Das Schwert und die Krone [Y+A]

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    • Das Schwert und die Krone [Y+A]

      Das Schwert und die Krone


      Ein Königreich ohne Erbe droht in Chaos zu versinken. Als der König von Altena schwer krank wurde ist die Nachfolge der Krone noch immer ungeklärt. Während die Adligen des Königreich bereits um den Thronn buhlen, taucht ein geheimer Brief der ersten Königin auf. Diese unscheinbaren Zeilen offenbaren das ware Schicksal des einzigen Königskindes von Altena. Welches nach seiner Geburt als verschollen galt. Entgegen aller Erwartungen, weit weg, verborgen von allen Intriegen und Zwängen des Hofes lebt es noch immer, unschuldig und unwissend. Mit diesen Wissen blüht der König scheinbar zu neuen Leben erwacht wieder auf. Er beauftragt eine ruhmreiche Söldnergruppe damit sein einziges Kind zu finden und es zu ihm zu bringen um das Königreich in die Hände des Wahren Erben zu übergeben. Was er jedoch nicht ahnt ist, dass sein Erbe eigentlich eine Erbin ist.


      Felerian gilt als beste Mietklinge seiner Söldnergilde 'Seelenklinge' und wird daher mit dieser ertragreichen Aufgabe beauftragt. Er staunt allerdings nicht schlecht als sich ein nicht gerade königlich erzogenes Bauernmädchen als Erbein von Atlenas Krone herausstellt. An Stines Herkunft besteht allerdings kein Zweifel immerhin trägt sie das königliche Mal sichtbar auf ihrer Körper. Sie selbst glaubt dieser wirren Geschichte kein Wort und hat auch sonst völlig andere Pläne als in wenigen Monaten auf den Königsthron zu sitzen. Da Felerian bis zur Krönung der frechen Göre keinen einzigen Taler sieht bleibt ihn nichts anderes übrig, als mit ihr durchs Land zu ziehen und auf sie aufzupassen. Leichter gesagt als getan. Denn während Stine den Söldner schon genug auf Trapp hält und viel über die Welt fern ab ihres Bauernhofes lernen muss, trachten ihr einige Missetäter nach den Leben. Es bedarf nicht umsonst ein scharfes Schwert um die Kronprinzessin zurück auf den Thron zu bringen.

      Rollen
      - Felerian, das scharfe Schwert @Yngvi
      - Stine, die Erbin der Krone @Azenia

      Link zur Vorstellung "Das Schwert und die Krone"


      “If you were happy every day of your life, you wouldn’t be a human. You’d be a game show host.”
    • Der Wind schob die einzelnen Quellwolken über den Himmel, einige Sonnenstrahlen brachen hinter ihnen hervor und beleuchtete eine friedliche Landschaft. Es war eine kleine aber feine Lichtung mit Holunderbüschen und Blumen aller Art, in jeden Farben. Hummeln und Bienen summten um die gelben Blüten der Sonnenröschen, Fliegen zuckten, Falter taumelten, einzig die kaltroten Mohnblüten standen still, dicke kleine Köpfe, die der Wind umschmeichelte. Umringt war dieses Paradies von Obstbäumen verschiedener Art und mitten darin lag eine junge Frau die in der Sonne döste. Die Arme hinter den Kopf verschränkt, ins Gras gekuschlt lag sie da, lauschte den Summen der Insekten und den Gesang der Vögel. Sie wusste genau was heute für ein Tag war, wahrscheinlich wollte sie deshalb einfach nicht nach Hause.

      Warum musste eine Bauernmagd wie sie denn bitte das Sticken erlernen? Reichte es denn nicht einfach zu wissen wie man nähte? Was war daran so wichtig Blümchen oder andere Bildchen auf den Stoff stechen zu können? Nein nein, da lag sie lieber hier im duftenden Gras und ließ sich von den Sonnenstrahlen kitzeln. Für die Schwarzhaarige war es viel wichtiger zu wissen welche Pflanzen man essen konnte und welche nicht oder welche Wirkung sie hatten, wie man mit freche Burschen fertig wurde sollten sie zu aufmüpfig werden oder wie man mit einen Messer richtig umging. Ein zwarter Seufzer striff über die vollen roten Lippen während die junge Frau sich zur Seite drehte. Sie hatte mittlerweile genug gelernt um irgendwann einmal eine gute Ehefrau und Mutter zu sein. Damit war dieser Pflicht genüge getan. Dennoch betsanden die Menschen vom Aranel Hof darauf das sie dies und das mehr lernte. Sticken war eines dieser Fähigkeiten. Dabei konnte sie doch auch schon lesen, schreiben und rechnen. Das war über alle Maßen ungewöhnlich selbst für Jemand der zu einen großen Gutshof gehörte.

      "Stine!" Drang der Klang ihres Namens aus weiter Ferne an ihr Ohr. Mit einen Male war das friedliche Faulenzen vorbei, Stine schreckte hoch. So schnell wie sie konnte sprang sie auf. Hastig klopfte sie sich den groben Schmutz von ihren Rock, die Grasflecken oder die Disteln die an ihn hangen war ihr dabei aber egal. Die großen grauen Augen blickten sich um. Es klang so als wäre sie nicht mehr lange allein hier. Flink wie sie war ergriff sie den Ast eines nahen Kirschbaumes und zog sich daran hoch. "Stine!! Stine du bist hier doch irgendwo." Ein leises Kichern konnte sich Stine nicht verkneifen. Wenn sie weiter nach oben kletterte wurde sie vielleicht nicht bemerkt. Kaum darüber nachgedacht stieg sie weiter nach oben ohne dabei auf Verluste zu achten. Dreckige oder kaputte Gewänder, einen Kratzer, blaue Flecken oder auch eine verfangene Haarsträhne die man erst los schneiden musste, waren nebensächlich solang sie weiter ihre Ruhe in der Natur genießen konnte statt sich bei Sticken die Finger wund zu stechen.

      Bald schon konnten die grauen Augen den blonden Schopf von Alfred, einen Knecht von dem Aranel Hof erkennen. So leise wie möglich umschloss Stines zarte Hand eine der reifen Kirschen nur um sie behutsam vom Baum zu zupfen. Anschließend schob sie sich diese in den Mund um an den Kern zu gelangen. Als dieser freigelegt war musste sie nur noch zielen. "Hey!" erschrack der Knecht lautstark als der Kern von seinen Hinterkopf abprallte. Belustigt kichernd wiederholte sie den Vorgang. "Ah! Stine hör auf!" Nach den dritten Male hatte Alfred sie aber ausmachen können. "Lass das." Murrte der Blonde als er sich zu den Baum auf machte. "Hab ich dich!" So langsam wurde das Kichern zu einen Lachen. Alfreds Blick war einfach zu gut gewesen. Noch ein letztes Mal wanderte eine Kirsche in ihren Mund. Alfred schob grimmig die Augenbraun zusammen. "Hör bitte endlich mit diesen Spielchen auf und komm da runter." Die Schwarzhaarige atmete tief aus, ehe sie mit zwei Fingern den letzten Kern aus ihren Mund hervorholte. "Schon gut. Ich hab ja verstanden. Runter komme ich trotzdem nicht, da musst du mich schon holen kommen!" Stine grinste ehe sie etwas neckisch die Zunge herausstreckte. "Stine bitte, es reicht jetzt wirklich. Man schickt mich dich zu holen weil wir Besuch haben der dich erwartet. Nun komm endlich." Noch immer sah Alfred hoffnungsvoll zu ihr herauf. Die Magd hingegen griff nach den nächsten Ast um einfach davon zu klettern. "Vielleicht bin ich ja nicht in der Stimmung jemanden zu empfangen. Wer ist es denn dieses Mal? La Verne die mir Sticken beibringen soll? Oder jemand der mich freien möchte?" Der Blonde senkte seufzend das Haupt. Diese Spielerrei hattte er erwartet, dennoch war es von Zeit zu Zeit wirklich anstrengend mit den hübschen aber auch überaus frechen Mädchen. "Weder noch. Aber ich weiß nicht viel." Nun hatte er es geschafft, neugierig blickte Stine zu ihn herunter. "Du weißt nicht wer es ist? Oder was er will?" Der Knecht schüttelte den Kopf. Es verstrichen wenige Minuten bis sie tatsächlich vom Baum herunter kam. "Den Göttern sei Dank! Na endlich." Die junge Dame gluckste noch immer. "Was bist du denn so erleichtert Alfred? Nur weil ich runter gekommen bin heißt es doch lange nicht, dass ich mit dir gehe. Haha, fang mich doch!"


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    • Hier oben schien die Welt unendlich. Die hängenden Äste der Weide tanzten mit dem leichten Windhauch, während das noch feuchte Gras unter Felerians Füßen eine Wohltat war. Seine Schwerthiebe führten in die Luft hinein, gekonnt und mit einer Genauigkeit, dass man meinen konnte, er würde sein unsichtbares Ziel jedes Mal aufs Neue treffen. Man bildete sich ein, die Schmerzensschreie des Blutvergießens zu hören. Er wich aus, dann wieder ein Hieb. Ein kurzes Luftzug, dann ein Sprung nach vorn. Ein Schrei, der seiner Kehle entfuhr, dann verharrte er still und stocksteif in seiner knieenden Position.
      Die Schritte von schweren Hufen waren ihm nicht entgangen, und auch die tiefe Stimme, die zu ihm sprach, war dem Halbelf keineswegs unbekannt.
      "Felerian. Schön, dich schon so früh beim Training zu sehen. Um ehrlich zu sein, hatte ich dich auch an keinem anderen Ort erwartet."
      Felerian richtete sich erst nach einem kurzen Moment auf und schaute zu dem riesigen Zentaur, dem er selbst gerade einmal bis zum Bauchansatz reichte.
      "Marcus... wie kann ich dir helfen?", fragte der Halbelf, ohne eine Miene zu verziehen.
      "Ich wollte dich informieren, dass der König dich zu sich befohlen hat."
      Nun wandelte sich der nichtssagende Gesichtsausdruck des Spitzohrs in ein riesiges Fragezeichen.
      "Der König will mich sprechen?"
      Felerian runzelte die Stirn und steckte die Klinge zurück in die Scheide, welche mit einem Ledergürtel um seine Taille befestigt war.
      "Wie du bereits weist, ist der König schwer erkrankt... sein Gesundheitszustand hat sich sehr verschlechert..."
      "Und warum ist es sein Wunsch, mich zu sehen?"
      "Das wird er dir selbst sagen. Nun geh! Unseren König lässt man niemals warten! Obgleich ihm nicht mehr viel Zeit bleibt..."
      Dann wandte sich der Zentaur betrübt ab. Er war das einzige Wesen, welchem der Halbelf - neben dem König - Respekt zollte. Und seiner Mutter natürlich.
      So machte er sich kurz darauf auf den Weg zum Palast, welchen man von jenem Hügel aus, auf dem Felerian oft und gerne trainierte, sehen konnte. Am Hof war Felerian neben der Söldnergruppe ein gerne gesehener Gast. Man wusste, um seine ausgesprochen guten Fähigkeiten, und hier spielte es keine Rolle, welches Blut durch seine Adern floß. Die Wachen am Eingsangstor nickten ihm anerkennend zu, blieben aber stocksteif stehen, in ihren schweren Rüstungen. Auch der Halbelf nickte kurz, doch abermals ohne seine ernste Miene zu einem Lächeln zu regen. Von einer Zofe wurde er empfangen und zum Gemach des Königs geführt. Schon seit Wochen konnte er das Bett nicht mehr verlassen. Der Halbelf kannte das Schloss sehr gut. Die weiten Gänge, die großen Fenster und die riesigen Schilder, die zur Zierde an den Burgwänden hingen. Die Fackeln, die bei Nacht den Weg erhellten und der lange rote Teppich, welcher sich durch jeden Gang zog, so als gäbe es kein Ende. Die Zofe, die in einem schlichten, langen Gewand daherkam und ihr Haar unter einer weißen Kopfbedeckung verdeckt hatte, verbeugte sich noch einmal vor dem Halbelf, so als wäre er ein Adelsmann, dann ließ sie ihn bei den beiden Wachen zurück, die vor dem Gemach des Königs stationiert waren. Kurz sah er der Zofe hinterher, ehe er sich an die beiden etwa gleich großen Männer wandte.
      "Der König erwartet mich", sagte er und die beiden Männer ließen ihn gewähren. Er klopfte an der Tür und von Innen drang ein heiseres "Tretet ein!", begleitet von einem unheilvollen Husten. Der Bitte leistete Felerian Folge und nachdem er eingetreten war, verbeugte er sich vor dem König, der hager unter seiner Decke lag. Sein weißer Bart und das lang gewachsene Haar verdeckten etwas seine eingefallenen Wangen, doch je näher der Halbelf dem Bett des Königs kam, umso deutlicher erkannte er, dass fast jegliches Feuer aus den Augen des stolzen Mannes erloschen war. Es blieb ihm nicht mehr viel Zeit. Marcus hatte Recht.
      "Mein König... Ihr habt mich zu Euch befohlen."

      Liebe ist...
      jemanden so zu sehen wie er ist.
      Nicht, wie man ihn gerne hätte.
    • Fern ab der frechen Göre und ihren versteckten Idyll lag das Königreich Altena, welches über die Jahre hinweg an Stolz, Ruhm und Größe gewachsen war. In diesen Land fanden viele Wesen und Sterbliche eine Heimat die von strenger aber gerechter Hand des Königs geführt wurde. Mitten dort in Valsena, der Hauptstadt des Königreiches stand der prunkvolle Palast. Das Herz des Königreiches. Dort lebte und regierte wie es zu erwarten war der König. Wobei man von Leben nur noch schwer sprechen konnte. Er war ein gescheiter und lebensfroher Mann gewesen, nicht alt aber auch nicht mehr jung und doch waren seine besten Jahre vorbei. Seine stahlgrauen Augen waren mit den letzten Jahren immer trüber geworden und auch sein Lebenswille war langsam verblasst. Leider schwand mit ihm auch die Ordnung und die Hoffnung des Königreichs dahin. Das war den König wohl bewusst, was nicht gerade zu seinen Genesungsprozess mit bei trug. Als die großen Türen von den Wachen aufgestoßen wurden um den Weg für den Besuch frei zu geben, richtete der Kranke sich so gut es ging auf. "Ah. Ihr seid endlich gekommen." Er wartete bis der Halbelf nähr an sein Bett heran trat. Neben den Bett sahs eine weit aus jüngere Frau in edelsten Gewändern und mit einen Dutzend Edelsteinen geziert. Sie hielt die magere Hand ihres Gatten und tupfen mit einen feuchten Tuch seine Stirn. "Strengt euch nicht an. Überhaupt warum müht ihr euch mit dieser Mitklinge ab? Hätte ein Bote nicht auch-" ein Blick seinerseits genügte um das törichte Frauenzimmer verstummen zu lassen. Die stahlgrauen Augen konnten mit unter imemrnoch tiefer in deinen Menschen dringen als es jede Stahlklinge vermochte. "Es gibt eine Aufgabe die ich nur Euch anvertrauen kann. Sprecht mit niemanden über das, was ich euch nun sage." Ein flaches Husten unterbrach den einst stolzen Herrscher und seine Frau reichte ein Kelch mit Wasser, den seine schwache Hand jedoch beiseite schob. "Meine Zeit ist begrenzt, bald ist sie wohl ganz verstrichen. Und bevor ich ganz dahinscheide möchte ich das Königreich an den Richtigen weiter geben." Wieder war er gezwungen wegen den Husten eine Pause zu machen. "An mein einziges Kind." Die Augen der Königin wurden plötzlich riesig und sie schien ein plötzliches aufspringen zu unterdrücken. "Vor knapp 20 Jahren hat meine damalige Liebste ein Kind zur Welt gebracht." Der König atmete tief ein... dann wieder aus. Die Erinnerungen waren süß und doch so schmerzhaft. Er konnte sie vor seinen inneren Auge noch immer lächeln sehen. Wie schön ihre langes schwarze Haare im Wind tanzte und wie ihre roten Augen strahlten wenn sie ihn angesehen hatte. Die Liebe der beiden musste erst wachsen, sie kam damals nicht über Nacht aber sie war innig und scbön gewesen. "Man hat es geraubt, genauso wie wir einst seine Mutter raubten. Zumindest habe ich es gedacht. Doch aus irgendeinem Grund war Nisha der Meinung unser Kind zu verstecken. Vor was oder wem auch immer. Es lebt irgendwo auf diesen Kontinent und Ihr sollt es finden. Bringt mir mein erstes und einziges Kind zurück. Sobald mein Sohn wohlbehalten auf den Thron sitzt sollt Ihr und eure Gilde Reichtum erhalten. Außerdem gewähre ich Euch und euerer Familie einige Privilegien die euch ein gutes Leben auch nach meinen Tode sichern. Darum bitte ich Euch, bringt mir Nishas Kind zurück." Nun sprang die Königin tatsächlich auf. "Der Bastard dieser wilden Dirne?! Dieses Kind hat ihr Blut, das Blut dieser verfluchten Sippe ... das kann unmöglich Euer Ernst sein Majestät." Der kranke Mann baute sich noch etwas auf. "Schweig still Weib, noch bin ich der König. Euer König falls Ihr das vergessen habt. Im Gegensatz zu Euch hat sie mir überhaupt ein Kind geboren." Die 'edle Dame' schluckte schwer und erachtete es für besser sich wieder zu setzen. Dann sah der König zu seinen Gast. "Ihr erkennt das Kind an den königlichen Mal. Jeder meiner Sippe hat es am Körper. Außerdem gebe ich euch meinen Siegelring. Mit diesen könnt ihr euch bei seinen Hütern ausweisen."

      Von all dem hatte das besagte Königskind keine Ahnung. Dafür war sie viel zu beschäftigt ihren Schabernack mit den Leuten um sich herum zu treiben oder die Natur zu genießen. Wie konnte sie denn auch ahnen, dass all dies nun für immer vorbei war. "Hahaha, du kriegst mich nicht! Du kriegst mich nicht!" Noch immer war Alfred damit beschäftigt der frechen Magd hinterher zu laufen. Jedoch hatte er sie schon zurück zum Hof treiben können. Mit viel Schwung hopste sie über das Gatter der Weidekühe, rannte um die Tiere herum oder nutze sie als eine Art Schutzschild um für noch mehr Distanz zu sorgen. "Muuuh, dieser junge Bursche benimmt sich ja wie ein alter Esel." Begann sie lachend und mit verstellter Stimme ihren Fänger zusätzlich zu provozieren. Dann eilte sie flink hinter die nächste Kuh und antwortete "Muuuhuuhu selbst ihm wird er nicht gerecht. Aber er schwitzt so viel. Bald stinkt er mehr als die Schweine." , wieder unterbrach ein belustigtes Kichern das Schauspiel. Dann schwang sie über das nächste Gatter und stand nun direkt am Haupteingang des Hofes. "Sti .....Sti....Stineeee. Das reicht jetzt!" Japste der Knecht mit hoch roten Kopf. Die junge Dame wollte gerade umdrehen und sich davon machen als zwei Hände nach ihr griffen. "Na endlich." Stine blickte auf. Es war Roberta. Die Bäuerin welche alles andere als erfreut schien. "Gut, das mit dem Schweinen nehme ich zurück Alfred." Murrte die Magd kleinlaut. Robertas Griff wurde fester. "Wie siehst du nur schon wieder aus? Die Kleider und dein Körper sind über und über mit Dreck beschmutzt, alles schon wieder zerissen, die Haare wild zerzaust und was schon wieder alles an dir hängen gebleiben ist... begreife es doch endlich - die Zeiten wo du sorglos durch die Wälder getollt bist und Streiche gespielt hast sind längst vorbei! ....Oh, so können wir dich doch nie vor den Besuch lassen. Was muss der Herr nur von uns denken?" Sie seufzte und schob die Magd vor sich her ins Haus während selbige versuchte sich fuchtelnd zu befreien. "Also doch ein Er. Eins sag ich gleich ich werde niemand-" Stine verstummte als sie einen Fremden aus den Augenwinkel mit den Bauern in der Stube sitzen sah. August der Bauer sahs stolz auf seinen Stuhl, die Arme verschränkt, seine Pfeife rauchend und nachdenklich nickend. Den Fremden konnte sie kaum begutachten schob sie Roberta doch so schnell vorbei. "Roberta, Liebes. Schon gut, kommt nur her." Die Bäuerin blieb stehen. "Aber-" dann seufzte sie. "Sie würde sich ja eh nicht lang von der besten Seite zeigen." Dann zog sie die Schwarzhaarige zurück in die Stube. "Nun das ist sie werter Herr, die zukünftige Trägerin von Altenas Krone." Moment mal ... was?! Stine wischte sich etwas Dreck von der Wange ehe sie sich schlussendlich doch noch los reißen konnte. "Was faselt ihr da? Seid ihr verwirrt oder- ...oh, haha. Ja. Verstehe. Ihr wollt es mir heimzahlen. Hihi, netter Scherz aber nun lasst es lieber wieder gut sein. Also wer ist das und was hat er hier zu suchen?" Der Bauer stand langsam vom den reichlich, für sich und den Gast, gedeckten Tisch vor sich auf. "Wie Roberta sagte, dieser Mann ist hier um dich nach Hause zu bringen. Zum Palast von Altena." In den ersten Sekunden zeigte sie keine Regung, dann schüttelte sie mit Nachdruck das zerzauste schwarze Haupt. "Nein, nein,nein. Hier ist mein Zuhause!!!" Das Mädchen zupfte eine Diestel von ihren Rock und warf sie nach den älteren Herren. Dieser wich nicht aus und lies das Wurfgeschoss unbeeindruckt im seinen Bart hängen. "Du solltest deine Sachen packen, die Reise wird lang werden." Tränen spiegelte sich in ihren großen Augen. "Vergesst es ich geh nicht weg von hier!!!" Mit diesen Worten stürmte sie aus der Stube. "Stine!! Stine!!!" Rief ihr Roberta noch nach aber sie drehte sich nicht einmal um. August seufzte. "Lass sie. Sie beruhigt sich schon wieder. Nun-", wand er sich zu den überraschenden Gast. "Ihr seit wahrlich nicht zu beneiden. Hoffentlich werdet Ihr gut entlohnt. Versteht mich nicht falsch, sie ist ein gutes Kind aber... von Zeit zu Zeit ist Stine etwas.... anstrengend." Erklärte er während er an seiner Pfeife zog, ehe er die Diestel aus seinen Bart zog und sich wieder setzte.


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    • Die Zeit des Königs war fast vorbei. Vielleicht waren es noch Tage, Wochen, vielleicht aber auch nur noch ein paar Stunden, die dem einst stolzen Mann blieben, bis er den Weg ins Paradies gehen musste. Die Elfen glaubten, dass es Idhril war, eine uralte Ahnin, die als Gottheit verehrt wurde und ihr Leben für das ihres Volkes opferte, vor vielen hunderten Jahren. Starb ein Elf nach mehreren Jahrhunderten, so wurde er von Idhril empfangen und in das Paradies aufgenommen, vorausgesetzt er oder sie hatte ein tüchtiges Leben geführt, war stets hilfsbereit und mutig. Oft hatte sich Felerian, der selbst nicht gläubig war, gefragt, ob die Geschichten um die wunderschöne Idhril der Wahrheit entsprachen, oder nur aus den Fantasien der Elfenkinder oder Trunkenbolde entstanden und gewachsen waren. Und dann fragte er sich, ob er nach seinem Tod - sollte es sie geben - auch von ihr empfangen wurde, oder ob er im Höllenfeuer schmoren musste.
      Aufmerksam lauschte der Halbelf den Worten des Königs. Außer einer Verbeugung zur Begrüßung hatte er seiner Gemahlin keine weitere Beachtung geschenkt, da dieses Weib die Inkanation der Boshaftigkeit war, zumindest machte es so den Anschein.
      Als der weißhaarige Mann sein letztes Wort gesprochen hatte, verbeugte sich der Braunhaarige abermals vor dem kränklichen Mann, der nur noch ein Schatten seiner selbst war.
      "Ich werde alles tun, was nötig ist, und was ihr verlangt, mein König", antwortete er ehrfürchtig.
      Es schien so, als würde der König, der vor einiger Zeit noch treu an der Seite seiner Männer gekämpft hatte, und das Schwert schwingen konnte wie kein Zweiter, mit letzter Kraft den Siegelring von seinem dürren Finger streifen. Dabei fiel er fast von selbst ab, so schwer hatte ihn die Krankheit gezeichnet. Er legte den Siegelring in seine blasse und zitternde Handinnenfläche, woraus Felerian ihn nahm und sich nochmals zum Dank verbeugte.
      "Ich danke Euch, dass Ihr mir so viel Vertrauen entgegen bringt. Ich werde Euch nicht enttäuschen."
      "Nun gut... so geht...", und wieder wurde er durch den Husten, von dem er nun schon seit Wochen, tagein und tagaus gequält wurde, unterbrochen. Mit dem Wissen, dass der Söldner eine Karte von einer der Hofdamen erhalten würde, verabschiedete er sich von dem König und seiner Gemahlin.
      Er packte alles Nötige ein und verabschiedete sich bei Marcus, bevor er auf sein gesatteltes Pferd - einen schwarzen Rappen - sprang, und die Reise ins Unbekannte antrat. Das Dorf, in welchem der Thronfolger zu finden sein musste, lag weit entfernt. Noch nie hatte sich Felerian auf so eine weite Reise begeben. Seine gesamte Familie lebte in Altena. Er hatte nie einen Grund zu gehen. Doch Furcht kannte er nicht.
      Sein Weg führte viele Tage über weite Landschaften, hohe Hügel, vorbei an Seen, in welchem sich der azurblaue Himmel und die weißen Wolken spiegelten. Durch dichte Wälder hindurch und vorbei an moosbewachsenen Gesteinen, an kleinen Bächen und steilen Hängen. Manche Nacht verbrachte er unter dem freien Sternenhimmel, doch brach Gewitter und Regen über das Land herein, suchte er Unterschlupf in einem der Dörfer. Er begegnete freundlichen Menschen, aber auch Raufbolden, Trinkern und Gaunern. Doch das kannte er schon von Altena.
      Nach einer gefühlten Ewigkeit kam er in dem Dorf an, in welchem der Thronfolger leben sollte. Zum Glück kurz nach Tagesanbruch. Er wurde neugierig beobachtet, als er von seinem treuen Pferd abstieg und an der Tür des Bauernhauses klopfte. Eine korpulente Dame öffnete die Tür. Auf ihren Wunsch trat der Halbelf ein. Ein Mann, der sich als August vorstellte, saß am Tisch, und so wurde auch er in den Grund des Besuchs eingeweiht. Gefühlt eine Ewigkeit hatten die beiden miteinander gesprochen. Manchmal redete auch die freundliche Roberta mit. Doch dann war es Zeit.
      Mit keinem Wort hatten die beiden erwähnt, dass es sich um eine Frau - eine sehr junge Frau - handelte, die die Thronfolgerin sein sollte. Sie hatten Felerian in dem Glauben gelassen, dass es sich um einen starken, tüchtigen Burschen handelte, und nicht um ein Kind. Umso fassungsloser blickte der Halbelf drein, als er in das schmutzige Gesicht der aufmüpfigen Göre blickte. Er schwieg und beobachtete das Geschehen, ohne glauben zu können, dass sie es war, die über Altena herrschen sollte. Erst als sie aus dem Haus gelaufen war, und Roberta das Wort an Felerian richtete, stand dieser auf und räusperte sich.
      "Es war nett, sich mit Ihnen zu unterhalten, Roberta... und August", sagte er und sah kurz zu dem Mann, ehe er beiläufig nickte.
      "Aber ich denke, dass es sich hier um ein Missverständnis handelt. Dieses... Kind... kann unmöglich die Thronfolge übernehmen."
      Für Felerian stand völlig außer Frage, dass er diesem Gör hinterherlaufen und sie mitnehmen würde. Für ihn war es verschwendete Zeit. Und das schlimmste war, dass er dem König berichten musste, dass seine Suche keinen Erfolg hatte, und es niemanden gab, der seinen Platz einnehmen konnte. Vorausgesetzt er war nicht schon in dem Glauben gestorben, dass das Königreich weiter von mutiger Hand geführt wurde.
      "Verzeiht, dass ich eure wertvolle Zeit gestohlen habe. Ich wünsche einen schönen Tag", sagte er, höflich wie seine Mutter es ihn gelehrt hatte, ehe er das Haus verlassen wollte, um die Reise zurück nach Altena anzutreten.

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    • Der alte Bauer zuckte mit den Schultern bevor er noch einmal kräftig an seiner Pfeife zog. "Ich fürchte nicht mein Herr. Das Zeichen auf ihrer Schulter beweist es. Außerdem beurteilt man Kartoffel nach ihren Geschmack, nicht nach den Aussehen." August gab seiner Frau ein Zeichen mit seiner Hand, das sie nachschenken sollte. "Unsere Aufgabe war es lediglich auf Stine aufzupassen und ihr die nötigsten Grundlagen beibringen zu lassen." Roberta sah auf. Sie wusste genau wie schwer es für ihren Mann und auch sonst jeden hier war das Mädchen ziehen zu lassen, den jeder hatte sie auf seine eigene Art lieb gewonnen. Die beiden seufzten schwer. Als sich der Halbelf erhob reichte ein Blick von August, Roberta verständlich zu machen, das sie ihn ziehen lassen sollte. "Ists recht so. Es wird sich schon alles fügen." Brummte er leise.

      Vielleicht blieb der Bauer auch nur so ruhig weil er Stine von die Treppe herunter eilen hörte. Die Schwarzhaarige hatte in eine ihrer Kurzschlussreaktionen beschlossen, ihre liebsten Sachen zu packen und abhauen zu wollen. Wahrscheinlich in den umliegenden Wald oder so. Es wäre nicht das erste Mal. Sie hatte bereits das ein oder andere Mal drei Tage bis eine Woche so zugebracht. Nun stürmte das Kind emotional aufgewühlt und völlig überhastet gerade Wegs auf den Besucher zu. Natürlich kam es wie es kommen musste. Von der einen auf die andere Sekunde fand sich Stine am Boden wieder, während ihre Sachen rings um sie verteilt lagen. Es war nicht viel. Etwas Kleidungs, eine Lyra und drei Bücher. Eines war eim Buch mit weißen Seiten, dort zeichnete sie immer hinein, das andere war ein Kräuterkartalog und das letzte ein Abenteuerroman. Eines der neusten Bücher, welche Alfred ihr aus der Stadt mitgebracht hatte. "H-hey! Könnt ihr nicht aufpassen?!" Rief die Magd obwohl es wohl mehr ihre eigene Schuld gewesen war. Jetzt erst nahm sie sich die Zeit den Besucher genauer zu betrachten. Dieser Mann war ein ganzes Stück größer als sie und auch älter. Dennoch um einiges jünger als August. Seine Statur war muskulös aber nicht so klopsig. Dafür schien er flink und wendig. Die braunen Haare passten gut zu den schönen grasgrünen Augen. Oh ihr Götter... noch nie hatte die Schwarzhaarige solch ein Augenpaar gesehen. Sie hatte nur ein paar mickrige Sekunden Blickkontakt und doch fühle sie sich an ihren Morgen auf der Lichtung erinnert. Die spitzen Ohren, die wohl das markanteste Merkmale an den Fremden waren fielen ihr gar nicht auf. Nachdem Stine wieder Herrin ihrer Sinne wurde wand sie leicht kopfschüttelnd ihren Blick ab. "...Verzeihung. Ich wollte Euch nicht... also was ich sagen will..." begann sie leise, wohl wissend das Entschuldigungen nicht zu ihren Stärken gehörten. "Es tut mir leid! Das...war wohl doch meine Schuld." Langsam richtete sich die Magd auf. Sie striech ihren Rock gerade und begann ihre Sachen wieder auf zu sammeln. Irgendwie musste sie wieder alles zusammen schnüren können. "....Mir tut es übrigens auch leid Eure Hoffnungen zerstört zu haben. Jetzt wart ihr so lang von euren Lieben getrennt und werdet dennoch nicht entlohnt. Dabei hätten euch die Regelungen und das Gold des Königs das Leben im Armenwirtel bis zu euren letzten Lebtag einfach gemacht." Huch- woher kam das? Oh nicht schon wieder. Stine wusste schon immer das etwas nicht stimmte, das sie anders war und nicht hier her gehörte. Seit dem sie 5 Jahre alt gewesen war sah sie manchmal so etwas wie Visionen .... sie selbst nannte es Tagträume die sich nicht haben wollte. Für sie hatte es meist keinen Sinn gemacht in Nachhinein hatte sich herausgestellt, das diese Träume wahre Begebenheiten waren. Entweder zeigten sie zukünftige, gegenwärtige oder vergangene Ereignisse. Das passierte immer ein Mal wenn sie etwas bestimmtes länger berührte oder ansah. Das Mädchen schluckte ehe sie ihre Sachen griff und wirklich davon stürmte.


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    • Wahre Worte des älteren Herrn. Gerade Felerian musste wissen, dass man niemandem nach seinem Aussehen beurteilen sollte. Doch obgleich sie das Zeichen von Altena auf dem Leibe trug oder nicht - der Halbelf konnte sich nur schwer ein Kind in den Fußstapfen des Königs vorstellen. Dennoch passte die Geschichte... die beiden Bauern hatten das Findelkind aufgezogen und zu einem von ihnen gemacht: zu einem Bauerntrampel. Selbst wenn diese Magd die rechtmäßige Thronfolgerin war, so fand Felerian es doch besser, den König in dem Wissen sterben zu lassen, dass ein geeigneter junger und kräftiger Bursche über Altena herrschte. Sicher würden sich genug Anwärter finden lassen. Eine Frau auf dem Thron? Dazu noch ein Kind? Unmöglich.
      "Dem wird so sein", erwiderte das Spitzohr nach einer kurzen Zeit des Verharrens und nickte auch der freundlichen und gut genährten Roberta noch einmal flüchtig zum Abschied zu. Dann verließ er das unscheinbare Haus und hielt nach seinem treuen Pferd Ausschau, der sich wieder mal vom Acker gemacht hatte. Meistens war er nicht weit weg, und suchte den Platz mit dem grünsten Grün aus. Und genauso war es auch. Der stolze Rappe mit dem auffällig glänzenden Fell - man konnte meinen sein Reiter hätte ihn mit einer Ölschicht überzogen - stand an einem kleinen Fleckchen, auf welchem saftiges Grün wuchs. Auf dem Weg zu ihm, kam es zu einem Zusammenstoß mit dem kleinen Gör von vorhin, welches erst einmal Felerian mit Schuldvorwürfen bewarf. Er verschränkte zunächst die Arme vor der Brust und sah zu, wie das Kind sich aufregte, kurz darauf stocksteif dastand und dem Halbelf in die Augen sah. Ziemlich lange für seinen Geschmack. Erst als er die Augenbraue prüfend und fragend erhoben hatte, schüttelte sie sich und bat um Verzeihung. Geht doch. Darum half er ihr auch, und griff eines der am Boden liegenden Bücher. Ein Buch über Kräuterkunde. Interessant. Nicht für Felerian, aber sicherlich für seine Schwester. Wortlos reichte er ihr das Buch, nachdem er einen kurzen Blick darauf geworfen hatte. Ohne seine Miene auch nur ansatzweise zu einem Lächeln zu rühren, sagte er, noch bevor sie sich abwenden konnte: "Als ich euch sah, waren jegliche Hoffnungen dahin. Also, macht euch keine Sorgen. Viel Spaß mit den Büchern."
      Dann war er es, der sie stehen ließ und die letzten Schritte zu seinem Pferd hinüber ging.

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      jemanden so zu sehen wie er ist.
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    • Wer hätte denn mit so viel Chaos gerechnet? Heute morgen hatte Stine noch entspannt im Gras gedöst und nun wollte sie auf einmal den Thorn eines Königreiches besteigen? Das war noch immer etwas viel und so unglaublich unwirklich. "Ähm ....Danke sehr." Murmelte das Mädchen leise während ihre zarte Hand nach den Buch griff. Zumindest war sie diesen ungewollten Besucher los. "W-wartet. Wollt Ihr es nicht mitnehmen? Als Mitbringsel für Schwester? Dann wäre die Reise nicht ganz umsonst. Ich kann das Buch eh nahezu auswendig." Stumm reichte die Schwarzhaarige den Fremden das Buch. Dann fiel ihr Blick auf das majestätische Ross hinter ihnen. Pferde gab es nicht auf den Aranel Hof um so faszinierender war es eines zu Gesicht zu bekommen. "Ihr habt aber ein schönes Tier. Hat es einen Namen?" Langsam und vorsichtig mit viel Achtung trat sie nähr, hielt sich aber zurück das Tier anfassen zu wollen. Jedoch war ihre Körpersprache offen falls es ihr nähr kommen wollte. "Wie ist Altena so? Ihr seid doch von dort. Nicht wahr?" Tatsächlich wusste Stine kaum etwas über ihre Herkunft oder Vergangenheit auch wenn sie andauernd die anderer Leute sah. Durch diesen Fremden konnte sie wenigstens eine schwache Ahnung erhaschen können. "Und... wenn das stimmen sollte... also nur wenn es sollte ...wie ist er so? Mein Vater...der König." Wer war dieser Mann überhaupt? Der König musste ihn vertrauen wenn er ihn schickte sie zu holen. Aber wie ein Edelmann sah er bei weiten nicht aus. "Wenn Ihr aufbrechen wollt begleite ich Euch noch etwas in die Wälder. ....Ich brauche etwas Abstand von dem Hof." Wie konnte man ihr so nebenbei nach fast 18 Jahren erzählen wer sie war und wo sie hinhehörte... so ganz nebenbei?


      “If you were happy every day of your life, you wouldn’t be a human. You’d be a game show host.”
    • Als das Mädchen sich abermals an ihn wandte, drehte er sich zu ihr um und nahm mit gerunzelter Stirn das Buch entgegen. Woher wusste sie, dass seine Schwester sich für Kräuterkunde interessierte? Dass er überhaupt eine Schwester hatte? Doch Felerian tat es als Zufall ab. Elfen hatten oft viele Geschwister, da die Elfen viel länger lebten als Menschen. Und vielleicht sah er für das Mädchen aus wie ein Elf. Sie wusste doch nichts von der Welt, kannte nur ihre Schweine und Kühe. Wie wollte sie da einen Halbelf von einem echten Elf unterscheiden?
      Dann weckte der Rappe die Aufmerksamkeit des Görs. Dafür hatte Felerian nun wirklich keine Zeit. Er seufzte kaum hörbar, als sie dann auch noch begann, Fragen zu stellen. Doch sollte sie wahrhaftig die Tochter des Königs sein, welche Vorstellung für ihn immer noch befremdlich schien, hatte sie ein Recht, alles zu erfahren. Darum beschloss er, ihre Fragen zu beantworten.
      "Abraxas", antwortete der Halbelf kurz angebunden und versuchte dann ihre gestellten Fragen systematisch zu beantworten.
      "Altena ist ein sehr prunkvolles Königreich. Der Palast ist riesig, die Frauen tragen nur die edelsten Gewänder und verköstigen die wertigsten Speisen."
      Zwar war der König ein guter Herrscher und hatte es trotz unterschiedlicher Schichten zu einem einigermaßen friedlichen Miteinander geschafft, doch die Elfen wurden teilweise noch immer wie Sklaven behandelt. Wie ein Volk zweiter Klasse, während die Adelsdamen in Prunk und Reichtum lebten und starben. "Der König ist ein ehrenwerter Mann..."
      Ganz bewusst brachte er das Mädchen nicht als Tochter in sein Gesagtes mit ein, denn noch immer glaubte er nicht, dass es stimmte. Darum wollte und musste er sich nun doch selbst überzeugen. Er trat nahe an das Mädchen heran, und bevor er den Stoff ihres Leinengewandes die zierliche Schulter hinabstrich, sagte er: "Lasst mich sehen..."
      Und es war so. Deutlich war das Zeichen Altenas auf ihrer blassen Haut zu erkennen. Er seufzte, trat wieder zurück und schien mit sich zu hadern. Konnte er dem König tatsächlich seine Tochter vorenthalten? Es überkam ihm das Gefühl, als würde er nach seinem Ableben ganz sicher im Höllenfeuer schmoren, und nicht von Idhril - sollte es sie wirklich geben - mit offenen Armen empfangen werden.
      "Ihr tragt das Mal... durch Eure Adern scheint wahrhaftig königliches Blut zu fließen", musste er einräumen, doch begeistert schien er nicht davon, die Thronfolgerin ohne größere Komplikationen gefunden zu haben. "Glaubt mir... ich würde nichts lieber tun, als dem König zu sagen, dass sein Thronfolger nicht mehr existiert... dass jemand anderes den Thron besteigen soll und weiter so über Altena herrscht wie unser König... aber dazu habe ich kein Recht."
      Eine Feststellung, die Felerian wohl garnicht gefiel. "Also bleibt mir nichts anderes übrig, als Euch zu bitten, mit nach Altena zu kommen. Eurem Vater - sollte er es wirklich sein - geht es sehr schlecht. Ihm bleibt nicht mehr viel Zeit. Und es war sein Wunsch, dass ich Euch nach Altena bringe und Ihr den rechtmäßigen Platz auf dem Thron einnehmt."

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    • Stine blickte sanft lächelnd zu den edlen Tier. "... Abraxas..." wiederholte sie leise. "Der Name passt zu ihm." Noch immer hingen ihre Augen neugierig und faziniert an den stolzen Rappen, der seelenruhig in der Sonne graste. Ehrfürchtig und behutsam legte sie eine Hamd auf das glänzende Fell. Es war ganz warm und obwohl es dicke Haare waren irgendwie weich. "Begleitet er Euch schon lang?" Sanft fuhr die zarte Hand über das Pferdefell während sie den Erzählungen des Besitzers lauschte. "...Uuund warum gibt es dann ein Armenviertel wenn es ein so prunkvolles Königreich ist? Ich meine wenn der König so ein guter Mann ist und das Königreich so toll sollten es doch nicht so viele Gesellschaftsschichten geben." Diese Vision gerade eben hatte die Familie dieses Mannes gezeigt. Sie schienen zwar alle glücklich mit einander und dem was sie hatten, hatten aber weiß Gott kein einfaches Leben. Im Gegenteil. "Wenn er ein guter König wäre, stünden allen die selben Chancen zu. Obgleich Arm oder Reich, Sterblicher oder Wesenheit. Aber den scheint ja nicht so zu sein." Und dann hatte er ein Kind um welches er sich bis zu diesen Zeitpunkt nicht gesorgt hatte. "Hm?" Verwundert ließ die Magd ihren Blick von Abraxas zu seinen Herren streifen. Was hatte er wohl damit gemei- "H-Hey!" Schlagartig zuckte ihr ganzer Körper in sich zusammen und das Mädchen war bemüht mehr Distanz zwischen sich und den Mann zu bringen. "Fasst mich nicht an!" So schnell wie möglich machte sich Stine daran ihre Schulter wieder zu bedecken. "Also wirklich... und man sagt mir nach ich hätte keine Manieren. Fallt Ihr immer so mit der Türe ins Haus?" Noch immer etwas empört und mit langsam in immer kräftigen rot glühenden Wangen schüttelte sie das wilde schwarze Haupt. "Pff..." Es wäre nicht das erste Mal, das ein Mann versuchte ihr nähr zu kommen denn unter den Dreck und den Kratzern steckte eine wirkliche Schönheit, das Antlitz einer Prinzessin würdig. Doch diese Situation hatte sie zunächst falsch interpretiert. "Dann sagt es ihn doch so. Meinen Segen habt Ihr. Problem gelöst." Murrte Stine und stämmte die Hände in die Seite. "Tze. Ich seh es gar nicht ein mit zu kommen. Ich gehöre hier her oder in den Wald aber nicht auf einen Thron im einen Palast und in engen Gewändern. Außerdem was schert mich ein alter König der sich jemals weder als König noch als Vater bei mir bewiesen hat? Hm? Richtig, nichts. Da wünschte ich mir lieber dieser Bulle dahinter wäre mein Vater." Rief sie wärend sie auf einen Bullen auf der Weide deutete. "Wenn Ihr das Gold und die Regelungen für eure Familie nicht bekämt wäre Ihr doch auch nicht hier. So viel scheint euch am König also auch nicht zu liegen."


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    • "Das tut er", antwortete Felerian auf die Frage hin, ob Abraxas schon lange sein treuer Begleiter war. Schon viele Jahre waren die beiden ein eingespieltes Team. Dass dieser schwarze und stolze Rappe mitunter einer der tiefsten Verbündeten war, das konnte man sehen. Die Blicke, die sie einander zuwarfen, den liebevollen Umgang, das genaue Verstehen einander, ohne dass sie miteinander sprechen konnten. Und dass Abraxas sehr gepflegt daherkam, das konnte man deutlich erkennen. Für viele war das Pferd nur eine Möglichkeit, um schnell von A nach B zu kommen. Für Felerian war der Hengst viel mehr als das. Er war zu einem Freund geworden.
      Je abfälliger dieses kleine, ungezogene Göre über den König sprach, umso mehr staute sich die Wut in dem Halbelfen. Er ballte seine Hände zu Fäusten und musste an sich halten, der Kleinen nicht ordentlich die Visiten zu lesen. Sein kompletter Körper hatte sich angespannt, und egal wie sehr er versuchte, sich in die 17-Jährige hineinzuversetzen... es gelang ihm nicht. Allerdings war es auch noch nie seine Stärke, besonders empathisch zu reagieren.
      "Hört zu, Prinzessin oder Magd, es ist mir völlig gleich, wer oder was ihr letztendlich seid. Ich bin hier, um euch nach Altena zu bringen, auf Geheiß des Königs. Nicht mehr und nicht weniger. Und wenn ihr nicht bereit seid, des Königs Bitte Folge zu leisten, so werde ich ihn darüber in Kenntnis setzen. Sofern ihr mit dem Gewissen leben könnt, einem sterbenden Mann den letzten Willen abgeschlagen zu haben."
      Da er nicht glaubte, dass sie ihre Meinung ändern würde, und es nicht seine Art war sie zu packen und ungewollt mitzunehmen, wandte er sich von ihr ab und richtete den Sattel seines Pferdes. Er würde kein Wort über das Armenviertel verlieren oder über den Stand der Elfen in der Gesellschaft. Schon viele Jahrhunderte führten die Elfen ein Leben in Unterdrückung. Manche von ihnen hatten ihr Schicksal akzeptiert, andere übten einen erfolglosen Aufstand, der immer und immer wieder ins Nichts führte. Darum bemühte sich der Halbelf auch nicht mehr, und setzte sich nicht mehr für ein besseres Leben ein. Seine Familie war nicht allzusehr von der Armut betroffen. Sie hatten eines der größten und schönsten Häuser im Armenviertel. Sie hatten ausreichend Nahrung und löcherlose Kleidung zur Verfügung. Das genügte der Familie. Doch vielen Elfen in den Vierteln ging es sehr viel schlechter. Der König hatte bereits viel für die Elfen getan, doch manchmal war sogar das Wort eines Königs machtlos. Es sollte sich viel verändern, das hatte auch Felerian gehofft. Doch dann hatte es angefangen, dem König von Tag zu Tag schlechter zu ergehen...

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    • Na bitte! Nicht jeder war fein und artig erzogen worden. Dieser fremde Laufbrusche hatte ja wirklich noch weniger Manieren als die Bauernmagd... zumindestens nach ihren empfinden. Stine drückte ihr hab und gut fest an sich während sie deutlich ein und ausatmete um sich zu beruhigen. "Ihr habt vielleicht leicht reden. Eure Eltern haben euch nicht an einen anderen Ende der Welt bei Fremden ausgesetzt, sich nicht darum gekümmert was Ihr macht oder wie es eich geht. Nein, eurer Zuhause ist freundlich und liebevoll. Ihr seid nicht in den Glauben aufgewachsen etwas anderes zu sein und plötzlich taucht ein daher gelaufener Laufbursche auf der alles auf den Kopf stellt. Herzlichste Glückwünsche Ihr seid eine Prinzessin und Ihr habt auf einmal doch Eltern die es sich nach fast 20 Jahren mal dazu gerungen haben nach Euch zu schicken. Das ist wie als würde ein Esel ein Lamm gebären. Lamm oder nicht... es bleibt ein Esel selbst wenn ein Pferd kommt und ihn erklärt ein Schaf zu sein." In ihren stahlgrauen Augen flakerte ihr Temperament wieder. Als ihr Blick zu Abraxas glitt beruhigte sie sich langsam wieder. Dieses Tier konnte eine wild gewordene Magd erstaunlich gut auf den Boden der Tatsache geleiten. "....Sowas tut man seinen Kind doch nicht an. Schon gar nicht wenn man es wenigstens ein bisschen liebt. Ich meine mich weg zu geben ist eine Sache aber nach so langer Zeit....mich einfach aus meinen Leben zu reißen indem mein Vater und seine Probleme keinen Platz haben.... ich hatte doch auch keinen Platz in seinen Leben." Es war dieses leichte zwiebeln um ihren Augen was vertritt, dass Stine gleich in Tränen ausbrach wenn sie nicht an sich hielt. "Außerdem ich auf einen Thron? Das muss doch ein Scherz sein! Ünerhaupt ich könnte gar nicht... und ich will auch gar nicht!" Den ganzen Tag nur Zwänge, Regel, enge Kleider und vor allen kein bisschen Natur in diesen riesigen Palast... da würde ihre Seele doch innerhalb weniger Wochen sterben. Ein bitterliches Seufzen kam über ihre zarten Lippen. "Bei allen Göttern... wäre es genehm wenn ich mitkomme und diesen König selbst sage, dass ich die Krone nicht haben möchte? Dann müsst ihr das Herz dieses gebräuchlichen Altens nicht brechen. Vielleicht findet sich ja auch bis dahin ein geeigneter neuer König." Sie machte eine kurze Pause um zum Aranelhof zu schauen. "Aber wenn dies getan ist werde ich wieder hier her zurückkehren!"


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    • Wieder hörte sich Felerian die wilde Aneinanderreihung der Worte an, die wie ein Wasserfall aus dem Mädchen ströhmten. Er filterte nur das Wichtigste heraus. Wie es ihr nun all die Jahre auf dem Bauernhof ergangen war, wie sie sich gefühlt hatte... das war für den Halbelfen nicht von Belang. Er hatte selbst genug Schicksale auf seinen Schultern und in seinem Herzen zu tragen, als dass ihre Gefühle ihn nur ansatzweise interessierten. Für ihn zählte nur seine Aufgabe, die daraus bestand, das Gör zum Palast zu bringen. Nicht mehr und nicht weniger. Darum war es besonders ihre finale Entscheidung, die er als wichtig hinauskristalisierte. Sie kam also mit. Sei es nur, um dem König - ihrem angeblichen Vater - zu sagen, dass sie "keine Lust" auf den Thron hatte. In Felerians Augen war es sogar eine kluge Entscheidung, die Thronfolge nicht zu übernehmen. Sicher würde die kleine Bauerndirn nach wenigen Tagen so überfordert sein, dass sie weinend die Flucht antrat. Ein ganzes Volk zu regieren - dafür war die Magd so ungeeignet wie man es nur sein konnte. Egal ob nun wahrhaftig königliches Blut durch ihre Adern floss, oder eben nicht.
      "So soll es sein", antwortete er auf ihr reichlich Gesagtes. Da er aufgrund eines Sturmes erst in der gestrigen Nacht Schutz in einem der entfernten Dörfer gesucht hatte, und sich dort mit etwas Proviant versorgte, konnten die beiden ohne große Umschweife aufbrechen.
      "Verabschiedet euch von eurer Familie. Ich warte so lange. Ihr werdet einige Tage fort sein", sagte er, wieder ohne eine Gefühlsregung zu zeigen, während seine Finger über das glänzende Fell des Rappen fuhren, der noch immer mit dem Grasen beschäftigt war und mit seinem pechschwarzen Schweif die Fliegen abwehrte.

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    • Stine schnaubte empört während sie ihre Sachen auf den Boden abstellte. "Pff." Dann wand sie sich von dem Pferd und seinen Reiter ab. Dieser Mann hatte vielleicht leicht reden! Nachdem sie mittels aufgebrachten Stampfen ihren Ärger Luft gemacht hatte, blieb sie kurz stehen. Ein tiefer Seuzfer kam aus der Schwarzhaarigen hervor. Auch wenn es nur ein Abschied auf Zeit war, so fühlte er sich doch so endgültig an. Selbst wenn sie an den Aranelhof zurückkehren würde, Stine würde nie wieder die Selbe sein. Langsam, beinah ängstlichen Schrittes trat die Magd über die Hausschwelle. In ihren Magen drehte sich alles und ihr Herz wurde von Sekunde zu Sekunde schwerer. Es erforderte eine Menge Mut die letzten Meter bis zur Stube zurück zu legen. Um dem aufgetafelten Tisch sahsen der total erschöpft Alfred sowie die Eheleute. "Na komm schon rein Kind." Hörte sie die Stimme des Alten sie zu sich rufen. Stine schluckte. "Ich...nun ich-" begann sie leise zu stammeln. "Schon gut. Wir wissen schon." Alfred sah verwundert auf. "Was wissen wir?" Er schien als einziger nicht im Bilde zu sein. Roberta hatte als einzige nichts gesagt, stand aber lautlos auf und ging auf das Mädchen zu um sie in die Arme zu schließen. Die Schwarzhaarige schloss ihre Augen und schmiegte sich an Roberta. "Pass auf dich auf." Ihre leisen Worte waren so beruhigend und liebevoll wie eh und je. Nun stand auch August von seinen Platz auf um die Beiden in den Arm zu nehmen. "Benimm dich gut. Iss genug und achte auf deine Erscheinung." Gab die Bäuerin ohr noch einige Worte mit. "....ich komme wieder." Murmelte Stine leise. Der Bauer tätschelte ihr den Kopf. "Alles zu seiner Zeit, alles zu seiner Zeit." Zeit war ein gutes Stichwort. Dem Alten was bewusst das ihre gemeinsame Zeit nun endete. "Bis dahin werde ich euch nicht vergessen. Ich werde jeden Tag an euch denken." Langsam ließ sie von dem Bauernmädchen ab. Schließlich umarmte Stine auch Alfred noch einmal, nachdem auch dieser aufgestanden hatte. Auch ihn schien ein Licht aufgegangen zu sein. "Nun gut..." Murmelte der Alte und blickte seine Mitmenschen nacheinander an. Dann nickte er stumm. Langsam liefen er, Roberta und auch Alfred mit der Schwarzhaarigen nach draußen. Jedoch blieben sie einige Meter vor den Boten und seinen Ross stehen. Hier endete er, der gemeinsame Weg. Die restlichen Meter musste Stine allein gehen. Es waren die restlichen Meter vom Hof und die erste ihrer große Reise. So still wie in diesen Minuten war sie noch nie gewesen. Noch einmal blickte sie zurück. Betrachtete dem Hof, seine Tiere und schließlich die Menschen, die diesen Ort zu einen Zuhause gemacht hatte. Tränen quollen in ihre großen Augen aber ihre Lippen zierte ein bittersüßes Lächeln. Das Bauernmädchen schniefte ehe sie sich die Tränen aus den Augenwinkel wischte. Dann wand sie sich beinah quälend langsam herum, um die letzten Schritte allein zu gehen. Stine sagte nichts weder zu den liebgewonnen Tier noch zu seinen Besitzer. Noch immer stumm und tief in Gedanken verschunken hob sie ihre Sachen auf. Es war das Zeichen, zu gehen. Das Zeichen, dass die bereit war. Dies bedurfte keiner weiteren Worte.


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    • Es dauerte eine kurze Weile bis das Bauernmädchen mit Tränen in den Augen zu dem Halbelfen zurückkehrte. Er hatte wie besprochen geduldig bei seinem majestätischen Pferd Abraxas gewartet. Besonders empathisch war der Elf nur wenn es um seine Familie ging, oder um jene, die ihm nahe standen. Da er dem Bauernmädchen, welches in seinen Augen nichts königliches an sich hatte, keinerlei Gefühle entgegenbringen konnte - weder Ehrfurcht noch einer anderen Gefühlsregung -, ignorierte er schlichtweg ihre Tränen. Er machte ihr Platz, sodass sie auf das Pferd aufsteigen konnte, ehe er sich selbst mit einer anmutigen Bewegung auf den Rücken seines Rappen schwang und die Zügel in die Hand nahm. Der einzige Halt, um nicht zu Boden zu stürzen, war Felerian selbst. Ehrwürdigen Schrittes verließ das Pferd fast wie von selbst das Dorf, so als wüsste der Hengst genau, wohin sein Weg führte. Es war noch früh am Tag, und solange keine Besonderheiten ihren Weg erschwerten, würden sie heute schon eine beachtliche Strecke zurücklegen können. Felerian schwieg, während er durch leichtes Tippen in die Seite, Abraxas zum Trab antrieb. Der Hengst leistete der Anweisung Folge, und seine Hufe fanden mit einer bachtlichen Leichtigkeit immer wieder und in kürzeren Abständen den Weg zum steinig-sandigen Untergrund. Die Sonne stand bereits hoch am Himmel und schenkte eine angenehme Wärme an diesem besonderen Tag. Vermutlich war es für Stine ein besonderer Tag, für den Halbelf nur einer der unzähligen Aufträge, auch wenn dieser Auftrag auf Geheiß des Königs höchstselbst erfolgte.

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    • Noch immer hatte die Bauernmagd mit sich und ihren Emotionen zu kämpfen. Dafür blickte sie allerdings ziemlich finster drein, wenn sie den Boten in ihr Blickfeld bekam. Dies schien Selbigen allerdings überhaupt nicht zu stören. Im Gegenteil er machte einfach sein Tagwerk weiter als wäre das Mädchen gar nicht da. Sehr schön und mit diesen gefühlskalten Klotz musste Stine jetzt wohl für die nächsten Monate auskommen. Etwas unebholfen vielleicht sogar zögerlich und aus Respekt vor den schönen Tier schwang sich die Schwarzhaarige auf den Hengst. Als kleines Kind hatte August sie auf den Eseln und Bullen reiten lassen aber ein Pferd war da schon eine andere Sache. Wiederwillig klammerten sich die zarten Hände an den Umhang ihres Vordermanns. Für diesen Fremden war das keine große Sache, er hatte hier ja nicht gelebt. Dieses Land war wie jedes Andere für ihm. Ihn lag nichts an den Geruch von frisch gemähten Heu, an den Geschmack von Milch welche man aus den Euter der Kuh trank, ihn bedeutete das Atmen der Natur nichts welches man wahrnahm wenn man auf dieser Lichtung lag und ihn war auch das Bild des Sonnenauf- und Untergang nicht am Herzen welches sich auf der kleinen Bank vor den Haus sahs. Es war nicht so, das Stine sich nicht auf das Neue und Unbekannte freute aber je weiter sie sich von den Gutshof und der Umgebung entfernte je mehr Halt suchte sie bei den Boten. Einige Stunden waren schon ins Land gezogen. Der Morgen und Mittag war längst verstrichen. Stine hatte längst damit aufgehört die vorrüberziehenden Bäume zu zählen. Die Sonne hang nur noch knapp über der wachsenden Bergkette. Bald würde es wohl Nacht werden. Irgendwann waren die Beiden unweigerlich zur Rast gezwungen. Bei Nacht die Gebrigskette zu überqueren war viel zu leichtsinnig. "...Sollten wir für heute nicht lieber rasten? Bis wir ein Nachtlager aufgebaut haben bricht die Dunkelheit herein." Das waren die ersten Worte seit Stunden die von der Magd zu vernehmen waren. Doch nicht nur deshalb wünschte sie sich eine Pause. Sie war das lange sitzen und klammern langsam leid. Außerdem tat ihr Abraxas leid. Der arme Rappe hatte den ganzen Tag schwer zu tragen gehabt.


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    • Die Stunden zogen vorüber. Und das ohne besondere Vorkommnisse. Ohne Banditen, die sich den Vorrat unter den Nagel reißen wollten, in der Hoffnung, Schätze darunter zu finden. Das Wetter hielt auch keine bösen Überraschungen bereit, und so war es ein ruhiger Ritt, bis sich der Tag allmählich dem Ende zuneigte. Sie hatten an diesem Tag eine beachtliche Strecke zurückgelegt. Dennoch würde ihre Rückkehr ins Königreich noch einige Tage erfordern. Vielleicht Wochen, sollte irgendwelche Probleme ihren Weg erschweren, was Felerian unter jeglichen Umständen vermeiden wollte. Er wollte so wenig Zeit wie möglich an der Seite dieser Magd verbringen, seinen Auftrag erfüllen, und den König bestenfalls lebend antreffen...
      Als Stine das Wort an den Halbelfen richtete, zog er kurz darauf die Zügel an und Abraxas kam zum Stehen. Sie hatten an einem Waldrand angehalten, neben dem sich eine weite Wiese erstreckte. Sicher würde es kalt werden in der Nacht. Hier würde es reichlich Feuerholz geben und Tiere, die Felerian erlegen konnte. Sicher hatte das Gör Hunger, dachte er sich. Mit einem gewissen Schwung stieg er von seinem Pferd. Eigentlich hätte der Anstand verlangt, dass er der Schwarzhaarigen von dem Pferd half, doch das tat er nicht. Er ließ derweil seinen Blick über das weite Land schweifen. Der riesige Feuerball war schon halb hinter dem Horizont verschwunden. Es würde nicht mehr lange dauern bis die Nacht hereinbrach.
      "Ich werde Feuerholz sammeln für die Nacht und mich nach etwas Essbarem umsehen. Bleibt hier... und versucht in der Zeit nicht getötet zu werden. Ruft mich, wenn etwas ist", sagte er mit einem genervten Unterton und verschwand kurz darauf im Schatten des Waldes.

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    • Ein Wir kannte dieser ungehobelte Bote wohl nicht. Oder zumindest hatte er kein großes Interesse daran, sich für die kurze Zeit zu arrangieren. Noch immer etwas bleifüßig und vorsichtig wagte sich die Magd daran von dem Rappen zu steigen. Dabei bedacht weder sich selbst noch den Pferd etwas zu tun. "H-hey! Ihr könnt doch nicht-" protestierte Stine, brach ihr Klagen jedoch ab als sie bemerkte das es zu spät war. Dieser Mann hatte es echt verdammt eilig gehabt. "Tze." Es gab also wirklich Gesellen auf dieser Welt die noch weniger etwas von Höflichkeit und Benehmen verstanden als diese kleine Springinsfeld. Besagte Göre hatte noch immer recht beleidigt ihre Wange aufgebläht und die Hände zu Fäusten geballt. Dann aber traf der scharfe Blick wieder auf den schönen Rappen. Mit einen Male war der Ärger verflogen. "Hey..." säuselte sie ruhig während sie nähr an das Tier heran trat. "Du lässt mich nicht einfach so im Wald stehen, was?" Noch immer mit einen guten Maß an Respekt aber dennoch äußerst liebevoll strichen die zarten Hände über das schwarze Fell des Tieres. Stine schmunzelte vergnügt. Ja, Abraxas hatte sie wirklich lieb gewonnen. Was man von seinen Reiter nicht behaupten konnte. "Verrätst du mir den Trick? Wie man es mit deinen Besitzer aushalten kann?" Wenn dieser Mann sie wenigstens nicht wie bloße Wahre behandeln würde. "Du armes Pferdchen hast den ganzen Tag so viel Last zu tragen. Wie wär's? Soll ich dir etwas Wasser holen? Ja?" Stines grinsen wurde breiter. Sie hatte eh nicht vor hier zu bleiben. In einen Wald kannte sie sich besser aus als jedes andere Geschöpf. Außerdem konnte sie für sich selbst sorgen, diesen unhöflichen Kerl brauchte das Bauernmädchen höchstens um den Weg zum König zu finden. Eilig kramte sie in ihren Sachen. Es bedurfte einiger Hilfsmittel auf die sie bei ihren Weg durch den Wald nicht verzichten wollte. Zu guter Letzt schwing die schwarze Haarpracht hin und her, bei den Versuch den Boten zu erspähen. Nichts zu sehen. Sehr gut! Es war also niemand da, der Stine von ihren Vorhaben abraten oder gar ganz abhalten konnte. So zog sie los. Auf der Suche nach einen Fluss oder See. Bereit das zu finden, was der Wald ihr schenken wollte. Immer dabei bedacht sich nicht all zu weit entfernen zu müssen. Sicher war sicher.


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