Heir of the Dragon [Uki& Aiden]

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    • Heir of the Dragon [Uki& Aiden]

      Vorstellung


      Unterredungen mit ihren Vater hatten noch nie viel gebracht. Wenn sie eine Sache von diesem Mann geerbt hatte, war es das sie mit dem Kopf durch die Wand gehen wollte, egal wie sinnvoll jedes Argument dagegen auch war. Wie sehr sie dies bei anderen hasste, und bei sich selbst doch bewunderte. Vielleicht stieß der Mensch einfach nicht gerne auf Widerstand, wenn er seinen eigenen Willen durchsetzten wollte und so erging es auch den Herzog von Stedelen.
      "Es ist eine pein und unmenschlich jemanden zu Heiraten den man zuvor noch nicht einmal gesprochen hat!", versuchte sie zu argumentieren, doch ihr Vater, dessen braunes Haar schon mit silbernen Strähnen durchzogen war, hob nur eine Hand um sie zum Schweigen zu bringen.
      "Ich kannte deine Mutter auch nicht bevor ich sie geheiratet hatte."
      Und Eulália konnte genau sehen wohin es geführt hatte. Ein Mann ohne einen männlichen Erben und einer Tochter die er so sehr hasste, dass er sie an den nächstbesten verkaufte der sich ihm in den Weg warf.
      "Außerdem hat er keinen Titel. Ich bin die Tochter eines Herzogs!", versuchte sie es eben auf eine andere Art. Sie wollte niemanden Heiraten. Im Grunde war es der Rothaarigen egal, ob es ein Fremder war, oder der junge aus der Nachbarschaft den sie kannte seitdem sie auf der Welt war. Männer brachten nichts als Ärger, und alles was eine Ehe mit sich brachte führte nur zum Kummer einer Frau oder gar bis in den Tod.
      "Genau das, ist das gute an ihm. So kann er sich nicht über dich beschweren."
      Sie selbst dachte er an andere gute Gründe die ihr Vater haben konnte. Aber warum sollte er ihr diese denn auch offen legen. Gerade als Eulália Luft holen wollte um weitere Argumente gegen diese Eheschließung vorzulegen, schüttelte der Herzog nur wieder seinen Kopf.
      "Ich möchte nichts mehr hören von deinem unsinnigen Geschwätz. Ich habe entschieden, dass du diesen Mann heiraten wirst und er hat dich nicht abgelehnt. Du wirst ihn heiraten, und dann verschwindest du von hier, ich möchte dich nicht mehr sehen."
      Eulália biss sich auf die Zunge um nicht noch etwas zu erwidern. Elegant stand sie auf, machte einen Knicks.
      "Wie ihr wünscht, Euer Gnaden", murmelte sie und drehte sich um. Als sie den Raum verlies hätte sie gerne mit der Tür geknallt, doch fasste sie diese erst gar nicht an. Sollte doch einer der Bediensteten sich darum kümmern.
      Vor Wut brannten Tränen in ihren Augen, als sie auf den Weg zu ihren Gemächern war, in denen die Kammerfrauen schon warteten, um sie für die baldige Hochzeit vorzubereiten. Es würde noch noch wenige Stunden dauern, bis sie sich vor einem Altar mit einen Fremden wieder finden würde. Einen Fremden über den sie bisher nur schlechtes gehört hatte. Ein Barbar, ein Unmensch der lieber tötete als sich auf einer Gesellschaft aufzuhalten. Ohne Titel und mit schrecklichen Länderreien.
      Sie würde ihr Zuhause verlassen müssen, weg von ihren Freunden, die mit ihr wohl nichts mehr zu tun haben wollten, wegen ihres zukünftigen Gatten. Das war nicht das was sie verdiente.
      In ihre Wut mischte sich nun auch langsam die Verzweiflung. Sie konnte an der Situation nichts mehr ändern, sie hatte es die letzten Tage schon versucht, doch es hatte keinen Erfolg gebracht. Und er konnte keinen Rückzieher machen, wenn er Eulália nicht vorher traf und bemerkte wie unmöglich sie sich verhalten konnte. Und nach der Heirat wäre es zu spät. Eine Scheidung würde für sie nicht in Frage kommen, das würde ihren Ruf und ihr Ansehen nur noch mehr schaden.
      "Ihr solltet gleich nicht mehr so ein Gesicht machen", merkte eine der Kammerfrauen an, die gerade versuchte Eulálias wilde Mähne zu bändigen. Für einen Moment funkelte sie die Frau finster an. "Ich werde nicht lächeln, wenn ich soweit unter meinen Stand vermählt werde. Ich werde ihm keine Freude vorgaukeln, ich werde sie niemanden vorgaukeln."

      Eigentlich sollte Eulália am Tag ihrer Vermählung schön aussehen. Eigentlich sollte sie glücklich sein. Aber dem war nicht so. Anstatt schön, sah sie eher melancholisch aus und genauso fühlte sie sich auch. Ihr war nicht wohl bei dem Gedanken, dass sie gleich durch diese Tür schreiten würde und von dort an den Rest ihres Lebens mit einen Mann verbringen sollte, der nur für blutige Auseinandersetungen gemacht war.
      Wenn sie könnte würde sie einfach ihre Röcke raffen und davon laufen, doch zum einen wusste sie nicht wohin und zum anderen hatte ihr Vater offensichtlich daran gedacht, dass so etwas passieren konnte, denn hinter ihr waren zwei Soldaten platziert worden. Eine Hochzeit musste also stattfinden, selbst wenn man sie vor den Altar schleifen würde. Eine Demütigung würde wohl genügen.
      Ihre Amme, der einzigen Person der sie etwas näher Stand, legte dann den Schleier über ihr Gesicht, und strich ihr einmal tröstend über den Arm. Vermutlich litt die alte Frau ähnlich wie die junge Frau selbst.
      Langsam wurden die Türen dann geöffnet, und ohne es wirklich zu merken trugen sie ihre Füße voran. Alles in ihr fühlte sich gerade nur Taub an, und sie hoffte das es schnell vorrüber gehen würde. Andere Hoffnungen machte sie sich nicht mehr, denn was brachte es ihr sich in Träume zu flüchten, wenn man die Realität doch so genau vor Augen hatte.
      Dieser Mann war im vergleich zu ihr riesig, und sah aus als könnte er einen Drachen alleine töten. Hatte er überhaupt hilfe gehabt?
      Ein Schauer lief über Eulálias Rücken, wenn sie sich vorstellen musste, von nun an diesem Mann zu gehören.



      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Eigentlich hätte Tradain nie geheiratet, wenn es nach ihm gegangen wäre, denn er war seiner Meinung nach nicht geschaffen dafür und außerdem machten ihn Frauen nervös. Doch man hatte es ihm nahegelegt und inzwischen ging es immerhin nicht nur um ihn. Er hatte ein kleines Reich und mit der Hochzeit sogar ein Herzogtum, er musste sich um die Leute kümmern und um das Schloss. Doch wenn er unterwegs war, war nun niemand mehr da, der die Menschen führen konnte. Immer wieder hatte seine rechte Hand, ebenso wie sein Schlosswart auf ihn eingeredet und da kam ihm das Angebot recht. Er wusste nichts über die junge Frau, die er nun zur Ehefrau bekommen würde, und doch hatte er sich nicht getraut ihren Vater zu fragen. Vielleicht hatte dieser es als Desinteresse gewertet, doch Tradain war dieser Gedanke erst später gekommen, als sie schon ausgezogen waren den Drachen zu töten.
      Zu seiner Überraschung hatten sie keine Probleme gehabt, auch wenn der Herzog ihm verschwiegen hatte, dass es sich um einen roten Drachen gehandelt hatte von enormer Größe. Es war hart gewesen und doch hatte sich der dunkelhaarige Mann gefreut, dass keiner seiner Männer verletzt worden war und alle der Hochzeit beiwohnen konnten, sonst wäre er sicher einfach abgehauen und hätte es sausen lassen. Dies wusste auch Endres zu gut und war auch ein wenig die treibende Kraft.
      Seit dem Morgen schon folgte er dem Riesen, wie er ihn manchmal neckend nannte, auf Schritt und Tritt. „Nun stell dich nicht so an. Heiraten ist was ganz Normales.“, meinte er und verschränkte die Arme von seinem Brustkorb. Für diese Aussage fing er sich nun einen Blick, der sicher jeden normalen Mann hätte zusammenzucken lassen, wenn dieser Tradain nicht kannte, doch noch so Endres. Dieser wusste zu gut, dass sein Freund nur nervös war. „Sagt der Richtige, du bist es auch nicht.“, murrte der Riese nun und Endres zuckte mit den Schultern. Dieses Gespräch hatten sie auch schon oft genug gehabt und es war eben nicht so wichtig bei ihm. Er war kein Anführer und auch wenn Tradain nicht den Titel hatte: Er hatte eigentlich den Stand und das Land.
      Natürlich hatte Tradain trotz seiner Bedenken und Gedanken keine Intention die Sache abzusagen. Endres sicher hatte Recht, wie immer, und es wäre besser für alle. So stand er nun in seiner polierten Rüstung und kerzengerade am Altar und redete sich ein, dass es nur noch eine Art Kampf und Prüfung war, die er bestehen musste. So hoffte er die Nervosität unter Kontrolle zu bekommen als er die Tür hinter sich hörte, gefolgt von ihren Schritten. Zögerlich traute er sich und warf einen Blick über seine Schulter. Sie sah schon jetzt so anders aus als er selbst. So klein und zierlich wirkte sie fast so als würde sie zerbrechen, wenn er nicht aufpasste. Und auch wenn ihr Gesicht hinter einem Schleier war, so konnte er schon jetzt ihre Haare sehen und erahnen, dass sie wohl nicht so schrecklich aussah wie Endres ihn geneckt hatte als sie hier aufgebrochen waren um den Drachen zu töten. Als er sich dabei erwischte wie er sie ansah drehte er sich schnell wieder um, um seine Verlegenheit zu verbergen.
      Wie kann man nur so hirnlos sein?



    • Für einen kurzen Moment konnte Eulália dem Fremden in die Augen sehen. Sie konnte nicht unbedingt behaupten, dass ihr dies half. Um ehrlich zu sein, jagte es ihr sogar ein wenig Angst ein. Diese Augen wirkten kalt und böse. Vermutlich musste man so als Ritter sein... Aber als Ehemann? Sie wollte ihn wirklich nicht heiraten!
      Aber einen Aufstand wagte sich die junge Frau auch nicht zu machen. Nicht vor all den Gesichtern hier. Die Leute die unbedeutend waren, waren dabei nicht gemeint, sondern diese, die Eulália kannte, weil sie ihre Stammbäume auswendig lernen musste. Grafen und Barone und sogar ein Abgesandter der Königs war hier. Ihr Onkel, der Bruder ihrer verstorbenen Mutter, war auch gekommen, und ihren Verwandschaftsgrad erkannte man vor allem an den selben roten Haaren.
      Wenn er nur wüsste, dass Eulália hierzu gezwungen wurde, und den Mann dort vorne am Altar nicht heiraten wollte, es gäbe sicherlich die größten Aufstände. Doch ihr Vater hatte jeden Kontakt zu ihm verboten, hatte ihr Lebenlang all ihre Briefe abgefangen und irgendwann hatte sie es aufgegeben. Sie hatte sich immer die Hoffnungen gemacht, dass wenn der Herzog von Stedelen irgendwann einmal starb, dass sie alles aufklären könnte, dass sie hier alles besser machen konnte... Aber diese Hoffnung starb gerade jetzt in diesem Moment und würde für immer tot sein sobald sie hier als verheiratete Frau hinaus ging.
      Es fühlte sich an als würden Jahre vergehen bevor Eulália vorne am Altar ankam und neben ihren Zukünftigen stehen blieb.
      Vorsichtig versuchte sie noch einen Blick von ihm zu erhaschen, und zu erkennen ob er sich auch verhielt wie sie es sich vorstellte. Aber seine Haltung war anständig und stolz, und auch seine Rüstung für den heutigen Tag konnte sich sehen lassen. Zumindest konnte er einen guten Anschein bewahren.
      Sie musste sich ein Seufzen zurück halten, was einfacher war, als der Priester zu sprechen begann.
      "Wir haben uns heute hier versammelt um diese beiden Menschen zu verheiraten..."
      Das meiste von dem was der Alte von sich gab bekam Eulália nicht mit und ein wenig schämte sie sich dafür. Immerhin war er ein hoch angesehener Priester, und man sollte seinen Worten folgen, doch sie fühlte sich im Moment nur Taub.
      "Sir Tradain Pertan wollen sie die hier anwesende Frau zu ihrer angetrauten Ehefrau nehmen? Sie lieben und achten, in Gesundheit und Krankheit. Bis das der Tod euch scheidet?"
      Erst als der Priester diese Worte sagte, hörte Eulália wieder hin. So hieß also der Mann den sie heiraten sollte. Selbst das hatte ihr Vater ihr verschwiegen um ihr keinen Anhaltspunkt zu geben das ganze zu verderben.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Mit jedem Schritt, den er hörte und der seine Braut näher an den Altar brachte schlug sein Herz schneller. Was wäre, wenn sie ihn nicht mochte und Angst vor ihm hatte? Tradain hatte sich diese Frage die letzten Tage so oft gestellt und erneut versicherte er sich seiner Feststellung: Er würde sie zu nichts zwingen außer der Hochzeit und auch diese hatte er nur sehr widerwillig getan. Kurz sah er nun aus dem Augenwinkel zu ihr als sie direkt neben ihm stand und so aus der Nähe wirkte sie noch viel kleiner als eben noch. Wäre sie wirklich geschaffen dazu in der harten Gegend in der er lebte durchzuhalten? Er dachte daran wie sehr sein Volk kämpfte darum zu überleben und ein gutes Leben zu haben, doch sie waren glücklich, denn immerhin waren sie genügsame Menschen. Doch sie war nun mal eine echte Adelige. Der große Mann machte sich so viele Gedanken, dass er kaum mitbekam wie die eigentliche Vermählung schon losging. Erst als er seinen Namen hörte sah er nun den Priester direkt na und nickte bis er begriff, dass er es sagen musste. „Ja, ich will.“, meinte er nun mit fester Stimme. Was wäre aber nun, wenn sie nein sagen würde? Er würde es ihr nicht mal verübeln, wobei es auch in ihrer Zeit normal war einfach ungefragt verheiratet zu werden, wie schon ihre Eltern sicherlich auch und sein Bruder ebenso. Kurz knirschte er mit den Zähnen als er darauf wartete, dass sie antwortete.
      Wie kann man nur so hirnlos sein?



    • Natürlich wollte dieser Mann Eulália heiraten. Aus keinen anderen Grund stand sie hier, es war nur zu seinen Vorteil. Die Wut die sie die letzten Tage über diese Unverschämheit gespürt hatte, begann wieder ein wenig zu brennen, doch die junge Frau war zu diszipliniert um es irgendjemanden zu zeigen. Andere hätten vielleicht gesagt, dass sie sich glücklich schätzen konnte, in diesem Alter nicht schon lange verheiratet zu sein, und was sie für ein Glück hatte, das er gut aussah. Obwohl sie das im Moment nicht gut genug beurteilen konnte, sie hatte nur einen kurzen und einen Seitenblick auf ihn erhaschen können. Aber er hatte Drachen getötet, er musste zumindest ein wenig ansehen haben.
      "Eulália Rosaire Penelope Lycius von Stedelen wollen sie die hier anwesenden Mann zu ihren angetrauten Ehemann nehmen? Ihn lieben und achten, in Gesundheit und Krankheit. Bis das der Tod euch scheidet?"
      Der Blick des Priesters lag nun auf ihr und sie spürte die Blicke der restlichen Anwesenden in ihren Rücken brennen. Am liebsten hätte sie nein Geschrien, hätte sich den Schleier vom Kopf gerissen und wäre einfach nur weggelaufen, aber dann wäre sie der Spott der Gesellschaft gewesen... Außerdem hatte es doch eine gute Sache, sie stand nicht mehr unter der Fuchtel ihres Vaters... Aber wer wusste schon ob dieser Mann hier nicht viel schlimmer war? Immerhin hatte er Drachen getötet!
      Sie war nun schon viel zu lange still gewesen, bevor sie sich endlich dazu bewegen konnte zu antworten.
      "Ja, ich will."
      Sie war selbst verwundert darüber wie klar ihre Stimme war, und das sie nicht vor Wut zitterte.
      "Dann werden nun die Ringe ausgetauscht."
      Als die Rothaarige dann das Kissen mit den Ringen erblickte, nachdem sie sich zu ihrem Mann gewandt hatte. Doch anstatt wirklich Ringe erkannte sie dort Ketten. Eine Kette die unendlich schwer an ihrem Finger zerren würde, bis sie irgendwann starb.
      Sie nahm dann den Ring der offensichtlich für ihn bestimmt war, und merkte dabei wie ihre Hände zitterten.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • So viele verschiedene Bilder gingen Tradain im Kopf umher und er rechnete fast damit, dass sie ihn nun stehenlassen würde oder er gleich wieder hoch schrecken würde aus einem Traum. Er war sich so sicher, dass sie ihn ablehnen würde wie es eben alle taten und doch hatte er das Wort ihres Vaters und im guten Glauben seinen Dienst getan. Was wäre, wenn sie ihn wirklich so bloßstellen würde? Eigentlich musste er dann handeln und sie mit Zwang zur Frau nehmen oder gar dem Herzog drohen und kämpfen. Erneut sah er zu ihr als nun ihr Name gesagt wurde. Ihr Name hatte einen besonderen Klang und kurz huschte der Anflug eines Lächelns über seine Lippen als sie Ja sagte. Selbst bei einem Nein hätte er es nicht getan. Er hätte ihrem Vater keinen Krieg erklärt, aber diese Entscheidung hatte sie ihm nun ja abgenommen. Der große Mann kam dennoch nicht umhin sich zu fragen wie viel davon wirklich ihr freier Wille war, doch als er ihre zitternden Hände sah nachdem sie den Ring aufgenommen hatte, traute er sich nicht mal mehr in ihr Gesicht zu sehen aus Angst dort Wut oder noch schlimmer Hass und Verachtung zu sehen. Eigentlich war er nach all den Jahren solche Blicke gewohnt, aber ihn von einer Frau zu erhalten und noch schlimmer, seiner Ehefrau, wäre doch zu viel. So hielt er ihr nun seine große Hand hin und erneut wurde ihm bewusst wie zierlich sie war. Nachdem sie ihm den Ring angesteckt hatte tat er es ihr gleich. Den gleichen Ring nun mit einer Hand über ihren Finger streifend und diese mit der anderen haltend wagte er es doch kurz zu ihr zu sehen. Sie sah wirklich schön aus und erneut kam der Anflug eines Lächelns über sein Gesicht.
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    • Eulália durfte nicht noch mehr zögern zu lassen, um ein Bild zu waren das ihre Familie und ihre zukünftige Familie zu malen, das nicht in einen schlechten Licht stand. Nicht ganz oben aufgehangen wurde, das es keiner mehr betrachten konnte, ganz von dieser Welt die sie kannte getrennt zu werden, würde ihr vermutlich den Rest geben.
      Vorsichtig steckte sie ihm den Ring an, und als sie dabei seine Hand berührte war sie doch ganz verwundert wie warm seine Hand in vergleich zu der ihren war. Die Rothaarige hatte etwas ganz anderes erwartet, dassseine Haut kalt war wie die von Schnee um ihr Bild eines Babaren zu bestätigen, aber das hier zeugte nur von Menschlichkeit. Sie wagte es kaum ihn richtig anzusehen, um mehr menschliche Züge zu erkennen. Sie wollte wütend sein, sie wollte ihn als Babaren sehen der die erstbeste Heiratete die ihm ein gutes Angebot brachte. Es konnte nicht anders sein immerhin hatte er auch kein Wort mit ihr wechseln wollen vor der Eheschließung. Leicht biss sie sich auf die Zunge um nicht einfach ungehörige Anschuldigungen und Fragen heraus zu posaunen. Das gehörte nicht an diesen Ort, und nicht zu dieser Zeit.
      Als dann seine Hand ihre berührte um ihr den Ring anzustecken, wagte sie es doch noch einmal aufzusehen. Dabei fing sie genau seinen Blick auf, und erkannte den Anflug eines Lächeln. Er war wirklich ein glücklicher Mann, so weit über seinen Stand zu heiraten. Sie konnte es ihm kaum übel nehmen, jeder hätte so in seiner Situationn gehandelt, oder?
      Das Chaos gewann langsam die Beherrschung über ihre Gefühle.
      "Hiermit erkläre ich euch zu Ehemann und Ehefrau", erklärte der Priester dann.
      Viele paare küssten sich nach diesen Worten, doch es war keine Pflicht und Eulália wusste noch nicht einmal ob es sich gehörte. Und wollen davon war sie weit entfernt. Sie kannte diesen Mann nicht, sie hatte eben gerade das erste mal seinen Namen gehört, und das erste Wort was sie von ihm gehört hatte galt noch nicht einmal ihr.
      Ihretwegen konnten die beiden auch einfach hinaus gehen, er konnte sie hinaus führen und dann... würden sie direkt wegfahren? Gab es noch ein Festmahl? Man hatte Eulália nichts gesagt, vermutlich hatte der Herzog es allen aufgetragen, dass sie nichts manipulieren konnte.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Irgendwie schien der ganze Moment der Trauung wie ein Traum und vollkommen unwirklich. Tradain bekam immer noch kaum etwas mit um sich herum und hatte nur Augen für seine Braut. Er bekam weder wirklich mit, dass seine Männer nun jubelten oder wie ihre Amme weinte als man sie zu Mann und Frau erklärte. Stattdessen schoss ihm nun etwas anderes in den Kopf: Sollte er sie küssen? Normale Paare taten dies doch, oder? Doch bei so vielen Hochzeiten war er noch nicht dabei gewesen und meistens war er auch dabei fast eingeschlafen. Er konnte auch ihrem Gesicht nicht ablesen was sie erwartete. Noch während er sich den Kopf zermarterte bewegte sich sein Körper von alleine. Er beugte sich zu ihr runter und gab ihr einen Kuss auf die Wange, jedoch nicht ohne dabei sogleich leicht rot zu werden. Sie roch so anders als er es gewohnt war, denn immerhin war er nur umgeben von Männern und auch war ihre Haut so weich gewesen. Innerhalb von Sekunden stand er nun wieder grade und die Menge jubelte erneut, während nun ihr Vater sich erhob und alle zu dem folgenden Bankett lud. Tradain wusste nicht wie ihm geschah als man ihn schon fast von seiner Braut weg zog in Richtung des Festsaals. "Dort wird man dir auch das Zertifikat vom Hofe geben, dass Bansah nun zu einem Herzogtum macht.", flüsterte ihm nun Endres zu, der die ganze Zeit neben ihm gestanden hatte. Tradain nickte und umschloss die Hand von Eulália noch etwas fester als er sie mit sich führte zu dem Festsaal. Hier war alles schon vorbereitet und geschmückt. Der Herzog hatte sich alle Mühe gegeben es vor Eulália geheim zu halten.
      Wie kann man nur so hirnlos sein?



    • In diesem Moment war einfach alles zu viel. Der Lärm vom Gejubel der Menschen, die Wärme von seiner Haut, das bunte Licht das durch die Tiffany Fenster brach, wie seine Rüstung glänzte, die enge ihres Korsetts. Und dann lehnte sich der Mann vor ihr zu ihr herab, und seine Lippen berührten ihre Wange. Ihr war heiß, und sie war sich nicht sicher, aber es war gut möglich das aus Scham ihre Wangen rot anliefen. Ihr wurde schwindelig bei der ganzen Aufregung, und ihre Welt drehte sich unaufhörlich. Sie würde sich wohl nie wieder aufhören zu drehen.
      Noch nie war ihr ein Mann so nahe gekommen, und sie wusste nicht wie sie sich verhalten sollte. Sollte sie sowas auch tun? Das war doch nicht anständig, sowas tat man nicht, nicht vor so vielen Menschen. Auf der anderen Seite war das hier ihre Hochzeit, auch wenn sie sich eher in einen schlechten Traum gefangen fühlte. Der Moment verstrich, und Eulália blieb einfach steif stehen, wagte es kaum die ganzen Leute anzusehen die sich hier wegen dieser Eheschließung eingefunden hatten. Sie hatten alle keine Ahnung. Und dieser Jubel, wie konnte man sich nur darüber freuen, das einem Menschen seine ganze Zukunft und Freiheit gestohlen wurde?
      Die Rothaarige hatte einfach nur noch das Gefühl als würde sich ihr Magen umdrehen, und ihre Ohren rauschten. Sie bekam kaum mit was ihr Vater sagte. Ein Bankett, und das Grinsen auf dessen Gesicht. Er wollte sich über Eulália lustig machen, er hielt sie für einen Narr. Eine Spielfigur mit der er machen konnte was er wollte.
      Unbewusst drückte die junge Frau auch Tradains Hand fester, um ihre Wut für sich zu behalten,und sie niemanden ansehen zu lassen.
      Der Festsaal war nicht zu weit weg, und der Raum schön geschmückt. Ihr Vater schien nicht gespart zu haben um sie endlich los zu werden. Die Tische waren mit Essen gefüllt, ein Festmahl das sich viele Leute nicht einmal erträumen konnten, Bier und Wein gab es ohne Ende, und am anderen Ende spielten Musiker. Es brannten so viele Kerzen, das es sich heißer anfühlte als es hätte sein müssen.
      An den Platz an dem offiziel das frisch vermählte Paar saß lagen einige Geschenke, und auch der Herzog hatte sich dort hingestellt und hielt eine Pergamentrolle fest. Wo er die nur so schnell hergenommen hatte?

      Der Herzog von Stedelen hatte dieses Ereignis die letzten Wochen unablässlich geplant, schon seit Jahren hatte er überlegt wie er seine Tochter los werden konnte. Das hätte auch nicht sein müssen, wenn sie nur ein wenig häuslicher wäre. Aber sie raubte ihn seit Jahren jeden friedlichen Gedanken den er hätte erübrigen können, seitdem sein Sohn gestorben war.
      Das Pergament, mit allen vertraglichen Wichtigkeiten hatte er den ganzen Tag schon bei sich, für den Fall das Sir Tradain doch direkt nach dem Festmahl verschwinden wollte. Eheliche Pflichten erfüllen wollte, oder direkt wieder zurück in seine Heimat wollte. Nun musste er nur noch warten, das er es ihm übergeben konnte und Eulália wäre nicht mehr seine Last.

      Nicodemus kannte Tradain nicht so lange wie die anderen Männer die mit ihm hier waren, und dennoch hätte er nicht erwartet das er heiraten würde. Bisher hatte er nie sonderliches Interesse an Frauen gezeigt, und zwischendurch war dem Zauberer sogar der Gedanke gekommen, das dieser Mann vielleicht sein eigenes Geschlecht bevorzugen würde. Wie gerne er nun aber Mäuschen spielen würde, bei der Hochzeitsnacht der beiden... Ob ihn einer sagen sollte, das einige Frauen es nicht unglaublich toll fanden mit einen Mann verheiratet zu werden den sie nicht kannten?
      Nicodemus entschied sich jedoch dagegen, vor allem als er den vielen Wein im Festsaal erblickte. Das würde ein genüssliches Fest werden, dem er sich mit jedem Zug hingeben wollte.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Noch nie war Tradain ein Fan von solchen Feierlichkeiten gewesen, denn sie folgten immer bestimmten Etiketten und Regeln, die er sich nie wirklich merken konnte und noch dazu fühlte er sich meistens unwohl in der Nähe anderer Menschen als seinen Rittern. Frauen waren dabei sogar noch schlimmer als alles andere und dies lag sicher auch daran, dass er absolut schlecht darin war, wenn es ums Tanzen ging. Ihre Hand nun fest umschlossen und sie führend merkte er den leichten Druck von ihr und dieser führte sich gleich bis zu seinem Herzen. Er verstand Frauen nicht. Sie hatte ihn nicht mal kennenlernen wollen und nun war es so, dass sie seine Hand so umklammerte als hätte sie Angst er würde gehen. Wenn es nach ihm ginge wäre er nun gleich wieder zurück zu seinem Schloss geritten, doch scheinbar musste er hier durch und die Beiden wurden von der Menge zu dem Ehrenplatz am Kopf der Tafel geführt wo Tradain und Eulália Platz nehmen sollten. Vor ihnen lagen Geschenke und der Herzog stand mit einem Pergament da. Sicherlich der Vertrag, welchen es zu unterzeichnen galt um den Titel und die Ehe rechtskräftigt zu machen. Langsam ließ er nun die Hand der Rothaarigen los und sah den Mann an. Noch immer verstand er nicht wieso dieser ihm seine einzige Tochter zur Ehefrau gab, doch ganz sicher hatte er seine Gründe.
      Tradain sah sichtlich überfordert aus und schaute sich flüchtig nach seinen Männern und den Fluchtmöglichkeiten um. Eine schlechte Angewohnheit, doch wer aufwuchs wie er selbst, der lernte nun mal immer mit einem Auge offen zu ruhen. Endres schenkte ihm ein Lächeln und ein Nicken, während er wie fast immer die Arme verschränkt vor der Brust hatte. Dies hieß, dass alles sicher war und er vertraute ihm blind. Erst nun entspannte er sich ein wenig mehr und sah zu dem Herzog, der scheinbar schnellst möglich auch diesen Teil des Geschäftes hinter sich bringen wollte.
      So war es auch kein Wunder, dass nicht nur das Pergament vorbereitet war, sondern auch noch ein Bursche mit einem frischen Federkiel parat stand, der nun an den Herzog und Tradain mit einer Verbeugung ran trat und dies nun dem Herzog zuerst hinhielt. Noch so eine Sache mit der er sich nicht wirklich befasst hatte: Verträge. Sicher war er geprüft worden und doch wusste er nicht, ob es normal war, dass der Herzog und er nur unterschrieben oder ob auch Eulália noch unterschreiben sollte.

      Endres hingegen ging nun zu Nicodemus und stellte sich dicht neben diesen. „Ich weiß wie gerne du Wein hast,“, flüsterte er nun diesem zu. „Aber übertreibe es heute nicht. Immerhin denke ich, dass wir heute noch aufbrechen werden. Tradain fühlt sich hier unwohl und ich traue dem Herzog auch nicht wirklich.“ All dies flüsterte er leise genug, dass es niemand sonst hörte und sah sich dabei immer wieder im Saal um. Für ihn war es immer noch zu glatt gelaufen, sowohl die Hochzeit als auch die Tötung des Drachen. Und welcher Herzog gab schon sein einziges Kind weg an jemanden wie Tradain?
      Wie kann man nur so hirnlos sein?



    • Als Tradain ihre Hand los lies merkte sie erst wie sehr sie sich an ihn geklammert hatte und irgendwie war es Eulália nun doch sehr unangenehm. Als wäre diese Situation nicht schon schlimm genug für sie. Die Geschenke versperrten ihr ein wenig die Sicht auf den restlichen Tisch, an welchen sich einige der Gäste bereits niederliesen. Zu diesen zählten vor allem die Leute, welche dem Brautpaar nicht unbedingt nahe standen, und an einen Hof wie diesen der Lycius' gab es mehr als nur genug Menschen, und es mussten auch mehr als genug Menschen eingeladen werden -auch wenn es einige nicht geschafft hatten zu Eulálias Erleichterung-, die dem eigentlichen Geschehen nicht sentimental hinterher hingen.
      Ihr Vater rollte dann das Pergament aus, und legte es vor ihren Ehemann auf den Tisch. Eulália konnte nicht anders als hinzuschielen, auch wen es sie wohl kaum etwas anging, und vor allem konnte sie nicht anders als es zu überfliegen, soweit es ihre Augen zu liesen - ohne ihre Gläser war es schwer aber nicht unmöglich. Und nun passierte es doch noch das sie ihre Gesichtszüge nicht mehr kontrollieren konnte und ihre Nase rümpfte. Beinahe hätte sie auch noch gelacht, aber sie hielt inne als sie das verächtliche Lächeln auf ihren Lippen spürte.
      Dieser Vertrag war ihr zu wider, in dem ganzen hier wurde sie behandelt wie eine Ware.
      Um sich wieder einzubekommen wand sie ihren Blick ab, und suchte nach dem ihrer Amme. Diese sah noch immer beklagenswert aus, sie musste wirklich viel geweint haben... Vielleicht auch aus Freude, da Eulália endlich geheiratet hatte, aber sie würde doch verstehen, dass dieser Tag nichts erfreuliches an sich hatte. Das hier war für die junge Frau einer der schlimmsten Tage in ihrem Leben, neben dem Todestag ihrer Mutter. Das alles würde nur vor Ironie überlaufen, wenn es zufällig die selben Tage wären... So musste Eulália sich wohl darauf einstellen an zwei Tagen jedes Jahr zu trauern.

      Das hier war der beste Tag im Leben des Herzogs, und es fühlte sich an als würde er von Moment zu Moment besser werden, als er unterschrieben hatte und den Federkiel den Mann reichte. Ohne einen Titel war es klar, dass er seine Tochter nahm. Und so hatte er einen unbelasteten Erben, der keine schlechten Dinge für sein Herzogtum wollte.
      Er würde nie wieder das Abbild seiner verstorbenen Frau sehen müssen, die so unfähig war und ihm keinen Erben hatte schenken können. Nur eine aufmümpfige Tochter und einen toten Sohn...

      Warum heiratete Tradain, wenn seine Männer dieses Spektakel am Ende nicht einmal feiern durften? Wozu die ganze Mühe.
      "Hm, aber es sind zu viele reiche Menschen hier. Das schlimmste was sein kann, ist das der Wein vergiftet ist." Und für so einen Fall hatte man doch einen Magier an seiner Seite. Es wäre einfach für ihn die Wirkung aufzuhalten, oder das Gift schon vorher festzustellen. "Ich könnte vorkosten", schlug er dann vor, aber nicht um dieser Berufung wirklich nachzugehen, sondern auch etwas von den Dingen abzubekommen die nur für die höheren Schichten gedacht waren - und das Brautpaar.
      Natürlich war es mehr ein Scherz, wenn sie heute noch abreisen wollten, wollte Nicodemus nicht der einzige Sein der auf dem Pferd hing und am Ende von diesen runterfiel. Das dürfte er sich sonst sicher die ganze Zeit über anhören die er dann noch bei Tradain verbringen würde, und dann würde es ihm schnell überdrüssig werden.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Auch wenn Endres ihm grade zugenickt hatte kam Tradain nicht umhin sich noch mal im Raum umzusehen während der Herzog unterschrieb. Seine Nackenhaare standen immer noch zu Berge als würde was Schlimmes passieren, doch abgeshen von den üblichen Stimmen und den Gästen war alles ruhig. Nichts schien drauf hinzudeuten, dass seine sonst so gute Vorahnung recht hatte und doch konnte er das Gefühl nicht loswerden. Er hatte aber auch nicht dran gedacht, dass es vielleicht an seiner jetzigen Ehefrau lag und daran, dass er die Katze im Sack gekauft hatte. Stattdessen sah er nun zu Eulália und schenkte ihr erneut den kurzen Anflug eines Lächelns, denn immerhin hatte sie auch eines auf ihrem Gesicht, auch wenn dieses seltsam aussah für ihn, jedoch kannte Tradain sich nicht aus mit solchen Dingen und schob es darauf, dass sie nervös war.
      Langsam nahm er nun den Federkiel an sich und tauchte ihn in die Tinte ein, ehe er seinen Namen schrieb. Seine Handschrift war ziemlich groß und dennoch auch fein und mit geschwungenen schönen Buchstaben. Er hatte sich nie wirklich für diese Dinge interessiert gehabt, doch hatte er früher immer etwas mit dem Stock auf die Finger bekommen, wenn er nicht leserlich geschrieben hatte. Bei diesem Gedanken zuckte seine Hand kurz aus Reflex an die Erinnerung der Schmerzen und er gab den Federkiel schnell dem Burschen weiter, der schon darauf wartete in einer gebeugten Haltung und sich sogleich entfernte als der Kiel lag. Also musste Eulália nicht unterzeichnen und ihre Unterschrift war nicht wichtig. Tradain fand diesen Umstand seltsam, aber noch nie hatte er wirklich nachvollziehen können wie Frauen einfach so verheiratet wurden. Immerhin hatte seine Frau wohl zugestimmt, so ging er zumindest von aus.
      Erneut sah er zu der Rothaarigen und überlegte immer noch wie er nun mit ihr reden sollte. Sicher war dies nicht der richtige Ort und auch würden sie immerhin noch viel Zeit haben sich näher kennenzulernen und doch wollte er sie nicht einfach so ignorieren und dasitzen lassen. Vorsichtig räusperte er sich um ihre Aufmerksamkeit zu haben.

      Endres war schon immer recht eigen gewesen, doch grade dieser Ehe stand er sehr kritisch gegenüber und dies war sicher auch der Grund wieso er sich so anweisend heute verhielt und dies auch den Gästen gegenüber. Der Raum war voll und auch wenn alle gespannt auf das Unterzeichnen des Vertrages schauten, so wusste er, dass eben all diese Menschen sonst schon immer auf Tradain herabgeschaut hatten. Sein Blick lag noch immer auf der Menge als er die Stimme von Nicodemus neben sich hörte und diesem sogleich finster ansah. Doch langsam entspannten sich seine Gesichtszüge etwas nachdem die Unterschriften standen und er seufzte. „Halt einfach die Augen offen und übertreibe nichts mit dem Feiern. Ein wenig Freizeit haben wir ja, aber vergiss einfach nicht, dass dies nicht unser Zuhause ist und Tradain sich hier eben nicht wohlfühlt.“ Mit diesen Worten ging auch er nun an die Tafel ran, denn bald würde das Festmahl starten.
      Wie kann man nur so hirnlos sein?



    • Auch wenn ihr Vater kein Geräusch von sich gab, stellte Eulália sich vor wie er grausam lachte, während ihr Ehemann unterschrieb. Sie konnte das kratzen der Feder deutlich hören, und in diesem Moment schwand nun wirklich, jedes Stückchen Hoffnung, dass sie noch hatte, irgendwann selbst an der Stelle ihres Vaters zu sein.
      Seinen Platz irgendwann einzunehmen. Denn nicht nur machte dieser Vertrag den Mann neben ihr und seinen Besitz zum Herzog und Herzogtum, es versprach ihm, und seinen Kindern auch das Recht später über dieses Herzogtum zu herrschen. Grundsätzlich müssten es nicht mal Eulália Kinder sein, sie konnte sich nicht vorstellen jemals Kinder zu haben. Nicht mit einen Mann der sie dazu zwang ihn zu heiraten, doch konnte Eulália es auch kaum ausschließen. Wenn er sie... zwang? Sie wurde ganz bleich im Gesicht bei dem Gedanken. Sie musste eine Lösung finden. Wenn sie unliebsam genug war, dann würde er sicherlich schnell das Interesse verlieren und sich irgendeine Mätresse nehmen. Und wenn nicht? Es sollte zumindest einen Versuch wert sein, zumindest setzte sich die Rothaarige genau das in den Kopf.
      Als sich der Mann neben ihr dann räusperte, überlegte sie erst einen Moment ob sie überhaupt darauf reagieren sollte. Der brennende Blick ihres Vaters Zwang sie dann jedoch dazu. Langsam wandte sie sich an ihn, und wagte es das erste mal ihn wirklich und richtig anzusehen. Von nahem. Doch sie war sich unsicher, ob sein Gesicht ihr irgendetwas sagte? Sie konnte nicht erraten was in seinen Kopf vor sich ging, und das machte ihr ein klein wenig Angst. Aber das durfte sie nicht zeigen. Um keinen Preis, es würde Schwäche verraten und wenn er das mitbekommen würde... immerhin war er ein Barbar, er konnte soetwas sicherlich auch riechen und reagierte ganz speziell auf Angst.
      Da er nichts gesagt hatte, und sie es als unhöflich empfand, wollte sie etwas sagen... doch sie wusste überhaupt nicht wie sie ihn ansprechen sollte, hatte auch erst vorhin überhaupt seinen Namen gehört.
      "Verzeiht mir, doch ich weiß gar nicht wei ich Euch ansprechen soll? Herzog Pertan, Euer Gnaden?", ihre Stimme war recht kühl und sie merkte selbst dass sie etwas affektiert klang, als sie seinen neuen Titel so aussprach. Er gefiel es nicht, dass sie dafür verkauft wurde. Ein kurzer Blick zu ihren Vatern lies sie jedoch ein wenig zurück rüdern. Die Wut über ihr Verhalten glühte darin. "Oder genügt Euch Tradain?", setzte sie dann etwas freundlicher hinterher um ihren Vater zu beschwichtigen. Sie wollte sich heute nicht noch mehr demütigen lassen.


      "Ich halte immer meine Augen offen", vor allem nach hübschen Personen mit denen sich Nicodemus amüsieren konnte. Aber das war es wohl sicherlich nicht was Endres meinte, also nickte er diesem noch einmal zu, um ihn zu zeigen, dass er verstanden hatte. Er würde aufpassen, und es nicht übertreiben. Das bedeutete aber nicht, dass er das ganze nicht auch in Maßen genießen durfte.
      Das Tradain sich hier nicht wohl fühlte, war nicht wirklich zu übersehen, wenn man einmal wusste wie er aussah, wenn er wirklich entspannt war. Und es war so auch kein seltener Anblick, denn er schien sich selten irgendwo wohl zu fühlen, wo es zu viele Menschen gab. Man würde wohl etwas anderes erwarten, wenn man die Geschichten von ihm gehört hat, aber so konnte das alles eben Täuschen.
      Als Endres sich dann an die Tafel setzte, erlaubte Nicodemus sich dasselbe, aber nicht ohne dabei den Saal auf versteckte Zauber abzuscannen. Irgendwann hatte man einfach ein gespür dafür wenn Zauber in der Luft lag, und da Nicodemus nun doch ein Profi war, hatte er dieses Gespür, sogar sehr ausgeprägt.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "