Buried Heavens. [arrabella& aiden]

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    • Buried Heavens. [arrabella& aiden]



      Die Nacht in der Stadt war meistens sternenlos, doch dieses mal war sie stockdunkel. Die dunklen Wolken stapelten sich über der Stadt, und liesen ein dunkles Grollen verlauten.
      Jeder der noch wach war, und etwas sensibel war, erkannte das es nicht gut war in dieser Nacht unterwegs zu sein. Sie wussten das etwas absolut nicht stimmen konnte. Es war ein Zeichen, dass man heute und vielleicht auch besser Morgen, eher nicht das Haus verlassen sollte.
      Die Götter, die seit Jahrtausenden lebten, waren in Umbruchsstimmung, nicht mehr gewillt dem zuzusehen was all die Jahre passiert war. Sie wollten wieder anerkannt werden, neue Macht gewinnen, den Thron einnehmen.
      Genau das war der Grund warum sie ihren menschlichen Abömmlingen Visionen zu kommen liesen. Sie sandten ihnen Nachrichten, in denen sie zu einen neuen Krief aufriefen.


      Nadežda Ljudmila Iljin
      Nadežda schlief nur selten schlecht, was oft daran lag, dass sie sich am Abend einen Tee machte der den guten Schlaf förderte. Immerhin war es wichtig, dass sie bei ihrem Studium jeden Tag mit voller Energie angehen konnte. Die Aussage war alleine deswegen lustig, weil Nadežda oft sehr Energielos wirkte.
      Diese Nacht war einer dieser seltenen Nächte, in denen der Schlaf sie mehr quälte, als das er ihr Erholung verschaffte.
      Albträume plagten sie, aus denen sie einfach nicht erwachen konnte. Ständig sagte ihr eine Stimme, die ihr so bekannt vor kam, dass sie die anderen umbringen müsste. Doch sie verstand nicht. Sie hatte keine Ahnung wen sie umbringen sollte, oder warum sie so etwas tun sollte. Doch sie konnte keine Fragen stellen, und die Stimme lies auch keine Verweigerung zu.
      Nadežda war froh, als sie am nächsten Morgen aufwachte, in ihren eigenen Schweiß gebadet, wie sie es noch nie zuvor war. Es war eine... intensive Erfahrung, die sie lieber nicht noch einmal machen würde.
      Fürs erste stempelte Nadežda das ganze als einen ihrer schlimmsten Albträume ab, und nun musste sie es von sich schieben, und sich auf die realen Dinge dieser Welt kümmern. Und wie konnte man am besten die Ängste der Nacht vertreiben? Mit einer heißen Dusche, abgesehen davon das es nun wirklich nötig war.
      Sobald sie die Küche betrat, nachdem sie sich fertig gemacht hatte, schlug der jungen Frau schon der Geruch von frisch gebrühten Kaffee entgegen. Sie atmete einmal tief ein, und beinahe konnte sie sich wirklich einreden, dass sie heute Nacht nicht schlecht geschlafen hatte.
      Ihre Mutter, für sie selbst die schönste Frau die auf Erden wandelte, stand an der Theke und goss gerade eine Tassee Kaffee für Nadežda. Mit einen müden Lächeln, ihre Mutter schlief am liebsten lange, überreichte sie ihr Wortlos das dunkle Getränk. Ihre Mutter redete am Morgen nie viel, sie war zu müde, und manchmal behauptete sie, dass sie schlecht drauf war, vor ihrer ersten Tasse Kaffee, und erst nach ihrer zweiten reden konnte.
      "Danke", murmlte Nadežda nur leise. Sie redete mehr am morgen, doch heute fühlte auch sie sich nicht unbedingt danach. Um sich abzulenken richtete sie ihre Aufmerksamkeit lieber auf den Kaffee. Ob ihre Mutter wieder Experimente gemacht hatte, um ihn zu verbessern? Es war immer eine nette Überraschung... also nicht immer, aber meistens.
      Alles begann sich langsam wieder normal anzufühlen, und als die blonde Frau, endlich in der Bahn saß um zu ihrer letzten Vorlesung dieses Semester zu kommen, bevor die Semesterferien begannen, dachte sie schon nicht mehr an den seltsamen Traum der sie in der nacht geplagt hatte.

      Hadrian James Murray
      Am Abend, als sich die Wolken so über der Stadt getürmt hatten, und es so gewirkt hatte als würde jeden Moment das schlimmste Gewitter des Jahres anbrechen, hatte Hadrian mit seiner Familie am Tisch gesessen. Ihnen war schnell klar gewesen, dass es sich hierbei um nichts handeln konnte, das natürlich war.
      "Das müssen die Götter sein", murmelte seine Großmutter, die immer irgendwie strahlte. Sie hatte eine usstrahlung die einen dazu brachte, das man sie mögen musste.
      "Denkst du?", fragte sein Vater.
      Es war seine Väterliche Seite, die von den Göttern abstammte. Ständig gab es Geheimnisse, die sonst keiner wissen durfte, und Hadrian war fest davon überzeugt, dass das auch der Grund war, warum sich seine Eltern hatten scheiden lassen. Sie hatte es sowieso lang genug in einer Familie ausgehalten, die sie immer nur ausschloss.
      Seine Großmutter sollte am Ende recht behalten, denn in der Nacht erhielt Hadiran einen Traum, eine Vision von seinen Vorfahren. Von dem Gott desen Blut auch in seinen Adern floss. Er hatte eine Aufgabe für ihn. Für ihn und seine Familie.
      Irgendwie schockierte die Aufforderung Hadrian. Aber wie sollte er sich gegen einen Gott stellen? Warum sollte er sich gegen den Gott stellen, der ihn zu etwas besonderen machte? Das machte für ihn keinen besonderen Sinn.
      Außerdem... wie sollte er wissen, wer die anderen waren? Als ob dieses Geheimnis irgendjemand auf offener Straße herausposaunen würde?

      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Talia Abelesz

      Der Himmel war stockdunkel. Talia schritt die leeren Straßen entlang, froh darüber, dass die Straßenlaternen ein kleines Licht auf den Gehweg warfen. Die junge Frau war bis eben noch auf einer Studentenparty gewesen, die sich jedoch dem Ende zuneigte, weshalb Talia ausnahmsweise einmal beschloss, früher zu gehen. Sie hatte morgen ihre letzte Prüfung und durfte daher nicht ganz unausgeschlafen zum Unterricht erscheinen. Trotzdem war sie länger geblieben, als sie wollte, weshalb sie ihre Schritte beschleunigte, um schneller zu Hause zu sein. Die Stille war erdrückend für sie. Selten hatte die junge Frau erlebt, dass die Straßen wirklich menschenleer waren. Obwohl es unter der Woche war, tummelten sich normalerweise die Leute am Hauptplatz, doch auch auf dem großen weiten Platz war keine Menschenseele zu sehen. „Komisch“, dachte sich Talia, während sie in eine Seitengasse abbog und den Schlüssel zur Eingangstür ihrer Wohnung aus der Tasche kramte.

      Talia schlief schlecht. Sie wurde die ganze Nacht von Albträumen geplagt, die sie nicht zuordnen konnte. Sie sah Menschen sterben und die Welt untergehen. Dazu hörte sie eine Stimme – eine altbekannte Stimme, die sie schon in früheren Träumen begleitet hatte – die immer wieder Worte murmelte, die sie zwar wahrnahm, deren Bedeutung sie aber nicht heraushören konnte. Und so wiederholten sich dieselben Träume bis in die frühen Morgenstunden.

      Der Laken war komplett durchnässt, als Talia von den ersten Sonnenstrahlen geweckt wurde. Die junge Frau blinzelte ein paar Mal und streckte ihre Glieder. Komplett übermüdet erhob sie sich vom Bett und schälte sich aus ihrer Kleidung. Während sie unter die Dusche glitt und das kalte Wasser über ihren Körper prasselte, dachte Talia über ihre Träume nach. Sie wirkten für sie so real, aber gleichzeitig konnte so etwas doch nie im Leben passieren. Und diese Stimme. Sie konnte sie immer noch leise in ihrem Kopf hören, so als ob ihr die ganze Zeit etwas eingetrichtert werden würde. Talia schüttelte den Kopf um die negativen Gedanken zu vertreiben. „Ich habe einfach schlecht geträumt, das kann jedem mal passieren“, sagte sie zu sich selbst, als sie den Wasserhahn abdrehte und nach dem Handtuch griff, um sich abzutrocknen.
      Während der Kaffee aus der Maschine in die Tasse rieselte, packte Talia ihre Sachen für das heutige Seminar in den Rucksack. Viel brauchte sie nicht, da sie ihre letzte Prüfung hatte und danach war das Semester für sie zu Ende. Genüsslich schlürfte sie ihren Kaffee und wiederholte nebenbei den Stoff der Prüfung. Gut war sie nicht vorbereitet, aber für eine positive Note sollte es reichen. „Und wer weiß, vielleicht habe ich ja Glück“, sagte sie zu sich selbst lächelnd. Ein Blick auf die Uhr verriet ihr, dass sie gleich los musste, wenn sie nicht zu spät kommen wollte. Sie stellte die Kaffeetasse in die Abwasch, schnappte sich ihren Rucksack und rannte los zur Bahn.

      Der Campus war groß, draußen gab es viele Bänke und Grünflächen. Die Gebäude selbst waren bereits sehr alt und teilweise heruntergekommen, aber selbst das hatte seinen Charme. Talia lernte gerne auf der großen Wiese, mit einer Picknickdecke und einem großen Kaffee bewaffnet. Vielleicht würde sie auch im Sommer hierher kommen und statt Uniunterlagen einfach ihre Bücher lesen.
      Talia steuerte Richtung Hörsaal und als sie den großen Raum betrat, waren bereits die meisten Studenten anwesend. Die Frau ließ sich auf einen der letzten leeren Plätze fallen, kramte ihren Kugelschreiber aus dem Rucksack und wartete darauf, dass der Professor den Saal betrat und die Prüfungsbogen austeilte. Ein letztes Mal schweiften ihre Gedanken zum Traum ab, jedoch verwarf sie diese sofort und konzentrierte sich auf die kommende Prüfung.


      Kiyan Kusnezow

      Kiyan griff nach der Zigarette, die ihm sein Arbeitskollege Drew reichte und nahm einen tiefen Zug. Er lehnte sich an die Hausmauer und pustete genüsslich den Rauch aus. Donnerstags war normalerweise nie viel los im Nachtclub, doch heute war er von einem Ansturm überrascht worden. Es war die erste Pause, die er sich mit Drew heute gönnte und Kiyan vermutete, dass der Abend noch lange dauern würde. „Krass wie dunkel der Himmel heute ist, findest du nicht auch?“, hörte er Drew sagen und folgte dessen Blick. Es war eine tiefschwarze Nacht und Kiyan schauderte. Er vermutete nichts Gutes dahinter.
      „Voll. Hoffentlich kein übles Omen“, sagte er mehr zu sich selbst und wich Drews fragendem Blick aus. "Glaubst du jetzt an Horoskope und Sterndeutungen oder was?", machte sich sein Arbeitskollege über ihn lustig. Kiyan ignorierte die Aussage gekonnt, drückte die Zigarette an der Hausmauer aus und warf sie zu Boden. Drew tat es ihm gleich. „Lass uns wieder reingehen. Sonst regt sich unser spießiger Boss wieder auf.“, meinte sein Kollege und Kiyan nickte zustimmend. Als er den Job als Barkeeper in dem Nachtclub angenommen hatte, hatte er keinen spießigen Arbeitgeber erwartet. Er hatte bis dato angenommen, dass jemand, der einen Nachtclub besaß, Spaß am Feiern haben musste. Aber dass sein Boss ein genervter, cholerischer alter Mann war, der keinerlei Freude an lauter Musik und Alkohol hatte, kam absolut unerwartet. Kiyan und Drew stellten sich wieder hinter die Bar und hofften wohl beide, dass der Abend bald zu Ende ging.

      Es war bereits knapp nach 3 Uhr, als Kiyan bei sich zu Hause ankam. Er war müde von der Arbeit. Seine verrauchte und verschwitze Kleidung warf er gleich in die Waschmaschine. Er duschte sich kurz ab und warf sich dann in sein Bett. Es dauerte nicht lange bis ihn der Schlaf übermannte, aber seine Träume waren alles andere als zufriedenstellend. Kiyan sah Dionysos vor sich stehen, groß und mächtig, fast sogar ein wenig einschüchternd. Doch Kiyan wusste es besser, er wusste, wer er war und dass sie durch dasselbe Blut verbunden waren. Ihm war nur nicht klar, was sein Vorfahre von ihm wollte, doch Dionysos sprach nicht lange um den heißen Brei herum, sondern gab Kiyan einen Auftrag. Kiyan verstand nicht ganz, was von ihm verlangt wurde. War er nun für oder gegen die Götter? Doch als er nachfragen wollte, verschwand der Gott vor ihm und Kiyan glitt zurück in die reale Welt.

      Er rieb sich seinen schmerzenden Kopf, als er sich vom Bett erhob und seine Kleidung zusammensuchte. Kiyan griff nach einem Croissant am Küchentresen und nahm einen großen Bissen. Er nahm sein Handy und versuchte seine Eltern zu erreichen, doch es war nur die Mailbox. Er hatte gehofft, sie wüssten mehr über den Traum und was sie zu tun hätten. So konnte er sich nur selbst etwas zusammenreimen, doch er konnte keinen klaren Gedanken fassen. Auch in der Bahn konnte er sich keinen Reim aus seinem Traum machen. Was sollte er machen? Was wurde von ihm verlangt? Kiyans Kopfschmerzen wurden größer und er rieb sich seine pochende Schläfe. Er war ratlos und das gefiel ihm ganz und gar nicht. Als die Bahn am Universitätscampus Halt machte, leerte sich der Wagen unglaublich schnell. Kiyan wurde bei Aussteigen in alle Richtungen gestoßen, da einige Studenten wohl Stress hatten und alle am liebsten als erstes den Wagon verlassen wollten. So kam es, dass Kiyan gestoßen wurde und dadurch eine junge Frau mit blonden Haaren neben sich anrempelte. „Entschuldigung“, sagte er und griff automatisch nach ihrem Arm, damit sie nicht das Gleichgewicht verlor.
    • Hadrian James Murray

      Am nächsten Morgen saß Hadrian noch eine Weile in seinen Bett, bevor er sich aufraffen konnte. Auch wenn er keine Angst hatte vor dem Traum, vor der Vision, hatte ihn das alles doch etwas ausgelaugt. Und all die Fragen die diese Nachricht aufgeworfen hatte... Hadrian hatte noch nicht einmal die Zeit gefunden diese zu stellen. Er wusste auch nicht ob er wirklich eine Antwort erhalten hätte, Götter waren was dieses Thema anging immer sehr eigen. Vor allem sein Vorfahre. Er fand bestimmt Spaß daran, wie sehr sich Hadrian den Kopf daran zerbrach.
      Erst am Essenstisch, konnte er sich dazu überwinden, seine Großmutter anzurufen. Sie wusste immer was man tun sollte, und wie es weitergehen sollte, er konnte sich darauf verlassen. Das hoffte Hadrian zumindest. Es klingelte, doch seine Großmutter ging nicht ans Telefon. Leise konnte er nur seufzen. Sie würde ihn schon zurück rufen, wenn sie mal auf ihr Handy sah. Das konnte natürlich noch etwas dauern, aber bis dahin würde Hadrian nicht einfach nur doof herumsitzten. Es musste doch irgendwo einen Hinweis geben... Wenn ausgerechnet er diesen Traum bekommen hatte, dann musste etwas dahinter sein. Vielleicht gab es jemanden in seinen Umfeld?
      Es wurde auf jedenfall Zeit für eine Tiefergehende Recherche. Als erstes würde er einmal bei seiner Arbeit nachforschen, und dann an der Uni, und vielleicht hatte Hadrian Glück und Hermes würde ihm wirklich noch mehr Hinweise geben.

      Nachdem er kurz bei seiner Arbeit war, und dort durch die Personenakten gegangen war, saß er nun Mittlerweile in der Bibliothek seiner Uni, und ging dort ein paar Verzeichnisse durch, um mehr über die Studenten zu erfahren. Es war keine einfache Aufgabe, und benötigte etwas mehr können. Hadrian war nicht unbedingt das was man einen Hacker nannte, aber seine Familie hatte genug Geld, dass er sich eine Informationen erkaufen konnte. So auch zum Beispiel Username und Passwort für die Unterlgen der Universität.
      Doch es gab mehr als nur ein paar Studenten, und diese Arbeit könnte noch ewig dauern. Er saß hier schon ein, zwei Stündchen und hatte am Ende nichts erfahren. Hadrian wusste noch nicht einmal ob er hier überhaupt etwas in Erfahrung bringen konnte.
      Gerade wollte er aufgeben als... ohne das er auf etwas geklickt öffnete sich ein Studentenprofil. Den Namen hatte er zuvor noch nie gehört, und er konnte sich nicht einmal sicher sein ob das hier wirklich ein Hinweis war... Aber es war alles was Hadrian hatte.
      Schnell fuhr er den Computer herunter. Nun galt es herauszufinden was es mit Talia Abelesz auf sich hatte.



      Nadežda Ljudmila Iljin

      Nadežda konnte sich glücklich schätzen, das sie so früh in die Bahn einstieg. Sie konnte immer einen guten Sitzplatz ergattern, und musste nicht die Bahnfahrt über stehen. Es dauerte auch gute 40 Minuten bis sie aussteigen konnte, und in der Zeit konnte sie eindeutig besseres tun, als darauf zu achten sich auf die Schnauze zu legen.
      So lernte die Blonde zum Beispiel jeden Morgen, auf der Fahrt und wenn sie am Heimweg auch einen Sitzplatz ergattern konnte begann sie schon dort mit ihren Aufgaben. Recherchen, oder anderen wichtigen Sachen. Es war ihr wirklich wichtig, jede freie Minute zu nutzen.
      Die Zeit verging auch um einiges schneller, wenn man etwas zu tun hatte, so fühlte sich die Fahrt mit der Bahn auch viel kürzer an, als sie eigentlich war. Beinahe hätte sie sogar verpasst, dass sie an dieser Haltestelle aussteigen musste. So hatte sie auch nicht mehr wirklich Zeit ihr Buch einzupacken, und musste es im Arm halten. Das Gedränge war immer groß wenn man bei der Uni ankam, und so konnte sie zumindest ein bisschen etwas davon aus dem Weg gehen.
      Doch ganz sicher konnte sie nicht sein, sie wurde dennoch angerempelt, nichts was sie nicht ohnehin gewohnt war - auch an der Uni kam es öfter vor, es passierte auch gelegentlich das man sie einfach übersah. Nadežda hatte aber nichts dagegen. Umso weniger man sie wahr nahm, desto weniger musste sie auch mit Leuten reden, das zählte nicht unbedingt zu ihren Stärken, und dabei würde sie es auch gerne belassen. Ein wenig fürchtete sich Nadežda auch schon vor den Semesterferien deswegen, denn es wartete ein erneutes Praktikum im Krankenhaus auf sie. Zum einen Teil war es die übliche Pflege, aber in der zweiten Hälfte - so hatte man ihr garantiert- durfte sie auch in der Pathologie arbeiten.
      Gerade wollte Nadežda den Wagon verlassen, um endlich etwas frische Luft zu schnappen, da wurde sie erneut angerempelt. Heftiger als sie es gewohnt war, und da sie nicht beide Arme frei hatte, verlor sie beinahe schon ihr Gewicht.
      Bevor sie jedoch den Boden küssen konnte - oder etwas schlimmeres passierte wenn die Bahn gleich weiter fahren wollte- griff jemand nach ihr. Ein kleiner Stromschlag fuhr durch ihren gesamten Körper und ihr wurde irgendwie schlecht.
      Er ist es! ,schoss diese fremde und doch so bekannte Stimme durch ihren Kopf. Dabei versteifte sich Nadežda und entzog sich wieder seinen Griff. Erst da wurde ihr etwas leichter.
      "Danke...", murmelte sie und ging auch schon weiter. Das war ganz komisch, und sie wusste nicht genau was das zu bedeuten hatte. Sie hatte den Traum doch erst verdrängt und nun war er ihr wieder so extrem präsent, als hätte sie ihn in diesen Moment noch einmal erlebt. Vielleicht musste sie doch mit ihrer Mutter darüber reden? Sie kannte sich mit soetwas aus, Traumdeutung war absolut ihr Ding.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Neu

      Talia Abelesz

      Die Prüfung lief zu Talias Überraschung gut, sie konnte alle Fragen beantworten. So etwas kam bisher nur selten bei ihr vor. Ein klein wenig Stolz verließ sie den Hörsaal. Es hatte sich also ausgezahlt, dass sie die Party früher verlassen hatte. Ausgeschlafen und relativ nüchtern schrieb sich eine Prüfung doch um einiges besser als übermüdet und mit Kopfschmerzen vom zu hohen Alkoholkonsum.

      Die junge Studentin warf einen Blick auf ihren Taschenkalender, der nun, da ihre letzte Prüfung geschrieben war, deutlich leerer und einladender aussah. Keine zehntausend Termine, die sie wahrnehmen musste. Nur ihre Arbeit am Abend, aber bis dahin hatte sie noch einige Stunden Zeit. Talia überlegte kurz, wie sie ihre Pause überbrücken konnte und beschloss, sich ein Buch aus der Bibliothek zu holen und zu lesen. Sie interessierte sich sehr für Pflanzen aller Art und durchsuchte die Online Datenbank der Universität nach Büchern über Heilkräuter. Nachdem sie ein passendes Buch gefunden hatte, machte sie sich auf den Weg. Die Bibliothek befand sich im dritten Stock des Hauptgebäudes. Talia nahm die Treppen, da sie eine gewisse Abneigung gegen enge Räume und daher auch Aufzüge hegte.
      Während sie die Stufen hochschritt, kramte sie ihren Bibliotheksausweis aus der Tasche. Sie hatte sich die Buchnummer gemerkt, deshalb war es ein einfaches, das Buch in den vielen Regalen zu finden. Sie nahm den dicken Schmöker voller Freude in die Hand und begab sich zum Schalter, bei dem ein junger Herr saß. Sie gab ihm das Buch mit ihren Ausweis und sagte "Talia Abelesz, ich möchte mir das Buch ausborgen." Der junge Herr nickte, überprüfte ihren Ausweis und sagte ihr, wann sie es wieder zurückbringen musste. Talia nickte ebenfalls, nahm ihren Ausweis und das Buch an sich und begab sich Richtung Campus, wo sie sich auf die Wiese legen wollte um zu lesen.


      Kiyan Kusnezow

      Kiyan fühlte sich nach der kurzen Berührung seltsam. Er war plötzlich total energiegeladen, so als hätte er einen Adrenalinschub bekommen. Er spürte jeden Muskeln in seinem Körper und ihm wurde ganz warm. Das Gefühl verflog jedoch recht schnell wieder, fast genauso schnell, wie es gekommen war.
      Der junge Mann musterte aufmerksam die Frau, die sich bei der Berührung versteifte und erst wieder lockerer wurde, als er seine Hand entfernte. Er versuchte ihre Gedanken zu lesen, doch sie waren wirr und er konnte sich keinen Reim daraus machen. Sein Gegenüber ging auch schon weiter und auch Kiyan setzte seinen Weg fort. Seit gestern Abend passierten seltsame Dinge und Kiyan wurde immer verwirrter. Seine Eltern hatten ihn immer noch nicht zurückgerufen und so konnte er nur spekulieren, was das Ganze zu bedeuten hatte. Irgendetwas Großes war im Gange, so viel wusste er.

      Kiyan wich geschickt den vielen Menschen aus, die ihm entgegenkamen. Von einigen las er im Vorbeigehen ihre Gedanken, eine Fähigkeit, die er mehr als nur zu schätzen wusste. Auf den Straßen diente sie mehr zur Unterhaltung, da die Leute oft die komischten Gedanken hatten. Bei anderen Angelegenheiten war seine Fähigkeit ziemlich nützlich und hatte ihm dadurch schon den ein oder anderen Vorteil eingebracht. Vor allem bei seinem Psychologiestudium war seine Fähigkeit ein brauchbares Mittel, das er einsetzen konnte. Er hatte gelernt, dass Menschen oft das Gegenteil von dem sagten, das sie eigentlich dachten. So war es für ihn ein leichtes, sie schnell zu durchschauen.

      Kiyan ging zu seinem Hörsaal. Der Unterricht war mehr als nur langweilig, weshalb er auf seinem Block herumkrizelte. Seine Zeichenkünste waren nicht berauschend, weshalb sich seine Kritzelein auf verschiedene Formen, Striche und Strichmännchen beschränkten. Aber zur Zeitüberbrückung war es eine nette Beschäftigung. Nachdem Kiyan auch das zu langweilig wurde, begann er die Gedanken seiner Studienkollegen zu lesen. Er ließ seinen Blick durch die Runde schweifen. Die einen dachten an das Mittagessen in der Caferteria - heute gab es anscheinend Hühnchen. Die anderen an den Unterricht und wieder die anderen an ihre Liebesangelegenheiten. Kiyan musste schmunzeln, bis ihn das Ende des Unterrichts dazu zwang, wieder ins Hier und Jetzt zurückzufinden.

      Als Kiyan den Hörsaal verließ, sah er wieder den Typen, der die ganze Zeit ans Mittagessen gedacht hatte. Vielleicht funktionierte die Gesankensuggestion auch umgekehrt, denn plötzlich überkam Kiyan ein großer Hunger, den er in der Caferteria stillen wollte. Ihm lief der Sabber im Mund zusammen, als er schnellen Schrittes in die Cafeteria ging.