The Revolt [Wolfslegende & vrthnkng]

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    • The Revolt [Wolfslegende & vrthnkng]

      Es war einst ein Land, dass sich vor dem Leid seiner Bewohner nicht mehr retten konnte und sich bloß um weitere Hungertode und über jene Bürger, die sich um die letzten Reserven bekämpften, beklagen konnte. In der bröckelnden Regierung gab es nur noch die Blutmagier, die sich mit ihren Mächten als die letzte Hoffnung der Bürger erwiesen und sich auch letztlich etliche Jahre als die einzigen Retter dieses Landes bewiesen. Die gesamte Blutlinie erschuf ein ganz neues Land und soweit das Volk von den neuen Erfolgsschlägen geblendet waren, hatten sich die Blutmagier gar noch weitere Macht angeeignet und erleiden schließlich einem Größenwahn, welches ihre Glanzleistungen in Brüche gingen ließ und ihre wirklichen Hintergründe zum Vorschrein brachte.
      Bevor es jedoch überhaupt gelang, ihre Absichten zu verstehen und ihre Vorhaben zu stoppen, schien sich bereits ein ganzes System durch ihrer Blutlinie erschaffen zu haben, dass nur noch schwer zu durchbrechen war. Ihre Magie war unbesiegbar, ihre Heiler unersetzbar und letztlich auch ihre Krieger so für den eigenen Willen instrumentalisiert, wodurch sich bloß ein Narr wagen würde, gar ein Wort gegen die hohen Mächte auszusprechen. Die abgelegten Schwüre und die Mauer die sich um die Regierung baute, konnte genügend Schutz bieten, um das Manipulieren und Schwächen ihrer eigenen Familie und Krieger gut genug vor den letzten Ahnungslosen zu verstecken, die mit dem neuen Licht auf die Blutmagier kaum noch aus ihrem erneuten Leid zu retten waren.
      Wo sich das Leid und die Hoffnung jedoch trafen, erschuf sich eine neue Prophezeiung für das leidende Volk und wie es die geschrieben Worte doch verlangten, konnten die Retter des Landes schon längst unter ihnen sein - stärker und weiser als es die hohen Mächte sein konnten und aus den unerwartetsten Ecken der Gesellschaft kommend, dass ihr Eintreffen gar in den nächsten Jahren nicht vorherzusehen war. Nur mussten sich die prophezeiten Helden selbst ihrer Macht bewusst sein und in einem Leben voller Unterdrückung, schienen selbst diese kaum mächtig genug, um sich von ihren eigenen Ketten lösen zu können.
      the more you try to trap me, i'll go off the rails.
    • Die Welt um ihn herum war erfüllt von einem glanzvollen, glamourösen Illusion. Es war der Tag, an dem die königliche Familie ein ganz besonderes, internes Fest hostete. Eines zudem nur ausgewählte Personen zutritt hatten. Es war keines der öffentlichen Feste um die Adligen bei Laune zu halten, obgleich die Welt abseits ihrer hübschen Blase immer mehr zerfiel.
      Nein, diese Festlichkeiten war nichts weiter als eine Versammlung der Familie, eine in der die Hauptfamilie ihre Überlegenheit auf ihre versteckte Weise zeigte, obgleich alles nur hinter der Fassade geschah man müsse Beziehungen knüpfen und Geschäftliches besprechen. Es war ein Spiel, dass man lernen musste zu Spielen, wenn man nicht in Schwierigkeiten geraten wollte.
      Ein Spiel, welches der Schwarzhaarige junge Mann nur zu gut kannte. In einem den Festlichkeiten angemessenen, eleganteren Kleidung gekleidet hielt er sich etwas am Rande der Veranstaltung auf, in aller Ruhe das Treiben beobachten. Seine nur etwa 3 Jahre jüngere Schwester unterhielt sich mit einigen anderen jungen Frauen in der Nähe über irgendwelche Themen, während seine Eltern mit einigen anderen Erwachsenen sprachen. Letzteres handelte sehr wahrscheinlich um irgendwelche Geschäftlichen Themen, auch wenn Lauris stark vermuten würde, dass seine Eltern 'stolz' von seinen Entwicklungen berichteten. Im eigentlichen Sinne war all dies nichts mehr, als eine Überprüfung, wie er sich verhielt, wie es um seine Kräfte stand und solche Dinge. Ob er endlich soweit wäre, dass man ihn an irgendjemanden vermählen könnte, ohne sich Sorgen zu machen, dass er die Familie hintergehen würde.
      Leicht missmutig starrte Lauris auf das Glas mit dem Wein in seiner Hand, als könnte ihn das vor den bevorstehenden, kommenden Ansprachen retten. Er war sich so gut wie sicher, dass er dieses Jahr auch an der Reihe wäre. Letztendlich waren sie alle nichts weiter als Schachfiguren in dem Spiel der Mächtigen, einen vorhergesehenen Weg folgen.
      //Sich in der Situation zu versuchen krampfhaft zu Betrinken werde ich vermutlich auf später verschieben müssen... Sonst ruiniere ich noch meinen großen Moment. Was soll den sonst die ehrenwerte Familie denken?//, dachte sich der junge Mann teils verzweifelt, teils belustig über seine Situation.
      Doch eher er seine Lippen an das Glas setzen konnte, kündigte ein Sprecher auch schon die ersten Redner an. Angesichts des genannten Namens mache die Masse langsam Platz für das Familienoberhaupt der Zweigfamile, Helion Celen Resanium. Die leicht gelockten Wallnussbraunen, welches mit mehren Grauen Haaren durchzogen, Haare, von Lauris Großonkel väterlicherseits tauchten in der Mitte der Versammelten auf, als er sich augenblicklich begann einen Weg zu dem Podest zu bahnen um die Rede zu beginnen. Jedes Jahr schien es um das gleiche zu handeln, Nachrichten versteckt zwischen den Zeilen, unverständlich für die Außenstehende. Es schien so als würde sein Großonkel nur davon sprechen, wie vielen Menschen dieses Jahr ihre Dienste in Anspruch genommen hatten, wie viele Medikamente man hatte herstellen können, welche neuen Kräuter über den Handel und Kreuzungen hatten erworben werden können, welche neue Mittel entstanden sind und so weiter. Man erwähnte einige Fälle in denen man auch auf das Elixier zurückgegriffen hatte. Es klang für die Ohren der nicht eingeweihten so als wäre das Elixier nur etwas erwähnt worden, nicht genau, aber die, welche mit dem Code vertraut waren konnte genaustens zwischen den Aussagen des Oberhaupts der Resanium lesen, wie er berichtete in welchen Mengen das Elixier produziert wurde und in welchen Wirkungsgraden. Letzteres war ein weiteres unbekanntes Wissen für die Bevölkerung, denn je nach dem Grad, wie mächtig die Magie in einer Person war, desto mächtiger könnte in der Theorie auch das Elixier sein. Doch da die mächtigen in der Hauptfamilie waren, wäre nur wenig Informationen zu dieser Theorie möglich zu sammeln. Nichtsdestotrotz bot diese Theorie die Möglichkeit herauszufinden, wie mächtig eventuell ein Mitglied der Familie war oder werden könnte. Eine solche Entwicklung, um nicht mehr abwarten zu müssen, bis ein Kind die markanten Roten Augen oder andere Fähigkeiten der Blutmagie zeigte, könnte den Prozess der Findung guter Kandidaten für die Hauptfamilie und welche sie im Auge behalten sollten erleichtern.
      Für einige mochte dies interessante Neuigkeiten sein, doch Lauris selbst hörte kaum zu. Er wollte nicht wissen, wie weit sie waren um das Leben von Kindern noch früher zur Hölle machen zu können...
      Das nächste Thema danach waren die Geburten innerhalb der Familie, neue Nachkommen für ihre ach so werte Blutline. Glückwünsche und Lächeln wurden ausgetauscht, obgleich einem bei dem Gedanken daran schlecht werden könnte, welches Schicksal diese Kinder noch erwarten würde. Man würde sie mit der Ideologie dieser Familie großziehen und formen, damit sie den Erwartungen gerecht werden würden, in diesem goldenen Käfig.
      Der Schwarzhaarige mit den grünen Augen hob zum Gruß für die frischgebackenen Eltern sein Glas mit einem falschen lächeln auf den Lippen, welches täuschend echt wirkte. Eines hatte es schon sein Leben hier zu verbringen... Man selbst wurde zu einem begnadeten Lügner, der lernte zu erahnen, wann anderer Lügen.
      //Was sind wir alle nicht für großartige Heuchler, die uns vollkommen unseren Illusionen hingeben...//, dachte er sich, ehe er erneut sein Weinglas hob, dieses Mal aber um es an seine Lippen zu führen.
      Eine weile lang führte Helion seine Rede fort und Lauris glaubte allmählich schon er hatte ein weiteres Jahr Schonfrist erhalten, als feierlich das Oberhaupt lächelnd sich noch ein letztes Mal an die Masse wendete. "Und zu guter Letzt verkündige ich mit großer Freude die anstehende Vermählung und Heirat meines Großneffens Laurent Kaede Resanium mit der der Liebreizenden Nichte unseres Königs, Mariam Solea Sangius!"
      Lauris, welche nur halb zugehört hatte, erstarrte und lies vor schreck einfach nur das Weinglas zu Boden fallen, wo es klirrend zersplitterte. Seine Vermählung und Hochzeit war zwar nichts, von dem er gedacht hätte, dass er sie auf ewig umgehen würde, aber auch nichts, was er jetzt ganz am Schluss noch erwartet hatte. Zumal er auch noch jemanden von der Hauptfamilie, eine offizielle SANGIUS heiraten sollte. Er war niemand, der außergewöhnliche Magie gezeigt hatte, dass er es wert wäre die Nichte zweiten Grades des Königs zu heiraten!
      //Was tust du da?! Reiß dich zusammen!//, schallte er sich selbst dafür einen Moment lang seine Fassung verloren zu haben. Alle Gesichter hatten sich neugierig aber auch musternd zu ihm umgedreht. Es war an sich eine sehr große Ehre in die Hauptfamilie aufgenommen zu werden, den Namen Sangius richtig tragen zu dürfen. Eine Ehre, um die ihn, die, die völlig in der Sicht der Familie gefangen waren, beneideten. Er erwiderte den Blick und zwang sich zu einem Lächeln. Zum Teufel mit ihnen allen.
      "Endschuldigt, diese Ehre hat mich... überrascht.", sprach der Schwarzhaarige. Weitere lächelnde Gesichter wurden ihm nach diesen Worten geschenkt.
      "Haha, wäre ich in deinem Alter und hätte die Chance eine solch wunderschöne junge Frau zu heiraten wäre ich auch überrascht, Laurent.", erwiderte Helios laut. "Du kannst dich wahrlich glücklich schätzen."
      Der junge Mann wusste aber genau was es bedeute. Man würde ihn strenger überwachen, man würde kein unangebrachtes verhalten dulden. Er sollte darauf achten, was er als nächstes tun würde.

      Nach einigen Momenten nahm der Abend auch schon wieder seinen gewohnten lauf. Ein Diener räumte die von ihm verursachten Scherben weg, während einige Personen ihn nun auf offiziell aufsuchten um ihm in Person zu gratulieren. Auch seine Eltern kamen mit seiner Schwester zu ihm, allesamt überglücklich über die Ehre die ihm zuteil wurde. Eine Ehre die er nicht wollte und welche ihm nun viel mehr wie eine weitere Kette in seinem Leben erschien.

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    • Nachdem das Palast mit ihren unzähligen Arbeitern und Soldaten auf Hochtouren alles anfertigten und erneut ein spezielle Trainingseinheit durchführten, kam endlich der festliche Tag, an dem die Umgebung belebter und fröhlicher als sonst wirkte. Während die Diener umherhuschten, planten, dekorierten und kochten, hatten sich vor allem die Soldaten wieder auf die Präsentation ihrerseits eingestellt, ihr Auftreten geübt und auch ihre Positionen, die sich nach ihren Rängen orientierten. Allesamt waren sie mit dem Zusammentreffen der wichtigsten Familien in diesem Lande wie dressierte Hunde gewesen, die des Weiteren sich mit dem heutigen Tage auch wieder einem Elixier unterziehen durften, welches letztlich Hide, der die höheren Familienmitgliedern heute zu bewachen hatte, sehr an den Kräften zog. Seiner Aussage nach hatte er bereits sein Misstrauen ausgesprochen, dass das Elixier am heutigen Tage für ihn unvorteilhaft sein würde. Ein weiterer Tag ohne würde jedoch nur eine noch größere Katastrophe bedeuten, so sagte man ihm doch, dass er sich geschwind verlieren wird, sollte er nichts einnehmen. Er wäre noch schwächer als mit Tinktur, somit trank der Soldat es letztlich ohne weitere Rede.
      Was es jedoch wirklich für Auswirkungen auf ihn und seine Kräfte hatte, im hier und jetzt sich stehend und mit strengem Blick um die Sicherheit zu kümmern, hatte hoffentlich bisher nur er selbst erkannt. Sein Schwert hatte er vor sich gestellt, die Beine hüftbreit platziert und mit dem vorteilhaften Griff am Schwert vor sich, konnte er sich wenigstens genug stützen, um nicht mit der nächsten Bewegung umzuklappen. Hide war nicht ganz bei sich, versteckte es genügend in seiner strengen Mine und in seiner trotz dessen guter Führung, weil er in der Position war, mit der Ansprache verschiedener Menschen, ein anderes Zeichen mit ihrer Statur und ihrem Schwert zu setzen. Damit nutzte man auch indirekt die Krieger selbst, um die Macht und den Rang des jeweils Sprechenden zu zeigen und zu verdeutlichen, wie groß doch die Macht der Hauptfamilie ist. Hinterfragen tat er dies jedoch nicht sonderlich, schließlich wuchs er selbst mit der Erziehung von Macht und Respekt auf, da waren die Befehle die er umzusetzen hatte, schon sicherlich in irgendeiner Weise begründet.
      Während er selbst mit dem Elixier zu kämpfen hatte, kam auch der momentane Sprecher zu diesem für einen kurzen Moment zu sprechen, was er persönlich nur als weitere Warnung dafür nahm, jetzt bloß in seinem Auftreten aufzupassen. Damit hatte er die Arme wieder angespannt, den Kopf weiter gehoben und sich von seinem vorherigen inneren Chaos verabschieden wollen, wenn auch nur vergebens. Mit seinem Rang kannten nur die wenigstens wirklich viel von ihm Bescheid, diejenigen die sich jedoch bereits eine etliche Zeit hier im Palast befanden und dieses schützten, kannten die Wirkung des Elixiers auf den alleinstehenden Krieger sehr gut. Damit hatte man ihn auch mit dem eigenen Blick auf sich aufmerksam machen wollen, ihn warnen oder ihn indirekt fragen wollen, ob er sich noch ordentlich führen konnte. Es brauchte ein wenig, bis Hide einen seiner engsten Freunde hier erkannte und diesem mit zwei Wimpernschlägen zeigte, ihm ginge es gut, zumindest so gut, dass er hier im Fest nicht selbst die Aufmerksamkeit auf sich zog und damit eine hohe Strafe kassierte.

      Wer jedoch eher die Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollte, war mit der Ansprache einer Vermählung sein alter Bekannter, wessen Weg er schon im Kindesalter immer wieder kreuzte. Laurent hatte wohl nicht mit der Vermählung gerechnet und verlor auch schon den Griff seines Weinglases, auf welches die Soldaten mit dem Erheben ihres Schwertes reagierten. Nicht, weil sie den Heiler damit als Bedrohung ansahen, doch eher zur Schaustellung ihrer Aufmerksamkeit, die mögliche Angreifer auf die Hauptfamilie einschüchtern soll. Die violetten Augen hatten sich bloß langsam wieder auf den zukünftigen Vermählten gerichtet, musterten diesen mit seiner Überraschung, ehe er selbst schon auf seine zukünftige Frau blickte, die er mit der überraschenden Feierlichkeit zu beschützen hatte. Zu sehen bekam Hide jedoch nur ihren Schopf, der selbst zu dem jungen Mann blickte, der sich gerade herauszureden versuchte. Die Ansprache Laurents genügte dem Soldaten selbst das Schwert wieder zu seiner Ursprungsposition zu bringen, die anwesenden Krieger taten es ihm gleich. Lange brauchte es jedoch nicht, um die Krieger letztlich auch zum Ausschwärmen zu bringen, schließlich war es mit der Absprache zur Feierlichkeit gekommen. Sofort war Hide an der Seite der Nichte des Königs, ihre Mimik konnte er jedoch nur wenig genug deuten, als das auch ihre Meinung zur Vermählung offenbart wurde. Das Schwert befand sich wieder an der Hüfte, dafür waren jedoch die Augen wieder wachsam genug, um die nähere Umgebung der Nichte zu beobachten und diese zu koordinieren, war ihm eines der Ecken des riesigen Saales zu befüllt. Ihr Weg leitete sie hingegen zu Laurent selbst, begründen musste sie es jedoch nicht, schließlich kannte er ihre Situation und wusste auch von damaligen Szenarien, was demnächst folgen konnte.
      Als Hide jedoch mit der jungen Frau vor Laurent stand, der immer wieder Gratulationen entgegennahm, stellte er sich ein wenig abseits mittig zu ihnen auf, um beide zu schützen, und verbeugte sich zum Gruß. Das ihn jedoch die Verbeugung noch fast dazu gebracht hätte, mit dem nächsten Zentimeter nach vorne zu kippen, hatte er genauso wenig kommen sehen wie die eigene Kraft, die ihn genau davor bewahrt hatte. Nur langsam kam er wieder aus seiner Verbeugung heraus und sprach sogleich ihre Vermählung an, schließlich würde er als einer der erfahrensten Krieger solch Ereignis nicht ignorieren können. " Ich beglückwünsche ihnen beiden herzlichst zu ihrer Vermählung. ", sprach Hide, um letztlich den beiden ihr Gespräch zu lassen, welches er versuchte so gut mit der vorherigen Schwäche zu folgen wie er konnte. Sein Blick schien für wenige Sekunden in die Leere zu gehen, wenn er sich auch immer wieder versuchte auf neue Dinge zu fokussieren und vor allem auch den beiden Vermählten zu signalisieren, dass er ihnen wirklich aufmerksam zuhörte und kein Desinteresse an ihren Worten zeigte. Letztlich hatte er es wieder in den Griff habt, als er mit einem Kopfnicken einen der Krieger zeigte, er müsste sich an einen anderen Platz bewegen. Da er die Reaktion seines Körpers auf das Elixier jedoch bereits gut genug beobachten konnte, hatte er sich kein großes Leid mehr zugesprochen, dafür waren die einzelnen Reaktionen immer weiter verstreut und konnten sich schnell wieder beruhigen, sodass er wohl wenigstens äußerlich kräftig genug aussehen konnte, als das man es ihm wirklich ansehen konnte.
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    • Mehr und mehr Verwandte strömten in seine Richtung, wie ein nicht enden wollender Fluss, um ihn zu gratulieren. Manche wollten nur einen genaueren Blick auf ihn werfen, da sie sich bisher nicht wirklich groß um ihn gescherrt hatten, andere hingegen kannten ihn und wollten einen bessern Blick auf seine Reaktion und Gedanken dazu erhaschen. Aber Lauris behielt seine Gedanken nun mehr für sich, zeigte nichts mehr davon was er davon hielt. Stattdessen lächelte er nur, bedankte sich und wechselte hier und da ein paar Worte. Auf die Fragen, die natürlich folgten, wie genau er es geschafft hatte, dass die Hauptfamilie ihn mitbekommen hat und ob er seine Verlobte schon kannte, wich er elegant aus. Er ahnte wieso man ihn auserwählt hatte, selbst wenn es nicht aus den besten Gründen geschehen sein musste. Dennoch behauptete er, er wüsste es nicht und war daher so glücklich überrascht.
      Bezüglich seiner Verlobten war aber eine ganz andere Geschichte.
      Als Cousine des Königs, gehörte sie noch zur näheren Familie, auch wenn sie dann wieder weit genug entfernt war um vermutlich nie einen wirklich bedeutenden Platz in der Thronfolge erhalten würde. Dadurch konnte sie auch ohne größere Schwierigkeiten und ohne das er unbedingt jemand war, der mit mächtiger Magie geboren war, mit ihm vermählt werden.
      Ob sie selbst aber Einfluss auf die Vermählung gehabt hatte oder eher andere dies entschieden hatten, konnte Lauris aber nicht sagen.

      Gerade gelang es dem Schwarzhaarigen seine Eltern und Schwester zu entziehen, welche wohl nicht stolzer sein könnten, als auch schon ein Krieger und seine vermeintliche Verlobte sich ihm nährten. Die anwesenden, welche dies auch bemerkte, begannen sich etwas von ihm zu entfernen um den beiden, die ja nun einander versprochen waren etwas Freiraum zu geben. Dennoch blieben viele bewusst in Hörreichweite. Lauris war sich sicher, dass sie versuchen würden zu lauschen.
      Er beschloss die anderen Gäste der Festlichkeiten erst einmal zu ignorieren und stattdessen sein Blick auf auf die Neuankömmlinge zu setzen. Beide standen zu einem kaum zu übersehenden Kontrast.
      Der Krieger mit den dunklen Haaren überragte die junge Dame an seiner Seite um mindestens einen Kopf. Seine Augen zeigte die Charakteristische Lilane Färbung und seine Rüstung war unscheinbarer und eleganter als die eines gewöhnlichen Kriegers im Einsatz. Ein eindeutiges Zeichen dafür, das es sich bei jenem um einen der bekannten Elitekrieger der Königlichen Familie handelte. Als Lauris in musterte, entging ihm nicht, dass dessen Gesicht ihm irgendwie etwas bekannt vorkamen. Vermutlich hatte er irgendwann in der Vergangenheit mit jenem mal zu tun gehabt, sehr wahrscheinlich als er noch ein Heiler Lehrling in Ausbildung war und sein Können an Krieger in der Ausbildung, welche sich verletzt hatte einsetzen musste. Die erfahrenen Augen des Heilers glaubten auch eine Spur von Erschöpfung ausmachen zu können, aber der Krieger schien dies bewusste verbergen zu wollen. Offenbar wollte er nicht das es auffiel und Lauris selbst hatte auch nicht die Zeit und Nerven in dem Moment sich mit einem erschöpften Krieger anzunehmen, einfach weil der Heiler in ihm jemanden helfen sollte. Zudem, obwohl er ihm bekannt vorkam, konnte sich Lauris nicht erinnern wer genau jener war oder gar wie dessen Name lautete. Ob er sich an ihn auch erinnern konnte, entzog sich dem Wissen des jungen Mannes mit den grünen Augen ebenfalls.

      An der Seite des Krieger in kleiner und zierlicher Statur, befand sich eine junge Frau mit dunkelbonden Haaren und Roten Augen. Ihr rotes, schmuckvolle, traditionelle gemusterte, lange Kleidung betonte vorteilhafter ihre körperlichen Züge, welches ihr in vielen Festen den ein oder anderen Blick eingefangen hatten. Es war keinesfalls zu leugnen, dass Mariam Solea Sangius eine außergewöhnliche Schönheit war. Viele hätten sich geehrt Gefühl solch eine schöne Frau heiraten zu dürfen, doch Lauris konnte nur die Ketten sehen, welche man ihm mit dieser Vermählung und Hochzeit auferlegen würde. Zudem kannten sie einander so gut wie gar nicht, das letzte Mal hatten sie vermutlich wirklich miteinander gesprochen, als sie noch sehr junge Kinder gewesen waren. In den Jahren, die seit dem vergangen waren, war vieles geschehen. Sie waren einander Fremde, die nichts wussten.
      Etwas, welches Mariam vermutlich versuchte zu verändern, ganz offensichtlich. Immerhin hatte sie ihn bewusst nun nach dieser Ankündigung aufgesucht.

      Auf die Worte ihres Begleiters, der ihnen beiden nun gratulierte, lächelte sie sanft und nickte. "Ich danke dir.", sprach sie elegant, während Lauris ihrem Beispiel auch folge. "Vielen Dank.", sprach der Schwarzhaarige so zu dem Krieger.
      Danach wendeten sie sich auch schon ab von jenem, denn Mariam lies ihre roten Augen noch einmal von nahem scheinbar ganz beiläufig über ihn gleiten, ehe sie ihren Mund öffnete. "Ich hoffe diese Ankündigung kam nicht zu überraschend.", sprach sie schmunzelte. Offenbar war ihr die Aktion von vorhin nicht entgangen. "Verzeih, wenn euch niemand vor dem Fest von den Plänen unserer Familien berichtet hatte."
      Lauris erwiderte das Lächeln. "Macht euch keine Sorgen, ich war freudig über die Kunde überrascht.", sprach er, obgleich dies eine glatte Lüge war. Die roten Augen seiner gegenüber musterte ihn noch mal, fast so als versuche sie festzustellen ob er die Wahrheit sprach, verrieten aber nicht ob sie irgendetwas fand. Den folgenden freundlich wirkenden beiläufigen Smalltalk welchen sie dazu führten, diente an sich nichts weiter um den gegenüber einzuschätzen. Herauszufinden, in welchen Bereichen und wie jener lügete und wie sich der andere jeweils vor der geschlossenen Öffentlichkeit in der sie sich befanden gab zeigte. Wie ein Tanz nur mit Worten vollführten sie unter der Maske des Anscheins des belanglosen.
      Nach einer Weile die wohl gut und gerne mehr als eine viertel Stunde gedauert hatte, schien Miriam recht zufrieden zu sein mit dem Ergebnis. "Laurent, findet ihr nicht es ist hier etwas zu laut? Lasst uns lieber den Balkon aufsuchen und hier unser Gespräch in einer etwas ruhigeren Atmosphäre fortsetzen. Ich würde gerne mehr über euch erfahren."
      Lauris wünschte sich innerlich nichts mehr sehnlicher als diesem gefährlichen und trügerischem Feste und dem geheuchelten Spiel, welches er spielen musste zu entrinnen, lächelte etwas und nickte. Zwar wollte er der Aufmerksamkeit und dem Lärm entrinnen doch er fürchtete, dass ein Gespräch mit Miriam auf dem Balkon ihm nicht die erhoffte Entspannung schenken würde, die er sich ersehnte.
      Doch er fügte sich all dessen und ging mit ihr zusammen, natürlich gefolgt von zwei Kriegern in Richtung des Balkons.
      Die kühle, frische Luft umfing, sie kaum traten sie nach draußen, strich über ihre haare und ihre Haut. Man hätte fast so das Gefühl, als könnte man endlich tief durchatmen, doch der junge Mann mit den Schwarzen Haaren, zwang sich dazu seine Vorsicht nicht abzuschütteln.
      Miriam neben ihn schien weniger Besorgt darum zu zeigen, was in ihr vor ging, denn sie atmete tief ein und stieß die Luft mit einem Seufzer aus. "Ich bin froh der Aufmerksamkeit und den Gästen endlich etwas entkommen zu sein. Seit ihr das nicht auch Laurent?", sprach sie lächelnd, während sie einige Schritte zur Brüstung machte. Der angesprochene wollte ihr zunächst zustimmen, spürte aber das Misstrauen in seinem inneren nagen ob diese Frage nicht ein Test wäre um zu sehen, wie sehr er eigentlich gegen diese Hochzeit war, über die er vor wenigen Minuten noch 'freudig' gelogen hatte, wie sehr er sich doch freute.
      So antworte er nach einen Moment erst: "Nun, ich habe Glückwünsche bekommen, auch von Verwandten, die ich vorher nicht hatte benennen können. Ich wusste bisher nicht einmal das einen Großonkel zweiten grades habe."
      Miriam kicherte leicht. "Manchmal ist die Familie doch größer als gedacht. Aber ich bin froh das es so gekommen ist und mein Onkel nicht entschied mich mit jemanden zu vermählen, der 20 Jahre älter ist als ich.", sprach Miriam weiter und blickte hinauf zu dem sommerlich warmen, angenehmen Nachthimmel. "Aber ich möchte nicht, dass wir einander Heiraten ohne uns wirklich zu kennen. Darum würde ich gerne mehr über dich erfahren Laurent Was du gerne magst, was du hasst, wie deine Familie so ist... Einfach alles was uns in den Sinn kommt.", fuhr sie fort. "Oh und natürlich kannst du mir auch solche Fragen dann stellen. Wir sollten einander Nachrichten schicken um uns auf einen Tee zu treffen." Lauris nickte. Es wäre besser wenn sie sich einander etwas kennenlernen würden, wenn sie schon ihr ganzes Leben miteinander verbringen würden.
      Doch etwas seltsam erschien es ihm schon. Miriam mochte mit so etwas aufgewachsen sein, aber für ihn war es fremd, dass einem Krieger folgten. Natürlich waren sie dazu da, den Schutz der königlichen Familie zu gewährleisten, doch da er nun Verlobt war, bedeutete es, er würde ebenfalls solche Krieger immer in seiner Nähe haben, einfach nur damit sie ihn beschützen konnten?
      Unwillkürlich angesichts des Gedankens wendete Lauris seinen Blick zu den Kriegern und fragte vorsichtig Miriam: "Wird es immer so sein, dass ich auch einen Krieger zugeordnet bekommen, welcher dann ein Auge auf mich hat?"
      "Mhm?", erwiderte die junge Frau, welche sich zu Lauris und ihre Begleiter umdrehte. "Meistens schob, aber ich glaube im Moment steht dies noch nicht fest." Dann warf sie einen etwas nachdenklichen Blick auf die Wächter, ehe sie einen der beiden ansprach. "Ich könnte aber mit meinem Onkel sprechen einen der Krieger, die auf mich hin und wieder aufzupassen, dir zu zuordnen. Sie sind alle sehr fähig. Wie wäre es denn mit ihm hier?"
      Schon stellte sie sich lächelnd an die Seite des einen, dunkelhaarigen Kriegers, den Lauris glaube irgendwann mal gesehen zu haben.
      "Ich denke das könnte passen. Ihr habt doch sicherlich auch nichts dagegen, oder?"
      Lauris, der die Chance in diesem Moment sah, dass wenn er einen Krieger als seinen neuen Schatten bekommt, zumindest einen, denn er wohl irgendwann mal kannte und ihm so eventuell aus Dankbarkeit noch ein oder anderen gefallen schulden könnte, nickte fast sofort. "Wenn keiner eurer Familie etwas dagegen hat und es für euch in Ordnung ist, habe ich nichts dagegen einzuwenden."
    • Wenn ihm wohl eine Fähigkeit antrainiert wurde, dann war es wohl das indirekte Unsichtbarsein - Er war im hier und jetzt und war sich der ganzen Umgebung genau bewusst, doch so geräuschlos und zurückhaltend der junge Krieger zu agieren vermochte, war sich die Umgebung ihm nicht bewusst, schien für viele Anwesenden in diesem reichlich dekorierten Saal kaum existent, hatte man keine Gefahr im Auge. Selbst ein Schleier über den violetten Augen würde dem Hochrangingen kaum noch ein Nachteil verschaffen, nachdem man ihm unzählige Male bereits mit verbundenen Augen angriff und nur darauf wartete, bis er selbst mit den geringsten Windzügen eine Attacke vorhersehen konnte, oder zumindest bis er kaum noch aufrecht stehen konnte und somit wieder zu den Heilern gebracht werden musste, um vorherige Fortschritte bei dem einsamen Jungen nicht noch im geringen Heilungszeitraum zu verlieren. So gedrillt wie er war, hatte er auch schon genug gewusst, um nun mit seinen Glückwünschen nicht weiter im Geschehnis zwischen den frisch Vermählten einzugreifen, schließlich war ihm dies nur mit dem Gedanken ihrer Sicherheit und mit dem Gefühl von Gefahr erlaubt. Ihr Danken nahm er letztlich dadurch nur mit einem weiteren Verneigen entgegen, ehe er mit einem kleinen Schritt sich aus ihrem Gespräch fernhielt und lieber den anderen Gästen dabei zusah, wie sie nicht zwischendurch in ihrem Augenwinkel nach genau diesem Paar suchten, die er zu bewachen hatte. Sie waren interessiert an ihren Gefühlen, wollten die ersten Anzeichen in ihrer Körperhaltung filtern, um nicht aus solchen Gerüchte herzustellen, die entweder die Kinderanzahl oder den Zeitpunkt prophezeit, in welchen die gemeinsame Ehe in Brüche gehen würde. Wenn Hide etwas von dieser Familie sagen konnte, dann war es wohl, dass er sie allemal besonders fand, ob nun im guten oder im schlechten Namen.
      Sie gaben ihm genügend Hinweise darauf, warum er sich nicht weiter in ihrem Schutz sonnen sollte und eher gegen dieses grelle Licht, welches in der ganzen Gesellschaft im Lande scheint, zu stellen. Die Tinktur hatte ihm schon mehrmals brechen können, so oft, dass es ihm gar nicht mehr möglich war die Einzelfälle auszuzählen, wie ihn doch die anderweitig Angestellten nannten, weil man nur in ihm diese gigantischen Nebenwirkungen erkennen konnte. Die Tinktur an sich war schon Grund genug, um sein Amt nicht ablegen zu wollen, schließlich müsste etwas gewaltig nicht mit ihm stimmen, wenn er am meisten auf jene Flüssigkeit reagierte, die seine Fähigkeiten doch regenerieren sollte. Was war bloß, wenn er inmitten eines Gefechts seine Fähigkeiten verlor, weil die Tinktur bei ihm nicht wirken wollte, wenn man ihm durch die eigene Egozentrik unschuldige Tote anhängen konnte? Ob er nun wollte oder nicht, erfahren wird er es. Mit einem schwerwiegenden Schwur wie er ihn schon in frühen Jahren mit der Hauptfamilie austrug, war nur der eigene Tod seine Rettung gewesen und ob er schon so weit war, war mit seinem Kreislauf der Dinge schwer zu verfestigen.

      Die violetten Augen streiften wie so einige Male bereits wieder über die ganze Halle, waren bereit ungewöhnliche Tatsachen herauszufiltern und die Krieger durch diese auf neue Positionen anzuleiten. Wie aufgeregt die Familie jedoch über die Neuigkeiten waren, hätte man Ausreißer sofort erkennen können und solange es diese nicht gab, konnte Hide früh genug heraushören, dass seine eigenen Schützlinge sich aus den Augen der anderen entfliehen wollten. Ihre suchenden Augen hatten bereits den Austritt zum Balkon gefunden, wodurch sich der vertrauensvolle Krieger mit dem Winken einer bestimmten Richtung eines der Wächter abgriff, und diesen dadurch dazu brachte ihm sogleich zu folgen. Draußen hatte die beiden Krieger einen angenehm kühlen Luftzug begrüßt, die auch so langsam Hide wieder ein wenig Farbe ins Gesicht schenkte, wenn sich auch dieser weiterhin nicht wirklich anwesend fühlte, zumindest nicht zu jeder Sekunde. Mit einer gewissen Distanz hatten sich die beiden an dem Rand des Balkons positioniert, womit man einen guten Blick auf die Tür hatte und der Außenwelt, durch welche womöglich versteckt in den angebotenen Büschen und Bäumen auch eine Gefahr lauern konnte. So still wie es war, verriet auch die Natur mit dem Wind in den Büschen, dass in diesen keiner saß und lauschte. Dadurch hatte sich Hide wieder auf die Vermählten konzentriert, blickte dieser auch ein wenig von diesen weg, wodurch er mit einem tiefen Einatmen letztlich auch den fragenden Blick neben sich erkannte. Mit einer gehobenen Braue hatte er seinem Partner im Augenwinkel schon signalisiert, dass er das stehende Fragezeichen in seinem Gesicht nicht wirklich verstand und mit einem genaueren Blick auf die Vermählten erkannten die beiden auch schon, dass sie sich ungestört selbst kurz unterhalten konnten. " Was möchtest du? ", fragte Hide sogleich flüsternd, war er nicht wirklich gerne jemand, der Tatsachen so umschrieb, sodass sich die eigentliche Aussage in die Länge schiebt. " Du sahst gerade überhaupt nicht gut aus, willst du wirklich hier weiter rumquälen? ", fragte man ihn nicht lange später, bloß um ein entschiedenes Nicken des höheren Wächter zu bekommen. Überzeugend war er damit aber wohl nicht, hatte man noch ein Kommentar bei ihm hinterlassen: " Tausch dich mit den Kriegern unten aus, sollte es dir hier genügen. " Sich mit denjenigen, die sich im Saal befanden war schließlich nicht sonderlich einfallsreich, war er dafür unten deutlich ungesehener und konnte mit jemanden den Platz tauschen, der denselben Rang wie Hide selbst hatte. Die Familie hatten ihn jedoch immer gerne im Auge gehabt, ihn unter weiteren Kriegern haben wollen, die mit einem weiteren Ausreißer ihn wieder zu Boden holen konnten. Dadurch sprach er nicht mehr weiter mit dem Krieger neben sich, Kritik dieser Art konnte Hide so oder so nicht abhaben.
      Mit dem nächsten Blick auf diejenigen die er zu bewachen hatte, erkannte er selbst schon die Blicke die sich auf ihn richteten. Die strenge Mine sah beide fragend an, hatten dieselben Augen auch schon die Schritte der jungen Frau neben sich verfolgt, die sich fröhlich neben ihn stellte. Laurent war der ständigen Bewachung nicht gewohnt, doch mit der Gewöhnung der Frau hatte sie sich auch gut mit Hide verstanden, wenn dieser auch immer genug Distanz hielt und nicht selbst mit ihr spaßte, ihre Witzeleien jedoch dankend annahm. Sie stellte es sich vor, ihn auch für die Bewachung ihres Vermählten einzusetzen und mit dem annehmenden Blich Laurents fand dieser es auch nicht abwegig, Hide den eigenen Schutz anzuvertrauen. Dieser fragte schon, ob es auch nicht gegen sein eigenen Willen stand, ihn zu schützen. Mit der flachen Hand auf dem Platz seines Herzens, antwortete er den Wunsch der beiden.
      " Ich fühle mich geehrt darin, dass Sie mir ihren Schutz anvertrauen. Ich werde euer Angebot dankend annehmen, jedoch agiere ich nur im Namen des Palastes und solange dieses keine Bestätigung herausgibt, werde ich keine weiteren Schritte für Ihren Schutz beanspruchen können. ", beantwortete er ihr Angebot mit dem Hintergedanken an seinem Schwur, sich niemals gegen das Wort des Palastes zu stellen. Ihre abgelegten Schwüre waren wohl der Familie gut bewusst, hatte auch dieses vieles mit ihrem Schutz zutun. Mit einem Blick zur Dame neben sich schien es auch so, als würde er sich mit einem Verneigen bei dieser bedanken wollen, der eigentliche Grund seines Neigens war jedoch schlichtweg nur der Gedanke daran, ihre kleine Größe damit auszugleichen. " Sollten Sie es mit der Hoheit besprochen haben, lassen Sie es mich unbedingt wissen lassen. "
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    • Auch Mariam Solea Sangius war es wohl bewusst, dass auch sie nicht die Entscheidungen des Herrschers, ihrem Onkel umgehen konnte. So lächelte sie stattdessen den Krieger an und meinte: "Natürlich, das ist mir ja auch bewusst."
      Sie wusste es genau, aber genau so gut schien der jungen Dame auch bewusst zu sein, dass sie sehr wahrscheinlich kaum Einwände gegen ihren Wunsch geben würde. So oder so müsste irgendwer sicherstellen das Lauris, ihrem zukünftigen, nichts passierte.
      "Lauris, ich werde sehen das ich einige Worte mit meinem Onkel wechseln kann, falls er dafür die Zeit erübrigen kann. Je eher wir eine guten, ergebenen Krieger für seinen Schutz dir geben können, desto besser."
      Mit diesen Worten und einem kurzen Wink mit der Hand das einer der anwesenden Krieger hier verweilen sollte, damit Lauris nicht allein wäre, begann sich die junge, hübsche Lady wieder ins innere des Gebäudes zu begeben.

      Lausi hingegen lächelt kurz noch ihr nach, ehe er auch schon begann sich zu fragen, wieso sie so versessen darauf war, dies sofort zu klären. Es war klar das man wollte das ein Krieger ihn beschützen würde, als ihrem Zukünftigen, aber wieso so schnell? Hing wohlmöglich mehr damit zusammen? Wollte man ihm jemanden zuweisen, der darauf achtet wie er sich verheilt, dass er nichts dummes anstellen würde oder brauchten sie jemanden der sein Verhalten so bald es ging überwachte und zurück an die königliche Familie meldete, sollte man etwas auffälliges finden?
      Dem jungen Mann mit den dunklen Haaren erschien dies voll und ganz nicht normal. Eventuell mochte er auch nur paranoid sein, aber der Heile glaube dennoch das etwas nicht stimmte. //Ich muss zu unvorsichtig gewesen sein...//, schoss es ihn durch den Kopf und leichter, kühler Schweiß bildete sich in seiner innerlich aufsteigenden Panik auf seiner Stirn. Kurz drehte er sich um, wissend dass er woanders hin sehen musste als vom Ballkoon aus ins innere, zu diesen verfluchten, so verdammt verdrehten Festlichkeiten. Stattdessen zwang er seinen Blick hinaus in die Nacht, sah erneut auf die Landschaft die sich ihm bot und versuchte den Krieger hinter sich zu ignorieren. Er musste sich nur fassen und seine Gedanken ordnen.

      Unterdessen würde Mariam sich im Inneren des Baalsaals durch die Massen bewegen, immer ein Lächeln auf den Lippen, welches hier nun einmal zu einer frisch Vermählten Dame gehörte, geradewegs in Richtung des Bereichs in dem sich die höheren des Hauptfamilie aushielten. Es wäre kein Schweres für sie, sich in solche Kreisen zu bewegen, angesichts ihrer Verwandtschaft. Und sicherlich würde ihr Lieblingsonkel nichts gegen ihre Vorschlag mit dem Krieger, der auf Lauris achten würden, haben. Sie wusste welche Worte sie wählen musste.
    • Die inneren Beziehungen zwischen den Familienmitgliedern verschiedenster Familienzweige waren ihm genauso ein Rätsel gewesen, wie das Verhalten des Königs an manch Tagen. Dadurch hatte er von einer sofortigen Annahme eines weiteren Auftrags abgesehen, war oft noch mehr Organisation dahinter, als das er sich alleine um Dinge dieser Art kümmern konnte, gar durfte, ohne in einen Konflikt mit seinem eigen abgelegten Schwur zu geraten. Das sein Unwohlsein gegenüber ihrer Frage einer sofortigen Klärung beim König auslöste, ließ Hide nur schwer schlucken. Durch den Schutz den er Mariam jedoch anzubieten hatte, war ihm jedoch nichts weiteres erlaubt als ihr genau zu dieser Klärung zu folgen, ob er nun wollte oder sich nicht noch lieber weiter mit dem weiteren Krieger ankeifte, der ihn immer noch von einer Einwechslung überzeugen wollte. " Tausch dich aus. ", flüsterte dieser ihm nur wieder zu, bevor sie sich noch gleich auf den Weg machten, die sein Schützling schon so zielstrebig beginnen wollte. " Pass auf, ich tausche dich gleich noch aus. ", knurrte er nur leise zurück, würde Hides Blick nicht schon genug den Eindruck abgeben, er würde den besorgten Kerl noch wirklich beißen. Damit war zumindest der Krieger, der auf dem Balkon bei dem verlobten Heiler blieb, zwar nicht beruhigt, aber wenigstens still. Weitere Momente würde er draußen auch nicht mehr vergeuden können, da war die junge Frau schon schnell genug auf ihren Beinen unterwegs, sodass der mächtige Krieger ihr nicht noch in seinem kleinen Gefecht hinterher eilen musste.
      Als sie wieder den Eintritt in den gefüllten Saal trauten, waren die Schritte der jungen Frau dem Krieger schon fast zu eilig, hatte dieser nicht noch wieder sein Kreislauf anzuregen, bevor er dieser noch hinterherdüste. Die starre Mimik, fast schon versteinert, ließ ihn aber schnell unter den verschiedensten Menschengruppen hindurchblicken und konnte schnell ihren Bewegungen folgen, die durch die ganzen ganzen Massen noch den Bewegungen einer Schlange ähnelten. Mit dem Hand am Griff seines Schwertes, was zusätzlich noch passend mit einem violetten Band zu seiner Uniform gemacht wurde, wagte er sich einen letzten Blick auf die restlichen Krieger, die mit dem Verlauf der Veranstaltung keine weitere Anweisungen mehr benötigten. Dafür hatten sie sich noch genügend Kollektivstrafen während ihrer Vorbereitung eingeheimst, vor denen sich auch ein Hide manchmal nicht verstecken konnte.
      Als sie sich jedoch wirklich vor dem König befanden, konnte er mit den wenigen Interaktionen in seinem Umkreis für einen Moment verschnaufen können, ehe er mit einer aufrechten Position sich begann zu verneigen und erst seinen Kopf wieder erhob, als ihm dies von dem König erlaubt wurde. Zu sprechen begann Hide jedoch nicht, hatte er keinen wirklichen Grund dafür und nahm sich die Zeit lieber nochmal dafür, über seine Schulter hinweg nochmal die Personen anzusehen, die sie gerade in ihrem Gespräch umkreisten. Sie waren alle zu fröhlich um wahr zu sein und spürte man die Blicke auf die junge Frau haften, würden sie sich noch auf ihren Weg zurück erneut einige Beglückwünschungen anhören können. Wie konnten sie ihn nur alle noch so nerven, wenn er doch gar nicht derjenige ist, der die ganzen Gespräche zu führen hatte?
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    • Mit einem Krieger, der ihn wie ein Schatten Folge würde und natürlich der Hauptfamilie und besonders die König Unterstand würde bedeuten dass er noch mehr auf sein Verhalten achten müsste. Zum einen dürfte Lauris nicht die Seiten seiner Familie zeigen, die Krieger und Diener nicht sehen sollten. Zum anderen müsste er darauf achten seine Abneigung zu dem System in keinster Weise zu offenbaren.
      Leise seufzte der Schwarzhaarige, wissend das all dies wohl auf Dauer an seinen Nerven zerren würde. Wieso auch musste seine von der Familie gewählte Verlobte von solch hohen Rank sein?
      Sobald dies geklärt wäre und seine Verlobte beschloss sich wieder der Party zu widmen, würde er nach einer Möglichkeit suchen jene wieder verlassen zu können ohne unhöflich zu sein. Für den Abend hatte er genug Aufmerksamkeit erhalten und mehr als genug Scheinfröhlichkeit gezeigt.

      Seine Verlobte kehrte einige Minuten später mit erfreulichen Nachrichten zurück, welche Wohl für die Krieger einiges an neuen Organisatorischen Herausforderungen darstellen würde. Offenbar müsste ja ein neuer Krieger mit den richtigen Fähigkeiten der jungen Dame zugeteilt werden, nach dem jene ja in Absprache mit dem König versuchte ihre jetztige Leibwache zu 'übertragen'.
      Mariam war Glücklich, dass sie ihren Willen offenbar bekam. Sie schien es als Geschenk an ihren Verlobten zu sehen, was in gewisser Weise eigentlich nicht möglich war, da sie den armen Krieger ja nicht wirklich ihren Besitz nennen könnte.
      Auch hütete Lauris sich dies anzusprechen und schenkte ihr stattdessen wieder ein Lächeln, um ihre Freude mit der angemessenen Reaktion zu begrüßen.
      Die restliche Zeit die Lauris auf den Festlichkeiten verblieb ähnelten viel mehr einem Spießrutenlaufen, als einem Fest. Um so glücklicher war er sobald es ihm gestattet war mit seinem wohl neuen ewigen Begleiter aus dem Hintergrund in Richtung seiner eigenen Zuhause und so seiner eigenen Räumlichkeiten zu verschwinden.
    • Ob es nun mit oder gegen dem Willen des Kriegers geschah, befand er sich mit der Zusage des Königs in einer ganz neuen Situation, die er genauso belächeln, wie skeptisch betrachtete. Nicht oft wagte man es, den jung Ausgebildeten irgendwo wegzuschicken, aus den Augen der Königsfamilie und gar ganz ohne erster Planung, ehe die Reise für ihn beginnen würde. Die arg merkwürdige Tinktur war getrunken, so war die Organisation wohl zum Wohl des Heilers schnell auf einige Tage zu verschieben, um ihm Sicherheit zu gewährleisten, die er womöglich nicht brauchte oder gar nicht erst wollte. Es gab einiges was in diesem Lande seltsam war, womöglich gar nicht erst vertretbar war, doch umso seltsamer war es, dass es sich auch niemand wagte solch Meinung öffentlich auszusprechen. Die Feste, so organisiert und perfektioniert wurden, wiesen mit dem richtigen Auge doch Tatsachen auf, die hinter keiner Moral mehr stehen könnten oder für die Hinsicht auf Frieden in diesen Reihen. Wer aufmerksam hörte wird fündig in den endlos langen Reden der Regierung, fündig nach Widersprüchen, hinterbliebenen Fragezeichen und auf einen faden Beigeschmack, was auch die gedrillten Krieger angeht, die sich nicht wagten den kleinen Finger in Richtung des Schwertes zu bewegen, waren Putschverdächte so bestraft, dass man nicht lieber seine Persönlichkeit samt dessen Meinung wegwarf.
      So lang wie die Veranstaltung lief, beglückte sich Hide langsam über das verschwundene Krankheitsgefühl und war auch ganz zufrieden damit, den verlobten Heiler nicht durch den ganzen Saal jagen zu müssen, wie es bei seiner Verlobten mit den schnellen Beinen der Fall war. In der Zeit in der sich Hide nicht angesprochen fühlte, vernahm er in der Aura seines neuen Geschützten gar nicht so viele Freude, wie es doch im Gegenzug bei seiner Verlobten aussah. Ihre Augen hatten sich trotz ihrer gefährlichen Rotfärbung über die Vermählung gefreut, nicht noch darüber Hide losgeworden zu sein, doch in diesen Perspektiven des Lebens würde man ihn nicht auftreffen können. War sein Kopf nicht zu voll mit anderen Dingen, die er hinterfragte oder so lange ausschöpfte, bis er daran ermüdete.
      Die Zeit des Festes ließ sich dadurch umso besser vertreiben, standen sie nicht schon mit den Weg hinaus aus dem Palast bereits auf ihren Heimreise, zumindest doch Laurent, den er aus seiner Lehrzeit noch gut erkannte. Für Hide hieß es letztendlich bis auf bestimmte Zeit nur, dass er sich aus seinem gewohnten Umfeld machte und eine neue Person beschützte, die mit seinem neuen öffentlichen Leben auch einer unvorhersehbaren Gefahr ausgesetzt war. Auch wenn diese ihnen wohl nicht noch an diesem späten Abend bevorstehen wird, war Hide wachsam genug um im kalten Luftzug mit einer Hand sein Schwert für den Fall der Fälle zu umgreifen. Er war erst mit dem Betreten der Kutsche entspannter gewesen, schien man den Verlobten noch vom Rest trennen zu wollen. Noch brauchte es jedoch eine verschlossene Tür für Hide, um mit den violetten Augen zu Laurent zu blicken. " Laurent, jetzt wo du verlobt bist - Würdest du von mir gesiezt werden wollen? ", fragte er, wenn sie sich doch auch eigentlich als alte Bekannte bezeichnen konnten. Doch mit den ganzen Jahren war es Hide nicht bekannt ob er möglich nicht sogar der Einzige von beiden war, der sich überhaupt an die damalige Zeit erinnern konnte.
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    • Das Gelächter und Geflüsterte der Giftschlangen, die auf dem Ball ihre Masken aus Lügen trugen, Liesen sie langsam, schritt um Schritt hinter sich. Er war nicht mehr gezwungen eine Maske der Freude zu tragen und sich selbst mehr und mehr in Worten zu verwickeln, wie eine Fliege in dem Netz einer Spinne.
      Es war ein Spiel mit dem Feuer, der Tanz am dünnen Rand zwischen der Illusion und der Lügen, ein Spiel, das sie alle immer wieder auf neuen auf diesen Festen spielten. Und er musste dieses Spiel mitspielen, zwischen all den Raubtieren, die nur auf eine Schwäche, eine falsche Reaktion oder ein falsches Wort warteten. Eine eigene Meinung, die mit der der Familie nicht übereinstimmte oder ihnen gar nicht passte gab es nicht. Laurent wusste dies und so verschloss er sich jedes Mal selbst, in seinem inneren, schluckte die Worte, die er sagen wollte, hinunter und verstellte sich. Zu einem anderen selbst, so dass er teilweise sich nicht einmal mehr selbst glaubte erkennen zu können.
      Ob er irgendwann seine eignen Überzeugungen und Meinung verlieren würde, würde sein Leben nun nur noch fester in den Händen der königlichen Familie liegen, die ihre wachsamen Augen auf jede seiner Taten haben würden, ihre Ohren auf jedes seiner Worte richten würden? Wie viel von ihm selbst würde am Ende dann noch übrigbleiben?
      Allein der Gedanke ließ ihn seine Lippen aufeinanderpressen, als er die Kutsche betrat, welche ihn und seinen neuen Schatten nach Hause bringen würde. Selbst hier, abseits all der Augen, die auf dem Fest noch auf ihm lagen, würde nur ein einiges Paar an Augen ihn nicht mehr in Ruhe lassen. Wie eine neue Kette, die man ihm umlegt hatte, erdrückte ihn fast schon der Gedanke daran, den Krieger nun mehr immer an seiner Seite zu wissen. Düster huschte für eine Sekunde ein Schatten über sein Gesicht, ehe er den Mund öffnete, zum ersten Mal in der Ruhe und Einsamkeit der Kutsche, sich an den Krieger wenden. „Was werdet ihr nun tun, da ihr offenbar mein Leibwächter geworden seid?“ Krieger waren nun einmal dem königlichen Haus untergeben, dass hatte er bewusst bemerkt in dem Moment als der Krieger seiner ‚Verlobten‘ gesagt hatte, dass sie mit ihrem Onkel alles besprechen müsste. Was wäre erst würde er irgendwelche Worte oder Handlungen von ihm mitbekommen, die nicht dem entsprachen, was die Vorstellung der Familie war? Er kannte nur zu Gut die Anforderungen, die Regeln und die Gesetzte, die hier herrschten. Leicht löste er seinen Blick, denn er bis zu diesem Moment stur aus dem Fenster gerichtet hatte auf die Figur des Kriegers vor sich, der sich ihm gegenüber in die Kutsche gesetzt hatte, ihn erneut musternd. Dessen lilanen Augen schimmerten regelrecht, ein Zeichen dessen, dass die Person vor ihm kaum mehr war als eines der vielen abgerichteten Hunde der königlichen Familie. Er war nie wirklich ein Fan von dieser Farbe gewesen, die er schon immer jene Augen zierten, die kaum mehr waren als Sklaven, gebunden an ein Leben, dass sie wohl kaum alle führen wollten. Erneut presste er seine Lippen etwas zusammen, sich davon abhalten vermutlich unüberlegte Worte dem Krieger an den Kopf zu werfen, der an sich genau so wenig eine Wahl in seinem Schicksal gehabt hatte wie er.
      "Mach euch da keine Mühen, ihr könnt mich nennen wie ihr magst.", erwiderte er, nun mehr sein Gedächtnis durchforschen, woher er jenen Krieger wohl kannte. Er kannte ihn, so viel Stand fest, doch woher sollte er ihn kennen?
      Ob er einer jener gewesen war, welche er damals in seiner Ausbildung mal geheilt hatte? Zu unzählig viele Personen waren es gewesen, als dass er sich an jede einzelne erinnern konnte, zumal am ende nicht jeder dieser Krieger die Ausbildung überlebt hatte. „Woher kennt ihr mich genau?“, sprach er so nachdenklich, immer noch eine gewisse Distanz wahren. Es wäre ihm nicht von nutzen würden sie keine Beziehung aufbauen und weiterhin einander anschweigen. Er hatte das Gefühl, dass sein Wächter ihm wohl nicht mit einer Abneigung gegenüberstand, was gut wäre. Einen Krieger, der ihn von Grund auf nicht leiden konnte, weil er unter seiner ‚Würde‘ war jemanden wie ihm die ‚dienen‘, da Laurent nun einmal jemanden war, der so gesehen nicht der ‚Königsfamilie‘ entstammte, wäre sehr hinderlich. Aber es erschien nicht so, als wäre dies hier der Fall.
      „Sagt, wie heißt ihr noch gleich?“, fragte der Schwarzhaarige mit den grünen Augen weiter. Auch wenn es ihn immer noch störte, dass er Vorsichtig sein musste, so erschien dieses Gespräch aber irgendwo besser für ihn. Er hatte nicht den Eindruck jedes Wort genaustens abzuschätzen zu müssen und auf jede Regung in seinem Gesicht zu sachten, die seine Gedankengänge verraten könnten. Selbst wen letzteres nach all den Jahren wohl kaum mehr geschah, die er nun schon damit verbrachte keinen verräterischen Ausdruck in seinem Gesicht zu tragen.
      Leicht klackend und etwas schaukelnd fuhr die Kutsche den Weg entlang, immer weiter ihrem Ziel entgegen, während die beiden unverhofften aufeinander getroffenen Seelen einige Worte miteinander austauschten. Aber dann würde das Gefährt langsamer und kam letztlich zum Stehen. Die Tür der Kutsche öffnete sich und offenbarte den Blick in eine von verschiedenen Lichtquellen erhelltes größeres Gebäude, umgeben von einigen angebundenen anderen Gebäuden. Das Komplex war an der Fassade verziert, wie es wohl dem höheren Adel sich gehörte, umgeben von einen riesigen in Dunkelheit der Nacht gehüllten Gartenanlage. Durch ihre Anzahl an Mitgliedern gab es mehrere größere Gebäude, in denen die verschiedenen Abschnitte der Familie lebten auf dem gewaltigen Gelände nur um von kürzeren Wegen miteinander verbunden zu sein. In der Mitte des ganzen Erhob sich hoch emporragend ein großes Gebäude, welches den höheren Mitgliedern der Familie vorbehalten war, so wie als Treffplatz für wichtigere Entscheidungen gedacht war. Laurent kam in seinem bisherigen Leben nur sehr selten hier her, auch wenn die Vermutung nahe liegen würde, dass sich dies nun bald ändern würde.
      Flink verlies er die Kutsche, nicht die Lust oder Laune haben noch länger in jener zu verweilen. Er war sich recht sicher, dass sein neuer Schatten ihm ohne weiteres folgen würde. Lang wäre der Weg nicht.
      Sicheren Schrittes betrat Lauris eines der Gebäude, vor dessen Türe die Kutsche Halt gemacht hatte und ging an der Dienerschaft vorbei, welche sie mit einem verbeugen begrüßte. Nur kurz wendete er sich an einen der Butler und bat jenen darum noch etwas Wein auf seinem Zimmer zu bringen, da es ja ‚gute Neuigkeiten‘ zu feiern gäbe. Auch wenn jene für ihn nicht so wahren. Doch mit etwas mehr Alkohol könnte er vielleicht das Grauen des Abends hinter sich lassen und den Krieger auch etwas davon anbieten um dessen Zunge noch mehr zu lockern.
      So oder so hatte der junge Mann genug von dem heutigen Tag.
      Die Stufen der Treppen hinauf, trugen sie ihn in den ersten Stock und den gang entlang an Gemälden von Familienmitgliedern. Bis hin zu seinem Raum, wo er die Tür öffnete und nur über die Schulter sich an den Krieger wendete: „Wollt ihr nun auch einen eigenen Raum beziehen?“ Er wusste nicht, wie es mit Beschützern war, also ob diese sich immer im selben Raum wie die Person, die sie beschützen sollten, befinden mussten oder ob sie einen Raum in deren Nähe nur bekommen mussten. So oder so würde es einiges an Arbeit bedeuten. Doch dann wollte er sich nicht weiter im Türrahmen verweilen und bedeutet dem Krieger so ihm ins innere zu folgen. Sein Zimmer bestand um genau zu sein aus zwei Räumen. Einer diente hauptsächlich als Schlaf und Ankleide Gemach, während der zweite, also der Raum in denen sie sich befanden, jener war, in welchem man eher Besuch empfangen würde. Nicht dass er viel und oft Besuch empfing, doch der Raum war perfekt dafür geeignet für noch einen Arbeitstisch zum Studieren am Fenster, einige Kommoden und Regale voll mit Büchern. Lauris verbrachte viel Zeit damit zu Lesen. Neben jenem konnte man auch einige Gläser und Tröge mit Pflanzen erkennen, die dem ganzen etwas Leben in den Raum brachten. Es war mehr oder minder eine Regel, dass man Pflanzen besitzen musste. Die meisten dieser Pflanzen hier hatten sowieso einen Nutzen in der Heilkunst, doch einige von ihnen könnten auch bei falschen Mengen wie Gift wirken. Es war so gesehen eine Absicherung im Fall der Fälle, falls einmal jemand, der eine Bedrohung für die Familie wäre verschwinden sollte.
      Abgesehen aber von jenen Dingen, war der Raum ähnlich eingerichtet wie auch das Gebäude bisher. Edel und gut den Status zeigen, aber dann doch nicht so pompös wie die Einrichtung, welche man in den Anwesen der königlichen Familie finden konnte. Mit einem seufzten lies sich Laurent auf das Sofa nahe des Tisches sinken.

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    • Kaum begannen die ziehenden Pferde die Kutsche mit ihrem Traben voranzutreiben, hatte die Entfernung zum üblichen Standort den violett bekleideten Krieger von einem Faden gelöst, den er bis zum Zeitpunkt der Realisation seiner neuen Situation kaum wahrgenommen hatte. Wie aus dem nichts sanken seine Schulter immer tiefer in das Sitzpolster, lösten ihn von seiner Anspannung, war die Schuld nicht alleine bereits im leichten Wiegen der Kutsche zu erkennen. Seine Finger verschränkten sich ineinander, hatten sich in manch Momenten angespannt und auch das weite Öffnen seiner Augen hielten ihn jedoch darin fest, sich von nichts täuschen zu lassen. Er würde nicht müde werden, war es ihm gar unmöglich dies noch zu tun, hielten er und sein neuer Schützling sich gegenseitig davon ab, um auch die aufgezwungene Bindung zueinander zu lösen. In der Geschwindigkeit, die seine Verlobte an den Feierlichkeiten legte um sich mit dem König auszusprechen, hatte ihn bloß noch weiter aus der Bahn geworfen und ihn gar vergessen lassen, sich ansatzweise von seinem Bekanntenkreis zu verabschieden. Es war kein Abschied für die Ewigkeit, bestand jedoch auch die gewisse Wahrscheinlichkeit, dass er sich mit den gebildeten Beziehung zur Heiler-Familie in einen neuen Zuständigkeitsbereich warf. Da war die Frage plausibel gewesen den Krieger nach seinem Vorhaben zu fragen und wenn Laurent ihn dadurch in das Grab eigener Unwissenheit warf, war er trotz alledem trainiert genug darin gewesen, es sich nicht ansehen zu lassen. " Solange die Reaktionen der Verlobungsnachrichten im Volk und innerhalb ihrer ganzen Familie nicht einzuschätzen sind, werde ich nur beobachten und schützen. ", antwortete er knapp, sah er zwischen seinen Worten schließlich den verlobten Mann an, den er sonst bloß mit dem alten, kindlichen Gesicht vor Augen hatte. " Die ersten Tage lassen sich schwer in Punkte fassen, habe ich nicht weiter mit ihrer Hoheit sprechen können, darum entschuldige ich mich. ", erwähnte er fortan und hatte seinen Augenkontakt darin beendet, sich für einen Moment zu verbeugen. Auch wenn der Heiler nicht sonderlich wie einer derjenigen schien, die einen Krieger mit dem ersten Fehler ins offene Messer laufen ließ, so schnell würde Hide nicht von seinen geübten Formalitäten abschweifen können. Strafen für offene Respektlosigkeit waren zu hoch, als das es sich lohnte, sich die Sekunde an Mühe zu sparen. Letzten Endes gab man ihm jedoch die eigene Entscheidung, wie er seinen Schützling bedarf zu nennen und mit einem Nicken nahm er diese Antwort dankend an.
      Die nächste Frage überraschte ihn jedoch wenig, schien Laurent keine weiteren Anstalten darin zu machen, zwischen ihnen und ihrer Vergangenheit ansatzweise eine Verbindung zu erstellen. " Als ihr jünger wart, habt ihr mich während meiner Ausbildung geheilt. ", konnte er eine erste Antwort geben, wusste er doch aber, dass er nicht ein Einzelfall war. Wenn nicht eines der einzelnen Ausnahmen, die es überhaupt noch lebendig zum Heiler schafften, während andere bereits beim Hinweg an ihrer Erschöpfung erlitten. Während man ihm damals jedoch keinen Namen gab, vielleicht sich noch erhoffte das ängstliche Kind würde sich noch öffnen und seinen Namen verraten, wurde die fehlende Bezeichnung für ihn mit den ersten Erkenntnissen gefährlicher, wodurch man ihn Hide nannte. " Hide, euren Namen kenne ich schon. Laurent, richtig? ", erhaschte er sich eine Bestätigung, während sich sein Kopf noch daran erinnern versuchte, in welchem Moment er wohl auch in der Ausbildung Laurents einen Widererkennungswert hatte. Lang blieb ihm jedoch nicht zu überlegen, hielt nicht wenig später die Kutsche und offenbarte das große Anwesen, welches er kurzzeitig auch sein eigenes Heim nennen konnte.

      Der feste Boden unter den Füßen ließ den Krieger erleichtert aufatmen, war er nicht schon getunkt in Neugierde, weil er sich nur dunkel an jene Momente erinnern konnte, in denen er sich an diesem Ort befand. Vermutlich lag es daran, dass er bloß in Notfällen selbst her verfrachtet wurde und er in jenen nichts wahrnahm, als unaufhörlichen Schmerz und die Tränen, die er sich in jungen Jahren nur unbeholfen verkneifen konnte. Viele Sichtungen hatte er jedoch auch damals nicht erhalten, konnte er am Vorbeigehen die Architektur bewundern und die Verzierungen, die mit ihrer Atmosphäre Ähnlichkeiten zum Palast verursachten. Die Dienerschaft war wohl mit dem Aufkreuzen einer neuen Person genauso überrascht wie Hide selbst, hatte er erst die Frage nach Wein erhört, die er jedoch nur mit einem Augenblinzeln kommentierte. Stattdessen hatte er ihm still gefolgt, sich versucht irgendwelche Wege zu merken, die ihm in Gefahrensituationen wichtig werden würden. Lange blieb ihm dafür aber keine Zeit, befanden sie sich nicht wenig später im warmen Inneren der Räumlichkeiten, die wohl Laurent im Anwesen bewohnte. Die violetten Augen sprangen erst von einem Objekt zum anderen, war er erst von den ihm unbekannten Pflanzen abgelenkt, die ihn in seinen Gedanken noch davon abhielten, seinem Schützling richtig zuzuhören. " Für die erste Nacht würde ich in ihrer Nähe bleiben wollen, um die Bediensteten zur späten Stunde nicht mehr zu überraschen. ", antwortete er, und ging mit dem nächsten Moment auf die vorhandenen Fenster zu. Gedankenlos öffnete er eines, sah sich den genauen Standpunkt an und als wäre es schon Routinearbeit gewesen, hatte er die Robustheit des Fensterrahmens geprüft und mit ihr sogleich mögliche Pflanzen, die an der Fassade eine Kletterhilfe bieten konnten. " Sollte ich vor ihrer Tür nicht genügend Kontrolle über die Situation haben, werden wir weiter sehen müssen. Entweder wird weitere Hilfe nötig, um ihre Privatsphäre beizubehalten, oder ich werde hier bleiben müssen. ", erklärte er, als er den Kopf wieder aus dem Fenster nahm.
      Mit dem Blick auf Laurent auf dem Sofa, hatte er sich mit verschränkten Armen an den Fensterrahmen gelehnt und ihn gemustert. So erfreut über die Nachrichten schien er äußerlich nicht, als das er den Alkohol zur Feierlichkeit nutzte. War Hide aber selbst in seiner Mimik kaum zu rühren, würde er als letztes darüber Entscheidungen treffen können und war er ehrlich wusste er doch selbst genau, dass seine Verlobte mit ihrer Stimmung gar auch anstrengend sein konnte. " Um auf das vorherige Thema zurückzukommen und womöglich ihre Erinnerungen aufzufrischen - Ihr wart damals einer der Heiler, die mich mit 11 Jahren wegen Schnittverletzungen am Rücken vor dem Verbluten schützten. " Genauer gesagt lag es an den Peitschenhieben, vor denen man auch bei Jüngeren nicht abschreckte. Andernfalls würden sie eine Grauzone entdecken, die sie für sich ausnutzen würden. Zu erzählen, dass es jedoch als solche zu bezeichnen waren, würde er jedoch nicht wagen. Dafür war damit zu viel Bestrafung und Scham verbunden, Hide würde sich dadurch nur selbst als schwach verraten. Deswegen hatte er nicht lange darauf herumgeritten, und mit einem Blick auf den Boden wieder hinaufgesehen, als wäre ihm etwas eingefallen. " Habt ihr Kleidung, die ich für die Nacht nutzen kann? "
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    • So war es also nun mit dem Krieger, der ihm folgte.
      Leiche mehr zu sich selbst als zu seinem neuen Begleiter murmelte Lauris: "Also nur beobachten und schützen..." Er zweifelte irgendwo, dass der Krieger, welcher der Königsfamilie so treu ergeben war, sollte er etwas mitbekommen, was er nicht wissen sollte, es nur bei 'beobachten' belassen würde. Keiner durfte auch nur ein schlechtes oder kritisches Wort in der Gegenwart der Krieger über die königliche Familie fallen lassen. Kaum einer würde die daraus resultierenden Folgen überleben. Nur eine Handvoll an Menschen wurden je zu solchen Kriegern, die weithin für ihre Fähigkeiten bekannt waren. Ihre Ausbildung war hart und erbarmungslos, ihr Geist nach den wünschen der Mächtigsten Familie geformt und ihre Loyalität stand außer frage. Genau so wie es bei seiner Familie war, fand man sicherlich so gut wie niemals jemanden unter ihnen, der ohne auch nur zu fragen den wünschen der Hauptfamilie folge leisten würde. Oder gar irgendetwas an dem ganzen System hinterfragen würde.
      Doch als er meinte ihm keine konkreten Antworten geben zu können auf die Aussage welche Punkte die ersten Tage anstehen würden, fragte sich Lauris unwillkürlich üb dieser Krieger vor ihn nicht einmal mehr in der Lage war für sich selbst zu denken und zu planen. Die Formalitäten, die der Krieger ihn während des Gesprächs weiterhin entgegen brachte war er gewöhnt, auch wenn jene normalerweise nicht von jemanden mit einem solchen Stand zu jemandem wie ihn entgegen gebracht wurden. Irgendwo war es schon seltsam solch ein Verhalten zu sehen, welches er bisher nur bei der Hauptfamilie gesehen hatte. Und irgendwo gefiel es ihm nicht, denn es brachte das Wissen, dass er bald gezwungenermaßen zu jenen gehörte nur noch präsenter in sein Gedächtnis. "Wenn wir unter uns sind, könnt Ihr diese Förmlichkeiten sein lassen.", forderte Laurent so von dem Krieger.
      Als der Krieger sagte, er hätte ihn damals geheilt, runzelte der Heiler kurz seine Stirn. Es hatte einige Krieger gegeben, die er mit seinem damaligen Meister versorgt hatte. Darunter auch ein paar die schwarze Haare gehabt hatten. "Welche Verletzung war die schlimmste damals gewesen?", fragte er so nur nach. Es war teilweise ein leichteres gewesen für ihn, den Krieger dann mit dem Schüler in Zusammenhang zu bringen, der eine gewisse Verletzung gehabt hatte, um die er sich damals gekümmert hatte und dunkle Haare gehabt hatte. Sich jedes einzelne Gesicht und Namen zu merken hatte er nicht gemacht, denn nach einiger Zeit hatte man gefühlt so oder so die hälfte der Krieger in Ausbildung eh nicht mehr gesehen. "Offiziell ist es richtig.", antwortete der Schwarzhaarige junge Mann auf die Frage des Kriegers wegen seines Namens. "Aber sollten wir keine offiziellen Anlässe besuchen würde ich es bevorzugen Lauris genannt zu werden." Er kam nicht drum herum dies festzulegen, aus dem einfachen Grund heraus, dass er nicht die ganze Zeit von seinem neuen Schatten bei diesem Namen genannt werden wollte. Lauris war kurz und reichte vollkommen aus, zumal es ihm selbst auch besser gefiel.

      In den Räumlichkeiten, in welchen überall Pflanzen zu finden waren, war es fast so, als wäre Lauris endlich allem irgendwo entkommen. Nun fast allem. Der Krieger, der den Raum betreten hatte wirkte vollkommen fehl am Platz, wenn man es so sargen konnte. Durfte jener ohne eine Erlaubnis überhaupt irgendetwas machen? Irgendwo hatte der Heiler jetzt schon das Gefühl, dass alles hier würde noch anstrengend werden. Zumindest verweilte jener nicht wie abgestellt aber nicht abgeholt bei der Tür sondern bewegte sich erst einmal zu dem Fenster. Das Zimmer lag im ersten Stock und bot so eine gewisse Übersicht über das umliegende Gebiete, welches den garten und nahe liegende Gebäude beinhaltete. Wäre Lauris ehrlich, da hatte er früher als Kind die Kletterpflanzen selbst als Kind benutzt gehabt um seinem Zimmer zu entfliehen und sich heimlich mit anderen zu treffen. Ob dies jetzt noch eine Option war, um sein kleines Reich zu verlassen, wäre wohl fraglich für ihn gewesen.
      "Dann könnt Ihr euch es hier bequem machen auf dem Sofa über die Nacht hinweg.", sprach der junge Mann. Den Krieger die ganze Nacht irgendwo stehen zu lassen oder in einer Ecke sich hinhocken zu lassen wolle er dem Kerl nun wirklich nicht zumuten. Solch ein Unmensch war Lauris nun auch nicht. So wäre er wohl nahe genug und Lauris musste sich keine Sorgen machen das Gefühl zu haben die ganze Nacht beobachtete zu werden. Sein Schlafgemächer lagen ja gleich nebenan, durch eine Tür nur getrennt. Ob dies ausreichte würden sie dann wohl sehen.
      Doch wer würde sich schon so einfach gegen diese Entscheidung der Mächtigen stellen? War es am Ende nur alles ein Test um zu sehen wie Loyal er war? Oder gab es gar einen anderen Grund für die Vermählung? Irgendwo bezweifelte Lauris das groß etwas geschehen würde, wenn die Macht der Königsfamilie hatte diese Vermählung ja unterstützt. Vorher war er nur so ein unbedeutender kleiner Fleck in diesem Machtgefüge gewesen, dass sich keiner mit einem Assassinen oder anderen Anschlag versucht hätte ihn aus den Weg zu räumen. Durch die Kundgabe könnte dies nun auch an außerhalbliegende Ohren dringen, die nun erst von seiner Existenz erfahren würden. Doch wer riskierte von extern der Familie ihn so anzugreifen und zu versuchen aus dem Weg zu bekommen?
      Zugegeben irgendwelche entfernten verwandten könnten nicht erfreut sein und lieber ihre eigenen Söhne eine solche Chance bekommen sehen. Da würde er sich mehr sorgen machen, auch wenn sich all dies wohl erst noch zeigen müsste.
      Dann beantwortete in aller Ruhe der Krieger seine Frage wegen der Verletzung und es begann Lauris zu dämmern. "Ah, ja, ich erinnere mich. Keine hübsche Angelegenheit." Aber welche Verletzung wäre schon nett, welche die Lehrlinge damals hatten erleiden müssen. "Sind die Narben erhalten geblieben?" Manch einer mochte in der Hinsicht etwas taktvoller vorgehen, aber für Lauris war es nichts ungewöhnliches. Als Heiler musste man teilweise einfach etwas direkter mit seinen Fragen sein um dann auch die nötigen Informationen zu bekommen. In seinem jungen Leben hatte er schon so viele Verletzungen gesehen, dass es ihn fast schon alles kalt lies. Von kleinen Schnitten über schlimmere Fleischwunden und Amputationen war irgendwo alles dabei gewesen.
      Als der Krieger sich nach Kleidung erkundigte, welche auf jedenfalls besser und wohl bequemer wäre als diese offizielle Kleidung für die Festlichkeiten, nickte Lauris. Seine eigenen würde er dem Krieger so aber wohl nicht einfach geben. Denn anders als Hide, der wohl Tag ein, Tag aus sein Training absolvierte und so über einiges an Muskeln verfügen würde, war Lauris 'nur' ein Heiler. Seine Kräfte lagen eher im Wissen, als in bloßer Stärke. Doch sobald der Diener mit dem Wein auftauchen würde, könnte er sich ja nach Kleidung bei jenem erkundigen. "Brauchst du noch irgendetwas anderes? Hast du überhaupt etwas vor oder während der Veranstaltung zu essen bekommen?", fragte er vom Sofa aus weiter den Krieger. Sollte dem nicht so sein, könnte er auch den Diener gleich mal wegen ein paar Speisen aus der Küche fragen, damit Hide zumindest auch etwas davon erhielt.
    • Wenn auch der violett gekleidete Krieger sich fast darin sicher war seine Förmlichkeiten mit bloßen Worten nicht abzulegen, würde sich auch kein gedrillter Hund an die Dinge trauen für die er einst bestraft wurde, hatte er sich mit einem stummen Nicken trotzdem für eine Bestätigung entschieden. Es gab einige Dinge und vor allem Personen der Familie, die er in ihren Mächten kaum einschätzen konnte und zog sich deswegen selbst nur immer wieder in die sichere Seite, indem er sich einfach vor jedem verbeugte, der auch ansatzweise Achtung in den eigenen Familienzweigen bekam. Neben seinem harten Training befand er sich wenig in der Lage sich noch um neue Familienmitglieder zu sorgen und inwiefern er diesen Respekt zu schenken hatten, da war die Spur dir er momentan fuhr die Sicherste und sah sich Laurent nicht im erbrachten Respekt, würde wohl auch der Krieger versuchen sich etwas abzulegen, was er jahrelang blind fortfuhr. Mit dem Zurücklehnen nach seiner Verbeugung hatte er mit dem Blick aus dem Fenster einen Moment nachgedacht, die schlimmste Verletzung, die er damals hatte? Es gab einiges, woran sich Hide auch nach Jahren erinnern konnte, vergaß er ohnehin die üblichen und kleinen Verletzungen, weil sie im Training zur Routine gehörten und wenig abzuwehren waren. Man testete viel an den mächtigen Kriegern, weil sie zu schwer in ihrer Kraft einzuschätzen waren, und genug konnte er sich an den schiefgegangenen Experimenten erinnern. " Als man mir den rechten Lungenflügel durchbohrte. Man dachte, meine Kräfte würden verstärkt auf Gefahr reagieren. " Noch mehr als das hatte sich wohl die Vermutung bestätigt, dass er sterben würde, wenn er sich noch weiter gegen die helfenden Hände gewährt hätte, die ihn zuvor verletzten. Selbst die Heiler schien er noch von ihrem Tun hindern zu wollen, hätte man ihn nicht zum Schutz der Heiler fixiert. Man flößte ihm immer wieder die Unsicherheit ein, dass er nur bedingt das Recht auf sein Leben hat, würde er nicht noch den letzten Fakt seiner selbst verraten und mit den Jahren versuchte er nicht mal mehr den Widerspruch aufrechtzuerhalten, weil es zu nichts bringen würde. Lange blieb er daran aber nicht mehr hängen, war es eher ein Armutszeugnis sich gegen nichts wehren zu können, als ein wertvoller Gedanke. Da war es ihm lieber den inoffiziellen Namen Lauris' auszusprechen, war diesem wohl damit wohler gewesen, solange man sich nicht wieder unter den hundert Augenpaaren befand.

      Hide hatte sich darum gesorgt Lauris Dienerschaft mit seinem spontanen Einzug nicht zu überfordern, schien sich auch der Heiler damit zufrieden zu geben und ihm die Nacht auf dem Sofa angeboten, auf dem er es sich selbst gemütlich machte. " Gern ", antwortete er knapp und hielt sich selbst dabei auf sich wieder verbeugen zu wollen, langsam wurde es selbst Hide zu absurd, wie sehr er sich doch an solch Dinge gewöhnte. Tun konnte er jedoch wenig dazu und versuchte er sich schon damals nicht weit an seiner eigenen Lehre zu stören, trainierte er es sich in den Jahren an einfach keine Gedanken mehr zu verschwenden. Keine Gedanken mehr daran, dass die Tinktur ihm eher wie Gift wirkte, wie wenig er doch die meisten denen er sein gespielten Respekt schenkte, wirklich respektierte und schon gar nicht, ob er sich bisher sein Leben lang nicht willenlos ausbeuten ließ. " Ich konnte die wenigsten Wunden pflegen, also vermute ich, dass sie noch da sind. " Wirkliche Einsicht hatte er aber nicht, fand er sich schon verunstaltet genug als sich noch um solch Belanglosem zu sorgen. Neue Narben würden sich immer bilden und musste er sich nicht um ganz andere Dinge sorgen, versuchte er sich nicht erst darum zu interessieren. Lang genug hatte er versucht der eigene Herr um seine Kraft und um sein Körper zu werden, aber sein Kampf war schon im Kindesalter verloren gewesen. Da waren Strafen egal geworden, die Narben die sich dadurch bildeten und wie er sich mit der Tinktur fühlte, weil er scheinbar einer der wenigsten war, die sie wirklich nicht vertrug.
      Mit der Bitte um Kleidung wollte sich Lauris um deutlich mehr kümmern, schüttelte Hide sogleich den Kopf mit seiner nächsten Frage. " Rund um Veranstaltungen essen Krieger so wenig wie möglich, um Vergiftungen zu vermeiden und Zeit zu sparen. ", erklärte er und ließ die Informationen aus, die vielleicht noch Dinge über das Königreich äußerten, die die Heiler auch noch nicht kannten. Schließlich wurde auch regelmäßige Nahrung als Belohnungssystem genutzt, um den Krieger zu zeigen wofür sie zu arbeiten hatten und auch, wofür sie nicht alles dankbar sein mussten. Sein Magen gewöhnte sich jedoch genügend daran, um sich daran nicht mehr zu stören. Mit der kurz getretenen Stille hatte Hide ihn wieder gemustert als würde er nach etwas suchen, und nicht finden. " Du warst wohl nicht in die Verlobung mit eingeplant gewesen, oder? ", fragte er, war seine Überraschung auf den Festlichkeiten schnell zu erkennen und wenig von Freude, weil er wohl auch noch am verarbeiten war.
      the more you try to trap me, i'll go off the rails.