The girl you'd die for [Mizuki & Daisy]

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    • The girl you'd die for [Mizuki & Daisy]

      The girl you'd die for
      Vorstellung


      Ellen Graham

      Den ersten Flyer, den man ihr in die Hand gedrückt hatte, hat Ellen gekonnt ignoriert. Mit einem leichten Stirnrunzeln hat sie den Kopf geschüttelt, das Stück Papier zusammen gefaltet und es mit ihrem leeren Teller auf dem Tablett gelassen, damit das Küchenpersonal ihn wegwerfen konnte. Den zweiten hat sie lange in der Hand des Angestellten angesehen, bevor sie ihren Blick hat in sein Gesicht schweifen lassen und ihn mit einem Seufzen angenommen hat. Er hatte so nervös gewirkt, dass sie sich nicht traute ihn abzuweisen. Dieses Mal hatte sie ihn sogar grob überflogen. Das Wort "Innovation" war das Highlight des gesamten Designs. Es schien wie in einer Explosion aus dem Zettel herauszukommen. Ellen fand heraus, dass es um ein neues Spiel gehen musste. Auf der Rückseite standen Details zu der Neuerscheinung. Allerdings fand sie nicht die Motivation die detaillierte Spielbeschreibung zu lesen. Sie hatte den Flyer in ihr Mathematikbuch gelegt, um ihn als Lesezeichen zu benutzen und bis zu nächsten Mathestunde zwei Tage darauf vergessen. Im Unterricht hatte sie im Grunde keine andere Wahl, als sich das Ding nun endlich ganz durchzulesen. Einige ihrer Klassenkameraden drosselten das Lerntempo immens, sodass sie sich nun einmal wo anders ein wenig beschäftigen musste. Es ging anscheinend um einen Plattformer mit einer Menge 3D-Effekten. Immer wieder kamen die Worte "Innovation", "Spielegigant" und "Abenteuererlebnis" vor. Sie hat die Stirn gerunzelt. Plattformer machten Spaß - ab und an mal. Gar keine Frage. Doch wurde dieses Spiel angepriesen wie die zweite Auferstehung Jesus Christus. Es war dermaßen überzogen... dass Ellen sich tatsächlich dabei erwischte, wie sie sich die Daten für die Veröffentlichung aufschrieb. Es gab ein kleines Event zu dem ganzen Spektakel. Samstag, 2 Uhr Mittags. Warum nicht? Andere Pläne hatte sie ohnehin nicht.
      In entspannter Manier stand sie vor der Arcade. Laute Musik kam aus dem Laden und erstaunt stellte sie fest, dass sich sogar eine Schlange gebildet hatte vor dem Eingang. Das war... unerwartet, dachte sie zu sich selbst, während sie sich mit den Händen in der Jackentasche ebenfalls anstellte. Vor ihr stand eine Gruppe von Menschen, die aufgeregt miteinander sprachen und sich darüber austauschten, wie lange sie schon auf dieses Spiel gewartet hatten. Ellen lehnte leicht den Kopf zur Seite, während sie recht ungeniert dem Gespräch lauschte. Aus ihrer Jackentasche zückte sie erneut diesen Flyer hervor. Inzwischen ist er bereits ein wenig mitgenommen gewesen. Spätestens in ihrer Tasche hat er einige Knicke und Dellen bekommen. Hatte sie irgendwas ganz fantastisches verpasst?
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    • Chloe Hill

      "Chloe, Chloe komm schooon, bitte bitte bitte.", bettelte Lauren ihre Freundin an. "Das Spiel kommt heute raus und du hast doch eh nichts vor. Wir haben alle so lange nichts mehr unternommen, komm bitte mit!", die kleine schwarzhaarige zog etwas an Chloes Ärmel. Tief durchatmend schloss die grauhaarige ihre Augen und legte den Kopf schräg. "Ja okay Lauren. Ich komm mit, aber bitte lass diesen Hundeblick.", erwiderte die Schülerin und tätschelte ihrer Freundin den Kopf. Irgendwie war es doch ganz süß, dass sie so bettelte dachte Chloe. Nun müsste sie nach der Schule also auch noch mit zur Arcade. Nun ja, ein Problem gab es damit wohl nicht. Chloes Eltern interessierte es recht wenig, wann sie nach Hause kam und wie Lauren es schon betonte, sie hatte eh nichts vor. Belustigt beobachtete die Schülerin, wie ihre Freundin freudig und klatschend umher sprang und den anderen Bescheid gab, wann und wo sie sich treffen würden.
      Für Chloe war das schon wieder viel zu viel Freude und Aufwand.
      Ihretwegen hätten sie sich auch einfach in einen Park setzen können oder Skaten gehen können. Aber okay. Es freute sie doch trotzdem, Lauren glücklich zu sehen. Nachdem die wichtigsten Details besprochen waren, widmeten sich alle dem Unterricht. Bis auf Chloe waren alle wohl recht aufgeregt, denn es wurde die ganze Zeit getuschelt.
      Als die Gruppe Freunde an der Arcade ankam, war es schon recht voll. Seufzend kratzte sich Chloe am Hinterkopf. "Warum nochmal habe ich mich überreden lassen?", murmelte sie mehr zu sich selbst, als zu den anderen. Die 16 Jährige verschränkte die Arme hinterm Kopf und sah sich etwas um. Tatsächlich freuten sich wohl sehr viele Menschen auf das Spiel. Es wurde nach und nach immer voller. Und während die grauhaarige die vielen Jugendlichen beobachtete, fiel ihr ein Mädchen besonders ins Auge.
      Sie stand hinter der Gruppe und kramte irgendwie abwesend in ihrer Tasche herum. Amüsiert beobachtete Chloe das Mädchen, ehe sie langsam zu ihr rüber schlenderte und sich neben sie stellte. "Der Flyer sieht auch ziemlich mitgenommen aus.", sagte Chloe mit einem neckischen Grinsen.
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    • Ellen Graham
      Dass Ellen von der Gruppe vor ihr (bedingt) ins Visier genommen wurde, realisierte die junge Frau erst, als eine der Fremden direkt neben ihr stand. „Hm?“, machte sie fragend und hob den Kopf von ihrem Flyer zu dem Mädchen mit den... sehr sonderbaren Haaren. Verwundert musterte sie dieses grau...? Oder doch eher silber? Das Sonnenlicht schien auf die Strähnen und es sah unglaublich strahlend und rein aus. Ihre Haare wirkten nicht gefärbt. Wahnsinn... so etwas hat sie wirklich noch nie gesehen. „Was?“, fragte sie nun noch einmal und folgte dem Blick der Fremden auf den Flyer in ihren Händen. „Ja.“, sagte sie zunächst weniger geistreich und schnaubte über sich selbst ein wenig. Warum war sie denn so aus allen Wolken gerissen. Natürlich hat sie nicht damit gerechnet angesprochen zu werden, so sozial unbeholfen ist sie doch noch nicht gewesen. Sie schüttelte über sich selbst leicht den Kopf und sah wieder zu der silber-haarigen (sie hatte sich mental für Silber entschieden) Schönheit. „Hab ihn zweckentfremdet.“, erklärte sie weiter und schaute dann wieder zu der Gruppe, aus der das Mädchen gekommen war. Es war eine der Truppen, die eindeutig am aufgeregtesten gewesen ist. Irgendwie passte das Mädchen nicht ganz zu diesem hyperaktiven Haufen. Sie war irgendwie ruhiger. Ellen war immer sehr zügig darin die Anwesenheit von Menschen als störend zu empfinden. Doch bei dieses Mädchen hielt sie ein kleines bisschen länger aus. Ein Umstand, den sie tatsächlich auf ihre Haarfarbe schob. „Möchtest du nicht auch einen Handstand machen?“ Viel fehlte bei der einen kleinen wirklich nicht mehr, bis sie mit Saltos anfing. „Oder wolltest du einfach meinen Flyer haben?“ Damit hielt Ellen ihr die Papier-Broschüre hin. Was sollte sie selbst noch damit? Der nächste Schlag Besucher wurde eingelassen und sie schaute nach vorne. Es wurden alle vor ihr hereingelassen und der Türsteher oder besser gesagt der Einlasser hielt Ellen und die silber-haarige auf. Ihre Freunde diskutierten eine Weile mit dem Mann, doch er entschuldigte sich lediglich mit den Worten er würde nur Vorschriften folgen und hätte eine gewisse Nummer an Leuten, die er einlassen konnte. Die kleinste der Truppe trampelte schmollend auf den Boden, was die Blondine ein wenig seufzen ließ. Das waren die Art von Menschen, die sie nicht lange ertrug. Doch es half auch kein Welpenblick und ihre Freunde versprachen der Fremden, dass sie drinnen auf sie warten würden. „Zu schade“, sagte Ellen achselzuckend. Sie ahnte selbst nicht, warum sie noch weiter das Wort ergriff. Eigentlich hätte sie auch stur ihr eigenes Ding durchziehen können. Allerdings wirkte es irgendwie nicht richtig in Anbetracht dessen, dass sie nun zusammen und alleine hier standen.
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    • Chloe Hill

      Chloe zog eine Augenbraue hoch, während das Mädchen neben ihr offensichtlich mit ihren Haaren beschäftigt war. Man konnte es ihr wohl nicht verübeln, schließlich trug die 16 jährige eine sehr außergewöhnliche Haarfarbe. Ein kurzes Lachen entfloh ihr, als sie sich scheinbar ein wenig später wieder gefangen hatte. Ein wenig verpeilt, aber irgendwie süß.
      "Das sehe ich.", antwortete die Grauhaarige belustigt. In ihrem Kopf versuchte sie herauszufinden, wofür dieser Flyer wohl benutzt wurde. Vielleicht war das aber auch nur eine Ausrede, weil die Blonde nicht näher darauf eingehen wollte.
      Lauren begann nervös und aufgeregt auf und ab zu springen. Chloe fiel nichts anderes ein, als sich die Hand vors Gesicht zu halten. Jap, so waren ihre Freunde wohl. Laut, aufgedreht und heute definitiv over the top.
      Auch der unbekannten Schönheit fiel das Verhalten der schwarzhaarigen auf. Es wäre erstaunlich gewesen, wenn die ganze Schlange nichts mitbekommen hätte. "Möchtest du, dass ich einen mache?", Chloe machte eine Andeutung, mit ausgestreckten Armen beugte sie sich nach vorne. "Aber wenn mir was passiert, rufst du den Krankenwagen.", witzelte sie zwinkernd, nahm währenddessen jedoch die Arme wieder runter und verschränkte sie.
      Ihr Blick fiel auf der Flyer in der Hand der unbekannten. Schnell griff sie danach und steckte den Zettel in ihre Tasche, "Ich war eh auf der Suche nach einem neuen Lesezeichen.", sagte sie nickend. Kurz darauf setzten sich die Menschen vor ihr in Bewegung und auch Chloe trat den Weg an, bremste jedoch nach einigen Schritten schon wieder ab. "Ihr beiden wartet bitte noch.", sagte der Einlasser in einem viel zu tiefen Tonfall. Die grauhaarige atmete tief ein, denn sie wusste genau was nun auf den Typen am Eingang wartete. Wie ein Wirbelwind schoss Lauren wieder zurück, bettelte und flehte. Es war schon fast ein bisschen peinlich. "Schon gut Lauren, geh. Wir sehen uns drin.", beruhigte Chloe ihre Freundin und zwinkerte ihr zu. Eher unfreiwillig, mit schmollendem Blick betrat ihre Freundin die Arcade.
      Zu schade. Erneut musste die grauhaarige grinsen. "Naja, ich bin nicht so scharf auf das Game. Es gibt genug Automaten die gleich frei sein werden, die reichen mir vollkommen aus.", erklärte sie der fremden. "Außerdem ist die Gesellschaft nicht schlecht.". In diesem Moment nahm sich Chloe zum ersten Mal die Zeit das Mädchen, welches sie einfach frei heraus angesprochen hatte, genau anzusehen. Die wahrscheinlich schönsten blauen Augen, die die 16 jährige bisher gesehen hatte, sahen sie etwas fragend an. Viel Zeit um ein neues Gespräch anzufangen, blieb jedoch nicht. Der Türsteher trat etwas zur Seite, signalisierte den beiden, dass sie nun rein könnten und Chloe machte eine einladende Bewegung. "Nach dir.", bemerkte sie kurz an und setzte sich ebenfalls ihn Bewegung. "Also, ich bin dann mal meine Freundin vor einem Anfall bewahren. Vielleicht sieht man sich an einem Automaten.", sagte sie kurz und winkte der Blonden zum Abschied.
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    • Ellen Graham
      Sie hatte leicht die Augenbraue gehoben, als die unbekannte Fremde andeutete einen Salto für sie zu machen. Gerne hätte sie das ganze ein anstrengendes Theater genannt und die Augen verdreht. Doch nicht einmal sie konnte etwas dagegen unternehmen, dass ihre Mundwinkel sanft in die Höhe wanderten bei ihrem Augenzwinkern. „Hmpf“, machte sie und hatte belustigt den Blick abgewandt, um sich wieder zu fangen und auch um nicht zugeben zu müssen, dass Ellen die Fremde irgendwie süß fand. Sie wirkte auch wie ein Hampelmann. Allerdings war sie ein hübscher Hampelmann und sehr groß. So ungern die Blondine das offen zugeben würde, die Fremde imponierte ihr ein bisschen. Sie nahm tatsächlich Ellens Flyer an sich und deklarierte ihn direkt als ihr neues Lesezeichen. „Eignet sich gut dafür“, zuckte sie leicht mit den Schultern und sah dem Stück Papier etwas hinterher. Für einen kurzen Moment passierte etwas, das Ellen noch nie zuvor passiert ist; es interessierte sie wofür die unbekannte Schönheit sie das neue Lesezeichen nutzen wollte. Sie war beinahe verführt sich danach zu erkundigen. Noch nie zuvor hat sie das Bedürfnis verspürt weiter nachzuhaken oder sich in das Leben eines oder einer anderen für solche Banalitäten einzumischen. Im Gegenteil, wenn jemand anderes sie solche Dinge gefragt hätte wäre, hätte es sie sehr gestört.
      Sie presste die Lippen aufeinander. Sonderbar, wirklich. Ellen beteiligte sich nicht an dem Gespräch zwischen der Fremden, dem Türsteher und ihrer Freundin. Sie war sogar ein wenig überrascht, als sie erneut angesprochen wurde. Dabei erfuhr Ellen, dass sie tatsächlich kein riesiger Fan gewesen ist. „Außerdem ist die Gesellschaft nicht schlecht.“ Ellen blinzelte die Fremde an nach dem Satz, weil sie sich tatsächlich nicht direkt angesprochen fühlte. Sie schaute allen ernstes zu dem Einlasser vor ihnen beiden, bevor sie auch nur in Erwägung zog, dass sie gemeint gewesen ist. Beinahe wirkte es, als würde der Mann vor ihnen sie beide aus Mitleid schnell als nächstes einlassen, weil Ellen wirklich nicht wusste, wie sie mit dieser Aussage umgehen sollte. Schnell schlüpfte sie in die Arcade und drehte sich noch einmal zu der silber-haarigen um, bevor sie in entgegengesetzte Richtungen abbiegen konnten. Sie nickte auf ihre Verabschiedung. „Wenn ich Sehnsucht bekomme gehe ich den Ohren nach“, hörte sie sich selbst sagen, darauf anspielend, dass ihre Freunde recht laut gewesen ist und sie selbst bekam große Augen und wirbelte schnell herum. Hatte sie das gerade wirklich gesagt? Nein, das war eindeutig die falsche Frage. Warum hatte sie das gesagt? Wenn sie Sehnsucht bekam? Wieso sollte sie...? Schnell schüttelte sie den Kopf. Vielleicht stand Ellen zu lange in der Sonne. Zielstrebig bahnte sie sich den Weg zu einer ihrer liebsten Maschinen. Einem klassischen Shooter, an dem sie bereits ein paar mal den Highscore geknackt hatte, allerdings gut und gerne von ein und dem selben Spieler geknackt wurde, worauf Ellen ihn oder sie wieder schlug. Es war ein stetiges hin und her und sie stellte immer sicher zunächst den Highscore wieder an sich zu nehmen, wenn sie die Arcade betrat. So langsam war es aber wirklich nicht mehr leicht bei der Punktzahl. Auch sie brauchte inzwischen 4 Versuche. Doch dann ertönte endlich die typische piepsende Musik, die ihren Sieg anpries und Ellen atmete auf. Letzten Endes hat es wirklich Konzentration gefordert. Sie gab wie immer ihre Initialen EG ein und hab den Automaten frei.
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    • Chloe Hill

      Ein Grinsen legte sich auf die Lippen der grauhaarigen, als die Fremde ihr noch eine kurze Antwort gab. "Das werte ich als ein bis später!", rief sie, während sie wie gewohnt zu einen Fighter Automaten ging. Eigentlich kam sie nur für zwei Spiele hierher. Ein Fighter und ein Shooter. Bei beidem hielt sie ebenfalls einen Rekord, auch wenn dieser wohl eher zweitrangig war. Sie vertrieb sich hier gerne die Zeit, es lenkte sie davon ab, dass ihre Eltern sich beinahe einfach um nichts kümmerten.
      Nach einer Weile, oder eher gesagt sechs Runden des Spiels, richtete sich auf und ließ ihre Finger knacken. "So und nun zum nächsten.", murmelte sie zu sich selbst. Ihre Freunde, auch Lauren waren so auf das neue Spiel fixiert, dass ihnen nicht einmal auffiel, dass Chloe ihr eigenes Ding durchzog. Einen kurzen Blick wollte die grauhaarige natürlich trotzdem wagen.
      Doch wie sie es ahnte, das Spiel war nichts für sie. Seufzend beobachtete sie Lauren, wie sie freudig vor sich hin zappelte und hüpfte, geriet dann zum Entschluss dass sie zum andern Spiel übergehen würde.
      Und da war sie wieder. Sie sah nur flüchtig, wie die Blonde gerade DEN Automaten verließ. Langsam trat sie heran. In großen Buchstaben stand EG hätte einen neuen Rekord aufgestellt.
      Grinsend knackte sie erneut ihre Finger, ehe sie sich an den ersten Versuch machte. Chloe musste wirklich zugeben, dass es mit jedem mal schwieriger wurde und mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass sie die Person nun flüchtig kannte, wurde sie nur noch ehrgeiziger. Eigentlich sah die Fremde gar nicht so aus, als würde sie Shooter spielen, aber wie hieß es so schön "man sollte ein Buch nicht nach seinem Einband beurteilen". Zweite Runde.
      Chloes Blick war wie an den Bildschirm geheftet, doch der Rekord wollte einfach nicht brechen. "Nicht schlecht, EG.", murmelte die grauhaarige und wagte ihre dritte Runde. Diesmal war es wirklich schwer, ob das daran lag, dass sie es diesmal wirklich versuchte und nicht nur aus Spaß spielte? Nach fünf versuchen, endlich, ertönte die Musik. Chloe stieß einen angestrengten und doch erleichterten Seufzer aus. "Dann bis zum nächsten mal.", flüsterte sie, während sie "Beat Me" in die Namensliste tippte.
      Nachdem auch sie endlich genug davon hatte, schnippste sie mit den Fingern. Eine Idee schoss ihr in den Kopf, auch wenn es vielleicht keine sonderlich gute war.
      Sie kramte aus ihrer Tasche einen Zettel, schrieb ihre Nummer darauf und schlenderte dann durch die Gänge der Arcade und tatsächlich. Sie rechnete eigentlich damit die Fremde nicht noch einmal zu sehen, doch diesmal ging sie geradewegs auf sie zu und machte kurz vor ihr Halt. "Schreib mir, ich glaub wir könnten viel Spaß haben, EG.", bemerkte sie nur zwinkernd an und ging dann zu ihren Freunden. Ob die Blonde mit den wunderschönen Augen noch einmal am Automaten vorbeischauen würde?
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    • Ellen Graham
      Die Arcade war wirklich um einiges mehr gefüllt. Und einerseits erkannte Ellen natürlich den offensichtlichen wirtschaftlichen Vorteil dieses Andranges für die Spielehalle selbst. Doch die Blondine musste wirklich kämpfen den Drang einfach kehrt zu machen und wieder zu verschwinden zu unterdrücken, was beim besten Willen nicht sehr leicht gewesen ist. Selbst für ihren geliebten Milchshake musste sie deutlich länger als üblich anstehen. Dabei hatte sie ihn sich so sehr verdient. Eine Hand um ihren Oberkörper stützte die ihren Ellbogen auf den eigenen Arm und vergrub das Gesicht in ihrer Handfläche. Ihre Augen flimmerten noch ein wenig von den ehrgeizigen Versuchen diesen dummen Automaten noch einmal zu knacken. Langsam wurde es anstrengend und innerlich nahm sie sich vor, dass es das letzte Mal gewesen sein musste, wenn sie nicht mit dem Gerät zusammenwachsen wollte. Kaum kam ihr dieser Gedanke, ertönte in ihrem Rücken die sehr bekannte Highscore Melodie ihres Shooters. Nicht wahr! Sie wirbelte herum in die Richtung des Gedudels. Das war ein Scherz, nicht wahr? Doch bevor sie noch weiter darüber nachdenken konnte oder noch besser direkt zu dem Gerät stürmen konnte, stand bereits wieder das große schöne Mädchen von zuvor vor ihr.
      Ellen begriff nicht gleicht und streckte regelrecht mechanisch ihre Hand nach dem Zettel aus, den die silber-haarige ihr hinhielt. Wie bitte was sagte sie da gerade? Sie schaute der Fremden blinzelnd hinterher und senkte erst dann wieder ihren Blick zu dem Zettel in ihren Händen. Nachdem sie ihn einmal auf jede Seite drehte realisierte Ellen, dass es ihr Flyer gewesen ist, den sie ihr übergeben hat mit einer Telefonnummer hinten drauf. Das... war ihr ja noch nie passiert. Nicht einmal so ähnlich oder vergleichbar. Niemals zuvor hat jemand ihr einfach so seine Nummer gegeben. Irgendwie... Ellen musste lächeln. Kichern. Letzten Endes musste sie sogar lachen. Das war die Person, mit der sie sich seit Ewigkeiten um den Highscore stritt ohne ihr jemals begegnet zu sein? In ihrer Vorstellung war es einfach irgendein gelangweilter Angestellte gewesen oder ein Middleschooler , der zu viel Zeit an dem Gerät verbrachte. Die Statistik sprach eben letzten Endes doch für sich. Doch dass sie eine Frau gewesen ist und solche Aktionen brachte.
      Eigentlich hätte Ellen den Zettel einfach weggeworfen. Was für einen Spaß sollten die beiden schon miteinander haben? Einige Male war sie an Mülleimern vorbeigekommen und schaffte es dann letzten Endes doch nicht sich zu überwinden. Am Ende des Tages landete der Flyer mit der Nummer nach oben auf Ellens Bett und sie saß im Schneidersitz dafür. Lange starrte sie ihn nachdenklich an, bevor sie ihr Handy zückte und die Telefonnummer einspeicherte als unknown mystery. "Hey. Dienstag um 4 pm in der Arcade, wenn es endlich wieder ruhiger geworden ist? Dann können wir unser Battle ein für alle mal klären. - EG", schrieb sie ihr in einer SMS und schmiss sich die Nachricht immer und immer wieder lesend. Das war eigentlich nicht ihre Art. Und doch war sie ein bisschen aufgeregt. Sowas war ihr wirklich noch nie passiert.
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    • Chloe Hill

      Ein wenig amüsierte es Chloe schon, dass sie die Blonde so perplex zurück ließ. Sie wirkte schon unbeholfen süß. Ohne sich noch einmal umzudrehen, schloss sie sich ihren Freunden an und auch wenn es nun nur noch halb so lustig gewesen ist, wurde es noch ein schöner Abend. Auch nach mehreren Malen des Zuschauens, beschloss sie dass das neue Game absolut nichts für sie war. Naja, trotzdem freute sie sich für Lauren, die den Spaß ihres Lebens zu haben schien.
      Nach einigen Stunden kehrte die Schülerin nach Hause zurück, stellte ihre Schuhe im Flur ab und bemerkte einen Zettel am Spiegel. Wir sind aus. Geld für Pizza liegt auf dem Tisch, xoxo Mom. Seufzend riss die grauhaarige den Zettel ab, knüllte ihn zusammen und warf ihn in den Müll. Wo wollten sie auch sonst sein. Ihr Weg führte die 16 jährige zum Küchentisch. Wenigstens wäre noch ein Getränk drin.
      Mit einem Anruf bestellte sie eine große Pizza mit Paprikasauce - sie hasste Tomaten, Schinken, Champignons, Mais und Zwiebeln, natürlich mit extra Käse und eine Coke. Sich am Hinterkopf kratzend, ging sie zum Kühlschrank und nahm sich eine Dose Energy heraus. Langsam müsste sie mal wieder auffüllen, für die nächsten Tage hatte sie noch vier Dosen.
      Ziemlich wenig, wenn man bedachte dass sie an einem Tag bis zu drei Dosen trank, wenn nicht mehr. Wie üblich, schmiss sie den Fernseher an, legte ihre Füße auf den Couchtisch, als ihr Handy klingelte. Eine unbekannte Nummer ploppte auf und sofort musste die grauhaarige kopfschüttelnd grinsen.
      Mit einem Swipe öffnete sie die Nachricht. "Na da haben wir doch direkt einen Plan.", murmelte sie und nippte an ihrem Getränk, ehe sie eine Antwort verfasste. "Hey, schön dass du zugibst, dass du mich wieder sehen möchtest. Dienstag um 4 geht klar, klingt spaßig - Chloe.", bevor sie es abschickte, las sich die Schülerin mehrfach durch was sie da eigentlich geschrieben hatte. Löschte dann den gesamten Text und entschied sich für "Hey, sag doch gleich dass du mich vermisst. Dienstag um 4 klingt spaßig - Chloe". Zufrieden grinsend legte sie ihr Handy beiseite und ließ sich etwas vom Fernsehprogramm berieseln, bis ihre Pizza endlich eintraf.
      Hungrig und inzwischen etwas müde, legte sie alles säuberlich vor sich auf den Tisch, kontrollierte erneut ihr Handy. Irgendwie hätte sie sich über eine weitere Nachricht gefreut. "Was nicht ist, kann ja noch werden..", murmelte sie und biss großzügig von ihrer Pizza ab.
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    • Ellen Graham
      Die Nachrichtenmeldung erfüllte das kleine Zimmer, als Ellen mit der Nase in einem ihrer Schulbücher am Schreibtisch saß. Sie blickte auf und schaute nach hinten auf ihr Bett, auf dem ihr Telefon aufleuchtete. Bereits drei Mal heute war sie deutlich auffälliger, als sie das gerne hätte zu ihrem Smartphone gesprungen. Allerdings hatte es sich dabei nur um irgendwelche Benachrichtigungen verschiedener Anwendungen gehandelt. Und sie weigerte sich ein viertes Mal wie eine Idiotin aufzuspringen. Es passte ohnehin nicht zu ihr. Ellen war gut daran gewesen Menschen von sich fernzuhalten. Sie hatte es erfolgreich geschafft alle in ihrem Umfeld soweit auf Abstand zu bringen, dass es etwas sehr ungewöhnliches gewesen ist, dass sie überhaupt von jemandem außerhalb der Schule angesprochen oder angeschrieben wurde. Und jetzt wartete sie nicht nur auf eine Antwort, sie hatte sich sogar verabredet. Der Schock über ihre eigene Tat kam beinahe mit einer schmerzhaften Heftigkeit. Stöhnend legte sie das Gesicht in ihre Hände. War sie letzten Endes etwa doch einsam geworden? Oder lag es einfach daran, dass dieses Mädchen unglaublich hübsch gewesen ist. Im Fernsehen hatte sie es oft gehört; schönen Menschen sollte die Welt zu Füßen liegen. War sogar Ellen in ihren Bann verfallen, sodass sie nicht anders konnte als irgendeine Art von Sympathie zu empfinden?
      Entschieden schüttelte sie den Kopf und schnaubte. Sie hatte einfach nur keine Lust mehr auf den Shooter. Das musste es gewesen sein. Inzwischen hatte sie zu viel Zeit ihres Lebens da hinein gesteckt, um sich kampflos zu ergeben. Das war der einzige Grund, warum sie auf den Annäherungsversuch dieses Mädchens reagiert hatte. Und dabei ist sogar noch unklar gewesen, ob die silber-haarige es überhaupt ernst gemeint hatte. Vielleicht war das ganze nur ein Scherz oder doch so etwas wie ein Streich. Möglicherweise gehörte die Nummer einem dicken alten Mann. Ellens Stift fiel ihr bei dem Gedanken aus der Hand. Es könnte tatsächlich die Nummer eines dicken alten Mannes sein und Ellen hatte so eben ungeprüft ein Date - kein Date, ein Treffen! - vorgeschlagen. Nun sprang sie doch wieder vom Stuhl auf und schnappte sich ihr Telefon. Tatsächlich hatte sie eine neue Nachricht.
      "Hey, sag doch gleich dass du mich vermisst. Dienstag um 4 klingt spaßig - Chloe"
      Chloe also. Chloe. Hatte sie ausgesehen wie eine Chloe? Schwierig zu sagen. Irgendwie passte es jedoch zu ihr. Wenn sie es gewesen ist. Kurzerhand wählte Ellen den Kontakt aus. Jetzt war sie schon skeptisch geworden. Sie rief an. Das war der beste Weg, um sie zu enttarnen oder aber ihren Verdacht fallen zu lassen. Es ging hier um ihre Sicherheit. Nicht darum, dass Ellen sich fragte wie ihre Stimme wohl durch den Hörer klingen konnte. Äußerlich seelenruhig wartete sie einige Freizeichen ab, ab das Mädchen am anderen Ende der Leitung abhob. "Hi", sagte die Blonde und fühlte sich plötzlich der englischen Sprache beraubt. "Ich... hab's doch gesagt, wenn ich Sehnsucht bekomme, gehe ich den Ohren nach..." Das war smart oder? Ihre Freunde in der Arcade waren laut gewesen und Ellen hatte das schon in da zu ihr gesagt. Und auf ihre Nachricht sie würde sie vermissen, rief sie sie an, um ihre Stimme zu hören. Also den Ohren nach. Mit Schwung schmiss das Mädchen sich nach hinten in die Kissen. Meine Güte, was war sie für ein Durcheinander in solch einer ungewohnten Situation. "Eigentlich wollte ich nur sicherstellen, dass ich mich auch mit der richtigen Person verabrede und ich keinem dicken Trucker soeben ein Date vorgeschlagen habe." Date? Nein! Hatte sie das gerade tatsächlich gesagt? Es war ein Treffen! Scheiße. Egal. "Wie war das Spiel noch? Kamt ihr dazu es zu testen?"
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    • Chloe Hill

      Da der Fernseher nichts interessantes mehr zu bieten hatte, entschloss sich die Schülerin sich in ihr Zimmer zu verlagern. Eigentlich sollte sie nicht im Zimmer essen, aber wer sollte sie nun davon abhalten oder sogar kontrollieren? Vorsichtig stapelte sie ihre Getränke und das Handy auf dem Pizzakarton und ging vorsichtig rüber. Mit dem Fuß öffnete sie ihre Tür, platzierte alles auf ihrem Bett und sah auf die Uhr. Seufzend sah sie ein, dass ihre Eltern wohl noch eine Weile fern bleiben würden. Mit einer kurzen Nachricht fragte sie ihre Freunde, ob sie Lust hätten etwas an der Konsole zu spielen und keine fünf Minuten später befanden sich die Freunde im Spiel.
      Während die grauhaarige sich nebenher ein Stück Pizza in den Mund schob, sah sie ihr Handy aufleuchten. "Moment Leute, ein Anruf. Ich mute mich eben.", bemerkte sie kurz an und schnappte sich das Telefon, ohne darauf zu achten, wer da eigentlich anrief. Eine bekannte Stimme rauschte durch das Handy, gefolgt von einem kurzen Schweigen. "Hey du..", antwortete Chloe breit grinsend. Ein amüsiertes Lachen entfloh der Schülerin, als die Unbekannte erneut ihren Spruch bezüglich des Vermissens brachte.
      Bei dem Wort Date, wurde sie aber natürlich wieder hellhörig. "Ein Date also.", das Klicken ihres Controllers war leise im Hintergrund zu hören, "Du hast wohl Glück. Ich bin kein dicker Trucker, nur Hausmeister.", witzelte sie zurück. Team wipe.
      "Ach das Spiel, naja. Nichts für mich. Viel zu bunt, aber die anderen kamen irgendwann dran.", erwiderte sie und stellte die Unbekannte auf Lautsprecher. Mit einer Hand schob sie das Headset von ihrem Kopf, es baumelte nun um ihren Hals. "Wir waren aber tatsächlich noch eine Weile da. Ich hab nur nichts mehr gespielt und unser Automat blieb soweit auch leer." Moment, sagte Chloe eben "unser Automat", sie musste kurz über sich selbst lachen.
      "Sag mal, ich möchte dich ungern ständig EG nennen, würdest du mir also deinen Namen auch verraten? Vielleicht bin am Ende doch ich an einen Serienmörder geraten und das ist mein letztes Telefonat.", schmunzelnd schüttelte sie den Kopf. Sie hätte wirklich nicht gedacht, dass die Unbekannte sie anrufen würde. Anfangs sollte es ein Scherz sein, Chloe schätzte die andere Schülerin nicht so ein, dass sie wirklich so offen war. Ihre schüchterne Art war irgendwie süß und interessant.
      "Okay Leute, bin raus.", bemerkte die grauhaarige kurz an und beendete das Spiel, ehe sie sich wieder auf das Telefonat konzentrierte. Ihr Headset legte sie säuberlich an die Seite, ehe sie sich nach hinten lehnte und leise ihre übrigen Stücke Pizza snackte. Keine Ahnung wie lange die beiden noch telefonierten, es kam Chloe gar nicht so lang vor, doch irgendwann hörte sie nur den Schlüssel in der Tür.
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    • Ellen Graham
      Verwundert zog das junge Mädchen etwas die Augenbrauen zusammen, als Chloe sich als Hausmeister vorstellte. Normalerweise war Ellen nicht so... aufgeschlossen. Weder gegenüber Menschen oder ihren Eigenarten und seltsamen Sprüchen schon einmal gar nicht. Doch aus unerfindlichen Gründen entlockte Chloe ihr ein kurzes Lachen. "Da habe ich ja Glück gehabt", grinste sie sanft und schüttelte über sich selbst bei dieser Antwort den Kopf. Aufmerksam lauschte Ellen den Tastendrucken am anderen Ende und realisierte, dass sie auf Lautsprecher gestellt wurde. Störte sie gerade? Instinktiv wollte sie nachfragen, doch Chloe sprach einfach weiter. Sie erzählte von dem neuen Spiel, und dass es sie recht wenig interessierte, was Ellen gleich ein wenig sympathisch gewesen ist. Für sie ist es auch einfach zu bunt gewesen und die Musik hatte sie nur beim zufälligen mithören bereits genervt. Sie verstand, dass diese Spielautomaten blinken sollten und dass die Reizüberflutung nötig gewesen ist, um Serotonin auszuschütten. Doch die Blondine empfand es eher als störend und allen voran würde sie wahrscheinlich zügig Kopfschmerzen bekommen. Und... "Ich hab nur nichts mehr gespielt und unser Automat blieb soweit auch leer." Ellen stoppte in ihren Gedanken um zu lächeln. Schnell legte sie ihr Gesicht in eine Hand und konnte sich wieder nur über sich selbst wundern. Vielleicht hatten die bunten, flackernden Lichter doch irgendwas mit ihrem Kopf gemacht. Ellen vernahm das sachte Lachen und empfand es als außerordentlich angenehmen Klang.
      "Unser Automat...", wiederholte die Blondine. "Ich nehme am Dienstag einen Marker mit, dann können wir unsere Namen drauf schreiben, wenn du ihn offiziell vereinnahmen möchtest." Was für eine bescheuerte und irrationale Idee. Doch irgendwie fühlte es sich fast ein bisschen gut an. Ellen öffnete sich nie anderen. Solche Gespräche führte sie normalerweise nicht. Vielleicht lag es daran, dass sie beiden auf unterschiedliche Schulen gehen und sich demnach nicht mehr wiedersehen werden, sobald sie es so möchte. Doch etwas zwang sie regelrecht dazu diesen banalen und entspannten Austausch zu genießen. Und ihre Stimme dicht an ihrem Ohr klang durch das Telefon wirklich ein wenig anders, als in Person. Allerdings nicht schlechter oder besser. Warum machte sie sich überhaupt über solche Dinge einen Kopf? Da fragte Chloe nach ihrem Namen. "Oh!", machte Ellen erstaunt über sich selbst. "Stimmt ja, entschuldige, ich bin Ellen." Sie hatte doch wahrhaftig vergessen sich vorzustellen.
      Gerade holte sie Luft um noch etwas zu ergänzen, da vernahm sie den kurzen Abschied, den Chloe nicht an sie richtete. "Störe ich dich?" Eigentlich könnten sie ja auch wieder auflegen. Immerhin hatte sie nur angerufen um sich zu versichern, dass es die richtige Nummer gewesen ist. Also genau genommen hatte sie keinen Grund um weiter mit ihr zu reden. Also eigentlich sollte sie sich einfach verabschieden und Chloe in Ruhe lassen... "Wollen wir für unser letztes, episches Battle gegeneinander eine kleine Wette vereinbaren? Ich hätte nichts dagegen für meinen Sieg einen Smoothie spendiert zu bekommen."
      I want to be a flower in your garden.
      The prettiest of them all. A sight for your sore eyes.

    • Chloe Hill

      Belustig stellte sich Chloe vor, wie die beiden ihre Namen auf den Automaten kritzelten. Das würde sicherlich eine saftige Geldstrafe geben. Wahrscheinlich würde die Schülerin das sogar riskieren. "Ellen, also..", wiederholte die grauhaarige den Namen ihrer Telefonpartnerin. "Ein schöner Name.", fügte sie dann noch an, nachdem sie ihr letztes Stück Pizza aufgekaut hatte. Hinter ihrer Tür, konnte sie die Schritte ihrer Eltern hören. Aufstehen wollte Chloe jedoch nicht. Sie würden schon hören, dass sie in ihrem Zimmer beschäftigt war. Während die Schülerin ihren Müll zum Abfalleimer buchsierte, hörte sie gespannt der Blonden zu, die von einer Wette sprach. "Ich bin dabei, hätte zwar gedacht du wärst eher der Milchshake Typ, aber ein Smoothie soll es auch tun.", willigte sie ein und legte sich wieder aufs Bett. "Mal überlegen, was hätte ich denn gerne..", sofort kam der Schülerin eine Idee. Allerdings wäre es wohl etwas zu viel damit direkt ins Haus zu fallen. Wobei, sie hatte Ellen schon einfach in der Schlange angesprochen, jetzt telefonierten sie sogar. Sie beschloss es also doch zu sagen, "Wenn ich gewinne, gehen wir..", es klopfte Lautstark an ihrer Tür, "..Moment.", Chloe schaltete sich auf stumm, legte das Handy ab und ging zur Tür.
      "Chloe Schatz, wir müssen dir was sagen.", ihre Mutter sah aufgeregt aus, "Kann das nicht warten? Ich telefoniere gerade?", sonst kamen ihre Eltern auch mit jeglichen Nachrichten spontan, wenn sie denn überhaupt etwas zu ihrer Tochter sagten. "Nein, das geht schnell.", fügte die Brünette Frau an. "Also, dein Vater hat ein Angebot für einen neuen Job bekommen.", Chloe zog eine Augenbraue hoch, "Das klingt doch gut, wo ist das Problem?", ihre Mutter presste die Lippen zusammen, "Es ist in Phoenix.", die grauhaarige riss die Augen auf, ihr Mund blieb offen stehen. "Und das habt ihr wann beschlossen? Habt ihr mal daran gedacht, wie es mir damit gehen würden?", platzte es aus der Teenagerin heraus. "Schatz, es wäre erst in einem Jahr, dein Vater müsste sich erst auf diese Stelle vorbereiten und einige Fortbildungen machen. Du hast bis dahin genug Zeit dich von deinen Freunden zu verabschieden.", mit diesen Worten ging ihre Mutter nach unten. Empathie war noch nie ihre Stärke. Irgendwie kriegst du das schon hin Chloe, wir schaffen das ja zusammen auch. Beachtete jedoch ihre Mutter nie, dass Chloes Vater ihr Unterstützer war, ihre Tochter hatte dann niemanden mehr.
      Genervt fuhr sich die Schülerin durch die Haare. Jetzt hatte sie nun wirklich nichts mehr zu verlieren, also was solls. Sie nahm ihr Handy, schaltete sich wieder frei und sprach aus, was sie vorher schon dachte, "Wenn ich gewinne, gehen wir auf ein richtiges Date."
      - Help me forget that this world is so cold
      I don't even know what I'm chasin' no more -

    • Ellen Graham
      Chloe lobte ihren Namen. Ein Lächeln zog an Ellens Lippen und sie spürte eine sanfte Wärme in ihrem Gesicht aufsteigen. Wie banal. Und doch freute sie sich darüber. Ihr hatte der Name des großen Mädchens auch gefallen. Ebenso wie sie ihre Haare und Augen sehr schön gefunden hat. Ihre Stimme war auch angenehm. Jetzt, da sie sie deutlicher und länger hören konnte war sie sich dessen sehr sicher. Am liebsten hätte Ellen ihr das alles geantwortet, doch ihre Lippen blieben versiegelt. Sie war kein Mensch, der schnell und leichtfertig Komplimente machen konnte. Generell schon sich mit anderen zu unterhalten war im Normalfall ein absoluter Graus für sie. Auf vielen Ebenen. Doch Chloe war irgendwie eine Ausnahme. "Ich bin immer für Überraschungen gut", antwortete die Blondine auf die Einschätzung des anderen Mädchens sie wäre eher ein Milchshake Typ gewesen. Sie mochte beides gerne. Sie wusste selbst nicht warum ihr heute zuerst die Smoothies in den Sinn gekommen sind. Irgendwie würde etwas fruchtiges, kaltes besser in ihrer Vorstellung passen, wenn sie mit Chloe da gewesen ist. Chloe wollte ihr gerade ihre Bedingungen für die Wette nennen, als diese anscheinend aufgehalten wurde. Vielleicht störte Ellen ja doch? Seufzend wartete sie geduldig und spielte ein wenig an ihren Haarsträhnen herum und lauschte in die Stille hinein, ehe die weiß-haarige sich wieder zurück meldete. Doch ihre Worte ließen Ellens Augen groß werden.
      "Wenn ich gewinne, gehen wir auf ein richtiges Date." Ein... ein was? Ein richtiges Date, wie in richtig ausgehen? Was bedeutete es denn auf ein richtiges Date zu gehen? Das war... war das was gutes? Ellen war schrecklich durcheinander. Sie wird ablehnen, das ging eindeutig zu weit. "Okey", hörte sie sich plötzlich selbst sagen und starrte komplett fassungslos an die Decke, sich eine Hand auf die Lippen legend. Hat sie das gerade wirklich gesagt? Was war denn in sie gefahren. "Klingt... nach einem Deal. Wir sehen uns dann am Dienstag." Damit verabschiedete Ellen sich und stand komplett neben der Spur und blieb noch eine ganze Weile liegen und starrte auf den Display ihres Handys. Sie würde sich mit einer Fremden treffen. Das allein schon war eine schockierende Erkenntnis. Aber möglicherweise würde sie sich sogar noch ein zweites Mal richtig mit ihr verabreden...
      Die Tage zogen vorbei und Ellen ging die Situation nicht aus dem Kopf. Was hieß in diesem Zusammenhang überhaupt richtig verabreden? Was unterschied ein richtiges Date von einem... normalen Treffen? In Filmen waren es Männer und Frauen, die miteinander ausgingen. Und sie machten doch... normale Sachen oder? Wobei, vielleicht schon ein bisschen mehr. Ellen war so durcheinander, dass sie begann zu recherchieren. Dates im romantischen Sinne definierten sich dadurch, dass man sich kennenlernen wollte. Mit dem Gedanken einer möglichen Partnerschaft...? Aber meinte Chloe es denn im romantischen Sinne? Oder wollte sie einfach nur was richtiges unternehmen? Wie ins Kino gehen oder irgendwo spazieren gehen? Sowas? Sie ahnte es nicht und letzten Endes machte sie sich Dienstag nach der Schule direkt bereit sich in diese fremdartige Situation zu stürzen. Sie sprang für eine Katzenwäsche unter die Dusche, machte sich ein wenig hübsch, legte dezentes Make Up auf und kleidete sich niedlicher als sonst. Sie wählte einen pastellblauen Rock und fragte sich kurz, ob sie Chloe damit imponieren konnte. Immerhin hatte sie schöne Haare, die Ellen wird bewundern können. Da war es ja nur fair, wenn sie auch ein bisschen was anschauen konnte, oder? Schnell schüttelte das Mädchen den Kopf. So ein Unsinn! Schnell warf sie sich eine Tasche über, nachdem sie sich die Bluse noch zugeknöpft hatte und machte sich auf den Weg in die Spielehalle. Direkt davor blieb sie stehen. Der Hype um das neue Spiel schien etwas abgeflacht zu sein, zumindest gab es keine Schlange mehr vor dem Laden.
      I want to be a flower in your garden.
      The prettiest of them all. A sight for your sore eyes.

    • Chloe Hill

      Chloe schloss, genervt von sich selbst, die Augen nachdem sie realisierte, dass sie wirklich gerade ein echtes Date als Bedingung stellte. Hellhörig wurde sie allerdings als Ellen diesem absolut verrückten Vorschlag auch noch zustimmte. "Okay..", murmelte die grauhaarige noch zurück. Gerade wollte sie das Schweigen der beiden noch irgendwie brechen, doch die Schönheit am anderen Ende der Leitung beendete das Gespräch. "Ist gut, bis Dienstag.", verabschiedete sich auch Chloe etwas perplex und legte ihr Handy aufs Bett. Ihren Kopf immer wieder nach links und rechts lehnend, sah sie perplex auf ihr Telefon.
      War die Reaktion nun gut oder schlecht? Normalerweise machte weder eine Zu- noch Absage irgendwas mit Chloe, doch dass sie so schnell abgewürgt wurde, irritierte sie. Schlussendlich lachte sie darüber. Sie war schließlich auch bekannt dafür, andere total zu verwirren. Man konnte sie eben nicht so gut lesen. Mit verschränkten Armen hinter dem Kopf, grinste die Schülerin ihre Decke an. Es war noch kein offizielles Date, aber sie würden sich Dienstag sehen. Mit einer so kleinen Aussage, bekam die Gamerin so viel Energie und gute Laune, dass sie erneut zu ihrem Controller griff. Die Stimme ihrer Eltern allerdings, holte sie in die traurige Realität zurück. Ob sie wollte oder nicht, Chloe würde in einem Jahr umziehen. Nun sollte sie wohl etwas etwas dagegen tun, dass sie so genervt war.
      So oder so, wäre das einzige was sie aufmuntern würde eine Runde spielen. Und das tat sie auch.
      Als Chloe das nächste mal auf die Uhr sah, war es bereits 4 Uhr. Kurz verzog sie das Gesicht, schlafen bräuchte sie nun auch nicht mehr. Langsam fuhr ihr Blick durch ihr Zimmer und blieb an ihrem Skateboard hängen. Im Kopf kalkulierte sie schnell durch wie lange sie vom Park zur Schule brauchen würde, schlich sich dann ins Bad und machte sich sporadisch fertig - Zähne geputzt und Haare zu einem Dutt zusammen gemacht; schnappte sich ihr Skateboard und ging zum Kühlschrank um sich Energy einzupacken. Wie erwartet fiel ihren Eltern nicht einmal auf, dass ihre Tochter um 04:30 Uhr morgens das Haus verlies. Sie setzte sich Kopfhörer auf, verdrehte kurz die Augen und sprang auf ihr Board, dass sie bis zum Skatepark brachte. Es war leer, der Mond schien in seinen letzten Zügen, bevor er von der Sonne abgelöst werden würde. Mit Musik auf den Ohren drehte sie ihre Runden, fühlte sich frei und konnte endlich durchatmen. Was für ein Ende für diesen ereignisreichen Tag.
      Die nächsten Tage vergingen wie im Flug. Zwischendurch überlegte Chloe, ob sie Ellen nicht schreiben sollte, entschied sich aber doch dagegen. Es würde schon alles gut gehen. Am Dienstag nach der Schule, verabschiedete sich die grauhaarige recht schnell von ihren Freunden. Lauren schmollte ihr nur hinterher, eigentlich wäre sie gerne mit ihr ins Café gegangen, doch Chloe hatte bereits andere Pläne. Zuhause angekommen, ging sie ins Bad, kämmte sich die Haare. "Offen lassen oder Dutt?", murmelte sie vor sich hier und drückte ihre Haare wie in einen Dutt zusammen. Kopfschüttelnd, fuhr sie erneut mit einer Bürste durch ihr graues Haar. Definitiv offen. Sie ging an ihren Schrank und holte ein schwarzes T-Shirt raus und dazu eine schwarze Latzhose mit dezentem weißen Karomuster. Zufrieden nickend schlüpfte sie in ein paar schwarze Socken mit Flammenmuster, irgendwie fand sie solche abgefahrenen Socken total cool, anschließend zog sie ihre Vans an, schnappte sich ihre Tasche und das Skateboard und ging wieder los. Sie würde gerade rechtzeitig an der Arcade ankommen.
      Während sie die Straße zur Spielhalle an fuhr, entdeckt sie bereits Ellen. Ein Grinsen legte sich auf ihre Lippen. Lässig sprang sie vom Skateboard und ließ es mit ihrem Fuß nach oben schnippen, sodass sie es mit einer Hand auffangen konnte. "Der Hausmeisterdienst Hill, sie hatten gerufen.". begrüßte sie die Schülerin, natürlich mit dem gewohnten Peace Zeichen. "Ich hoffe du musstest nicht allzu lang warten."
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