​ Das Volk der Wüste [Jezz x Yngvi]

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    • ​ Das Volk der Wüste [Jezz x Yngvi]


      Geschichte
      Ein Königreich an der Grenze einer großen Wüste. Der König und die Königin werden von allen geliebt. Krieg gibt es hier nicht und keinem mangelte es an irgendetwas. Der König war nie nach mehr aus als mit seiner geliebten Familie in Frieden zu leben.
      Seine Söhne und Töchter wuchsen in diesem Paradies friedlich auf. Doch eines Tages änderte sich alles. Ein anderer Herrscher gierte nach seinen Schätzen und entsendete Assassine, um die komplette Königsfamilie zu töten. Sie vollbrachten ihr Werk fast perfekt. Eine Tochter überlebte – Sie schaffte es mit einem Pferd in die Wüste zu fliehen. Keiner folgte ihr, denn niemand überlebt dort lange.
      Dem Tode nahe, wurde sie von einem Volk, welches in der Wüste lebte, entdeckt. Der Stamm hält sie für die Sonnengöttin Sol und vergötterten sie. Dazu gehörte auch die Vermählung mit den Oberhaupt des Stammes…

      Jezz = Kyran
      Yngvi = Amalia

      Vorstellung und weitere Details:
      ​ Das Volk der Wüste [Jezz x Yngvi]
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    • Kyran

      Die Wüste war ein undankbarer Ort. Dauerhaft brannte die Sonne auf uns her runter und nachts kühlte es so sehr runter, dass man mehrere Tierpelze brauchte, um sich warm zu halten. Wir haben unsere Holzhütten und Zelte in den Schatten eines großen Steinbrockens aufgebaut, um so in der Zeit, wo die Sonne am höchsten steht, etwas mehr Schutz zu haben. Nur früh am Morgen und am Abend traf uns die Sonne.
      So auch heute. Wie jeden Sonnenaufgang waren die Frauen des Stammes bereits auf den Weg zur Wasserquelle, um ihre tägliche Aufgabe schnellstmöglich zu erledigen. Begleitet werden sie immer von den jüngsten Männern, um sie zu beschützen. Es ist noch nie etwas passiert, denn kein Tier greift eine größere Gruppe an. Sie waren auf Pferden unterwegs, damit sie so viel Wasser wie möglich hier hertransportieren konnten.
      Ich machte mich gerade bereit für die Jagt. Eine Herde Kamele hat sich nördlich des Lagers gezeigt. Das Fleisch war zwar zäh, aber es war etwas zu essen und wir waren dankbar dafür. Ich trat gerade aus meinem Zelt, als ich aus der Ferne mehrere Reiter auf uns zu kommen sah. Sofort griff ich nach einer Waffe und rief Priamos, mein Stammesbruder. Auch er hatte bereits die Reiter gesehen. In diesen Moment kam auch Reyna, unsere Stammesseherin und Heilerin, aus ihrem Zelt. Sie betete laut zur Sonne, sprach etwas von einer Ankunft und schmiss sich auf ihre Kniee.
      Kalon, eine Wache, rief Entwarnung. Es war kein feindlicher Stamm, sondern unsere eigenen Leute. Sie kamen früher als geplant zurück. Irgendetwas muss passiert sein. Ich ließ meinen Sperr wieder an meiner Hütte stehen und rannte ihnen Entgegen. Unser Stamm hatte keine Mauern, sondern wenige Holzbarrikaden.
      Yeona ritt als erstes an mir vorbei und sagte etwas von einer Fremden in der Wüste. Nero, der jüngste Mann, hat sie bei sich. Sie stoppte ihr Pferd nicht, sondern ritt direkt ins Dorf. Ich sah zur weiteren Gruppe, Nero und zwei weitere Frauen kamen direkt auf mich zu und blieben bei mir stehen. Die Pferde schnauften schwer, anscheinend hatten sie alles von ihnen abverlangt.
      Er hielt eine junge Frau in den Armen. Ihre Haut war komplett rot von der Sonne, blasen warf diese jedoch noch nicht. Sie war anscheinend ohnmächtig geworden.
      „Nero!“ herrschte ich laut. „Du bringst eine Fremde hier her?!“ Plötzlich hörte ich, wie Reyna lauter wurde. Sie sprach von der Ankunft Sol, der Sonnengöttin. Ich blickte auf die fremde Frau. Meinte sie ernsthaft diese Person? Eine Göttin?
      Ich nickte zum Dorf. Er soll sie erstmal in Sicherheit bringen und ihre Wunden verbinden. etwas weiter hinten kam der Rest der Gruppe, sie waren langsamer unterwegs, da sie ein fremdes Pferd mit dabeihatten. Auch sie winkte ich ins Dorf und gab ihnen sofort die Anweisung, sich um das tier zu kümmern.
      Reyna forderte zu einer Zeremonie auf, klammerte sich an mich, als ich zurückkam. Ich gab ihr das Versprechen der Zeremonie, um sie loszuwerden und folgte Nero ins Zelt von Reyna. Auch sie trat mit ein. Nero legte sie auf die Matte in der Mitte des Zeltes, sodass unsere Seherin und Heilerin sich um sie kümmern konnte. Das tat sie auch sofort.
      Sie nahm ein Stück Stoff und begann den Körper der Frau zu reinigen. Ich trat mit Nero zurück vor das Zelt. „Woher habt ihr sie?“ fragte ich ihn leise. Der Rest des Stammes, verwundete, Kranke, Kinder und schwangere Frauen, hatten sich bereits versammelt und sahen mich fragend an. Sie erwarteten eine Antwort, genauso wie ich eine erwartete.
      „Sie lag mitten im Sand. Ich hätte sie beinahe nicht gesehen, jedoch stand das Pferd dort und hat uns auf sie aufmerksam gemacht.“ Antwortete er mir genauso leise wie ich. Den Stoff, welchen sie am Körper trug, fand Nero genauso merkwürdig wie ich. Sehr dünn und leicht, an mehreren stellen durchsichtig. Mit einem Muster darin.
      Ich trat einen Schritt vor und blickte in die Runde. Das Gemurmel meines Stammes verstummte sofort. „Die Fremde wird von Reyna versorgt. Wenn sie aufwacht, werde ich mit ihr sprechen. Bis dahin haltet ihr euch fern von ihr!“ rief ich laut und deutlich. Ich warf Priamos einen Blick zu. „Du und Nero, ihr werdet sie bewachen.“ Er nickte und trat zu mir. „Der Rest geht seiner Arbeit nach. Wir brauchen immer noch Wasser, jetzt sogar noch mehr. Der Jagt werde ich mich nicht anschließen.“ Beschloss ich. Die Ersten wendeten sich wieder ab und gingen wie befohlen ihren Arbeiten nach. Javaid blickte mich wütend an. Es passte ihm nicht was ich tat, aber es störte mich nicht mehr. Seit ich das Duell gewann und Stammes Oberhaupt wurde, hegte er einen Groll gegeben mich. Er wendete sich jedoch auch ab und übernahm die Führung bei der Jagt.
      Ich wendete mich zu Nero und Priamos. „Tag und Nacht.“ Flüsterte ich ihnen zu. Beide bestätigten es kurz mit einem Nicken, bevor ich zurück zu Reyna ins Zelt ging. Sie hatte die Fremde bereits fast komplett gereinigt und flüsterte dabei immer wieder Gebete an Sol, die Sonnengöttin, welche von vielen hier verehrt wird. Ich setzte mich etwas abseits von ihr und sah ihr dabei zu. Die Fremde war eine merkwürdige Person. Sehr helle Haut, keinen Stoff als Sonnenschutz über ihren Kopf. Und ihre Kleidung dienten auch nicht als Schutz vor der Sonne… Warm halten würde diese sie Nachts auch nicht. Reyna wurde fertig und kniete sich über ihren Kopf um weitere Gebete zu sprechen. „ich benötige Blut.“ Meinte sie und blickte mich an. „Für die Zeremonie.“ Das Reinigen des Körpers im Tierblut, um so auch den seelischen Schmutz zu entfernen… „Blut und Blut zu kreuzen ist nicht richtig.“ Und deutete auf ihre leichten Wunden durch die Hitze. Sie hat offene Wunden. Reyna nickte und lächelte. „Also konnte ich das ungläubigen Kind doch etwas beibringen.“ Damit meinte sie mich und ich lächelte knapp. Ich glaubte nicht an irgendeine Göttin die uns Gaben bringt.
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    • Amalia

      Ich spürte, wie die Tränen meine Wangen entlang rannen und sich ihren Weg zu meinem wohl fahlweißen Kinn bahnten. So als würde es nur einen Weg geben, und dem war so. Der wilde Galopp meines Pferdes Tristan führte geradeaus in die sandigen Dünen der weiten Wüste. Auch so, als wäre es der einzige Weg, den es gäbe. Ganz so, als wüsste er, wohin unser Weg führte, wo wir Hilfe erwarten konnten. Mein Blick war geradeaus gerichtet. Ich musste die Zügel nicht festhalten, um den braunen Hengst in eine bestimmte Richtung zu lenken. Er wusste viel mehr als ich. Die Sonne prasste wie Feuer auf meinen Leib herab. Doch ich spürte nichts. Gar nichts. Weder Trauer, noch Angst, weder Besorgnis noch Kummer. Es war ein tiefes, schwarzes Loch, dass meiner Seele innewohnte. So als hätte man jegliches Leben ausgesaugt und durch ein Stück verbrauchtes Holz ersetzt. Und dennoch weinte ich. Fest klammerten sich meine Finger fast wie von selbst in die dunkelbraune Mähne meines Pferdes. Er schnaufte, während sein Weg weiter und weiter in die brennend heiße Wüste führte.
      Erst allmählich, als meine Kehle trockener wurde und wir gefühlt Stunden durch das ewige Nichts geritten waren, stellte ich mir die Frage, ob es der richtige Weg war zu fliehen. Ob ich nicht an der Seite meiner Brüder und meiner Eltern hätte sterben sollen. Deutlich sah ich das Gesicht meines Bruders Argo vor mir. Er sah mich mit seinen großen, glasklaren und tiefblauen Augen an, während er meine Hand festhielt, und mir befahl zu fliehen… „Solange du noch Zeit hast!“. Dann stach ihm jemand die spitze Klinge mitten durch den Rücken, direkt in sein Herz. Blutströme schossen aus seinem Mund, während rasend schnell jedes Leben aus seinem Blick verschwunden war. Ich floh, ließ die Assassinen und die Leichen meiner Familie zurück. Ich stieg auf mein Pferd und es lief los, so schnell wie noch nie in seinem Leben.
      Langsam bemerkte ich, dass ich der Hitze nicht mehr lange standhalten konnte. Mein Blick wurde von Minute zu Minute verwaschener. Ich spürte wie mein Herz förmlich aus meiner Brust sprang und der Tod mich zu sich rief. Doch was gab es für mich, jenseits meines Königreichs und meiner Heimat? Was erwartete mich hier draußen, völlig auf mich allein gestellt? Ich hatte keine Gegenworte, keine Argumentation, würde der Tod mich fragen. Und so schloss ich, ohne den Kampf angenommen zu haben, die Augen. Ich spürte nur noch, wie ich von Tristans Rücken rutschte und auf dem sandigen Untergrund lag. Noch den feuchten Atem meines Pferdes, und dann… wurde alles Schwarz um mich herum.
      Ich wusste nicht, was mit mir geschah und ich widersetzte mich dem Tod nicht. Doch dann öffnete ich langsam die Augen und realisierte zunächst nicht, dass ich tatsächlich noch am Leben war. Ich sah in ein unbekanntes Gesicht. Als ich allmählich mehr und mehr zu mir kam, schreckte ich auf, so als wäre all das verlorene Leben wieder in meine Glieder zurückgekehrt.
      „Wo-Wo bin ich!?“, fragte ich und spürte abermals wie das Herz aus meiner Brust springen wollte. Hektisch sah ich mich um. Ich kannte diesen Ort nicht. War es ein Zelt, in dem ich mich befand? Ich sah einen Mann in einer Ecke sitzen, doch schenkte ihm keine weitere Beachtung.

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    • Kyran

      Reyna betete noch lange, beugte sich immer wieder nach hinten und nach vorne und sprach etwas von der großen Sonnengöttin Sol. Ich beobachtete das stumm. Es sah nicht so aus, als wäre die Fremde lange unterwegs gewesen. Ihre Haut war stark gerötet, an ein paar Stellen verbrannt vom heißen Sand. Diese Wunden waren schon gereinigt und verbunden. Reyna hat irgendwelche Kräuter darauf geschmiert.
      Langsam dauerte es mir zu lange. Sie kann noch Tage so da liegen, vielleicht sogar sterben. Dann waren zwar alle Mühen umsonst gewesen, aber wir haben es wenigstens versucht. Gerade als ich beschloss mich zu erheben, stockte Reyna und starrte auf das Gesicht. Ich blickte ebenfalls zu ihr und stellte fest, dass sie die Augen geöffnet hatte. Reyna begann lauter zu beten, so laut dass ich fast nicht die Stimme der Frau hörte. "Reyna, schweig!" herrschte ich laut und stand auf. Nero kam ins Zelt gestürmt um zu sehen ob alles in Ordnung ist. Er sah auf die Frau und schluckte schwer. "Geh wieder raus, Nero. Und sprich mit keinen darüber." sagte ich jetzt deutlich ruhiger. Dieser nickte und verschwand wieder. Niemand aus dem Stamm musste wissen, dass sie bereits wach ist. Sie sollen noch ruhig glauben, dass sie schläft.
      Ich hob den Kopf und blickte zur Frau. Man merkte, dass sie panische Angst hatte. Verständlich, wir waren ihr genauso fremd wie sie uns, nur waren wir deutlich in der Überzahl und das war unser Gebiet. Reyna ließ es sich nicht nehmen und murmelte weiter Gebete vor sich hin. Ich trat langsam einen Schritt näher. "Wer bist du? Woher kommst du?" fragte ich sie, so sanft es ging. Ich wollte ihr nicht noch mehr Angst machen. Das wird jedoch unmöglich sein... Ihre Wortfetzen klangen mir fremd.
      Ich griff nach einer Schüssel und befüllte sie langsam mit Wasser. Diese reichte ich ihr. "Trink." befahl ich ihr.
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    • Amalia

      Gerade als ich aufspringen und hinaustürmen wollte - denn die unverständlichen Worte der Unbekannten bereiteten mir ein Gefühl von Unbehagen-, hielt ich inne. Der Fremde kam auf mich zu, sprach mich an, doch ich verstand nicht ein Wort. Seine Stimme klang sanfter, seine Worte langsamer. Keine wilde Aneinanderreihung von Unverständlichem. Er gab mir etwas Wasser, welches ich erst nach einem kurzen Zögern und einem Kopfnicken entgegen nahm. Ich betrachtete das Nass und zögerte erneut. Konnte man diesen Menschen trauen? Wer waren sie? Dann aber trank ich, denn meine Kehle war so trocken wie die Sanddünen aus meiner letzten Erinnerung. Das Wasser war warm, nicht angenehm kühl wie ich es aus unserem Burgbrunnen oder den kühlen Gewässern von meinen Reisen kannte. Nur flüchtig sah ich zu der Frau, die noch immer mit einer unverständlichen Sprache um sich warf, dann trafen meine Blicke die des Unbekannten. Ich stellte die Schüssel neben mich und versuchte aufzustehen. Die Wunden, die sorgfältig verbunden waren schmerzten, aber es war auszuhalten. Noch etwas wackelig auf den Beinen, brauchte ich einen Moment bis ich Stand hatte. Dann sah ich mich nochmal um. Alles war so neu... wie aus einer fremden Welt. Eine Welt, die ich höchstens aus alten Indianer-Geschichten kannte. Dann suchte ich wieder die Blicke des Mannes und sprach: "Sag mir, Fremder. Kannst du mich verstehen? Bitte, sag mir, wo ich bin... wo ist mein Pferd, und... wo..."
      Dann spürte ich schreckliche Kopfschmerzen. Wie feste Nadelstiche... immer und immer wieder. Ich hielt mir die Schläfe fest. Ich atmete tief durch und versuchte nicht erneut das Bewusstsein zu verlieren.

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    • Kyran

      nach einem kurzen Zögern griff sie doch nach der Schlüssel und trank daraus. Ich trat wieder einen Schritt zurück und beobachtete sie weiterhin. Sie sah erschöpft aus und ziemlich mitgenommen. Wie kommt sie in die Wüste? Nach jemanden, der dort lebt, sah sie jetzt nicht aus...
      Als ich merkte, dass sie aufstand, ging ich einen Schritt zur Seite und versperrte so den Weg nach außen. Ich wollte sie jetzt nicht außen rennen sehen. bisher wusste ich nicht, zu was sie fähig ist. Reyna wurde erneut etwas lauter und verbeugte sich vor der Fremden. Dann verfiel sie wieder in ihre Gebete und murmelte diese vor sich hin. Wahrscheinlich machte sie ihr mehr Angst als ich...
      Ich sah ihren Blickt, welcher umherschweifte. Es sah so aus, als wäre ihr wirklich alles fremd. Als sie erneut das Wort ergriff, musste ich ernüchternd feststellen, dass sie niemals ein Wort verstehen wird. Sie sprach anders als wir.
      Ich konnte ihr gar nicht Antworten, da hielt sie sich schon den Kopf fest. Anscheinend starke Schmerzen. Sofort trat ich neben sie und legte einen Arm um ihre Hüfte um sie zu stützen. Sanft drückte ich sie zurück auf die Liege, dass sie sitzt. Gerade im Moment war das besser als aufzustehen. Das Zelt kann sie mit diesen Brandwunden aktuell auch nicht verlassen. Es würden nicht nur Narben entstehen, das ganze könnte sich auch entzünden. Diese Verletzungen genügten schon.
      Als sie sich wieder etwas beruhigte, klopfte ich mit der Hand gegen meine Brust. "Kyran." sagte ich mehrmals und klopfte gegen meinen Oberkörper. dann deutete ich auf Reyna, sie hatte sich noch immer verbeugt. "Reyna." auch das wiederholte ich mehrmals. Dann deutete ich auf sie. "Sol?" fragte ich knapp. Reyna hörte sofort das Beten auf und blickte hoch.
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      Der Mann half mir, mich wieder hinzusetzen. Als ich saß, verschwand die Schwäche allmählich aus meinen Gliedern und ich sah das vormals Verschwommene deutlicher. Der Schwindel schwand und ich blickte zu dem Fremden auf, der sich als Kyran vorstellte. Die Unbekannte hieß wohl Reyna. Mehr sagte er nicht. Außer Sol? Sol... was bedeutete das? War das eine Frage? Oder ein Name? Hielten sie mich für eine Sol? Verwirrt schaute ich zwischen der Fremden und dem stämmigen Mann hin und her.
      "Sol...?", fragte ich und schüttelte leicht mit dem Kopf. "Was bedeutet das?"
      Doch eigentlich machte es keinen Sinn, Fragen zu stellen. Sie verstanden mich nicht. Ich seufzte und sah mich im Zelt um. Wenn ich doch nur wüsste, was ein Sol war... Oder wer... Doch ich fand nichts, was es mir erklären würde. Kein Bild, keine Schriften, deren Zeilen ich ohnehin nicht verstanden hätte. Obwohl sie genauso wenig verstanden wie ich von ihren Worten, sprach ich bewusst langsam: "Ich heiße Amalia. Ich komme von dem Königreich in Aruna. A-R-U-N-A. Meine Familie wurde getötet. Und ich... bin geflohen..."
      Als ich mir meine Flucht zum ersten Mal vorhielt, als sei es ein Vorwurf - ach, es fühlte sich eigentlich an, als sei ich für den Tod meiner Familie verantwortlich - schmerzte es in meiner Brust. War das die Trauer, die ich verdrängt hatte? Ich klammerte mich an den Stoff, auf dem ich saß und holte tief Luft. Dabei spürte ich, wie sich meine Augen mit Tränen füllten, doch ich ließ sie nicht die Bahn der Schwäche finden und sprach weiter: "Ich wurde wohl ohnmächtig... habt ihr mich gefunden?"
      Dumme Frage, es musste so sein, sonst wäre ich schon längst tot. Und wie das Paradies wirkte dieser Ort nun wirklich nicht.

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    • Kyran

      Ich hatte das Gefühl, dass sie es versteht was ich ihr gerade versuchte zu sagen. zumindest wiederholte sie meine Worte und schüttelte daraufhin den Kopf. Sie war nicht sol. Reyna war fast schon entsetzt. "Sie... sie ist eine Abgesandte von Sol!" rief Reyna und faltete die Hände erneut zum beten. Reyna davon zu überzeugen, dass sie nicht Sol ist, ist unmöglich. Obwohl sie die Ankunft der Fremden vorher gesagt hatte...
      Sie sprach von Aruna. "Aruna?" wiederholte ich. Ihre letzten Worte waren eher gestammelt. "Du Aruna?" fragte ich und legte meine Hand auf ihre Burst. Nur mit Gesten zu arbeiten war schwer, aber wenn sie mich so verstand.
      Ihre Haut brannte unter meinen Fingern. Sie war komplett erwärmt von der Sonne. Ich drehte meinen Kopf zum Zelteingang und rief nach Nero. Wenige Sekunden später trat er auch ein. "Reyna benötigt etwas zu essen. Kein Fleisch." gab ich ihn zu verstehen. Das Essen war nicht für Reyna, sondern für die Fremde. Nero sollte nur nicht raus kennen und rum brüllen, dass diese schon wieder bei bewusst sein ist. Er nickte knapp und verschwand schnell wieder.
      Kurze Zeit später schob er wieder den Stoff des Zeltes bei Seite und brachte einen Korb voll mit Datteln. Er reichte mir diesen und verließ das Zelt sofort wieder. Für sein alter war Nero weiter als manch anderer. Ich stellte den Korb vor ihr und griff nach einer um diese vor der Fremden zu essen. Dann reichte ich ihr eine zweite "Essen."
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      Ich hatte das Gefühl gleich als roter Feuerball zu entfachen und in einer riesigen Explosion zu enden, als der Fremde seine Hand, ohne vorher um Erlaubnis zu fragen, auf meine Brust legte. Was fiel ihm eigentlich ein!? Ich war es nicht gewohnt, einfach so berührt zu werden. Schon gar nicht von einem... zugegeben gutaussehenden Mann. Mit weit aufgerissen Augen und wohl feuerroten Wangen blickte ich ihm entgegen. Dann rief er nach jemandem. Noch jemanden, dessen Name mir völlig unbekannt erschien. Kurz darauf brachte uns ein Junge Datteln. Er war hochgewachsen, etwas knochig, aber dennoch mit einem starken Gesichtsausdruck. Er hieß also Nero. Sein Alter konnte ich nur erahnen, hatte aber das Gefühl, dass er wesentlich jünger war als er aussah. Kurz nachdem er den Korb mit den Datteln abgestellt hatte, verschwand er wieder so schnell wie er gekommen war. Ich sah zu dem Fremden... nun ja, eigentlich kannte ich seinen Namen, und dennoch war er mir fremd. Er nahm sich eine der Datteln und verpeiste sie genussvoll. Auch wenn ich hungrig war und die Datteln köstlich aussahen, konnte ich nichts essen. Viel zu tief lag die Trauer, die nicht zuließ, dass auch nur ein kleiner Bissen meine Kehle hinab wandern konnte. Ich schüttelte den Kopf.
      "Vielen Dank", sagte ich, langsam. Vielleicht verstand er Bruchteile meiner Sprache? Ich wollte wissen, wo ich war, doch diese Menschen konnten mir keine Antwort geben. Ich musste aus diesem Zelt... Langsam stand ich also auf. Ich war schon etwas sicherer auf meinen Beinen. Mit langsamen Schritten führten meine Füße mich fast wie von selbst zu den Pforten des Zeltes...

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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Yngvi ()

    • Kyran

      Die Fremde verzichtete auf das Essen und schüttete den Kopf. Schmeckte ihr das nicht? ohne wollte sie gerade kein Essen? Aus ihren 2 weiteren Wörtern wurde ich nicht schlau. Als sie einfach so aufstand, schreckte Reyna sowie ich hoch. "NEIN!" brüllte ich laut und packte sie am Arm um sie zurück ins Zelt zu ziehen. Sollte mein Stamm sie jetzt schon sehen...
      Auch Nero hörte es und sah kurz zu uns, bevor er wieder das Zelt verließ. "Reyna, schaffst du auch etwas anderes als zu beten?!" herrschte ich sie an. So konnte es nicht weiter gehen. Reyna sah mich wütend an. Sie wird ihre Gebete nicht unterbrechen...
      "Nero!" rief ich erneut. "Hol Yeona. Sofort." Ich wartete gar nicht bis er ins Zelt trat, sondern gab ihn sofort den Befehl. Ich hörte seine Schritte, als er seinen Posten verließ, kurz darauf zog Yeona den Stoff beiseite. wie angewurzelt blieb sie stehen und starte auf die fremde Frau.
      "Sie versteht unsere Worte nicht." meinte ich zu ihr. Erst jetzt sah sie mir in die Augen. "Und du hast eindeutig mehr Geduld als ich. Ich möchte wissen woher sie kommt und was sie hier will. Finde es irgendwie aus ihr heraus und wenn du alles aufmalen musst!" Yeona nickte knapp und begann jetzt wieder freundlich zu lächeln.
      Ich hatte keine Nerven um irgendwie zu versuchen Informationen aus ihr raus zu bekommen. Ich ließ Yeona alleine und trat raus zu Nero. "Ich möchte das du ins Zelt gehst und aufpasst. Wenn Yeona irgendetwas passiert..." warnte ich Nero. Auch dieser nickte Stumm und trat ins Zelt. Ich holte erstmal tief Luft und versuchte mich zu beruhigen. Noch befand sich unser Dorf im Schatten, bald jedoch wird die Sonne auch unser Stamm treffen...
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      Ich erschrack, als mich der Fremde, dessen Name Kyran lautete, so unsanft am Arm packte. Ich warf hektische Blicke zwischen ihm und der jungen Frau hin und her, die ununterbrochen Worte sagte, die ich nicht verstand. Was Kyran zu Reyna sagte, verstand ich ebenfalls nicht. Jedenfalls klang er erbost. Erzürnend wollte ich niemanden... lediglich wissen, was hier eigentlich los war und wer diese Menschen waren. Sie sahen aus wie aus einem Idianerstamm entsprungen.
      Plötzlich betrat eine weitere junge Frau das Zelt, wohl auf Geheiß Kyrans. Sie war schön, hatte langes schwarzes Haar und ihre wenig üppige Brust wurde nur durch einen braunen Stoffetzen bedeckt, genau wie ihr Unterleib. Ihre Haut war sonnengebräunt und war von einem leichten Schimmer bedeckt. Mit ihren vollen Lippen lächelte sie mich an. Unsicher erwiderte ich ihren Blick, nachdem ich dem stämmigen Kyran nachgeschaut hatte.
      Ich wusste, dass ich keine Chance hatte, und so ließ ich mich zurück auf die Matte sinken. Sah man die Hilfeschreie in meinem Blick?
      "Kannst du mich verstehen? Ich komme aus Aruna... ich bin... Amalia."
      Ich sprach bewusst langsam und deutlich, so wie schon die Male zuvor. Ich fragte mich, ob Aruna so weit von diesem Volk entfernt lag. Wie weit ich mich tatsächlich von Zuhause entfernt hatte und vorallem wie es meinem treuen Begleiter Tristan ergangen war. Dass ich eine Prinzessin war und die einzig Überlebende meiner Familie behielt ich zunächst für mich.

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    • Kyran

      Ich hörte aus den Zelt Yeonas Stimme. Sie versuchte sich geraden der Fremden vorzustellen. Ich seufzte schwer und ging zu unseren Pferden um mir das unbekannte Tier anzuschauen. Unsere Pferde standen im Freien in der Nähe des Berges um etwas mehr Schatten zu erhalten. Als ich näher trat bemerkte ich schon, dass sie das andere etwas weiter weg angebunden haben. Vor ihn Stand ein Eimer Wasser, welcher fast komplett leer war. Anscheinend hatte das Tier etwas mehr Durst.
      Je näher ich trat, umso unruhiger wurde es. ich hob die Hände und versuchte es etwas zu besänftigen, was auch funktionierte. Sanft strich ich über sein Fell. Es war besser gepflegt als all unsere Tiere zusammen... Woher kommt sie nur? Oder woher hatte sie dieses Pferd?
      Es hatte nichts bei sich um mir seine Herkunft zu verraten, jedoch war es noch nicht sehr alt. "Treues Pferd." flüsterte ich ihm zu und klopfte kurz auf seinen Rücken, bevor ich wieder ging. Ich musste mich auch noch um den Rest des Stammes kümmern. Wir hatten genug Kranke oder verletzte.
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    • Amalia

      Die Frau kniete sich vor mich. Sie verbeugte sich und sah mich durch ihre fast schwarzen Augen an. Obwohl sie mich an eine tiefe Nacht erinnerten, strahlten sie dennoch eine gewisse Wärme aus. Das lange, dunkle Haar hing über ihre zierlichen Schultern. Sie wirkte ruhig, während ihre vollen Lippen Worte formten, die mir vertraut waren. Endlich!
      "Ich, Yeona... du?"
      "Oh! Oh, du kannst mich verstehen! Ich heiße Amalia!"
      Ich sprach wohl etwas zu schnell, denn die junge Frau schien verwirrt. Sie legte den Kopf leicht schief und fragte zögernd: "Am...ali...a?"
      "Ja, Amalia", wiederholte ich langsamer und strahlte ihr entgegen. Ich war heilfroh, dass sie mich zu verstehen schien. Wenigstens ansatzweise.
      "Amalia... woher?"
      "Ich komme aus Aruna... A-R-U-N-A. Kennst du Aruna?"
      Sie schien unser Königreich zu kennen. Welch Glück! Nickend und mit einem Lächeln antwortete sie mir: "Ich Aruna kenne... lange her... Warum hier?"
      "Ich... meine Familie wurde getötet... die Stadt wurde überfallen und ich... bin in die Wüste geflohen."
      Da Yeona meinen Worten nicht folgen konnte, wiederholte ich sie ein paar Mal. Dann schien sie zu verstehen.
      "Tut mir leid...", antwortete sie, überraschend deutlich.
      "Wo bin ich hier? Wer seid ihr?"
      "Wir, ein Volk... alle krank... und... du bist Sol, denken alle... alle."
      "Aber wer ist Sol? Oder was?", fragte ich und runzelte die Stirn. Yeona blickte mich erstaunt an.
      "Sol, nicht kennen? Göttin..."
      "Ich denke, dass sie eine Abgesandte ist, Yeona. Sie wurde von Sol geschickt, um uns zu retten", sagte Reyna und unterbrach dabei sogar ihre Gebete. Yeona sah sie an und entgegnete ruhig: "Ich werde mit ihr sprechen und sie über ihre Identität in Kenntnis setzen. Würdest du uns bitte alleine lassen, Reyna?"
      Etwas widerwillig, aber mit einem Kopfnicken erhob sich Reyna und verschwand aus dem Zelt. Dann wandte sich die schöne Dunkelhaarige wieder zu mir und sagte: "Alle denken... du kommen von Sol... Retterin... Hoffnung... Bitte!"
      "Ich? Eine Abgesandte von Sol? Der Göttin? Aber das ist nicht wahr, Yeona! Ich bin... ich komme nicht von hier und wurde von niemandem geschickt! Der Zufall hatte mich hierher geführt... verstehst du?"
      Doch für Yeona klangen meine Worte wohl nur wie eine unverständliche Aneinanderreihung, genau wie ihre Sprache für mich ein Rätsel war. Die Dunkelhaarige nahm meine Hände. Sie fühlten sich warm und vertraut an.
      "Bitte, Amalia... bleiben hier... und helfen uns..."
      Ihre Worte trafen mich wie ein Stich ins Herz. Anscheinend ging es diesem Volk nicht gut. Und ich hatte meine Familie zurückgelassen, auch wenn sie alle... und ich an ihrer Seite hätte sterben sollen. Ich konnte diese Menschen nicht auch noch im Stich lassen! Nach einer kurzen Stille und einem tiefen Seufzen antwortete ich der jungen Frau: "Gut... ich werde jene sein, für die ihr mich alle haltet. Aber du kennst die Wahrheit, oder?"
      Yeona nickte, und auch wenn ich nicht wusste, ob sie meine Frage verstanden hatte, vertraute ich ihr auf eine ganz besondere Weise. Mehr als jedem sonst. Sie legte eine Hand auf meine Schulter und sagte: "Schlafen jetzt... morgen langer Tag."
      Sie stand auf und verließ das Zelt kurze Zeit später. Ich legte mich hin und starrte an die Decke. Deutlich sah ich den Stoff meines Himmels vor mir, den ich jeden Abend vor dem Schlafengehen betrachtet hatte. Dann der Geruch von Jasmin und der Windhauch durch das offene Fenster. Meine Augen füllten sich mit warmen Tränen, und als ich die Lider schloss, liefen sie meine Wangen hinab. Ich war also nun keine Prinzessin mehr, sondern die Abgesandte einer Gottheit.

      Yeona

      Ich machte mich auf den Weg zu Kyran, um ihm von meinem Gespräch zu erzählen.

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    • Kyran

      Ich sah gerade zu unseren Kranken und älteren, als ich Yeonas rufende Stimme hörte. Anscheinend hatte sie etwas aus der Fremden raus bekommen. "Und?" fragte ich sie bereits, als sie mir entgegen kam. "sie heißt Amalia und sie kommt aus den Königreich Aruna." flüsterte sie mir zu. "Aruna?" wiederholte ich und Yeona bestätigte das mit einen kurzen Kopfnicken.
      "Was will sie hier?" hackte ich weiter nach und blickte zu dem Zelt in den sie lag. "Ihre Familie wurde überfallen und nur sie überlebte. Sie muss hier bleiben bei uns." entsetzt blickte ich Yeona an. "Niemals!" herrschte ich sie wütend an. "Wie kannst du so etwas überhaupt vorschlagen!" Yeona sah mich bittend an. "Kyran, sie hat keinen Zufluchtsort. Willst du sie in der Wüste sterben lassen?!" auch ihre Stimme wurde wütender. "Vor allem... gibt sie unseren Stamm Hoffnung... als Abgesandte von Sol."
      Kurz blickte ich mich um. Erneut waren die Augen auf mich gerichtet, sie erwarten alle eine Antwort... "Sie ist nicht die Abgesandte." Yeona nickte hastig. "Sie würde aber so tun als ob. Und das reicht um den Menschen hier Hoffnung zu geben."
      Zweifelnd sah ich zurück zu Yeona. Wie stellt sie sich das vor? Sie als Abgesandte von Sol vorzustellen und dann? Es werden Wunder erwartet und die wird es nicht geben. Am ende muss ich sie noch als Betrügerin töten lassen...
      "Kyran, sie kann etwas bewirken. Von da wo sie herkommt, gibt es bessere Heilkräfte als unsere. Bestimmt kann sie uns die zeigen!" Yeona versuchte mich weiterhin zu überreden. "Das wird unser Problem mit Wasser und Essensknappheit nicht lösen. Und das kann auch nicht sie lösen." auf diese Worte hin schwieg Yeona. Sie wusste, dass ich recht hatte. Dieser Schwindel würde nicht für immer halten. Und ich wollte mir gar nicht ausmalen, was dann passiert...
      Ich seufzte knapp. "Gut, wir machen es so. Damit verschieben wir die Probleme nur nach hinten, aber fürs erste wird das reichen. Du wirst zu ihrer Anvertrauten. Bring ihr unsere Worte bei, damit sie sich etwas verständigen kann." eifrig nickte Yeona und eilte davon. Ich rieb mir nur die Augen und bereute meine Tat sofort.
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    • Amalia

      Irgendwann musste ich wohl eingeschlafen sein. Als ich die Augen langsam öffnete, spürte ich die eingetrockneten Tränen an meinen beiden Schläfen. Eine ungeheuere Wärme hatte sich in dem Zelt gestaut. Es war so heiß, dass ich kaum Luft bekam. Ich sah mich um, doch ich schien allein zu sein. Etwas mühsam setzte ich mich auf und ließ einen kurzen Blick über meine verbundenen Stellen schweifen. Es tat nicht sonderlich weh. Neben mir stand eine Schüssel, gefüllt mit Wasser. Ich griff nach ihr und trank den letzten warmen Schluck. Meine Kehle fühlte sich trocken an. Ich stellte die leere Schüssel ab und erhob mich von meinem Schlafplatz. Es wurde mir schwindlig. Nur kurz, dann ging es wieder. Diese Hitze war ich einfach nicht gewöhnt. Ohne einen Blick hinaus zu werfen, war mir klar, dass ich mich noch in der Wüste befinden musste. Vorsichtig, so als hätte ich Angst davor, was mich da draußen erwartete, schob ich den Stoff auseinander und warf einen Blick hinaus. Ja, definitiv Wüste. Und eine Sonne, die wie ein glühender Feuerball in unmittelbarer Entfernung stand. In direkter Umgebung sah ich niemanden. Lediglich einige Zelte und Kamele in weiterer Entfernung. Langsam trat ich hinaus, als ich plötzlich eine Mädchenstimme hörte. Sie klang sehr hell und jung.
      "Da, sieh mal! Das ist Sol!", rief das kleine Mädchen einem anderen Kind zu. Die beiden, die ich zuvor nicht bemerkt hatte, stürmten auf mich zu und warfen sich auf ihre rauen Knie. Sie legten ihre schmalen Arme vor sich und verbanden ihre Finger zu einem V. Den Kopf legten sie auf den Sand und begannen Worte in ihrer Sprache zu sprechen. Es waren schöne Mädchen, vielleicht acht oder neun Jahre alt. Ihre schwarzen, geflochtenen Zöpfe hingen im Sand und ihre Haut war sonnengebräunt. Ich ging auf die Knie und legte eine Hand auf das Schulterblatt von einem der Kinder. Es unterbrach seine Worte, genau wie das andere Mädchen. Vorsichtig schauten sie auf und sahen mit ihren schwarzen Augen in die meinen. Ich lächelte, und wolte gerade etwas sagen, als...

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    • Kyran

      Der Rest des Tages verlief zum Glück ruhig. Wenig später kamen die Männer von der Jagt zurück, sie hatten 2 Kamele erwischt. Die Herde war noch etwas größer und anscheinend blieben sie in der nähe. Javaid warf mir weiterhin böse Blicke zu. Ich ignorierte ihn wie jeden Tag. Wütend verschwand er in seinen Zelt. Er hörte nicht gerne auf mich, hätte am liebsten selbst das sagen.
      Sofort machten sich die Männer über das Tier her und schnitten alles brauchbare aus ihm Heraus. Das Fell gaben sie wieder den Frauen, sie begannen es sofort zu waschen.
      "Wir brauchen etwas für... Sie." sagte ich ruhig zu Yeona. Sie lächelte leicht und nickte. Es ist selten jemand komplett neu einzukleiden.
      Als die Sonne langsam unterging, war jeder in seinen Zelten oder Hütten. Genau jetzt traf sie und komplett und brannte auf unsere Köpfe runter. Wer jetzt außen längere Zeit verbrachte, den stieg schnell die sonne zu Kopf.
      Erschrocken riss ich den Kopf hoch, als ich eine kleine Mädchenstimme hörte. Sol?! Ich riss den Stoff am Eingang meiner Hütte zu Seite und blickte auf Amalia. Sie hat einfach so das Zelt verlassen und stand nun in der glühenden Sonne. "Hey!" rief ich zu den zwei Kindern, welche sofort zusammen zuckten. Sie haben sich vor ihr in den Sand geschmissen. Beide sprangen auf, blickten kurz zu mir und Sol, bevor sie eilig verschwanden. Eilig trat ich zu Amalia. Aus den Augenwinkel bemerkte ich, wie wir neugierig von den anderen angeschaut wurden. Viele tuschelten oder fingen an zu beten. "Nicht. Sonne." meinte ich knapp und deutete unauffällig nach oben.
      "KYRAN!" Javaid hatte sein Zelt verlassen und schritt wütend auf uns zu. schnell trat ich vor ihr. "Du willst doch nicht wirklich diese Fremde aufnehmen?!" herrschte seine Stimme. "Doch werde ich." meinte ich ruhig und baute mich vor ihm auf. Er blickte an mir vorbei direkt zu ihr, bevor er endlich mich ansah. "Wir kommen jetzt schon knapp über die Runden und du willst auch noch sie nähren?!" er ballte seine Hände zu Fäusten und ich wusste, er ist auf einen Kampf aus. Javaid will am liebsten seine Fäuste durchgehend verwenden.
      "Sie wird sich als Abgesandte Sol erweisen!" rief Yeona und hob die Hände. Reyna tat es ihr gleich. "Doch jetzt ist sie geschwächt. lasst sie ruhen." Reyna nickte zustimmend. Javaid lachte nur und schüttelte den Kopf. er wusste genauso wie ich, dass sie nicht die abgesandte ist... Doch nun musste sie es irgendwie beweisen. "Fass sie an, Javaid, und du verlierst diese Hand." zischte ich ihn zu. Er blickte mich noch einmal an bevor er sich abwendete und verschwand. Ich bilckte zu Yeona und gab ihr mit einer Kopfbewegung zu verstehen, dass sie zu uns soll. "Amalia. Rein" sagte ich und hob die Zeltplane zur Seite. sie sollte nicht hier außen stehen. Vor allem dürfen wir uns jetzt was ausdenken, dass beweist das sie eine Abgesandte Sol ist...
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    • Amalia

      Ich hatte das Gefühl, als könnte ich mich in den Augen der kleinen Mädchen verlieren. Sie sahen mich an mit solch einer Bewunderung, dass ich fast selbst glaubte, jemand zu sein, auf den sie seit ihrer Geburt gewartet hatten. Doch dann schreckte ich auf, als eine dunkle Stimme mich aus meiner Gedankenwelt riss. Ich kannte diese Stimme. Es war Kyran. Ich stand auf und sah wie sich die Menschen um mich versammelten, begannen sich zu verbeugen und der Sonne entgegen zu beten. Es war ein Gefühl der Überforderung. Glaubten diese Menschen wirklich, dass ich von einer Gottheit geschickt wurde? Oder sie gar selbst war? Ein junger, kräftiger Mann - nicht ganz sp breit wie Kyran - kam auf uns zu. Schützend stellte sich der große Kyran vor mich und die beiden führten eine wilde Diskussion, während der Unbekannte mir vernichtende Blicke zuwarf. Ich verstand nicht einen einzigen Bruchteil ihrer Worte. Es war frustrierend. Lediglich den Befehl in das Zelt zu gehen, verstand ich deutlich. Ich wusste, dass es keinen Sinn machte, Gegenworte zu leisten, und so folgte ich der Anweisung. Ich verschwand in dem Zelt, gefolgt von der schönen Yeona, die eine Hand auf meine Schulter legte. Ihr Lächeln wirkte beruhigend. Kurz darauf trat auch Kyran ein und Yeona wandte sich sofort an ihn. Sie sah ihm direkt in die Augen, noch immer mit diesem sanften Lächeln, während ihre zarten und gebräunten Finger über seinen Arm strichen.
      "Beruhige dich, Kyran. Ich werde mich darum kümmern, dass die anderen den Glauben an Amalia... die Abgesandte nicht verlieren. Sie werden hoffen können, nach so langer Zeit. Sei froh, dass sie uns gefunden hat. Hoffnung brauchen wir, dringender als alles andere."
      Ich fragte mich, während ich die beiden betrachtete, ob sie eine tiefer gehende Beziehung pflegten. Anhand von Yeonas Blicke konnte man dies vermuten. Doch das spielte jetzt keine Rolle. Ich stand einfach nur da. Mitreden konnte ich ohnehin nicht.

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    • Kyran

      Yeona schaffte es mich wie immer zu besänftigen. Erschöpft stieß ich die Luft in meinen Lungen aus und schloss kurz die Augen. Komplizierter und schwerer konnte es auch nicht mehr werden oder? "Sie muss irgendwie beweisen, dass sie die Abgesandte ist." sagte ich ruhig und blickte zu Amalia. Schon ihr Aussehen und ihre Klamotten zeigten, dass sie anders ist. Aber gleich eine Gottheit? Was für ein Wunder muss sie vollbringen?
      "Kann sie denn irgendetwas besonderes? Irgendetwas außergewöhnliches?" fragte ich Yeona. "Kyran, ich werde ich darum kümmern, dass niemand an ihrer Göttlichkeit zweifelt." verzweifelt blickte ich sie an und seufzte leise. "Bevor du aber irgendeinen Plan umsetzt sprichst du zuerst mit mir!" wie selbstverständlich bestätigte sie das.
      Reyna betrat nun ebenfalls wieder das Zelt, verbeugte sich ehrfürchtig vor Amalia. "Reyna, Sol scheint sehr schwach zu sein. Die anderen zweifeln an daran, dass sie die Göttin der Sonne ist." Reyna schnaubte wütend und verdrehte die Augen. "Ihre Seele ist auch noch nicht gereinigt! Erst wenn sie erneut auferstanden ist aus dem Blut der Tiere wird sie ihre Kräfte wieder erlangen." ich schluckte schwer. Das wird leider nicht ganz reichen. "Yeona, erkläre ihr bitte, dass sie ab jetzt sich nur noch als Sol, der Sonnengöttin vorstellen soll. Und erklär ihr, was diese Zeremonie des Blutes ist. Das sie mit Blut bemalt wird." erneut nickte Yeona und wedete sich sofort wieder zur Fremden.
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    • Amalia

      Yeona leistete der Bitte von Kyran Folge und tat wie ihr befohlen. Sie erklärte mir das Ritual des Blutes, von dem Tieropfer, welches erbracht werden musste, und mit dessen Blut mein Leib bemalt werden würde. Eine Vorstellung, die mir mehr als befremdlich erschien, und die mir Angst einjagte. Ich liebte die Natur, die Tiere... dass eines dieser Geschöpfe wegen eines Rituals geopfert werden musste, das war eine grasame Vorstellung. Doch ich verstand nur Bruchteile, von dem was Yeona erzählte. Doch zumindest waren ihre Worte begreiflicher als die der anderen. Sie sagte, dass das Ritual am Abend stattfinde, sobald der "Feuerball" untergegangen war. Solange sollte ich in dem Zelt verharren und auf meine große Stunde warten. Kurz nach der Erläuterung verließ Yeona das Zelt und es kam ein junges Mädchen, welches mir half, meinen Körper zu reinigen und mich für das Ritual vorzubereiten. Sie flochtete meine Haare und bemalte meinen Körper mit fremden Zeichen in blauer Farbe. Ich stellte keine Fragen. Das Mädchen hätte mich ohnehin nicht verstanden. Und so ließ ich es geschehen, während meine Gedanken nicht um das bevorstehende Ritual kreisten, sondern viel mehr um meine Familie...

      Yeona

      Während sich eines der Mädchen um Amalia kümmerten, die ab nun nur noch "Sol" war - zumindest für die, die glaubten -, machte ich mich auf den Weg zu Kyran. Er stand etwas abseits vom Lager und blickte auf die untergehende Sonne. Es dauerte nicht mehr lange bis das Ritual stattfand. Das Ritual, das meinem Volk wieder etwas mehr Hoffnung schenken sollte. Ich blieb etwa zwei Schritte hinter dem wesentlich größeren Kyran stehen und schaute ihn lächelnd an. Der große Feuerball legte eine warme Schicht auf die hohen Sanddünen. Die Temperaturen waren bereits gesunken. Es würde eine eiskalte Nacht werden, doch das war nie anders.
      "Kyran... wie geht es dir?", fragte ich und trat einen Schritt näher an ihn heran. Sanft fuhr ich mit meiner Hand über sein Schulterblatt. Seine Haut war noch aufgewärmt von der untergehenden Sonne. "Es kümmert sich jemand um... Sol", bewusst zögernd sprach ich den Namen unserer Gottheit aus, denn ich war neben Kyran die Einzige, die die Wahrheit kannte. "Sorge dich also nicht weiter", versuchte ich weiter besänftigend auf unseren Anführer einzureden, für den ich schon lange mehr empfand als Ehrfurcht.

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    • Kyran

      Ich ließ Yeona alleine mit Amalia und verließ das Zelt. Der Tag konnte nicht noch schlimmer werden... Und die Zeremonie soll noch heute statt finden. Wenigstens haben wir bis nach der Zeremonie Zeit uns etwas einfallen zu lassen, damit sie beweisen kann das sie wirklich die Göttin Sol ist... Erschöpft seufzte ich und machte mich wieder an die Arbeit.
      Kurze Zeit später trat Yeona zu mir. Ich war gerade ein paar Schritte aus dem Lager gegangen um mir die Umgebung anzusehen. Keine Tiere in der nähe... einfach nichts als Sand. Ich sah zu ihr und lächelte schwach. Yeona tat einfach jeden gut. Sie war so warmherzig. "Es ging mir mal besser." antwortete ich und sah an ihr vorbei ins Lager. dort spielten noch ein paar Kinder, die meisten bereiteten sich für die Zeremonie vor. Es gab nicht oft Feste und vielleicht einmal im Leben sah man bei einer Reinigung der Seele zu.
      "Ich muss mich bei dir bedanken, Yeona. Du bist wie immer eine große Hilfe. Ich danke dir." meinte ich Ruhig. Immerhin konnte ich dank ihr mit der Fremden endlich sprechen... die Fremde die Göttin Sol da stellen soll... Das Leben hier außen war jetzt schon schwer, aber jetzt... diese Lüge werden wir für immer aufrecht erhalten müssen...
      "Wie geht es dir? mit all... dem hier." fragte ich sie und sah sie wieder an. sollte es doch je rauskommen... dann werde ich alles tun, dass sie nicht mit reingezogen wird. das hätte sie nicht verdient.
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