Among Hunters [Cirdan x Nash]

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    • Among Hunters [Cirdan x Nash]


      ╔═══━━━─── • ───━━━═══╗

      Genre: Fantasie, Abenteuer
      Rollen:
      Jäger - @Cirdan
      Hexe-
      @Nash
      Vorstellung

      ╚═══━━━─── • ───━━━═══╝

      Die Menschen sind seit hunderte von Jahren nicht mehr allein. Einst existierte eine Zeit, in der magische Wesen von Menschen nicht wahrgenommen wurden. Doch mit der Zeit wuchsen die Zahl dieser Wesen, sodass die Menschen ihre Existenz nicht mehr ignorieren konnten. Aufgrund ihrer wilden und gefährlichen Art, aber auch weil sie schlicht anders sich als die Menschen, werden sie gehasst und gejagt. Auch diejenigen, die kein Leid zufügen möchte. Nichtsdestotrotz gibt es Gilden, die sich zur Aufgabe gemacht haben eben solche Wesen zu töten.
      Zu denen, die kein Leid zufügen wollen, gehört die Waise, die eine Hexe ist. Schon früh erkannte sie, dass sie anders war als andere und dass es besser für sie war, wenn sie sich bedeckt verhielt. So lebte sie allein in einem Dorf und verdient ihr Brot durch ihre Medizin und kleine Jagdbeute. Ihr friedliches Leben kam jedoch an einem stürmischen Abend zu ihrem Ende, als sie einen verletzten Jäger aufnahm und ihn verarzte, wissend, dass er sie umbringen wird, wenn er weiß, dass sie kein Mensch war. Kurz vor seiner Reise wird jedoch ihr Dorf angegriffen und aus Dank und Mitleid nahm der Jäger sie in die Gilde mit. Keine andere Wahl, als sich anzupassen, versucht sie unter den Menschen zu mischen.
      Während sie ihr Bestes tut um ihr Geheimnis zu wahren, geschehen eigenartige Vorfälle, die sie mit der Gilde auf den Grund gehen muss.

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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Nash ()

    • Halor verzog das Gesicht zu einer missmutigen Grimasse. Das Wetter hatte ihm jetzt gerade noch gefehlt. Seit Tagen war er dem Werwolf nun schon auf der Spur, der ohne Rudel durch die Wälder streifte. Eine so gute Gelegenheit eines der Wesen auszulöschen konnte er sich nicht entgehen lassen, schließlich waren sie meistens im Rudel unterwegs, was sie zu einem großen Problem werden ließ.
      Doch dieses Exemplar schien völlig alleine zu sein und wenn er den Spuren glauben konnte, dann hatte er sich noch nicht ein einziges Mal in seine menschliche Gestalt zurückverwandelt. Womöglich war der Werwolf seinem Blutrausch verfallen und die innere Bestie hatte die Kontrolle vollkommen übernommen, ehe er dann aus seinem Rudel verstoßen worden war. Vielleicht hatte das Monster auch seine eigenen Artgenossen zerfleischt. Ein Gedanke, der den Jäger schmunzeln ließ, ehe er seinen Mantel grimmig wieder enger um sich zog.
      Die Spur hatte Halor in einem entfernten Dorf aufgenommen, in dem einem Bauern sämtliche Kühe gerissen worden waren und seitdem folgte er der Fährte scheinbar ziellos durch die Wälder. Er musste mittlerweile nahe an sein Ziel herangekommen sein, da war er sich sicher. Sobald die Sonne wieder aufging, würde er wieder aufbrechen und das nachtaktive Ungeheuer endgültig zur Strecke bringen. Es war ihm nicht viel anderes übrig geblieben, als hier im Schutz einer großen Eiche das Lager aufzuschlagen. Wobei Lager schon übertrieben war. Er reiste nur mit dem notwendigsten und ein Feuer zu entfachen konnte er sich in seiner Situation ebenfalls nicht erlauben, da ihn die empfindliche Nase des Wolfes sonst noch wittern würde. Somit konnte er sich nur in seinen klammen Umhang hüllen und versuchen sich so gut es ging auszuruhen, falls es der aufziehende Sturm zuließ. Ohne jegliches Mondlicht machte es keinen Sinn weiter zu gehen, schon gar nicht auf der Jagd nach einem Wesen, das ihm Momentan in jeder Hinsicht überlegen war. Natürlich könnte er auf sein Repertoire an Tränken zurückgreifen, aber das wollte er vermeiden solange es nicht wirklich sein musste. Leichtfertigkeit war nichts was man bei diesen Substanzen an den Tag legen sollte, das hatte er schon früh am eigenen Leib erfahren müssen. Alleine beim Gedanken daran schauderte es ihn unbewusst, was aber auch an den Winböen und dem eiskalten Regen liegen konnte, welche inzwischen den Wald in ein Meer aus schwarzen knarrzenden Schemen verwandelt hatten.
      Und so überhörte er in Gedanken versunken wie er war beinahe das Knacken eines nahen Astes. Sofort war Halor wieder hellwach. Er ging seinem Beruf schon zu lange nach um nicht zwischen den Geräuschen eines Sturms und anderen unterscheiden zu können.
      "Verdamt, Nein!" Fluchte er innerlich und versuchte so leise wie möglich eine Hand unter den Umhang zu schieben. Das durfte nicht sein! War er etwa doch entdeckt worden? War er dem Werwolf tatsächlich schon so nahe gekommen? Wenn er Glück hatte, dann hatte er sich in seiner Müdigkeit schlichtweg verhört, oder es war nur ein Reh, doch Halor glaubte nicht an Glück.
      Wenn er schnell genug war, dann schaffte er es vielleicht noch ein, zwei Phiolen zu leeren, ehe sich der stinkende Haufen Fell auf ihn werfen würde...
      Der Jäger warf das letzte bisschen Vorsicht über Bord, als er so mit geübter Bewegung den ersten Trank aus seine Taschen hervorzog. Wenn er entdeckt worden war, dann halt ihm Heimlichkeit auch nichts mehr. Mit dem Daumen schnappte er den Korken aus dem Glasbehältnis und stürzte sich den Inhalt ohne zu zögern in den Rachen, ehe ihm der ätzende Geruch in die Nase steigen konnte. Egal wie oft er dieses Teufelszeug schon getrunken hatte, es raubte ihm doch jedes Mal kurz den Atem, wenn es kalt brennend in ihn hinein lief.
      Die Wirkung setzte beinahe augenblicklich ein. Hatte er gerade zuvor noch nichts von seiner Umgebung erkennen können, so schälten sich nun Stück für die ersten Schemen in seinem Gesichtsfeld frei, bis sich innerhalb von Sekunden der nächtliche Wald vor seinen Augen in matt glänzenden, silbernen Schattierungen ausbreitete. Alle Konturen schienen wie scharfgezeichnet und unwirklich, doch das war nichts Neues mehr für ihn. Und erst jetzt nahm er den immer stärker werdenden Gestank von Moschus, Blut und nassem Hund wahr, der viel zu schnell immer näher kam. Das Gefühl plötzlich selbst der Gejagte zu sein, kam ihm noch viel schneller, als dass er den Kopf in die Richtung herumriss, aus der das kehlige Schnaufen eines viel zu großen Tieres erklang. Was halfen ihm gesteigerte Sinne, wenn er nicht schnell genug reagieren konnte?
      Die Zeit sich noch weiteres Gift, denn etwas viel anderes waren die Tränke der Jäger nicht, blieb ihn nicht mehr. Halor konnte lediglich einen silbernen Dolch aus seinem Gürtel reißen, ehe auch schon ein Berg an verfilztem Pelz in sein Gesichtsfeld sprang. Mit einem Aufschrei wurde der Jäger zu Boden gerissen, als sich unnachgiebige Kiefer um seine Schulter schlossen und mit viel zu großen Reiszähnen seine Knochen zermalmten. Ihm blieb nicht einmal die Luft um schmerzerfüllt zu schreien, und dich bewegte sich sein Körper, zumindest der Teil den er noch bewegen konnte, wie von selbst. Wieder und wieder fuhr sein rechter Arm der den Dolch umklammert hielt auf alles nieder was in seiner Reichweite war. "Fahr... zur... Hölle..." war alles, was er fauchend zwischen zusammengebissenen Zähnen hervorbrachte, als ihm warme Flüssigkeit in Gesicht spritzte und an ihm herabrann. Was davon nun sein eigenes Blut, oder das des Wolfes war wusste er nicht, es kümmerte ihn noch nicht einmal. Der Schock der Schmerzen zusammen mit den surrealen Farben in denen er alles sah, ließ die Geschehnisse nicht einmal mehr real wirken, eher wie einen wirren, schrecklichen Alptraum. Und mit Alpträumen kannte er sich aus.
      Das Ganze mochte Sekunden gedauert haben, doch für Halor wirkte die Tortur vielmehr wie Stunden. Stunden in denen er seine Knochen knirschen hörte, ihm verfaulter Atem ins Gesicht schlug und ihn intelligenzlose, animalische Augen anfunkelten.
      Und genauso plötzlich wie der Angriff begonnen hatte, so war er auch wieder vorbei. Einen letzten Stich konnte der Jäger landen, ehe der Werwolf endgültig zusammenzuckte und ihn mit einem Aufjaulen und hohem Bogen gegen einen Baum schleuderte. Der Aufprall nahm ihm den letzten Atem und lautlos brach Halor am aufgeweichten Waldboden zusammen. Der Dolch war schon im Flug seinen schlaffen Fingern entglitten, aber selbst wenn nicht, er hätte es ohnehin nicht mehr geschafft sich zu rühren. Das war es dann also. Überrumpelt wie ein elender Anfänger. Er hätte ja gelacht, wenn er es gekonnt hätte. Erledigt von einem einzigen Werwolf und er schaffte es noch nicht einmal nach einem Trank zu greifen um sich die Schmerzen zu nehmen...
      Dass der Todesstoß nie kam, merkte Halor nicht mehr, als sein Bewusstsein in gnädige Finsternis abdriftete. Er war nicht der einzige, den es schwer getroffen hatte. Den schwer verwundeten Werwolf stand der Sinn bei weitem nicht danach den Tod des Jägers sicher zu stellen, denn er auch war schwer verwundet und hatte sich so schnell es noch ging aus dem Staub gemacht.

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    • Zoraida stand, wie jeden Tag, in der Herrgottsfrühe auf. Die Sonnenstrahlen hatten nicht einmal ihr Haus in einem goldenen Ton angestrichen, da war sie schon auf ihre Füße. Diese trug sie dann aus der Hütte, die am Rande des Dorfes befand. Bevor sie jedoch die Türschwelle überschritt, schnappte sie sich ihre Umhängetasche, die sie schon am Abend zuvor vorbereitet hatte. Ihr geliebtes Messer, welches sie immer bei sich trug, da es ihr das Gefühl der Sicherheit vermittelte, wissend, dass sie mit dem Messer nichts an jemand Gefährliches großartig anrichten konnte, bei sich. Doch sie brauchte das Gefühl der kalten Klingen an ihrem Bein, welches mithilfe einer schwarzen Schnalle an ihrem Körper gebunden war. Sie mag jemanden damit kein Todesstoß versetzen können, doch es könnte ihr helfen auf die Flucht zu gelangen, oder ihr so viel Zeit zu lassen, ein Zauberspruch auszusprechen. Denn diese kannte sie. Alle Sprüche hatte sie vom Buch auswendig gelernt. Zu ihrem Glück war ihre Oma halb blind gewesen und sehr vergesslich, sodass sie sich nicht über den Inhalt des Buches, welches man Zoraida beigelegt hatte, als man sie bei der älteren Dame dagelassen hatte, wunderte. Es gab jedoch ein paar Seiten, die sie nicht entziffern konnte. Woran das womöglich liegen mag, wusste selbst sie nicht. Doch sie besaß keine Freunde, die, wie sie, eine Hexe waren und ihr auf irgendeine Weise helfen könnten. Obwohl Zoraida wusste, dass die Anwendung ihrer Magie lebensgefährlich für sie enden konnte, wenn jemand sie dabei erwischte, übte sie dennoch heimlich die Sprüche zu perfektionieren. Sie besaß leider keine weiteren Bücher über Hexensprüche. Da sie von ihrer Heimat nicht wegkam, blieb ihr nichts anderes übrig als die Blätter des Buches immer und immer wieder durchzulesen. Mittlerweile kannte sie jeden einzigen Knick und Riss im Buch. Doch egal wie sehr Magie ihr den Alltag erleichtern konnte, wollte sie sich nicht davon abhängig machen. Also erledigte sie vieles mit eigener Hand und Mühe.
      Sie durchschritt den Wald, der für sie seit Jahren wie ihr Zuhause anfühlte, und steuerte auf die Fallen zu, die sie an verschiedenen Stellen in ihrer Umgebung ausgelegt hatte. Sie kannte dieses Waldstück auswendig, wie der Inhalt ihres Buches. Daher musste sie nicht lange nach ihren Fallen suchen. Von vier Fallen, hatten nur zwei etwas geschnappt. Zu ihrem Glück, da es doch Fälle gab, in denen kein ihrer Fallen ein Kleintier geschnappt hatte. Zora vermutete, dass es vielleicht an die Wesen liegt, die an ihrem Waldstück vorbeiliefen und sich die Tiere schnappten. Oder sie eben verscheuchte. Sicherlich gab es divers andere Gründe, doch genauer wollte sie nicht darüber nachdenken, denn am Ende konnte sie nichts daran ändern. Sie schätzte sich als glücklich überhaupt etwas gefangen zu haben. Auf den Fallen hatte sie einen Spruch gelegt, die das gefangene Tier schmerzlos und schnell den Tod brachten. So konnte sie viel mehr mit dem Gewissen leben, dass sie des Öfteren die Tiere auf eine schnelle Weise erledigte, anstatt sie leiden zu lassen, indem sie ausbluten.
      Sie packte zwei Hasen in ihre Tasche und steuerte sogleich auf die Dorfmitte zu, die sie nicht allzu gern betrat. Oftmals bildete sie sich ein, wie die Dorfbewohner sie länger anschauten, als dass es noch höflich galt und wurde leicht ängstlich. Als würde jemand plötzlich auf sie zeigen und ihr Geheimnis offenbaren. Sie zweifelte nicht an ihre Kräfte, also war es ihr möglich so viel Zeit zu schaffen, um von hier zu verschwinden. Doch sie wollte nicht ins Hexenregister eingetragen werden. Sie kannten alle Zoras Gesicht; ihre schwarzen Haare und grüne Augen. Man würde sie bestimmt erkennen, egal wo sie hinging. Viel lieber möchte sie weiter in ihre einsame Hütte leben und alt werden.
      Sie umklammerte den Riemen ihrer Tasche und lief flink zum Metzger, der ihr immer die Tiere abkaufte. Als sie den Laden betrat, begrüßte der etwas dickere Mann sie schon. „So früh, wie eh und je meine Liebe.“ Er war freundlich und nett, dass konnte Zoraida nicht leugnen, doch in seiner Gegenwart blieb sie weiterhin vorsichtig. Um nicht allzu unhöflich zu wirken, presste sie ein kleines Lächeln hervor. „Guten Morgen. Ich habe heute nur zwei Hasen gefangen.“ Der Mann öffnete die Tasche und nahm die Hasen an ihren Ohren. Er hielt sie hoch und betrachtete sie von allen Seiten, während er mit konzentrierter Miene seine Augenbrauen zusammenzog. „Ich bin immer erfreut, wenn du etwas mitbringst. Wer weiß, vielleicht erwischt du nächstes Mal einen Hirsch.“ Zoraida lachte stumm. Nein, das würde nicht passieren. Sie mag zu wissen, wie man einen Bogen benutzte, doch sie war nicht gut genug ein Hirsch damit treffen zu können. Zoraida könnte die Sinne des Hirsches benebeln und ihre Schritte leiser erklingen lassen, doch sie wollte das Risiko nicht eingehen, von jemanden gesehen zu werden und somit unter Verdacht kommen. „Warte einen Moment.“ Der Metzger verschwand im hinteren Teil seines Ladens. Während er verschwunden blieb, überlegte sich Zoraida was sie heute noch erledigen musste. Doch wenn sie länger darüber nachdachte, desto klarer wurde, dass sie heute nichts Bedeutsames vollenden musste. Gestern schon hatte sie sich um die kleine Verletzung des Jungen neben den Mezger gekümmert. „Hier deine Belohnung.“ Er übergab ihr 4 Silber Münzen und ein wenig Speck. Mit einem Zwinkern gab er ihr zu verstehen, dass er den Speck wissend hinzugelegt hatte. „Vielen Dank“, bedankte sich die Schwarzhaarige mit einer leichten Verbeugung und eilte aus dem Laden. Schnurstracks lief sie wieder nach Hause.
      Den Rest des Tages verbrachte sie damit die Kräuter, die sie gestern gesammelt hatte, zu trocknen und zu sortieren. Ab und an trank sie ein wenig Tee oder aß eine Kleinigkeit. Da ihr Tag, so wie immer, ereignislos war, genoss sie die Ruhe und Stille. Für viele mag ihr Leben todlangweilig sein, doch so hatte sie es am liebsten. Aber am Abend fiel ihr ein, dass sie für morgen bestimmte Pflanzen brauchte für die alte Oma neben den Bäcker. Sie lag mit Fieber dort und hatte Gelenkschmerzen. Zoraida hatte eigentlich gedacht, sie hätte alles bereitgestellt, doch so schien es nicht. Mit einem Seufzer sah sie aus dem Fenster. Es sah nach Regen aus, doch wenn sie sich beeilte, würde sie es noch trocken zurückschaffen. Mit ihrer Tasche verließ sie wieder einmal ihre Hütte.
      „Wo ist es denn jetzt?“, fragte sie sich leise und sah sich eilig um. Der Regen prasselte auf sie hinunter und je länger sie hier stand, desto durchnässter wurde sie. Das Gefühl von nasser Kleidung, die sich wie eine eiserne Hand an sie klammerte, gefiel ihr keineswegs. Langsam wollte sie aufgeben. Vielleicht sollte sie ihre Suche morgen fortsetzen. Sie drehte sich um und wollte sich auf den Weg nach Hause machen, als sie in der Ferne etwas hören konnte. Niemand sollte hier sein, dachte sie sich nun panisch. Am liebsten wollte sie ihre Beine in die Hände nehmen und so schnell wie möglich von hier verschwinden, doch eine unangenehme Gänsehaut überkam ihre Arme und ehe sie sich versah, war sie schon hinter einem Baum verschwunden. Die Hexe krallte sich an dem Baum fest. Den Regen blendete sie aus. Sie schloss ihre Augen und murmelte etwas vor sich hin. Als sie dann ihre Augen wieder öffnet, konnte sie den Wald wie am frühen Tag erkennen. Ihre Augen machte eine rasche Bewegung aus und gerade noch so, erkannte sie die Figur des Wesens, die davoneilte. Ein Werwolf. Ihr Herz hämmerte gegen ihre Brust. Etwas lag in der Luft und sie wusste, was das für ein Geruch war. Blut. Das Wesen blutete und wie er weggerannt war, musste es heißen, dass er von jemanden wegrannte. Jemand hatte gegen den Werwolf gekämpft. Sollte sie vorbeischauen? In die Richtung gehen, in der er hergekommen war? Zoraida war sich nicht sicher. Sie befürchtete, sie würde etwas sehen, was ihr nicht gefallen wird. Sie kniff leicht ihre Augen zusammen und tatsächlich erkannte sie eine Gestalt auf den Boden. Ein Mensch, nahm sie an. Ihr Gewissen redete ihr ein, dass sie ihm helfen sollte, doch ihr Verstand hielt sie zurück. Sie wollte keinen Fremden zu sich nach Hause nehmen. „Verdammt“, murmelte sie. Ihr Herz würde es nicht überleben, wenn sie ihn da liegen lassen würde. Sie machte die Magie rückgängig und lief auf die liegende Gestalt zu. Der Geruch nach Blut war sehr stark und ohne ihre Magie wusste sie, dass das Blut aus ihm floss. Würde sie nicht handeln, würde er hier sterben. Sie biss sich die Zähne zusammen, zog die Kapuze weiter in ihr Gesicht und murmelte wieder. Mit Leichtigkeit zog sie ihn hoch, legte seinen Arm um ihre Schulter und brachte ihn zurück in ihr Haus. Sie tat etwas, was sie nie machen wollte. Magie anwenden, während jemand bei ihr war. Doch die Gestalt war groß und somit auch schwer. Jemand wie sie, würde ihn nicht bewegen können. Bis sie Zuhause war, wäre er ausgeblutet.
      Auch wenn sie mithilfe ihrer Magie die Gestalt problemlos tragen konnte, wurde sie langsam durch die Daueranwendung der Magie müde. Sie freute sich endlich den Mann auf ihr Bett bekommen zu haben. Sie ließ die Magiespur verschwinden und setzte sich auf den Boden, um kurz aufzuschnaufen. Doch lange blieb sie nicht auf den Boden, da ihr wieder bewusstwurde, wieso er nun bei ihr lag. Sie sprach auf ihre Füße und sah sich den Mann an. Bei dem Anblick der Wunde zog sie scharf die Luft ein. Der nächste Schock kam, als sie sein Gesicht betrachtete. Ein Jäger. Nun, so stellte sie sich ein Jäger vor. Groß und mit Narben. Sie hatte das Glück noch nie ein Jäger gesehen zu haben, doch wenn sie sich einen vorstellen musste, dann würde sie sich ein Jäger so wie ihn vorstellen. „Oh Gott, was habe ich gemacht?“, flüsterte sie sich panisch und fing nervös an ihrem Fingernagel zu beißen. Hin und her lief sie an ihm vorbei, ihr Blick huschte zwischen der Wunde und dem Gesicht. Ihre Gedanken rasten in ihrem Kopf, wie ein Wirbelwind. Sie konnte sich an kein Gedankenstrang festhalten, es entwischte ihre Finger, sobald sie das Gefühl hatte sich an eins klammern zu können. Sterben lassen oder helfen? Herz oder Kopf? Das Herz schlug ihr bis zum Hals. Was wenn er bemerkt hatte, dass sie eine Hexe war? Was, wenn er sie später umbringen wird? Fragen über Fragen und sie erstickte fast an der Welle der Panik. Abrupt blieb sie jedoch stehen, als sie sah, dass das Blut von ihrem Bett runter floss. „Ich muss“, sagte sie nur und machte sich auf die Arbeit. Ihr war es nicht wohl, doch sie musste seine Wunde frei legen. Sie holte das Nötigste und verarzte so gut wie es ging seine Wunde an der Schulter. Wenn sie es nicht richtig tat, dann würde sich die Wunde entzünden und das könnte ihm dann den Tod bringen, wenn er es zu spät bemerkte. Sie entkleidete ihn bis zur Unterwäsche, trocknete ihn am Ende ab, holte sich rasch eine zweite Decke und warf es ihm über. Zoraida wäre es lieber, wenn er Tee trinken würde, doch da er anscheinend sein Bewusstsein verloren hatte, musste sie darauf hoffen, dass die zweite Decke reichte. Mit den Kräften am Ende, machte sie den Boden sauber und machte sich im Kamin ein Feuer. Die Hexe hoffte, dass es für den Mann warm genug war und er sich nicht zusätzlich eine Erkältung holte. Zoraida saß auf den Boden. Sie müsste noch die mit blutgesaugten Stofffetzen wegwerfen, doch sie war sowohl körperlich als auch mental erschöpft. Es war viel mehr Arbeit gewesen, als sie es sich am Anfang ausgemalt hat. Mehr, als sie es eigentlich gewohnt war. Mit dem Rücken an ihrem Bett gelehnt, schloss sie für einen Moment ihre Augen. „Nur für ein Moment“, murmelte, ehe sie in die Traumwelt entglitt.
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    • Dunkle, verschwommene Schemen huschten um ihn herum und dumpfe Schreie drangen an sein Ohr, während er spüren konnte, wie sich Feuer immer weiter ausbreitete. Doch er konnte nichts tun, keinen Finger konnte er krümmen, als er von Trümern bedeckt alles um sich zerfallen höhrte. Halor wusste, dass nichts davon echt war, selbst in seinem fiebrigen Zustand war ihm noch bewusst, dass er erneut in einem Alptrum versunken war von dem er schon fast gedacht hatte, ihn endlich losgeworden zu sein.
      Doch all das änderte nichts daran, dass er sich völlig orientierungslos und hilflos fühlte. Mit aller Kraft versuchte er sich zu befreien, zu schreien, irgendetwas zu tun! Doch es war aussichtslos. Rauch stieg ihm in die Nase und ließ ihn keuchend nach Luft schnappen. Immer abgehackter wurde seine Atmung, als ihm die Sinne schwanden. Konnte man in einem Traum überhaupt ohnmächtig werden, oder sterben? Es fühlte sich in jedem Fall so an...
      Schwitzend und nach Luft ringend fuhr der Jäger hoch. Zumindest hätte er das getan, wenn er nicht auf den Werwolf gestoßen wäre. Stattdessen schaffte es sein Körper gerade einmal sich ein paar Zentimeter aufzurichten, bevor Halor wieder nach hinten fiel. Zischend verzog er das Gesicht, als die eingebildeten Schmerzen seiner Traumwelt gegen sehr viel realere ausgetauscht wurden. Nichts was er nicht schon gewöhnt wäre, aber warum war er noch am Leben? "Der Werwolf!" Reflexartig griff er mit dem einen Arm, den er einigermaßen bewegen konnte, nach unten um nach seinen Waffen zu greifen, aber seine Hand langte ins Leere. Verwirrt blinzelte er und er langsam wurde ihm bewusst, dass er nicht mehr auf schlammigem Waldboden lag. "Was zum..." murmelte er krächzend und blickte an sich herunter. Langsam verflog auch der Schleier auf seinen Augen und endlich konnte er seine Umgebung erkennen. Der bekannte und wohltuende Geruch von getrockneten Kräutern stieg ihm in die Nase, als er den Kopf herumdrehte um sich umzusehen. Er lag in einem Bett, so viel war ihm jetzt klar, doch wie er hierher gekommen war, war ihm schleierhaft. Erste Sonnenstrahlen fielen ihm aus einem Gegenüberliegenden Fenster ins Gesicht und ließen ihm Tränen in die noch an Dunkelheit gewöhnten Augen steigen. Halor wandte den Blick blinzelnd wieder nach unten. Jemand hatte ihn ausgezogen und seine Wunden verarztet, so viel war klar sobald er es geschafft hatte sich ein Stück aus der Decke zu schälen, in die man ihn gewickelt hatte.
      Mit einem Seufzen ließ er den Kopf wieder zurücksinken und zum ersten Mal entspannte er sich ein Stück. Was auch immer geschehen war, in Gefahr schwebte er hier wohl kaum. "Hallo? Ist irgendjemand hier?" versuchte er zu rufen, was ihn nur zum Husten brachte. Er hatte nicht mehr die Kraft sich aufzurichten, oder umzusehen. Vielleicht würde man so auf ihn aufmerksam.
    • Obwohl Zoraida gestern müde und erschöpft war, war sie auch heute Morgen früh auf den Beinen. Im Normalfall würde sie noch am Tisch sitzen, einen Tee trinken und in Bücher herumblättern, die sie schon einmal gelesen hatte. Doch ihr blieb diese Zeit nicht, denn Zuhause lag ein Fremder, den sie gestern, ohne groß nachzudenken, gerettet hatte. Ihr war im Nachhinein die Schwere ihres Handelns in den Sinn gekommen, doch ihn Mitten im Schlaf im Wald abzusetzen, traute sie sich nicht. Nein, sie könnte es sich nicht über das Herz bringen. Vielleicht irrte sie sich und er war kein Jäger. Nur ein Mann, der ungewollt in einen Kampf verwickelt war und auf andere Wege seine Narben zu sich gezogen hatte. Ob es nun das eine oder andere war, spielte jetzt jedoch keine Rolle mehr. Er lag nun in ihrem Bett, verletzt und erschöpft. Zora wusste, dass er sie hätte sterben lassen, wäre sie an seiner Stelle verletzt und wissend, dass sie eine Hexe war. Höchstwahrscheinlich hätte er selbst noch den Dolch in ihr Herz gebohrt, doch Zoraida versuchte die Szenarien, die in ihrem Kopf herumschwirrten, zu verbannen. Es funktionierte mehr oder weniger. Um sich abzulenken, suchte sie die Fallen wieder ab. Diesmal hatten alle Fallen etwas geschnappt. Anscheinend hatte der Sturm gestern die Tiere in diese Richtung getrieben und während der Suche nach einem Unterschlupf sind sie in ihren Fallen geraten. Kurz blieb sie stehen und dachte nach. Vielleicht wäre es besser, wenn sie die Hälfte für sich behielt und zwei verkaufte. Zoraida war gestern so sehr in Eile und Panik verfallen, dass sie seine Wunden sich nicht genauste angeschaut hatte. Doch eines wusste sie bestimmt: Er wird Nahrung brauchen. Und da sie nicht allein im Haus war, sondern ein weiteres Maul füttern musste, musste sie etwas zurücklegen. Einen großen Unterschied würde es nicht machen, schließlich hatte sie sich früher um ihre Großmutter gekümmert und auch zu der Zeit war sie um die Runden gekommen.
      Sie legte einen Dachs und ein Hase zu ihr in die Küche und verkaufte die anderen zwei beim Metzger. Auch schaute sie schnell bei der Großmutter vorbei. Je schneller sie es hinter sich hatte, desto besser. Sie gab ihrer Familie Bescheid, was sie zu tun hatten und wie sie den Tee zubereiten sollten, ehe sie wieder verschwand. Dabei erhielt sie zwei Silber Münzen. Mit dem Geld kaufte sie weitere Nahrung und Verbände. Sollte sie nachher noch etwas brauchen, konnte sie immer noch schnell einkaufen gehen.
      Mit den Sachen in ihren Armen, ging sie wieder nach Hause und räumte ihren Einkauf auf. Ihre Hände hatte sie an ihre Hüfte gestemmt, als sie den Hasen anschaute. Sie musste ihn wohl häuten, etwas was sie zum Glück machen konnte. Sie nahm also ein Messer in die Hand und fing mit ihrer Arbeit an. Mitten in ihrer Arbeit nahm Zoraida in Richtung ihres Wohnzimmers, wo sich ihr Bett befand, ein Geräusch war, der nicht von ihr stammen konnte oder irgendein Gegenstand. Er war wach gewesen. Eilig, mit einer blutigen Hand und das Messer in der anderen Hand, schritt sie in ihre Wohnzimmer. Seine Augen waren offen gewesen. Erschrocken und überrascht sogleich, zog sie scharf die Luft ein und starrte ihn unbewusst zu lange an. Als ihr jedoch in den Sinn kam, wie sie nun dastand, mit blutigen Händen und Messer, versteckte sie ihre Hände hinter ihren Rücken. Doch die Schürze, die sie anhatte, war ebenso blutig, da sie vorhin ihre Hände daran abgeschmiert hatte. „Essen“, presste sie nur hervor, als eine Art Erklärung, warum sie Blut an sich hatte. Zoraida befürchtete, dass er sie missverstehen und daraufhin umbringen wird. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, eilte sie zurück in die Küche und wusch sich die Hände. Die Schürze nahm sie ebenso ab. Kurz roch sie an ihren Händen. Den Geruch war sie losgeworden. Nun etwas langsamer und vorsichtiger betrat sie abermals das Wohnzimmer. Ihre Hände immer noch hinter ihrem Rücken versteckt, war sie am Überlegen was sie machen sollte. Nicht nur war er ein Fremder, er war womöglich noch ein Jäger. Die Hexe hatte seine Kleidung nicht durchsucht. Sie waren nicht einmal gewaschen. Das sollte sie definitiv später machen. Ihre Kleidung würden ihm nicht passen. Zögerlich schritt sie ihrem Bett näher. Sie sah, dass es ihm nicht gut geht. Wie lange er wohl hierbleiben musste? „Wie geht es Euch?“, traute sie sich dann ihn leicht zögerlich zu fragen.
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    • Als sich anfänglich auf seine Wort hin nichts rührte, ging er schon fast davon aus alleine gelassen worden zu sein, doch dann vernahm er leichte Schritte, die sich dem Zimmer näherten in dem er lag. Gespannt blickte Halor in Richtung der geschlossenen Tür, welche auch sogleich aufgestoßen wurde. Das erste an das sich seine Augen hefteten, war das viel zu bekannte Rot, das überall an der Person zu sehen war. Sofort schoß seine Hand erneut an seine Hüfte, an der er natürlich nach wie vor nichts zu greifen fand. Wenn er dazu in der Lage gewesen wäre, wäre er sofort aufgesprungen und hätte sich kampfbereit gemacht. Doch so blieb ihm nichts anderes übrig, als endlich einen zweiten Blick auf sein Gegenüber zu werfen, was ihn sichtlich entspannen ließ. Eine zieliche, junge Frau stand vor dem Bett und schien genauso überrascht wie er zu sein. Im ersten Moment wusste keiner von beiden so recht, was zu tun war und Halor konnte nicht anders als immer wieder nach dem Messer in ihrer hand zu schielen, ehe sie sich der Situaiton bewusst zu werden schien und es schnell hinter ihrem Rücken verschwinden ließ. "Essen?" war das einzige, was er noch fragend erwidern konnte, ehe sie auch schon übereilt aus dem Zimmer verschwand. Etwas überrumpelt starrte ihr der Jäger noch eine Weile nach, eher er leise glucksend den Kopf schüttelte als er sich an ihren Gesichtsausdruck zurückerinnerte. Nein, so reagierte niemand der bereit war ihm ein Messer in die Brust zu rammen.
      Doch das eine Wort, das sie herausbekommen hatte, schien etwas anderes in ihm geweckt zu haben. Der Gedanke an eine warme Mahlzeit ließ seinen leeren Magen sich lautstark bemerkbar machen. Seit er die Jagd begonnen hatte, war er nicht mehr dazu gekommen, etwas ordentliches zu sich zu nehmen. Ohne Feuer und ordentlichen Proviant, hatte er von dem wenigen leben müssen, das er auf seinem Weg hatte pflücken können. Nicht nur das er gerettet worden war, auch noch Aussicht auf etwas zu beißen zu haben erschien ihm fast schon zugut um wahr zu sein. Aber seine Gedanken wurden unterbrochen, als sich die Tür erneut öffnete. Zögerlich, oder besser gesagt vorsichtig, betrat das Mädchen erneut den Raum und trat zu ihm. Irgendwie fühlte es sich hilflos an, sich noch nicht einmal richtig ausetzen zu können und lediglich nach oben in ihre smaragdfarbenen Augen blicken zu können. "Wie es mir geht? Natürlich blendend," antwortete er trocken und versuchte es mit einem Grinsen, das eher in einer Grimasse endete. "Nun ja, es ging mir auf jeden Fall schon besser..." gab er zu und deutete ein Schulterzucken an. "Wo bin ich hier? Oder besser gesagt, wem habe ich mein Leben zu verdanken?" sprach er fragend weiter. Dass die schon beinahe zerbreclich wirkende,zierliche Frau ihn mitten in der Nacht und mit all seiner Ausrüstung aus dem Wald gezogen hatte, konnte er sich beim besten willen nicht vorstellen.
    • Natürlich wusste Zoraida, dass ihr Gegenüber sich ein Scherz erlaubte. Er sah alles anderes als gesund und blendend aus. Und obwohl sie auf der Hut war, erlaubte sie sich ein belustigetes Grinsen, welches jedoch nur eine Sekunde sich erhalten ließ. Sie durfte nicht unachtsam werden, nicht einmal sorgenfrei handeln, denn sie wollte ihm keine Hinweise geben, das sie nicht seiner Rasse angehörte. Er strömte keine Magie aus, also wusste Zora instinktiv, dass er kein Hexer war. Diese waren sehr selten, viel häufiger gab es die weiblichen Hexen. Spitze Zähne besaß er ebenfalls nicht und nach Hund roch er ebenfalls nicht. Die Hexe kannte keine andere Wesen, der sich so gut unter die Menschen mischen konnte. Daher nahm sie schlicht an, dass es sich um einen einfachen Menschen handelte. Auch wenn das schwarzhaarige Mädchen wusste, dass der Mann sich nicht in irgendeiner Verfassung befand, sie tödlich schaden zu können, wollte sie nichts riskieren. Sie kannte ihn nicht und wusste ebenso nicht, welche Tricks er im Ärmel hatte.
      Dennoch beruhigte es Zoraida zu hören, dass er sich besser fühlte als vorhin. Zu dem Zeitpunkt jedenfalls, in der er vom Werwolf angegriffen worden ist. Ihre kleine Verarztung hatte wohl ein wenig Wirkung gezeigt. Sie war keine Allwissende, konnte nicht alle Verletzungen mit ihrem Wissen heilen und kannte nicht alle Methoden der Verarztung. Natürlich würde es ihr einfacher fallen, wenn sie ihre Magie anwenden könnte, doch sie wusste bereits, dass das keine Option war. Niemals.
      Also nickte sie nur verstehen und war schon am Überlegen, wie sie ihm weiter helfen konnte, als er ihr Fragen gegen den Kopf warf. Da sie es nicht gewohnt war allein mit jemanden zu sein und sich mit jemanden allein zu unterhalten, brauchte sie Zeit. Zeit zum Überlegen. Wie sollte sie es bestmöglich formulieren? Wie konnte sie am höflichst wirken? "Ihr befindet Euch in mein Zuhause." Zoraida hatte mit dem Gedanken gespielt ihm eine Lüge aufzutischen, ihm zu sagen, dass jemand ihr geholfen hatte ihn hierher zu bringen, doch was, wenn er herausfand, dass sie ihn angelogen hatte? Welche Ausrede könnte sie ihm ausliefern, um glaubhaft zu wirken? Doch sie sah schnell ein, dass es keine gab, also entschied sie sich die Wahrheit auszusprechen. Nervös knetete sie mit ihren Fingern ihren linken Daumen vor ihr und ließ ihr Blick auf den Boden gleiten. "Ich...Ich war diejenige, die Euch hierher gebracht hat. Ich...Ich habe nach Pflanzen gesucht, als ich Euch entdeckt habe und..." Mehr musste sie wohl nicht sagen, denn es war klar was danach geschehen ist. Sie hatte ihn hierher gebracht, sich um seine Gesundheit gekümmert und den Raum warm gehalten.
      Aufgrund ihrer Schlafhaltung, in der sie eingeschlafen und aufgewacht ist, hatte sie nun starke Nackenschmerzen und sie konnte nicht problemlos nach recht oder links schauen und dabei keine Schmerzen empfinden. Zoraida ahnte, dass der Mann an ihre Worte zweifeln wird, also versuchte sie eilig das Thema zu wechseln. "Essen. Ich bin gerade beim Kochen. Habt Ihr Hunger?" Es war kein geschmeidiger Übergang gewesen, doch ihr war nichts Besseres eingefallen. Gedanklich betete sie, dass er auf ihr Themenwechsel einging und nicht weiter fragte.
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    • Dass er sich bei ihr zu Hause befand, ergab durchaus Sinn, aber als sie weitersprach konnte nur überrascht die Augenbrauen heben und sie ungläubig anstarren. Niemals konnte sie ihn einfach so getragen haben, irgendjemand musste ihr geholfen haben, anders war das ganze nicht zu erklären. Wollte sie denjenigen aus irgendeinem Grund nicht erwähnen, um die Person vor ihm zu beschützen? Oder sagte sie tatsächlich die Wahrheit? Mit gerunzelter Stirn betrachtete er sie von oben bis unten, konnte allerdings nicht auffälliges erkennen. Nicht dass es ihm in seinem schmerzumnebelten Zustand auffallen würde, wenn sich ein Vampir, oder Ähnliches, vor ihm in Menschengestalt verbergen würde. Doch warum sollte er in so einem Fall noch am Leben sein? Niemals würde irgendeines dieser Monster einen Menschen, geschweige denn einen Jäger, retten und gesundpflegen.
      Seine Befürchtungen und Überlegungen versuchte er also fürs erste zur Seite zu schieben, er konnte sich später noch immer Gedanken darüber machen ob er ihr glauben wollte oder nicht. Fürs erste waren ihre nächsten Worte, die ihm das Wasser im Mund zusammenrinnen rinnen ließen, bei weitem wichtiger, auch wenn er versuchte es sich nicht so anmerken zu lassen. "...Ja, etwas zu Essen wäre tatsächlich mehr als freundlich von euch..." erwiderte er.
    • Ein erleichtes Seufzen war ihr fast über die Lippen gekommen. Er fragte nicht nach und verunsichert sie nicht von dem Gesagten. Sie hatte die Wahrheit ausgesprochen, doch nicht die Ganze. Die halbe Wahrheit. Doch das musste er nicht wissen. Er sollte sich viel mehr auf seine Genesung konzentrieren als über die Frage nachzudenken, wie sie ihn hierher gebracht hatte. Zoraida war froh etwas machen zu können, wo sie nicht in seiner Nähe befand. Er machte sie nervös. Nervös als andere Fremde, die sie selten begegnete. Ihr Dorf befand sich abseits und weit weg von einer großen Stadt. Einmal im Monat wurde Proviant und andere Dinge in das Dorf transportiert, also waren sie nicht vollkommen auf sich allein gestellt. Im Winter sah das jedoch anders aus. Es dauerte dann zwei Monate, oder, wenn sie Pech hatten, kam bei ihnen nichts an. Da ihr Dorf weit weg und im Wald regelrecht versteckt war, trafen sie hier selten auf Fremde. Hier kannte man jeden, daher stechen Fremde sofort heraus, wenn sich einer hier aufhielt. Die anderen Dorfbewohner würden also sofort merken, dass dieser Mann fremd war, würde er weiter ins Dorf hinein laufen. Da sie viel unter sich waren, standen sie Fremden etwas kritisch und unsicher gegenüber.
      "Ich werde mich beeilen", gab sie ihm soeben Bescheid und eilte zurück in die Küche. Während sie das Gemüse, welches sie sich selbst angebaut hatte, ließ sie das Wasser jochen. Einmal für die Suppe und einmal für den Tee, den sie ihm geben wollte. Ein wenig bitter, doch Zucker und Honig war zu selten und zu teuer, dass sie das hätte kaufen könnte. Der Tee zubereitet und die Suppe am köcheln, lief sie wieder zum Mann. So weit wie möglich von ihm entfernt, stellte sie die Tasse auf den Nachttisch neben ihrem Bett, ehe sie wieder Abstand zu ihm hielt. Eigentlich wollte sie ihn das nicht fragen, doch sie konnte seine körperliche Verfassung noch nicht ganz einschätzen. "Könnt...Könnt ihr den Tee allein trinken oder...benötigt Ihr Hilfe?" Sie wollte ihm nicht zu nahe kommen. Einerseits weil sie Angst hatte, Fehler zu begehen und aus Versehen den Tee auf ihn verschüttet, andererseits weil sie zu schüchtern war. Doch wenn er ihre Hilfe benötigte, dann würde sie das tun, was nötig war. "Das Essen braucht noch ein bisschen. Ich habe etwas gekocht, was für Euch leicht zu verdauen ist", ratterte sie schnell herunter. Sie stellte sich vor, dass er schnellstmöglich etwas in sein Magen befördern wollte. "Es ist leicht bitter", schwankte sie wieder zum Thema Tee hin. Sie redete durcheinander, das fiel ihr ebenso auf, doch diese Nervosität und Unsicherheit überforderte sie ein wenig.
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    • Wortlos sah er seiner "Pflegerin" nach. Sie schien geradezu erleichtert wieder aus dem Zimmer verschwinden zu können. Nicht dass ihn derartiges Verhalten verwunderte, oder etwas Neues für ihn war. Wenigstens wirkte es so, als würde sie ihm nicht mit direktem Misstrauen, oder gar Feindseligkeit reagieren. Beides bekam er nur zu oft zu spüren. Als Jäger stand ihm der Großteil der Bevölkerung nicht gerade wohlwollend gegenüber. Auch wenn er und seinesgleichen versuchten das Land von all dem Ungeziefer zu befreien das es heimsuchte, waren sie oft das Ziel von Aberglauben und Vorurteilen. Schlechte Omen, das waren sie in den Augen von vielen und man konnte es in den Tavernen munkeln hören, dass sie vielleicht sogar Schuld hatten, an den Angriffen die sie doch eigentlich unterbinden sollten. Außerdem konnte es doch nicht mit rechten Dingen zu gehen, wenn es Menschen schafften so wie sie Jagd auf Monster zu machen. Leeres Geschwätz, das stand fest, doch es führte dazu, dass Halor nicht wusste, wann sich das letzte mal jemand so um ihn gekümmert hatte wie jetzt gerade. Das war alles mehr als ungewohnt für ihn, war er doch schließlich die meiste Zeit auf sich allein gestellt.
      "Genug davon..." seufzte Halor und schüttelte den Kopf. Wozu sich Gedanken um so etwas machen? Mit einer Grimasse versuchte er sich wenigstens ein klein wenig aufzusetzen. Ein Glück, dass er hart im Nehmen war. Seine linke Seite war zu nichts zu gebrauchen, aber seine andere Schulter, mit der er gegen den Baum geschleudert worden war, hatte wohl nur eine leichte Prellung abbekommen. Mit einem zischen ließ er sich wieder zurück auf das Kissen sinken. Immerhin war er nicht völlig invalide, auch wenn das nur ein kleiner Trost für sein Versagen war.
      Es dauerte nicht lange, schon vernahm er erneut Schritte an der Tür. So wie es aussah, gab es als erstes nur Tee für , den sie in sicherer Entfernung neben ihm abstellte. Wie sehr sie versuchte Distanz zwischen sich und ihn zu bringen, ignorierte er geflissentlich. "Ich werde es doch wohl noch schaffen... etwas Tee zu trinken." erwiderte Halor und versuchte sich mit einem Arm so nach hinten zu schieben, dass er seinen Rücken ein Stück gegen das Kopfende des Bettes lehnen konnte. Anders würde er sich nicht wirklich lange genug aufrecht halten können und sich nur sofort den heißen Tee . Doch auch schon diese kleine Anstrengung genügte um ihm erste Schweißperlen auf die Stirn zu treiben. "Seht ihr, geht doch..." schnaufte er mit einem schiefen lächeln und griff nach der Tasse. Vorsichtig pustete er leicht auf den Tee, ehe er einen kleinen Schluck nahm. Mit einem Seufzen genoss er, wie das erste Mal seit einigen Tagen endlich wieder etwas warmes wohltuend seine Kehle hinabrann. Es schmeckte nach allerlei Kräutern, auch wenn er nicht genau sagen konnte, welche es waren. Hätte sie nicht extra davor gewarnt, dass der Tee bitter sein würde, wäre es Halor nicht einmal aufgefallen. "Was Geschmack betrifft, müsst ihr euch um mich keine Sorgen machen, ich bin... einiges gewöhnt," meinte er nur mit einem schmunzeln. "Und...danke..."
    • Aufmerksam beobachtete sie die vorsichtigen Bewegungen des Jägers, als er versuchte sich hinzusetzen. Zoraidas Körper spannte sich an, denn sie verspürte den leichten Drang ihm zu helfen, doch sie behielt ihre Distanz bei. Auf wenn der Mann sich erfolgreich einigermaßen hinsetzen konnte, sah man ihm an, dass selbst diese kleine Anstrengung ihn leicht an seine Grenzen brachte. Ihm stand es wohl besser, als sie es erwartet hatte. Viel mehr hatte sie gedacht, dass er es nicht allein schaffen würde. Ob es an sein Jäger-Leben lag, dass er abgehärtet war und mehr aushielt als das normale Volk? Wenn ja, dann fand das die Hexe ein wenig bewundernswert. Sie wusste nicht, wie ein Jäger lebte, wie sie in der Wildnis überlegte, noch weniger die Angriffe der anderen Wesen, doch sie stellte es sich als sehr anstrengend und gefährlich vor. Etwas, an dem sie nicht gewöhnt war und so hoffte sie, dass es weiterhin so bleiben wird. Auch wenn Zoraida wusste, dass die Aufgabe des Jägers war, außergewöhnliche Wesen zu exterminieren, fand sie es nahezu bemerkenswert, wie sie ihr Leben dafür hingaben, dabei die Bewohner noch zu schützen. Gäbe es die Gilden nicht, dann wäre sicherlich zig Menschen ums Leben gekommen. Doch gäbe es sie nicht, dann wäre ihr Leben nicht in Gefahr. Trotzdem wusste sie, dass sie der Minderheit gehörte, die anderen Menschen nicht schaden wollte. Sie hatte bisher nie einen Grund gesehen dies zu tun. Doch allein der Tatsache, dass sie anders als die Menschen war, würde man sie verbrennen. Manchmal verstand Zoraida nicht die Welt.
      Zoraida lächelte leicht, als sie sah, wie sie den Tee trank. Zufrieden stellte sie fest, dass er sich nicht so sehr anstelle, wie ein Kind in ihrem Dorf, wenn es den leicht bitteren Tee trank. Andere Erwachsene verzogen ebenfalls ab und an das Gesicht bei dem Geschmack, doch sie meisten sind daran gewohnt, denn Süßungsmittel stand ihnen nicht zur Verfügung. Doch im Fall des Jägers spielte es keine Rolle, ob es seinem Geschmack entsprach oder nicht. Die Kräuter, die sie im heißen Wasser gebraut hatte, würde ihm bei seiner Genesung helfen. Bei seiner Bedankung starrte Zoraida ihn ein wenig verblüfft an und war am Überlegen was sie am besten sagen soll. Während ihrer Überlegung herrschte für einen Moment Stille, die wohl einige als peinlich oder unangenehm empfinden würde, doch die Hexe brauche die Zeit, um zu überlegen, welche Worte sie als nächstes aufgreifen sollte. „Bitte“, sagte sie und ihr war es plötzlich peinlich, dass sie nach der Pause nur ein Wort herausbekommen hat. „Es…“, sie hielt wieder inne und biss sich auf ihre Lippen. Ihre Gedanken fingen an zu rasen und sie wusste nicht was sie sagen sollte. Dann sagte sie einfach das, was ihr als nächstes in den Sinn kam, während sich ihr Körper versteifte. „Ich sehe nach dem Essen“, und eilte zur Tür. Ehe sie dahinter verschwand, drehte sie sich zu ihm nochmal um. „Nach dem Essen würde ich Euch eine Salbe auftragen.“ Und weg war sie. Hinter der verschlossenen Tür atmete sie tief ein. Wie lange müsste er bei ihr leben, bis er wieder fortgehen konnte? Auch wenn sie nur wenige Worte miteinander ausgetauscht hatten, war es für sie ungewohnt lange in der Anwesenheit eines anderen zu bleiben, erst recht mit einem Jäger. Dennoch erfüllte sie ein Gefühl, welches sie nicht ganz beschreiben konnte. Stolz? Freude? Sie wusste nicht, wie sie es am besten definieren sollte, doch sich wieder um jemanden zu kümmern, auch wenn es ein Jäger war, gab ihr ein zufriedenes Gefühl. Es war lange her, dass sie sich zuletzt um jemanden gekümmert hat. Es war ein wenig erfrischend für sie.
      Sie stellte sich an den Topf und würzte die leicht dickflüssige Suppe ein wenig, damit es nicht fade schmeckte. Die kleine Fleischstückchen des Hasen waren derzeit weich genug geworden. Sie würde nur wenige Minuten warten, bis die Karottenstücken weich genug waren.
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    • Nachdenklich starrte Halor in die Tasse, welche er noch immer mit einer Hand vor sich hielt. Beinahe war es schon eine Erleichterung, dass sie ihn wieder alleine gelassen hatte., bevor die Atmosphäre noch unangenehmer werden konnte. Er war sich nur zu bewusst, dass er nicht gut in solchen Dingen war. Wann er sich das letzte Mal für etwas ernsthaft bedankt hatte, oder wann das letzte Mal jemand etwas getan hätte, wo so etwas angebracht gewesen wäre, daran konnte er sich nicht einmal erinnern. Kaum dass ihm das "Danke" herausgerutscht war, hatte er schon nicht mehr gewusst wie er weiter reagieren sollte. Er musste dringend mehr unter normale Leute kommen, auch wenn das natürlich kaum geschehen würde. Er war schon zufrieden, wenn er sich in Ruhe in der Ecke einer Taverne betrinken konnte, ohne dass irgend ein dahergelaufener Bauer entweder mit Problemen auf ihn zukam, oder man dem bösen Omen, dass er nun mal war, solange böse Blicke zuwarf, bis er wieder verschwand. So war es nicht immer, aber zumindest oft genug. In jedem Fall wusste er nicht, wie er damit umgehen sollte von seiner Retterin einfach so umsorgt zu werden. Das würde er schon auch noch selbst irgendwie zustande bringen, so wie immer, wenn er sich erst noch zu einer Niederlassung der Gilde, oder einem Heiler schleppen musste, um richtig verarztet zu werden. Die Gilde gab es selbstverständlich nur in Städten und großen Siedlungen und nicht in jedem kleinen Dorf im Nirgendwo. Somit war er die meiste Zeit auf die Dienste von Dorfheilern und Ähnlichem angewiesen, welche selbstverständlich stets Geld verlangten und ihn nur schnell versorgten, um den Jäger möglichst bald wieder los zu sein. Das hier war neu.
      Mit einem Blinzeln erinnerte er sich daran, dass er noch immer den Tee vor sich hatte, der mittlerweile mit Sicherheit nur noch lauwarm war. Bevor dieser völlig auskühlen konnte, kippte ihn Halor in einem langen Zug einfach herunter, was bei seinem ständigen Gebrauch der Tränke schon fast Gewohnheit geworden war. Er versuchte das Zittern seines noch immer schwachen Arms zu ignorieren, als er die Tasse wieder am Nachttisch abstellte, und sah sich um. Wo waren denn eigentlich seine Sachen? Er wusste genau was für ein Trank ihm jetzt helfen könnte. Es würde nicht helfen seine Wunden zu heilen, aber die Schmerzen wären wenigstens verflogen. Taubheit wäre gerade ein sehr angenehmes Gefühl. Das war es eigentlich meistens. Gerade deswegen, verwendete er diesen und andere Tränke nur, wenn er sie wirklich brauchte. Zu viele Jäger hatte er gesehen, die an verschiedensten Nebenwirkungen zugrunde gegangen, oder schlichtweg süchtig geworden waren, nach eben jenem Hilfsmittel, das er gerade auch nur zu gerne in seiner Hand hätte. Allgemein hatte er wenig in seinem Repertoire, was ihm gerade helfen würde. Langsame Heilsalben halfen schließlich nichts in einem Kampf. Er wusste zwar schon ein paar Pflanzen, die ihm in der Wildnis weiterhelfen konnten, aber sein meistes Wissen konzentrierte sich auf Mischungen und Substanzen, die ihm halfen zu töten. Er war schließlich kein Mediziner.
      Trank und Schmerzmittel hin oder her, er hatte es bereits geschafft sich etwas aufzusetzen um den Tee zu trinken, warum sollte er also nicht versuchen noch etwas weiter zu gehen? Vielleicht schaffte er es ja sogar sich richtig an die Bettkante zu setzen, oder aufzustehen. Den ganzen Tag nur herumzuliegen, war ihm schlichtweg zuwider und wenn er so etwas wie einen funktionierenden Selbsterhaltungstrieb hätte, dann wäre er wohl nicht schon sein ganzes Leben lang Jäger.
      Er war bei Bewusstsein, hatte keine Gehirnerschütterung, oder sonstige Probleme, die sein Bewusstsein beeinflussten, sogar seine Beine waren intakt geblieben, warum also nicht. Dass der Großteil seiner linken, oberen Körperhälfte mehr oder weniger zerfleischt worden war, schob er einfach beiseite. "Du hast schon schlimmeres erlebt..." murmelte Halor immer wieder wie ein Mantra zu sich selbst, während er langsam versuchte sich so zu drehen, dass er seine Füße aus dem Bett schieben konnte. "Nur noch ein kleines Stück..." Greller Schmerz pochte aus seiner Schulter, Brust und Arm, kaum dass er begonnen hatte sich zu bewegen. Zähneknirschend versuchte der Jäger seinen Körper zu ignorieren, der immer stärker protestierte. Am liebsten hätte Halor sich übergeben, oder wäre einfach nur in gnädige Ohnmacht gefallen, als seine Schulterknochen aneinander rieben und die frischen Wundnarben begannen erste Risse zu bekommen und so bekam er es gar nicht so richtig mit, als seine Füße tatsächlich den Boden berührten. Minutenlang hockte er steif an der Bettkannte und verspürte nicht das geringste Bedürfnis seinen kleinen Sieg zu feiern. Vielmehr verfluchte er sich, während ihm immer wieder kurz schwarz vor Augen wurde, für seine eigene Dummheit. Nicht nur, dass es schlichtweg keinen Grund für eine derartige Anstrengung gab, er würde sich auch noch wieder zurücklegen müssen.
    • Während Zoraida an dem Kessel stand und ab und an mit einem Löffel die Suppe, die dem Jäger sicherlich guttun würde, umrührte, machte sie sich in ihrem Kopf eine Liste durch, die sie heute abhaken musste. Die Fallen neu aufgestellt hatte sie schon gemacht, die ältere Dame ihr ihre Kräuter gegeben hatte sie auch schon, dem Jäger Tee zubereiten und das Essen fertigkochen. Außerdem musste sie noch die Salbe für den Jäger herstellen, ihm dabei helfen die verbände nochmals neu zu verbinden und dann noch seine Kleider waschen. Zu diesem Zeitpunkt schien ihr nichts Weiteres einzufallen, was sie sonst noch hätte tun sollen. Vielleicht wird ihr im Laufe des Tages weitere Tätigkeiten einfallen, oder der Jäger würde sie auf eine Idee bringen.
      Würden Hexen oder Zauberer sie nun hier sehen, wie sie sich um den Jäger kümmerte, würden sie Zoraida höchstwahrscheinlich verfluchen oder gar beleidigen. Wie dumm konnte ein junges Gör sein ihre natürlichen Feind sich bei ihr Zuhause unterkommen zu lassen und ihn zu pflegen? Jeder andere hätte diese Chance genutzt ihrem Gast die Kehle durchzuschneiden. Doch allein bei dem Gedanken einen unschuldigen – wenn man das noch so nennen konnte – Menschen zu verletzen oder gar zu töten, missfiel ihr und sie wusste, dass sie sich das nicht über das Herz bringen konnte, dies zu vollbringen. Doch warum genau tat sie das? UM ein reines Gewissen zu haben? Sehr wahrscheinlich, denn ansonsten hätte Zoraida den verletzten Mann bei jemand anderen unterbringen lassen können, wobei sie auch hier nicht wusste, ob dies möglich war, wenn sie den Jäger gesehen hätte. Sie mögen zwar nicht viele von seiner Sorte hier zu haben, doch Zoraida war aufgefallen wie vorsichtig sie in deren Nähe aufhielten und wie das Dorf, auch nach der abreise des Jägers, noch untereinander tuschelte. Worüber genau wusste die Hexe nicht, da sie nie lang genug geblieben war, um Gerüchte zuzuhorchen.
      Das schwarzhaarige Mädchen riss sich aus ihren Gedanken und schmeckte die Suppe ab. Ein bisschen mehr Salz, und es müsste akzeptabel sein. Sie nahm sich eine Schüssel, füllte diesen mit der warmen Flüssigkeit und legte noch Scheiben Brot hinzu. Vorsichtig öffnete sie mit ihren Ellbogen die Türe und als sie sich umdrehte, und sah, wie der Jäger sich aufgerichtet hatte und wie ihm förmlich die Schweißperlen auf der Stirn lagen, eilte sie zu ihm, stellte die Schüssel auf das kleine Nachttisch und hielt ihn an den Schultern fest, ohne groß dabei zu überlegen. Dabei fiel ihr auf wie hart sein Körper zu sein schien und welche Muskeln er besaß. Er würde ihr mit einem Schlag sicherlich das Licht aus der Seele schlagen können. „Bitte legt Euch hin. Ihr seid nicht in der Verfassung Euch derart anzustrengen. Die Wunden werden weiter aufreißen“, sprach sie hektisch und schob ich ganz sachte in Richtung Kopfanfang, damit er sich wieder an das Bett lehnen konnte. Sie schritt von ihm weg und holte sich einen kleinen Tisch, den sie dann vor das Bett, neben dem Kissen brachte und dort die Suppe abstellte. Während dem Anlehnen wäre der Jäger noch möglich die Suppe allein zu essen. „Wenn Ihr Hilfe beim Essen braucht, sagen Sie mir Bescheid“, gab das Mädchen dem Jäger Bescheid, ahnen, dass er es abschlagen würde. Sie konnte sich gut vorstellen, dass er der Meinung war, dass ein großer und starker Mann wie ihn, keine Hilfe von einer jungen Dame brauchte. Doch das war eine reine Vermutung von Zoraida. Sich irren war möglich.
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    • Dieses Mal bemerkte er gar nicht, wie die junge Frau zurückkehrte. Zu sehr war er damit beschäftigt sich zusammenzureißen und seine protestierende Wunde zu ignorieren. Erst als sich Hände auf seine Schultern legten, zuckte er zusammen und blickte auf. Blinzelnd blickte er in grüne Augen, die ihn besorgt ansahen. Noch bevor er etwas sagen konnte, wurde er auch schon sanft und doch bestimmt nach hinten gedrückt. Zähneknirschend versuchte er nicht aufzukeuchen, als sie ihn wieder gegen das Bett lehnte. Selbst wenn er es gewollt hätte, hätte er sich nicht dagegen wehren können. Der Gedanke, dass er sich nicht einmal gegen die zierliche junge Frau ankam, wäre fast zum Lachen gewesen, wenn nur seine Verletzungen nicht wären. Kurz schloss er die Augen, um seinem Körper die Zeit zu geben nach den Bewegungen wieder etwas zur Ruhe zu kommen. Seine zerstörte Schulter pochte und fühlte sich an, als würde der Wolf erneut darauf herumkauen und dank seiner Anstrengungen, hatte sich auch seine eher unverletzte Seite bemerkbar gemacht. Natürlich hatte sie Recht, es war idiotisch von ihm sich richtig aufsetzen zu wollen, so würden seine Wunden nie verheilen, aber das würde er mit Sicherheit nicht zugeben.
      Als er die Augen wieder öffnete, stand die Suppe dampfend auf einem kleinen Tisch neben dem Bett und ließ ihm das Wasser im Mund zusammenlaufen. "Ich werde doch wohl noch selber Essen können..." wies er ihren Hilfeversuch mit einem Kopfschütteln ab. Allein der Gedanke gefüttert zu werden war ihm peinlich. Das hatte nichts mit ihr zu tun und es wäre auch nicht das erste Mal, dass er so sehr außer Gefecht gesetzt worden war, dass ihm jemand anderes Essen zuführen musste, aber trotzdem. Die Vorstellung so hilflos zu sein, hatte ihm noch nie behagt.
      Zum Glück stand der Tisch nahe genug bei ihm um ohne Probleme dorthin langen zu können. Somit streckte er die Hand langsam in Richtung des Löffels aus, was ihm noch einigermaßen gut gelang. Auch Suppe damit aufzunehmen, ging ohne Schwierigkeiten, erst als er seine Hand wieder näher zu sich bringen wollte, begannen die Probleme. Er zitterte, gut, das hatte er erwartet, doch sobald er den Arm heben musste, um den Löffel zu seinem Mund zu bekommen, verspürte er ein Ziehen in der Schulter und seinem Oberarm, das stärker wurde je mehr er seinen Arm anwinkelte. Im Vergleich zu den Bisswunden, waren die Schmerzen lächerlich, aber offensichtlich waren bei seinem Aufprall auch noch einige Sehnen verletzt worden, was er bei seinen bisherigen Bewegungen nicht wirklich wahrgenommen hatte. Stück für Stück schaffte er es den Löffel näher an sein Gesicht zu bringen, während er dabei immer mehr der Suppe auf der Decke verschüttete. "Das darf doch nicht wahr sein!" schrie er innerlich. Es hätten nur noch wenige Zentimeter gefehlt, da schaffte er es nicht mehr seinen Arm weiter zu bewegen, ehe der Löffel auch schon aus seiner schlaffen Hand fiel. Voller Wut auf sich selbst starrte Halor auf den Löffel, der nun nutzlos in seinem Schoß lag. Warum musste es ihn nur genauso getroffen haben, dass er es noch nicht einmal schaffte Suppe zu essen! Am liebsten wäre er im Boden versunken, hatte die junge Frau seine erbärmliche Darbietung doch aus erster Reihe mitansehen können. Ohne sie anzusehen, nahm er den Löffel wieder auf und legte ihn vorsichtig zurück in die Schüssel. Das waren wenigstens Handbewegungen, die sein Arm mitzumachen schien. Kurz war schon drauf und dran es einfach noch einmal zu versuchen, aber der Jäger hielt rechtzeitig inne. Am Ende würde sich doch nur wieder dasselbe erneut wiederholen. "Könntet... Könntet ihr mir vielleicht doch helfen?..." murmelte er leise die Worte, die ihm schrecklich schwer über die Lippen kamen.
    • Wie erwartet wollte der Jäger die Hilfe der Hexe nicht annehmen. Sie schien wohl mit ihrer Vermutung richtig zu liegen. Nichtsdestotrotz nahm sie seine Entscheidung und ausgesprochene Entscheidung nicht übel, nein, sie konnte es sogar nachvollziehen. Ein großer, starker Jäger, der sich zur Lebensaufgabe gemacht hatte, Vampire und Werwölfe zu exterminieren, brauchte keine Hilfe von einem im Vergleich kleinen und schwaches Mädchen. Im Normalfall hätte sie ihm ihre Hilfe bezüglich des Essens nicht angeboten, doch sie wusste, wie schlecht es um ihn stand. Es war nicht einmal ein tag vergangen, dass er hier bei ihr lag und sich erholt hatte. Seine Wunden waren noch zu frisch, um sich derart anstrengen zu können. Doch wer war sie, dass sie ihn umstimmen konnte. Also behielt sie ihre Distanz zu ihm und sah geduldig und still zu, wie der Mann, der mit Narben versehrt war, sich die Mühe machte den Löffel in seine Richtung zu transportieren. Doch es verlief nicht so, wie er es sich erhofft hatte. Mehrmals war Zoraida kurz davor gewesen ihm zur Hilfe zu eilen, doch sie konnte sich immer wieder im letzten Moment zurückhalten. Sie wollte nicht etwas tun, womit er nicht einverstanden war. Vielleicht würde er, wenn er selbst bemerkte, wie schwierig er es hatte allein zu essen, einsehen, dass er ihre Hilfe brauchte. Also wartete sie und wartete, während sie versuchte den Drang zu unterdrücken ihm zur Eile zu helfen.
      Den Löffel auf der Decke gelandet, wusste Zoraida, dass es nicht lange dauern wird, bis er sie um ihre Hilfe bat. Und genau wie sie es erwartete, setzte das Szenario ein. Ohne groß nachzudenken, dass er ein Jäger war und sie eine Hexe, lächelte sie ihm leicht zu. „Natürlich“, meinte sie nur daraufhin, ohne ihm die Worte „ich-hab-es-dir-gesagt“ zu sagen. Sie sah es nicht als Schwäche sie um Hilfe zu beten oder nicht allein essen zu können, vielmehr als eine Stärke sich überwinden zu können zuzugeben, dass man nicht dazu in der Lage war etwas zu vollbringen. Zoraida setzte sich vorsichtig am Rande des Bettes hin, nahm die Schüssel in die eine Hand und den Löffel in die andere. Ihr war es auch keiner Weise peinlich, denn füttern musste sie ihre Oma oft, als sie dem Tod nahe war. Sie tunkte den Löffel in die Suppe, nahm ihn wieder raus, pustete leicht und hielt es dem Mann, dessen Namen sie nicht kannte, hin. Ob es das erste Mal für ihn war solch eine Hilfe von jemanden anzunehmen? Schließlich war er immer auf seine Beine und reiste gefährlich umher. „Ich hoffe, es kann Euren Hunger stillen“, meinte Zoraida leise. Sie wusste nicht, ob ihre Kochkünste akzeptabel waren, denn niemand außer ihre Oma hatte ihr Essen probiert. Sie selbst fand ihr Essen lecker, da so etwas war eine subjektive Meinung. Einen anderen Geschmack kannte sie nicht. Da fiel ihr noch ein, dass sie vielleicht noch eine Salbe herstellen sollte, die schmerzlindernd wirkte und ihm vielleicht ein Taubheitsgefühl geben sollte, wenn die Schmerzen für ihn zu groß werden. Doch das hatte noch seine Zeit. Zuerst musste der Mann satt werden. "Es gibt noch mehr von der Suppe, solltet ihr nach der Schüssel noch hungrig sein." Genug Essen hatte sie alle Male gemacht, denn sie wusste nicht, wie groß sein Appetit war.
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    • Nur zu gerne hätte der Jäger ihr den Löffel wieder entrissen und selbst zu Essen begonnen, doch leider musste er sich eingestehen, dass er dazu ganz einfach nicht in der Lage war. Ganz egal wie unangenehm ihm die Situation war, er konnte sie nicht ändern und so ließ er es lieber kommentarlos über sich ergehen, während er versuchte die junge Frau möglichst nicht anzublicken und zu ignorieren versuchte, dass er gefüttert wurde.
      Doch seine Abneigung dieser Behandlung gegenüber trat immer weiter in den Hintergrund, je mehr er von der Suppe in sich hineinschlang. Er war hungrig gewesen, ja. Aber wie sehr wurde ihm erst so richtig bewusst, als er etwas in seinen Magen bekam. Mit Genuss verzehrte er einen Löffel nach dem anderen. Es mochte daran liegen, wie lange er nichts mehr ordentliches zu Essen bekommen hatte, doch in seinen Augen war die Suppe mehr als köstlich.
      Halor war direkt enttäuscht, als kein neuer Löffel mehr nachkam und er in einen leeren Teller starrte. So gut sie auch geschmeckt hatte, sein leerer Magen war durch die Flüssigkeit nicht unbedingt gesättigt worden. Endlich schaffte er es, etwas verlegen seinen Kopf zu drehen und ihr ins Gesicht zu blicken. "Das war wirklich verdammt lecker, aber... wenn es keine Umstände bereitet, dann wüde ich euch tatsächlich noch um eine Schüssel bitten." Zu gerne, hätte er nicht darum gebeten, schließlich bedeutete es, dass er sich erneut füttern lassen müsste, doch sein Hunger hatte bereits über seinen Stolz gesiegt. Der Jäger hoffte nur, möglichst schnell wieder gesund zu werden. Wie lange er es aushalten würde, so umsorgt werden zu müssen, das stand in den Sternen geschrieben.
    • Es überraschte Zoraida ein wenig zu sehen, wie der Jäger wortlos die Fütterung über sich ergehen ließ. Doch sie konnte ihm ansehen, wie unangenehm es für ihn war. Nun, anders hätte sie es nicht erwartet, doch sie wollte ihn nicht darauf ansprechen. Viel mehr war sie froh, dass er sie ihm helfen ließ, auch wenn sie sich in seiner Gegenwart noch unsicher und angespannt wirkte. Die Hexe achtete sehr darauf nichts von der Suppe zu verschütten oder ihm ein Löffel zu geben, der zu heiß für ihn sein sollte. Noch davor es kühl zu pusten, wollte sie nicht, denn das würde ihm wahrscheinlich nur unangenehmer machen. Also nahm sie immer die Suppe am Rand, der bekanntlich kühler war, als wenn man die Suppe von der Mitte zu sich nahm. Auch wenn der Jäger ein Mann war und einen sehr robusten Anschein erweckte, erinnerte das Füttern die Hexe ein wenig an die Zeit mit ihrer Großmutter, die das Mädchen im jungen Alter bei sich aufgenommen hatte. Natürlich würde sie dies nicht offenbaren, denn sie nahm an, dass es den Jäger nur kränken wird oder ihn dazu veranlasste, zu denken, dass sie sich über ihn lustig machte.
      Es freute sie zu hören, dass die Suppe ihm geschmeckt hatte. Sie wusste nie, ob ihre Kochkünste ausreichend gut war, denn über die Jahre hinweg hatte sie nur sich selbst gekümmert und war an ihrem eigenen Geschmack gewöhnt. Dass er noch eine Schüssel haben wollte, überraschte das schwarzhaarige Mädchen nicht. Im Gegenteil, sie hatte es erwartet. "Natürlich", sagte sie nur und brachte die Schüssel wieder in die Küche, füllte diesen mit Suppe auf und holte ein paar Scheiben Brot. Wieder bei dem Jäger angekommen, nahm sie ihre ursprüngliche Haltung wieder an und tunkte das Brot in die Suppe. So lange, bis es sich voll gesaugte hatte und hielt es ihm zu. Das würde seinen Magen sicherlich mehr sättigen, als wenn sie ihm nur die Suppe gab. "Ich...Ich hatte noch nicht die...Gelegenheit dazu gehabt Euer Gewand zu säubern", fing sie an zu reden, auch wenn es mit Pausen passierte. "Ich würde sie heute noch reinigen...Gibt es etwas, worauf ich achten soll", zwang sie sich zu langen Sätzen und hoffte sich, dass er ihren schnell schlagendes Herz nicht hören konnte. Ihr Blick hatte sie auf die Schüssel gerichtet, denn trauen tat sie es nicht wirklich ihm direkt ins Gesicht zuschauen aus dieser Nähe aus. Auch wenn sie wusste, dass er nichts erkennen wird, hatte sie dennoch Angst, dass er allein beim Anblick den Verdacht haben könnte, dass sie eine Hexe sei.
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    • Mit einem Seufzen lehnte sich Halor ein Stück zurück, als die junge Frau das Zimmer wieder verließ. Er musste sich schon eingestehen, dass er mehr Glück als Verstand gehabt hatte. Nicht nur, dass ihn jemand gefunden hatte, es war auch noch jemand, der ihn nicht einfach nur liegen gelassen, oder ausgeraubt hatte. Ganz im Gegenteil, sie kümmerte sich so fürsorglich um ihn, dass er sich nicht einmal zurückerinnern konnte, wann so etwas das letzte mal geschehen war, wenn überhaupt. Da bekam er doch beinahe so etwas wie ein schlechtes Gewissen, wenn er sich nicht in irgendeiner Form revanchieren würde. Ein Gefühl, das ihm alles andere als bekannt war. Aber im Moment, war er zu nichts zu gebrauchen und konnte nichts tun als nutzlos im Bett zu liegen. Gerne hätte er erneut versucht aufzustehen, aber der Jäger hatte seine Lektion gelernt. Doch bevor seine Frustration über seinen Zustand weiter ansteigen konnte, kam sie auch schon wieder zurück.
      Im Nu war er auch schon wieder in der selben unangenehmen Situation wie vorhin, aber daran würde er sich wohl oder übel gewöhnen müssen. Doch die Aussicht auf einen zweiten Teller Suppe versüßte ihm das ganze doch um einiges, erst recht als sein Blick auf die verlockenden Brotscheiben fiel. Als sie ihn nach seiner Kleidung fragte, hielt er kurz inne und kaute zu Ende, ehe er antwortete. Nicht dass er nach Tagen der Jagd sauber gewesen war, aber nun war mit Sicherheit alles voller Blut und Schlamm. Und die Zähne des Werwolfs waren dem Stoff wohl kaum gut bekommen. Beim Gedanken daran, schon wieder alles flicken zu müssen stöhnte er innerlich auf.
      "Ihr müsst das wirklich nicht tun. Immerhin habt ihr mir bereits mehr als genug geholfen..." antwortete er und blickte sie an. Die Schwarzhaarige wirkte noch immer nervös und schien seine Blicke gar nicht erst erwidern zu wollen. Doch Halor war derartige Reaktionen nun einmal gewöhnt und dachte nicht weiter darüber nach. Gerne hätte er sich selbst um seine Ausrüstung gekümmert, aber das war natürlich nicht möglich und er wusste nur zu gut, wie widerlich seine Kleidung stinken würde, wenn das Blut zu lange daran klebte. Er musste also schon wieder über seinen eigenen Schatten springen. "...Aber es wäre wirklich eine große Hilfe, wenn ihr fürs erste zumindest das Gröbste entfernen könntet..." bat er sie. "Seid nur vorsichtig mit meiner Ausrüstung, nicht dass ihr euch noch an einer Klinge verletzt. Und lasst besser die Finger von meinen Tränken..." warnte er sie. Er wollte nicht einschüchternd wirken, doch die verschiedenen Mixturen, die er für seine Arbeit benötigte waren für Menschen alles andere als verträglich. Noch nicht einmal für ihn selbst, doch er hatte genügend Resistenzen aufgebaut um die Gifte einigermaßen zu vertragen.
    • Der Jäger hatte recht. Sie hatte ihm mehr als nötig geholfen, trotz der Tatsache, dass ihr Leben in Gefahr wäre, würde er ihr wahres Wesen kennen. Sie verstand bisher noch nicht gänzlich, wie sie auf die Idee gekommen war ihn bei ihr aufzunehmen und sich zur Aufgabe gemacht hatte ihn zu verarzten und zu versorgen. Doch dann erinnerte sie sich an das gestrige Bild, welches er ihr angeboten hatte, als sie ihn ihm Wald gefunden hatte. Wie hätte sie ihn dort sterben lassen können? Für den Rest ihres Lebens hätte sie es bereut ihn nicht gerettet zu haben. Dann wäre sie wohl nicht viel anders als die vielen bösen Hexen, die die Jäger jagten. Sie bereute bisher ihre Entscheidung nicht, doch sie konnte ihre Zukunft nicht einschätzen, wie sie aussehen mag. Zwar hatte sie das Buch, welches sie von ihrer Mutter geerbt hatte, sehr gut versteckt, doch Zoraida war viel zu paranoid und besorgt, der Jäger würde weitere Hinweise finden, die auf ihr Wesen als Hexe zeigten.
      Zoraida nickte verstehend dem Jäger zu, als er ihr sagte, dass sie auf seine Ausrüstung und Klinge Acht geben musste, speziell seine Tränke meiden. Die Schwarzhaarige konnte nicht leugnen doch ein wenig neugierig zu sein, um welche Tränke es sich handelte und wie sie zusammen gebraut wurden. Doch sie konnte dies den Jäger wohlunmöglich fragen. Vielleicht an einem anderen Tag, wenn er auf das Thema wieder ansprechen würde, wobei Zoraida sich nicht einmal sicher war, ob sie sie trauen würde ihm die Fragen zu stellen, die ihr momentan durch den Kopf herumschwirrten. "Ich werde darauf achten", gab sie ihm zu verstehen, dass sie seine Worte gelauscht hat und auf sie hören wird. Sie würde jedoch seine Kleidung erst heute Abend waschen, da zuerst seine Wunde versorgt werden musste. Da er mit seinem Essen fertig zu sein schien, könnte sie sich nun seine Wunde anschauen, doch sie wollte sich an seine Wünsche orientieren. "Kann ich Eure Wunden neu bandagieren, oder...." Zoraida blickte weg, massierte sich die Handinnenfläche und schielte zum Jäger hin, "wollt Ihr Euch vorerst ausruhen?", stellte sie nun ihre Frage an ihn zu Ende. Wie sollte sie ihn adressieren? Sie konnte ihn womöglich nicht immer 'den Jäger' nennen, doch ihn nach seinen Namen zu fragen, traute sie sich nicht. Sie hoffte also wohl eher darauf, dass er irgendwann sich vorstellen wird.
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    • Zufrieden erwiderte er ihr Nicken, als klar war, dass sie ihn verstanden hatte. Das hätte noch gefehlt, dass sie durch Unachtsamkeit, oder Neugierde mit seinen Tränken in Berührung kam. Er war nun einmal auf sie angewiesen, das musste er sich leider eingestehen und wenn seine Helferin sich am Ende noch selbst vergiftete, was sollte er dann tun? Am Ende würden die Dorfbewohner noch mit Mistgabeln über ihn herfallen, wenn sie bemerkten, dass eine der Ihren durch sein Verschulden zu schaden gekommen war. Ein Schicksal, dass ihm nicht zum ersten Mal blühen würde. Nur zu oft hatte er derartiges Verlangen bereits in den wütenden Augen der verzweifelten Bevölkerung aufblitzen gesehen. Irgendeinen Sündenbock musste man für seine Probleme nun einmal finden, doch war der Jäger für das normale Volk beinahe genauso unantastbar wie die Monster, welche allen das Leben schwer machten.
      Ein Mob mit Fackeln und Heugabeln war nun wirklich keine Gefahr für ihn, was jedem nur zu gut bewusst war und ihn bis jetzt auch stets vor Übergriffen bewahrt hatte. Doch in diesem Fall sah es anders aus. Somit war es für sie beide das Beste, wenn sie vorsichtig mit seinen Sachen war. Sorgen um seine Ausrüstung machte er sich dabei nicht. Das waren nur Werkzeuge für ihn, so wie Halor eines für die Gilde war. Nützlich, aber austauschbar.
      Gedanken, die er schnell wieder von sich schob, schließlich waren sie völlig sinnlos. Es war nun einmal wie es war. Auf ihre Worte hin blickte er an sich herab. Richtig, seine Wunden mussten ja ebenfalls versorgt werden. Kurz hatte er dank seines Appetits schon beinahe vergessen, dass er ja noch immer verletzt war und seine Versuche sich ordentlich aufzusetzen, waren alles andere als hilfreich gewesen. An einigen Stellen mussten sich seine Wundränder wohl erneut geöffnet haben, denn die ersten roten Flecken bahnten sich bereits ihren Weg durch den ansonsten weißen Stoff. "Ach Unsinn, ausruhen kann ich mich später auch noch..." antwortete Halor mit einem Kopfschütteln. "...zu etwas anderem bin ich im Moment wohl ohnehin nicht zu gebrauchen," fügte er mehr zu sich selbst murmeln hinzu, ehe er sie wieder anblickte und schon wieder nicht wusste, wie er mit der Situation umgehen sollte. "Ich denke es wäre also tatsächlich das beste, wenn ich euch... schon wieder um Unterstützung bitten muss?" Er würde sich wohl nie daran gewöhnen, dass es ihm unmöglich war für sich selbst zu sorgen.