✟ Summon and tame me [ Sachiko & Rheira ] ✟

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    • ℓєσηι∂αѕ


      Die Flure waren um diese Zeit wie ausgestorben, was nicht etwa daran lag, dass alle Schüler brav in ihren Betten lagen, sondern viel mehr daran, dass sie irgendwelche krassen Partys feierten, auf die Menschen wie Leonidas nie eingeladen wurden. Außer man hätte einen Kellner gesucht, eine Putzfrau für danach oder jemanden, den man einfach aus Spaß mit faulen Eiern bewerfen konnte. Da keine dieser Optionen heute besonders verlockend klang für den hochgewachsenen jungen Mann, hatte er sich einen anderen Plan ausgedacht. Es wirkte schon seltsam, wenn ein Kerl seiner Größe, noch dazu mit nicht zu verachtenden Muskeln, ein weißes Kaninchen auf dem Arm trug und so schaute, als würde er gleich eine Bombe zünden. "Piffi, ich sage dir, das ist mein voller Ernst. Ich habe diese Erdbeerwaffel echt satt." Das kleine Langohr kicherte. "Wie ich sehe, wirkt der Fluch immernoch, den dir Samuel aufgehalst hat. Konntest du ihn noch nicht brechen?" Leon zog die Mundwinkel nach unten. "Na offensichtlich nicht, Fräulein Neunmalklug. Ich kriege einfach nicht raus, wie er das gemacht hat. Und lösen kann ich den nur selbst, alle anderen haben es schon versucht. Nicht dass ich viel Auswahl an Helfern hätte- Windbeutel, das alles." Es war so ungefähr das erniedrigendste, was Leon in den letzten Monaten über sich ergehen lassen musste. Wieder einmal hatte er dem Starschüler, dem goldenen Engel der Goldklasse, der eine Schar von Schülern aus der Gold- und Silberklasse um sich herum hatte, die Schuhe küssen müssen. Und das war wörtlich zu verstehen. Jedes Mal forderte ihn dieser arrogante Wichser zu einem Duell heraus, jedes Mal verlor Leon und jedes Mal wurde seine Bestrafung schlimmer. Bisher hatte das den jungen Magier nie davon abgehalten, es noch einmal zu versuchen, aber seit jedes Wort wie Scheiße, verfickt, Mist oder ähnliches nur noch als absolut hirnbefreiter Wortsalat aus Backwaren aus seinem Mund kam, hatte er die Schnauze endgültig voll. Es brauchte keinen Samuel um ihm zu zeigen, dass er nichts wert war, das wusste er sowieso schon. Pivona räkelte sich auf seinem Arm hin und her. "Was genau machen wir hier eigentlich? Ist das hier nicht die verbotene Sektion? Nur Magier mit der Sicherheitsfreigabe für Stufe 10 Schattenmagie dürfen hier rein und du bist Stufe 1." Das verdammte Karnickel hatte Recht. Natürlich war das hier ohne Frage eine dumme, riskante und wahrscheinlich lebensgefährliche Idee, aber es war die einzige Chance, um aus diesem Elend auszubrechen. "Ich beschwöre mir einen Gefährten, einen Begleiter. Wenn ich es schaffe, irgendein ansatzweise cooles Viech zu kriegen, steige ich vielleicht auf." Inzwischen hatte er den Raum erreicht, den er finden wollte. Weit hinter den letzten Regalreihen der Bibliothek, die sonst schon kaum Schüler betraten, befand sind eine Art magischer Tresor. Leonidas war als kleiner Junge oft mit seinem Vater in dessen Nähe gewesen, weil nur seine Eltern und der Rat der Unantastbaren, der ranghöchsten Magier, Zugang zu dem Wissen hatten, was hinter der schweren Eisentür verborgen lag. Zum Glück wusste Leon aber auch, dass es sein Blut war, das es schaffte, den Tresorraum zu öffnen. So sehr sein Vater ihn auch hasste, aber ihre Verwandtschaft konnte er nicht leugnen. Er stach sich mit einer großen Goldnadel, die er später noch brauchen würde, in den Finger und zeichnete die passende Rune auf den ovalen Bergkristall in der Mitte der Tür. Es brauchte nicht viel eigene Magie, um die Blutmagie zu aktivieren, die die Tür verschlossen hielt, und so begannen die Zahnräder, die zu hunderten die Tür bildeten, ihr rhythmisches Surren und Rattern, bis sich endlich der Weg ins Innere öffnete. "Du bliebst hier Piff. Wahrscheinlich zerfetzt dich sonst der Schutzzauber. Wünsch mir Glück." Ohne auf die Antwort seiner pelzigen Begleiterin abzuwarten, setzte er sie auf den Boden und verschwand in den Tresorraum. Dessen Wände waren mit Fackeln des ewigen Feuers erleuchtet, gezündet aus den Flammen der Hölle, die ewig brennen würden bis der letzte Dämon sein Königreich verlassen hatte. Leon blickte sich um. Es gab nur wenige Regale, einige in die Wand eingelassene Fächer und... ah. Sein Zielobjekt, das große Grimoire, das gemeinschaftlich von Generationen von Zauberern angelegt worden war. Der schwere, vernarbte Ledereinband sah aus, als wäre er aus Menschenhaut gemacht und selbst wenn es so war, gab es nichts, was Leon gerade egaler gewesen wäre. Ungeduldig schnappte er sich den dicken Wälzer, warf seinen Rucksack auf den Boden, der dabei klirrte und schepperte, und begann zu blättern. Die Rituale und Zauber umfassten so ziemlich jeden menschlichen Abgrund, den man sich hätte vorstellen können. Wie man einen Sexsklaven schuf, wie man Menschen dazu brachte, ihre Liebsten zu töten, wie man die Todsünden auf die Welt losließ, wie man biblische Plagen beschwor, Rezepte zur Zubereitung Minderjähriger für Eintöpfe. Okay, das war es nicht, wonach der Brünette gesucht hatte. "Irgendwo muss es doch... komm schon..." Er überflog mit fahrigem Blick jede Seite nach etwas, das er gebrauchen konnte. Als er fast am Ende angekommen war, stach ihm eine beinahe leere Seite ins Auge, die er sich genauer ansehen wollte. "Dein sehnlichster Wunsch." Es gab nicht viel mehr Text, als diesen. Darunter stand eine Liste mit Zutaten, von denen Leon schätzt, er hatte die meisten tatsächlich eingesteckt und ein paar andere Dinge befanden sich hier mit ihm in der Schatzkammer des Bösen. Die Anleitung war merkwürdig kurz und es gab nur eine Anmerkung an der Seite. Siehe, was du begehrst. Sähe Chaos. Ernte die Früchte des Zorns. "Was auch immer das heißen soll." Der junge Magier hatte keine Ahnung, was er da eigentlich herbeizaubern würde, aber da das so ziemlich das letzte Kaitel des übermächtigsten Zaubereibuchs war, das er kannte, würde es sowieso in die Hose gehen. "Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt." Er wollte, dass die Schikane ein Ende hatte- Er wollte seine Hände nicht mehr brennen sehen, weil er sich mit seiner Feuermagie verschätzte. Er wollte weder Schuhe küssen, noch als Fußbank benutzt werden. Es war an der Zeit dafür, dass sich Dinge änderten.
      Vor ihm stand nun sein schlichter, schwarzer Kessel aufgebaut, in ihm alle natürliche Zutaten, die er mitgebracht hatte, darum aufgestellt die Kristalle und Objekte, die ihm das Buch vorgab. Leon atmete tief ein und musste zu seiner Schande gestehen, dass sein Herz wie wild in seiner Brust hämmerte. Er hatte schlicht Angst, wieder zu versagen. "De profundis in lucem, realis ostende mihi faciem tuam - mea est chao." Mit beiden Händen umfasst er den Kessel und entzündete das Feuer, um den Zauber zu beginnen. Die Flammen wurden kühl, kühler als die Raumluft und loderten bis zu seinen Ellenbogen hoch. Leonidas blickte verzweifelt auf den Kessel. "oh nein, das ist nicht gut, das ist gar nicht gut..."

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      "Hey [ Name nicht verständlich ]....was würdest du tun, wenn du ein Mensch werden würdest?"
      "Ich würde mit dir gemeinsam sterben."

      Die Dämonenwelt kann man sich wie eine düstere Unterwelt vorstellen, der Himmel hat kein sattes Blau, sondern ein dunkles Rot und die Wattewolken sind nicht weiß, sondern schwarz. Es herrscht kein Sonnenlicht, aber ist nie so finster das man nichts erkennen würde. Die Rangverhältnisse der Lebewesen sind nie viel anders als bei den Menschen: Gefressen und gefressen werden. Vertraue und du bist tot. Nur wer wahre Stärke erlangt, kann in einer Welt voller Egoisten überleben. Eigentlich nicht viel anders als auf der Erde, nicht wahr?
      Der Unterschied liegt höchstens im Aussehen der Wesen, aber es gibt so viele Dämonen die sich hinter einem schönen Gesicht verstecken. Um Chaos ranken sich unendliche Geschichten, aber die wohl bekannteste ist die über seine Macht und darüber, dass es bislang nur einen Magier gab, der es jemals geschafft hatte ihn zu beschwören. Chaos ist kein Beschwörungswesen, im Gegenteil. Er zählt zu den mächtigsten Kreaturen der Dämonenwelt, zählt zu den Wesen, welche diesen Ort niemals verlassen und wird als Verkörperung aller Unruhen in der Menschenwelt verkörpert. Wie man Ifrit dem Feuer und den Bränden in der Menschenwelt zuschreibt, schreibt man ihm sämtliches unerklärbares Chaos in der Menschenwelt zu. Das es verboten ist Dämonen zu beschwören, bringt man den kleinen Magiern schon von Kinderschuhen bei und doch hatte es ein waghalsiger Idiot geschafft ihn zu rufen. Es kursieren unendliche Auslegungen dieser Geschichte. In einer Version habe es der Magier nicht geschafft ihn in der Welt zu halten, in einer anderen tötet Chaos seinen Meister und in einer anderen hatte es der Magier geschafft den Namen des Dämonen herauszufinden und somit die Macht über ihn erlangt, keine Version war die Richtige und die Wahrheit würde Chaos auf ewig in sich verborgen tragen. Was es mit dem wahren Namen auf sich hat? Ein jeder Dämon trägt einen echten Namen neben der Bezeichnung, welche ihm gegeben wurde. Allerdings ist kein Dämon so dumm und gibt diesen Namen einem Menschen Preis, vor allem keinem Magier. Besitzt man den Namen eines Dämon kann man ihn bändigen und zähmen, sich gefügig machen und das ist selbst für einen hochrangigen Dämon gleichbedeutend mit einem Todesurteil. Ja, sein erster und einziger Meister kannte seinen Namen. Das einzige Wesen, ob Mensch oder Dämon, dem Chaos seinen Namen freiwillig verraten hatte und es keine Sekunde bereut hatte.

      Für gewöhnlich werden Elementargeister beschworen, niedere Dämonen (wenn man schon die Regeln brechen will) oder mit ganz viel Talent Feenwesen, aber einen hochrangigen Dämonen zu beschwören, haben viele versucht und sind kläglich gescheitert.
      Zu erwarten noch einmal einen Fuß in die Menschenwelt zu setzen, hatte der junge Mann mit dem aschblonden Haar nun wirklich nicht. Doch auch nach all den Jahrhunderten die vergangen waren, hatte er diesen Geruch nicht vergessen. Die Luft um ihn herum schien förmlich zu gefrieren, der Bannkreis leuchtete in einem Blutrot und die Bücher, welche zuvor noch in den Regalen standen, flogen durch die Luft, einige sogar durch die Scheibe und draußen schlugen Blitze in den Boden. Diese Beschwörung war waghalsig und kostete Mana, welches selbst ein hochrangiger Magier niemals aufbringen konnte und doch wurde Chaos beschworen. Inmitten des blutroten Bannkreises leuchteten die saphirblauen Augen in der Dunkelheit auf, während der Kessel im Hintergrund explodierte und die Kristalle zersprangen und wie glitzernder Feenstaub in der Luft tanzte. Eines der Bücherregale hatte Feuer gefangen und umringten denn Bannkreis, während der Dämon in die Augen des Magiers blickte, der ihn beschworen hatte.


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    • ℓєσηι∂αѕ

      Leon versuchte, seine Hände von dem Kessel zu lösen, bevor es zu spät war und ihm das ganze Ding - wie so oft- um die Ohren flog. Zu seinem Leidwesen schienen sie allerdings wie festgebrannt, obwohl sie inzwischen vor Eiseskälte krampften. Nacheinander zersprang jeder einzelne Kristall, den er aufgestellt hatte, viel mehr noch: sie wurden in der Luft zu Staub zermahlen. Jedes Atom in diesem Raum schien vor Angst zu schreien vor dem, was jetzt im Bannkreis vor dem jungen Mann stand und ihn bedrohlich mit seinen eisblauen Augen anstarrte. "Heiliges Tortellini! Was für eine verkekste Birne ist das hier!?" Die kostbaren Schätzer der magischen Welt, die über so viele Jahrhunderte gesammelt worden waren und wahrscheinlich mit keinem Reichtum dieser Welt zu bezahlen sein würden, bekamen ein Eigenleben, wenn sie nicht direkt hoffnungslos zerstört wurden. Endlich gelang es Leon, seine Hände loszureißen und er stolperte erschrocken einen Schritt rückwärts. Er hatte keine Ahnung, wer da vor ihm stand, nur, dass er wahrscheinlich gerade sein Todesurteil unterschrieben hatte und nicht einmal wusste, wie er das angestellt hatte. Die Flammen, die er zuvor selbst beschworen hatte, gerieten völlig außer Kontrolle und fraßen sich ihren Weg durch die Regale, durch Holzsplitter und Papier. "Wer... wer bist du?", fragte Leonidas vorsichtig. Es war kaum möglich, dem Wesen in die Augen zu sehen, so viel Macht strahlte ihm entgegen. Im Gegensatz zu sämtlichen anderen Zaubern, die er je gesprochen hatte, fühlte sich dieser hier allerdings nicht einmal anstrengend an. Ganz im Gegenteil - Leon spürte ein mikroskopisches Kribbeln in jeder Faser seines Körpers, wie eine geheime Resonanz die bisher noch kein Lebewesen der Welt aus ihm herausgekitzelt hätte. Jetzt, da er eine Sekunde darüber nachdachte, hatte er ja den Dämon, oder was auch immer der Typ war, beschworen und falls er nicht gleich sowieso mit einem Wimpernschlag ausgemerzt wurde, konnte er auch versuchen, einen Handel herauszuschlagen. "Dämon, ich habe dich gerufen. Ich will einen Pakt mit dir. Sei mein Begleiter und verhilf mir zu Rache. Egal, was es mich kostet." Seine stahlgrauen Augen hatten wieder Mut gefasst und hafteten nun selbstbewusst auf dem mysteriösen Wesen, dessen reine Existenz die Grenzen der Realität zu verschieben schien. Bestimmt war der Dämon kein schlechter Begleiter, vorausgesetzt Leon lebte lange genug, um das auch noch beurteilen zu können. Doch lieber starb er jetzt, aufrecht und voller Kampfeslust, als kniend im Dreck anderer Leute zu leben, so wie bisher. "Ich bin nur ein kleiner Fisch in einer Welt voller Haie, aber ich will mehr sein als das, ich will sie alle mit mir in den Abgrund reißen.", presste er zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. "Was sagst du?"

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    • Die Feuerfunken tanzten im Raum umher, wie kleine Feen und umringten den Dämon, welcher noch immer inmitten des blutroten Pentagramm stand, während um ihn herum die Flammen inzwischen fast die Zimmerdecke erreicht hatten. Man hörte lautes Poltern von Draußen, offenbar machte man sich erst jetzt die Mühe nachzusehen was überhaupt los war. Chaos starrte den jungen Mann vor sich schweigend an, erhob die Hand und brachte mit einer einzigen Bewegung seines Armes nach unten die Flammen zum Erlöschen. Die Bücher welche zuvor noch umher flogen krachten auf den Boden und auch das Gewitter draußen verstummte. Die verbotene Bibliothek war ein einziges Durcheinander und nicht mehr zu retten. Wenn man Glück hatte, hatten vielleicht ein oder zwei Bücher überlebt. Eines dieser Bücher war das dicke Grimoire aus welchem Chaos beschworen wurde. Sein Blick wanderte zu dem Boden, ehe er es aufhob. Das Buch gehörte seinem ehemaligen Meister. Chaos erinnerte sich noch gut daran wie er mit Tinte und Feder darin geschrieben hatte. Wie viel Zeit war wohl bereits vergangen? Der Einband war neu, solch ein komisches Design hätte sein Meister nie gewählt. Chaos machte sich nicht die Mühe dem Gestammel des Magiers zuzuhören. Was war das überhaupt für ein mickriger Kerl? Erst als dieser plötzlich seine Stimme wiederfand und ihn zu einem Pakt aufforderte, sah ihn der aschblonde Dämon direkt an. Zuerst fragte er ihn wer er war und nun wollte er einen Pakt? Hatte er überhaupt eine Ahnung wen er hier beschworen hatte? Wie zur Hölle hatte der Junge das gemacht? Chaos betrachtete den jungen Magier vor sich genauer. Er hatte unfassbar viel Mana....
      Das war doch ein Witz....
      Und doch war es tatsächlich dieser Knirps, der ihn beschworen hatte. Ein Kind! Ein wenig zweifelte Chaos ja nun an seinem eigenen Ego.
      "Du willst Rache?", waren die ersten Worte, die der Dämon an ihn richtete und aus dem Bannkreis trat. "Sag mir erst wie du vor hast Rache zu nehmen? Wie gedenkst du die Leute um dich in den Abgrund zu reißen? Willst du Macht, den Tod, simple Genugtuung?"


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      Die Stimme des Dämons war für Leonidas ungreifbar. Sie changierte zwischen samtig-schmeichelnd und tödlich-gefährlich, aber der junge Mann hatte seine Wahl getroffen. Es war seine letzte Chance, dieses Wesen um Hilfe zu bitten. Wenn der ihn nicht tötete, dann spätestens die aufgebrachte Meute, die sich langsam der verbotenen Bibliothek näherte. "Der Tod ist viel zu einfach, zu gnädig. Eine simple Genugtuung wäre mir auch nicht genug." Das zerzauste Haar, das sein Gesicht umrahmte, ließ den Magier noch jünger wirken, als seine feinen Gesichtszüge. "Ich möchte, dass sie es anfangs gar nicht bemerken. Es wird in kleinen Schritten passieren, kaum merklich, dass ich ihnen immer ein Stück voraus bin. Und ganz allmählich, im Laufe der Zeit, werden sie feststellen, dass sich etwas geändert hat. Natürlich begreifen sie nicht direkt, was vor sich geht, vielleicht glauben sie an eine Pechsträhne. Aber nach und nach, wenn ich immer mehr kleine Siege errungen habe, werden sie an sich zweifeln und das erste Mal in ihrem Leben nicht mehr daran glauben, dass sie unbesiegbar sind. Es wird sie zerfressen, dass ihr Status nicht unanfechtbar ist, und genau so wie ich mein ganzes Leben lang damit leben musste, nicht mehr als Mittelmaß zu sein, werden sie in die Bedeutungslosigkeit abrutschen. Das ist die Art von Rache, die ich wünsche. Erst dann, wenn meine Feinde vor mir stehen und mich anflehen, in meiner Schuld stehen zu dürfen, dann habe ich mein Ziel erreicht." Leon straffte seine Körperhaltung und sah dem Dämon, der eigentlich viel eher wie ein äußerst schöner Mann aussah, ins Gesicht. "Töte mich oder gehe den Handel mit mir ein, eine andere Wahl bedeutet mir nichts." Alleine dass der Dämon alleine den Bannkreis verlassen hatte, sprach schon Bände über seine immense Macht. Wie auch immer es Leon geschafft hatte, ihn zu beschwören - es war wohl gleichzeitig das beeindruckendste, als auch das dümmste, was er je getan hatte.
      Von Seiten Tür näherten sich eine Menge Stimmen und es war klar, dass es nur noch wenige Augenblicke dauern würde, bis ein heilloses Chaos über die Akademie brach, wenn bekannt wurde, dass der nutzlose Sohn des Direktors die verbotene Bibliothek in Schutt und Asche gelegt hatte. Leon war sich nicht sicher, aber vermutlich kam er nicht so einfach damit davon, sondern würde sich ernsthaft damit auseinander setzen müssen, ob man ihn für diese Schandtat hinrichtete. Nun, wenn es so war, hatte er immerhin sein Bestes gegeben. Dass er dabei kein Glück hatte, war einfach seinem Leben zuzuschreiben, er hatte niemals Glück mit irgendwas.


    • Er war aus dem Bannkreis mit solch einer Leichtigkeit getreten, als wäre es simpler Dreck auf dem ohnehin unfassbar staubigen Boden dieser Bibliothek. Selbstverständlich war er sich darüber im Klaren, dass dies wohl auch unter Dämonen eine große Sache war, aber er hatte nie verstanden was genau an Bannkreisen die Dämonen vom Betreten der Menschenwelt abhielt. Vielleicht lag es einfach daran, dass diese noch nie eine Wirkung auf ihn hatten. Es gab nur eine Möglichkeit, um einen so mächtigen Dämonen wie Chaos gefügig zu machen und das war der Untergang für jeden Dämon, egal welchen Rang er besaß: die Verkündung des wahren Namen. Chaos hatte sich geschworen, dass sein verstorbener Meister der letzte und einzige war, der diesen jemals zu hören bekam. Man hörte wütendes Poltern von Draußen, offenbar machte man sich erst jetzt die Mühe nachzusehen. Menschen waren so unfassbar langsam. Chaos wusste nicht, ob ihn dies nun ermüden oder erheitern sollte. Sein Menschlein hatte offenbar ordentlich Selbstbewusstsein getankt und war vor ihn getreten, um ihm zu verkünden, was genau er von der Welt hier hielt. Amüsant. Zuvor hatte er noch auf dem Boden gekauert und nun wollte er Rache an der Welt und ihren Schandtaten? Chaos nahm sich einen Moment, um den jungen Mann genauer anzusehen. Ein Magier ohne Zweifel, sich wohl seiner eigenen Macht nicht bewusst und er wirkte so schrecklich jung. Es kratzte ja immer noch ein wenig am Ego des Aschblonden, dass ihn ein Kind beschworen hatte. Nun er würde ihn einfach als Wunderkind erachten, wie sein Meister eines war, damit konnte er leben. Dieses zarte Gesicht des Fremden war gepaart mit zwei schimmernden Augen, welche glänzten wie Juwelen und umrandet von weichem Haar, so lang wie das einer schönen Frau. Er war schön, dass musste auch Chaos zugeben. Als er näher an ihn herangetreten war, bemerkte er, dass er gar nicht so viel kleiner war als er. Ziemlich sanft für einen Dämonen hob er das Kinn des Magiers mit seinen schlanken Fingern an, darauf bedacht ihm mit den langen Nägeln nicht zu verletzen - noch nicht. "Ich schließe keinen Pakt mit dir, aber ich werde dir helfen. Solange du für meine Erheiterung sorgst." sein Blick wanderte zur Tür. "Ich denke du solltest schleunigst verschwinden, sonst töte nicht ich dich, sondern ein wütender Mob. Das wäre ein lächerlicher Abgang, nach dem du mich beschworen hast." Chaos trat dann einen Schritt nach vorn und verschwand in einer Art schimmernden Funkeln.


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      Er war weg! Der Dämon hatte sich wie eine übergroße Fee in Luft und Glitzerstaub aufgelöst. Leon war so fassungslos, dass er fast vergaß, sich aus dem Staub zu machen. Als es jedoch nervös an der Tür kratzte, fiel ihm wieder ein, was gerade da draußen vor sich ging. "Piffi, lauf! Wir sehen uns in der Eingangshalle!", rief er nach draußen. Es gab zwar nur einen Weg in die verbotene Bibliothek hinein, aber mehr als einen Weg nach draußen. Sofern man einmal drinnen war, gab es die Möglichkeit, verborgene Tunnel zu nutzen (die wahrscheinlich schon von einem wütenden Mob durchsucht wurden), oder ein Portal zu öffnen. Der junge Magier war nicht besonders gut darin, sich mit Portalen auch tatsächlich auch an den richtigen Ort zu transportieren, aber so lange er wenigstens nah an der Akademie war, sollte es ihm Recht sein. Blitzschnell zückte er aus seiner Hosentasche, die Dank des Dämons nun höllisch glitzerte, einen Transportspiegel. In der anderen Tasche war noch seine goldene Nadel, von der er gewusst hatte, er würde sie brauchen. Ohne mit der Wimper zu zucken, piekte er sich in den Zeigefinger und ließ einen großen Tropfen Blut auf die Rückseite des Spiegels tropfen, die mit zahlreichen Runen graviert war. Warum auch immer es klappt, aber das Einzige, was Leonidas halbwegs zuverlässig beherrschte, war Blutmagie, um seine Ziele zu erreichen. Der Spiegel glühte weiß auf, während seine Oberfläche Wellen schlug, als sei sie aus Wasser. Leon dachte fest an sein Zimmer im Turm des Südflügels. "Ad alia loca." Es reichte, an den Ort zu denken, an den man reisen wollte, um die Magie des Spiegels zu nutzen. Leon griff noch schnell nach allem, was Rückschlüsse auf ihn zulassen würde und tauchte dann, mit dem Finger voran, in den Spiegel ein. Für Außenstehende war es immer ein ulkiges Bild, wenn ein groß gewachsener Mann zusammenschrumpfte bis er nur noch mit einer Feldmaus mithalten konnte, um dann inklusive seines Transportspiegels in einer Lichtkugel zu verpuffen. Sicher gab es elegantere Lösungen, aber dieses kleine, handliche Ding war das Einzige, das Leon so weit im Zaum hatte, dass er nicht aus Versehen wieder in der Wüste Gobi endete.

      Stunden später, als längst die Stille über der Akademie eingekehrt war, lag er mit offenen Augen in seinem Bett und starrte an die Decke. Es war für ihn unbegreiflich, was genau in der verbotenen Bibliothek geschehen war, aber immerhin hatte der Dämon gesagt, er würde ihm helfen. "Kein Begleiter, aber tot bin ich auch nicht... bin mal gespannt, was das werden soll." Auf seinem nackten Oberkörper ruhte Pivona, die es inzwischen leid geworden war, ihn auszuschimpfen. Mit einer Hand voll Karotten konnte man sie ohnehin jedes Mal ruhigstellen. Leon versuchte, sich an jedes Detail des hübschen Wesens zu erinnern, das er gerufen hatte. Sollten Dämonen nicht eigentlich furchterregend aussehen? Gefährlich? Die Augen dieses Kerls waren zwar wirklich durchdringend gewesen und sein Erscheinen war bestimmt noch kilometerweit entfernt zu spüren gewesen, aber böse hatte er nicht ausgesehen. Wozu er wohl im Stande war? "Wer weiß.." Irgendwann würde er wieder auftauchen und dann würde Leon versuchen, mehr über ihn herauszufinden.


    • Das Besondere an der Menschenwelt waren ja die Sonnenaufgänge. Während in der Dämonenwelt die Lichtverhältnisse meistens gleich blieben, also entweder trüb bis komplett dunkel, war das Lichtspiel in dieser Welt etwas Außergewöhnliches. Es hatte schon seine Gründe, weshalb es Dämonen in die Menschenwelt zog. Zum einen war das Leben deutlich aufregender, die Genussmittel spannender, Menschen einfach potenzielle Opfer und man musste sich nicht Sorgen machen in der Nacht plötzlich auf einem Grill zu landen oder irgendeiner ätzenden Audienz beim aktuellen Dämonenkönig beizuwohnen. Der aktuelle König ist im Übrigen ein Depp, das mal nur nebenbei. Nun zumindest hatte diese Zeitepoche keinen König und es gab weniger Menschenopfer....nun bei den Magiern schon, aber das war ein anderes Thema und die Rituale teilweise zum Schreien komisch. Aber all das war es nicht was Chaos an dieser Welt so liebte, was er wirklich liebte, waren: Süßigkeiten!
      Ja, der mächtige Dämon der die Welt in Angst und Schrecken versetzte war eine echte Naschkatze. Er hatte die verschiedenen Schleckereien durch seinen Meister kennengelernt, welcher konstant wenn er über seinen Bücher hing etwas zum Naschen neben sich hatte. Nach all den Jahren hatte sich die Süßigkeitenindustrie aber in einem Ausmaß ausgeweitet, dass es schon komplett andere Dimensionen annahm. Chaos war so überfordert gewesen, dass er nicht einmal wusste, wo er anfangen sollte. Auf Empfehlung einer sehr reizenden Eisverkäuferin hatte, mit ordentlich Vorbau, hatte er es ihr überlassen ihm den ultimativen Eisbecher zusammen zu stellen und er staunte nicht schlecht als er den ersten Bissen davon nahm.
      Es war der Himmel!
      Durfte man das als Dämon sagen? Ach scheiß egal, es war der Himmel. Diese lockere cremige Konsistenz, das Beerenkompott, das sie ihm untergemischt hatte und die Überraschungssorte Matschaeis waren zum Niederknien. Hier saß er nun am Fensterbrett des Menschleins, das ihn beschworen hatte, welcher noch seelenruhig schlief und aß in aller Ruhe seinen Eisbecher. Wahrscheinlich würde sein Menschlein, wie hieß er noch? Ach egal, vor Schock aus dem Bett fallen, aber für diesen Auftritt hatte Chaos wenigstens den passenden Snack.
      Das Menschlein mit dem langen seidigen Haar schlief eingekuschelt in seinen weichen Bettlaken, erinnerte Chaos an eine Prinzessin aus einem Bilderbuch und auf ihm saß ein...oh ein Kaninchen - reizend. Hatte ihn wirklich dieses kleine Wesen beschworen? Die Welt hatte sich definitiv verändert.... wie lange hatte er sich bitte zurückgezogen?
      Kopf schüttelnd nahm er einen erneuten Löffel seiner Eiscreme. Mhhhhh ~ ♥


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    • ℓєσηι∂αѕ

      In der ersten Sekunde, als Leon die Augen öffnete, konnte er bereits spüren, das etwas ganz und gar nicht stimmte. In der zweiten Sekunde, bemerkte er, dass Pivona in Schockstarre in der Zimmerecke saß und am ganzen Leib zitterte. In der dritten Sekunde war ihm das bereits wieder egal. Er hasste es, früh aufzustehen. Verschlafen strich sich der junge Magier die langen Haare aus dem Gesicht, die zwar immernoch seidenweich waren, aber verworren in seine Augen hingen, und richtete sich auf. "Piffi, was hast du denn?" Aus dem Karnickel kam kein Ton heraus, also zuckte er mit den Schultern. Magische Kaninchen waren hart im Nehmen, wenn sie wieder bei Sinnen war, würde er einfach noch einmal fragen. Er streckte sich ausgiebig, gähnte und stand schließlich auf. Die letzte Nacht steckte Leon noch in den Knochen, immerhin war das Beschwörungsritual ein ganz schönes Kraftakt gewesen. "Zeit, sich fertig zu machen." Leon war kein Mensch, der morgens als Erstes aus dem Fenster sah, weil er es hasste, wenn ihn die Sonne direkt blendete. Gardinen brachten ihm allerdings auch nicht viel, weil er es ohne den Sonnenaufgang jedes Mal schaffte, mindestens eine, wenn nicht sogar zwei Stunden zu verschlafen. Völlig ahnungslos, dass auf seinem Fensterbrett ein Dämon hockte und Eis aß, ließ er also seine Unterhose fallen, die das Einzige war, was er noch am Körper trug, und ging duschen.



      Erst als er splitterfasernackt aus dem Badezimmer zurückkehrte (sein Handtuch hatte er um die Schultern gelegt, um sein langes Haar wieder trocken zu kriegen), kam er der Entdeckung seines heimlichen Beobachters näher. "Pivona jetzt mal ehrlich, du hockst ja immernoch in der Ecke.. was hast du denn bloß? Da ist doch-" Die stahlgrauen Augen des jungen Mannes folgten dem Blick seiner tierischen Begleiterin bis hin zum Fenster. Im ersten Moment wusste er nicht, ob er noch träumte, oder ob da tatsächlich dieser verflixt mächtige Dämon von gestern saß, einen Eisbecher mampfte und ihm gerade wahrscheinlich überall hin glotzte, aber nicht ins Gesicht. Leonidas grinste. "Guten Morgen, mysteriöser Fremder." Wenn er eines nicht war, dann schüchtern. Lässig schlenderte er zum Fenster und öffnete es, um seinem neuen Bekannten, Partner, oder was auch immer, den Weg frei zu machen. "Komm doch rein."



      "Ehrlich gesagt hatte ich nicht damit gerechnet, dich tatsächlich wiederzusehen. So einfach wie du aus dem Bannkreis spaziert bist, hab ich eher angenommen du lässt jetzt irgendwelche Plagen auf die Menschenwelt los." Leonidas trat einen Schritt beiseite, um den bildschönen Dämon hereinzulassen. "Achja, das in der Ecke ist Pivona. Ignoriere sie einfach, die kriegt sich wieder ein. Er spürte ganz genau, wie sich ein wütender Hoppelhasenblick in seinen Hinterkopf bohrte.
    • Die langen Beine des Dämonen hingen an der Fensterbank hinunter und keine normale Seele würde auf die Idee kommen in dieser Höhe seelenruhig einen Eisbecher zu verspeisen, aber Chaos war schließlich Chaos und warum sollte er tun was andere tun? Er hatte sich gelassen an die Wand gelehnt, das eine Bein angewinkelt auf der Fensterbank und das andere hing unten, während er in das Zimmer blickte und das schlafende Dornröschen beobachtete. Die erwartende Reaktion, dass das Menschlein mit dem Gesicht voraus auf den Boden knallte, blieb leider aus, was Chaos fast ein wenig traurig stimmte, aber die Alternative war auch nicht schlecht. So beobachtete er also den jungen Magier mit dem seidig weichen braunen Haar, welches sich so perfekt an dieses zarte Gesicht schmiegte und so gar nicht zu diesem trainierten Prachtkörper passte, der sich einfach mal komplett entkleidet hatte. Nun wirklich keine schlechte Alternative. Jetzt war er fast glücklich, dass das Menschlein nicht aus dem Bett gefallen war. Grinsend legte er den Kopf leicht schief, um einen besseren Blick auf den knackigen Hintern zu werfen, ehe der Magier hinter einer Tür verschwand. Das kleine Kaninchen starrte Chaos immer noch panisch an, während der Dämon ihr ein freches Grinsen schenkte und der Hasendame zuzwinkerte.
      Der Magier hatte sich nicht wirklich viel Zeit gelassen beim Duschen, was Chaos sehr begrüßte, er zählte nicht zu der geduldigsten Sorte. Der Brünette war splitternackt in das Zimmer zurückgekehrt und einzelne Wasserperlen bahnten sich ihren Weg an seinem trainierten Oberkörper entlang. Chaos machte kein Geheimnis daraus, dass er ihn genauer betrachtete. Schließlich musste ein Dämon ja wissen, wer sein Beschwörer war - diente also allein zu Forschungszwecken.
      Das Menschlein, welches absolut kein Schamgefühl besaß, hatte ihm dann das Fenster geöffnet und mit einer eleganten Bewegung war Chaos in den Raum getreten, warf den leider nun leeren Eisbecher aus dem Fenster und hörte aus der Ferne ein "Scheiße, was war das, mein Kopf!"
      Aaaah, ein guter Tag.
      "Ich habe doch gesagt, dass ich wiederkomme Leo...Leonhard...Berthold?" Ja, er hatte sich nicht die Mühe gemacht sich seinen Namen zu merken, wozu auch? Hätte gut sein können, dass er mit Mistgabel aufgespießt wird, wenn die Leute ihn in der Bibliothek nach dem Drama erwischt hätten. "Hast du das Buch?" Der Dämon lief interessiert durch den Raum und betrachtete das Zimmer des Menschleins.


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      Leon nahm den Aufschrei des getroffenen Menschen draußen mit einem Augenrollen zur Kenntnis. Die Stimme hörte sich verdächtig nach Bertram an, dem wohl dämlichsten Schüler, den es je in der Goldklasse gegeben hatte. Wäre er nicht stinkreich und hätte das Talent zum Tränkebrauen seiner Großmutter geerbt, wäre er nicht einmal auf die Akademie gekommen. Eine Hohlbirne wie er konnte schon mal einen Treffer einstecken. Währenddessen war Chaos eingetreten und Leonidas rubbelte sich seine Mähne trocken, die eigentlich ziemlich gut zu seinem löwenhaften Namen passte. "Knapp daneben ist auch vorbei. Ich heiße Leonidas Valkenberg." Dass der Dämon seinen Namen nicht kannte, juckte den jungen Magier eher weniger. Er konnte froh sein, dass er überhaupt wieder aufgetaucht war und an sich war Leon nunmal kein großes Licht in dieser Welt. "Das Buch liegt auf dem.Schreibtisch, bedien dich." Das ganze Zimmer, das Leon ganz für sich hatte, war vollgestopft mit Büchern aller Art, die er wild bis unter die Decke stapelte. Ab und zu hing an der Wand der ein oder andere Bannkreis, mit dem er geübt hatte oder ein getrocknetes Bündel Kräuter. Während sich Chaos also umschaute, nahm sich Leon ein frisches Hemd und eine Unterhose aus dem Schrank, dessen Türen aus Bequemlichkeit fast immer offen standen. Langsam wurde es Zeit für den Unterricht und nicht nur das, es standen im Laufe des Tages die Klausuren an, die über die Zulassung zur Zwischenprüfung entschieden. Leon war sich nicht sicher, ob er überhaupt so weit kommen würde, aber immerhin hatte er die letzten Wochen intensiv gelernt. Scheitern würde es maximal an seinen magischen Fähigkeiten, wenn es an den praktischen Teil ging. "Sag mal", meinte er an Chaos gewandt, "Jetzt wo du in der Menschenwelt bist, was machst du da die ganze Zeit? Willst du hier einziehen? Oder brauchst du keinen Unterschlupf? Und löst du dich immer in Glitzer auf, wenn du einen Abgang machst?" Inzwischen hatte sich der junge Mann fast vollständig angezogen. Sein Haar war immernoch etwas feucht, aber um es zu Föhnen war die Zeit zu knapp. Stattdessen band er sie einfach zu einem Knoten zusammen und hoffte, dass den Rest die Sonne erledigen würde. "Naja egal, ich muss jetzt los. Fühl dich wie Zuhause. Oder auch nicht, wie du willst. In der Kommode da drüben sind ein paar Snacks, wer einen Eisbecher zum Frühstück verdrückt, kann bestimmt noch mehr gebrauchen." Dee Brünette deutete auf einen rustikalen Schrank neben dem Schreibtisch, in dem ein fetter Vorrat an Nervennahrung lagerte, der sicher zur Hälfte aus Schokolade und Jellybeans bestand.

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    • Chaos sah sich interessiert in dem Zimmer um, schüttelte über das ein oder andere Buch nur mit dem Kopf und roch beiläufig an den Kräuterbündeln, wobei er dabei das Gesicht verzog. Das stank abscheulich! Hatte ein wenig was von Myrre und Myrre fand er schon immer furchtbar. Mit dem schlanken Zeigefinger strich er über einen der Bannkreiszeichnungen, welche daraufhin ein wenig qualmten. Nun wirkungsvoll war etwas anderes. Herrje aber abgesehen von dem Buch seines Meisters war das meiste hier klassische langweilige Magierliteratur, die sich Meister immer verschmäht hatte und das mit gutem Grund. Chaos würde das Zeug bei Gelegenheit entsorgen. Als ihm das Menschlein erneut seinen Namen verriet hörte Chaos eher beiläufig zu, da er das Buch seines Meisters entdeckte hatte und fast liebevoll über den Einband strich. Nun der Einband war zwar eindeutig nicht von seinem Meister, aber es ging um den Inhalt. Er nahm das dicke Buch schnell in die Hand und blätterte einige Seiten bis fast zum Schluss und schmunzelte. Tatsächlich war abgesehen von der Beschwörung nichts mehr an Informationen über Chaos enthalten - dieser schlaue Fuchs. Mit eleganten Schritten und dem Buch in der Hand lief er weiter durch das Zimmer, ehe er vor seinem Menschlein stehen blieb, welches sich gerade umgezogen hatte. Skeptisch hob er eine Augenbraue und schnitt mit dem langen Fingernagel seines Zeigefingers das Haargummi durch, welches das Haar zu einem Knoten gebunden hatte. "Der Knoten sieht schrecklich aus. Lass sie offen, du siehst für einen Menschen gar nicht übel aus, also zeig es auch." Sein Blick wanderte auf den Schrank mit den Süßigkeiten - sehr verlockend. "Ich werde hier nicht einziehen. Das Zimmer ist viel zu klein und ich habe eine Bleibe organisiert. Du solltest hier ebenfalls raus, bekommt man ja Klaustrophobie. Ich gestattete dir in meiner Behausung zu bleiben und das ist kein Glitzer du naives Menschlein sondern Sphärenstaub." er tippte ihm gegen die Stirn. "Ich mache dir keinen Vorwurf. Du hast hier nur Schundliteratur. Was bringen sie euch zur Hölle nur bei in diesem....was ist das hier überhaupt?"


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      Offenbar hatte dieser übermächtige Dämon, den Leon sich aus versehen beschworen hatte, nichts besseres zu tun als seine Nase in alles zu stecken, was so in seinem Zimmer rumflog, seine Kräuter zu kritisieren (und dafür reichte schon sein Blick, als er daran roch) und ein paar Bannkreise zu zerstören. Der junge Magier seufzte, machte sich aber weiter fertig, ehe er noch alleine aufgrund seines Zuspätkommens durch die Klausur rasselte. "Warum interessiert dich das Buch so? Dein altes Poesiealbum?" Manchmal hasste er sich ja für sein loses Mundwerk, aber wer sich irgendeinen Höllenfürst ins Zimmer holte, war wahrscheinlich eh lebensmüde, warum dann nicht gleich aussprechen, was man dachte? Gerade hatte Leon seine Mähne halbwegs bezwungen, entschied sich der Dämon dazu, den Haargummi einfach durchzuschneiden. Erst wollte er schimpfen, aber das Kompliment, sofern es denn ehrlich gemeint war, überraschte ihn. Die Stirn runzelnd kämmte er sich die wilden Strähnen aus dem Gesicht. "So, du findest ich sehe gut aus? Sag doch gleich, dass du ein Stück vom Kuchen haben willst." So lächerlich wie das klang, musste er selbst lachen, aber das war es wert.


      Nebenbei klaubte er seine Habseligkeiten zusammen, die er im Laufe des Tages brauchen würde, deutete Pivona, sie solle ebenfalls in den Rucksack hüpfen (was sie nur widerspenstig tat, weil es bedeutete, sie musste näher an Chaos heran) und blickte sich nach seinem Handy um. "Eine Bleibe? aber ich wohne hier quasi seit ich geboren bin. Warum sollte ich bei dir einziehen?" Dieser Dämon war irgendwie gar nicht so, wie sich Leonidas die Bewohner der Hölle immer vorgestellt hatte. Hätte er nicht letzte Nacht gesehen, wozu dieser Schönling im Stande war, hätte er gedacht es wäre nur ein durchgeknallter Cosplayer. Ein mahnender Finger piekte in seine Stirn und Leon schielte, als er zu eben diesem sah. "Sphärenstaub, okay okay. Wird notiert. Und naja, das hier ist die Lornatus Akademie, heutzutage eine der größten Schulen für Zauberei weltweit... und das Lebenswerk meines Vaters." Leon legte Chaos eine Hand auf die Schulter. "So gerne ich auch weiter plaudern würde, aber wir müssen los. wenn du hier Klaustrophobie kriegst, guck dir wenigstens den Rest dieses Monstrums an." Ohne weiter Zeit zu verschwenden griff der junge Mann zu seinem Rucksack, schnappte den Dämon und zog ihn einfach hinter sich her. "Wenn ich zu spät komme, wirst du nie herausfinden was sie uns hier so beibringen."
      Mit zügigen Schritten hopste er die endlos lange Turmtreppe herunter, bis er irgendwann auf dem ersten der Schule zugehörigen Flur landete. "Wie du siehst ist das Ding hier das reine Klischee. Großes altes Schloss mit Internat, viel Getöse um viel Geld und viel Magie. Oder so. Wir haben hier drei Klassen, wahrscheinlich so ähnlich wie die Kreise der Hölle. Ich bin ganz unten, aber das konntest du dir wahrscheinlich schon denken."

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    • Da Chaos das Menschlein nicht sonderlich ernst nahm, ignorierte er die freche Klappe des Kindes. Nun zumindest vorerst, würde es ihm zu blöd werden könnte er den Kerl immer noch rösten. Menschenfleisch erfreute sich großer Popularität in der Dämonenwelt. Chaos hatte dem zwar nie was abgewinnen können, aber er kannte zahlreiche Dämonen die sich darum schlagen würden und der Meister des Unheils hatte nichts dagegen, wenn andere Leute in seiner Schuld standen. Er glaubte zwar Leo...Leopold ,genau, wäre sicherlich ziemlich zäh, aber musste ja nicht für den Geschmack garantieren, lediglich für die Art des Fleisches. "Hast du überhaupt eine Ahnung wer ich bin oder wem dieses Buch gehört Menschlein?", fragte Chaos gelassen und war an den jungen Mann heran geschritten, um diese hässliche Frisur zu zerstören, die sich der Junge gerade verpassen wollte. Gott, Menschen hatten absolut keinen Geschmack. Wie konnte er das verantworten mit einem Ball auf dem Schädel herumlaufen zu wollen? Das würden Chaos Augen nicht ertragen und da das Menschlein für einen Menschen gar nicht so übel aussah, sollte er es nicht ruinieren. Für die freche Bemerkung schnippte der Dämon dem jungen Mann gegen die Stirn.

      "Du ziehst also diese Besenkammer vor? Du hast einen lausigen Geschmack nur weil du hier geboren wurdest Leonardo." entgegnete ihm Chaos sichtlich gelangweilt, von der Antwort des Menschleins. Deutlich interessierter war Chaos daran was der Junge alles in seine Tasche packte, bei einigen Büchern bekam er jetzt schon Depressionen. Wer zur Hölle bringt den Menschen nur diesen Quatsch bei? Das Lehrpersonal gehört bei lebendigem Leibe verbrannt. Gerade als Chaos bezüglich der Hand an seiner Schulter protestieren wollte, hatte ihn dieser dreiste Magier einfach hinter sich hergezogen. Was glaubte er eigentlich wer er ist? War sich das Menschlein darüber im Klaren, dass er ihn mit einem Wimpernschlag verbrennen konnte? Grinsend erhitze Chaos seinen Körper so weit, dass die Hand, die sich Leopoldus geschnappt hatte in Sekunden die Hitze einer Herdplatte besaß. "Ich werde nicht einfach so gepackt Kleiner." Als er endlich zufrieden feststellte, dass man ihn los gelassen hatte, schlenderte Chaos dem Menschlein gemütlich nach und blickte sich um. Die hässlichen Porträts der Magier, die an den Wänden hingen, waren wahrlich filmreif schlecht. Vor einem großen Gemälde blieb Chaos stehen. Oho, die Witzfigur kannte er zumindest. "Kaum zu glauben, dass es der Kerl auf ein Ölgemälde geschafft hat."


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    • Leise schimpfend schüttelte Leon seine Hand, die auf der kochend heißen Schulter des Dämons gelegen hatte. "Also wenn es so brandgefährlich ist, in deiner Nähe zu sein, ist es doch kein Wunder, wenn ich nicht bei dir einziehen will. Aber das was du Unterkunft nennst, gucke ich mir trotzdem nachher an. Würde mir schon interessieren, wo man dämonisch gut wohnen kann hier in der Gegend." Während Leon also mit seinem auffälligen Begleiter durch die Gänge streifte und dafür eine Menge komischer Blicke kassierte, dachte er nach. "Ey, ich hab echt nichts dagegen dass du dir meinen Namen nicht merken kannst. Aber ich hab immernoch keinen Schimmer, wer du eigentlich bist. Ich weiß ja, ihr Teufel habt alle so'n Fimmel was eure richtigen Namen angeht, ist ja in Ordnung, nur ein Spitzname würde mir auch schon reichen. Sonst denk ich mir selber was aus und dann pulverisierst du mich, bevor der Spaß überhaupt richtig angefangen hat." Chaos war stehen geblieben und Leon drehte sich verwundert zu ihm um. Er warf einen prüfenden Blick auf das schwere Ölgemälde, vor dem sie jetzt standen. "Wer ist das?" Geschichte war noch nie seine Stärke gewesen, das musste Leon zugeben. Das Einzige was er wusste, war dass sein Name mal einem König aus Sparta gehört hatte, aber das war verdammt lange her. Ansonsten eine Hexenverbrennung hier, ein Kreuzzug da, irgendwelche Reformationen - die pure Langeweile. Eigentlich interessierte ihn viel eher die Zukunft und wie man diese gestalten könnte, als das Elend der letzten Jahrtausende, in denen sich die Menschen immer nur die Köpfe eingeschlagen hatten. Das Portrait zeigte einen schmalen, irgendwie rattenartig wirkenden Kerl mit eingefallenen Augen und einem "Lächeln" als hätte er eine halbe Zitrone auf der Zunge liegen. "Sagt mir nichts. Kanntest du ihn von deinem letzten Besuch in der Menschenwelt?" Pivona steckte ihren Kopf ein Stück aus dem Rucksack, ohne dabei Chaos aus den Augen zu lassen, und untersuchte ebenfalls das Bild. "Das sagt mir irgendwas, guck mal in dein Lehrbuch, das Kapitel von letzter Woche." Dieses Karnickel hatte ein ausgezeichnetes Bildgedächtnis, zu schade, dass der Magier sie nicht als Hilfsmittel in seinen Prüfungen verwenden konnte. Dann sähe sein Notendurchschnitt deutlich rosiger aus als jetzt.
    • Chaos betrachtete den Magier an seiner Seite mit einem seufzenden Blick, ehe er ihn fast theatralisch enttäuscht ansah. "Also deine Wortwitze sind unfassbar schlecht." Sie beide liefen eine ziemlich lange steinige Treppe mit breiten Stufen entlang, welche natürlich schön klassisch ein Holzgeländer besaß und dem Gebäude nur noch mehr diesen altertümlichen Charakter verlieh. Was hatten die Magier nur alle mit diesem ...wie hieß der Typ mit dem Pickel auf der Stirn? Ah nein das war eine Narbe, ah Hogwarts-Flair? Chaos hatte einmal das komische Buch bei einem Dämonen in der Unterwelt entdeckt, der es seinem letzten Beschwörer abgenommen hatte. Wenn man das Blut ein wenig wegwischte, konnte man es fast noch lesen. Jedenfalls war es eine Humorlektüre, zumindest hatte vermeintlicher Dämon 3 Tage am Stück gelacht. Aber wenigstens rannten die Leute hier nicht videospielartig in Kutten herum. Ja, Videospiele kannte er auch! Fand er klasse. "Ich bin kein Teufel du Minimagier. Man bringt euch hier wirklich nichts bei. Was die Sache mit dem Namen angeht, solltest du wissen, warum Dämonen ihre Namen nicht Preis geben." er schnippte dem Jungen erneut gegen die Stirn. "Du solltest wirklich vernünftige Bücher lesen, das ist ja peinlich." Sie beide liefen an zwei Schülern vorbei, wo der eine gerade dabei war einen Schokoriegel auszupacken, dem ihm Chaos direkt aus der Hand klaute beim Vorbeilaufen und hinein biss. "Mhh...sehr gut. Kennst du die Marke?", fragte er sein Menschlein beiläufig. Im Hintergrund vernahm er ein Fluchen und wie jemand einen Zauber wirken wollte, aber entsetzt feststellte, dass absolut nichts passierte und Chaos gemütlich weiter lief. "Um deine Frage zu beantworten Leonhard, mein Name ist Chaos. Dieser Name sollte selbst dir lausigem Schüler ein Begriff sein." während sie weiterliefen, blieb Chaos bei einem alten Gemälde stehen von einem Mann mit inzwischen schneeweißen Haar, vielleicht war es damals aber auch schon weiß, schließlich war er damals schon alt und ist es selbst auf dem Bild und einer entsetzlichen Rattennase. "Oh, ein intelligentes Kaninchen. Nimm dir ein Beispiel Leonrodos." entgegnete Chaos ihm belustigt. "Der Kerl hier ist niemand den du dir merken musst. Ein Möchtegern Magier namens Celtus, der an seinem Größenwahn zugrunde ging. Ich weiß, dass die Menschen ihn als ersten Giftmagier verehrt haben, aber wer an seinem eigenen Gift drauf geht, ist in meinen Augen alles andere als talentiert, sondern dumm." Die Leute starrten sie weiter an, als wäre das was Chaos trug so außergewöhnlich. Mal ehrlich er konnte nichts dafür, dass dieses Pack keinen Geschmack hatte.

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      Egal was dieser Dämon ihm an den Kopf warf, Leon würde es ertragen, ob es nun die Zerstörung seiner Haargummis, lächerliche Namen oder eine angeschnippte Stirn waren. Es konnte kaum schlimmer werden als sein bisheriges Leben an der Akademie und wenigstens sah er ein, dass ein Höllenwesen tatsächlich in einer höheren Liga spielte als er, im Gegensatz zu den Pseudo-Eliten der Gold- und Silberklasse. "Ich werde dran arbeiten, Meister.", seufzte er augenrollend. Klasse, als hätte er sich einen magischen Nachhilfelehrer beschworen, besser konnte es ja nicht werden. Chaos schnappte sich in der Zwischenzeit den Snack eines arglosen Schülers, was Leon fast zum lachen brachte. "Sieht aus wie ein Kitkat. Wenn du willst, besorge ich dir später mehr davon." Unterhaltsam war der Dämon auf jeden Fall. Als er jedoch sagte, er sei Chaos (Leonidas machte ein Gesicht, als wäre er kopfüber in einen Misthaufen gefallen), zuckten selbst umstehende Schüler zusammen. Wer hatte denn nicht schon von Chaos gehört? Dem mächtigen, dem Unheil stiftenden mit einer schier unmöglichen Kraft. Wie zur Hölle hatte Leon es geschafft, DEN zu beschwören? Er verfluchte sich gerade für jeden miesen Witz und jeden dummen Kommentar, den er schon abgelassen hatte. Pivona musste es gewusst haben, sonst hätte sie nicht ausgesehen, als hätte der große böse Wolf sie zum Frühstück verputzen wollen. Warum hatte das Mistvieh denn nur nichts gesagt? Das würde er später noch klären, zur Not über ein Löwenzahnverbot. "Chaos, ja, selbst ich habe von dir gehört. Ist ja interessant, wie hab ich Tölpel das bitte hingekriegt?" Seine grauen Augen hefteten sich auf den Dämon, der wie ein bunter Hund angestarrt wurde, wanderten dann zum Boden und an seinem eigenen Körper entlang. Ja, Leonidas war eine Niete in vielen Dingen, es war schier ausgeschlossen, dass er Chaos gerufen hatte. Da musste ein Fehler vorliegen. "Und du hast dich ganz sicher nicht im Bannkreis geirrt? Also... ich meine, kann ja vorkommen. Ist okay, ehrlich, du kannst ruhig zu dem Zauberer gehen, der mächtig genug dafür war, dich zu rufen." Sie hatten vor der Gemäldegalerie gehalten und selbst die Klugscheißerei eines Kaninchens, was Celtus anging, war Leon gerade egal. Es ergab keinen Sinn, absolut gar keinen. Es konnte nicht so sein, dass er Chaos in die Menschenwelt geholt hatte. Vielleicht log der Dämon ja auch einfach, so weit er gehört hatte, taten die das gerne. Nun, egal ob er es war, und Leon wusste eigentlich, dass es stimmte. Er lief einfach wieder los, ohne auf Chaos zu warten und rieb sich nachdenklich die Schläfen.
    • Zufrieden genoss der Dämon die schokoladige Konsistenz und seufzte glücklich. Ja, er hatte wirklich eine Schwäche für Süßigkeiten entwickelt. Allgemein hatten die Menschen zahlreiche äußerst verlockende Genussmittel. Er konnte den Alkohol der Dämonenwelt nun wirklich nicht mehr sehen und wenn ihm diese dreiäugige Dämonin Kellnerin mit Schlangehaar nochmal den fürchterlichen Fusel aus dem Pandämonium andrehte, würde er das ganze Etablissement des Vergnügungsviertels der Dämonenwelt in die Luft jagen! Das Zeug schmeckte wie Schuhsohle, nicht das Chaos wusste, wie Schuhsohle schmeckte, aber er stellte es sich ungefähr so vor. Die Menschenwelt war, was ihren Alkohol betraf deutlich kreativer, das musste er ihnen dann doch zugestehen. Süßigkeiten gab es in der Form von dem Ort, von dem er stammte auch nicht. Ein echter Jammer, wenn man Chaos fragte und doch hatte er seit sein Meister von ihm gegangen war, die Menschenwelt nicht mehr betreten. Er konnte es immer noch nicht glauben das nach so vielen Jahrhunderten es tatsächlich jemand geschafft hatte. Als ihm sein Menschlein erklärte, welche Süßigkeit er sich gerade geklaut hatte, nickte er zufrieden. "Diesen Gefallen würde ich sehr begrüßen. Kitkat, interessant." Während sie beide die Treppe hinunter liefen, die gefühlt eine Ewigkeit andauerte und über das Gemälde des lausigen Magiers Celtus debattierten, hatte Chaos beschlossen, dem Jungen zu sagen wer er war. Alleine schien er ja nicht darauf zu kommen. Dabei waren seine eisblauen Augen, das schwarze Tattoo am linken Auge und der schwarze Mantel sein Markenzeichen. Hatte wohl über die Jahrhunderte nicht gefruchtet, aber die Aufzeichnungen über ihn waren ja auch jedes Mal anders. Eine amüsanter als die andere. Das Menschlein starrte ihn daraufhin an, als wäre er vom Blitz getroffen worden, was Chaos fast schon lachen ließ. Die Argumentation des Magiers war ebenfalls äußerst amüsant und auch wenn sich Chaos dies zu Beginn ebenfalls gefragt hatte, war es nun einmal Fakt, dass der Junge ihn beschworen hatte. "Nun habe ich mich auch gefragt, allerdings..." er schritt näher an den Magier heran und hob sein Kinn mit Zeigefinger und Daumen an. "Du hast unglaublich viel Mana. Mich zu beschwören erfordert neben ungemein mächtiger Magie auch das Mana von mindestens 15 hochrangigen Beschwörern. Bis auf meinen ehemaligen Meister ist es dennoch niemandem gelungen. Du mein kleines Menschlein bist ein Beschwörer, ein sehr mächtiger und ich habe verstanden, dass du dir dessen absolut nicht bewusst bist." Natürlich gab es neben Chaos noch andere mächtige Dämonen, welche ebenfalls so gut wie überhaupt nicht beschworen werden konnten, diese weigerten sich aber auch strikt überhaupt einen Pakt mit Dämonen einzugehen. Chaos war von ähnlicher Natur gestickt, bis er von seinem Meister beschworen wurde und Spaß an der Menschenwelt gefunden hatte. Nach dem Verlust seines Meisters, hatte er eigentlich nicht vor jemals wieder zurückzukehren. Warum er auf den Vorschlag des Jungen eingegangen war, war ihm selbst noch ein Rätsel. Nun es klang nach Spaß, vielleicht lag es daran. Der junge Magier schien dies aber erst noch verarbeiten zu müssen und war los gestürmt, woraufhin ihm Chaos amüsiert folgte.


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      Auf dem Weg in den großen Vorlesungssaal, in dem heute vom kleinsten bis zum größten Licht unter den Schülern die Abschlussklassen versammelt wurden, klebten noch viele Augenpaare auf Chaos. Nicht jeder von den Mitarbeitern und Schülern der Akademie war ein dermaßen ahnungsloser Mensch wie Leonidas, der noch immer versuchte sich einzureden, dass es eine Verwechslung gegeben haben musste. Die kraft von 15 hochrangigen Beschwörern? Was auch immer der Dämon geraucht hatte, es musste verflixt gut sein. Noch nie in seinem Leben war Leon davon ausgegangen, er wäre ein guter Beschwörer. Wie auch, wenn er grundsätzlich schon an den einfacheren Dingen scheiterte? Beschwörungen waren eine Prestigefrage, die nur die höheren Klassen durchführten und wenn es überhaupt erlaubt wurde, nahmen nur die besten Schüler daran teil. Leon dagegen hatte sich damit abgefunden, nach seinem Abschluss der Akademie Horoskope für die Zeitung zu schreiben, da zumindest seine Fähigkeit zur Weissagung Hand und Fuß hatte, oder er wäre einfach Feuerkünstler geworden, wenn er es denn geschafft hätte, seine Flammen auch nur einmal anständig zu kontrollieren. "Aber vielleicht hat Chaos recht. Wenn du so viel Mana hast, könnte das die Erklärung für deinen Kontrollverlust sein." Pivona legte ihr Köpfchen auf die Schulter des Zauberers und flüsterte ihm zu. "Er ist wirklich unsagbar mächtig, Leon. Er wäre nicht zu dir gekommen, wenn du nicht etwas Besonderes an dir hättest." Es war eine Sache, ein magisches Kaninchen zu besitzen, aber es war eine ganz andere Angelegenheit, wenn einem besagter Hoppelhase die ganze Zeit damit auf den Keks ging, bessere Schlussfolgerungen zu ziehen als man selbst. "Ach halt doch den Rand, sonst schmeiß ich dich auf den Grill.", brummte Leon. Natürlich hätte er es nie gewagt, seiner kleinen Gefährtin etwas anzutun, aber sie in ihre Schranken zu weisen war manchmal mehr als nötig.
      Der Trupp, der eine ganze Schar an Schülern hinter sich herzog, betrat den Hörsaal. Leon stellte fest, dass Chaos ihm weiterhin folgte und nahm seinen üblichen Platz in der ersten Reihe, auf dem zweiten Sitz von rechts, ein.




      "Nur so eine Formfrage: willst du dir das hier wirklich antun? Heute ist Prüfungstag. Wenn du schon anhand meiner Bücher meinst, wir kriegen hier nur Schund beigebracht, dann wird dir die Klausur auch nicht gefallen." Von oben näherten sich Schritte und Leon wusste genau, zu wem dieses Absatzgeklappere gehörte. "Wen haben wir denn hier~ Hat unser Depp vom Dienst einen Freund gefunden? Wie amüsant." Samuel, der wahrscheinlich ätzendeste Mensch, der auf Erden wandelte, legte Leon eine Hand auf die Schulter. "Entweder du ziehst hier grade eine wahnsinnig peinliche Nummer mit diesem Chaos-Double ab, oder einer der mächtigsten Dämonen aller Zeiten hat sich dazu herabgelassen, in deiner Nähe zu wandeln. Aber in welcher Welt sollte das bitte passieren?", sagte er in einem ekelhaft süßen Tonfall, bei dem jeder halbwegs klar denkende Mensch sich am liebsten übergeben wollte. Neben ihm stand, mit verschränkten Armen, Christophe. Wenn man die beiden beschreiben sollte, wäre das beste Wort für ihre Existenz "Geldadel". Beide waren nicht untalentiert, was ihre Magie anging, aber zu keinem menschlichen Gefühl fähig, dass in die Nähe von Empathie oder Fürsorge reichte. Alles, was sie interessierte, war ihr Status. "Mach dich nicht lächerlich Samu, es existiert keine mir bekannte Realität in der Leonidas auch nur eine Kanalratte beschwören könnte."

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      Christophe (links) und Samuel (rechts)