick, welchen sie ihm zuwarf, schien genau das zu wollen.
      Der Großherzog räusperte sich, unsicher ob er das denn nun wirklich tun wollte, gab letzten endes jedoch nach
      "Deine Mutter hat recht." Stimmte er schließlich an Cassian gewand zu.
      Man könnte förmlich sehen, wie es im Kopf des 13 Jährigen zu arbeiten begann, während er argwöhnisch zwischen seinen beiden Elternteilen hin und her blickte.
      Die Mutter, welche ihn Jahrelang vernachlässigt hatte, und sein Vater, welchem er nachzueifern versuchte.
      Dass erstere sich mal für ihn interessierte war ungewöhnlich doch dass beide sich in etwas einig waren grenzte an einem Wunder.
      "Ich... werde darüber nachdenken" gab Cassian vorsichtig und skeptisch zur Antwort.
      Dass der Junge hochgradig verwirrt war, konnte ihm keiner Verübeln.
      Erst recht nicht sein Vater, dem diese seltsame Wesensveränderung seiner Frau nicht weniger gespenstisch vorkam.
      Der unangenehmen Stille, die begann sich auszubreiten, wurd ein jähes Ende gesetzt, als Yvenne, eines der Bediensteten aus der Küche, an ihren Tisch herantrat. "Meine Herrin, meine Herren." Grüßte sie mit ehrfürchtig gesenktem Kopf. "Darf ich ihnen, eure üblichen Speißen bringen?"
      Da Alvyn das gestrige Abendmahl ausgelassen hatte, und allein der Gedanke von Essen seinen Bauch bereits mit Sehnsucht erfüllte, kam die Aussicht nach einem Frühstück äußerst gelegen.
      "Habt Dank Yvette, das wäre außerst erwünscht." Auch Cassian stimmte dem mit einem "Bitte" ein.
      Der Blick des Großherzoges wanderte zu Diantha.
    • D I A N T H A

      Diantha entging nicht die verwirrte Blicke der beiden. Es war auch nicht etwas, was sie groß verwunderte, da sie mit solch einer Reaktion gerechnet hatte. Womöglich dachten sie, dass es sich um einen Ausnahmezustand handelte, welches innerhalb paar Stunden, oder auch Tage, sich wieder legen wird und alle ihre gewohnten Routinen nachgehen werden. Doch das hatte Diantha nicht vor. Sie mag nicht sonderlich kreativ und schlau sein, wie diejenigen, die in manhwas ebenso in eine Geschichte geschleust wurden, doch sie war entschlossen und warmherzig zu denen, die einen besonderen Platz in ihrem Herzen hatten. Alvyns und Cassian waren einer unter den Charakteren, die mir geholfen haben ihr durch die harte Zeiten zu helfen. Es war nur selbstverständlich für sie, dass sie dieses Gefallen ihnen gegenüber erfüllte. Zumal ihr Leben zu einem gewissen Grad ebenso an ihnen hängt. Sollte einer zu seinem Ende kommen, würde auch sie dem Tod aufs Neue gegenüberstehen, da die Familie für die Taten büßen musste. Und auch wenn die beiden Herren sie in der jetzigen Lage nicht als eine richtiges Familienmitglied ansahen, würde ihr trotzdem der Tod verhängt werden.

      Diantha war froh zu hören, wie Alvyn ihr zustimmte. So nahm ihre Aussage eine besondere Gewichtung, denn sonnten hätte Cassius ihren Vorschlag womöglich nur ignoriert und verworfen. Zwar gab sich Diantha mit Cassius Aussage nicht zufrieden, doch sie ließ es in den Raum stehen. Sie konnte es sich nicht vorstellen, wie er freiwillig seinen Tagesablauf sofort ändern wird, nur aufgrund ihrer Aussage, daher war es für sie erst einmal wichtig zu wissen wie sein Lehrplan für die Woche aussieht und die Bediensteten fragen, die ihn öfter zu Gesicht bekamen als sie selbst, was er in seiner freien Zeit anstellte. Sollte sie eine geeignete Lücke in seinem Ablaufplan finden, würde sie versuchen Zeit mit ihm zu verbringen. Dass er ihr dennoch am Anfang die kalte Schulter zeigen wird, konnte sie sich gut vorstellen.
      Auch wenn sie sich liebend gern mit Cassian unterhalten würde, musste sie zu ihrem Leid sich gestehen, dass sie nicht wusste welches Thema sie anschneiden sollte. Auch wenn sie die Geschichte von ihm gelesen hatte, durfte sie nicht Worte in den Mund nehmen und Dinge erahnen, die noch nicht geschehen sind. Und wenn sie sich verplapperte, dann würde sich das Bild nur noch verfestigen, dass Diantha keinerlei Interesse an ihren Sohn hegte und sich nicht einmal die minimale Bemühung machte sich über ihn zu erkundigen. Es war daher vorteilhafter, wenn sie langsam die Situation und Zeitpunkt der Geschichte ausmachte, damit sie ein Gespür bekommen konnte, was sie nun ansprechen konnte oder nicht. Leider musste sie sich selbst zugestehen, dass sie sich nicht an jede Einzelheiten erinnern konnte. Dieses manhwa war nicht das einzige was sie gelesen hatte, es war einer unter vielen und da die Kapitel immer sehr lange auf sich warten ließen, hatte sie viele Informationen schlichtweg vergessen. Ärgerlich, doch dagegen konnte sie leider nichts unternehmen. Sie konnte höchstens sich erhoffen, dass die Informationen ihr zufälligerweise wieder von allein zukam, doch dies war allein eine Glückssache.
      Diantha sah zur Seite, als sie eine fremde Stimme wahrnahm. „Zu meiner Freude“, stimmte auch sie nun ein und blickte zu Alvyn, als sie dessen Blick auf sich spürte. Fragend hob sie eine Augenbraue. Hatte sie etwas falsches gesagt oder getan?
      Doch Lange konnte sie nicht darüber nachdenken, denn nicht viel später erschienen ihre Gerichte. Vorsichtig legten sie die Teller auf den langen Tisch und schenkten die Gläser voll. Diantha ließ ihr Blick auf ihr Gericht wandern und konnte nicht anders als ihre Augenbrauen zusammen zu ziehen. War sie nun ein Hase gewesen? Oder wieso lag so viel Gemüse auf ihrem Teller und das in so eine kleine Portion? Man möge meinen, dass es sich um eine kindliche Nörgelei handelte, doch Diantha mochte kein Gemüse. Nicht so sehr jedenfalls, dass sie es als ihre Hauptspeise haben wollte. Doch sie war sich unsicher, ob sie aussprechen sollte, dass sie lieber alles andere essen wollte, als Gemüse. Sie hatte die Befürchtung, dass man die alte Diantha sehen würde und da sie vorhatte das Bild von dem Charakter umzuwerfen, wäre es wohl weniger sinnvoll sich nun über solch eine Kleinigkeit zu beschweren. Also zwang sich Diantha die Gabel zu nehmen und die Blätter zu essen, obwohl sie viel lieber etwas Herzhaftigeres essen wollte.
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    • Alvyn Athlea

      Nach all den Überraschungen, welche Diantha ihm bereits beschert hatte, gewöhnte er sich vielleicht so langsam daran. Oder zumindest war er nicht mehr wirklich überrascht, als sie davon absah, wieder ihre sich stehst wiederholende Liste von all dem, was sie nicht aß, zu zitieren, und die Bediensteten einfach das essen heranbringen ließ. Wobei ihm nicht entging, dass sie ihr Gemüse ein wenig enttäuscht musterte.
      „Mundet es euch nicht?“ fragte Yvette zögerlich, als auch sie es bemerkte.
      Der Großherzog selber, war drauf und dran, seiner eigenen Gewohnheit nach zu gehen, seinen Teller mit in sein Arbeitszimmer zu nehmen, als ihm dies serviert wurde.
      Jedoch warf Cassian ihn einen Blick mit großen Augen zu, welchen er als nichts Anderes als „Bitte lass mich hier nicht allein!“ deuten konnte.
      Seufzend ließ er es also sein, und leistete seinem Sohn solidarisch Gesellschaft. Und auch wenn er es niemals zugeben würde, so war er irgendwie doch gespannt, was seine Frau sich als nächstes einfallen lassen würde, um alle aus der Bahn zu werfen.
      Ob ihr Zustand nur temporäre war? Dem Gedanken gegenüber war er sich noch ein bisschen zwiespältig. Einerseits sorgte sie in Ihrem derzeitigen Auftreten für große Verwirrung für alle umstehenden, doch andererseits wirkte sie auch gleichzeitig viel entspannter und umgänglicher. Nun, nur die Zeit konnte zeigen, wie die Dinge dich entwickeln würden.
      In unangenehmes Schweigen gehüllt, aßen sie nun ihr Frühstück. Es war das erste Mal, dass sie wirklich wie eine Familie hier saßen.
      Cassians skeptischer Blick huschte immer wieder zu seiner Mutter, auch wenn er vorgab, nur Augen für das Rebhuhn vor ihm zu haben.
    • D I A N T H A

      Natürlich entging den Bediensteten nichts, wofür Diantha eigentlich froh sein sollte, dies es jedoch momentan nicht tat. Aufgrund allein dieser Frage lagen wohl die Blicke der anderen auf sie, angespannt was sie zunächst tun würde. Würde sie nun ihren Mund aufmachen, würde es sie wohl alle nur an die alte Diana erinnern, was Diana selbst verhindern wollte. Daher schüttelte sie nur den Kopf und meinte leicht lächelnd: "Nein, alles prima." Und so aß sie ihr Essen in quälenden Langsamkeit, in der Hoffnung die anderen werden schneller fertig als sie, so dass sie aufstehen konnte ohne ihr Teller leer essen zu müssen. Wieso aß sie nur Gemüse? Um dünn zu bleiben? Doch ihre Figur war doch perfekt an sich, wieso sich so quälen. Da kam ihr der Gedanke, dass Diana schlichtweg einfach Gemüse mochte, doch sie schüttelte nur den Kopf. Nein, das konnte sie nicht akzeptieren. Um sich etwas von dem ekligen Geschmack abzulenken und aber auch ihre Aufmerksamkeit von ihrem Teller, wandte sie sich an die beiden Herren wieder. "Was habt ihr heute denn so vor?" Sie rührte die Karotte nicht mehr an, die Erbsen lagen auf der Seite und die Tomaten aufgegessen. "Wenn du heute irgendwann Zeit hast, Cassian, würde ich gerne in dieser Zeit mit dir verbringen. Also, solange es dich nicht stört", beeilte sie sich. Cassisan sah sie skeptisch an und wusste für einen Moment nicht was er sagen sollte. "Sicherlich habt Ihr besseres zu tun, als Eure Zeit mit Eurem Kind zu verschwenden", kam es doch ein Tick harach von ihm. Diana nahm es ihm nicht übel, doch verletzt war sie dennoch, auch wenn sie sich bemühte dies nicht zu zeigen. "Ich weiß, dass ich das zuvor nicht getan habe, doch ich würde es gerne ändern, wenn du es mir gestattet." Diantha wollte ihm nichts aufzwingen. "Woher der Sinneswandel?" Wie sollte sie da antworten? Sie habe plötzlich realisiert, dass ihr Verhalten bislang falsch war? Das würde ihr doch kein Mensch glauben. Dianthas Griff um die Gabel wurde stärker, doch ein Ton kam nicht aus ihr heraus. Unangenehme Stille breitete sich über sie aus und Diantha konnte nicht anders als ihr vollen Teller anzusehen, als könnte sie mit dem Blick selbst das Gemüse verschwinden lassen können.
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    • Alvyn Althea

      Auf die Frage der Dunkelhaarigen hin, was an diesem Tag noch anstand, murrte Alvyn etwas Unverständliches von wegen „Arbeit“ und „Finanzen“ vor sich her. Allein der Gedanke an den Stapel Arbeit den er noch vor sich hatte, bekam er Kopfschmerzen, so mied er, tiefgründiger auf die Frage zu antworten, um zu mindestens während des Essens nicht permanent an die Arbeit denken zu müssen.
      Der falsche Frieden währte nicht lange. Denn Cassian nahm den Vorschlag Dianthas, an diesem Tage etwas Zeit miteinander zu verbringen, gar nicht gut auf.
      Ebenso wie sein Sohn, brannte auch der Großherzog darauf zu erfahren, wo der Sinneswandel herkam, doch es war offensichtlich, dass Diantha nicht antworten würde.
      Die ohnehin nie sehr heitere Stimmung war nun endgültig gekippt, sogar die bediensteten, welche sich im Speisesaal befanden wirkten unangenehm betreten.
      Cassian war drauf und dran den Raum zu verlassen, doch bevor er nach seinem Buch greifen und den Raum verlassen konnte, ließ die Stimme seines Vaters ihn innehalten. „Cassian, setzt dich wieder.“ Wiederwillich gehorchte er.
      Seufzend Massierte Alvyn seine Schläfen. Es war mal wieder Zeit Diplomatie walten zu lassen.
      „Ich denke uns allen ist klar, dass du nicht immer die herzhafteste Person bist.“ Sprach er an Diantha gewandt. „Und ich glaube genauso wenig wie Cassian daran, dass du dich von heute auf morgen einfach so Grund auf verändern kannst.“ Er legte eine kurze Pause ein um seine Worte eine Weile wirken zu lassen.
      „Aber wie dem auch sein-„sein Blick richtete sich nun auf Cassian, welcher bei seinen Worten zustimmend genickt hatte und nun überrascht wirke, als nächstes angesprochen worden zu sein. „-soll es dir nicht verwehrt bleiben, dir zumindest eine Chance zu geben.“ Cassian wollte protestieren, schloss seinen Mund jedoch, als sein Vater ihm einen strengen Blick zuwarf. „Du sollst nicht behaupten können, wir hätten dir nie eine Chance gegeben deine Intentionen zu beweisen. Doch dabei bleibt es auch. Eine Chance.“ Sein strenger Blick wanderte zurück zu Diantha.
      „Eine Chance.“ Wiederholte er. „Sollte sich ergeben, dass du nur mit ihm rumspielst, erwarte nicht, dass deinen Worten jemals wieder Gehör geschenkt wird.“ Ein Bedrohlicher Unterton schwang mit, während er sie eindringlich ansah. Dass sie mit ihm selber rumspielte war eine Sache, über die er hinwegsehen konnte. Doch wenn es um seinen Sohn ging, würde er nicht zulassen, dass sie ihn noch mehr verletzten würde, als sie es in der Vergangenheit ohnehin schon getan hatte.
      Ein Teil von ihm fürchtete, einen Fehler zu begehen. Dass sie in ihr altes Muster zurückkehren, und ihren Sohn nur falsche Hoffnungen machen würde.
      Doch ein anderes, sehr viel kleineres Teil von ihm, musste an die vergangene Nacht zurückdenken. Anstatt die Situation schamlos auszunutzen, dass er in ihrem Bett eingeschlafen war, hatte sie Anstand bewahrt. Sie zeigte zum ersten Mal tatsächliches Interesse an ihrer Familie. Dieser Teil von ihm, der sich diese Dinge in Erinnerung rief, so klein er auch sein mochte, fand Gehör.
      Vielleicht war es eine Art naive Hoffnung, die ihn dazu antrieb ihr diese eine Chance zu geben, doch Alvyn wollte ausnahmsweise einmal daran glauben, dass Diantha auch gute Seiten besaß.
      „Wenn es denn sein muss…“ murrte Cassian mehr als widerwillig und verschränkte seine Arme bockig. Na immerhin war er kooperativ.
      Während er sprach, hatte Illbert den Speisesaal betreten, und stand, gemeinsam mit den restlichen bediensteten in respektvollem Abstand, abseits der zerklüfteten Familie.
      Der Alte Buttler und Alvin tauschten kurze Blicke miteinander, bevor letzterer sich schließlich seufzend erhob. Es war Zeit an die Arbeit zu gehen.
      „Cassian, benimm dich. Diantha, enttäusch mich nicht.“ Streng warf er den beiden noch einen letzten mahnenden Blick zu, bevor er sich an Illbert wandte und sich aufmachte, gemeinsam mit ihm den Raum zu verlassen.
      „Oh, eins noch.“ Mit der Hand bereits am Türknauf, drehte er sich noch ein letztes Mal um. „Cassian, wenn ich mich recht entsinne, hast du am Vormittag Schwerttraining im Innenhof.“ Er kannte seinen Sohn gut genug, um zu wissen, dass er diese Information aus freien Stücken niemals an seine Mutter gegeben hätte. „Und nun entschuldigt mich.“ Verabschiedete er sich schließlich.