Human Demon [Nash&Heaven]

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    • Human Demon [Nash&Heaven]

      Human Demon

      Auf ein tolles RPG @Nash und ich freue mich schon, Lucifer ein wenig leiden zu lassen :D <3
      Vorstellung

      Michael

      Das Schlagen von mächtigen Flügeln durchdrang die klare, kühle Luft des endlos blauen Himmels. Vereinzelte weiße Federn glitten schwerelos hinab zu dem kristallenen Boden, welcher sich viele Meter unterhalb des Besitzers der Flügel befand. Keineswegs gehörten diese großen Federflügel, denen eines Adlers gleich, einem Vogel. Im Gegenteil, diese Flügel endeten an den Schulterblättern eines Mannes und umfassten beinahe zwei Meter Spannweite, dennoch schlugen sie sanft im Wind und trugen das Gewicht des hochgewachsenen Mannes mühelos. Die schulterlangen, weißblonden Haare wehten dem Mann in sein makelloses Gesicht, dessen violetten Augen ernst und voller Sorge seinem Ziel entgegen blickten. Der Engel, gekleidet in eine edle, silberne Rüstung, flog mit schnellen Flügelschlägen auf das Heiligtum der hohen Himmel zu. Das Heiligtum, in dem das Wesen, welches die Menschen als Gott bezeichnen, hauste. In allen Farben schimmerte das Monument von Reinheit und Schönheit. Selbst das Licht der Sonne wirkte glanzlos neben den hohen Türmen, die ihre gesamte Macht ausstrahlten. Das Land auf dem dieser Palast erbaut wurde schien schwerelos, durchzogen von Wolkenschlieren und dennoch von frischem Grün des Grases und dem sanften Wiegen der schillernden Gewächse. All die Schönheit des Paradieses, welches verlockte zum Verweilen und stillem Genießen, konnte den Schatten, welcher über dem Herzen des Engels lag, nicht erhellen. Die Flügelschläge wurden langsamer, als der Engel sein Ziel erreichte.


      Ein hohes Bauwerk, geschaffen durch die Hand Gottes selbst, ragte in den tiefblauen Himmel empor und strahlte in dem Licht der ewigen Sonne in all möglichen Farben. Man könnte meinen, es wurde aus reinem Kristall erbaut. Die Außenfassade war so schön und sah zugleich so zerbrechlich aus, dass man Angst haben musste, die Wände auch nur zu berühren. Filigrane Ornamente zieren den glatten Kristall und ließen den Palast lebendig werden. Wortlos wurde das zweiflügelige, eisblaue Tor von den Wachen, in dessen Hände Speere mit Silber funkelnden Spitzen lagen, geöffnet. Der Engel seufzte leise, fuhr sich durch das helle Haar und sammelte sich. Ohne den Wachen auch nur eines Blickes zu würdigen schritt der Engel durch das hohe Tor. Die großen Flügel falteten sich wie bei einem Vogel zusammen und ruhten. Das Gesicht war verzerrt vor Sorge und dennoch war die Schönheit nicht zu verkennen.
      Mit schnellen Schritten lief er durch die große, reich verzierte Halle. Aber für jeglichen Schmuck und anderen wertvollen Verzierungsgegenstände hatte er keine Zeit. Am Ende der großen Halle stand ein Thron. Beim ersten Hinsehen glich er einem Thron bestehend aus Eis, da er in einem hellen Blau strahlte. Aber wenn man genauer hinsah, widerlegte sich diese Annahme ganz schnell wieder. Etwa einen halben Meter über den Boden wurde der weiße Thron mit verschlungen Ornamenten von einem kristall artigen Gebilde eingeschlossen, zu dem gläserne Stufen empor führten. Die Macht des Herrschers ließ das Gebilde in dem sanften Blau erstrahlen, der Farbe des Lebensstrom, der die gesamte Welt durchzog. Der Weißhaarige schluckte schwer und atmete tief durch. Viel imposanter als dieser stattliche Thron wirkte die Gestalt darauf. Unmittelbar vor dem kostbaren Gebilde ging der Engel demütig in die Knie und neigte sein Haupt ehrerbietend.
      „Mein Herr…“ Seine Stimme klang bebend und angespannt. Das Zittern seines himmlischen Körpers verriet seine Furcht und seine Sorge vor dem, was er zu berichten hatte.
      „Michael, mein Sohn... Dein Gemüt ist aufgewühlt, fragt sich nur warum.“ Die tiefe und doch so sanfte Stimme ließ den Erzengel angenehm erzittern. Die Stimme von Gott selbst sprach zu ihm. Selbst für ihn, als Erzengel, war dies eine unsagbare Ehre. Weisheit, Ruhe und eine tiefe Wärme gaben der Stimme eine ungeahnte Kraft, welcher jeder in diesem Reich ersehnte. Der Engel wagte es, seinen Blick zu heben und wurde gleich von den goldfarbenen Augen seines Herrn gefesselt. Mächtige Wogen aus reinem, goldfarbenem Licht formten sich zu seinen Flügeln, welche nicht aus Federn wie die eines normalen Engels bestanden. Seine Augen glichen der Farbe des hellen Lichtes eines Sterns, seine langen Haare dem reinen weiß einer makellosen Seele, die Haut von der Sonne geküsst in einem dunklen Ton- durch das Alter von Jahrtausenden mit Falten gezeichnet. Jeder, der dieses erhabene Wesen auch nur zu Gesicht bekam, erlag der Ausstrahlung von Macht. Auch Michael wurde sogleich beruhigt und vergaß für einen Moment seine innere Aufruhr.
      “Vater… Die Tore des Himmels… Wir können sie nicht halten!” Michael atmete schwer, hatte er die Zerstörung des diamantenen Tores erlebt, das Feuer was sich durch den Himmel fraß und die ausgeschlachteten Engel, die zu Boden gegangen waren. Sein Herrscher erhob sich anmutig von seinem Thron und trat mit langsamen Schritten die gläsernen Stufen hinab, bis er vor seinem geschaffenen Geschöpf zum Stehen kam. Sanft legte er seine behandschuhten Hände auf die bebenden Schultern des Engels.
      „Zweifel und Angst sind Gefühle, die hier in mein Reich nicht gehören. Sag, was geschehen ist.“, befahl er. Innerlich verspürte er jedoch eine leise Unruhe, ausgelöst durch die Worte seines Engels.
      Michael atmete tief durch und sah erneut zu Gott auf. Selbst dessen schönes Antlitz konnte die Furcht vor den bevorstehenden Worten nicht mindern. Seine Stimme zitterte während er die verdammten Worte aussprach. Worte, die alles verändern sollten.
      “Es ist Lucifer, Vater. Er hat das Tor zerschmettert und beginnt wie ein Wahnsinniger den Himmel zu zerstören!”



      Lucifer

      Zufrieden mit seinem Werk schritt Lucifer durch das zertrümmerte Tor des hohen Himmels. Die gold-violetten Augen sahen erfüllt von Machthunger und triefendem Hass über die Splitter hinweg. Seine Schritte waren langsam, genießend im Angesicht der Zerstörung. Flammen fraßen sich bereits durch das Himmelsreich und seine Legionen fielen in großen Zahlen über die überrumpelten Engel her. Er hätte diese lächerlichen Regeln schon viel früher brechen sollen. Schon viel eher dieses Drecksloch von einem Himmel verbrennen sollen. Die hochgewachsene Gestalt, welche von eisiger Finsternis umgeben wurde, trat über die Schwelle. Hinein in jenes Reich, welches er einst seine Heimat nannte. Früher hatte er den strahlenden Palast geliebt. Die reichen Gärten, den endlosen Himmel… das Licht. Heute erfüllte es ihn mit Abscheu und er zog jene Finsternis hinter sich her, die mit den Jahren seine Heimat geworden waren. Sie verhüllten die Sonne und tauchten den Himmel in Schatten, sodass der Glanz des Kristalls erlosch.
      “Lasst niemanden am Leben.”, war alles, was der Teufel sagte. Seine tiefe, dunkle Stimme hallte über den Lärm brechenden Gesteins und Schmerzensschreien. Die Dämonen folgten seinem Ruf und ließen ihre monströsen Kreaturen über die Engel herfallen. Lucifer selbst machte sich keine Mühen, am Geschehen teilzunehmen. Er ließ lediglich die Finsternis stärker werden und die Flammen höher lodern, doch war keiner dieser einfachen Engel hier es Wert, von seiner Hand getötet zu werden. Seine Klinge sollte heute nur das Blut eines geflügelten Bastards kosten dürfen. Michael wartete irgendwo im Inneren des Palastes zweifellos. Und die anderen Erzengel dürften nicht weit weg sein, doch um jene konnten sich seine Fürsten kümmern. Lucifer interessierte sich nur für Michael, mit ihm hatte er eine persönliche Rechnung offen, ehe sein Vater, Gott selbst, an der Reihe wäre.

      Lucifer strebte den direkten Weg zum Heiligtum an. Jeder der sich ihm in den Weg stellte wurde hinweggefegt, hatte der Gefallene keine Zeit für diese Albernheiten. Auf halben Weg zu seinem Ziel blieb Lucifer stehen. Er verzog das Gesicht angewidert, als er sehen konnte, wer sich ihm in den Weg gestellt hatte. Doch dann verzogen sich seine Lippen zu einem spöttischen Lächeln.
      “Sieh an, ihr beide seid hier um mich zu empfangen. Wollt ihr mir zu meiner Rückkehr nach Hause gratulieren?” Lucifer breitete in verhöhnender Manier die Arme aus, als würde dieses Reich ihm gehören. Nun, genaugenommen tat es das auch. Sobald er diese beiden Verräter in das Reich des Vergessens geschickt hatte. Michael, sein Zwilling, und Gott selbst standen auf der Brücke die es zu überqueren galt.
      “Lucifer…” Gott richtete das Wort an ihn, Enttäuschung ließ seine Stimme vibrieren. Lucifer schnaubte lediglich.
      “Elohim…”, entgegnete er mit Verachtung, seinen Bruder würdigte er keinen Blick.
      “Ruf deine Dämonen zurück und kehrt um, Lucifer. Ich warne dich nur dieses eine Mal.” Umkehren? Lucifer stieß ein zorniges Lachen aus.
      “Natürlich, ich werde aufgeben und kehre in die Unterwelt zurück. Ich bitte dich, hältst du mich für so schwach? Sieh dich um, Vater…” Letzteres spuckte er förmlich aus. “Meine Legionen brennen dein hübsches Reich nieder. Und ich bin hier, um deine Fehler rückgängig zu machen. Dein Himmel wird mir gehören. Und danach werde ich dafür sorgen, dass der Abschaum den du deine menschlichen Kinder nennst zur Hölle fahren.” Lucifers kalte Stimme hallte durch die Luft und schien diese merklich herunterzukühlen. Die Schwärze um seine Gestalt herum nahm zu.
      “Lucifer, bitte…”, versuchte Michael, das Schwert in seiner Hand zitterte, wollte er nicht erneut gegen seinen Bruder kämpfen.
      “Es reicht, Morgenstern!”, donnerte Gottes Stimme nun, deutlich verzerrt von Zorn.
      “Neige dein Haupt in Demut oder ich sorge dafür.” Lucifer zog lediglich die Brauen hoch.
      “Ach ja? Ich bin schon gefallen, was willst du mir noch antun, Vater? Nein, eher würde ich als Mensch verrotten als vor dir zu knien.” knurrte der Teufel und erhob seine Waffe. Gut, sein Plan ging vielleicht nicht ganz auf, aber würde er diese Situation eben nutzen um dafür zu sorgen, dass seine ach so geliebte Familie endlich ihren letzten Atemzug unternahm. Doch plötzlich ertönte Gottes Lachen. Ein Laut, der Lucifer ein unangenehmes Gefühl bescherte.
      “Du möchtest also lieber ein Mensch sein? Als Sterblicher leben anstatt vor mir zu knien?” Gott sah in die sonderbaren Augen seines Sohnes, dem es langsam zu dämmern begann. Lucifer erstarrte und wich zurück.
      “Was…?” Unter Gottes Blick fühlte der Dämon sich in diesem Moment ausgeliefert, doch schüttelte er nur den Kopf.
      “Das kannst du nicht, Elohim. Ich bin ein Unsterblicher, ein Wesen der Macht.” - “Und wer hat dir diese Macht geschenkt, Sohn der Morgenröte?”, unterbrach ihn sein Vater und lächelte traurig.
      “Nun, es waren deine eigenen Worte, Lucifer. Nicht länger sollst du als Engel oder Dämon wandeln. Ich verbanne dich...zu dem Leben als Sterblicher. Nicht eher wirst du deine Macht zurückerhalten, bis du gelernt hast, was Demut und Reue bedeuten. Und nicht eher wirst du zurückkehren können, bis du des Menschen Liebe verstanden hast.” Gottes Worte brachen gleich einer kalten Welle über Lucifer herein. Eine einzige, knöcherne Hand, die erhoben wurde später, und Lucifers Welt wurde schwarz.

      ~*~

      Blinzelnd öffnete er seine unendlich schweren Lider, welche ihn noch in Dunkelheit hielten. Doch ein schmaler Streifen des Lichtes zeigte sich ihm und langsam öffnete er seine Augen, kniff sie jedoch wieder als grelles Licht ihm begegnete und so unerträglich grell wirkte, was seine stechenden Kopfschmerzen nur stärker werden ließ. Tänzelndes Sonnenlicht fiel durch das Blätterdach, als Lucifer wieder zu sich kam. Eine kühle Brise schien die Blätter tanzen zu lassen, doch das hereinfallende Licht ließ den Teufel vor Schmerz aufstöhnen. Warum war es so verdammt grell? Sein Kopf schmerzte bestialisch, das Licht machte es nicht besser. Dennoch zwang er sich, erneut seine Augen offenzuhalten. Wo beim Höllenfeuer war er? Die Bäume, das nasse Gras unter seinen Fingern… Er war in einem Wald und langsam drangen Geräusche zu ihm durch. Verschiedene Insekten surrten durch die Gegend, gefolgt von dem zwitschernden Laut unzähliger Vögel. Er...war in der Menschenwelt? Lucifer versuchte seine Gedanken zu sortieren, sich zu erinnern wie er hierher kam, doch wollte ihm dies nicht gelingen. Ihm war unsagbar heiß, er fühlte sich als würde er von innen heraus verbrennen und seine Kehle schmerzte. Seine Hand zuckte leicht, doch diese Rührung allein entfachte ein Inferno von Schmerzen in seinem Körper aus. Er stöhnte auf, der Laut kratzte in seinem Hals als wäre seine Kehle rau und ausgedörrt. Warum tat alles nur so weh…? Er konnte sich nicht erinnern, weshalb er hier war. Wieder blinzelte er, versuchte gegen den Sog der Müdigkeit anzukämpfen, der nach ihm mit dunklen Armen griff. Was war mit ihm los? Warum fühlte sich sein Kopf so…leer an? Er versuchte sich vor Augen zu führen, was er tun wollte, wo er war und…Er stockte. Seine Augen weiteten sich, als es ihm wieder einfiel. Er hatte den Himmel beinahe niedergebrannt doch dann… Lucifers Herz begann unruhig schneller zu schlagen. Nein… Nein, nein, nein! Das durfte nicht passiert sein! Verbissen stemmte sich Lucifer hoch, erfüllt von den Schmerzen, die er in jener Form noch nie verspürt hatte und stemmte sich mit seinen Händen etwas auf dem erdigen Boden ab, um Halt zu finden. Nun halb sitzend sah er an sich hinab. Ein Keuchen kam ihm über die Lippen. Hinfort war die Gewandung des Höllenherrschers. Eine einfache Jeans, ebenso ein schwarzes Hemd war ihm geblieben. Menschliche Kleidung… Lucifer rang nach Luft als er bemerkte, dass lange, schwarze Haare über seine Schultern fielen. Hinfort war das schneeweiß, welches sonst seine Haare geschmückt hatte, die zuvor unter der Kapuze verborgen lagen. Ihm wurde übel, sein Magen drehte sich ihm um und er versuchte krampfhaft, sein Inneres zu beruhigen.
      “Du hast mir keine Wahl gelassen, mein Sohn.”, drang die bedauernde Stimme Gottes zu ihm durch. In Form eines weißhaarigen, alten Mannes stand er unweit neben ihm und sah kopfschüttelnd zu ihm hinab.
      “Dein Stolz war dein Verhängnis und deine Rachsucht hat deine Strafe besiegelt. Ich wünsche dir viel Glück.” Lucifer spürte wie Panik in ihm aufstieg, sein Blick fuhr fassungslos von Elohim zu Michael, der nicht minder schockiert dreinsah, wie sich der Teufel fühlte.
      “Nein, das kannst du nicht… mach es rückgängig!”, krächzte Lucifer, erschrocken darüber, wie wenig von seiner samtenen, dunklen Stimme übrig geblieben war.
      “Du hattest die Wahl Sohn. Du wolltest lieber ein Mensch sein, als zu bereuen und deine Legionen zurückzuziehen. Nun lebe mit den Konsequenzen und genieße das Leben als Sterblicher.” Damit verschwand Gott durch ein kurzerhand geschaffenes Portal. Erzengel Michael, der seinem Bruder einst sehr ähnlich sah, blieb unsicher auf der Stelle stehen.
      “Lucifer...das… Es tut mir leid....” Er schien sichtlich betroffen zu sein. Den Teufel so zu sehen… in menschlicher Form, war selbst für Michael eine harte Strafe.
      “Pass...auf dich auf. Ich werde nach dir sehen sobald ich kann...”, waren schließlich die unbeholfenen, letzten Worte des Engels, ehe auch er seinem Vater zurück in den Himmel folgte. Lucifer blieb allein inmitten der Lichtung zurück. Fassungslos, erfüllt von einer Angst, die ihm fremd war. Das konnte unmöglich Vaters Ernst sein. Die Hölle brauchte einen Herrscher, er konnte nicht ewig ewig Mensch bleiben. Ein Mensch… Lucifer wurde schwindelig, als ihm bewusst wurde, wie weitreichend diese Worte waren. Er war sterblich, verwundbar….schwach… Die Welt drehte sich, die Kopfschmerzen nahmen zu und verzweifelt verbarg er sein Gesicht zwischen den nunmehr klauenlosen Händen. Was zur Hölle sollte er jetzt machen? Er kannte sich in dieser Dreckswelt nicht aus, ganz zu schweigen davon, dass die Hitze in ihm unerträglich wurde. Er fühlte sich...krank.
      “Das darf einfach nicht wahr sein….”, keuchte er leise und ließ sich kraftlos wieder zurück in das weiche Gras sinken, den Blick beinahe leer nach oben gerichtet. Das würde dieser alte Bastard büßen, sobald der Gefallene seine Macht zurückhatte. Das würde er bereuen und wenn es das Letzte wäre, was Lucifer tun würde!

      Es tut weh fallen gelassen zu werden, ohne zu wissen warum. Aber letztendlich weiß man anschließend, was man jenen Personen überhaupt bedeutet hat.
    • Yeona


      Die Schüler tuschelten leise miteinander, während die Dunkelhaarige hinter dem Pult saß und über sämtliche Blätter gebeugt war. Die Englisch Lehrerin hatte den jungen Schüler beauftragt Aufgaben bis um Ende des Unterrichts zu erledigen. Damit diese nicht vergaßen welche Aufgaben für sie vorgesehen war, hatte sie mit einer eleganten Handschrift die Seitenanzahl und Nummer der Aufgaben auf die dunkelgrüne Tafel geschrieben. Anfangs war es ruhig im Raum gewesen, doch je länger die Zeit voran schritt, desto unruhiger und gelassener schienen die Jugendlichen zu werden. Es war nicht etwas, was Yeona sonderlich überraschte. Wohl eher hatte sie mit solch eine Entwicklung gerechnet, denn nach dieser Stunde durften die Kinder nach Hause gehen oder ihre Hobbys in der Schule nachgehen. Dennoch mussten die Schüler solange im Unterricht sitzen, bis die Schulglocke dem Ende des Unterrichts läutete. Und je lauter die Schüler wurden, desto unkonzentrierter wurde Yeona, doch sie versuchte es sich nicht anmerken zu lassen. Also saß sie weiterhin an ihrem Platz und korrigierte die Hausaufgaben, die sie von einer anderen Klassen eingesammelt hatte. Mit ihrem roten Stift bewaffnet, hatte sie Fehler unterstrichen, korrigiert und am Ende eine kleine Anmerkung hinterlassen. Diejenigen, die eine exzellente Arbeit getan hatten, kritzelte sie mit einem Lächeln ein Smiley. Eine kleine Geste, die womöglich dem Schüler ein wenig erfreuen würde. Vielleicht würden die Schüler sich an solche Kleinigkeiten erfreuen, doch sie erhoffte sich dem einen oder anderen ein Lächeln auf das Gesicht zaubern zu können und sie motivieren weiterhin solch eine gute Arbeit zu leisten. Diejenigen, die mehrere Fehler gemacht hatten, schrieb sie am Ende einen Satz der Erheiterung oder etwas, was sie vielleicht anspornen könnte. Es fiel Yeona etwas schwer für jeden einen individuellen Satz oder Wörter hinzuschreiben, doch sie gab ihr Bestes.
      Als die Glocke ertönte, blickte Yeona und stand hektisch auf. Die Schüler waren aufgesprungen und packten die Sachen zusammen. Immer wieder war Yeona überrascht wie rasch die Schüler immer waren ihre Sachen zusammen zu packen, aber dann oft etwas spät zum Unterricht zu kommen. „Before you go, you should write down the pages and exercises you will be doing as homework“, meldete sich Yeona und sagte dies mit erhobener aber sanften Stimme, weil die Stimmen der Schüler laut geworden sind, da sie angefangen hatte frei miteinander zu sprechen und das gern quer durch den Raum. „Homework will be exercises two, four and five on page onehundredtwentytwo.“ Ein Raunen ging durch die Reihe und Yeona sah, wie die einen oder anderen die Augen verdrehten. Die Lehrerin wusste, dass Hausaufgaben nicht gern bei den Schülern gesehen werden, doch diese Aufgaben würde ihr Wissen, welches sie ihnen heute vermittelt hatte, noch einmal abfragen. Zwar fand Yeona das Hausaufgaben nicht immer richtig und nötig waren, doch sie vergab diese nur, wenn sie ein neues Thema angeschnitten hatte oder sie es als nötig sah Übungen dazu zu machen. Auf der anderen Seite war Yeona nicht streng zu denen, die die Hausaufgaben nicht gemacht hatte. Von Anfang hatte sie gesagt, dass die Schüler die Hausaufgaben machen sollten, wenn sie es wollten. Es war also die Entscheidung der Schüler. Yeona wollte, dass die Schüler lernten selbst einzuteilen und zu wissen, was sie brauchten und was nicht, was nötig war und was nicht. Wer die Hausaufgaben nicht gemacht hatte und sich während der Klausur ärgerte diese nicht gemacht zu haben, da diese Aufgabe der Aufgaben in den Hausaufgaben ähnelte, war deren eigene Schuld. Dennoch war Yeona dazu bereit extra Übungsblätter für diejenigen zu entwerfen, die zusätzliche Übung haben wollten. Sie erfreute sich daran zu sehen, wie Schüler ihr Bestes gaben und offen zeigten, dass sie gewilligt waren mehr zu lernen.
      „Do your homework if you have time and find ist necessary. I will be discussing the exercises with those who did them“, rief sie noch hinterher, als die ersten Schüler das Klassenzimmer verließen. Auch sie packte langsam ihre Sachen zusammen. Als die sämtliche Hausaufgaben der anderen Klasse in ihrer Tasche war und sie ihr Stuhl an den Lehrerpult gerückt hatte, verließ auch sie schlussendlich den Raum. Sie war die Letzte. Zum Glück war Morgen Wochenende.

      Ihre Finger glitten ungehindert durch ihre braunschwarze Haare, als sie versuchte sich einen hohen Zopf zu machen. Sie war etwas später aufgestanden als sonst, hatte sich Frühstück gemacht, ihre Katze Mitty gefüttert und in ihre Sportkleidung gewechselt. Heute hatte sie die Lust verspürte die frische Luft zu genießen und dabei Sport zu treiben. Es war lange her, dass sie zuletzt gejoggt war. Dadurch, dass sie oft und gern tanzte, besaß sie ein gutes Stück Ausdauer und daher fiel ihr das lockere Joggen nicht sonderlich schwer, im Gegensatz zu denjenigen, die im Normalfall kein Sport trieben. Ihr Handy wollte sie in der Wohnung lassen. Letztes Mal war das Armband kaputt gegangen, an dem sie ihr Handy beim Joggen befestigen konnte. Der Übeltäter war ihre Katze gewesen, die ihr Armband für ein Spielzeug gehalten hatte und Yeona zu spät gemerkt hat, wie Mitty an dem Band gezerrt, gerissen und gebissen hat. Nun musste sie ohne Musik laufen, was ihr jedoch nicht viel ausmachte. Sie hatte heute nicht vor lange zu Joggen. Eine kleine Runde im Wald würde ihr genügen. Was sie im Laufe des Tages noch anstellen wird, war ihr bisher noch nicht ganz klar. Sie wollte es viel lieber auf sich zukommen lassen.
      „Tschüß Mitty. Ich bin bald wieder zurück“, verabschiedete sie sich von der schwarzen Mitty mit weißen Flecken, die faul auf dem Sofa lag und die Sonne auf ihr Fell genoss. Manchmal wünschte sich Yeona eine Katze zu sein. Gefüttert zu werden, zu schlafen und zu spielen wann man Lust hatte. Man musste keine Miete zahlen, nicht arbeiten gehen oder sich Gedanken machen welches Outfit man anziehen wollte. Mit einem Lächeln zog sie Tür zu, benutzte den Aufzug nach unten und lief in Richtung Wald.
      Als sie in diesem ankam, atmete sie tief durch. Sämtliche Sonnenstrahlen beglückten die Menschen auf der Welt und hier kamen nur vereinzelt auf den braunen Boden an, da das Blättergewirr der umstehenden Bäumen die Welle der Sonnenstrahlen aufhielt und nur wenigen ermöglichte auf den Boden aufzukommen. Aufgrund dessen war es ihr nicht zu heiß und sie konnte ungehindert laufen, ohne die Hand zu heben, die ihre Augen vor der Helligkeit schützen sollte. Doch bevor sie zum Laufen ansetzte, stemmte sie ihre Hände an ihre Hüfte, atmete tief ein und aus und schloss mehrere Male ihre Augen. Städte hatten ihren Vorteil, doch ein kleiner Ausflug in die Natur tat der Seele gut.
      Ein sanfter Wind wehte in ihre Richtung und streifte sachte über ihre nackten Arme und ließen vereinzelte Strähnen in ihrem Zopf tänzeln. Yeona strich über ihren Kopf, um damit zu verhindern, dass sich zu viele Härchen aus dem Zopf lösten und aus welchem Grund auch immer, als hätte ihr Körper sie daran gedrängt dies zu tun, blickte sie zu ihrer linken Seite. Eigentlich hatte sie nicht erwartet dort etwas Außergewöhnliches zu sehen, vielleicht mit einem kleinen Tier, womit sie jedoch nicht gerechnet hatte, war der Anblick eines Mannes, der gegen ein Baum gelehnt war. Da Yeona etwas weiter entfernt war, konnte sie sein Gesicht nicht klar ausmachen und da fragte sie sich was der Mann dort tat. Sie konnte sich nicht ganz erklären wieso, doch wie er dort saß und das was er anhatte, gehörte nicht ganz in einem Wald. Auch diesmal konnte sie es sich nicht gänzlich erklären, doch etwas sagte ihr, dass sie nachsehen sollte. „Vielleicht ist er in Schwierigkeiten“, murmelte sie zu sich selbst und schlug nun eine andere Richtung ein.
      Mit vorsichtigen Schritten kam sie der Gestalt näher. Ihr kam es vor, als würde das Gras um ihn herum grüner erscheinen und dort mehr kleine, kaum merkliche Blumen blühen. „Du hast mal wieder zu viele Märchen Filme gesehen und Bücher gelesen“, sprach sie leise mit sich selbst.
      Nach jeden zweiten Schritt konnte sie die Figur klarer erkennen. Lange schwarze Haare und ein markantes Gesicht. Seine Kleider an sein Körper gegossen und seine Haltung aufrecht. Was Yeona dazu bewegte ihre Atem scharf einzuziehen, war sein Gesicht. Nicht, weil er gut aussah, sondern wegen dem Ausdruck, der vor Schmerz verzerrt war. So kam es ihr jedenfalls vor. Ihm standen förmlich die Schweißperlen auf die Stirn und das Gefühl der Besorgnis durchflutete ihren Körper. Ehe sie sich versah, war sie zu ihm geeilt und kniete sich vor ihm hin. „Hey. Kannst du mich hören?“ Man konnte nicht ignorieren, wie schlecht sein Zustand aussah. Yeona legte ihren Handrücken gegen seine Stirn und spürte augenblicklich die viel zu hohe Temperatur. „Du bist ja richtig am Glühen“, rief sie entsetzt. Sie wollte nach ihrem Handy greifen, doch sie griff ins Leere. Wieso hatte sie ausgerechnet heute ihr Handy nicht mitgenommen? Genau an dem Tag und dem Moment, wo sie das nun dringend brauchte? Nervös biss sie sich auf die Lippe, während die Gedanken in ihrem Kopf rasten, doch sie konnte keins dieser Gedanken festhalten und diese vollends ergreifen. Yeona konnte den Mann jedoch unmöglich hier allein lassen. Sie wollte ihn fragen, ob er ein Handy bei sich hatte, doch er schien nicht wirklich in der Verfassung zu sein darüber nachdenken zu können. Sie tastete vorsichtig seine vorderen Hosentaschen ab, doch sie spürte nichts. Auch er schien sein Handy nicht bei sich zu haben. Eigentlich wollte Yeona einen Krankenwagen holen, doch wenn sie so darüber nachdachte, war sie sich nicht sicher, ob ein Krankenwagen wirklich nötig war. Immerhin handelte es sich nur augenscheinlich um ein Fieber. Ob Krankenwagen oder nicht, beide besaßen kein Handy bei sich, dass sie eins hätte anrufen können. Yeona entschloss sich also kurzerhand ihn wenigstens aus dem Wald zu bringen. „Ich werde versuchen dich hier rauszubringen, ok? Tut mir leid, dass ich dich ungefragt anfassen werde.“ Sie ergriff sich vorsichtig einen Arm von ihm, legte es um ihre Schulter und zog ihn zu ihr hoch. Da es sich um Mann handelte, der um einiges größer als sie war, war er auch dementsprechend schwer. Doch als er stand, sein Gewicht auf sie gelagert wurde und sie mit ihrer anderen Hand ihn auf der anderen Seite festhalten konnte, kam sie mit dem Gewicht zu einem gewissen Grad zurecht. „Wo wohnst du? Ich werde dich dorthin bringen. Oder willst du lieber ins Krankenhaus?“, fragte sie ihn dann, als sie auf den Ausgang zusteuerte. Sie hatte weder Handy noch ihr Geldbeutel dabei. So hoffte sie, dass er in der Nähe wohnte, sonst müsste sie ihn vorerst in ihre Wohnung bringen.
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    • Lucifer

      Lucifer wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war. Waren es nur wenige Minuten oder gar Stunden, die er kraftlos im hohen Gras gelegen hatte? Was spielte es auch für eine Rolle, seine Versuche, den Ansatz einer Lösung für das momentane Problem zu finden schlugen dank des Fiebers fehl. Seine Gedanken waren ein einziger Wirrwarr aus Emotionen und Verzweiflung, ebenso die Wut fraß sich heiß durch sein Inneres. Wie konnte Gott ihm das antun?! Die Strafe seiner Verbannung lastete noch immer schwer auf Lucifer, doch war dieser Schmerz nichts im Vergleich zu dem, was er jetzt durchlitt. Ein Mensch… Ein dreckiger, schwacher Mensch war seine Bestrafung… Das war zu viel. Oh wie gerne würde er den alten Mann in Stücke reißen und seinen verdammten Himmel niederbrennen, bis kein gläserner Turm mehr stehen bleibt.
      Nach einer Weile hatte Lucifer sich halbwegs hochgehievt und lehnte mit den Rücken an dem knorrigen Stamm eines nahestehenden Baumes. Er hatte das Gefühl, immer wieder von Schwärze umfangen zu werden, die ihn verlocken wollte einzuschlafen. Mit aller Kraft wehrte er sich ein jedes Mal gegen diesen Sog und versuchte bei Bewusstsein zu bleiben. Sein Körper brannte und sein wahres Wesen, seine Seele wehrte sich spürbar gegen die neue Hülle. Natürlich hatte Lucifer versucht, seine Kräfte einzusetzen. Sich wenigstens zurück in die Unterwelt zu bringen. Vergebens, er konnte nicht einmal einen Funken heraufbeschwören. Seine blassen Hände blieben leer und letztlich kraftlos neben ihm liegen. Den Kopf nach hinten gelehnt, das Gesicht vor Schmerz verzerrt sah er einfach zum Himmel auf in der stummen Frage; Warum? So saß er eine ganze Weile, begleitet vom sanften Gesang einiger Vögel, welche sich in seiner Nähe niedergelassen hatten und ihn neugierig begutachteten. Würde es ihm besser gehen, so hätte er sie vielleicht zu sich gerufen oder gar sachte gelächelt. Aber so konnte er ihnen nur müde entgegenblicken.

      Er musste kurzzeitig eingenickt sein, spürte er als nächstes die Anwesenheit einer Person neben sich, die ihn ansprach. Eine junge Frau war zu ihm geeilt und innerlich stöhnte er genervt auf. Auch das noch. Ein Mensch, der ihn ausgerechnet in dieser Verfassung sah… Demütigender ging es nicht… Wobei, zumindest war es niemand seiner eigenen Leute. Nicht wenige Dämonen würden diese Schwäche nutzen in dem Glauben, damit Macht zu erhalten. Doch wusste niemand, wie schwer es war, das finstere Reich der Hölle wirklich aufrechtzuerhalten. Er spürte eine überraschend angenehme kühle Hand auf seiner Stirn, die ihn dazu verleitete, die Augen geschlossen zu halten. Das war weitaus angenehmer als er gedacht hatte. Den Kommentar, dass er glühe, überhörte er dafür gekonnt. Natürlich glühte er vom Fieber, sein ganzes Wesen kämpfte gerade gegen ihn. Als nächstes wurde ihm hochgeholfen und die zierliche Dame versuchte ihn zu stützen. Lachhaft und doch wusste Lucifer, dass er alleine wohl kaum gerade stehen konnte, so sehr sein Stolz darunter auch litt. Widerstandslos ließ er es geschehen und öffnete letztlich auch seine Augen. Kurz betrachtete er die Frau neben sich durch den Schleier der Erschöpfung. Langes, braunes Haar und klare, blaue Augen zierten ihr ansehnliches Gesicht. Unter anderen Umständen hätte er sie vielleicht zur Sünde verleitet, doch so war lediglich ein Blick aus seinen ihm noch unbekannten Augen übrig. Als sie ihn jedoch fragte wo er lebte oder ob er ins Krankenhaus wolle entkam ihm ein frustriertes Schnauben.
      “Ich komme nicht von hier… Kein Krankenhaus!”, zwang er sich wenige Worte zu sprechen, die seiner ohnehin schon kratzigen Stimme nicht besonders gut taten. Kurz presste er die Lippen zusammen aufgrund des stechenden Schmerzes in seinem Hals. Zur Hölle, warum waren diese Körper so schwach konzipiert? Wie überlebten Menschen so lange, wenn sie derart zerbrechlich waren. Normalerweise würde wohl ein Windhauch genügen, diese Geschöpfe zerbrechen zu lassen ehe sie starben..- Plötzlich wurde Lucifer um einiges blasser. Er...konnte sterben. Nein, das hatte Gott sicherlich verhindert. Er würde doch nicht wirklich absolut sterblich sein? Menschen konnten sich kaum gegen äußere Einflüsse wehren und überlebten selten Verletzungen oder schwere Krankheiten. Ein trockenes Schlucken war die Reaktion des Schwarzhaarigen, wurde ihm gerade bewusst, in welcher verhängnisvollen Lage er sich befand, wenn er noch länger hier bliebe… Natürlich hatte er gewusst, dass er nicht ewig in diesem Wald bleiben konnte. Allerdings wurde ihm jetzt bewusst, wie dringend er… Hilfe nötig hatte. Allein dieser Klang brachte die Übelkeit zurück, die er hinunter schluckte und kurz die Augen schloss.
      “Bring mich einfach nur hier hinaus…” Es sollte befehlend klingen. Ohne seine Stimme mit vollem Klang ertönte es jedoch nur jämmerlich aus seinem Mund. Dieser miese Bastard von einem Vater! Er war angewiesen auf die Hilfe einer Fremden in der Hoffnung, sie möge nichts hinterfragen. Er hatte weder einen Namen noch eine Identität auf die er zurückgreifen konnte. Sein letzter Besuch auf Erden war Jahrzehnte her… Und in der Moderne war ein namenloses Gesicht ungern gesehen. Lucifers Schläfen begannen erneut zu pochen bei den Sorgen, die sein Herz überrollten. Er verdammte es, dass er Angst empfand, dass er beunruhigt war. Die Bewusstlosigkeit wäre ihm beinahe lieber gewesen als diese Schande…


      Michael

      Noch immer schockiert über die jüngsten Ereignisse blickte der weißhaarige Engel über das verlassene Trümmerfeld des Himmels. Die Dämonen waren von Gott in ihre Welt geschickt worden, nachdem er Lucifer diese Strafe auferlegt hatte. Eine Strafe, welche Michael bis ins Mark erschütterte. Bei allem, was Lucifer getan hat, mochte sie in Gottes Augen verdient sein. Doch Michaels Wesen wehrte sich dagegen, es zu akzeptieren. Lucifer litt wörtliche Höllenqualen. Nie wurde ein Wesen wie er zu einem Menschen gemacht und seine Verfassung auf der Waldlichtung war mehr als besorgniserregend. Zwar mochten die beiden Engel Erzfeinde sein, doch hatte Lucifer diese Bestrafung nicht verdient. Der Bruder in Michaels Seele schrie förmlich empört auf, wollte zurück und dem Teufel zumindest helfen. Seufzend schüttelte der Engel den Kopf. Sah zu wie einige Engel die Trümmer mittels Magie verschwinden ließen und sie neu zusammenfügten. Es war verheerend, was geschehen war, ohne Frage. Und Michael graute es vor dem tag, an dem Lucifer mit voller Macht und neuem Hass zurückkehren würde. So konnte niemals Frieden herrschen. Gott schürte Lucifers Wut weiterhin, aber mit welchem Zweck? Wäre es nicht sinnvoller, einen Friedenspakt zwischen Himmel und Hölle auszuarbeiten? Lucifer ein wenig zu besänftigen und eine diplomatische, gerechte Lösung zu finden? Es gab keine Schatten in einer Welt ohne Licht, doch umgekehrt brauchte es die Finsternis, damit das Licht die Welt erhellen konnte. Michael wandte sich vom Schlachtfeld ab und wandte sich an Gabriel, der einige Befehle vergab um das Diamanttor wieder aufzubauen.
      “Übernehmt Ihr?”, war alles, was Michael sagte. Gabriel musterte ihn zwar besorgt, doch nickte der Erzengel schließlich.
      “Natürlich, ruht Euch aus, Bruder.” Mehr brauchte es nicht, dass Michael mit großen Schritten den Schauplatz verließ. Anders als andere Engel zog er es tatsächlich vor, seine Flügel nur in notwendigen Fällen zu nutzen. Wozu hatte er Beine, wenn er sie nicht nutzte? Sicher, einige seiner Brüder und Schwestern mochten diese schon fast menschliche Eigenschaft nicht verstehen, doch wagte es niemand, dem obersten Engel diesbezüglich etwas zu sagen.

      Michaels Schritte führten ihn direkt zum Heiligtum des Himmels. Dem einzigen Bauwerk, welches unversehrt geblieben war. Es war ungewohnt, den Palast umgeben von schwarzem Rauch und Trümmern zu sehen und kurz fragte sich Michael, ob dieser Anblick für seinen Zwilling zum Alltag gehörte. Chaos, Zerstörung und Flammen gepaart mit Finsternis. Wenige Worte, welche die Unterwelt perfekt beschrieben. Vor den Toren zum Thronsaal blieb er abermals stehen und atmete tief durch. Es war nie leicht, eine direkte Unterredung mit seinem Vater zu halten. Für gewöhnlich hatte Michael wenig mit seinem Schöpfer zu tun, hielt dieser sich eher im Hintergrund. Diesmal jedoch wollte Michael zum ersten Mal Zweifel äußern. Und als wäre er erwartet worden öffneten sich die Tore von selbst.
      “Möchtest du nur vor meiner Tür stehen oder auch hereinkommen, mein Sohn?”, drang Gottes sanfte Stimme zu ihm hinaus. Schluckend holte Michael tief Luft und schritt voran, bis er vor seinem Vater zum Stehen kam. Demütig ging er auf die Knie.
      “Vater…”, grüßte er seinen Herrn diesmal als Sohn, nicht als Erzengel wie zuvor. Gott sah aus seinen goldenen Augen zu ihm hinab.
      “Was bedrückt dich, Michael? Der Aufbau geht gut voran, morgen schon erstrahlt der Himmel in altem Glanz.” Die eigentlich beruhigenden Worten vermochten es nicht, Michaels Zweifel zum Schweigen zu bringen.
      “Deshalb bin ich nicht hier, Vater… Es… Seid Ihr sicher, dass Ihr Lucifer als Mensch zurücklassen wollt?” Michael hielt seinen Atem an und den Kopf gesenkt. Es war nicht seine Art, offen zu zweifeln. Der letzte Engel der zweifelte wurde zum Teufel gemacht…
      “Es war sein eigener Wunsch und seine Strafe, die er für sein Verhalten ausstehen muss.” Gottes Stimme wurde schärfer.
      “Aber… Ich….diese Strafe ist etwas hart…” Leise war des Weißhaarigen Stimme. Zögernd, als wüsste er nicht, ob er es aussprechen dürfte.
      “Zweifelst du an meinem Urteil?” Über die plötzliche Kälte, die Michael entgegenschlug, zuckte der Engel nur zusammen. “Lucifer wird als Mensch leben, bis er endlich etwas Vernunft in sein verdorbenes Leib bekommt, Michael. Das ist mein letztes Wort.” Gottes Stimme war hart und unnahbar, gab es nichts, was Michael hätte tun können. Sein Herz sank und Kummer überschattete das eigentlich gefasste Gemüt des Erzengels. Er war die Gerechtigkeit selbst und dieses Mal erkannte er nichts Gerechtes in dieser Tat…
      “Und nun zieh dich zurück, Michael.” Er folgte dem eindeutigen Befehl und verließ mit schweren Herzen den Thronsaal. Er wollte etwas tun. Etwas um zumindest Lucifer ein wenig zu unterstützen. Er war allein, gefangen in einer Welt die nicht seine ist und in einem schwachen Körper. Die Dämonen würden irgendwann davon Wind bekommen. Im Schauderte bei den Vorstellung, was dies auslösen würde. Eine Unterwelt voller Monster ohne ihren König, der sie unter Kontrolle hielt war fatal… Michael kehrte in sein Gemach zurück und sah nachdenklich hinaus in den Himmel. Er würde Baal kontaktieren müssen, er war Lucifers engster Vertrauter und der Einzige, der ihm helfen könnte. Er als mächtigster Fürst und rechte Hand Satans würde er etwas tun müssen… Michael seufzte schwer, war er nicht erpicht darauf in die Hölle einzukehren. Doch welche Wahl blieb ihm? Er konnte nicht untätig herumsitzen und warten.

      Es tut weh fallen gelassen zu werden, ohne zu wissen warum. Aber letztendlich weiß man anschließend, was man jenen Personen überhaupt bedeutet hat.
    • Yeona



      Auch wenn Yeona sich nicht als sonderlich schwach ansah, musste sie sich gestehen, dass der Mann ihr ein wenig schwer wurde. Es würde sie wohl mehr beunruhigen, wenn er zu leicht war, doch in dieser Situation wäre ihr lieber, wenn er wenigere Kilos auf den Rippen hätte. Ob sie ihn tatsächlich weit bringen konnte, fern vom Wald und in die Zivilisation rein, wusste sie selbst nicht genau. Doch sie sah in welchem sonderbaren Zustand er sich befand. Wie konnte sie jemanden ignorieren, der offensichtlich dermaßen Schmerzen empfand, so dass Schweißperlen auf der Stirn in Zeitlupe runter glitten und die der Körper eine ungesunde Wärme ausstrahlte. Da fragte sich Yeona was mit dem Mann geschehen war, dass sie ihn in solch einen Zustand gefunden hatte. Doch momentan hatte Yeona andere Besorgnisse. Sie musste ihn schleunigst aus dem Wald schaffen und ihn in sein Zuhause bringen. Es war nicht ihre Verpflichtung ihm zu helfen und sich um ihn zu sorgen, doch sie wusste, dass wenn sie ihn im Wald liegen lassen würde, würde sie Nächte nicht schlafen können und sich immer wieder Gedanken machen, was mit dem Mann geschehen war. Außerdem würde sie sich Vorwürfe machen, sollte sie in Erfahrung bringen, dass ihm etwas zugestoßen ist. Daher hatte Yeona sich entschlossen ihm unter die Arme, hier auch wortwörtlich, zu greifen und um ihn soweit zu sorgen, wie es ihr möglich war.
      Doch ihr Vorhaben ihn in ein Krankenhaus zu bringen oder ihn in seine Wohnung zu tragen, wurde zunichte gemacht, als von ihm leise und gequält die Aussage kam, dass er nicht von hier sei und dass er kein Krankenhaus besuchen wollte. Beide Aussagen erschwerten Yeona die Beurteilung der Situation. Was sollte sie nun machen? Wenn er nicht von hier war, dann hatte er keine Bleibe. Doch womöglich schlief er bei einem Freund? Oder einem Hotel? Doch soweit sie bei ihm abgetastet hatte, besaß er nichts an sich. Ob er womöglich beraubt worden sei? Sie wusste darauf keine Antwort und den Mann zu fragen, erschien ihr als unangebracht und unpassend. Dann erschien ihr eine spontane Idee, die sie aber mit zusammengezogen Augenbrauen begrüßte. Auf die Straße konnte sie ihn nicht hinlegen und sonst gab es kein Ort, an dem sie ihn niederlassen konnte, wo auch jemand sich um ihn kümmern konnte. Sie entschloss sich, trotz leichten mulmigen Gefühl im Bauch, ihn zu ihr nach Hause zu bringen. Solange, bis er sich erholt hatte und gehen konnte. Einen fremden Mann, der aussah, als könnte er sich problemlos ohne Anstrengung entführen, in ihre Wohnung zu bringen, war eine stupide Idee. Das wusste sie selbst und dennoch fiel ihr keine bessere Idee ein, die sie nicht bereuen würde. Der Mann sah jedoch nicht aus, als könnte er ihr etwas antun, also nahm sie das Risiko auf sich. Yeona konnte nur hoffen, dass sie nicht die falsche Entscheidung trag.
      Sie sammelte, als sie am Rande des Waldes ankam, ihre Kraft nochmals zusammen und steuerte auf ihre Wohnung zu. Zu ihrem Glück gab es dort ein Aufzug, den sie benutzen konnte. Yeona bezweifelte, dass sie den Mann die Treppen hochtragen könnte. Dort am Gebäude angekommen, lehnte sie sich gegen die Glastür und atmete hektisch ein und aus. Es zerrte sie an den Muskeln und sie merkte, wie der Mann mit jeder Minute schwerer zu sein schien. Auf den Weg zu ihrer Wohnung hatte sie leider keine Menschenseele getroffen, der ihr helfen könnte. Also kam sie erschöpft und müde an. Sie öffnete mit einer Hand die Glastür, betrat das Gebäude und drückte den Knopf, damit der Aufzug zu ihr nach unten fahren konnte. Lange mussten sie beide nicht warten, denn mit einem hellen Geräusch kündigte er schnell seine Ankunft an und die Türen öffneten sich. Mit Anstrengung beförderte sie sich selbst und den Fremden in den Aufzug und drückte den Knopf. Mit einem Seufzer lehnte sie sich gegen die Wand. Auf den Weg nach oben, warf sie dem Mann einen Blick zu. Ihm schien er nicht besser zu gehen, wie auch, wenn gerade einmal einige Minuten vergangen sind.
      Oben angekommen öffnete sie ihre Tür, mit einem Schnauben zog sie ihn mit in ihr Schlafzimmer und ließ ihn auf ihr Bett fallen. „Oh mein Gott“, atmete sie tief aus und merkte wie angespannt ihre Muskeln mittlerweile nun waren. Auch ihr standen die Schweißperlen auf der Stirn und sie musste unbedingt etwas trinken. Doch bevor sie in der Küche verschwand, nahm sie seine Beine in die Hände und beförderte sie auf ihr Bett. Sie zog ihm die Schuhe aus und stemmte ihre Hände an ihre Hüfte. Ihr Brustkorb hoch und sank schnell, versuchte schnell Luft in ihr reinströmen zu lassen. „Ich glaube Joggen muss ich heute nicht mehr“, flüsterte sie ein wenig atemlos. Ihre Arme fühlten sich wie Gummi an, viel Kraft besaß sie nicht. „Ich komme gleich zurück“, gab sie ihm Bescheid. Nachdem sie ein Glas Wasser getrunken hatte, würde sie Wasser, Handtücher und Suppe vorbereiten. Doch was war mit seiner Kleidung? War es in Ordnung ihn in seine Kleider schlafen zu lassen? Er schwitzte viel und die Kleidung würde an seinen Körper förmlich kleben. Yeona biss sich auf den Nagel ihres Daumens. „Darum mache ich mir später Bedanken“, sprach sie, wie so oft, mit sich selbst und eilte aus ihr Schlafzimmer.
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    • Michael

      Mit unruhigem Herzen, welches der sonst so gefasste Erzengel nicht von sich kannte, sah er dem infernalem Höllentor entgegen, dass er ohne das Wissen anderer geöffnet hatte. Vater würde es nicht gutheißen zu sehen, wie Michael eigenständig handelte und dies auch noch zu Gunsten seines verdorbenen Bruders. Allerdings blieb ihm keine andere Wahl. Mit dem Mut, welchen er sonst den Sterblichen schenkte, trat er durch die dunkle Oberfläche. Eisige Kälte, der Geruch verbrannten Schwefels und trostlose Lande begrüßten den Weißhaarigen. Licht gab es an diesem Ort nicht. Es war Dunkel, der Himmel von Aschewolken überzogen, die lediglich durch violette, vernichtende Blitze durchzuckt wurden. Der Boden auf welchem er stand war zerborstenes Gestein, welches dunklem Kristall zu ähneln schien. Unzählige schmale Pfade führten über schwindelerregende Schluchten, an dessen Grund Ströme flüssigen Feuers ihre Hitze nach oben trieben. Inmitten des Netzes unzähliger Pfade, nicht wenige davon verliefen sich in tödlichen Sackgassen, befand sich ein imposanter Palast umringt von sieben kreisförmigen Stadtgebieten. Oder zumindest hatte es den Anschein einer Stadt. Michael wusste, dass dies die sieben kreise der Unterwelt waren. Jene großen Teilgebiete der Dämonenstadt standen ein jeder Ring für eine der sieben Todsünden und waren Herrschaftsgebiet der Höllenfürsten. Keineswegs kleine Stadtringe wie die der mittelalterlichen Städte der Menschen. Nein, diese Ringe waren weitläufig, gefüllt mit unzähligen grotesken Gebäuden, Verließen und Sündenpfuhlen. Folterkammern für die Seelen der Verdammten befanden sich unterhalb der Stadt. Michael wandte seinen Blick von der Stadt ab und schlug den entgegengesetzten Weg ein. Wie hielt es Lucifer in diesen trostlosen Ödlanden nur aus? Keine Pflanzen zierten die Weiten. Und wenn man welche sah, dann waren diese giftig und obendrein tödlich. Michael presste die Lippen zusammen. Verglichen mit dem wundervollem Himmel war dies beinahe schmerzlich, die eisige Luft stach in seinen Lungen und die Last der negativen Wellen schlugen dem Engel feindlich entgegen. Glücklicherweise waren keine Bestien unterwegs- oder sie waren fortgeschickt. Wer wusste dies schon?
      Unweit des Portals blieb der Hellhaarige stehen und wartete. Baal war in der Nähe, seine Präsenz war deutlich spürbar. Ähnlich wie Lucifer besaß Baal eine ungeahnte Ausstrahlung von Macht und Dominanz. Nur, dass dieser Fürst ein wahrer Hüne war- selbst in seiner menschlichen Form die er glücklicherweise angenommen hatte, wie Michael erleichtert feststellte. Diese selbst überragte ihn bereits um zwei Köpfe und war doppelt so breit wie Michael selbst. Und das trotz seiner Rüstungsmontur. Der silberhaarige Dämon mit den sturmgrauen Augen sah den Engel ruhig und abwartend entgegen, blieb er doch einige Meter entfernt stehen.
      "Ungewohnt von dir, mich um eine geheime Unterredung zu bitten, Engel.", kam es mit tiefer Stimme vom Dämon. Michael stieß die angehaltene Luft aus und sah der wilden Sturmmähne entgegen.
      "Es gibt Probleme und ich habe nicht viel Zeit alles zu erklären. Es gibt einen Grund, warum die Dämonen nach dem Angriff alleine zurück in die Hölle geschickt wurden. Lucifer...er..." Michael suchte nach den richtigen Worten und doch fand er keine. Baal zog die Brauen zusammen.
      "Lucifer ist noch nicht zurückgekehrt, er bleibt verschollen...", grollte der Riese. Michael nickte. "Er wird auch so schnell nicht zurückkehren... Gott hat ihn bestraft für die Brechung unserer Gesetze. Er ist in der Menschenwelt... und hat seine Kräfte verloren." Just in diesem Moment konnte man zusehen, wie Baal die Züge entglitten und er fassungslos den Engel entgegenstarrte.
      "Leider nicht. Vater wird die Bestrafung nicht so schnell aufheben, aber die Dämonen sollten nichts davon erfahren. Ich muss dir ja nicht sagen was mit Lucifer passieren würde, wenn die Falschen von seinem Machtverlust erfahren. Ich beschütze ihn so gut ich kann, halte du nur bitte die Dämonen im Zaum bis wir eine Lösung gefunden haben." Michael sprach mit leiser, hastiger Stimme. Baal nickte lediglich, verstand er die Dringlichkeit der Angelegenheit.
      "Ich halte sie so lange im Zaum wie ich kann. Und Michael... Ich hoffe du lässt ihn nicht erneut fallen." Die geknurrte Warnung reichte und kurz darauf war der Erzengel verschwunden.

      Lucifer

      Was als nächstes geschah bekam Lucifer mehr oder minder durch den Schleier der Müdigkeit und der Erschöpfung mit. Die Fremde wollte ihm helfen, weshalb er sich auch nicht wehrte. Welche Wahl blieb ihm auch? Er konnte nicht hier bleiben. Der Gefallene versuchte sein Bestes, auf den beinen zu bleiben und ihren Schritten zu folgen, wobei er von ihr gestützt wurde. Wie dieses zierliche Frauenzimmer sein Gewicht bewältigte kam nur am Rande seiner Gedanken hoch. Er folgte ihr kompromisslos wobei jeder einzelne Schritt für ihn Höllenqualen glichen. Ob sich so die verdammten Seelen im Fegefeuer fühlten? Er wusste es nicht, einzig die stechenden Schmerzen und das Hämmern in seinen Schläfen sprachen für sich. Zwischenzeitlich wünschte er sich nichts sehnlicher, als sich wieder in das weiche Gras sinken zu lassen. Wozu sollte er weitergehen wenn man ihn ohnehin hier zurückgelassen hatte? Schnell schob der Teufel diese mutlosen Gedanken beiseite. Aufgeben sah ihm nicht ähnlich, es war lediglich sein Körper, der gegen die Belastung protestierte. Er war schlichtweg diese Form von Schmerzen nicht gewohnt, wie auch wenn er als Unsterblicher sich um solche Dinge keine Gedanken machen musste? Trotzdem zwang sich Lucifer Schritt für Schritt weiterzugehen bis das Grüne des Waldes aus seinem eingeschränkten Sichtfeld verschwand und dem ätzenden Beton von Straßen wich. Unwillkürlich verzog er kurzzeitig das Gesicht, sagte jedoch nichts und schleppte sich mit der Frau weiter. Er hatte das Zeitgefühl verloren, kam ihm jede Minute gerade wie Stunden vor. Umso erleichterter war er, als sie anscheinend ein Wohngebäude erreichten und kurz darauf den Fahrstuhl betraten, an dessen Spiegelwänden er sich kurz anlehnen konnte. Er atmete sichtlich schwerer und Schweiß stand ihm auf der Stirn. Zum wiederholten Male verfluchte er seinen jetzigen Zustand und diese vermaledeite Schwäche. Aber gut, auch wenn der Frust schwer auf ihm lag, so hatte er zunächst andere Sorgen.
      Die Frau war bisweilen ruhig geblieben, was wohl ihrer eigenen körperlichen Erschöpfung zuschulden war. Und dennoch würden früher oder später Fragen aufkommen. Wer er denn sei, wo er herkam und weshalb er in diesem Wald war. Des Menschen Natur war pure Neugierde. Lucifer musste sich schleunigst etwas einfallen lassen, eine Lüge welche halbwegs glaubwürdig klang. Ihm wollte gerade jedoch nichts passendes einfallen, war in seinem Kopf ein heilloses Chaos an sich überschlagenen Gedanken und Emotionen, die er nicht zu Kontrollieren vermochte.

      Erleichtert sank er auf das Bett als sie die Wohnung seiner Helferin betraten. Hatte sie bereits ihren Namen genannt? Er wusste es nicht, hatte auch keinen Nerv sich die Umgebung genauer anzusehen. Die Matratze war um einiges einladender und das Kissen unter seinem Kopf war eine einzige Wohltat. Er achtete gar nicht auf das Gemurmel der Dunkelhaarigen und sank lieber tiefer in die weichen Daunen, griffen nun Morpheus Arme um einiges stärker nach ihm. Er bemerkte noch wie sie den Raum verließ ehe seine Augen zufielen und er dieses Mal in einen tiefen Schlaf sank. Er bekam nicht einmal mehr mit, wie seine vorläufige Gastgeberin zurückkehrte, war sein Körper an den sterblichen Grenzen angekommen und forderte nun den Tribut der Verwandlung.

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    • Yeona


      In großen Schlücken trank die Dunkelhaarige das Glas leer. Es schien immer noch nicht ihre Durst zu stillen, weswegen sie sich das Glas noch einmal auffüllte und auch diese binnen Sekunden leer trank. Ein Fehler ihrerseits, denn gleich daraufhin meldete sich ihr Bauch und sie verspürte eine leichte Übelkeit. Irgendwie lag das Wasser nun schwer in ihrem Magen und anstatt sich erfrischend und erholt zu fühlen, war es ihr übler als zuvor. Mit einem Seufzer stellte sie das Glas weg und starrte aus dem Fenster im Wohnzimmer. Weiterhin erfüllte die Sonne die Erde mit ihrer Pracht und die Wolken schienen sich nicht bilden zu wollen. Ein wunderschönes Wetter und doch erging es ihr so schlecht. Stumm kehrte sie in ihr Schlafzimmer zurück und fand dort einen schlafenden Mann wieder. Auch wenn er sich in seiner Traumwelt zu sein schien, schien sein Körper der Seele keine Ruhe geben zu wollen, denn weiterhin gab er kaum wahrnehmbare Töne von sich und der Schweiß bildete sich weiter. Ob er nun vollends nicht mehr bei Bewusstsein war? Sie musste ihm wenigstens das Oberteil wechseln, welches mit der Zeit sicherlich vollgeschwitzt sein wird. Eigentlich wollte Yeona sich auf dem Sofa hinlegen und sich erholen, doch der Anblick des Mannes ließ ihr keine Ruhe gewähren. Sie würde nicht ehe Ruhe finden, bis sie ihn gepflegt hatte. Sie sprach sich selbst Mut und Motivation zu, streckte fest entschlossen ihre Faust in die Höhe und machte sich an die Arbeit. Yeona holte zwei kleine Handtücher aus dem Regal raus, tränkte eines mit kühlem Wasser und das andere behielt sie auf ihrem Arm. Da er eingeschlafen war und auch sonst sich nicht in der Verfassung zu sein schien Medikamente zu sich zu nehmen, würde sie sich diese für später aufheben. Mit den zwei Handtücher trat sie an das Bett wischte seine Stirn und Oberkörper trocken. Oberkörper, nachdem sie sein Shirt umständlich ausgezogen hatte. Auch wenn sie sich ihrer und seiner Situation bewusst wurde, erstaunte sie für einen Moment über den ansehnlichen Körper des Mannes. Als wurde sein Oberkörper von Gott selbst gemeißelt worden. „Yeona“, ermahnte sie sich scharf und schüttelte ihren Kopf. Nun war wirklich nicht die Zeit etwas hinterher zu schmachten. Also strich sie sachte, um ihn nicht aufzuwecken, da es ansonsten ein eigenartiges Bild abgeben würde und Yeona sich wünschen würde vom Erdboden verschluckt zu werden, da es ihr durchaus peinlich vorkam was sie dort tat und zuvor gedacht hatte, über seinen Oberkörper und legte schlussendlich das kühle Handtuch auf seine Stirn. Doch da fiel Yeona auf, dass sie ihn nicht oberkörperfrei lassen sollte. Was, wenn er dadurch kränklicher wurde? Ein Shirt in seiner Größe hatte sie aber nicht. Überlegend öffnete sie ihren Kleiderschrank und durchstöberte ihre Kleidung. Dort fand sie ein großes weißes Shirt, welches ihm eventuell knapp passen würde, wenn überhaupt. Also machte sie sich es zur Lebensaufgabe ihm dies überzuziehen. Angezogen lag er dann vor ihr. Es ging ihm bis zum Bauchnabel und es wurde um die Arme etwas eng. Doch besser als nichts anzuhaben, redete sie sich ein und verließ wieder das Zimmer.

      Da der Patient in ihrem Bett nun vollends versorgt war, wandte sie sich an ihre eigene Bedürfnisse. Sie duschte sich, zog sich um und ließ den Tag an ihr ansonsten ereignislos vorbeiziehen. Ab und an schaute sie bei dem Mann vorbei, doch er schien tief und fest zu schlafen. Vorsichtshalber stellte Yeona für den Fieber Medikamente auf die Kücheninsel und ein Glas Wasser. Sollte er doch dann aufwachen, wenn sie am Schlafen war, konnte er sich welches nehmen. Mitty kuschelte sich an sie, als sie sich auf dem Sofa hinlegte und versuchte einzuschlafen.

      Eine Flut von Sonnenstrahlen erstrahlte ihr Gesicht und hinter ihre Lider wurde es so hell, dass sie nicht anders konnte als zu erwecken. Mit zusammen gezogenen Augenbrauen schirmte sie ihre Augen mit ihrer rechten Hand ab und fing an mehrmals rapide zu blinzeln. Nachdem ihr Bewusstsein endlich in der Realität Fuß fasste, fing sie an zu überlegen. Während sie die weiße Decke anstarrte, murmelte sie vor sich hin: „Das war ein eigenartiger Traum gewesen.“ Ein Traum über eine Begegnung eines Mannes im Wald, den sie mit nach Hause geschleppt hatte.
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    • Neu

      Lucifer

      Wirre Bilder formten sich in seinen Gedanken und zogen ihn in unruhige Träume. Sein Körper mochte erschöpft und dankbar für die Ruhe sein, doch sein Geist fand jene nicht. Die Erinnerungen des Kampfes flackerten vor seinen Augen auf, Gottes Schuldspruch und die demütigende Verwandlung. Lucifer meinte zu hören, wie Michael protestierte, doch stempelte er dies sogleich als Einbildung ab. Wohl kaum würde dieser Verräter auch nur einen Finger für ihn rühren. Doch rasch verschwand der Himmel und Vaters zorniges Antlitz und machte einer weit unschöneren Szenerie platz. Verwirrt sah Lucifer sich um. Er war... in der Unterwelt? War alles doch nur ein wirrer Albtraum gewesen? Nein, er wusste, dass dies nur ein weiterer Traum wäre, der seiner Schmach noch mehr Verzweiflung zum Fraß vorwerfen wollte. Seine Augen versuchten in der Finsternis auszumachen, wo genau er sich befand. Doch diese menschlichen Augen waren zu nichts zu gebrauchen. Er konnte nur Schemen ausmachen und das obwohl die Dunkelheit für Jahrtausende seine Heimat dargestellt hatte. Dennoch, einige Umrisse erkannte er und kurz stockte Lucifer. Dies war die Kammer der verlorenen Seelen. Jener Ort, an dem die soeben Verstorbenen landeten und ihre ersten Qualen erhielten, ehe sie einem Kreis zugeordnet wurden, der ihrer Sünde entsprach. Lucifer erkannte lediglich die sich windenden Körper, unbekleidet und gepeinigt am Boden gekrümmt. Warum war er hier? Und warum war es still? Müsste er nicht die Klagelaute hören können? Die Münder von Männern und Frauen waren weit geöffnet, ebenso wie ihre Augen und doch entkam kein Ton ihren Kehlen. Verwirrt davon wich er einige Schritte zurück, stimmte hier doch etwas nicht. Doch noch ehe Lucifer dem auf den Grund gehen konnte brach die Gewalt der Schreie über ihm zusammen und tönte ohrenbetäubend in seinen Ohren. Die Augen waren ihm zugewandt. Fordernd, beschuldigend und rachsüchtig. Ächzend presste er seine Hände auf seine Ohren und verzog das Gesicht, waren die Schreie für ihn schmerzhaft obwohl er sich sonst an ihnen gelabt hatte. Die Hände der Verdammten griffen nach ihm und wollten ihn noch tiefer in die Seelengrube zerren, hinab in den dunklen Abgrund des Abbys, der mit den Feuern der Hölle das Ende bedeutete. Erschrocken darüber wich Lucifer zurück, doch wurde ihm dieses Unterfangen schwer gemacht, griffen dutzende Hände nach ihm und zerrten an seinen Gliedern. Er wollte ein Machtwort sprechen, sie zum Aufhören bewegen und als Herrscher der Unterwelt ihnen etwas befehlen, doch war seine Stimme nicht in der Lage die Schreie zu übertönen und ging kläglich in ihnen unter.
      "Wir werden dich holen.", flüsterte die Seele eines Mannes wie ein wahnsinniger und seine aufgerissenen Lippen formten sich zu einem Grinsen. trotz der Dunkelheit erkannte er die kalkweiße Haut und die knöchernen Finger, die sich nach ihm ausstreckten.
      "Du wirst bald zu uns gehören, Sohn der Morgenröte!" Nein, soweit würde es nicht kommen. Lucifer stieß den irren mit aller Kraft von sich, doch kamen die nächsten Seelen nach.

      Mit einem Keuchen schlug er die Augen auf. Sein Herz raste unruhig in seiner Brust und Schweiß stand ihm auf der Stirn. Doch war die Hölle verschwunden, dafür blickte er an eine weiße Zimmerdecke. Kurz blinzelte der Gefallene irritiert, weil er nicht wusste, wo er war. Doch dann dämmerte es ihm, dass ihm diese Frau geholfen hatte. Er befand sich in ihrer Wohnung in einem Bett. Weit weg von den verdammten Seelen, die es rachsüchtig auf ihn abgesehen hatten. Lucifer versuchte seine Atmung zu beruhigen und legte die Hände kurz über sein Gesicht, um die Spuren des Albtraums fortzuwischen. Es war ungewohnt zu träumen. Als Teufel brauchte er keinen Schlaf, dieser glich mehr einem Luxus als einer Notwendigkeit und in seiner Machtposition konnte er es sich ohnehin selten leisten. Und nun wusste er auch zu schätzen, dass er nie hatte schlafen müssen. Solche Träume hinterließen einen bitteren Beigeschmack auf der Zunge und schnell schüttelte er diese dunklen Bilder ab. Umständlich richtete der Dunkelhaarige sich auf und merkte dabei, dass ihn etwas sehr deutlich beeinträchtigte. Er sah an sich herab und seine Brauen wanderten nach oben. Sollte das ein Witz sein? Was um alles in der Welt trug er da? Das Shirt war deutlich zu eng und nicht für Männer ausgelegt. Missmutig zerrte er es sich vom Kopf und warf es achtlos auf den Boden neben sich. Sein Hemd suchte er jedoch vergebens. Die Frau musste es an sich genommen haben. Aber ihm war ohnehin warm, er brauchte es nicht. Befreit von dem engen Polyester streckte er kurz seine Glieder und stellte erleichtert fest, dass die stechenden Schmerzen fort waren. Dafür fühlte er sich noch etwas matt an und das Fieber war noch nicht abgeklungen, doch war es allemal besser als sich nicht bewegen zu können. Lucifer sah sich im Raum um, in dem er sich befand. Zweifellos das Schlafzimmer der jungen Dame. Hell, ordentlich und versucht gemütlich eingerichtet für sterbliche Standards. Das Licht der Sonne fiel durch das Fenster hinein und ließ den leichten Staub in der Luft sichtlich tanzen. Wie lang hatte er geschlafen? Waren es nur einige Stunden? Lucifer wusste es nicht. Erholt fühlte er sich nicht nach diesen träumen, wenngleich es ihm etwas besser ging als zuvor. Der Neugierde halber suchte er nach einem Spiegel in diesem Raum, fand auf Anhieb jedoch keinen. Es würde ihn lediglich interessieren, was sich noch alles an ihm verändert hatte. Immerhin waren ihm bereits seine schneeweißen Haare abhanden gekommen und waren durch ein tiefes Schwarz getauscht worden. Was mit seinen Augen oder gar seinem Gesicht geschehen war wollte er lieber schnellstmöglich wissen, immerhin traute er seinem tyrannischen Schöpfer alles zu.

      Es tut weh fallen gelassen zu werden, ohne zu wissen warum. Aber letztendlich weiß man anschließend, was man jenen Personen überhaupt bedeutet hat.
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      Yeona


      Yeona verbrachte weitere Minuten mit Mitty auf dem Sofa und versuchte sich zu erinnern, wieso sie hier geschlafen hatte, anstatt in ihrem großen Bett. Vielleicht war sie beim Fernsehen eingeschlafen, dachte sie sich verwundert, stand schließlich auf und streckte sich. Mit einem zufriedenem Grinsen blickte sie aus dem Fenster. Ein wunderschönes Wetter. Wie sehr sie sich über Sonnenschein und klaren Himmel immer freute. Solch ein Wetter verbesserte umgehend ihre Laune und motivierte sie erheblich dazu, viel am Tag hinzulegen. Yeona kam ihrer Küche näher und erblickte sogleich das Glas Wasser und Fieber Medikamente. Fragend nahm sie sich das Glas an sich und sah sich die Packung an, die daneben stand und als hätte man ihr den Schleier vor ihren Augen weggezogen, erinnerte sie sich an alles wieder. Es war doch nicht nur ein bloßer Traum gewesen. Gestern hatte sie tatsächlich einen Mann zu sich nach Hause gebracht, da sie ihn krank im Wald gefunden und nicht den Anschein gemacht hatte, als könnte er um sich selbst sorgen. Eilig lief sie den kurzen Gang runter und öffnete die Tür, ohne vorher anzuklopfen. Als sie den nun halbnackten Mann vor dem Spiegel stehen sah, rief sie überrascht „Oh mein Gott“ und schloss wieder umgehend die Tür. Als sie realisierte was sie dort getan hatte, fragte sie sich inständig wieso sie die Tür zu geschlagen hatte. Es war nicht das erste Mal gewesen, dass sie einen Mann halb nackt gesehen hatte, noch war es das erste Mal ein Mann in ihrer Wohnung zu haben. Vielleicht hatte sie sich über seine halbe Nacktheit erschrocken, da sie sich noch genau erinnern konnte, dass sie ihm ein T-Shirt von sich gegeben hatte. Oder hatte sie befürchtet, dass der Mann gerade dabei war sich umzuziehen? Letzteres würde wohl weniger Sinn machen, da er keine Kleider bei sich hatte, in denen er sich umziehen konnte. Sein Hemd hatte sie in den Trockner gesteckt. Yeona besann sich erneut und öffnete vorsichtig die Tür, als würde sie ein fremdes Zimmer betreten, welches eigentlich ihr gehört. Etwas verunsichert blickte sie ihn im Spiegel an. Ihm schien es deutlich besser zu gehen, doch sie befürchtete, dass der Fieber nicht vollkommen abgeklungen war. Nun öffnete sie die Türspalt mehr und setzte ein Fuß in ihr Zimmer. Ihm dem Mann nicht gleich zu überfordern, schenkte sie ihm ein leichtes Lächeln. „Guten Morgen. Wie geht es dir?“, fragte sie ihn sogleich über sein Wohlbefinden. Immerhin war er dazu in der Lage zu stehen. Als sie ihm näher kam, bemerkte er seine verschiedenfarbige Augen, die sie in solch einer Form noch nie gesehen hatte. Lila? Soweit Yeona informiert war, existierte solch eine Farbe nicht, oder spielte das Licht ihr ein Streich, da er von diesem beleuchtet wurde? Auch diesmal wurde ihr peinlich bewusst, wie gut aussehend der Mann doch aussah. Wirklich unpassend Yeona, dachte sie sich und schüttelte innerlich ihren Kopf. „Hier“, sagte sie zu ihm und hielt ihm das Glas und Medikamente hin. „Sollte dein Fieber nicht runtergegangen sein“, erklärte sie ihm den Nutzen der zwei Dinge. Yeona redete sich immer wieder ein, dass es wirklich nicht passend war darauf einzugehen, doch sie musste sich ein wenig anstrengen ihren Blick nicht nach unten wandern zu lassen. Es fiel ihr jedoch etwas einfacher als gestern, da seine sonderbaren Augen sie doch faszinierten.
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