Aderlic [Lucy-chan&Tristale]

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    • Aderlic [Lucy-chan&Tristale]



      Seit unzähligen Jahren herrscht das Königreich Aderlic über das Land all der Wesensarten die sich zu einer großen Gemeinschaft verbündet haben. Selbst nach all diesen Jahren kommt es noch immer zu Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Völkern und Wesensarten - Vorurteile, Hass und Unterdrückung lassen sich selbst in den nobelsten Gebieten auffinden. Doch nachdem sämtliche Aufstände von ihnen niedergeschlagen wurden und ihnen bewusst wurde welch großen Kräfte ihnen zur Verfügung standen, begannen die Machtkämpfe sogar innerhalb des Herrscherhauses. Im Jahre 1594 ihrer Herrschaft regierte der Wandler Namens Azlar und unterdrückte die Bewohner Aderlics mit eiserner Faust. X ist der Königssohn des machtgierigen Herrscher, für ihn galt diese Ungerechtigkeit nicht. Als Sohn des großen Herrschers Azlar war es ihm verboten, das Königspalast zu verlassen, dennoch tat er dies Nachts, um die Welt außerhalb der bekannten Wände zu erleben, immerhin kannte er die Welt außerhalb des Palastes nicht. Der Prinz befand sich in einem heiratsfähigen Alter und ist ausgesprochen attraktiv. Einige seiner Bewerberinnen waren auch bereits erschienen, er jedoch lehnte jede Einzelne ab. Bis die Tochter (Z) des Königs aus Erytrea die Gelegenheit bekam, den jungen Prinzen kennen zu lernen. X jedoch interessierte sich nicht für diese habgierigen und arroganten Adelsfrauen, sondern viel mehr für die schöne Elbe, die einem prachtvollen Gemälde glich, die er auf seine Erkundungstouren kennen lernt. Y, eine einfache junge Frau die in einem abgelegenen Häuschen, gemeinsam mit ihrem Onkel lebt und einer Rebellengruppe angehört. Dieser war einst ebenfalls ein General, brachte ihr den Umgang mit Dolch und Bogen bei nachdem ihre Eltern ermordet wurden und ihre Erziehung übernahm.
      Was X nicht wussten war, das Y in Wahrheit eine wahre Prinzessin ist, die rechtmäßige Herrscherin von Erytrea. Der damalige General, Vater von Z brachte die gutmütige Königsfamilie zum Einsturz und ermordete das Königspaar, jedoch hatte man die Tochter nie gefunden und setzte den habgierigen Bruder des Königs an den Herrscherposten. Auch Y war ihre wahre Identität nicht bewusst, sie war zu jung, um sich an dieses grausame Geschehen zurück zu erinnern, nur ihr Onkel Silas wusste, wer Y tatsächlich war.


      @Lucy-chan
    • Kelani

      Er tat es schon wieder, die Aufregung wurde dennoch nicht kleiner, sie wuchs vermutlich mit jedem Mal, in dem er das wirklich tat. Seine Wachen waren unaufmerksam, auch wenn sie es nicht sein sollten, aber schon früher konnte Kelani gut beobachten, dass es bestimmte Zeiten Abends gab, wenn eine gewisse Ruhe ins Schloss einkehrte, in der er schon fast tun und lassen konnte, was er nur wollte. Vermutlich rechneten seine Wachen damit, dass sich mögliche Angreifer und Eindringlinge mit lauten Geräuschen bemerkbar machen werden, aber der junge Prinz wollte diese Missstände nicht aufklären, oder selbst ansprechen, er nutzte sie aus, um das Schloss an einem weiteren späten Abend hinter sich zu lassen. Es war ihm verboten die königlichen Mauern zu verlassen, zu den seltenen Anlässen, in denen er er durfte, gab es genug Wachen und Leibwächter, die mit kamen, um zur Not sein Leben mit dem eigenen zu schützen, allein deshalb war es so fürchterlich aufregend jetzt die frische Luft einzuatmen, die hinter den Mauern doch viel frischer erschien. Der Mond schien in seiner vollen Pracht, leuchtete dem Mann seinen Weg, er beschloss heute den Wald weiter zu erkundigen, der sich um das Schloss herum befand. Mit Bogen und Schwert konnte er gut umgehen, hatte doch sein Scheer mitgenommen, auch wenn es ihm bewusst war, es könnte vielleicht nicht reichen, aber die Neugierde war deutlich größer, als die Angst davor, ihm könnte etwas passieren. Er wollte die Welt sehen, wollte die Menschen und Wesen außerhalb kennen lernen, wollte einfach nur leben und etwas tun, was ihm von seinem Vater aus nicht zu stand.
      Es kribbelte in seinem ganzen Körper kaum betrat der junge Prinz den Waldboden, das Kribbeln wollte auch mit dem weiteren Schritten nicht aufhören, während seine Augen sich versuchten an die Dunkelheit zwischen den Bäumen zu gewöhnen. Vereinzelt fiel ein wenig des Mondlichts auf den Waldboden, erkämpfte sich ein wenig weg durch die dichten Kronen, aber schon nach wenigen Augenblicken waren seine Augen gewöhnt und Kelani blickte sich mit jedem, der weiteren Schritte um. Er wollte die Tiere nachts beobachten, er wollte die Ruhe hören, die gleichzeitig allles andere, als ruhig war, wollte den kalten Wind auf seiner Haut spüren. Der Wald hatte etwas magisches an sich und wenn er richtig seinen Bediensteten zugehört hatte, dann waren dort auch vereinzelt magische Wesen zu finden, die Kelani noch nicht häufig zu Gesicht bekommen hatte. Seine Bediensteten waren nicht alle menschlicher Natur, es gab auch andere, die ihre Arbeit im Schloss leisteten, aber letzten Endes fürchteten sie sich zu sehr auf das Gespräch einzugehen, welches der Prinz gerne startete, sie hatten Sorge, sein Vater würde es sie bereuen lassen, deshalb bevorzugten sie es zu schweigen. Das Schweigen schaffte es auch Kelani nicht zu brechen, war er doch ganz anders, als es sein Vater war, ihn interessierten die Persönlichkeiten hinter den Gesichtern, die harte Arbeit im und rund um das Schloss leisteten, aber seinem Alten war das wirklich unwichtig, Hauptsache er wurde versorgt und war glücklich. Kelani war es nicht, aber dafür gab es seine nächtliche Ausflüge, dafür gab es das hier. Er blieb kurz stehen, schloss die Augen, um durch zu atmen und einfach zuzuhören. Ein Ast brach, seine Augen öffneten sich, um zu sehen, ob er jemanden erkennen konnte. "Hallo?", fragte er gleich eher bestimmt, als ängstlich, war es ein Tier, oder hatte er wirklich Besuch?
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Der Mond stand hoch am Himmel und erleuchtete das noch immer recht wache Dorf in einem magischen Licht. Auf den Wegen waren die belebten Kinderstimmen gegen die Unruhen grölender Betrunkener ausgetauscht worden und die auf dem Markt gehandelten Güter wurden schlicht alkoholisches Gesöff. Eigentlich war Aiz von dem Tag erschöpft und ihre müden Knochen sehnten sich nach ihrem Bett, doch der Mond stand so hoch und strahlte so einladend hell. Nachdem sie sich versichert hatte das ihr Onkel schlief friedlich, entschied sie sich ihren Mantel zu schnappen und hinaus zu schlendern. Die Nacht war noch zu jung um einfach nur ins Bett zu fallen. Diesmal wollte sie nicht in das Dorfinnere, sondern ihr Weg führte sie am Stadtrand entlang abseits des Getümmels der Nachtwesen. Vielmehr suchte sie die Ruhe, wollte ihre Gedanken ordnen und der Natur lauschen. So tat sie es öfter wenn sie nicht schlafen konnte. Bei einem ihrer Jagdausflüge hatte sie einen Ort entdeckt von dem sie glaubte eine davon ausgehende Magie förmlich spüren zu können. Es ist ein wundervoller Ort mit einem klaren und tiefen Fluss. Einen etwa einen Meter hohem Wasserfall der über dem Fluss an einem Fels hinab plätscherte und unruhige Wellen schlug konnte man von der ganzen Lichtung aus schimmern sehen. Ein ruhiger Ort an dem man nur das Wasser hörte und die wenigen nachtaktiven Tiere die noch herum streunten versuchten sich geräuschlos zu bewegen. Ganz zu schweigen von den vielen, kleinen Lichtinsekten die diesen Ort noch magischer wirken ließen, wenn sie wie winzig kleine Laternen in der Luft schwirrten und hell leuchteten.
      Ganz in Gedanken versunken betrat sie den kleinen Trampelpfad der sie immer tiefer in den Wald führte. Erst als sie in der Ferne einen dunklen Haarschopf entdeckte warf es sie aus ihren Gedanken. Sofort blieb sie in der Bewegung stehen und suchte hinter einem Beerenstrauch Schutz um den Fremden zu beobachten. Sie kannte diese Person nicht und konnte sich nicht vorstellen was er dort wollte, weshalb sie zunächst lieber auf Abstand blieb.
      Bisher war ihr in diesem Wald noch niemand über den Weg gelaufen. Normalerweise nutzten die Dorfbewohner diesen Teil des Waldes nicht zur Jagd und Aiz hoffte das dieser Mann es ebenfalls nicht wollte, denn dieser Wald schien ganz anders als die Anderen. Er war ja so... magisch.
      Nach wenigen Schritten blieb der Fremde stehen und Aiz war gespannt was er tat und war bereit sich ihm zu stellen. Würde er eines der magischen Wesen jagen wollen? Auch als er stehen blieb rührte sie sich nicht und versuchte aus der Ferne zu erkennen ob er bewaffnet war. Es befanden sich aber leider viel zu viele Äste in ihrem Blickfeld weshalb sie kaum etwas erkennen konnte. Das plötzliche Geräusch eines zerbrechenden Astes war dann zu hören und Aiz ging noch weiter in Deckung, behielt den Fremden aber weiterhin im Auge. Sofort antwortete seine tiefe Stimme auf das Geräusch und schien eine Antwort zu erwarten, Aiz allerdings antwortete nicht - das Geräusch hatte nicht sie verursacht. Ihre grünen Augen suchten nach der Ursache, als sie nicht weit von ihnen entfernt eines der schönsten Geschöpfe sah, die Aiz jemals in diesem Wald begegnet war. "Sei still, sonst verschreckst du ihn!", hörte man ihre zarte Stimme leise und ruhig sagen. Erst jetzt gab die junge Elbe ihre Deckung auf und erhob sich. Sie wusste noch immer nicht wer dieser Mann war, vielleicht war er sogar gefährlich, dafür würde sie aber gewappnet sein. Sie erhob langsam ihre Hand und deutete auf das prachtvolle Tier. Anmutig und heroisch stand er mitten auf der Lichtung.
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    • Kelani

      Er zählte die Sekunden, in denen sich nichts regte und auch nichts passierte. Nach dem Knacken des Astes war wieder diese Stille zu hören, die den ganzen Wald einzunehmen schien, hatte Kelani es sich nur eingebildet? Er hielt den Atem an, versuchte etwas zu erkennen, versuchte die leichte Angst, die sich langsam anbannte, zu verdrängen. Wie von selbst legte sich seine Hand auf sein Schwert, um es zur Not sofort aus der Scheide heraus holen zu können, aber die Stimme einer Frau, eine sanfte, zarte Stimme ließ ihn wieder aufatmen und die Hand wieder zurück nehmen. Seine Augen fanden keine Person, zu der die Stimme gehören könnte, jedenfalls im ersten Moment, im zweiten erhob sich jemand, der in der Dunkelheit nicht eindeutig zu erkennen war, aber die Silhouette verriet deutlich eine Frau. Kelani wollte etwas sagen, er wollte fragen, wer sie sei, wollte sie deutlicher sehen können, aber noch bevor er wirklich etwas raus bekam erblickte er ihre Hand, die auf etwas deutete. Seine Augen folgten der Hand, stießen auf das Tier, welches die beiden beobachtete, welches so anmutig in dieser Lichtung stand. Ein kleines Lächeln bildete sich auf seinen Lippen, genau für so etwas war er aus dem sicheren Mauern des Schlosses geschlichen, für so etwas hatte er den Wald betreten und er wurde wirklich nicht enttäuscht. Es hatte sich die letzten Male schon gelohnt, aber das hier war das, wonach sich der junge Prinz sehnte. Er wollte mehr sehen, als nur das, was er im Schloss und dem Gelände, welches von den hohen Mauern abgegrenzt wird, zu sehen war, er wollte Dinge sehen, bei denen er seinen eigenen Augen nicht trauen konnte.. Leise seufzte der Mann zufrieden aus, das Wesen ähnelte einem Reh, musterte die beiden Personen, bevor es weiter zog und langsam mit wenigen Schritten wieder aus dem Blickfeld verschwand. Er blieb dennoch noch kurz stehen, genoss den Augenblick, fühlte noch einmal nach, ehe sich sein Kopf auch wieder drehte, um die Frau zu mustern, die vorhin gesprochen hatte. Kelani wollte wissen, wer sie war, er wollte wissen, was sie hier tat und er wollte vor allem erfahren, ob sie ihm folgte. Wusste sie, wer er war? Wusste sie, dass er nicht heraus kommen durfte? Würde es jetzt Probleme geben?
      "Wer bist du?", fragte Kelani gleich und machte einen kleinen Schritt auf die Frau zu, um sie weiter mustern zu können. "Verfolgst du mich?".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Es waren nur Sekunden in denen Aiz sich entscheiden musste sich diesem Mann nun zu zeigen oder nicht. Womöglich wäre er auch einfach weiter gezogen und wäre davon ausgegangen das nur Waldtiere anwesend wären hätte sie nicht reagiert, dann hätte sie sich diese angespannte Situation gespart. Aber würde er diesem Geschöpf etwas antun und sie hätte nur zugesehen, hätte sie sich das niemals verziehen. Vielleicht hätte er das Tier gar nicht erst gesehen, hätte sie ihn nicht darauf aufmerksam gemacht, aber nun konnte sie die Situation nicht mehr ändern. Sie würde sich diesem Fremden stellen, was auch immer er wollte. Ist er freundlich gesinnt, dann nur umso besser.
      Der Blick des Fremden folgte ihrer Hand und schien das prächtige Wesen zu erspähen. Auch wenn dieses Geschöpf so atemberaubend war und sie es am liebsten betrachten würde, ließ Aiz den Mann keine Sekunde aus den Augen. Sie war schon lange an die Dunkelheit gewöhnt aber seine Gesichtszüge konnte sie nicht erkennen, so sehr sie sich auch anstrengte. Was wollte er? Wollte er diese Wesen jagen? Unter allen Umständen würde sie das zu verhindern wissen, sollte dies seine Absicht sein. Er aber schien das Tier nur zu beobachten, dann hörte sie sogar ein zufriedenes Seufzen, danach irgendwann die leisen Schritte des Tieres das wieder seine Wege ging.
      Als er aber seinen Kopf in ihre Richtung drehte, begann ihr Herz schneller zu klopfen. Noch immer konnte sie ihn nicht richtig einschätzen, wenn er aber nur eine falsche Bewegung machte, würde sie sich zu wehren wissen. Man unterschätzte sie nur weil sie eine Frau ist und dazu zierlicher als viele andere Frauen. Das Einzige was man ihr als Elbe nachsagte war ihre Schnelligkeit, mehr traute man ihr auch schon nicht zu. Sie konnte es gar nicht verhindern als ein Mundwinkel nach oben zuckte. Und jedes mal aufs Neue waren sie überrascht, wie weit sie mit ihrer Vermutung daneben lagen. In ihrer Welt war es normal nicht jedem vertrauen zu können, jeder ist sich selbst der Nächste. So war es schon immer und so würde es auch immer sein. Die Adligen und auch der König, wie Aiz empfand, scherten sich nicht um das ärmere Volk. Nicht um die Älteren, nicht um die Jüngeren und erst recht nicht um die Arbeiter, die ihre Steuern mit ihren wenigen Ernten begleichen mussten obwohl sie für sich und ihre Familien kaum noch etwas hatten. Wie sollten da die Bürger nicht auf ständiger Hut sein, so wie es auch Aiz im Moment war. Umso weiter man sich vom Dorf entfernte, umso mehr musste man achtgeben. "Aiz", antwortete sie knapp und blieb regungslos stehen, gewappnet auf alles was in den nächsten Sekunden auch geschehen könnte. "Und ich verfolge dich nicht und kenne dich überhaupt nicht. Wie lautet dein Name?" sie ließ ihm gar keine Zeit zum Antworten und stellte ihm direkt die nächste Frage "Was machst du in diesem Teil des Waldes?".
    • Kelani

      Sein Herz schlug ganz schnell und stark in seiner Brust, während der Mann bereit war sich im Notfall jeder Zeit verteidigen zu können, sollte diese Frau böse Absichten mit sich bringen. Er war sich nicht sicher, ob er das überhaupt musste, ob er wirklich sein Schwert zücken musste, sollte sie ihn angreifen wollen, denn auch wenn er sie in dem schwachen Licht noch nicht gänzlich einschätzen konnte, sah es so aus, als wäre es um einiges größer, als die selbst. Vielleicht war es aber auch nur eine Täuschung, vielleicht wollte ihn jemand täuschen, immerhin hatte er schon einige Geschichten gehört, von denen er immer noch nicht wusste, ob er ihnen Glauben schenken sollte. Aber um eben herauszufinden, was in dieser Welt wirklich möglich war, eben aus diesem Grund, schlich er sich zum wiederholten Mal aus den Mauern des Schlosses, um es mit eigenen Augen zu sehen, um sich eine eigene Einschätzung machen zu können.
      Seine Augen versuchten die Frau weiterhin zu mustern, Kelani stellte ihr Fragen, wollte wissen, wer sie sei und ob sie ihn verfolgte, ganz schnell kam auch die erste Antwort, sie hieß Aiz.. Aiz.. Ein Name, den der Prinz noch nicht gehört hatte, aber in seinem Kopf ging er glatt über seine Lippen. Aber so schnell, wie ihr Name über ihre Lippen kam, so schnell folgten auch weitere Worte, Worte die den Mann innerlich ein klein wenig beruhigen, wenigstens ein klein wenig. Sie wusste nicht, wer er war, wollte seinen Namen wissen, vielleicht erkannte sie ihn auch nicht in der Dunkelheit, aber wenn man genauer überlegte, so hatte das Volk Kelani sehr selten zu Gesicht bekommen, rein nach der Absicht seines Vaters, die er selbst einfach noch nicht verstand. Es soll seinem Schutz dienen, lautete die Antwort stets, aber wovor sollte der Prinz beschützt werden?
      Er überlegte kurz, ob er seinen Namen verraten sollte, ob es wirklich schlau war, aber er hätte auch nach dem Prinzen einfach benannt werden können, er musste hier nicht gleich seinen ganzen Titel offen legen. "Kelani", antwortete er genauso kurz, wie auch die Frau vor ihm es getan hatte. "Und ich spaziere.. Lerne den Teil des Waldes kennen". Ehrliche Antwort, ehrliche Ansichten, denn wie sollte er all die magischen Wesen kennen lernen, wenn er ihnen weh tun würde? Das würde sein Vater vielleicht machen, aber nicht er, nein, er würde selbst auch einiges anders machen, sollte er auf diesen Thron da sitzen, er würde das Volk aufbauen, würde die Landwirtschaft ankurbeln, denn ein unglückliches Volk brachte Pech und Schwierigkeiten, was Kelani annahm, aber er hatte nicht einen Hauch von Ahnung, wie sein Vater es Mal gesagt hatte. "Was machst du denn in diesem Teil des Waldes?", fragte Kelani aber gleich zurück. "Vor allem Nachts!".

      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Für einen Moment glaubte Aiz das dieser Mann zögerte ihr seinen Namen zu verraten und ging in ihrem Kopf bereits jede erdenkliche Situation durch was er als nächstes tun könnte. Vielleicht war es nur eine Taktik und wollte sie im nächsten Moment auch schon überwältigen. Sollte er es nur versuchen. Es mag sein das er größer war, allerdings ist sie viel schneller und wüsste sich zu verteidigen. Dann aber verriet er ihr endlich seinen Namen. Kelani hieß er also... Dem einzigen Mann dem sie diesen Namen zuordnen konnte war dem Prinzen, dem Sohn des grauenvollen Königs dieses Landes. Des Prinzen Gesichtes kannte Aiz nicht, bezweifelte aber das dieser Mann der Prinz war. Er würde sich niemals außerhalb der Mauern aufhalten, erst recht nicht ohne seine Leibwächter, dieser Kelani musste ein Anderer sein. Ein Kind dessen Eltern vermutlich noch vertrauen in das Königreich hatten oder aber sie bereuten ihre Entscheidung ihren Sohn nach dem Prinzen benannt zu haben. Sie horchte auch seinen nächsten Worten, versuchte sie irgendwie einzuschätzen ob er denn die Wahrheit sagte. Seine dunkle Stimme verriet ihr aber nichts über Böse absichten, es schien als würde er tatsächlich nur einen Spaziergang durch diesen Wald machen wollen. Aiz wusste das es auch noch Andere, wenn auch wenige, geben musste die ebenso fasziniert von diesen Wesen war wie sie selbst. Sie konnte nicht die Einzige sein, nur hatte sie bisher niemanden in diesem Wald gesehen oder beobachten können, das ihn jemand betrat. Etwas der Anspannung wich aus ihrem Körper. Vielleicht war er tatsächlich freundlich gesinnt, dennoch würde sie sich hüten ihm zu vertrauen. "Ich spaziere.", antwortete sie erst knapp, sprach aber dann nach kurzem überlegen weiter "Normalerweise treffe ich hier niemanden an und ob es Tag oder Nacht ist, ist für mich nicht von Bedeutung. Ich interessiere mich für diese magischen Wesen." ihre Stimme wurde sanfter "Sie gehören zu den wenigen Wesen auf dieser Welt in denen noch etwas unschuldiges steckt. Wenn du ihnen also etwas antun möchtest, dann werde ich dich daran hindern.". Bei ihren letzten Worten festigte sich ihre Stimme wieder. Nicht nur diesen Wesen, sondern auch diesem magischen Ort durfte nichts geschehen. Oft glaubte sie, der Wald ließ nur sie an die zauberhafte Lichtung mit dem kleinen Wasserfall und den fliegenden Lichtinsekten, als würden die Bäume nicht wollen das dieser Ort von Feinden entdeckt werden sollte. Aber auch dieser Mann, Kelani, sollte ihren liebsten Ort nicht finden, das wollte sie nicht.
    • Kelani

      Er beobachtete die Reaktion der Frau auf seinen Namen, wollte vor allem erfahren, ob sie etwas merken wird, ob sie ihn erkennt, ob sie gleich dementsprechend reagieren wird, aber Kelani konnte nichts erkennen, lag es an der Dunkelheit, oder viel mehr daran, dass sie wirklich nicht davon ausging, dass er der Kronprinz des Landes war? Normalerweise traute man sich nicht alleine außerhalb die Mauern des Schlosses, nicht in seiner Position, normalerweise verirrte man sich auch nichts Nachts in diesen Wald, Argumente, die für ihn sprachen, die ihm die Begegnung deutlich einfacher machten und so atmete der Mann innerlich erleichtert auf, als die Frau weiter mit ihm sprach und ihm keine Anzeichen dafür gab, dass sie wusste, wer er war. Sie spazierte, genauso wie er es auch tat, ihre Antwort fiel kurz aus, genauso wie seine.. Sie trauten einander nicht, verständlich, denn wie sie richtig sagte, traf man hier mit Sicherheit normalerweise keinen anderen, als sich selbst. Die junge Frau interessierte sich für die magischen Wesen, sie sprach von derer Unschuld, griff gleich ihr Misstrauen dem Prinzen gegenüber wieder auf, was ihn zum sachten Schmunzeln verleitete. "Wenn ich den Wesen etwas tun würde, würde ich sie nicht kennen lernen können", sprach er sanft und kreuzte seine Arme vor der Brust, es war verständlich, dass sie ihm nicht traute, aber ein klein wenig kratzte es doch an seinem eigenen Ego. Er war gewiss nie jemand gewesen, der viel auf seine Position, oder seinen Status beharrte, eher jemand, dem es nicht viel ausmachte, aber er hatte bisher nichts getan, um Misstrauen auszulösen, oder etwa doch? "Ich bin mir dessen gewiss sicher, dass Du mir vermutlich nicht glauben wirst, aber ich habe nicht vor hier irgendjemanden etwas anzutun, solange ich selbst in Ruhe gelassen werde.. Ich spaziere nur, Du kannst mich gerne begleiten, wenn du magst und auf Nummer sicher gehen willst".
      Kelani ging schon immer die Sachen lieber diplomatisch an, ganz im Gegenteil zu seinem Vater, der viel lieber die Stimme hob, oder sich auf einen Krieg einließ. Er war immer so laut, musste immer angesehen werden, man musste sich vor ihm fürchten, Kelani hatte im Gegensatz dazu schnell gelernt, dass es ihm weniger Kraft raubte, wenn er die Dinge ruhig anging, vor allem diplomatisch, wenn er sich seinen eigenen Fehler eingestand und kein Problem damit hatte, nicht immer im Recht zu sein, denn wer war es schon? Vielleicht sahen es andere als dumm an, vielleicht würde ihm die junge Frau ein Messer in den Rücken rammen, sollte er sich jetzt umdrehen, aber letztendlich handelte er nach seinem Gewissen, nach der Stimme, die ihn leitete. Einen letzten Blick warf er auf die Frau, bevor er sich umdrehte, um den Weg weiter zu nehmen, den er eigentlich gehen wollte.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Es war verständlich das sie sich beide nicht über den Weg trauten. Aiz wusste nicht was dieser Mann wollte und er konnte nicht wissen was ihr Ziel war. Seine Antwort allerdings ließ ihre Muskeln etwas entspannen. Diese Worte machten nicht den Eindruck als wolle er den Wesen etwas böses und Aiz konnte Andere eigentlich sehr gut einschätzen, dennoch wollte sie sich nicht nur auf ihr Gefühl, auf eine Vermutung, vertrauen. Sie blieb stumm, beobachtete ihn nur und versuchte in der Dunkelheit seine Gesichtszüge zu erkennen. Seine Stimme kam ihr nicht bekannt vor, aber vielleicht hatte sie ihn schonmal im Dorf gesehen und könnte so einschätzen welch Art er an den Tag legte. Aber es war zu dunkel, aus dieser Entfernung blieb er nur eine dunkle Gestalt deren Umrisse und wenige Details sie erkennen konnte. Nichts anderes blieb ihr übrig als vorsichtig zu sein, er konnte noch immer einen Angriff ausführen von dem er glaubte sie würde nicht damit rechnen und versuchen sie zu überwältigen. So war es schon immer gewesen. Seitdem sie denken konnte hatte ihr Onkel immer wieder zu verstehen gegeben für alles gewappnet zu sein, für jede erdenkliche Situation sollte sie sich verteidigen können, denn man konnte nie wissen wer sein Gegenüber war. Aus diesem Grund hatte er ihr auch so früh das Kämpfen mit Dolch und Bogen beigebracht, auch wenn sie diese Art von Verteidigung etwas brutal empfand. Aber es war schon immer besser etwas zu können, als es eben nicht zu können - für die Zukunft sollte sie bereit sein. Abgesehen davon war ihr Onkel ein hoher General gewesen und in den Krieg gezogen, es war also verständlich das er sie auf alles vorbereiten wollte.
      Jedenfalls blieb Aiz stumm und rührte sich nicht, beobachtete ihn einfach nur. Auf seine nächsten Worte war sie allerdings nicht gefasst. Sie könne ihn begleiten? Wie er schon erwähnte, könnte sie auf Nummer sicher gehen und so die Sicherheit der Wesen garantieren, es könnte allerdings auch eine Falle sein, ein Hinterhalt den er sich die gesamte Zeit hatte ausdenken können. Oder aber er wollte tatsächlich nur durch diesen Teil des Waldes spazieren und die magischen Wesen kennen lernen... Eigentlich war ihr Plan gewesen zum Fluss zu gehen und die Ruhe zu genießen und nicht einem Fremden zu folgen um sicher zu gehen das er den Waldbewohnern nichts antat. Aiz sprach nicht mehr, sie blieb stumm bis der Mann, der sich als Kelani vorgestellt hatte, ihr den Rücken zukehrte und sich in Bewegung setzte. Sie zögerte, mit den Gedanken ringend ob sie ihm nun folgen oder ihren eigenen Weg wieder einschlagen sollte. Nur nach wenigen Sekunden entschloss sie sich dann aber doch ihm zu folgen, ein schlechtes Gewissen würde sie plagen erfuhr sie, das etwas in diesem Wald geschehen war das sie hätte aufhalten können. Also folgte sie ihm, musterte jede Bewegung die er machte ganz genau und blieb auf Abstand, nur Sicherheit.

      Wie viele Minuten bereits vergangen waren in denen sie ihm folgte, wusste sie nicht, es fühlte sich an wie eine halbe Ewigkeit, vermutlich war es aber nicht länger als eine Minute die verstrichen war bis sie dann doch endlich das Wort ergriff. "In diesem Teil des Waldes trifft man nicht sehr oft auf jemanden... Erst recht nicht jemanden der sich für die Geschöpfe dieses Waldes interessiert. Aber es scheint mir als wärst du noch nicht oft in diesem Teil des Waldes gewesen, er ist... anders. Als wäre dieser Teil ein ganz eigener Wald, er versteht und fühlt genauso wie wir, ist dir das bewusst? Nicht mehr viele haben Glauben an solch Orten.".
    • Kelani

      Die junge Frau sprach erst einmal kein Wort mehr mit ihm, hatte ihn lediglich nur noch angesehen und schien, als würde sie auf etwas warten. Angst vor ihm schien sie keine zu haben, oder konnte sie sehr gut verstecken, da war sich Kelani nicht ganz sicher, worauf sie noch wartete, warum sie nicht mehr mit ihm sprach. Wartete sie vielleicht auf seinen Zug? Glaubte sie wirklich, er würde ihr etwas tun? Nein, der Prinz tat ungern anderen weh, selbst beim Training brauchte er immer einen Moment, um sich vollkommen darauf einzulassen, was geschah. Der Mann war dabei einer ganz anderen Meinung, als es sein Vater war, er ging viel mehr davon aus, dass es nicht nötig war andere zu verletzen, solange man sich nicht verteidigen musste und würde die Frau vor ihm den ersten Zug machen, würde er mit Sicherheit sein Leben beschützen, aber so hatte er eher weniger Interesse daran sie wirklich anzugreifen.
      Letztendlich hatte sich der Mann umgedreht, hatte ihr angekündigt seinen Weg weiter zu führen, hatte ihr vor allem angeboten ihn zu begleiten, wenn sie sich so besser fühlte, aber kaum führte Kelani seinen Weg fort machte sich ein unwohles Gefühl in ihm breit. Was, wenn sie ihn von hinten angreifen würde? Wenn sie ihm ein Dolch in den Rücken stechen wird? Dann würde er hier an diesem wundervollen Ort sterben, hatte er überhaupt Angst davor? Er nahm ihre Schritte wahr, sagte aber kein Wort, richtete seine Augen viel lieber auf die Gegend, die sich ihm bot. Der Mann hatte Zeit, er musste nicht eilen, deshalb genoss er die Zeit hier, nahm einen langsamen Schritt an und versuchte mit seinen Augen etwas zu erkennen, was neu für ihn sein würde, was er gerne näher kennen lernen würde. Das unwohle Gefühl verschwand immer weiter, je tiefer er in den Wald hinein ging, doch stattdessen machte sich ein ganz anderes Gefühl breit, denn Kelani war fast schon der Meinung, als würde der Wald atmen, wirklich ein- und ausatmen.
      Die Frau hinter ihm durchbrach die Stille, die zwischen ihnen herrschte und sprach wirklich noch einmal mit ihm, was der Mann so nicht erwartet hätte. Sie sprach davon, dass man hier eher seltener jemanden fand, dass es selten jemanden gab, der sich für die Geschöpfe hier interessierte, aber wie sollte sich Kelani dafür nicht interessieren? Er war eingesperrt, ihm wurde der Zugang zu der großen Welt verwehrt, er wollte doch nur mit eigenen Augen das sehen, worüber er gelesen hat. "Ich bin das erste Mal hier, in diesem Teil des Waldes", gab er jedoch zu, als sie diese Tatsache ansprach. In der Tat war dieser Teil ganz anders, es fühlte sich anders an, als der andere Teil, den der Mann schon kannte. Deshalb hatte der Prinz auch das Gefühl, als würde der Wald hier atmen, als würde er die beiden beobachten.. Er hielt kurz an, um nach hinten zu der Frau zu blicken, ein kleines Lächeln bildete sich auf seinen Lippen. "Dann bist du mit Sicherheit öfter hier, oder?", fragte er sie und musterte sie für den Moment. Sollte er ihr sagen, was ihm auffiel? "Ich habe das Gefühl, der Wald atmet", er flüsterte es ihr entgegen, auch wenn er sich ein wenig dumm dabei fühlte, aber war es ihr auch aufgefallen?
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Es waren nur die Blätter und Äste, die unter ihren Füßen raschelten und brachen, sowie das leise Zwitschern der nachtaktiven Vögel und das Jaulen einer Rudel Wölfe, die man von weit entfernt hörte. Der kühle Wind der die Bäume flüstern ließ, spielte mit ihrem langen silbrigen Haar und ließ sie leicht frösteln. Ihr dunkler Umhang war nicht sonderlich dick und auch der Stoff der aus ihrer Kleidung bestand war nicht sehr viel dicker. Teure Kleidung konnte sie sich nicht leisten und das spiegelten ihre jahrealten Lumpen wider. Überall waren Flecken aus Erde, gemischt mit anderem Schmutz und vermutlich auch Blut, die sich nicht mehr auswaschen und richtig identifizieren ließen.
      Die dunkelrote Tunika, die ihr locker an den Schultern hinunter hing, wirkte eher wie ein knappes Kleid und die fast schwarze eng anliegende Stoffhose war zwar dünn aber perfekt um sich geschmeidig darin zu bewegen, ebenso wie die braunen Stiefel, die ihr fast bis zu den Knien reichten und eng an ihren Waden geschnürt waren und es ihr ermöglichten jedes Hindernis leichtfüßig zu überwinden. Nur ihr dunkelbrauner Miedergürtel mit den Schnallen, der fast schon schwarz wirkte, war das Einzige was sie an sich trug auf das sie Ewigkeiten gespart hatte. Es betonte ihre schmale Taille, aber wegen des guten Aussehens trug sie ihn nicht, sondern wegen den praktischen Halterungen für Dolche und Schwert. Jetzt allerdings trug sie nur das kleine Messer das sie in ihrem Stiefel versteckte.
      Erst als Aiz ihre Stimme erhob, wurde die Stille zwischen ihnen durchbrochen. Auch wenn sie bereits öfter in diesem Waldstück gewesen war und sich noch immer an dieser magischen Natur erfreute wie am ersten Tag, wirkte dieser Mann, Kelani, viel wissbegieriger weshalb sie annahm, er sei noch nicht oft hier gewesen, so wie er immer wieder seinen Kopf drehte und kaum darauf zu achten schien wohin er ging. Aiz machte keine Anstalten ihn deshalb zu fragen und er bestätigte ihre Vermutung. Sie antwortete darauf nicht sondern folgte ihm weiter in die Nacht und erlaubte sich selbst immer wieder mit dem Blick von ihm zu schweifen und die Natur zu genießen. "Das war mir sofort bewusst.", antwortete sie dann doch knapp.
      Als er aber plötzlich stehen blieb und sich zu ihr umdrehte, blieb auch sie abrupt stehen. Die Entfernung zwischen ihnen war nicht mehr so groß wie zuvor und konnte daher seine Gesichtszüge etwas besser erkennen, ebenso wie seine Lippen die sich zu einem Lächeln verzogen. Doch ein Hinterhalt? Eine falsche Bewegung und sie würde in Sekunden schnelle das Messer, das sie in ihrem Stiefel versteckte, zücken und sich verteidigen. Auf seine plötzliche Frage antwortete sie nicht, sondern versuchte, jedes Geräusch in der Umgebung wahrzunehmen und ließ den Fremden nicht aus den Augen. Elben hatten ein sensibleres Gehör als viele andere Wesen und deshalb verließ sie sich darauf. "So ist es." antwortete sie knapp auf seine Frage, die eher wie eine Feststellung wirkte. Es waren aber seine nächsten Worte die ihre Muskeln etwas entspannten. So etwas hätte vermutlich niemand gesagt, der sich nicht wirklich für diese Wesen und den Wald interessierte... Erleichtert atmete die junge Elbe aus - zumindest wollte sie sich auf ihre gute Menschenkenntnis verlassen, enttäuscht hatte sie sie jedenfalls noch nie. Nun gut, vielleicht wenige Male...
      "Dein Gefühl behält recht, der Wald atmet.". Ihre Lippen verzogen sich zu einem frechen Lächeln und sie setzte sich wieder in Bewegung, ging an Kelani vorbei und tiefer in den Wald. "Nicht viele wissen von dem Leben in diesem Waldstück, er hat ein Eigenleben und lässt das nur die Wesen wissen, die er für würdig hält. Zumindest lauten so die Geschichten die ich hörte. Für viele mag es hier nur ein normaler Wald sein.", erzählte Aiz und strich sanft mit ihren langen Fingern über die Rinde eines der Bäume, die weit in den Himmel empor wuchsen und einen prächtigen Stamm präsentierten und führte ihren Weg fort. "Dennoch existieren genügend Wesen die einen Weg finden die magische Barriere, mit der sich dieser Teil des Waldes schützt, und sehen somit was nicht für ihre erbarmungslose Seele gedacht ist. Für das Holz der uralten Bäume erhält man eine beachtliche Summe an Goldmünzen, ebenso wie für Blumen oder Tiere die hier friedlich leben wollen. Die Bäume sind ihre Hüter, sie schützen diesen Teil.". Diesmal blieb Aiz plötzlich stehen und wirbelte zum Fremden um und stemmte ihre Hand an ihre Hüfte. "Falls du also irgendwelche bösen Absichten haben sollte, werde nicht nur ich dafür sorgen das du diesen Wald nie wieder betrittst, sondern auch die Wesen hier. Und glaubt mir, das wird kein so angenehmes Abenteuer.".
    • Kelani

      Wirklich einen richtigen Blick konnte der junge Mann nicht auf die Frau werfen, welcher er in Mitten des Waldes begegnete, denn das Licht des Mondes drang nur wenig durch die dicke Decke aus Blättern und Ästen, doch er reichte dennoch aus, um herauszufinden, dass sie zierlich und wirklich weiblich war. Einen Blick auf ihren Körper hatte er natürlich geworfen, er war immerhin ein Mann und konnte für seinen Trieb nichts, man neigte oft dazu andere Menschen zu mustern, sie sich genauer anzusehen, so auch Kelani. Er konnte nicht richtig erkennen, was sie trug, sie wie eigentlich gekleidet war, doch letztendlich weckte dies weniger sein Interesse, als die Tatsache, was sie hier eigentlich tat. Sein Interesse über ihre Kleidung wurde erst geweckt, als der leichte Wind auch bei ihm durch kam und er sich fragte, ob er da nackte Oberarme gesehen hatte, oder nicht. Er drehte sich nicht um, damit würde sie ihn noch als verrückt abstempeln, stattdessen dachte er noch einmal genauer nach und meinte sich an einen Umhang zu erinnern, frieren konnte sie damit nicht wirklich, oder? Er sorgte sich schon immer um andere, während sein Vater mehr der Meinung war, er solle sich lediglich um sich kümmern und auch um sich sorgen, aber so funktionierte es nach der Meinung des Prinzen nicht. Warum sollte er sich nicht auch um andere Sorgen, wenn er alles hatte, war er brauchte? Wenn ihm eigentlich an nichts fehlte, außer an Freiheit?
      Kelani kam zu seinem Entschluss, dass die Frau nicht frieren konnte, sie hatte einen Mantel an gehabt und beendete damit seinen Gedankengang, auch wenn er bereit war ihr seinen Mantel zu geben, sollte er sich irren. Länger dachte er jedoch nicht darüber nach, denn die junge Frau brach die Stille zwischen ihnen beiden und ließ den Mann auf ihre Fragen antworten. Sie verriet ihm gleich, dass es ihr durchaus bewusst war, dass er das erste Mal hier war, da bildete sich ein kleines Schmunzeln auf seinen Lippen. "Was hat mich verraten? Der Weg, den ich nehme, oder vielmehr die Tatsache, ich wirke hier ein wenig verloren?". Seiner Meinung nach tat er es, hoffte aber, dass es ihr vielleicht nicht aufgefallen war, stattdessen fiel ihm etwas auf.. Es wirkte so, als würde der Wald atmen, als würde er wirklich Atemzüge machen und so blieb er stehen, um diese Tatsache mit der Frau zu teilen, die ihm folgte. Eine gewisse Anspannung ihrerseits hatte er sehr wohl bemerkt, vermutlich hätte er auch an ihrer Stelle nicht anders reagiert, hier blieb ein großer Mann in Mitten des Waldes stehen und drehte sich zu ihr um, vielleicht nicht sehr schlau von dem Prinzen, aber er teilte mit ihr seine Eindrücke, schloss kurz die Augen sogar, um dem zuzuhören, was er bemerkt hatte. Der Wald atmete, ihm wurde es auch gleich bestätigt, dass er Recht hatte, was ihm wieder ein Schmunzeln auf die Lippen bereitete. Erst, als er ihre Schritte hörte öffnete er wieder die Augen, um ihr mit seinem Blick zu folgen, um zu sehen, was sie vor hatte. Sie sprach mit ihm dieses Mal etwas mehr, erzählte ihm, was sie wusste, was man über diesen Wald sagte. Nur die würdigen sollen das hier mit bekommen, das fühlte sich gut an so etwas zu hören, als würdig erachtet zu werden solch ein schönes Ereignis mitzubekommen. Die junge Frau sprach auch von Wesen, magischen Wesen, genau von solchen hatte Kelani gelesen, genau diese wollte er treffen, er wollte sie mit eigenen Augen sehen. Sein Vater würde ihn enterben, sollte er so etwas je hören, oder mitbekommen..
      Aiz sprach aber nicht nur darüber, nein, sie drohte ihm gleich auch noch, sie würde ihm wehtun, sollte er mit bösen Absichten hier her gekommen sein. Der Mann legte den Kopf ein wenig schief, musterte die Frau, auf welche das Mondlicht ein wenig runter fiel, hatte er vorhin schon bemerkt, dass sie spitze Ohren hatte? Eine Elbin..? Warum war ihm das nicht vorher aufgefallen? Aber sie wartete auf eine Bemerkung, auf irgendetwas, da konnte sich der Mann nicht damit befassen, wie aufgeregt er war einer Elbin zu begegnen. Er lächelte sachte, bevor er sein Mantel ein wenig zur Seite schob, um sein Schert zu präsentieren, um offen zu legen, dass er bisher bewaffnet war, wenn sie das nicht schon wusste. "Hätte ich böse Absichten gehabt, gäbe es einige Möglichkeiten dich zu überwältigen.. Auch wenn ich mich gewiss nicht mit dir anlegen möchte". Er wollte versuchen von sich zu überzeugen, ließ den Mantel wieder über der Schwert gleiten. "Ich wüsste, um ehrlich zu sein, nicht einmal wem ich solches Holz verkaufen sollte", da fuhr er sich ein wenig peinlich durch das Haar, er war wirklich nicht informiert genug. "Glaub es mir, oder glaub es mir nicht..", da hob er die Hände, um zu zeigen, dass er keine bösen Absichten hatte. "Aber ich möchte wissen, was sich hier verbirgt".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • "Sowohl als auch.", antwortete Aiz und konnte sich ein leichtes Grinsen nicht unterdrücken, "Nicht nur das Ihr durch die Gegend schaut wie ein verlorenes Kind, sondern Ihr geradewegs auf dem Weg in das Territorium der Schattensänger seid und diese Gesellen freuen sich sicherlich auf den Besuch eines Unwissenden.". Dieser Wald galt nicht nur als Zuhause der atemberaubenden Geschöpfe die hier friedlich lebten, sondern auch den Furchteinflößenden die nur darauf warten, bis sich eine unschuldige Seele zu ihnen verirrt. "Nur weil der Wald Euch gewehrt hat die Wirklichkeit zu sehen, bedeutet es nicht das Euch hier nur schöne Dinge erwarten.". Dann schweifte Aiz zum Thema des atmenden Waldes. Nicht nur die Wesen die diesen Wald bewohnen, sondern auch der Wald selbst hat ein Eigenleben, von dem viele nichts wissen. Für viele mag es nur ein gewöhnlicher Wald sein, nur Wenige wissen was sich wirklich in diesem Wald befindet und vorgeht.
      Nach wenigen Schritten blieb sie stehen, wirbelte zu ihm herum und ließ diesen Mann nicht zu Wort kommen, als sie eine zuckersüße Drohung aussprach. Das Mondlicht strahle durch die dichten Baumkronen zu ihr hinab, somit sie für die fremden Augen besser sichtbar war. Ihre spitzen Ohren waren deutlich zu erkennen, ebenso wie ihr zierlicher Körper der allerdings zur Hälfte von ihrem Umhang verborgen blieb, nur ihr zartes Gesicht blieb im Dunkeln der Nacht verborgen. Ihre schlanken Arme verschränkte sie vor ihrer Brust und beobachtete Kelani wie er offen das Schwert unter seinem Mantel präsentierte. Seine Aussage sie auf verschiedene Möglichkeiten überwältigen zu können, hätte er es nur gewollt, ließ ihr Grinsen breiter werden. "Mich überwältigen? Das hätte ich zu gern erlebt. Aber Ihr habt Recht, mich möchtet Ihr nicht als Euren Feind.". Sie beobachtete ihn weiter, auch als er seinen Mantel wieder über das Schwert fallen ließ und weiter sprach. "Nun gut.", seufzend setzte Aiz sich wieder in Bewegung, allerdings steuerte sie eine andere Richtung an, die sie vor wenigen Minuten noch gegangen waren. "Ich erzähle Euch von einigen Dingen, die ich über diesen Teil des Waldes weiß, allerdings schuldet Ihr mir dafür einen Gefallen.", allerdings würde Aiz diesen Gefallen nicht sofort einfordern. "Schattensänger sind grauenvolle Kreaturen. Sie streifen Nachts umher, dann, wenn es am Dunkelsten ist und ihre Beute wehrloser. Kaum jemand hat einen Schattensänger zu Gesicht bekommen, denn wenn man einen sieht, ist es meist schon zu spät. Diese Wesen zeigen sich nicht, sie kündigen sich mit einem Flüstern in unseren Gedanken an, verführen ihre Beute dazu, ihnen in die Falle zu laufen, dann ist es eine Liebkosung für unseren Geist der zu spüren ist und dann, wenn sie Eure mentale Barriere durchbrochen haben und wenn Ihr sie seht... dann könnt Ihr Gewiss sein, in den nächsten Sekunden den Tod zu finden. Deswegen rate ich Euch niemals wieder die Richtung einzuschlagen die Ihr gerade gegangen seid. Es könnte Euren tot bedeuten.", Aiz erzählte von den Schattensängern als würde sie nichts weiter als über das Wetter reden, aber es stimmte. Vor diesen Wesen sollte man achtsam sein, bevor es zu spät ist. "Wenn Ihr also wirklich etwas hören solltet, dann seht nicht hin, schlagt einen anderen Weg ein und rennt, bis Eure Beine versagen.".
    • Kelani

      Ob er Angst hatte? Nicht wirklich. Ob sie ihm Angst machen wollte, damit dieser Mann nie wieder einen Fuß in diesen Wald setzen wird? Schon eher. Kelani fürchtete sich nicht, nicht, weil er überheblich war und sich für besonders toll fand, sondern eher, weil jeder seiner Meinung nach eine Bestimmung verfolgt und für jeden seine richtige Zeit kommt. Man muss sich nicht vor der eigenen Zukunft und Bestimmung fürchten, man muss sie respektieren, denn ihr entgehen kann man sowieso nicht. Ein wenig unbeeindruckt schien der Mann zu sein, kaum bekam er die Worte zu hören, bevor sich einseitig ein Schmunzeln auf seinen Lippen bildete. "Schattensänger also?", fragte er nach. "Ich erwarte nicht nur schöne Dinge hier.. Ich weiß nicht, warum Ihr das denkt.. Aber ich lerne auch gerne die Schattenseite kennen".
      Kelani wirkte vielleicht ein wenig blauäugig, aber es war nicht so, dass er sich in seinen Tod stürzte, jedenfalls nicht freiwillig, sein Ego, welches wirklich nicht oft zum Vorschein kommt, hielt ihn davon ab nachzufragen, wohin sie müssten, um sich von diesen Geschöpfen fern zu halten. Die junge Frau schien ihn bisher sowieso nicht wirklich ernst zu nehmen, sie schien sich lustig über ihn zu machen, drohte ihm sogar schon ein paar Male, aber das nahm der Prinz nicht wirklich böse auf, nein, er konnte er zu einem gewissen Teil sogar verstehen, das Problem lag eher darin, dass er zu wenig Kontakt zu anderen Menschen hatte. Sein größter Kontakt bestand zu seinem Vater und er.. Er war ein ganz anderer Mensch, als es Kelani war.
      "Hochmut kommt immer vor dem Fall", entgegnete der junge Prinz der Frau, kaum sprach sie darüber, man würde sie nicht als Feind haben wollen. Nun, er nahm an, sie würde sich verteidigen wollen, sonst wäre sie nicht hier und würde ihm nicht drohen, aber es endete nie gut, wenn man sich selbst in solchen Augen sah, das beste Beispiel war sein Vater. Solche Gedanken nahmen einen nur ein, zerstörten einen von Innen heraus und rissen das Herz heraus, hinterließen eine kalte Hülle, die sich selbst für etwas besseres hielt, als alle anderen. Die Elbin erinnerte ihn kurz an seinen Vater, doch er verdrängte den Gedanken wieder, schaffte es letztendlich auch sie davon zu überzeugen, dass er ihr und dem Wald nichts tun wird, was ihn schon anfing ein wenig zu nerven. Waren alle Frauen so? Oder war nur sie so?
      Etwas Gutes hatte es ja, dass Kelani es geschafft hatte die junge Frau von sich zu überzeugen, sie fing an zu erzählen und zu sprechen, auch wenn sie einen Gefallen dafür haben wollte. Er stimmte nicht zu, sie sprach aber schon, bevor er es zustimmen, oder ablehnen konnte. Aiz sprach von den Schattensängern, erzählte, wie gefährlich sie waren, da hob der junge Prinz seine Augenbraue kurz. "Und woher wisst Ihr das? Ihr habt doch wohl kaum einen gesehen, oder gehört, oder?". Interessant wäre es aber dennoch, solch eine Kreatur mal zu Gesicht zu bekommen. Wie fühlte sich der Tod an? Ein langsamer, qualvoller Tod? Oder eher schnell und unscheinbar?
      "Hm", gab der Mann von sich und blickte nach vorne, blickte in den Wald hinein, in dessen Richtung sie liefen. "Klingt interessant.. Ich würde gerne mal einen sehen, doch ohne den Tod am Ende".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Es war fast schon amüsant und schockierend zugleich, wie gelassen Kelani ihre Erzählung über die Schattensänger aufnahm. Aiz wusste, was diese Kreaturen waren und wie sie jemanden von innen heraus zerfressen konnten und der eigene Körper nur noch eine seelenlose Hülle wurde. "Nun, so naiv wie Ihr diesen Wald erkundet, wie sollte ich da nicht denken, das Ihr nur an die zauberhaften Dinge glaubt? Ihr solltet Euch mehr über das informieren, was ihr gedenkt zu erkunden.". Die Schattensänger waren keine Erfindung, die Aiz sich ausdachte und auch das worüber sie gesprochen hatte, was diese Kreaturen mit Einem anstellten, war keine Fantasie. Diese Kreaturen bedeuten den Tod. So machte sie also auf dem Absatz kehrt und schlug einen anderen Weg ein, der sie näher an die Waldgrenze führen würde.
      "Ach, ist das so?", antwortete die junge Elbe und ihr Mundwinkel zuckte leicht nach oben. Aiz war überzeugt von ihrem Können. Es war schon immer so gewesen, das man sie unterschätzte nur weil sie eine Frau war und dazu eine Elbe, denen man nur einen ausgezeichneten Gehörsinn und ein malerisch schönes Aussehen zusagte und genau aus diesem Grund hatte sie die Unachtsamkeit ihrer Feinde immer als Vorteil nutzen können. Gegen reine Muskelkraft konnte sie vielleicht nicht viel ausrichten, aber sie war flink, schneller als viele andere Wesen und hinter ihrem Krampfstil steckte Technik, nicht nur Brutalität. Abgesehen davon verließ sie sich nicht nur auf ihre Muskeln, sondern hatte auch ein schlaues Köpfchen. Es würde sie also nicht wundern, würde auch Kelani sie unterschätzen aber im Moment schien er ihr tatsächlich die Wahrheit zu sagen. Auf seinen friedlichen 'Waffenstillstand', wie es Aiz nennen würde, ließ sie sich ein aber würde ihn nicht aus den Augen lassen. In dieser Welt konnte man nie vorsichtig genug sein.
      Aiz entschloss sich Kelani vorerst zu vertrauen und forderte für ihr Wissen, das sie mit ihm teilen würde, einen Gefallen ein. Auf seine Antwort wartete sie allerdings nicht und so erzählte sie ihm weiter von den Schattensänger. Was sie für Gefahren mit sich brachten und was es bedeutet, Einem gegenüberzustehen. Aber es war seine plötzliche Frage, die sie für einen Moment erstarren ließ. Woher sie dies alles wusste? Aus eigener Erfahrung. Diese Erinnerungen waren nichts, woran Aiz sich gern zurückerinnerte. Am liebsten würde sie diese Erinnerung vernichten, die ihr einen kalten Schauer über den Rücken laufen ließ und ihre Nackenhaare sich aufstellten. Sie fühlte sich, als würden ihr in Sekunden die Schweißperlen über die Stirn laufen und ein kaum merkliches Zittern zuckte über ihre Glieder. Das war ein Ereignis, über das sie nicht gern sprach. "Ich habe einen gesehen.". Ihre Schritte verlangsamten sich und blickte über ihre Schulter hinweg, als könnte sie in der Ferne zwischen Gebüsch und dicht bewachsenen Bäumen einen Schattensänger erspähen, als würde er sie mit seinem seelenlosen Augen verschlingen und in ihr tiefstes Inneres blicken und mit langen, schwarzen Krallen über ihre Seele kratzen. Für einen Augenblick glaubte sie tatsächlich einen Schattensänger gesehen zu haben und wandte ihren Blick sofort wieder nach vorn. Nein, das konnte nicht sein. Dafür waren sie nicht tief genug im Wald, als das sie einen sehen könnten. "Glaubt mir, das möchtet Ihr nicht.", antwortete sie ernst und beschleunigte wieder ihre Schritte auf ein normales Tempo und ging neben Kelani.
      Immer wieder musste sie aufpassen nicht über Wurzeln die aus dem Boden herausragten zu stolpern oder in der Dunkelheit doch gegen etwas zu laufen, das sie zu spät erkennen konnte. "Das Holz" begann Aiz dann und änderte abrupt das Thema "Es wird hoch damit gehandelt, ebenso mit dem Fell der Tiere. Hörner, Krallen, Zähne. Alles wird verkauft, was den Wesen zwischen die Finger kommt das Geld bringen könnte. Selbst seltsam aussehende Steine. Man muss nur die richtigen Kontakte knüpfen und erhält die Waren schon über den normalen Wochenendmarkt, dies allerdings ist meist zu auffällig, weshalb viele dann doch lieber auf den Schwarzmarkt zurückgreifen.".