The Soldier of my Heart [Kolenta09 & Attari]

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    • The Soldier of my Heart [Kolenta09 & Attari]

      @Kolenta09

      Spät Sommer. Der Himmel war wolkenlos. Ein Meer über den Köpfen der Menschen, sich schier endlos in sämtliche Himmelsrichtungen erstreckend. Dominiert wurde es von einer in ihrem Zenit stehenden Sonne. Unbarmherzig brannte jene schon seid Stunden herab. Am höchsten Punkte stehend und den Tag in gefühlt endlose Längen ziehend, ließ sie die Temperaturen gern einmal unangenehme 30 °C und heißer werden.
      Ein Sommerwind jagte über die meroylischen Wüsten. Er war stark genug die obersten Sandschichten mit sich zu tragen und tauchte die Gegend in eine matte Wolke ein. Nichts als endloses goldbraun in Licht und Schatten der Dünen war vom Auge gesehen. In dieser Gegend gab es keine Sträucher, das einzige, was das Meer hier unten zerbrach, war der Gebäudekomplex der Vastita Academy. Tief im Herzen der Wüste von Meroyl errichtet…
      Eine Gruppe von Jünglingen von etwa 15 bis 16 Jahren wurde gerade über den Hof geführt. Noch waren sie keine einheitliche Gruppe. Jeder trug noch seine private Kleidung, welche etwas über Herkunft und Status verriet. Heimliche Blicke der Truppe wanderten über ihre neue Umgebung. Obwohl man sie angehalten hatte ein starres Gesicht zu wahren, konnte keiner sich die Neugierde gänzlich verkneifen.
      Auch Aramis Serafin haderte mit sich. Bisher hatten nur Geschichten und Bilder von diesem Ort seine Sinne erreicht. Ehemalige erzählten von den hohen Mauern, den rustikalen Gebäuden… Von einer Luft, in welcher man die Anspannung und Bereitschaft jedes einzelnen zu spüren vermochte!
      Im Gegensatz zu seinen Genossen, welche die Köpfe hin und her warfen, hielt der Silberhaarige still und schritt Stumpf ihrer Führung nach. Während sein Äußeres absolute Ruhe zeigte, sprang ihn ihm der kleine Junge im Viereck. Seid Jahren hatte er sich diesen Moment ausgemalt… Die Aufnahmefeier an der Vastita Academy!
      So rollte manch Unglücklichem schon jetzt der Schweiß über die Stirn, während sie in eine große Halle schritten. Die Durchlässigkeit der oberen Fenster ließ Licht die Halle durchfluten. In mitten des Raumes war ein etwas hilfsbedürftiges Podest aufgebaut worden. Kein Stuhl war zu sehen, weder für die Instruktoren, die vorn standen, noch für die Neuzugänge für dieses Jahr.
      Nun konnte Aramis sich doch einen Blick nicht verkneifen. Er blickte die Personen an, welche dort standen. Jeder einzelne ein Soldier und mit dem Blick eines solchen versehen. Ein brennender und kompromissloser Blick - Jenee duldete kein Zeichen von Schwäche, auch am ersten Tag nicht!
      Diese Jungs sollten sie immerhin eines Tages ablösen und die Tradition der Soldiers auf Adoria weiterführen. Wie könnten es die Soldier von heute also dulden die nächste Generation nicht so hart ranzunehmen, wie man es auch bei ihnen einst getan hatte?
      Die Gruppe kam zum stehen. In formloser Traube standen sie vor dem Podest und blickten auf den leeren Platz, welches dieses in den Raum stellte. Aramis nahm instinktiv unter dem urteilenden Blick Haltung an. Er wusste, dass jeder Eindruck zählte und je mehr von ihm überzeugt waren, desto höher war die Wahrscheinlichkeit nach dem Abschluss an der A. S. C. aufgenommen zu werden!
      Ein hochgewachsener Mann mit rabenschwarzem Haar trat hervor. Gefühlt jeder Muskel in seinem Körper war angespannt, während er einen Blick über die Anwesenden schweifen ließ. Er erhob seine Stimme. Das tiefe Bariton und die Worte seiner Begrüßungsrede füllten den gesamten Saal aus und rissen jeden Anwesenden in ihren Bann.
      Vor ihnen stand er in voller Gestalt…
      Ein Soldier mit dem Rang S. Ein Mann, dessen Erfahrung bei der A. S. C. für sich sprach. Nur die besten unter den Soldiers bekamen jemals die Ehre eines solch hohen Ranges. Der Traum eines jeden, der in die Vastita Academy eintrat und die harten Lehrjahre bis zur finalen Prüfung überstand, musste von einer solchen Position träumen!
      Das nicht jeder freiwillig herkam, hatte Aramis am eigenen Leib erfahren…
      Dunkel verhängt von schweren Wolken war der Himmel über den Dächern von Wingston. Aramis blickte auf durch das verglaste Dach des Flughafens. Seine Reisezeit betrug zu diesem Punkt schon fast 22 Stunden und nun hatte er das erste Etappenziel erreicht: den Stadtstaat Wingston! Hier sammelten sich die Neuzugänge der Vastita Academy innerhalb des nächsten Tages, um gemeinsam weiter zu reisen.
      Leicht gähnte der Junge in schwarzer Uniform, ehe er seine Tasche schulterte und Richtung Ausgang trottete. Im Moment war es ihm gleich, ob jemand seine Müdigkeit bemerkte. Jeder Knochen in seinem Körper schrie danach endlich auf ein Bett fallen zu können und nicht auf einem harten Sitz verzweifelt nach Ruhe suchen zu müssen… Der frische Wind vor den Türen kam ihm äußerst genehm. Sein Blick wanderte über die in der Ferne zu sehenden Wolkenkratzer von Wingston zur Anzeigetafel. Der Shuttlebus zur Unterkunft wäre das letzte Gefährt, dass er heute besteigen müsste.
      „ Haltestelle drei…“, murmelte er, nachdem er die Schriftzeichen auf der Tafel entziffert hatte. Seine CL war ein wenig eingerostet, gerade da sich das Schriftsystem gänzlich von dem seiner Heimat unterschied. Er setzte sich in Bewegung und trat in den schon an Haltestelle drei stehenden Bus ein. Dem etwas unfreundlich wirkendem Fahrer zeigte er lediglich seine Fahrbescheinigung vor.
      Mit knorriger Hand griff der Busfahrer nachdem Dokument, welches die VA ausgestellt hatte. Er kontrollierte alles in einem Äußerst langsamen Tempo, ehe er nickte und Aramis bis zu den Sitzplätzen durchging. Die Fahrt zur Unterkunft dauerte keine 30 Minuten. Dort angekommen musste der Junge erstmals bemerken, dass seine Beine endgültig nicht mehr wollten. Sich von dem Sitz des Busses zu erheben viel ihm unheimlich schwer und immer mehr stieg die Hoffnung gleich einfach in ein Bett fallen zu können.
      Doch sein Eintritt in den Empfangsraum der Unterkunft belehrte ihn etwas besseren. Sogleich kam ein uniformierter Mann auf ihn zu. Mit willkommener Stimme stellte er sich mit Namen und Aufgabe vor und offenbarte Aramis, dass er sich nochmals durch einen kleinen Papierberg kämpfen müsste.
      Sein Gegenüber musste seine Müdigkeit allerdings bemerkt haben, weshalb er sagte: „ Dafür können wir uns allerdings auch setzen!“ Er deutete mit der Hand einladend auf einen der hier stehenden Tische. Aramis nickte und folgte jener. Die Tasche ließ er mit einem Plumps auf dem Boden aufkommen, ehe er sich selbst setzte. Auch der Mann setzte sich und eröffnete, was genau er wollte.
      Der Junge blickte ihn einen Moment etwas überfordert an, ehe er sämtliche geforderten Papiere und Dokumente über den Tisch reichte. Darunter sowohl esmalische, als auch adorianische Dokumente. Aramis fragte sich, ob sein Gegenüber irgendein Wort auf den esmalischen Dokumenten lesen konnte. Immerhin weigerte sich sein Heimatland irgendein Dokument in CL auszustellen…
      Doch das Ganze stellte sich als wesentlich leichter heraus, als die Grenzüberschreitung seines Heimatlandes… Aramis war darüber sichtlich erleichtert. Der Mann begann letztlich ihm die weiteren Schritte zu erklären, als ein lauter Krach hinter ihnen Aramis aus seiner Müdigkeit riss. Sein Kopf schoss instinktiv in Richtung des Geräusches, welchem sogleich ein Gejammer folgte. Am anderen Ende des Raumes in einer kleinen Gruppe von Menschen war scheinbar ein Streit ausgebrochen. Leicht interessiert legte er den Kopf schief und betrachtete die Beteiligten. Ein Junge in seinem Alter, zwei Leute, die nach seinen Eltern aussahen und eine Frau, welche die selbe Uniform wie sein Gegenüber trug. Als Quelle des lauten Geräusches machte er eine nun auf dem Boden liegende Flasche Wasser aus, deren Inhalt sich in einer riesigen Pfütze über den Boden verteilt hatte. Der Junge musste sie herab gefegt haben, als er aufgesprungen war. Schwer atmend und den Tränen nah erhob er seine Stimme.
      „ Ich will nicht!“, fauchte er die feinen Leute neben sich an, welche Aramis für seine Eltern hielt. „ Wie könnt ihr nur immer über meinen Kopf hinweg entscheiden?! Reichen meine älteren Geschwister nicht, um die Tradition weiter zu führen?! …“
      Der Junge aus Esmal würde hellhörig. Tradition?
      Ein lächerliches Konstrukt der AA Mitgliedstaaten. Solche Familien, welche über Generationen Soldier wurden, konnte es eigentlich nur dort geben! Er hatte davon gelesen… Wage schlich sich der Name XY Takumi (Großvater von Rev) in seinen Kopf. Ein hochangesehener Soldier, dessen Sohn auch ein Soldier sein soll… Für solche Familien musste es also alles bedeuteten den Nachwuchs auch zu Soldiern zu erziehen. Immerhin war es wohl die Tradition…
      Aramis lachte innerlich und wandte sich zu seinem noch immer wartenden Gegenüber zurück. Jener räusperte sich entschuldigend. „ Leider kein seltener Anblick!“, kommentierte er. „ Es kommt immer wieder vor, dass Neuzugänge ihre Anmeldung ablehnen und aus familiärem Zwang an die VA kommen…“ Er grinste leicht. „… die meisten von ihnen von ihnen sind nicht mit ganzem Herzen dabei!“
      Aramis erwiderte das Grinsen leicht. „ Umso leichter also für die, die aus freien Stücken die Anmeldung abgeschickt haben…“ Sein Gegenüber nickte, ehe er mit seinen Erklärungen fortfuhr und Aramis letztlich seinen Schlüssel für das Zimmer gab.
      Formgerecht verabschiedete der Müde sich und erhob sich… Müde verzog er sich auf sein Zimmer.
      Der Soldier vom S Rang beendete seine nicht sonderlich einladende Begrüßungsrede und verließ das Podest. Der Platz wurde von einer weiteren Person eingenommen. Jene stellte sich als die Leitung der ganzen Einrichtung vor und begann mit dem organisatorischen Informationen. Die Verteilung der Zimmer und Ähnliche Dinge.
      Der silberhaarige saugte die Informationen förmlich auf und versuchte sich jede Einzelheit zu merken. Letztlich wurden sie entlassen. Mit dem Rest des Tages frei, um sich etwas einzurichten und kennen zu lernen…
      Aramis verließ die Halle recht spät. Da er Teil der letzten Gruppe war, welche hier angekommen war, musste er erst zurück zum Transporter gehen und seine Tasche holen. Viele Habseligkeiten hatte er nicht mit gebracht, da die Uniformen und Kleidung von der VA gestellt wurde und er jene nur noch abzuholen bräuchte. Doch wollte er zunächst sein Zimmer beziehen…
      Während die meisten sich in Richtung Unterkünfte aufmachten, folgte ein paar wenige Aramis nach. Der Hof war schon wieder leer, als auch die letzten sich auf den Weg zu den Unterkünften machten. In der Vorhalle entdeckte man sogleich die breite Treppe. Die Neuzugänge waren ganz oben untergebracht, während die höheren Jahrgänge absteigend immer eine Etage darunter waren. Natürlich extra so angelegt, dass die Neuzugänge gar nicht erst in den Genuss von etwas Ruhe kämen. Die Fahrstühle dürften sie auch nicht benutzen. Während so mancher beim Anblick der Treppen zu stöhnen begann, stapfte Aramis sie gleichgültig hinauf. Es hatte keinen Sinn sich über die Regeln zu beklagen! Wer nicht hier sein wollte, sollte einfach gehen!
      „… Glück gibt es hier nicht! Hier zählen nur eure Fähigkeiten und Disziplin für die Sache!...“ wiederholte er in seinem Kopf die Worte des S- Rang Soldiers. Er warf einen Blick auf sein sich in der Scheibe spiegelndes Bild. Das silberne Haar hing ihm zottelig im Gesicht, welches einen monotonen Ausdruck zeigte. Ihm war schon aufgefallen, dass seine Kleidung ein wenig herausstach. Die schwarze Uniform aus Esmal trug jeder, der in einem offiziellen Auftrag das Land verließ. Für Aramis stimmte dies zwar weniger, aber seine Regierung hatte darauf beharrt, dass er nur in dieser Kluft reisen dürfte.
      Bevor er die Tür zur Stube aufstieß und herein trat, warf er einen Blick auf das Schild. Es standen nur zwei Namen und Schülernummern in dem Feld. Seine eigene und wohl die seines Genossen. Ein wenig freute er sich darüber sein Zimmer nicht mit allzu vielen Menschen teilen zu müssen! Mit je weniger Menschen er klarkommen musste, desto besser!
      „ Serafin… Takumi…“, murmelte er die Namen von dem Schild. Letztlich öffnete er die Türe und trat ein. Ein Junge mit schwarzem Haar stand in dem Zimmer.
      „ Hallo!“, sagte Aramis zunächst, ehe er die Tür hinter sich verschloss und herein kam. Er musterte seinen Zimmergenossen kurz, ehe er an ihm vorbei trat und seine Tasche auf eines der bette warf. Er drehte sich noch einmal mit voller Aufmerksamkeit zu dem anderen Jungen und streckte ihm seine Hand hin.
      „ Mein Name ist Serafin!“, stellte er sich vor und lächelte leicht dabei.