Bleach - Another Story [TobiMcCloud & Midori]

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    • Bleach - Another Story [TobiMcCloud & Midori]

      Bleach Another Story.png


      In der kleinen Stadt Karakura, westlich von Tokio, vergeht der Tag meist wie der davor. Üblich für eine eher übersichtlich kleine Stadt, die grade so der Bezeichnung eines Dorfes entkam, gibt es hier ein Krankenhaus, zwei Schulen und auch eine Highschool, Städte dieser Größe wohl doch eher ungewöhnlich war. So kam es auch dass es in den frühen Stunden vermehrt Schüler gab die auch aus anderen Stadtteilen her kamen, da der Weg bis nach Tokio dann doch etwas zu weit war.

      @Midori
      @TobiMcCloud

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von TobiMcCloud ()

    • Der junge Ryo Hasashi, Sohn von Hamamura Hasahi, wachte bei sommerlichen 18°, an einem Montag, in seinem Zimmer auf und hätte noch während dem Gähnen am liebsten seinen Wecker genervt gegen die Wand geworfen, doch hatte er schon aus diesem Grund ganze 3 Wecker auf dem Gewissen, weswegen er nicht nur von seinem strengen Vater oftmals eine extra harte Übungsstunde im Familiendojo erfahren durfte, sondern auch einen Wecker bekam der hinter einem gehärteten Plastikschirm nahe der Tür platz fand.

      Nach ungenauen Würfen zweier zufälligen Gegenständen die sich gerade in der Nähe befanden, von welchen kein einziger traf, stand Ryo dann doch auf. Wie jeden Morgen schmerze ihm jeder Knochen. Sein Vater hatte es beim Training mal wieder etwas zu ernst genommen. Würde er seine Schüler auch so hart unterrichten, wäre er längst pleite.. Dachte sich Ryo jedes mal.
      Doch mit jeder Sekunde in welcher sein Kreislauf in fahrt kam, richteten sich seine Gedanken anderen, wichtigeren Sachen. So packte er auf dem Weg ins Bad schon seine Sachen für die Arbeit und zog sich danach für seinen Sport um. So war es für ihn vollkommen normal noch vor dem Frühstück seine 8km zu joggen und erst danach zu duschen und zur Arbeit zu gehen.

      Dieser war glücklicherweise grade mal 5 Minuten zu Fuß von seinem Haus entfernt. So lange die Ferien gingen, arbeitete Ryo an einer Tankstelle als simples Händchen für alles was anfiel. Meist wurde er jedoch zum tanken der Auto's abgestellt, was ihm nur Recht kam. Er liebte die frische Luft und den Kontakt zu den Menschen die in der Stadt meist sehr freundlich waren. Aber es war ohnehin alles besser als in die Schule zu gehen. Dort wurde er viel zu oft als Freak bezeichnet da er noch in jungen Jahren versuchte alle davon zu überzeugen wirklich Geister sehen zu können, was natürlich mehr als nach hinten los ging.
      Zwar hatte er einen kleinen Freundeskreis und auch seine Fähigkeiten sich zu verteidigen trug dazu bei nicht das Ziel von Mobbing oder Schikane zu werden, doch spürte er die Blicke sein Leben lang wenn er an gewissen Personen vorbei ging die von seiner Vergangenheit wussten.
      So machte er auch überhaupt kein Geheimnis daraus wenn er wieder einem Geist begegnete. Er sprach mit ihnen als würden ihm normale Menschen über den Weg laufen. Warum auch nicht? Meist waren sie viel freundlicher und freuten sich gesehen zu werden. Er hatte es zwar nie so recht verstanden warum manche der Geister teils für Wochen oder gar Monate an einem Ort verweilen mussten bis sie verschwanden, doch fand er sich damit schon recht schnell ab vermutlich nie eine Antwort darauf bekommen zu können.

      Seine neuste, viel zu früh verstorbene Freundin, traf er sogar neuerdings eine Ecke vor der Tankstelle an. Sie lehnte immer gegen einer Straßenlaterne und sprang freudig um Ryo herum wenn er sie mit gehobener Hand und freundlichem lächeln begrüßte. "Aniki! Wie geht es dir?" Ryo lachte während er die Trauerblumen wieder aufstellte die wohl durch den Wind aus der kleinen Vase gepustet wurden und antwortete "Mir geht es gut danke. Hier. Jetzt ist wieder alles wie es sein sollte" meinte er anschließend und nickte der kleinen entgegen.

      Nach einem kleinen Smaltalk verabschiedeten sich die Beiden wieder. Das Mädchen hoffte Ryo am Ende des Tages wieder zu sehen, wenn er nach Hause geht. Ryo hingegen rechnete stets damit dass der Geist jeden Moment verschwinden könnte und ihn nur wieder mit Fragen zurück lässt.
      Aber viel darüber nachdenken konnte er ohnehin nicht. Immerhin winkte ihm schon sein Chef entgegen als er die Ecke zur Tankstelle passierte. Es herrschte Hochbetrieb.. Was für ein Morgen.
      Er hoffte schon jetzt seine Klassenkameradin Suzuki im laufe des Tages zu sehen. Sie brachte ihm hin und wieder einen guten Kaffee, welchen er nicht mal bezahlen musste da sie im Laden neben der Tankstelle arbeitete.
    • Zunächst dumpf, doch nach und nach immer lauter und deutlicher drang der schrille und zugleich nervtötende Ton ihres Weckers an Harukas Ohren, als sie zu sich kam. Eigentlich war sie es gewohnt, jeden Morgen früh aufzustehen, doch an manchen Tagen fühlte sie sich einfach ausgelaugt und wünschte sich dann, den ganzen Tag verschlafen zu können, doch das konnte sie sich nicht erlauben, weshalb sie ihren Oberkörper langsam aufrichtete, bis sie im Schneidersitz in ihrem Bett saß, die Ellbogen auf ihren Oberschenkeln abgestützt und das Gesicht in ihren Handflächen vergraben. Einige Herzschläge lang verharrte Haruka in dieser Position, rieb sich die Augen und streckte schließlich ihre Arme nach oben. Mit einem Knopfdruck verstummte ihr eben noch klingelnder Wecker, weshalb sie ihre Bettdecke zur Seite schlug und ihre Beine aus dem Bett schob. Ihre nackten Füße berührten den von der Sonne gewärmten Fußboden, ehe sie sich erhob. Rasch drehte sie sich um, packte ihre Bettdecke und ihr Kissen und begann gleich damit, alles ordentlich zu falten und wieder auf das Bett zu legen, bevor sie zum Fenster ging, welches sie öffnete. Schon jetzt schien die Temperatur sehr angenehm zu sein, weshalb Haruka schweigend lächelte, bevor sie ihr Zimmer verließ. So ging sie mit leisen Schritten ins Badezimmer, schloss dieses hinter sich ab und entkleidete sich. Ihren Pyjama legte sie zusammen und packte ihn zur Seite, bevor sie mit einer flüssigen Bewegung ihr Haargummi aus dem roten Haar zog, das anschließend sanft über Schultern und ihre Brust nach unten fiel. So stieg die junge Frau schließlich in die Dusche, bevor sie diese einige Minuten später wieder mit nassem Haar verließ. Rasch griff sie nach dem Handtuch, dass neben der Dusche hing, ehe sie zunächst ihr Haar und anschließend ihren Körper trocknete. Seufzend kämmte sie schließlich ihr Haar durch, legte sich ein Handtuch um ihren schlanken Körper, bevor sie wieder in ihr Zimmer huschte, um sich etwas anzuziehen. Nachdem sie ihren Rucksack gerichtet hatte, verschwand sie in der Küche, um das Frühstück vorzubereiten, wobei ihr fokussierter Blick immer wieder zu der Uhr wanderte, die an der Wand hing. Zufrieden lächelnd richtete sie schließlich das Frühstück für zwei Personen an, bevor sie in den Flur huschte. Sowohl ihren Bruder als auch ihre Mutter weckte sie, indem sie in die Zimmer trat und sie dazu aufforderte, aufzustehen und zu frühstücken. „Ich bin auf dem Weg zur Arbeit! Und jetzt steht endlich auf und esst was zusammen, klar?“ rief Haruka ein letztes Mal, als sie schon vor der Haustür stand und gerade dabei war, ihre Schuhe anzuziehen, als sich die Schlafzimmertür ihrer Mutter öffnete. Sanft lächelnd trat die zierlich gebaute, brünette Frau mit blauen Augen aus ihrem Schlafzimmer, um Haruka zu verabschieden. „Bis später mein Schatz“ gab ihre Mutter zurück, woraufhin Haruka sie freudig anblickte, ehe sie nickte, die Türe öffnete und auch schon nach draußen verschwunden war.
      Vor der Haustür setzte sich Haruka sogleich in Bewegung, doch ihre Miene hatte sich im Vergleich zu gerade eben verfinstert. Es erschreckte sie an manchen Tagen noch immer, wie schwach ihre Mutter an schlechten Tagen wirkte und es schmerzte sie im Herzen, doch das würde sie vorerst wohl verdrängen würden, da sie sich auf ihre Arbeit konzentrieren musste. Während andere Schüler nämlich ihre Ferien genossen, ausschlafen konnten und wohl etwas mit ihren Freunden unternahmen, arbeitete Haruka in einem Café neben einer Tankstelle. Was sie ein wenig aufmunterte war, dass es anderen wohl ähnlich ging. Immerhin arbeitete einer ihrer Klassenkameraden – Ryo Hasashi – in der besagten Tankstelle. Daher brachte sie ihm gerne einen Kaffee vorbei, manchmal auch etwas Süßes.
      Mit einem freundlichen Lächeln betrat Haruka nach einigen Minuten Fußweg schließlich das Café und grüßte die dort Anwesenden mit einem süßen „Guten Morgen!“, das sie prompt zurückbekam. Mit schnellen Schritten verschwand sie jedoch rasch im hinteren Teil des Cafés, wo sie ihre Arbeitskleidung anlegte, bevor sie sich wieder zum Tresen begab. Morgens waren oft viele Kunden da, die ihren Kaffee abholten, den sie wohl auf dem Weg zur Arbeit tranken, um richtig wach zu werden. So traf Haruka immer wieder auch auf echte Koffein-Junkies, die ohne ihren Kaffee am Morgen wohl nicht mehr leben wollten. Mit einem stetigen Lächeln auf dem Gesicht kümmerte sie sich so mit ihren Kolleginnen um die zahlreich eintretenden Kunden, bis der Schwall an neu eintreffenden Menschen stark nachließ. Den Zeitpunkt nutzte sie, um einen Kaffee zu kochen und einen der Muffins einzupacken. „Bin gleich wieder da, ich mache einen Teil meiner Pause. Ihr wisst ja, einfach laut schreien, falls ihr plötzlich überrannt werden solltet“, meinte die Rothaarige mit einem amüsanten Grinsen auf dem Gesicht, bevor sie mit dem Kaffee und dem eingepackten Muffin das Cafße verließ, um ihren Klassenkameraden in der Tankstelle nebenan zu besuchen. Als sie ihn entdeckt hatte, sah sie ihn sanft lächelnd an und grüßte ihn mit freundlicher Stimme. „Hey, guten Morgen! Na, Kaffee gefällig?“ fragte sie, während sie auf ihn zulief. Schließlich vor ihm stehend legte sie ihren Kopf in den Nacken, um ihm ins Gesicht blicken zu können, bevor sie ihm den Kaffee entgegenstreckte. „Ich hab‘ dir heute noch was Süßes dazugepackt“ meinte sie, ehe Haruka ihm den eingepackten Muffin hinhielt. „Und, wie ist die Lage heute?“ erkundigte sie sich schließlich bei ihm, wobei sie ihren Kopf ein wenig zur Seite neigte, während sie ihn mit ihren himmelblauen Augen musterte.
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    • Der morgendliche Ansturm legte sich wieder relativ schnell. Scheinbar waren nun die meisten Berufstätigen auf ihrer Arbeit angekommen und somit wirkte die Tankstelle wie eine in sich geschlossene Geisterstadt. Grund genug für den Chef wieder eine seiner Ausreden aufzutischen um 'Sachen im Büro' zu erledigen. Jeder der für eine Woche hier arbeitete, wusste dass er dort gerne mal ein Nickerchen machte oder sich seinen Lieblingsanime weiter ansah.
      Ryo war das alles jedoch ziemlich egal. Er hätte es sogar besser gefunden wenn es den ganzen Tag lang solch einen Ansturm gegeben hätte. So hätte er den Tag als effektives Training abhandeln können statt immer wieder diese ermüdend langen Phasen der Langeweile ertragen zu müssen.
      So gab es für den jungen Mann aber wenigstens einen Grund immer sehnlichst auf seine Mittagspause zu warten. Immerhin gab es immer frischen Kaffee und wenn er besonders Glück hatte sogar etwas süßes.

      Grade als er das Auto einer älteren Dame aufgetankt und sogar stattliches Trinkgeld bekommen hatte, überraschte ihn direkt seine tägliche Erlösung mit roten Haaren. "Hm?" gab er überrascht von sich als ihm die bekannte Stimme fragte ob er einen Kaffee haben wolle. Erst als er sich zu ihr umdrehte lächelte er sie an und nickte dankend. "Ah Haruka-chan. Du rettest mir wieder meinen Tag." Ryo hatte sich schon früh angewöhnt Haruka verniedlicht anzusprechen da sie in seinen Augen oft etwas ziemlich niedliches an sich hatte was direkt Ruhe und Gelassenheit ausstrahlte.
      So nahm er ihr den Kaffee ab und nippte schon genüsslich daran, doch bevor er ihr erneut sagen konnte wie gut ihm dieser schmeckte, da sie stets darauf achtete die passende Menge Zucker zu verwenden und keine Milch hinzu zu tun, präsentierte sie ihre kleine Zugabe in Form eines Muffin's mit dicken Schokoladenstreuseln darin. Ryo ging das Herz auf. Sein Vater hatte für ihn ständig eine solch strenge Ernährung vorgesehen, dass er so gut wie nie etwas mit viel Zucker zu sich nehmen konnte. Sogar der Chef der Tankstelle spielte den Spitzel da sein Sohn im Dojo Ryo's Vater trainierte. Oder wohl eher 'anwesend' war.
      "Das ist doch nicht etwa..?!" fragte er indirekt ehe Haruka schon alles erklärte.
      Dass der Muffin nicht lange überleben würde, war dem ersten Bissen wohl schon zu entnehmen. Nur selten gab Ryo so offen ein Gefühl von Genuss preis. Doch fing er sich auch schnell wieder und wandte sich wieder mehr Haruka zu. "Die Lage?" Er sah sich selbst kurz um um diese bestätigt zu wissen. "Naja du siehst ja selbst. Der übliche Andrang ist vorbei. Jetzt heißt es durchhalten und nicht einschlafen." erneut biss er von seinem Geschenk ab und lehnte sich gegen die Zapfsäule. "Sie war übrigens noch da. Das Mädchen." Haruka war wohl die Einzige der er noch von seinen Geisterfreunden erzählte. Bei ihr hatte er nie das Gefühl verurteilt zu werden. Zwar wusste er nie ob sie ihm das alles wirklich glaubte, doch tat es ihm trotzdem gut es einfach mal raus zu lassen. "Sie hat mir wieder von ihrem Hund erzählt. Und von ihrer lustigen Schwester die immer mit ihr gespielt hat" er strahlte immer ein wenig wenn er von den Geschichten der Geister erzählen konnte. Wenn auch nicht immer, waren es meist schöne.
    • Zufrieden beobachtete Haruka den Brünetten dabei, wie er den Kaffee von ihr entgegennahm und sogleich einen Schluck davon nahm. Mittlerweile wusste sie, wie er seinen Kaffee am liebsten trank - und das war ohne Milch, dafür jedoch mit eineinhalb Teelöffeln Zucker. Als sie ihm jedoch den Muffin übergab, schien Ryo zu strahlen, weshalb Haruka in warm anlächelte - sie machte anderen gerne eine Freude und freute sich einfach über ein sanftes Lächeln oder strahlende Augen. Und bei Ryo hatte sie schon immer das Gefühl gehabt, dass er viel zu selten lächelte und er nur selten wirklich freudig strahlte.
      Auf ihre Frage hin, wie die Lage war, blickte sich Ryo erst einmal um. "Naja du siehst ja selbst. Der übliche Andrang ist vorbei. Jetzt heißt es durchhalten und nicht einschlafen." antwortete er, woraufhin Haruka ihn belustigt anblickte. "Naja, darin bist du ja schon ein Profi, hm?" gab sie zurück, bevor er sich gegen die Zapfsäule lehnte und weiter sprach.
      "Sie war übrigens noch da. Das Mädchen." erklang seine Stimme, woraufhin sie nickte. Ryo hatte schon vor einiger Zeit damit angefangen zu erzählen, dass er die Geister Verstorbener sehen und hören konnte. Das letzte, von dem er ihr erzählt hatte, war wohl ein jung verstorbenes Mädchen, welches er auf dem Weg zur Tankstelle traf.
      "Sie hat mir wieder von ihrem Hund erzählt. Und von ihrer lustigen Schwester die immer mit ihr gespielt hat" fuhr er fort, wobei Haruka ihren konzentrierten, aber gleichzeitig sanften Blick nicht von ihm abwandte. Sie hörte sich die Geschichten, die er ihr erzählte, immer gerne an und konnte sich eigentlich nicht wirklich vorstellen, dass er sich das Ganze nur ausdachte, doch es fiel ihr genau so schwer wirklich glauben zu können, was er ihr erzählte - doch der Gedanke daran war eigentlich ganz schön.
      Es musste interessant sein, die Geschichten Verstorbener von ihnen selbst hören zu können, doch oft waren sie nur Tage später nicht mehr da gewesen.
      Wo Geister wohl hin verschwanden, wenn sie nicht mehr auf der Erde waren? Vielleicht existierten ja wirklich so etwas wie ein Himmel und eine Art Hölle, in der die Geister irgendwann verschwanden.
      "Du, sag mal, Ryo.." murmelte Haruka schließlich mit abwesendem Blick, während sie mit einer Hand durch ihr Haar fuhr und dieses über ihre rechte Schulter legte.
      "Was denkst du eigentlich, wohin die Geister verschwunden sind, wenn sie einfach eines Tages nicht mehr hier sind? Denkst du manche müssen noch etwas hier erledigen, bevor sie gehen können oder dürfen? Denkst du es existieren Himmel und Hölle?" sprach sie ihre Gedanken schließlich aus, ehe sie ihn wieder aufmerksam anblickte. Es mochte auf andere vielleicht idiotisch wirken, dass sie ihre Freizeit gerne mit ihm verbrachte, doch das machte ihr nicht wirklich etwas aus.
      Haruka gab ohnehin nichts darauf, zu einer bestimmten 'Clique' zu gehören. Eigentlich zählte sie ohne wirkliche Bemühungen zu den 'beliebten' Schülerinnen - das lag aber wohl eher an ihrer warmherzigen Art. Vielleicht nutzten die anderen sie aber auch nur einfach aus, das konnte sie nicht so genau sagen.
      "Hast du vielleicht Lust nach deiner Schicht heute zusammen nach Hause zu laufen? Dann könnten wir uns auch länger darüber unterhalten, ich werde gleich wieder nach drinnen müssen" fügte Haruka anschließend hinzu, während ihre hellblauen Augen auf Ryos Gesicht ruhten.
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    • Die Pause mit Haruka verflog wieder viel zu schnell. Der Blick auf eine Werbesäule, welche sich auf der anderen Seite der Straße befand, zierte eine Digitaluhr, die ihm verriet schon jetzt die halbe Pause verquasselt zu haben. Doch bevor er sich dafür entschuldigen konnte, hörte er die fast schon bedrückte Frage seiner Klassenkameradin.
      Was sollte er auf diese Frage nur antworten? Ihn hielten die Meisten doch ohnehin schon für einen bekloppten Psycho. Sollte er ihr wirklich von allem erzählen was er bisher in Erfahrung gebracht hat?
      Andererseits schienen ihr die Geschichten immer zu gefallen. Und zu verlieren hatte er auch kaum etwas. Warum also nicht den Versuch wagen? So atmete er einmal tief durch und sah mit sorgenvoller Mine nach unten, obgleich sein Blick viel mehr ins Nichts sah. "Himmel oder Hölle.. Ich bin mir nicht sicher. Manche der Geister haben mir erzählt dass sie nur darauf warten abgeholt zu werden. Andere erzählten am Vortag von schrecklichen Monstern heimgesucht worden zu sein." erneut seufzte er schwer "Ich weiß nicht an was ich glauben soll, doch hört sich das für mich schon nach Himmel und Hölle an. Entweder wirst du von einem Engel in den Himmel begleitet oder ein Dämon will sich deine Seele holen." Die Stimmung war klar bedrückend und unangenehm, weshalb Ryo sich ein erzwungenes Lächeln auflegte "Eine ganz schön beängstigende Vorstellung oder?" Doch dann ertönte auch schon die Uhr. Sie spielte immer eine kurze Melodie zur vollen Stunde ab, was für Beide bedeuten sollte nun wieder an die Arbeit zu müssen.
      Glücklicherweise sorgte Haruka aber für einen entspannenden Start indem sie fragte ob beide den Heimweg gemeinsam antreten würden. Ryo war überrascht aber zugleich auch positiv von dieser Idee angetan. Er erlebte nur zu selten ein solches Interesse an seine 'Gabe', also nickte er freundlich "Warum nicht. Wir können gerne darüber re..." schon wurde er von seinem Chef unterbrochen der schon wenige Sekunden nach Ende der Pause seinen Namen rief um ihn wieder zur Arbeit zu striezen. Was lustig war, da ohnehin kein Auto in der Nähe war, geschweige denn betankt werden wollte. Es galt einzig und allein das Gespräch zu unterbinden und Spaß zu vermeiden, was der Chef wohl studiert haben musste, so gut wie er dies ständig schaffte.

      So vergingen nun auch die letzten Stunden ehe Ryo die frisch gewischte Tankstelle verließ und der nächsten Schicht die Schlüssel in die Hand drückte. In der Regel hatte er knappe 5 Minuten vor Haruka Feierabend also betrat er schon mal das Café um dort auf seine Haruka zu warten.
    • Haruka genoss die Zeit, die sie mit Ryo in ihrer Pause verbringen konnte. Er schenkte ihr ohne es wohl zu wissen Abwechslung, was sie an manchen Tagen daran erinnerte, dass sie eigentlich noch so viel anderes vor sich haben könnte.
      Auf ihre Frage hin antwortete der Dunkelhaarige mit einer sich veränderten Mine. Er berichtete ihr, dass er von den unterschiedlichen Geistern erzählt bekommen hat, dass sie darauf warteten abgeholt zu werden, doch einige schienen von Monstern heimgesucht zu werden. Mit nachdenklicher Mine begann Haruka zu nicken. "Hört sich ganz danach an. Es ist vielleicht wirklich beängstigend, aber ich denke das erfahren wir wohl mit Sicherheit irgendwann, wenn wir mal nicht mehr da sind." gab die Rothaarige zurück.
      Kurz nachdem Ryo allerdings ihrer Idee, den Heimweg gemeinsam anzutreten, zugestimmt hatte, wurden die beiden von seinem Chef unterbrochen. Es war zwar weit und breit kein Auto zu entdecken, doch Haruka verstand sehr schnell, verabschiedete sich mit einem warmen Lächeln auf den Lippen von Ryo und huschte anschließend wieder ins Café nebenan.
      Dort verbrachte sie die nächsten Stunden mit zwei Kolleginnen zusammen, wovon eine allerdings bereits zwei Stunden vor Ladenschluss ihre Schicht beendete. Mit ihrer anderen Kollegin, eine sehr hübsche und vor allem liebenswerte blonde junge Frau mit hellbraunen Augen, blieb sie also bis Ladenschluss.
      Noch während die beiden zusammen die Tische abwischten und die Verkaufstheke säuberten, trat Ryo in das Café ein. "Wir sind gleich fertig" meinte sie an ihn gewandt und verschwand kurz darauf im hinteren Teil des Cafés, wo sie sich umzog. Ihre übliche Arbeitskleidung legte sie rasch ab, zog sich den zuvor getragenen dünnen hellblauen Pullover an, ehe sie ihr Arbeitsshirt in die Handtasche stopfte und sich ihre Schlüssel schnappte. Nachdem beide Frauen fertig waren, traten sie in den vorderen Verkaufsraum.
      Mit einem herzlichen "Bis Morgen, Haruka! Einen schönen Feierabend." verabschiedete sich die Blondine schon einmal und verschwand aus dem Laden. Haruka nickte ihr zu und entließ sie mit einem "Dankeschön, dir auch! Wir sehen uns morgen früh!".
      Anschließend wandte sie sich dem Braunhaarigen zu, der bereits auf sie gewartet hatte. "Na los, gehen wir" meinte sie freudig, schloss die Eingangstür hinter sich ab, nachdem sie nach draußen getreten waren und verstaute den Schlüssel in ihrer Handtasche, bevor sie sich in Bewegung setzte.
      "Na, war bei euch heute überhaupt noch was los oder hast du dann doch der Müdigkeit nachgeben müssen?" meinte sie mit einer gewissen Belustigung in der Stimme, während sie ihren Kopf ein wenig in den Nacken legen musste, um zu Ryos Gesicht aufblicken zu können.
      Während Haruka sich beim Gehen nichts weiter dachte, wandte sie ihren Blick schließlich geradeaus, um nicht über irgendetwas zu stolpern - das passierte ihr nämlich recht häufig, wenn sie abgelenkt war. Als sie jedoch ein lautes, aber relativ dumpf klingendes Geräusch hörte, hielt sie schließlich inne und blieb stehen. Sichtlich irritiert hob sie ihren Blick und sah sich in der umliegenden Gegend um. "Spinne ich oder hast du das auch gehört?" sprach sie ihre Gedanken ohne weiteres aus, den Blick direkt auf Ryo gerichtet.
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    • Überrascht davon wie herzlich es im Café zu ging, wünschte sich Ryo schon jetzt lieber hier arbeiten zu wollen. Leider hatte er nie die Wahl gehabt, da sein Vater ihm alles diktierte.
      Als Haruka dann für kurze Zeit nach hinten verschwand, dachte er schon darüber nach was er heute noch alles machen müsste. Vermutlich den Boden im Dojo polieren und selbst noch schweißtreibende Übungen lernen die ihm sein Vater fast täglich aufgab.
      Hatte es überhaupt einen Zweck so hart zu trainieren? Was wollte sein Vater bloß damit bezwecken? Er war in seinen Anweisungen stets so überzeugend und unabbringbar... Ryo war sich sicher dass sein Vater schon wusste was er tat, auch wenn er insgeheim glaubte nur der Boxsack zu sein.
      Aber ebenso schnell wie seine Grübelei begann, verschwanden sie auch wieder als Haruko mit ihrer fröhlichen Art alle verabschiedete.

      Kaum die ersten paar Schritte vor dem Café kam auch schon die erste Frage die Ryo nur mit einem klaren Schulterzucken beantworten konnte. "Ein paar kamen noch aber die meisten wollen einfach nur betankt werden und sind direkt wieder weg. Ich darf mir dann immer anhören warum ich keine Kunden überrede noch etwas süßes oder ein Magazin zu kaufen. Aber du hast meinen Chef ja schon gesehen. Wenn der nicht meckern kann, ist sein Tag nicht perfekt" unbewusst fiel er schon etwas ins Lästern hinein obwohl das so gar nicht seine Art war. Er war selbst ein wenig erschrocken als er sich dabei ertappte und winkte sofort das Thema ab "Tut mir Leid ich wollte nicht lästern."

      Beide unterhielten sich anschließend noch kurz über das angenehme Wetter bis Haruka von einem Geräusch etwas aus der Fassung gebracht wurde. Ryo musste gestehen nichts gehört zu haben und sah seine Begleitung etwas verwirrt an, glaubte ihr aber und sah sich selbst ein paar mal um bis er aufgab "Tut mir Leid. Ich habe nichts gehört. Ist alles okay mit dir?" Grade als er ihr beruhigend auf die Schulter fassen wollte, hörte auch er ein dumpfes Geräusch was sogar den Boden leicht erschüttern sollte und ebenso ein paar Vögel aus ihren Baumkronen vertrieb. Ryo hatte plötzlich ein ganz ungutes Gefühl und stellte sich instinktiv vor Haruka und sah deutlich angespannter in die Ferne.

      Ewig wirkende 5 Sekunden danach, kam das kleine Geistermädchen um die Ecke gerannt und war voller Panik und Tränen. "ANIKI !!!" schrie sie ihm entgegen. Ryo wusste nicht wie ihm geschieht. Er konnte aber auch nicht einfach so stehen bleiben, so rannte er dem Mädchen entgegen und kniete sich vor ihr hin, anfassen konnte er sie immerhin nicht. "Was ist los?!" fragte er voller Einsatzbereitschaft bis im selben Augenblick ein riesiges Ungetüm mit einer gruseligen Maske hinter dem Mädchen so hart auf den Boden krachte, dass die Füße die Straße zum reißen brachten.
      Ryo selbst ringte um sein Gleichgewicht zu halten, doch als er sah dass das Monster seinen gewaltigen Mund öffnete um das Mädchen zu verschlingen, dachte er keinen Augenblick nach und fiel in seine eingeübte Kampfhaltung über. Sofort übte er seinen stärksten offensiven Angriff aus der im Kampfsport selbst verboten war, da man mit einem solchen Schlag das Brustbein eines Menschen zum brechen bringen konnte. Dabei aufschreiend legte er all seine Kraft hinein, auch wenn er sich seine geringen Chancen in diesem Zeitpunkt nicht mal im Ansatz ausmalen konnte. Das einzige was zählte war Haruka und das kleine Mädchen zu schützen.

      Das kurz darauf laut aufhörbare knacken war wohl für jeden zu hören... Die weiße Maske der Bestie war so hart, dass Ryo's Faust mehrfach brach.
      Noch vollkommen geschockt sah er diese an, bis sich ein milchig roter Schleier über seine Augen legte.
      Das Biest biss seinen kompletten rechten Arm ab.
      Ein schwarzer schleier legte sich unter Ryo's Augen ehe er zurück nach Haruka sah. "Lauft weg...!" gab er klar unter Schock von sich.

      Kurz darauf verschlang das Biest Ryo in einem großen Satz und schluckte ihn im Ganzen hinunter.
    • Ein wenig frustriert darüber, dass Ryo das Geräusch nicht auch gehört hatte, kniff Haruka ihre blauen Augen zusammen, ehe sie leise seufzte. „Ja, schon okay, vielleicht bin ich auch einfach müde oder so“ gab sie zurück, als sie das dumpfe Geräusch erneut hören konnte. Nur schien es diesmal ein wenig näher zu sein und der Boden unter ihren Füßen bebte leicht. Als sich dann Ryo vor sie stellte, kroch ein mehr als ungutes Gefühl in ihr auf. Besorgt legte sie ihre Hand auf seine Schulter und blickte an ihm vorbei, da er in die Ferne zu starren schien. Doch bevor sie ihn fragen konnte, was los war, stürmte er einige Meter nach vorn und kniete sich schließlich hin, ehe er zu sprechen begann – obwohl für Haruka weit und breit niemand zu sehen war, bis auf Ryo. Sie spürte allerdings sehr deutlich, dass etwas nicht stimmte und lief hinter dem Braunhaarigen her, während ihr das Herz bis zum Hals schlug. Verkrampft verstärkte sie den Griff um den Henkel ihrer Tasche, als plötzlich die Straßenoberfläche nur wenige Meter von ihnen entfernt aufriss, als die Erde erneut erschütterte – nur dieses Mal wesentlich heftiger, so dass Haruka den Halt verlor und nach hinten auf ihr Gesäß fiel. Mit großen Augen wirbelte Haruka ihren Kopf zur Seite, konnte aber einfach nichts sehen und ein normales Erdbeben schien das auch nicht zu sein.
      Während Ryo jedoch laut schreiend nach vorne schnellte und mit seiner Faust ausholte, rappelte sich Haruka wieder auf, während sie ihn beobachtete und einige Schritte auf ihn zuging, bis ein lautes Knacken sie anhalten ließ.
      Sie verstand nicht, was genau in diesem Augenblick passierte, doch Haruka wusste, dass es alles andere als normal war. Doch noch bevor sie auch nur einen weiteren Schritt gehen konnte, schoss ihr Ryos Blut entgegen, der plötzlich keinen rechten Arm mehr hatte. Ohne zu realisieren, was gerade geschah, fing das rothaarige Mädchen an zu schreien. „RYO!!“ – etwas anderes kam ihr nicht in den Sinn. Angst und der pure Instinkt, überleben zu wollen stiegen in ihr auf und schienen ihren Körper zu vereinnahmen, auch wenn sie dem Braunhaarigen helfen wollte. Während sie den Blick nicht von ihrem Schulkameraden nicht abwenden konnte, fiel ihr plötzlich das monströse Ungetüm auf, welches vor ihm stand. Doch es schien wie eine Art Flimmern immer wieder zu verschwinden und wieder aufzutauchen. Ungläubig rieb sie sich die Augen, doch es erschien immer wieder nur für einige Sekunden und reckte sich wohl nach Ryo. Dieser drehte sich bloß mit abwesendem Blick zu ihr um und befahl ihr, davonzurennen. Als sie gerade widersprechen wollte, wurde er plötzlich vom Boden gerissen und Haruka konnte nur in Bruchteilen erkennen, dass dieses hässliche Monstrum – was auch immer es war – ihn wohl verschlang.
      Mit bitteren Tränen in den Augen, die an ihren Wangen hinunterliefen und zittrigen Beinen sprintete die Rothaarige jedoch schließlich stolpernd davon, wobei sie einige Male nach hinten blickte, doch Ryo war nicht da. Nichts von ihm. Kein Körper, der am Boden lag, nichts. Wenn man überhaupt noch etwas von ihm finden würde, dann höchstens sein am Boden klebendes Blut.
      Vollkommen außer Atem kam Haruka jedoch schließlich keuchend zu Hause an, wo sie in das in ihrem Zimmer angrenzende Badezimmer verschwand. Ihre Tasche hatte sie im Gang schon fallen lassen. So stand sie vor dem Waschbecken und starrte sich selbst einige Minuten im Spiegel an. Da Haruka nicht fassen konnte, was gerade passiert war, verpasste sie sich zunächst selbst eine Ohrfeige. Vielleicht würde sie ja aus einem total merkwürdigen Traum aufwachen? Doch das tat sie nicht. Der dumpfe Schmerz an ihrer rechten Wange war so real wie das Blut, das an ihrer Haut klebte. Nachdem die Rothaarige langsam realisierte, dass das gerade wirklich passiert war, gab die Kraft in ihren Beinen nach und sie sackte auf dem Boden zusammen, grub ihre Hände in ihr Haar und schluchzte laut. Es prasselten so viele Eindrücke und Gefühle auf sie ein, dass sie gar nicht wusste, wohin mit sich. Als sie schließlich auf dem Boden schreiend von ihrem Bruder gefunden wurde, konnte sie sich erst nach mehreren Minuten wieder fangen. Er prasselte mit Fragen auf sie ein, wozu Haruka keine Antwort geben konnte. Wieso hatte sie Blut an sich? Wieso schrie sie? Was war passiert? Das alles konnte Haruka nicht wirklich beantworten, weshalb sie ihren jüngeren Bruder bloß mit abwesendem Blick anschaute. Wie würde sie so etwas überhaupt jemals erklären können? Und was war mit Ryo passiert? Hatte sie dieses scheußliche Ding wirklich gesehen oder hatte sie sich das vor lauter Angst bloß eingebildet?
      An den restlichen Abend und die Nacht konnte sich Haruka anschließend nicht mehr so wirklich erinnern. Sie wusste nur, dass ihr Bruder sie duschen geschickt hatte, um sich das Blut abzuwaschen und dass sie schließlich in ihrem Zimmer die ganze Nacht über auf dem Bett sitzend aus dem Fenster gestarrt hatte. An die Bilder von Ryo würde sie sich jedoch noch lange erinnern können. Sein fehlender Arm, sein in der Umgebung verteiltes Blut und schließlich sein Blick, als er ihr sagte, dass sie weglaufen sollte. All das würde Haruka nicht vergessen können.
      Auch wenn Haruka sich nie erklären konnte, was an dem Abend genau geschehen war, dachte sie noch oft daran zurück, genau wie an die gemeinsamen Gespräche, die sie mit Ryo geführt hatte über die verschiedenen Geister, die wohl noch immer auf der Erde wandelten und darauf warteten abgeholt zu werden.
      Früher hatte sie nicht unterscheiden können, ob Ryo sich das nur ausgedacht hatte oder ob er wirklich die Wahrheit sprach, doch mittlerweile verstand sie, was er damit gemein hatte - sie war nämlich seit einigen Wochen selbst so ein Geist gewesen.
      Die Rothaarige war zwei Jahre nach dem Vorfall mit Ryo an den Folgen eines Autounfalls verstorben, was sie realisiert hatte, nachdem sie ihren eigenen leblosen Körper hatte sehen können. Außerdem hatten ihre Familie und ihre Freunde sie nicht mehr sehen können, waren einfach durch sie hindurchgegangen und konnten auch nicht hören, was sie ihnen sagte. Sie hatte ihre Mutter und ihren Bruder über Wochen leiden sehen müssen, ohne dazu in der Lage zu sein, ihnen Trost zu spenden. Da sie nichts anderes für sie tun konnte, folgte sie ihnen trotz dessen weiterhin und wachte die meiste Zeit über über die beiden. Ansonsten wanderte sie in Gedanken versunken in den Straßen umher.
      Als sie an einem Tag in den Nebenstraßen unterwegs gewesen war, konnte sie allerdings ein ihr bekanntes, dumpfes Geräusch aus der Ferne wahrnehmen, was sie erstarren ließ. Als sie sich nämlich umdrehte, konnte sie in der Ferne etwas sehen, was sie schon einmal schleierhaft hatte wahrnehmen können, doch dieses Mal war ihre Sicht sehr klar und die Umrisse des Ungetüms waren nicht nur schleierhaft zu erkennen.
      Und auch wenn Haruka bereits verstorben war, nahm sie ihre Beine in die Hand und fing an zu rennen, als sie von eben diesem Monstrum ins Visier genommen und verfolgt wurde. Sie wusste zwar nicht, was passieren würde, wenn sie von ihm erwischt werden würde, doch das wollte sie auch nicht herausfinden.
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    • Das Monstrum jagte Haruka ganze 5 Straßenabzweigungen und fiel nur durch seine Behäbigkeit und der grazilen Flinkheit Haruka's ständig um und brauchte eine Weile wieder auf die Beine zu kommen. Es war jedes Mal viel zu knapp und dennoch schaffte es Haruka jedes einzelne Mal dem Hollow knapp zu entfliehen.
      Was das Mädchen jedoch nicht wusste war, dass sie schon nach der ersten Ecke beobachtet wurde. Ein in schwarz gekleideter Mann, mit weißem Umhang und spitzen Haaren samt Glöckchen an diesen Spitzen beobachtete das Geschehen fast schon gelangweilt und verschränkte die Arme vor sich.
      Ein Kleines Mädchen mit pinken Haaren stieg auf dessen Schulter auf und lachte kindisch "Hahaha ! Es hat Hunger Ken-Chan. Ob der Neue es wirklich schafft?" der angesprochene mit den Glöckchen wirkte fies und hart, antwortete auch nicht auf diese Frage sondern sah nur zu.

      Die Verfolgung nahm immer mehr Fahrt auf. Der Hollow schaffte es immer ein bisschen mehr an Haruka's Seele heran zu kommen. Und dann kam es wie es kommen musste. Haruka verfiel ihrer Schwäche nach hinten zu sehen während sie lief. Sie stolperte und bat dem Hollow jede Möglichkeit sie umgehend zu verschlingen. Doch stoppte es kurz vor ihr.

      Ein weiterer Mann mit einer gezogenen Klinge tauchte aus dem Nichts auf und hielt diese absolut gelassen dem Monster entgegen. Es wirkte als würde dieses Monster gegen eine regelrechte Wand laufen, so felsenfest blockte der Mann den Angriff auf Haruka ab.
      'Erst wenige Momente in welchen das Monster versuchte vor zu preschen, ertönte eine allzu bekannte Stimme. "Wir zwei haben noch eine Rechnung zu begleichen" kam äußerst zornig und ungezügelt hervor. Der Blick des Mannes fiel auf dessen Arm, welcher einen deutlich tieferen Farbton hatte als dessen restlicher Körper. "Es war der Rechte Arm, nicht wahr?" Und schon sprang der Fremde dem Biest entgegen, packte dessen Schulter und drückte so stark zu dass sich die Finger in dessen ledrige Haut bohrten, ehe er mit einem starken Ruck den gesamten riesigen Arm einfach von dessen großen Körper riss.
      Verständlicherweise fing das Monster an vor Schmerzen zu brüllen und fiel dabei zurück, sich dessen verletzte Schulter greifend.

      Der Fremde grinste hingegen nur zufrieden dem vor Schmerzen schreiendem Monster entgegen und steckte langsam wieder seine Klinge weg ehe er seine Fäuste aneinander drückte um diese knacken zu lassen "Glaube nicht dass das schon alles war" kam flüsternd von ihm ehe er einen Augenblick später auf dem Monster erschien um diesem einen weiteren Arm auszureißen, dabei wild zu grinsen und anschließend so oft auf die weiße Maske einzuschlagen, bis diese in tausende Stücke zerbrach und nichts als ein matschiger Brei zurück blieb.

      Die beiden Personen auf auf dem Dach sahen dem Schauspiel nur zu bis das pinkhaarige Mädchen grinste "Bestanden!" Doch der Mann mit den Glöckchen verzog weiterhin keine Mine und verschwand kurz darauf mit dem Mädchen.
    • Immer wieder bog Haruka mit flinken und durchaus kontrollierten Bewegungen wahllos in irgendwelche Straßen ab, während sie das Monstrum hinter sich deutlich spüren konnte. Sie hatte nicht nach hinten schauen um zu wissen, dass sie gejagt wurde und dass ihr Jäger wohl nicht vor hatte, einfach so von ihr abzulassen. Als sie es aber nicht lassen konnte und ihren Kopf nach hinten über ihre Schulter drehte, um sehen zu können, wie nahe ihr das Monstrum kam, was ihr allerdings zum Verhängnis werden sollte. Prompt stolperte sie über ihre eigenen Füße und fiel so vor Schreck aufschreiend auf den Boden. In genau diesem Moment rechnete Haruka mit grässlichen Schmerzen, die sie spüren musste, während sie verschlungen werden würde, doch zu ihrer Überraschung geschah nichts. Mit geweiteten Augen drehte sie sich auf die Seite, stützte sich auf ihrem Ellbogen auf und starrte den Rücken eines ihr noch fremden Mannes an, der sich böswillig auf das Monster stürzte, ihm dessen Arme vom Leib riss und schließlich die weiße Maske zerschellen ließ, indem er mehrfach darauf einschlug.
      Erstarrt setzte sich Haruka auf und blickte zu dem Mann, den sie bei näherem Betrachten erkannte. Ihre Augen weiteten sich, als sie langsam realisierte, wer genau da vor ihr stand. "Unmöglich.." murmelte sie vor sich hin und verdrängte die in ihren Gedanken aufkommenden Bilder ihres Schulkameraden, dessen Tod sie vor zwei Jahren noch selbst bezeugt hatte. Mit starrem Blick musterte sie ihn von oben bis unten, wobei sie an seinem rechten Arm hängen blieb. Er hatte wieder einen Arm, doch dieser setzte sich farblich von dem Rest seines Körpers ab. Wie war das möglich gewesen? Und was genau war hier überhaupt gerade geschehen?
      Nachdem sie sich mit ihren Händen vom Boden abgestoßen hatte, um wieder auf beiden Füßen zu stehen, ging sie einige Schritte auf den jungen Mann zu.
      Sie konnte nicht glauben, dass es wirklich Ryo war, der vor ihr stand, auch wenn sie sein Gesicht eindeutig wiedererkannte. Mit Tränen benetzten, blauen Augen starrte sie ihn ungläubig an. "...Ryo?" fragte sie schließlich mit leiser und dennoch sanfter Stimme, ehe sie die Hand nach ihm ausstreckte, bis sie schließlich erschreckender Weise auf Widerstand stieß. Irritiert drückte sie ihre Hand gegen seine Brust, bis sie zu ihm aufblickte.
      Sie verstand nicht, weshalb sie ihn berühren konnte, ohne durch ihn hindurchzugleiten, wie es bei ihrer Mutter oder ihrem Bruder der Fall gewesen war. Schnaubend zog sie schließlich ihre Hand zurück und sah Ryo scheu an. "Entschuldigung" murmelte sie vor sich hin und neigte schließlich den Kopf zur Seite, während sie sich mit einer Hand durch ihr rotes Haar fuhr. Ob er sie wohl überhaupt noch erkennen würde?
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    • Es dauerte eine ganze Weile bis Ryo seine Rache dem Kopf des Hollow's eindeutig vermittelt hatte, bis er dann jedoch mit geschwollenen Fingerknöcheln langsam wieder grade stand und in einem großen Satz von der Kreatur zurück sprang um wieder auf festem Boden zu stehen.
      Erst nach mehreren Momenten des durchatmens hörter er seinen Namen von einer längst vergangenen Stimme, die ihn mehr aufblitzen lies als er es für möglich gehalten hätte. Aber warum auch nicht? Es schossen ihm sofort mehrere Gedanken durch den Kopf. Die Stadt passte, die Zeit, Sogar der Hollow war der Gleiche.
      So drehte er sich zu seinem Auftrag um und staunte selbst nicht schlecht als er augenblicklich Haruka erkannte die sogar kurz darauf seine Brust berührte und sich ebenso schnell von ihm abwandte.

      Seinen finsteren Blick selbst nicht deuten könnend, versuchte er krampfhaft seine vergangenen 2 Jahre nicht in seinem Gesicht zeigen zu lassen ehe er schwer seufzend den Kopf schüttelte um wieder etwas mehr in seiner Vergangenheit leben zu können, sei es auch nur für einen Moment.

      "Ich... bin es." meinte er fast schon schuldig. "Es tut mir Leid dass ich dich damals nicht schützen konnte... Und auch dass ich dich nicht vor dem Auto bewahren konnte..." Er fühlte sich sichtlich für die Ereignisse verantwortlich und hätte diese am liebsten rückgängig gemacht. Doch wusste er auch von wichtigeren Personen beobachtet zu werden, also verfiel er schnell gezwungen wieder in seine Aufgabe hinein. "Haruka. Es ist viel geschehen und du bist dir schon darüber bewusst geworden nicht mehr unter den Lebenden zu sein. Ich gehöre nun den Shinigami's, den Todesgöttern an und bin dafür verantwortlich deine Seele in die nächste Welt zu begleiten."
    • Als ihr von ihrem Gegenüber bestätigt wurde, dass es wirklich Ryo war, der vor ihr stand, ließ Haruka ihre Schultern fast augenblicklich nach unten fallen. Er entschuldigte sich fast schon sofort dafür, dass er sie nicht hatte schützen können und dass er sie nicht vor dem Auto und somit vor ihrem Tod hatte bewahren können, woraufhin sie einen Moment lang den Blick senkte. "...Du hast dein Leben für mich gegeben, Ryo. Wieso entschuldigst du dich? Wenn dann sollte ich mich bei dir entschuldigen.." hauchte Haruka auf seine Worte hin.
      Die Rothaarige konnte sich sehr gut an den Tag erinnern, an dem sie verstorben war. Sie war spät abends auf dem Weg nach Hause gewesen und wurde schließlich von einem Auto erwischt, dessen Fahrer betrunken gewesen war. Das Auto hatte ihren schlanken Körper so sehr verletzt, dass sie an ihren Verletzungen noch auf der Fahrt ins Krankenhaus verstorben gewesen war. Ihre Erinnerung an ihren eigenen Tod jagten ihr einen kalten Schauer über den Rücken, ehe sie versuchte diese Gedanken zu verdrängen, damit sie Ryo weiterhin zuhören konnte.
      Er meinte, dass er zu den Shinigamis - den Todesgöttern - gehörte und ihre Seele in die nächste Welt begleiten wollte. Einen kurzen Moment lang musste Haruka allerdings tatsächlich schmunzeln. Sie hatte mit Ryo früher darüber gesprochen, ob sie daran glaubten, dass es eine Art Himmel oder auch eine Hölle gab, in welcher die Geister der Verstorbenen eines Tages verschwanden. Somit hatte sie quasi nun wirklich eine Antwort auf ihre Frage erhalten. Schließlich würde sie herausfinden müssen, wohin es mit ihr als nächstes ging.
      "Ja, realisiert habe ich das sehr schnell...huh. Schon komisch, ich hab nie wirklich verstanden, ob das alles wirklich real war, was die Geister anging...bis ich selbst einer war" meinte sie mit bedrückter Mine und verschränkte ihre Arme vor der Brust. "Was meinst du damit, dass du meine Seele in die nächste Welt begleitest? Ist das schmerzhaft? Bin ich dann für immer einfach...fort?" wollte Haruka anschließend wissen, als sie spürte, wie Angst in ihr Aufstieg. Sie hatte ihren eigenen Tod schon einmal miterlebt und auch überstanden, weshalb sie eigentlich keine Lust darauf hatte, erneut 'sterben' zu müssen. Deshalb löcherte sie Ryo mit Fragen, bis sie sich wirklich sicher sein konnte, was mit ihr geschehen sollte. Dabei stellte sich nur die Frage, ob sie dem, was sie erwartete überhaupt entfliehen konnte, wenn ihr nicht gefallen würde, was Ryo ihr erzählen würde.
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    • Ryo sah seine ehemalige Klassenkameradin mit ernster Mine an während sie auf ihn einging. Sie schien noch ziemlich neben sich zu stehen, was wohl für einen toten Körper ohne jeden Weg und Sinn mehr als gerechtfertigt war. Auch dass sie nicht alles verstehen würde war vollkommen normal. Was mit ihm vor 2 Jahren geschah, hätte er auch nie glauben können wenn man es ihm nur erzählt hätte.
      Es würde sich also nur empfehlen ihr nichts weiteres zu erklären, sondern es einfach zu zeigen. So hielt er ihr einfach seine Hand hin und lies hinter sich zwei Shoji Türen erscheinen die sich von selbst öffneten und in ein helles Licht zu führen schienen. "Vertrau mir. Du wirst keinerlei Schmerzen erfahren. Es wird nur ein mal kurz hell ehe du den Ort siehst an dem ich die letzten 2 Jahre verbracht habe. Es wird dir gefallen"

      Als er nach einem kurzen Moment die Hand von Haruka bekam, begleitete er sie wie versprochen in das Licht hinein. Schlagartig änderte sich einfach alles. Der Geruch, die Wärme, ja sogar die ganze Atmosphäre wirkte hier leichter und sehr viel friedlicher. Als dann aber auch die Helligkeit wieder auf einem normalen Pegel war und Ryo Haruka weit genug hinter sich her gezogen hatte, schlossen sich die Türen wieder und verschwanden so schnell wie sie gekommen waren. Doch dabei blieb es nicht. Haruka's Kleidung wandelten sich mit dem durchschreiten der Tür zu einem altertümlichen Kimono, passend zur Umgebung könnte man sagen, denn alles hier sah aus als wäre man wieder in der alten Edo Era, als es noch Samurai und der gleichen gab.

      Hier trennte Ryo die Verbindung beider Hände und wandte sich ihr wieder zu. "Und? Hat es weh getan?" fragte er mit einem leichten Lächeln während um beide herum ein deutlich erkennbarer Bogen gemacht wurde. Die Straße schien ziemlich beschäftigt zu sein und doch machten sich alle die Mühe Ryo nicht zu nahe zu kommen. Ein übliches Verhalten wenn ein Shinigami in der Rukongai auftauchte. Diese nicht zu achten und Respekt entgegen zu bringen war für die wandernden Seelen undenkbar, so waren sie immerhin nur wegen der Shinigami überhaupt hier und konnten ihr zweites Leben genießen. Ryo selbst konnte sich daran noch immer nicht gewöhnen und fühlte sich eher schlecht dafür so im Mittelpunkt zu stehen, doch bekam er von seinem Ausbilder ständig harte Strafen zu spüren wenn er an diesem System etwas nicht akzeptierte, also versuchte er die große Schneise so gut es ging zu ignorieren und sich wieder Haruka zu widmen. "Wie du schon siehst spielt die Uhr hier einen anderen Takt an. Eine ganz neue Welt wird dich erwarten." zuversichtlich legte er seine Hand auf ihre Schulter, wissend wie schwer es sein kann sich so schnell an eine andere Welt zu gewöhnen, so schwor er sich ein Auge auf sie zu werfen um ihr den Einstieg leichter zu machen als er ihn hatte.

      "Schau mal, da ist ein Shinigami Mama!" kam freudig begeistert von einem Kind dass von seiner Mutter in der Schneise mit gezogen wurde. Sofort blickte die Mutter zu Ryo und verbeugte sich ehrfürchtig "Ich bitte vielmals um Verzeihung."
      Ryo musste fast schon etwas lachen und entschloss sich auf das Kind zuzugehen. Geschockt richtete sich die Mutter auf und auch die umstehenden Seelen erwarteten nun eine Zurechtweisung der schlimmsten Art, immerhin gehörte Ryo zur Gotei 11.
      Was sie allerdings zu sehen bekamen, versetzte sie in ein Staunen. Ryo beugte sich nur zu dem kleinen Jungen runter und fragte "Wie ist dein Name kleiner?" der Junge stotterte verlegen, brachte es dann aber nach seinem dritten Versuch zustande seinen Namen zu sagen "I.. Ich heiße Itsuki" anschließend lächelte Ryo wieder und schlug ihm ganz leicht gegen dessen Brust "Itsuki. Ich werde mir deinen Namen merken. Du hast großes Potential. Ich kann dein Reiatsu deutlich spüren. Mit ausreichend Training wirst du später auch mal ein großer Shinigami" Der Junge strahlte über beide Ohren und blickte Ryo hinterher als dieser wieder nach Haruka ging. Dieser atmete dann aber doch etwas schwerer vor ihr und blickte vorahnend in die Ferne "Das werde ich noch bereuen..." Aber das sollte jetzt nicht die Sorge Haruka's sein, also wies er ihr den Weg bis hin zu ihrer neuen Unterkunft. Es war ein kleines Haus nur für sie alleine und es besaß sogar einen kleinen Vorgarten mit einem liebevoll gestaltetem Fluss. "Da wären wir. Hier wirst du von nun an wohnen. Ich habe dafür gesorgt dass es dir an nichts fehlen wird."
    • Unsicher hatte die Rothaarige ihren ehemaligen Schulkameraden angeblickt, während sie von ihm wissen wollte, ob es schmerzen würde, wenn er ihre Seele in die nächste Welt begleiten würde, was Ryo jedoch verneinte. Der Weg dorthin würde lediglich hell sein, doch Ryo meinte, dass es ihr dort gefallen würde, was Haruka beruhigte. Sie glaubte nicht, dass er sie irgendwie reinlegen wollen würde oder sie anlog. Neugierig blickte sie also das geöffnete Tor hinter Ryo an, dass sich von selbst geöffnet hatte, bevor sie ihre Hand in die von Ryo legte, welche sie ein wenig drückte. Es war für Haruka lange her gewesen, dass sie jemanden hatte berühren können – ihre Familie und ihre ehemaligen Freunde waren schließlich einfach durch sie hindurchgegangen.

      Nachdem Ryo sie also überzeugt hatte, begleitete er sie Hand in Hand in eine Welt, die sich Haruka niemals hätte vorstellen können. Sie verstand nicht was vor sich ging, doch es schmerzte tatsächlich nicht, es war auch nicht unangenehm. Deshalb ließ sich Haruka hinter Ryo herziehen, bis sie sich auf einer sehr belebten Straße widerfanden. Die von Ryo gelöste Hand hielt Haruka nun vor ihrer Brust, während sie sich umblickte. Um die beiden wurde ein großer Bogen gemacht, so dass sie keiner anrempelte, auch wenn die Straße voll war. Als Ryo sie schließlich fragte, ob es weh getan hatte, schüttelte die Rothaarige bloß den Kopf. „Nein, ganz und gar nicht“ murmelte sie fast schon ein wenig abwesend, abgelenkt von den Geschehnissen um sie herum. Schon jetzt prasselten all die neu gewonnenen Eindrücke auf sie ein, was Ryo mit seiner Aussage, dass sie eine ganz neue Welt erwarten würde, bestätigte. Erst jetzt blickte Haruka an sich herunter und bemerkte, dass sie einen traditionellen Kimono trug statt ihrer Jeans und ihrem Pullover. Mit großen, blauen Augen blickte sie Ryo an, als sie auf einen kleinen Jungen aufmerksam wurde, der von Ryos Anwesenheit wohl sehr angetan war. Schweigend betrachtete sie Ryo, der sich kurz mit eben diesem Jungen unterhielt, wobei sie kaum merklich lächelte, bevor er sich Haruka wieder widmete und sie zu ihrer neuen Unterkunft brachte. Darauf konzentriert, Ryo nicht aus den Augen zu verlieren, folgte sie ihm, bis sie an einem kleinen Haus mit Vorgarten angekommen waren, durch welchen sich sogar ein Fluss zog. Der Braunhaarige erklärte ihr, dass sie von nun an hier wohnen würde und dass er dafür gesorgt hatte, dass es ihr an nichts fehlen würde. Sanft lächelnd blickte sie ihn an. „Ich danke dir..ich verstehe das alles nur noch nicht so ganz. Du bist hier also schon seit zwei Jahren? Was bedeutet es genau, dass du ein Shinigami bist? Heißt das du lebst hier nicht einfach so wie die anderen Leute hier? Ich bin so durcheinander…“ meinte sie, während sie sich umdrehte und das Haus betrachtete. Alles wirkte hier unfassbar friedlich und so hätte man sich das Leben nach dem Tod wohl nur wünschen können, doch gleichzeitig warf das alles so viele Fragen auf.

      Seufzend fuhr sich Haruka schließlich durch ihr langes, rotes Haar, dass sie über die linke Schulter nach vorn schob, bevor sie sich wieder dem Shinigami zuwandte. „Wirst du jetzt gehen..?“ wollte sie schließlich wissen, wobei sich eine große Unsicherheit in ihrem Inneren breit machte. Sie kannte hier niemanden und war total vor den Kopf gestoßen. Haruka konnte sich nicht ausmalen, wie sie hier nun einfach leben sollte. Von was würde sie leben? Und wenn Ryo ein Shinigami war, würde sie ihn ab jetzt nicht mehr sehen können? Schließlich hatte es vorher so gewirkt, als hätten die Leute unglaublich viel Respekt, wenn nicht sogar Ehrfurcht vor ihm. Das Ganze frustrierte die junge Frau doch sehr, auch wenn die Ortschaft an sich wirklich schön war und man sich so wohl ein Leben nach dem Tod gut vorstellen konnte.
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    • Es war klar zu sehen wie schnell Haruka die ganze Situation zu Kopf stieg. Erst war Ryo sich sicher sie ins kalte Wasser zu stoßen damit sie diese Situation wenigstens zum Teil wie all die anderen kennen lernen würde, doch diese eine kleine Frage, ob er nun gehen würde, warf seinen Plan komplett über den Haufen. Etwas in ihm konnte einfach nicht gehen und zwang ihn sogar den direkten Befehl seines Captain's zu ignorieren... oder eher gesagt, ihm eine Ausrede aufzutischen.

      Als das für ihn beschlossene Sache war, begleitete er Haruka durch die einzelnen Räume und zeigte ihr alles etwas gründlicher bis er mit ihr in dem kleinen, von einer verzierten Mauer abgegrenzten, Garten hielt und sich auf einen Hüfthohen Stein setzte.
      Er hatte das Mädchen so eingeschätzt, dass sie sich wieder etwas beruhigt hatte und aufnahmefähig genug für all den Stoff war den er ihr nun erklären würde.
      "Wo soll ich nur anfangen." er suchte mit sichtlichen Schwierigkeiten nach einem geeigneten Anfang, bis er mit den Schultern zuckte und einfach anfing "Also. Du befindest dich jetzt grade in der Soul Society. Der Ort an dem die Seelen verstorbener in Physischer Form weiter existieren. Die Soul Society ist aber noch in zwei grundlegend unterschiedliche Orte aufgeteilt. Der Rukongai, wo wir uns befinden, und die Seireitei." Er zeigte in die Ferne, wo ein riesiger Felsen zu sehen war, mit einem ebenso großem Palast ähnlichen Gebäude daran. "Dort drüben ist der Kern der Seireitei und ist jedem Bürger der Rukongai strengstens untersagt betreten zu werden. Ehm..." kurz lachend bemerkte er schon viel zu lange in der Seireitei gelebt zu haben, da er selbst schon immer diese zuerst erklären wollte obwohl die Rukongai doch so viel wichtiger für die angekommenden Seelen war. "Bitte verzeih. Ich hätte mit diesem Ort anfangen sollen. Also. Du bist nun eine Bewohnerin der Rukongai. Ein in 320 Bezirke aufgeteiltes Gebiet in welchem all die verstorbenen Seelen ihr nächstes Leben antreten. Ihr habt es in der Regel eigentlich recht gut aber auch hier gibt es Ecken die man eher meiden sollte. Und da kommt auch schon die Seireitei ins Spiel. Betrachte sie doch einfach wie ein großes Militär/Polizei-lager. Dort leben die Anwärter, die Shinigami's und dessen Captain's. Wir sorgen dafür dass es in der Rukongai friedlich zugeht und haben die Befugnis vollkommen frei zu handeln um diesen Frieden herzustellen, daher auch dieser enorme Respekt vorhin.." Ryo verstand das alles selbst nie richtig und wollte es am liebsten direkt erklären, doch wenn er es selbst noch nicht ganz verstanden hat, wie würde es wohl Haruka auffassen? "Aber egal. Auf jeden Fall haben wir noch eine ganz wichtige andere Funktion in dieser Welt. Und zwar die Menschen zu schützen. Nicht von hier, sondern auf der Welt wie du sie noch vor wenigen Monaten betreten hast. Wir Shinigami werden Stadtteilen zugeteilt in welchen wir sogenannte Hollow's richten müssen damit sie keine Menschen fressen... Du hast ja leider schon 2 Mal die Bekanntschaft mit solchen gemacht."
      An dieser Stelle seufzte er etwas schwer und blickte zur Seite als würde er sich dafür verfluchen "Genau dafür habe ich mich auch bei dir entschuldigt. Ich bin unserer Stadt zugeteilt und habe es nicht geschafft dich zu schützen. Ausgerechnet an diesem Tag habe ich mich auf meiner Patrouille verspätet. So ging mir ein Hollow durch die Lappen. Ich musste ihn langezu suchen und habe es versäumt den Autofahrer... der dich erwischt hat..." Es nagte sichtlich an ihm. Es war zwar nie seine Aufgabe die Lebenden vor normalen Ereignissen zu schützen, doch hatte er es sich offenbar zur Aufgabe gemacht Haruka vor dem Tod zu bewahren, oder vor jeden kleinen Unfall.