All we can do is play the game [Alice & Domino]

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    • All we can do is play the game [Alice & Domino]

      Es sollte ein Tag wie jeder andere sein und doch konnte ich momentan nicht genug Konzentration aufbringen, um mir die Unterlagen für die nächste Sitzung auch nur durchzulesen, geschweige denn sie zu verinnerlichen. Normalerweise fiel es mir leicht, mich ganz auf meine Arbeit zu konzentrieren, doch heute war das kaum möglich. Die Schriftzeichen verschwammen vor meinen Augen und bereits nachdem ich einen Absatz gelesen hatte, wusste ich schon nicht einmal mehr, was darin stand. Das Seufzen, das die Geste begleitete, mit der ich die Schriftstücke wegschob, erlaubte ich mir lediglich, weil ich mich alleine in meinem Arbeitszimmer befand. Mit zwei Fingern lockerte ich meine Krawatte am Hals und lehnte mich zurück, während meine Gedanken unweigerlich an jenen Abend vor zwei Wochen zurückkehrten, an dem meine werten Tanten mir eröffnet hatten, dass sie nicht nur eine passende Frau für mich gefunden, sondern auch bereits die Verlobung arrangiert hätten. Hinter meinem Rücken und ohne die Möglichkeit dem zu entkommen, denn eine Auflösung der Verlobung mit einer derart einflussreichen Familie würde nicht nur dem Namen Shindo sondern auch meiner Karriere schaden und das konnte ich nicht in kauf nehmen. Die alleinige Erinnerung ließ mich unwillkürlich mit den Zähnen knirschen. Das Gefühl, als ich damals empfunden hatte, war noch immer gewissermaßen präsent, dabei hatte ich mir einst geschworen es niemals wieder zu einer solchen Situation kommen lassen, in der ich mich so fühlen musste. Doch die Machtlosigkeit, die mich in diesem Augenblick erfasst hatte, war die gleiche gewesen wie vor so vielen Jahren, als mein Herr Vater vor meinen Augen mein Skateboard verbrannt und mir meine Leidenschaft verboten hatte. Nun wurde mir eine Frau aufgedrängt, deren Identität ich nicht einmal kannte, weil sich meine Tanten in dieser Hinsicht in eisernes Schweigen hüllten, weswegen es unmöglich gewesen war, Nachforschungen über sie anzustellen. Vermutlich handelte es sich sowieso um eine der typischen Frauen der Oberschicht, deren einzige Interessen Geld und Schmuck darstellten und wie sie sich am besten präsentieren konnten. Langweilig, unglaublich langweilig. Darüber hinaus sollte sie am heutigen Tag in Okinawa ankommen, damit wir einander vorgestellt wurden und dann auch schon sofort einziehen. Zusammengefasst war es eine äußerst unerfreuliche Situation, die sich mir da bot. Ein vertrautes dreimaliges Klopfen an der Tür riss mich aus meinen Gedanken. Antworten tat ich nicht, denn mein Sekretär war der einzige, der ohne explizite Erlaubnis mein Arbeitszimmer betreten durfte, was dieser schließlich tat und den Raum durchquerte. Mit einer Handbewegung gebot ich ihm zu sprechen.
      "Der Fahrer hat sich gemeldet, Ainosuke-sama, sie dürften in etwa 10 Minuten im Anwesen eintreffen", erklärte Tadashi den Grund für sein Erscheinen. 10 Minuten. Eine lächerlich geringe Zeitspanne wenn man bedachte, dass es schwierig war sich auch nur auf das folgende vorzubereiten. Es war die erste Verlobte, die ich in Empfang nahm, daher konnte ich in dieser Hinsicht nicht einmal Erfahrungswerte aufweisen, auch wenn ich zuversichtlich war, so souverän wie immer agieren zu können. Es wäre doch gelacht, wenn eine Frau mich aus der Ruhe bringen würde. So nahm ich Tadashi mein Jackett ab, um dieses anzuziehen und begab mich schließlich in die Eingangshalle des Anwesens. Kaum hielt der Wagen vor der Eingangstür wurde diese auch schon geöffnet. Eine Inszenierung, die meine Tanten vorbereitet hatten, nun ja, vielleicht wären mir ihre Ratschläge im Puncto Ehefrau noch zu etwas nütze, immerhin waren sie selbst Frauen. Ich schritt die Treppe hinab und hielt automatisch inne, als die hintere Tür geöffnet wurde und meine Verlobte ausstieg. Vermutlich war es nicht einmal mir möglich, die Überraschung - und den Schock - gänzlich aus meiner Mimik zu halten, ehe ich meine Gesichtsmuskeln wieder unter Kontrolle hatte. Ich hatte mit vielem gerechnet aber nicht damit, dass ich die Frau kannte - und vor allem nicht mit ihr.
      "Herzlich willkommen im Shindo-Anwesen, Inspektorin Kamata", zwang ich mich zu sagen und spürte, wie mein obligatorisches Lächeln auf meine Lippen glitt. Wie man eine Fassade aufrecht erhielt, war das erste, was man als Shindo lernte und diese Fähigkeit war mir schon sehr oft von Nutzen gewesen. Aber warum ausgerechnet sie?

      @Alicelinein

      "Fear of death is worse than the death itself"
      by Shuichi Akai

      "Lächle. Du kannst sie nicht alle töten."