I don‘t want to be the Villainess! [Cailemia x Nash]

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    • I don‘t want to be the Villainess! [Cailemia x Nash]





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      Genre: Drama, Romanze, Fantasie, Isekai
      Rollen:
      @Cailemia - Arcene; Kyvernitis, Xenon, Alabaster
      @Nash -Arcadia; Cyfrin, Casimir, Nikolai
      Vorstellung

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      Otome Games. Sie sind vor allem bei Mädchen beliebt. Als Spieler schlüpfen wir in die Rolle der Protagonistin, die in eine Geschichte voller Geheimnisse, Drama aber auch Romanze geworfen wird. Wir, die die Protagonistin spielen, haben die Wahl mit welchem target wir unser Happy End erleben wollen. Oder aber wir erreichen ein reverse harem. Ob das eine oder andere, otome games erwecken in vielen Herzen den Wunsch selbst in eins geschleust zu werden.
      Und genau diese Chance erhielten zwei Mädchen, die eines Tages in ein otome game als Baby aufwachen, ihre Erinnerungen jedoch erst vor Akademieeintritt erhalten. Doch zu ihrem Pech besetzten sie die Körper von Zwillinge, wo einer von ihnen die villainess sein wird. Nicht wissend, wer es von ihnen es sein wird, versuchen sie die richtigen Entscheidungen zu treffen. Doch was, wenn sie dadurch der villainess Rolle näher kommen und Missverständnisse verursachen, die zu ihrem bad end führen?


      EVENTS

      - Willkommensfeier der Akademie (Ankunft)
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    • Xenon Stanish
      Nervös ließ der junge Mann seinen Blick vom Boden auf die Umgebung außerhalb der Kutsche, welche ihn und seinen Adoptivbruder, den er niemals als Familie akzeptieren können würde, genauso wenig wie den Rest der Adelsfamilie Starnish, zur Akademie für die jungen Adeligen dieses Landes bringen würde.
      Eigentlich hatte sein Vater versucht seine Einschulung zu verzögern, gerne hätte er dafür gesorgt, dass Xenon stattdessen weiterhin an seiner Seite bleiben könnte, um seine Fähigkeit weiterhin für seine Geschäfte auszunutzen, doch wurden die Gerüchte um seinen Hintergrund, dass er von ihnen als Sklave gehalten worden war, umso größer und sein Vater fürchtete um den Ruf seiner Familie, weshalb er das Risiko nicht eingegangen war.
      Nicht, dass diese Gerüchte nicht der Wahrheit entsprechen würden, doch seitdem die Gesetze um dieses Thema noch strenger wurden, als sie es bereits gewesen waren, versuchte jede Familie, welche es gewagt hatte im geheimen Sklaven zu halten, diese aus dem Weg zu schaffen und jegliche Beweise ihrer Schuld zu vernichten.
      Wenn Xenon keine so für die Familie Starnish nützliche Fähigkeit besessen hätte, wäre wohl auch er schon längst irgendwo als fremde Leiche geendet worden, auch wenn er sich oftmals fragte, ob das nicht besser gewesen wäre.
      Stattdessen saß er hier und zuckte zusammen, als sein großer Bruder auch nur das Wort an ihn erhob und kniff die Augen zusammen, aus Furcht, wieder geschlagen zu werden.
      „Glaub bloß nicht, dass du dich jetzt für etwas besseres halten kannst, nur, weil du die selbe Akademie besuchen darfst wie ich, Abschaum. Vater hat gesagt, dass ich auf dich aufpassen soll, also wag es ja nicht uns irgendeine Schande zu bereit, hast du verstanden? Sonst weißt du ja, was dir blüht.“, kniff sein Gegenüber seine Augen bedrohlich zusammen und wirkte, als würde er sich gerade noch so zurückhalten können ihm keine Gewalt anzutun.
      „Und denk gar nicht erst daran, du könntest abhauen oder jemanden um Hilfe bitten.“, fügte er noch hinzu, während Xenon bereits nickte und seinen Blick zu Boden richtete, es nicht wagte aufzublicken und der Andere schien sich damit zufrieden zu geben, zumindest im Moment.
      Das imposante Gebäude, welches nun für eine lange Zeit seine neue Heimat sein würde, wirkte auf ihn mehr wie ein Gefängnis, welchem er nicht entkommen konnte, als eine Möglichkeit des Lernens und der Selbstverbesserung. Es war nicht das erste Mal, dass er sich fragte, was er hier eigentlich sollte. Er gehörte nicht hierher. Das hatte man ihm deutlich genug gemacht.

      Arcene Windsor
      Mit ihrer Zwillingsschwester Arcadia und derer Verlobtem Kyvernitis war Arcene auf dem Weg in die Akademie, voller Vorfreude, was sie dort alles erwarten würde. Sie konnte es nicht erwarten einige Jahre gemeinsam mit ihren Freunden lernen zu können, welche sie sonst meist nur auf Bällen und anderen Feierlichkeiten zu Gesicht bekam, wenn sie sich nicht gegenseitig besuchten. Wie groß die Bibliothek wohl war? Ob sie mit der ihres Vaters wohl standhalten konnte?

      Es war der Beginn eines neuen Schuljahrs, die die Akademie umringenden Bäume waren gespickt mit Kirschblüten, welche den Hof in einen wunderschönen Ausblick verwandelten, während Adelige jedes möglichen Standes in ihren Schuluniformen sich unterhielten, Gerüchte austauschten und zur Eröffnungsfeier eilte, da niemand zu spät kommen und damit ihren Familien Schande bereiten wollten. Der Adel war ein stolzes Volk, nicht anders wie Arcene selbst, doch aus einem ihr unbekannten Grund hatte sie das unmittelbare Gefühl, als hätte sie diesen Anblick schon irgendwo gesehen, konnte sich aber nicht daran erinnern, wo das gewesen sein könnte.
      Ein Gemälde vielleicht? Eine Zeichnung aus einem Buch? Zumindest war sie sich sicher, dass sie hier noch nie zuvor gewesen war.
      Arcene verwarf diesen Gedanken jedoch schon bald und drehte sich stattdessen zu ihren Mitreisenden hin, wo Kyvernitis ihrer Schwester gerade in Gentlemanmanier aus der Kutsche half, indem er ihre Hand in die seine Name.
      Doch sie wusste, dass seine freundliche Art ihrer Schwester gegenüber täuschen konnte, versuchte er damit doch nur seiner Rolle als Verlobter gerecht zu werden. Arcene konnte sich nicht erinnern, dass es zwischen den Beiden jemals so etwas wie Liebe gegeben hatte, aber sie könnte sich auch irren, immerhin war es nicht ihre Beziehung, um die es da ging. Was sie aber wusste, war, dass er Arcadia nach all den Jahren noch immer nicht von ihr Unterscheiden konnte, was wohl der Hauptgrund dafür war, dass er den Platz neben ihr eingenommen hatte.
      „Ist es nicht schön hier? Ich bin mir sicher, unsere Zimmer werden auch ganz fabelhaft sein!“, konnte Arcene ihre Vorfreude und Aufregung nicht verstecken, selbst wenn sie es gewollt hätte.
      „Im Vergleich zum Palast und seinen Gärten ist das doch gar nichts.“, meinte Kyvernitis jedoch nur dazu, nachdem er sich kurz umgesehen hatte und schien gar nicht verstehen zu können, was an diesem Ort schön sein sollte, war er doch deutlich mehr Luxus gewohnt, woraufhin Arcene ein Seufzen unterdrückte. Natürlich war das nichts im Gegensatz zum Palast, immerhin war es ein verdammter Palast! Aber sie sparte sich den Atem Kyvernitis das zu erklären und ging stattdessen voraus in die Richtung der Halle, wo die Eröffnungsfeier stattfinden würde.

      Kyvernitis Atros
      „Nun denn, folgen wir deiner Schwester.“, lächelte er, was immer etwas arrogant und überheblich wirkte, während er seiner Verlobten ein weiteres Mal die Hand entgegen hielt, damit sie diese nehmen und sie gemeinsam zur Eröffnungsfeier gehen konnte.
      Er selber verstand nicht, welchen Sinn das ganze überhaupt hatte. Wenn Arcadia etwas lernen wollte, hätte er ihr die besten, persönlichen Lehrer im Schloss selber zur Verfügung gestellt oder gar direkt zu ihr geschickt, wieso wollte sie stattdessen eine Einrichtung wie diese besuchen, gemeinsam mit Leuten, welche weit unter ihr standen? Immerhin war sie die zukünftige Königin dieses Landes, aber er wusste auch, dass er sie nicht überreden können würde das ganze sein zu lassen, wenn sie das wirklich wollte.
      Somit hatte Kyvernitis beschlossen seine Verlobte zu begleiten, hauptsächlich natürlich, um auf sie aufzupassen und dafür zu Sorgen dass es niemand wagen würde, ihr zu nahe zu treten, seinen Eltern gegenüber hatte er das Unterfangen jedoch so geschildert, dass er sich ansehen wollte, wie die Bildung des Adels so aussah. Vielleicht konnte er auch den ein oder anderen fähigen jungen Mann für seine zukünftige Regierung finden, aber das war bei weitem keine Priorität.
    • Arcadia Windsor

      Arcadia wusste nicht, wie lange sie gestern Abend geschlafen hatte. Drei Stunden? Vielleicht sogar eine? Sie konnte es nicht wirklich einschätzen, wie auch, wenn sie vor Aufregung kein Auge wirklich zumachen konnte und sie sich in ihrem Kopf sämtliche Szenarien vorstellte, die ihr womöglich passieren könnte. Unter anderem auch eine heimliche Romanze. Eine verbotene Vorstellung, die sie niemals aussprechen würde, doch wenn sie an Kyvernitis dachte, konnte sie nur seufzen, wenn es um das Thema Liebe ging. Sie mögen zwar seit Jahren miteinander verlobt sein, doch sie wusste, dass er nichts für sie empfand. Allein sein Blick und wie er so manche Sätze aussprach, ahnte Arcadia wie sein wahrer Charakter aussah. Dennoch erfüllte er seine Pflicht als ihren Verlobten und begleitete sie und behandelte sie gut. Mit süßen Worten konnte er womöglich nichts anfangen. Manchmal fragte sich die Braunhaarige, was ihr Verlobter wirklich über sie dachte. Vielleicht sollte sie einfach froh sein, dass er sie nicht hasste. Denn wäre dies der Fall, wusste sie, würde er sie sichtlich anders behandeln. Auch wenn sie sich mit der Situation zufrieden geben sollte, da sie durch die Verlobung eine ziemlich begehrte Position eingenommen hatte, hoffte sie dennoch auf die Liebe. Vielleicht nicht mit Kyvernitis, doch mit jemand anderen. Doch wie würde sie solch eine Verlobung brechen können, ohne jegliche Konsequenzen zu spüren bekommen? Wohl unmöglich. Deswegen, auch wenn man es nicht von ihr erwarte würde, eben aufgrund ihrer Art, verlor sie sich in kleine Liebesgeschichten. Keine lange und ausschweifende, denn sie konnte sich nicht lang genug konzentrieren und wollte, dass alles schnell auf den Punkt kam, sondern kurze und knackige Geschichten. Abend lag sie manchmal wach im Bett und bildete ihre eigene Liebesgeschichte vor. Ob sie das jemals jemand erzählt hatte? Nein, denn das sah nicht nach Arcadia, weniger gehörte es sich für die zukünftige Königin des Königreiches. Ob Arcadia sich als eine Königin sehen konnte? Nein. Es war für sie immer noch eine sehr entfernte Zukunft und konnte sich keineswegs vorstellen diese Position momentan füllen zu können. Wollen tat sie es ebenfalls nicht, wenn sie daran dachte was alles auf sie zukommen wird. Doch darum wollte sie sich heute, oder zumindest jetzt, keine Gedanken machen, denn ihr stand die Willkommensfeier der Akademie vor, die sie fortan besuchen wird. Wieso Kyvernitis mitgekommen war, verstand sie nicht wirklich, doch damit beschäftigte sie sich auch nicht weiter. Arcadia teilte die Freude ihres Zwillings, als diese sich über die Schönheit des Gelände äußerte. Auf Kyvernitis Aussage hin, konnte sie nur die Augen verdrehen. „Nicht jeder hat den Luxus in ein Palast zu leben“, brummte sie. Er musste auch wirklich die Stimmung kaputt machen, dachte sie sich leicht genervt, doch ihre Stimmung nahm eine Wende, als die Kutsche dem Eingang näher kam und sie dann schließlich anhielten. Am liebsten wollte sie aus der Kutsche hüpfen, doch Kyvernitis kam ihr zuvor und hielt ihr die Hand hin. Arcadia verdrehte die Augen. „Man“, brummte sie, legte schließlich ihre Hand in seine und trat dann aus der Kutsche. Ihr fielen wieder die Worte ihrer Mutter ein. Benimm dich bloß und mache keine Faxen, das gehört sich nicht. Arcadia seufzte, musste aber danach grinsen, denn sie wusste genau, dass sie das nicht einhalten wird, erst recht nicht, wenn es hier niemand gab, der sie damit nerven konnte. Außer vielleicht ihr Verlobter und Arcene, doch damit konnte sie sich zufrieden geben.
      Anstat loszustürmen, benahm sich Arcadia für einen Moment und nahm seine Hand erneut an. „Aber nur für heute“, zeigte sie auf ihn und deutete darauf, dass sie sich nur für heute gut anstellen wird.



      Cyfrin



      Er schnalzte mir seiner Zunge und verschränkte seine Arme vor seiner Brust. Das Getrudelt und die Masse an Menschen hier, gefiel ihm keineswegs. Vielmehr genoss er die Einsamkeit und Stille, doch das konnte er wohl nicht von einer Willkommensfeier erwarten. Die Freude und Aufregung der anderen Adeligen konnte er nicht teilen, viel mehr sah er das Schulleben als eine Art Arbeit oder auch Mission an. Würde es nach ihm gehen, würde er hier nicht stehen, doch man hatte ihm befohlen diese Akademie zu betreten und ans Schulleben teilnzunehmen. Natürlich nicht, damit er Freundschaften schließen konnte
      und seinem Hobbys, welche er nicht wirklich hat, nachzugehen, nein, um vielmehr Informationen zu sammeln, potentielle Geschäftsbeziehungen zu etablieren und sich als Adeliger in der Gesellschaft einen festeren Standbein zu haben. Denn auch wenn er ein Titel erhalten hatte, sahen andere an ihm herunter. Würde er die Akademie nicht besuchen, würde es weiterhin ein Grund geben ihn außer Acht zu lassen. Auch wenn das Getuschel ihn wenig interessierte, würde es an seiner Arbeit hindern, denn Adelige vertrauten nur sich selbst oder ihresgleichen.
      Die Sonne schien ihm zu hell und die Büsche waren ihm zu grün, dennoch beruhigte ihn der Anblick der Blumen, wie eigenartig es bei ihm auch anhören mag. Auch wenn seine Tätigkeit und Aussehen es anders aussehen ließ, hatte Cyfirn eine Faible für Blumen. Ein Fakt, der keiner kannte. Er hatte auch kein Grund dies zu offenbaren. Cyfrin ließ sein Blick über die Gruppe vor ihm schweigen, als er den Blick eines Mädchens abfing. Er sah sie nur ausdruckslos an und als sie nicht den Anschein machte wegzuschauen, kniff er leicht die Augen zusammen. Eine Bewegung die ein Weg gefährlich vorkam, aufgrund seiner hellen Augenfarbe und schmalen Augen. Sie wandte schnell ihren Blick ab und fing an mit ihrer Freundin zu tuscheln. Ein Augenverdrehen. Sie benahmen sich hier noch wie Jugendliche, und nicht wie junge Erwachsene, die bald große Verantwortung übernehmen mussten. Ob Cyfrin es einfacher hatte, weil er nur Befehle folgen musste, wusste er selbst nicht genau.



      Casimir Atros


      Er trat mit eleganten Schritten aus der Kutsche und betrachtete eingehend die Umgebung, die er in nächster Zeit öfters zu Gesicht bekommen wird. Ein schöner Ort, das musste er zugeben. Schön und dementsprechend ein guter Ort für ihn. Ein guter Ort, weil er selbst zu der Schönheit etwas dazu beitragen konnte und auch, dort wo er sich zurückziehen konnte. Das Leben im Schloss wurde ihm mit der Zeit zu stickig und zu viel. Immer gab es lästige Fliegen, die um ihn herumschwirrten und ihm süße
      Worte und Wort flüsterten, die ihm jedoch widerlich und abstoßend vorkamen. Menschen, um genauer zu sein Adelige, die ihn dazu bringen wollte seine Position im Palast zu festigen. Obwohl er ihnen öfters zu verstehen gegeben hatte, dass er keinerlei Interesse an dem Thron hatte, schienen sie nicht auf ihn hören zu wollen. Ihm war es nur wichtig, dass es seiner Mutter gut ging. Jemand, die aufgrund ihrer Herkunft und Stand abgestoßen wurde. Zwar lebte sie luxuriöser als die ihresgleichen, dennoch bedachte man sie mit einem verachtenden Blick. Ein Blick, die die rechtmäßige Königin niemals bekommen würde. Dass alle die Schuld an seiner Mutter fand, verstand Casimir bis heute nicht. Vielmehr sollten sie den König verantwortlich für sein Tun machen. Doch Fehlanzeige. Obwohl Casimir kein Interesse hegte jemals seinen Halbbruder zu schlagen, doch wenn er sah, wie seine Mutter und er selbst behandelt wurde, kam in ihm den Drang hoch alles unter seine Nägel reißen zu wollen. Doch er hatte noch Zeit. Vorerst würde er sich hier einleben, Beziehungen pflegen, die ihm in der Zukunft womöglich helfen konnten und würde sein Bestes tun so viel wie möglich an Wissen anzueignen. Nur für den Notfall. Casimir wollte für alles gewappnet sein. Seinen Bruder konnte er wenig leiden, sah ihn auch nicht als einen passenden König an und befürchtete, dass er das Königreich in Angst und Schrecken versetzen würd.e was wohl aus ihm und seine Mutter sein wird, wenn er den Thron bestieg?



      Nikolai Montec

      Etwas ungeduldig stand der junge Mann in der Nähe des Brunnen, welches einige Meter entfernt von der Eingangstür des Hauptgebäude stand, und sah sich um. Wenn er richtig auf die Zeit geachtete hatte, müssten die Zwillinge bald ankommen. Er konnte sich noch an das aufgeregte brabbeln von Arcadia erinnern, welches vor einigen Tagen stattgefunden hatte. Obwohl Nikolai gern mit den Zwillingen mitgegangen wäre, hatte er selbst einige Dinge zu tun gehabt, die er vor der Abreise hatte abklären müssen. Außerdem würde Kyvernitis dabei sein. Das würde wohl mehr als genug als Begleiter reichen, denn er wollte den Zwillingen auch die hohe Anzahl von Begleiter nicht antun. Er mag zwar Kyvernitis nicht als Freund bezeichnen und seine Art für Arcadia gutheißen, doch wer war er, dass er sich einmischen konnte. Es war eine Verlobung, in der er kein Sagen hatte und sich auch nicht einzumischen hatte. Solange er Arcadia nicht schadete, würde Nikolai sich zurückhalten. Arcadia und Arcene zuliebe.ü, immerhin kannten sie sich zu lange, als dass er hätte die beiden ignorieren können. Als er unter der Menge der Schüler die Schwestern ausmachen konnte, stieß er sich von der Säule ab und kam ihnen näher. Arcadia schien Nikolai als erstes gesehen zu haben, denn sie ließ Kyvernitis Hand los und kam Nikolai entgegen gerannt. Mit einem Lächeln umarmte sie ihren Kindheitsfreund. „Du bist ja schon da“, sagte Arcadia, nachdem er sie sanft von ihm stieß, als er bemerkte, wie einige Blicke auf die beiden lagen. Auch wenn er Arcadias Verhalten als Erfrischend empfand, wusste er, dass dies nicht so von anderen empfunden wird. Bevor es zu Missverständnissen oder Gerüchte kommen konnte, gesellte sich Nikolai Arcene. Er wollte lieber nicht zu Kyvernitis schauen. „Wie war eure Fahrt? Ich hoffe es war für dich nicht zu anstrengend gewesen“, wandte er sich mit dem letzten Satz an Arcene, da er wusste, dass so etwas Arcadia auf keiner Weise erschöpfen würde.
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    • Kyvernitis Atros
      Der Prinz grinste breit, nachdem Arcadia ihm versicherte, dass sie nur für heute nichts anstellen würde und er konnte es nicht erwarten, bis sie den langweiligen Alltag einer gewöhnlichen Schule interessanter gestalten würde.
      „Tu mir den Gefallen und sag mir Bescheid, sobald du was planst. Ich will es wirklich beim besten Willen nicht verpassen.“, konnte man ihm die Vorfreude ansehen, welche jedoch sogleich nachließ, nachdem sich seine, seine, Verlobte mit einem Mal von ihm trennte und einem anderen Mann in die Arme lief, was seine Laune auf den Tiefpunkt brachte und Nikolai einen fast schon tödlichen Blick bescherte.
      Zu seinem Leid gab es jedoch nichts, was er dagegen tun konnte, zumindest nicht im Moment, kannte er doch Arcadia und ihrem freundschaftliche Beziehung ihrem Kindheitsfreund gegenüber. Sie wäre traurig, wenn ihm etwas passieren würde und Kyvernitits wollte nicht von ihre gehasst werden... jedenfalls noch nicht.
      Hätte er jedoch auch nur geahnt, dass die Beziehung der beiden mehr als freundschaftlicher Natur gewesen wäre, hätte er ihn und seine Familie ganz sicher nicht einfach damit davon kommen lassen. Wenn es etwas gab, dass er auf den Tod nicht ausstehen konnte, dann war es, wenn ihm jemand etwas wegnahm, das eigentlich ihm gehörte und das traf nun einmal auf Arcadia zu.

      Arcene Windsor
      „Ich bin viel zu aufgeregt, um erschöpft zu sein.“, erklärte sie ihrem Kindheitsfreund Nikolai lächelnd und man konnte ihr ihre Freude direkt ansehen.
      Mit Freunden lernen, gemeinsam essen zu gehen und die Geschäfte der naheliegenden Stadt zu durchstreifen... für jemanden, der noch nie eine Schule besucht hatte, hatte sie ziemlich genaue Vorstellung, wie ihr Schulleben aussehen sollte und sie konnte dessen Beginn kaum erwarten.
      „Aber was ist mir dir? War deine Reise angenehm?“, erkundigte sie sich bei ihm, ehe die Gruppe damit begann in Richtung der Halle zu gehen, wo die Eröffnungsfeier schon sehr bald beginnen würde.
      Während sie sich mit den anderen unterhielt, über dies und das, die neusten Neuigkeiten und Gerüchte über die Welt des Adels, worüber man als junge Adelige nun einmal sprach, stieß sie plötzlich gegen einen jungen Mann, da sie nicht auf den Weg geachtet hatte.
      Eigenartig, dabei passierte ihr das doch sonst auch nicht.
      „Tut mir Leid, entschuldigen sie.“, entschuldigte sie sich sofort bei dem großgewachsenen Mann mit dem blonden Haar und dem gepflegten Äußeren, ehe ihr auffiel, wie unglaublich gut er aussah und sie ihn für einen Moment zu lange anstarrte, ehe ihr bewusst wurde, wie unhöflich das von ihr war und sie sich von ihm mit einer gemurmelten Entschuldigung abwand.
      Mit einem Mal fiel ihr auf, dass sie das Gefühl hatte, ihn schon einmal irgendwo gesehen zu haben, aber sie konnte sich beim besten Willen nicht daran erinnern, wo das hätte sein können.
      Ob sie ihn schon mal auf irgendeinem Fest gesehen hatte? Einem Ball? Möglich... es klingelte jedoch nicht.
      „Hmpf, ich wusste gar nicht, dass auch Abschaum diesen Ort besuchen darf.“, meldete sich Kyvernitis mit einem Grinsen zu Wort und fragend drehte sich Arcene zu ihm um. Sie kannte sich? Und offensichtlich mochte er ihn nicht... das konnte ja heiter werden.
    • Casimir Atros

      Casimir war jemand, der selten seine Position in der Gesellschaft offen zeigte und sie ausnutzte. Da er nicht so sehr im Mittelpunkt stand wie sein Halbbruder, da er viel öfters in der Öffentlichkeit stand als er selbst, wurde er nicht so schnell erkannt, wie man meinen mag, wenn er durch die Stadt lief. Ein Hut würde reichen, um stressfrei und sorgenlos die Straße entlang laufen zu können. Die einfachen Bürger hatten Casimir selten zu Gesicht bekommen. Man könnte meinen, er war ein Schandfleck im Palast und so wurde seine Präsenz nicht zur Schau gestellt wie Kyvernitis. Doch diese Unbekanntheit genoss Casimir oft. Doch leider traf dies nicht an diesem Ort zu, so jedenfalls bildete er sich ein, denn er bemerkte, dass mehr Augenpaare auf ihn lagen, als er es gewohnt war. Ab und an, wenn er an vereinzelten Gruppen vorbeilief, bildete er sich ein, wie man seinen Namen sagte. Doch da sich hier einige Schüler befanden und die Lautstärke der akkumulierten Stimmen sich dem anpasste, war sich Casimir nicht sicher, ob es doch nicht nur eine bloße Einbildung von ihm war.
      Er war abgelenkt und diese kleine Ablenkung reichte, um ihn unachtsam zu lassen, denn ehe er sich versah und reagieren konnte, stieß er mit jemanden zusammen. Überrascht weiteten sich seine Augen ein wenig, wurden schmaler als er sah, wen er dort unbeabsichtigt berührt hatte. Ein Mädchen mit langem braunen Haar. Sie kam ihm überraschend bekannt vor, doch er konnte sich nicht erinnern wo er hätte sie mal getroffen haben zu können. „Nein, die Schuld liegt ganz auf meiner Seite. Pardon meine Unachtsamkeit“, meldete er sich zu Wort. Sein Blick schweifte zur Seite, als er eine allzu bekannte Stimme wahrnahm. Casimirs Lächeln war bitter. „Du scheinst wohlauf zu sein, wenn du noch in der Lage bist solch unelegante Worte von dir zu geben.“ Sie mögen zwar Halbbrüder sein, doch man merkte sofort, dass sie keine nahe Beziehung zueinander pflegten. Neben dem Schwarzhaarigen stand das Mädchen, welches er vorhin angestoßen hatte. Nein, jemand, die genauso aussah wie sie. Zwillinge. Casimir wusste nun wieder, woher er sie kannte. Die Verlobte seines Halbbruders.


      Arcadia Windsor


      Arcadia schmollte ein wenig, als Nikolai sich zu schnell von sich entfernte. Manchmal hatte sie das Gefühl, als wolle er eine gewissen Distanz zwischen ihnen bringen. Doch es gab auch sämtlich andere Gelegenheiten gewesen, die das Gegenteil gezeigt hatte. Manchmal verstand ich nicht, was durch seinen Kopf durchging. Ob es daran lag, dass sie sich in der Öffentlichkeit befanden? Es enttäuschte Arcadia ein wenig, da sie jemand war, die keinen großen Hehl daraus machte was andere von ihr dachten. Zu einem gewissen Grad jedenfalls. Man mag von ihr halten, was man will, jedoch würde sie nicht still sitzen, wenn man sie falsch beschuldigte. Das war ab und an passiert gewesen, wo man die Schuld in ihre Schuhe geschoben hatte. Es hatte sie tagelang beschäftigt, da sie nicht verstand, wieso man so etwas vollzog. Doch nach einer Weile hatte man die ganze Sache wieder vergessen und jeder ging seinen Tag wieder nach.
      Da Nikolai sich an Arcene gewandt hatte, kehrte Arcadia an Kyvernitis Seite zurück. Dass beide neugierige Blicke ernteten, obwohl sie nicht allein im Gang standen und man tuschelte, entging Arcadia nicht. Zwar war es nicht etwas, woran sie sich gewohnt hatte, doch es störte sie deutlich weniger, als es am Anfang getan hatte. Da die Blicke Arcadia gegen den Strich ging, zig sie ihre Augenbrauen zusammen und sah jeden böse an, der nur ein Funken Neugier in ihre Richtung warf. „Warum musst du auch immer so viel Aufmerksamkeit auf dich ziehen?“, seufzte sie in Kyvernitis Richtung und blickte zu ihm hoch. Abgesehen davon, dass er sehr gut aussah und ein Kronprinz war, gab es nichts weiteres was ihn anziehend macht. Seine Persönlichkeit sprach mich nicht sonderlich an, da Arcadia oftmals das Gefühl hatte, dass er etwas anderes unter Spaß verstand. „Wegen dir bekomme ich ständig die nervige Blicke“, stemmte sie ihre Hände an ihre Hüfte und spitzte leicht die Lippen. „Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass du gut aussiehst oder dein Vater der König ist…Vielleicht beides?“, sprach siedle ganze Zeit mehr zu sich selbst als zu ihren Verlobten.
      Arcadias Aufmerksamkeit wurde auf etwas anderes gelenkt, als sie ihn sprechen hörte. Erschrocken sah sie in die Richtung, in der er seine Worte geworfen hat. Als sie sah, wer dort stand, konnte sie nur seufzen. „Kyvernitis“, raunte sie ihm zu und stieß leicht mit ihren Ellbogen in seine Seite. „Prinz Casimir, was eine Überraschung Euch zu sehen. Ich wusste nicht, dass Ihr ebenfalls die Akademie besuchen werdet.“ Es war besser, wenn Arcadia das Thema wechselte, da sie nicht riskieren wollte, dass die Situation aus dem Ruder läuft.






      Nikolai Montec
      Nikolai lachte leise auf Arcenes Aussage. Er konnte nur zu gut ihre Aussage nachvollziehen. Arcene war von den Zwillingen die ruhigere und er konnte sich vorstellen, dass der Alltag in der Akademie sie viel mehr aufregte als Arcadia. Arcadia nahm Dinge schnell so hin, wie sie nun waren und ließ sich nicht schnell von fremden Situation beirren. Arcene dagegen hatte bisher ihr ruhiges Leben beibehalten und das Leben in der Akademie war alles andere als ruhig. Sie würde hier viele neue Situationen erleben und Menschen kennen lernen. Nikolai hoffte sich dabei, dass sie lernen würde mehr aus ihr herauszukommen. Nicht so sehr wie Arcadia, bei ihr war es zu viel des Guten, doch etwas offener als im jetzigen Zustand. „Ja, zum Glück. Wegen der Aufregung habe ich etwas weniger geschlafen als sonst, und da habe ich ein bisschen in der Kutsche geschlafen“, lachte er leicht peinlich berührt. Denn als Mann von solch einer Situation noch aufgeregt bekommen zu werden, war doch etwas peinlich in seinen Augen. Doch da er Arcene seit Jahren kannte, fiel es ihm leicht offen mit ihr zu kommunizieren.
      Es dauerte nicht lange, bis eine neue Situation hinein brach. Arcene stieß mit jemanden leicht zusammen und entschuldigte sich. Nikolai wusste für einen Moment nicht, um wen es sich handelte, als Kyvernitis verletzende Worte von sich gab, bis Arcadia ihn mit seinen Namen ansprach. Wenn er sich richtig erinnerte, war es der Halbbruder von Kyvernitis. Er hatte ihn nur ab und an in der Ferne gesehen, doch da er nichts mit ihm zu tun hatte, hatte er sein Gesicht auch wieder schnell vergessen. „Wir werden in der Zukunft eine Familie sein, Schwägerin. Du kannst mich duzen“, meinte Casimir, als Arcadia ihn angesprochen hatte. „Das ist doch toll. Da wir uns in der Zukunft uns dann öfters sehen werden, wäre es durchaus gemütlicher, wenn wir uns duzen.“ Nikolai seufzte. Arcadia hätte es anders formulieren sollen und es war beinahe unhöflich, wie locker und selbstverständlich sie ihre Aussage tätigte. Nikolai konnte nicht anders, als seinen Kopf ein wenig zu schütteln. Doch als wäre das nicht schlimm genug gewesen, machte Arcadia wieder ihren Mund auf: „Ihr hat ja nicht wirklich eine enge Beziehung zueinander, speziell, da ihr euch im Palast nicht oft trefft. Der Ort ist ja riesig. Vielleicht kommt ihr euch näher, da wo ihr zusammen die Akademie zusammen betreten und euch öfters begegnen werdet.“ Nikolai wollte sich die Hand gegen die Stirn schlagen. Arcadia musste bewusst sein, welche Beziehung sie zueinander hatten und wie sie zueinander standen, und trotzdem sagte sie so etwas.
      Nikolai mag wissen, dass Arcadia das keineswegs als Angriff oder Belustigung meinte, doch da Casimir womöglich Arcadia nicht so gut kannte, würde er ihre Worte wohl falsch interpretieren. Und das tat er wahrscheinlich, nach seinem Gesichtsausdruck zu urteilen. „Sie meinte nur, dass sie sich erhofft, dass Eure Beziehung zueinander verbessert, da Arcadia Euch als Schwager haben wird“, versuchte Nikolai irgendwie die Situation zu retten.
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    • Kyvernitis Atros
      Die Worte seines Halbbruders hinterließen einen bitteren Beigeschmack und sein Grinsen erschloss zu einem wütenden Gesichtsausdruck. Wie konnte dieser Abschaum es nur wagen, ihm etwas zu entgegnen? Wusste er denn nicht, wo sein Platz war? Dass er sich dafür bedanken sollte, dass Kyvernitis ihm überhaupt Aufmerksamkeit geschenkt hatte? Er hätte sich verbeugen sollen, statt ihn zu beleidigen, doch bevor der Kronzprinz etwas erwidern, Casimir daran erinnern konnte, wo sein Platz war, mischte sich unnötigerweise Arcadia ein und was er da hörte, konnte er beim besten Willen nicht glauben. Am liebsten hätte er angefangen zu lachen, so lächerlich war das.
      Er und Casimir, sich verstehen? Wie um alles in der Welt sollte das denn funktionieren? Niemals würde er sich mit so einem Abschaum anfreunden, da war er sich sicher.
      „Du bist zu freundlich, Arcadia. So einen wie ihn brauchst du doch gar als deinen Schwager anzusehen, ich sehe ihn ja nicht einmal als Bruder. Oder hast du vergessen, wer seine Mutter ist?“, blickte er Casimir triumphierend an, als ob diese Tatsache alleine seinen Sieg versprach und hatte dabei Arcadia die Hand auf die Schulter gelegt.
      „Wieso gehst du uns nicht lieber aus dem Weg, Abschaum? Egal wie elegant du dich kleidest, du wirst immer minderwertig bleiben. Oder glaubst du wirklich, du hättest in dieser Gesellschaft eine Zukunft? Genieße dein Glück lieber, solange es noch anhält.“

      Arcene Windsor
      Die junge Adelige musste sich ein Seufzen unterdrücken, als Kyvernitis auf die Deeskalationsversuche ihrer Schwester nicht nur nicht einging, sondern sie schlicht und einfach zu Nichte machte. Arcene beneidete ihre Schwester ganz und gar nicht, sich mit so einem Mann auseinandersetzen zu müssen und ihr persönlich gefiel diese feindselige Atmosphäre ganz und gar nicht, doch im Gegensatz zu ihrer mutigen Schwester konnte sie nicht einfach ihren Mund aufmachen und den Kronprinzen in seine Schranken weisen.
      Selbst wenn sie das Recht dazu gehabt hätte, wobei Kyvernitis ihr als die Schwester seiner Verlobten es sicherlich das ein oder andere Mal durchgehen hätte lassen – wobei sie sich da nicht einmal sicher war – traute sie sich das schlicht und einfach nicht.
      Stattdessen nahm sie an, dass es besser war, wenn sie der ganzen Sache aus dem Weg ging, stand sie doch direkt zwischen den beiden feindseligen Parteien, und hielt sich halb hinter Nikolai versteckt, wo sie sich deutlich sicherer fühlte.
      In Gedanken bat sie Arcadia darum ihr zu verzeihen, dass sie ihr da nicht einfach beistehen konnte.
    • Casimir Atros


      Er beäugte die junge Dame, die sich gemeldet hatte und bedachte sie mit einem undefinierten Blick. Er wusste nicht so recht, was er von ihre Aussage halten sollte. War ihr denn nicht bewusst, wie die Brüder zueinander standen? Und selbst wenn nicht, musste ihr es schon klar geworden sein, als der Dunkelhaarige ihn Abschaum genannt hatte. Hatte sie es schlicht ignoriert, oder war sie dumm? Doch seine Überlegung würde er niemals laut aussprechen. Er wollte sich nicht ausmalen, was ihr Verlobter anstellen würde und um ehrlich zu sein, verspürte Casimir nicht das Bedürfnis sich mit seinem Bruder zu streiten. Es war nervenaufreibend genug gewesen, ihn zu begegnen und ihn in der Zukunft öfters zu begegnen, als zuvor. Auch wenn ihn den Thron nicht sonderlich interessierte, machte sich der Hellhaarige, dessen Haarfarbe er von seiner Mutter bekommen hatte, über die Zukunft des Königreiches Sorgen. Nicht Nüsse sein Bruder ein Tyrann und war zu grausam für sein Geschmack, seine Verlobte schien dem Etikett nicht mächtig zu sein und besaß wohl nicht die Kapazität Dinge in ihrer Richtigkeit zu erkennen. Vielleicht schloss er voreilig Schlüsse, doch auch wenn er dies nicht tat, war es ihm momentan nur wichtig aus dieser Situation zu fliehen. Doch jemand anderes mischte sich ein, dessen Gesicht Casimir nicht zu einem Namen zuordnen konnte. Er übersetzte was die junge Dame gemeint hatte. Verstehend nickte er, wissend, dass es niemals zu einer freundlichen Beziehung mit seinem Bruder kommen wird. Sie war wohl doch ein wenig zu naiv. Doch bevor er einen eleganten Austritt aus dieser Konstellation anlegen konnte, meldete sich sein liebreizender Bruder. Seine Worte stachen wie Messerstiche, dennoch konnte Casimir nichts dagegen sagen, denn Unrecht hatte er nicht. Casimir war seiner Herkunft bewusst, doch er sah es doch als sehr lästig und kindisch sich mit solchen Aussagen auseinander setzen zu müssen. „Ich mag so minderwertig in der Gesellschaft sein, so wie meine Mutter, doch das hatte unser Vater wohl nicht interessiert, als er sie in sein Bett gebracht hatte. Zumal solltest du nach all dem Unterricht, den du bekommen hattest wissen, dass die Gesellschaft nicht nur aus Adelige besteht, sondern auch „minderwertige“ Bürger, die dieses Königreich ausmachen. Ich bin von niedriger Abstammung, wie meine Mutter, doch wer nicht von uns würde solche Aufgaben übernommen werden? Sicherlich nicht ihr Adelige, die ihre Hände nicht beschmutzen wollte.“ Die Bitterkeit konnte man nicht überhören. Casimir besinnt sich jedoch schnell, als ihm wieder einfiel, wo sie sich befanden. Ein höfliches Lächeln schlich sich auf seine Lippen, verbeugte sich und legte eine Hand auf die Brust. „Ich wünsche euch viel Spaß und gutes Gelingen. Bitte entschuldigt mich, ihr wäre es lieber, wenn wir nicht weiterhin die Aufmerksamkeit auf uns ziehen.“ Mit diesen Worten verabschiedete er sich. Auf eine Antwort wartete er nicht, denn ansonsten würde er den ganzen Tag dort stehen und diskutieren, und dafür hatte er keine Zeit.



      Arcadia Windsor

      Arcadia blickte Nikolai fragend an, als er das Offensichtliche sagte. Das hatte sie doch gesagt, wieso wiederholte er ihre Worte. Doch anscheinend war das eine richtige Entscheidung von ihm gewesen, denn Kyvernitis Bruder Gesichtsausdruck veränderte sich minimal. Hatte sie es falsch ausgedrückt? Doch sie war der Meinung gewesen, dass sie sich klar ausgedrückt hatte. Da die Situation sich doch ein wenig gelegt hatte, verwarf sie ihre Sorge. Doch ihre Versuchung die Konversation umzuschwenken, kam zu ihrem Ende, als Kyvernitis sich nicht zurückhalten konnte. „Kyvernitis“, meinte sie nun erschrocken und warf ihm einen bösen Blick zu. „Das kannst du doch nicht sagen, er ist am Ende trotzdem dein Bruder“, murmelte sie. Doch weiter konnte sie nicht eingreifen, da Casimir das Wort ergriff. Sie konnte nicht genau sagen woran es lag, doch etwas an seiner Aussage störte die. Zu einem gewissen Grad hatte er Recht, denn der Großteil der Bevölkerung des Königreichs sind normale Bürger oder Bauer. Arcadia war nicht naiv genug, um zu behaupten, dass jeder Adelige die Interesse der Bevölkerung verfolgte und keinerlei Interesse an Macht und Geld besaß, doch nur mithilfe der Adeligen und ihre Soldaten, konnten sie die Bürger beschützen und ihnen Arbeit geben. Beide Klassen unterstützten sich. Arcadia gefiel jedoch nicht das Herunterreden von Kyvernitis gegenüber einfachere Bürger. Die Diskriminierung war nicht etwas, was sie gutheißen konnte. Auch wenn sie seine Verlobte war, konnte sie ihm nicht offen gegenüberstehen. Zum einen, weil er am Ende des Tages immer noch der Kronprinzen war, aber auch weil sämtliche aufmerksame Blicke auf sie lagen. Arcadia mag zwar oftmals da sagen, was sie dachte und kümmerte sich weniger darum, was andere von sie dachte, doch da sie nicht allein war und ihre Schwester Arcene dabei war, wollte sie nicht unnötig jemand in die unangenehme Situation ziehen.
      Arcadia verspürte Erleichterung, als Casimir sich entschlossen hatte zu gehen. Zu sehr wusste sie, dass Kyvernitis sich nicht mit dem Ende dieser Konversation zufrieden geben würde, als hielt sie ihren Arm fest und sah ihn direkt an. „Lass uns weiter, alle schauen uns schon so an“, meinte sie leise zu ihm und sah ihn eindringlich an. Innerlich hoffte sie, dass er seinen Drang, wonach es auch immer gerichtet war, unterdrücken würde. Ein öffentlicher Disput zwischen den zwei Prinzen würde die ganze Aufmerksamkeit der Akademie auf sie ziehen, und das nicht in einem positivem Licht.
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    • Kyvernitis Atros
      „Arcadia... willst du mich etwa beleidigen?“, starrte er seine Verlobte mit einem alles anderen als freundlichen Blick an, es fehlte auch jegliche Art von Liebe oder Zuneigung, welche ein normaler Mensch seiner Verlobten gegenüber wohl gehabt hätte, als er diese Frage gestellt hatte.
      Hatte sie ihm nicht zugehört? Dieser Abschaum war ganz sicher nicht sein Bruder und würde es auch niemals werden können, wieso sollte er so jemanden einen Platz in seiner Familie – der königlichen Familie – erlauben? Alles was er tat, war die Blutlinie zu besudeln, alles, was ihm von Geburt an Zustand, in Gefahr zu bringen und so einen sollte er als seinen Bruder akzeptieren?
      Nachdem seine Mutter sich in das Bett seines Vaters geschlichen und seine Mutter damit verletzt hatte? Dieser Abschaum hätte gar nicht erst geboren werden sollen und Kyvernitis verstand beim besten Willen nicht, wieso sein Vater überhaupt jemandem wie ihm erlaubte den Titel eines Prinzen tragen zu dürfen.
      „Ich werden diesen Abschaum niemals als meinen Bruder akzeptieren und das solltest du auch nicht. Er ist deiner nicht würdig. Merk dir das, ich will nicht nochmal von dir hören, dass er mein Bruder“, machte er ein angeekelten Gesichtsausdruck beim aussprechen dieses Wortes, „oder was auch immer sein soll. Selbst von dir lass ich mich nicht so beleidigen.“
      Kyvernitis war es nur recht, dass Casimir sich zurück zog und es bereitete ihm Genugtuung, dass dieser sich endlich vor ihm verbeugte, wie es auch sein sollte, auch wenn er ungerne seine beleidigenden Worte stehen ließ.
      Er würde ihm heute zeigen, dass er bessere König war und gütiger weise über seine unhöflichen Aussagen hinwegsehen, aber das würde er kein zweites Mal machen.
      Was interessierte es ihn, ob die Augen der umstehenden auf ihn gerichtet waren oder nicht? Das sollten sie sowieso immer, immerhin war er der Kronprinz und zukünftiger König, es ist nur selbstverständlich dass die Augen seiner Bürger auf ihn gerichtet waren, oder nicht?
      Warum sollte er sich vor der Öffentlichkeit fürchten?

      Arcene Windsor
      Die junge Dame atmete erleichtert aus, nachdem die angespannte Stimmung verflogen war, auch wenn noch deutlich ein Nachgeschmack zu spüren war und Kyvernitis nicht gerade wirkte, als hätte diese Begegnung seine Laune gehoben.
      Im Gegenteil... es brach ihr fast schon das Herz zuzusehen, wie Arcadias zukünftiger Ehemann ihr offen drohte, seine Worte nicht in frage zu stellen. Was soll das nur für eine Eheleben werden, dass auf sie wartete? Doch selbst wenn Arcene es wollte, hatte sie keine Möglichkeit die Verlobung auflösen zu lassen, das konnte alleine Kyvernitis oder sein Vater und dafür musste es schon einen guten Grund geben... welcher im schlimmsten Fall auf ihre Schwester zurückfallen würde.
      Sie konnte nur hoffen, dass das Schulleben ihn etwas bilden und seinen Charakter verbessern würde, doch dafür hegte sie nur sehr wenig Hoffnung.
      Mit einem Mal spürte sie, wie jemand ihren Arm packte und verwirrt blickte sie in diese Richtung, als direkt in das Gesicht von Britta blickte, welche einer ihrer Freundinnen waren, welche sie auf Festen und Teepartys hatte kennenlernen dürfen.
      „Da bist du ja! Hast du eine Ahnung, wie lange wir schon nach dir gesucht haben?“, beschwerte sie sich und stemmte dabei ihre freie Hand in ihre Hüfte, während sie leicht schmollte, dass man sie hatte warten lassen.
      Lilly und Nancy standen direkt neben ihr, wobei Nancy ihr kurz zuwinkte, ehe sie Arcadia erkannte, welche sie schon lange als eine Art Schwester im Geiste betrachtete und sich an ihren Arm klammerte, als wären sie die besten Freunde.
      „Du bist ja auch da! Ich hatte schon befürchtet der Kronprinz hätte dich dazu gezwungen Unttericht im Schloss... oh, der Prinz ist ja auch da! Guten Morgen, eure Majestät!“, begann Nancy zu reden, bevor sie Kyvernitis überhaupt bemerkt hatte, welcher etwas wütend darüber wirkte, aber es wohl nichts gab, was er dagegen tun konnte, da es nun mal typisch Nancy war.
      Auch die anderen Mädchen erinnerten sich an ihre Manieren und machten einen höflichen Hofknicks, um dem Kronprinz und seiner Verlobten einen guten Morgen zu wünschen, ehe sich Britta wieder zu Wort wandte.
      „Komm schon Nancy, wollten wir uns nicht einen Überblick über die Singles verschaffen, bevor die Eröffnungszeremonie beginnt? Du bist doch sicher auch dabei, oder Arcene? Immerhin hast du im Gegensatz zu deiner Schwester noch keinen Verlobten. Schon komisch dass du als Tochter eines Dukes keinen abbekommst.“
      „Wa-? Britta, sag doch sowas nicht!“, war Arcene die ganze Situation deutlich peinlich und sie lief rot an. Es stimmte zwar, dass sie im Gegensatz zu ihrer Schwester noch keinen Verlobten hatte, aber das lag auch nur daran, dass sie im Gegensatz zu Arcadia die Freiheit besaß ihren Verlobten selber aussuchen zu können... nun, zu gewissen Rahmenbedingungen, verstand sich, immerhin würde ihr Ehemann der Oberhaupt ihrer Familie werden, während Kyvernitis und Arcadia über das Königreich herrschen würden.
      „Aber die Eröffnungsfeier...“ - „Uns bleibt noch ein bisschen Zeit, solange wir nur pünktlich da sind, reicht das doch.“
      Arcene überlegte kurz, ehe sie seufzte.
      „Sorry, wir sehen uns später in der Halle, okay?“, verabschiedete sie sich damit von den anderen, um noch etwas Zeit mit ihren Freundinnen verbringen zu können, auch wenn ihr das Vorhaben dieser nicht sonderlich gefiel.
      Immerhin war sie im Gegensatz zu ihnen nicht hier, um sich einen Verlobten zu suchen, auch wenn sich das ihre Eltern sicherlich wünschten.
    • Arcadia Windsor


      Arcadia sah ihren Verlobten verwirrt und unverständlich an. Was hatte er gefragt? Ob sie ihn beleidigen wollte. Und den Ton, den er ihr gegenüber annahm, gefiel ihr keineswegs. „Würde ich dich beleidigen wollen, dann hätte ich das wohl offensichtlicher und deutlicher gemacht, und auch harscher“, warf sie an und man hörte aus ihrer Stimme, dass sie ein wenig beleidigt und wütend war. Sie mochte diese arrogante Seite von ihrem Verlobten nicht und diese Situation zeigte ihr mal wieder, welche Beziehung sie wirklich zueinander hatten. Keine Verlobung aus Liebe, sondern rein politisch. Und das gefiel ihr keineswegs, erst recht nicht mit seiner Art. Doch was konnte sie denn noch machen? Sie hatte gehofft, dass sie nach all den Jahren sich irgendwie verstanden, doch Kyvernitis Art machte es ihr schwer sozusagen versuchen ihn zu lieben. Manchmal dachte sie daran alles daran zu setzen, Kyvernitis daran zu bringen sie nicht mehr zu mögen und nur als nervig zu empfinden, damit er die Verlobung auflöste, doch Arcadia hatte viel zu viel Angst, dass es nach hinten gehen könnte.
      Doch weiter kam sie nicht, denn Mädchen stießen zu ihnen. Glücklicherweise fand Arcadia. Arcadia lächelte leicht bitter, als Nancy sie ansprach. Sie hatte das Glück, dass sie hier studieren konnte, anstatt im Schloss. Es wäre sicherlich viel langweiliger gewesen, da sie dort nicht die nötige Freiheit hatte, die sie haben wollte. Und ehe sie sich versah, verschwanden sie auch, samt ihren Zwilling. Immerhin sollte Arcene jemand finden, diesen sie zu lieben lernen konnte. Arcadia würde sich viel besser und ruhiger sein, wenn sie sah, wie Arcene sich einen gescheiten Mann gefunden hat, immerhin hatte einer von ihnen jemand zu lieben. Kyvernitis machte es ihr echt schwer.
      Nun stand sie hier allein mit Nikolai und Kyvernitis. Arcadia war immer noch ein wenig sauer auf Kyvernitis, weswegen sie nicht wirklich den Drang verspürte glücklich rumzuspringen. Nikolai war der Situation anscheinend ebenfalls unangenehm, weswegen er sich von uns verabschiedete. Verräter, dachte sich Arcadia verärgert. Sie warf ihrem Verlobten einen Blick zu. „Hast du Lust mit mir umzusehen? Sonst geh ich allein“, brummte sie ein wenig missmutig. Er solle sehr wohl wissen, dass sein Verhalten sie störte.



      Nikolai Montec


      Auch wenn Arcadia eine sehr gute Freundin war, gab es doch Grenzen, die er nicht zu überschreiten hatte oder sich einmischen sollte. Keineswegs hieß er die Kommunikationsart zwischen ihnen, doch er konnte sich nicht in die Angelegenheiten des Prinzen mischen. Dafür war sein Rang zu niedrig und wenn der Prinz sich danach spürte, würde seine Familie leiden. Er würde es Kyvernitis jedenfalls zutrauen, so wie er ihn über die Jahre kennen gelernt hatte. Also war es sicherer, wenn er sich zurückzog, ehe Arcadia auf die Idee kommen konnte ihn in die Konversation zu ziehen. Auch ihr würde er es zutrauen, also stand Flucht auf den Plan. Er verabschiedete sich von ihnen und ging seinen Weg. Arcadia blieb bei Kyvernitis und Arcene war mit ihren Freundinnen unterwegs. Er freute sich über ihre Freundschaften, denn es zeigte ihm, dass sie dazu in der Lage war solche zu schließen. Manchmal hatte er Sorgen, denn er wusste nicht recht, ob sie schnell Freunde finden konnte, aufgrund ihrer ruhigeren Art. Womöglich hatte er alles nur unterschätzt. Mit seinen Händen in den Hosentaschen, machte er sich auf den Weg zum Saal, in dem die Willkommensrede stattfinden wird. Er verspürte nicht die Lust die Gegend zu erkundigen, dafür würde er später genug Zeit haben. Viel lieber wollte er einen guten Sitz im Saal für sich und die Zwillinge finden. Sicherlich würden sie ihm später dankbar sein.
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    • Kyvernitis Atros
      Dem Kronprinz war anzusehen, dass sich seine Laune noch immer nicht sonderlich gehoben hatte, selbst nachdem Nikolai sich ebenfalls verabschiedete und er endlich einmal mit seiner Verlobten alleine sein konnte. Er wusste nicht, was so interessant daran sein sollte, über einen gewöhnlichen Vorgarten wie diesen zu schlendern, doch das musste er auch nicht, da ihm just in diesem Moment einfiel, dass er seinem Vater versprochen hatte, beim Direktor der Schule vorbei zu schauen, welcher offenbar ein alter, guter Freund seines Vaters war.
      Sie gingen wohl einst gemeinsam auf diese Schule, aber mehr wusste er auch nicht, da ihn die Geschichten seines Vaters nur langweilten.
      „Ich fürchte auch ich habe etwas zu erledigen. Wir sehen uns später, Arcadia und vergiss nicht. Stell keinen Unsinn ohne mich an, einverstanden? Es wäre zu schade, wenn ich es verpasse.“, schien der Gedanke daran ihn wenigstens etwas aufzuheitern und er hauchte seiner Verlobten einen Kuss auf den Handrücken, ehe er sich damit von ihr verabschiedete und einen anderen Weg einging.

      Alabaster Plava
      „Wie ich sehe tragen sie eines der Kleider der Plava Handelsgesellschaft. Hätten sie vielleicht ein paar Minuten Zeit, an einer Umfrage teilzunehmen? Wir würden uns gerne ein Bild über unser Kundenspektrum machen können.“, begrüßte er die Verlobte des Kronprinzen mit einem charmanten Lächeln auf den Lippen, während er ihr seine Visitenkarten entgegen hielt, um sicher zu gehen, dass sie nicht glauben würde, dass er eine verdächtige Person wäre.
      Ganz hatte Alabaster nicht gelogen, hatte er doch tatsächlich die Idee gehabt, sich zu erkundigen wie beliebt seine Kleider bei den Schülern der Akademie waren, doch nachdem er Zeuge von der Auseinandersetzung der beiden Prinzen geworden war, konnte er schlicht und einfach nicht anders, als die junge Frau anzusprechen.
      Vielleicht könnte sie ihm die ein oder anderen nützliche Information entlocken, wenn er sich gut mit ihr stellte.

      Arcene Windsor
      „Zu dünn. Zu dick. Zu klein. Zu alt, wieso um alles in der Welt geht der Kerl noch auf die Akademie?! Manche zögern es wohl ganz schön hinaus, was?“, beschwerte sich Britta und seufzte genervt, während Arcene sich etwas fehl am Platz fühlte.
      Sie liebte es zwar, Zeit mit ihren Freundinnen zu verbringen, konnte es aber nicht so recht nachvollziehen, wieso sie alle so energisch nach einem Verlobten suchten. Die große Liebe fand man doch nur durch Zufall, oder nicht?
      „Was meinst du dazu, Arcene?“, wurde sie von Nancy aus ihren Gedanken gerissen und sie folgte dem Finger ihrer Freundin, welcher auf einen geheimnisvoll wirkenden Kerl wies, ehe Britta ihr auf die Finger schlug und sie daran erinnerte, dass es nicht lady-like war, auf andere mit ihrem Finger zu zeigen, woraufhin sich diese die Finger rieb und sich entschuldigte.
      „Ähm... was war die Frage?“, erkundigte sich Arcene, die für einen Moment wohl nicht aufgepasst zu haben schien.
      „Sieht er nicht unglaublich gut aus?!“, gab Nancy sogleich energisch von sich und Arcene schämte sich fast schon für ihre Freundin. „Ähm... nun...“, gab das Mädchen schüchtern von sich, während sie etwas nervös ihren Blick in die Richtung des Mannes mit dem schwarzen Haar wand, doch als sich ihre Blicke trafen, zuckte sie merklich zusammen, war der Blick des Mannes doch alles andere als freundlich und instinktiv verbeugte sie sich leicht und entschuldigte sich.
      Es war wirklich nicht nett von ihr gewesen ihn so anzustarren.
    • Arcadia Windsor

      Wie erwartet schien er nicht bemerkt zu haben, wie sein Verhalten sie gestört hatte. Das war auch nicht anders zu erwarten, denn seine Ignoranz darüber überraschte sie keineswegs, was sie nur noch mehr missmutig stimmte. Und damit musste sie nun fortan bis zu ihrem Lebensende ertragen? Arcadia konnte mit Sicherheit sein, dass sie nicht lange glücklich sein wird. Dass Kyvernitis sie nicht begleiten konnte, weil er etwas zu erledigen hatte, stimmte sie weder fröhlich noch traurig. Sie nahm es so hin, wie es nun war. Als der Prinz ihr noch einmal sagte, dass sie nicht anstellen sollte, solange er nicht bei ihr war, konnte Arcadia nur ihre Augen verdrehen. Sie wusste, dass er das nur sagte, damit sie ihn unterhalten konnte und nicht, weil er Sorgen um sie machte. „Jaja, was auch immer“, schüttelte sie den Kopf und sah ihm hinterher. Immerhin besaß er ein hübsches Gesicht, dachte sie sich dabei und wandte sich zum Gehen, als sie plötzlich von jemanden angesprochen wurde. Überrascht und ein wenig verblüfft, da sie nicht damit gerechnet hatte so schnell nach dem kleinen Schauspiel zwischen den zwei Prinzen angesprochen zu werden, schwenkte sie ihre Aufmerksamkeit auf die Person, die sie anhielt. Ein Bursche, womöglich nicht viel älter als sie, mit etwas längeren und blau schimmernden Haare. Er war vornehmlich gekleidet und lächelte sie charmant an. Sicherlich hatte er die kleine Auseinandersetzung der Brüder vorhin wahrgenommen, daher war es zum Teil Mutige von ihm sie so direkt anzusprechen. Leider befand sie sich momentan nicht in bester Stimmung. Dennoch nahm sie die Karte entgegen und betrachtete die Schrift. Schön geschwungene Linien aber nicht beladen. Es sah durchaus professionell und edel aus. Etwas hatte sie auch nicht erwartet, denn schließlich ging er auf diese Akademie. Da er sich um ein Schüler, wie sie, handelte, gab es keinen Grund für sie ihren Ärger unwillig herunter zu schlucken. Sie steckte die Karte weg, vor seinen Augen die Karte wegzuwerfen, wollte sie andererseits nicht. Das würde ihr viel zu sehr leidtun und wäre durchaus unangenehm für sie.
      Um ihre Stimmung ein wenig hoch zu schrauben, fasste sie sich an ihre Kleider und sah ihn gespielt sehr verblüfft an. „Ach, diese Kleidung kommt von der Pavla Handelsgesellschaft. Das wusste ich nicht.“ Sie wusste es tatsächlich nicht, dennoch war es nicht etwas, was sie verblüffte. Sie hatte sehr viele Kleider in ihrem Kleiderschrank und dort kannte sie sich nicht aus, welches Kleid welche Marke trug. Sie sah keinen Sinn dahinter sich so etwas zu merken. Entweder ihr gefiel das Kleid, oder nicht. Da spielte die Marke dahinter keinerlei eine Rolle. „Ihr müsst ein sehr gutes Auge haben, damit Ihr ganze Kollektionen bis auf ihre Einzelheit kennen und sie in der Menge ausmachen können“, war sie ihm entgegen und schenkte ihm ein Lächeln. Zwar hatte er ihr die Karte gegeben, worauf der Name der Gesellschaft stand, jedoch war damit nicht bewiesen dass diese Kleidung tatsächlich aus ihren Laden stammte. „Und selbst wenn es von euch kommt, ist eine Umfrage nur dann wirklich sinnvoll, wenn sie ausführlich ist, oder nicht? Zu sagen sie ist schön und gut, wird Euch wohl kaum wahrlich weiterhelfen.“ Sie brabbelte und brabbelte und vergaß mit jedem Wort einen kleinen Teil ihres Ärgers. Sie brauchte einfach etwas, womit sie sich ablenken konnte.


      Cyfrin

      Er schwamm mit der Strömung. Vorhin hatte er sich noch draußen befunden, und nun fand er sich im Inneren des Großen und imposanten Gebäude wieder. Ihm war es draußen zu hell gewesen und hier drinnen war es ihm zu eng und laut. Gab es hier kein Ort, an dem er sich zurückziehen konnte und seine Ruhe hatte? Womöglich nicht, da heute der Tag war, an dem die Akademie mit neuen Schüler überflutet wurde und jede Seele hier, die hier noch nie gewesen war, wollte die Gegend erkundigen. Cyfrin konnte sich vorstellen, dass selbst die Bibliothek zum jetzigen Zeitpunkt gefüllt war. Auch wenn dort die Regel bestand, dass man sich leise verhalten sollte, genügten das Gekicher und Getuschel des weiblichen Geschlechts aus ihn genervt seufzen zu lassen.

      Und nun stand er hier ein wenig verloren da und wusste nicht wohin mit sich. Also entschied er sich am Rande des Ganges zu stehen und zu warten, bis der nächste Stichpunkt auf dem Programm der Akademie eintreten wird. Cyfrin lehnte sich gegen die Wand und stand gelangweilt dort. Unter den vielen Schüler kannte er niemand, mit dem er eine Beziehung, welche Form auch immer, hegte. Viele Gesichter hier sind ihm bekannt. Nicht anders zu erwarten von der königlichen geheimen Organisation. Die Gesichter der Nachkommen von vielen Adelsfamilien waren ihm bekannt, doch das müsste er wohl unter Verschluss halten. Während sein Blick umherschweifte, um sich in irgendeiner Form abzulenken, traf er mit dem eines Mädchens. Dunkelbraune Haare und ebenso braune Augen, die jedoch in einer helleren Nuance schien. Sie war ihm ebenso bekannt. Die Verlobte des Kronprinzen, oder auch ihre Zwillingsschwester. Er konnte beide nicht wirklich unterscheiden. Bisher hatte er keine Merkmale gefunden, die ihm halfen sie voneinander zu unterscheiden. Bisher hatte er jedoch auch keine Gelegenheit gehabt persönlich mit ihnen zu interagieren. Anscheinend hatte Cyfrin unangenehm dreingeschaut, denn sie sah schnell weg und verbeugte sich leicht. Es war Cyfrin nichts Neues, dass sein Blick andere womöglich verschreckte, denn sonderlich freundlich sah er nicht aus. Bis heute hatte es ihn nie wirklich bekümmert.
      Als sie ihren Blick von ihm abwandte, tat er dies ebenfalls, bis er aus ihrer Richtung mehrere Männerstimmen wahrnehmen konnte, die sich anscheinend dem Damen unterhielten. Ob sie versuchten sich den Mädchen vorzustellen? Solange sie sich nicht aufdringlich wurden und keine Anstalt machten ein Aufstand zu machen, würde sich Cyfrin sich heraushalten. Auch wenn Cyfrin das nicht offen gestehen würde, doch er war ein pflichtbewusster und verantwortungsvoller Mensch und so konnte er Bürger in Not nicht ignorieren, egal in welcher Form.


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    • Alabaster Plava
      „Nicht doch.“, lächelte er und lachte kurz leise amüsiert über die Verblüffung der Lady, ehe er ansetzte zu erklären, wie er das Kleid erkannt hatte.
      „Es ist der Stoff, aus dem das Kleid gemacht wurde. Ein weicher, luftiger Stoff, der leicht in der Sonne funkelt, kaum mit dem ungeübten Auge zu erkennen. Ein Import aus dem südlichen Land der Alavante und wie sie sich vielleicht denken können, hat Plava die exklusiv Rechte für diesen Stoff. Selbstverständlich kenne nicht einmal ich jedes einzelne Kleid unserer Kollektion, so wandelbar und schnell die Mode in den heutigen Zeiten ist.“, erklärte er freundlich und musste daran denken, wie er vor zwei Jahren das erste Mal ein Stück von diesem Stoff in den Händen gehalten hatte.
      Ah~, wie viel lieber er eine neue Reise ansetzten würde, als seine kostbare Zeit hier zu verschwenden. Da musste er wohl oder übel das beste daraus machen.
      „Selbstverständlich, aber es freut mich dennoch zu hören, dass sie das Kleid gut und schön finden. Waren sie denn schon einmal persönlich in einer unserer Schneiderreien und haben sich ein Kleid fertigen lassen? Zu gerne würde ich hören, wie ihre Erfahrung damit war. Ich habe schon das ein oder andere Mal gehört, dass die Dekoration etwas zu simple und die Angestellten nicht genug Komplimente geben... wie ist denn ihre Meinung dazu?“, erkundigte er sich. Wobei es Alabaster nicht überraschen würde, wenn die zukünftige Königin persönlich von den Schneidern selbst besucht wurde.
      Und er musste zugeben, dass er begann das Gespräch mit der aufgeweckten Dame zu genießen.

      Arcene Windsor
      Noch immer lag der entschuldigende Blick auf ihren Zügen, als sich der ihre fremde Schüler einfach von ihr abwandte und sie sich nicht sicher sein konnte, ob er noch immer beleidigt war oder nicht.
      „Entschuldigt, wenn ich mich irre, aber seid ihr Arcene Windsor, junge Dame?“, drehte sie sich überrascht in die Richtung einer ihr fremden Stimme, wo ein junger Mann mit länglichem Haar in einem dreckigen dunkelblond ihr sein strahlendstes Lächeln zuwandte, obwohl Arcene das Gefühl nicht los wurde, dass dieses Lächeln nicht so echt war, wie es wirken sollte.
      Er klang etwas vorsichtig, offenbar wollte er feststellen, ob es sich denn wirklich um sie handelte und nicht ihre Zwillingsschwester, was sie dem Fremden nicht verübeln konnte.
      Zu oft hatte sie Kyvernitis Blick gesehen, wenn Arcadia von fremden Männern angesprochen wurde, kaum einer traut sich noch sie um einen Tanz zu bitten.
      „So ist es, Arcene Windsor mein Name.“, lächelte sie dem Fremden freundlich zu und machte einen eleganten Hofknicks, wie die Etikette es vorsah.
      „Verzeiht, ich hätte mich zuerst vorstellen sollen. Jack Starnish mein Name, ihr habt doch sicher schon von der Starnish Familie gehört, nicht wahr?“, erwartete der Fremde offenbar, eine Bekanntheit zu sein, doch Arcene konnte ihm nur ein freundliches Lächeln schenken, da es bei ihr während der Erwähnung des Namens... oh, moment, irgendwo hatte sie den Namen doch schon mal gehört!
      „Es muss sie freuen, einen neuen, kleinen Bruder bekommen zu haben und einer armen Seele ein besseres Leben ermöglichen zu können, Stanish. Ihre Familie muss wirklich großzügig sein.“, suchte sie die beste Möglichkeit, um ihren Gegenüber nicht zu beleidigen, doch zu ihrer Verwunderung konnte sie für einen Moment einen dunklen Schatten über seine Züge huschen sehen. Ob Arcene sich das nur eingebildet hatte?
      „Ja... natürlich... mein liebreizender Bruder... aber weniger von ihm und mehr von uns.“, kam Jack ihr einen Schritt näher, als ihr wohl bei der Sache war.
      „Wieso schenken sie mir nicht die Ehre, eine Tasse heißen Tee mit mir zu trinken? Glauben sie mir, ich bin ein wirklich angenehmer Redner. Sie würden eine solch freundliche Einladung doch niemals ausschlagen... nicht wahr?“, legte ihr der Adelige seinen Arm um die Hüften und es war Arcene deutlich anzusehen, dass sie sich bedrängt fühlte.
      Auf der anderen Seite wollte sie die Gefühle des anderen nicht verletzen und sie überlegte fieberhaft, wie sie freundlich und höflich nicht nur ablehnen sonder dem Fremden auch weiß machen konnte, dass er ihr zu nahe trat. Hilfesuchend blickte sie zu ihren Freundinnen, welche jedoch ihrerseits in Gespräche mit jungen Männern vertieft zu sein schienen.
      „Wäre Darjeeling recht?“, interpretierte Jack ihr Schweigen als Zustimmung und griff nach ihrer Hand, um ihr einen Kuss auf den Handrücken zu hauchen, wurde aber mit einem Mal unterbrochen.
    • Arcadia Windsor


      Stoff?, fragte sich Arcadia und sah an ihr herunter. Er hatte von der Ferne gleich den Stoff ausmachen können, zu dem seine Familie exklusive Rechte hatte? Da musste er ein sehr genaues Auge dafür haben, wenn er dazu in der Lage war. Doch schlussendlich spielte das im Endeffekt keine Rolle, ob er das tun konnte oder nicht, denn er hatte ihr bereit gesagt, dass er mit ihr eine Umfrage starten wollte. Es würde ihm kaum etwas bringen, wenn sie an der Umfrage teilnehmen würde, über ihre Kleidung, die seine Handelsgesellschaft nicht produziert haben. Also müsste er wohl die Wahrheit aussprechen. Doch wer war er, dass er solch eine Umfrage starten wollte? Der an dem Geschäft mitwirkte? Ein normaler Angestellt wohl weniger. Doch es würde keinem schaden, wenn sie etwas Zeit für ihn aufbringen würde. Bisher hatte sie nichts gefunden, womit sie sich besser beschäftigen könnte, bis die Willkommensrede startete. Außerdem war er bisher stets freundlich gewesen, also war er bisher auch niemand, mit dem Arcadia ihre Zeit nicht gern verbringen wollte.
      Der junge Mann fing dann an zu brabbeln und zu brabbeln und Arcadia war sich nicht mehr so sicher, wo sie anfangen sollte. War sie einmal im Laden gewesen? Sicherlich, doch oftmals hatte man ihr den Schneider nach Hause geschickt. Ob unter ihnen die Pavlas waren? Sie konnte sich nicht daran erinnern. „Nun, was bringt mir leere Komplimente, die nicht ehrlich gemeint ist?“, fragte Arcadia ihn und stemmte eine Hand an ihrer Hüfte. „Es wäre genauso sinnvoll, wie wenn ich mich vor dem Spiegel stelle und mir selbst Komplimente erteilen. Am Ende bilde ich mir etwas ein, und die anderen sehen das aber anders“, warf sie noch hinterher. Aus diesem Grund sagte Arcadia auch oft, dass etwas jemanden nicht gut stand, wenn sie nach ihrer Meinung fragte. Hier musste aber Arcadia sich gestehen, dass es nicht immer schlau war, denn oftmals waren die Fräuleins nicht erfreut über ihre Worte gewesen und wurde demnach ignoriert. Nicht, dass es sie störte, doch aufgefallen war es ihr sicherlich. „Dekorationen sollten, meiner Meinung nach, simpel ausfallen, denn ich bin dort zum Kleiderkauf und nicht die Dekorationen, wobei mir durchaus bewusst ist, wie sich so manche daran ergötzen ein Laden betreten zu können, der teuer dekoriert ist, damit jeder sehen kann wie reich man doch ist in solch einem Laden einkaufen gehen zu können. Andererseits würden Adelige in einem simplen Laden nicht treten, wenn er zu….billig aussieht. Es ist schwierig“, murmelte sie am Ende und während sie nachdachte, legte sie einen Finger gegen ihren Kinn. „Ich denke mal sollte sich an die Umgebung anpassen, wo sich der Laden befindet und aus welchem Stand die meisten Menschen dort einkaufen“, überlegte sie kurz. Doch sie zuckte dann nur mit den Schultern. Sie hatte mal wieder zu viel geredet, ohne dass es ihr aufgefallen war. „Aber ich sage da ja nichts Neues. Ich persönlich bevorzuge einen simpleren Stil, wo ich mich wohlfühlen kann“, beantwortete sie ihm, nach einem langen Monolog, schlussendlich die Frage.



      Cyfrin


      Cyfrin war am Überlegen, ob er weiter vorlaufen sollte, da er beobachten konnte, dass sich mehr Schüler sich hier aufstellten, als er genau in dem Moment hörte, wie der Name Arcene Windsor fiel. Die Zwillingsschwester von der zukünftigen Königin war das also. Sonderlich verwunderlich war es nicht, denn der Kronprinz war nicht bei ihr und sie war umgeben von weiblichen Freunden. Cyfrin wusste, dass Arcadia nicht viele Freunde hatte, was wohl Schirmer Art lag. Woher er dies wusste? Jeder in der Gilde wusste genauso über die Verlobte und dem Prinzen Bescheid, schließlich unterstanden sie der königlichen Familie. Und da Arcadia die Verlobte von der königlichen Familie war, war sie ein Subjekt, über den wir alles wissen mussten. Von Name bis hinzu Essensangewohnheiten bis zu Lieblingsfarbe. Arcene war dabei nicht sonderlich in den Fokus gekommen, da sie nur die Schwester war und nur durch Arcadia ein Bezug zur königlichen Familie hatte.
      Cyfrin ließ seinen Blick zur Seite wandern und beobachtete das kleine Spektakel. Man musste kein großer Menschenkenner sein oder hellsehen zu können, um zu erkennen, dass sich das Mädchen unwohl fühlte. Er kam ihr in zu kurzer Zeit zu nahe und achte kaum auf das Wohlbefinden der Dame. Cyfrin konnte nur Seufzen. Solche Balgen konnte er nicht ausstehen. Sie bedeuteten nur Ärger und Kopfschmerzen. Auch wenn Arcene nicht mit dem Prinzen verlobt war, war sie dennoch jemand, den man sicherlich respektieren sollte, zumal auch ihre Familie aus hohem Stand kam. Eigentlich wäre es Cyfrin lieber nun zu gehen, um sich Ärger zu ersparen, doch er wusste selbst zu genau, dass er dies nicht tun konnte. Er kannte sich gut genug, um zu wissen, dass er diejenigen, die in Nöten war, nicht ignorieren konnte. „Sicherlich wirst du das bereuend“, murmelte er zu sich selbst und schritt auf die beiden zu.
      Ekelte Cyfrin an zu sehen, wie er ein Kuss auf ihren Handrücken hauchte, während er vollkommen die Gefühlslage der Dame ignorierte. Auch schien seine Lippen dort länger zu verweilen, als es erforderlich war. Also schnappte Cyfrin, ohne ein Wort von sich zu geben, die Hand der Dame und stellte sich leicht vor ihr. Cyfrin war nicht jemand mit vielen Worte, doch er wollte hier einen Aufstand vermeiden. „Das muss sie leider ablehnen, da sie anderweitige Pläne hat.“ Der Junge sah irritiert auf und man erkannte an seinem Gesichtsausdruck, dass Cyfrins Verhalten ihn sehr ärgerte. „Wie unhöflich und barbarisch von Ihnen. Mit wem solle sie Pläne haben?“ Barbarisch? Eine Überspitzung, doch behielt Cyfrin diesen Kommentar für sich. „Mit mir.“ „Nun, es stellt sich nicht als Problem dar sie zu einem späteren Termin zu sehen. „Nein“, sagte Cyfrin plump und sah ihn eisig an. „Wer sind Sie, dass sie sich einzumischen haben. Diese Angelegenheit betrifft nur sie und mich.“ Ganz unrecht hatte der Bursche nicht. „Ich bin ein ganz normaler Schüler, wie Sie auch, der nicht länger zusehen kann, wie Sie weiterhin die Dame bedrängen. Anscheinend haben Sie Tomaten auf den Augen, so dass sie das Wohlbefinden der Dame ignoriert haben.“ Auch wenn es höflicher verpackt wurde, war es am Ende des Tages eine kleine Beleidigung an ihn gewesen. „Wer sind Sie, dass Sie die Freiheit haben solche Wörter gegen mich zu wenden.“ Dem Bursche schoss anscheinend zu viel Blut in den Kopf. Cyfrin war am Überlegen. Sollte er es sagen? Doch wenn er seinen Namen nicht offenbaren würde, würde er womöglich nicht locker lassen. „Cyfrin.“ Seinen Nachnamen nannte er nicht, denn dieser ist nicht nötig, um zu wissen, wer es war. Er war zwar jemand, der im Dunkeln agierte, doch er hatte sich einen Namen gemacht, als jemanden, der dem König nahe stand. Zu einem gewissen Grad jedoch. Der Bursche schien ganz zu wissen, wer er war, denn gegen seiner Familie wurde vermittelt und man spekulierte auch, dass Cyfrin sich im Kreise befand, der für Informationen zuständig war. Der Bursche, dessen Name Cyfrin nicht in den Mund nehmen wollte, warf ihm einen vernichtenden Blick zu, den er nur regungslos erwiderte und ihn weiterhin anstarrte. Mit einem Schnauben und zusammengebissenen Zähne, schritt er fort. Doch bei dem Bursche machte Cyfrin keinen Halt. Er drehte sich zu Arcene um und sah sie direkt und ernst an. „Es wäre sicherer für Euch, wenn ihr euch wehrt oder eure Stimme hebt. Ihr habt nicht immer ein Glück, dass jemand Euch zur Hilfe eilt“, meinte er streng zu ihr. Er würde sicherlich nicht immer da sein, wenn jemand die beengte. Natürlich sollte solch ein Vorfall niemals passieren, doch wie man gesehen hatte, gab es solche Balgen wie Jack Starnish.

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    • Alabaster Plava
      „Nun, was bringen mir Komplimente, die nicht ehrlich gemeint sind?“, spitzte der Händler seine Ohren und wirkte mit einem Mal ehrlich interessiert an der Meinung des Individuums vor ihm. Zu seinem Glück erläuterte sie ihre Meinung, ohne dass er danach hatte fragen müssen und hin und wieder nickte er, während sie ihre Meinung kund tat.
      Sie hatte recht, es war wirklich schwer die richtige Balance zu finden und auch er hatte immer mehr darauf geachtete, dass man sich in der Schneiderei wohl fühlen konnte. Es sollte eine gemütliche Atmosphäre verströmen, die dazu einlud, noch ein wenig länger zu bleiben und den Einkauf eines Kleides voll und ganz zu genießen, doch wussten die meisten Adeligen ein schlichtes Design nicht gerade zu schätzen.
      Dabei gab es den ein oder anderen Laden, wo sie es mit einer überladenen Dekoration versucht hatten, ganz nach den Wünschen einer in sozialen Kreisen bekannten und geschätzten Dame, doch waren die Verkäufe dort dadurch nur schlechter geworden.
      Auch wenn der Adel es nicht zugeben wollte oder es gar nicht erst realisierte, so wurden auch sie schneller müde, wenn ihren Augen zu viel geboten wurde.
      „Ich verstehe, ich verstehe, der Umgebung anpassen? Ein wirklich guter Gedanke, muss ich zugeben.“, nickte er immer wieder und lies sich ihre Worte noch einmal durch den Kopf gehen. Das erfrischenste dabei war jedoch, dass ihre Worte, wie er einfach bemerken konnte, ehrlich gemeint waren und keine ausgedachte oder einstudierte Antwort war, um etwas bescheidener und intelligenter zu wirken, als man eigentlich war, wie es die ein oder andere Dame gerne tat.
      „Ein wirklich interessanter Blickwinkel, den sie da haben. Ich fürchte ich habe schon mehr als genug ihrer Zeit verschwendet, aber könnten sie mir zum Schluss meiner Umfrage noch ihre fünf Lieblingsfarben nennen? Plava denkt darüber nach das Repertoire an Farben zu erweitern.“, wollte er das Gespräch auch bereits beenden, da er sie nicht noch weiter aufhalten wollte und ihm bereits bewusst wurde, welche Art von Mensch die Verlobte des Kronprinzen war und wenn er ganz ehrlich war, dann war die Dame schlicht und einfach an ihn verschwendet. Er schien ja nicht einmal ihren Wert erkannt zu haben, geschweige denn diesen zu schätzen, wie er zu Gesicht bekommen hatte dürfen.

      Arcene Windsor
      Bevor sich die Adelsdame dazu aufraffen konnte, doch noch etwas zu sagen, erschien ihr Ritter in glänzender Rüstung und begann den aufdringlichen Adelsmann in seine Schranken zu weisen.
      Zu ihrer Überraschung war es der genervt drein blickende Mann, welchen sie geglaubt hatte mit ihrem Starren beleidigt zu haben, umso erstaunter war sie darüber, dass er ihr dennoch half.
      „Cyfrin...?“, murmelte sie leise zu sich selbst, kam ihr dieser Name doch ungewöhnlich bekannt vor, doch konnte sie sich schlicht und einfach nicht daran erinnern, wo sie diesen Namen schon einmal gehört hatte... vielleicht sogar gelesen...?
      Dabei bekam sie das Gefühl nicht los, dass es etwas gab, dass sie besser über diesen Mann wissen sollte, doch wollte es ihr schlicht und einfach nicht einfallen.
      Nun, zurück in die Realität, Jack Stanish war davon gescheucht worden und er schien alles andere als erfreut über die Auseinandersetzung zu sein, was Arcene wieder ein entschuldigendes Lächeln auf die Lippen legte, ehe Cyfrin sie direkt ansprach, nein, sie ermahnte und sie zuckte dabei leicht zusammen.
      Sie wusste es ja. Er war nicht der erste, der das zu ihr sagte, hörte sie es doch auch immer wieder von ihrer mutigen Schwester, aber Arcene hatte immer das Gefühl, dass ihr nichts anderes blieb, als in ihrem Schatten zu stehen, dass sie schlicht und einfach nicht den Mut aufbringen konnte, wie sie... ob sie ihr wohl bei der Geburt all diesen geraubt hatte? Ein lächerlicher Gedanke, das wusste sie selbst.
      „Ich... werde mich bemühen.“, lächelte sie, da sie ihm kein leeres Versprechen geben konnte und wer weiß, vielleicht war dieses Schulleben tatsächlich ihre Chance, endlich etwas aufrichtiger und ehrlicher mit ihren Gefühlen zu sein?
      „Hey! Was machst du da mit meiner Freundin?!“, wurde die sich anbahnende Stille von der Stimme von Nancy unterbrochen, welche die Situation wohl vollkommen falsch einschätzte, da Cyfrin noch immer ihre Hand hielt und das nicht gerade auf freundliche Art und Weise, wobei es schon als unhöflich galt überhaupt unerlaubt die Hand einer fremden Dame zu halten.
      Überrascht stellte Arcene fest, dass die Gesprächspartner ihrer Freundinnen wohl auch verschwunden waren, sobald Jack Starnish seinen Rückzug eingenommen hatte... ob das wohl wirklich nur Zufall sein konnte?
      „Es ist alles in Ordnung, Cyfrin hat mir sogar geholf- oh, verzeiht! Ich wollte euch nicht unerlaubt mit eurem Vornamen ansprachen.“, entschuldigte sie sich sofort bei ihrem Gegenüber, doch dieser hatte ihr ihren Nachnamen nicht genannt.
      „Wie, du warst in Gefahr? Ist alles gut bei dir Arcene?“, mischte sich auch Britta ein.
      „Tut dir irgendwas... weh...?“, murmelte Lilly, welche immer einen traurigen Blick zu tragen schien und der Zwilling versicherte ihnen, dass es ihr gut ging.
    • Arcadia Windsor

      Arcadia fühlte sich ein wenig stolz darauf, dass er ihr offen sagte, dass sie einen guten Gedanken ausgeführt hatte. Sie hatte wenig Ahnung von Geschäften, auch wenn sie, aufgrund ihrer Verlobung, viel mehr lernen muss und auf ihr mehr Verantwortung lag, doch sie hatte hier frei ihre Meinung geäußert und nebenbei gehofft, dass er sie nicht dafür auslachen würde, hätte sie etwas Eigenartiges oder Dummes gesagt. Arcadia war daher beruhigt, dass er sie nicht offen kritisierte und sie auf ihr mangelndes Wissen in dem Bereich vor allen hinweisen. Denn auch wenn Arcadia stur und offen war, nahm sie sich die Kritik anderer zu Herzen, wissend, dass nicht alles der Wahrheit entsprechen musste und man ihr nur einen reindrücken wollte. Auf seine Frage hin, ob sie ihm ihre fünf Lieblingsfarben sagen konnte, sah sie ihn leicht verwirrt an. „Nun ich kann nicht sagen, dass meine Lieblingsfarben der Mehrheit gefallen wird“, überlegte sie laut, zuckte dann aber mit den Schultern. „Ultramarinblau, Kornblumenblau, Minze, Pupurrot und Flieder lila.“ Woher sie diese Namen kannte? Sie musste sich ab und an absurde Farbennamen auswendiglernen, da sie zukünftig Feste oder kleine Feier gestalten musste und ihre Farbidee genauso beschreiben sollte. Außerdem hatten die einen oder anderen Farbnamen von Arcene sie geprägt. Ob er etwas mit den Namen anfangen konnte, oder nicht, wusste sie nicht genau, doch das spielte für sie keine Rolle. Bei jedem Namen wusste man ungefähr um welche Farbe es sich handelte: Blau, blau, grün und lila. „Eigentlich nur Blau, aber ich hab etwas Abwechslung reingeworfen“, gab sie offen zu, da er nach fünf anstatt eine Lieblingsfarbe gefragt hatte und die verschiedenen Blautöne ihn womöglich langweilen würde.



      Cyfrin


      Ihre Reaktion befriedigte ihn nicht so sehr, wie er es hätte gern haben wollen. Er wollte viel mehr eine bestimmte und selbstbewusste Antwort hören, doch eigentlich sollte solch eine Reaktion ihn nicht verwundern. Hätte sie ihm so geantwortet, wie er es erfahren wollte, dann hätte sie sich vorhin wehren können. Cyfrin war bewusst, wie unterlegen die Damen eines Mannes waren, erst recht einem, der sich einbildet er sei ein Mann und könne sich alles erlauben, und sich nicht davor scheute seine Hand zu heben. Solche Männer hasste Cyfrin abgrundtief. Menschen, die ihrer Überlegenheit bewusst sind und diese an diejenigen auslassen, die sich nicht wehren können. „Sicher wirst du das tun“, meinte er nur. Cyfrin war nicht die warmherzigste Person und wusste oft nicht mit seinen Worten umzugehen, doch solange er nur das Beste im Sinn hatte, war ihm das recht egal. Ob sie seine Worte folgen würde oder nicht, würde gänzlich an ihr selbst liegen, schließlich musste sie sich mit so jemanden auseinandersetzen und nicht er. Cyfrin konnte sich vorstellen, dass Jack Starnish sie sicherlich wieder ansprechen wird.
      Als plötzlich von der Seite weitere Stimmen sich erhoben, konnte Cyfrin nur seufzen. Er wollte die Situation schnell lösen und verschwinden, damit er seine Ruhe hatte, doch anscheinend war es noch nicht seine Zeit zu gehen. Da ihm aber bewusst wurde, wie die Situation den Damen vorkommen mag, fiel ihm auch auf, dass er noch die Hand von Arcene hielt. Abrupt ließ er sie fallen, als hätte er sich beinahe daran verbrannt. Zu seinem Glück musste er nicht lange erklären, denn Arcene erklärte zu einem gewissen Grad was vorgefallen war. Immerhin würden ihre Freundinnen ihn nicht weiter nerven. „Ich habe Euch auch keinen Nachnamen gegen, mit dem Ihr Euch mich ansprechen könnte“, streifte Cyfrin die ganze Sache mit einem Achselzucken ab. Als sich die Freundinnen an das arme Mädchen wandte, musste Cyfrin seine Augen fast verdrehen. „Passt besser auf Eure Freundin auf“, entgegnete er ihnen nur, ehe er, ohne sich zu verabschieden, sein Abgang trat. So hatte er seinen ersten Tag hier nicht vorgestellt. Hoffentlich kam Jack nicht auf die Idee Cyfrin später wegen diesem Vorfall zu belästigen, unter dem Vorwand, er habe ihn blamiert. Er musste sich unbedingt einen ruhigen Ort suchen, sonst würde er mit sehr schlechter Laune hier herum wandern und alles und jeden in seinen Gedanken verfluchen.
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    • Alabaster Plava
      „Keine Sorge, die Antworten werden gesammelt und die Farbe mit den meisten Erwähnungen, wird, wenn sie noch nicht vorhanden ist, in unser Sortiment eingenommen.“, wirkte er etwas belustigt über die Aussage der Verlobten des Kronprinzen, nickte jedoch und schien sich tatsächlich ihre fünf Farben zu merken, mit einem Verweis, das es eigentlich nur blau ist, was sein charmantes Lächeln ein Stückchen breiter machen ließ.
      „Nun denn, vielen Dank, dass sie sich Zeit für mich genommen haben, Arcadia Windsor.“, verbeugte er sich leicht, um sich mit diesen Worten von der Dame zu verabschieden.

      In der Halle, wo sie Eröffnungsfeier bald beginnen würde, angekommen, setzte sich Alabaster neben Casimir. Für den ein oder anderen mag das sicherlich als ein Frevel, eine Unhöflichkeit gelten, sich unerlaubt neben einen Prinzen zu setzten, doch gab es für den Händler deutlich wichtigeres im Leben.
      „Ich habe deine Auseinandersetzung mit deinem geliebten Bruder mitbekommen. Was hältst du von seiner Verlobten?“, wollte er von diesem ohne eine Begrüßung wissen.
      Alabaster wollte schlicht und einfach herausfinden, ob es sich bei Arcadia um eine gute Königin handeln könnte. Selbst wenn er es nicht schaffen würde, Casimir dazu überreden statt seinem Bruder den Thron zu erklimmen, könnte es vielleicht eine Möglichkeit sein, den Einfluss der zukünftigen Königin zu vergrößern, damit dieser ihn in Schach halten kann. Er konnte sich daran erinnern, ein solches Machtverhältnis schon das ein oder andere Mal in seinen Geschichtsbüchern gelesen zu haben, einfach würde es jedoch nicht sein, vor allem nicht zu diesen Zeiten.

      Arcene Windsor
      Nun... ja, Cyfrin hatte Recht, er hatte ihr seinen Nachnamen nicht genannt und es schien ganz so, als hätte er auch nicht vor, dies nachzuholen. Ihr fiel auf, dass sie sich ja auch gar nicht vorgestellt hatte, doch bevor sie dazu kommen konnte, entfernte sich Cyfrin auch wieder von den Freundinnen und Arcene wusste nicht recht, was sie von dem stillen Mann halten sollte.
      Nun, er hatte ihr geholfen, ohne eine Gegenleistung zu verlangen, also musste er doch eine gute Person sein, nicht wahr?
      „Wenn ihr nichts dagegen habt, geh ich schon mal in die Halle.“, verabschiedete sich Arcene von ihren Freundinnen. Für heute hatte sie genug von heiratswilligen Männern und die drei ließen sie ohne zu murren gehen, während sie sich weiterhin über ihr Wissen um die Singles der Akademie austauschten.
      Erschöpft ließ sich Arcene neben ihrem Kindheitsfreund Nikolai fallen und legte diesem ihren Kopf auf die Schulter, wie sie es als Kinder oft getan hatte, wenn sie schlicht und einfach müde von all dem gesellschaftlichen war. Hin und wieder brauchte Arcene einfach eine Pause von dem ganzen Trubel und all den Fremden da draußen.
      „War dir nicht langweilig, hier so ganz allein auf uns zu warten?“

      Xenon Stanish
      Sein großer Bruder, wie er ihn nur sehr ungerne nannte, hatte ihn letztendlich verlassen und auch wenn ihm bewusst war, dass es sein gutes Recht war, sich auf dem ihm fremden Gelände zu bewegen – würde es die Gerüchteküche doch nur noch mehr anheizen, wenn er nicht von Jacks Seite weichen würde – fühlte er sich unwohl dabei und an seiner Körpersprache war es dem jungen Mann anzusehen.
      So viele Fremde, so viele Adelige, die ihn nie gut behandelt hatten.
      Gerade wollte er draußen eine Pause machen, sich an eine Wand lehnen, bevor er seine Suche nach der Eröffnungsfeier fortsetzen würde – er hatte sich in dem großen Gelände schlicht und einfach verlaufen – als eine Gruppe von jungen Adeligen auf ihn aufmerksam wurde und zu seiner Verblüffung direkt auf ihn zu ging.
      „Ohhh~! Ist das nicht der junge Herr der Stanish Familie? Der Adoptivsohn? Der Sklave?“, zuckte er bei dem letzten Wort zusammen. Es fühlte sich an, wie ein Messerstich, daran erinnert zu werden, dass er nicht mehr war, als ein einfaches Objekt.
      „Was um alles in der Welt soll nur so besonders an dem sein, dass man sich die Mühe gemacht hat ihn zu adoptieren? Ich hab gehört, er kann nicht mal anständig ein Schwert schwingen.“, gab ein junger Adelsmann spöttisch von sich.
      „Ob sie ihn wohl wieder wegschmeißen werden? Wenigstens sein Gesicht ist gar nicht mal so schlecht. Vielleicht hat die Baronin ja gefallen an ihm gefunden?“, füllten weitere hämische Worte sein Ohren, während er sich mit dem Rücken zur Wand an dieser herunterfahren lassen hat, um sich klein zu machen, in der Hoffnung, dadurch ein kleineres Ziel abzugeben, aber zwecklos. Worte waren nichts, vor dem man sich so einfach verteidigen konnte.
      Stattdessen schloss er seine Augen und legte sich die Hände auf die Ohren, hoffend, dass es bald vorbei sein würde, wissend, dass er es nur aushalten musste. Nur aushalten. Nur aushalten.
      „Oh! Fräulein Windsor! Sie sind doch sicher unserer Meinung nicht wahr? Sehen sie sich das Häufchen Elend doch nur einmal an, eine Schande für einen Adeligen, finden sie nicht?“
    • Arcadia Windsor


      Die Aussage des Mannes beruhigte sie ein wenig, da spürte sie nicht sogleich die Last auf sich, da sie schon früher mitbekommen hatte, welche Gewichtung zu manchen Situationen ihre Worte haben konnte, auch wenn es ihr zu dem Zeitpunkt es nicht aufgefallen war. Dass er ihre Farben nur sammelte und sie nicht gleich in Trends umwandelte, stimmte sie ruhiger. Bei seiner Verabschiedung von ihr, nickte sie ihm zu. Als er dann fort war, fiel ihr ein, dass sie den Namen des Mannes nicht kannte. Wenn sie sich richtig erinnerte, hatte er sich nicht einmal vorgestellt. Obwohl es dem Etikett entsprach, dass niedriger gestellte Menschen sich zuerst vorstellen sollten, achtete Arcadia mittlerweile gar nicht darauf, wenn es sich um Kleinigkeiten handelte. Da sie mit ihm ein unseriöses Gespräch gehalten hatte, war es in ihren Augen nicht sonderlich wichtig seinen Namen zu kennen. Er hatte die nunmal nur wegen Farben und ihrer Meinung gefragt, da bezweifelte Arcadia, dass sie später nochmals mit ihm in Kontakt treten wird. Und wenn, dann würde er sich sicherlich vorstellen, nicht? Da Arcadia es als zeitaufwendig erachtete sich über solch einer banalen Tatsache zu denken, verwarf sie schnell ihre Gedankenstränge, die langsam in ihrem Kopf zu einen Knoten bildeten , und setzte ihren Weg fort. Sie hatte beinahe vergessen was sie eigentlich vorhatte. Ihr Zielt war die Freiheit außerhalb dieses Gebäude. Diese will sie noch eiligst erkundigen, ehe die Willkommensfeier startete. Wenn sie sich nicht irrte, hatte sie noch etwas Zeit.
      Da bewunderte Arcadia im Stillen die Schönheit der blühenden Blumen und die prachtvollen Farben der Pflanzen, als sie in der nahen Ferne Stimmen wahrnehmen konnte. Eigentlich wollte sie andere momentan vermeiden, doch etwas an der Tonlage der Stimmen ließ sie anders verleiten. Auch wenn sie die Worte nicht mit Klarheit wahrnehmen konnte, drangen doch vereinzelte Worte zu ihr durch, die sie stutzig machen lässt. Sklave, Adoption, Schwert, wegwerfen und Baronin. Nicht zuletzt fand sie sich bei den Gestalten wieder, die mit jemand anderen geredet hatten. Reden konnte man das nicht nennen, so dachte sich Arcadia dies, als sie die in sich zusammen gekaperte Gestalt an der Wand erkennen konnte. Sie musste nicht jede Einzelheit gehört haben, um die Situation verstehen zu können. Sie wusste sofort was passiert war und wie das Machtverhältnis in dieser Situation aussah. Wenn sie sich an den Begriff Sklave von vorhin erinnerte und die jetzige Aussage des Jungen, der sie zu sich gerufen hatte heranholte, ahnte sie, wer diese Gestalt war. Doch wieso kam ihr das Bild von der Gestalt auf dem Boden so bekannt vor? Sie hatte ihn zuvor nie gesehen, und doch kam er ihr bekannt vor. Innerlich schüttelte sie den Kopf. Ein irrelevanter Gedanke. Wichtig war nun die arroganten Balgen auf ihr Platz zu verweisen. Wie man schon früh erfahren hatte, war Arcadia jemand, die nicht viel Hehl um Etikett und Höflichkeit legte, erst recht nicht in solch einer Situation. Dies lag wohl daran, dass ihre Familie einen wichtigen und hohen Stand in der Gesellschaft einnahmen, so dass sie nicht oft über die Konsequenzen ihres Verhaltens nachdenken musste und die Schuld oft auch nicht auf ihr lag, am Ende des Tages.
      Also stemmte sie ihre beiden Hände an ihre Hüfte und sah die Herren böse an. „Häufchen Elend? Die einzigen elendige Häufchen, die ich hier sehe, sind vor mir: ihr drei Balgen. Und wenn das Ihre Meinung ist, dann stimmte ich Euch zu eurem Bild zu.“ Verwirrt und doch entsetzt zugleich, starrten sie Arcadia an. „Sie mögen zwar die Verlobte des Kronprinzen sein, doch ich würde Euch raten trotz allem aufzupassen wie Ihr mit uns zu reden habt.“ Arcadia lachte leise. „Wieso darf ich Euch nicht so ansprechen, wenn Ihr Euch die Freiheit genommen habt so über einen Kameraden zu reden? Und wenn wir schon bei Etiketten sind, woher nehmt Ihr Euch das Recht die Verlobte des Prinzen in eine herabwürdigende Situation zu ziehen, mit dem ich nichts am Hut habe und mich von jeglichen Kommentare distanziere?“ Wenn sie die Karte des Prinzen ausspielen wollten, dann würde sie diese gegen sie spielen. „Er ist dennoch ein Sklave, einer der uns nicht würdig ist undicht das Recht hat unter unseren Augen zu treten.“ Die Weißglut kam in ihr hoch. „Wie bitte?“, wurde ihre Stimme schon fast schrill. Sie stellte sich vor dem Jungen, der sich die Ohren zuhielt, und wünschte sich, dass er die harschen Worten nicht mitbekommen hatte. „Habt ihr Beweise zu Euren Aussagen, dass er ein Sklave zuvor gewesen sei? Und selbst wenn, Ihr habt nicht gegenüber solchen Menschen derart zu reden. Ihr habt nur Glück, dass Ihr in solch eine Familie geboren seid, nicht weil ihr die Fähigkeit dafür aufweist“, pfefferte sie ihnen zurück. Sie könnte stundenlang über dieses Thema diskutieren. Arcadia war heilfroh, dass das Sklavensystem verboten wurde. Auch wenn viele es als normal erachteten Sklaven zu besitzen, war der Gedanke daran Arcadia immer unwohl. „Seine Umstände haben Euch nicht zu interessieren, und erst recht nicht ihn für Gerüchte zu beschämen. Oder wollen wir nun einmal all die beschämende Taten, die Eure Familie vollbracht hatten, um an Macht und Reichtum zu kommen, aufdecken. Sicherlich kann ich aufgrund meiner Position eine Nachforschung veranlassen“, setzte Arcadia fort, während sie unladylike auf sie zeigte. Ihre letzte Aussage schienen die Jungs für einen Moment erstarrt zu haben. Dies nutzte Arcadia aus, drehte sich um und kniete sich vor ihm nieder. Mitleid erfüllte ihre Brust und die konnte sich nicht vorstellen, wie es ihm ergangen war. „Hey“, sagte sie leise zu ihm und fasste behutsam seinen Arm an. „Alles in Ordnung?“ Arcadia hoffte, dass niemand Neues dazu stoßen wird und womöglich die Situation falsch versteht und die Burschen hinter ihr die Chance nutzen Arcadias Name in den Dreck zu ziehen.



      Casimir Atros
      Casimir genoss mehr oder weniger seine Zeit allein in dieser Halle, wobei er ab und an Getuschel über den vorherigen Vorfall wahrnehmen konnte. Aus diesem Grund wollte er eigentlich nicht hier sein. Auch wenn nichts vorgefallen wäre, würden trotzdem Getuschel ihm auf Schritt und Tritt folgen und Gerüchte um ihn herumschwirren. Doch auch wenn er ein Prinz war, wurde er nicht als solches wahrhaftig anerkannte, aufgrund seiner schwachen politischen Position und halbes Blut eines Bürgerlichen. Doch bisher hatte es ihn nicht sonderlich gestört, mittlerweile hatte er gelernt dies zu ignorieren und seinen Alltag nachzugehen. Womit er jedoch nicht zufrieden geben konnte, war die schlechte Behandlung seiner Mutter. Sie bekam mehr Kritik und abwertende Blicke von anderen ab und dies tat Casimir im Herzen weh. Seine Mutter war das Einzige auf der Welt, was ihm lieb war und er mit all seiner Macht beschützen wollte. Daher ärgerte es ihn einerseits nicht in politischen Auseinandersetzungen anwesend zu sein und andererseits nicht genug Macht zu besitzen, um seiner Mutter ein angenehmeres Leben ermöglichen zu können. Zwar musste sie nicht verhindern und wurde körperlich nicht missachtet, doch psychisch lag eine immense Last auf sie.
      Casimir blickte zur Seite, als er sah, wie sich jemand neben ihm gesetzt hatte. Alabaster, jemand den er gut kannte, da schließlich viele seiner Kleider aus seinen Geschäften kam. Doch auch darüberhinaus kannten sie sich ein wenig, doch nicht gut genug für Casimir, als ihn als einen guten Freund zu bezeichnen. Denn das tat Casimir nicht. Jeder, der ihm gegenüber trat, empfang er mit kritischer Haltung. Doch auf seine Frage konnte er antworten, denn er wusste selbst was Alabaster von Kyvernitis hielt. „Ich kenne sie nicht gut genug, um sie einschätzen zu können“, meinte er nur schlicht. „Doch die scheint einen gesunderen Menschenverstand zu haben als mein lieber Bruder“, fügte er noch hinzu, als ihm noch etwas anderes einfiel. „Doch sie scheint dem Adel Leben nicht zu verkörpern, wie es andere es wohl gerne hätten, weswegen wohl die stolzen Adeligen ihr kritisch gegenüber treten mögen. Vielleicht nicht die Herren selbst, doch sicherlich ihre Frauen und Töchter würden die Herren in solch eine Stellung bringen.“ Mehr hatte er auch nicht zu sagen, da er nicht lang genug mit ihr unterhalten konnte, zumal sie kein Objekt seiner Interesse war. Es würd nur Ärger mit sich bringen, wenn er versuchte ihr näher zu kommen, zumal er kein Grund hatte dies zu tun.



      Nikolai Montec


      Er wusste nicht wie lange er schon gesessen hat, doch es kam ihm zu kurz vor, da sich schon jemand neben ihn gesetzt hatte. Die Liebe Arcene. Auch wenn die zwei Mädchen sich eins zu eins ähnelten, gab es doch Hinweise, an denen man sich orientieren und sie auseinander halten konnte. Nikolai lächelte sanft, als er auf ihre Haare schaute, nachdem sie ihren Kopf auf seine Schulter gelegt hatte. Ihre Nähe zueinander würden wohl viele falsch verstehen, denn es gab keinen Grund sich so zu zeigen, wenn sie keine Verlobung hatten, doch sie kannten sich so lange, dass solch eine Berührung keine große Bedeutung mit sich trug, wie es wohl andere interpretieren würden. Sanft strich er über ihren Arm. „Ach was, nein. Du bist eigentlich ziemlich schnell zurückgekommen. Und ich hatte schon gedacht, ich würde eine kleine Verschnaufspause von euch Zwillingen bekommen“, scherzte er und konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. Dass Arcene womöglich ein wenig ausgelaugt warm nachdem sie so lange unterwegs unter solch einer Menge war, war Nikolai bewusst, da er nach all diesen Jahren mitbekommen hatte, wie sie auf Menschenmenge und soziale Interaktionen reagierte. Nikolai fand Arcene pflegeleichter als Arcadia, doch das würde er so niemals zu Worte bringen.

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    • Xenon Stanish
      Der junge Mann wusste ja, dass er nicht das Recht dazu hatte, unter diesen Leuten zu wandeln. Dass er nicht zu ihnen gehörte, dass hatte er nie. Das wollte er nie. Doch genau wie in allen anderen Bereichen seines Lebens, hatte er schlicht und einfach kein Mitsprache Recht gehabt, er hatte nicht das Recht seine eigenen Entscheidungen zu treffen. Xenon wusste nicht einmal, ob er das könnte, selbst wenn er dürfte.
      Und nun saß er hier, umringt von spöttischem Adel und er spürte nicht nur seine zitternden Glieder, sondern auch, wie ihm Tränen in die Augen stießen. Mit einem Mal spürte er eine Hand an seinem Arm. Obwohl diese sanft war, zuckte der ehemalige Sklave dennoch zusammen und starrte die junge Frau vor ihm mit verängstigten Augen an. Würde sie ihm weh tun? Ihn schlagen?
      Er hatte nur Bruchstücke von dem Streit zwischen den Adeligen verstanden, nicht genug, um zu erkennen, dass sie zu den Guten gehörte, doch nachdem ihre Worte zu ihm gedrungen waren, wurden seine Augen größer, verwundert blickte er sie an. Hatte ihn das jemals zuvor jemand gefragt? Er konnte sich nicht erinnern. Bedeutete das, dass sie ihn nicht schlagen würde?
      Doch bevor er auch nur auf die Idee kommen konnte ihre Frage zu beantworten, betraten neue Schauspieler die Bühne.

      Cahya Clifford
      Anfangs hatte sich das Mädchen unwohl und fehl am Platz gefühlt, war sie doch noch nicht so lange an das Leben als Adelige gewöhnt, viel mehr gab es noch so unglaublich viel, woran sie sich gewöhnen und was sie lernen musste, aber es war kein schlechtes Leben und sie war dem Baron wirklich dankbar, dass er sie aus dem Waisenhaus geholt hatte, kurz, bevor sie 18 wurde und damit vollkommen auf sich alleine gestellt wäre.
      Aber zu ihrem Glück fand sie recht schnell ein paar Mädchen, welche sich scheinbar an ihrem bescheidenen Hintergrund nicht zu stören schienen und mit welchen sie sich nicht nur unterhalten konnte, sondern die auch noch so freundlich waren, ihr den Weg zur Eröffnungszeremonie zu zeigen.
      Doch auf dem Weg dorthin fanden sie einen nicht gerade angenehmen Anblick, wie eine Gruppe von Adeligen einen verängstigt wirkenden jungen Mann umrangen und Cahyas Herz begann bei diesem Anblick bereits zu schmerzen. Ging es ihm gut? Brauchte er Hilfe?
      „Geht das nicht etwas zu weit, Lady Windsor?“, gab eine der am Geschehen anwesenden Frauen von sich, hinter ihrem Fächer ein hinterlistiges Lächeln versteckend, welches das naive Mädchen jedoch nicht bemerkte, auch nicht den Ton in ihrer Stimme.
      „Der arme Junge. Wir wollten ihn doch nur ein wenig necken... wieso mussten sie ihn da gleich schlagen? Selbst als Sklave hätte er das nicht verdient.“
      „Vielleicht sollte sich der Prinz eine andere Verlobte suchen. Wie kann so eine Person sich um ein ganzes Land kümmern, wenn sie nicht mal Güte für einen armen Kerl wie ihn übrig hat?“, gingen die Schuldzuweisungen weiter und auch die Mädchen, welche Cahya hierher begleitet hatten, begannen untereinander zu murmeln und es war deutlich, dass diese Lady Windsor die Schuldige war.
      „Würden... würden sie sich bitte von ihm entfernen...?“, wagte es Cahya als einzige, an das fremde Fräulein zu treten, wusste sie doch nichts über ihre Umstände, geschweige denn, dass es sie ihren Kopf kosten könnte, sich gegen die Verlobte des Prinzen zu stellen. Nun, in Theorie zumindest.
      „Bitte lassen sie ihn in Ruhe! Sie tun ihm weh!“, schrie sie letztendlich und setzte sich zu den beiden in die Hocke, nahm bestimmt den Arm von Xenon in ihre Hände, hoffend, Lady Windsor würde damit von ihm ablassen.
      Währenddessen ging das gemurmelt und die Schuldzuweisungen der umringenden Herrschaften weiter und es schien ausweglos ihre Unschuld zu beteuern.
      Xenon dagegen war überwältigt von der ganzen Situation und schien nicht recht zu verstehen, was gerade geschah.

      Alabaster Plava
      „Nicht, dass das eine herausragende Leistung wäre.“, gab Alabaster von sich, als Antwort darauf, dass Arcadia einen gesünderen Menschenverstand als ihr Verlobter besaß. Wobei er nicht oft Adelsamen fand, welche sich tiefere Gedanken über Dekoration und Atmosphäre machten, als, dass es einfach schön und luxuriös aussehen musste.
      „Nun, ich habe auch bereits von dem ein oder anderen Vorfall oder Gerücht gehört... nun, vielleicht ist das aber auch gar nicht so schlecht. Hast du die ganzen alten Traditionen und dieses starre Gehabe nicht auch langsam satt? Eine Schande, dass die traditionellen Adeligen noch immer so viel Macht inne haben...“, gab er tatsächlich bedauernd von sich.

      Arcene Windsor
      „Ich kann auch wieder gehen.“, schmollte sie, es war jedoch auch nichts weiter als ein Scherz, weshalb sie daraufhin ihr Kichern nicht zurückhalten konnte. Es tat doch immer wieder gut mit Nikolai zu reden, wenn sie müde und erschöpft war. Sie wusste nicht wieso, nun, wahrscheinlich lag es einfach daran, dass sie sich schon so lange kannten, aber in seiner Nähe konnte sie wieder Energie tanken.
      Amüsiert erinnerte sie sich daran, wie sie ihn als kleines Kind hin und wieder darum gebeten hat, mit ihr auf eine Terrasse oder den Garten während einer Feier zu gehen, damit sie sich eine kleine Pause gönnen konnte. Inzwischen hatte sie jedoch deutlich mehr Ausdauer, was Bälle und andere Feierlichkeiten anging.
    • Arcadia Windsor

      Der junge Mann schien den kleinen Streit zwischen ihnen nicht mitbekommen zu haben. Einerseits war sie froh darüber, dass er die giftigen Worte der Adelsjungen nicht gehört hatte, andererseits bedauerlich, da er nicht wusste, dass sie auf seiner Seite stand und ihm beistehen wollte. Doch das spielte keine Rolle, solange es ihm gut ging und ihm kein Schaden zugefügt worden ist, zumindest physisch. Doch allein blieben sie nicht, da Arcadia hören konnte, wie sich Zuschauer zu ihnen gesellt haben. Arcadia wusste nicht wieso, doch alle schienen ihre Intention missverstanden zu haben. Sie konnte nicht anders als zuzulassen, dass Panik in ihr hochstieg. Keineswegs wollte sie sich als jemand geben, die andere diskriminierte oder gar schlug. Zum einen, weil dies schlichtweg nicht der Wahrheit entsprach, aber auch weil es ihr Ansehen schaden würde. Auch wenn Gerüchte nur Gerüchte waren, behielten sie dennoch ihre Macht und man konnte davon erheblichen Schaden davontragen. Da spielte die Wahrheit keine Rolle, viel mehr der Spaß daran jemanden zu degradieren. Und Arcadia war jemand, der viel zu verlieren hatte. Man würde sich die Mäuler darüber aufreißen. Und auch wenn sie wusste, dass sie nichts Falsches getan hatte, trafen sie die Wörter mehr, als sie es sich zugestehen wollte. Man machte ihr wieder einmal klar, welche Last sie auf sich hatte. Die Verlobte des Prinzen und nicht Arcadia Windsor. Es frustrierte sie, frustrierte sie so sehr…„Ich habe nichts gemacht. Im Gegenteil, im habe ihm beigestanden“, versuchte sie sich zu verteidigen, doch die Frauen wollen von all dem nichts hören. Und dann mischte sich ein Mädchen ein, bildschön, als wäre sie aus einem Märchen entsprungen, beschuldigte sie ebenfalls, obwohl sie nicht nach jemand aussah, als würde sie etwas Böses wollen. Arcadia irrte sich anscheinend. Als sie dann aber dann noch ihre Stimme erhob, besonnte sich Arcadia und wurde langsam wütend. Wütend auf die Zuschauer, die nichts besseres zu tun hatten als zu kommentieren anstatt selbst einzugreifen und auf das Mädchen, welches sich die Freiheit nahm Arcadia noch mehr ins schlechte Licht stehen zu lassen. „Fräulein, macht Ihr Eure Augen wirklich auf. Sieht mein Handgriff danach aus, als würde ich ihn verletzen? Hat er sich gewehrt oder ein Laut von ihm gegeben?“, fragte Arcadia sie mit einem strengen Unterton, während sie ihre Hand wegschob. „Ihr seht in welchem Zustand er sich befindet, denkt Ihr es beruhigt ihn, wenn noch mehr Menschen bei ihm sind, während er so eingeschüchtert ist?“, fragte Arcadia sie weiter, die sie verunsichert anblickte. „Doch die Damen haben gesa-“ „Ach, und Ihr glaubt ihnen auch, wenn sie sagen, sie haben Gott höchstpersönlich gesehen? Glaubt nicht alles, was andere von sich geben. Beurteilt nur das, was Ihr gesehen habt und den Hintergrund dazu. Habt ihr gehört oder gesehen, wie ich ihm geschadet habe, hm?“ Man konnte aus Arcadias Stimme definitiv den Ärger heraushören. Um den Burschen nicht einzuschüchtern, stand sie auf und wandte sich von ihm ab, wandte sich stattdessen den Burschen zu. „Die einzigen, die hier etwas angestellt haben, sind die hier. Diskriminiert einen Mitstudenten nur auf Basis eines Gerüchts und ohne guten Grund.“ Kurz blieben sie still, doch einem schien etwas einzuleuchten, denn er fing an zu lächeln. „Was redet Ihr dort? Ihr habt uns doch hierher geführt und das Schauspiel angefangen. Er sei ein Sklave, der den Adel in den Schmutz zieht, jemand armseliges und nicht mehr Wert als Dreck.“ Empört öffnete sie ihren Mund. „Wie bitte?“ Innerlich fluchte sie die Burschen aus. Schon in diesem Moment herrschte eine negative Stimmung, die auf Arcadia gerichtet war und mithilfe dieser Aussage, wurde dies nicht besser. „Ich weiß nicht aus welcher Familie ihr kommt, doch zu lügen und mir Schaden zuzufügen, wird für Euch nicht ansehnlich sein.“ Nun meldete sich die andere Frau, die Arcadia mitunter beschuldigt hatte. „Herrje, da möchte jemand die Taten aufdecken, zurecht und wird von der zukünftigen Königin bedroht. Was wird wohl aus dem Königreich werden?“ Arcadia ballte ihre Hände. Die Situation sah nicht gut für sie aus.


      Casimir Atros

      Zustimmend nickte der junge Prinz. In der Tat war es keine große Leistung mehr gesunden Menschenverstand zu besitzen, als seinen Halbbruder. Er kannte nur zu gut, wie er sein konnte, da er schon mehrere Male die Gelegenheit dazu gehabt hatte ihn in Aktion zu erleben. Auch in der Hinsicht, wie sie Dinge handelten und auf andere zugehen, waren beide junge Männer sehr verschieden. Doch auch wenn sich einige Adelige sich zu Casimir gestellt hatten, war es im Vergleich zu Kyvernitis nicht sonderlich viel. Auch seine Gefolgten lagen ihm immer nahe, dass er den gleichen Weg wie sein Halbbruder , doch bisher hatte er sich gewehrt. Nicht so vehement wie zuvor, doch er zeigte noch Ablehnung.
      Auf Alabasters Aussage und Frage zugleich, konnte Casimir nur stumm nicken. Ja auch er hatte die starren Regeln satt und die Machtgier der Adeligen. Nach seiner Ansicht besaßen sie viel zu viel Macht und sie wurden nicht rechtens vor Gericht gestellt. Es wurde zu viel vertuscht und unter den Teppich gekehrt. Auch fand er, dass nicht genug für die Bürger getan werden. Sie besaßen nicht genügen Rechte, obwohl es ihnen zugestehen sollte. Doch darüber konnte Casimir stundenlang diskutieren und sich darüber ärgern. „Und doch leider besitzen sie zu viel Macht, als dass man sie übertrumpfen könnte. Erst recht nicht von einem Halbblut wie mir“, wies er nochmals auf seine halb bürgerlichen Abstammung hin.



      Nikolai Montec

      Nikolai lachte leise, als sie anfing spielerisch zu schmollen. Er wusste, dass sie doch nicht tun würde, denn er wusste wie gern sie ihre Zeit mit ihm verbrachte. Wäre sehr besorgniserregend wenn nicht, nach all den Jahren die sie schon miteinander verbracht hatten. Und obwohl er wusste, dass sie es ebenso als Scherz machte, sagte er dennoch: „Ach nein, natürlich habe ich dich gern bei mir. Du bringst Ruhe mit dir, anders als jemand, den wir beide allzu gut kennen.“ Bei Arcene konnte man sich gut erholen und ausruhen. Man musste sich keine Gedanken machen mit höflichem Small Talk oder Ansehen. Nikolai war froh, dass sie nicht zu einer verwöhnten Gör aufgewachsen war, denn sonst wüsste er nicht, wie seine Beziehung zu ihr ausgesehen hätte. Wahrscheinlich hätte er sich nicht mit ihr befreunden wollen, als sie sich im Kindesalter getroffen haben. „Wie gefällt es dir bisher hier? Genau, wie du es dir vorgestellt hast?“, fragte er nach ihrem Empfindung der Akademie gegenüber, wissend, dass sie noch nicht den schulischen Alltag erlebt haben. Doch einen ersten Eindruck sollte man bisher schon gemacht haben.
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    • Xenon Stanish
      Es verwirrte den ehemaligen Sklaven, als noch mehr Menschen zur Szene dazu kamen und obwohl er sich nicht sicher war, was hier eigentlich vor ging, wunderte er sich. Die Frau mit dem braunen Haar hatte ihn nicht geschlagen, oder? Er war sich auch recht sicher, dass sie nicht da war, als er diesen giftigen Worten ausgesetzt worden war, aber sicher konnte er sich nicht sein, ihm fehlte es schlicht und einfach an den Glauben an sich selbst. Wenn man ihm nur überzeugend genug erklärte, dass er geschlagen wurde, würde er sogar das glauben. Wer war er schon, dass er seine Stimme gegen den Adel erheben durfte?
      Obwohl er sich sicher war, dass die Fremde ihn nicht geschlagen hatte, wagte er es nicht, den Mund aufzumachen und richtete stattdessen seinen Blick zu Boden, Augenkontakt mit jedermann vermeidend.

      Arcene Windsor
      „Wenigstens kann sie sich verteidigen.“, seufzte Arcene und murmelte diesen Satz leise vor sich hin, als Nikolai seine Schwester erwähnte. Dennoch hörte sie es gerne, dass ihr Kindheitsfreund sie gerne bei sich hatte. Mit einem belustigten Lächeln auf den Lippen erinnerte sie sich an die Zeit, als sie und Arcadia um die Aufmerksamkeit des Jungen gestritten hatten. Die Zwillinge hatten nicht viele Freunde, versuchten die meisten doch nur sich aufgrund des Ranges der Mädchen einzuschleimen und vor allem männlichen Besuch hatte der Vater der beiden kaum erlaubt. Es war nichts weiter als eine kindische Phase, welche sich jedoch schon bald gelegt hatte, so dass die drei Kinder gemeinsam hatten spielen und ihre Zeit verbringen können.
      „Hm? Nun... das Gebäude ist deutlich größer und prunkvoller, als ich es erwartet hätte.“, gab sie nachdenklich von sich und fragte sich im nächsten Moment, was sie eigentlich damit meinte. Selbstverständlich würde eine Akademie für Adelige gut ausgestattet sein, was hatte sie den erwartet? Und es war ja auch nicht so, als wäre alleine ihr Anwesen nicht schon deutlich luxuriöser eingerichtet.
      „Was ist mit dir? Du scheinst dir ja noch keine Freunde gemacht zu haben.“, neckte sie ihn etwas. Solche Späße erlaubte sich Arcene aber tatsächlich nur bei jenen, denen sie nahe stand, dafür war sie viel zu gut erzogen worden.

      Alabaster Plava
      „Wie Bescheiden du doch bist.“, seufzte Alabaster, welcher durchaus den Glauben besitzt, dass wenn es einer schaffen könnte, es Casimir war, und schüttelte dabei den Kopf, „Viele würden dich unterstützen, wenn du es nur ernst meinen würdest. Vor allem wenn du deine Überlegenheit in politischen Angelegenheiten zur Schau stellen könntest. Was du bräuchtest, wäre eine Chance von deinem Vater, dich zu beweisen... aber ich nehme da viel zu viel vor. Wenn du nicht bereit wärst auf dem Thron zu sitzen, kann niemand etwas daran ändern. Wirklich eine Schande. Sei dir aber sicher, dass die Plava Gesellschaft dich unterstützen würde.“, zuckte er mit den Achseln, während Alabaster den letzten Satz nur flüsterte, da man nicht wissen konnte, wessen Ohren sich alles in der Nähe befanden. Es war gefährlich seine Unterstützung jemandem auszusprechen, der nicht der Kronprinz war. Dennoch war es seine persönliche Überzeugung, dass das Land leiden würde, wenn Kyvernitis diese Krone auf seinem Haupt tragen würde.
      „Unterhalten wir uns doch lieber über etwas schönes.“, wechselte der Händler lieber das Thema, da er nicht länger darauf herumkauen wollte.