Lost Magic~ (Cirdan&Prism)

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    • Lost Magic~ (Cirdan&Prism)

      Tabitah:



      Ein eiskalter Windzug riss die rothaarige aus ihrem Schlaf und das Antlitz von Gerald, einem Tyrann von General war direkt vor ihre Augen getreten. Das Zelt in dem sie jeden Tag des Jahres verbrachte war weit aufgerissen und die Sterne standen noch oben am Nachthimmel. „Tabitah! Sie haben bereits 2 Stunden geschlafen, sie lassen nach! Aufstehen, fertig machen und in 5 Minuten auf dem Platz“. Damit drehte sich der General von ihr fort, nur an den Abzeichen die auf seinen Anzug geheftet waren konnte sie erkennen wer es gewesen war. Immerhin war es hier mehr als nur Dunkel und egal wie sehr Magiebegabt sie war, ihre Augen waren wie die eines normalen Soldaten. Zügig stand die rothaarige auf und verzichtete auf eine Dusche. Es war eigentlich angebracht zu duschen, würde sie jedoch zu spät kommen wäre das mehr fatal. So war es hier geregelt, es gab oft die Entscheidung welche Konsequenz die angenehmere wäre. Die rote lange Haarpracht musste geflochten werden, schon einmal wurden ihre Haare abgeschnitten weil sie diese offen außerhalb ihres Zeltes trug. Die Uniform, die eine ganz andere war wie die eines normalen Söldners musste jeden Abend faltenfrei gewaschen, aufgehängt getrocknet und zusammengelegt werden. Eine Gänsehaut machte sich auf dem Körper von Tabitah breit, einmal musste sie nackt über den Platz laufen weil sie nach einem drei Tage marsch eingeschlafen ist und vergessen hat ihre Klamotten zu pflegen. Ein schweres schlucken war zu hören wären dessen sie sich in die Klamotten reinzwang und die letzten Fussel auf diesen beseitigte. Emotionen, Gefühle natürlich hatte die rothaarige sowas. Doch die Angst vor dem tot, die Angst vor Jahren in der Dunkelheit, genau das trieb Tabitah dazu alles zu unterdrücken. Es ist Zeit auf den Platz zu gehen, noch einmal durchatmen und los!


      Zu Anfang waren ihre Bewegungen kleinlich aber sobald sie die Tür des Zeltes öffnete stand dort eine ganz andere Person. Ihre roten zusammengebundenen Haare wehten im Wind, ihr Blick war starr und blickte in eine völlige leere. Ihr Körper war grade wie eine Kerze und ihrem Gesicht fehlten jegliche Emotionen. Das einzige was nicht zu ihr passt war die Größe, mit grade mal 1.65 war die rothaarige die kleinste im ganzem Lager. Selbst die anderen Frauen die nur da waren um die Kranken zu pflegen hatten einen halben Kopf mehr als sie. Dies änderte nichts daran, das furcht in die meisten Augen stieg sobald die ´Lebendige Waffe´ erblickt wurde. „tot und verderben soll sie bringen“ hörte man es aus den Ecken nuscheln „So ganz Emotionen, die würde sicher auch ihr Team zurück lassen“ „Der arme General der sie als Zuteilung bekommt!“. Tabitah war das alles schon gewohnt schließlich ging das schon Jahre lang so. Die neuen die heute angekommen, selbst die hatten schon von ihr gehört. Auf dem Platz angekommen, blickte sich die rothaarige in der weißen Pracht des Feldes um. Schnee, überall war nur Schnee zu vernehmen. Einige Männer standen hier reih um, ein paar neue Gesichter schienen auch dabei zu sein. „Tabitah!“ wurde ihr entgegengeschrien, ihr Blick den sie leicht senkte drehte sich zu Gerald. „Pünktlich bist du. Aber du hast dich nicht gewaschen wurde mir zugeflüstert?“ Ohne auch nur mit der Wimper zu zucken antwortete Tabitah dem General in voller Ehrlichkeit „Ja, Sir“. Ihre Stimme klang sanft, viel zu sanft für eine Waffe die nur für das töten lebte. Was darauf folgte war weniger schön mit anzusehen. Der General in seiner rötlich schimmernden Rüstung holte aus und schlug der rothaarigen Frau in ihr Gesicht. Die Leute die um sie herum standen schienen ruhiger geworden zu sein, die scheinen das wohl als sehr schlimm einzuschätzen. Das war es aber nicht, Tabitah blickte nach unten und ein paar Tropfen Blut vermischten sich mit dem weißen Schnee. Wäre die Nase gebrochen würde es mehr schmerzen, nach ihrem Urteilungsvermögen nach war es wohl eher eine geplatzte Ader. „Entschuldigen sie Sir General. Das war meine Schuld“ Eine höfliche Verbeugung und die Hoffnung, dass dies alles war ist alles was Tabitah in solchen Momenten geblieben ist. „Du wirst heute einer neuen Armee zugeteilt. Ein paar von ihnen sind schon eingetroffen, schade eigentlich. Ich hatte soviel Spaß mit dir“ Eine neue Armee? Der Krieg…Sie wusste genau wieso, vor nicht allzu vielen Tagen hatte sie gelauscht. Der Krieg war ausgebrochen. Ein zucken durchzog die blutende Frau. Wird es schlimmer werden als hier? Als einmal ein anderer General da war sind Sachen passiert…Sie drückte diese Gedanken beiseite, egal was es sein würde sie müsste es aushalten. „Ja Sir! Ein wirkliches bedauern“ „Wegtreten, geh dich waschen!“ Ihre Füße machen schon automatisiert eine Kehrtwende und die Haare, die wie Flammen in dem weißen Schnee umher wehten waren nach ein paar Metern gänzlich verschlungen. An einem gefrorenen See war schon eine stelle im Eis geschnitten wurden, sie hasste es so sehr in diesem Eiswasser zu baden. Jahre lang machte sie das aber nie war es in irgendeiner weise erfrischend oder schön gewesen. Genauso wusste Tabitah, das ihr die Leute zuschauten. Zumindest einige, es kam eben nicht oft vor das eine Frau in diesem See baden tat. Sie entlegte sich ihrer Klamotten und war in Windeseile rein und raus gesprungen. Ihre Klamotten zog sie nass wieder an und huschte in ihr Zelt. Ihr Körper war am Zittern, war das nicht menschlich genug für Menschen? Oder musste sie wirklich 1zu1 genau wie die anderen sein? Vor dem Zelt hatte sie eine kleine Überdachung, um das Feuer zu schützen und Klamotten trocknen zu können. Der General sagte immer, es wäre die beste Abhärtung vor Krankheiten wenn man jeden Tag frösteln tut. Der General geht aber immer warm duschen, anscheinend sind alles leere Worte und es ist ein Teil der Ausbildung. Noch immer zitternd rutsche Tabitah näher an das Feuer und hielt inne, der General lief noch einmal vorbei und redete mit jemanden. Es war ihr aber ein sichtlich unbekanntes Gesicht.
    • Eisiger Wind schnitt ihm ins Gesicht und ließ Tyrill den Fellumhang enger um seinen Hals ziehen. Früh waren er und seine ihm direkt untergebenen Befehlshaber mit einer kleinen Garde aufgebrochen, um ihr Ziel möglichst bald zu erreichen. Bereits am Vortag waren Reiter vorausgeschickt worden, um General Gerald von seinem Kommen zu unterrichten. Der Hauptteil seiner Armee würde folgen, waren die Menschenmassen doch um einiges langsamer zu bewegen, als seine kleine Gruppe. Er würde als Vorhut eintreffen und die Organisation erledigen, damit so wenig Zeit wie möglich verstrich, nachdem seine Truppen eintrafen. Ausrüstung und Proviant sollten aufgefrischt werden und weitere Verstärkungen würden sich zu seiner Armee gesellen. Alles Routine vor dem Sturm, mit dem er über die Feinde seines Landes hereinbrechen wollte. Und je früher dies geschah, umso besser. Gerne nahm er einen Ritt durch klirrende Kälte in auf, wenn sie dafür schneller weiterziehen konnten. Nicht dass er diese Witterung nicht gewohnt war, so wie jeder Bewohner Asgas, doch das machte das Klima dennoch nicht unbedingt angenehmer. So richtig gewöhnte sich der Körper dann doch nicht an den ständig nahenden Erfrierungstod. Ein Glück, dass er sich als General und hoher Adliger selbst im Feld möglichst viele Annehmlichkeiten leisten konnte. Dem durchschnittlichen Soldaten war es kaum möglich, sich in Wolfsfelle zu hüllen um sich warm zu halten. Allerdings würde dies ganz allgemein in absehbarer Zeit nicht mehr notwendig sein, denn sie zogen gen Süden. Ein weiterer Grund sich auf den Krieg zu freuen. Es wäre nicht der erste Heerzug für Tyrill, denn immer wieder brachen an den Grenzen Scharmützel und Streitigkeiten aus. Fruchtbares Land war begehrt und dieses Mal hatte sich ein handfester Krieg entwickelt und der König schien erpicht darauf zu sein die Grenzen ein für alle Mal zu verschieben. Der General erinnerte sich mit Freuden an den Tag, an dem er das erste Mal grünes Gras unter den Hufen seines Pferdes zu Gesicht bekommen hatte. Gras, das nicht in ein paar Wochen wieder verging und von meterhohen Schneewehen erdrückt wurde, sondern das ganze Jahr über zu sehen war. Die Vorfreude darauf und auf die baldigen ruhmreichen Schlachten, ließ er sich nicht nehmen. Eiswüste und frühmorgendliches Dämmerlicht hin oder her.

      Ein Weile waren sie stumm vor sich hin geritten, als in der Ferne endlich die ersten Schemen einer Palisadenreihe erkennbar wurden, welche das Heerlager einzäunte. Tyrill schätzte, dass es noch einige Stunden dauern würde, bis der Rest seiner Truppen den Weg ebenfalls hinter sich gebracht hatte. Genügend Zeit also, sich um alles zu kümmern, wobei er das meiste einfach den anderen überlassen würde. Wozu gab es denn Offiziere und Unteroffiziere? Interessiert war der General vor allem an einem. Der kleinen Erweiterung, die man ihm für ein Heer versprochen hatte. Einen Magier. Der König musste wirklich vorhaben, seine Armee als Rammbock für einen Überraschungsangriff zu nutzen, wenn er ihm doch tatsächlich einen zusätzlichen Magier zugestand. Schließlich konnte Tyrill ebenfalls die Realität und Naturgesetze seinem Willen unterwerfen und dass in recht beachtlichem Ausmaß, wie ihm mit einem Stolz nur zu gut bewusst war. Es hatte schon einen Grund, warum er noch nie eine Schlacht verloren hatte, ganz egal wie viele Soldaten auf seiner Seite gestorben waren. Ein einziger Magier konnte den Verlauf eines Kampfes schon kippen, aber gleich zwei in einer Armee. Beim Gedanken an all die Siege und Eroberungen, die ihm so Möglich sein würden, konnte sich der junge Mann ein Grinsen nicht verkneifen. Aber all das wären sinnlose Fantasien, falls dieser Magier zu nichts zu gebrauchen war. Anfänger wollte Tyrill in seiner Armee nicht sehen, hatte er doch selbst genügend Opfer gebracht um seine Position zu erlangen. Doch jetzt würde sich ja bald herausstellen, was auf ihn wartete.
      Schon bevor er und seine Entourage vor dem Tor der Palisade anhalten mussten, erklangen Rufe der Wachposten und die hölzerne Wand öffnete sich vor ihnen. Ohne innezuhalten, ritten sie hindurch, ehe der General in der Mitte des dahinter liegenden Platzes anhielt und seinen Begleitern mit einem Handzeichen das gleiche befahl. "Absitzen!" reif er über seine Schulter hinweg, ehe er selbst genau das tat. "Ihr wartet hier und kümmert euch um alles. Ich lasse euch Leute schicken, die sich hier auskennen und euch behilflich sein werden."
      Um sie herum erstreckte sich ein ausuferndes Zeltlager, das hier und da von kruden Holzhütten und Lagern unterbrochen wurde. Kurz ließ Tyrill einen ruhigen Blick um sich schweifen. Kein angenehmes Leben, hier ausharren zu müssen, nur um im Falle eines Krieges sofort Verfügbar zu sein. Aber das waren keine Gedanken, denen er lange nachhing, denn er wurde bereits erwartet. Begleitet von ein paar abgehärtet aussehenden Soldaten marschierte jemand herrisch auf ihn zu, der nach seiner Rüstung und Gebaren nach zu urteilen, niemand anderes sein konnte als der befehlshabende General. "Willkommen General!" wurde er auch sogleich mit einem militärischen Salut begrüßt, was Tyrill mit gleicher Handbewegung erwiderte. "Ihr seit von eurem Ritt mit Sicherheit erschöpft, wenn ihr mir also folgen möchtet. Es steht ein warmes Zelt und Erfrischungen selbstverständlich bereit." fuhr der Mann auch schon fort, ehe Tyrill zu Wort gekommen war.
      "Unsinn, wir sind im Krieg!" erwiderte er mit einer wegwerfenden Handbewegung und ohne auf den fremden General zu warten , marschierte er in Richtung der Zelte. "Zeit für Derartiges haben wir, wenn wir gewonnen haben. Weist eure Adjutanten an, dass sie meinen Leuten beim organisieren und einteilen der Ausrüstung behilflich sein sollen und sobald der Rest meiner Truppen eintrifft, wird alles verteilt." Im ersten Moment war Gerald einfach nur wie angewurzelt stillgestanden, als er derart übergangen und seine Worte ignoriert worden waren und nun musste er sich beeilen um wieder zu Tyrill aufzuschließen, der mit schnellem Schritt voran ging. Amüsiert beobachtete der junge General, wie eine Ader an der Schläfe seines Kollegen zu pochen begonnen hatte, als dieser seine Wut herunterschlucken musste. Sie mochten vielleicht beide den selben Rang inne haben, doch er war hier auf Geheiß des Königs und war auch noch Teil dessen Familie. Gerald blieb also kaum etwas anderes übrig, als besser den Mund zu halten, wenn er keine Missgunst auf sich ziehen wollte.
      "Das wäre also geklärt hoffe ich... Nun denn, wo ist denn nun dieser ach so tolle Magier, den ihr mir wohl ebenfalls überlassen werdet." fuhr Tyrill fort und verschränkte die Arme hinter dem Rücken, als er den Mann neben sich fragend ansah.
    • Tabitah:

      /Gerald
      Was erlaubte sich dieser junge Bursche? So mit einem zu reden dessen Rang gleich war? Wäre er nicht Adelig, würde er ihn einfach vom Hofe scheuchen. Leider war sein Rang in diesem Sinne viel niedriger als dem seiner, denn auch wenn er nun General gewesen war, so würde dem schwarzhaarigen vor ihm der vorige Titel des Adels zur Hand kommen. Gerald lockerte seine Fäuste, atmete die eisige Luft einmal tief in seine Kehle ein und sprach „Nun, zum einen ist es kein Magier“ ein wenig Unsicherheit machte sich in der Stimme von dem sonst so gefürchteten Gerald breit. Sein schon etwas gräuliches Haar wischte er sich mit einer gekonnten Handbewegung aus dem Gesicht und ehe er noch mehr in Unsicherheit verfiel fuhr er fort „Es ist eine Magierin, sie ist die Nr.3 . Sie hat seit über 18 Jahren hier überlebt, ist von mir persönlich ausgebildet worden“ Nach dem beenden dieses Satzes stieg in dem alten Mann wieder der Hochmut. Man sah ihm ein siegreiches Grinsen an und wieder fing er an zu reden, ohne auch nur auf eine Antwort von Tyrill zu warten. „Da sie von mir unterrichtet wurde, ist ihre Disziplin und ihre Durchhaltevermögen unantastbar. Sie ist großartig, natürlich weiß sie das nicht. Seine Leute muss man immer klein halten um das Beste für sich selbst herauszuholen. Sie wird gleich zu uns stoßen, wahrscheinlich sitzt sie grade noch an ihrem mickrigen Feuer um sich vom Eisbaden zu erholen“ Er deutete in eine weiße Schneeböen, dort wo weder Licht noch Zelte in Sichtweite waren. „Dort ist der See, falls euch sowas interessiert. Einige meiner Männer, grade die Magier müssen dort tagtäglich baden. Die normalen Soldaten dürfen sich richtig wärmen. Viele der Magier sind allein schon an der kälte gestorben, was für Heulsusen“

      Tabi:
      Das Feuer, das die rothaarige erwärmen sollte, wurde schwächer. Selbst ihre Kleidung war von Eiszapfen geziert und ihre Haare würden wohl zerspringen wenn sie daran ziehen würde. „Nr.3?“ entgegnete ihr eine zitternde Stimme. Ein Mann, mittleren alters stand vor ihr und blickte ihr mit Furcht in die Augen. „General Gerald schickt mich um euch mitzuteilen, dass ihr euch bald auf den Weg machen sollt. Auf dem Platz der Bogenschützen würde man auf euch warten!“ „Ja, verstanden!“ entgegnete sie ihm und drückte sich mit all ihrer Kraft vom warmen, kleinen Feuer weg. Der Platz der Bogenschützen war ein wenig weiter weg von ihrem Zelt, also entschloss sie sich dazu ihre einzige Decke die sie besaß mit sich zu nehmen, eine Decke konnte man es wohl kaum schimpfen eher war es ein Umhang den sie damals von einen der Soldaten bekam. Sie legte die besagte Decke also um ihren Körper und zog sich diese auch wie eine Kapuze über den Kopf. Es wäre töricht dies nicht zu tun, noch immer befand sich Wasser an ihr und bevor sie ankommen würde, wäre sie wahrscheinlich zu einem Eisklumpen geworden. Einfacher wäre es gewesen, wenn sie ihre Magie nutzen dürfte. Doch nur auf Befehl war dies erlaubt und der tot ist nicht weit wenn sie diese missachtet. Ohne jeglichen Proviant, ohne überhaupt etwas gegessen zu haben machte sich die kleine Frau durch den Schnee auf den Weg zum Bogenplatz. Dieser kleine Vorort von Kalzim war wirklich alles andere als schön anzusehen, während Kalzim schon lange alles aus Stein erbaut hatte war hier Holz und Stoff zu Hand gekommen. Der Winter zerfraß all dies jedes Jahr aufs neue und spätestens alle zwei Tage mussten die Zelte genäht werden. Oft ragte Holz aus dem Schnee heraus, von Zelten die komplett bedeckt wurden oder die einfach zusammenbrachen. Es dauerte jedoch nicht lang bis das weiß alles davon verschlang und für sich behielt. Die Soldaten waren sicherlich grade in dem einzigen Gebäude das es hier gab, der Kirche. In dieser wurde gespeist, gebetet und auch gemordet. Magiern war er verwehrt sie zu betreten und dies wurde direkt mit dem Tode bestraft. Was ein klägliches Leben dachte sich Tabitah und erblickte zwischen den Schneewehen zwei Silhouetten. Hier war er, der Bogenplatz. Ohne großes zögern lief sie so anmutig und selbstsicher wie sie es immer tat auf die beiden zu. Der General Gerald sagte immer das erste auftreten wäre das wichtigste, so lernen die Gegner das Fürchten. Schon am Blick des Generals sah sie, dass seine Laune wirklich ausgereizt wurde. Kein gutes Zeichen, zumindest für sie nicht. Neben ihm stand noch eine weitere Person die ihr Kopf nicht zuordnen konnte. Schwarze Haare, eine edle Rüstung die hier im Zeltlager von niemanden getragen wurde, ein Pelz der wie ein Umhang diente. Zudem sah er noch jung aus, nicht wie dieser alte Greis von Gerald. Mit ihrer vermeintlichen Decke blieb sie halb vermummt mit einem strammen Salut vor den beiden stehen und ein Knacksen war zu hören. Scheiße, dass war ein Teil ihrer Stoffrüstung. In der Hoffnung das es überhört wurde sprach sie klar und deutlich „Ziel erreicht, Sir! Wie lauten ihre Befehle?“. Noch immer hielt sie mit einer Hand den bräunlichen Umhang um sich.


      /Gerald
      Seine Laune war nun am Endpunkt angekommen, als er sah wie Nr.3 Tabitah vor zwei Generälen antanzte. Der Umhang sah scheußlich aus und zu allem übel hatte sie es nicht rechtzeitig geschafft sich zu trocknen. Er wurde hier zum Narren gemacht und das passte ihm nicht. Sein Blick lenkte sich flüchtig auf Tyrill in der Hoffnung er könnte aus seiner Mimik etwas ablesen, doch gut darin war er sichtlich nicht. Er ignorierte ihn also von nun an und widmete sich voll Nr.3. „Nr.3 ! Wie kreuzen sie hier bitte auf?“ Er schien das Knacken nicht wahrgenommen zu haben und riss ihr, nachdem sie nach Befehlen gefragt hatte den Umhang vom Leib und warf diesen in den Böen fort. Eine rote Haarpracht, die perfekt zusammengeflochten nach vorne lag kam zum Vorschein. Das rot ihrer Haare wurde von Eisklumpen eingehüllt. Ihre Augen zeigten nichts als Leere, eine blaue See in der sich jeder verlieren und sterben würde. Ihr Gesicht war beinahe makellos doch zeigte es keine Mimik, nicht ein zucken. Ihr Körper war zierlich, ihre Kleidung von Schnee und Eis bedeckt. Selbst die Kleidung war eine dünnere als die der normalen Söldner. Und die Eisenstachel sollten jedem zeigen, dass diese Frau gefährlich war. Mit ihren 1.65 kam sie aber nicht ein wenig gefährlich rüber, nur ihr Blick der so starr auf dem General lag zeichnete aus das sie eine leblose Waffe sein sollte. „So viele Jahre habe ich dich trainiert und grade heute lässt du so nach?!“ der General schien fast vor Wut zu platzen „Das wird Konsequenzen nach sich ziehen, später!“ Nun blickte Gerald wieder zu Tyrill und deutete auf die Frau, die noch immer versuchte nicht im geringsten danach auszusehen als würde sie frieren. „Dies ist Tabitah, Nr.3 reicht aber völlig aus. Sie ist 21 und wurde damals in einem Waisenheim in Kalzim abgegeben. Weiteres ist Unbekannt. Sie ist Magierin und wird sich ihrer Armee anschließen. Fragen?“

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    • Tyrill

      Wenn Tyrill am Anfang noch vermutet hatte, dass er den ergrauten General nicht ausstehen konnte, dann war die Vermutung schnell der Gewissheit gewichen, kaum dass dieser anfing zu sprechen. Es kostete ihn schon fast Überwindung das Gesicht nicht verächtlich zu verziehen. Er mochte zuvor vielleicht halbe Befehle an einen Gleichgestellten gegeben und dem Älteren mitnichten den nötigen Respekt erwiesen haben, doch offen Abneigung zur Schau zu stellen, das würde zu weit gehen. Zu lange hatte er zu Hofe und in adligen Kreisen verbracht, wo man stets nur hinterrücks agierte und hinter vorgehaltener redete und somit war es nichts neues für ihn, eine Maske zu tragen. Offene Anfeindungen zwischen zwei Generälen würden sich viel zu schnell herumsprechen und mit Sicherheit die eine oder andere Konsequenz mit sich bringen. Dabei liebte er den Militärdienst doch für das genaue Gegenteil. Es gab offensichtliche und ehrliche Strukturen und man konnte seinem Feind offen ins Gesicht blicken, zumindest solange es keine taktischen Gründe für Hinterhalte und ähnliches gab. Doch man konnte die Welt der Intrigen, Attentate und der Politik wohl nie wirklich zurücklassen und solange er es nicht an die unangefochtene Spitze schaffte, würde er wohl oder übel das Geschwafel von Menschen wie Gerald ertragen müssen.Somit behielt er schlichtweg einen neutralen Gesichtsausdruck bei, während der General neben ihm weiter vor sich hinredete. Aber lange hielt seine Miene nicht, denn schnell musste er bei den Worten Gerald überrascht die Stirn runzeln. Eine Frau? dachte er nur und versuchte sich nicht anmerken zu lassen, dass dies das Letzte war, womit er gerechnet hatte. Es gab so schon kaum weibliche Soldaten und das in seinen Augen mit gutem Grund. Aber eine Magierin? Er konnte sich nicht daran erinnern jemals einer Magierin über den Weg gelaufen zu sein. Nunja, zumindest keiner, die ihre Kräfte nicht aufgegeben hatte, um ihr angenehmes Leben in Kalzim weiter führen zu können. Und in solchen Fällen wurde von jeder Familie ohnehin versucht geheim zu halten, dass ihr Sohn oder ihre Tochter magische Kräfte besessen hatte. Entweder man trat dem Heer bei, oder die wahre Identität wurde aus Angst vor Schande so schnell es ging wieder begraben.Insgeheim war Tyrill mehr als zufrieden damit, dass seine Eltern den ersten Weg für ihn gewählt hatten. Das Leben im Feld war nun einmal das, was sein Wesen ausmachte, wo er sich so richtig lebendig fühlte. Vielleicht auch nur, weil er von klein auf dazu gedrillt worden war, doch er kannte es nun einmal nicht anders. Er war kein einfacher Soldat, der in der erstbesten Schlacht im Schlamm erstickte, nein. Er war derjenige, der den Feinden genau diesen und andere Tode im Alleingang hundertfach bescherte. Dass er diese Möglichkeit und sein im Vergleich gutes Leben nur seiner Abstammung verdankte, ignorierte er geflissentlich. Taten waren das was zählte und er hatte nicht vor als General innezuhalten. Oh nein, er würde sich eine Schlacht nach der anderen zu immer mehr Ruhm verhelfen, bis endlich seine Herkunft irrelevant wurde. Denn was wäre er denn schon ohne sein Elternhaus? Als Magier vermutlich nicht einmal mehr am Leben.
      Finstere Gedanken, die ihn die Fäuste ballen ließen, als Gerald einfach weiter vor sich hinsprach. Derartige Führungsmethoden waren nicht unbedingt etwas neues und auch Tyrill hatte genügend über sich ergehen lassen müssen, wenn auch mit Sicherheit nichts, das mit dem vergleichbar war, was sich hier Ausbildung schimpfte. Zu gerne hätte er mit den Zähnen geknirscht, als der General auf Magier zu sprechen kam. Hatte Gerald denn völlig vergessen wen er neben sich hatte? Die verächtlichen Worte erinnerten Tyrill nur zu gut an die Blicke, die man ihm in der Hauptstadt hinterrücks zuwarf. Dank seiner ruhmreichen Taten und seiner Herkunft, konnte ihm kaum jemand offen herabwürdigend begegnen, doch das hinderte selbstverständlich niemanden daran ihn zu fürchten. Oder sich für ihn zu interessieren, denn er stellte nun einmal ein kleines Kuriosum dar. Erfolgreicher Magier und auch noch aus gutem Hause, das zog genauso Neider an, wie es ihm Avancen von verschiedensten adligen Töchtern bescherte. Beides in seinen Augen lästige Ablenkungen. Schon allein deswegen ignorierte er die Spielchen des adligen Lebens so gut es ging, und fieberte jedes Mal dem Ende seiner freien Tage entgegen.

      Geralds Gerede hatte er mit stoischem Gesichtsausdruck über sich ergehen lassen und hoffte nur, dass er es bald endlich hinter sich haben würde. Im Eiswasser baden, was für ein Unsinn. Als ob nicht jeder in Asga Kälte mehr als gewohnt war. Natürlich hatte man nicht immer die Wahl, wo man sich waschen konnte, aber das hier war völlig sinnlos. Seine Meinung behielt er jedoch für sich und war mehr als erleichtert, als eine vermummte Gestalt auf sie zukam und den Redefluss unterbrach. Wie ließ man hier die Soldaten herumlaufen? Niemals hätte er es geduldet, dass seine Männer sich in derartigen Fetzen blicken ließen! Es war also das erste Mal, dass er Gerald in etwas recht geben musste, als dieser den vermeintlichen Umhang herunterriss. Doch der Moment währte nicht lange, denn was darunter zum Vorschein kam, sah vielleicht ordentlich aus, war aber nicht im Geringsten für einen langen Marsch durch Schnee und Eis geeignet. Davon schien die Kleidung schon jetzt zur Genüge bedeckt zu sein. Aber der Zustand der Uniform war schnell vergessen, als Tyrill erst so richtig realisierte wer vor ihm stand.
      Dieses zierliche Mädchen war die ihm versprochene Magierin? Das darf jetzt aber nicht wahr sein... Hätte er am liebsten geseufzt, als er auf die kleine Gestalt herabblickte, die wie starr und emotionslos vor ihnen stand. Das ist also diese ach so mächtige Unterstützung, die ich erhalten soll? Dachte er bei sich und musterte die Rothaarige von oben bis unten. Wie konnte es Gerald wagen voller Stolz mit ihrer Ausbildung zu prahlen, wenn seine Zöglinge danach ein derart klägliches Bild abgaben. Halb von Eis bedeckt, wie sie war, waren ihre feuerroten Haare so ziemlich das Einzige, was ihrer Erscheinung Leben einhauchte. Denn gerade ihr leerer, toter Blick jagte ihm schon beinahe einen Schauer über den Rücken. Das letzte Mal, dass er einen derartigen Gesichtsausdruck gesehen hatte, war nach seinem letzten Feldzug gewesen. Immer wieder zerbrachen Soldaten an dem Erlebten und verfielen in Wahn, oder völlige Apathie. Stets ein Jammer gute Veteranen auf eine solche Weise zu verlieren und genau daran erinnerte ihn nun auch die Magierin. Das so ziemlich einzige, was ihr etwas Kriegerisches verlieh, waren die schmerzhaft aussehenden Stacheln, welche ihre Kleidung zierten, ansonsten schien sie ihm auf den ersten Blick nur wie eine makellose Puppe.
      Auch wenn Tyrill dieser Vergleich nicht gefiel, es war doch das Erste, das ihm dabei in den Sinn kam. Aber solange der Schein trog, kümmerte ihn das nicht.
      Im Krieg zählten schließlich Ergebnisse und solange sie ihm diese lieferte, war alles andere nebensächlich. Auch wenn er daran noch nicht so richtig glauben konnte. Der Schwarzhaarige drehte sich zu Gerald und konnte nicht verhindern, dass er sein Gesicht zweifelnd verzog. "Fragen? Ja, allerdings... Die Überstellung der Magierin in meine Armee wurde vom König persönlich befohlen, warum bekomme ich also eine halb erfrorene Frau zugeteilt? Oder anders gesagt, wie kommt es überhaupt dazu, dass eure... Untergebenen sich in so einem Zustand befinden und..." Tyrill unterbrach sich selbst, bevor er den General nur noch weiter in Frage stellte. Es würde ihm nicht nützen den Mann weiter zu erzürnen. "Wisst ihr was, vergesst es." seufzte er und schüttelte den Kopf, ehe er sich der Rothaarigen zuwandte. "Willkommen im Krieg Soldat! Ich will doch hoffen, dass ihr tatsächlich halten könnt, was mir der Herr General alles versprochen hat. Ansonsten..." Den Satz führte er gar nicht erst zu Ende. Es war ohnehin offensichtlich was er meinte. Niemand lebte in einer Schlacht lange, wenn er nicht die Kraft hatte sich zu verteidigen. Wobei auch die besten Krieger schlichtweg durch reines Pech zu Fall gekommen waren. "Also," sprach er weiter und klatschte in die Hände. "zwei Dinge. Erstens, in dieser Aufmachung werde ich niemanden mit meiner Armee durch diese Eiswüsten marschieren lassen. Mir werden auch so schon genügend Soldaten erfrieren, ohne dass ich sie in so einem Zustand aufnehme. Sie haben doch mit Sicherheit nichts dagegen, wenn wir die Magierin mit etwas... winterfesterem ausrüsten?" fragte er den General mit einem etwas zu freundlichen Lächeln. Nun war es an ihm den anderen nicht zu Wort kommen zu lassen. "Und zweitens: Wie wäre es mit einer kleinen Demonstration? Ich würde doch recht gerne wissen, zu was ihr fähig seid. Zumindest im kleinen Rahmen. Alles andere kann man dann unterwegs bereden." Es war dasselbe wie bei einem Werkzeug, oder einer Waffe, auch wenn er weder sich selbst noch die Rothaarige als so etwas sah. Doch man musste wissen, woran man war, wenn man etwas sinnvoll einsetzen wollte. Und in seiner Position ging es dabei um Leben und Tod.
    • Der graue General war nicht sehr erfreut darüber, dass er für die Missetaten seiner Untergebenen so zum Narren gehalten wurde. „Natürlich wird sie euch eine Demonstration geben. An sich selbst!“ Wieder grinste er so, als hätte er grade etwas Großartiges gewonnen. Wahrscheinlich war hier allen bewusst, dass die eigene Magie auf sich selbst gewirkt größere Schmerzen verursachte als die eines anderen Magiers. Mit einem minimalsten Zögern entsprang aus dem Mund von Tabitah ein „Sir, ja Sir!“. Langsam nahm sie Abstand ein, mit jedem Schritt war ein Knacken an ihrer Kleidung zu vernehmen doch sie hielt stand. Mit einem Schulterblick überprüfte die vereiste Frau noch einmal den Abstand, atmete einmal tief ein. Die pirschende kälte tat in der Kehle mehr weh als sonst. Dem anderen General schenkte sie noch keine Beachtung, immer einem Untergeben niemals zwei auch wenn er den gleichen Rang hatte. Noch war sie in der Armee von Gerald tätig und solange sie dies war, hatte sie die strikte Anweisung nur mit Ja Sir zu antworten, außer sie wird anderes gefragt. Und eine Frage wurde nicht an sie gestellt. Der graue starrte sie erwartungsvoll an, er wollte triumphieren über diesen schwarzhaarigen ungehobelten Menschen. „Lass deine Klamotten heil !“ warf der General ihr noch zu und mit jeder Sekunde die verstrich wurde der graue Kauz ungeduldiger.

      Es war keine Magie wie sie in Zauberbüchern stand, keine wie sie in Legenden erzählt wurde. Es musste kein langer Satz in fremder Sprache gesprochen werden allein dies war schon ungewöhnlich für einen Magier. Etliche Arten und Fassetten der Magie waren bekannt, Tabitah hatte alle studiert. Es war offensichtlich, dass sie nicht jede einzelne beherrschen würde doch was vor den Augen des schwarzhaarigen Generals passierte sollte sich in seine Erinnerungen einbrennen. Ohne ein einziges Wort, mit nur einer eleganten Handbewegung fing die Frau die eben noch in Eis gehüllt war das glühen an. Die rötliche Farbgebung passte perfekt zu ihr und fast wirkte sie wie ein mystisches Fabelwesen, eine Art Kitsune die nur darauf wartete andere mit ihrer Schönheit zu betören. Doch das war sie nicht, dass wollte sie auch nicht sein. Das Eis an ihrem Körper fing an zu schmelzen und ihre Haare wehten im Wind wie Flammen die diese karge Landschaft durchbrachen. Ihre Hand bewegte sich langsam, gleitend mit dem Wind um sie herum und ein Meer aus Flammen erschien. In normalen fall würde ihr die eigenen Flammen nichts anhaben aber diese Flammen hatten die Aufgabe sie zu fressen. Eine hohe Flammenmauer die fast doppelt so hoch wie die Frau selbst war kesselte sie komplett ein. Die rothaarige war im Meer der Flammen verschwunden es herrschte eine ungewöhnliche Stille. Der Schnee um sie herum begann zu schmelzen und grade als es seinen Höhepunkt erreichen sollte erloschen die Flammen so schnell wie sie gekommen waren. Nur ein paar Sekunden und alles war, wie es vor ihrer kleinen Kostprobe war. Nur die Frau mit den roten Haaren kniete auf dem Boden, noch immer keine Mine am verziehen. Der Schweiß in ihrem Gesicht perlte ab und ein paar der Tropfen wurden im Flug noch zu kleinen eisigen Perlen die in den Schnee fielen welcher sich unter ihr in Windeseile wieder bildete. „Du bist zu nichts zu gebrauchen!“ Gerald kam mit riesigen Schritten auf Tabitah zu und das tat er sicherlich nicht um ihr großes Lob auszusprechen. „Jahre lange Arbeit und heute schwächelst du? Grade HEUTE?!“ Seine Stimme wurde lauter, zorniger kaum mehr zu halten. „Frauen sind Frauen, ihr seid schwächliche Geschöpfe, alle die hier sind arbeiten hart. DU ziehst jeden in den Schmutz!“ Tabitah richtet sich auf wackeligen Beinen auf, schwäche zeigte sie jedoch nicht. Wenn sie hier und jetzt umkippen würde, wäre das ihr Ende. Sie hätte ihr ganzes Leben verschwendet. Die Haut, welche unter ihrem eigenen Feuer am leiden war, brannte wie Hölle. Selbst der Schnee der auf ihre freien Stellen kam fing sofort an zu schmelzen. Von kalt zu Heiß und von Heiß zu kalt. Der graue Kauz drehte sich zu Tyrill, sein Blick war sichtlich angespannt. Er hatte Befehl bekommen einen starken Magier abzuliefern doch was er liefern konnte war dieses klägliche Weibsbild. Das könnte ihm seinen Kopf kosten. Von ein auf den anderen Moment war er wie ausgewechselt, seine Schritte waren sanfter und er ging einen demütigen Gang. „Tyrill“ sagte der Kauz als er vor dem schwarzhaarigen stand. „Ich kann mich euch anbieten. Wir können diesen Schund von Magier hier und jetzt köpfen. Tötet sie, ich überlasse dies euch.“
      Noch immer zog Tabitah keine Miene, doch ihr inneres sprach Bände. Würde jetzt alles zu Ende sein? Kommt sie nach ihrem Ableben zu den vergessenen Magiern, wird sie dort überhaupt aufgenommen? Sie starb nicht ehrenhaft sondern wie eine kleine Made dem General gehorsam. Sie hätte ein guter Hund werden können. Das Herz in ihrer Brust schlug wie verrückt, die Angst vor dem tot war wohl nie weg gewesen. Was sollte sie tun? Könnte sie es mit zwei Generälen gleichzeitig aufnehmen? Unsinn… Der eine von ihnen war auch ein Magier, soweit sie das beurteilen konnte. „S..Sir ich werde jede Strafe entgegen nehmen!“ entgegnete sie Gerald. „Und warum redest du, ohne gefragt zu werden?!“ Tabitah schritt langsamer als üblich an die beiden heran, stellte sich stramm vor ihnen und beugte sich leicht aber grade wie eine Kerze nach vorne. „Wenn ihr meinen Kopf wollt, so nehmt ihn Sir!“. Der graue Kauz brannte vor Wut, noch nie hatte Tabitah ihn so in rage gesehen. Mit einem Mal drehte dieser sich um und schlug Tabitah mit voller Kraft in den Bauch. Die Frau krümmte sich keineswegs, nur ein Husten war zu vernehmen, ein kleines zucken und ein wenig Blut das aus ihrem Mund floss da sie sich auf ihre Lippe gebissen hatte. „Rede NIEMALS ohne gefragt zu werden!“
      Der graue Kauz widmete sich wieder Tyrill „Tötet sie! Es soll meine Ehre wieder herstellen!“
    • Tyrill

      Auf die Worte Geralds hin, blinzelte Tyrill nur überrumpelt. So hatte er das nicht gemeint, warum sollte sie ihre Magie an sich selbst demonstrieren? Es gab hier genügend Platz und es hätte auch nicht lange gedauert den Vorort zu verlassen, wo man so viel freie Fläche hatte, wie man nur wollte. Aber dann sollte es eben so sein, auch wenn er wusste, wie unangenehm es für sie werden würde, es erfüllte seinen Zweck genauso. Die Magierin schien noch nicht einmal mit der Wimper zu zucken, als sie den Befehl zu hören bekam, dabei musste ihr bewusst sein, was auf sie zu kam. Disziplin hatte sie schon einmal, das musste ihr der General zugestehen.
      Tyrill wusste nicht, was er erwartet hatte, aber doch zumindest irgendeine Art von Vorbereitung, oder Hilfsmittel, um ihre Kräfte zu bündeln und zu kontrollieren. Stattdessen genügte ihr eine einzige anmutige Bewegung? Schon alleine das genügte, um ihn zu beeindrucken. Selbst er benötigte seine Runen, um die Magie in ihm in Bahnen lenken zu können, doch Kontrolle war ohnehin schon immer das größte Problem für ihn gewesen. Kraft besaß er zur genüge, diese aber zu bändigen, das war eine andere Sache. Nur zu gerne würde er so frei und ohne die Angst alles um sich herum zu zerstören auf seine Fähigkeiten zurückgreifen können. Doch das schien er einfach nicht fertig zu bringen, also würde er weiter auf die fremdartigen Symbole und Zeichen vertrauen müssen. Beinahe war er schon neidisch auf die Rothaarige, die so spielerisch die Magie um sich sammelte.
      Angenehm warme Luft wehte ihm ins Gesicht, die sich schnell immer weiter aufheizte, bis er sich fühlte, als würde er vor einem brennenden Haus stehen und wie ein warmer Lichtstrahl durchbrach die leuchtende Magierin die eisige Landschaft um sie herum. Tyrill müsste lügen, hätte er behauptet, dass ihre Erscheinung nicht beeindruckend und wunderschön zugleich war. Nicht dass er das jemals zugeben würde. Furcht verspürte er keine, als sich die Hitze immer weiter steigerte, bis ein wahres Flammenmeer um sie herum erhob, das sie wie ein graziler Dirigent zu manipulieren schien. Vielmehr schlich sich ein zufriedenes Lächeln auf sein Gesicht, bei dem Gedanken wie er sie am besten an der Front einsetzen würde können. Selbst wenn sie lediglich auf Feuermagie spezialisiert sein sollte, boten sich damit wunderbare Möglichkeiten. Er sah vor seinem inneren Auge schon Bataillone von Flammen verschluckt werden und Stadttore zu Asche vergehen, als der Zauber mit einem Mal in sich zusammenbrach. Von einem Moment auf den anderen war sie nicht mehr von einer Feuersbrunst umhüllt, sondern kniete zusammengesunken in einem Kreis aus verbrannter Erde. Es brauchte nur einen Wimpernschlag und sofort eroberten eisige Winde ihr Revier zurück, wo gerade noch knochentrockene Hitze geherrscht hatte. Die Magierin mochte vielleicht keine Emotionen erkennen lassen, doch es war mehr als offensichtlich, wie sehr sie sich verausgabt hatte. Tyrill konnte nicht anders, als enttäuscht das Gesicht zu verziehen. Ihre Demonstration hatte so vielversprechend begonnen und das war schon alles? War denn all die Prahlerei des anderen Generals nur heiße Luft gewesen? Mit einem Seufzen fuhr er sich durch die schwarzen Haare. Wenn sie nicht doch mehr zu bieten hatte, dann konnte er mit ihr nicht viel mehr anfangen, als sie in einer Schlacht wortwörtlich zu verheizen.
      Geralds Reaktion kam genauso erwartet wie sie übertrieben war und er konnte nur danebenstehen und sich das Geschrei mit genervtem Gesichtsausdruck anhören. Wozu sollte er Tabitah töten? Dann hätte sie doch erst recht keinen Nutzen für ihn, ganz egal wie stark oder schwach die Frau war. Wenigstens hat sie den Anstand sich angemessen zu entschuldigen. Dachte er bei sich, als sich die Rothaarige demütig vor ihnen verneigte. Eine Strafe würde es dennoch nicht geben, denn diese würde sie ganz von alleine erhalten, sollte sie ihren Aufgaben nicht gewachsen sein. Krieg verzieh keine Fehler. Abgesehen davon hatte sie vermutlich bereits genügend Schmerzen, so gerötet und angebrannt ihre Haut aussah. Doch das sah Gerald selbstverständlich anders, der weiterhin lautstark ihren Kopf forderte und nach ihr trat, was sie so wie alles andere scheinbar ruhig über sich ergehen ließ.
      An dieser Stelle riss selbst Tyrill schließlich der Geduldsfaden. "Genug! Es reicht." zischte er und ohne dass er es wollte, wurden leicht bläulich glühende Symbole auf seiner Rüstung sichtbar, ehe er sich wieder unter Kontrolle bekam und den Magiefluss zu den eingravierten Runen stoppte. Normalerweise waren die mit bloßem Auge kaum wahrnehmbar und auch jetzt hatten sie sich nur schwach bemerkbar gemacht, doch sobald sie mit seiner Magie in Berührung kamen, würden sie sich wieder aktivieren. "Hier wird niemand getötet..." fuhr er in ruhigerem Tonfall fort. "Und ich möchte euch daran erinnern, dass sie meinem Kommando unterstellt wurde. Ihr vergreift euch somit gerade an einem Teil meiner Armee... Und davon würde ich euch dringendst abraten." machte Tyrell in warnend klar. "Was dich betrifft, Magierin... ich will für dich hoffen, dass das gerade ein Ausrutscher war, für den du eine Erklärung hast. Und sieh mich an, wenn ich mit dir rede." sprach er an die Rothaarige gewandt und forderte sie mit einer Handbewegung auf sich endlich wieder aufzurichten.
    • Tabitah:

      Der graue Kauz von General war sichtlich empört über das was der Schwarzhaarige ihm entgegen brachte. Keine Strafe? Keine Konsequenzen? Was für eine lächerliche Erziehungsmethode! „Dann nehmt sie mit, gebraucht werden hier keine Schwächlinge!“ Mit einer Handbewegung winkte er ab und fügte noch hinzu „Falls sie jemals wieder hier sein sollte, werde ich sie eigenhändig umbringen!“ ohne weitere Worte doch mit einer so geballten Wut, dass wenn sie in Magie ausgedrückt werden würde wohl alles um ihn herum erhitzen würde, verließ der General den Bogenplatz und ließ Tabitah mit dem Schwarzhaarigen zurück. Selbst die rothaarige war zutiefst verblüfft über die Worte des Mannes vor ihr. Niemals würde jemand anderes ihr so einen Patzer verzeihen, dass musste wohl ein Scherz sein. Sie würde später sicherlich noch hinhalten müssen, so dachte sie zumindest.
      „Nun…“ sie räusperte sich kurz, um einen Augenblick zeit zu haben darüber nachzudenken warum sie es verpatzt hatte. Es gäbe tausende Sachen, die wahrscheinlich eine gute Ausreden waren und sogar der Wahrheit entsprachen doch in den Augen der Rothaarigen war es schlicht weg ihr vergehen. „Es war meine Schuld. Ich war unachtsam. Bitte verzeiht mir Sir“ Es war ziemlich ungewöhnlich für sie einem General in die Augen zu schauen, immerhin wurde ihr beigebracht auf den Boden zu starren wenn sie mit jemanden hier aus dem Lager sprach. Das resultierte darin das sie ihren Blick dauerhaft schwanken ließ, ein unerklärliches Gefühl machte sich in ihr breit. Kaum auszuhalten, als würde ihr Kopf heiß werden. Hatte sie nicht einmal in Büchern darüber gelesen? Scharm… Nein unmöglich, sie war sicherlich nur krank! „Auch wenn meine Magie sich einst verabschieden sollte Sir, so kann ich auch mit dem Degen umgehen.“ Dann fing sie an ihn zu mustern. Von oben bis unten, von links nach rechts. Was er wohl für ein Magier war? Sie selbst war nur eine Feuermagierin. Man erzählte das es auch Magier gibt, die mehr Elemente beherrschen. Sogar in Perfektion, war er so stark? Einige Sekunden hielt sie inne, atmete leicht aus und ignorierte die Schmerzen weitgehendst. „Sir, wenn ich Vorschlagen darf würde ich sie darauf hinweisen, dass der Weg unter Kalzim durch ein einfacherer ist. Er würde ihre Truppen schonen und auch eure Tiere. Wenn ich…Entschuldigen sie das ich einfach rede, wir können aufbrechen wenn euch danach ist Sir!“ Eine Silhouette war hinter dem schwarzhaarigen hervorgekommen und schien sich zu nähern. „Sir General Tyrill? Ich soll ihnen etwas ausrichten!“ Ein schlaksiger junge Bursche stand vor den beiden und schien ziemlich aus der puste zu sein, wie weit er wohl gelaufen war? „Wenn ihr aufbrechen wollt, so sollt ihr dies zu gleichtun. Ihr werdet gebraucht! Wir werden die Schlacht verlieren, OH GOTT steh uns bei! Unten im Tunnel gibt es eine neuartige Fähre, sie wird mit Magie betrieben. Es dauert nur wenige Stunden bis zur Ankunft und aus der Eistundra heraus. Jedoch passen dort maximal 50 Mann hinein! Oh Gott! Wir werden untergehen!“ Der schlaksige stapfte mit seinen Füßen hin und her, jede Faser seines Körpers strahlte eine gewisse Panik aus. „Sir, Sir kommen sie! Beeilung! Ihr seit doch Tyrill! Ihr müsst diese Schlacht anführen, los los!“ Dies war nun ein Bild was Tabitah nie vergessen wird, der schlaksige nicht mal 1.70 Große, in panikverfallende Söldner zog Tyrill. Einen Mann, der fast 3 Köpfe größer als Tabitah war, der eine edle Rüstung trug die sie noch nie zuvor gesehen hatte, der den Titel eines Generals inne trug und zudem noch ein Magier war. So eine komische Art mit jemanden umzugehen hatte sie noch nie gesehen, ihr schien das wirklich unhöflich. Doch irgendwie belustigte sie der Anblick ein wenig. Ohne zu Zögern folgte sie den beiden, eine neuartige Fähre? Was das wohl war? Auch wenn sie den Weg zu Fuß gehen müsste, würde sie dieses Gefährt dennoch gerne erblicken. Sie hielten vor einer Tür, die mit Runen verziert war „Öffnen“ rief der schlaksige und wie von Zauberhand öffnete sie die Tür ohne Knauf. „Hier unten, los schnell schnell!“ Tabitah jedoch blieb stehen und versperrte dem jungen Mann Tyrill einen Augenblick den Weg „Sir, soll ich den Weg durch den Tunnel gehen oder über das Eis selbst? Gebt mir 3 Tage und ich werde wieder an eurer Seite sein, Sir“ Tabitah stand stramm und ohne jeglichen Zweifel in ihrer Stimme, musste man ihr Glauben das sie folgen würde.
    • Tyrill

      Wo sie recht hatte, hatte sie Recht. Es wäre in der Tat sehr viel sicherer, seine Truppen über die Tunnel zu versenden, sobald sie abmarschbereit waren. Was allerdings noch einige Stunden dauern müsste. Sie kamen vermutlich gerade erst im Vorort an und wurden von seinen Unteroffizieren geordnet und mit zusätzlicher Ausrüstung für den Krieg versorgt. Bis dahin gab es für ihn nicht allzu viel zu tun. Natürlich fielen all diese Vorbereitungen ebenfalls in seinen Aufgabenbereich, aber Tyrill fand das ganze Prozedere genauso langweilig wie es notwendig war. Es war somit einer der Vorteile seiner Position, er hatte genügend fähige Untergebene, welche die Aufsicht dabei übernehmen konnten. Er würde in der Zwischenzeit am besten etwas zu Essen finden, immerhin war er so früh aufgebrochen, dass dafür noch keine Zeit gewesen war und er sollte sich wohl noch weiter mit den Fähigkeiten dieser Magierin befassen, wenn er sie gewinnbringend einsetzen wollte.
      Aber bevor er irgendetwas davon ansprechen konnte, wurden sie unterbrochen. Mit gerunzelter Stirn beobachtete der General, wie ein schlaksiger Junge auf sie zugelaufen kam und auch sofort das Wort ergriff. So panisch wie dieser wirkte, musste es wohl echt Probleme geben, doch Tyrill ließ sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen. Zu oft waren Boten schon in diesem Zustand auf ihn zugekommen als dass ihn so etwas noch schrecken konnte. Das änderte jedoch nichts daran, dass er dem Mann sofort folgte. Allerdings nicht bevor er sich dem Söldner wieder entriss. Er würde sich mit Sicherheit nicht mitziehen lassen, ganz egal wie dringend die Situation war und egal wie verzweifelt der Mann war. Wenn sie es nicht so eilig hätten, dann hätte sich der Schlaksige mehr als eine Standpauke anhören können. Aber so beließ es Tyrill dabei ihn erzürnt anzufunkeln, es war besser pragmatisch zu bleiben und sich jetzt nicht mit derartigem Aufzuhalten. Er konnte den Mann später noch immer dafür vor seinen Vorgesetzten zur Verantwortung ziehen.
      In jedem Fall war der General auf diese neue Erfindung gespannt. Alles was ihm bei einem Feldzug, oder in diesem Fall der Verteidigung, behilflich sein konnte war in seinen Augen etwas gutes, mehr musste er nicht wissen. Die Theorie und Wissenschaft hinter solchen Dingen hatte ihn noch nie interessiert. Werkzeuge und Hilfsmittel hatten zu funktionieren, um alle anderen Details konnten sich andere Leute Gedanken machen. Aber dass man jetzt schon so weit war, dass man magische Maschinen zur schnellen Fortbewegung nutzen konnte war beeindruckend.
      Ohne weiter nachzudenken wollte er dem Burschen hinab in die Tunnel folgen, als Tabitah, die ihnen bis jetzt schweigend gefolgt war, ihm den Weg versperrte. Auf ihre Frage hin konnte er sie nur verdattert anstarren. Sie wollte was? Einfach so, ohne jede Verpflegung einfach so aufbrechen? Ganz zu schweigen, dass ihm ihre Kleidung alles andere als geeignet erschien um auch noch direkt über das Eis zu marschieren. "Was ist das überhaupt für eine unsinniger Vorschlag?" schnaubte er überrascht. "Warum solltest du laufen müssen, wenn wir doch anscheinend viel schneller ans Ziel kommen können. Wenn das alles so ernst ist, wie dieser Bursche behauptet, dann werden wir alle Kampfkraft gebrauchen können, die wir zur Verfügung haben. Was nützt es mir, wenn du Tage später und erschöpft ankommst? Gerade wir Magier sollten so ausgeruht wie möglich sein..." Kopfschüttelnd ging er an ihr vorbei und deutete ihr an ihm zu folgen. "Du kommst somit selbstverständlich mit, alles andere wäre absurd." Und mit diesen Worten eilte er weiter in die Richtung, wo der Soldat bereits nervös und mit aufgerissenen Augen auf sie wartete. "Beeilen sie sich!" rief er erneut und lief weiter.
      Je weiter sie dem von magischen Lampen beleuchteten Flur folgten, umso lauter wurde ein merkwürdiges Summen, aufgeladenes Summen und Surren, ehe sie in einen großen Raum gelangten, in dem sich die Quelle der Geräusche befand. Fast hätte Tyrill schon gedacht sie standen vor einer übergroßen Kutsche, die man aus irgendeinem Grund in die Tunnel gebracht hatte, doch dann bemerkte er, dass es keinerlei Pferde oder andere Tiere gab, die sie ziehen konnte. Die Kabine wäre ohnehin viel zu immens gewesen, als dass man sie wie eine normale Kutsche hätte ziehen können. Stattdessen stand sie auf Schienen und auf ihrer Rückseite befanden sich übergroße, leuchtende Kristalle, die eindeutig für den Lärm hier verantwortlich waren und wohl als Antriebskraft dienten. Der General hielt bei diesem Anblick kurz inne, doch lange staunen konnte er über diese Erfindung nicht. Kaum dass er innegehalten hatte, ertönte auch schon wieder die Stimme des gehetzten Boten. "Kommen sie, hier rein!" Rief er und deutete auf eine Türe, die Tyrill erneut an eine Kutsche erinnerte.
    • Tabitah brauchte ein wenig länger um die Kutsche überhaupt wahrzunehmen. Für sie zählten die Worte des Generals die sie kaum verstand. Ausgeruht? Sie sollte sich ausruhen? Weil sie eine Magierin war? Das war wohl eines der ersten male in ihrem volljährigen Dasein, dass sie einen General fragend anschaute. Sie wollte gewisse Dinge erfragen, doch ihre Lippen schwiegen, sie war immerhin nicht hier um Sachen in Erfahrung zu bringen sondern um als Waffe zu dienen. Grade als die rothaarige ihre Gedanken beiseite schob befanden sie sich in einem großen Raum. Doch nicht der Raum selbst war das was hier allen den Atem raubte sondern das durch Magie betriebene Gefährt, was sich vor ihnen empor ragte. Eine unglaubliche magische Kraft ging von den Kristallen aus, die an der Kutsche selbst befestigt waren. Lange Zeit um sich die Mechanik dahinter von nächster Nähe anzuschauen hatte Tabitah leider nicht, sie war jedoch der Meinung das Wissen das wichtigste Gut auf der Welt war. Wer Wissen hatte, der hatte auch Macht nun zumindest wenn man nicht klein gehalten wurde.

      "Kommen sie, hier rein!" rief der Schlaksige Mann und Tabitahs Blick schwankte von dem Kerl zur Türe und wieder zurück. "Ich werde nicht mitfahren! Ich werde die Truppen sicher durch den Tunnel geleiten! Am Ende der Fahrt wird die Tür von Ryka geöffnet, der Heilerin von dem ersten Trupp eure Ankunft wird also erwartet Sir!" Damit machte er eine Kehrwende und schien beruhigt das Tyrill nun zu dem Stützpunkt aufbrach. Ohne weitere Worte stieg die kleine Frau auch in die Kutsche und schloss die Tür. Wieder stieg ein unangenehmes Gefühl in ihrer Brust hoch und so bedrängt wie sie sich fühlte, auch wenn sie nur gegenüber saßen starrte sie gegen die Wand. Mit einem mal fing die Kutsche an sich zu bewegen, erst langsam doch jede Sekunde wurde sie ein wenig schneller. Irgendwann erreichte sie eine Schnelligkeit mit der nicht einmal das schnellste Pferd mithalten zu vermochte, unglaublich!
      Der Blick der rothaarigen schwankte nun kurz auf Tyrill, dem sie dann aber wieder auswich. Sie wird sich nicht so schnell daran gewöhnen mit dem Mann Augenkontakt zu halten, schwieriger als erwartet. "Sir" unterbrach sie die Stille in der Kutsche, die nur von dem leisen pfeifen des Windes durchschnitten wurde. "Ich hätte eine...ein paar Fragen an sie. Natürlich müssen sie diese nicht beantworten, ich werde trotzdem Fragen!" Ihr Blick richtete sich zum Boden und bevor sie über die Konsequenzen für das unerlaubte Reden nachdachte, fing sie einfach damit an. "Sir, Wieso sollte ich als Magierin ausgeruht sein? Ich bin der Abschaum der Gesellschaft und eine Waffe im Krieg. Bin ich nicht mehr von nutzen werde ich beseitigt, jedes essen das ich bekomme ist verschwendet jedoch würde mein Körper ohne versagen. Sieben Tage sollen die Menschen ohne aushalten, bei mir waren es immer vier bis ich mich nicht mehr bewegen konnte. Jetzt sind es grade mal Zwei Tage, deswegen frage ich sie Sir, soll ich mich in zwei Tagen ausruhen? Und zu ihrem unsinnigen Vorschlag vorhin, dies wäre das was mein ehemaliger General ohne wenn und aber von mir erwartet hätte, nur bei ihnen war ich mir nicht sicher. Da wir bald an der Front sind werde ich auch nach meinem eigenen ermessen Handeln, solange ich keine Befehle für die jeweilige Situation habe. Sind sie damit einverstanden?" Ein wenig viel Worte, doch die rothaarige Magierin wollte und musste dies in Erfahrung bringen. Das ein oder andere war wohl eher eine Frage der Neugier wie die Antwort darauf lauten würde, doch es wäre nicht zu aufdringlich gewesen immerhin handelte es sich hier um Fragen die ihr als Soldatin weiterhelfen könnten wenn sie das wissen darüber hat.

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    • Tyrill

      "Gut, unterrichte sie sofort über alles, was geschehen ist und melde ihnen, dass sie so schnell wie möglich aufbrechen sollen!" Rief er dem Mann nach, als dieser den Raum schon wieder verließ. Der General konnte nur hoffen, dass der Schlaksige nicht weiterhin so unmöglich verhielt. Es mochte im Moment vielleicht eine Notlage herrschen, weswegen Tyrill nichts unternommen hatte, doch bei seinen Offizieren würde der Soldat schnell zurecht gestutzt werden, wenn er nicht aufpasste.
      Seufzend fuhr sich der junge Mann durch die Haare und blickte sich um. Auch hier drinnen ähnelte alles dem, was man vielleicht aus einer Kutsche kannte, nur dass alles viel geräumiger war und es um einiges mehr Sitzplätze gab. Eine Bankreihe reihte sich hinter die andere, wobei immer zwei Sitzgelegenheiten einander zugewandt waren. Man konnte hier doch einige Menschen unterbringen, aber im Moment waren sie die Einzigen.
      Kurzerhand ließ sich Tyrill auf einer der Bänke nieder und deutete Tabitah an ihm gegenüber Platz zu nehmen. Kaum dass sie sich niedergesetzt hatten, erwachte die Maschine auch schon zu Leben. Hier im Inneren des Gefährts war der Lärm kaum noch wahrzunehmen, doch ein leichtes Rattern blieb, kaum dass Fahrt aufgenommen wurde. Nicht schaukelte, oder rumpelte, so wie man es von einer echten Kutsche kannte, sobald diese über unebenen Boden fuhr, doch das stetige vibrieren, das durch den Raum lief, machte ihn nervös. Der General konnte sich nicht so richtig entscheiden, ob es ihm gefiel in einem ihm unbekannten, magischen Gefährt immer mehr an Fahrt aufzunehmen und sich ohne Kontrolle ganz auf die Erfindung irgendwelcher Ingenieure verlassen zu müssen. Er ließ sich seine Nervosität jedoch nicht anmerken und versuchte die Gedanken wieder zu verdrängen, als er schweigend aus dem Fenster blickte, wo pfeifend der Wind vorbeizog. Die einzige Möglichkeit ihre Geschwindigkeit einzuschätzen, waren die Lampen, welche in regelmäßigen Abständen im Tunnel angebracht worden waren. Sie flogen geradezu an ihnen vorbei und es war klar, dass sie jedes Pferd schon lange weit hinter ihnen gelassen hätten.
      Da holte ihn die leise Stimme der Magierin wieder in die Realität zurück und blinzelnd drehte er sich zu ihr um und nickte ihr zu. Natürlich konnte sie ihm Fragen stellen, etwas besseres hatten sie hier ohnehin nicht zu tun. Tyrill stützte sein Kinn auf eine Hand und sah sie mit einer erhobenen Augenbraue an. Wieder schien sie seinen Blicken geflissentlich auszuweichen, was er jedoch dieses mal nicht weiter ansprach. "Willst du damit sagen, dass ich auch Abschaum bin?" fragte er mit gefährlich ruhiger Stimme. "Natürlich sind wir Waffen, so wie jeder andere Mensch den wir in den Krieg schicken. Der Unterschied ist nur, dass wir weit mehr... Einfluss haben, was den Ausgang einer Schlacht angeht. Ein Soldat mehr oder weniger, das ist eine Sache, aber ein Magier..." fuhr er fort und gestikulierte mit seiner freien Hand in ihre Richtung. "Oder in dem Fall du, kannst den Ausschlag zu Sieg oder Niederlage bringen. Was nützt es, wenn du dein volles Potential nicht ausschöpfen kannst? Das selbe gilt für mich. Sowohl als General, als auch als Magier, wenn ich nicht in der Lage bin meine Aufgaben zu erfüllen, dann bedeutet es, dass wir am Ende verlieren. Nur weil ich meine Truppen nicht befehligen, oder dem Feind nicht genügend Schaden zufügen konnte." Es war sein größtes Glück, in seiner Position geboren worden zu sein. Wäre er sonst genauso, wie diese Frau hier vor ihm? Es war befremdlich so direkt mit jemand anderem seiner Art zu sprechen. Alle Magier, denen er bis jetzt begegnet war, waren von Hofe, oder hatten ihn ausgebildet. Sie kamen nicht aus Waisenhäusern, oder von der Straße. Mit regulären Magiern, wie sie vereinzelt in der Armee eingesetzt wurden, hatte er noch nie wirklich viel zu tun gehabt. Sie war die erste, die man ihm unterstellt hatte, schließlich besaß er selbst magische Kräfte und man hatte es noch nie für nötig befunden seiner Armee einen zweiten Magier zuzuteilen.
      Dann stimmte es also, was er nie so richtig hatte wahrhaben wollen. Die Art und Weise, wie man die Ausbildung für jemanden wie ihn führte, wenn man nicht aus dem Adel kam. Ja, er mochte von einigen von oben herab betrachtet worden sein, aber als Verwandter des Königs war das auch schon alles, was man sich getraut hatte. Alleine das, war ihm schon immer bitter aufgestoßen. Wo er doch mehr war, als der normale Mensch, um nicht zu sagen besser. Doch das waren Gedanken, die man am besten niemals laut aussprach.
      "Kurz gesagt, du wirst dich nach eigenem Ermessen ausruhen, wenn es die Situation erlaubt. So wie es jeder andere Soldat auch tun würde." Und wenn er die Rothaarige so betrachtete, dann sollte sie das wirklich dringend einmal tun. Ganz egal, wie ausdruckslos ihr makelloses Gesicht aus sein mochte, es war für jeden ersichtlich, dass sie mitgenommen aussah. Und was die Front angeht gilt dasselbe. Handle nach eigenem Ermessen, solange ich, oder jemand anderer dir keinen anderweitigen Befehl gibt. Aber nur erst dann, ist das klar?" Tyrill wusste nicht, wann er einmal ein derart befremdliches Gespräch hatte führen müssen. Musste man dieser Frau denn alles erklären? "Ich schätze einmal, dass wir zumindest noch eine Weile unterwegs sein sollten. Wie wäre es, wenn du einmal nachsiehst ob es hier in diesem Wagen irgendwo so etwas wie Proviant gibt." befahl er der Magierin.
    • Sie hörte ihm ruhig zu und war ein wenig verwundert darüber, dass sie nicht direkt angeschrien wurde. Sie, die rothaarige Magierin war also ein taktischer Vorteil für ihn. Der Grund war ein nicht zu verachtender, immerhin waren ihre magischen Fähigkeiten denen eines normalen menschlichen Soldaten um einiges überlegen. Eine Waffe, die im Krieg gebraucht wurde und danach abgeschafft. Das war es, was der General nicht sagte oder vergaß? So wie Tabitah es aufgenommen hatte, durften die normalen Soldaten nach dem Krieg zu ihren Familien zurück, zurück in die Freiheit. Ihr wurde immer schon gesagt, dass es bei ihr nicht der Fall sein würde. Das mildeste wäre ein Aufenthalt im Käfig oder gleich der tot. Kurz blickte sie ihre Hände an, die von schrammen und kleinen Narben übersäht waren. Niemals würden die normalen Frauen solche Wunden tragen, dass würde ihren Preis mindern aber als Magierin hatte man keinen Preis sondern nur einen nutzen. "Ja Sir, ich werde die Befehle dir ihr oder andere mir geben zuerst ausführen bevor ich nach meinem eigenem Ermessen handele!"
      Die rothaarige ging davon aus, dass der schwarzhaarige General damit seine ganze Truppe meinte immerhin war sie es nicht anders gewohnt. Das würde heißen, sie geht überall herum und fragt nach Befehlen. Eine sehr anstrengende Arbeit. "Ja Sir! Ich werde diesen Wagen nach Proviant überprüfen! Wenn es weitere Befehle gibt, zögern sie nicht diese laut mitzuteilen!" Kein Zögern sondern ein sofortiges aufspringen von ihrem Sitz und dem suchenden Blick nach Proviant. Der rothaarigen fiel es aber ziemlich schwer in dem sich bewegenden Wagen halt zu finden, mal schwankte sie zur einen Seite mal zu der anderen sobald es ein wenig holprig wurde. Das war ihr aber keines weges zu verübeln, immerhin hatte sie vorher nie gebrauch von solchen Gefährten gemacht sondern maximal die Tür dieser aufgehalten. Unter den Bänken war kein Proviant zu sehen, hinter einzelnen Türen die in Regalen mündeten gab es auch nichts. Hinter einer dieser Türen war jedoch eine kleine Tür, die einen Raum offenbarte wo nichtmal die kleine Magierin reinpassen würde. Sie war auf dem Boden des Wagens angebracht und die rothaarige wunderte sich, dass dies bei einigen Stellen nicht auf dem Boden schleifte oder zerbrach. Ein Zettel neben einem winzig kleinem Fass für geschätzt 4 Gläser stand in diesem Raum und 2 Äpfel lagen dort neben. Tabitah konnte nicht lesen, nur Glyphen waren ihr beigebracht worden. 'Nur für höhere Ränge' stand auf dem Zettel, dem sie den General überreichte und auf die kleine Luke im Boden deutete. Natürlich tat sie so, als hätte sie diesen Zettel schon lange entziffert und stand so selbstbewusst wie immer neben dem Sitzplatz, auf dem der General platz genommen hatte. "Sir, dort sind 2 Äpfel und 4 Gläser Wein wenn ich mich nicht täusche" dann fügte sie noch hinzu "Das ist verdächtig aber ich möchte ihnen nicht in das Wort fallen, ich werde das essen gerne verkosten dann müssen sie sich meine Worte nicht anhören". Keine Miene verzogen ging die rothaarige wieder zu der Luke und holte dort das kleine Fass und die zwei Äpfel heraus. Wenn man bedachte, dass dies eigentlich ein Wagen für 50 Personen war von einer Reise zu einem Kriegsgebiet, war dies ziemlich wenig essen. Der Soldat wirkte als wäre er in Panik, also könnte es gut sein das dieser das essen vorher ausgetauscht hatte. Tabitah schoss auch direkt in den Kopf, wer es gewesen sein könnte. Der Kauz. Seine Laune war heute unvergleichlich schlecht gewesen doch ein Attentat auf einen General, würde er sich das erlauben? Wie erstarrt stand die kleine Frau da und starrte den Apfel in ihrer Hand an, riechen tat er normal. War es der Wein gewesen? Oder würde sie doch nur Hirngespinste haben?

      Nun nahm sie langsam Schritt und setzte sich, dass Fass neben ihr auf der Bank abgestellt gegenüber von Tyrill hin und schnitt mit ihrem Rapier den Apfel auseinander. Die Verfärbung innendrin war kaum wahrnehmbar doch jeder der wusste wie ein Apfel normalerweise aussah und wie er sich jetzt leicht bläulich färbte wusste, das dies Gift war. Aber wer schneidete schon einen Apfel vorher auf um dies zu prüfen? Sie hielt den Apfel fast direkt vor das Gesicht von dem General "Sehen sie Sir, ich werde den Apfel natürlich trotzdem essen wenn es ihnen beliebt. Mein Körper wurde gegen viele Gifte trainiert und sie schwächen mich meist nur noch minimalst. Aber damit sie sehen das dieser vergiftet ist, wenn sie mir nicht glauben, werde ich ihnen dies auch gerne an mir demonstrieren. Für 1 Stunde werde ich schwere Bauchschmerzen verspüren, ehe dies langsam Abklingt" Ein wenig gruselig war Tabitah schon, welche Frau oder auch Mann würde freiwillig in einen offensichtlich vergifteten Apfel beißen? "Bitte geben sie mir einen Befehl, damit ich weiß wie ich weiter verfahren soll Sir" Die Fahrt wurde immer schwankender, so als würden sie nun Berg auf fahren. Berg auf? Das würde doch heißen, dass sie auf dem Weg sind den Tunnel zu verlassen?
    • Tyrill

      Und sofort kam auch schon ihre emotionslose, maschinenartige Zustimmung auf seine Anweisungen. Kurz runzelte er nachdenklich die Stirn. Hätte er sich vielleicht noch genauer ausdrücken müssen? "Ach was, sie wird mich schon richtig verstanden haben." Dachte er bei sich. Eine Einschätzung, die er wohl nicht getroffen hätte, wenn er sie besser kennen würde.
      Doch so lehnte er sich einfach nur zurück und wartete darauf, dass seine Untergebene etwas zu essen finden würde. Es musste hier doch irgendeine Verpflegung geben. Wenn nicht, dann würden die Verantwortlichen für diesen Transport etwas zu hören bekommen. Ein General hatte schließlich versorgt zu werden, anders war es jemand seiner Stellung gar nicht gewöhnt. Ohne also selbst Anstalten zu machen sich an der Suche zu beteiligen sah er, den Kopf noch immer auf seiner Hand abgestützt, der Magierin dabei zu wie sie das Abteil auf den Kopf stellte. Er hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben, als Tabitah kurz durch eine Tür verschwand, ehe sie wieder zu ihm zurückkehrte.
      "Nur für höhere Ränge? Dass ich nicht lache." Empört zerknüllte Tyrill den Zettel in seiner Faust und beäugte missmutig die beiden Äpfel die sie ihm gebracht hatte. Ein Fass mit Wein war nichts besonderes und schon fast zu erwarten gewesen, doch einfache Äpfel? Mit dieser Maschine wurden definitiv nur hochrangige und wichtige Personen transportiert. Der normale Soldat, oder Bürger würde wohl kaum einen Platz in dieser merkwürdigen Kutsche ergattern können. Also war ein derartig mickriger Proviant mehr als enttäuschend, es grenzte geradezu an eine Beleidigung und daran konnte auch das Fass Wein nichts ändern. Natürlich war er es durchaus gewohnt mit nichts weiter als den absoluten minimal Rationen auskommen zu müssen, so etwas konnte in einem Feldzug nun einmal passieren, aber in so einer Situation durfte jemand seines Ranges nicht so bewirtet werden. Hätte ihm jemand in der Hauptstadt so etwas vorgesetzt, dann konnte derjenige sicher sein, dass er seinen Posten verlor.
      Der General konnte Tabitah nur Recht geben. Irgendetwas an dem Ganzen erschien alles andere als vertrauenserweckend, ganz abgesehen von der offensichtlichen Unverschämtheit ihm diesen Proviant zur Verfügung zu stellen. Tyrill streckte die Hand nach einem der Äpfel aus und besah ihn sich nachdenklich von allen Seiten. Ein ganz normaler Apfel, zumindest von außen. Ein Jammer, dass seine Kräfte in diesem Fall nutzlos waren. Zauber für derartige Analysen beherrschte er nicht, denn schließlich war er für den Krieg geschaffen und Subtiles war noch nie seine Stärke gewesen. Aber bevor er irgendetwas tun konnte, hatte die Rothaarige den anderen Apfel bereits angeschnitten. Falls sie etwas entdeckt hatte, so war ihr dies nicht im geringsten anzusehen. Ihr Gesicht blieb versteinert wie eh und je, als sie ihm das Stück Apfel ins Gesicht hielt. Erst jetzt konnte er erkennen, was sie gefunden hatte und sofort durchfuhr ihn heiße Wut. "Gift also..." knurrte er. Zumindest sah es so aus, was sollte auch sonst den Apfel derartig verfärben? Sicher konnte er sich natürlich nicht sein, bevor man es an jemandem zu essen gab, doch das kam nicht in Frage. Er war auch so schon überzeugt. Es wunderte den General nicht, dass ihn jemand vergiften wollte, somit stimmte er ihrer Einschätzung schnell zu. Doch die Frage war, wer dahinter steckte. Der Feind, der sie angeblich angegriffen hatte? Oder war all das nur eine Lüge um ihn aus der Welt zu schaffen? Es wäre keine Überraschung, wenn in einer der höfischen Intrigen sein Tod beschlossen worden war. Vielleicht auch etwas völlig anderes, das er gar nicht bedachte. Vermutlich hatte dieser merkwürdige Bote etwas damit zu tun, aber auf Gerald fiel sein Verdacht gar nicht erst. Den unangenehmen General hatte Tyrill bereits gedanklich wieder beiseite geschoben, warum sollte dieser auch einen Mord begehen nur um ihm etwas heimzuzahlen? Da konnte er weit triftigere Gründe bei anderen Parteien finden.
      "Wir werden den Bastarden, wer auch immer sie sind, nicht auch noch die Genugtuung geben und uns selbst vergiften, ist das klar?" Grollte er auf ihren Vorschlag hin. Kam denn diese Frau nur auf selbstzerstörerische Ideen? Dass sie angeblich so viele Gifte gewöhnt war, und ohne zögern bereit war sich erneut zu vergiften sprach Bände über ihre Ausbildung, aber im Moment kam ihm derartiges nicht in den Sinn. "Ich kann auch so sehen, dass er vergiftet sein muss, also komm gar nicht erst auf so eine Idee... Gut gemacht." lobte er sie, bevor er mit finsterer Miene aufstand und ihr den Apfel aus der Hand nahm. "Eine derartige Feigheit... Mich einfach zu vergiften!" fauchte Tyrill und zerdrückte den Apfel mit seiner gepanzerten Faust, ohne darauf zu achten wie ihm der Saft die Hand entlang auf den Boden tropfte. Dass er auf eine derartig hinterhältige Weise hätte sterben sollen schürte seine Wut schon beinahe mehr als das versuchte Attentat selbst.
      Auf vom Schwanken der Maschine wacklig gewordenen Beinen marschierte er empört auf und ab. "Wenn du auch nur eine handfesten Verdacht hast, wer das sein könnte, dann raus damit. Aber in jedem Fall, mach dich kampfbereit! Vielleicht fahren wir auch einfach nur in eine Falle und das hier ist nicht der einzige Versuch mich loszuwerden.
      So schnell hatte sich die übliche Aufregung vor einer bevorstehenden Schlacht zu wütender Paranoia gewandelt, welche die Runen seiner Rüstung ungewollt zum glimmen brachte.
      Das Pechschwarz, das sie bis jetzt undurchdringlich umgeben hatte, wich langsam einem leichten Grau, ehe sie von einem Moment auf den anderen aus dem Tunnel geschossen kamen. Kurz musste Tyrill die Augen zusammenkneifen, als ihn das gleißende Weiß der Oberfläche blendete. "Sieht so aus als ob wir bald unser Ziel erreicht haben..." mit diesen Worten zog er in einer geübten, fließenden Bewegung sein Schwert. Nun würde sich bald herausstellen was sie erwartete. Vielleicht hatte dieser Vergiftungsversuch auch gar nichts mit dem Angriff zu tun und er war übervorsichtig. Aber besser Vorsicht, als Nachsicht. In jedem Fall würde irgendjemand für das hier seinem Kopf verlieren, das schwor sich der General.
    • Sichtlich geblendet von der Sonne, kniff die Frau ihre Augen zusammen und blinzelte einige male unbeholfen. Soviel Sonne war sie nicht gewohnt, selbst ihre Haut fing ein wenig an zu brennen. Die eisige kälte hatte sich schon langsam in dem Wagen verflüchtigt, dass hatte sie wohl bemerkt aber mit puren Sonnenstrahlen hatte die rothaarige keines Weges gerechnet. "Das könnte Gerald gewesen sein." Entgegnete sie dem schwarzhaarigen jungen General wären dessen sie sich über ihre Arme strich. Die ungewohntheit der Sonnenstrahlen machten ihr ein wenig zu schaffen, mehr als die Tatsache das beide fast vergiftet wurden. "Niemand anderes wäre so verblendet und würde davon ausgehen, dass dies ein guter Versuch einer Vergiftung wäre. Oder es wollte ihm jemand in die Schuhe schieben" Ihr Unwohlsein schwand nicht, also stellte sie sich in den Schattenplatz der in dem Wagen zu sehen war. Als würde ihr die Sonne versuchen die Lebenskraft zu rauben, drängte sich die rothaarige schon fast gegen die Wand des Wagens in der Hoffnung die Sonne würde sie nicht erreichen. Zu verübeln war es ihr nicht, das einzige was sie gesehen hatte war Eis, Schnee und Hagel. Die Kälte war ein Teil ihrer gewesen und nur das Feuer, dass auf den Holzscheiten vor ihrem Zelt gebrannt hatte spendete ihr Wärme. In Büchern die mit Glyphen geschrieben wurden, stand nichts von einer Sonne sondern nur über mächtige Zauber und die Sachen die man dazu brauchte. Erzählt wurde ihr kein Wort über etwas, dass solch eine wärme spendete. Nur flüchtig hörte sie davon wie Soldaten darüber redeten das sie gerne bei der Sonne wären. Ob das nun der Tod war oder das Leben ist ein unerklärliches Rätsel für die rothaarige gewesen. Als sie sich wieder gefangen hatte, blickte sie zu dem General und sah, dass er sein Schwert gezogen hatte und der Wagen langsam zum stehen kam. Ohne weiter darüber nachzudenken sprang die Frau vor den General, darauf warten was passieren würde. Es roch normal, nur die Sonne brannte sich auf die offenen stellen der Haut. Nur wenig war von außen zu erkennen, grün schien auf dem Boden ausgelegt worden zu sein. Was war das wohl für ein Teppich? Die Tür des Wagens öffnete sich langsam, Tabitah wich keinen Schritt zurück "Sie bleiben hinter mir, es ist meine Aufgabe mein Leben für ihres zu geben".

      Mit langsamen Schritten ging Tabitah voran, schritt aus der Tür des Wagens und blickte um sich. Ein einzelner Soldat stand stramm vor der Treppe, die nach oben führte. "Sir Tyrill? Wo ist Sir Tyrill?!" Die Waffe auf die rothaarige gerichtet, verbeugte diese sich leicht und deutete auf den Wagen. "Dann müssen sie...Die Magierin.." Die Wache schluckte und der Atem stockte "Kommen sie, ich schicke für den Herrn Tyrill jemand anderes herunter" Ohne Zögern folgte die rothaarige der Wache, sein ganzer Körper war mit einer Rüstung geziert, nicht einmal das Gesicht war kenntlich. "Schneller!" rief die Wache und rannte schon fast panisch die Treppe hoch. Tabitah hatte kaum Zeit sich die Außenwelt anzusehen, einzig die flauschige Erde und den grünen Teppich spürte sie etwas unter ihren Füßen. Der Turm, der direkt vor diesem Wagen stand war faszinierend hoch und mitten im nirgendwo, so schien es zumindest. Stein, dieser Turm war aus Stein gebaut. Innerlich war Tabitah über diese Konstruktion noch mehr am staunen, äußerlich verzog sie wie immer keine Miene. "Miss Zafina, dies ist die rothaarige Magierin aus dem Reich des Eises. Ich brachte sie euch so schnell wie möglich hoch, ohne den General.". Eine wunderschöne Frau, mit langem blonden Haar, einem Gesicht geformt von Engeln und einem Kleid, dass von schönstem Schneider kam richtete sich auf, blickte in das Gesicht von Tabitah und schüttelte mit dem Kopf. "Du verziehst keine Miene vor mir. Weder Freude noch Angst. Ungewöhnlich, doch wir müssen schnell reden. Der General muss beseitigt werden! Wenn du dies tust, schenke ich dir Freiheit. Und nun geh, bringe mir etwas was beweist das er starb. Wenn du es nicht tust, werde ich höchstpersönlich dafür Sorgen das du mit ihm stirbst" Ohne ein Wort herausbekommen zu haben, wurde Tabitah so gleich auch wieder aus dem Raum herausgeschoben und hörte Stimmen von unten. Langsam ging sie die Treppen herunter und wartete vor der Tür, die sie von der Außenwelt abschirmte.
    • Tyrill


      Es war nicht das erste Mal, dass er aus seiner eisigen Heimat herausgekommen war, doch er würde sich wohl nie so richtig daran gewöhnen, wie warm es hier war. Oder an alle die Farben und das Fehlen des so vertrauten Eises. Hier wirkte alles lebendiger und es war immer wieder ein richtiger Schock eine Welt zu sehen, die für jeden seines Landes so fremd erschien. Besonders jetzt, wo sie geradedzu von einem Moment auf den anderen auf diese Wiese geworfen worden waren. Anmerken ließ sich der General jedoch nichts, ganz im Gegenteil zu der rothaarigen Magierin, die vor den Sonnenstrahlen geradezu ängstlich zurückwich. Hatte er damals genauso reagiert, als er das erste Mal in den Süden gereist war? Er wusste es schon gar nicht mehr. Aber er war wenigstens einigermaßen vorbereitet worden auf das, was ihn erwarten würde. Tabitah hingegen schien völlig überrumpelt, was ihm ein kleines amüsiertes schmunzeln entlockte. So völlig emotionslos wie sie sich gab, konnte sie wohl doch nicht sein.
      Leicht kam Tyrill ins Schwanken, als der Wagen mit einem Rucken zum Stehen kam. Sofort sprang die Rothaarige pflichtbewusst vor ihn, wogegen er nichts einzuwerfen hatte. Zwar wusste er sich zur Genüge selbst zu verteidigen, aber Soldaten waren unter anderem nun einmal da, um ihren General zu beschützen. Angespannt wartete er, dass sich die Türe öffnete, doch nichts geschah als warme Luft von draußen hereinströmte und der Weg frei war. Niemand griff sie an, nichts rührte sich. Als Tabitah vorsichtig die Kabine verließ, entschied sich Tyrill sein Schwert fürs erste wieder einzustecken. Vielleicht hatte das versuchte Attentat ja gar nichts mit den Truppen hier zu tun, also wollte er nicht bei seinem ersten Eintreffen sofort wie ein paranoider Irrer auf sie losstürmen. Der erste Eindruck zählte schließlich.
      Etwas, das man hier wohl nicht verstanden hatte. Auch wenn er noch nicht nach draußen getreten war, konnte er das Gespräch mit seiner Magierin laut und deutlich vernehmen. Man ließ ihn warten und brachte seine Begleitung einfach sofort weg? Der nächste Affront, der eine Ader an der Schläfe des Generals zum Pochen brachte. Erst der Bursche im Vorort, der sie hierhergebracht hatte, die versuchte Vergiftung und jetzt auch noch das hier? Irgendwann war es aber wirklich genug. Aufgebracht stapfte er die Stufen herab, bis auch seine Füße weiches Gras berührten. Kaum, dass er die volle Kraft der Sonne zu spüren bekam, wünschte er sich er hätte seine Rüstung abgelegt, was für ihn undenkbar war. Doch so spürte er, wie er auf der Stelle zu schwitzen begann. Vollgepanzert und mit Fellen behangen, das war nun wirklich keine Kleidung für dieses Klima, schon gar nicht, wenn man normalerweise nur klirrende Kälte gewohnt war.

      Verdattert konnte Tyrill nur noch dabei zusehen, wie ein Soldat mit Tabitah im Schlepptau hinter einer Türe verschwand. So viel also dazu, dass sie sein Leben beschützen würde. Dieser Tag wurde von Minute zu Minute merkwürdiger. Seine Hand legte sich wie von selbst erneut auf den Knauf seines Schwertes, als er seinen Blick über den imposanten Turm schweifen ließ, der wie eine einsame Nadel die Ebene um ihn herum durchstach. Bevor er sich auch nur einen Gedanken über dessen Zweck machen konnte, vernahm er seitlich von sich eine nervös klingende Stimme. "Sir... Sir Tyrill?" Blinzelnd drehte sich der General um und entdeckte einen gerüsteten Soldaten, der vor ihm salutierte. "Wie gut, dass ihr so schnell kommen konntet. Ihr seid von der Reise mit Sicherheit erschöpft, können wir euch eine Erfrischung anbieten?" fuhr der Mann sofort fort und deutete auf eine Gruppe von ausladenden zelten, die wohl als Lager dienten. Er war von oben bis unten in eine Rüstung gehüllt, die dem jungen General nicht bekannt vorkam. Keiner der üblichen Soldaten trug derartige Panzerung und auch wenn er das Gesicht des Mannes nicht sehen konnte, so war deutlich aus seiner Stimme herauszuhören, dass sich dieser in Tyrills Gegenwart alles andere als wohl fühlte. Das sollte er auch besser nicht. "Erfrischungen?" fauchte der Magier. "Man erzählt mir es gibt einen Angriff und dass ich so schnell wie möglich kommen muss und jetzt soll ich auf Erfrischungen warten?" Mit jedem Wort lauter werdend stapfte er auf den Soldaten zu, der trotz seiner Rüstung vor dem General kleiner zu werden schien und baute sich vor ihm auf. "Ich will auf der Stelle wissen, was hier los ist! Bringt mich sofort zu eurem Vorgesetzten!" Die versuchte Vergiftung erwähnte er gar nicht erst, so etwas war nichts für die Ohren der Armee. So etwas würde nur zu Gerüchten und am Ende Unruhe führen. Derartiges musste man auf höherer Ebene regeln, aber man wollte ihn hier wohl einfach im Freien stehen lassen. "Nun, also... ich... Mir wurde aufgetragen mich um euer Wohl zu kümmern... ehe ich euch zum Kommandanten bringe..." stammelte der Mann, der versuchte sich langsam in Richtung der Zelte zu bewegen. "Das ist ein direkter Befehl eines Generals! Ihr werdet mich jetzt sofort zu ihm führen!" grollte Tyrill und packte ihn an der Rüstung direkt unter seinem Helm und drängte den Soldaten in Richtung des Turms, wo er den Befehlshaber erwartete. "Wehe es gibt keine gute Erklärung für all das hier..." fügte drohend hinzu und legte erneut eine Hand auf sein Schwert.
    • Tabitah stand noch immer in diesem Turm, die Sache überdenkend. Alles kam so plötzlich, Fragen die für sie kaum beantwortbar schienen huschten nach und nach in ihrem Kopf. Wenn sie den General töten würde, wäre sie nicht diejenige die gehängt wird? Dachte die Frau von dort oben wirklich, dass sie dumm war? Der Adelsstand musste in diesem Falle sehr hinterlistig sein. Aber wenn eine geringe Chance bestände, die Freiheit zu erlangen sollte sie das einfach so wegschmeißen? Nach was schmeckte Freiheit? Ein Wille, eine Macht über sich selbst? Sanft, leise und danach mit schnellen Schritten drückte sie die Türe auf und glitt heraus. Die Feuerrote Dame wollte sich unauffällig verhalten, den General beobachten. War er anders? Rechtschaffender? Oder war er gleich? Was wäre wenn Tabitah sich gegen ihn stellen würde? Oder sollte sie ihn einfach vergiften oder im schlaf erstechen? Nein...Solche Gedanken waren widerwärtig, niemals würde sie ihren General betrügen.

      Trotz dessen entschied sich die kleine Soldatin dafür, die Sache die oben passiert war für sich zu behalten. Es würde nur zu unnötigen Dramen führen, selbst sie konnte das Abwegen. Zudem war das alles innerhalb von 3 Minuten besprochen, kein Fundament könnte daraus ein Haus bauen. Ihr Blick glitt noch einmal diesen Turm hinauf, starrend auf die Seite und das Fenster das sie erhaschen konnte. Dann glitt ihr Blick Richtung General, der ziemlich unzufrieden auf die beiden zuströmte. "Aus dem WEG! Der General will durch!" Der Soldat schob Tabitah beiseite, die beiden erst einmal fragend hinterherschaute und sich beiden dann Anschloss. Gerne würde sie wissen, was die junge Dame oben zu sagen hatte. Doch oben an der Treppe angekommen, wo beide abbogen, wurde sie wieder herunter geschoben. "Weg, das hat dich nichts mehr anzugehen!" Sie versuchte noch, Tyrill auf sich aufmerksam zu machen doch entweder sie wurde ignoriert oder überhört. Grade als die Soldatin wieder Fuß nach unten fassen wollte, packte sie an der Schulter der Mann der bis vor kurzem noch neben der schönen Dame im Turm saß. "Ich führe dich zum Schlachtfeld. Tyrill wird folgen, du bist Gehorsam stimmt doch? Zumindest das erzählt man positives über dich" Tabitah nickte, war das ein Befehl von Tyrill gewesen den er auf die kürze zu dem Herren gesagt hatte? "Ich...Ich würde gerne vorher einmal mit Tyrill sprechen!" Der Mann, der eine Robe aus rotem Stoff trug und ein langer Hut sein braunes Haar zierte schien nicht glücklich über diese Antwort zu sein, schien einen Moment zu denken und sprach dann mit gehobener Stimme "Tabitah richtig? Dieser Befehl ist unerlässlich und kommt direkt von ganz oben. Selbst Tyrill wird sich dagegen nicht aussprechen können." War das wirklich so gewesen? Wenn es so war, würde sie Probleme bekommen. Sie hätte es ihm vorhin sagen sollen, zwischen Tür und Angel. Oder ging es gar nicht um ihn sondern um sie? "ich folge" Der Mann in der roten Stoffrobe nahm Tabitah am Handgelenk und zerrte sie, wenn auch behutsam die Treppen hinunter. Vor dem Turm standen wie von Zauberhand zwei gesattelte Pferde bereit, doch nur sie schien reiten zu müssen. "Es ist nicht weit von hier, nicht einmal ein halber Tagesritt in den Norden" er deutete noch mit seinen Finger die Richtung "Tyrill wird folgen" Ohne zögern stieg die Frau auf das Pferd und ritt in den Norden bis der Mann in der roten Robe sich umdrehte und den Turm aufsuchte. "Brr" quetschte sie gezögert heraus und riss die Zügel nach hinten. "Wenn ich schon einen Befehl breche, dann zumindest nicht den von einem General" Das Pferd, auf dem sie eben noch saß zog sie das Sattelzeug aus und ließ es einfach davon laufen. Das Sattelzeug stülpte sie sich so über ihren Kopf, das man nur schlechte ihre Haare oder das Gesicht erkannte. Auch wenn sie grade dabei war, einen Befehl zu brechen so war sie doch die ruhe in Person. Selbst die Düfte der verschiedenen Blumen nahm sie war und blickte einmal um sich bevor sie wieder zurück in das Lager vor dem Turm kehrte. Es war ein paar Meter weiter weg von dem eigentlichen Platz und vom Turm aus kaum sichtbar. Sie legte das Sattelzeug ab, kletterte unter eines der Zelte und mopste sich eine der Hüte der Armee. Ihre Haare versuchte sie damit sie gut wie möglich zu verdeckten, den Rest übernahm das Halstuch das die Soldaten trugen wenn sie sich tarnen wollten, im grünen. Kein Soldat war in der nähe zu hören, also kletterte die Frau wieder heraus und schlich sich, sie gut wie es möglich war neben den Turm. Spätestens drinnen musste sie ihre Magie anwenden. Oder...Oder sie kletterte diesen Turm bis zur ersten Etage hoch! Wenn sie einfach aus einem der Zimmer kommen würde, wäre das sichtlich unauffälliger als über die Treppe zu kommen. Tabitah war kein Ass im klettern, ehrlich gesagt hatte sie es mehr als nur gehasst sich von links nach rechts zu hangeln. Mit einem Blick nach hinten überprüfte die Frau noch einmal ob es Sicher war, jetzt

      dort hinauf zu klettern und gab sich selbst 5 Sekunden um das zu meistern. Sie brauchte länger, einiges länger. Doch es ging gut, abgesehen von blutigen Händen wegen der Kratzer. Dieser Turm war zwar aus Stein gebaut doch jeder Narr hätte es nach ein paar Versuchen geschafft hinauf zu klettern, wofür also einen Turm bauen? Ihr Blick glitt durch das Zimmer, es sah aus wie ein Schlafgemach das in jeder Ecke mit rotem Stoff bestickt war. Der Spiegel der hier stand, war mit einem goldenem Rahmen verziert und das Bett schien aus dem weißesten Stoff gestickt zu sein. Doch lange Zeit zum betrachten hatte die rothaarige nicht, immerhin würde sie sonst früher oder später erwischt werden. Mit einer versuchten freundlichen Miene verließ sie dieses Schlafzimmer, auf der Tür stand jedoch Groß "Eigentum von Berater Zan". Wahrscheinlich der Mann in der Robe. "Hey du! Stop! Was machst du im Zimmer von Zan?" Die Wache stellte sich vor Tabitah und sie zog den Hut, den sie aus dem Zeltlager der Armee hatte ein wenig tiefer. "Berichterstattung Sir! Zan wollte diesen höchstpersönlich auf seinem Schreibtisch haben. Es ging um die beiden die heute angekommen waren!" Die Wache überlegte einen Moment, nickte dann ab. "Verstanden, wegtreten" Tabitah setzte sich nach einem Salut in Bewegung Richtung Treppe. In der 2ten Etage schienen keine Wache, doch ein großes Gebrüll war aus dem Zimmer in dem sie eben noch stand zu vernehmen. "Ich bin hier die LANDHERRIN! Was fällt dir bitte ein SO EINEN SCHUND mit her zu nehmen? Diese rothaarige FRAU zieht mein ganzes Land in den Dreck. Und zudem erfragte sie bei mir nach FREIHEIT BEI MIR!" Tabitah hielt kurz inne, sollte sie einfach hinein gehen? Oder noch weiter lauschen? Eine Mission, ihre Mission war es den General am Leben zu halten. Sie stürmte also durch diese Tür hindurch, der Blick von ihr zwischen Tyrill und der Dame. "Das...es stimmt nicht Sir! Ihr habt keinen Grund mit zu glauben jedoch... jedoch" Ihr Blick richtete sich nun auf die Frau "Sie Lügt!" Kein Wort verlor sie darüber, dass sie Tyrill töten sollte. Doch diese Lüge könnte ihren Kopf kosten und zudem musste sie ihre Mission erfüllen. Sie könnte ihn zwar umbringen aber...Diese Frau würde ihr Wort niemals halten. "Ein Krieg ist an der Front! Wir vergolden Zeit um ihn zu gewinnen um Diskussionen die ein Land nicht weiter bringen!" Nun hielt sich Tabitah ihren Mund zu und schaute schon fast verdutzt zu der Frau, dann zu ihrem General. "Ich meine, es tut mir Leid. Das war Zuviel Sir." Und nun verschwand dieses Feuer, dass sie für einen kurzen Moment in ihren Augen hatte und wurde zu einem kleinem gezähmten Funkeln. Sie hatte sich Zuviel genommen, es ging nur um die Mission und sie hatte ihre Meinung zu Wort eingebracht! Undenkbar...